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s der das Wort Welsche entstanden ist.

Erster Beleg für den Begriff ist eine Stelle aus der gotischen Bibelübersetzung des Wulfila um 360. Er bezeichnet die Nichtjuden, die heidnischen Völker, mit dem Adjektiv thiudisko[3].

Die Sprache germanischer bzw. altdeutscher Stämme wurde erstmals mit diutisc oder theodisk bezeichnet in einem Brief des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostia an Papst Hadrian I. Volkszugehörigkeit ein substantiviertes Adjektiv. Bei den meisten anderen Bezeichnungen ist der Name des Landes Grundlage einer Ableitung der Personenbezeichnung (vgl. England Engländer). Dies spiegelt wider, dass Deutsche keinen gemeinsamen politischen Verband begründet haben, dessen Name Grundlage der Bezeichnung von Angehörigen des Staates bilden könnte. Die Nationalitätsbezeichnung „Deutscher“ hat daher die Unschärfen der Ableitung von der Sprachbezeichnung behalten. So wären auch Österreicher und Deutschschweizer im ursprünglichen sprachlich abgeleiteten Sinne „Deutsche“ (Deutschsprachige), aber nicht mehr im nationalstaatlichen Sinne, wobei es hier zu Überschneidungen kommen kann, besonders wenn es um geschichtliche Verhältnisse geht (zum Beispiel um Österreich als Führungsmacht des Deutschen Bundes bis 1866).

Aufgrund der Deklinationsregeln für Adjektive bekommt die Nationalitätsbezeichnung eine ungewöhnliche Vielfalt von Formen. Bei der korrekten Formenbildung sind selbst viele Muttersprachler unsicher: Heißt es „alle Deutsche“ oder „alle Deutschen“, „wir Deutsche“ oder „wir Deutschen“? Die sogenannten starken oder schwachen Formen sind nach dem Duden beide akzeptabel.[5][6] Wegen der adjektivischen Form gibt es auch keine feminine Ableitungsform (vgl. die Deutsche die Italienerin oder im Plural: die deutschen Frauen die Italienerinnen).

Auch sprachtypologisch bildet der Ausdruck Deutsche im ursprünglichen Sinne von „Deutschsprachige“ eine Besonderheit, insofern es sich um eine asymmetrische plurizentrische Sprache mit mehreren Standardvarietäten handelt. „Das Deutsche gilt als prototypisches Beispiel für eine Sprache, die von einer plurizentrischen Sprachkultur getragen wird“ (Ludwig Eichinger[7]). Auch diese Komplexität und Heterogenität ist historisch bedingt und Ursache vieler Unklarheiten und Missverständnisse, die etwa in der Frage zum Ausdruck kommen, ob Deutschschweizer Deutsch oder Schweizerdeutsch oder Schweizer Hochdeutsch sprechen und schreiben und wieweit die Rechtschreibregeln des Bundesdeutschen reichen.[8][9][10] Deutsche als Ethnie