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Sgraffito in der Schweiz

Diplomarbeit

1731 MM JANUAR 2017


















DIPLOMARBEIT
Sgraffito in der Schweiz

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort 01
1.1 Danksagung 02

2 Einleitung 03

3 Sgraffito in der Schweiz 05


3.1 Wirkung der Sgraffito Technik 06
3.2 Gebäude in der Schweiz 07
3.3 Das Dorf Guarda 13
3.4 Das Dorf Ardez 17

4 Sgraffito in der heutigen Architektur 21

5 Materialien 24
5.1 Sand 24
5.2 Portlandzement 25
5.3 Hydraulischer Kalk / Kalkhydrat 27
5.4 Pigmente 29

6 Werkzeuge 35

7 Restaurierung von Sgraffit 36

8 Eigene Sgraffito Projekte 37


8.1 Ferienhaus in Furna Graubünden 37
8.2 Wohnhaus in Schüpfheim 39

9 Möglichkeiten einer Vermarktung 42

10 Schlussfolgerung persönliches Fazit 43

11 Quellenverzeichnis 44

12 Reflexion der Arbeitsweise 49

13 Anhang 51
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

1 Vorwort

Ausschlaggebend für die Auswahl meines Themas war der Kurs M-P9 Dekora-
tive Techniken 3, welchen ich während meiner modularen Weiterbildung zum
Malermeister in der GiBB Bern besuchte.
In diesem Kurs lernte ich die Sgraffito Technik kennen und fertigte diverse Mus-
terplatten an. Obwohl ich zu Beginn noch sehr skeptisch darüber war, was
diese verschiedenen Putze mit dem Beruf Maler zu tun haben sollen, zog mich
die Kunst des Sgraffito immer mehr in seinen Bann, sobald es um das Erstellen
von Schablonen, dem Einzeichnen auf dem Verputz sowie um das Auskratzen
ging. Schon immer habe ich mich für alle Arten der dekorativen Techniken im
Malerberuf interessiert, doch das Sgraffito war etwas ganz Neues für mich.

Fassadengestaltungen und Bilder können visuell wahrgenommen werden und


sehr vielseitig sein. Sie können emotionale Reaktionen auslösen oder eine Ver-
schönerung des Ortsbildes darstellen. Die Schönheit einer Gestaltung liegt im-
mer in den Augen des Betrachters.

Mit dieser Arbeit, versuche ich ein aus der Mode gekommenes und in Verges-
senheit geratenes Kunsthandwerk der Gesellschaft sowie den Fachleuten wie-
der in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus möchte ich den Personen, die sich
für die Technik des Sgraffito Interessieren und sie nach Möglichkeit auch in der
Praxis umsetzen wollen, die Entstehung eines Sgraffitos in wenigen Schritten
erläutern.
"Sgraffito mag eine vergängliche Gestaltungstechnik sein, welche sich durch
die historische und geographische Verbreitung auch in der modernen Archi-
tektur nicht verstecken muss."

Das Sgraffito ist eine murale Dekorationstechnik, die sich im Verlaufe der Zeit
weiterentwickelt hat. Künstler und Maler haben die Technik verfeinert und ih-
ren Bedürfnissen angepasst. So entstanden die verschiedensten Kombinatio-
nen und Erscheinungsformen.

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

1.1 Danksagung

Für die Begleitung durch meine Weiterbildung zum Malermeister und meiner
Diplomarbeit möchte ich mich vor allem bei meiner Lebenspartnerin und un-
seren zwei Kindern herzlichst bedanken. Auch bei meiner Familie, die mich in
schwierigen Zeiten tatkräftig unterstützte, mir seelischen Ausgleich gab und
mir immer wieder neue Kraft schenkte, bedanke ich mich sehr.

Einen besonderen Dank auch an:

Markus Vogel und Franz Camenzind; für die berufliche Unterstützung und ihre
Kulanz dafür, dass ich im Betrieb oft sehr kurzfristig fehlen konnte, um mich
um die Arbeit zu kümmern.

Josin Neuhäusler; für seine wertvolle Zeit, welche ich über einen längeren Zeit-
raum in Anspruch nehmen durfte, um dabei viel über den Aufbau, die Technik
und die Symboliken der Sgraffito Technik zu lernen. Zudem bedanke ich mich
für das Vertrauen, welches er mir schenkte während ich mit Ihm das Projekt in
Furna realisieren durfte.

Bei der Firma Röfix; Für die intensive und gute Beratung bei den Materialien,
die Unterstützung meiner Diplomarbeit sowie die kostenlose Verfügung über
das Material.

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

2 Einleitung

Begriffsdefinition von Sgraffito


"Der Name Sgraffito ist vom italienischen (sgraffiare oder graffiare), in Deutsch
auskratzen oder auch gravieren, abgeleitet."1
Es handelt sich um eine Dekorationstechnik zum bearbeiten von Wandflächen
oder Bildern im Innen- oder Aussenbereich. Nach dem Auftragen verschieden-
farbiger Putzschichten werden Teile der oberen Putzschicht abgekratzt (Kratz-
putz) und somit Teile der darunterliegenden Putzschicht freigelegt, sodass
durch den Farbkontrast ein Bild erzeugt wird.

Auf den Spuren des Sgraffito


Den Ursprung dieser Technik finden wir in der Italienischen Renaissance Ende
15. bis 17. Jahrhundert. Giorgio Vasari, Italienischer Architekt der diese Tech-
nik erstmals erwähnte, schreibt die Erfindung Andrea Feltrini zu. Semper er-
wähnt, er habe solche Dekorationen in Sgraffito-Manier auch schon auf seinen
Reisen in mittelalterlichen Bauten gesehen - Belege dafür fehlen jedoch weit-
gehend.
"Die Technik wurde besonders im Italien und Böhmen des 16. Jahrhunderts
benutzt, findet aber bis in die heutige Zeit Verwendung. Sgraffito wird zu den
Stucktechniken gezählt. Analog dazu werden auch bestimmte Kratztechniken
bei anderen Farbauftragsarten als Sgraffito bezeichnet, zum Beispiel in der
Aquarellistik."2

Die ältesten Sgraffito findet man in Florenz wie beim Palazzo Nicolini (Abb.1).
Nicht zuletzt ihrer Haltbarkeit wegen, verbreitete sich diese Technik nach Nor-
den.
Mehrheitlich sind es heimatliche Motive. Des Weiteren sind Sgraffito für die
Gestaltung von Hausfassaden zu Reklamezwecken gebräuchlich. In Kombina-
tion mit ornamentalem Schmuck bedeutete diese Gestaltungstechnik eine Al-
ternative zur üblichen Wandmalerei.
Detaillierte Informationen über die Geschichte und den Ursprung geben die
Texte von Vasari, Baldinucci, Semper, und jene von Ernst Berger Auskunft.

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Sgraffito
2
http://www.wikiwand.com/de/Sgraffito

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Palazzo Nicolini, Italien


Abb. 1 Palazzo Nicolini, Italien

Verbreitung durch Europa


Eine grosse Rolle spielte die Sgraffitotechnik Jahrzehntelang während der Re-
naissance in Italien. "Im 16. Jahrhundert wurde sie von den Renaissancebau-
meistern zuerst nach Deutschland und Österreich gebracht."3.
Als einfaches Kunsthandwerk findet man alten Kratzputz bereits seit dem 13.
Jahrhundert in der weiteren Umgebung der Wetterau sowie im Marburger
Land. Auch wurde die Putztechnik in Thüringen, Sachsen, in Vierlanden sowie
im Engadin, in Österreich oder in Siebenbürgen ausgeführt. Vor allem aber ist
sie in Bayern verbreitet, zum Beispiel im Innenhof des Stadtschlosses in Neu-
burg an der Donau. Im Kanton Graubünden, insbesondere in den Südtälern, ist
der Sgraffito ein sehr häufiges Element an historischen wie auch neueren Bau-
ten und gilt als Teil der Baukultur.

3
https://de.wikipedia.org/wiki/Sgraffito

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

3 Sgraffito in der Schweiz

Im 16. Jahrhundert wurde dann die Sgraffito-Technik von italienischen Renais-


sancebaumeistern in die Schweiz gebracht und von den einheimischen Hand-
werkern mit Begeisterung aufgenommen.

Die Technik ist vor allem im Kanton Graubünden am weitesten verbreitet. Hier
finden wir, zumindest innerhalb der Schweiz, die prachtvollsten Dekorationen.
Als Beispiel hierfür stehen die Bürgerhäuser in Susch, Andeer, und Obervaz
oder die beiden Dörfer Guarda und Ardez. Viele dieser Gebäude stehen unter
Denkmalpflege und sind geschützte Kulturgüter.

"Der Beginn des Sgraffitos im Engadin fällt in die Zeit der stärkeren Hinwen-
dung nach Süden, nach dem Sieg der drei Bünde über die Österreicher an der
Calvan im Jahre 1499 und nach der Eroberung des Veltlins. Doch der dreissig-
jährige Krieg mit der Zerstörung fast aller Dörfer im Unterengadins durch Bal-
diron im Jahre 1622 unterbrach diese Entwicklung. Nach den Schrecken dieses
Krieges kam die Sgraffito Dekoration von etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts
bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zu ihrer höchsten Blüte."4

Sgraffito finden sich aber in allen Landesteilen der Schweiz, ob es nun reich
dekorierte farbige Häuser sind, kleinere Verzierungen oder Motive auf den
Fassaden, die gewisse Teile hervorheben oder uns versuchen kleinere Bot-
schaften mitzuteilen. Vor allem Fensterleibungen, Tore, Türen und Häuser-
ecken werden geschmückt.

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APPLICA 17/2007 Das Sgraffito mehr als nur Volkskunst

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

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3.1 Die Wirkung der Sgraffito-Technik

Die Wirkung der Sgraffito-Technik beruht auf


der Gegenüberstellung von dunklen und hel-
len Partien sowie auf der Stilisierung einfa-
cher Motive sowie einer klaren Linienführung.
Es ist mehr als nur eine Dekoration oder
Volkskunst: Dieser baukünstlerische Schmuck
demonstriert geradezu, wie Wandmalerei
und Architektur einander beeinflussen. Die
Architektur kann damit unterstützt werden,
oder die Baustruktur wird aufgelöst und mit
einem neuen Motiv überzogen, das eine rei-
chere oder gar andere Architektur vortäuscht.
Die Sgraffiti haben eine tiefere Bedeutung
und sind nicht einfach nur Fantasiemuster.
Abb. 2 Haus in Ardez Unterengadin Hauptsächlich werden Portale, Fenster, Gie-
bel und Gebäudeecken kunstvoll verziert, sel-
tener jedoch ganze Fassadenflächen. Die Mo-
tive sind abstrakt gehalten, zum Beispiel in
Form von Bändern mit Dreiecksmotiven oder
Zirkelornamenten. Jedes Sgraffito-Motiv hat
einen tieferen Sinn. Es gibt unterschiedliche
Symbole und Ornamente. Ein häufiges Orna-
ment ist das Doppelwellenband, im Volks-
mund auch "Laufender Hund" genannt. Es
symbolisiert das Leben und die Lebenslinie.
Ein Ornament, das man in Graubünden sehr
häufig antrifft, ist die Rosette. Sie fusst meis-
Abb. 3 Haus in Susch Unterengadin
tens auf der Urform des sogenannten Sonnen-
rads. Es steht für Sonne, Fruchtbarkeit und schöpferische Kraft. Die Fruchtbar-
keit spielte für die Bauern eine äusserst wichtige Rolle, war sie doch eine Vo-
raussetzung für eine gute Ernte. Oft ziert eine Rosette jeden Fenstersturz eines
Hauses. Eine Überlieferung besagt, "dass in jedem Jahr eine weitere Rosette
dazukam. Und je nachdem, ob die Ernte gut oder schlecht war, wurde die Ro-
sette schöner oder weniger schön ausgestaltet."5

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APPLICA 17/2007 Das Sgraffito mehr als nur Volkskunst

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

3.2 Gebäude in der Schweiz

Haus Padrun
"Die wie eine Tapisserie um die Nord und Westfassade des Hauses gezogene
Sgraffitodekoration ist eines der prächtigsten Beispiele für die in einigen Tal-
schaften Graubündens typische Gestaltungtechnik. Der Bau stammt laut Da-
tum über dem Portal von 1501. Die Sgraffiti mit Wappen der Drei Bünde und
mit unvollständiger Jahreszahl datiert, sind vermutlich erst in der 2. Hälfte des
16. Jahrhundert entstanden. Sie zeigen Blattspiralen mit Trauben, Diamant-
quaderimitation, geometrische Muster sowie Tiere und menschliche Figuren.
Das Haus wurde 1987-1988 restauriert und ist ein geschütztes Kulturgut."
6
Abb.4

Herrenhaus Amilcar
"Das Herrenhaus ist ein „stattlicher, viergeschossiger Bau unter steilem Sattel-
dach, ausgebaut für die Familie Beeli von Belfort 1694 unter Einbezug eines
älteren Hauses. Restauriert und umgebaut wurde das Haus um 1980. Spärliche
Reste von Wandmalereien datiert 1591 von Hans Ardüser sind ebenfalls vor-
handen. Das schlicht gehaltene aber schöne Sgraffito ist mit 1694 datiert."7
Abb.5

Sogenanntes Kloster in Scuol


"Dieses Haus wurde wohl an der Stelle eines 1078 genannten Benediktiner-
klosters erbaut: Es ist eine Doppelanlage, im Kern vielleicht Anfang 16. Jahr-
hundert. Ausgebaut wurde es wohl nach 1622. Ein massgeblicher Umbau fand
1702–1704 statt. Es wurde 1957 renoviert. Es verfügt über eine malerische
Platzfront mit zwei gemauerten und einer gezimmerten Laube von 1704. Im 1.
Stock befindet sich eine schöne Täferstube aus dem Jahre 1702."8 Die Fassade
und die vorgebaute Laube ist mit einem makellosem Sgraffito verziert. Abb.6

6 http://baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_padrun.31214
7 http://baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_amilcar.31429
8
http://baukultur.gr.ch/de_DE/address/sogenanntes_kloster_heute_museum.31610

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Abb. 6 Sogenanntes Kloster (Heute Museum) in Scuol, Graubünden
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Altenbergstrasse 102
Kunstgeschichtlich interessant steht mitten in Bern das sogenannte «Scherz-
Haus». Ein Riegbau, der aus dem "17. Jahrhundert stammt und im Jahre 1886
eine Sgraffitomalerei, offenbar nach einer Vorlage von 1683, erhalten hat. Die
schöne Verschmelzung von Merkmalen des behaglichen, ländlichen Bauens im
17.Jahrhundert"9 mit dem etwas verfeinerten Geschmack des vorstädtischen
Bauens wurde im Umbau 1981 überlagert und restauriert durch eine neue For-
mulierung der hangseitigen Partie. Der mit den technischen und gestalteri-
schen Mitteln unserer Zeit erstellte Neubauteil schiebt sich von hinten in den
Altbau und erfasst auch das um 1930 vollständig und auf unsensible Art verän-
derte Innere.
Abb.7

Schlosshaldenfriedhof Bern
Der Friedhof liegt an der Grenze zur Gemeinde Ostermundigen. Er wurde 1877
als Ersatz für den Rosengarten eröffnet und danach mehrmals erweitert.
Die Betriebsgebäude des Schlosshaldenfriedhofs fallen durch ihre grosszügige
symmetrische Anordnung auf. Ein wesentliches, wie auch besonders hervor-
gehobenes Element in der schlichten Architektur ist das Sgraffito an den Fas-
saden des Eingangsbereichs. Durch seinen leichten Glitzereffekt verändert es
sich je nach Lichteinfall.
"Die Abdankungshalle wurde 1936 eröffnet und 1993-1994 renoviert. Im Jahr
2012 wurde auch das Sgraffito restauriert.
Die ausgeführten Arbeiten sind:
- Reinigen des bestehenden Kratzputzes und reparieren mittels nachge-
mischtem Kalkputz. Reparaturstellen wurden zudem farblich angepasst.
- Fugen und Schadstellen in Kunststein und Natursteinsockel wurden er-
gänzt."10
Abb.8

9 Lit.: Bernhard Furrer, Denkmalpflege in der Stadt Bern, 1978-1984, in Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1989,
Heft 1. pg. 70ff.
10 Lit.: Bernhard Furrer, Denkmalpflege in der Stadt Bern, 1993-1996, in Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1997,

Heft 1 und 2. pg. 80ff.; Historische Kartei bei Stadtgrün (Stadtgärtnerei) Bern, allgemeiner Teil.

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Abb. 7 Altenbergstrasse 102, Bern

Abb. 8 Abdankungshalle Schlosshaldenfriedhof, Bern

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Eidgenössische Technische Hochschule Zürich


"Die Eidgenössische Technische Hochschule, kurz ETH oder auch Polytechni-
kum genannt wurde im Jahre 1855 als Eidgenössisches Polytechnikum gegrün-
det und wird deshalb im Volksmund auch oft Poly genannt."11 Sie zählt zu den
renommiertesten Universitäten weltweit.

Die Nordfassade des von Semper 1862 erbauten Hauptgebäude der ETH ist mit
einer extravagant hervorragenden, mittels Sgraffito-Technik angefertigten Be-
kleidung verhüllt. Abb.9 und Abb.10
Sie ist reich verziert mit Sinnbildern für Kunst und Wissenschaft, welche nach
Semper-Plänen ausgeführt wurden. Die Darstellungen verweisen einmal mehr
auf die Hoffnung, die Semper an diesen Bau knüpfte: Man solle sich hier nicht
auf eine einseitige technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung einschränken,
sondern auf breiter humanistischer Grundlage den ganzen Menschen anspre-
chen.
"In lateinischen Worten steht: 'Es wäre nicht wert, geboren zu werden, wenn
nicht für Wissenschaften und Künste. In ihnen werdet ihr den Siegespreis ge-
winnen."12

Dass Semper die streng grafische, farblose Verputztechnik in einem so monu-


mentalen Rahmen verwendete, hängt damit zusammen, dass der Bautrakt und
die Zeichensäle des Polytechnikums enthält. Semper hat hier formal auf Fas-
sadendekorationen der Renaissance Bezug genommen. "Neue Wege ging
Semper hingegen im Thematischen, wie zum Beispiel mit der auf Gleichheit
bedachten, gereihten Galerie von Gelehrten- und Künstlerportraits von Mi-
chelangelo bis James Watt ausgestaltete. Ebenso bei der inschriftlichen Be-
schwörung akademischer wie bürgerlicher Tugenden und den eindrucksvollen
Verkörperungen von Wissenschaften und Künsten."13 Abschliessend wusste er
mit der Serie der Kantonswappen unter dem Dachgesims eine einzigartige
Durchdringung zwischen wissenschaftlich-technischer, künstlerischer und ge-
sellschaftlich-politischer Bereich zu erzeugen.

11 https://de.wikipedia.org/wiki/ETH_Z%C3%BCrich
12 http://www.mural.ch/index.php?kat_id=w&sprache=ger&id2=1562
13
http://archiv.ethlife.ethz.ch/articles/semperbau.html

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

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Abb. 9 Polytechnikum Nordfassade ETH Zürich

Abb. 10 Polytechnikum Nordfassade ETH Zürich

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3.3 Das Dorf Guarda

Wer zum ersten Mal durch den alten Dorfteil Guardas läuft, wird dafür einige
Zeit brauchen. Zwar stehen im Ort nicht mehr als 70 Häuser, jedoch kommt
der Besucher nicht umhin, deren faszinierende Architektur sowie die liebevoll
gestalteten Sgraffito, die beim Verputzen in die Fassade geritzten Verzierun-
gen, eingehend zu bestaunen.

Guarda ist eines der am besten erhaltenen Engadiner Dörfer und dadurch so-
wohl architektonisch als auch geschichtlich sehr interessant. Das Dorf besteht
fast ausschliesslich aus den typisch verzierten Engadinerhäuser mit zahlrei-
chen Sgraffito-Dekorationen.

Mit knapp 200 Einwohnern ist Guarda heute ein kleiner Ort unter den Engadi-
nerdörfern. Das eigenständige Dorfbild ist geprägt von sgraffito verzierten, be-
malten und mit Blumen dekorierten Häusern, soweit das Auge reicht.
Guarda ist der Schauplatz des bekannten Kinderbuches Schellenursli. Neben
einem wunderschönen Freilichtmuseum steht hier auch das berüchtigte Haus
aus dem mittlerweile verfilmten Kinderbuch, welches mit reichen Dekoratio-
nen geschmückt ist.

"In einem grossangelegenen Projekt von 1939 bis 1945 wurden an die 30 Häu-
ser im Dorf, welche im 17. Jahrhundert errichtet wurden, vom Bündner Hei-
matschutz restauriert. Diese Anstrengungen blieben nicht unbemerkt: Das
Dorf erhielt im Jahre 1975 für die beachtenswerte Pflege des Ortsbilds vom
Schweizerischen Heimatschutz den Henri-Louis-Wakker-Preis."14 Guarda gilt
ausserdem im Verzeichnis der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als Ort
von nationaler Bedeutung. Entsprechend zurückhaltend ist die Exekutive,
wenn es um Änderungen an der Substanz geht.

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APPLICA 17/2007 Das Sgraffito mehr als nur Volkskunst

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

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Abb. 11 Sgraffito Haus in Guarda Abb. 12 Sgraffito Haus in Guarda

Abb. 13 Schellenursli Haus in Guarda Abb. 14 Sgraffito Haus in Guarda

Abb. 15 Sgraffito Haus in Guarda

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Haus Jecklin
"Das Haus Jecklin wurde zu Beginn des 17. Jahrhundert erbaut. der Ausbau
folgte im 18. Jahrhundert sowie 1815. Im Innenbereich wurde es um 1935 re-
noviert. Die Fassade wurde 1975 und 1992 restauriert. Man erkennt ein gutes,
klassisches Fenstergitter sowie einen Erdgeschosserker. Es verfügt über feine
Sgraffito in Renaissance-Formen, gemalte Wappen von Jecklin, Bart und Schel-
lenberg sowie der Drei Bünde. Das Haus hat ein reiches Biedermeier-Interi-
eur."15 Abb.16

Engadiner Wohnhaus
"Erbaut wurde dieses wunderschöne Engadiner Wohnhaus im Jahre 1717 für
Jon B. Könz. Umgestaltet wurde es unter der Aufsicht seiner Söhne. Es verfügt
über reiche Sgraffiti mit Blumen- und Blattranken. 1941 wurde das Haus reno-
viert."16Abb.17

Engadiner Wohnhaus
"Dieses Wohnhaus ist ein Stammhaus der Familie Bart. Es ist ein typisches En-
gadiner Wohnhaus mit Wappenstein von Joan und Ursula Bart und einem
zweiten Wappenstein von Bart-Könz, aus dem Jahre 1682. Hinzu kamen spä-
tere Initialen und ein Datum 1704 sowie ein fein graviertes Renaissance-Sgraf-
fitio um die Fenster und Türen datieren aus dem Jahre 1662. Die Renovation
des Hauses wurde 1945 durchgeführt."17 Abb.18

Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)
15 http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_jecklin.31388
16 http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31393
17
http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31393

15
Abb.20 Wohnhaus in Guarda
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3.4 Das Dorf Ardez

Im Unterengadin liegt am Südhang der Silvrettakette, auf der Sonnenseite des


Berges, der historisch geprägte Ort Ardez. Er ist umgeben von einer prächtigen
Landschaft mit satten Wiesen und Mischwäldern. Das 400 Jahre alte Dorf hin-
terlässt mit seinen charakteristischen Engadinerhäusern einen Einblick, wie
man ihn noch nicht gesehen hat.

"Ardez gehört zu den wenigen Engadiner Dörfern, die seit der Zerstörung
durch die Österreicher im Jahr 1622 keiner Feuersbrunst oder sonstiger Zer-
störung mehr zum Opfer gefallen sind."18 Dadurch ist das rund 400 Jahre alte,
typische Engadinerdorf mit seinen Sgraffito-Kunstwerken und Malereien ver-
zierten Häusern besonders gut erhalten geblieben.

Aus Sicht der Denkmalpflege wurde hier beispielhaft renoviert. Viele stattliche
Bauernhäuser mit ihren typisch bemalten und sgraffitoverzierten Fassaden
stehen unter Heimatschutz. Ardez liegt auf einer Terrasse über dem Inntal, auf
1460m.

Verzierungen von Sgraffiti und Malereien hinterlassen bei jedem Besucher ei-
nen bleibenden Eindruck. Geschichte findet sich in Ardez an jeder Ecke. Mei-
ner Meinung nach ist Ardez das schönste Dorf der ganzen Schweiz, welches
mir ein Leben lang in bester Erinnerung bleiben wird und dessen Besuch ich
wärmstens empfehlen kann.

18 http://www.wanderland.ch/de/services/orte/ort-0481.html

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Abb. 21 Haus in Ardez Abb. 22 Haus in Ardez

Abb. 23 Haus in Ardez Abb. 24 Haus in Ardez

Abb. 25 Haus in Ardez Abb. 26 Haus in Ardez

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Engadiner Eckhaus
"Dieses Haus ist ein malerisch gegliedertes Eckhaus mit asymmetrischem Gie-
bel, Sgraffito-Verzierungen und einem Wappenstein von Jacob Simon Könz aus
dem Jahre 1676. Das Gebäude wurde 1971 restauriert."19
Abb.27

Engadiner Wohnhaus
"Entstanden ist dieses Haus zu Beginn des 16. Jahrhundert. Ausgebaut wurde
es 1616 für Jakob und Joan Uors Swizer. Umgebaut wurde das Haus im Jahre
1676 und renoviert im Jahre 1965. Oben rechts im Bild ist ein kleines Turm-
fenster zu sehen. Über dem Tor sitzt ein Fragment eines vorreformatorischen
Freskos (Dornenkrönung Christi). Die Sgraffitodekoration mit Balusterbän-
dern, die Giebelfriesen mit Renaissance-Drachenmuster und die Schrifttafel
wurden 1616 erstellt. Der Giebelfries stammt aus dem 17. Jahrhundert, die
Putzdekoration aus dem 19. Jahrhundert."20
Abb.28

Adam und Eva Haus


"Die rechte Hälfte des Doppelhauses, das im Jahr 1647 erbaut wurde unter
Dumeng Claglüna und seinen Söhnen Luzi und Jon, wurde 1707 erneuert und
erhöht. Renoviert wurde es im Jahre 1929. Man erkennt einen zweigeschossi-
gen, schillernden Erker mit Allianzwappen der Claglüna von 1707 sowie eine
originelle, aber stark erneuerte Fassadenmalerei aus dem Jahre 1647 mit
Adam und Eva und teppichartig ausgebreiteten Weinranken. Die Architektur-
rahmen und die Soldatengruppe über dem Sulèr stammen von 1707."21
Abb.29

Haus Vulpius
"Das Haus liegt im westlichen Dorfteil. Laut Inschrift wurde es 1674 erbaut für
Pfarrer Jakobus Antonius Vulpius (gest. 1706), welcher zusammen mit Pfarrer
Jakob Dorta Übersetzer der Bibel ins romanische war (1679). Renoviert wurde
das Haus im Jahre 1966, mittels einer Rekonstruierung und Ergänzung der ur-
sprünglichen Fassadendekoration."22 Das Haus hat eine abgesetzte Giebel-
front mit hölzerner Freitreppe zum Hocheingang über dem Sulèr und einen
polygonalen Erker." Abb.3123

Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005
19
http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31221
20 http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31220
21 http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus_fassadenmalerei.31222
22 http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_vulpius.31375

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Abb.4

Abb. 27 Engadiner Eckhaus in Ardez Abb. 28 Engadiner Wohnhaus in Ardez

Abb. 29 Adam und Eva Haus in Ardez Abb. 30 Wohnhaus in Ardez

Abb. 31 Haus Vulpius in Ardez Abb. 32 Torverzierung in Ardez

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4 Sgraffito in der heutigen modernen Architektur

Auch in der derzeitigen und modernen Architektur passt das Sgraffito immer
noch sehr gut ins Ortsbild. Entscheidend dafür ist die Art des Bauprojekts so-
wie die farbliche Gestaltung der äusseren Gebäudehülle.
In der gegenwärtigen Zeit zeichnet sich Besonderheit aus: Jeder möchte etwas
besitzen, was speziell ist und nicht alle besitzen. Das Sgraffito hat also sehr
gute Voraussetzungen, da es als Unikat und Seltenheit gilt und zudem von den
Merkmalen einer Künstler-Handschrift geprägt ist.

Wenn an einer Fassade Holzbauteile verarbeitet wurden, passt ein Sgraffito


sehr gut. Ein Beispiel dafür ist ein neu gebautes Ferienhaus in Furna, Graubün-
den (Abb.33). Zwingend notwendig für eine gute Wirkung und ein edles Design
sind Holzbauteile aber nicht. Dies zeigte mir vor allem meine Besuche in Susch,
Guarda und Ardez, wo an den Häusern im Normalfall wenig bis gar kein Holz
zu finden ist, die Dekorative Gestaltung aber trotzdem ein sehr gutes Durch-
setzungsvermögen hat.

Abb. 33 Ferienhaus in Furna

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

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Meiner Meinung nach passt das Sgraffito zu fast allen Bauten. Entscheidend
sind die Motive und Symbole, welche dekoriert werden. Mit Verzierungen um
die Fensterleibungen, die das Fenster betonen und hervorheben oder durch
geschmückte Gebäudeecken bekommt das Gebäude eine gewisse Abgren-
zung. Es wirkt zudem stattlicher und das Sgrafitto verleiht ihm das gewisse Et-
was, gerade auch bei Neubauten. Wichtig ist nur, dass das Sgraffito zum Ge-
bäude und zur Umgebung passt.
Auch mit Bildern oder kleineren Verzierungen können schöne Akzente gesetzt
werden, wie mir diverse Wohnblöcke in den Kantonen Bern, Luzern, Zug und
Aargau gezeigt haben. Diese Bilder symbolisieren stark, dass diese Wohnge-
bäude ein Ort des Zusammenkommens sind. Oder Familien zeigen, dass dieses
Quartier ein guter, gesunder Nährboden bietet, worauf Kinder behütet auf-
wachsen und gedeihen können Abb.34 und Abb.35.

Abb. 34 Mehrfamilienhaus mit Sgraffito, Bern Abb. 35 Mehrfamilienhaus mit Sgraffito, Bern

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Mit Bilder von Kinder an einer Fassade die spielen oder Sport betreiben, kann
nicht nur eine Turnhalle oder ein Jugend-und Kulturzentrum signalisiert wer-
den, sondern es ist auch ein schönes Ortsbild für die restliche Bevölkerung.

Abb. 36 Vorlagebild für Sgraffito

Mit Motiven z.B. von Obst, Blumen oder einem Maler, Maurer, Bäcker, Metz-
ger oder Fischverkäufer können Läden oder Firmen werbetechnische Akzente
setzen, ihrem Geschäft Einzigartigkeit verleihen und sich von der Menge her-
vorheben. Sgraffito-technisch ist fast alles möglich; ob in schwarz-weiss oder
auch in Farbe mit Lasur, womit einem noch mehr gestalterische Möglichkeiten
offenstehen. Es sind einem keine Grenzen gesetzt, lediglich die Ideen müssen
vorhanden sein, angeboten und umgesetzt werden.

Abb. 37 Vorlage Bild für Sgraffito Abb. 38 Vorlage Bild für Sgraffito

23
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

5 Materialien

Für die Entstehung eines Sgraffitos benötigen wir unbelebte Materialien wie;
gewaschener Sand, Portlandzement, hydraulischer Kalk, Kalkhydrat sowie Ze-
ment. Kalkechte Pigmente sind ausschlaggebend für eine gute Verarbeitung
und eine hohe Qualität.

5.1 Sand

Sand ist ein natürlich vorkommendes, ungefestigtes Sediment, das sich gröss-
tenteils aus mineralischen Körnern zusammensetzt. "Sand ist feiner als Kies
(Korngröße überwiegend 2 bis 63 Millimeter)."24 Sand zählt ausserdem zu den
nicht bindigen Böden.
Die Bezeichnung Sand ist unabhängig von der mineralischen Zusammenset-
zung. Der weitaus dominierende Teil aller Sande besteht dabei mehrheitlich
aus Quarzkörnern. Dieser Quarzsand ist ein bedeutender Rohstoff für das Bau-
wesen und für die Glas- und Halbleiterindustrie.

Da für die Bezeichnung von Sand nur die Korngrösse, nicht aber die minerali-
sche Zusammensetzung ausschlaggebend ist, kann Sand vielseitig zusammen-
gesetzt sein. Der weltweit vorherrschende Anteil der heute auf der Erde vor-
kommenden Sande sind die Quarzsande, das heisst der Sand, in dem der Anteil
von Körnern aus Quarz gegenüber anderen Mineralen grösser ist. "Grund da-
für ist der relativ hohe Anteil von Quarz in den Gesteinen der Erdkruste sowie
seine relativ große Härte (7 auf der 10-stufigen Mohs’schen Härteskala) und
seine hohe Resistenz gegenüber chemischer Verwitterung."25

24 https://de.wikipedia.org/wiki/Sand
25
https://de.wikipedia.org/wiki/Sand#Zusammensetzung

24
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

5.2 Portlandzement

Zement ist ein anorganischer und nichtmetallischer Baustoff. Er ist feingemah-


len und zählt daher zu den Schüttgütern. Aufgrund seiner Eigenschaften wird
er in Zementwerken als Baustoff hergestellt und zum Anfertigen von Bauteilen
und Bauwerken verwendet. Innerhalb der Baustoffe zählt Zement zu den Bin-
demitteln. Er erhärtet durch die chemische Reaktion mit Wasser (die soge-
nannte Hydration) und bleibt danach fest. Zur Herstellung von Baustoffen wie
Mörtel und Beton wird dem Zement Wasser und andere Zusatzstoffe beige-
mischt. Aufgrund der hohen Festigkeit und Dauerhaftigkeit von Beton ist Ze-
ment weltweit eines der wichtigsten Bindemittel.

Zement ist, im Gegensatz zu Luft-Kalkmörtel, ein hydraulisches Bindemittel.


Als hydraulisch werden Stoffe angesehen, die sowohl an der Luft als auch un-
ter Wasser erhärten können und zudem sehr beständig sind. Er erhärtet nicht
wie der Luftkalk unter Aufnahme von Kohlenstoffdioxid aus der Luft, sondern
reagiert mit Wasser unter Bildung unlöslicher, stabiler Verbindungen.

"Nebenreaktionen der Hydratation sind beispielsweise die Alkali-Kieselsäure-


Reaktion. Durch die Volumenzunahme kann sie zu einem Aufbrechen des Be-
tons führen. Die Puzzolanische Reaktion bewirkt eine Zunahme der Festigkeit
innerhalb mehrerer Monate.
Es kommt zur Bildung von Wollastonit (Calciumsilicat)."26

26
https://de.wikipedia.org/wiki/Zement

25
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Portlandzement

Die Bezeichnung lehnte sich an den Portland-Stein an; einen Kalkstein, der auf
der Halbinsel Portland an der englischen Kanalküste als Werkstein abgebaut
wurde und der den aus Portlandzement gefertigten Kunstprodukten farblich
ähnlich war.

Portlandzement wird hergestellt durch die Vermahlung von Klinker und Gips
bzw. Anhydrit. "Die Hauptbestandteile des Portlandzements sind Calcium, Si-
licium und Aluminium. Das Herstellverfahren beinhaltet die Sinterung der Aus-
gangsstoffe (d. h. hohe Brenntemperatur) und anschliessendes Feinmahlen.
Nach dem Calcinieren des Kalks zu Calciumoxid, bei dem CO2 freigesetzt wird,
bilden sich beim Brennprozess im Drehrohrofen Mineralien“,27 die für die be-
sonderen Eigenschaften von Zement von entscheidender Bedeutung sind.

Beim Aushärten mit Wasser, der sogenannten Hydratation, wachsen Calcium-


silicathydrat-Fasern und es bildet sich Portlandit.

Ausser der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung ist auch die


Feinheit eines Zements ausschlaggebend für seine Eigenschaften. Grundsätz-
lich kann gesagt werden, dass ein Zement, der feiner ist, auch eine höhere Fes-
tigkeit entwickelt.

27
https://de.wikipedia.org/wiki/Zement#Zusammensetzung_und_Kenngr.C3.B6.C3.9Fen

26
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

5.3 Hydraulischer Kalk / Kalkhydrat

Hydraulischer Kalk
Hydraulischer Kalk erhärtet auch unter Wasser. Das Erhärtungsprodukt ist
wasserunlöslich.
Hydraulische Kalke erhält man, wenn die Ausgangsgesteine neben Kalziumcar-
bonat noch bestimmte andere Mineralien enthalten, die sogenannten "Hyd-
raulefaktoren - das sind zum Beispiel Kieselsäure, Tonerde oder Eisenoxid.
Die Verbindungen erhärten durch die Aufnahme von Wasser und bilden dabei
Kristalle. Man bezeichnet diese Art der chemischen Wasserbindung Hydrata-
tion.
Je mehr hydraulische Anteile der Kalk hat, desto eher erhärtet er auch ohne
Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft."
Hochhydraulischer Kalk erhärtet schon nach 1 bis 3 Tagen ohne Kohlendioxid-
zutritt, auch unter Wasser.28

Kalkhydrat
Calciumhydroxid, auch bekannt als gelöschter Kalk, Löschkalk, Kalkhydrat,
Hydratkalk, ist das Hydroxid des Calciums.
"Calciumhydroxid kommt in der Natur auch als Mineral Portlandit vor.
Calciumhydroxid entsteht unter starker Wärmeentwicklung, der sogenannten
exothermen Reaktion, beim Versetzen von Calciumoxid mit Wasser." Diesen
Vorgang nennt man auch Kalklöschen. Die Wärmeentwicklung ist so stark, dass
das Wasser zum Teil auch verdampft (umgangssprachlich als "Rauchen" be-
zeichnet).

Einen Überblick über die Umwandlungsprozesse zwischen den verschiedenen


Calciumverbindungen und den technischen Kalkkreislauf gibt folgendes Schau-
bild:29

28 http://www.ib-rauch.de/okbau/bauchemie/kalk01.html
29
https://de.wikipedia.org/wiki/Calciumhydroxid#/media/File:Kalkkreislauf.svg

27
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Kalkkreislauf

Abb. 39 Kalkkreislauf

Der technische Kalkkreislauf beschreibt die technische Umwandlung von na-


türlichem Kalkstein in drei Schritten:

1. Brennen: Zuerst wird Calciumcarbonat, der Hauptbestandteil des Kalksteins,


stark erhitzt und gebrannt. Dabei entweicht Kohlenstoffdioxid und es entsteht
Calciumoxid, Branntkalk.
2. Löschen: Versetzt man Branntkalk mit Wasser bildet sich Calciumhydroxid,
Löschkalk.
3. Abbinden Löschkalk reagiert durch Wasserabgabe und Kohlenstoffdioxid-
aufnahme wieder zurück zu Calciumcarbonat, also Kalkstein.

Calciumhydrid oder Calcium selbst reagiert mit Wasser heftig unter Bildung
von Calciumhydroxid und Wasserstoff.
Calciumhydroxid ist ein farbloses Pulver, welches sich kaum in Wasser löst,
wobei die Lösung stark basisch reagiert. "Die Löslichkeit ist temperaturabhän-
gig und sinkt bei steigender Temperatur: 1860 mg/l bei 0 °C; 1650 mg/l bei 20
°C und 770 mg/l bei 100 °C. Bei 580 °C zersetzt es sich, wobei Calciumoxid und
Wasser entstehen. Calciumhydroxid besteht aus hexagonalen Kristallen mit ei-
ner Kristallstruktur von Cadmiumiodid"30

30 https://de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Kalkkreislauf#/media/File:Kalkkreislauf2.png

28
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5.4 Pigmente

Pigmente sind farbgebende Substanzen. Im Gegensatz zu Farbstoffen beste-


hen sie aus Teilchen und sind praktisch unlöslich. Sie werden in diversen Bin-
demitteln wie Öle, Kalk, oder Kunststoffe eingearbeitet. In der Naturlehre be-
zeichnet der Begriff Pigment alle in einem lebenden Organismus vorhandenen,
farbgebenden Substanzen.
Pigmente können nach ihrer chemischen Struktur in anorganisch oder orga-
nisch eingeteilt werden.
Pigmente werden beispielsweise in Ölfarben, Kalkfarben, Lacken, Dispersions-
farben, Druckfarben und Buntstiften verwendet.

Rebschwarz
Rebschwarz war das Kernschwarz des Altertums. Es ist ein natürliches, organi-
sches Pigment. In seinen Anfangszeiten wurden für ein echtes Rebschwarz die
Schösslinge von Rebstöcken unter Luftabschluss verkohlt. Heute wird es ins-
besondere aus verkohlten Kernen und anderen Pflanzenresten hergestellt. Die
faserige Struktur unterscheidet das etwas bräunliche Schwarz von anderen, in
der Renaissance bekannten Pflanzenschwarzsorten. "Historisch belegt sind
Kastanienschwarz, Weidenschwarz, Dattelkernschwarz, Kirschkernschwarz,
Pfirsichkernschwarz, Mandelkernschwarz, Korkrinden- und Eichenrinden-
schwarz. Rebschwarz besteht aus Kohlenstoff, unlöslichen Kohlenstoffverbin-
dungen und Aschebestandteilen." Das Pigment ist wasserunlöslich, kann je-
doch mit Öllack, Leimlösung oder Spritlack angerührt werden.31

Abb. 40 Rebschwarz

31
www.materialarchiv.ch

29
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Ocker/Gelber Ocker
Gelber Ocker ist ein natürliches, anorganisches Erdpigment.
Mit dem Begriff Ocker werden eine nahezu unendliche Vielzahl von natürlich
vorkommenden Erdpigmenten bezeichnet. Am häufigsten begegnet man hel-
len
Ockersorten unter den Bezeichnungen Lichter Ocker oder Gelber Ocker.
"Von frühster Zeit an wurde Ocker als Pigment verwendet. Man findet es unter
anderem bereits in den Höhlenmalereien von Lascaux und Altamira. Ebenfalls
häufig eingesetzt haben es sowohl die ägyptischen als auch die griechischen
und römischen Künstler. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, sind Abwei-
chungen im Farbton sowie in der Pigmentstruktur und der chemischen Zusam-
mensetzung die Regel." Ocker Pigmente sind sehr beständig und zudem sehr
vielseitig einsetzbar.
Gelber Ocker kann in allen Bindemitteln verwendet werden. Da es ungiftig und
zudem licht- und farbbeständig ist, wurde und wird es häufig in den ver-
schiedensten Kunsttechniken eingesetzt.
Gelber Ocker wird in der Malerei sowie in Kalk oder Kalkkasein als Fassaden-
anstrichfarbe gebraucht. "Die Farbtöne fallen umso feuriger aus, je höher der
Anteil an Eisenverbindungen ist. Ein geringerer Wassergehalt führt zu stärke-
rem Rotstich. Durch Anteile von Mangan verfärbt sich der Ocker grünlich bis
bräunlich. Unter der Bezeichnung Marsgelb oder Oxidgelb, Marsrot oder Oxid-
rot werden synthetisch hergestellte Ocker gehandelt."
Die Gelben Ocker können nach ihrer Herkunft bezeichnet sein wie Französi-
scher Ocker, Amberger Ocker, Goldocker aus den Karpaten etc. Synonyme für
gelber Ocker sind: Goldocker, Oxidgelb, Gelbe Erde. 32

Abb. 41 Roter Ocker Abb. 42 Gelber Ocker

32
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1386/gelber-ocker-franzoesisch

30
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

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Umbren
Umbra Natur ist ein natürliches, anorganisches Mineralgemisch, welches aus
sogenannten Erden gewonnen wird. "Hauptbestandteile sind Eisenoxide, Ei-
senhydroxide und Manganoxide."33 Je nach Mangan- und Eisenanteil schwankt
der Farbton zwischen Gelbbraun und Dunkelbraun. Enthält das Mineralge-
misch Glaukonit, bzw. Seladonit geht der Farbton mehr ins Grünliche. Da es
sich bei Umbra um ein Naturprodukt handelt, sind nicht nur Farb-, sondern
auch Qualitätsunterschiede die Regel. Umbrasorten werden je nach Hersteller
mit dem Herkunftsort des Pigments oder aber nach dem Farbton bezeichnet,
wie beispielsweise Zyprische Umbra, Türkische Umbra, Umbra grünlich und
Umbra bräunlich.

Umbra in gebrannter Form ist ein natürliches, anorganisches Mineralgemisch.


Es wird durch Brennen von Umbra natur, einem "hauptsächlich Eisen-, Man-
ganoxid und Manganhydroxid enthaltenden Erdpigment, bei 500 bis 800 °C
hergestellt."34 Durch Mineralumwandlungen beim Brennvorgang entsteht ein
tiefes, rötliches Dunkelbraun. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, können
Farbe und Qualität des Pigments stark variieren. Gebrannte Umbra ist ungiftig,
sehr stabil und in allen Maltechniken anwendbar.
Andere Bezeichnungen sind auch: Umbererden, Umbra, Umbra bräunlich und
Braune Erde

Umbren finden sich in ganz Europa, in Nordafrika und im Nahen Osten. Der
Grossteil an Umbra wurde aus der Türkei importiert. Die beste Qualität mit
einem olivgrünen Farbton soll aus Margi, einem Dorf nahe Nicosia (Zypern)
stammen. Bereits im 2. Jh. v. Chr. kann Umbra in buddhistischen Höhlenmale-
reien in Indien nachgewiesen werden"35 und ist seither von den Malerpaletten
nicht mehr wegzudenken. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielte das Pigment im
frühen 17. Jh. zur Herstellung farbiger, meist brauner Malgründe und in der
Chiaroscuro- Malerei des Barock. Zum Patinieren eignet sich sowohl Umbra
natur als auch Umbra gebrannt.

Abb. 43 Umbra gebrannt Abb. 44 Umbra grünlich Abb. 45 Umbra Nature

33 http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1142/umbra
34 http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1661/umbra-gebrannt-
35
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1660/umbra-natur-gruenlich-

31
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Terra di Siena
Terra di Siena, ist ein natürliches, anorganisches Erdpigment, das jedoch nicht
immer aus der Gegend von Siena stammt. Hauptbestandteile des Pigments
sind Eisenoxidhydrate und Silikate. "Normalerweise werden dunklere Erdpig-
mente mit einem Eisengehalt ab 38% zu den Terre di Siena gezählt, die stärker
leuchtenden Pigmente mit weniger als 38% Eisengehalt zu den Gelben
Ockern."36 Da es sich um ein Naturprodukt handelt, sind Abweichungen so-
wohl im Farbton wie auch in der Pigmentstruktur und chemischen Zusammen-
setzung die Regel. Terra di Siena ist ein gutes Beispiel dafür, dass manche na-
türlichen Pigmente aufgrund ihrer Körnigkeit und Beimengungen eine einma-
lige Farbe aufweisen, die sich mit synthetischen Produkten nicht erreichen
lässt.
"Wie die Ockersorten wurde auch Terra di Siena bereits in prähistorischer Zeit
für die Höhlenmalerei verwendet. Auch in der Ikonen- und in der Tafelmalerei
des 16. bis 19. Jh. fand das Pigment häufig Verwendung."37
Das Pigment ist ungiftig und eignet sich für alle künstlerischen Maltechniken.
Es eignet sich gut für Lasuren und ist im Vergleich zu Ocker wenig deckend.
Terre di Siena können durch starkes Erhitzen (Brennen) chemisch und damit
farblich verändert werden.
Das Pigment dient zum Einfärben von Beton und Kunststein. Ebenfalls einge-
setzt wird es als Künstlerpigment und in der Restaurierung.
Das Pigment ist kalkecht und kann deshalb in der Freskotechnik eingesetzt
werden. Durch Erhitzen kann das Pigment chemisch und farblich verändert
werden.

Abb. 46 Terra di Sienna Abb. 47 Sienna gebrannt

36 http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1703/terra-di-siena-natur-
37
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/1704/terra-di-siena-gebrannt-

32
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Eisenoxidpigmente
Eisenoxidpigmente sind synthetisch, anorganisch, lichtecht, ungiftig und mit
allen anderen Pigmenten verträglich und für alle Techniken geeignet. Sie sind
sowohl säure- als auch alkali- und kalkbeständig. Eisenoxidgelb, ein synthe-
tisch hergestelltes Eisenoxidhydrat, ist in zahlreichen Farbtönen erhältlich. Als
reineres und technisch homogenes Produkt ersetzt Eisenoxidgelb mehr und
mehr die natürlichen Ocker. Da diese im Ton recht unterschiedlich ausfallen
können und daher für Farbenhersteller eine einheitliche Konfektionierung
schwierig ist, werden Naturocker des Öfteren mit Eisenoxidgelbpigmenten ge-
schönt. Rotes Eisenoxid wird aus gelbem Eisenoxid durch Glühen bei Tempe-
raturen von mehr als 180 °C gewonnen. Ausser dem Glühen gibt es verschie-
dene andere Herstellungsverfahren. Synthetische "Eisenoxidrottöne kannte
man schon im Mittelalter. Mit einer systematischen Herstellung als Malerpig-
ment begann man aber erst im 19. Jahrhundert. Eisenoxidorange ist, wie auch
das Eisenoxidgelb, in zahlreichen Farbtönen erhältlich."38 Zwischen einem
mittleren Ockerton und einem Orangeockerton sind nahezu alle Nuancen
denkbar. Das Erhitzen des Pigments bewirkt einen zunehmend ins Rötliche ge-
henden Farbton.

Eisenoxidschwarz
In der chemischen Industrie wird bei der Reduktion von Nitrobenzolen mit Ei-
senpulver auch Eisenoxidschwarz erzeugt. Reines Oxidschwarz erreicht einer-
seits eine grössere Tiefe als das dunkelgraue Manganschwarz, ist aber nicht so
tiefschwarz wie Elfenbeinschwarz oder Rebschwarz. Eisenoxide absorbieren
UV-Strahlen, weshalb sie andere Stoffe vor dem Zerfall durch Sonnenlicht
schützen können. Die Pigmentpartikel lassen sich auch in Lösungsmitteln nicht
lösen, so dass kein Bluten stattfindet. Ausserdem zeichnet sich das Pigment
durch hohe Licht- und Wetterechtheit sowie durch ein enormes Deckvermö-
gen aus.39

Abb. 48 Oxidschwarz Abb. 49 Oxidrot Abb. 50 Oxidgelb

38 http://www.materialarchiv.ch/#/detail/987/eisenoxidschwarz
39
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/987/eisenoxidschwarz

33
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Lapislazuli „Fra Angelico Blau“, Ultramarin natur


Das natürliche, anorganische Pigment aus Lapislazuli heisst Ultramarin natur.
Lapislazuli besteht zu einem grossen Teil aus Lasurit, das dem Stein die blaue
Farbe gibt. Entsprechend der Qualität des Halbedelsteins lassen sich verschie-
dene Intensitäten von Blau erzielen. Das Pigment muss nach dem Mahlen auf-
wändig gereinigt werden. Je heller das Blau, umso schlechter ist die Qualität
des Pigments. Als Fra Angelico Blau wird die reinste und teuerste Qualität von
Ultramarin natur bezeichnet. "Ein Hinweis auf die erste bekannte Verwendung
findet sich in ägyptischen Koranschriften aus dem 8. Jahrhundert. Seit Marco
Polo (ca. 1254 – 1324) wurde Lapislazuli auch in Italien verwendet," wobei sich
seine Anwendung wegen des ausserordentlich hohen Preises vorwiegend auf
die Darstellung der Himmelsgewölbe und der Robe Marias beschränkte.40

Ultramarinblau
"Ultramarinblau ist ein Synthetisch anorganisches Pigmente. Bis zu Beginn des
19. Jahrhunderts war Blau aus Lapislazuli ein ausgesprochenes Luxusprodukt,
da es auf umständlichem Wege nach alten Rezepturen aus dem Halbedelstein
Lapislazuli gewonnen wurde. Synthetische Ultramarinpigmente werden als Er-
satz seit 1829 durch langwieriges Brennen von Kaolin, Quarz, Soda, Glauber-
salz und Schwefel sowie Kohlenstoff als Reduktionsmittel gewonnen." Bedingt
durch Dauer und Temperatur des Brennvorganges können unterschiedliche
Nuancen erzielt werden. Ultramarinblau ist lichtecht und ökologisch unbe-
denklich, es wird jedoch von sauren Medien und saurem Regen zersetzt. Ult-
ramarinblau wurde von Yves Klein (1928 –1962) besonders viel eingesetzt. 41

Ultramarinrot
"Das Synthetische anorganische Pigmente Ultramarinrot ist chemisch eng mit
Ultramarinviolett verwandt." Es handelt sich beim unverarbeiteten Pigment
um einen gebrochenen Altrosaton von der gleichen Helligkeit wie das helle
Kobaltviolett. Der Farbton von Ultramarinrot ist aber eindeutig wärmer und zu
den Rottönen zu zählen. Der Altrosaton des Pigments wird bei Techniken, in
denen das Pigment stärker abgebunden ist, leuchtender, und gleichzeitig
steigt die Lasierfähigkeit. 42

Abb. 51 Ultramarinblau

40 http://www.materialarchiv.ch/#/detail/907/lapislazuli-fra-angelico-blau-ultramarin-natur
41 http://www.materialarchiv.ch/materialarchiv/ws/helper/specsheet.php?id=970
42
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/974/ultramarinrot

34
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

6.0 Werkzeuge

Abb. 52 Werkzeug zum einmässen der Flächen und zum Grundputz und Deckputz auftragen

Abb. 53 Sgraffito Werkzeug zum Einzeichnen und Auskratzen

35
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

7 Restaurierung von Sgraffito

Restaurieren bedeutet ein bestehendes Werk in seinen ursprünglichen Zu-


stand wiederherzustellen. Die Restaurierung eines Sgraffito verlangt die Per-
fektion eines gelernten Handwerkes, welcher es versteht die vorhandene Sub-
stanz zur Geltung zu bringen. Die Arbeiten erfolgen unter der Berücksichtigung
des Alters, der Veränderung, der Funktion und des Bezugs zu der jetzigen Um-
gebung.

Die Restaurierung von Sgraffito, welche unter dem Denkmalschutz stehen,


werden meistens von den kantonalen Denkmalschutzbehörden begleitet, wel-
che in der Zusammenarbeit mit den Restauratoren und den Fachleuten im Be-
reich der Architektur und Kunsthistorik zusammenarbeiten.

Der Arbeitsprozess, welcher für eine Restaurierung notwendig ist, setzt eine
sorgfältige Recherche voraus. In der dokumentarischen Auffassung werden
verschiedene Faktoren eines Werks ermittelt und schriftlich und bildlich er-
fasst, was für eine Restaurierung entscheidend sein kann. Schliesslich geht es
um das Sgraffito und dessen Bedingungen und Einflüsse, dessen Entstehung
und die geschichtlichen Ereignisse. Aber bei der Restaurierung geht es auch
darum um die Veränderung, Schäden zu analysieren sowie Ursachen zu erken-
nen und die Restaurierungsmassnahmen zu treffen. 43

Was ist zu tun, wenn ein Sgraffito droht zu verfallen und der Zahn der Zeit an
ihm nagt?
Zahlreiche Risse und lockere Sgraffitoteile wiesen darauf hin, dass dringender
Handlungsbedarf besteht.
Vorerst beginnt man die Risse auszukratzen, lockere Mauerteile abzuschaben
und anzubohren, um ein weiteres Lösen des Mauerwerks zu verhindern.
8 und 3mm Bohrungen werden anschließend mit Kieselsäure aufgefüllt und
mit einer hydraulischen Kalkverbindung verschlossen.
Sämtliche alte Putzflächen werden mit Kalkspatzenmörtel ausgebessert und
anschliessend mit Kalkglätte, Hanf und Quarzsand wieder in seine ursprüngli-
che Sgraffito-Oberfläche gebracht. Wichtig ist dabei, dass das Werk sowohl in
Form als auch Materialbeschaffenheit originalgetreu wiederhergestellt wird.
Mit Sumpfkalk kann es anschliessend mit verschiedenen Pigmenten farblich
angepasst werden: eine neue, atmungsaktive Oberfläche entsteht.
Alles basiert auf natürlicher Kalkbasis, um ein desinfizierendes, pilztötendes
und nicht kreidendes Ergebnis zu erzielen. Somit kann ein ungehinderter
Dampfaustausch stattfinden. Das Sgraffito ist dadurch für viele Jahre wieder
haltbar gemacht.44

43 Restaurierung von Wandmalereien und Sgraffiti an Fassaden in Tschechien des 20. Jahrhunderts S.115-117
44
http://www.dbh-klu.at/-_70_0_0_0_a_108_/restaurierung-des-sgraffitos-im-august-.html

36
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

8 Eigene Sgraffito Projekte

8.1 Ferienhaus in Furna Graubünden

Seit drei Generationen ist die Familie Neuhäusler im Malergeschäft tätig. Josin
Neuhäusler hat bereits über 30 Häuser mit Sgraffito verzierte oder auch res-
taurierte, vor allem in den Dörfern Susch, Guarda, Ardez und Lavin. Aber auch
schon Hotels In Österreich durfte er reich schmücken. Des Weiteren bietet er
zusammen mit Engadin Tourismus Sgraffito Kurse an.
Während zwei Wochen durfte ich ihm bei seinem letzten Projekt bis zum Früh-
ling, ein Ferienhaus im Prättigau in der Gemeinde Furna, begleiten und selber
tatkräftig beim Verzieren mithelfen.

Ich durfte viel über die Vorbereitungen und die Vorarbeiten mit dem Zement-
putz erlernen. Auch habe ich mir die Verarbeitung der Zwischenbeschichtung
auf die Flächen mit dem Kalkputz angeeignet. Beim Ausführen des eigentlichen
Sgraffito durfte ich viel fachmännisches Fachwissen mitnehmen. Mir wurden
die Symboliken der Bilder und deren Bedeutung erläutert wie; die Doppel-
Welle und die Sechssternrosette. Ich erlernte, mit welchen einfachen Werk-
zeugen ein Sgraffito ausgeführt werden kann und auf was geachtet werden
muss, um eine einwandfreie und saubere Arbeit auszuführen.

Anfänglich noch sehr ungewohnt war der Umgang mit den Materialien und ih-
rer Verarbeitung. Den Deckputz sollte man nicht zu dick aber auch nicht zu
dünn auftragen. Es muss eine gewisse Schichtdicke erreicht werden, danach
sollte man so ab glätten, dass nach der Trocknung eine saubere, homogene
Fläche entsteht.

Ich habe gelernt, den Richtigen Moment abzuwarten, bis der Deckputz weiter-
verarbeitet werden kann, denn ist er zu nass und verschmiert beim Einzeich-
nen, löst er sich, wenn die Holzleiste entfernt wird. Ist er zu trocken, bleibt fast
keine Zeit mehr für das Einzeichnen der Flächen und das Auskratzen der Mo-
tive. Beim Sgraffito muss in einer gewissen Geschwindigkeit gearbeitet werden
so dass der Deckputz nicht zu stark trocknet. Aber es sollte auch mit einer ge-
wissen Vorsicht und viel Konzentration gearbeitet werden, damit die Fläche
nicht beschädigt wird.

37
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Abb. 54 Ornament in der Türleibung Abb. 55 Ornament in der Fensterleibung

Abb. 57 Hauseingang Ferienhaus in Furna Abb. 56 Garagenecke mit Verzierungen

Abb. 58 Ausschnitt Südfassade in Furna mit Sgraffito Verziert Abb. 59 Häuserecke in Furna

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

8.2 Wohnhaus in Schüpfheim

Für meine praktische Umsetzung habe ich mich dazu entschieden, ein Sgraffito
mit einem schwarz-weiss Kontrast zu erstellen.
Der Aufbau und die Ausführung eines Sgraffito ist nicht ganz einfach, es müs-
sen einige knifflige Sachen beachtet werden. Mittels einer vorgängigen Pla-
nung schafft man die Für Basis die weitere Ausführung, was je nach Grösse des
Objekts einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Während einer Woche durfte ich in Schüpfheim eine kleine Wand und ein So-
ckel mit einem Sgraffito dekorieren. Anhand meiner Bilderdokumentation
möchte ich nun den Aufbau der Arbeit und meine Gedanken etwas näher er-
läutern.
Wichtig: Vor dem Beginn müssen klare Vorstellungen hinsichtlich des späteren
Aussehen der Flächen vorhanden sein.

Bei der Wand handelt es sich um ein Mauerwerk, das zu einem früheren Zeit-
punkt mit einem Zementputz sowie einen mineralischen, 1.5mm-Negativ Ab-
rieb überzogen wurde. Der Sockel ist ein reiner Zementsockel.
Für meine Arbeit habe ich von der Firma Röfix ein zementgebundener Grund-
putz sowie einen kalkhaltigen 0.5mm Deckputz verwendet.

Als erstes müssen die zu behandelnden Flächen mit Wasserwage, Doppelme-


ter Maurerbleistift etc. eingemessen und eingezeichnet werden.
Alle nicht zu behandelnden Flächen sowie alle angrenzenden Bauteile wie Bo-
den, Fenster und Holzbauteile müssen mit einem Klebeband und Floorliner ge-
schützt werden. Abb.60

Der zementhaltige Aussen-Grundputz habe ich mit Wasser angemacht sowie


mit Oxydschwarz ein wenig eingefärbt. Danach habe ich den Zementputz
gleichmässig mit einer Talosche auf der Fläche aufgezogen und geglättet.
Nachdem der Zementputz etwas angetrocknet war, entfernte ich alle Klebe-
bänder und die Bodenabdeckungen wieder - nach dem Trocknen ist dies eine
mühsame Sache. Danach liess ich den Zementputz zwei Tage lang aushärten.
Abb. 61

39
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Die zu bearbeitenden Flächen werden vorgangig mit dem Holz-Schleifbrett


etwas angeschliffen, nachträglich werden alle nicht zu behandelnden Flächen
und Bauteile wieder geschüzt. Den Kalkputz wird mit Wasser angerührt und
nachher das Material ca. doppelte Korndicke aufgetragen. Nachdem der
Kalkputz nur leicht angezogen ist, sollte man unsaubere Stellen nochmals
leicht nachbearbeiten, damit nach dem Trocknen eine homogene Fläche
entsehen kann. Wenn die Fläche soweit in Ordnung ist, werden die
Klebebänder wieder entfernt, so dass die zu bearbeitende Fäche gut sichtbar
ist. Wichtig ist, dass nur Flächen aufgezogen werden, die auch in
angemessener Zeit verarbeitet werden können. Abb. 62

Sobald der Deckputz so weit angezogen ist, dass man die Fläche leicht anfassen
kann ohne sie dabei zu beschädigen, kann mit der eigentlichen Arbeit
begonnen werden.
Im nächsten Schritt werden mit Holzleiste, Zirkel, Massstab, Stuckaturspachtel
etc. die Symbole und Motive in den Deckputz eingezeichnet (eingraviert).
Die Linien müssen stark eingraviert werden, da diese anschliessend als
Kontrast wirken.
Nach dem eingravieren wird die obere Deckputzschicht ausgekratz. Abb.63

Für das Pferdemotiv Verwendete ich eine Vorlage. Diese wurde auf ein Trans-
parentpapier übertragen und mit einem Pausrädchen wurden die groben Li-
nien nachgefahren. Mit Asche von verbrannten Zeitungen wird nun das Pferd-
emotiv auf die leicht angetrocknete Kalkfläche aufgepaust, so dass die groben
Linien auf der Fläche eingezeichnet sind. Das Auskratzen des Motives ist reine
Handarbeit und liegt immer im eigenen Ermessen des Künstlers auszuführen.
Abb.64

Das Fenster ist mit kleinen Dreiecksmotiven verziert und in den Leibungen mit
Rosetten. Oberhalb des Fensters habe ich ein Dächlein eingraviert, da mir dies
sehr gut gefällt, sowie eine etwas grössere Rosette. An den beiden Seitenteilen
habe ich den Kontrast etwas stärker und mit zwei Sternmotiven dekoriert. Die
stärker betonten Seiten geben dem ganzen einen adäquaten Abschluss/Rah-
men.
Beim Sockel habe ich mich für die Doppelwellen entschieden. Da der Hausbe-
sitzer einen möglichst weissen Sockel wollte, habe ich nur die Konturen gezo-
gen und nichts ausgekratzt. Damit es etwas mehr Kontrast erhält und nicht
allzu fade aussieht, habe ich jeweils in den Rundungen noch kleine Rosetten-
Motive eingebaut. Abb.65

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Abb. 60 Vorbereitete Fassade Abb. 61 Aufgetragener Zementputz Abb. 62 Aufgetragener Kalkputz

Abb. 63 Kalkputz auskratzen Abb. 64 Wandbild Ausgekratzt

Abb. 65 Fassadenteil mit Sockel in Sgraffito gestaltet

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

9 Möglichkeiten einer Vermarktung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Sgraffito zu vermarkten. Die beste Ver-


marktung / Werbung ist ein Haus mitten in einem Dorf zu gestalten, damit es
die Leute sehen können und es zu einer sehr effektiven Mundpropaganda
kommt. Den direkten Effekt das Sgraffito an einem Objekt zu sehen, kann aber
mit keiner anderen Vermarktungsstrategie erreicht werden.

Eine weitere Variante wäre Musterwände in einem Showroom zu erstellen, wo


sich die Kunden diese jederzeit ansehen können.
Aber warum warten bis der Kunde / Architekt zu Besuch kommt? Meines er-
achtens ist es sinnvoller, wenn das Sgraffito zum Kunden geht. Deshalb habe
ich mich entschlossen, meine Vermarkungsmöglichkeit kombiniert wie folgt
anzugeben.

Wichtig ist das Erstellen von Musterplatten, damit der Kunde die Technik und
das Endprodukt sehen und anfassen kann. Ausserdem erachte ich das Erstellen
von Sgraffito Broschüren als sinnvoll, da der Kunde diese zuhause ansehen
kann. Des Weiteren können die Broschüren aber auch zu Werbezwecken an
Architekten gesendet werden - Damit gerät man nicht so schnell in Vergessen-
heit. Die Broschüren kann man auch auf der firmeneigenen Webseite hochla-
den, um ein noch breiteres Publikum zu erreichen.

Kostenzusammenstellung
Für das Erstellen von 6 netzeingebetteten (1.20x0.60) Musterplatten rechne
ich mit einem zeitlichen Arbeitsaufwand von ca. 24h inklusive allen Vor- und
Nebenarbeiten. Hinzu kommt für den Computerspezialisten rechne ich noch
einmal ca. 5h Zeitaufwand.
(Detaillierte Vorkalkulation im Anhang)

Lohnkosten 24h CHF 1927.20.-


Grund / Deckputz CHF 445.60.-
Bauplatten 6stk. CHF 83.70.-
Computerspezialist 5h CHF 500.00.-
Broschüren 20stk. CHF 110.00.-
Total Selbstkosten CHF 3066.50.-

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

10 Schlussfolgerung und persönliches Fazit

Für mich war der Begriff Sgraffito kein Fremdwort, da ich die Arbeit schon ein-
mal in einem Kurs ausgeführt habe. Trotzdem musste ich gründlich recherchie-
ren, um genauere Informationen über diese Technik und zu den betreffenden
Gebäuden in der Schweiz zu erhalten. Die Suche dieser Informationen war sehr
schwierig, da man insbesondere über die Symbolik der Bilder und Ornamente
heutzutage fast gar nichts mehr ausfindig machen kann.

Im 16. Jahrhundert weit verbreitet, findet man heute immer seltener ein Sgraf-
fito, da viele davon von Menschenhand durch das Abreissen älterer Gebäude
zerstört werden. Auch ist bei den Fachleuten das Sgrafitto nicht mehr so be-
kannt und schon fast in Vergessenheit geraten. Es gibt nur noch wenige Maler,
die diese Technik überhaupt ausführen. Hauptsächlich wird sie noch im Grau-
bünden/Engadin verarbeitet. Das Sgraffito von dazumal wird aber auch heute
noch genau gleich in der Ausführung gehandhabt, bis auf kleine Veränderun-
gen hinsichtlich der verwendeten Materialien. Die Motive und Bilder an den
Fassaden haben sich teilweise etwas angepasst, sind aber im Grossen und Gan-
zen in der Gestaltung älter gehalten.

Ausser im Engadin und Graubünden sehe ich die Vermarktung des Sgraffitos
in den restlichen Teilen der Schweiz als schwierig, da es fast keine Bauten mehr
mit typischen Verzierungen an Fenster, Türen oder Häuserecken gibt, welche
sich die Kunden/Architekten vor Ort ansehen können, um sich ein Bild dieser
schönen dekorativen Technik zu machen. Ich denke nicht, dass das Sgraffito
eine Marktlücke ist, jedoch stellt es eine exklusive Gestaltungsform dar, im
Falle, dass jemand ein einmaliges Haus haben möchte.

Für mich war das Thema Sgraffito in jeder Hinsicht, und gerade in Bezug auf
die Schweiz, sehr Interessant und lernreich. Dass aus etwas Verputz ein Kunst-
werk oder gar ein Monument entstehen kann, welches ein ganzes Leben lang
hält, hat mich fasziniert.

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

11 Quellenverzeichnis

Sachbücher

Bablick Michael: Das Meisterbuch Band 1 für Maler/-innen und Lackierer/-in-


nen Auflage 1 / 2011

Bablick Michael: Das Meisterbuch Band 2 für Maler/-innen und Lackierer/-in-


nen Auflage 1 / 2011

Federli Siegfried: Malerlexikon Technik, Werkstoffe, Gestaltung, Denkmal-


schutz. 2009

Furrer Bernhard: Denkmalpflege in der Stadt Bern 1993-1996, Historischer


Verein des Kantons Bern Stadtarchiv Bern 1997

Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Kunstführer durch die


Schweiz Band 2, Bern / 2005

Vratislav Nejedlý: Restaurierung von Wandmalereien und Sgraffiti an Fassaden


in Tschechien des 20. Jahrhunderts / 2013

Fachzeitschriften
APPLICA 17/2007 Das Sgraffito mehr als nur Dekoration oder Volkskunst

Kabe-farben Fassadenzeitung_2007_ohne_Klimarappenbericht.

Auskunftspersonen
Antonio Piccinnio

Josin Neuhäusler

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Internet Adressen / Email Adressen


www.Keim.ch

www.materialarchiv.ch

www.mural.ch

www.josin-sgraffito.ch

www.archiv.ethlife.ethz.ch/articles/semperbau.html

www.bernhard-furrer.ch/ Denkmalpflege in der Stadt Bern, 1993-1996, in Berner


Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1997, Heft 1 und 2. pg. 80ff.; His-
torische Kartei bei Stadtgrün (Stadtgärtnerei) Bern, allgemeiner Teil.

www.bernhard-furrer.ch/ Denkmalpflege in der Stadt Bern, 1978-1984, in Berner


Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1989, Heft 1. pg. 70ff.

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_amilcar.31429

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_padrun.31214

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/sogenanntes_kloster_heute_museum.31610

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_jecklin.31388

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31393

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31393

www.wanderland.ch/de/services/orte/ort-0481.html

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31221

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus.31220

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/wohnhaus_fassadenmalerei.31222

www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_vulpius.31375

www.ib-rauch.de/okbau/bauchemie/kalk01.html

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

www.materialarchiv.ch/#/detail/1142/umbra

www.materialarchiv.ch/#/detail/1661/umbra-gebrannt-

www.materialarchiv.ch/#/detail/1660/umbra-natur-gruenlich-

www.materialarchiv.ch/#/detail/1703/terra-di-siena-natur-

www.materialarchiv.ch/#/detail/1704/terra-di-siena-gebrannt-

www.materialarchiv.ch/#/detail/987/eisenoxidschwarz

www.materialarchiv.ch/#/detail/987/eisenoxidschwarz

www.materialarchiv.ch/#/detail/907/lapislazuli-fra-angelico-blau-ultramarin-natur

www.materialarchiv.ch/#/detail/974/ultramarinrot

www.materialarchiv.ch/#/detail/1386/gelber-ocker-franzoesisch

www.mural.ch/index.php?kat_id=w&sprache=ger&id2=1562

www.wikiwand.com/de/Sgraffito

de.wikipedia.org/wiki/Sgraffito

de.wikipedia.org/wiki/ETH_Z%C3%BCrich

de.wikipedia.org/wiki/Sand

de.wikipedia.org/wiki/Sand#Zusammensetzung

de.wikipedia.org/wiki/Zement

de.wikipedia.org/wiki/Zement#Zusammensetzung_und_Kenngr.C3.B6.C3.9Fen

de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Kalkkreislauf#/media/File:Kalkkreislauf2.png

de.wikipedia.org/wiki/Calciumhydroxid#/media/File:Kalkkreislauf.svg

de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Kalkkreislauf#/media/File:Kalkkreislauf2.png

j.neuhaeusler@bluewin.ch

antonio.piccinno@akzonobel.com

46
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Palazzo Nicolini, Italien /


https://www.google.ch/search?q=palazzo+niccolini&biw=
1507&bih=761&source=lnms&tbm=isch&sa=X&sqi=2&ved=
0ahUKEwimn6b11_DPAhXFcBoKHcwHCrcQ_AUIBigB#imgrc
=06ab6e4urB0LfM%3A
Abb. 2 Haus in Ardez Unterengadin / Eigenes Bild
Abb. 3 Haus in Susch Unterengadin / Eigenes Bild
Abb. 4 Herrenhaus Padrun, Graubünden /
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:B-Andeer-Chasa-
Padrun.jpg
Abb. 5 Herrenhaus Amlicar, Graubünden /
http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/haus_amilcar.31429
Abb. 6 Sogenantes Kloster (Heute Museum) in Scuol, Graubünden /
http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/sogenanntes_
kloster_heute_museum.31610
Abb. 7 Altenbergstrasse 102, Bern / Eigenes Foto
Abb. 8 Abdankungshalle Schlosshaldenfriedhof, Bern / Eigenes Foto
Abb. 9 Polytechnikum Nordfassade ETH Zürich / Eigenes Foto
Abb. 10 Polytechnikum Nordfassade ETH Zürich / Eigenes Foto
Abb. 11 Sgraffito Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 12 Sgraffito Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 13 Schellenursli Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 14 Sgraffito Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 15 Sgraffito Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 16 Haus Jecklin in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 17 Engadiner Wohnhaus in Guarda 1717 / Eigenes Foto
Abb. 18 Engadiner Wohnhaus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 19 Sgraffito Haus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 20 Wohnhaus in Guarda / Eigenes Foto
Abb. 21 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 22 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 23 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 24 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 25 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 26 Haus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 27 Engadiner Eckhaus in Ardez / Eigenes Foto Haus
Abb. 28 Engadiner Wohnhaus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 29 Adam und Eva Haus in Ardez / Eigenes Foto

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM





Abb. 30 Wohnhaus in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 31 Vulpius in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 32 Torverzierung in Ardez / Eigenes Foto
Abb. 33 Ferienhaus in Furna / Eigenes Foto
Abb. 34 Mehrfamilienhaus mit Sgraffito, Bern / Eigenes Foto
Abb. 35 Mehrfamilienhaus mit Sgraffito, Bern / Eigenes Foto
Abb. 36 Vorlagebild für Sgraffito/ http://www.itwitsports.com/
Abb. 37 Vorlage Bild für Sgraffito
/ http://de.hellokids.com/c_15831/ausmalbilder/berufe-zum-
ausmalen/maurer-zum-ausmalen
Abb.38 Vorlage Bild für Sgraffito /
http://www.malvorlagenkostenlos.com/ausmalbilder-gratis/berufe-
malvorlagen/konditor,-b%C3%A4cker-malvorlagen-berufe-2519.html
Abb. 39 Kalkkreislauf / https://de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Kalkkreisl
auf#/media/File:Kalkkreislauf2.png
Abb. 40 Rebschwarz / Eigenes Foto
Abb. 41 Roter Ocker / Eigenes Foto
Abb. 42 Gelber Ocker / Eigenes Foto
Abb. 43 Umbra gebrannt / Eigenes Foto
Abb. 44 Umbra grünlich / Eigenes Foto
Abb. 45 Umbra Nature / Eigenes Foto
Abb. 46 Terra de Sienna / Eigenes Foto
Abb. 47 Sienna gebrannt / Eigenes Foto
Abb. 48 Oxidschwarz / Eigenes Foto
Abb. 49 Oxidrot / Eigenes Foto
Abb. 50 Oxidgelb / Eigenes Foto
Abb. 51 Ultramarinblau / Eigenes Foto
Abb. 52 Werkzeug zum einmässen der Flächen und zum Grundputz
und Deckputzauftragen / Eigenes Foto
Abb. 53 Sgraffito Werkzeug zum Einzeichnen und Auskratzen / Eigenes Foto
Abb. 54 Ornament in der Türleibung / Eigenes Foto
Abb. 55 Ornament in der Fensterleibung / Eigenes Foto
Abb. 56 Garagenecke mit Verzierungen / Eigenes Foto
Abb. 57 Hauseingan Ferienhaus in Furna / Eigenes Foto
Abb. 58 Ausschnitt Südfassade in Furna mit sgraffito Verziert / Eigenes Foto
Abb. 59 Häuserecke in Furna / Eigenes Foto
Abb. 60 Vorbereitete Fassade / Eigenes Foto
Abb. 61 Aufgetragener Zementputz / Eigenes Foto
Abb. 62 Aufgetragener Kalkputz / Eigenes Foto
Abb. 63 Kalkputz auskratzen / Eigenes Foto
Abb. 64 Wandbild Ausgekratzt / Eigenes Foto
Abb. 65 Fassadenteil mit Sockel in Sgraffito gestaltet / Eigenes Foto
Abb. 66 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/Schlosshof-
O-Fassade.jpg

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Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

12 Reflexion der Arbeitsweise

Ich habe mich mit meinem Wunschthema Sgraffito in der Schweiz auseinander
gesetzt. Der Grund für mich dieses Thema zu wählen, liegt an meinem Inte-
resse an dekorativen Techniken, generell an der Kunst und an meinem hand-
werklichen Beruf, welcher zur urbanen Infrastruktur gehört. Ausserdem sehe
ich in dekorativen Gestaltungen ein Geschäftsfeld, das ich gerne weiter aus-
bauen möchte. Jedes Gebäude und jede Dekoration hat seine individuelle Ge-
schichte, welche mich nicht nur als Maler, sondern auch als Betrachter inte-
ressiert.

Für die genaue Einplanung und die Ideen-Sammlungen meiner Arbeit, diente
mir ein Notizbuch, worin ich meine Gedanken und Eindrücke fortlaufend fest-
halten konnte. Für die Recherchearbeiten, habe ich mich hauptsächlich mit der
Fachliteratur im Bereich Sgraffito auseinandergesetzt. Weitere Informations-
quellen aus dem Internet, wie diejenigen von Fachpersonen erbrachten mir
für meine Diplomarbeit den erwünschten Inhaltsstoff im Bezug auf das Sgraf-
fito. Nebst der theoretischen Arbeit konnte ich mich mit der Technik "Sgraf-
fito" auch praktisch auseinander setzten, wobei ich enorm viel über die Aus-
führung lernen konnte.

Der Arbeitsprozess während meiner Diplomarbeit erforderte eiserne Disziplin


und volles Engagement. Die Zielsetzungen welche ich mir zu Beginn gesetzt
hatte, versuchte ich sowohl in schriftlich/sprachlicher wie auch in prakti-
scher/handwerklicher Form einzuhalten. Die Schwierigkeiten lag bei meiner
Arbeit im schriftlichen Teil, da es relativ schwierig ist Literatur oder generell
Informationen über das "Sgraffito in der Schweiz" zu finden. Einen guten Aus-
gleich fand ich in der praktischen Arbeit mit der Umsetzung des Sgraffitos in
Furna und Schüpfheim. Somit halten sich der zeitliche Aufwand für die hand-
werkliche Umsetzung und diese schriftliche Arbeit weitgehend die Waage

Ich würde mich wieder für das Thema Sgraffito entscheiden, da es eine sehr
interessante Technik ist und mir das Arbeiten mit der Materie sehr viel Freude
bereitet hat. Zeitlich würde ich nicht mehr als drei Wochen in die praktische
Arbeit investieren. Mit den technischen Arbeiten bin aber umfänglich zufrie-
den und ich hoffe, das erlernte issen weiterhin nutzen zu können.

49
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

Mit dieser Diplomarbeit habe ich die Sgraffito-Technik nochmals anders ent-
decken können; Von kleinen Wandbilder bis hin zu monumentalen Wandde-
korationen. Ich konnte erkennen, wie sich die Kunst im Laufe der Geschichte
vom 16.Jahrhundert bis heute verändert hat. Ich bin davon überzeugt, dass
das Sgraffito das Potenzial hat, der Fassadengestaltung generell wieder einen
neuen Stellenwert zu verleihen.

Im Endeffekt ist die öffentliche Kunst eine individuelle Wahrnehmung, welche


unterschiedliche Emotionen auslöst. Kunst ist nicht gleich Kunst. Die gelunge-
nen Wandgemälde im öffentlichen Raum sollten die Kriterien erfüllen, die für
den Schutz und Erhalt einer denkmalgeschützten Malerei erforderlich sind.
Diese Anforderungen zu überprüfen und eine fachgerechte Entscheidung zu
treffen, gehört unter anderem zu unseren Aufgaben.

50
51
52

53
Kandidatennummer Sgraffito in der Schweiz

1731 MM

13 Anhang

Inhaltsverzeichnis

Vorkalkulationen

Erstellen von Musterplatten Seite A1

Broschüre / Internet Seite A2

Technische Merkblätter

Merkblätter Röfix 55 Zement Baukleber Seite A3 ff

Merkblätter Röfix 715 Edelputz Spezial Seite A6 ff

54
Tabelle 8:
Vorkalkulation 2

Position/Leistungsbeschrieb : Ausmass/Einheit:
Ansatz per
Lohnaufwand Stundenschätzung I

prod. Std, i

i/o, ,,, &?c: -

Total Y?C:
Lohnaui,vand =

Sozi a lvers i ch eru nqsa ufwand cl &7, Ze:* = ,4'3 ZZ Zo,


Sonstiger Betriebsa ufwand Ztft, Ce - +=
Materialaufwand

/,{d/l b,ö) =l z c:-+ z

Total Materialaufwand =

l% von Materialaufwand cr§6 (?: i

Sondereinzelkosten (semäss Tabelte 1.1)

Fremdarbeitell lgemäss Tabeile 10)

Allgemeine Abzüge

i I

Riisiko und Verdienst =


I

lu t_ +=
l(alkuhtion:ri+tto

Positionspreis brutto (Karkularionsberrag brutto : Ausmass / Leistungseinheit)

LeiStUng per StUnde (Ausmass / Leistungseinheit : Stundentotati

Berechnungen exkl. MWSI.

A1
Tabelle 8:
Vorkalkulation 2

eunrag: ßra*(^^Cqa- f lh ki hL[ Datum:

Position/Leistun gsbeschrieb: AusmasslEinheit:


Ansatz per
Lohnaufwand Stundenschätzung
prod. Std.

\is

Total Lohnauf,ryand =

Sozi a lvers i ch e ru n osa ufwa n d

Sons Betriebsaufwand
Materialaufwand

ß (u,^ .4r1C

Total Materialaufwand = z{,.{a - brö:


Materialgemeinkosten +=
Sonderelnzelkosten (gemäss Tabefle 1 1)
+=
Fremdarbeitefl lgemäss Tabeile 10) +=
Allgemeine Abzüge
tq ,,{e -
Selbstkosten

Skonto

Positionspreis brutto (Karkuration§betrag brutto : Ausmass / Leistungseinheit)

LeistUng per StUnde (Ausmass / Le,stungseinheit ; Stundentotal)

Berechnungen exkl. MWSI

A2
RÖFIX 55
Zement-Baukleber

Anwendungsbereiche: Vergüteter Zement-Baukleber mit universellen Einsatzbereichen. Anwendung auf sämtlichen minerali-
schen Problem- und Mischuntergründen im Baubereich.
Klebe- und Armierspachtel für Putzträgerplatten.
Haftbrücke/Haftmörtel mit oder ohne eingelegtem Armierungsgewebe für Zement- oder Kalk-Ze-
ment-Putze auf glatten Betonflächen oder mit Gewebeeinlage auf vorgängig zugeputzen Schlitzen. An-
bringung des darauf folgenden Kalk/Zement-Unterputzes "frisch-auf-frisch".
Klebe- und Armierungs-Spachtelmasse auf Dämm- und Bauplatten wie EPS-Platten, XPS-R Platten,
Holzwolle-Bauplatten oder PU-Dämmplatten, welche z.B. in Keller- oder und Innenräumen zur Anwen-
dung kommen.
Nicht für die Herstellung von Wärmedämm-Verbundsystemen - WDVS geeignet.
Bei Verwendung als Haftbrücke/Haftmörtel für Kalk/Zement-Unterputze auf Bauplatten (z.B. XPS-R-Plat-
ten) sind auch die jeweils gültigen Verputzempfehlungen zu beachten.
Bei Mischmauerwerk als armierte Haftbrücke/Haftmörtel in Kombination mit RÖFIX P50 Armierungsge-
webe. Je nach Konstruktion ist auch noch eine zusätzliche, nachträgliche und vollflächige Armierungs-
spachtelung erforderlich, um das Riss-Risiko zu minimieren.

Materialbasis: ● Zement
● Hochwertiger Kalkbrechsand
● Zusätze zur Verbesserung der Haftung
● Zusätze zur Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften

Eigenschaften: ● Gute Haftung


● Hervorragende Verarbeitung
● Universell anwendbar

Verarbeitung:

Verarbeitungs-bedingun- Während der Verarbeitungs- und Trocknungsphase darf die Umgebungs- bzw. Untergrundtemperatur
gen: nicht unter + 5 °C sinken und nicht über + 30 °C steigen.
Während der Verarbeitung und der Erhärtung des Materials, mindestens aber während drei Tagen, vor
Frost schützen.

Untergrund: Untergrund muss sauber, fest, trocken, staubfrei, tragfähig und frei von Ausblühungen, Trennmitteln,
Sinterschichten und Verunreinigungen aller Art sein.
Untergrundprüfung hat laut ÖNORM B3346 bzw. DIN 18350 bzw. SIA V242 zu erfolgen.
Die Verarbeitungshinweise gelten für normgemäss hergestelltes Mauerwerk und setzen geschlossene
Fugen voraus. Offene Mauerwerksfugen und -ausbrüche sind vorher mit geeignetem Material zu ver-
schliessen.

Untergrund- Bauwerksfugen dürfen nicht überputzt werden. Hier müssen geeignete Fugenprofile eingesetzt werden,
Vorbehandlung: wobei deren Hersteller-Richtlinien zu beachten sind.
Filmbildende Trennmittel (Schalöl etc.) entfernen. Kreidende oder sandende Flächen mit Tiefgrund ver-
festigen oder entfernen.
Bei mehrlagigen Farbanstrichen oder bereits kreidenden Anstrichen wird stets ein vorgängiger Haftungs-
test mittels Abrissprobe empfohlen.
Zu verarbeitende Dämm-, oder Bauplatten müssen trocken, sauber, rau bzw. entsprechend aufgeraut
sein. Je nach verwendeter Dämm- oder Bauplatte kann eine zusätzliche Verdübelung erforderlich sein.

Zubereitung: Bei "Handverarbeitung" einen Sack mit sauberem Wasser laut Wasserbedarfsmenge mittels Rotorquirl
oder im Zwangsmischer homogen mischen.
Mischzeit bei händischer Anmischung 2 bis 3 Minuten.
Nach dem Anrühren ca. 10 Minuten ruhen lassen (Reifezeit). Dann nochmals kurz aufmischen.

roefix.com
Technisches Merkblatt 10.05.2016

A3
RÖFIX 55
Zement-Baukleber

Verarbeitung: Bei Verwendung als Haftbrücke/Haftmörtel ca. 3mm dick auftragen, je nach Bedarf RÖFIX P50 Armie-
rungsgewebe einlegen und mit einer Zahntraufel kreuz und quer aufkämmen. Der darauffolgende Kalk/
Zement-Unterputz wird "frisch-auf-frisch" aufgetragen. Für gipshaltige Unterputze kann diese Ausführung
nicht erfolgen.
Bei Verwendung als Armierungsputz in einer Schichtdicke von ca. 3mm aufspachteln und RÖFIX P50
Armierungsgewebe mittig einbetten. Das Armierungsgewebe wird an den Stössen jeweils 10cm über-
lappend verlegt.
Bei Verwendung als Kleber für Bau- oder Dämmplatten: Je nach Anwendungsgebiet empfiehlt sich immer
eine vollflächige Verklebung (z.B. mit Zahntraufel). Bei zu unebenen Untergründen kann auch mittels
Rand-Wulst-Punkt Methode verklebt werden. Dabei sind die Platten stets mit mind. 40% Verklebungs-
fläche aufzubringen. Die Platten sollten bis zum ausreichenden Erhärten des Klebers (ca. 3 Tage) nicht
mechanisch belastet werden (z.B. durch Schleifen der Bauplatten, oder durch Bohren oder Setzen von
Dübel sowie durch weitere Überarbeitungen).
Die aussenseitigen Diagonalarmierungen an allen Ecken von Gebäudeöffnungen (Fenster, Türen o.ä.)
sind in der Grösse von ca. 20 x 40 cm auszuführen und vor der Flächenspachtelung aufzubringen.
Material aus geöffneten Altgebinden nicht verwenden und auch nicht mit frischem Material vermengen.
Bei Austrocknung für ausreichende Belüftung sorgen.
Frischmörtel innerhalb von 2 Stunden verarbeiten.
Material aus geöffneten Altgebinden nicht verwenden und auch nicht mit frischem Material vermengen.

Gefahrenhinweise: Detaillierte Sicherheitshinweise erhalten Sie auch aus unseren separaten Sicherheitsdatenblättern. Vor
der Anwendung sind diese Sicherheitsdatenblätter durchzulesen.

Lagerung: Trocken, auf Holzrosten lagern.


Mindestens 12 Monate lagerfähig.

Technische Daten:

Art.-Nr.‍ 135845‍

Verpackungsart‍ ‍
Menge pro Einheit‍ 30 k‍g‍/‍E‍H‍

Farbe‍ grau‍

Körnung‍ 0- 0,8 m‍m‍

Literergiebigkeit‍ ca. 19,5 l‍t‍r‍.‍/‍E‍H‍

Verbrauch‍ ca. 1,5 k‍g‍/‍m‍²‍/‍m‍m‍

Verbrauchshinweis‍ Verbrauchswerte sind Richtwerte und hängen stark von Untergrund und Verarbeitungstechnik ab.‍

Wasserbedarfsmenge‍ ca. 10 l‍t‍r‍.‍/‍E‍H‍

Trockenrohdichte (EN ca. 1.550 k‍g‍/‍m‍³‍


1015-10)‍

Frischmörtelrohdichte (EN ca. 1.750 k‍g‍/‍m‍³‍


1015-11)‍

Schüttdichte (EN 1097-3)‍ ca. 1.500 k‍g‍/‍m‍³‍

Wasserdampfdiffusion µ ca. 35‍


(EN 1015-19)‍

Wärmeleitfähigkeit λ 10,dry
0,67 W‍/‍m‍K‍ ‍(‍T‍a‍b‍e‍l‍l‍e‍n‍w‍e‍r‍t‍)‍ für P=50%
(EN 1745:2002)‍

Wärmeleitfähigkeit λ 10,dry
0,76 W‍/‍m‍K‍ ‍(‍T‍a‍b‍e‍l‍l‍e‍n‍w‍e‍r‍t‍)‍ für P=90%
(EN 1745:2002)‍

PH-Wert‍ ca. 13‍

Spez. Wärmekapazität‍ ca. 1 k‍J‍/‍k‍g‍ ‍K‍

Druckfestigkeit (28 Tage) ca. 10 N‍/‍m‍m‍²‍


(EN 1015-11)‍

roefix.com
Technisches Merkblatt 10.05.2016

A4
RÖFIX 55
Zement-Baukleber

Technische Daten:

Art.-Nr.‍ 135845‍

Biegezugfestigkeit (28 Ta- ca. 4,5 N‍/‍m‍m‍²‍


ge) (EN 1015-10)‍

Haftzugfestigkeit (EN ≥ 0,08 N‍/‍m‍m‍²‍


1015-12)‍

E-Modul‍ ca. 9.500 N‍/‍m‍m‍²‍

Kapilare Wasseraufnahme ‍
(EN 998-1)‍ ≤ 0,4 k‍g‍/‍m‍²‍ ‍x‍ ‍m‍i‍n‍

Brandverhalten A1‍
(EN 13501-1)‍

MG (EN 998-1)‍ GP
CS IV
W0‍

Prüfzertifikate‍ ● HTL Rankweil, Vlbg., Österreich

Allgemeine Hinweise: Mit diesem Merkblatt werden alle früheren Ausgaben ungültig.
Die Angaben dieses technischen Merkblattes entsprechen unseren derzeitigen Kenntnissen und prakti-
schen Anwendungserfahrungen.
Die Angaben wurden sorgfältig und gewissenhaft erstellt, allerdings ohne Gewähr für Richtigkeit und
Vollständigkeit und ohne Haftung für die weiteren Entscheidungen des Benutzers. Die Angaben für sich
alleine begründen kein Rechtsverhältnis oder sonstige Nebenverpflichtungen. Sie befreien den Kunden
grundsätzlich nicht, das Produkt auf seine Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck eigen-
ständig zu prüfen.
Unsere Produkte unterliegen, wie alle enthaltenen Rohstoffe, einer kontinuierlichen Überwachung, wo-
durch eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist.
Unser technischer Beratungsdienst steht Ihnen für Fragen bezüglich Verwendung und Verarbeitung so-
wie Vorführung unserer Produkte zur Verfügung.
Den aktuellen Stand unserer techn. Merkblätter finden Sie auf unserer Internet-Homepage bzw. können
in der nationalen Geschäftstelle angefordert werden.
Die gültigen Verarbeitungsnormen (Önormen, SIA-Normen) sowie die anerkannten nationalen Verarbei-
tungsrichtlinien und Merkblätter der ÖAP, des SMGV bzw. der deutschen Stuckateur-Fachverbände sind
zu beachten.
Detaillierte Sicherheitshinweise erhalten Sie auch aus unseren separaten Sicherheitsdatenblättern. Vor
der Anwendung sind diese Sicherheitsdatenblätter durchzulesen.

roefix.com
Technisches Merkblatt 10.05.2016

A5
RÖFIX 715
Edelputz Spezial

Anwendungsbereiche: Werksgemischter Edelputzmörtel CP gemäss EN 998-1.


Mineralischer, hydrophobierter Struktur-Oberputz für Wärmedämm-Verbundsysteme sowie Fassaden
und Innenflächen auf Unterputze und vorbehandelte Bauplatten (z.B. Gipskarton).
Edelputzfassaden, mit starker Bewitterung, farbigem Pigment und auf WDVS, sind mit einem diffusions-
offenen, wasserabweisenden Anstrich zu versehen.
Die Einfärbung eines Edelputzes ist erst ab einer Kornstärke von 1,0 mm lieferbar. Körnung 0,7 mm und
darunter ist nur im Farbton "weiss" erhältlich.

Materialbasis: ● Luftkalk
● Weisszement (chromatfrei)
● Weisser, selektierter Marmorsand
● Farbpigmente
● Zusätze zur Verbesserung der Haftung
● Wasserabweisende Zusätze

Eigenschaften: ● Auf Wärmedämm-Verbundsystemen geeignet


● Haftverbessernde Vergütung
● Gute Abriebfestigkeit
● Ökologisch empfehlenswert
● Hoch dampfdiffusionsoffen

Verarbeitung:

Verarbeitungs-bedingun- Während der Verarbeitungs- und Trocknungsphase darf die Umgebungs- bzw. Untergrundtemperatur
gen: nicht unter +5 °C sinken.
Bis zur Durchtrocknung vor Frost, zu schneller Austrocknung (direkter Sonneneinstrahlung, Föhn) und
nachträglicher Durchfeuchtung (Regen) schützen.

Untergrund: Untergrund muss trocken, staubfrei, frostfrei, saugfähig, eben, ausreichend rauh und tragfähig sowie frei
von Ausblühungen und Trennmitteln wie Schalöl u.ä. sein.
Kalk-/Zement-gebundene WDVS-Unterputze müssen nach den gültigen Richtlinien in der vorgegebenen
Schichtdicke aufgebracht und trocken sein (mind. 5 Tage - bei feucht-kalter Witterung länger).
Gips-Unterputze müssen ausreichend fest sowie vollständig ausgetrocknet und abgebunden sein.
Kalk/Zement-Unterputze können nach dem Erhärten verputzt werden.

Untergrund-Eignung: Beton: auf Ausgleichsspachtel (Renostar oder Renoplus)

Untergrund- Stark saugende Untergründe mit Wasser gleichmässig vornässen oder mit einem geeigneten, saugaus-
Vorbehandlung: gleichenden Voranstrich versehen (ausser Gipsputz).
Stark sandende Untergründe mit geeignetem RÖFIX Tiefgrund verfestigen (z.B.: mineralischer RÖFIX
PP 201 SILCA LF auf Kalk- Zement- Putz oder RÖFIX PP 301 HYDRO LF auf gipshaltigen und Kalk-
Zement- Untergründen.
Glatte Betonflächen mit entsprechender RÖFIX Baukleber/Spachtelmasse vorspachteln.
Für eine längere Bearbeitungszeit wird generell ein Putzgrund (z.B.: RÖFIX Putzgrund IN im Innenbe-
reich oder RÖFIX Putzgrund PREMIUM im Aussenbereich) empfohlen. Auf Gipskartonplatten ist RÖFIX
Gika- Grund als Sperrgrund erforderlich. Grundierungen unbedingt gut austrocknen lassen (siehe An-
wendungshinweise TM der jeweiligen Grundierung)
Die Verwendung von Edelputz im Innenbereich ohne Grundierung kann zu unregelmäßigen Glanzstellen
führen.

Zubereitung: Klares Wasser in einem sauberen Gefäss vorlegen und Trockenmörtel mittels leistungsfähigem Rührwerk
(Rotor-Quirl) homogen anmischen.
Die Temperatur des Anmachwassers darf + 25 °C nicht überschreiten.
Nach dem Anrühren ca. 10 Minuten ruhen lassen (Reifezeit). Dann nochmals kurz aufmischen.
Während der Verarbeitung den gemischten Oberputz öfters durchrühren, um ein Absetzen der Körnung
zu vermeiden.
Nur kurz aufrühren. Übermischen vermeiden.

roefix.com
Technisches Merkblatt (TM) 29.06.2016

A6
RÖFIX 715
Edelputz Spezial

Verarbeitung: "Aufziehen als Reibputz": mit sauberer, rostfreier Stahltraufel/Glättkelle in Kornstärke gleichmässig (nes-
ter- und ansatzfrei) auftragen.
"Aufziehen als Feinputz": mit rostfreier Stahltraufel/Glättkelle vorzugsweise zweilagig auf den vorberei-
teten Untergrund aufziehen. 1. Putzlage aufziehen und vor dem 2. Arbeitsgang leicht ansteifen lassen.
"Strukturieren als Reibputz": mit geeigneter Reibscheibe (Styropor-/Plastiktraufel) die gewünschte Struk-
tur herstellen.
"Strukturieren als Feinputz (< 1mm)": mit geeigneter Moosgummi- oder Plastik-Reibscheibe (Struk-
tur-Feinputz) oder Kelle/Bürste (Kellenstrich- oder Pinselstruktur) strukturieren.
Es ist darauf zu achten, daß zeitgerecht strukturiert wird.
Die regelmäßige Reinigung des Strukturwerkzeuges ist sehr wichtig!
Am Werkzeug anhaftendes Material beeinflusst die Strukturgebung und bildet ein ungleichmäßiges Struk-
turbild.
"Auftragen als Spritzputz": mit geeigneter Maschine auftragen/strukturien.
Frischmörtel innerhalb von 2 Stunden verarbeiten.
Material aus geöffneten Altgebinden nicht verwenden und auch nicht mit frischem Material vermengen.
Um Farbunregelmässigkeiten, die durch Verarbeitung, Witterung oder unterschiedlich saugende Unter-
gründe hervorgerufen werden, auszugleichen, ist ein nachträglicher Anstrich (RÖFIX Silikat-Aussenfar-
be, RÖFIX Silikonharz-Aussenfarbe, etc.) vorzunehmen.
Anstriche dürfen erst nach völligem Austrocknen und Erhärten aufgebracht werden. Dies bedeutet ca.
7-10 Tage nach dem Verputzen, bei dickschichtiger Anwendung 2-3 Wochen (je nach Witterungsbedin-
gungen).
Farbige Edelputze (speziell dunkle Farbtöne) besitzen eine bedingte maschinelle Spritzbarkeit. Bitte kon-
taktieren Sie diesbezüglich die RÖFIX Technik.
®
Empfehlung Aussenfarbe: RÖFIX PE 419 ETICS , RÖFIX PE 519 PREMIUM SISI, RÖFIX PE 229
SOL SILIKAT

Gefahrenhinweise: Detaillierte Sicherheitshinweise erhalten Sie auch aus unseren separaten Sicherheitsdatenblättern. Vor
der Anwendung sind diese Sicherheitsdatenblätter durchzulesen.
Andere Bauteile (z.B. Glas- und blanke Alu-Flächen) sind bis zur Karbonatisierung vor ablaufendem Re-
genwasser konstruktiv oder durch einen Anstrich zu schützen. Alle kalk- und- zementhaltigen Produkte
sind stark alkalisch und können solche Flächen ätzen (Gläser können blind werden, bzw. blankes Alu-
minium wird matt).

Lagerung: Trocken, auf Holzrosten lagern.


Mindestens 12 Monate lagerfähig. Gemäß Verordnung 1907/2006/EG Anhang XVII bei 20°C , 65% rel.
Luftfeuchte.

Technische Daten:

Art.-Nr.‍ 137736‍ 110503‍ 110536‍ 110541‍ 110546‍ 110551‍ 110556‍ 110561‍

Verpackungsart‍ ‍ ‍ ‍ ‍ ‍ ‍ ‍ ‍
Menge pro Einheit‍ 25 k‍g‍/‍E‍H‍

Farbe‍ weiss‍

Putzstruktur‍ Spachtel‍ V‍ V‍ V‍ V‍ V‍ V‍ V‍

Körnung‍ 0,5 m‍m‍ 0,7 m‍m‍ 1 m‍m‍ 1,5 m‍m‍ 2 m‍m‍ 3 m‍m‍ 4 m‍m‍ 7 m‍m‍

Verbrauch‍ 1,4- 1,6 1,4- 1,6 2,2- 2,5 2,9- 3,3 3,9- 4,2
1,8- 2 k‍g‍/‍m‍²‍ 5- 5,3 k‍g‍/‍m‍²‍ 6,7- 7 k‍g‍/‍m‍²‍
k‍g‍/‍m‍²‍ k‍g‍/‍m‍²‍ k‍g‍/‍m‍²‍ k‍g‍/‍m‍²‍ k‍g‍/‍m‍²‍

Verbrauchshinweis‍ Verbrauchswerte sind Richtwerte und hängen stark von Untergrund und Verarbeitungstechnik ab.‍

Wasserbedarfsmenge‍ ca. 7,5 l‍t‍r‍.‍/‍E‍H‍

Trockenrohdichte‍ ca. 1.500 k‍g‍/‍m‍³‍

Wasserdampfdiffusion µ ca. 20‍


(EN 1015-19)‍

Wärmeleitfähigkeit λ 10,dry
ca. 0,47 W‍/‍m‍K‍ ‍(‍T‍a‍b‍e‍l‍l‍e‍n‍w‍e‍r‍t‍)‍ für P=50%
(EN 1745:2002)‍

Wärmeleitfähigkeit λ 10,dry
ca. 0,54 W‍/‍m‍K‍ ‍(‍T‍a‍b‍e‍l‍l‍e‍n‍w‍e‍r‍t‍)‍ für P=90%
(EN 1745:2002)‍

Spez. Wärmekapazität‍ ca. 1 k‍J‍/‍k‍g‍ ‍K‍

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Technisches Merkblatt (TM) 29.06.2016

A7
RÖFIX 715
Edelputz Spezial

Technische Daten:

Art.-Nr.‍ 137736‍ 110503‍ 110536‍ 110541‍ 110546‍ 110551‍ 110556‍ 110561‍

Druckfestigkeit (28 Tage)‍ ca. 2,5 N‍/‍m‍m‍²‍

Biegezugfestigkeit (28 Ta- ≥ 1 N‍/‍m‍m‍²‍


ge)‍

Haftzugfestigkeit‍ ca. 0,08 N‍/‍m‍m‍²‍

Brandverhalten A1 (EN13501-1)‍
(EN 13501-1)‍

MG (EN 998-1)‍ Edelputzmörtel CR-CS II - W2


W2‍

Allgemeine Hinweise: Mit diesem Merkblatt werden alle früheren Ausgaben ungültig.
Die Angaben dieses technischen Merkblattes entsprechen unseren derzeitigen Kenntnissen und prakti-
schen Anwendungserfahrungen.
Die Angaben wurden sorgfältig und gewissenhaft erstellt, allerdings ohne Gewähr für Richtigkeit und
Vollständigkeit und ohne Haftung für die weiteren Entscheidungen des Benutzers. Die Angaben für sich
alleine begründen kein Rechtsverhältnis oder sonstige Nebenverpflichtungen. Sie befreien den Kunden
grundsätzlich nicht, das Produkt auf seine Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck eigen-
ständig zu prüfen.
Unsere Produkte unterliegen, wie alle enthaltenen Rohstoffe, einer kontinuierlichen Überwachung, wo-
durch eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist.
Unser technischer Beratungsdienst steht Ihnen für Fragen bezüglich Verwendung und Verarbeitung so-
wie Vorführung unserer Produkte zur Verfügung.
Technische Werte beziehen sich auf die Grundprodukte. Durch Abtönung und Einfärbung sind Abwei-
chungen von den technischen Kenndaten möglich. Bei der Angabe der Kennwerte handelt es sich um
Durchschnittswerte. Aufgrund des Einsatzes natürlicher Rohstoffe in unseren Produkten kann der tat-
sächlich an der einzelnen Lieferung bestimmte Wert geringfügig abweichen. Bei Beschichtung von Un-
tergründen, die hier nicht beschrieben sind, ist es notwendig mit uns Rücksprache zu halten. Farbtöne
können bei der Nachbestellung oder in Bezug auf die Farbkarte geringfügig abweichen, gegebenenfalls
ist auf der Baustelle eine Musterfläche anzulegen. Angaben zu Stand- und Wartezeiten gelten bei Labor-
bedingungen (20°C/65%rF) und können sich je nach Baustellensituation ändern.
Farbmustermaterial (Pulver im Sack) ist nur in einer Grössenordnung bis 2 kg erhältlich.

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Technisches Merkblatt (TM) 29.06.2016

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