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Mobilisieren & lagern

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3. Auflage / Juni 2015 / Vers. 3.13f

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Sie werden angeschwindelt!


Oder sagen wir besser: Nach Strich und Faden
verkohlt! Im Kinästhetik-Seminar, in Lehrfilmen, in
Fachbüchern und in der Pflegeschule sowieso. Ein
bisschen zumindest.

Denn wenn es daran geht, die eben in der Theorie


besprochene Transferbewegung in die Praxis
umzusetzen, ist immer wieder ein kurioser Effekt zu
beobachten:

Denn wer landet als Double auf dem Pflegebett?


Der muskulöse Pflegeschüler, der sich in der
Mittagspause zum 400-Gramm-Steak noch einen
großen Schokoriegel gegönnt hat? Oder nehmen
wir doch lieber die zierliche Praktikantin, die ihre 50
Kilo unter einem weiten Pullover versteckt? Raten
Sie mal!

Vor dieser Wahl standen wir auch, als wir die


Standards in diesem Buch noch einmal auf ihre
Praxistauglichkeit überprüften. In einem Anflug von
Masochismus haben wir einen schwergewichtigen
Mitarbeiter aus unserem Leserservice als
„Versuchskaninchen“ rekrutiert. 95 Kilogramm
verteilt auf 173 cm. Errechneter BMI: 31,7.
„Gefühlter“ BMI: mindestens 40.

Und welch Wunder: Einige Transfers, die von einer


Pflegekraft allein durchgeführt werden sollen,
funktionieren unter diesen Bedingungen schlichtweg
nicht. Zumindest nicht ohne zerren, schieben und
„Hauruck“. Kinästhetik und rückenschonendes
Arbeiten? Keine Chance!

Lassen Sie sich also nicht von Unterrichtsvideos


blenden, in denen das Senioren-Double scheinbar
mühelos um alle drei Achsen gedreht und gewendet
wird. Letztlich setzt die Biologie irgendwann die
Grenzen. Und das sind im Zweifel Ihre
Bandscheiben. Lassen Sie sich lieber - falls nötig -
von einem Kollegen oder von einem Angehörigen
helfen. Transfers mit zwei Pflegekräften finden Sie
in diesem Buch.

Liebe Grüße aus Lachendorf

Ihre Annika Klugkist


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Inhaltverzeichnis

Bett
• 5- / 6-Kissenlagerung im Rahmen der Dekubitusprophylaxe" Seite 7
• Lagerung in der Rückenposition Seite 10
• 30°-, 90°- und 135°-Grad Lagerungen Seite 13
• Seitenlagerung bei TEP Seite 21
• Lagerung auf der schiefen Ebene Seite 24
• Hohllagerung der Ferse Seite 27
• Nutzung einer Rutschmatte Seite 30
• Nestlagerungen in der Palliativpflege Seite 33
• Rückenlage bei Hemiplegie Seite 36
• Lagerung in der Rückenposition Seite 39
• A-Lagerung von Hemiplegie-Patienten Seite 42
• Hemiplegie: Lagerung auf der mehr betroffenen Seite Seite 47
• Hemiplegie: Lagerung auf der weniger betroffenen Seite Seite 53
• Pneumonieprophylaxe: V-A-T-I-Lagerungen Seite 58
• Bauchlage Seite 66
• Pflege von Senioren mit einem Bandscheibenvorfall" Seite 69
• Schräglagerung Seite 77
• Herzbettlagerung Seite 81
• Königsstuhllagerung Seite 85
• Dekubitusprophylaxe: Mikrolagerungen Seite 88
• Höherrutschen im Bett Seite 91
• Hochbewegen im Bett Seite 95
• gleitendes Höherrutschen im Bett Seite 97
• Höherrutschen im Bett (mit 2 Pflegekräften) Seite 99
• Hochbewegen im Bett per Kiste Seite 102
• Bewegungsübungen im Bett bei Immobilität Seite 104
• Transfer per Schinkengang Seite 108
• Pneumonieprophylaxe: Halbmondlagerung / Drehdehnlagerung Seite 110
• Bewegung in die Seitenlage und zurück mit stabilisiertem Rumpf Seite 115
• Seitwärtsbewegung im Bett in zwei Schritten" Seite 120
• sequentielle Bewegung in die Seitenlage und zurück Seite 124
• Lagerungen im Rahmen der Thromboseprophylaxe Seite 129
• Hochbewegen im Bett von teilaktiven Hemiplegie-Patienten Seite 132
• Hemiplegie: Bridging (‚eine Brücke machen‘) Seite 136
• Transfer eines immobilen Bewohners mit drei Pflegekräften" Seite 140

Bettkante und sitzen im Bett


• Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl Seite 145
• Transfer von der Bettkante mit zwei Pflegekräften Seite 147
• Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl bei Hemiplegie" Seite 151
• Mobilisierung eines Senioren nach TEP aus dem Bett in den Stand Seite 154
• Aufsetzen im Bett Seite 157
• Oberkörperhochlagerung Seite 161
• Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen an der Bettkante Seite 165
• Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen an der Bettkante en bloc Seite 171
• Transfer aus dem Liegen ins Sitzen" (ambulante Pflege) Seite 178
• Hemiplegie: Sitzen im Bett Seite 180
• Transfer in eine sitzende Position mittels Bettleiter Seite 184
• Nutzung eines Rutschbretts Seite 186
• eigenständiger Transfer aus dem Bett in den Stand Seite 189
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Boden
• Mobilisierung vom Boden mit zwei Pflegekräften Seite 194
• Mobilisierung vom Boden mit zwei Pflegekräften (klassisch) Seite 199
• Transfer vom Boden mit einer Pflegekraft und einem Stuhl Seite 202
• Quincke-Hängelage und Vierfüßlerstand Seite 207

Stuhl und Tisch


• Hemiplegie: Aufstehen vom Boden mittels eines Stuhls Seite 210
• Dekubitusprophylaxe: Druckentlastung im Sitzen Seite 213
• Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl bei Gipsverbänden Seite 216
• Mobilisierung von Hemiplegie-Patienten: Sitzen am Tisch Seite 219
• Bewegtes Gehen im Sitzen Seite 224

Stehen und Gehen


• Bobath-Konzept: Transfer in den Stand mit seitlicher Unterstützung Seite 227
• Bobath-Konzept: Transfer in den Stand mit frontaler Unterstützung Seite 232
• Bobath-Konzept: Transfer in den Stand mit zwei Pflegekräften Seite 238
• Unterstützung von Hemiplegiepatienten beim Gehen Seite 241
• Unterstützung beim Gehen Seite 247
• Nutzung einer Drehscheibe Seite 252
• Transfer auf einen Stuhl unter Verwendung eines Handtuchs Seite 255
• Senioren mit Unterarmgehstützen: Sturzprophylaxe und Pflege Seite 257
• Einsatz von Gehstöcken Seite 263
• Transfer aus dem Sitzen in den Stand am Gehbock Seite 266
• Nutzung eines Rollators Seite 269
• Sicherer Umgang mit Patientenliftern Seite 273

Rollstuhl
• Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette bei Hemiplegie Seite 280
• Hemiplegie: Transfer in den Rollstuhl mit seitlicher Unterstützung Seite 285
• Transfer aus dem Rollstuhl in ein Auto bei Hemiplegie Seite 289
• Pflege von Senioren mit Rollstuhl Seite 292
• Transfer aus dem Rollstuhl auf den Boden Seite 300

Kontrakturen
• Bewegungsübungen mit Hilfsmitteln Seite 303
• Lagerungen im Rahmen der Kontrakturenprophylaxe Seite 307
• Bewegungsübungen im Bereich der Arme und der Hände" Seite 313
• Bewegungsübungen im Bereich des Schultergelenks" Seite 321
• Bewegungsübungen im Bereich des Knie- und des Hüftgelenks" Seite 328
• Bewegungsübungen im Bereich des Fußes Seite 334
• Bewegungsübungen zur Mobilisierung der Wirbelsäule Seite 341
• Standard "Spitzfußprophylaxe" Seite 344
• Informationsblatt "Kontrakturen" Seite 350

Weiteres
• Atemerleichternde Sitz- und Stehpositionen Seite 355
• Bewegungsschule im Rahmen der Sturzprävention Seite 359
• Transfer Voll- und Teilbad Seite 365
• Bewegungsübungen zur Vermeidung eines Armlymphödems Seite 376
• Bewegungsübungen im Rahmen der Thromboseprophylaxe Seite 380
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Wichtige Hinweise:

• Zweck unserer Muster ist es nicht, unverändert übernommen zu werden. Diese


Pflegestandards müssen in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die
Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
• Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus-
und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen.
Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern
kontraindiziert.
• Diese Standards eignen sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne
Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen
"Klient".
• Die Inhalte dieses Buches haben wir mit großer Sorgfalt zusammengetragen.
Wir übernehmen aber keine Haftung für die Richtigkeit der Informationen.

Redaktion: Annika Klugkist


(verantwortlich im Sinne vom § 10 Abs. 3 MDStV )
Albert-Einstein-Ring 4, 29331 Lachendorf
Telefon: (051 45) 93 94 100; Fax (032) 12 11 97 76 0
E-Mail: info@pqsg.de

Jede Weiterveröffentlichung im Rahmen einer Zeitung, einer Zeitschrift, einem Online-


Magazin und ähnlichen journalistischen oder publizistischen Produkten ist untersagt.
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Standard "5- / 6-Kissenlagerung im Rahmen der Dekubitusprophylaxe"


Definition: • Die 5- oder 6-Kissenlagerung wird im Rahmen der
Dekubitusprophylaxe eingesetzt. Dabei wird das gesamte
Körpergewicht des Bewohners auf mehrere Kissen verteilt. Der
Bewohner befindet sich dabei in Rückenlage. Wir erreichen
damit eine vollständige Hohl- oder Freilagerung von
Körperregionen, die von einem Druckgeschwür bedroht sind
oder die bereits von einem Dekubitus betroffen sind.
• Diese Form der Lagerung ist vergleichsweise aufwändig
umzusetzen. Dafür kann der Auflagedruck in ausgewählten
Körperbereichen deutlich reduziert oder sogar komplett
vermieden werden. Vor allem betrifft dieses die Schulterblätter,
die Kreuzbeinregion, die Fersen und die Ellenbogen.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Bundesfreiwilligendienstler oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Eine bereits geschädigte Hautfläche wird konsequent von
Druck entlastet und heilt dann ab.
• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: • Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und Bewegungsplan


erstellt. Dieser richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen
des Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der Lagerungen informiert
und um Kooperation gebeten.

Material

• 5 bzw. 6 sehr weiche Kissen (Ideal sind rechteckig geformte


Lagerungskissen. Alternativ können herkömmliche Kissen
genutzt werden, die zu Schiffchen gelegt werden.)
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Durchführung: 5-Kissen-
Lagerung

• Ein Kissen wird unter dem Kopf platziert.


• Ein Kissen stützt den Körper unterhalb der
Schulterblätter. Wenn die Ellenbogen auf diesem
zweiten Kissen weich liegen, sind diese ebenfalls
vor einem Dekubitus geschützt.
• Ein Kissen liegt unterhalb des Kreuzbeines bis zu
den Kniekehlen.
• Ein Kissen legt die Pflegekraft unter den
Unterschenkel bis zu den Fußknöcheln.
• Ein aufgestelltes Kissen liegt zwischen dem
Bettende und den Fußsohlen. Dieses Kissen dient
nicht nur als Bettverkürzung, sondern vermeidet
über einen moderaten Sohlendruck die Ausbildung
eines Spitzfußes.

6-Kissen-
Lagerung

• Die Lagerung entspricht der 5-Kissen-Lagerung.


Allerdings werden hier auf beiden Seiten unterhalb
der Schultern bis zum Gesäß je ein Kissen
untergelegt. Damit werden Teile der Schultern und
die Wirbelsäule noch besser vom Druck entlastet.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der


Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
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Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.


• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Lagerung in der Rückenposition"


Definition: • In der Rückenposition lagert das Gewicht auf den zentralen
Massen, also auf dem Kopf, auf dem Oberkörper und auf dem
Becken. Die Extremitäten lassen sich leicht bewegen, dienen
dann aber nicht als Unterstützungsflächen für die
Gewichtsabgabe. Das Gewicht der Beine selbst ruht nur auf
wenigen Flächen. Das Dekubitusrisiko ist folglich deutlich
erhöht. Vor allem am Kreuzbein, an der Außenseite der Fersen
sowie im Bereich der Knöchel.
• Zu den Vorteilen der Position zählt die erleichterte
Kommunikation mit der Umwelt. Zudem ist die Lagerung stabil;
der Bewohner muss keine Kraft aufwenden, um ein Kippen zu
vermeiden.
• Zahlreiche Pflegemaßnahmen aus dem Bereich der
Grundpflege erfordern die Rückenlage.
• Jeder Mensch hat seine eigene bevorzugte Variante der
Rückenlage. Bei der Frage, ob diese individuelle Position
sinnvoll ist, können sich Pflegekräfte an der Körperhaltung im
Stehen orientieren, da diese Haltung auch in der Rückenlage
sinnvoll ist. Der Körper ist symmetrisch, also nicht nach links
oder nach rechts eingeknickt. Kopf, Oberkörper, Beine und
Arme befinden sich auf einer Ebene, sind also nicht nach vorne
oder nach hinten verschoben bzw. abgeknickt. Es gibt keine
übermäßige Innen- oder Außenrotation der Beine. Der Fuß
befindet sich in einer Mittelstellung.

Grundsätze: • Wir achten das Recht jedes Bewohners auf Selbstbestimmung.


Dazu gehört auch, dass ein Bewohner solche Lagerungen
wählen kann, die nach unserer Überzeugung nicht sinnvoll
sind. Der Bewohner wird jedoch über die Nachteile der
Lagerung informiert.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: Indikation / Indikation


Kontraindikation
• Eine Rückenlage kann therapeutisch
sinnvoll sein, etwa bei Wirbelsäulen- oder
bei Beckenschädigungen, sowie nach
Kopfverletzungen.
• Viele Senioren akzeptieren keine andere
Lagerungsposition. Sie drehen sich
selbstständig zurück in die Rückenposition,
sobald die Pflegekraft den Raum verlassen
hat.

Kontraindikation

• Die Rückenlage ist strikt zu vermeiden,


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wenn bereits ein Dekubitus an den


belasteten Positionen vorliegt. Das Gleiche
gilt, wenn der Bewohner nach einer
Risikoabschätzung übermäßig gefährdet ist.
• Bewohner, die zum Schwitzen neigen,
werden in Rückenlage das Hemd schnell
durchfeuchten. Dadurch wird die Haut
geschädigt.

allgemeine • Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und


Maßnahmen Bewegungsplan erstellt. Dieser richtet sich
nach den individuellen Bedürfnissen des
Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der
Lagerungen informiert und um Kooperation
gebeten.
• Die Klingel wird in Reichweite des
Bewohners abgelegt. Der Bewohner wird
gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.

Durchführung: reguläre • Der Kopf sollte hinreichend unterlagert


Rückenlage werden. Dieses ist nicht nur für den
Bewohner angenehmer, sondern erleichtert
auch die Kommunikation mit Pflegekräften
oder mit Besuchern.
• Ohne zwingenden Grund werden die Beine
nicht mit einem Kissen unterlagert. Dadurch
würde die Bewegungsfähigkeit reduziert und
die Druckbelastung im Bereich des
Steißbeins und des Kreuzbeins erhöht.
• Die Ausbildung eines Spitzfußes kann mit
einer Bettkiste, mit einem Schaumstoffblock
oder mit einer Fußstütze vermieden werden.

Rückenlage mit
aufgestelltem
Bein

Das Aufstellen eines Beines (oder beider Beine),


kann dem Bewohner zahlreiche Erleichterungen
verschaffen. Es ist wichtig, das Bein mit einem
seitlich eingelegten Lagerungskissen abzustützen:
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• Das Becken lässt sich leichter bewegen, da


sich der Bewohner mit dem Fuß von der
Matratze abdrücken kann. Da folglich die
Hüfte beweglicher ist, kann der Bewohner
sein Gewicht besser verlagern.
• In der regulären Rückenlage kommt wenig
Luft in den Intimbereich. Die Haut dort ist
feucht, warm und somit anfällig für
Pilzinfektionen. Das Anstellen des Beines
belüftet diesen Bereich.
• Der hintere Abschnitt der Ferse wird von
jedem Auflagedruck entlastet.
• Mit einer Antirutschunterlage können wir
verhindern, dass der Fuß in Richtung
Bettende wegrutscht. Bei Senioren, die das
Bett verlassen können, bieten sich alternativ
Antirutschsocken an. Diese mindern
zusätzlich beim Gehen das Sturzrisiko.

Nachbereitung: • Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.


• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegekräfte
/ Qualifikation:
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Standard "30°-, 90°- und 135°-Grad Lagerungen"


Definition: • Viele Senioren bevorzugen zum Ruhen und zum Schlafen die
Rückenlage oder die Bauchlage. Diese beiden
Positionierungen sind jedoch mit einem hohen Dekubitusrisiko
verbunden. Die 30°-Lagerung sowie die 135°-Lagerung bieten
sich als schonendere Alternativen an.
• Sehr beliebt ist auch die 90°-Lagerung. Allerdings sind in
dieser Haltung verschiedene Hautbezirke einem erhöhten
Auflagedruck ausgesetzt. Diese Positionierung findet daher nur
noch im Rahmen der Pneumonieprophylaxe Anwendung.
• Zur Pflege von Hemiplegiepatienten wird eine modifizierte
Form der 90°-Lagerung genutzt, die wir aber in gesonderten
Standards beschreiben. (Standards "Hemiplegie: Lagerung auf
der weniger betroffenen Seite" sowie "Hemiplegie: Lagerung
auf der mehr betroffenen Seite")

Druckgefährdete Hautbereiche

Bauchlauge:

Rückenlage:
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Seitenlage:

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten, Bufdis oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Eine bereits geschädigte Hautfläche wird konsequent vom
Druck entlastet und heilt dann ab.
• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Die Atemfläche wird vergrößert.
• Die Atmung des Bewohners wird erleichtert.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.
• Die Lagerungsposition entspricht den individuellen
Gewohnheiten.
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Vorbereitung: • Wir erfragen zeitnah nach der Heimaufnahme, in welchen


Positionen der Bewohner bevorzugt schläft.
• Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und Bewegungsplan
erstellt. Dieser richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen
des Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der Lagerungen informiert
und um Kooperation gebeten.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder bei Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.

Durchführung: 30°-Lagerung

Indikation / • Die 30°-Lagerung (oder auch


Kontraindikationen: "Schräglagerung") führt zu einer
gleichmäßigen Druckverteilung auf die
Weichteile. Beide Gesäßhälften liegen
auf. Das Dekubitusrisiko ist sehr gering.
• Diese Lagerungsform ist im Rahmen der
Dekubitusprophylaxe der 90°-Lagerung
vorzuziehen, da nur solche
Körperbereiche mit Druck belastet
werden, die relativ widerstandsfähig
gegen Druckgeschwüre sind. Zudem
berichten viele Senioren, dass sie diese
Lagerung als angenehmer empfinden. Es
gibt aber auch zahlreiche Bewohner, die
diese Körperlage nicht gerne einnehmen.
• Die Lagerung kann i.d.R. zwei Stunden
beibehalten werden.

Durchführung: • Der Bewohner wird auf die Seite gedreht.


Hinter seinem Rücken werden die für die
Lagerung benötigten Kissen platziert.
• Ein Lagerungskissen wird unter dem
Oberschenkel bis zum Gesäß des
Bewohners abgelegt. Daran schließt sich
ein zweites Kissen an, das vom Gesäß
aus über den Rücken bis in Richtung
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Schulter geführt wird. Die Schulter selbst


wird frei gelagert. (Hinweis: Ohne eine
korrekte Lagerung der Schultern kann es
zu Dehnungsschmerzen kommen.)
• Alternativ zu Lagerungskissen können
auch große Kopfkissen genutzt werden,
die der Länge nach gefaltet werden. Die
Knopfleiste sollte immer vom Bewohner
weg nach außen zeigen.
• Nun wird der Bewohner wieder in die
Rückenlage gebracht und auf den Kissen
gelagert.
• Hinweis: Die 30°-Lagerung ist eine
vergleichsweise flache Lagerung. In der
Praxis wird häufig zu steil gelagert. Die
Lagerung ist korrekt, wenn
• beide Ohren zu sehen sind
• der Bewohner beide Arme frei nach
vorne strecken kann
• Die Wirbelsäule bleibt gerade. Kopf,
Thorax, Becken und Beine bilden eine
Linie.
• Der Kopf wird mit einem kleinen Kissen
unterlegt.
• Die Druckbelastung im Bereich des
Steißbeins und der Rollhügel wird
engmaschig überprüft. Wenn die
Lagerung korrekt durchgeführt wurde,
kann die Pflegekraft eine Hand unter das
Kreuzbein und unter den Trochanter
schieben.
• Die Beine werden nebeneinander
abgelegt. Sie sollten nicht übereinander
liegen. Falls sich Berührungspunkte nicht
vermeiden lassen, können diese
Hautbereiche abgepolstert werden. Dafür
kann ein weiteres Kissen genutzt
werden.
• Ggf. werden die Fersen zusätzlich
gepolstert. Die Pflegekraft inspiziert
diesen Hautbereich zudem regelmäßig
auf Druckschäden.
• Die Lagerung kann abwechselnd rechts
und links durchgeführt werden.
• Wenn der Bewohner Angst hat, aus dem
Bett zu fallen, kann das Bettgitter
hochgefahren werden.
• In einigen Fällen knickt das Ohrläppchen
um. Dieses sollte von den Pflegekräften
ggf. korrigiert werden. Ansonsten droht
hier die Entstehung eines
Druckgeschwürs.

90°-Lagerung
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Indikation / • Die 90°-Lagerung wird zumeist im


Kontraindikationen: Rahmen der Pneumonieprophylaxe
genutzt. Durch die Seitenlagerung wird
der Schleim besser gelöst und effektiver
transportiert.
• Darüber hinaus wird die Lagerung nach
Lungenoperationen angewendet.
• Wichtig ist diese Lagerung (in
abgewandelter Form) auch als
therapeutische Lagerung bei Hemiplegie.
• Bei einem hohen Dekubitusrisiko ist
diese Lagerung bedenklich. Der
Auflagedruck fokussiert sich vor allem im
Bereich des großen Rollhügels und des
Darmbeinkamms. Hier können sehr
schnell Druckgeschwüre auftreten.
• Die Pflegekraft nutzt den Fingertest, um
Schädigungen der aufliegenden
Körperhälfte frühzeitig zu registrieren.
• Bei einseitiger Lungenentzündung ist
diese Lagerung problematisch. Aufgrund
der Schwerkraft wird die oben liegende
Lungenhälfte zwar besser belüftet, aber
dafür schlechter durchblutet. Die unten
liegende Lungenhälfte wird zwar gut mit
Blut versorgt, dieses aber auf Kosten
einer schlechteren Belüftung. Je nach
Seitenlage kann dieser Effekt dazu
führen, dass sich die Atemsituation des
Bewohners deutlich verschlechtert.

Durchführung: • Der Bewohner wird auf die gewünschte


Seite gedreht. Das oben liegende Bein
wird angewinkelt und ggf. mit einem
Kissen unterstützt. Das unten liegende
Bein wird gestreckt. (Es befindet sich in
der sog. "Neutral-Null-Stellung".)
• Durch die Anwinkelung eines Beines wird
die Bauchdecke entspannt und der
Rücken gerade gehalten. Beides
erleichtert die Atmung.
• Der unten liegende Arm wird angewinkelt
und ggf. unter das Kopfkissen gelegt. Die
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Hand befindet sich unter dem Ohr. Der


oben liegende Arm wird leicht
angewinkelt und vor dem Bewohner auf
der Matratze oder auf einem zusätzlichen
Kissen abgelegt.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der
Kopf und die Wirbelsäule eine Linie
bilden. Der Kopf darf nicht in Richtung
Bett abgeknickt sein.
• Bei Bewohnerinnen mit deutlicher Taille
kann diese mit einem zusätzlichen
kleinen Kissen unterlagert werden.
• Der Bewohner wird jeweils 20 Minuten
auf einer Seite lagernd belassen. Danach
wird der Bewohner auf die
gegenüberliegende Seite umgelagert. Er
erhält die Gelegenheit, das gelockerte
Sekret abzuhusten.
• Bei Senioren ohne relevante
Dekubitusgefährdung kann die
Lagerungszeit schrittweise ausgedehnt
werden.

135°-Lagerung

Indikation / • Die 135°-Lagerung ist eine Alternative


Kontraindikationen: zur Bauchlagerung. Sie dient der
Druckbefreiung im Rücken-, im
Kreuzbein- und im Fersenbereich. Sie ist
ideal, wenn sich in diesen
Körperbereichen bereits ein
Druckgeschwür gebildet hat.
• Bei Lungenerkrankungen fällt es vielen
Senioren in dieser Position leichter,
Sekret abzuhusten.
• Diese Lagerungsform wird darüber
hinaus auch zum Verbandswechsel im
Rücken und im Sakralbereich genutzt,
wenn keine zweite Pflegekraft verfügbar
ist.
• Die Lagerung wird zumeist gut akzeptiert,
da sie oftmals der natürlichen
Schlafposition entspricht.
• Bewohner, die unter Herzbeschwerden
und unter Atemnot leiden, werden diese
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Lagerung ggf. ablehnen. Die Position übt


Druck auf den Brustkorb aus. Zudem ist
das Blickfeld eingeschränkt.

Durchführung: • Das Bett wird flach gestellt.


• Der Bewohner wird auf dem Rücken
liegend nahe an eine Bettseite
mobilisiert. Ggf. verhindert das Bettgitter
ein Herausfallen.
• Der zur Bettmitte liegende Arm wird unter
das Gesäß geschoben mit der
Handfläche nach oben.
• Eine zusammengerollte Bettdecke, eine
Lagerungsschlange oder zwei Kissen
werden vor dem Bewohner auf dem Bett
abgelegt.
• Der Bewohner wird in eine 90°-
Seitenlagerung gebracht.
• Das obere Bein wird nun angewinkelt.
Das untere Bein wird gestreckt.
• Das obere Bein wird leicht angehoben
und das Lagerungskissen
untergeschoben. Das Knie des oberen
Beines liegt auf dem Lagerungskissen.
• Der Bewohner wird in Richtung
Bauchlage gekippt. Der Körper ruht auf
dem Lagerungskissen.
• Der Kopf des Bewohners wird auf einem
Kissen abgelegt. Die Mund- und die
Nasenatmung dürfen nicht behindert
werden.
• Die Pflegekraft zieht den unten liegenden
Arm vorsichtig heraus. Er liegt nun hinter
dem Körper und weist in Richtung
Fußende des Bettes.
• Der Ellenbogen des oben liegenden
Arms wird auf dem Kissen abgelegt. Die
Hand liegt auf Höhe der Nase.
• Die Knie- und Ellenbogengelenke
müssen engmaschig auf Hautrötungen
kontrolliert werden. Falls es Anzeichen
auf eine Druckbelastung gibt, sollten
diese Gelenke weich gelagert werden.
• Die Lage von Kopf, Armen und Beinen
kann ggf. korrigiert werden.
• Auf die Fußzehen des unten liegenden
Fußes darf kein schädigender Druck
ausgeübt werden. Ggf. unterlagert die
Pflegekraft diesen Bereich mit einer
Handtuchrolle oder mit einem weiteren
kleinen Kissen.
• Der oben liegende Fuß darf nicht nach
innen verdreht sein.
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Nachbereitung: • Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan


dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Seitenlagerung bei TEP"


Definition: • Eine Totalendoprothese wird implantiert, um die
Funktionsfähigkeit eines Gelenks nach einem Unfall oder bei
fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen
wiederherzustellen. Die natürlichen Gelenkflächen werden
durch Metall- oder durch Kunststoffprothesen ersetzt.
• In der Altenpflege ist insbesondere die Totalhüftendoprothese
von Bedeutung, da diese die gängige Therapieform nach einer
Hüftfraktur als Folge eines Sturzes ist.
• Nach der Operation wird der Bewohner zumeist durchweg auf
dem Rücken liegend gelagert. Daraus ergibt sich eine
erhebliche Gesundheitsgefährdung, da es vermehrt zu
Druckgeschwüren und zu Kontrakturen kommt. Die Dauer
dieser Immobilität ist abhängig von der Art des operativen
Eingriffs sowie von der individuellen Konstitution.
• Erst einige Wochen nach der Implantation einer TEP darf ein
Bewohner wieder auf der Seite schlafen. Diese Lagerung
erfolgt zumeist auf der "gesunden" Seite. Eine Seitenlagerung
auf der operierten Seite ist zwar ggf. ebenfalls möglich, wird
jedoch zumeist aufgrund der erheblichen Schmerzbelastung
von vielen Senioren nicht toleriert.
• Die Seitenlagerung wird als Schlafposition genutzt.
Gleichzeitig kann die Seitenlagerung im Rahmen der
Grundpflege genutzt werden, etwa um dem Senioren den
Rücken zu waschen.
• Im Rahmen der Dekubitusprophylaxe ist die Seitenlagerung
nicht oder nur für einen kürzeren Zeitrahmen sinnvoll, da der
Hauptteil des Körpergewicht auf dem Trochanter lagert.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern eines TEP-Patienten ist eine anspruchsvolle
Aufgabe, die viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden
Praktikanten, Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur
assistierend eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen, also etwa die seitliche Drehung
aus eigener Kraft unterstützen.

Ziele: • Eine Innenrotation des Beines an der betroffenen Seite wird


vermieden. Es erfolgt keine Hüftbewegung über 90°.
• Der Bewohner soll möglichst wenig Schmerzen verspüren.
• Die Selbstbestimmung und die Lebensqualität des Bewohners
sollen in einem möglichst großen Umfang erhalten bleiben.

Vorbereitung: notwendiges • ein großes Kopfkissen


Material • alternativ eine zusätzliche Bettdecke

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
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werden umfassend beantwortet. Der Bewohner


wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird flachgestellt.

Durchführung: • Der Bewohner befindet sich auf dem Rücken. Wenn der
Bewohner nach Abschluss des Transfers nach rechts blicken
soll, wird er nun etwas in Richtung linke Bettkante mobilisiert
(und umgekehrt). Wir stellen damit sicher, dass der Bewohner
nach erfolgter Lagerung in der Mitte des Bettes liegen wird und
nicht am Bettrand.
• Mit Hilfe der Pflegekraft soll der Bewohner die Beine
aufstellen.

• Die Pflegekraft positioniert nun das Kissen oder die


zusammengefaltete Bettdecke zwischen den Beinen des
Bewohners. Damit wird eine Innenrotation vermieden. Der
Bewohner soll die Knie zusammenführen, um das Kissen
zwischen den Beinen zu fixieren.
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• Der Bewohner wird nun in die Seitenlage bewegt. Eine


Pflegekraft steht dafür an der Bettseite, in deren Richtung der
Bewohner nach der Umlagerung blicken wird. Sie zieht den
Bewohner in ihre Richtung. Die Kontaktpunkte für ihre Hände
sind das Schulterblatt und die obere Gesäßseite.
• Die andere Pflegekraft steht an der gegenüberliegenden
Bettseite. Sie führt die Knie in die Seitenposition. Beide
Pflegekräfte müssen ihre Bewegungen synchronisieren.
• Sobald sich der Bewohner in der Seitenlage befindet, werden
die Füße und ggf. auch die Hüfte ein Stück in Richtung
Bettmitte zurückbewegt.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass sich das Becken, das obere
Knie und der Fuß auf gleicher Höhe befinden.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Lagerung auf der schiefen Ebene"


Definition: • Die Lagerung auf der schiefen Ebene basiert darauf, dass die
Matratze auf einer Seite mittels unterlegter Materialien
angehoben wird. Zwischen der höheren Bettseite und der
niedrigeren Bettseite entsteht ein Gefälle.
• Liegt ein Mensch mit dem Rücken auf dieser schiefen Ebene,
befindet sich sein Körper automatisch in einer Schräglage. In
der Folge kommt es zu einer Gewichtsverlagerung, also einer
Belastung bestimmter Hautflächen und einer gleichzeitigen
Entlastung anderer Bereiche. Die Lagerung kann daher im
Rahmen der Dekubitusprophylaxe genutzt werden.
• Bei anderen Lagerungstechniken werden die Hilfsmittel
zwischen der Matratze und der Haut des Bewohners
aufgebracht; wie etwa eine gerollte Bettdecke bei der
klassischen 30°-Lagerung. Der Bewohner liegt dann zumindest
teilweise direkt auf den Lagerungshilfsmitteln. Diese
Materialien können verrutschen, etwa wenn sich der Bewohner
im Schlaf bewegt.
• Bei der Lagerung auf der schiefen Ebene ist dieses nicht zu
befürchten. Die Lagerungshilfsmittel sind hier zwischen der
Matratze und dem Bettgestell eingeklemmt, können sich also
nicht ungewollt verschieben. Der Bewohner liegt mit seinem
kompletten Körpergewicht direkt auf der Matratze. Die
Druckverteilung auf die Weichteile ist daher sehr gleichmäßig.
• Diese Lagerung funktioniert auch, wenn das Kopfteil des Betts
etwas hochgefahren wurde, um den Bewohner in eine leichte
Oberkörperhochlagerung zu bringen. Dieses ist z.B. im
Rahmen der Atemunterstützung und der
Pneumonieprophylaxe sinnvoll.
• Da es zu keiner vollständigen Entlastung des Steißbeines
kommt, ist diese Lagerung nicht sinnvoll, wenn es in diesem
Bereich bereits zu einem Dekubitus gekommen ist.
• Die Lagerung ist ideal für den Nachtdienst. Der Bewohner
muss für die Umlagerung nicht bewegt und somit auch nicht
geweckt werden. Gleichzeitig ist für die Durchführung nur eine
Pflegekraft erforderlich.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Bundesfreiwilligendienstler oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Eine bereits geschädigte Hautfläche wird konsequent von
Druck entlastet und heilt dann ab.
• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: Material • Eine (zusammengerollte) Bett- oder Wolldecke,


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alternativ eine Lagerungsrolle, mehrere


Lagerungskissen, Keile aus festem
Schaumstoff o.Ä.

(Hinweis: Es ist wichtig, dass das Material so fest ist,


dass es nicht nach wenigen Minuten unter dem
Gewicht des Bewohners platt gedrückt wird.)
weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende
Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.

Durchführung: • Die Pflegekraft unterlagert eine Seite der Matratze über die
gesamte Länge mit der zusammengerollten Decke. Sie beginnt
an den Füßen und arbeitet sich zum Kopfende vor.
• Das Material sollte keilförmig unter die Matratze gebracht
werden. Direkt unter der Bettkante sollte mehr Material liegen
als in Richtung Bettmitte. Wir stellen damit sicher, dass die
schiefe Ebene zur Bettkante hin immer steiler wird.
• Der Höhenunterschied sollte rund 20 cm betragen. Dieses
entspricht dann ungefähr einer 30°-Schieflage.
• Die meisten Pflegekräfte werden in der Lage sein, das Material
unter die Matratze zu stopfen, während der Bewohner direkt
darüber liegt. Es ist sinnvoll, den Senioren möglichst weit an
die erhöhte Bettkante zu mobilisieren, da dadurch die
Schräglage verstärkt wird.
• Der Kopf wird mit einem kleinen Kissen unterlegt.
• Die Druckbelastung im Bereich des Steißbeins und der
Rollhügel wird engmaschig überprüft.
• Die Beine werden nebeneinander abgelegt. Sie sollten nicht
übereinander liegen. Falls sich Berührungspunkte nicht
vermeiden lassen, können diese Hautbereiche abgepolstert
werden.
• Eine schräge Ebene erhöht das Risiko, aus dem Bett zu fallen.
Wenn es der Bewohner wünscht, kann auf der niedrigeren
Bettseite das Bettgitter hochgefahren werden. Dieses ist auch
bei unruhigen Senioren sinnvoll.
• Bei dieser Lagerung kann es schnell zu einer erhöhten
Druckbelastung der Fersen kommen. Ggf. führt die Pflegekraft
eine druckreduzierende Lagerung der Fersen durch, um die
Durchblutung in diesem Bereich zu fördern.
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Nachbereitung: • Die Lagerung auf der schiefen Ebene kann (abhängig von der
individuellen Konstitution) bis zu zwei Stunden beibehalten
werden. Danach wird die gegenüberliegende Matratzenseite
mit der Decke unterlegt.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Hohllagerung der Ferse"


Definition: • Die Fersen sind besonders anfällig für die Entwicklung von
Druckgeschwüren (Dekubitus). Wir nutzen daher die
Hohllagerung, um diesen Hautbereich vollständig vom
Auflagedruck zu befreien. Wir senken damit das Risiko, dass an
der Ferse ein Hautdefekt entsteht. Wenn bereits ein Geschwür
vorliegt, ist die Druckentlastung Voraussetzung dafür, dass eine
Heilung eintritt.
• Bei einer Freilagerung wird der Fuß so auf einem
Lagerungshilfsmittel platziert, dass das komplette Gewicht auf
dem Unterschenkel ruht, während die Ferse selbst keinen
Bodenkontakt hat. Nachteilig ist, dass der erhöhte Auflagedruck
im Oberschenkel die dortige Blutzirkulation stören kann.
Allerdings gilt der Unterschenkel als weniger empfindlich für
Druckgeschwüre als die Ferse.
• Als Lagerungshilfsmittel können Handtücher, Kissen oder
vorgefertigte orthopädische Hilfsmittel verwendet werden. Wir
nutzen keine aufblasbaren Sitzringe aus Gummi, da diese den
Druck sehr ungünstig verteilen.
• Die Hohllagerung kann auch zeitgleich mit anderen Lagerungen
auf dem Rücken genutzt werden.
• Alternative Bezeichnungen für "Hohllagerung" sind
"Teillagerung" sowie "Freilagerung".

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten, Bufdis oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Die Ferse wird vollständig vom Druck entlastet.


• Ein vorhandener Dekubitus heilt ab. Ein neues Druckgeschwür
entsteht nicht.
• Der Bewohner liegt bequem. Er kann insbesondere gut
schlafen.

Vorbereitung: Indikation: • Die Fersenfreilagerung ist unter verschiedenen


Voraussetzungen sinnvoll und notwendig:
• Der Bewohner leidet unter Druckgeschwüren an
der Ferse.
• Es besteht ein erhöhtes Dekubitusrisiko, das
sich insbesondere durch einen Wert von
weniger als 14 Punkten auf der Braden-Skala
ausdrückt.
• Der Bewohner ist querschnittgelähmt.
• Es liegt ein Diabetes mellitus mit neurologisch-
sensorischen Ausfallerscheinungen vor.
• Der Puls am Fuß ist nur noch sehr schwach
fühlbar.
• Der Bewohner ist immobil oder komatös.
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Allgemeine • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.

Durchführung: Nutzung einer • Die Pflegekraft faltet ein großes Handtuch auf
"Brezelrolle": die erforderliche Breite.
• Sie rollt ausgehend von den Enden beide
Seiten zur Mitte hin auf. Das Handtuch hat nun
die Form einer Brezel.

• Nun wird der Unterschenkel auf dem


zusammengerollten Handtuch abgelegt. Er sinkt
dort etwas in das weiche Material in der Mitte
ein. Der Unterschenkel wird dabei rechts und
links von jeweils einem Handtuchwulst gestützt.
• Das Knie darf nicht durchhängen. Es wird ggf.
mit einem zusätzlichen kleinen Kissen
unterlagert, um eine Streckkontraktur zu
vermeiden.

Nutzung einer • Auch hier wird ein Handtuch gefaltet, allerdings


Handtuchrolle: nur zu einer einfachen Rolle ohne Wülste rechts
und links. Das gefaltete Handtuch ähnelt also
einem Kissen.
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• Der Unterschenkel wird auf der Rolle abgelegt.


• Ggf. können die Füße im Rahmen der
Spitzfußprophylaxe mit einem zusätzlichen
Kissen abgestützt werden.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Nutzung einer Rutschmatte"


Definition: • Eine Rutschmatte besteht aus einem festen Innenteil, das
weich gepolstert ist. Überzogen ist es mit einem Rolltuch in
Schlauchform. Wir nutzen es, um immobile Senioren
schonend umzulagern; dieses etwa von einem Pflegebett in
ein anderes, auf einen Duschwagen oder auf eine Trage.
• Dank des flexiblen Aufbaus passt sich eine Rutschmatte der
Umgebung an. Sogar Höhenunterschiede von bis zu 10
Zentimetern können damit überwunden werden.
• Es verursacht keine Scher- oder Reibungskräfte; ist also
insbesondere im Rahmen der Dekubitusprophylaxe sinnvoll.
• Rutschmatten werden auch als "Rollmatten" oder als
"Rollbretter" bezeichnet. Sie sollten nicht mit starren
Rutschbrettern verwechselt werden, wie sie für den Transfer
vom Rollstuhl in das Bett genutzt werden.
• Mit einer handelsüblichen Rutschmatte kann ein Bewohner
über eine Distanz von rund 90 Zentimeter bewegt werden.
• Eine Rutschmatte eignet sich für Bewohner mit bis zu 130 kg.

Grundsätze: • Der Schutz der Gesundheit unserer Pflegekräfte ist uns sehr
wichtig. Wir stehen daher unorthodoxen Lösungsansätzen für
Transfers und Lagerungen offen gegenüber.

Ziele: • Der Transfer wird erleichtert.


• Der Bewohner fühlt sich während des Transfers sicher. Er hat
keine Angst.
• Der Transfer schont die Kräfte der Pflegekraft. Insbesondere
werden die Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens
beachtet.

Vorbereitung: • Wir halten auf jedem Wohnbereich eine Rutschmatte bereit.


• Jeder Mitarbeiter wird von der Praxismentorin in die richtige
Anwendung eingewiesen.
• Der Bewohner wird über den anstehenden Transfer informiert.
Er wird darauf vorbereitet, dass sich die Bewegung
ungewohnt anfühlen wird.
• Falls der Bewohner keinen Trainingsanzug o.Ä. trägt, sorgen
wir für die üblichen Maßnahmen zur Wahrung der
Intimsphäre.
o In einem Doppelzimmer wird entweder ein Sichtschutz
aufgebaut oder der Mitbewohner für die Zeit nach
draußen gebeten.
o Das Betreten des Bewohnerzimmers durch
Angehörige oder Mitbewohner wird unterbunden.
• Das Bett wird auf eine angenehme Arbeitshöhe gestellt.

Durchführung: • Das zweite Bett wird Seite an Seite an das erste Bett gestellt.
• Die Bettdecke des Bewohners sowie ggf. vorhandene
Lagerungshilfsmittel werden entfernt.
• Der Bewohner wird in eine Rückenlage gebracht. Er soll die
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Arme über dem Brustkorb überkreuzen.

• Die Pflegekraft steht an der Längsseite des ersten Bettes. Der


Bewohner wird ein wenig in Richtung Pflegekraft gekippt.
• Die Pflegekraft kann nun die Rutschmatte bis zur Wirbelsäule
heranziehen. Wenn der Bewohner nicht bekleidet ist, kann ein
Laken untergelegt werden. Damit wird der Kontakt der Haut
mit der Rutschmatte verhindert.
• Der Bewohner wird zurück in die Rückenlage gebracht.

• Die Pflegekraft schiebt den Bewohner nun an Schulter und


Becken vorsichtig in Richtung zweites Bett. Die Bewegung
sollte langsam erfolgen, damit der Bewohner nicht unnötig
geängstigt wird.
• Wenn der Bewohner lange Haare hat, achtet die Pflegekraft
darauf, dass diese nicht in der Rutschmatte eingeklemmt
werden. Ggf. wird ein Kissen oder ein Handtuch unter den
Kopf gelegt.
• Die Pflegekraft wechselt an die andere Bettseite. Sie zieht den
Bewohner noch ein Stück in die Mitte des zweiten Bettes.
• Der Bewohner wird wieder ein Stück in Richtung Pflegekraft
gewendet, damit diese die Rutschmatte entfernen kann.
• Der Bewohner wird nun auf dem Rücken oder in eine andere
beliebige Lagerungsposition gebracht.
• Der Bewohner wird wieder zugedeckt.

(Hinweis: dieser Transfer ist auch mit zwei Pflegekräften möglich. In


diesem Fall steht je eine Pflegekraft an jeder Bettseite.)
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Nachbereitung: • Die Pflegekraft fragt nach dem Befinden des Bewohners.


• Die Klingel wird in Reichweite gelegt.
• Die Lagerung wird im Lagerungs- und Mobilitätsplan
verzeichnet.
• Beobachtungen, etwa Hautveränderungen oder
Schmerzäußerungen, werden dokumentiert und ggf. dem
Hausarzt mitgeteilt.
• Der Kern der Rutschmatte kann mit Wasser und Seife deucht
gereinigt werden. Ggf. erfolgt ein Wischdesinfektion mit
handelüblichen Desinfektionspräparaten. Die Hülle kann mit
60° gewaschen werden.

Dokumente: • Leistungsnachweis
• Lagerungs- und Mobilitätsplan
• Vitaldatenblatt
• Berichtsblatt
• Dokumentenblatt "Meldungen an den Arzt"

Verantwortlichkeit / • alle Pflegekräfte


Qualifikation:
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Standard "Nestlagerungen in der Palliativpflege"


Definition: • In der Sterbephase ändern sich die Anforderungen an die
Lagerung. So tritt die Dekubitusprophylaxe etwas in den
Hintergrund, da mit der Ausprägung eines Druckgeschwürs
nicht mehr zu rechnen ist. Umlagerungen können daher
seltener erfolgen bzw. letztlich komplett unterbleiben. Zudem
wünschen viele Sterbende, in ihrer Lieblingslage zu verbleiben:
Sehr oft ist das die Rückenlage.
• Eine erhöhte Lagerung des Oberkörpers erleichtert die Atmung
und das Abhusten.
• Diese Lagerungstechnik ist üblich etwa in der Versorgung von
Neu- und Frühgeborenen. Sie soll dem Säugling die
Körpergrenzen bewusst machen und ihn "in den Bauch der
Mutter" zurückversetzen.
• Die Nestlagerung hat auch bei vielen Senioren eine
beruhigende Wirkung, da sie ein Gefühl für die eigenen
Körpergrenzen vermittelt. Der Effekt basiert offenbar auf der
Aktivierung von frühkindlichen Erinnerungsfragmenten.

Grundsätze: • In der Sterbephase hat bei der Wahl der Lagerung die
Bequemlichkeit Priorität.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner liegt bequem. Er kann insbesondere gut


schlafen.
• Der Bewohner kann gut atmen.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: Material Wir halten das erforderliche Material bereit:

• zwei Bettdecken, alternativ zwei


Lagerungsschlangen mit einer Länge von zwei
Metern oder zwei große Stillkissen
• ggf. zusätzlich zwei große Kopfkissen

Durchführung: allgemeine • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
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gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten


zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird um 10° bis 15° angestellt.

Nestlagerung
Version 1

• Die Pflegekraft legt zwei Deckenrollen rechts


und links an die Seiten des Bewohners. Die
Enden der Rollen werden am Kopfende
übereinander gelegt. Sie bilden das
Kopfkissen. (Hinweis: Bei unsachgemäßer
Durchführung kann es am Kopf und
insbesondere an den Ohrläppchen zu
Druckschäden kommen.)
• Die Deckenrollen folgen der Körperform. Die
Lagerungshilfsmittel werden also
"anmodelliert".
• Die Füße werden nicht begrenzt. Sie bleiben
frei beweglich, da sonst die Gefahr einer
Tonuserhöhung gegeben ist.
• Der Bewohner kann die Oberarme auf den
Deckenrollen ablegen. Die Hände ruhen auf
dem Bauch.
• Die Pflegekraft legt eine dünne Decke oder
einen Deckenüberzug über den Bewohner (im
Bild weggelassen). Er ist dann von den Füßen
bis über die Schultern zugedeckt. Die Decke
kann an den Seiten unter den Rollen
eingespannt werden.

Nestlagerung
Version 2
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• Die Positionierung der Lagerungshilfsmittel


wird erleichtert, wenn der Bewohner ins Sitzen
im Bett mobilisiert wird.
• Hinter dem Bewohner wird die erste
Deckenrolle auf dem Bett aufgelegt. Der
Bewohner wird nun zurück in die Rückenlage
gebracht. Die Deckenrolle umschließt jetzt im
Halbkreis seinen Rücken. Der Kopf liegt auf
der Deckenrolle.
• Die zweite Deckenrolle wird unter den
Kniekehlen des Bewohners abgelegt. Sie liegt
im Halbkreis um das Gesäß herum.
• Beide Deckenrollen werden soweit wie möglich
unter den Körper geschoben.
• Die Pflegekraft formt das erste Kissen zu
einem "Schiffchen". Sie legt einen Fuß im
Kissen ab. Der Fuß ist seitlich vom Kissen
umschlossen. Der zweite Fuß wird ebenso
versorgt.
• Die Fußsohlen sollten zur Vermeidung einer
Tonuserhöhung frei beweglich bleiben.
• Über den Bewohner wird nun eine Bettdecke
gelegt und rundherum eingesteckt (im Bild
weggelassen).

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Rückenlage bei Hemiplegie"


Definition: Die konventionelle Rückenlage hat im Vergleich zur A-Lagerung
zahlreiche Nachteile:

• Das Dekubitusrisiko ist deutlich erhöht. Vor allem am


Kreuzbein, an der Außenseite der Fersen sowie im Bereich der
Knöchel.
• Es kommt häufig zu einer ungewollten Außenrotation des mehr
betroffenen Beines.
• Die Lagerung hat keinen relevanten therapeutischen Wert.

Grundsätze: • Wir achten das Recht jedes Bewohners auf Selbstbestimmung.


Dazu gehört auch, dass ein Bewohner solche Lagerungen
wählen kann, die nach unserer Überzeugung nicht sinnvoll
sind. Der Bewohner wird jedoch über die Nachteile der
Lagerung informiert.

Ziele: • Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die


Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.

Vorbereitung: Indikation Wir lagern den Bewohner nur unter bestimmten


Bedingungen auf dem Rücken:

• Der Bewohner akzeptiert keine A-Lagerung.


Dieses auch nicht, nachdem wir ihm die
Vorteile dieser Positionierung erklärt haben.
• Der Bewohner ist an die Bobath-
Seitenlagerungen noch nicht gewöhnt bzw.
toleriert diese nicht.
• Der Bewohner ist es gewöhnt, auf dem Rücken
liegend versorgt zu werden.

notwendiges • ein oder zwei zusätzliche Kissen


Material

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
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geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.

Durchführung: • Der Bewohner liegt auf dem Rücken. Auf der mehr betroffenen
Seite sollte ausreichend Platz zur Bettkante frei sein, um dort
ein Kissen zu platzieren.
• Das Kopfteil sollte flachgestellt werden. Ansonsten drohen
krankhafte Haltungs- und Bewegungsmuster. Häufig klagen
Betroffene dann auch über Schmerzen in der Schulter, im
Rücken und in der Hüfte.
• Der Kopf des Bewohners wird mit einem Kissen abgestützt.
• Die Pflegekraft platziert ein Kissen unter der mehr betroffenen
Gesäßhälfte. Sie verhindert damit, dass das Bein in eine
Außenrotation fällt. Dazu winkelt die Pflegekraft das betroffene
Bein an und hält es mit dem Gabelgriff fest. Als nächstes
bewegt sie das Becken zu der weniger betroffenen Seite und
legt ein dünnes Kissen unter. Das sollte bis zum Oberschenkel
reichen und zwischen den Oberschenkeln etwas
herausgezupft werden. Ziel ist die Stabilisierung des Beins in
der Mittelstellung.

(Hinweis: Viele Pflegekräfte korrigieren die Außenrotation durch


Lagerungshilfsmittel am Bein selbst. Dieses ist jedoch riskant, da die
Rotation aus einer Beckenfehlstellung resultiert. In der Folge kann der
Bewohner Druckstellen und Nervenschädigungen erleiden.

• Der mehr betroffene Arm wird mit einem Kissen unterlagert. Er


liegt ausgestreckt in Richtung Bettende und in einer leichten
Außenrotation. Alternativ kann der Arm in Richtung Kopfende
auf einem zusätzlichen Kissen neben dem Kopf des
Bewohners abgelegt werden. Wenn der Bewohner unter einer
Schultergelenkarthrose leidet, muss die Lagerung
entsprechend individuell angepasst werden.
• Die Beine liegen gestreckt. I.d.R. sind weitere
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 38

Lagerungshilfsmittel unter dem Knie oder unter der Wade


verzichtbar.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Lagerung in der Rückenposition"


Definition: • In der Rückenposition lagert das Gewicht auf den zentralen
Massen, also auf dem Kopf, auf dem Oberkörper und auf dem
Becken. Die Extremitäten lassen sich leicht bewegen, dienen
dann aber nicht als Unterstützungsflächen für die
Gewichtsabgabe. Das Gewicht der Beine selbst ruht nur auf
wenigen Flächen. Das Dekubitusrisiko ist folglich deutlich
erhöht. Vor allem am Kreuzbein, an der Außenseite der Fersen
sowie im Bereich der Knöchel.
• Zu den Vorteilen der Position zählt die erleichterte
Kommunikation mit der Umwelt. Zudem ist die Lagerung stabil;
der Bewohner muss keine Kraft aufwenden, um ein Kippen zu
vermeiden.
• Zahlreiche Pflegemaßnahmen aus dem Bereich der
Grundpflege erfordern die Rückenlage.
• Jeder Mensch hat seine eigene bevorzugte Variante der
Rückenlage. Bei der Frage, ob diese individuelle Position
sinnvoll ist, können sich Pflegekräfte an der Körperhaltung im
Stehen orientieren, da diese Haltung auch in der Rückenlage
sinnvoll ist. Der Körper ist symmetrisch, also nicht nach links
oder nach rechts eingeknickt. Kopf, Oberkörper, Beine und
Arme befinden sich auf einer Ebene, sind also nicht nach vorne
oder nach hinten verschoben bzw. abgeknickt. Es gibt keine
übermäßige Innen- oder Außenrotation der Beine. Der Fuß
befindet sich in einer Mittelstellung.

Grundsätze: • Wir achten das Recht jedes Bewohners auf Selbstbestimmung.


Dazu gehört auch, dass ein Bewohner solche Lagerungen
wählen kann, die nach unserer Überzeugung nicht sinnvoll
sind. Der Bewohner wird jedoch über die Nachteile der
Lagerung informiert.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: Indikation / Indikation


Kontraindikation
• Eine Rückenlage kann therapeutisch
sinnvoll sein, etwa bei Wirbelsäulen- oder
bei Beckenschädigungen, sowie nach
Kopfverletzungen.
• Viele Senioren akzeptieren keine andere
Lagerungsposition. Sie drehen sich
selbstständig zurück in die Rückenposition,
sobald die Pflegekraft den Raum verlassen
hat.

Kontraindikation

• Die Rückenlage ist strikt zu vermeiden,


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wenn bereits ein Dekubitus an den


belasteten Positionen vorliegt. Das Gleiche
gilt, wenn der Bewohner nach einer
Risikoabschätzung übermäßig gefährdet ist.
• Bewohner, die zum Schwitzen neigen,
werden in Rückenlage das Hemd schnell
durchfeuchten. Dadurch wird die Haut
geschädigt.

allgemeine • Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und


Maßnahmen Bewegungsplan erstellt. Dieser richtet sich
nach den individuellen Bedürfnissen des
Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der
Lagerungen informiert und um Kooperation
gebeten.
• Die Klingel wird in Reichweite des
Bewohners abgelegt. Der Bewohner wird
gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.

Durchführung: reguläre • Der Kopf sollte hinreichend unterlagert


Rückenlage werden. Dieses ist nicht nur für den
Bewohner angenehmer, sondern erleichtert
auch die Kommunikation mit Pflegekräften
oder mit Besuchern.
• Ohne zwingenden Grund werden die Beine
nicht mit einem Kissen unterlagert. Dadurch
würde die Bewegungsfähigkeit reduziert und
die Druckbelastung im Bereich des
Steißbeins und des Kreuzbeins erhöht.
• Die Ausbildung eines Spitzfußes kann mit
einer Bettkiste, mit einem Schaumstoffblock
oder mit einer Fußstütze vermieden werden.

Rückenlage mit
aufgestelltem
Bein

Das Aufstellen eines Beines (oder beider Beine),


kann dem Bewohner zahlreiche Erleichterungen
verschaffen. Es ist wichtig, das Bein mit einem
seitlich eingelegten Lagerungskissen abzustützen:
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• Das Becken lässt sich leichter bewegen, da


sich der Bewohner mit dem Fuß von der
Matratze abdrücken kann. Da folglich die
Hüfte beweglicher ist, kann der Bewohner
sein Gewicht besser verlagern.
• In der regulären Rückenlage kommt wenig
Luft in den Intimbereich. Die Haut dort ist
feucht, warm und somit anfällig für
Pilzinfektionen. Das Anstellen des Beines
belüftet diesen Bereich.
• Der hintere Abschnitt der Ferse wird von
jedem Auflagedruck entlastet.
• Mit einer Antirutschunterlage können wir
verhindern, dass der Fuß in Richtung
Bettende wegrutscht. Bei Senioren, die das
Bett verlassen können, bieten sich alternativ
Antirutschsocken an. Diese mindern
zusätzlich beim Gehen das Sturzrisiko.

Nachbereitung: • Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.


• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegekräfte
/ Qualifikation:
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Standard "A-Lagerung von Hemiplegie-Patienten"


Definition: • Die A-Lagerung hat gegenüber der herkömmlichen
Rückenlagerung mit einem Kopfkissen zahlreiche Vorteile. Die
Schultergelenke sind (bei richtiger Durchführung) in der
Gelenkpfanne zentriert. Schädliche Dehnungen von
Muskulatur und Bändern werden vermieden. Das Anheben des
Kopfes gelingt mit einer wesentlich geringeren
Kraftanstrengung. Der Bewohner kann seinen eigenen Körper
und den ihn umgebenden Raum besser einsehen.

Grundsätze: • Die A-Lagerung wirkt trivial, ist sie aber nicht. Sie muss mit der
gleichen Sorgfalt durchgeführt werden wie etwa die "Lagerung
auf der betroffenen Seite" oder die "Lagerung auf der weniger
betroffenen Seite". Schon kleine Fehler bei der Lagerung
können die Gesundheit des Bewohners schädigen.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern von Hemiplegiepatienten ist eine anspruchsvolle
Aufgabe, die viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden
Praktikanten, Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur
assistierend eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen.

Ziele: • Der Bewohner kann sein Körpergewicht gleichmäßig auf die


Matratze verteilen. Er liegt nicht im sog. "Hohlkreuz".
• Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die
Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.

Vorbereitung: notwendiges • ein zusätzliches großes Kissen


Material • ggf. zwei kleine Kissen
• ggf. eine Nackenrolle o.Ä.
• ggf. zwei Handtücher

Hinweis: Die Dicke der Kissen für diese Lagerung


kann individuell stark abweichen. Bei manchen
Bewohnern reichen dünne Kissen. Andere Betroffene
benötigen ggf. rechts und links jeweils zwei dicke
Kissen übereinander.
weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende
Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
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wird um Zustimmung gebeten.


• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird flachgestellt. Im weiteren
Verlauf der Maßnahme sollte auf Atemnot des
Bewohners geachtet werden.

Durchführung:

• Die Pflegekraft prüft, ob sich das mehr betroffene Bein in einer


Außenrotation befindet. Eine Außenrotation muss vermieden
werden. Ggf. korrigiert sie die Lagerung des Beines. Ggf. kann
sie das Bein auf Höhe des Trochanters (Hals des
Oberschenkelknochens) mit einem Handtuch unterlagern.

• Die Pflegekraft steht auf der mehr betroffenen Seite des


Bewohners. Sie stützt sich mit einem Knie auf dem Bett ab.
• Die Pflegekraft legt den mehr betroffenen Arm auf dem Bauch
des Bewohners ab. Mit einem kleinen Kissen oder dem Knie
der Pflegekraft wird der Ellenbogen abgestützt, da der Arm
sonst wieder zurück auf das Bett rutschen würde.
• Der Bewohner wird aufgefordert, den weniger betroffenen Arm
auf der Schulter der Pflegekraft abzulegen. (Alternativ: Der
Bewohner legt den Arm ebenfalls auf seinem Bauch ab.)
• Die Pflegekraft hebt den Oberkörper des Bewohners vom Bett
ab. Sie achtet darauf, dass der Kopf diesen Bewegungsablauf
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einleitet und sich noch vor dem Rücken vom Bett abhebt. Ggf.
greift die Pflegekraft in den Nacken des Bewohners und
unterstützt die Bewegung.

• Unter der weniger betroffenen Schulter des Bewohners legt die


Pflegekraft das erste Kopfkissen ab. Das Kissen liegt schräg
im Bett, sodass eine Spitze unter dem Kopf liegt.
• Der Bewohner kann sich nun wieder auf das Bett legen. Ein
Teil seines Körpergewichts wird von dem ersten Kissen
getragen. Gleichzeitig stützt die Pflegekraft seinen Oberkörper.
• Der Bewohner wird aufgefordert, den Kopf zur weniger
betroffenen Seite zu wenden und gleichzeitig vom Bett
abzuheben.

• Die Pflegekraft legt das zweite Kissen unter der mehr


betroffenen Schulter des Bewohners ab. Auch dieses Kissen
liegt schräg. Eine Spitze befindet sich unter dem Kopf des
Bewohners. Beide Kissen bilden nun die Schenkel eines "A".
• Der Kopf des Bewohners kann mit einem zusätzlichen Kissen
unterstützt werden, etwa einem kleinen Nackenkissen.
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• Wenn die Ellenbogen nicht bequem auf dem Kissen aufliegen,


können sie mit jeweils einem weiteren kleinen Kissen
unterstützt werden. Sie müssen aber leicht unterhalb des
Niveaus der Schultern abgelegt werden.
• Der Bewohner liegt nun in Rückenlage mit leicht erhöhtem
Oberkörper, ohne dass das Rückenteil aufgestellt wurde.

• Die Pflegekraft stellt sicher, dass beide Beine entspannt auf


der Matratze aufliegen. Weder die Bauchmuskulatur noch die
Beinmuskulatur sollten beansprucht sein.
• Die Knie dürfen nicht übermäßig stark durchgedrückt sein oder
sich von der Matratze abheben. Falls die Pflegekraft
Hohlräume oder Überstreckungen feststellt, kann sie diese mit
einem gerollten Handtuch oder einem kleinen Kissen
korrigieren.
• Die Pflegekraft prüft mit der Hand, ob der Rücken des
Bewohners korrekt auf den Kissen und der Matratze aufliegt.
Ggf. wird die Lagerung noch einmal korrigiert.
• Die Lage der Füße wird überprüft. Die Vorgaben des
Standards "Spitzfußprophylaxe" werden umgesetzt.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
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• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation: • geschulte Pflegehilfskraft
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Standard "Hemiplegie: Lagerung auf der mehr betroffenen Seite"


Definition: • Die Bobath-Lagerung wird im Rahmen der Rehabilitation von
Bewohnern mit zerebralen Lähmungen genutzt, etwa ausgelöst
durch einen Schlaganfall.
• Durch den Auflagedruck wird die stärker betroffene Seite
stimuliert.
• Der Körper befindet sich in einer Schrittstellung. Damit lässt
sich einerseits das spätere Gehen vorbereiten, gleichzeitig
werden Kontrakturen vermieden.
• Diese Lagerung unterstützt zudem die Aktivität des Bewohners.
Er liegt auf der erkrankten Seite, während die weniger
betroffene Körperhälfte oben liegt. Es kann den gesunden Arm
und das gesunde Bein somit leichter bewegen.
• Die Lagerung auf der betroffenen Seite kann für den Bewohner
auch unangenehm sein. Viele Betroffene haben das Gefühl zu
fallen, da sie auf der unten liegenden Seite nichts spüren.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern nach Bobath ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die
viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen, also etwa die seitliche Drehung
aus eigener Kraft durchführen.

Ziele: • Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die


Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.
• Der Bewohner schafft sich die Grundlage für seine weitere
Mobilisierung. Er erlernt zentrale Bewegungsabläufe etwa für
das Laufen neu.

Vorbereitung: notwendiges • ein oder zwei zusätzliche Kissen


Material • ein oder zwei zusätzliche Bettdecken
• ein Handtuch

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
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• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert


arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird flachgestellt. Im weiteren
Verlauf der Maßnahme sollte auf Atemnot des
Bewohners geachtet werden.

Durchführung: • Weitere Lagerungshilfsmittel und die Bettdecke werden


entfernt. Der Kopf liegt flach auf einem dünnen Kissen.

• Der Bewohner wird so nah wie möglich an die Bettkante der


weniger betroffenen Seite bewegt. Damit stellt die Pflegekraft
sicher, dass sich der Bewohner nach dem Drehen in der Mitte
des Bettes befindet.
• Ablauf:
o Der Bewohner befindet sich in der Rückenlage. Die
Pflegekraft steht am Bett, die betroffene Seite des
Bewohners weist auf sie. Wenn also die linke
Körperhälfte des Bewohners betroffen ist, befindet sich
die Pflegekraft auf der linken Seite des Bettes. Der
Bewohner soll dann auf die rechte Betthälfte transferiert
werden.
o Die Pflegekraft stellt die Beine des Bewohners auf. Die
Füße werden dafür näher an das Gesäß gebracht.
Ober- und Unterschenkel bilden einen 90°-Winkel. Die
Knie weisen zur Decke. Wichtig: Die Pflegekraft greift
dafür zunächst nach dem Fußrücken und dem
Oberschenkel. Von dort leitet sie die Bewegung der
Knie in die Beugung ein. Der Griff nach der Fußsohle
kann Spastiken fördern.
o Die Pflegekraft schiebt das Becken aktiv in Richtung
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Bettkante. Nun wird der Bewohner aufgefordert, den


Oberkörper ebenfalls zur Bettkante zu bewegen. Er wird
ggf. dabei unterstützt.

• Nun wird der Körper auf die Seite gedreht:


o Das Kissen unter dem Kopf des Bewohners wird neu
positioniert. Der Betroffene sollte nach dem Drehen
noch immer mit dem Kopf auf dem Kissen liegen.
Zudem muss Platz für die Schulter und den Arm
geschaffen werden, da sonst ein zu starker Druck auf
den Schultergürtel ausgeübt wird.
o Der betroffene Arm wird parallel zum Körper aber mit
etwas Abstand dazu auf dem Bett abgelegt. Die
Pflegekraft achtet darauf, dass der Arm mit einer
leichten Außenrotation abgelegt wird.
o Die Pflegekraft ergreift nun den gesunden Arm des
Bewohners. Mit sanftem Zug unterstützt sie die
Drehbewegung auf die Seite, an der sich die
Bewohnerin im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv
beteiligt. Insbesondere soll sie den Kopf und den
Oberkörper aus eigener Kraft zur Seite drehen.
o Die Pflegekraft legt die Beine des Bewohners auf dem
Bett ab. Diese bleiben beide zunächst angezogen und
angewinkelt, um die Position des Bewohners zu
stabilisieren.
• Die Pflegekraft geht auf die andere Seite des Bettes. Sie steht
nun hinter dem Rücken des Bewohners.
• Der Kopf wird mit einem dicken Kissen unterstützt. Damit wird
der Druck auf den Schultergürtel reduziert. Ggf. kann ein
dünneres Kissen einmal gefaltet werden.
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• Die Pflegekraft fährt mit beiden Händen unter das Becken und
zieht nun den Bewohner erneut bis zur Bettkante zurück. Sie
bewahrt dabei einen geraden Rücken und geht in die
Schrittstellung. Die Energie für das Zurückziehen gewinnt sie,
indem sie sich zurückfallen lässt (ganz so, als wollte sie sich
auf einen imaginären Stuhl setzen).
• Hinweise:
o Viele Pflegekräfte ziehen den Bewohner nur mit der
Kraft ihrer Arme zur Bettkante zurück. Dieses führt aber
leicht zu einer Überbeanspruchung der Brustwirbelsäule
der Pflegekraft.
o Bei Bewohnern mit erhöhter Dekubitusgefahr muss der
Ablauf besonders vorsichtig erfolgen. Es entstehen
sonst hohe Scherkräfte.
• Das bis vor einigen Jahren übliche Herausziehen der Schulter
sollte unterbleiben, da dieses die Schulterblattmuskulatur
überlasten würde. Die Folge wäre, dass diese die
Stabilisierung nicht mehr unterstützen könnte. Zudem ist es
nicht notwendig, den betroffenen Arm immer gestreckt zu
lassen. Stattdessen kann die Extremität in unterschiedlichen
Positionen gelagert werden. Der Bewohner kann den Arm etwa
einige Zeit auf seinem Bauch ablegen.
• Danach wird der Oberkörper ebenfalls zur Bettkante bewegt.
Die Pflegekraft greift dafür mit einer Hand unter die Schulter
des Bewohners und mit der anderen an das Schlüsselbein. Der
Bewohner soll nun den Kopf anheben. Sein Oberkörper kann
dann mit geringem Kraftaufwand zurückgezogen werden.
• Die Pflegekraft kontrolliert, ob die Sicht des Bewohners durch
das Kissen behindert wird.
• Mit einer Handtuchrolle kann verhindert werden, dass der
Bewohner zurück auf den Rücken rollt. Es wird hinter dem
Rücken und dem Becken positioniert. Bei unruhigen
Bewohnern sollte stattdessen eine weitere Bettdecke oder ein
Kissen genutzt werden. Das Seitenteil wird herauf gefahren.
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• Die Pflegekraft wechselt auf die andere Bettseite und steht nun
vor dem Bewohner. Sie faltet eine Bettdecke entlang der
Längsachse. Es entsteht ein langer, schmaler Schlauch. Die
Bettdecke wird vor der Vorderseite des Bewohners auf dem
Bett abgelegt. Die Dicke dieser Lagerungshilfe sollte an die
Bedürfnisse des Bewohners angepasst werden. Bewohner mit
Rückenproblemen werden eine dickere Decke wünschen als
Bewohner, die im Beckenbereich gut beweglich sind.
• Die Position des Arms und dessen Außenrotation wird ggf.
korrigiert.
• Das betroffene Bein wird etwas durchgestreckt und damit
automatisch auch die Hüfte, um Platz für die
zusammengefaltete Bettdecke zu schaffen. Das weniger
betroffene Bein wird auf der Decke abgelegt.
• Die Pflegekraft wechselt erneut die Bettseite und steht hinter
dem Bewohner. Sie streckt nun erneut das Bein vorsichtig
durch (wobwei aber nicht das Ziel ein völlig durchgestrecktes
Bein ist), das Knie kann leicht angewinkelt bleiben, je nach
dem wie der Bewohner diese Position toleriert. Indikator für die
Akzeptanz ist eine entspannte Beinmuskulatur, die die
Pflegekraft erspüren kann. Ggf. kann der Knöchel des
betroffenen Beines mit einer Handtuchrolle unterstützt werden,
um die Druckeinwirkung zu minimieren.
• Unter dem Kniegelenk und oberhalb der gefalteten Bettdecke
wird ggf. ein Kissen positioniert, das den kompletten
Unterschenkel abstützt. Der Fuß sollte nicht locker
herabhängen, da dieses in der Unterschenkelmuskulatur einen
Dehnungsschmerz verursachen würde.
• Der betroffene Arm wird nun ggf. vorsichtig durchgestreckt und
in eine Außenrotation gebracht. Die Ellenbeuge sollte an die
Decke weisen. Mit einem kleinen Kissen kann die Spannung
auf der Bizepssehne reduziert werden.
• Die Pflegekraft fragt den Bewohner, ob die Lagerung
schmerzfrei ist und korrigiert diese ggf. im Detail.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass kein Gegenstand im Bett
zurückgeblieben ist, der eine Druckstelle auslösen könnte.
• Ggf. wird der Bewohner wieder zugedeckt.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
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• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion


durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Hemiplegie: Lagerung auf der weniger betroffenen Seite"


Definition: • Die Bobath-Lagerung wird im Rahmen der Rehabilitation von
Bewohnern mit zerebralen Lähmungen genutzt, etwa ausgelöst
durch einen Schlaganfall.
• Die Lagerung auf der weniger betroffenen Seite kommt den
Schlafgewohnheiten vieler Senioren entgegen.
• Vorteilhaft ist die Option für den Bewohner, die Lage
eigenständig verändern zu können, da er das weniger
betroffene Bein und den weniger betroffenen Arm direkt auf der
Matratze abstützen kann.
• Nachteilig ist, dass der Aktionsspielraum im Bett eingeschränkt
wird. Der Arm etwa, mit dem ein Greifen noch möglich wäre,
kann nicht genutzt werden, da er unter einem Kissen gelagert
wird.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern nach Bobath ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die
viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen, also etwa die seitliche Drehung
aus eigener Kraft durchführen.

Ziele: • Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die


Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.
• Der Bewohner schafft sich die Grundlage für seine weitere
Mobilisierung. Er erlernt zentrale Bewegungsabläufe etwa für
das Laufen neu.

Vorbereitung: notwendiges • ein oder zwei zusätzliche Kissen


Material • eine zusätzliche Bettdecke
• ein Handtuch

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 54

geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird flachgestellt. Im weiteren
Verlauf der Maßnahme sollte auf Atemnot des
Bewohners geachtet werden.

Durchführung: • Weitere Lagerungshilfsmittel und die Bettdecke werden


entfernt.
• Der Bewohner befindet sich in der Rückenlage. Die Pflegekraft
steht am Bett, die betroffene Seite des Bewohners weist auf
sie. Wenn also die linke Körperhälfte des Bewohners betroffen
ist, befindet sich die Pflegekraft auf der linken Seite des Bettes.
Der Bewohner soll dann auf die rechte Betthälfte transferiert
werden.

• Die Pflegekraft faltet eine Bettdecke zwei- oder dreimal entlang


der Längsachse. Es entsteht ein langer, schmaler Schlauch.
Die Decke wird entlang der weniger betroffenen Seite auf der
Matratze abgelegt. Sie liegt parallel zum Körper und reicht bis
knapp unter die Schultern.
• Die Pflegekraft stellt die Beine des Bewohners auf. Die Füße
werden dafür näher an das Gesäß gebracht. Ober- und
Unterschenkel bilden einen 90°-Winkel. Die Knie weisen zur
Decke. Wichtig: Die Pflegekraft greift dafür zunächst nach dem
Fußrücken und der Kniekehle. Von dort leitet sie die Bewegung
der Knie in die Beugung ein. Der Griff nach der Fußsohle kann
Spastiken fördern.
• Die Pflegekraft legt die Beine auf der Matratze ab und
verhindert damit, dass diese unkontrolliert zur Seite fallen,
sobald sie die Knie loslässt.
• Die Pflegekraft legt ein zusätzliches Kissen unter die Schulter
der mehr betroffenen Seite. Der Bewohner hat durch diese
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Lagerung bereits eine leichte Seitenlage erreicht und kann


zudem nicht mehr in die Rückenlage zurückfallen.
• Die Pflegekraft wechselt auf die andere Bettseite und steht nun
vor der Vorderseite des Bewohners.

• Die Pflegekraft legt beide Arme des Bewohners auf der vor ihm
zusammengefalteten Bettdecke ab.
• Die zusammengefaltete Bettdecke wird etwas vorgezogen,
sodass die Knie von der Decke herunterrutschen. Der Ober-
und der Unterschenkel der weniger betroffenen Seite liegen
nun direkt auf der Matratze. Das betroffene Bein lagert auf dem
weniger betroffenen Bein. Beide Beine bleiben angewinkelt und
angezogen. Der Bewohner erreicht also eine komplette
Seitenlage auf der weniger betroffenen Körperhälfte.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der betroffene Arm weiterhin
auf der Bettdecke Halt findet und korrigiert ggf. die Position.
• Die Pflegekraft wechselt die Seiten und steht nun hinter dem
Rücken des Bewohners. Sie fasst mit beiden Händen unter das
Becken des Bewohners und zieht dieses in die Mitte des
Bettes zurück. Sie bewahrt dabei einen geraden Rücken und
geht in die Schrittstellung. Die Energie für das Zurückziehen
gewinnt sie, indem sie sich zurückfallen lässt (ganz so, als
wollte sie sich auf einen imaginären Stuhl setzen).
• Hinweise:
o Viele Pflegekräfte ziehen den Bewohner nur mit der
Kraft ihrer Arme zur Bettkante zurück. Dieses führt aber
leicht zu einer Überbeanspruchung der
Brustwirbelsäule der Pflegekraft.
o Bei Bewohnern mit erhöhter Dekubitusgefahr muss der
Ablauf besonders vorsichtig erfolgen. Es entstehen
sonst hohe Scherkräfte.
• Die Lage des Kissens im Rücken des Bewohners wird
korrigiert. Es sollte vom Schulterblatt bis zum Gesäß reichen.
Richtig positioniert stabilisiert es die Seitenlage des
Bewohners.
• Die Pflegekraft wechselt auf die andere Bettseite und steht nun
vor der Vorderseite des Bewohners.
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• Das betroffene Bein wird auf der zusammengefalteten


Bettdecke abgelegt. Die Decke wird dabei näher an den Körper
gebracht. Sie schiebt dabei das weniger betroffene Bein
zurück, das folglich teilweise durchgestreckt wird. Dadurch wird
ein unkontrolliertes Kippen des Bewohners in die Bauchlage
vermieden und der mehr betroffene Oberschenkelkopf wird in
der Gelenkpfanne gehalten.
• Jetzt kann das weniger betroffene Bein ggf. noch weitergehend
durchgestreckt werden.
• Der Bewohner wird nun immer weiter in Richtung Bauchlage
bewegt. Die Pflegekraft korrigiert dafür die Lage des
betroffenen Beines auf der Bettdecke, das Kissen im Rücken
des Bewohners und die Position des Oberkörpers.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Kopf in einer bequemen
Position liegt, insbesondere sollte die Sicht nicht durch das
Kissen behindert sein.

• Der betroffene Arm kann nun auf verschiedene Weise gelagert


werden, etwa indem er auf dem weniger betroffenen Arm
aufliegt. Der Oberarm kann dabei mit einem gefalteten
Handtuch unterstützt werden. Der betroffene Arm kann
alternativ auf der zusammengerollten Decke liegen.
• Das Seitenteil wird ggf. herauf gefahren.
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• Die Pflegekraft fragt den Bewohner, ob die Lagerung


schmerzfrei ist und korrigiert diese ggf. im Detail.
• Die Lage des Bewohners kann von einer Fast-Bauchlage
(135°) hin in Richtung einer reinen Seitenlage (90°) korrigiert
werden.
o In diesem Fall muss der betroffene Unterschenkel mit
einem weiteren untergelegten Kissen unterstützt
werden.
o Zudem ändert sich die Position des betroffenen Armes.
Der Oberarm liegt auf der Flanke des Oberkörpers. Der
Unterarm wird mit einem Kissen unterstützt und in eine
leichte Außenrotation gebracht.
o Der Bewohner benötigt ein Kissen oder eine Decke in
seinem Rücken, um die Position zu halten.
o Der Fuß sollte nicht locker herabhängen, da dieses in
der Unterschenkelmuskulatur einen Dehnungsschmerz
verursachen würde.
o Der Wechsel von der Fast-Bauchlage zur Seitenlage
und zurück kann genutzt werden, um die
Druckbelastung der Haut im Rahmen der
Dekubitusprophylaxe zu verlagern.
o Der Auflagedruck in der 30°-Seitenlage ist besonders
gering und erlaubt längere Lagerungsintervalle.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Pneumonieprophylaxe: V-A-T-I-Lagerungen"


Definition: • Wenn Bewohner längere Zeit bettlägerig sind, mindert dieses
die Belüftung in der Lunge. Gleichzeitig sammelt sich dort
Sekret an, das der Bewohner nur mit Mühe aushusten kann.
• Bei V-A-T-I-Lagerungen werden bestimmte Lungenbereiche
durch gezielte Hohllagerungen gedehnt und dadurch besser
belüftet. Zu den V-A-T-I-Lagerungen zählen:
o V-Lagerung zur Belüftung der unteren Lungenbereiche
o A-Lagerung zur Belüftung der oberen Lungenbereiche
o T-Lagerung zur Belüftung aller Lungenbereiche
o I-Lagerung zur Belüftung aller Lungenbereiche bei
schmalen Bewohnern
• Die jeweilige Bezeichnung ist abgeleitet aus der Position der
Kissen auf der Matratze. Bei der T-Lagerung bilden die beiden
Kissen ein "T", bei der V-Lagerung ein "V" usw.

Grundsätze: • Die V-A-T-I-Lagerungen sind nicht als Dauerlagerungen


geeignet.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.


• Die Atemfläche wird vergrößert.
• Die Atmung des Bewohners wird erleichtert.
• Die Belüftung der Flanken wird intensiviert.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.
• Der Gasaustausch wird gefördert.
• Die Beweglichkeit des Brustkorbes wird verbessert.

Vorbereitung: Hinweise • Die Lagerungszeiten sind in diesem


Standard mit 10 bis 20 Minuten relativ
kurz angegeben. In der Fachliteratur
werden oft auch Lagerungszeiten von 30
Minuten empfohlen. Aufgrund der
Druckbelastung sollte eine halbe Stunde
die absolute Obergrenze bleiben.
• Die V-A-T-I-Lagerungen können für den
Bewohner nach kurzer Zeit unangenehm
werden. Daher ist es wichtig, dass die
Pflegekräfte den Bewohner in kurzen
Abständen nach dem Befinden fragen und
ggf. umlagern. In keinem Fall darf ein
hilfloser und immobiler Bewohner über
längere Zeit in diesen
Lagerungspositionen allein gelassen
werden.
• Wenn die Lagerungen erstmals
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durchgeführt werden, ist es sinnvoll,


einige Minuten beim Bewohner zu
bleiben. Der Bewusstseinszustand und
vor allem die Atmung sollten überwacht
werden. Wenn sich der Bewohner unwohl
fühlt, werden die Kissen wieder entfernt.
• Beim Falten der Kissen ist darauf zu
achten, dass sich die Knöpfe innen
befinden und nicht auf der Haut des
Bewohners aufliegen.

Material • Notwendig sind zwei Federkissen. Wir


achten darauf, dass die Kissen nicht zu
prall gefüllt sind.
• Mit einem kleineren Kissen kann
zusätzlich der Kopf unterstützt werden,
falls der Bewohner dieses wünscht.
Dieses Kopfkissen sollte vergleichsweise
gut gefüllt sein.

Planung • Wir ermitteln per Braden-Skala die


individuelle Dekubitus-Gefährdung. Ist das
Risiko erhöht, sind verschiedene V-A-T-I-
Lagerungstechniken nicht möglich.
• Bei allen V-A-T-I-Lagerungen können die
Knie mit einem unterlegten Kissen
unterstützt werden, falls der Bewohner
dieses wünscht. Die Beugung sollte rund
15° erreichen.
• Es ist wichtig, auf die Druckbelastung an
den Fersen zu achten und ggf. geeignete
Lagerungstechniken anzuwenden.
• Für den Bewohner wird ein Lagerungs-
und Bewegungsplan erstellt. Dieser richtet
sich nach den individuellen Bedürfnissen
des Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der
Lagerungen informiert und um
Kooperation gebeten.
• Die Klingel wird in Reichweite des
Bewohners abgelegt. Der Bewohner wird
gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.

Durchführung: V-Lagerung
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Indikation: • Mittels V-Lagerung lässt sich die


Belüftung der seitlichen Thoraxbereiche
intensivieren. Der seitliche Brustkorb wird
dazu gedehnt.
• Auch die unteren Lungenbezirke werden
durch Dehnung belüftet.
• Diese Lagerung kann sowohl im Liegen
als auch in einer mäßigen
Oberkörperhochlage durchgeführt
werden.
• Die Lagerung kann mehrmals täglich für
jeweils 10 bis 20 Minuten durchgeführt
werden.

Warnungen / • Durch die V-Lagerung wird der Druck im


Kontraindikationen Kreuzbeinbereich verstärkt. Sie darf daher
nicht bei Senioren mit hohem Dekubitus-
Risiko angewandt werden.

Durchführung • Der Bewohner sitzt auf der Matratze mit


dem Gesicht zum Fußende. Hinter ihm
werden die Kissen platziert.
• Die Kissen werden zu Schiffchen gefaltet.
• Zwei Kissen bilden ein V, das zum
Fußende zeigt. Die Spitze des V befindet
sich direkt unter dem Kreuzbeinbereich.
Die beiden Schenkel des V ziehen sich
zur rechten und zur linken Schulter.
• Der Kopf wird ggf. mit einem zusätzlichen
Kopfkissen unterstützt.

A-Lagerung
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Indikation • Mit der A-Lagerung können gezielt die


Lungenspitzen intensiver belüftet werden.
Dazu werden die Flanken unterstützt und
die oberen Lungenbereiche gedehnt.
• Die A-Lagerung kann als Hohllagerung
auch im Rahmen der
Dekubitusprophylaxe eingesetzt werden.
Mit dieser Technik kann eine weitgehende
Druckentlastung im Sakralbereich erzielt
werden. Sie ist daher für alle Bewohner
sinnvoll, die in diesem Hautbereich
Hautrötungen, Verletzungen oder bereits
Druckgeschwüre haben.
• Sinnvoll ist die A-Lagerung zudem nach
Operationen im Thoraxbereich, wenn eine
Wunde vor Druck geschützt werden soll.
• Diese Lagerung kann sowohl im Liegen
als auch in einer mäßigen
Oberkörperhochlage durchgeführt
werden.
• Die Lagerung kann mehrmals täglich für
jeweils 10 bis 20 Minuten durchgeführt
werden.
• Diese Lagerung wird von den meisten
Senioren als sehr angenehm empfunden.

Warnungen / • Die A-Lagerung kann bei kleinen


Kontraindikationen Bewohnern mit schmalem Körperbau
ungewollt zu einer Hohlkreuzlagerung
führen. Ggf. sollte daher die I-Lagerung
bevorzugt werden.
• Bei Hemiplegie-Patienten ist diese
Lagerung kontraindiziert, da die nach
hinten fallenden Schultern eine Spastik
fördern können.

Durchführung • Der Bewohner sitzt auf der Matratze mit


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dem Gesicht zum Fußende. Hinter ihm


werden die Kissen platziert.
• Die Kissen werden zu Schiffchen gefaltet.
Die Öffnungen zeigen nach außen. Wir
fördern damit Mikrobewegungen.
• Die beiden schmalen Kissen werden so
nebeneinander platziert, dass sich die
beiden Spitzen überlappen. Sie bilden die
beiden Schenkel eines "A".
• Der Bewohner wird nun so gelagert, dass
seine Schulterblätter direkt auf der Spitze
des "A" liegen. Die Wirbelsäule liegt ab
der Höhe des 4. Halswirbels frei.
• Die Arme werden auf den Kissen
abgelegt. (Diese Position ist auch als
"Pascha-Sitz" bekannt.)
• Ein zusätzliches Kopfkissen unterstützt
den Kopf des Bewohners.
• Diese Lagerung kann alternativ auch mit
einer gerollten Decke oder einer sog.
"Lagerungsschlange" durchgeführt
werden.

T-Lagerung

Indikation • Mit der T-Lagerung lässt sich der


Brustkorb dehnen. Abhängig von der
Platzierung des Querkissens werden vor
allem die unteren, mittleren oder oberen
Lungenabschnitte gedehnt und somit
belüftet.
• Die T-Lagerung wird nur dann im Rahmen
der Dekubitusbehandlung eingesetzt,
wenn eine Druckfreiheit an den
Schulterblattspitzen und am unteren
Rippenrand erforderlich ist.
• Diese Lagerung kann sowohl im Liegen
als auch in einer mäßigen
Oberkörperhochlage durchgeführt
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werden.
• Die Lagerung kann mehrmals täglich für
jeweils 10 bis 20 Minuten durchgeführt
werden.

Warnungen / • Durch die T-Lagerung wird der Druck im


Kontraindikationen Kreuzbeinbereich verstärkt. Sie darf daher
nicht bei Senioren mit hohem Dekubitus-
Risiko angewandt werden.

Durchführung • Der Bewohner sitzt auf der Matratze mit


dem Gesicht zum Fußende. Hinter ihm
werden die Kissen platziert.
• Zwei Kissen werden zu einem T geformt.
Der Querträger des T wird von einem
Kissen gebildet, das sich von der rechten
Schulter zu linken zieht. Der Längsbalken
des T verläuft entlang der Wirbelsäule.
Die Rippen liegen frei.
• Das Querkissen kann bei der Bedarf
höher (in Richtung Kopfende) oder tiefer
(in Richtung Fußende) geschoben
werden.
• Ein zusätzliches Kopfkissen unterstützt
ggf. den Kopf des Bewohners.

I-Lagerung

Indikation • Die I-Lagerung führt zu einer mäßigen


Dehnung des gesamten Brustraumes. In
Ihrer Funktion ähnelt sie der T-Lagerung,
allerdings ist der Auflagedruck höher.
Dieses liegt am weggelassenen
Querkissen. Die Schulter fallen daher
noch weiter nach hinten.
• Sie wird hauptsächlich bei Bewohnern mit
kleinem Körperbau als Alternative zur A-
Lagerung genutzt.
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• Diese Lagerung kann sowohl im Liegen


als auch in einer mäßigen
Oberkörperhochlage durchgeführt
werden.
• Die Lagerung kann mehrmals täglich für
jeweils 10 Minuten durchgeführt werden.

Warnungen / • Durch die I-Lagerung wird der Druck im


Kontraindikationen Kreuzbeinbereich verstärkt. Sie darf daher
nicht bei Senioren mit hohem Dekubitus-
Risiko angewandt werden.
• Die I-Lagerung wird von den meisten
Senioren als besonders unbequem
beschrieben. Auch ist die Lagerung recht
instabil. Sie sollte daher nur mit
Augenmaß eingesetzt werden.

Durchführung • Der Bewohner sitzt auf der Matratze mit


dem Gesicht zum Fußende. Hinter ihm
werden die Kissen platziert.
• Ein Kissen wird schiffchenförmig gefaltet.
Es wird so abgelegt, dass sich die
Wirbelsäule direkt darüber befindet,
sobald sich der Bewohner zurücklegt.
• Ein zusätzliches Kopfkissen unterstützt
ggf. den Kopf des Bewohners.

Nachbereitung: • Die Lagerungen können für den Bewohner nach kurzer Zeit
unangenehm werden. Daher ist es wichtig, dass die
Pflegekräfte den Bewohner in kurzen Abständen nach dem
Befinden fragen und ggf. umlagern. In keinem Fall darf ein
hilfloser und immobiler Bewohner über längere Zeit in diesen
Lagerungspositionen allein gelassen werden.
• Wenn die Lagerungen erstmals durchgeführt werden, ist es
sinnvoll, einige Minuten beim Bewohner zu bleiben. Der
Bewusstseinszustand und vor allem die Atmung sollten
überwacht werden. Wenn sich der Bewohner unwohl fühlt, wird
er wieder in die normale Rückenlage gebracht.
• Viele Senioren fühlen sich in diesen Lagerungen wie
"festgenagelt", da in dieser Haltung keine Freizeitbeschäftigung
oder soziale Interaktion möglich ist. Es ist daher darauf zu
achten, dass sich der Bewohner während der Maßnahme nicht
langweilt. Die Pflegekraft stellt daher ggf. das Radio, den
Fernseher o.Ä. an.
• Nach Abschluss der Drehdehnlagerung kann der Bewohner
sehr einfach in eine Seitenlagerung gebracht werden (sofern
keine Dekubitusgefährdung vorliegt!).
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
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Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Bauchlage"
Definition: Die Bauchlage ähnelt in ihrer Wirkung der 135°-Lagerung, bringt
jedoch einige zusätzliche Nachteile mit sich. So sind die
Bewegungsfreiheit und das Blickfeld eingeschränkt. Insbesondere
adipöse Senioren klagen häufig über eine erschwerte Atmung.
Die Bauchlage lindert Spastiken, entlastet die Körperrückseite vom
Auflagedruck und bringt das Hüftgelenk in eine 0°-Stellung.
Die Bauchlagerung wird auch zur Therapie von Lungenerkrankungen
eingesetzt. Der wiederholte Wechsel von der Rücken- in die
Bauchlage und zurück führt zu einer intensivierten Belüftung
unterschiedlicher Lungenabschnitte. Vor allem erleichtert diese
Lagerung das Abhusten von Bronchialsekret.

Grundsätze: Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Bei Risikopatienten werden daher Praktikanten,
Bufdis oder Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: Der Bewohner liegt bequem. Er kann insbesondere gut schlafen.


Die Entwicklung eines Dekubitus wird vermieden.
Etwaige Kontrakturen werden gelindert.
Der Bewohner kann problemlos atmen.
Der Bewohner kann seine Position selbstständig oder mithilfe der
Pflegekräfte unverzüglich ändern, wenn ihm die Bauchlage unbequem
wird.

Vorbereitung: Indikation / • Wir nutzen die Bauchlagerung unter


Kontraindikation verschiedenen Umständen:
o Die Bauchlagerung ist für den
Bewohner die bevorzugte
Schlafposition.
o Der Bewohner hat sich einem
operativen Eingriff unterzogen;
insbesondere einer Hämorrhoiden-
Operation.
o Der Bewohner leidet unter
Druckgeschwüren im Bereich des
Rückens oder des Gesäßes. Die
Bauchlagerung wird als
Entlastungslagerung benötigt.
o Der Rücken oder der Gesäßbereich
muss für Pflegemaßnahmen erreicht
werden, etwa für einen
Verbandswechsel.
o Der Bewohner leidet unter
Kontrakturen, die durch eine
Korrekturlagerung gemildert werden
können.
o Der Bewohner leidet unter
Bandscheibenschäden.
• Bei erheblicher Herzinsuffizienz kann die
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Bauchlage nicht genutzt werden.


• Viele Senioren sind "Rückenschläfer" und
lehnen die Bauchlagerung ab.
• Bei Bewohnern mit Atembeschwerden kann
die Bauchlage Ängste und Atemnot
auslösen.

Material und • Die Matratze sollte möglichst hart sein. Eine


Organisation weiche Matratze ist i.d.R. für eine
Bauchlagerung nicht geeignet. Wir
beachten jedoch das ggf. gesteigerte
Dekubitusrisiko, das von harten Matratzen
ausgeht.
• Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und
Bewegungsplan erstellt. Dieser richtet sich
nach den individuellen Bedürfnissen des
Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der
Lagerung informiert und um Kooperation
gebeten.

Durchführung: • Das Kopfteil des Bettes wird flach gestellt.


• Der Kopf des Bewohners liegt auf der Matratze. Der Bewohner
blickt nach rechts oder nach links.
• Die Wirbelsäule sollte gerade sein. Wenn der Bewohner unter
einem ausgeprägten Hohlkreuz leidet, wird seine Liegeposition
korrigiert. Wir unterlagern dafür den Körper vom unteren
Rippenrand beiderseits bis zum vorderen oberen
Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior).

• Die Arme werden in eine Position gebracht, die der Bewohner


als angenehm empfindet, etwa in eine Neutral-Null-Stellung,
die Abduktion, Elevation oder in eine Außenrotation.
• Wenn möglich wird das Fußende des Bettes ausgebaut. Die
Fußspitzen befinden sich außerhalb des Bettes und weisen
zum Fußboden. Der Fuß ist also in einer Neutral-Null-Stellung.
Wenn das Bettende nicht entfernt werden kann, wird der Fuß
im Bereich der oberen Sprunggelenke unterlagert.

Nachbereitung: fortlaufende Die Position des Bewohners wird regelmäßig leicht


Anpassung: verändert:

• Der Kopf des Bewohners wird von der


rechten zur linken Seite und zurück
gewendet, sofern dieses akzeptiert wird.
• Die Arme werden in unterschiedlichen
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Positionen abgelegt.

Weitere • Die Klingel wird in Reichweite des


Maßnahmen: Bewohners abgelegt. Der Bewohner wird
gebeten, bei Schmerzen oder bei Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und
Bewegungsplan dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der
Gesundheit oder des Verhaltens des
Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Pflege von Senioren mit einem Bandscheibenvorfall"


Definition: • Ein lumbaler Bandscheibenvorfall (auch Bandscheibenprolaps,
Diskushernie, Diskusprolaps) ist eine Schädigung des
Knorpelgewebes, das die Bandscheiben ummantelt. In der Folge
verwölbt sich das Gewebe oder tritt gar in die
Zwischenwirbellöcher oder in den Wirbelkanal aus. Es entsteht
ein Druck auf die Rückenmarksnervenwurzeln, was zu einem
erheblichen Schmerzempfinden des Bewohners führt. Am
häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule
auf. Die Halswirbelsäule ist seltener betroffen, die
Brustwirbelsäule praktisch nie.
• Die möglichen Auslöser für einen Bandscheibenvorfall sind:
o Abnutzung des Knorpels bis zum völligen Verfall der
Knorpelschicht bei Senioren
o dauerhafte Fehlbelastung
o hormonelle Einflüsse
o angeborene Knorpelschwäche
o Übergewicht
o sportliche Überbelastung
o ungenügend ausgeprägte, verhärtete oder verkrampfte
Muskulatur
o plötzliche schädigende Bewegungen, wie etwa schweres
Heben, Bücken oder Drehen

Grundsätze: • Das entscheidende Element zur Gesundung des Bewohners ist


die Physiotherapie. Wir stellen sicher, dass der Bewohner ein
systematisches und regelmäßiges Training erhält.
• Ebenso wichtig ist die Motivation des Bewohners, seine
Lebensführung zu ändern. Dazu zählen insbesondere eine
Reduktion von etwaigem Übergewicht sowie eine intensivierte
körperliche Aktivität.
• Alle Maßnahmen werden umfassend mit dem behandelnden
Hausarzt abgesprochen.
• Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapieform
liegt einzig beim Bewohner bzw. bei dessen Betreuer.
• Jeder Bewohner hat das Recht auf eine optimale
Schmerzmittelversorgung und eine angemessene Versorgung mit
Hilfsmitteln.

Ziele: • Eine akute Gesundheitsgefahr wird schnell erkannt und


abgewendet.
• Der Bewohner wird vor dauerhaften Schädigungen geschützt.
• Der Bewohner erleidet keine unnötigen Schmerzen.
• Der Heilungsprozess wird unterstützt.
• Die Beweglichkeit, die Koordinationsfähigkeit und die Kraft des
Bewohners werden wieder hergestellt.

Vorbereitung: allgemeine • Die korrekte Pflege von Senioren mit


Maßnahmen einem Bandscheibenvorfall wird
regelmäßig per Pflegevisite überprüft.
• Wir bilden unsere Mitarbeiter
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regelmäßig weiter und halten aktuelle


Fachliteratur bereit.
• Wir halten insbesondere folgende
Hilfsmittel bereit:
o Sitz- und Stehhilfen
o Stehpult
• ausreichend hoher Arbeitstisch

achten auf Symptome Wir achten auf Symptome, die für einen
Bandscheibenvorfall sprechen:

• plötzlich auftretende Schmerzen und


Bewegungseinschränkungen etwa im
Bereich der unteren Wirbelsäule
• der Bewohner klagt über einen
"Hexenschuss"
• ausstrahlende Schmerzen bis in die
unteren Extremitäten
• beim Husten, Pressen oder Niesen
Zunahme der Schmerzen
• weit reichende Sensibilitätsstörungen,
die vom Bewohner selbst oft nicht
bemerkt werden
• schwache oder fehlende Reflexe,
insbesondere Knie- oder
Achillessehnenreflex
• Schonhaltung, insbesondere Liegen im
Bett mit angezogenen Beinen
• ggf. Lähmungen

achten auf das Wir achten auf Symptome, die für eine
Kaudasyndrom Schädigung des Cauda equina (ein
Nervenfaserbündel im Bereich der unteren
Lendenwurzeln) sprechen. In einem solchen
Fall ist eine unverzügliche Einweisung in ein
Krankenhaus notwendig. Ein nicht erkanntes
oder zu spät operiertes Kaudasyndrom kann
eine Blasenlähmung zur Folge haben.

• heftige Schmerzen
• schlaffe Lähmung mit Schmerzen und
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Sensibilitätsstörungen
("Reithosenanästhesie") an den unteren
Extremitäten
• oft Blasen- und Mastdarmstörungen
• Potenzstörung

achten auf einen Wir achten auf Symptome, die auf einen
medialen Bandscheibenvorfall im
Bandscheibenvorfall in Halswirbelsäulenbereich schließen lassen.
der Halswirbelsäule Dieser erfordert eine sofortige klinische
Behandlung:

• Schmerzen in der Schulter und im Arm,


die sich beim Drehen des Kopfes
verstärken
• Empfindungsstörungen
• Muskelschwäche in Schulter und Arm

Diagnostik Wenn hinreichende Anzeichen für einen


Bandscheibenvorfall bestehen, leiten wir (ggf.
unverzüglich) eine umfassende ärztliche
Untersuchung ein:

• Röntgen
• Computertomographie
• Kernspintomographie

Durchführung: allgemeine • Der Bewohner sollte eine hochwertige


Maßnahmen und harte Matratze bevorzugen. Ggf.
kann das Durchhängen der Wirbelsäule
mit einem Brett unter der Matratze
vermieden werden. Ggf. nutzen wir ein
weiteres Kissen unter dem Rücken, um
den Auflagedruck besser zu verteilen.
• Die Pflegekraft beobachtet den
Bewohner und macht ihn auf schädliche
Bewegungsabläufe aufmerksam.
• Die Pflegekraft demonstriert dem
Bewohner, wie er sich rückenschonend
im Bett drehen kann. Auch das
Aufstehen aus dem Bett kann geübt
werden.
• Dem Bewohner wird eine entspannende
Atemtechnik demonstriert.
• Der Bewohner sollte lange
Spaziergänge auf hartem Untergrund
vermeiden. Eine Wanderung im Wald ist
besser als ein Marsch über Asphalt.
• Die Pflegekraft leitet den Bewohner an,
beim Sitzen auf einen geraden Rücken
zu achten.
• Der Bewohner sollte das Sitzen in
weichen Sesseln vermeiden und eine
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Bank oder einen Stuhl bevorzugen. Ggf.


kann geprüft werden, ob ein
keilförmiges Sitzkissen den Sitzkomfort
steigert.
• Die Körperhaltung und die Bewegungen
des Bewohners werden überwacht. Für
den Rücken ungünstige Abläufe werden
angesprochen und korrigiert.
• Der Bewohner erhält eine angemessene
medikamentöse Behandlung. Diese
umfasst
o Schmerzmittel mit
entzündungshemmender
Wirkung (nichtsteroidale
Antiphlogistika wie etwa
Diclofenac)
o muskelentspannende Wirkstoffe
(etwa Musaril oder Diazepam)
o allgemeine Schmerzmittel (wie
etwa Paracetamol)
o lokale Schmerzanästhesie
• Wir bitten um eine ausreichend
bemessene Bedarfsmedikation.
• Wir stehen alternativen
Behandlungsmethoden neutral
gegenüber, wenn der Bewohner diese
wünscht. Dazu zählen insbesondere
Entspannungstechniken, fernöstliche
Heilmethoden, Homöopathie,
Osteopathie sowie Chiropraktik.
• Der Bewohner sollte einen normalen
BMI anstreben und sein
Ernährungsverhalten entsprechend
umstellen.
• Der Bewohner sollte keine engen Jeans
oder unnötig im Rücken wärmende
Kleidung tragen.
• Der Bewohner sollte gute Schuhe mit
elastischer Sohle und gutem Sitz tragen.
Hohe Absätze sollten vermieden
werden. Die Schuhe sollten am
Vormittag gekauft werden, da die Füße
im Laufe des Tages anschwellen
können. Auch die Druckempfindlichkeit
ist am Abend größer.
• Der Bewohner darf in der Badewanne
nicht allein gelassen werden. Eine
unerwartete Schmerzattacke könnte ihn
am Aussteigen hindern und in Panik
versetzen. Eine Pflegekraft darf den
Bewohner nur dann baden, wenn sie
körperlich in der Lage ist, den Senioren
im Notfall aus der Wanne zu
mobilisieren. Dieses ist ggf. auch mittels
eines Lifters möglich.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 73

• Wenn der Bewohner plötzlich keinerlei


Schmerzen mehr hat und gleichzeitig
Lähmungen auftreten, ist dieses ein
Anzeichen für einen "Wurzeltod". Es
wird umgehend der Arzt alarmiert.

Pflege während einer • Der Bewohner sollte zunächst Bettruhe


ambulanten einhalten.
konservativen • Häufig bringt eine durchgängige
Behandlung Stufenlagerung eine deutliche
Entlastung. Ansonsten wird der
Bewohner flach druckentlastend
gelagert.

• Es werden keine Massagen


durchgeführt.
• Wärme- und Kältebehandlungen der
betroffenen Rückenregion können das
Schmerzempfinden deutlich senken, vor
allem Heublumensack, Fango, Aconit-
Öl-Wickel, Arnikawickel usw. (Achtung:
Bei Wärmeanwendungen drohen
aufgrund der Sensibilitätsstörungen
Verbrennungen.)
• In vielen Fällen können eine
Elektrotherapie, Hydrotherapie oder
lokale Salbenanwendungen den
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 74

Zustand des Bewohners verbessern.


• Ggf. prüfen wir die Wirksamkeit
alternativer Heilmethoden wie
Akupunktur, Shiatsu oder Schröpfen.
• Wir prüfen, ob eine Extension per
Glisson-Schlinge sinnvoll ist.
• Alle Prophylaxen werden sorgfältig
umgesetzt, insbesondere die
Kontrakturen-, Dekubitus- und
Thromboseprophylaxen. Beim Einsatz
von Muskelrelaxanzien wird auch der
Standard "Sturzprophylaxe" ausgeführt.
• Wir regen die Durchführung der
Rückenschule an.
• Wir stellen auf Wunsch den Kontakt zu
einer Selbsthilfegruppe her.
• Aufgrund der Sensibilitätsstörung
können sich leichter Verbrennungen
ereignen, etwa durch eine heiße
Wärmflasche.

Pflege nach einer • Es ist mit einem zeitweiligen


Bandscheibenoperation Kontrollverlust der Blasenfunktion zu
rechnen. Dieses erfordert eine
umfassende Inkontinenzversorgung.
• Der Bewohner wird für einige Wochen
nicht sitzen dürfen. Er wird daher ggf. im
Stehen oder Liegen essen müssen. Wir
prüfen, ob der Bewohner stehend am
hochgefahrenen Nachttisch essen kann.
• Das Pflegebett wird auf eine Höhe
gefahren, die ein besonders einfaches
Ein- und Aussteigen ermöglicht.
• Der Bewohner wird für einige Wochen in
seiner Beweglichkeit stark
eingeschränkt und auf zusätzliche Hilfe
angewiesen sein. Dieses betrifft vor
allem die Fähigkeit, sich selbständig an-
und auszuziehen, sich zu waschen usw.
• Wir sorgen für eine gute
Zusammenarbeit mit der
Krankengymnastin. Insbesondere ist es
unverzichtbar, dass der Bewohner die
vorgegebenen Übungen jeden Tag
sorgfältig ausführt.
• Der Bewohner sollte Autofahrten in den
ersten zwei Monaten nach der
Operation vermeiden.
• Der Bewohner sollte es vermeiden,
größere Lasten zu heben. Dieses ist
i.d.R. erst nach drei Monaten möglich.
Die Last sollte auch dann ein Gewicht
von fünf Kilogramm nicht überschreiten.
• Der Bewohner sollte sich angemessen
bewegen. Wir empfehlen ihm Sportarten
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 75

wie Schwimmen oder ruhiges


Radfahren auf ebenem Boden. Alle
Sportarten, die abrupte Bewegungen
erfordern, sollte der Bewohner meiden.
Etwa: Kegeln, Fußball, Tennis usw.
• Die Operationswunde wird regelmäßig
inspiziert.

Nachbereitung: Organisation • Wenn sich der Zustand des Bewohners


bessert, werden die Maßnahmen
reduziert.
o Der Bewohner wird wieder
mobilisiert.
o Die Stufenbettlagerung wird
reduziert.
o Die Rücken- und
Bauchmuskulatur wird gestärkt.
o Die Bewegungsübungen
werden intensiviert.
o Die Schmerzmitteldosierungen
werden zurückgefahren,
Injektionen werden zugunsten
von oraler Applikation reduziert.
o Die physikalischen Maßnahmen
werden auf das Normalmaß
reduziert.
• Alle Maßnahmen werden sorgfältig
dokumentiert:
o Wie äußert sich der Bewohner
zu seinen Beschwerden?
o Welche Wirkung zeigen die
Medikamente, welche
Nebenwirkungen werden
verzeichnet?
o Wie gut spricht der Bewohner
auf die Wärme- und
Kältebehandlungen an?
o Welche "alternativen" Therapien
nutzt der Bewohner?
o Welche Einschränkungen treten
auf? Inwieweit lassen sich diese
mit Hilfsmitteln kompensieren?
o Ggf. wird die Pflegeplanung
angepasst.
o Wir informieren die zuständigen
Ärzte über alle relevanten
Gesundheitsveränderungen.
• Die Versorgung von Bewohnern mit
Bandscheibenvorfall wird regelmäßig im
Qualitätszirkel diskutiert.

Prognose • Die Prognose ist gut. Bei neun von zehn


Patienten führt bereits eine
nichtoperative Therapie zu einer
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 76

weitgehenden oder zu einer


vollständigen Schmerzfreiheit.

Dokumente: • Pflegebericht
• Durchführungsnachweis / Leistungsnachweis
• Medikamentenblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte


/ Qualifikation:
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Standard "Schräglagerung"
Definition: • Für viele Senioren ist die Rückenlage die bevorzugte Position
im Pflegebett. Sie hat den Vorteil, dass beide Arme und Hände
frei beweglich sind und somit zum Lesen, zum Telefonieren
oder für andere Aktivitäten genutzt werden können. Zudem
kann der gesamte Bereich um das Bett herum eingesehen
werden. Das Hochstellen des Kopfteils führt zu einer weiteren
Steigerung der Bequemlichkeit.
• Nachteilig an der Rückenlage ist jedoch die erhöhte
Dekubitusgefahr. Insbesondere im Steiß- und im
Kreuzbeinbereich sowie im Umfeld der Rollhügel kann es zu
einem Auflagedruck kommen, der bei längerer Einwirkung zur
Bildung von Druckgeschwüren führt.
• Wir nutzen daher statt der Rückenlage die Schräglagerung, die
in der Vergangenheit auch 30°-Lagerung genannt wurde.
• Der Begriff "30°-Lagerung" ist missverständlich. In der Praxis
führt er häufig zu einer zu steilen Lagerung. In einigen
Fachbüchern wird die 30°-Lagerung auch als Abwandlung der
Seitenlagerung geführt. Dieses ist falsch. Die 30°-Lagerung ist
eine Modifikation der Rückenlage.
• Mittels verschiedener Lagerungshilfsmittel wird der Bewohner
in eine leichte Schräglage gebracht; dieses wechselseitig nach
links und nach rechts. Die Arme bleiben mobil, gleichzeitig
werden gefährdete Hautbereiche periodisch vom Druck
entlastet.
• Die Schräglagerung kombiniert also die Vorzüge der
Rückenlage mit denen der Seitenlage. Sie gilt als Lagerung mit
dem geringsten Dekubitusrisiko.
• Für viele Betroffene ist diese Positionierung ungewohnt, da die
Lagerung im normalen Leben zumeist nie genutzt wurde. Sie
wird von den meisten Bewohnern nur in Wachphasen
akzeptiert. Als Positionierung für den Schlaf ist sie dann nicht
sinnvoll.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten, Bufdis oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Ein Dekubitus wird vermieden.


• Eine bereits geschädigte Hautfläche wird konsequent von
Druck entlastet und heilt dann ab.
• Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.
• Die Atemfläche wird vergrößert.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.

Vorbereitung: Indikation • Wir nutzen die Schräglage, wenn folgende


Faktoren vorliegen:
• Der Bewohner hat ein hohes Dekubitusrisiko.
Er muss regelmäßig umgelagert werden.
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• Der Bewohner akzeptiert verschiedene


Positionierungen nicht, etwa die Bauchlage
oder die 135°-Lagerung. Er dreht sich
selbstständig in die Rückenlage zurück.
• Der Bewohner soll Nahrung oder ein Getränk
zu sich nehmen, die Rückenlage ist aber in
seinem Fall nicht möglich.

Material • Wir stellen das notwendige Material


zusammen:
• eine große Lagerungsschlange, idealerweise
250 x 35 cm; alternativ eine große
zusammengerollte Bettdecke oder zwei große
Kopfkissen
• ein weiteres großes, voluminöses Kopfkissen

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.

Durchführung:

• Der Bewohner wird auf die Seite gedreht. Hinter seinem


Rücken werden die für die Lagerung benötigten Kissen
platziert.
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• Ein Lagerungskissen wird unter dem Oberschenkel bis zum


Gesäß des Bewohners abgelegt. Daran schließt sich ein
zweites Kissen an, das vom Gesäß aus über den Rücken bis
in Richtung Schulter geführt wird. Alternativ wird eine
Lagerungsschlange genutzt. Die Schulter selbst wird frei
gelagert.
• Nun wird der Bewohner wieder in die Rückenlage gebracht
und auf den Kissen gelagert.
• Wir stellen sicher, dass die Füße angemessen unterlagert
werden, also nicht "in der Luft" hängen. Der obere Fuß darf
auch nicht nach innen fallen. Für diesen wird die
Lagerungsschlange daher so geformt, dass eine
Unterstützungsfläche entsteht. Ggf. nutzen wir ein zusätzliches
Handtuch, um den Halt des Fußes zu verstärken. Wir
vermeiden somit die Ausbildung eines Spitzfußes.
• Wenn die Unterstützungsfläche stabil genug gebildet wird,
kann der Bewohner mit dem oben liegenden Fuß kleinere
Positionsveränderungen vornehmen. Bei Bewohnern, die viele
dieser sog. "Mikrobewegungen" eigenständig durchführen,
können die Lagerungsintervalle ggf. verlängert werden. Zudem
wird durch die Eigenbewegung des Beckens die Atmung
gefördert. Dieses ist insbesondere im Rahmen der
Pneumonieprophylaxe relevant.
• Durch das Hochfahren des Kopfteiles ist auch eine moderate
Oberkörperhochlagerung möglich. Diese erleichtert
insbesondere die Nahrungs- und die Flüssigkeitsaufnahme.
• Es ist wichtig, ein Kopfkissen zu wählen, dessen großes
Volumen den Kopf effektiv unterlagert. Der Kopf soll mit der
Wirbelsäule eine Linie bilden. Ein zu kleines Kissen führt zu
einer nachteiligen Kopfhaltung und letztlich zu
Verspannungen.
• Wir prüfen regelmäßig, ob die gefährdeten Hautbereiche
druckentlastet sind. Wir schieben dafür die Hand unter den
Körper des Bewohners. Ist es uns nicht möglich, die Hand
leicht unter das Kreuzbein und unter den Trochanter zu
schieben, ist die Positionierung fehlerhaft und muss korrigiert
werden.
• Falls es weitere Hautbereiche gibt, bei denen das Auftreten
eines Druckgeschwürs zu befürchten ist, können auch diese
frei gelagert werden.
• Insbesondere im Sommer sollten, abgesehen von der
Lagerungsschlange und dem Kopfkissen, keine weiteren
Kissen genutzt werden, da ansonsten das Bettklima nachteilig
beeinflusst wird.
• Wenn der Bewohner Angst hat, aus dem Bett zu fallen, kann
das Bettgitter hochgefahren werden.
• In einigen Fällen knickt das Ohrläppchen um. Dieses sollte von
den Pflegekräften korrigiert werden. Ansonsten droht hier die
Entstehung eines Druckgeschwürs.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
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durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Herzbettlagerung"
Definition: • Verschiedene Krankheitsbilder erfordern es, ein geschwächtes
Herz zu entlasten. Wir nutzen dafür die Herzbettlagerung, da in
dieser Liegeposition das zirkulierende Blutvolumen reduziert
wird.
• Kernelement der Herzbettlagerung ist die tiefe Lagerung des
Beckens und die erhöhte Positionierung des Oberkörpers. Ein
Teil der Blutmenge bleibt so in den Beinen. Durch die
Verstellung des dreigeteilten Lattenrostes entsteht der typische
"Doppelknick", der verhindert, dass der Bewohner in Richtung
Bettende rutscht.
• Die Herzlagerung ist nicht mit allen Pflegebetten möglich.
Notwendig sind sog. "Herzbetten" mit einem nach unten
verstellbaren Fußende.
• Bei vielen Betroffenen zeigt die Herzbettlagerung eine
beruhigende Wirkung. Der Körper des Bewohners wird in
dieser Position gestützt und kann sich entspannen. Gleichzeitig
hat der Bewohner aufgrund des erhöhten Oberkörpers einen
guten Überblick über alle Aktivitäten in seiner Umgebung.
• Die Herzbettlagerung eignet sich auch für eine anfängliche
Mobilisierung. Viele Betroffene verbrachten die Monate zuvor
flach liegend im Bett. Nun wird der Aktionsradius deutlich
erweitert. Die Bewohner können nun z.B. leichter telefonieren,
fernsehen, essen oder lesen.
• Einige Betten sind mit einem Motor ausgestattet, der sich
mittels einer kleinen Tastatur steuern lässt. Orientierte
Senioren können damit ihre Position ohne Kraftaufwand
selbstständig anpassen.
• Dieser Standard ergänzt den Standard "Pflege von Senioren
mit chronischer Herzinsuffizienz / Herzmuskelschwäche".

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten oder
Pflegeschüler ggf. nur assistierend eingesetzt.
• Uns ist bewusst, dass bei einem erhöht gelagerten Oberkörper
das Risiko von Kontrakturen oder Dekubitus messbar steigt.
Dieses ist jedoch kein hinreichender Grund, um auf die vielen
Vorteile dieser Lagerung zu verzichten. Allenfalls wird die
Sitzposition zeitlich weiter eingeschränkt.

Ziele: • Der Bewohner empfindet die Lagerung als angenehm.


• Die Atmung wird erleichtert.
• Das Herz wird entlastet.
• Komplikationen wie Dekubitus, Thrombosen, Pneumonien und
Kontrakturen werden vermieden.
• Der Bewohner nutzt den erweiterten Bewegungsspielraum, um
mehr Tätigkeiten eigenständig durchzuführen und die
Abhängigkeit von den Pflegekräften zu reduzieren.
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Vorbereitung: Indikation • Eine Herzbettlagerung wird nur auf ärztliche


Anweisung durchgeführt. Sie ist sinnvoll bei
Krankheitsbildern wie akuter Herzschwäche
verbunden mit Atembeschwerden und strenger
Bettruhe.
• Die Herzbettlagerung ist auch Bestandteil der
Notversorgung bei einem Lungenödem. Die
Vorgaben des entsprechenden
Notfallstandards werden genau beachtet.

Material Wir stellen das notwendige Material zusammen:

• zwei dicke Kissen


• zwei dünnere Kissen
• eine dünne Bettdecke

Weiteres • Alle Pflegekräfte werden in die Bedienung von


Herzbetten sorgfältig eingewiesen. Die
Handhabung ist je nach Modell unterschiedlich.

Durchführung: Durchführung • Das Kopfteil des Bettes wird aufgerichtet. Ideal


mit Herzbett ist ein Winkel wie er auch beim Eingeben von
Speisen üblich ist. Wir achten darauf, dass der
"Knick" des Hüftgelenks präzise mit dem
"Knick" des Bettes übereinstimmt.
• Die Pflegekraft legt ein Kissen unter den Kopf
und die Schultern. Wir achten darauf, dass das
Kissen möglichst faltenfrei ist.
• Beide Unterarme werden mit je einem Kissen
unterlagert, die ggf. zuvor in Schiffchenform
gefaltet wurden. Damit ist sichergestellt, dass
der Schultergürtel entlastet wird. Die Position
ist für den Bewohner dann deutlich
angenehmer. Die Kissen sollten den Bewohner
nicht einengen.

• Das Fußende des Bettes wird nun abgesenkt.


Auch hier liegt der Knick des Fußendes über
dem Gelenk des Bewohners.
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• Die Pflegekraft fragt den Bewohner, ob die


Position angenehm ist.
• Wenn es der Bewohner wünscht, kann nun das
Fenster geöffnet werden. Frische Luft
erleichtert das Atmen.
• Falls nötig wird der Bewohner zugedeckt. Viele
Betroffene verzichten lieber auf eine Decke, da
die Decke sie einengt und die Atmung
erschwert wird. In diesem Fall muss die
Kleidung und die Raumtemperatur
entsprechend angepasst werden.
• Ein dickes Kissen wird zwischen die Fußsohlen
und das Brett am Bettende gelegt. Alternativ
kann eine gefaltete Wolldecke oder ein
gepolsterter Lagerungsblock genutzt werden.
Ggf. werden die Unterschenkel unterpolstert,
damit die Fersen frei liegen.

Durchführung • Steht kein geeignetes Pflegebett zur


mit Sessel Verfügung, kann alternativ ein Sessel genutzt
werden. Ideal sind sog. "Schlafsessel", deren
Rückenlehne sich nach hinten zurückklappen
lässt. Oft fährt dann auch eine zusätzliche
Fußstütze hoch.
• Die Pflegekraft hilft dem Bewohner, sich in den
Sessel zu setzen.
• Die Unterarme werden mit Kissen oder
gefalteten Decken unterlagert.

Nachbereitung: • Wenn der Bewohner in die Herzbettlagerung gebracht wurde,


sollte die für Herzschwäche typische Symptomatik nachlassen.
Wir prüfen, ob dieses wirklich der Fall ist. Zudem werden die
Vitalwerte engmaschig überwacht.
• Ein Betttisch wird in Reichweite des Bewohners geschoben,
damit sich der Bewohner mit etwas beschäftigen kann. Es kann
nun auch der Fernseher u.Ä. angestellt werden.
• Die Herzbettlagerung muss regelmäßig unterbrochen werden,
um den Senioren umzulagern. Vor allem am Steiß können
durch die Rückenlage Druckverhältnisse auftreten, die die
Ausbildung eines Dekubitus fördern. Das Lagerungsintervall ist
individuell höchst unterschiedlich und wird nach Abwägung
aller Risiken festgelegt. Dazu zählt auch die Entwicklung von
Thrombosen, Pneumonien und Kontrakturen. Entsprechende
Prophylaxemaßnahmen müssen in die Pflegeplanung integriert
werden.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung
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Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Königsstuhllagerung"
Definition: • Die Königsstuhllagerung ist eine Variante der Nestlagerung,
die bei immobilen Senioren genutzt wird. Sie dient dazu,
verschiedene negative Begleiterscheinungen der
Bettlägerigkeit zu lindern.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner erfährt ein Gefühl der Sicherheit.


• Die Körperwahrnehmung wird gestärkt.
• Die Ausbildung eines Dekubitus wird vermieden.
• Kontrakturen und Spastiken treten nicht auf.

Vorbereitung: Material Wir stellen das notwendige Material bereit:

• zwei Bettdecken, alternativ zwei


Lagerungsschlangen mit einer Länge von zwei
Metern oder zwei große Stillkissen
• Kopfpolster
• 2 kleine Handtücher
• 2 zusätzliche kleine Polster

Indikation Wir führen diese Lagerung durch, wenn folgende


Probleme vorliegen:

• Die Körperwahrnehmung ist verloren


gegangen oder ist beeinträchtigt.
• Die Stabilität des Oberkörpers und der Beine
ist beeinträchtigt. Ein normales Sitzen im Bett
ist nicht möglich.
• Es besteht ein erhöhtes Dekubitusrisiko,
insbesondere im Sakralbereich.
• Die Körperspannung ist erhöht. Aufgrund der
Spastiken kann sich der Bewohner kaum
entspannen.
• Nach einem operativen Eingriff (etwa TEP
oder Herzoperation) ist die Rückenlage bis auf
Weiteres zwingend notwendig.

allgemeine • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der
Bewohner wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
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arbeiten zu können. Es werden etwa der


Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Das Kopfende wird um 10° bis 15° angestellt.

Durchführung:

• Die Pflegekraft rollt eine Decke der Länge nach zusammen


und platziert diese auf Höhe des Sitzbeinhöckers vor dem
Gesäß.
• Sie zieht nun die beiden hervorstehenden Enden der Decke an
beiden Seiten des Oberkörpers hoch. Sie modelliert damit den
Rumpf mit der Decke nach.
• Sie führt nun die beiden Enden der Decke unter den Schultern
hoch bis unter das Kopfkissen.
• Alternative Durchführung: Die Pflegekraft beginnt an einer
Brustkorbseite. Sie führt die Rolle dann unter dem
Sitzbeinhöcker hindurch zur anderen Schulter.
• Je fester die beiden Enden angezogen werden, umso
förderlicher ist der Effekt für die Körperwahrnehmung und für
die Entspannung. Zudem wird dadurch auch der Sakralbereich
vom Druck entlastet.
• Der Kopf und ggf. auch die Arme werden mit einem
zusätzlichen Polster unterlagert.
• Die Beine werden nun in die sog. "Froschstellung" gebracht.
Die veränderte Hüftposition ist für viele immobile Senioren sehr
angenehm. Zudem werden Kontrakturen dadurch vermieden.
• Der Effekt lässt sich über die Dicke der Rolle steuern. Je
voluminöser die Decke ist, umso größer ist auch die
Hüftbeugung. Eine dünne Decke führt dazu, dass die Beine
dann eher in einer Streckstellung abgelegt werden. Die Knie
können dann ggf. mit einer kleinen Knierolle unterlagert
werden.
• Ggf. wird ergänzend noch eine zweite Decke genutzt. Diese
rollt die Pflegekraft ebenfalls zu einer Rolle zusammen. Sie
platziert diese an den Fußzehen. Die Decke wird nun an den
Außenseiten der Unterschenkel bis zu den Knien eng
angelegt. Ggf. werden nun die Fersen mit einem kleinen
Handtuch unterlagert.
• Die Königsstuhllagerung kann sowohl in liegender als auch in
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sitzender Position genutzt werden.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Dekubitusprophylaxe: Mikrolagerungen"


Definition: • Die wichtigste Komponente einer wirksamen
Dekubitusprophylaxe sind regelmäßige Umlagerungen. Der
Bewohner wird also in zuvor definierten zeitlichen Abständen im
Bett bewegt. Damit ist sichergestellt, dass das Körpergewicht
nicht übermäßig lange auf einen zu kleinen Hautbereich
einwirkt, diesen schädigt und letztlich ein Druckgeschwür
auslöst. Ein gesunder Mensch schützt sich selbständig durch
verschiedenste größere und kleinere Bewegungen. Er verteilt
unbewusst die Druckbelastung immer wieder auf wechselnde
Hautregionen.
• Herkömmliche Lagerungen basieren auf Makrobewegungen,
also größeren Lastverlagerungen. Diese führt ein gesunder
Mensch auch im Schlaf eigenständig durch. Das längere
Verharren in einer Lage wird irgendwann unangenehm, sodass
der Mensch unbewusst eine andere Körperhaltung einnimmt. Er
dreht sich also z. B. von der rechten Seitenlage in die
Rückenlage. Da viele immobile Senioren diese Bewegungen
nicht eigenständig durchführen, muss dieses Defizit durch
regelmäßige Umlagerungen kompensiert werden. Es ist also
die Aufgabe der Pflegekraft, den Bewohner in zuvor definierten
zeitlichen Abständen im Bett zu bewegen.
• Zusätzlich zu diesen Makrobewegungen führt der Mensch auch
Mikrobewegungen durch. Er verlagert also durch kleine
Bewegungen die Druckbelastung, ohne seine Körperhaltung
grundsätzlich zu ändern. In der Rückenlage ist dieses z. B.
durch das Anziehen eines Beines möglich. In der Folge
reduziert sich die Druckbelastung auf einer Körperseite,
während sie auf der anderen ansteigt.
• Das Konzept der Mikrolagerung soll diese kleinen Bewegungen
durch vergleichsweise simple Lagerungsmaßnahmen
nachahmen. So werden in der Rückenlage verschiedene
Körperbereiche mit einem Handtuch unterlagert. Dadurch sinkt
der Auflagedruck in den anderen Hautabschnitten. Bevor es zu
Druckschäden kommen kann, wird das Handtuch entfernt und
an anderer Stelle erneut untergeschoben. Mikrolagerungen sind
also keine druckentlastende, sondern lediglich
druckreduzierende Maßnahmen.
• Die Maßnahme wird in der Fachliteratur unter verschiedenen
Bezeichnungen geführt: "Mikrobewegung", "Mikrolagerung"
sowie "zeitweiliges Unterlegen kleiner Kissen".
• Die Bedeutung von Mikrolagerungen für die
Dekubitusprophylaxe ist wissenschaftlich noch nicht
hinreichend erforscht. Vorliegende Studien sind entweder zu
klein dimensioniert oder zu alt für präzise Aussagen.

Grundsätze: • Bereits kleinste Schwerpunktverlagerungen können eine


prophylaktische Wirkung erzielen.
• Die Mikrolagerung dient zur zeitweiligen Druckentlastung,
ersetzt aber nicht das regelmäßige Umlagern.
• Das Hauptziel der Dekubitusprophylaxe ist die Förderung der
Eigenbewegung des Bewohners. Es ist daher wichtig, dem
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Bewohner Mobilitätsreize anzubieten.

Ziele: • Die Entstehung eines Dekubitus wird vermieden.


• Die Wirksamkeit der Mikrolagerungen in Relation zu
herkömmlichen Lagerungsformen kann eingeschätzt werden.
• Wir arbeiten eng mit dem Hausarzt zusammen. Alle
Anordnungen werden präzise umgesetzt.

Vorbereitung: Indikation • Wir nutzen Mikrolagerungen bei allen Senioren,


bei denen es aufgrund der fehlenden
autonomen Umlagerungsbewegungen zu
einem Dekubitus kommen könnte. Betroffen
sind also bewusstlose Bewohner, Bewohner mit
Lähmungen oder Verbrennungen, Patienten
nach schweren Unfällen sowie
Schlaganfallpatienten.
• Diese Lagerungsform eignet sich insbesondere
auch bei Schmerzpatienten, denen größere
Umlagerungsbewegungen so selten wie nötig
zugemutet werden sollen. Stattdessen werden
dann vermehrt Mikrolagerungen durchgeführt.
• Zusätzlich nutzen wir Mikrolagerungen bei
Senioren zur Druckentlastung in der Nacht.
Umfassende Umlagerungen würden diese
Bewohner in der Nachtruhe stören. Ein weiterer
Vorteil ist der geringe Kraftaufwand für die
Pflegekraft, die die Maßnahme folglich ohne
einen zweiten Mitarbeiter durchführen kann.
• Vor allem sedierte Senioren profitieren von
Mikrolagerungen, da die autonome
Durchführung der Mikrobewegungen in der
Nacht durch die Medikamente unterdrückt wird.
• Sinnvoll ist die Anwendung bei Senioren, die
umfassende Umlagerungen nicht tolerieren und
sich immer wieder auf den Rücken
zurückdrehen.
• Wenn bereits ein Dekubitus im Bereich des
Steißbeins besteht, ist auf die Rückenlage völlig
zu verzichten.
• Eingeschränkt mobile Senioren können die
Mikrolagerung auch eigenständig durchführen.

(Hinweis für die ambulante Pflege: Mikrolagerungen


können i.d.R. auch von pflegenden Angehörigen
durchgeführt werden. Der Materialaufwand sowie die
fachlichen Anforderungen sind relativ gering.)
Material Für Mikrolagerungen können verschiedenste
Materialien genutzt werden, etwa:

• gerollte oder gefaltete Bettdecken


• gerollte oder gefaltete Handtücher
• Kissen
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• kleine Keilkissen

(Hinweis: Es ist i.d.R. sinnvoll, die Anzahl der zeitgleich


eingesetzten Hilfsmittel auf ein Minimum zu begrenzen.
Es gilt: "Weniger ist mehr".)
Durchführung: Durchführung Das Lagerungshilfsmittel wird im Uhrzeigersinn unter
in liegender folgende Körperbereiche geschoben. Die Abstände
Position werden basierend auf der individuellen Gefährdung
festgelegt. Üblich sind Intervalle von 30 bis 60 Minuten.

(Hinweis: Dieses ist nur ein Beispiel. Da es keine


verbindlichen Vorgaben für die Durchführung von
Mikrolagerungen gibt, können Sie die Planung und
Durchführung nach eigenen Wünschen anpassen.)
Nachbereitung: • Die Wirksamkeit der Lagerung wird regelmäßig überprüft.
o Fingerdrucktest
o Äußerungen des Bewohners über etwaige Schmerzen
und mangelnden Liegekomfort.
• Die Notwendigkeit für Mikrolagerungen wird regelmäßig
hinterfragt. Bei Schlaganfallpatienten sowie bei
Demenzkranken können Bewegungseinschränkungen
reversibel sein. Es kann also später doch wieder zu autonomen
Mikrobewegungen kommen.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Wunddokumentation
• Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Höherrutschen im Bett"


Definition: • Im Arbeitsalltag begegnen Pflegekräfte häufig Bewohnern, die
an das Fußende ihres Bettes gerutscht sind und sich nicht aus
eigener Kraft wieder in eine angenehme Position zurück
bewegen können.
• Dieser Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft, einen Senioren
ohne personelle Unterstützung und ohne Hilfsmittel in Richtung
Kopfende zu transferieren.
• Die Mobilisierung basiert darauf, dass nacheinander je eine
Körperseite vom Gewicht entlastet und dann bewegt wird. Der
Transfer ähnelt also dem Gehen.
• Diese Technik verringert gegenüber konventionellen
Durchführungen ("Hau-Ruck") den erforderlichen Kraftaufwand
und das Verletzungsrisiko.

Grundsätze: • Wir beachten die Grundsätze der aktivierenden Pflege. Denn


alles, was der Patient selbst macht, entlastet den Rücken der
Pflegekraft.
• Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es
nicht. Je nach individueller Verfassung des Bewohners können
die Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es werden etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
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geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa


Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche usw.)
werden gesichert.

Durchführung: Durchführung
durch die
Pflegekraft

• Der Bewohner befindet sich ohne Kopfkissen


in Rückenlage. Das Kopfkissen wird am
Bettende aufgestellt.
• Die Pflegekraft befindet sich (in diesem
Beispiel) auf seiner linken Bettkante.
• Die Pflegekraft verschränkt die Arme des
Bewohners über seiner Brust.
• Die Pflegekraft führt die Beine in die Beugung
und stellt die Füße auf dem Bett auf. Die
Fersen werden also in Richtung Gesäß
bewegt.

• Mit der linken Hand ergreift die Pflegekraft


den linken Ellenbogen des Bewohners und
dreht seinen Oberkörper ein Stück in
Richtung rechte Bettkante. Sie kann nun mit
ihrer rechten Hand unter den Brustkorb des
Bewohners fahren. Die rechte Hand der
Pflegekraft liegt nun am Rücken des
Bewohners knapp unterhalb des
Schulterblattes. Ihre linke Hand positioniert
die Pflegekraft am linken Hüftknochen des
Bewohners.
• Der Bewohner wird in eine leichte Seitenlage
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in Richtung rechte Bettkante bewegt.

(Tipp: Die Seitenlage ist nur "angedeutet". Die


Schulter und die Beckenseite heben sich nur etwas
von der Matratze an.)

• Die Pflegekraft übt nun mit ihrer rechten


Hand einen leichten Druck auf den Rücken
des Bewohners aus. Mit der linken Hand am
Becken schiebt sie den Bewohner in
Richtung Kopfende. Der Bewohner sollte sich
bei korrekter Durchführung ein Stück bewegt
haben.

(Tipp: Wenn möglich sollte der Bewohner im Moment


des Transfers den Kopf anheben. Das verringert den
Reibungswiderstand.)

• Der Bewohner wird zurück in die Rückenlage


und dann in die gegenüber liegende
Seitenlage (also in Richtung Pflegekraft)
bewegt.
• Die rechte Hand der Pflegekraft liegt am
Rücken des Bewohners unter der Schulter.
Die linke Hand befindet sich am rechten
Hüftknochen des Bewohners.
• Jetzt zieht die Pflegekraft mit der linken Hand
und schiebt gleichzeitig den Bewohner mit
der rechten Hand in die gewünschte
Richtung.

(Hinweis: Viele Pflegekräfte lösen den Handkontakt


noch bevor sich der Bewohner wieder in Rückenlage
befindet. In diesem Fall würde er wieder teilweise in
die vorherige Position zurückrutschen. Für die
Bewegung in Richtung Kopfende werden dann
unnötig viele Teilschritte erforderlich sein.)

• Der Bewohner wird nun wieder in Richtung


Rückenlage bewegt. Wenn er noch immer zu
tief im Bett liegt, wird der Ablauf wiederholt.
• Sobald der Bewohner das Kopfende erreicht
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hat, hebt die Pflegekraft mit einer Hand den


Kopf von der Matratze ab, legt das
Kopfkissen unter den Kopf und senkt diesen
vorsichtig ab.

Abweichung bei • Der Bewohner wird im Rahmen seiner


Beteiligung Fähigkeiten an der Maßnahme beteiligt. Er
durch den soll dazu angeleitet werden, sich ohne Hilfe
Bewohner im Bett nach oben zu bewegen. Wir
vermitteln ihm dafür den folgenden
Bewegungsablauf:
• Mittels Fernbedienung kann der Bewohner
das Flachstellen des Bettkopfteiles selbst
einleiten.
• Der Bewohner soll in Rückenlage die Beine
anwinkeln.
• Der Bewohner verlagert sein Körpergewicht
auf eine Körperhälfte. Die andere
Körperhälfte wird sich etwas von der Matratze
abheben. Eine komplette Seitenlage ist nicht
notwendig.
• Mit der Kraft des entlasteten Beines drückt
sich der Bewohner ein Stück nach oben in
Richtung Kopfende.
• Nun wiederholt der Bewohner diesen
Bewegungsablauf mit der anderen
Körperseite.
• Mit jeder Bewegung rutscht der Bewohner ein
Stück näher in Richtung Kopfende.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Hochbewegen im Bett"


Definition: • Im Arbeitsalltag begegnen Pflegekräfte häufig Bewohnern, die
an das Fußende ihres Bettes gerutscht sind. Wir leiten diese
dazu an, sich aus eigener Kraft wieder in eine angenehme
Position zurückzubewegen.
• Dieser Standard ist nutzbar bei Bewohnern, die über ein
Restvermögen an Körperkraft und Koordinationsvermögen
verfügen.

Grundsätze: • Die eigenständige Positionsänderung ist das Kernelement


jeder fundierten Dekubitusprophylaxe.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.

Ziele: • Der Bewohner kann seine Position im Pflegebett ändern und


sich nach oben bewegen.

Vorbereitung: • Das Kopfteil des Bettes wird flach gestellt.


• Der Bewohner ist in der Rückenlage.

Durchführung: ohne
Aufrichter:

• Der Bewohner winkelt die Knie an und stellt die


Füße in Gesäßnähe auf der Matratze auf.
• Der Bewohner neigt den Kopf etwas in Richtung
Brust.
• Die Arme werden auf der Matratze aufgelegt.
• Der Bewohner hebt mit dem Druck der Arme und
der Beine den Körper von der Matratze ab. Er
stößt sich dann mit den Beinen ab.
• Die Pflegekraft kann diese Bewegung durch eine
Hand am Becken des Bewohners unterstützen.
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mit
Aufrichter:

• Wenn ein Aufrichter verfügbar ist, kann der


Bewohner diesen nutzen, um den Körper
anzuheben

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "gleitendes Höherrutschen im Bett"


Definition: • Im Arbeitsalltag begegnen Pflegekräfte häufig Bewohnern, die
an das Fußende ihres Bettes gerutscht sind. Sie können sich
nicht aus eigener Kraft wieder in eine angenehme Position
zurückbewegen.
• Im Normalfall werden verschiedene Transfers genutzt, siehe
Standards "Höherrutschen im Bett" oder "Höherrutschen im
Bett (mit 2 Pflegekräften)". Diese Techniken basieren jedoch
auf Drehbewegungen; insbesondere im Hüftbereich. Nach
operativen Eingriffen wie der Totalendoprothese "TEP" sowie
bei Wirbelsäulenerkrankungen sind diese Drehbewegungen
jedoch streng kontraindiziert.
• Die hier beschriebene Variante erlaubt einen gleitenden und
somit schonenden Transfer zum Kopfende.

Grundsätze: • Wir beachten die Grundsätze der aktivierenden Pflege.


• Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es
nicht. Je nach individueller Verfassung des Bewohners können
die Abläufe angepasst werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung seiner


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es werden etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weggeschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.
• Der Bewohner liegt in Rückenlage und winkelt die Beine an.
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Die Pflegekraft legt unter den Füßen des Bewohners eine


rutschfeste Unterlage ein.
• Das Bettbrett am Kopfende wird entfernt.

Durchführung:

• Die Pflegekraft steht am Kopfende des Bettes. Sie schiebt ihre


Hände unter den Rücken des Bewohners. Das Gewicht seines
Brustkorbes liegt nun auf ihren Unterarmen.
• Der Bewohner soll beim folgenden Transfer das Becken
anheben. Sonst können leicht Scherbewegungen entstehen,
die das Gewebe schädigen. Gleichzeitig soll er sich mit seinen
Füßen nach oben drücken.
• Der Körper des Bewohners gleitet auf den Armen der
Pflegekraft in Richtung Kopfende. Die Pflegekraft zieht dabei
nicht den Bewohner nach oben, sondern folgt lediglich seiner
Bewegung.
• Alternativ zu den eigenen Armen kann die Pflegekraft auch
eine Gleitunterlage unter den Rücken des Bewohners legen.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Höherrutschen im Bett (mit 2 Pflegekräften)"


Definition: • Im Arbeitsalltag begegnen Pflegekräfte häufig Bewohnern, die
an das Fußende ihres Bettes gerutscht sind und sich nicht aus
eigener Kraft wieder in eine angenehme Position zurück
bewegen können.
• Die Mobilisierung basiert darauf, dass nacheinander je eine
Körperseite vom Gewicht entlastet und dann bewegt wird. Der
Transfer ähnelt also dem Gehen.
• Diese Technik verringert gegenüber konventionellen
Durchführungen ("Hau-Ruck") den erforderlichen
Kraftaufwand und das Verletzungsrisiko.
• Wir nutzen diesen Transfer, wenn der Bewohner nicht von
einer Pflegekraft allein transferiert werden kann. Dieses ist
oftmals bei Adipositas oder Sedierung der Fall. In der
Intensivpflege kann dieser Bewegungsablauf genutzt werden,
um Senioren mit Zu- und Ableitungen oder auf
Superweichlagerungen besonders schonend zu transferieren.
• Die Technik ist auch bekannt als sog. „S-Griff“.

Grundsätze: • Wir beachten die Grundsätze der aktivierenden Pflege.


• Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es
nicht. Je nach individueller Verfassung des Bewohners
können die Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel
berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt. Es ist


wichtig, dass die Bewegungen synchron erfolgen.
• Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme
informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
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informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind


insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.

Durchführung: Je eine Pflegekraft steht an der rechten und an der linken Bettseite.

(Tipp: Zur besseren Unterscheidung als „Pflegekraft A“ und


„Pflegekraft B“ bezeichnet.)

• Der Bewohner befindet sich ohne Kopfkissen in Rückenlage.

• Eine Pflegekraft verschränkt die Arme des Bewohners über


seiner Brust.
• Durch Zug an der gegenüberliegenden Schulter dreht eine
Pflegekraft („A“) den Bewohner ein Stück in ihre Richtung.

• Die andere Pflegekraft („B“) kann nun mit ihren Händen tief
unter den Oberkörper des Bewohners fahren. Eine Hand liegt
unter dem Kopf des Bewohners, die andere unter dem
Brustkorb oder ggf. etwas tiefer unter dem Becken.
• Die Pflegekraft („B“) dreht nun den Bewohner zurück in die
Rückenlage und weiter ein Stück in ihre Richtung.
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• Nun ist es auch der anderen Pflegekraft („A“) möglich, mit


ihren Händen unter den Bewohner zu greifen. Allerdings greift
sie etwas tiefer; mit einer Hand unter das Becken und mit der
anderen Hand unter die Beine des Bewohners.
• Wechselseitig können die Pflegekräfte nun den Bewohner von
einer Seite auf die andere wenden. Sobald sich eine
Körperhälfte von der Matratze löst, wird diese Seite ein Stück
in Richtung Kopfende bewegt. Danach wird die andere
Körperhälfte vom Gewicht entlastet und ebenfalls ein Stück
nach oben transferiert.

(Tipp: Der Bewohner wird also nicht komplett von der Matratze
abgehoben, sondern schrittweise in Richtung Kopfteil geschoben und
gezogen. Die Arme der Pflegekräfte fungieren dabei als eine Art
Gleitschiene.)

• Sobald der Bewohner das Kopfende erreicht hat, hebt die


Pflegekraft mit einer Hand den Kopf von der Matratze ab, legt
das Kopfkissen unter den Kopf und senkt diesen vorsichtig ab.
Die Arme des Bewohners werden wieder rechts und links auf
der Matratze abgelegt.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Hochbewegen im Bett per Kiste"


Definition: • Im Arbeitsalltag begegnen Pflegekräfte häufig Bewohnern, die
an das Fußende ihres Bettes gerutscht sind. Sie können sich
nicht aus eigener Kraft wieder in eine angenehme Position
zurückbewegen.
• Üblicherweise wird der Pflegebedürftige durch einen
assistierten Transfer nach oben bewegt, etwa durch das sog.
“gleitende Höherrutschen”. Alternativ können Antirutschmatten
oder Transfertücher genutzt werden.
• Oftmals ist ein eigenständiger Transfer jedoch möglich, wenn
dem Bewohner ein geeigneter Ansatzpunkt geboten wird, von
dem aus er sich mit den Füßen und Beinen abdrücken kann.
In einem solchen Fall nutzen wir eine Holzkiste als
Bettverkürzer.

Grundsätze: • Wir beachten die Grundsätze der aktivierenden Pflege. Das


bedeutet in diesem Fall: Wir wählen stets den Transfer, der
dem Bewohner möglichst viel Eigenbewegung abverlangt,
ohne ihn dabei jedoch zu überlasten.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung seiner


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme
informiert.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.
• Störende Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.

Durchführung: • Der Bewohner befindet sich in Rückenlage. Er soll den


Bettgalgen mit beiden Händen umfassen.
• Die Pflegekraft fordert den Bewohner auf, die Beine
anzuwinkeln, also die Fersen etwas in Richtung Gesäß zu
ziehen.
• Die Pflegekraft stellt nun eine stabile Kiste an das Bettende.
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• Der Bewohner soll sich mit der Kraft seiner Beine von der
Kiste abstoßen. Gleichzeitig soll er für einen kurzen
Augenblick den Oberkörper mit der Kraft seiner Arme
anheben.
• Bei korrekter Durchführung ist der Bewohner ein Stück in
Richtung Kopfende gerutscht.

Nachbereitung: • Die Kiste wird entfernt. Ein harter Widerstand an den


Fußsohlen kann langfristig spastische Reaktionen hervorrufen.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Bewegungsübungen im Bett bei Immobilität"


Definition: • Bei vielen Senioren ist es aufgrund des Krankheitsbildes nicht
möglich, diese aus dem Bett in eine sitzende Position auf
einem Stuhl bzw. in einen Rollstuhl zu mobilisieren. Eine
Teilnahme an unserer Gymnastikgruppe ist diesen Betroffenen
somit verwehrt. Die Bewegungsübungen werden dann
ersatzweise im Bett durchgeführt, also im Zimmer des
Bewohners.
• Bewegungsübungen im Bett sind im Vergleich zum Training
auf einem Stuhl weniger belastend, insbesondere der Kreislauf
wird weniger gefordert. Dafür ist der Trainingseffekt geringer;
und auch die soziale Interaktion mit Mitbewohnern entfällt.

Grundsätze: • Wann immer möglich muss die Mobilität zumindest teilweise


wiedererlangt werden. Denn wenn ein Bewohner erst einmal
anhaltend bettlägerig ist, wird er diesen Zustand zumeist nicht
mehr überwinden. Das Kernelement zur Rückgewinnung der
Mobilität sind Bewegungsübungen.
• Bewegungsübungen machen nur dann Sinn, wenn sie
diszipliniert durchgeführt werden; also regelmäßig und im vom
Physiotherapeuten vorgegebenen Umfang.
• Bewegungen, die nur unter Schmerzen oder mit
Schwindelgefühl möglich sind, werden strikt vermieden. Sie
verringern den Kooperationswillen des Bewohners.
• Wir arbeiten eng mit dem Physiotherapeuten und dem Arzt
zusammen. Deren Vorgaben werden sorgfältig umgesetzt.
Gleichzeitig erwarten wir, dass auch unsere Beobachtungen
und Rückmeldungen bei der Planung der weiteren Therapie
berücksichtigt werden.

Ziele: • Die für die Immobilität typischen körperlichen


Abbauerscheinungen werden vermieden, also insbesondere
Kontrakturen sowie der Verfall der Muskelmasse.
• Das subjektive Krankheitsempfinden wird gelindert. Der
Bewohner spürt, dass er noch über körperliche Reserven
verfügt und dass es "wieder bergauf geht".
• Die Ausbildung von Druckgeschwüren wird vermieden.
• Der Bewohner entwickelt weder eine Lungenentzündung noch
eine Thrombose.
• Die Leistung des Herz-Kreislaufsystems wird erhöht.
• Der Appetit wird angeregt und die Verdauung gefördert.
• Eine ggf. vorhandene Schlafstörung wird gelindert.
• Aggressionen werden abgebaut.
• Das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl werden
gefördert.
• Die Körperwahrnehmung wird gestärkt.

Vorbereitung: Indikation

• Der Bewohner muss in der Lage sein, die


Bewegungsübungen aktiv oder aktiv-assistiert
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durchzuführen. Eine passive Durchführung ist


nicht sinnvoll.
• Es ist erforderlich, dass der Bewohner die
Übungen selbstständig mehrmals am Tag
durchführt. Er muss dazu entsprechend
motiviert sein.
• Die Übungen werden nicht durchgeführt, wenn
strikte Bettruhe angeordnet wurde. Es dürfen
auch keine entsprechenden Erkrankungen oder
Schädigungen vorliegen; also etwa eine Hüft-
OP, die jede Innenrotation ausschließt.
• Der Kreislauf sollte soweit belastbar sein, dass
der Bewohner bei der Durchführung ruhig atmet
und sich nicht übermäßig anstrengen muss.

Organisation • Die Übungen werden vom Physiotherapeuten


vorgegeben. Wir bitten diesen darum, die
Bezugspflegekraft entsprechend anzuleiten.
• Der Bewohner liegt in Rückenlage. Das Kopfteil
wird flach gestellt.
• Die Bettdecke wird entfernt. Verzichtbare
Lagerungshilfsmittel und andere störende
Gegenstände werden aus dem Bett genommen.
• Infusionen, Drainagen und
Blasenverweilkatheter werden fixiert.
• Die Pflegekraft klärt den Bewohner über die
geplante Maßnahme auf. Insbesondere bittet
sie ihn, sich bei Schmerzen sofort zu melden.
• Ggf. wird das Bettgitter ein- oder beidseitig
hochgefahren, um einen Sturz aus dem Bett zu
vermeiden.

Durchführung: • Die Pflegekraft achtet auf nonverbale Schmerzäußerungen wie


etwa Grimassen, Zusammenzucken usw.
• Die Auswahl der Übungen ist abhängig davon, welches Maß
an Aktivität und Beweglichkeit erreicht werden kann. Die
folgenden Übungen sind Beispiele:

• Der Bewohner soll die Arme anheben und senken.


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• Der Bewohner soll die Beine anwinkeln und danach wieder


strecken.

• Der Bewohner soll sich aus dem Liegen aufsetzen. Danach


legt er sich zurück in die Rückenlage.
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• Der Bewohner wird zum Sitzen an die Bettkante mobilisiert und


erhält ein Gymnastikband. Er soll nun die Arme auseinander
bewegen und dann wieder zusammen führen. Diese Übung
kann auch durchgeführt werden, wenn die Arme über den Kopf
gestreckt werden.

Nachbereitung: • Der Schwierigkeitsgrad der Übungen wird ggf. angepasst.


• Die Maßnahme wird sorgfältig dokumentiert.
• Wenn die Pflegekraft relevante Beobachtungen macht, werden
der Physiotherapeut bzw. der Hausarzt informiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Transfer per Schinkengang"


Definition: • Der Schinkengang ist eine Transfertechnik aus dem Bereich
der Kinästhetik und des Bobath-Konzeptes. Er dient dazu, den
im Bett sitzenden Bewohner in Richtung Bettende zu
mobilisieren. Die Bewegung basiert darauf, dass
wechselseitig eine Körperhälfte vom Gewicht entlastet und
danach ein Stück in Richtung Bettende bewegt wird.
• Wir wenden diesen Transfer an, wenn der Bewohner für
geplante Pflegemaßnahmen zu hoch im Bett liegt. So ist etwa
bei den sog. "V-A-T-I-Lagerungen" ein gewisser Abstand
zwischen Kopf und dem oberen Ende des Pflegebettes
erforderlich.

Grundsätze: • Entscheidend für die Durchführung ist der richtige


Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Die Pflegekraft stellt das Bett flach.


• Der Bewohner wird in eine sitzende Position gebracht. Wir
nutzen dafür den Standard "Transfer aus der Rückenlage ins
Sitzen".
• Bei einer Hemiplegie werden ggf. die Hände des Bewohners
gefaltet.

Durchführung: • Die Pflegekraft stellt ein Knie in das Bett und setzt sich hinter
den Bewohner auf die Matratze. Den Schuh dieses Fußes hat
sie zuvor ausgezogen. Der andere Fuß der Pflegekraft bleibt
auf dem Fußboden.
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• Mit einer Hand greift die Pflegekraft unter das Gesäß der
Körperseite, die als nächstes entlastet werden soll.
• Die andere Hand liegt am Oberschenkel der
gegenüberliegenden Seite. Der Bewohner soll auf diese
Körperhälfte sein Körpergewicht verlagern. Die Pflegekraft hilft
ihm dabei, den Oberkörper vorsichtig in diese Richtung zu
bewegen.
• Die entlastete Gesäßhälfte kann nun ein kleines Stück in
Richtung Bettende bewegt werden.
• Der Oberkörper des Bewohners wird nun zurück in die
Mittelstellung gebracht.

• Die Bewegung wird nun spiegelverkehrt mit der anderen


Körperseite fortgesetzt. Die Pflegekraft greift dafür
entsprechend um.
• Durch mehrfaches wechselseitiges Be- und Entlasten wird der
Bewohner in Richtung Bettende bewegt.

Nachbereitung: • Die weiteren Pflegemaßnahmen schließen sich nun an.


• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegekräfte
Qualifikation:
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Standard "Pneumonieprophylaxe: Halbmondlagerung / Drehdehnlagerung"


Definition: • Wenn Bewohner längere Zeit bettlägerig sind, mindert dieses
die Belüftung in der Lunge. Gleichzeitig sammelt sich dort
Sekret an, das der Bewohner nur mit Mühe aushusten kann.
• Die Halbmond- und die Drehdehnlagerung dienen der
besseren Belüftung verschiedener Lungenabschnitte. Die
Atemfläche wird vergrößert und die Atmung wird erleichtert.
Das Sekret löst sich leichter. Gut gelüftete Lungenbereiche
sind weniger anfällig für krankhafte Veränderungen.
• In der Halbmondlage wird jeweils eine Körperseite gestreckt
und sichelförmig gelagert. Diese Positionierung wird auch von
adipösen Senioren i.d.R. gut toleriert.
• Bei der Drehdehnlagerung ist die Entlastung das Resultat einer
Drehung des Oberkörpers. Im Wechsel werden jeweils die
rechte und dann die linke Seite mehrmals täglich gedehnt. Es
werden Verspannungen und andere Gewebswiderstände
vermindert. Dadurch sinkt der Muskeltonus. Die Durchblutung
in den gedehnten Bereichen wird verbessert.

Grundsätze: • Die Drehdehnlagerung und die Halbmondlagerung sind nicht


als Dauerlagerungen geeignet.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner entspannt sich und fühlt sich wohl.


• Die Atemfläche wird vergrößert.
• Die Atmung des Bewohners wird erleichtert.
• Die Belüftung der Flanken wird intensiviert.
• Das Wahrnehmungsvermögen wird gestärkt.
• Der Gasaustausch wird gefördert.
• Die Beweglichkeit des Brustkorbes wird verbessert.

Vorbereitung: • Für den Bewohner wird ein Lagerungs- und Bewegungsplan


erstellt. Dieser richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen
des Bewohners und dem Tagesablauf.
• Der Bewohner wird über den Sinn der Lagerungen informiert
und um Kooperation gebeten.
• Wir beachten, dass bei diesen Lagerungen ein erhöhter
Auflagedruck auf bestimmte Hautbereiche einwirken kann.
Dieses muss bei der Einschätzung des Dekubitusrisikos
eingerechnet werden.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
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Durchführung:

Indikation • Die Halbmondlage wird insbesondere


genutzt im Rahmen der
Pneumonieprophylaxe.
• Sinnvoll ist die Anwendung auch zur
Therapie von chronischen
Lungenerkrankungen, insbesondere bei
chronisch-obstruktiver Bronchitis oder
bei Lungenemphysem.
• Bei beidseitigen Lungenerkrankungen
werden die Lagerungen abwechselnd
rechts und links durchgeführt. Wenn nur
eine Seite betroffen ist, wird ggf. auch
nur diese gedehnt.

Warnungen / • Die Halbmondlage ist ungeeignet für alle


Kontraindikationen Bewohner, die an Beschwerden oder an
Erkrankungen der Wirbelsäule oder der
Hüfte leiden, etwa Arthrose oder
Osteoporose.
• Bei Bewohnern mit Schädigungen am
Schultergelenk ist es erforderlich, den
Grad der Dehnung individuell
anzupassen.

Durchführung • Der Bewohner befindet sich in


Rückenlage.
• Der rechte Arm wird um den Kopf herum
in Richtung der gegenüberliegenden
Schulter geführt. Die Hand liegt dann in
Höhe des gegenüberliegenden Ohres.
Alternativ: Die rechte Hand des
Bewohners wird unter den Kopf in den
Nacken gelegt.
• Die linke Hand wird in Richtung Füße
geführt. Die Handfläche liegt auf der
Matratze auf.
• Die geschlossenen Beine werden nach
links bewegt. Der Oberkörper und die
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Beine bilden nun einen Bogen in


Halbmondform.
• Der Bewohner wird aufgefordert, in
dieser Position ruhig und tief in die
gedehnte Lungenhälfte "hineinzuatmen".
• Nach einigen Minuten wird der
Bewohner wieder in die neutrale
Mittelstellung gebracht. Dann wird die
Dehnlagerung in entgegengesetzter
Richtung fortgesetzt.
• Die Halbmondposition kann im Wechsel
mit anderen atemunterstützenden
Lagerungspositionen (V-A-T-I-
Lagerungen) genutzt werden.
• Die Lagerung sollte mehrmals täglich für
jeweils 5 bis 15 Minuten genutzt werden.
Hinweis: Viele Bewohner tolerieren diese
Lagerung nur wenige Minuten.
• Die Sekretlockerung kann ggf. durch
Vibrationsmassagen oder Einreibungen
mit ätherischen Ölen unterstützt werden.

Indikation siehe "Halbmondlage


Warnungen / siehe "Halbmondlage
Kontraindikationen:
Durchführung: • Variante A:
o Der Bewohner wird in der
Seitenlage gelagert. Er liegt
dabei auf der Seite, die nicht
gedehnt werden soll. Das oben
liegende Bein wird leicht
angewinkelt.
o Der oben liegende Arm wird unter
den Kopf in den Nacken gelegt.
o Der Oberkörper wird nun
vorsichtig in die Rückenlage
gewendet. Die Beine verbleiben
in der Seitenlagerung.
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• Variante B:
o Der Bewohner befindet sich in
der Rückenlage.
o Das rechte Bein wird über das
andere Bein gelegt. Dabei wird
die Hüfte mitgedreht. Die beiden
Schulterblätter bleiben in Kontakt
mit der Unterlage.
o Der rechte Arm wird nun nach
oben bewegt und die Hand unter
dem Kopf abgelegt. Der Kopf
liegt nun in der Ellenbeuge.
• Der Bewohner wird aufgefordert, ruhig in
den Bauch "hinein zu atmen".
• Ggf. wird danach die Lagerung in
entgegengesetzter Richtung
durchgeführt.
• Die Lagerung sollte mehrmals täglich für
jeweils 5 bis 20 Minuten genutzt werden.

Weiteres:

• Ggf. kann der Kopf mit einem kleinen Kissen unterlegt werden.
• Bewohner mit chronischen Lungenerkrankungen leiten wir so
weit an, dass diese die Lagerungen eigenständig durchführen
können.

Nachbereitung: • Die Dehnlagerungen können für den Bewohner nach kurzer


Zeit unangenehm werden. Daher ist es wichtig, dass die
Pflegekräfte den Bewohner in kurzen Abständen nach dem
Befinden fragen und ggf. umlagern. In keinem Fall darf ein
hilfloser und immobiler Bewohner über längere Zeit in diesen
Lagerungspositionen allein gelassen werden.
• Wenn die Lagerungen erstmals durchgeführt werden, ist es
sinnvoll, einige Minuten beim Bewohner zu bleiben. Der
Bewusstseinszustand und vor allem die Atmung sollten
überwacht werden. Wenn sich der Bewohner unwohl fühlt, wird
er wieder in die normale Rückenlage gebracht.
• Viele Senioren fühlen sich in diesen Lagerungen wie
"festgenagelt", da in dieser Haltung keine Freizeitbeschäftigung
oder soziale Interaktion möglich ist. Es ist daher darauf zu
achten, dass sich der Bewohner während der Maßnahme nicht
langweilt. Die Pflegekraft stellt daher ggf. das Radio, den
Fernseher o.Ä. an.
• Nach Abschluss der Drehdehnlagerung kann der Bewohner
sehr einfach in eine Seitenlagerung gebracht werden (sofern
keine Dekubitusgefährdung vorliegt!).
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 114

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Bewegung aus der Rückenlage in die Seitenlage und zurück mit
stabilisiertem Rumpf"
Definition: • Wir nutzen den Transfer mit stabilisiertem Rumpf nur dann,
wenn eine sequentielle Bewegung nicht möglich ist. Bei einer
sequentiellen Bewegung würden die Massenschwerpunkte des
Bewohners nacheinander bewegt. In diesem Fall würden erst
die Beine und danach der Rumpf zur Seite bewegt.
• Viele Senioren verfügen nicht mehr über die notwendige
Beweglichkeit (siehe Indikation). Sie müssen "in einem Stück"
bewegt werden. Beine und Oberkörper werden also zeitgleich
zur Seite gedreht.
• Für diese Variante muss die Pflegekraft deutlich mehr Kraft
aufbringen.

Grundsätze: • Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es nicht.


Je nach individueller Verfassung des Bewohners können die
Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige Handkontakt.
Die Hände müssen präzise an den vorgesehenen
Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Beuge- und Spiralbewegungen werden vermieden.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: Indikation • Aufgrund zahlreicher Vorteile sollten soweit


möglich die Massenschwerpunkte des
Bewohners (Beine, Becken) nacheinander auf
die Seite gedreht werden. Dieses ist im
Standard "sequentielle Bewegung aus der
Rückenlage in die Seitenlage und zurück"
definiert. Die im Folgenden beschriebene
Drehung mit stabilisiertem Rumpf nutzen wir
nur, wenn eine dieser Einschränkungen
vorhanden ist:
o Der Bewohner leidet unter Schäden an
der Wirbelsäule. Eine sequentielle
Bewegung in die Seitenlage würde zu
einer großen Schmerzbelastung führen.
o Der Bewohner hat sich vor kurzer Zeit
einer Bandscheiben-OP unterzogen.
o Der Bewohner leidet unter
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hirnorganischen Einschränkungen oder


tetraspastischen Zuständen.
• Problematisch ist die Durchführung bei
Senioren, deren Hüft- oder Kniegelenke in
Streckposition versteift sind. Da sie die Knie
nicht anziehen können, rollen sie ohne
Lagerungshilfsmittel schnell wieder in die
Rückenlage zurück. In diesem Fall ist es
sinnvoll, die Maßnahme mit zwei Pflegekräften
durchzuführen.
• Diese Technik ist für Menschen mit Hemiplegie
ungeeignet. Bei einem solchen Krankheitsbild
werden die Standards "Hemiplegie: Lagerung
auf der weniger betroffenen Seite" und
"Hemiplegie: Lagerung auf der betroffenen
Seite" genutzt.
• Wenn der Bewohner mit allen
Massenschwerpunkten gleichzeitig bewegt wird,
kann das auf ihn beängstigend wirken. Er fühlt
sich ggf. "wie ein Baumstamm", der zur Seite
gerollt wird.
• Diese Umlagerung kann für verschiedene
Pflegemaßnahmen genutzt werden. Etwa:
o Körperpflege von bettlägerigen
Bewohnern
o Kleidungswechsel
o Wechsel der Bettwäsche

Organisation • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht
genau kennt, informiert sie sich genau über
dessen Zustand. Relevant sind insbesondere
Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt
und an geeigneter Stelle zwischengelagert.
Dazu zählen etwa Stofftiere,
Lagerungshilfsmittel usw.
• Der Bewohner sollte seine Brille und Hörhilfen
ablegen. Bei der Seitenlage besteht
Druckgefahr.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
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Sondenschläuche usw.) werden gesichert.

Durchführung: in die
Seitenlage /
Ablauf 1 /
"ziehen"

(Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner auf


die - von ihm gesehen - linke Bettseite gedreht
werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage oder


in einer leichten Oberkörperhochlagerung.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, zu der der Bewohner gedreht
werden soll.
• Der Bewohner soll beide Arme anwinkeln. Die
Hände liegen (ggf. zur Faust geballt) knapp
unterhalb des Halses auf dem Brustkorb.
• Der Bewohner soll die Beine nacheinander
beugen und die Hacken an das Gesäß ziehen.
• Wenn der Bewohner im Bauchraum operiert
wurde und in diesem Bereich Schmerzen hat,
soll er während der Bewegung in die Seitenlage
ggf. mit einer Hand mäßigen Gegendruck auf
den Bauchbereich ausüben.

(Hinweis: Je besser der Bewohner die Knie beugt,


umso weniger Kraft muss die Pflegekraft für die
Drehung aufwenden.)

• Die linke Hand der Pflegekraft greift unter den


Knien des Bewohners hindurch. Sie umfasst die
Außenflanke des rechten Knies des Bewohners.
• Die rechte Hand der Pflegekraft umfasst den
Beckenkamm des Bewohners.
• Der Bewohner wird einige Grad zur Seite
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gedreht.
• Nun wechselt die Pflegekraft die Auflageposition
der Hände. Die Hand, die vorher am
Beckenkamm lag, wird an die Schulter verlegt.
Die andere Hand wechselt von den Knien an
den Beckenkamm.
• Der Bewohner wird vollständig auf die Seite
gedreht.

(Hinweis: Wenn es der Zustand des Bewohners


erlaubt, sollte sich dieser aktiv an der Durchführung
beteiligen. Sobald der Senior beide Knie und den
gegenüberliegenden Arm gleichzeitig auf die Seite legt,
wird die Rumpfdrehung praktisch automatisch und mit
wenig Hilfebedarf eingeleitet.)
in die
Seitenlage /
Ablauf 2 /
"schieben"

(Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner auf


die - von ihm gesehen - rechte Bettseite gedreht
werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage oder


in einer leichten Oberkörperhochlagerung.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, zu der der Bewohner nicht
gedreht werden soll.
• Die weiteren Abläufe sind ähnlich mit dem
Unterschied, dass die Pflegekraft den Bewohner
nicht zu sich heranzieht, sondern von sich
wegschiebt. Die Kontaktpunkte Knie,
Beckenkamm und Schulter bleiben gleich.
• Um die Drehung zu unterstützen, kann die
Pflegekraft ein Knie in das Bett stellen. Sie
erreicht damit den Bewohner auch dann, wenn
er nach der Drehung schon recht weit am
gegenüberliegenden Bettrand liegt.

zurück in die • Der Ablauf für die Bewegung zurück in die


Rückenlage Rückenlage ist "spiegelverkehrt" zur vorherigen
Bewegung in die Seitenlage.
• Die Hände der Pflegekraft liegen zunächst an
der Schulter und am Beckenkamm des
Bewohners.
• Der Oberkörper und die Beine werden zurück in
die Rückenlage bewegt.
• Die Beine werden aus der Beugung zurück in
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eine gestreckte Position gebracht. Die Arme


werden gestreckt und neben dem Oberkörper
auf der Matratze abgelegt.

Nachbereitung: • Aus der Seitenlage heraus kann der Bewohner mit geringem
Kraftaufwand auf die Bettkante mobilisiert werden.
• Falls notwendig kann die Position des Bewohners in der
Seitenlage durch zusätzliche Lagerungshilfsmittel unterstützt
werden.
• Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der
Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Seitwärtsbewegung im Bett in zwei Schritten"


Definition: • Die Seitwärtsbewegung im Bett in zwei Schritten ermöglicht
es, auch stark eingeschränkte Bewohner ohne Hilfsmittel und
ohne eine zweite Pflegekraft zu transferieren.
• Das Rutschen und Rollen des Bewohners im Bett ist
vergleichsweise kräfteschonend und belastungsarm. Viele
unnötige Hebesituationen lassen sich durch diese Technik
vermeiden.

Grundsätze: • Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es


nicht. Je nach individueller Verfassung des Bewohners können
die Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Es ist besser, die Bewegung langsamer, aber dafür korrekt
durchzuführen.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Transferieren ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel
berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Je tiefer das Bett
gefahren wird, umso leichter kann die Pflegekraft durch eigene
Gewichtsverlagerungen den Bewohner bewegen. Dieses
Vorgehen ist rückenschonender als das Ziehen oder Schieben
des Bewohners durch die direkte Muskelkraft der Arme.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Der Bewohner sollte ggf. seine Brille und Hörhilfen ablegen.
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Bei der Seitenlage besteht Druckgefahr.


• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.

Durchführung: (Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner zur - von ihm
gesehen - linken Bettkante bewegt werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage oder in einer


leichten Oberkörperhochlagerung.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite, also der Seite, zu
der der Bewohner verschoben werden soll.
• Der Bewohner soll die Beine beugen und die Hacken an das
Gesäß ziehen. Die Beine werden nacheinander zur Seite
bewegt. Die Pflegekraft hebt die linke Seite des Beckens leicht
an.
• Der Bewohner befindet sich nun in einer leichten Seitenlage
nach rechts. Sein Körpergewicht ist auf die rechte Körperhälfte
verschoben.
• Strapazierend ist bei solchen Transfers die Hüftbeugung der
Pflegekraft. Die Pflegekraft stellt daher ihr linkes Knie in das
Bett. Sie verringert damit den Kraftaufwand beim Verschieben
des Bewohners und reduziert die Belastung für ihren eigenen
Rücken. Dieses ist insbesondere dann unverzichtbar, wenn
der Bewohner schwerer als die bewegende Pflegekraft ist.

(Tipp: Probieren Sie den Transfer einmal mit und einmal ohne das ins
Bett gestellte Knie!)

• Die Pflegekraft führt die linke Hand des Bewohners an seine


rechte Schulter. Die rechte Hand des Bewohners liegt auf
seiner linken Schulter. Die Oberarme sind daher auf der Brust
überkreuzt.
• Die Pflegekraft legt ihre rechte Hand unter das Becken des
Bewohners. Sie platziert die Hand unter dem Becken-
Kreuzbein. Die Pflegekraft stellt sicher, dass sich ihre Hand
nicht unter den Lendenwirbeln befindet.

(Tipp: Das Durchgreifen unter dem Becken des Bewohners gelingt


leichter, wenn die Pflegekraft die Matratze dabei nach unten
wegdrückt. Falls der Bewohner unbekleidet ist, kann die stützende
rechte Hand der Pflegekraft auch unter der Unterlage liegen.)
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• Mit der linken Hand umgreift die Pflegekraft das rechte Knie
des Bewohners.
• Nun zieht die Pflegekraft die Knie des Bewohners an sich
heran. Sie rollt also den Bewohner etwas auf sich zu, bis er
sich wieder in der Rückenlage befindet. Er liegt dabei auf dem
Oberarm der Pflegekraft.
• Die Pflegekraft zieht ihre rechte Hand an sich heran und
verlagert damit das darüber liegende Becken ein Stück in
Richtung Bettkante.

(Tipp: Die Pflegekraft stellt sicher, dass ihr Oberkörper gerade zum
Bewohner ausgerichtet ist, also nicht etwa leicht nach rechts oder
links gedreht ist. In der richtigen Position kann die Pflegekraft ihren
Rumpf durch die Anspannung der Bauch- und Rückenmuskulatur
deutlich besser stabilisieren.)

• Durch den erneuten Druck der Pflegekraft auf die Knie des
Bewohners liegt dieser erneut in Seitenlage. Nun muss auch
der Oberkörper ebenfalls ein Stück in Richtung Bettkante
bewegt werden.

• Die Pflegekraft legt ihre rechte Hand unter den Oberkörper des
Bewohners. Sie sollte sich knapp unterhalb der Schultern
befinden.
• Mit der linken Hand ergreift die Pflegekraft die überkreuzten
Unterarme des Bewohners.
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• Nun zieht die Pflegekraft mit dem linken Arm den Oberkörper
des Bewohners an sich heran. Sie rollt den Bewohner also
zurück in die Rückenlage und auf den unter ihm befindlichen
rechten Arm der Pflegekraft.
• Dann zieht die Pflegekraft mit dem rechten Arm den
Oberkörper in Richtung Bettkante. Der Bewohner wird durch
den Druck auf die überkreuzten Arme zurück in die Seitenlage
gerollt.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass sich der Kopf des Bewohners
ebenfalls frei in Richtung Bettkante bewegen kann.
• Die Pflegekraft wiederholt die Bewegung ggf. mehrfach. Es ist
besser, den Transfer in mehreren kleineren Schritten und
dafür schonend durchzuführen.

(Tipp: Beim Zugreifen sollte die Pflegekraft stets eine möglichst große
Fläche mit der Hand umfassen. Das Übertragen der Schub- und
Zugkräfte auf den Körper des Bewohners ist dann schonender.)
Nachbereitung: • Falls notwendig kann die Position des Bewohners in der
Seitenlage durch zusätzliche Lagerungshilfsmittel unterstützt
werden.
• Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der
Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "sequentielle Bewegung aus der Rückenlage in die Seitenlage und zurück"
Definition: • Es handelt sich bei dieser Transferbewegung um eine sog.
„sequentielle Bewegung“. Die einzelnen Körperabschnitte
werden nacheinander bewegt. Die Bewegungen sollten
fließend ineinander übergehen.
• Dem gegenüber steht das Konzept der „En-bloc-Bewegung“,
das einen gleichzeitigen Transfer des gesamten Körpers
vorsieht.

Grundsätze: • Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es


nicht. Je nach individueller Verfassung des Bewohners können
die Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige Handkontakt.
Die Hände müssen präzise an den vorgesehenen
Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die Impulse für die Bewegung der Körperbereiche erfolgen
nacheinander. Ansonsten kann es schnell zu einem
ungewollten En-bloc-Transfer kommen. Es ist daher besser,
die Bewegung langsamer, aber dafür korrekt durchzuführen.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: Indikation Diese Umlagerung kann für verschiedene


Pflegemaßnahmen genutzt werden. Etwa:

• Körperpflege von bettlägerigen Bewohnern


• Kleidungswechsel
• Wechsel der Bettwäsche

Organisation • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es werden etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg
geschoben.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
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• Die Pflegekraft führt eine hygienische


Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch
nicht genau kennt, informiert sie sich genau
über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen
sowie die zu erwartende Schmerzbelastung bei
Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett
entfernt und an geeigneter Stelle
zwischengelagert. Dazu zählen etwa Stofftiere,
Lagerungshilfsmittel usw.
• Der Bewohner sollte seine Brille und Hörhilfen
ablegen. Bei der Seitenlage besteht
Druckgefahr.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
Sondenschläuche usw.) werden gesichert.

Durchführung: in die
Seitenlage /
Ablauf 1 /
"ziehen"

(Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner


auf die - von ihm gesehen - linke Bettseite gedreht
werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage


oder in einer leichten Oberkörperhochlagerung.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, zu der der Bewohner gedreht
werden soll.
• Der Bewohner soll die Beine beugen und die
Hacken an das Gesäß ziehen.
• Die Beine des Bewohners werden
nacheinander zur Seite bewegt. Die Pflegekraft
beginnt mit dem näher liegenden Bein. Sie
umfasst mit einer Hand den Fuß und mit der
anderen Hand das Knie des zu bewegenden
Beines.

(Hinweis: Die Umlagerung mit den Beinen beginnen


zu lassen, hat den Vorteil, dass dadurch
Verspannungen der Becken- und Rückenmuskulatur
gelöst werden.)

• Der linke Arm wird gebeugt und in eine


mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 126

Außenrotation gebracht. Die Hand liegt mit der


Handfläche nach oben neben dem linken Ohr.
Damit wird eine Blockierung der Schulter
vermieden.
• Der rechte Arm wird ebenfalls gebeugt und
diagonal über dem Brustkorb abgelegt. Der
rechte Ellenbogen liegt also direkt vor dem
Kinn des Bewohners.

(Hinweise: Wenn etwa aufgrund des Körpergewichts


des Bewohners die Bewegung zu anstrengend ist,
kann die Pflegekraft zusätzliche Vorbereitungen
treffen. Sie fordert den Bewohner auf, den Kopf vor
dem Bewegen des Beckens und des Brustkorbes
leicht nach hinten zu strecken. Dadurch verringert sich
der erforderliche Kraftaufwand. Reicht auch dieses
nicht aus, sollte eine zweite Pflegekraft die Bewegung
unterstützen. Eine Pflegekraft bewegt dann zunächst
die Beine und das Becken. Danach hält sie den
Bewohner in der richtigen Position. Die zweite
Pflegekraft bewegt den Brustkorb und den Kopf.)

• Sobald beide Beine auf der Seite abgelegt


sind, legt die Pflegekraft eine Hand an den
Beckenkamm des Bewohners. Eine Hand liegt
auf dem oberen Knie.
• Die Pflegekraft dreht nun über die Hand am
Becken den Bewohner auf die Seite. Zunächst
kommt erst die Hüfte in die Seitenlage,
während der Schulterbereich in der
Rückenlage verharrt und sich erst mit zeitlicher
Verzögerung ebenfalls in Bewegung setzt.
• Sobald die Bewegung des Beckens in die
Seitenlage abgeschlossen ist, wechselt die
Pflegekraft die Auflageposition der Hände. Die
Hand, die vorher am Beckenkamm lag, wird an
die Schulter verlegt. Die andere Hand wechselt
von den Knien an den Beckenkamm.
• Nun wird auch der Schulterbereich in die
Seitenlage gezogen.
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in die
Seitenlage /
Ablauf 2 /
"schieben"

(Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner


auf die - von ihm gesehen - rechte Bettseite gedreht
werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage


oder in einer leichten Oberkörperhochlagerung.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, zu der der Bewohner nicht
gedreht werden soll.
• Die weiteren Abläufe sind ähnlich mit dem
Unterschied, dass die Pflegekraft den
Bewohner nicht zu sich heranzieht, sondern
von sich wegschiebt. Die Kontaktpunkte Knie,
Beckenkamm und Schulter bleiben gleich.

zurück in die • Der Ablauf für die Bewegung zurück in die


Rückenlage Rückenlage ist "spiegelverkehrt" zur vorherigen
Bewegung in die Seitenlage.
• Die Hände der Pflegekraft liegen zunächst an
der Schulter und am Beckenkamm des
Bewohners.
• Der Oberkörper wird zurück in die Rückenlage
bewegt. Nun sind es der Beckenbereich und
die Füße, die zunächst noch in der Seitenlage
verbleiben.
• Die Pflegekraft wechselt die Auflageflächen.
Die Hände liegen nun am Beckenkamm und
am oberen Knie des Bewohners.
• Nun drehen sich auch das Becken und die
Beine zurück in die Rückenlage.
• Die Beine werden aus der Beugung zurück in
eine gestreckte Position gebracht. Die Arme
werden gestreckt und neben dem Oberkörper
auf der Matratze abgelegt.

Nachbereitung: • Falls notwendig kann die Position des Bewohners in der


Seitenlage durch zusätzliche Lagerungshilfsmittel unterstützt
werden.
• Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 128

Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 129

Standard "Lagerungen im Rahmen der Thromboseprophylaxe"


Definition: • Eine Thrombose liegt vor, wenn sich innerhalb eines
Blutgefäßes ein Blutgerinnsel bildet. Die Verklumpung kann
die Blutbahn teilweise oder vollständig verschließen. Zudem
bildet sich ggf. an der Gefäßwand eine Entzündung. Am
häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen von
Thrombosen betroffen.
• Lebensgefährliche Komplikationen können auftreten, wenn
sich ein Thrombus löst, durch die Blutbahn in die Lunge, in das
Hirn oder in das Herz wandert und sich dort erneut festsetzt.
Ein Thrombus verhindert häufig eine ausreichende
Durchblutung des Gewebes, das hinter der Verschlussstelle
liegt. Ein Thrombus, der in der Lunge ein Gefäß verschließt,
kann eine Lungenembolie auslösen. Ein Verschluss im Gehirn
kann einen Schlaganfall bewirken, während ein Blutgerinnsel
in den Herzkranzgefäßen zu einem Herzinfarkt führen kann.
• Ein wichtiger Faktor zur Vermeidung von Thrombosen sind
Lagerungen. Durch eine Hochlagerung der Beine kann der
venöse Rückstrom gefördert werden.
• Anders als die Kompressionstherapie oder eine frühzeitige
Mobilisierung aus dem Bett wird die Hochlagerung vom
Bewohner i.d.R. bereitwillig akzeptiert.

Grundsätze: • Die Lagerung im Rahmen der Thromboseprophylaxe erfolgt


stets unter Beachtung der Wünsche des Bewohners.
• Durch Hochlagerung allein lässt sich keine Thrombose
verhindern. Wann immer möglich wird der Bewohner aus dem
Bett mobilisiert, und sei es nur zum Sitzen am Bettrand.
Körperliche Aktivität bietet den besten Schutz vor
Thrombosen.

Ziele: • Der Blutrücklauf wird verbessert. Die Beine werden entstaut.


• Eine Thrombose und insbesondere eine Embolie werden
vermieden.
• Der Bewohner fühlt sich wohl. Die Schmerzbelastung ist
minimiert.

Vorbereitung: Indikation / Indikation:


Kontraindikation
• Der Bewohner ist aufgrund seines
körperlichen Zustands immobil.
• Der Bewohner leidet unter Ödemen.
• Beim Bewohner wird eine
Kompressionstherapie durchgeführt. Die
Beine müssen vor dem Anlegen der
Kompressionsstrümpfe /-verbände
entstaut werden.

Bei verschiedenen Krankheitsbildern darf keine


Hochlagerung durchgeführt werden:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 130

• Es liegt eine arterielle


Durchblutungsstörung vor. (Hinweis:
Hochlagerungen würden hier die
Minderdurchblutung noch verstärken.)
• Der Bewohner leidet unter einer arteriellen
Verschlusskrankheit (AVK).
• Es liegt eine schwere Herzinsuffizienz vor,
etwa als Folge eines Herzinfarktes.
• Der Bewohner leidet unter
Druckgeschwüren im Bereich des
Steißbeins. Oder es liegt eine sehr hohe
Dekubitusgefährdung vor.
• Der Bewoher hat Beschwerden im
Hüftgelenk.

Organisation • Im Dialog mit dem behandelnden Arzt


legen wir die Häufigkeit und die Dauer der
Hochlagerungen fest.
• Wir befragen den Bewohner, welche
Lagerungsposition er bevorzugt.

Durchführung:

• Wir nutzen die sog. „Stufenlagerung“. Die Beine des


Bewohners müssen höher liegen als der Rumpf.
• Das Lagerungshilfsmittel muss so geformt sein, dass die
Kniekehlen leicht gebeugt sind. Wenn das Bein durchgestreckt
wird, kann das zu Schmerzen führen.
• Die Beugung sollte einen Winkel von rund 20° haben. Ein
größerer Winkel führt zwar zu einer stärkeren Entstauung,
erhöht aber gleichzeitig das Risiko, dass wichtige Blutbahnen
in der Leiste abgeknickt werden.
• Wir nutzen ggf. Schaumstoffkissen, um das Bein zu polstern.
Damit können sowohl Druckschäden vermieden werden als
auch das Abpressen von Gefäßen. Ggf. werden die Fersen
hohl gelagert, um eine Druckentlastung zu erreichen.
• Damit dem Bewohner während der Hochlagerung nicht
langweilig wird, stellen wir ggf. den Fernseher oder das Radio
ein.
• Einige Pflegebetten erlauben es, das Fußende elektrisch in
eine geeignete Position zu fahren. Die Hochlagerung ist dann
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 131

ohne zusätzliche Hilfsmittel möglich. Wir weisen den


Bewohner entsprechend in die Bedienung ein.
• Wenn der Bewohner sitzt, sollten seine Beine nicht auf dem
Boden aufgestellt werden. Stattdessen stellen wir ein
gepolstertes Bänkchen o. Ä. vor den Sessel und legen die
Beine dort ab.

Nachbereitung: • Die Hochlagerung der Beine sollte nach spätestens zwei


Stunden beendet werden. Vor der nun notwendigen
Umlagerung erfolgt eine Kontrolle der Haut im Sakralbereich.
• Der erzielte Effekt sowie die Reaktionen des Bewohners
werden erfasst und dokumentiert. Bei relevanten Problemen
wird der behandelnde Arzt informiert.

Dokumente • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 132

Standard "Hochbewegen im Bett von teilaktiven Hemiplegie-Patienten"


Definition: • Pflegekräfte stehen häufig vor dem Problem, dass der
Bewohner im Bett nach unten gerutscht ist. Insbesondere wenn
der Bewohner adipös ist, ist es für Pflegekräfte ohne einen
zweiten Mitarbeiter schwierig, den Bewohner wieder in
Richtung Kopfende zu bewegen.
• Wir nutzen daher die Technik „Hochbewegen im Bett“, um die
Lage des Bewohners im Bett zu korrigieren. Dafür werden
abwechselnd beide Körperseiten nacheinander nach oben
bewegt. Der Bewohner unterstützt den Transfer, indem er sich
mit seinem Fuß abstützt und mit der Kraft des weniger
betroffenen Beines nach oben wegdrückt.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern nach Bobath ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die
viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen.

Ziele: • Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die


Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.
• Der Bewohner schafft sich die Grundlage für seine weitere
Mobilisierung.

Vorbereitung: notwendiges • zwei zusätzliche große Kissen, ein kleines


Material Kissen (für die A-Lagerung)
• ggf. ein weiteres großes Kissen oder die
Bettdecke (als Unterstützung für die Knie)

weitere • Der Heimbewohner wird über die anstehende


Maßnahmen Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen
werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 133

• Die Pflegekraft führt eine hygienische


Händedesinfektion durch.
• Der Bewohner liegt in einer A-Lagerung (siehe
Standard). Wir vermeiden damit eine
Überstreckung sowie unerwünschte
Bewegungsabläufe. Zudem ermöglicht es diese
Lagerung dem Bewohner, die Bewegung zum
Kopfende aus eigener Kraft zu unterstützen.

Durchführung:

Bild von der Seite

Bild vom Kopfende

• Die Beine des Bewohners werden aufgestellt. Es muss


sichergestellt sein, dass sich das mehr betroffene Bein in der
richtigen Gelenkposition befindet.
• Die Pflegekraft stellt ihr Knie auf das Bett. Mit ihrem Fuß und
dem Unterschenkel umschließt sie den mehr betroffenen Fuß
des Bewohners und fixiert diesen somit auf der Matratze.
• Eine Hand der Pflegekraft liegt unter dem Gesäß auf der
weniger betroffenen Seite. Die zweite Hand liegt am
Schultergürtel der weniger betroffenen Seite.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 134

• Die Pflegekraft verlagert nun ihr Gewicht nach hinten. Der


Bewohner soll seinen Kopf anheben, da sich dieser sonst in die
Kissen bohren könnte. Er soll mit der Kraft des weniger
betroffenen Beines die weniger betroffene Körperhälfte von der
Matratze abheben.
• Mit den gemeinsamen Kräften der Pflegekraft und des
Bewohners kann die weniger betroffene Körperhälfte nun
etwas in Richtung Kopfende bewegt werden.
• Der Bewohner liegt nun aber etwas „schief“ im Bett. Daher
muss danach die mehr betroffene Seite ebenfalls ein Stück
höher bewegt werden.
• Soweit sinnvoll: Die Knie des Bewohners werden zur weniger
betroffenen Seite gekippt und seitlich auf einem Kissen
abgelegt.

Bild von der Seite

Bild vom Kopfende

• Die Pflegekraft legt eine Hand unter die Schulter der mehr
betroffenen Seite. Die zweite Hand liegt unter dem Gesäß der
mehr betroffenen Seite.
• Durch eine erneute Gewichtsverlagerung wird die mehr
betroffene Seite abgehoben und nach oben bewegt. Soweit
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 135

möglich unterstützt der Bewohner diese Bewegung mit seinem


mehr betroffenen Fuß.
• Die Körperabschnitte sollten jetzt wieder symmetrisch im Bett
liegen.
• Diese beiden Bewegungen werden ggf. mehrfach wiederholt,
bis der Bewohner die richtige Position innerhalb des Bettes
erreicht hat. Vor jeder Bewegung muss die A-Lagerung
kontrolliert und ggf. korrigiert werden.
• Die Pflegekraft fragt den Bewohner, ob die Lagerung
schmerzfrei ist und korrigiert diese ggf. im Detail.
• Ggf. wird der Bewohner wieder zugedeckt.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Hemiplegie: Bridging (‚eine Brücke machen')"


Definition: • Im Rahmen der Lagerung, der Mobilisierung oder von
Pflegemaßnahmen ist es erforderlich, den Bewohner im Bett zu
bewegen. Mit Hilfe des sog. "Bridgings" ist es möglich, einen
Menschen mit minimalem Krafteinsatz nach oben, unten und
seitlich zu verschieben. Dabei wird die Masse des Beckens
durch die Muskulatur der Beine des Bewohners vom Bett
abgehoben. Die Pflegekraft unterstützt diese Bewegung und
leitet den Bewohner an.
• Zusätzlich zur Lagerung kann dieser Bewegungsablauf auch in
zahlreiche andere Pflegemaßnahmen eingebunden werden,
also etwa das An- und Ausziehen der Hose sowie das
Einschieben und Entfernen eines Betttopfes.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern und Bewegen nach Bobath ist eine anspruchsvolle
Aufgabe, die viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden
Praktikanten, Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur
assistierend eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen.

Ziele: • Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die


Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der
Mobilisierung.
• Der Bewohner schafft sich die Grundlage für seine weitere
Mobilisierung.

Vorbereitung: • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit).
Seine Fragen werden umfassend beantwortet. Der Bewohner
wird um Zustimmung gebeten.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können.
• Die Türen und Fenster werden geschlossen.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.

Durchführung: Bridging: • Die Pflegekraft begleitet jede Bewegung durch


entsprechende Ansagen. Der Bewohner erfährt
vor jeder Bewegung, in welche Richtung er sich
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bewegen soll. Er kann sich dann mental auf den


Ablauf vorbereiten und diesen im Rahmen seiner
Fähigkeiten unterstützen.
• Die Pflegekraft stellt das mehr betroffene Bein
auf. Sie achtet darauf, dass ihre Hand nicht zu
tief in die Kniekehle fasst. Hinweis: Für viele
Senioren ist das Anwinkeln des Beines
schmerzhaft. In diesem Fall wird der
Beugewinkel etwas größer gewählt. Beim
Anwinkeln des Beines ist darauf zu achten, dass
das Bein bzw. Knie nicht nach außen fällt, da der
Hüftkopf in der Gelenkpfanne sicher sitzen sollte.

• Mit dem sog. "Gabelgriff" wird der Fuß des


Bewohners auf der Matratze fixiert. Dabei nimmt
die Pflegekraft eine Hand, spreizt den Daumen
ab und umgreift das Sprunggelenk. Die Hand
liegt dabei flächig auf dem Fußrücken und die
Fingerspitzen haben Kontakt zur Matratze. Die
Füße dürfen im späteren Verlauf der Maßnahme
auf der Matratze nicht wegrutschen.
• Die Pflegekraft fordert den Bewohner auf, das
weniger betroffene Bein ebenfalls aufzustellen.
• Der Bewohner soll die Arme strecken und auf
Höhe der Hüften auf der Matratze ablegen. Die
Handflächen weisen dabei nach unten. Mit der
Kraft des weniger betroffenen Armes kann der
Bewohner später das Anheben des Beckens
unterstützen.
• Die Pflegekraft umfasst den Oberschenkel knapp
unterhalb des Knies. Sobald sie das Knie in
Richtung Fußende schiebt, wird durch diesen
Impuls das Abheben des Beckens unterstützt.
Der Fuß bleibt auf der Matratze fixiert.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 138

• Alternative Durchführung: Die Hand, die bislang


per Gabelgriff den mehr betroffenen Fuß auf der
Matratze fixierte, wird unter das Gesäß geführt.
Durch sanften Druck wird der Bewohner
stimuliert, das Becken abzuheben. Falls der Fuß
des Bewohners wegzurutschen droht, kann die
Pflegekraft diesen auch fixieren, indem sie ihr
Knie in das Bett stellt.
• Wenn diese Unterstützung nicht ausreicht, greift
die Pflegekraft um die Knie herum. Sie umfasst
dann mit beiden Händen das Becken. Sie hält
die Knie dabei mit ihren Achseln fest. Wenn die
Pflegekraft das Gewicht nach hinten verlagert,
hebt sich das Becken von der Matratze ab.
• Die Pflegekraft kann das Becken nun ein Stück
nach rechts oder links bewegen.

Anschluss • Der Bewohner wird aufgefordert, zunächst den


bei Kopf und dann den gesamten Oberkörper
Bewegung anzuheben.
zur Seite • Die Pflegekraft unterstützt das Abheben von der
Matratze, indem sie mit beiden Händen unter die
Schultern des Bewohners fasst.
• Der Oberkörper des Bewohners wird in die
gewünschte Richtung bewegt.
• Nun werden erneut zunächst der Unter- und
dann der Oberkörper zur Seite bewegt, bis die
richtige Position im Bett erreicht ist.
• Die Bewegung erfolgt immer in mehreren
kleineren Schritten.

Anschluss • Der Bewohner soll das Becken zu den Füßen


bei einer rutschen lassen.
Bewegung • Die Pflegekraft unterstützt diese Bewegung,
nach unten indem sie das Becken in Richtung Fußende
zieht.
• Der Bewohner wird aufgefordert, den Kopf
anzuheben. Er vermindert damit die Gleitfläche
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 139

und den Reibungswiderstand.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.


• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Transfer eines immobilen Bewohners von Bett zu Bett mit drei
Pflegekräften"
Definition: • Verschiedene Maßnahmen erfordern es, dass Bewohner
vorübergehend aus dem Bett mobilisiert werden müssen.
Dieses etwa, wenn die Matratze ausgetauscht werden soll.
• Teilweise mobile Senioren werden für diese Zeit kurzfristig in
den Stand und dann in einen bereitstehenden Sessel
transferiert. Bei vollständig immobilen Senioren ist das nicht
möglich. Sie müssen von einem Bett in ein bereitstehendes
anderes Bett mobilisiert werden. In der Regel nutzen wir dafür
einen Lifter. Dieser kann auch von einer einzelnen Pflegekraft
bedient werden. Ein solcher Transport ist rücken- und
kräfteschonend.
• In Einzelfällen muss ein solcher Transfer jedoch ohne
technische Hilfe durchgeführt werden. Es sind dann drei
Pflegekräfte erforderlich, die den Senioren gemeinsam aus
seinem Bett herausheben, ihn zu einem anderen Bett tragen
und dort wieder ablegen.

Grundsätze: • Da sich für diesen Transfer drei Pflegekräfte synchron


bewegen müssen, ist ein aufeinander eingespieltes Team
notwendig.
• Auch bei einem leichten Senioren sind immer drei Pflegekräfte
erforderlich. Ein solcher Transfer lässt sich mit nur zwei
Pflegekräften i.d.R. nicht sicher durchführen.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher von einem Bett in ein anderes Bett
transferiert.
• Der Bewohner hat Vertrauen zu uns. Er erlebt den Transfer
ohne Angstgefühle.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: Indikation Der hier beschriebene Transfer muss die Ausnahme


bleiben. Er wird nur durchgeführt, wenn die Nutzung
eines Lifters nicht möglich ist. Also etwa:

• Ein Transfer mittels Lifter bereitet dem


Bewohner große Schmerzen.
• Der Bewohner lehnt die Nutzung eines Lifters
vehement ab oder hat große Angst davor;
dieses etwa aufgrund einer dementiellen
Erkrankung, Wahnvorstellungen usw.
• Es steht kein Lifter zur Verfügung, etwa weil der
Lifter defekt ist.
• Der Transfer muss schnell erfolgen. Es bleibt
keine Zeit zum An- und zum Ablegen der Gurte,
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 141

die bei einem Transfer per Lifter genutzt


werden.

weitere • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team


Maßnahmen geübt. Es ist wichtig, dass die Bewegungen
synchron erfolgen.
• Der Heimbewohner wird über die anstehende
Maßnahme informiert (unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekräfte schaffen Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es wird etwa der Bettbügel
aufgehängt und der Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten
zu ermöglichen.
• Die Pflegekräfte führen eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekräfte den Bewohner noch
nicht genau kennen, informieren sie sich genau
über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen
sowie die zu erwartende Schmerzbelastung bei
Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt
und an geeigneter Stelle zwischengelagert.
Dazu zählen etwa Stofftiere,
Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
Sondenschläuche usw.) werden gesichert.
• Das zweite Bett wird in der Nähe des ersten
Bettes abgestellt. Ideal ist, wenn beide Betten
im 90°-Winkel zueinander stehen. Das Fußende
des einen Bettes sollte am Kopfende des
anderen Bettes stehen. Beim folgenden
Transfer müssen dann die Pflegekräfte nur eine
viertel Drehung durchführen, um von einem Bett
zum anderen Bett zu gelangen.
• Es wird sichergestellt, dass im Bereich vor den
Betten keine Gegenstände auf dem Boden
liegen, über die die Pflegekräfte später stolpern
könnten.
• Die drei Pflegekräfte stellen sich an die
Bettseite des ersten Bettes, die dem zweiten
Bett am nächsten steht. Damit wird die
Wegstrecke beim Transfer reduziert.
• Die körperlich stärkste Pflegekraft sollte in der
Mitte stehen und trägt später den
Beckenbereich des Bewohners. Die nächst
stärkere steht am Kopfende des Bettes. Sie
hebt später den Oberkörper und stützt den
Kopf. Die schwächste Pflegekraft steht am
Fußende des Bettes und trägt die Beine des
Bewohners.
• Die Pflegekraft mit der größten Berufserfahrung
übernimmt die Führung. Sie gibt die
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 142

Kommandos, damit alle Schritte synchronisiert


erfolgen

Durchführung: • Die Arme des Bewohners werden auf seiner Brust abgelegt
und ggf. verschränkt.

• Die Pflegekräfte schieben ihre Arme unter den Körper des


Bewohners. Die Kontaktpunkte sind:
o Rücken und Schulterblätter (Bei bewusstlosen und sehr
geschwächten Senioren muss der Kopf mit einer Hand
unterstützt werden. Die zweite Hand lagert dann unter
den Schulterblättern.)
o oberhalb und unterhalb des Gesäßes
o an den Oberschenkeln und an den Waden

• Die Pflegekräfte ziehen den Bewohner zunächst zu sich heran


in Richtung Bettkante. Der Körper des Bewohners gleitet dabei
"wie auf Schienen" auf den Armen der Pflegekräfte über die
Matratze. Ist er an der Bettkante angekommen, wird er
gleichzeitig vom Bett abgehoben. Das Anheben erfolgt
rückenschonend "aus den Knien" heraus.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 143

• Die Pflegekräfte gehen zwei Schritte zurück. Sie führen nun


eine viertel Drehung durch und stehen in Richtung zweites
Bett.

• Die drei Pflegekräfte tragen den Bewohner nun zum zweiten


Bett und legen ihn vorsichtig auf der Matratze ab. Auch das
Absenken erfolgt wieder "aus den Knien".
• Der Bewohner wird in Richtung Bettmitte geschoben. Die
Pflegekräfte ziehen ihre Arme unter dem Körper des
Bewohners wieder heraus.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der


Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
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• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.


• Die ggf. geplante Pflegemaßnahme schließt sich nun an.
• Wir hinterfragen kritisch, welche Faktoren den Einsatz eines
Lifters verhinderten. Das Tragen eines Bewohners mit drei
Pflegekräften kann keine Dauerlösung sein.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • alle Pflegekräfte


Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 145

Standard "Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl"


Definition: • Der Transfer vom Bett in einen Stuhl ist Voraussetzung für
viele Pflegemaßnahmen. So kann der Bewohner z.B. für
einige Minuten aus dem Bett mobilisiert werden, wenn dieses
neu bezogen werden muss.
• Statt eines normalen Stuhls kann auch ein Rollstuhl genutzt
werden.
• Der hier beschriebene Transfer ist für Hemiplegie-Patienten
ungeeignet. Stattdessen ist der Standard Standard "Transfer
von der Bettkante auf einen Stuhl bei Hemiplegie" zu nutzen.

Grundsätze: • Dieser Transfer folgt dem Prinzip der aktivierenden Pflege.


Der Großteil der körperlichen Arbeit wird vom Bewohner selbst
geleistet. Die Aufgabe der Pflegekraft beschränkt sich darauf,
den Bewohner anzuleiten und vor einem Sturz zu schützen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher vom Bett auf einen Stuhl mobilisiert.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die Pflegekraft
werden minimiert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt.


• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.
• Wir stellen sicher, dass sich der Bewohner auf dem Stuhl
halten kann, also nicht zur Seite rutscht. Zudem sollte der
Kreislauf soweit stabil sein, dass sich der Bewohner einen
Moment lang im Stehen halten kann.

Durchführung:

• Der Bewohner verfügt beim folgenden Transfer über vier


Auflageflächen: Seine beiden Füße auf dem Boden, eine
Hand an der Armstütze des Stuhls und eine Hand auf dem
Oberschenkel der Pflegekraft.
• Der Bewohner beugt sich nach vorne und verlagert sein
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 146

Gewicht auf die Füße. Die Pflegekraft hilft ihm dabei, sein
Gesäß vom Bett abzuheben.

• Der Bewohner soll nun in vielen kleinen Teilschritten seinen


Körper soweit drehen, dass sein Gesäß in Richtung Sitzfläche
des Stuhles zeigt. Er verlagert dafür sein Gewicht im Wechsel
von einem Fuß auf den anderen. Er kann dann den jeweils
entlasteten Fuß ein kleines Stück bewegen und drehen.
• Der Bewohner soll nun vorsichtig sein Gesäß auf der
Sitzfläche absetzen.

Nachbereitung: • Die ggf. geplante Pflegemaßnahme schließt sich nun an.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 147

Standard "Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl mit zwei Pflegekräften"
Definition: • Der Transfer vom Bett in einen Stuhl ist Voraussetzung für
viele Pflegemaßnahmen. So kann der Bewohner z.B. für
einige Minuten aus dem Bett mobilisiert werden, wenn dieses
neu bezogen werden muss.
• Statt eines normalen Stuhls kann auch ein Rollstuhl genutzt
werden.
• Der hier beschriebene Transfer wird nur durchgeführt, wenn
zwei Bedingungen erfüllt sind:
o Der Bewohner weist gravierende körperliche
Einschränkungen auf. Ein Transfer, der von nur einer
Pflegekraft unterstützt wird, ist daher nicht möglich.
Dieses ist etwa der Fall bei massiver Adipositas,
Kontrakturen oder etwa Kreislaufschwäche.
o Die Nutzung eines Lifters ist nicht möglich. Dieses
etwa, weil er nicht verfügbar ist oder der Bewohner die
Nutzung eines Lifters nicht akzeptiert.
• Diese Transfertechnik eignet sich auch für die ambulante
Pflege, wenn ein pflegender Angehöriger als Unterstützung für
die Pflegekraft zur Verfügung steht. Voraussetzung ist eine
ausreichende körperliche Belastbarkeit des Angehörigen.

Grundsätze: • Die aktivierende Pflege ist ein zentrales Element unserer


Arbeit. Ein Transfer wie dieser, bei dem der Bewohner völlig
passiv bleibt, sollte daher so lange wie möglich zugunsten
anderer Techniken vermieden werden.
• Wir sind uns stets bewusst, dass ein solcher Transfer für den
Bewohner seelisch belastend ist. Viele Betroffene fühlen sich
wie Ware, die "umgeladen" wird. Andere haben Angst,
während des Transfers aus den Armen der Pflegekräfte zu
fallen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher vom Bett auf einen Stuhl mobilisiert.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die
Pflegekräfte werden minimiert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt.

(Hinweis: In der ambulanten Pflege ist es wichtig, dass der


assistierende Angehörige sorgfältig eingewiesen wird.)

• Wir stellen sicher, dass sich der Bewohner auf dem Stuhl
halten kann, also nicht zur Seite rutscht.

Durchführung: • Der Bewohner wird an die Bettkante mobilisiert. Wir nutzen


dafür den Standard "Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen
an der Bettkante" bzw. die entsprechende "En-bloc"-Version.
• Zwei Pflegekräfte stellen sich rechts und links an die Seite des
Bewohners. Sie gehen leicht in die Knie. Die übermäßige
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 148

Beugung des Rückens sollte vermieden werden.

• Mit einer Hand umfassen beide Pflegekräfte je einen


Oberschenkel des Bewohners. Es muss dabei ein räumlicher
Abstand zum Intimbereich eingehalten werden.

• Mit der anderen Hand unterfassen die Pflegekräfte das Gesäß


des Bewohners. Sein Oberkörper fällt nun leicht nach vorne
und wird von den Schultern der Pflegekräfte gestützt. Die
Arme des Bewohners sollten auf den Schultern und auf den
Rücken der Pflegekräfte lagern. Diese Position ist wichtig, um
ein Umkippen des Bewohners nach hinten zu vermeiden. Die
Pflegekräfte hätten dann keine Hand frei, um den Oberkörper
an den Schultern des Bewohners zu fixieren.
• Auf ein Kommando wird der Bewohner von der Bettkante
abgehoben.
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• Mit kleinen Schritten wird der Bewohner zum Stuhl getragen.


Falls möglich sollte die Pflegekraft mit dem Bewohner reden
und die nächsten Schritte erklären. Damit können
insbesondere bei dementiell erkrankten Senioren Ängste
abgebaut werden.

• Vor dem Stuhl ändern die Pflegekräfte ihre Position. Sie


stehen sich nun frontal gegenüber mit dem Bewohner in ihrer
Mitte. Dadurch wird der Kraftaufwand beim folgenden
Absenken des Bewohners reduziert.
Hinweis: Wenn der Bewohner in einen Rollstuhl gesetzt
werden soll, werden zuvor die Seitenteile entfernt. Nachdem
der Bewohner im Rollstuhl abgesetzt wurde, muss er ggf. von
einer Pflegekraft stabilisiert werden, während die zweite
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 150

Mitarbeiterin die Seitenteile wieder anbringt.

Nachbereitung: • Die ggf. geplante Pflegemaßnahme schließt sich nun an.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 151

Standard "Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl bei Hemiplegie"
Definition: • Der reguläre Standard "Transfer von der Bettkante auf einen
Stuhl" lässt sich für Hemiplegiepatienten nicht nutzen.
Schlaganfallpatienten haben oftmals nur eine eingeschränkte
Kontrolle über das mehr betroffene Bein sowie über den mehr
betroffenen Arm. Es fehlen somit zwei wichtige Kontaktflächen
während des Transfers. In der Folge wäre das Sturzrisiko
erhöht.
• Der hier beschriebene Transfer kompensiert diese fehlenden
Kontaktflächen, indem die Pflegekraft ihr eigenes Bein unter
das mehr betroffene Bein des Bewohners legt und es somit als
zusätzliche Kontaktfläche anbietet.
• Der Transfer vom Bett in einen Stuhl ist Voraussetzung für
viele Pflegemaßnahmen. So kann der Bewohner z.B. für
einige Minuten aus dem Bett mobilisiert werden, wenn dieses
neu bezogen werden muss.
• Statt eines normalen Stuhls kann auch ein Rollstuhl genutzt
werden.

Grundsätze: • Dieser Transfer folgt dem Prinzip der aktivierenden Pflege.


Der Großteil der körperlichen Arbeit wird vom Bewohner selbst
geleistet. Die Aufgabe der Pflegekraft beschränkt sich darauf,
den Bewohner auf der mehr betroffenen Seite zu stützen,
anzuleiten und vor einem Sturz zu schützen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher vom Bett auf einen Stuhl mobilisiert.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die Pflegekraft
werden minimiert.
• Das Maß an Unterstützung wird an die Fortschritte des
Bewohners angepasst.
• Der Bewohner stürzt nicht. Er hat auch keine übertriebene
Angst vor einem Sturz.
• Der Bewohner gewinnt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
zurück.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt.


• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.
• Wir stellen sicher, dass sich der Bewohner auf dem Stuhl
halten kann, also nicht zur Seite rutscht. Zudem sollte der
Kreislauf soweit stabil sein, dass sich der Bewohner einen
Moment lang im Stehen halten kann.

Durchführung: • Der Bewohner sitzt neben der Pflegekraft auf dem Bett. Der
Stuhl steht in unmittelbarer Nähe zum Bett.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 152

• Die mehr betroffene Seite des Bewohners zeigt in Richtung


Pflegekraft. Die weniger betroffene Seite weist in Richtung
Stuhl.
• Die Pflegekraft legt das mehr betroffene Bein des Bewohners
auf dem eigenen Bein ab. Die mehr betroffene Hand wird auf
dem Oberschenkel des mehr betroffenen Beines abgelegt.
• Mit der weniger betroffenen Hand umgreift er die Armstütze
des Stuhls.
• Der Bewohner verfügt beim folgenden Transfer über vier
Kontaktflächen: Ein Fuß auf dem Boden, ein Bein, das auf
dem Bein der Pflegekraft ruht, eine Hand an der Armstütze
des Stuhls und eine Hand auf dem eigenen Oberschenkel.

• Der Bewohner beugt sich nach vorne und verlagert sein


mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 153

Gewicht auf die Beine. Die Pflegekraft hilft ihm dabei, sein
Gesäß vom Bett abzuheben.
• Die Pflegekraft folgt der Bewegung des Bewohners und
rutscht seitlich auf der Bettkante ein Stück in Richtung Stuhl.
Da das Gewicht des Bewohners noch immer zur Hälfte auf
ihrem Oberschenkel ruht, wird der Bewohner durch diese
Bewegung gedreht. Sein Gesäß zeigt nun in Richtung
Sitzfläche des Stuhles. Die Pflegekraft achtet darauf, dass das
weniger betroffene Bein nicht verdreht wird.
• Der Bewohner soll nun vorsichtig sein Gesäß auf der
Sitzfläche absetzen.

Nachbereitung: • Die ggf. geplante Pflegemaßnahme schließt sich nun an.


• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 154

Standard "Mobilisierung eines Senioren nach TEP aus dem Bett in den Stand"
Definition: • Eine Totalendoprothese wird implantiert, um die
Funktionsfähigkeit eines Gelenks nach einem Unfall oder bei
fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen
wiederherzustellen. Die natürlichen Gelenkflächen werden
durch Metall- oder Kunststoffprothesen ersetzt.
• In der Altenpflege ist insbesondere die Totalhüftendoprothese
von Bedeutung, da diese die gängige Therapieform nach einer
Hüftfraktur als Folge eines Sturzes ist.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Der Bewohner sollte am Tag immer wieder in den Stand
mobilisiert werden.
• Wir sind uns bewusst, dass dieser Transfer ein
vergleichsweise hohes Sturz- und Verletzungsrisiko mit sich
bringt. Wir arbeiten daher mit besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in den Stand mobilisiert.


• Eine Innenrotation des Beines an der betroffenen Seite wird
vermieden. Es erfolgt keine Hüftbewegung über 90°.
• Der Bewohner hat keine übertriebene oder gar lähmende
Angst vor einem Sturz.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Bewohners
werden gestärkt.
• Die Beweglichkeit des Bewohners wird gefördert.
• Wir schaffen die Voraussetzungen, um den Bewohner später
zum Gehen zu mobilisieren.
• Die zahlreichen positiven Effekte des Stehens werden genutzt.
Der Bewohner wird wacher. Die Gefahr von Kontrakturen wird
gemindert; insbesondere die der Ausbildung eines Spitzfußes.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Der Bewohner sollte über die betroffene Seite aus dem Bett
aussteigen, da bei dieser Durchführung das Risiko einer
Innenrotation sinkt.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Das Bett sollte
vergleichsweise hoch gestellt werden, damit der Bewohner
einfacher aus dem Bett aussteigen kann.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 155

• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an


geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.
• Dem Bewohner werden noch im Bett die Schuhe (bzw. ein
Schuh) angezogen. Um eine Verschmutzung des Bettes zu
verhindern, legt die Pflegekraft eine Schutzmatte auf.
(Alternativ ist es möglich, die Schuhe anzuziehen, sobald sich
der Bewohner sitzend an der Bettkante befindet.)

Durchführung:

• Der Bewohner liegt auf dem Rücken. Mit Unterstützung der


Pflegekraft führt er nun beide Beine aus dem Bett.
• Die zweite Pflegekraft umfasst mit einer Hand den Unterarm.
Die andere Hand liegt auf der Schulter. Damit wird die
Bewegung des Bewohners in das Sitzen begleitet und
abgesichert. Wenn der Bewohner zunehmend sicherer wird,
kann auf die zweite Pflegekraft verzichtet werden.
• Der Bewohner befindet sich nun sitzend an der Bettkante.
• Beim Aufstellen des Beines auf den Boden achtet die
Pflegekraft darauf, dass sich dieses nicht in einer Innenrotation
befindet.
• Der Bewohner soll sich melden, sobald ihm schwindelig wird
oder seine Kräfte nachlassen.
• Der Bewohner erhält die Gehhilfen. Sofern es ihm möglich ist
und die ärztliche Erlaubnis vorliegt, kann der Bewohner nun
einige Schritte gehen.

Nachbereitung: • Wenn die Mobilisierung den Bewohner zu sehr anstrengt, wird


die Maßnahme abgebrochen. Der Bewohner wird dann
vorsichtig zurück in das Bett gelegt. Es ist wichtig, dass der
Bewohner dann trotzdem motiviert bleibt. Die Pflegekraft sollte
den Bewohner daher auch für kleine Fortschritte loben.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.
• Sobald möglich sollte der Bewohner mit Unterstützung einige
Schritte gehen
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Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Aufsetzen im Bett"


Definition: • Nach einer schweren Erkrankung ist es unverzichtbar, eine
Bettlägerigkeit schrittweise zu überwinden. Eine wichtige
Etappe dabei ist der Transfer aus der Rückenlage in eine
sitzende Position an der Bettkante.
• Das Sitzen am Bett ist eine schonende und risikoarme
Position, um den Kreislauf zu aktivieren. Da sich die Beine des
Bewohners auf einem niedrigeren Höhenniveau als der Kopf
befinden, wird das Herz zu einer Steigerung der Pumpleistung
angeregt. Bei einer Überforderung des Kreislaufs und bei
einsetzendem Schwindel wiederum kann sich der Bewohner
ohne fremde Hilfe in eine liegende Position bringen, indem er
sich seitlich auf eine Matratze fallen lässt. Es droht also kein
Sturz.
• Der hier beschriebene Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft,
den Senioren ohne personelle Unterstützung und ohne
Hilfsmittel sitzend an der Bettkante aufzurichten.
• An den Transfer können sich verschiedene weitere
Bewegungsabläufe anschließen; etwa die Mobilisierung in den
Rollstuhl oder auf einen Sessel oder auf einen Stuhl. Alternativ
kann der Bewohner in den Stand mobilisiert werden, um einige
Schritte zu gehen. Auch die Körperpflege wird durch eine
sitzende Position deutlich erleichtert.

Grundsätze: • Entscheidend für die Durchführung ist der richtige


Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Transferieren ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel
berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der individuellen


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher in eine
sitzende Position bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.
• Eine Überlastung des Kreislaufs des Bewohners wird
vermieden. Insbesondere kommt es zu keinem Sturz als Folge
von Schwindel.

Vorbereitung: Indikation / • Bewohner mit Hemiplegie können auf diese


Kontraindikation Weise nicht transferiert werden. Bei diesem
Krankheitsbild wird der Standard
"Hemiplegie: Setzen auf die Bettkante über
die mehr betroffene Seite bei teilaktiven
Senioren" genutzt.
• Bei umfangreichen Kontrakturen sollte der
Bewohner nicht ins Sitzen mobilisiert
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 158

werden.
• Wir prüfen, ob der Kreislauf des Bewohners
die Lageveränderung akzeptiert. Wenn zu
befürchten ist, dass dem Bewohner
schwindelig wird, darf dieser nicht ohne
Hilfe in der Sitzposition verbleiben.

Organisation • Der Heimbewohner wird über die


anstehende Maßnahme informiert
(unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um
ungehindert arbeiten zu können. Es wird
etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes
Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch
nicht genau kennt, informiert sie sich über
dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen
sowie die zu erwartende Schmerzbelastung
bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett
entfernt und an geeigneter Stelle
zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
Sondenschläuche usw.) werden gesichert.

Durchführung: • Der Bewohner wird ggf. ein Stück an das Kopfende des Bettes
transferiert.
• Das Kopfende des Bettes wird nun hochgestellt.
• Die Pflegekraft bittet den Bewohner, die Beine anzuwinkeln
und die Ferse in Richtung Gesäß zu ziehen.
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• Die Pflegekraft greift mit einer Hand an das Schulterblatt des


Bewohners. Gleichzeitig greift sie mit der anderen Hand unter
das angewinkelte Knie. Die Hand der Pflegekraft liegt also auf
der Außenseite des Knies.

• Alternative zur Hand an der Schulter: Die Pflegekraft reicht


dem Bewohner die Hand. Er ergreift diese, um aus eigener
Kraft den Oberkörper zu stabilisieren.
• Die Pflegekraft kann den Bewohner nun mit geringem
Kraftaufwand in Richtung Bettkante drehen.
• Die Pflegekraft wartet nun einige Momente ab, ob der Kreislauf
des Bewohners die Lageveränderung annimmt. Wenn dem
Bewohner schwindelig wird, wird dieser wieder in die
Rückenlage gebracht.
• Wenn der Bewohner als nächstes in den Stand mobilisiert
werden soll, stellt die Pflegekraft sicher, dass beide Füße
parallel auf dem Boden stehen.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder bei Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
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• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan


dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert. Ggf. wird die
Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Oberkörperhochlagerung"
Definition: Die Oberkörperhochlagerung ist anders als etwa die 30°-, 90°- oder
135°-Position keine Lagerung im Rahmen der Dekubitus- oder
Kontrakturenprophylaxe. Sie dient vielmehr dazu, einen Bewohner
vorübergehend aus der Rückenlage zu mobilisieren, etwa wenn dieser
essen oder fernsehen möchte. Im Detail:

• Wenn der Oberkörper des Bewohners erhöht gelagert wird,


erleichtert dieses die Atmung. Vielen Betroffenen fällt es
insbesondere leichter, Bronchialsekret abzuhusten.
• Zudem macht es diese Lagerungsposition möglich, Speisen
und Getränke zu konsumieren, ohne sich zu verschlucken.
• Wichtig ist auch der soziale Aspekt der Hochlagerung. In der
Rücken- und Seitenlage ist das Blickfeld auf die Decke und auf
die Bereiche rechts und links des Pflegebettes beschränkt. Aus
der Sitzposition heraus jedoch kann der Bewohner das
gesamte Zimmer überblicken und z.B. sehen, wenn eine
Person das Zimmer betritt. Es fällt dem Betroffenen viel leichter,
mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Auch das Lesen,
Schreiben oder Telefonieren ist im Sitzen wesentlich
angenehmer als im Liegen.
• Ein weiterer Vorteil dieser Position ist, dass der Bewohner
leichter fernsehen kann. Dadurch sinkt das Risiko einer
Deprivation.
• Bei der Körperpflege erleichtert die Oberkörperhochlagerung
die Aktivierung des Bewohners. Er kann sich z.B. einfacher an
der Reinigung des Gesichts, der Arme und der Hände sowie
des Bauchbereichs beteiligen.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler ggf. nur assistierend
eingesetzt.
• Ein Bewohner sollte im Verlauf des Tages immer wieder aus
der flachen Rückenlage in eine erhöhte oder besser in eine
sitzende Körperposition gebracht werden.
• Uns ist bewusst, dass im Sitzen das Risiko von Kontrakturen
oder Dekubitus messbar steigt. Dieses ist jedoch kein
hinreichender Grund, um auf die vielen Vorteile dieser
Lagerung zu verzichten. Allenfalls wird die Sitzposition zeitlich
weiter eingeschränkt.

Ziele: • Der Bewohner empfindet die Oberkörperhochlagerung als


angenehm.
• Die Entwicklung eines Dekubitus wird durch eine schonende
Lagerung und durch rechtzeitige Umlagerungen vermieden.
• Der Bewohner entwickelt keine Kontrakturen.
• Der Bewohner nutzt den erweiterten Bewegungsspielraum, um
mehr Tätigkeiten eigenständig durchzuführen und die
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 162

Abhängigkeit von den Pflegekräften zu reduzieren.

Vorbereitung: Indikation / • Die Oberkörperhochlagerung kann für


Kontraindikation / verschiedene Zwecke genutzt werden:
Risikoermittlung o zur Atemerleichterung
o zur risikoarmen Einnahme von
Speisen und Getränken im
Rahmen der Aspirationsprophylaxe
o bei Herz- und Lungenerkrankungen
• Die Oberkörperhochlagerung kann nicht
als Dauerlagerung genutzt werden, da sie
die Bildung von Kontrakturen fördert.
• Das Dekubitusrisiko wird regelmäßig per
Bradenskala erfasst. Je höher das
ermittelte Risiko ist, umso kürzer sind die
Zeiträume, in denen der Bewohner in die
erhöhte Oberkörperhochlagerung gebracht
wird.

Material Wir stellen das Material zusammen, das für die


Oberkörperhochlagerung genutzt wird:

• ggf. ein Frotteehandtuch oder ein


Keilkissen (als "Bremse"; s.u.)
• ggf. ein Stillkissen oder eine Decke (als
Unterstützung der Arme bei erschwerter
Atmung; s.u.)

Durchführung:

• Der Bewohner wird an das Kopfende bewegt. Wir nutzen dafür


Transfertechniken aus dem Kinästhetik-Konzept.
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• Das Kopfende des Pflegebettes wird hochgestellt, bis die


gewünschte Position erreicht ist.
o Bei einer leicht erhöhten Lagerungsposition wird das
Rückenteil rund 20° nach oben gestellt. Wir nutzen
diese Lagerung z.B. nach Schilddrüsenerkrankungen
oder bei Gallenkolliken.
o Um 45° wird das Kopfteil bei einer halbsitzenden
Position angestellt. Diese Lagerung ist etwa bei einem
Lungenödem sinnvoll.
o Für die sitzende Position ist ein Anstellwinkel von
nahezu 90° erforderlich. So aufgerichtet sinkt die
Aspirationsgefahr beim Essen deutlich.
• Wir achten darauf, dass der Rücken gestreckt bleibt.
• Wenn das Kopfteil des Bettes höher gestellt wird, kann es dazu
kommen, dass der Bewohner in Richtung Fußende rutscht.
Durch diese Position im Bett wird der Brustkorb eingeengt. Statt
der angestrebten Atemunterstützung wird die Atmung nun
zusätzlich erschwert. Zudem steigt durch die Scherkräfte die
Dekubitusgefahr. Wir nutzen daher ein zusammengelegtes
Frotteehandtuch als "Bremse". Das Handtuch wird unter den
Sitzhöckern platziert. Alternativ nutzen wir ein Keilkissen. Die
Lage des Bewohners wird so lange korrigiert, bis das
Hüftgelenk passend im Knickpunkt zwischen Rückenlehne und
Gesäßteil des Bettes liegt.
• Falls das Frotteehandtuch als Bremse nicht ausreicht, nutzen
wir zusätzlich ein Kissen oder eine Fußstütze als
"Bettverkürzer". (Hinweis: Eine weiche Fußstütze ist auch im
Rahmen der Spitzfußprophylaxe sinnvoll.)
• Wenn die Atmung des Bewohners erschwert ist, können die
Arme hochgelagert werden. Wir nutzen dafür eine
zusammengerollte Decke oder ein Stillkissen. Der Brustkorb ist
dann vom Gewicht der Arme entlastet. Die Atemhilfsmuskulatur
kann effektiver genutzt werden. Wir beachten dabei, dass sich
viele Senioren durch diese Kissen "eingemauert" fühlen. Die
Unterlagerung der Arme sollte nicht über einen längeren
Zeitrahmen genutzt werden, da diese Haltung die Entwicklung
einer Beugekontraktur fördert.
• Wenn der Bewohner unter Bauchschmerzen leidet oder die
Atmung trotz Hochlagerung der Arme noch immer erschwert ist,
werden die Knie mit einer Lagerungsrolle unterstützt. (Hinweis:
Bei Bewohnern mit Spastiken kann diese Unterlagerung die
Symptomatik verstärken.) Die Beine sind leicht außenrotiert und
gespreizt.
• Wenn es der Bewohner wünscht, werden der Rücken und sein
Kopf mit einem zusätzlichen Kissen unterlagert.

Nachbereitung: • Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan


dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Der Rücken und das Gesäß werden regelmäßig auf
Hautveränderungen überprüft. Wir nutzen insbesondere den
Fingertest, um eine Hautirritation von einem Dekubitus ersten
Grades zu unterscheiden.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst. Wenn es bei der
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Oberkörperhochlagerung zu keinen Problemen kommt, werden


zeitnah weitere Schritte zu einer umfassenderen Mobilisierung
geplant. Dazu zählt etwa das Sitzen im Bett ohne Rückenlehne
sowie die anschließende Mobilisierung zum Sitzen an der
Bettkante.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen an der Bettkante"


Definition: • Dieser Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft, den Senioren
ohne personelle Unterstützung und ohne Hilfsmittel sitzend an
der Bettkante aufzurichten.
• An den Transfer können sich verschiedene weitere
Bewegungsabläufe anschließen. Etwa die Mobilisierung in den
Rollstuhl oder auf einen Sessel oder Stuhl. Alternativ kann der
Bewohner in den Stand mobilisiert werden, um einige Schritte
zu gehen.

Grundsätze: • Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es nicht.


Je nach individueller Verfassung des Bewohners können die
Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige Handkontakt.
Die Hände müssen präzise an den vorgesehenen
Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: Indikation / • Dieser Transfer darf nicht bei Bewohnern


Kontraindikation durchgeführt werden, deren Hüftgelenke
versteift sind.
• Bei degenerativen Veränderungen in den
Kniegelenken kann der Transfer zu einer
Schmerzbelastung führen.
• Ein nur leicht eingeschränkter Bewohner
kann diesen Transfer nach einer
entsprechenden Anleitung eigenständig
durchführen.
• Bewohner mit Hemiplegie können auf diese
Weise nicht transferiert werden. Bei diesem
Krankheitsbild wird der Standard
"Hemiplegie: Setzen auf die Bettkante über
die mehr betroffene Seite bei teilaktiven
Senioren" genutzt.
• Bei umfangreichen Kontrakturen sollte der
Bewohner nicht ins Sitzen mobilisiert
werden.
• Wir prüfen, ob der Kreislauf des Bewohners
die Lageveränderung akzeptiert. Wenn zu
befürchten ist, dass dem Bewohner
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schwindelig wird, darf dieser nicht ohne Hilfe


in der Sitzposition verbleiben.

Organisation • Der Heimbewohner wird über die


anstehende Maßnahme informiert
(unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es wird etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch
weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes
Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch
nicht genau kennt, informiert sie sich genau
über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen
sowie die zu erwartende Schmerzbelastung
bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett
entfernt und an geeigneter Stelle
zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
Sondenschläuche usw.) werden gesichert.

Durchführung: aus der (Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner


Rückenlage ins zur - von ihm gesehen - linken Bettkante bewegt
Sitzen werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage


oder in einer leichten
Oberkörperhochlagerung. (Ein etwas
hochgestelltes Kopfteil erleichtert den
Transfer.)
• Falls der Bewohner im Anschluss ins Stehen
weitermobilisiert werden soll, können ihm
bereits jetzt die Schuhe angezogen werden.
• Er wird ggf. soweit im Bett seitlich bewegt,
bis ein Sicherheitsabstand von einer
Oberschenkellänge von ihm zur linken
Bettkante besteht. I.d.R. bedeutet das, dass
der Bewohner zu Beginn des Transfers auf
der rechten Betthälfte liegt.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, auf deren Kante der
Bewohner später sitzen soll.
• Der Bewohner wird aus der Rückenlage in
die Seitenlage bewegt. Dieses ist in den
Standards "sequentielle Bewegung aus der
Rückenlage in die Seitenlage und zurück"
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und "Bewegung aus der Rückenlage in die


Seitenlage und zurück mit stabilisiertem
Rumpf" beschrieben. Je größer die Beugung
der Hüfte ist, umso einfacher gestaltet sich
später der Transfer.

• Das auf der Matratze unten liegende Bein


des Bewohners (in diesem Fall: das linke)
wird zuerst bewegt. Die Pflegekraft umfasst
mit der rechten Hand das Knie und mit der
linken Hand den Fuß. Sie bewegt den Fuß
nach links. Das Knie liegt an der Bettkante,
der Unterschenkel hängt über der Bettkante
herab in Richtung Boden.

(Wichtig: In keinem Fall dürfen die Beine aus dem


Bett bewegt werden, solange sich der Bewohner
noch in Rückenlage befindet. Dieses würde die
Wirbelsäule massiv belasten.)

• Die Pflegekraft legt den rechten Arm des


Bewohners vor dem Oberkörper auf der
Matratze ab. Falls möglich kann sich der
Bewohner später mit den Händen am
Oberkörper der Pflegekraft festhalten.

(Tipp: Das Festhalten am Oberkörper der Pflegekraft


gibt unsicheren Bewohnern ein Gefühl der
Sicherheit.)

• Die Pflegekraft greift nun um. Sie legt ihre


rechte Hand an die Schulter des Bewohners.
Mit der linken Hand umfasst sie die Ferse
des rechten Beines des Bewohners. Sie führt
das rechte Bein nach links, bis auch dieses
Knie an der Bettkante liegt und der
Oberschenkel über der Bettkante hängt.
• Die Pflegekraft greift erneut um. Jetzt liegt
die linke Hand unterhalb der rechten Schulter
an der Flanke des Bewohners. Die
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 168

Pflegekraft kann den Oberkörper des


Bewohners nun leicht nach hinten rollen.

• Die rechte Hand greift unter den Brustkorb


des Bewohners und umfasst dessen linke
Flanke unterhalb der Schultern.

• Der Oberkörper des Bewohners wird nun


aufgerichtet. Sobald sich die Schultern des
Bewohners von der Matratze gelöst haben,
wechselt die linke Hand der Pflegekraft von
der Schulter an das Becken des Bewohners.

• Die Pflegekraft wartet nun einige Momente


mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 169

ab, ob der Kreislauf des Bewohners die


Lageveränderung annimmt. Wenn dem
Bewohner schwindelig wird, wird dieser
wieder in die Rückenlage gebracht.
• Wenn der Bewohner im nächsten Schritt in
den Stand mobilisiert werden soll, stellt die
Pflegekraft sicher, dass beide Füße parallel
auf dem Boden stehen.

"Entengang" in • Oftmals ist der Bewohner nach Abschluss


Richtung der Mobilisierung zu weit von der Bettkante
Bettkante entfernt, um die Füße auf den Boden
aufzustellen. In diesem Fall muss der
Bewohner weiter in Richtung Bettkante
bewegt werden.
• Die Pflegekraft steht direkt vor dem
Bewohner. Sie umfasst mit ihrer linken Hand
die rechte Schulter des Bewohners. Die
rechte Hand liegt unter der linken
Gesäßbacke des Bewohners.
• Der Bewohner wird nun ein Stück (von ihm
gesehen) nach rechts gekippt. Das
Körpergewicht wird also auf die rechte
Gesäßhälfte verlagert.
• Die linke Gesäßhälfte ist vom Gewicht
entlastet. Die Pflegekraft kann sie mit der
rechten Hand ein Stück in Richtung
Bettkante verschieben.
• Diese Bewegung wird nun "spiegelverkehrt"
mit einer Gewichtsentlastung auf der rechten
Gesäßbacke wiederholt.
• Der Bewohner wird so lange von rechts nach
links und zurück gekippt, bis seine Füße
Bodenkontakt haben.

aus dem Sitzen • Der Bewohner sitzt an der Bettkante.


in die • Die Pflegekraft bewegt die rechte Hand des
Rückenlage Bewohners auf die Matratze. Die Handfläche
sollte links neben dem linken Oberschenkel
auf der Matratze aufliegen. Mit der linken
Hand soll der Bewohner seinen rechten
Oberarm umfassen. Die Pflegekraft stellt
damit sicher, dass sich der Bewohner
während des Transfers abstützen kann.
Dieses lässt sich erleichtern, indem der
Oberkörper des Bewohners etwas nach links
gedreht wird.
• Die Pflegekraft umgreift mit der rechten Hand
die linke Schulter des Bewohners. Die linke
Hand der Pflegekraft liegt am Schulterblatt
des Bewohners.
• Der Oberkörper des Bewohners sinkt nun auf
die Matratze.
• Nun müssen die Beine zurück in das Bett
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 170

bewegt werden, beginnend mit dem rechten.


• Die Pflegekraft umgreift mit der linken Hand
den Fuß des Bewohners. Die rechte Hand
umfasst das Knie.
• Das Bein wird zurück in das Bett gelegt. Es
bleibt in einer gebeugten Position.
• Auf die gleiche Weise wird danach das linke
Bein zurück in das Bett bewegt.
• Die Verlagerung zurück in die Rückenlage ist
in den Standards "sequentielle Bewegung
aus der Rückenlage in die Seitenlage und
zurück" und "Bewegung aus der Rückenlage
in die Seitenlage und zurück mit
stabilisiertem Rumpf" beschrieben.
• Der Bewohner wird seitlich im Bett soweit
bewegt, dass er wieder in der Mitte des
Bettes liegt.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert. Ggf. wird die
Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen an der Bettkante en bloc"
Definition: • Dieser Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft, den Senioren
ohne personelle Unterstützung und ohne Hilfsmittel sitzend an
die Bettkante aufzurichten.
• Wir nutzen den Transfer mit stabilisiertem Rumpf nur dann,
wenn eine sequentielle Bewegung nicht möglich ist. Bei einer
sequentiellen Bewegung würden die Massenschwerpunkte des
Bewohners nacheinander bewegt.
• Das Kernelement des Transfers ist eine fließende Bewegung,
die ohne Unterbrechung und Zögern abgeschlossen werden
sollte.
• An den Transfer können sich verschiedene weitere
Bewegungsabläufe anschließen. Etwa die Mobilisierung in den
Rollstuhl oder auf einen Sessel oder Stuhl. Alternativ kann der
Bewohner in den Stand mobilisiert werden, um einige Schritte
zu gehen.

Grundsätze: • Eine für alle Bewohner gleiche Bewegungsabfolge gibt es nicht.


Je nach individueller Verfassung des Bewohners können die
Abläufe angepasst werden.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige Handkontakt.
Die Hände müssen präzise an den vorgesehenen
Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend
eingesetzt.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der


Bewegungsmöglichkeiten und der Körperform sicher im Bett
bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: Indikation / • Mit diesem Bewegungsablauf können


Kontraindikation insbesondere schwerstbehinderte Senioren
in tetraspastischen Zuständen mobilisiert
werden.
• Wir nutzen diesen Transfer bei
fortgeschrittenen Alzheimer- und Parkinson-
Erkrankungen. Hier kommt es häufig zu
schweren Kontrakturen, die einen Transfer
der Körpermassen nacheinander unmöglich
machen.
• Bei degenerativen Veränderungen in den
Kniegelenken kann der Transfer zu einer
Schmerzbelastung führen.
• Bewohner mit Hemiplegie können auf diese
Weise nicht transferiert werden. Bei diesem
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Krankheitsbild wird der Standard


"Hemiplegie: Setzen auf die Bettkante über
die mehr betroffene Seite bei teilaktiven
Senioren" genutzt.
• Wir prüfen, ob der Kreislauf des Bewohners
die Lageveränderung akzeptiert. Wenn zu
befürchten ist, dass dem Bewohner
schwindelig wird, darf dieser nicht ohne Hilfe
in der Sitzposition verbleiben.

Organisation • Der Heimbewohner wird über die


anstehende Maßnahme informiert
(unabhängig von der
Kommunikationsfähigkeit).
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert
arbeiten zu können. Es wird etwa der
Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch
weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe
gefahren, um ein rückenschonendes
Arbeiten zu ermöglichen.

(Hinweis: Eine zu hohe Bettposition erschwert den


Transfer, da sich die Pflegekraft nicht genügend
mitbewegen kann.)

• Die Pflegekraft führt eine hygienische


Händedesinfektion durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch
nicht genau kennt, informiert sie sich genau
über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen
sowie die zu erwartende Schmerzbelastung
bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett
entfernt und an geeigneter Stelle
zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter,
Sondenschläuche usw.) werden gesichert.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 173

Durchführung: aus der


Rückenlage ins
Sitzen

(Hinweis: In dieser Durchführung soll der Bewohner


zur - von ihm gesehen - linken Bettkante bewegt
werden.)

• Der Bewohner befindet sich in Rückenlage


oder in einer leichten
Oberkörperhochlagerung. (Ein etwas
hochgestelltes Kopfteil erleichtert den
Transfer.)
• Falls der Bewohner im Anschluss ins Stehen
weitermobilisiert werden soll, können ihm
bereits jetzt die Schuhe angezogen werden.
• Die Pflegekraft steht auf der linken Bettseite,
also der Seite, auf deren Kante der
Bewohner später sitzen soll.
• Er wird ggf. soweit im Bett seitlich bewegt,
bis ein Sicherheitsabstand von einer
Oberschenkellänge von ihm zur linken
Bettkante besteht. I.d.R. bedeutet das, dass
der Bewohner zu Beginn des Transfers auf
der rechten Betthälfte liegt.
• Die beiden Hände des Bewohners liegen auf
dem Brustkorb unterhalb des Kinns.
• Der Bewohner soll die Knie beugen und die
Hacken in Richtung Gesäß an sich
heranziehen.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 174

• Die Pflegekraft ergreift mit ihrer linken Hand


die Hände des Bewohners. Sie dreht dessen
Oberkörper ein Stück nach rechts. Jetzt
kann die Pflegekraft mit der rechten Hand
unter den Oberkörper des Bewohners
greifen.
• Mit der linken Hand greift die Pflegekraft
über das rechte Bein des Bewohners herum
in dessen rechte Kniekehle.
• Mit der Kraft ihres linken Armes bewegt die
Pflegekraft die Beine des Bewohners in
Richtung der linken Bettkante.
• Sobald die Beine über die Bettkante hinaus
bewegt werden, werden sie durch die
Schwerkraft nach unten gezogen. Die
Pflegekraft nutzt diesen Impuls, um
gleichzeitig den Oberkörper ohne große
Kraftanstrengung von der Matratze
abzuheben.

(Hinweis: Entscheidend ist, dass die Pflegekraft


gleich zwei Auflageflächen für die
Impulsübertragung nutzen kann: An den Schultern
zieht sie den Bewohner nach oben und an den
Knien drückt sie ihn nach unten.)

• Die Pflegekraft stellt sich "breitbeinig" an das


Bett: Ihr linkes Bein ist leicht angebeugt und
hat großflächigen Kontakt zum linken Bein
des Bewohners.
• Mit einem vergleichsweise geringen
Kraftaufwand ist es nun möglich, den
Bewohner ins Sitzen zu bewegen.
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• Die Pflegekraft setzt sich neben den


Bewohner und balanciert dessen Position
aus. Sie umfasst mit ihrer linken Hand den
rechten Oberschenkel des Bewohners. Die
rechte Hand liegt am Rücken des
Bewohners unterhalb der Schultern.
• Die Pflegekraft wartet nun einige Momente
ab, ob der Kreislauf des Bewohners die
Lageveränderung annimmt. Wenn dem
Bewohner schwindelig wird, wird dieser
wieder in die Rückenlage gebracht.
• Wenn der Bewohner im nächsten Schritt in
den Stand mobilisiert werden soll, stellt die
Pflegekraft sicher, dass beide Füße parallel
auf dem Boden stehen.

"Entengang" in • Oftmals ist der Bewohner nach Abschluss


Richtung der Mobilisierung zu weit von der Bettkante
Bettkante entfernt, um die Füße auf den Boden
aufzustellen. In diesem Fall muss der
Bewohner weiter in Richtung Bettkante
bewegt werden.
• Die Pflegekraft steht direkt vor dem
Bewohner. Sie umfasst mit ihrer linken Hand
die rechte Schulter des Bewohners. Die
rechte Hand liegt unter der linken
Gesäßbacke des Bewohners.
• Der Bewohner wird nun ein Stück (von ihm
gesehen) nach rechts gekippt. Das
Körpergewicht wird also auf die rechte
Gesäßhälfte verlagert.
• Die linke Gesäßhälfte ist vom Gewicht
entlastet. Die Pflegekraft kann sie mit der
rechten Hand ein Stück in Richtung
Bettkante verschieben.
• Diese Bewegung wird nun "spiegelverkehrt"
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 176

mit einer Gewichtsentlastung auf der rechten


Gesäßbacke wiederholt.
• Der Bewohner wird so lange von rechts nach
links und zurück gekippt, bis seine Füße
Bodenkontakt haben.

aus dem Sitzen • Der Bewohner sitzt an der Bettkante.


in die • Die linke Hand der Pflegekraft umgreift das
Rückenlage rechte Knie des Bewohners. Ihre Hand liegt
in dessen Kniekehle.
• Die rechte Hand der Pflegekraft umgreift die
linke Schulter des Bewohners. Die Hand
liegt flach auf dessen Rücken knapp
unterhalb des Schulterblattes.

• Der Bewohner wird nun leicht nach links


gekippt. Der Impuls des kippenden
Oberkörpers dreht die Beine in eine
waagerechte Position. Die Pflegekraft
unterstützt dieses durch eine Zugbewegung
an den Knien des Bewohners.
• Sobald der Oberkörper des Bewohners
seitlich auf der Matratze aufkommt, hebt die
Pflegekraft dessen Beine zurück ins Bett.
Sie nutzt dafür unterstützend ihr linkes Knie,
das sie ins Bett stellt.
• Der Bewohner wird seitlich im Bett soweit
bewegt, dass er wieder in der Mitte des
Bettes liegt.

Nachbereitung: • Der für jeden Bewohner ideale Bewegungsablauf wird in der


Pflegeplanung dokumentiert.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt. Der
Bewohner wird gebeten, bei Schmerzen oder Schwindel
umgehend eine Pflegekraft zu rufen.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
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Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.


• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Transfer aus dem Liegen ins Sitzen" (ambulante Pflege)


Definition: • Im Rahmen seiner Fähigkeiten soll sich ein Klient an den
Mobilisierungsmaßnahmen beteiligen. Dieses ist auch beim
Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen der Fall, wenn der
Klient den Bewegungsablauf aus eigener Kraft unterstützen
kann.
• Die gängigste Möglichkeit dafür ist die Nutzung eines
Bettaufrichters ("Bettgalgen"). Der Klient umgreift den Griff und
zieht sich in eine sitzende Position. Dieser Standard
beschreibt einen alternativen Transfer, der genutzt werden
kann, wenn kein Bettaufrichter verfügbar ist bzw. wenn dieser
aus sonstigen Gründen nicht nutzbar ist.
• Der hier beschriebene Bewegungsablauf kann in zahlreiche
Pflegemaßnahmen integriert werden; etwa zur Durchführung
der Körperpflege.

Grundsätze: • Eine für alle Klienten gleiche Bewegungsabfolge gibt es nicht.


Je nach individueller Verfassung des Klienten können die
Abläufe angepasst werden.
• Die individuellen Wünsche des Klienten sind uns wichtig und
werden beachtet.
• Wir beachten stets die Grundsätze des rückenschonenden
Arbeitens. Dieses ist Teil einer professionellen Pflege.

Ziele: • Der Klient wird unter Beachtung seiner verbliebenen


Bewegungsmöglichkeiten sicher im Bett bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Der Klient wird über die anstehende Maßnahme informiert.


• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weggeschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Klienten noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.

Durchführung: • Der Klient befindet sich in Rückenlage oder in einer mäßigen


Oberkörperhochlagerung. Eine leichte Erhöhung des Kopfteils
erleichtert den Transfer.
• Die Pflegekraft steht neben dem Bett auf Höhe des
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Oberkörpers des Klienten.

• Mit einer Hand umfasst die Pflegekraft die Stange am Fußende


des Bettes. Mit der anderen Hand umgreift sie die Hand des
Klienten.
• Der Klient soll sich nun mit der anderen Hand vom Bett
abdrücken und sich gleichzeitig an der Hand der Pflegekraft
hochziehen (sog. "Artistengriff").
• Der Bewegungsimpuls geht also vom Klienten aus. Er wird
nicht von der Pflegekraft in eine sitzende Position gezogen.

Nachbereitung: • Die Klingel wird in Reichweite des Klienten abgelegt. Der Klient
wird gebeten, bei Schmerzen oder bei Schwindel umgehend
eine Pflegekraft zu rufen
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Klienten werden dokumentiert
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Hemiplegie: Sitzen im Bett"


Definition: • Das Sitzen im Bett bietet im Vergleich zu einer liegenden
Position deutlich mehr Bewegungs- und
Interaktionsmöglichkeiten. Ein sitzender Bewohner kann sich
an der Körperpflege beteiligen, Speisen zu sich nehmen, ein
Buch lesen oder fernsehen. Auch die Kommunikation mit
Besuchern und Pflegekräften gestaltet sich sitzend einfacher.
• Nachteilig ist, dass eine Sitzhaltung im Bett nach einiger Zeit
zu Steifigkeiten und zu einer gebeugten Haltung führen kann.
Daher ist es besser, den Bewohner langfristig in einen
normalen Stuhl oder in den Rollstuhl zu mobilisieren.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern von Hemiplegiepatienten ist eine anspruchsvolle
Aufgabe, die viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden
Praktikanten, Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur
assistierend eingesetzt.
• Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten
an der Maßnahme beteiligen.

Ziele: • Der Bewohner kann Tätigkeiten durchführen, die im Liegen


nicht möglich sind, wie etwa essen oder fernsehen.
• Der Bewohner wird im Rahmen seiner Fähigkeiten in die
Maßnahme eingebunden und somit aktiviert.
• Der Bewohner fühlt sich wohl.
• Die Entwicklung einer Spastik wird vermieden. Der
Muskeltonus wird normalisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene
Seite bleibt eingebunden.
• Der Bewohner hat keine Schmerzen als Folge der Lagerung,
insbesondere gehen keine Beschwerden von der Schulter aus.

Vorbereitung: Indikation / • Wir nutzen diese Lagerung, wenn der


Kontraindikation Bewohner nicht oder nur sehr kurze Zeit
auf einem Stuhl oder in einem Rollstuhl
sitzen kann.
• Wenn der Bewohner in der Lage ist, im
Rollstuhl oder auf einem regulären Stuhl
zu sitzen, wird er aus dem Bett mobilisiert.
• Bewohner, die an Druckgeschwüren im
Bereich des Steißes leiden, werden nicht
ins Sitzen mobilisiert.

Weiteres: • Der Bewohner wird im Bett möglichst


hoch in Richtung Kopfende bewegt. Die
Vorgaben des Standards "Hochbewegen
im Bett von teilaktiven Hemiplegie-
Patienten" werden umgesetzt.
• Der Bewohner wird in eine A-Lagerung
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 181

gebracht. Wir setzen dafür den Standard


"A-Lagerung von Hemiplegie-Patienten"
um.

Durchführung:

• Die Pflegekraft faltet eine Decke und legt diese unter dem
Knie des Bewohners ab. Damit wird sichergestellt, dass die
Knie in einer angewinkelten Position bleiben.
• Eine zweite Decke wird ebenfalls gefaltet und griffbereit am
Kopfende abgelegt.
• Die Pflegekraft stellt ein Knie auf das Bett. Durch eine
Verlagerung des Gewichts nach hinten kann nun der
Oberkörper des Bewohners aufgerichtet werden.

• Mit einem Arm geht die Pflegekraft über den Bewohner hinweg
und stabilisiert ihn seitlich am Thorax. Der Bewohner wird
aufgefordert, sich gegen den Körper der Pflegekraft zu lehnen.
• Die Pflegekraft legt die zweite gefaltete Decke in den
Lendenbereich des Bewohners. Durch die Decke wird das
Becken des Bewohners aufgerichtet.
• Der Bewohner wird nun zurück in die A-Lagerung gebracht.
• Die Pflegekraft stellt das Kopfteil hoch und richtet damit den
Oberkörper des Bewohners auf. (Hinweis: Mitunter wird
empfohlen, den Bewohner erst in das Sitzen zu mobilisieren
und dann das Kopfteil hochzufahren. Dafür jedoch ist ggf. die
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Hilfe einer zweiten Pflegekraft sinnvoll.)

• Die Enden der Decken werden nach innen eingerollt. Der


Bewohner wird damit seitlich stabilisiert.

• Je nach Vorlieben des Bewohners ruht sein Kopf auf den


beiden Kissen der A-Lagerung oder alternativ auf nur einem
quer gelegten Kissen. Wenn der Bewohner eine gute
Kopfkontrolle hat, kann ggf. auf das Kissen ganz oder
zeitweise verzichtet werden. Bei schlechter Kopfkontrolle gilt:
Je höher das Bett aufgestellt wird, umso besser muss der Kopf
unterstützt werden.
• Der mehr betroffene Arm und die mehr betroffene Hand
werden durch ein Kissen unterstützt. Alternativ kann der Arm
auf dem Serviertischchen abgelegt werden. Dadurch wird die
aufrechte Haltung unterstützt.
• Das Becken des Bewohners sollte nun aufgerichtet sein. Er ist
auch gegen ein seitliches Abrutschen geschützt. In dieser
Position kann der Bewohner lesen, Nahrung zu sich nehmen
usw.
• Ggf. wird im Rahmen der Spitzfußprophylaxe eine Decke oder
ein Kissen vor den Fußsohlen platziert.
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Nachbereitung: • Die Lage des Bewohners wird regelmäßig überprüft. Wir


achten insbesondere darauf, dass der Bewohner nicht in
Richtung Fußende abrutscht.
• Wir prüfen, ob der Bewohner ein erhöhtes Dekubitusrisiko hat.
Ggf. nutzen wir ein kleines Kissen, dass im Wechsel unter die
rechte und unter die linke Gesäßhälfte gelegt wird. Durch eine
regelmäßige Veränderung der Höhe des Kopfteils kann die
Druckbelastung im Steißbeinbereich weiter reduziert werden.
• Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
• Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
• Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
• Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation: • geschulte Pflegehilfskraft
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Standard "Transfer in eine sitzende Position mittels Bettleiter"


Definition: • Mit Hilfe einer Bettleiter können sich geschwächte Senioren
selbständig im Bett aufrichten, bzw. sich aktiv am Transfer
beteiligen. Die Nutzung einer Bettleiter kräftigt gleichzeitig die
Hand- und die Armmuskulatur.

Grundsätze: • Wir beachten stets die Grundsätze des rückenschonenden


Arbeitens. Dieses ist Teil einer professionellen Pflege.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in eine sitzende Position in der


Bettmitte oder an den Bettrand mobilisiert.
• Der Kraftaufwand für die Pflegekraft wird reduziert.
Insbesondere wird der Rücken der Pflegekraft vor Überlastung
geschützt.

Vorbereitung: • Der Bewohner wird über die anstehende Maßnahme


informiert.
• Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu
können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der
Nachttisch weg geschoben.
• Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein
rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Sofern die Pflegekraft den Bewohner noch nicht genau kennt,
informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind
insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu
erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
• Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an
geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa
Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
• Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche
usw.) werden gesichert.
• Falls der Bewohner lediglich aufgerichtet werden soll, wird die
Bettleiter mittig am Fußende des Bettes befestigt. Wenn der
Bewohner danach aus dem Bett mobilisiert werden soll, wird
die Bettleiter seitlich versetzt angebracht. Sie führt dann an
die Bettseite, an der der Bewohner das Bett verlassen will.
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Durchführung:

• Die Pflegekraft steht an der Bettseite. Wenn der Bewohner


nach dem Aufrichten zusätzlich aus dem Bett mobilisiert
werden soll, steht die Pflegekraft an der Seite, über die der
Bewohner aus dem Bett steigen will.
• Das spätere Aussteigen aus dem Bett wird erleichtert, wenn
der Bewohner ein Bein leicht anwinkelt.
• Die Pflegekraft legt dem Bewohner die Bettleiter in die Hände.
Er soll sich nun Sprosse um Sprosse in eine sitzende Position
ziehen.
• Ggf. soll der Bewohner danach seine Beine schrittweise an
die Bettkante bewegen. Falls nötig wird er von der Pflegekraft
unterstützt.
• Der Bewohner soll nun die Beine aus dem Bett in Richtung
Boden bewegen. Die Pflegekraft achtet darauf, dass dabei der
Oberkörper vollständig aufgerichtet ist.

Nachbereitung: • Ggf. schließt sich nun die nächste Mobilisierung an, etwa der
Transfer in den Stand oder auf einen Rollstuhl.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegekräfte
Qualifikation:
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Standard "Nutzung eines Rutschbretts"


Definition: • In der Pflege ist es häufig erforderlich, dass ein Klient aus
dem Bett auf einen daneben stehenden Stuhl, Toilettenstuhl
oder Rollstuhl mobilisiert wird.
• Das Rutschbrett ist ein flaches Brett aus Holz oder aus
Kunststoff mit einer sehr glatten Oberfläche. Durch den so
minimierten Reibungswiderstand wird der Transfer zwischen
zwei Objekten gleicher Höhe deutlich erleichtert. Also etwa
vom Bett in den Rollstuhl oder von einem Stuhl auf einen
anderen.
• Das Rutschbrett funktioniert also als Brücke zwischen dem
Ausgangsort und dem Ziel des Transfers.
• Die meisten Produkte sind wasserresistent, können also auch
in Nasszellen genutzt werden.

Grundsätze: • Der Klient erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und mit den behandelnden
Ärzten zusammen.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Transfer wird erleichtert.


• Der Klient fühlt sich während des Bewegung sicher. Er hat
keine Angst.
• Der Klient stürzt nicht.
• Der Transfer schont die Kräfte der Pflegekraft. Insbesondere
werden die Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens
beachtet.

Vorbereitung: Wir nutzen ein Rutschbrett unter folgenden Voraussetzungen:

• Der Klient kann einen herkömmlichen Transfer nicht


durchführen. Dieses ist etwa der Fall, wenn der Klient auch
mit Hilfe der Pflegekraft nicht in den kurzfristigen Stand
mobilisiert werden kann. Betroffen davon sind also etwa
Klienten mit Kollapsneigung oder nach Amputationen der
Beine.
• Der Klient muss über ausreichende Kraftreserven und über
Koordinationsfähigkeit verfügen, wenn er sich aktiv am
Transfer beteiligen will.
• Der Klient ist nicht schwerer als 130 kg, der Maximalbelastung
gängiger Rutschbretter.
• Ein Transfer ist möglich, wenn der Ausgangspunkt und das
Ziel ungefähr die gleiche Höhe haben. Wir nutzen das
Rutschbrett also für verschiedenste Transfers; etwa:
o vom Bett auf einen Stuhl, Rollstuhl oder Toilettenstuhl
o vom Rollstuhl ins Auto
o vom Rollstuhl auf einen Sessel
o usw.
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Durchführung:

• Hier wird ein Rutschbrett genutzt, weil der Klient nach einer
Amputation nicht stehen kann. Der Betroffene wird zunächst
seitlich von der Pflegekraft gestützt. Danach kann sich die
Pflegekraft hinter den Stuhl stellen und den Klienten in die
Sitzposition ziehen.

• Wenn der Klient über ausreichende Kraftreserven verfügt,


kann er das Rutschbrett auch für einen eigenständigen
Transfer nutzen. Ohne das Brett würde er bei einem
Nachlassen der Kräfte in den Zwischenraum zwischen Bett
und Stuhl fallen.

Nachbereitung: • Das Rutschbrett sollte nicht auf dem Boden gelagert werden.
Es besteht Rutschgefahr.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Klienten werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Klienten werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Klient wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
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• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "eigenständiger Transfer aus dem Bett an die Bettkante und in den Stand"
Definition: • Beim Aussteigen aus dem Bett kommt es immer wieder zu
schweren Stürzen. Insbesondere verunglücken dabei auch
Senioren, bei denen aufgrund eines Risikoassessments nur
eine moderate Sturzgefährdung zu vermuten war.
• Die Stürze sind dann i.d.R. auf eine Überschätzung der eigenen
körperlichen Ressourcen zurückzuführen. Der Bewohner hat
z.B. in der Nacht Harndrang und will ohne Hilfe durch eine
Pflegekraft die Toilette aufsuchen.
• Verschärft wird die Situation dann dadurch, dass der Bewohner
nach einem Sturz ggf. die Rufanlage nicht mehr erreichen kann
und mehrere Stunden hilflos am Boden liegt.
• Wir vermitteln daher dem Bewohner Techniken, die es ihm
erlauben, mit einem minimalen Risiko das Bett zu verlassen.
• Vor allem zwei Transfers sind dazu geeignet:
o Das Aufsetzen aus der Seitenlage ist ein sog. "en-
Block-Transfer". Der Bewohner bewegt sich also in
einer zusammenhängenden Schwungbewegung aus
dem Liegen an die Bettkante. Aufgrund der hohen
körperlichen Anforderungen und der
Rückenbelastungen sind solche Transfers aber nur für
einen eingeschränkten Personenkreis geeignet (siehe
Indikation).
o Der Transfer aus der Bauchlage ist häufig bei Kindern
zu sehen und ist folglich bei vielen Senioren auch im
hohen Alter noch biografisch verankert. Insbesondere
bei dementiellen Erkrankungen greifen viele Betroffene
gerne auf vertraute Bewegungsabläufe zurück.

Grundsätze: • Der eigenständige Transfer aus dem Bett ist wichtig für das
Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl des Bewohners. Es
ist daher immer damit zu rechnen, dass ein Bewohner das Bett
allen Risiken zum Trotz eigenständig verlässt. Dieses auch
dann, wenn eigentlich verabredet war, dass er zuvor nach einer
Pflegekraft klingelt.
• Aus diesem Grund ist es wichtig, dem Betroffenen solange wie
möglich ein umfassendes Maß an Selbständigkeit zu erhalten.

Ziele: • Der Bewohner wird in die Lage versetzt, sich ohne fremde Hilfe
aus dem Bett in den Stand zu mobilisieren.
• Ein Sturz wird vermieden.
• Durch die eigenständige Durchführung gewinnt der Bewohner
an Selbstvertrauen.

Vorbereitung: Indikation • Dieser Transfer ist geeignet für Bewohner, die


körperlich soweit belastbar sind, dass ein Sturz
aufgrund von Muskelschwäche,
Koordinationsproblemen oder
Kreislaufschwäche hinreichend
unwahrscheinlich ist.
• Die hier beschriebenen Transfers sollten
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langfristig vom Bewohner eigenständig


durchgeführt werden.

Vorbereitung • Der Transfer "Aufsetzen aus der Seitenlage"


wird insbesondere nach chirurgischen Eingriffen
etwa an der Bandscheibe eingesetzt. Es ist
günstig, wenn der Bewegungsablauf bereits vor
der Operation mit dem Bewohner geübt wird.
• Der Bewohner sollte vor dem Transfer bereits im
Bett am Tag festes Schuhwerk, bzw. in der
Nacht mindestens Anti-Rutsch-Socken tragen.
Es wird damit verhindert, dass er später im
Stand auf glatten Socken ausrutscht.

Durchführung: Aufsetzen • Der Bewohner befindet sich in Rückenlage. Er


aus der soll nun die Beine anwinkeln und sich mit dem
Seitenlage gesamten Körper in die Seitenlage an die
Bettkante drehen. Es sollte aber noch
ausreichend Platz zum Abstützen der Arme
bleiben.

• Der Bewohner bewegt nun beide Beine aus dem


Bett. Der Bewohner soll sich auf der Matratze
abstützen. Er nutzt dafür den Oberarm des
unten liegenden Armes und die Handfläche des
anderen Armes.
• Falls nötig kann die Pflegekraft den Transfer
vom Kopfende des Bettes unterstützen. Sie
steht in Schrittstellung und legt eine Hand auf
den Rücken des Bewohners. Die andere Hand
fixiert den unten liegenden Arm des Bewohners
auf der Matratze.
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• Durch einen Druck auf den Arm signalisiert die


Pflegekraft dem Bewohner nun, dass er sich von
der Matratze abheben soll. Die Beine des
Bewohners unterstützen mit ihrer Gewichtskraft
den Transfer ins Sitzen.
• Die Pflegekraft hebt bei dieser Bewegung den
Bewohner nicht an, sondern unterstützt lediglich
den Transfer. Kontaktpunkte bleiben dabei die
Schulter und der Arm des Bewohners. Wichtig
ist ggf. auch, den Bewohner nach dem
Erreichen der Sitzposition einige Momente zu
stabilisieren, damit sich der Kreislauf an die
neue Körperlage anpassen kann.

• Aus der Sitzposition kann der Bewohner nun in


den Stand mobilisiert werden.
• Wenn der Bewohner nach einer Operation eine
Bauchwunde hat, kann er mit dem freien Arm
mäßigen Druck auf die Hautregion ausüben und
den Rücken "rund" machen. Oftmals wird damit
die Schmerzbelastung reduziert.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 192

Aufstehen
aus der
Bauchlage

• Der Bewohner dreht sich in die Bauchlage. Er


sollte möglichst nahe an der Bettkante liegen.

• Er soll nun ein Bein aus dem Bett bewegen und


es seitlich neben dem Bett aufstellen.

• Mit beiden Armen drückt sich der Bewohner nun


von der Matratze ab. Gleichzeitig bewegt er das
zweite Bein aus dem Bett.
• Der Oberkörper richtet sich nun auf, bis der
Bewohner sicher steht.

Nachbereitung: • Beide Transfers können in umgekehrter Durchführung auch für


den Einstieg in das Bett genutzt werden.
• Die Fortschritte des Bewohners bei der Durchführung der
Transfers werden erfasst und in der Pflegeplanung
festgehalten.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 193

dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 194

Standard "Mobilisierung vom Boden mit zwei Pflegekräften"


Definition: • Die hier beschriebene Technik erlaubt es, einen am Boden
liegenden Bewohner zunächst ins Sitzen und dann zurück in
den Stand zu mobilisieren.
• Um einen Sturz während des Transfers zu vermeiden, werden
für diese Mobilisierung stets zwei Pflegekräfte eingesetzt.
• Der Transfer ist ideal, wenn der Bewohner nur noch über
eingeschränkte Bewegungsfähigkeiten verfügt, sich also auch
nicht mittels eines Stuhles aus eigener Kraft aufrichten kann.

Grundsätze: • Grundlage dieses Transfers ist eine fließende Bewegung ohne


Stocken.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Bei falscher Durchführung dieses Transfers besteht eine hohe
Sturzgefahr. Daher muss mindestens eine der beiden
beteiligten Pflegekräfte eine Fachkraft sein.

Ziele: • Der Bewohner wird wieder ins Stehen mobilisiert, ohne


während des Transfers aus den Armen der Pflegekräfte zu
gleiten.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die Pflegekräfte
werden minimiert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt. Es ist wichtig,


dass die Bewegungen synchron erfolgen.
• Wenn der Bewohner gestürzt ist, müssen zunächst
Verletzungen ausgeschlossen werden. Wir setzen daher die
Vorgaben des Standards "Maßnahmen nach einem Sturz" um.
• Die Pflegekraft ruft einen Kollegen als Unterstützung hinzu.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 195

Durchführung: aus der


Rückenlage
in die
Sitzposition:

• Der Bewohner liegt in Rückenlage auf dem


Boden.
• Beide Pflegekräfte knien seitlich vor dem
Bewohner auf Höhe seiner Schultern.
• Eine Pflegekraft ist verantwortlich für die
Durchführung. Sie gibt insbesondere den
Beginn des Transfers vor. ("Eins-zwei-drei-
los!")
• Eine Pflegekraft rollt den Kopf des Bewohners
vorsichtig etwas zur Seite, um mit der anderen
Hand unter den Nacken des Bewohners greifen
zu können.

(Hinweis: Sie stabilisiert so den Kopf des Bewohners


beim Aufrichten in die Sitzposition.)

• Die Pflegekraft hebt den Kopf des Bewohners


mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 196

vorsichtig an. Die zweite Pflegekraft kann nun


ebenfalls unter den Rücken des Bewohners
greifen.

• Mit gemeinsamen Kräften wird der Bewohner


ins Sitzen mobilisiert. Die Kraftübertragung
erfolgt dabei durch Schieben am Rücken und
Zug an den Schultern. Die Pflegekräfte ziehen
jedoch nicht an den Armen des Bewohners.

aus der
Sitzposition in
den Stand:

• Die Pflegekräfte greifen hinter den Rücken des


Bewohners. Eine Pflegekraft umgreift dabei
den Unterarm des anderen Mitarbeiters.
• Der Bewohner kann seine Arme auf den
Schultern der Pflegekräfte ablegen. Damit wird
verhindert, dass der Bewohner beim Anheben
aus dem Griff der Pflegekräfte rutscht.

(Hinweis: Der Transfer funktioniert auch, wenn nur ein


Arm auf der Schulter einer Pflegekraft abgelegt wird.)

• Die Beine des Bewohners werden angewinkelt;


die Fersen also in Richtung Gesäß gezogen.
Die Schuhsolen haben sicheren Halt auf dem
Fußboden.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 197

• Die Pflegekräfte hocken in Bewegungsrichtung


für den folgenden Transfer in den Stand. Die
Pflegekraft auf der rechten Seite des
Bewohners stemmt ihr linkes Knie auf den
Boden. Bei der Pflegekraft auf der linken Seite
befindet sich das rechte Knie auf dem Boden.

• Die freien Hände der Pflegekräfte liegen auf


den Knien des Bewohners.
• Die Pflegekräfte stehen nun gleichzeitig auf.
Sie üben Druck auf die Knie des Bewohners
aus und ziehen gleichzeitig dessen Brustkorb
nach vorne.
• Das Gewicht des Bewohners verlagert sich nun
vom Becken auf die Beine.
• Der Bewohner richtet sich auf und kommt in
den Stand.

Nachbereitung:

• Nach Abschluss des Transfers wird der Bewohner noch für


einen Moment gestützt, bis sich sein Körper an die
Lageveränderung gewöhnt hat. Es muss verhindert werden,
dass dieser als Folge einer Kreislaufschwäche "wegsackt".
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 198

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 199

Standard "Mobilisierung vom Boden in den Stand mit zwei Pflegekräften"


Definition: • Die hier beschriebene Technik erlaubt es, einen am Boden
liegenden Bewohner zunächst ins Sitzen und dann zurück in
den Stand zu mobilisieren.
• Um einen Sturz während des Transfers zu vermeiden, werden
für diese Mobilisierung stets zwei Pflegekräfte eingesetzt.
• Der Transfer ist ideal, wenn der Bewohner nur noch über
eingeschränkte Bewegungsfähigkeiten verfügt, sich also auch
nicht mittels eines Stuhles aus eigener Kraft aufrichten kann.

Grundsätze: • Grundlage dieses Transfers ist eine fließende Bewegung


ohne Stocken.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Bei falscher Durchführung dieses Transfers besteht eine hohe
Sturzgefahr. Daher muss mindestens eine der beiden
beteiligten Pflegekräfte eine Fachkraft sein.

Ziele: • Der Bewohner wird wieder ins Stehen mobilisiert, ohne


während des Transfers aus den Armen der Pflegekräfte zu
gleiten.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die
Pflegekräfte werden minimiert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt. Es ist


wichtig, dass die Bewegungen synchron erfolgen.
• Wenn der Bewohner gestürzt ist, müssen zunächst
Verletzungen ausgeschlossen werden. Wir setzen daher die
Vorgaben des Standards "Maßnahmen nach einem Sturz"
um.
• Die Pflegekraft ruft einen Kollegen als Unterstützung hinzu.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.

Durchführung: • Die Pflegekraft kniet hinter dem Bewohner. Sie mobilisiert ihn
vorsichtig aus der liegenden Position ins Sitzen. Sie richtet
dafür zunächst den Kopf auf und dann den Brustkorb des
Bewohners.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 200

• Die Pflegekraft greift durch die Arme des Bewohners. Der


Bewohner soll mit seinen Händen seine Oberschenkel
umfassen. Er soll nun die Beine so weit anziehen, dass die
Pflegekraft ihre Handflächen auf der Kniescheibe des
Bewohners ablegen kann.
• Entscheidend ist, dass der Bewohner die Beine nahe an das
Gesäß ziehen kann. Ansonsten ist der Kraftaufwand für die
Pflegekraft zu groß.

• Die Pflegekraft bewegt sich nun nach vorne und übt vorsichtig
Druck auf die Kniescheibe aus. Der Bewohner wird dadurch in
eine Hockstellung gebracht.
• Die Pflegekraft rückt weiter nach vorne vor, bis deren
Oberschenkel das Gesäß des Bewohners unterlagern.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 201

• Eine zweite Pflegekraft umgreift nun den Bewohner von vorne


unterhalb der Schultern. Ihre Hände liegen auf dem rechten
und auf dem linken Schulterblatt.
• Die zweite Pflegekraft bewegt den Bewohner vorsichtig nach
vorne. Der Masseschwerpunkt des Bewohners ruht mehr und
mehr auf seinen eigenen Füßen.
• Die erste Pflegekraft löst den Kontakt mit den Kniescheiben.
Sie greift stattdessen unter das Gesäß des Bewohners.
• Beide Pflegekräfte können nun den Bewohner mit geringem
Kraftaufwand in eine stehende Position bringen.

Nachbereitung: • Nach Abschluss des Transfers wird der Bewohner noch für
einen Moment gestützt, bis sich sein Körper an die
Lageveränderung gewöhnt hat. Es muss verhindert werden,
dass dieser als Folge einer Kreislaufschwäche "wegsackt".
• Alternativ kann der Bewohner auf einen Stuhl mobilisiert
werden. Dieser sollte zuvor direkt neben dem noch auf dem
Boden liegenden Bewohner aufgestellt werden.

Dokumente: • ärztliches Verordnungsblatt


• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 202

Standard "Transfer vom Boden in den Stand mit einer Pflegekraft und einem Stuhl"
Definition: • Viele gestürzte Senioren sind in der Lage, sich mit etwas Hilfe
nahezu eigenständig in den Stand zu mobilisieren. Für den
hier beschriebenen Bewegungsablauf benötigen wir einen
festen Stuhl. Der Bewohner dreht sich dann in den Kniestand
und richtet sich auf.

Grundsätze: • Grundlage dieses Transfers ist eine fließende Bewegung ohne


Stocken.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Bei falscher Durchführung dieses Transfers besteht eine hohe
Sturzgefahr.

Ziele: • Der Bewohner wird wieder ins Stehen mobilisiert.


• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die Pflegekraft
werden minimiert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt.

• Wenn der Bewohner gestürzt ist, müssen zunächst


Verletzungen ausgeschlossen werden. Wir setzen daher die
Vorgaben des Standards "Maßnahmen nach einem Sturz" um.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 203

Durchführung:

• Sofern der Bewohner noch nicht sitzt, wird er in eine sitzende


Position mobilisiert. Ein Stuhl wird seitlich neben dem
Bewohner platziert.

• Die Pflegekraft hilft dem Bewohner, sich mit einem Arm auf
dem Boden abzustützen.

• Mit dem anderen Arm soll sich der Bewohner auf der
Sitzfläche des Stuhles abstützen.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 204

• In den folgenden Schritten soll der Bewohner mehr und mehr


Gewicht auf die Knie verlagern. Die Pflegekraft unterstützt
diesen Bewegungsablauf zunächst durch Handkontakte am
oben liegenden Knie sowie am Brustkorb unterhalb der
Schulter. Der Bewohner soll sich in Richtung Stuhl drehen.

• Der Bewohner soll sich nun in den Vierfüßlerstand drehen.


Zunächst stützt sich der Bewohner mit einem Arm weiter auf
dem Boden ab, während der andere Arm auf der Sitzfläche
verbleibt.

• Sobald der Bewohner mit beiden Knien Bodenkontakt hat,


wird auch der zweite Arm auf die Sitzfläche nachgezogen.
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• Der Bewohner soll das Gewicht des Unterkörpers auf ein Knie
verlagern. Das andere Knie wird vom Gewicht entlastet und
aufgestellt. Das Gewicht des Oberkörpers ruht größtenteils auf
der Stuhlfläche.

• Die Pflegekraft stellt sich auf die Seite des aufgestellten Knies.
Sie unterstützt den Bewohner durch Handkontakt am
Brustkorb und am Becken dabei, den Unterkörper anzuheben.
Der Bewohner soll das Gewicht auf das bereits stehende Bein
verlagern und danach auch das zweite Bein aufstellen.
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• Der Bewohner kann sich schließlich in den Stand aufrichten.


Die Pflegekraft unterstützt ihn dabei mit zwei Handkontakten
unterhalb der Schulter.

Nachbereitung:

• Nach Abschluss des Transfers wird der Bewohner noch für


einen Moment gestützt, bis sich sein Körper an die
Lageveränderung gewöhnt hat. Es muss verhindert werden,
dass dieser als Folge einer Kreislaufschwäche "wegsackt".

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Quincke-Hängelage und Vierfüßlerstand"


Definition: • Verschiedene Krankheitsbilder führen zu einer Ansammlung
von Sekret, etwa Bronchitis, Mukoviszidose oder COPD. Nicht
allen Betroffenen ist es möglich, den Schleim selbständig
abzuhusten. Wir nutzen die Quincke-Hängelage und den
Vierfüßlerstand, um den Bewohner dabei zu unterstützen.
• Diese Körperpositionen führen dazu, dass das Sekret durch
die Schwerkraft in Richtung Mund abfließt und somit leichter
abgehustet werden kann.
• Körperlich aktive Bewohner können diese Lagerungen nach
Einweisung durch die Pflegekraft auch eigenständig
durchführen.

Grundsätze: • Sputum ist immer als potentielle Infektionsquelle anzusehen.


Daher achten wir darauf, dass alle erforderlichen
Hygienestandards konsequent durchgeführt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten oder
Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.

Ziele: • Das Sekret wird möglichst umfassend aus der Lunge und aus
den Atemwegen entfernt.
• Die Atmung des Bewohners wird unterstützt und das Abhusten
erleichtert.
• Die Schmerzbelastung wird minimiert.
• Die Durchführung ist so angenehm wie möglich.
• Die Atmung wird dem Bewohner bewusster gemacht.

Vorbereitung: Material Wir stellen das notwendige Material bereit (abhängig


von der Lagerungsvariante; s.u.)

• Knierolle oder kleines Schaumstoffkissen


• gepolsterte Fußbank; alternativ Hocker
• Gymnastikball
• Bodenmatte

Weiteres • Die Pflegekraft führt eine hygienische


Händedesinfektion durch.
• Ggf. zieht die Pflegekraft Schutzkleidung an.
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Durchführung: Quincke-
Hängelage

Durchführung im Bett:

• Der Bewohner liegt in Bauchlage quer auf dem


Bett.
• Der Kopf und die Schultern ragen über die
Bettkante hinaus.
• Die Arme werden auf dem Boden, auf einer
Fußbank oder auf einem Hocker abgestützt.
• Der Bauch wird mit einer Knierolle oder mit
einem Kissen unterlagert.
• Der Bewohner soll nun den Schleim abhusten.
• Wir achten darauf, dass der Bewohner nicht aus
dem Bett fällt.

Durchführung mit einem Gymnastikball:

• Auf dem Boden wird ggf. eine weiche


Bodenmatte abgelegt.
• Der Bewohner wird auf den Boden über einen
dort abgelegten Gymnastikball mobilisiert.
• Mit den Handflächen soll sich der Bewohner auf
dem Boden abstützen. Die Ellenbogen haben
keinen Bodenkontakt.
• Die Füße und ggf. auch die Knie berühren den
Boden.
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Vierfüßler-
Stand

• Auf dem Boden wird ggf. eine weiche


Bodenmatte abgelegt.
• Der Bewohner wird auf den Boden mobilisiert.
• Mit beiden Ellenbogen und den Knien stützt sich
der Bewohner auf dem Boden ab.
• Der Bewohner kann das Abhusten nun durch
das Anheben und Absenken des Rückens
unterstützen. Er macht zunächst einen
"Katzenbuckel" und drückt dann den Rücken
nach unten.

Nachbereitung: • Die Positionen können bis zu 10 Minuten beibehalten werden,


da die Wirkung oftmals erst dann eintritt.
• Das abgehustete Sekret kann mit einer Nierenschale oder mit
Zellstoff aufgenommen werden.
• Das Sputum wird auf Veränderungen überprüft, die
Erkrankungen vermuten lassen. Wir achten insbesondere auf
eine ungewöhnliche Konsistenz, Schaumbildung oder
Blutbeimengungen. Relevante Beobachtungen werden zeitnah
dem behandelnden Arzt bzw. Notarzt mitgeteilt.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Nach einigen Stunden prüfen wir, ob die Atmung durch die
Maßnahme tatsächlich erleichtert wurde.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Hemiplegie: Aufstehen vom Boden mittels eines Stuhls"


Definition: • Viele Bewohner mit einer Hemiplegie haben große Angst vor
einem Sturz. Neben etwaigen Verletzungen fürchten
Betroffene vor allem, nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen
zu können. Wir trainieren daher mit dem Bewohner das
eigenständige Aufstehen mit Hilfe eines Stuhls. Diese
Methode hat den Vorzug, dass sie auch bei umfangreicheren
motorischen Einschränkungen noch sicher angewendet
werden kann.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur soviel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.

Ziele: • Der Bewohner ist in der Lage, sich ohne Hilfe von Dritten vom
Boden in den Stuhl und ggf. von dort weiter in den Stand zu
mobilisieren.
• Der Bewohner gewinnt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
zurück.

Vorbereitung: • Unterstützt vom Therapeuten üben wir mit dem Bewohner das
richtige Aufstehen. Das Maß an Hilfestellung wird dabei
schrittweise reduziert.

Durchführung: • Der Bewohner soll nach einem Sturz zum nächst geeigneten
Stuhl kriechen. Der Bewohner kniet auf dem Boden. Er nutzt
die weniger betroffene Hand, um sich auf der Sitzfläche des
Stuhls abzustützen.

• Der Bewohner zieht das weniger betroffene Bein nach vorne


und stellt die Fußsohle auf den Boden auf.
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• Mit der Kraft des weniger betroffenen Beines und der Kraft des
weniger betroffenen Armes zieht sich der Bewohner auf die
Sitzfläche des Stuhls.

• Der Bewohner sitzt nun auf dem Stuhl. Falls gewünscht kann
er von dort aufstehen, etwa um einige Schritte zu gehen.
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Nachbereitung: • Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung


berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Dekubitusprophylaxe: Druckentlastung im Sitzen"


Definition: • Die Druckbelastung im Sitzen ist deutlich höher als in einer
liegenden Position. 75 Prozent der Körpermasse lagern auf
dem Gesäß, das nur 8 Prozent der Körperoberfläche
ausmacht. Es treten dabei vor allem an den Sitzbeinhöckern
sehr hohe Druckkräfte von mehr als 200mmHg auf.
• Ein gesunder Mensch kann diese Belastungen kompensieren,
indem er sich unbewusst umlagert. Er verlagert also das
Gewicht z.B. von der rechten Gesäßhälfte auf die linke, rutscht
nach vorne oder lehnt sich zurück. Bei vielen Pflegebedürftigen
fehlt diese Schutzfunktion. Sie verharren in einer Sitzposition,
bis der Druck das Gewebe nachhaltig schädigt.

Grundsätze: • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig


und werden beachtet.
• Das Lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche
Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten,
Zivildienstleistende oder Pflegeschüler ggf. nur assistierend
eingesetzt.
• Uns ist bewusst, dass im Sitzen das Dekubitusrisiko messbar
steigt. Dieses ist jedoch kein hinreichender Grund, um auf die
vielen Vorteile dieser Lagerung zu verzichten. Allenfalls wird
die Sitzposition zeitlich weiter eingeschränkt.

Ziele: • Der Bewohner empfindet das Sitzen als angenehm.


• Die Entwicklung eines Dekubitus wird durch eine schonende
Sitzhaltung und durch rechtzeitige Umlagerungen vermieden.
• Der Bewohner nutzt den erweiterten Bewegungsspielraum, um
mehr Tätigkeiten eigenständig durchzuführen und die
Abhängigkeit von den Pflegekräften zu reduzieren.

Vorbereitung: Indikation / • Das Dekubitusrisiko des Bewohners wird


Kontraindikation regelmäßig erfasst und mittels Braden-
Skala abgeschätzt. Beim Sitzen haben die
Mikrobewegungen eine besondere
Bedeutung. Wenn der Bewohner keine
autonomen Mikrobewegungen ausführt,
besteht hier eine hohe Gefährdung, die
durch entsprechende
Lagerungsmaßnahmen kompensiert werden
muss.
• Bewohner mit einem bestehenden
Druckgeschwür im Bereich des Kreuzbeins
oder der Sitzbeinhöcker werden niemals ins
Sitzen mobilisiert.

Selbsttest • Pflegekräfte können in einem Selbsttest für


die Problematik sensibilisiert werden. Die
Pflegekraft soll sich auf einen Stuhl setzen
und dabei die flachen Hände unter das
Gesäß legen. Nun wird die Pflegekraft
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aufgefordert, bewegungslos sitzen zu


bleiben. Bereits nach wenigen Minuten
jedoch wird sie beginnen, das Gesäß durch
unwillkürliche Bewegungen vom Gewicht zu
entlasten. Dabei gilt es zu bedenken, dass
bei gesunden Pflegekräften die
Hautwiderstandskraft deutlich besser ist und
es überdies keine weiteren Risikofaktoren
gibt.

Material • Der Bewohner sollte einen Stuhl mit


Armlehnen nutzen. Die Rückenlehne sollte
etwas nach hinten geneigt sein.
• Die Sitzfläche kann mit einem Gesäßkissen
gepolstert werden.

Durchführung:

• Beim Sitzen sollten die Füße Bodenkontakt haben, also mit der
gesamten Fußsohle aufliegen. In einem Sessel erhält der
Bewohner dafür ggf. einen Schemel. (Hinweis: erhöhte
Sturzgefahr!) Im Rollstuhl werden die Fußrasten hochgeklappt.

• Zwischen der Kniekehle und der Vorderkante der Sitzfläche


sollte ein mindestens zwei Finger breiter Abstand bleiben, um
die Beweglichkeit der Beine zu fördern.
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• Druckschäden lassen sich auch durch sog. "Mikrolagerungen"


vermeiden. Im Wechsel wird je ein Oberschenkel mit einem
gefalteten Handtuch, einem Keilkissen oder einem
herkömmlichen Kissen unterlagert. Nach einer halben Stunde
wird das Lagerungsmaterial entfernt und unter den anderen
Schenkel geschoben.

Nachbereitung: • Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan


dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Der Rücken und das Gesäß werden regelmäßig auf
Hautveränderungen überprüft. Wir nutzen insbesondere den
Fingertest, um eine Hautirritation von einem Dekubitus ersten
Grades zu unterscheiden.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl bei Gipsverbänden"
Definition: • Ein Gipsverband ist ein steifer und fester Verband, der dazu
dient, eine Extremität oder ein anderes Körperteil ruhig zu
stellen und so den Abheilungsprozess zu unterstützen.
Gipsverbände werden etwa nach Operationen, bei
Entzündungen oder nach Frakturen als Folge eines Unfalls
eingesetzt.
• Der Transfer vom Bett in einen Stuhl ist Voraussetzung für
viele Pflegemaßnahmen. So kann der Bewohner z.B. für
einige Minuten aus dem Bett mobilisiert werden, wenn dieses
neu bezogen werden muss.
• Statt eines normalen Stuhls kann auch ein Rollstuhl genutzt
werden.
• Der hier beschriebene Transfer ist für Hemiplegie-Patienten
ungeeignet. Stattdessen ist der Standard "Transfer vom Bett
in den Rollstuhl über die weniger betroffene Seite mit
seitlicher Unterstützung" zu nutzen.

Grundsätze: • Dieser Transfer folgt dem Prinzip der aktivierenden Pflege.


Der Großteil der körperlichen Arbeit wird vom Bewohner
selbst geleistet. Die Aufgabe der Pflegekraft beschränkt sich
darauf, den Bewohner anzuleiten und vor einem Sturz zu
schützen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher vom Bett auf einen Stuhl
mobilisiert.
• Der Kraftaufwand und die Rückenbelastung für die Pflegekraft
werden minimiert.
• Die Schmerzbelastung des Bewohners wird auf ein Minimum
reduziert.

Vorbereitung: • Dieser Transfer wird regelmäßig im Team geübt.


• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Bewohner festes
Schuhwerk trägt. Wichtig ist insbesondere eine rutschfeste
Schuhsohle.
• Wir stellen sicher, dass sich der Bewohner auf dem Stuhl
halten kann, also nicht zur Seite rutscht. Zudem sollte der
Kreislauf soweit stabil sein, dass sich der Bewohner einen
Moment lang im Stehen halten kann.

Durchführung: (In diesem Beispiel sind sowohl der rechte Arm wie auch das rechte
Bein als Folge einer Fraktur mit einem Gipsverband versorgt.)
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• Der Bewohner soll sich mit Hilfe der Pflegekraft im Bett


aufsetzen. Mit dem gesunden Arm soll er den geschädigten
Arm stützen.

• Der Bewohner wird nun soweit im Bett gedreht, bis die Beine
aus dem Bett herausragen. Die Pflegekraft stützt dabei das
Gipsbein.

• Die Pflegekraft zieht nun den Stuhl soweit heran, dass der
Bewohner ihn im weiteren Transferverlauf erreichen kann.
• Die Pflegekraft unterstützt mit einer Hand den Gips und mit
der anderen Hand die Schulter des Bewohners. Der Gips ruht
zudem auf einem Oberschenkel der Pflegekraft.
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• Der Bewohner wird nun durch mehrere


Gewichtsverschiebungen in Richtung Stuhl mobilisiert.

• Der Bewohner soll nun mit dem intakten Arm nach der Lehne
des Stuhles greifen. Gleichzeitig setzt er sein intaktes Bein auf
dem Boden auf und verlagert einen Teil des Körpergewichts
auf dieses Bein.
• In einer einzigen Bewegung wird der Bewohner nun auf den
Stuhl bewegt.

Nachbereitung: • Das Gipsbein wird nun auf einem zweiten Stuhl gelagert. Bei
einem Rollstuhl wird alternativ die Fußstütze hochgefahren.
• Die ggf. geplante Pflegemaßnahme schließt sich nun an.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation: • Pflegehilfskräfte
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Pflegestandard "Mobilisierung von Hemiplegie-Patienten: Sitzen am Tisch"


Definition: • Die Mobilisierung aus dem Bett ist ein zentraler Schritt im
Rehabilitationsprozess. Eine sitzende Position auf einem Stuhl
erleichtert es Betroffenen insbesondere, wieder am sozialen
Leben teilzunehmen.
• Hemiplegie-Patienten werden in unserer Einrichtung daher so
früh wie möglich in eine sitzende Position auf einem Stuhl
mobilisiert. Es ist wichtig, dass ein betroffener Bewohner bei
allen Mahlzeiten und bei jeder oralen Flüssigkeitsaufnahme
sitzt. Die Blasen- und Darmentleerung sollte ebenfalls im Sitzen
erfolgen. Soweit es die Kondition des Bewohners zulässt, wird
dieser auch für die Dauer von Besuchen durch Angehörige in
einen Stuhl mobilisiert.
• Erst ein korrektes Sitzen auf einem Stuhl ermöglicht es einem
Bewohner, sich an einem Tisch sinnvoll zu beschäftigen. Das
häufig zu beobachtende Kippen zur mehr betroffenen Seite
kann der Bewohner nur kompensieren, indem er sich mit der
weniger betroffenen Hand z.B. an der Armlehne festhält. Diese
Hand steht folglich für Aktivitäten nicht mehr zur Verfügung.
• Zum Sitzen auf einem Stuhl gibt es keine Alternative:
o Das Sitzen im Bett hat für Hemiplegie-Patienten
zahlreiche Nachteile. Die Sitzhaltung ist unbequem und
fördert das Auftreten von Druckgeschwüren
insbesondere zwischen den Gesäßhälften direkt über
dem Steißbein; also in einer Körperregion, in der
Dekubiti erfahrungsgemäß nur mit größtem Aufwand
zur Abheilung gebracht werden können. Zudem
erlauben viele Betten nur eine halbliegende Position.
o Ein Rollstuhl ist primär ein Transportmittel. Viele
Rollstühle sind mit einer flexiblen Rückenlehne und
einer durchhängenden Sitzfläche ausgestattet. Ein
stabiles Sitzen ist daher für viele Betroffene nicht
möglich; insbesondere spastische Bewohner könnten
aus dem Rollstuhl herausrutschen.

Grundsätze: • Das Sitzen im Stuhl am Tisch ist eine ideale Lagerung. Die
Körperspannung wird reguliert, Spastiken werden gehemmt
und gleichzeitig ist es einem Betroffenen möglich, sein Umfeld
wahrzunehmen.
• Auch eine nur kurze Mobilisierung ins Sitzen ist eine
erfolgreiche Pflegemaßnahme. Jeder Transfer fördert die
Beweglichkeit und den Kreislauf des Bewohners.
• Ein Bewohner sollte sich im Sitzen sinnvoll beschäftigen und
vor allem in der Gesellschaft von Mitbewohnern sein. In keinem
Fall wird der Bewohner über längere Zeit sich selbst
überlassen. Es ist strikt zu vermeiden, dass ein Bewohner im
Rollstuhl sitzend einschläft. Dieses würde die abnormale
Haltung und den abnormalen Tonus verstärken.
• Die in der Pflegeplanung beschriebenen Maßnahmen sind für
alle Mitarbeiter verbindlich. Abweichungen können zur
Überforderung des Bewohners führen.
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Ziele: • Der Bewohner sitzt sicher vor einem Tisch und kann sich dort
im Rahmen seiner Fähigkeiten sinnvoll beschäftigen.
• Der Bewohner wird stärker in das soziale Leben innerhalb der
Einrichtung eingebunden.
• Der Tonus wird normalisiert.
• Der Kreislauf wird an einen Aufenthalt außerhalb des Bettes
gewöhnt.
• Der Bewohner wird weder über- noch unterfordert. Die sitzende
Zeit wird Schritt für Schritt gesteigert.
• Das Auftreten eines Druckgeschwürs wird vermieden.

Vorbereitung: • Wir wählen einen Stuhl mit gerader Sitzfläche, der über eine
stabile durchgehende Rückenlehne sowie Armlehnen verfügt.
• Die Sitzfläche sollte so groß sein, dass drei Viertel der
Oberschenkellänge darauf abgelegt werden können. Je stabiler
die Sitzfläche ist, umso einfacher ist es für einen Bewohner,
sitzend das Gleichgewicht zu halten.
• Wir achten darauf, dass der Tisch, an dem der Bewohner sitzt,
stabil ist. Leichte oder rollbare Tische sollten dafür nicht genutzt
werden.
• Der Gesundheitszustand des Bewohners wird abgeschätzt. Je
nach vorhandener Rumpfstabilität wird die Mobilisierung
geplant. Wir nutzen dafür insbesondere Fallbesprechungen und
suchen den Dialog mit dem behandelnden Arzt.
• In der Pflegeplanung wird dokumentiert, wie lange der
Bewohner bei jeder Mobilisierung sitzen sollte. Maßgeblich ist
dabei nur die Zeitspanne, in der der Bewohner gerne und
bequem sitzt und seine Kräfte auf die Beschäftigung
verwenden kann. Wenn die Kräfte des Bewohners nachlassen,
kann er zwar immer noch sitzen, ist dann aber mit der
Stabilisierung seines Kopfes und des Oberkörpers beschäftigt.
Diese sitzende Zeit ist aus therapeutischer Sicht nutzlos, da sie
den Tonus und den Kooperationswillen des Bewohners
beeinträchtigt.

Durchführung: allgemeine • Das Gesäß des Bewohners wird weit


Maßnahmen hinten auf der Sitzfläche platziert.
• Mit einem Kissen unterstützt die
Pflegekraft die Lendenwirbelsäule. Der
Körper neigt sich also bei aufgerichteter
Wirbelsäule leicht nach vorn. Ein
Kissen zwischen dem Brustkorb und
der Tischkante stabilisiert den
Bewohner.
• Falls notwendig werden die Flanken
(insbesondere die mehr betroffene
Seite) des Bewohners mit zwei
weiteren Kissen unterstützt.
• Die Füße werden parallel und mit etwas
Abstand zueinander auf dem Boden
aufgestellt. Wir prüfen, ob die Füße mit
der gesamten Sohle auf dem Fußboden
aufsetzen. Falls die Sitzhöhe dafür zu
hoch ist, kann ggf. eine Fußkiste
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genutzt werden. Durch den


Bodenkontakt der Fußsohlen ist die
Spitzfußprophylaxe sichergestellt.
(Hinweis: Falls der Bewohner mit dem
Rollstuhl an den Tisch mobilisiert wird,
müssen die Fußstützen hochgeklappt
werden. Ansonsten würden die Beine
zu weit angehoben. Der Oberkörper
würde sich dann nicht nach vorne,
sondern nach hinten neigen durch das
nach hinten gekippte Becken und sich
an der Lehne abstützen.)
• Der Kopf sollte nicht gestützt werden.
Der Bewohner sollte seinen Kopf
selbständig halten und frei drehen
können.
• Ggf. wird die Rumpfstabilität durch
einen elastischen Bauchgurt gefördert,
der vergleichsweise stramm an den
Oberkörper des Bewohners angelegt
wird. Alternativ kann ein gerolltes
Badehandtuch genutzt werden.
• Der mehr betroffene Arm des
Bewohners wird auf der Tischplatte
abgelegt. Um insbesondere den
Ellenbogen vor einer zu hohen
Druckbelastung zu schützen, wird ggf.
ein Kissen oder ein gerolltes Handtuch
untergelegt. (Hinweis: Wir verhindern
mit dieser Lagerung auch, dass das
Gewicht des Armes den Bewohner zur
Seite zieht. Der Bewohner würde diese
Zugrichtung mit einer
entgegengesetzten Bewegung
kompensieren oder müsste sich gar
festhalten.) Wir stellen sicher, dass das
Handgelenk nicht abgeknickt ist.
• Wir erfragen, welche Aktivitäten der
Bewohner durchführen will. Er erhält
ggf. eine Zeitschrift, ein Buch oder
Papier und Stifte. Falls gewünscht,
schalten wir den Fernseher ein.
Alternativ wird der Bewohner in den
Gemeinschaftsraum gebracht und dort
vor einen Tisch mobilisiert.
• Wir achten auf nonverbale Signale, falls
der Bewohner zu einer verbalen
Kommunikation nicht mehr in der Lage
ist. Eine Überforderung äußert sich
oftmals in einem Vorschieben des
Beckens, Unruhe oder dem Verlust der
Kontrolle über die Kopf- und
Oberkörperhaltung. In diesem Fall wird
die Position des Bewohners angepasst.
Führt dieses nicht zu einer Entlastung,
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wird der Bewohner zurück in sein Bett


transferiert.

Grafik

zusätzliche • Wir vermeiden es, den Bewohner in


Maßnahmen bei einer nach hinten angelehnten Position
fehlender in den Rollstuhl zu setzen. Diese
Rumpfstabilität und Haltung macht für den betroffenen
Kopfhaltung Senioren kaum einen Unterschied zum
Liegen im Pflegebett, da in beiden
Fällen eine umfassende
Unterstützungsfläche im Bereich des
Rückens angeboten wird. Zudem läuft
der Speichel bei Bewohnern mit
Schluckstörungen in die Luftröhre.
• Auf dem Tisch wird ein
Lagerungswürfel platziert, der mit einer
Antirutschfolie auf der Tischplatte fixiert
wird. Rechts und links neben dem
Würfel sind Kissen, auf denen die Arme
abgelegt werden können.
• Der Kopf wird seitlich auf dem Würfel
abgelegt. Eine Gesichtshälfte liegt auf
der Oberseite des Lagerungswürfels
auf. Die Blickrichtung des Bewohners
weist also zur Seite. Ein Kissen und ein
Nackenhörnchen fixieren den Kopf.
Alternativ können zwei gerollte
Handtücher jeweils den Kopf und die
Schultern stabilisieren.

Maßnahmen bei einer • Wir prüfen, ob der Gesäßmuskel auf


Beckenasymmetrie der mehr betroffenen Seite schwächer
ausgebildet ist als auf der weniger
betroffenen Körperhälfte. In diesem Fall
ist die Sitzhaltung asymmetrisch. Ggf.
versucht sich der Bewohner sogar mit
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 223

der weniger betroffenen Hand seitlich


festzuhalten. (Hinweis: Der
Muskeltonus ist auf der weniger
betroffenen Seite als Folge
unbewussten Korrigierens deutlich
verstärkt. Letztlich wird sich die
Muskulatur auf der weniger betroffenen
Seite verkürzen und die Muskelaktivität
auf der mehr betroffenen Seite
reduzieren.)
• Ggf. falten wir ein oder zwei
Handtücher soweit, dass diese unter
die mehr betroffene Gesäßhälfte gelegt
werden können. Die Asymmetrie wird
dadurch ausgeglichen, der Bewohner
sitzt gerade.

Nachbereitung: • Der Bewohner sollte mindestens eine Stunde pro Tag sitzend
verbringen. Wir beachten, dass diese Zeitspanne aber oftmals
durch die individuelle Konstitution begrenzt wird.
• Die Zeit, die der Bewohner sitzend verbringt, sollte mit
Augenmaß gesteigert werden. Die Pflegeplanung wird
entsprechend aktualisiert.
• Eine gute Gelegenheit, um die Belastung des Bewohners
während des Sitzens abzuschätzen, ist der Transfer zurück ins
Bett. Wenn die Tonusverhältnisse hoch sind, die Kräfte aber
bereits erschöpft sind, wird die Zeitspanne des Sitzens beim
nächsten Mal reduziert.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• ärztliches Verordnungsblatt
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte ggf. mit entsprechender Weiterbildung


/ Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 224

Standard "bewegtes Gehen im Sitzen"


Definition: • Ein gesunder Mensch ist in der Lage, seine Sitzposition "in
einem Zug" zu verändern. Dieses etwa, indem er sich mit den
Händen an den Lehnen abstützt und sich gleichzeitig mit den
Füßen vom Boden abdrückt. Er kann sein komplettes Gesäß
für einen Augenblick von der Sitzfläche abheben und dann
seine Sitzposition beliebig ändern. Alternativ kann er aus dem
Stuhl aufstehen. Geschwächte ältere Menschen sind dazu
nicht mehr imstande, z.B. aufgrund unzureichender
Muskelkraft in der Arm- und in der Schultermuskulatur.
• Die Unfähigkeit, die Sitzposition anzupassen, führt zu
verschiedenen Problemen:
o Der Bewohner möchte aus dem Stuhl aufstehen. Vor
der Bewegung in den Stand ist es jedoch notwendig,
das Gesäß näher an die Stuhlkante zu bewegen. Denn
nur so ist es möglich, den Gewichtsschwerpunkt des
Rumpfes auf die Füße zu verlagern. Ohne eine
geeignete Transfertechnik kann der Bewohner den
Stuhl nicht verlassen und ist auf Hilfe durch eine
Pflegekraft angewiesen.
o Der Bewohner hat sich auf einen Stuhl gesetzt, er sitzt
jedoch zu nahe an der Stuhlkante. Die Sitzposition ist
unbequem. Lehnt sich der Bewohner gleichzeitig an
der Stuhllehne an, führt dieses zu erhöhten
Scherkräften. Überdies ist die Fläche, auf die sich der
Auflagedruck verteilt, zu klein. Es liegt nur das Gesäß,
nicht aber der obere Teil der Oberschenkel auf der
Stuhlfläche auf. Es kann zu einem Dekubitus kommen.
• Das "bewegte Gehen im Sitzen" ermöglicht es diesen
Senioren, diese Defizite durch angepasste Bewegungsabläufe
zu kompensieren. Diese Mobilisierung basiert darauf, dass
wechselseitig eine Körperhälfte vom Gewicht entlastet und
danach ein Stück in Richtung Stuhlkante bzw. in Richtung
Rückenlehne bewegt wird.
• Dieser Bewegungsablauf ähnelt dem "Transfer per
Schinkengang" im Bett. Es ist daher ggf. sinnvoll, dem
Bewohner beide Transfertechniken zu vermitteln.

Grundsätze: • Wir beachten die Prinzipien der aktivierenden Pflege. Die


Assistenz durch eine Pflegekraft ist folglich keine
Dauerlösung. Langfristig sollte der Bewohner befähigt werden,
diesen Transfer eigenständig durchzuführen.
• Entscheidend für die Durchführung ist der richtige
Handkontakt. Die Hände müssen präzise an den
vorgesehenen Kontaktflächen aufgesetzt werden.
• Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig
und werden beachtet.

Ziele: • Der Bewohner wird unter Beachtung der individuellen


körperlichen Ressourcen sicher auf dem Stuhl bewegt.
• Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die
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Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.

Vorbereitung: • Wir prüfen, ob der Bewohner in der Lage ist, den Transfer
durchzuführen. Wichtigste Voraussetzungen sind eine
hinreichende Rumpfstabilität sowie vorhandene Kraftreserven
in den Armen. Bei einer Hemiplegie ist dieser
Bewegungsablauf i.d.R. nicht möglich.
• Der Bewohner sollte zum Sitzen stets einen Stuhl mit stabilen
Armlehnen nutzen. Er kann sich auf diesen Armlehnen
abstützen und den Körper anheben. Gleichzeitig geben die
Armlehnen Sicherheit, falls der Bewohner vom Stuhl zu fallen
droht.
• Die Pflegekraft erläutert dem Bewohner Sinn und Zweck der
Mobilisierung.

Durchführung: • Die folgende Beschreibung erläutert den Transfer in Richtung


Stuhlkante.
• Der Bewohner sitzt im Stuhl. Beide Hände umfassen die
rechte und die linke Armlehne.

• Der Bewohner wird aufgefordert, seinen Oberkörper nach


rechts zu bewegen. Er kann sich dafür mit den Armen auf der
gegenüberliegenden Armlehne abdrücken.
• Durch die Verschiebung des Körperschwerpunktes sollte nun
die linke Gesäßhälfte entlastet sein. Der Bewohner wird
aufgefordert, diese Gesäßhälfte vom Stuhl abzuheben und ein
Stück nach vorne zu verschieben.
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• Danach soll der Bewohner seinen Oberkörper etwas auf die


linke Seite kippen. Dadurch werden die rechte Gesäßhälfte
und der rechte Oberschenkel entlastet. Der Bewohner kann
nun auch diese Körperseite ein Stück nach vorne
transferieren.
• Der Vorgang wird wiederholt, bis der Bewohner an der
Stuhlkante bzw. an der Rückenlehne angekommen ist.

Nachbereitung: • Durch den Transfer entstehen leicht Falten in der Hose. Wenn
der Bewohner in den Stand mobilisiert wird, ziehen sich diese
Falten automatisch wieder glatt. Falls er jedoch von der
Stuhlkante in Richtung Stuhlrücken mobilisiert wird, bleiben
diese Falten oftmals im Stoff. Das Sitzen auf solchen Falten
kann zu Druckstellen führen und letztlich der Entwicklung von
Druckgeschwüren Vorschub leisten. Die Pflegekraft fordert
ggf. den Bewohner auf, erneut die rechte bzw. die linke
Gesäßhälfte zu entlasten, um dann die Hose glatt zu ziehen.
• Das Ausmaß der Hilfeleistung wird - soweit möglich - im Laufe
mehrerer Tage oder Wochen abgebaut. Anfangs unterstützt
die Pflegekraft den Bewegungsablauf aktiv. Danach reduziert
die Pflegekraft ihre Hilfe auf das Geben von
Bewegungsimpulsen. Letztlich sollte der Bewohner in der
Lage sein, die Mobilisierung eigenständig durchzuführen; ggf.
unter Beobachtung und unter Anleitung der Pflegekraft.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Lagerungs- und Bewegungsplan
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegekräfte
Qualifikation:
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Standard "Bobath-Konzept: Transfer aus dem Sitzen in den Stand mit seitlicher
Unterstützung"
Definition: • Dieser Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft, einen
Bewohner aus dem Sitz in den Stand zu mobilisieren. Er kann
auch bei Transfers aus dem Rollstuhl genutzt werden.
• Wenn der Bewohner sicher steht, erleichtert dieses die
Durchführung zahlreicher Pflegemaßnahmen. Dazu zählen
etwa der Kleidungswechsel (insbesondere der Hose) oder der
Transfer in den Roll- bzw. Toilettenstuhl.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Der Bewohner sollte am Tag immer wieder in den Stand
mobilisiert werden.
• Wir sind uns bewusst, dass dieser Transfer ein vergleichsweise
hohes Sturz- und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten
daher mit besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in den Stand mobilisiert.


• Der Bewohner hat keine übertriebene oder gar lähmende Angst
vor einem Sturz.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Bewohners
werden gestärkt.
• Der Bewohner lernt, sich kontrolliert zu setzen. Er lässt sich
nicht auf die Sitzfläche fallen.
• Die Beweglichkeit des Bewohners wird gefördert.
• Wir schaffen die Voraussetzungen, um den Bewohner später
zum Gehen zu mobilisieren.
• Die zahlreichen positiven Effekte des Stehens werden genutzt.
Der Bewohner wird wacher. Die Gefahr von Kontrakturen wird
gemindert; insbesondere die der Ausbildung eines Spitzfußes.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.

Vorbereitung: Indikation Wir nutzen diesen Bewegungsablauf, wenn


verschiedene Bedingungen erfüllt sind:

• Der Bewohner verfügt über einen


hinreichenden Gleichgewichtssinn. Er muss in
der Lage sein, mit minimaler Unterstützung
durch die Pflegekraft einige Augenblicke sicher
zu stehen.
• Die Rücken- und die Beinmuskulatur des
Bewohners sind kräftig genug, um diesen
aufzurichten.
• Die Pflegekraft sollte auch selbst ausreichend
Kraft haben, um den Bewohner angemessen zu
unterstützen. Adipöse Bewohner sollten daher
ggf. von stärkeren (männlichen) Pflegekräften
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 228

bewegt werden.

Durchführung: Initialisierung • Der Bewohner sitzt auf dem Stuhl. Beide Füße
sind auf dem Boden aufgestellt. Er trägt
stabiles Schuhwerk mit einer rutschfesten
Sohle.

(Tipp: Ein elastischer Bauchgurt kann helfen, die


Bauchmuskulatur anzuspannen.)

• Die Pflegekraft steht neben dem Bewohner auf


dessen mehr betroffener Seite.
• Die Hände des Bewohners werden auf dessen
Oberschenkeln abgelegt.
• Die Pflegekraft fordert den Bewohner auf das
Becken aufzurichten, die Rückenmuskulatur
anzuspannen und den Rücken
durchzustrecken.

Bewegung in • Oftmals sitzt der Bewohner zu tief auf dem


Richtung Stuhl und muss daher in Richtung Sitzkante
Sitzkante bewegt werden.

• Die Pflegekraft platziert eine Hand unter dem


Gesäß des Bewohners.

(Tipp: Die Pflegekraft sollte darauf achten, bei dem nun


folgenden Transfer die Gesäßfalten nicht auseinander
zu ziehen.)

• Die andere Hand der Pflegekraft unterstützt das


mehr betroffene Knie.

(Tipp: Die Unterstützung des mehr betroffenen Beines


ist wichtig, damit sich der Bewohner „traut“ das Bein
mit Körpergewicht zu belasten und den Oberkörper
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aufzurichten.)

• Der Bewohner soll die Beinmuskulatur


anspannen und das Becken aufrichten.
• Die Pflegekraft unterstützt den Bewohner
dabei, das Gewicht für einen Moment auf die
Füße zu verlagern. Das Gesäß hebt sich einige
Zentimeter von der Sitzfläche ab. Der Körper
kann nun ein Stück in Richtung Sitzkante
bewegt werden.
• Dieser Bewegungsablauf wird so lange
wiederholt, bis der Bewohner in der richtigen
Position für das Aufstehen ist.

Aufstehen

• Die Pflegekraft stellt sicher, dass die Füße


korrekt vor dem Stuhl aufgestellt sind. Ggf.
korrigiert sie deren Position.
• Unterstützt durch die Hand am Gesäß richtet
sich der Bewohner auf.
• Sobald sich der Bewohner vom Sitz erhoben
hat, wechselt die Pflegekraft die Griffpositionen.
Eine Hand wechselt vom mehr betroffenen Knie
zum mehr betroffenen Oberarm. Die Hand, die
bislang das Gesäß unterstützte, wechselt zum
Rücken des Bewohners.

Wichtig:

• Die Maßnahme wird durch eine gute


Kommunikation zwischen Pflegekraft und
Bewohner erleichtert. Oftmals kann der
Bewohner seine Muskulatur nur wenige
Sekunden voll anspannen. Daher ist es
hilfreich, wenn die Pflegekraft jede Bewegung
vorher „ansagt“.
• Viele Bewohner versuchen sich beim Aufstehen
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an Griffen, Schränken o. Ä. festzuhalten. Der


Bewohner „zieht“ sich also in den Stand.
Dieses sollte unterbleiben, da es zu einer sog.
„assoziierten Reaktion“ kommen kann, also
dem unwillkürlichen Mitbewegen von Muskeln
bei Kontraktion anderer Muskelgruppen. Die
Pflegekraft achtet folglich darauf, dass der
Bewohner seinen Oberkörper so weit wie
möglich nach vorne verlagert und seinen
Gewichtsschwerpunkt möglichst nahe an die
Füße verschiebt.
• Die Pflegekraft sollte darauf achten, dass das
Becken ausreichend aufgerichtet wird.
Ansonsten erreicht der Bewohner nicht die
notwendige Höhe. Gelingt der Gewichtstransfer
auf die Füße nicht vollständig, „hängt“ sich der
Bewohner oftmals an die Pflegekraft. Diese
muss nun gleichzeitig den Körper des
Bewohners stabilisieren und z.T. dessen
Gewicht tragen.

Hinsetzen

• Der Bewohner steht mit dem Rücken vor dem


Stuhl. Seine Unterschenkel berühren die
Sitzkante.
• Die Pflegekraft steht neben dem Bewohner auf
dessen mehr betroffener Seite. Sie unterstützt
den Bewohner mit dem Handkontakt am
Rücken und am mehr betroffenen Oberarm.
• Der Bewohner lässt sich nun auf den Stuhl
sinken. Die Pflegekraft bremst die Bewegung
ggf. ab.

Nachbereitung: • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des


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Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.


• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.
• Sobald möglich sollte der Bewohner mit Unterstützung einige
Schritte gehen.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Bobath-Konzept: Transfer vom Sitzen in den Stand und zurück mit frontaler
Unterstützung"
Definition: • Im Rahmen der täglichen Versorgung ist es häufig erforderlich,
einen Senioren von einer Sitzgelegenheit auf eine andere zu
transferieren. Dieses etwa, wenn der Bewohner in den
Rollstuhl mobilisiert werden soll oder eine Toilette aufsuchen
möchte.
• Der hier beschriebene Transfer ermöglicht es einer Pflegekraft,
den Hemiplegie-Patienten mit einem Minimum an eigenem
Kraftaufwand zu bewegen. Die Sturzgefahr wird dabei durch
die frontale Unterstützung reduziert.
• Zu den weiteren Vorzügen des Bewegungsablaufes zählt die
geringe Belastung für den Rücken der Pflegekraft.
• Die hier beschriebene frontale Vorgehensweise ist eine
Alternative zum Standard "Bobath-Konzept: Transfer aus dem
Sitzen in den Stand mit seitlicher Unterstützung". Es sollte
individuell abgewogen werden, welche Technik zum Einsatz
kommt.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Der Bewohner sollte am Tag immer wieder in den Stand
mobilisiert werden.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in den Stand mobilisiert.


• Der Bewohner hat keine übertriebene oder gar lähmende
Angst vor einem Sturz.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Bewohners
werden gestärkt.
• Der Bewohner lernt, sich kontrolliert zu setzen. Er lässt sich
nicht auf die Sitzfläche fallen.
• Die Beweglichkeit des Bewohners wird gefördert.
• Wir schaffen die Voraussetzungen, um den Bewohner später
zum Gehen zu mobilisieren.
• Die zahlreichen positiven Effekte des Stehens werden genutzt.
Der Bewohner wird wacher. Die Gefahr von Kontrakturen wird
gemindert; insbesondere die der Ausbildung eines Spitzfußes.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.

Vorbereitung: Indikation Wir nutzen diesen Bewegungsablauf, wenn


verschiedene Bedingungen erfüllt sind:

• Der Bewohner verfügt über einen


hinreichenden Gleichgewichtssinn. Er muss in
der Lage sein, mit minimaler Unterstützung
durch die Pflegekraft einige Augenblicke
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 233

sicher zu stehen.
• Die Rücken- und die Beinmuskulatur des
Bewohners sind kräftig genug, um diesen
aufzurichten.
• Die Pflegekraft sollte auch selbst ausreichend
Kraft haben, um den Bewohner angemessen
zu unterstützen. Adipöse Bewohner sollten
daher ggf. von stärkeren (männlichen)
Pflegekräften bewegt werden.

Durchführung: Initialisierung • Der Bewohner sitzt auf dem Stuhl. Beide Füße
sind auf dem Boden aufgestellt. Er trägt
stabiles Schuhwerk mit einer rutschfesten
Sohle.

(Tipp: Ein elastischer Bauchgurt kann helfen, die


Bauchmuskulatur anzuspannen.)

• Die Hände des Bewohners ruhen auf seinen


Oberschenkeln.
• Der andere Stuhl, auf den der Bewohner
transferiert werden soll, steht bereit.

"Entengang" Oftmals sitzt der Bewohner zu tief auf dem Stuhl und
in Richtung muss daher in Richtung Sitzkante bewegt werden.
Sitzkante
• Die Pflegekraft platziert eine Hand unter dem
Gesäß des Bewohners.

(Tipp: Die Pflegekraft sollte darauf achten, bei dem


nun folgenden Transfer die Gesäßfalten nicht
auseinander zu ziehen.)

• Die andere Hand der Pflegekraft unterstützt


das mehr betroffene Knie.

(Tipp: Die Unterstützung des mehr betroffenen Beines


ist wichtig, damit sich der Bewohner "traut" das Bein
mit Körpergewicht zu belasten und den Oberkörper
aufzurichten.)

• Der Bewohner soll die Beinmuskulatur


anspannen und das Becken aufrichten.
• Die Pflegekraft unterstützt den Bewohner
dabei, das Gewicht für einen Moment auf die
Füße zu verlagern. Das Gesäß hebt sich
einige Zentimeter von der Sitzfläche ab. Der
Körper kann nun ein Stück in Richtung
Sitzkante bewegt werden.
• Dieser Bewegungsablauf wird so lange
wiederholt, bis der Bewohner in der richtigen
Position für das Aufstehen ist.
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Aufstehen aus
dem Sitz

• Die Pflegekraft steht vor dem Bewohner. In


dem hier verwendeten Beispiel ist die rechte
Seite mehr betroffen. Bei einer Lähmung der
anderen Körperhälfte ist der im folgenden
beschriebene Bewegungsablauf spiegelbildlich
durchzuführen.

• Die Pflegekraft stellt den linken Fuß zwischen


die Beine des Bewohners.
• Die Position der Füße des Bewohners auf dem
Boden wird ggf. soweit korrigiert, dass diese
nach dem Aufstehen sein Gewicht sicher
tragen können.
• Die Pflegekraft beugt ihren Oberkörper und die
Kniegelenke. Ihr Kopf muss auf dem gleichen
Höhenniveau wie die Schultern des
Bewohners liegen.
• Die Pflegekraft legt den weniger betroffenen
linken Arm des Bewohners über ihre eigene
linke Schulter. Die Schulter der Pflegekraft
liegt direkt unter der Achselhöhle des
Bewohners. Ihr linker Arm umfasst das rechte
Schulterblatt des Bewohners.
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• Die Pflegekraft richtet sich auf. Mit ihrer


rechten Hand drückt die Pflegekraft gegen das
linke Knie des Bewohners.
• Die Pflegekraft fordert den Bewohner auf, das
Becken aufzurichten, die Rückenmuskulatur
anzuspannen und den Rücken
durchzustrecken.
• Der Bewohner kommt automatisch in den
Stand.
• Der mehr betroffene Arm hängt herab.

Transfer in
Richtung
zweiter Stuhl.

• Die Pflegekraft und der Bewohner stehen. Die


Pflegekraft sichert den Oberkörper des
Bewohners. Ihre linke Hand liegt unter der
rechten Schulter des Bewohners. Die rechte
Hand der Pflegekraft befindet sich am linken
Beckenknochen des Bewohners.
• Die Pflegekraft verlagert nun im Wechsel das
Gewicht des Bewohners von einem Fuß auf
den anderen.
• Den jeweils vom Gewicht entlasteten Fuß
kann der Bewohner nun um ein kleines Stück
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versetzen. Er kann damit z.B. eine Drehung


durchführen, um in eine gute Position für den
späteren Transfer zurück ins Sitzen zu
kommen.

(Hinweis: Dieser Abschnitt des Transfers hat gewisse


Ähnlichkeit mit einem eng umschlungenen Tanz. Für
eine 180°-Drehung sind sieben bis acht
Gewichtsverlagerungen notwendig.)
Transfer aus • Die Pflegekraft beugt ihre Knie und übt sanften
dem Stand ins Druck auf das Becken des Bewohners aus.
Sitzen • Der Bewohner wird dieser Bewegung
automatisch folgen. Er sinkt kontrolliert in den
Stuhl.
• Die Pflegekraft nimmt den Arm des
Bewohners von ihren Schultern und legt
diesen auf dessen Oberschenkeln ab.
• Der Bewohner wird nun durch wechselseitige
Gewichtsverlagerungen nach hinten bewegt,
bis sein Rücken an der Rückenlehne anliegt.
• Die Pflegekraft legt auch den mehr betroffenen
Arm des Bewohners auf dessen Oberschenkel
ab.

Weiteres • Die Maßnahme wird durch eine gute


Kommunikation zwischen Pflegekraft und
Bewohner erleichtert. Oftmals kann der
Bewohner seine Muskulatur nur wenige
Sekunden voll anspannen. Daher ist es
hilfreich, wenn die Pflegekraft jede Bewegung
vorher "ansagt".
• Die Pflegekraft sollte darauf achten, dass das
Becken ausreichend aufgerichtet wird.
Ansonsten erreicht der Bewohner nicht die
notwendige Höhe. Gelingt der
Gewichtstransfer auf die Füße nicht
vollständig, "hängt" sich der Bewohner oftmals
an die Pflegekraft. Diese muss nun gleichzeitig
den Körper des Bewohners stabilisieren und
z.T. dessen Gewicht tragen.

Nachbereitung: • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des


Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.
• Sobald möglich sollte der Bewohner mit Unterstützung einige
Schritte gehen.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 237

• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 238

Standard "Bobath-Konzept: Transfer vom Sitzen in den Stand mit zwei Pflegekräften"
Definition: • Im Rahmen der täglichen Versorgung ist es häufig erforderlich,
einen Senioren von einer Sitzgelegenheit auf eine andere zu
transferieren. Dieses etwa, wenn der Klient in den Rollstuhl
mobilisiert werden soll.
• Wenn zwei Pflegekräfte zur Verfügung stehen, erfolgt der
Transfer, indem der Klient von je einer Pflegekraft rechts und
links getragen oder zumindest unterstützt wird. Eine solche
Mobilisierung setzt aber voraus, dass beide Pflegekräfte
körperlich soweit belastbar sind, dass kein Sturz droht.
• In der ambulanten Versorgung stehen Pflegekräfte vor dem
Problem, dass sie als Unterstützung oft nur auf Angehörige
zurückgreifen können, bei denen weder die notwendige
praktische Erfahrung noch ausreichende körperliche Kräfte
erwartet werden können.
• Der hier beschriebene Transfer hat den Vorzug, dass nur eine
geübte Pflegekraft benötigt wird. Die Beteiligung der
Angehörigen beschränkt sich auf einfache Handgriffe.
• Diese Mobilisierung basiert auf dem Bobath-Konzept, dient
also primär dem Umsetzen von Hemiplegie-Patienten. Sie
kann aber auch bei vielen anderen Krankheitsbildern
eingesetzt werden.

Grundsätze: • Der Klient erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Der Klient sollte am Tag immer wieder in den Stand mobilisiert
werden.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Klient wird sicher in den Stand mobilisiert.


• Der Klient hat keine übertriebene oder gar lähmende Angst vor
einem Sturz.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Klienten
werden gestärkt.
• Der Klient lernt, sich kontrolliert zu setzen. Er lässt sich nicht
auf die Sitzfläche fallen.
• Die Beweglichkeit des Klienten wird gefördert.
• Wir schaffen die Voraussetzungen, um den Klienten später
zum Gehen zu mobilisieren.
• Die zahlreichen positiven Effekte des Stehens werden genutzt.
Der Klient wird wacher. Die Gefahr von Kontrakturen wird
gemindert; insbesondere die der Ausbildung eines Spitzfußes.
• Die Eigenwahrnehmung des Klienten wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.

Vorbereitung: Indikation Wir nutzen diesen Bewegungsablauf, wenn


verschiedene Bedingungen erfüllt sind:
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• Die Rücken- und die Beinmuskulatur des


Klienten sind kräftig genug, um diesen
aufzurichten.
• Die Pflegekraft sollte auch selbst ausreichend
Kraft haben, um den Klienten angemessen zu
unterstützen. Adipöse Klienten sollten daher
ggf. von stärkeren (männlichen) Pflegekräften
bewegt werden.

Initialisierung • Der Klient sitzt auf dem Stuhl. Beide Füße sind
auf dem Boden aufgestellt. Er trägt stabiles
Schuhwerk mit einer rutschfesten Sohle.

Durchführung: Transfer

• Der Klient sitzt auf dem Stuhl. Vor ihm steht die
Pflegekraft. Hinter der Pflegekraft, direkt unter
ihrem Gesäß, steht ein weiterer Stuhl.
• Mit ihren Knien nimmt die Pflegekraft ein Knie
des Klienten in die Mitte und sichert es.
• Die Pflegekraft beugt sich vor in Richtung Klient.
Sie legt eine Hand auf die weniger betroffene
Seite des Rückens. Eine Hand fasst unter die
mehr betroffene Gesäßseite.
• Der Klient faltet die Hände und legt diese auf
dem Rücken der Pflegekraft ab.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 240

• Die Pflegekraft verlagert ihr Körpergewicht nach


hinten. Sie setzt sich auf den hinter ihr
stehenden Stuhl.
• Durch die Hebelwirkung wird der Klient in eine
stehende Position gebracht.
• Die zweite Pflegeperson kann nun den Stuhl
gegen einen Rollstuhl, einen Toilettenstuhl usw.
austauschen.
• Die Pflegekraft hebt sich nun wieder vom Stuhl
ab und beugt sich nach vorne vor. Gleichzeitig
sinkt der Klient dadurch kontrolliert zurück in
den Stuhl, Rollstuhl oder Toilettenstuhl.

Weiteres • Die Maßnahme wird durch eine gute


Kommunikation zwischen Pflegekraft und
Klienten erleichtert. Oftmals kann der Klient
seine Muskulatur nur wenige Sekunden voll
anspannen. Daher ist es hilfreich, wenn die
Pflegekraft jede Bewegung vorher "ansagt".
• Die Pflegekraft sollte darauf achten, dass das
Becken ausreichend aufgerichtet wird.
Ansonsten erreicht der Klient nicht die
notwendige Höhe. Gelingt der Gewichtstransfer
auf die Füße nicht vollständig, "hängt" sich der
Klient oftmals an die Pflegekraft. Diese muss
nun gleichzeitig den Körper des Klienten
stabilisieren und z.T. dessen Gewicht tragen.

Nachbereitung: • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des


Verhaltens des Klienten werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Klienten werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Klient wird für sein Engagement gelobt.
• Sobald möglich sollte der Klient mit Unterstützung einige
Schritte gehen.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Unterstützung von Hemiplegiepatienten beim Gehen"


Definition: • Für viele Schlaganfallpatienten und deren Angehörige ist das
Wiedererlernen des Gehens der wichtigste Fortschritt der
Rehabilitation. Die Überwindung der Immobilität wird häufig als
Anzeichen gewertet, dass sich das Leben nun wieder
normalisiert.
• Viele Fortschritte bei der Gesundung können nur Pflegekräfte
objektiv erfassen und messen, wie etwa die Linderung des
Schulter-Hand-Syndroms oder die Verbesserung des
Sprachbildes. Die Bedeutung der ersten eigenen Schritte seit
dem Schlaganfall hingegen ist auch für den Bewohner und
seine Angehörigen sofort offensichtlich.
• Um dieses Ziel zu erreichen, mobilisieren viele Senioren
oftmals ihre gesamten Energien. Jedes neue Erfolgserlebnis
erhöht die Motivation zusätzlich.

Grundsätze: • Uns ist bewusst, dass die Mobilisierung ins Gehen eine
deutliche Sturzgefahr mit sich bringt. Wir werden dennoch bei
jedem Bewohner so früh wie möglich damit beginnen, da die
gesundheitlichen Risiken einer fortdauernden Immobilität um
ein Mehrfaches größer sind.
• Bei der Unterstützung beim Gehen gilt: Weniger Hilfe ist oft die
bessere Hilfe. Wer den Bewohner zu sehr unterstützt, nimmt
ihm den Anreiz zur eigenen Aktivität, verändert seine
Bewegungsmuster und fördert letztlich die Immobilität.
• Wir beschränken daher auch die Nutzung von Hilfsmitteln auf
ein Minimum, da diese langfristig dem eigenständigen Gehen
schaden.

Ziele: • Der Bewohner gewinnt die Fähigkeit zum eigenständigen


Gehen zurück.
• Der Bewohner stürzt nicht.
• Der Bewohner hat keine übertriebene Furcht vor dem Gehen.
• Das Gehen funktioniert wieder "automatisch", damit sich der
Bewohner beim Gehen auch auf andere Dinge konzentrieren
kann. Insbesondere sollte eine Ablenkung während des
Gehens nicht dazu führen, dass der Bewohner stolpert.
• Langfristig ist der Bewohner in der Lage, mühelos und flüssig
zu gehen. Es ist ihm möglich, auch größere Distanzen zu
überwinden, ohne sich körperlich zu verausgaben.
• Der Bewohner verzichtet auf unnötige Hilfsmittel wie etwa auf
einen Stock.

Vorbereitung: Voraussetzungen Wir prüfen, ob der Bewohner über die


notwendigen körperlichen und mentalen
Voraussetzungen verfügt:

• Der Bewohner muss in der Lage sein,


sich aus dem Sitzen in den Stand zu
bewegen.
• Der Kreislauf des Bewohners muss
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 242

soweit stabilisiert sein, dass dem


Bewohner auch bei körperlicher Aktivität
im Stehen nicht schwindelig wird.
• Der Kopf muss beweglich sein, damit
sich der Bewohner im Raum orientieren
kann.
• Der Oberkörper muss soweit beweglich
sein, dass ihn der Bewohner zur
Stabilisierung nutzen kann.
• Der mehr betroffene Arm sollte weder
hypoton ("schlaff") noch hyperton
("verkrampft") sein.
• Der Bewohner muss seine Beine und
Füße frei bewegen können.
Unverzichtbar ist auch die notwendige
Muskelkraft und die Stabilität, um das
eigene Körpergewicht tragen zu können.
• Der Bewohner darf keine übertriebene
Angst vor dem Gehen und vor etwaigen
Stürzen haben.

Kooperation mit der • In welcher Form der Bewohner beim


Therapeutin und Gehen unterstützt wird, legt die
den Angehörigen Therapeutin fest. Die ersten
Gehversuche erfolgen unter ihrer
Anleitung. Von ihren Vorgaben wird nicht
ohne vorherige Rücksprache
abgewichen.
• Wir lassen uns von der Therapeutin in
die jeweiligen Details einweisen und die
Übungen demonstrieren. Dabei
übernehmen wechselseitig die
Pflegekraft und die Therapeutin die
Rollen des Bewohners und die der
Hilfsperson.
• Wir stellen sicher, dass auch die
Angehörigen in die Grundlagen einer
angemessenen Unterstützung
eingewiesen werden, wenn diese z.B.
mit dem Bewohner spazieren gehen.

Organisation • Die Unterstützung erfolgt durch eine


Pflegekraft, zu der der Bewohner ein
Vertrauensverhältnis aufgebaut hat.
Idealerweise hat diese Pflegekraft den
Bewohner in den Tagen zuvor schon
zum Sitzen an der Bettkante und weiter
in den Stand mobilisiert.
• Wir stellen sicher, dass der Bewohner
solides Schuhwerk mit einer rutschfesten
Sohle trägt. Geeignet sind bereits
eingetragene Schuhe, da diese den Fuß
vor Blasen und vor Druckstellen
schützen. In keinem Fall sollte der
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 243

Bewohner Pantoffeln tragen. Diese


bieten keinerlei Halt und verändern
überdies das Gangbild. Ebenfalls
nachteilig sind Lauf- und Turnschuhe,
insbesondere wenn diese extra für das
Training beschafft wurden. Die flexiblen
Sohlen dämpfen die Spürinformationen.
• Wir prüfen, ob der Bewohner Orthesen
("Schienen") nutzen sollte. Damit kann
z.B. der Fuß stabilisiert werden.
Allerdings können diese Hilfsmittel auch
den Bewegungsablauf stören.
• Wir prüfen, ob der Bewohner eine
Gehhilfe verwenden sollte. Völlig
ungeeignet sind i.d.R. Drei- und
Vierpunktstöcke, da diese nur dann Halt
bieten, wenn sich der Bewohner stark in
ihre Richtung lehnt. Ein Gehstock
hingegen kann die Ängste vor einem
Sturz lindern und gute Dienste als
Balancehilfe leisten. Allerdings muss der
Bewohner in die richtige Handhabung
eingewiesen werden, damit sich auch
hier durch die einseitige Unterstützung
die Körperhaltung nicht zu stark
verändert. In keinem Fall darf der
Bewohner eine Gehhilfe insgeheim, also
ohne vorherige Zustimmung durch die
Therapeutin nutzen.
• Das Aufstehen erfolgt gemäß dem
Standard "Bobath-Konzept: Transfer aus
dem Sitzen in den Stand mit seitlicher
Unterstützung". Alternativ wird der
Standard "Bobath-Konzept: Transfer
vom Sitzen in den Stand und zurück mit
frontaler Unterstützung" genutzt.

Durchführung: • Wir ermuntern den Bewohner sich bei der Pflegekraft zu


melden, wenn ihm beim Gehen schwindelig wird. Ihm wird
dann eine kurze Pause auf einem Stuhl oder Sessel
ermöglicht.
• Wenn der Bewohner während des Gehens Angst bekommt,
brechen wir die Übung ab und begleiten ihn zurück zu einem
Stuhl. Wir ermuntern ihn, es nach einiger Zeit erneut zu
probieren. In keinem Fall wird der Bewohner wegen des
fehlenden Mutes kritisiert.
• Die Pflegekraft steht immer versetzt dicht hinter dem Bewohner
auf dessen mehr betroffenen Seite. Sie verhindert damit, dass
sich der Bewohner mit der "gesunden" Hand an ihr festhält und
seinen Oberkörper in ihre Richtung neigt.
• Handauflageflächen:
o Option 1: Die Pflegekraft umgreift mit beiden Händen
das Becken des Bewohners.
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• Option 2: Die Pflegekraft umfasst mit einer Hand den mehr


betroffenen Oberarm und nimmt damit dem Bewohner das
Gewicht ab. Die zweite Hand liegt am Becken an der weniger
betroffenen Seite.

• Option 3: Die dem Bewohner nähere Hand umgreift den mehr


betroffenen Oberarm. Die andere Hand ergreift die mehr
betroffene Hand.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 245

• Wenn das Knie des Bewohners instabil wird, kann die


Pflegekraft mit dem eigenen Knie entsprechenden Gegendruck
ausüben.
• Der Bewohner soll nun sein Gewicht auf das mehr betroffene
Bein verlagern und mit dem weniger betroffenen Bein einen
Schritt vorwärts gehen.
• Danach wird das weniger betroffene Bein belastet, um das
mehr betroffene Bein einen Schritt nach vorne zu verlagern.
Die Pflegekraft kann diese Bewegung durch einen Schub der
auf der Hüfte aufgelegten Hand nach vorne unterstützen.
• Die Pflegekraft sollte auf die richtige Distanz zum Bewohner
achten. Ist sie zu weit entfernt, kann sie ihn bei einem sich
anbahnenden Sturz nicht stabilisieren. Ist sie dem Bewohner
zu nahe, wird der Rumpf des Bewohners durch den
Oberkörper der Pflegekraft ungewollt stabilisiert. Der Bewohner
wird dann die Fähigkeit zum Halten des Gleichgewichts nicht
wiedererlangen können.

Nachbereitung: • Wir hinterfragen stets kritisch, ob die Unterstützung noch dem


aktuellen Hilfebedarf entspricht. Im Verlauf der Rehabilitation
können sich die Reaktionen des Bewohners verändern. Es
kann dazu kommen, dass der Bewohner auf Hilfe unbewusst
mit einem gesteigerten Muskeltonus reagiert. Wir kontaktieren
dann die Therapeutin und erörtern eine Anpassung der
Maßnahme.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Leistungsnachweis
• Lagerungs- und Mobilitätsplan
• Berichtsblatt
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• Dokumentenblatt "Meldungen an den Arzt"

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Unterstützung beim Gehen"


Definition: • Gehfähige Bewohner sollten mindestens dreimal pro Tag
innerhalb der Einrichtung eine Strecke zu Fuß gehen. Dazu
zählen insbesondere die Gänge in den Speisesaal zum
Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendbrot. Auch der
Transfer ins Badezimmer sollte bevorzugt zu Fuß erfolgen.
• Soweit es der Gesundheitszustand erlaubt, sollte jeder Senior
zudem täglich einen Spaziergang machen, sodass er
insgesamt 30 bis 45 Minuten pro Tag "auf den Beinen" ist.
• Sofern die Geh- und Balancefähigkeiten des Bewohners
krankheitsbedingt eingeschränkt sind, erhält er Unterstützung
durch Pflegekräfte. Die Nutzung eines Rollstuhls sollte so lange
wie möglich vermieden werden.
• Hinweis: Die Begleitung von Senioren mit Hemiplegie ist in
einem separaten Standard beschrieben; siehe Standard
"Unterstützung von Hemiplegiepatienten beim Gehen".

Grundsätze: • Uns ist bewusst, dass die Mobilisierung ins Gehen eine
deutliche Sturzgefahr mit sich bringt. Wir werden dennoch bei
jedem Bewohner so früh wie möglich damit beginnen, da die
gesundheitlichen Risiken einer fortdauernden Immobilität um
ein Mehrfaches größer sind.
• Bei der Unterstützung beim Gehen gilt: Weniger Hilfe ist oft die
bessere Hilfe. Wer den Bewohner zu sehr unterstützt, nimmt
ihm den Anreiz zur eigenen Aktivität, verändert seine
Bewegungsmuster und fördert letztlich die Immobilität.
• Wir beschränken daher auch die Nutzung von Hilfsmitteln auf
ein Minimum, da diese langfristig dem eigenständigen Gehen
schaden.

Ziele: • Der Bewohner gewinnt die Fähigkeit zum eigenständigen


Gehen zurück.
• Der Bewohner stürzt nicht.
• Der Bewohner hat keine übertriebene Furcht vor dem Gehen.
• Das Gehen funktioniert wieder "automatisch", damit sich der
Bewohner beim Gehen auch auf andere Dinge konzentrieren
kann. Insbesondere sollte eine Ablenkung während des
Gehens nicht dazu führen, dass der Bewohner stolpert.
• Langfristig ist der Bewohner in der Lage, mühelos und flüssig
zu gehen. Es ist ihm möglich, auch größere Distanzen zu
überwinden, ohne sich körperlich zu verausgaben.
• Der Bewohner verzichtet auf unnötige Hilfsmittel wie etwa auf
einen Stock.

Vorbereitung: Voraussetzungen Wir prüfen, ob der Bewohner über die


notwendigen körperlichen und mentalen
Voraussetzungen verfügt:

• Der Bewohner muss in der Lage sein, sich


aus dem Sitzen in den Stand zu bewegen.
• Der Kreislauf des Bewohners muss soweit
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 248

stabilisiert sein, dass dem Bewohner auch


bei körperlicher Aktivität im Stehen nicht
schwindelig wird.
• Der Kopf muss beweglich sein, damit sich
der Bewohner im Raum orientieren kann.
• Der Oberkörper muss soweit beweglich
sein, dass ihn der Bewohner zur
Stabilisierung nutzen kann.
• Der Bewohner muss seine Beine und
seine Füße frei bewegen können.
Unverzichtbar sind auch die notwendige
Muskelkraft und die Stabilität, um das
eigene Körpergewicht tragen zu können.
• Der Bewohner darf keine übertriebene
Angst vor dem Gehen und vor etwaigen
Stürzen haben.

Kooperation mit • In welcher Form der Bewohner beim


der Therapeutin Gehen unterstützt wird, legt die
und mit den Therapeutin fest. Die ersten Gehversuche
Angehörigen erfolgen unter ihrer Anleitung. Von ihren
Vorgaben wird nicht ohne vorherige
Rücksprache abgewichen.
• Wir lassen uns von der Therapeutin in die
jeweiligen Details einweisen und die
Übungen demonstrieren. Dabei
übernehmen wechselseitig die Pflegekraft
und die Therapeutin die Rollen des
Bewohners und die der Hilfsperson.
• Wir stellen sicher, dass auch die
Angehörigen in die Grundlagen einer
angemessenen Unterstützung
eingewiesen werden, wenn diese z.B. mit
dem Bewohner spazieren gehen.

Organisation • Die Unterstützung erfolgt durch eine


Pflegekraft, zu der der Bewohner ein
Vertrauensverhältnis aufgebaut hat.
Idealerweise hat diese Pflegekraft den
Bewohner in den Tagen zuvor schon zum
Sitzen an der Bettkante und weiter in den
Stand mobilisiert.
• Wir stellen sicher, dass der Bewohner
solides Schuhwerk mit einer rutschfesten
Sohle trägt. Geeignet sind bereits
eingetragene Schuhe, da diese den Fuß
vor Blasen und vor Druckstellen schützen.
In keinem Fall sollte der Bewohner
Pantoffeln tragen. Diese bieten keinerlei
Halt und verändern überdies das Gangbild.
Ebenfalls nachteilig sind Lauf- und
Turnschuhe, insbesondere wenn diese
extra für das Training beschafft wurden.
Die flexiblen Sohlen dämpfen die
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 249

Spürinformationen.

Durchführung: Allgemeines • Das Tempo des Gehens bestimmt der


Bewohner und nicht die Pflegekraft.
• Wir achten darauf, dass der Bewohner
möglichst aufrecht geht. Der
Körperschwerpunkt liegt dann auf den
Füßen und nicht einige Zentimeter vor den
Füßen.
• Wir beachten die Grundsätze der
Kinästhetik, wenn wir den Bewohner
festhalten.
o Die Kontaktpunkte für die Hände
der Pflegekraft liegen stets auf den
sog. "Körpermassen", also etwa am
Becken.
o Wir unterstützen den Bewohner
(soweit möglich) nicht an den sog.
"Zwischenräumen", da dieses die
Beweglichkeit einschränken würde.
Ein Umfassen der Schultern kann
dazu führen, dass das
physiologische Schwingen der
Arme zur
Gleichgewichtsstabilisierung
behindert wird.

Die Pflegekraft • Für sehr kurze Wegstrecken, etwa vom


geht vor dem Bett auf einen Sessel, kann die
Bewohner. Unterstützung von vorne erfolgen. Die
Pflegekraft steht dafür vor dem Bewohner
und greift mit beiden Armen unter die
Achseln oder (besser!) an das Becken des
Bewohners. Die Pflegekraft geht dann
rückwärts.
• Diese Technik hat zwei Nachteile: Sie
verstärkt die Rumpfbeugung des
Bewohners. Zudem können weder die
Pflegekraft noch der Bewohner den Weg
überblicken.
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Die Pflegekraft
geht neben dem
Bewohner.

• Der Bewohner soll seine Hand in die Hand


der Pflegekraft legen. Die zweite Hand der
Pflegekraft unterstützt den Unterarm des
Bewohners; sie umgreift sein Handgelenk.
• Bei vielen Senioren ist es auch
ausreichend, einen Arm anzubieten, damit
sich der Bewohner dort einhaken kann.
• Wenn der Bewohner zu Kreislaufstörungen
neigt oder sehr schwach ist, erfolgt die
Hilfestellung durch zwei Pflegekräfte; je
eine Pflegekraft rechts und links.

Die Pflegekraft • Bei Senioren mit weitgehend sicherem


geht hinter dem Gang sowie mit einem belastbaren
Bewohner. Kreislauf erfolgt die Hilfestellung von
hinten. Die Pflegekraft steht leicht versetzt
hinter dem Bewohner. Sie greift unter die
Achseln und unterstützt damit die
aufrechte Haltung des Bewohners.
• Diese Form der Unterstützung hat jedoch
einen großen Nachteil: Wenn der
Bewohner etwa bei einer
Kreislaufschwäche oder bei einem
Stolpern nach vorne fällt, kann die
Pflegekraft den Sturz ggf. nicht verhindern.

Verhalten bei • Bei starker Unsicherheit wählt die


einem nahenden Pflegekraft eine Strecke, die "im Notfall"
Sturz viele Sitzgelegenheiten bietet.
o Wir ermuntern den Bewohner, sich
bei der Pflegekraft zu melden,
wenn ihm beim Gehen schwindelig
wird. Ihm wird dann eine kurze
Pause auf einem Stuhl oder auf
einem Sessel ermöglicht.
o Wir achten auf die typischen
Symptome eines nahenden
Kreislaufkollapses:
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• Der Bewohner klagt über Schwindel oder


über Schwäche.
• Der Bewohner berichtet, dass ihm
schummrig wird oder schwarz vor Augen.
Der Bewohner kann nur noch
verschwommen sehen.
• Die Haut des Bewohners wird blass oder
zyanotisch. Er schwitzt plötzlich sehr stark.
• Die Atmung des Bewohners verändert
sich.
o Bei einem nahenden Sturz ist es
besser, den Bewohner kontrolliert
auf den Fußboden zu transferieren.
o Wenn der Bewohner dennoch
unvermittelt zu stürzen droht,
greifen wir sofort ein:
• Es ist i.d.R. nicht sinnvoll, den stürzenden
Bewohner am Oberkörper festhalten zu
wollen.
• Die Pflegekraft geht hinter dem Bewohner
in die Hocke. Sie umfasst mit einem Arm
den Thorax des Bewohners.
• Die Pflegekraft lässt nun den Bewohner
über ihren Oberschenkel kontrolliert zu
Boden gleiten. Sie stellt sicher, dass der
Kopf des Bewohners auf ihrem
Oberschenkel zum Halten kommt und nicht
auf dem Boden aufschlägt.
• Sobald der Bewohner wieder bei Kräften
ist (und unverletzt blieb), wird er wieder in
den Stand oder in einen Rollstuhl
mobilisiert.

Nachbereitung: • Wir hinterfragen stets kritisch, ob die Unterstützung noch dem


aktuellen Hilfebedarf entspricht. Wir kontaktieren ggf. die
Therapeutin und erörtern eine Anpassung der Maßnahme.
• Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan
dokumentiert.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente: • Leistungsnachweis
• Lagerungs- und Mobilitätsplan
• Berichtsblatt
• Dokumentenblatt "Meldungen an den Arzt"

Verantwortlichkeit • Pflegefachkräfte
/ Qualifikation:
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Standard "Nutzung einer Drehscheibe"


Definition: • In der Pflege ist es häufig erforderlich, dass ein Bewohner aus
dem Bett auf einen daneben stehenden Stuhl, Toilettenstuhl
oder Rollstuhl mobilisiert wird. Die Bewegung dafür besteht
aus drei Teilen: Dem Aufstehen von der Bettkante in den
Stand, der Drehung um 90° sowie der Bewegung zurück ins
Sitzen auf den Stuhl. Die Drehung bereitet vielen Senioren
Probleme. Sie müssen dafür mehrere kleine Schritte auf der
Stelle durchführen und sich gleichzeitig um die eigene Achse
drehen.
• Eine Drehscheibe macht diese Bewegung unnötig. Sie
besteht aus zwei Scheiben mit rund 40 cm Durchmesser, die
mit einem Gelenk verbunden sind. Die Scheiben sind mit Anti-
Rutschbelägen ausgestattet, damit sich der Bewohner auf sie
stellen kann, ohne dass die Scheibe wegrutscht. Der
Bewohner steht auf der Scheibe und wird von der Pflegekraft
um die eigene Achse gedreht.
• Die meisten Produkte sind wasserresistent, können also auch
in Nasszellen genutzt werden.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt


notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Transfer aus dem Bett auf eine Sitzmöglichkeit und
zurück wird erleichtert.
• Der Bewohner fühlt sich während des Transports sicher. Er
hat keine Angst.
• Der Bewohner stürzt nicht.
• Der Transfer schont die Kräfte der Pflegekraft. Insbesondere
werden die Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens
beachtet.

Vorbereitung: Indikation • Der Bewohner ist in der Lage, einige Momente


sicher zu stehen. Insbesondere ist der Kreislauf
hinreichend stabilisiert.
• Der Bewohner hat ausreichend Kraft in den
Armen und Händen, um sich an der Pflegekraft
festzuhalten und sich so zu stabilisieren.
• Der Bewohner ist mental in der Lage, die
Maßnahme zu verstehen. Er reagiert auf die
Drehung mittels einer Scheibe nicht mit Angst.

Durchführung: • Die Pflegekraft stellt die Scheibe vor das Bett.


• Der Bewohner wird in eine Sitzposition an die Bettkante
mobilisiert. Er trägt feste Schuhe.
• Falls notwendig wird die Höhe des Bettes soweit angepasst,
dass der Bewohner mit seinen Füßen die vor ihm liegende
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Scheibe erreichen kann.


• Pflegekraft und Bewohner umfassen jeweils den Unterarm
ihres Gegenübers (sog. "Artistengriff").

• Mit einem Fuß fixiert die Pflegekraft die Scheibe. Sie


verhindert damit, dass sich die Scheibe ungewollt dreht.
Später kann sie mit diesem Fuß die Drehbewegung des
Bewohners steuern.

• Die Pflegekraft zieht den Bewohner in den Stand. Der


Bewohner soll diese Bewegung mit der Kraft seiner Arme
aktiv unterstützen.
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• Mit Hilfe der Drehscheibe wird nun die Standrichtung des


Bewohners soweit verändert, dass sein Gesäß in Richtung
der gewünschten Sitzgelegenheit weist.
• Der Bewohner wird nun vorsichtig in die Sitzposition
mobilisiert. Die Pflegekraft fixiert dabei erneut mit einem Fuß
die Scheibe.

Nachbereitung: • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des


Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Transfer von der Bettkante auf einen Stuhl unter Verwendung eines
Handtuchs"
Definition: • In der Pflege ist es häufig erforderlich, dass ein Klient aus
dem Bett auf einen danebenstehenden Stuhl, Toilettenstuhl
oder Rollstuhl mobilisiert wird. Die Bewegung dafür besteht
aus drei Teilen: Dem Aufstehen von der Bettkante in den
Stand, der Drehung sowie der Bewegung zurück ins Sitzen
auf den Stuhl.
• Insbesondere bei schweren Klienten besteht das Problem,
dass die Pflegekraft dessen Gesäß nicht umgreifen kann. Der
Klient würde der Pflegekraft beim Transfer aus den Armen
rutschen. Wir nutzen in solchen Fällen ein Handtuch als
Hilfsmittel.

Grundsätze: • Der Klient erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Transfer aus dem Bett auf eine Sitzmöglichkeit und
zurück wird erleichtert.
• Der Klient fühlt sich während des Transfers sicher. Er hat
keine Angst.
• Der Klient stürzt nicht.
• Der Transfer schont die Kräfte der Pflegekraft. Insbesondere
werden die Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens
beachtet.

Vorbereitung: Indikation • Der Bewohner ist nicht in der Lage, sich in


relevantem Maß an einem Transfer zu beteiligen.
Er verfügt insbesondere nicht über die Fähigkeit,
sich zumindest einige Sekunden im Stand zu
halten. Die Nutzung einer Drehscheibe ist daher
nicht möglich.
• Ein Patientenlifter ist nicht vorhanden.
• Die Pflegekraft sollte ausreichend Kraft haben, um
den Klienten angemessen zu unterstützen. Extrem
adipöse Klienten sollten daher ggf. von stärkeren
(männlichen) Pflegekräften bewegt werden.

Material • Wir halten ein ausreichend großes und reißfestes


Handtuch bereit.

Durchführung: • Der Klient wird an die Bettkante mobilisiert. Die Pflegekraft


legt das Handtuch unter sein Gesäß. Die Enden ragen jeweils
rechts und links hervor.
• Seine Sitzposition sollte so gewählt werden, dass er nach
dem Transfer in den Stand nur ein möglichst kurzes Stück
bewegt und gedreht werden muss, um danach in den Stuhl
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abgesenkt zu werden.
• Die Pflegekraft bewegt den Oberkörper des Klienten nach
vorne und stützt diesen mit ihrem Oberkörper ab.

• Über seine Schultern hinweg ergreift die Pflegekraft die


beiden Tuchenden.
• Die Pflegekraft richtet sich auf. Sie verlagert ihr Gewicht vom
vorderen Bein auf das hintere.
• Das Gesäß des Klienten wird vom Bett abgehoben. Er wird
durch den Oberkörper der Pflegekraft und durch das Tuch
gehalten.
• Die Pflegekraft führt eine Drehung aus, bis sich der Klient
über dem Stuhl befindet.
• Die Pflegekraft verlagert das Gewicht zurück auf das vordere
Bein. Der Klient wird auf den Stuhl abgesenkt.
• Durch eine wechselseitige Gewichtsverlagerung des Klienten
von einer Gesäßhälfte auf die andere kann die Pflegekraft das
Handtuch herausziehen. (Durch den Faltenwurf des Tuches
besteht ansonsten beim längeren Verbleib eine erhöhte
Dekubitusgefahr.)
• Die nächste geplante Pflegemaßnahme kann sich nun
anschließen.

Nachbereitung: • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des


Verhaltens des Klienten werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Klienten werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Klient wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegekräfte
Qualifikation:
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Standard "Senioren mit Unterarmgehstützen: Sturzprophylaxe und Pflege"


Definition: • Unterarmgehstützen ("UAG") werden zur Entlastung eines
geschädigten Beines eingesetzt, etwa als Folge eines operativen
Eingriffs oder nach einer Verletzung.
• Der große Vorteil von Unterarmgehstützen ist die flexible
Einsetzbarkeit. Je nach Schädigung des Beines kann dieses
vollständig oder teilweise belastet oder gänzlich entlastet werden.

Grundsätze: • Wir respektieren, wenn Bewohner eine Gehhilfe als Symbol der
Pflegebedürftigkeit ablehnen. Gleichwohl verdeutlichen wir dem
Bewohner die Sturzgefahren, wenn er auf eine notwendige Gehhilfe
verzichtet.
• Wir arbeiten eng mit der Physiotherapie zusammen. Die
Gangschulung und die exakte Einstellung der Unterarmgehstützen
fallen ausschließlich in deren Kompetenzbereich.
• Das Wort "Krücke" weckt ggf. negative Assoziationen und sollte mit
Augenmaß genutzt werden.

Ziele: • Die unteren Extremitäten werden entlastet.


• Der Bewohner stürzt nicht.
• Der Bewohner kann sich selbständig fortbewegen und führt ein
möglichst eigenständiges Leben.
• Die vorhandenen Ressourcen des Bewohners werden genutzt.

Vorbereitung: Organisation • Viele Operationen sind planbar. Wenn


absehbar ist, dass der Bewohner nach dem
Eingriff auf Gehstützen angewiesen ist,
sollte das Training bereits vor der
Operation beginnen.
• Ein normales Gehen, das ohne
therapeutische Indikation mit
Unterarmgehstützen unterstützt wird, ist
nicht sinnvoll. Hierbei kommt es zu einer
unphysiologischen Gewichtsverlagerung
über die Stützen. Wenn das Gangbild
unsicher ist, sind zwei Gehstöcke zumeist
die bessere Alternative.
• Das Gleiche gilt, wenn der Bewohner
lediglich eine Unterarmgehstütze nutzen
will.
• Wir raten dem Bewohner dazu, einen
Gehstock im Fachgeschäft zu kaufen. Ein
Gehstock etwa aus dem Tabakgeschäft ist
nicht fachgerecht angepasst.

Informationssammlung • Wir prüfen, ob der Bewohner körperlich in


der Lage ist, Unterarmgehstützen zu
nutzen. Dieses ist zumeist nicht der Fall
bei:
o Gleichgewichtsstörungen
o Koordinationsstörungen
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 258

o mangelhafte Stabilität des Rumpfes


o stark nachlassende Kraft in den
Armen
• Wir prüfen, ob der Bewohner Schmerzen
beim Gehen hat.
• Wir prüfen, ob die Gelenke des Bewohners
in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.
Dieses ist etwa bei Arthrose und
großflächigen Narben der Fall.

Anpassung der
Gehstütze (durch den
Physiotherapeut)

• Die Gehstütze wird neben dem Bewohner


auf den Boden gestellt. Der Bewohner soll
die Arme locker nach unten hängen lassen.
• Die Metallrohre werden nun ineinander
verschoben. Die Einstellung ist passend,
wenn sich der Handgriff auf Höhe des
Handgelenks befindet. Die Unterarmstütze
sollte dann 6 bis 8 cm unter dem
Ellenbogen enden. (Hinweis: Bei sehr
kleinen und sehr großen Menschen kann
diese Faustregel nicht genutzt werden. Ggf.
muss ein anderes
Unterarmgehstützenmodell gewählt
werden.)
• Wenn der Bewohner die
Unterarmgehstützen in der Hand hat, sollte
sich die Hand auf Höhe des Trochanters
befinden (Rollhügel am
Oberschenkelknochen). Nur dann ist es
dem Bewohner möglich, Druck auf die
Unterarmgehstützen auszuüben und somit
das kranke Bein zu entlasten.
• Der Physiotherapeut zeigt den
Pflegekräften, welche Arretierungsstufe für
den Bewohner die richtige ist. (Ggf. kann
eine Markierung auf der Unterarmgehstütze
angebracht werden.)
• Angesichts des vorhandenen
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Haftungsrisikos achten wir darauf, dass


grundlegende Therapieanweisungen
entweder schriftlich in die Dokumentation
eingetragen werden oder unter Zeugen
erfolgen. Dieses gilt für Physiotherapeuten
ebenso wie für Ärzte.

Belastungsgrenzen • Häufig kann und soll der Bewohner ein


des erkrankten Beines erkranktes Bein in Maßen belasten. Dieser
Wert wird zumeist in Kilogramm
angegeben.
• Um ihm ein Gefühl für die richtige
Belastung zu geben, nutzen wir eine
Personenwaage.
• Wichtig ist, dass beide Beine auf gleichem
Niveau stehen. Also sollte die Waage im
Boden versenkt sein oder das andere Bein
auf einem geeigneten Podest stehen.
• Der Bewohner wird aufgefordert, das
erkrankte Bein auf die Waage zu stellen
und vorsichtig sein Gewicht darauf zu
verlagern.
• Die Anzeige (in kg) ermöglicht dem
Bewohner nun, die Grenzen der
Belastbarkeit zu erspüren.

Durchführung: Gangart • Die angemessene Gangart wird von der


Physiotherapie ausgewählt. Sie leitet
zudem den Bewohner entsprechend an.
• Pflegekräfte sind aufgefordert, den
Bewohner im Alltag zu beobachten und
fehlerhafte Bewegungsabläufe zu
korrigieren.
• Die für den Bewohner gewählte Gangart
wird in der Pflegedokumentation vermerkt.

Dreipunktegang Der Dreipunktegang ermöglicht eine gezielte


Belastung eines geschädigten Beines. Es ist
möglich, das Bein vollständig, teilweise oder gar
nicht zu belasten. ("Dreipunktegang", weil an bis
zu drei Punkten gleichzeitig Kontakt mit dem
Boden besteht.)

• Der Bewohner setzt beide


Unterarmgehstützen vor sich auf. Das
erkrankte Bein wird nach vorne bewegt und
auf Höhe der Unterarmgehstützen
aufgesetzt. Die korrekte Belastung wurde
zuvor mit Hilfe einer Personenwaage
trainiert (siehe oben).
• Nun hebt der Bewohner das gesunde Bein
an, bewegt es vorwärts und über die
Position der Unterarmgehstützen hinaus.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 260

Dort wird das Bein abgesetzt.

Zweipunktegang Der Zweipunktegang wird auch Kreuzgang


genannt. Er entspricht dem normalen
Armpendelrhythmus beim Gehen und erfordert
eine begrenzte Belastbarkeit des kranken Beines.
Der Kreuzgang wird meist eingesetzt beim
Übergang vom Gehen mit Unterarmstützen zum
freien Gehen. ("Zweipunktegang", weil immer an
zwei Punkten Kontakt mit dem Boden besteht.)

• Die Unterarmgehstütze auf der "kranken


Seite" wird vorgesetzt. Das gesunde Bein
wird vorbewegt und auf Höhe der
Unterarmgehstütze abgesetzt.
• Die Unterarmgehstütze auf der "gesunden
Seite" wird vorgesetzt. Das kranke Bein
wird auf die Höhe der Unterarmgehstütze
nachgezogen.

Treppen herauf
steigen (ohne
Geländer)

• Der Bewohner stellt das gesunde Bein eine


Stufe nach oben.
• Beide Unterarmgehstützen werden auf die
höhere Stufe gestellt.
• Das kranke Bein wird auf die höhere Stufe
gestellt.

(Hinweis: Häufig wird empfohlen, die beiden


letzten Punkte gleichzeitig auszuführen.)
Treppen herauf • Nur eine Unterarmgehstütze wird als Stütze
steigen (mit Geländer) genutzt. Die andere wird in der gleichen
Hand mit dem Unterarmstück nach vorne
getragen.
• Der Bewohner zieht die Hand auf dem
Geländer ein kleines Stück vorwärts.
• Das gesunde Bein wird auf die nächst
höhere Stufe gestellt.
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• Das kranke Bein und die


Unterarmgehstütze werden auf die gleiche
Stufe gestellt.

Treppen herunter
steigen (ohne
Geländer)

• Beide Unterarmgehstützen werden auf die


tiefere Stufe gestellt.
• Das kranke Bein wird eine Stufe tiefer
gesetzt.
• Das gesunde Bein wird auf die tiefere Stufe
gesetzt.

(Hinweis: Häufig wird empfohlen, die beiden ersten


Punkte gleichzeitig auszuführen.)
Treppen herab steigen • Nur eine Unterarmgehstütze wird als Stütze
(mit Geländer) genutzt. Die andere wird in der gleichen
Hand mit dem Unterarmstück nach vorne
getragen.
• Der Bewohner zieht die Hand auf dem
Geländer ein kleines Stück vorwärts.
• Das kranke Bein und die
Unterarmgehstütze werden auf die nächst
tiefere Stufe gestellt.
• Das gesunde Bein wird auf die gleiche
Stufe gestellt.

Assistenz der herabsteigen


Pflegekraft beim
Treppensteigen • Beim Herabsteigen steht die Pflegekraft vor
dem Bewohner mit Blick auf den
Bewohner.
• Ein Bein steht auf der Stufe, auf die der
Bewohner hinabsteigen will, das andere
steht zwei Stufen tiefer.
• Beide Hände umgreifen die Taille des
Bewohners.
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heraufsteigen

• Die Pflegekraft steht hinter dem Bewohner.


• Ein Bein steht auf der Stufe, von der der
Bewohner aus hinaufsteigen will, das
andere steht eine Stufe tiefer.
• Beide Hände umgreifen die Taille des
Bewohners.

Nachbereitung: • Die Gummipfropfen am unteren Ende der Unterarmgehstützen


werden regelmäßig auf Verschmutzungen und Abnutzung überprüft.
Sie werden ggf. ausgewechselt.
• Die Fortschritte des Bewohners werden regelmäßig erfasst. Die
Ergebnisse fließen in die Anpassung der Pflegeplanung ein.
• Bei relevanten Beobachtungen wird ggf. der Hausarzt informiert.
Faktoren dabei sind:
o Standstabilität
o Körperhaltung
o Gangbild
o Kooperationsbereitschaft

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Therapieblatt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte


/ Qualifikation:
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Standard "Einsatz von Gehstöcken"


Definition: • Moderne Gehstöcke werden aus hochwertigen Materialien
hergestellt. Sie sind daher leicht und stabil.
• Gehstöcke unterstützen ein physiologisches Gangbild. Sie
übernehmen die Funktion eines dritten oder vierten Beines.
Der Bewohner kann das Gewicht seines Oberkörpers darauf
verlagern und damit das Standbein entlasten.
• Klassische Fritz- oder Derby-Gehstöcke weisen einen
wellenförmig gebogenen Griff auf. Hier kann es zu einer
übermäßigen Belastung im Handgelenk kommen.
• Bei einem Fischer-Gehstock ist der Handgriff verbreitert und
anatomisch gestaltet. Dieses hat den Vorteil, dass die gesamte
Handinnenfläche zum Abstützen genutzt wird.
• Ein Gehstock mit Vierfuß ist zwar deutlich schwerer, bietet
dafür aber einen besseren Halt. Ideal ist dieses Hilfsmittel für
Senioren mit unwillkürlichen Muskelanspannungen (Spastiken).

Grundsätze: • Ein Gehstock vermittelt dem Benutzer eher ein Gefühl von
Sicherheit als tatsächlichen Halt. Wenn der Stock beim Gehen
immer wieder zwischen die Beine des Bewohners gerät, ist das
Risiko oftmals größer als der Nutzen.

Ziele: • Der Bewohner stürzt nicht.


• Der Bewohner kann sich selbstständig fortbewegen und führt
ein möglichst eigenständiges Leben.
• Die vorhandenen Ressourcen des Bewohners werden genutzt.

Vorbereitung: Indikation: • Ein Gehstock ist ideal bei Senioren, die zwar
über ausreichende Kraftreserven verfügen, aber
einen eingeschränkten Gleichgewichtssinn
haben. Diese Mobilitätshilfen sind auch sinnvoll
bei Pflegebedürftigen, deren Stärke nur bei
einem Bein reduziert ist.
• Senioren mit beidseitiger Schwäche sollten
keinen Gehstock nutzen, sondern
Unterarmgehstützen, einen Gehbock oder einen
Gehwagen.

Anpassung: • Wir prüfen, ob der Bewohner einen Gehstock


überhaupt akzeptiert. Einige Senioren lehnen
dieses Hilfsmittel ab, weil es als Symbol für Alter
und für Gebrechlichkeit gilt. Andere
Pflegebedürftige hingegen hoffen darauf, dass
das Umfeld mehr Rücksicht nimmt, wenn sie gut
sichtbar einen Gehstock verwenden.
• Der Gehstock sollte in einem Fachgeschäft
gekauft werden. In diesem wird auch die
Höheneinstellung vorgenommen. Für die
Messung steht der Bewohner. Er sollte
Schuhwerk tragen, das er auch im Alltag
verwendet. Der Bewohner lässt die Hände und
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die Arme locker hängen. Der Gehstock wird nun


so eingestellt, dass der Griff auf Höhe der
Handwurzel ist. Alternativ kann als Messpunkt
der Trochanter genutzt werden.
• Wenn der Stock zu kurz ist, kommt es zu einer
einseitigen Gewichtsverlagerung. Diese führt zu
einer übermäßigen Belastung der Gelenke und
somit ggf. zu Schmerzen. Langfristig ist mit
zusätzlichen Abnutzungserscheinungen bis hin
zur Arthrose an den Gelenkflächen zu rechnen.
• Wenn der Stock zu lang ist, führt dies zur
Überbelastung der Schultermuskulatur. Der
Bewohner klagt dann über Verspannungen und
über Schmerzen im Rücken- und im
Nackenbereich.
• Holzgehstöcke können per Säge gekürzt
werden. Metallgehstöcke lassen sich mittels des
federbelasteten Druckknopfs verlängern oder
verkürzen.
• Wir prüfen, ob der Bewohner ein oder zwei
Gehstöcke erhalten sollte. Die Nutzung von zwei
Gehstöcken führt i.d.R. zu einem besseren
Gangbild. Falls der Bewohner nur einen
Gehstock nutzen möchte, sollte dieser auf der
"stärkeren" bzw. auf der gesunden Seite geführt
werden. Der Gehstock wird also gleichzeitig mit
dem geschädigten Bein auf dem Boden
aufgesetzt.

Durchführung: Allgemeines

• Während der Eingewöhnungszeit wird der


Bewohner von der Pflegekraft begleitet. Sie
steht hinter dem Bewohner. Bei Bedarf sollte ein
Beckengurt (siehe Bild) getragen werden. Die
Pflegekraft kann dann bei Bedarf den Bewohner
ergreifen und einen Sturz verhindern.
• Bei verschiedenen Krankheitsbildern ist es
sinnvoll, die Vitalwerte zu messen, bevor der
Bewohner eine Strecke zu Fuß gehen soll. Wir
befragen den Pflegebedürftigen auch, ob er
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 265

aktuell Schmerzen hat.


• Der Bewohner sollte vor jeder Aktivität festes
Schuhwerk anziehen.
• Der Bewohner sollte den Gehstock rund 15 cm
neben dem kleinen Zeh aufsetzen.

Nutzung • Wenn der Bewohner eine Treppe nutzen will,


einer sollte er den Handlauf verwenden. Den
Treppe: Gehstock hält er mit der anderen Hand.
• Es gilt der Grundsatz: "Hoch mit dem guten
Bein; runter mit dem schlechten Bein."
• Geht er die Treppe hoch, stellt er zunächst das
gesunde Bein eine Stufe höher. Es folgt dann
das schwache Bein.
• Geht er die Treppe runter, stellt er zunächst das
schwache Bein eine Stufe tiefer. Es folgt dann
das starke Bein.

Nachbereitung: • Der Gummipfropfen am unteren Ende des Gehstocks wird


regelmäßig auf Verschmutzungen und auf Abnutzung
überprüft. Er wird ggf. ausgewechselt. Ideal ist eine möglichst
weiche Gummikappe, da diese gut auf glatten Böden haftet. Im
Winter können Gehstöcke mit Eis-Spitzen oder mit
spikebewehrten Gummikappen versehen werden. Der
Bewohner kann damit auch vereiste Strecken sicher passieren.
• Alle Veränderungen der Gesundheit oder der Mobilität des
Bewohners werden dokumentiert. Bei relevanten
Beobachtungen wird ggf. der Hausarzt informiert. Faktoren
dabei sind:
o Standstabilität
o Körperhaltung
o Gangbild
o Kooperationsbereitschaft
• Wir hinterfragen stets kritisch, ob die Unterstützung noch dem
aktuellen Hilfebedarf entspricht. Wir kontaktieren ggf. die
Therapeutin und erörtern eine Anpassung der Maßnahme.

Dokumente: • Berichtsblatt
• ärztliches Verordnungsblatt
• Therapieblatt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte


/ Qualifikation:
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Standard "Transfer aus dem Sitzen in den Stand am Gehbock und zurück"
Definition: • Ein Gehbock (englisch "Walker") gewährleistet die Mobilität
von Senioren mit reduzierten Körperkräften oder mit
Koordinationsproblemen. Er ähnelt einem Rollator (englisch
"Wheel Walker"), verfügt allerdings nicht über Räder, sondern
über vier Gummistopper. Daher kann ein Gehbock - anders
als ein Rollator - auch nicht ungewollt wegrollen und dadurch
einen Sturz verursachen.
• Größter Nachteil eines Gehbocks ist, dass er einen flüssigen
Gehstil verhindert. Der Bewohner muss bei jedem Schritt den
Gehbock etwas anheben und ein Stück in Gehrichtung
versetzen. Aus diesem Grund werden Gehböcke nur zeitweise
verwendet, bis der Bewohner einen Rollator oder
Oberarmgehstützen nutzen kann.
• Ein Gehbock wird insbesondere in den ersten Wochen nach
einem operativen Eingriff oder nach einer längeren Krankheit
verwendet. Vor allem kleinere Strecken innerhalb des
Wohnbereichs lassen sich damit zurücklegen. In der
Frühphase der Rehabilitation ist jederzeit mit instabilen
Kreislaufzuständen zu rechnen. Diese treten gehäuft nach
einem Lagewechsel von einer liegenden Position in den Sitz
und von da in den Stand auf.
• Der Transfer aus dem Sitzen in den Stand am Gehwagen ist
folglich mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt


notwendig. Er wird nicht mit einem Rollstuhl versorgt, wenn er
sich mithilfe des Gehbocks fortbewegen könnte.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und mit Ärzten zusammen.
• Der Bewohner sollte am Tag immer wieder in den Stand
mobilisiert werden.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer eine gewisse
Sturzgefährdung mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht. Wir sind der Ansicht, dass die Vorteile
einer Mobilisierung das Verletzungsrisiko mehr als aufwiegen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in den Stand und zurück in das
Sitzen mobilisiert.
• Der Bewohner hat keine übertriebene oder gar lähmende
Angst vor einem Sturz.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Bewohners
werden gestärkt.
• Die Beweglichkeit des Bewohners wird gefördert.
• Die zahlreichen positiven Effekte des Stehens werden genutzt.
Der Bewohner wird wacher. Die Gefahr von Kontrakturen wird
gemindert; insbesondere die der Ausbildung eines Spitzfußes.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.

Vorbereitung: • Wir prüfen die körperlichen Ressourcen. Der Bewohner muss


für diesen Transfer sein Gleichgewicht (zumindest
eingeschränkt) halten können. Er benötigt überdies
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ausreichende Kraftreserven in den Armen und in den Beinen.

Durchführung: Transfer • Der Bewohner trägt stabiles Schuhwerk mit einer


in den rutschfesten Sohle. Nach Möglichkeit sollte
Stand zusätzlich ein Transfergurt genutzt werden. Dieser
erleichtert es der Pflegekraft, den Bewohner zu
fassen und ggf. zu stabilisieren.
• Der Bewohner wird in die Ausgangsposition
gebracht. Er sitzt auf dem Stuhl oder an der
Bettkante. Seine Füße stehen auf dem Boden.
• Die Pflegekraft steht seitlich und etwas hinter dem
Bewohner. Falls der Bewohner das Gleichgewicht
verlieren sollte, ist damit zu rechnen, dass er nach
hinten und nicht nach vorne fallen wird.
• Eine Hand des Bewohners liegt auf der Grifffläche
des Gehbocks. Die andere wird auf der
Seitenlehne des Stuhls oder des Rollstuhls oder
auf der Matratze des Bettes positioniert.

• Der Bewohner wird aufgefordert, sein Gewicht


nach vorne zu verlagern. Er soll nun sein Gesäß
von der Sitzfläche abheben. Er kann sich dafür mit
der Hand hochdrücken, die auf der Armlehne oder
auf der Matratze liegt. Er soll sich nicht mit der
anderen Hand hochziehen, die bereits den
Gehbock umfasst. Es besteht sonst die Gefahr,
dass der Gehbock kippen könnte.
• Sobald der Bewohner steht, soll er sich mit beiden
Händen am Gehbock festhalten.
• Ggf. kann der Bewohner nun einige Schritte mit
dem Gehbock gehen.

Transfer • Der Bewohner nähert sich mit dem Gehbock dem


in den Stuhl oder der Matratze, auf die er sich setzen
Sitz möchte. Sein Rücken sollte in Richtung Stuhl bzw.
in Richtung Matratze zeigen.
• Er bewegt sich langsam und vorsichtig zurück, bis
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die Rückseiten seiner Beine den Stuhl bzw. die


Matratze berühren.
• Der Bewohner soll sich jetzt etwas nach vorne
beugen. Er löst beide Hände vom Gehbock. Er
setzt beide Hände auf den Seitenlehnen des Stuhls
oder auf der Matratze des Bettes auf.
• Wenn er nun die Knie vorsichtig beugt, kommt er in
eine sitzende Position.

Nachbereitung: • Wenn der Bewohner diesen Bewegungsablauf sicher


beherrscht, kann er später ganz ähnlich mit einem Rollator
genutzt werden.
• Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des
Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.
• Sobald möglich sollte der Bewohner mit Unterstützung einige
Schritte gehen.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • alle Mitarbeiter


Qualifikation:
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Standard "Nutzung eines Rollators"


Definition: • Ein Rollator (oder "Gehwagen") unterstützt
bewegungseingeschränkte Bewohner beim Gehen, etwa im
Wohnbereich, beim Einkaufen oder beim Spazieren im Freien.
• Ein Rollator besteht aus einem Rahmengestell mit zwei
Handgriffen, an denen sich der Betroffene festhalten kann.
Durch die vier Räder kann der Rollator geschoben werden. Mit
je einer Bremse an beiden Handgriffen kann der Rollator
gestoppt werden.
• Viele Modelle verfügen darüber hinaus über einen Korb, in
dem z.B. kleinere Einkäufe transportiert werden. Zusätzlich ist
oftmals eine Sitzfläche angebracht, die der Bewohner nutzen
kann, wenn die Kräfte nachlassen.
• In unserer Einrichtung gibt es neben den vierrädrigen
Rollatoren auch sog. "Deltaräder". Diese haben lediglich drei
Räder und sind leichter zu steuern. Allerdings können
Deltaräder leichter umkippen als vierrädrige Modelle.

Grundsätze: • Wir stehen der Nutzung eines Rollators positiv gegenüber. Er


verbessert die Lebensqualität des Bewohners. Zudem erhöht
ein Rollator die Mobilität des Bewohners und reduziert
gleichzeitig das Risiko eines Sturzes.
• Ein privat beschaffter Rollator ist für viele Senioren immer auch
ein Statussymbol; dieses insbesondere bei teureren Modellen.
Entsprechend vorsichtig gehen wir mit diesen Geräten um.

Ziele: • Der Bewohner ist in der Lage, sich eigenständig innerhalb und
außerhalb der Einrichtung zu bewegen.
• Ein Sturz wird vermieden.
• Es ist immer sichergestellt, dass der Rollator funktionsfähig ist.
• Die physischen Ressourcen des Bewohners werden weder
über- noch unterfordert.

Vorbereitung: Indikation • Für die Benutzung eines Rollators muss der


Bewohner über verschiedene Ressourcen
verfügen. Eine sorgfältige Prüfung ist
insbesondere erforderlich, wenn der Bewohner
erstmals einen Rollator benutzt.
• Der Bewohner muss über ausreichende
Kraftreserven verfügen, um den Körper in der
Vertikalen zu halten.
• Der Bewohner sollte eine ausreichende
Körperkontrolle, also vor allem
"Gangsicherheit", besitzen.
• Die Sehkraft und das Hörvermögen des
Bewohners sollten ausreichend sein, um sich
innerhalb oder außerhalb der Einrichtung zu
bewegen. Wir legen besonderen Wert auf die
Fähigkeit, sich ggf. im Straßenverkehr zu
bewegen.
• Wir prüfen, ob der Bewohner in der Lage ist,
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sich auf die Sitzfläche des Rollators zu setzen.


Viele Senioren haben Probleme, beim
Absinken auf die Sitzfläche und später beim
Aufstehen das Gleichgewicht zu halten.
• Wir beachten, dass ein Rollator den
Mobilitätsradius von dementiell erkrankten
Senioren steigert. Wir prüfen, ob der
Bewohner Weglauftendenzen zeigt. Wir
passen ggf. unsere Sicherungsmaßnahmen
an.
• Für viele Betroffene sind die ersten Tage mit
einem Rollator sehr euphorisierend, da sich
nach Wochen der Immobilität schlagartig der
Aktionsradius vergrößert. Es ist dann auch die
Aufgabe der Pflegekräfte, übermotivierte
Senioren zu bremsen.

Organisation • Wir stellen sicher,


dass das
ausliefernde
Sanitätshaus den
Bewohner
ausreichend in die
Bedienung
einweist. (Problem:
Immer mehr
Rollatoren werden
beim Discounter
oder über das
Internet beschafft.)
• Wir stellen sicher,
dass die
Betriebsanleitung
so abgelegt wird,
dass wir sie ggf.
schnell finden
können.
• Wir prüfen, ob der Rollator funktionsfähig ist.
Neben dem Zustand der Bereifung ist
insbesondere die korrekte Einstellung der
Handbremsen sehr wichtig. Kleinere
Korrekturen kann ggf. unser Hausmeister
durchführen. Bei komplexen Reparaturen wird
der Hersteller bzw. das ausliefernde
Sanitätshaus kontaktiert.
• Die Höhe der Griffe des Rollators müssen
folgendermaßen eingestellt werden: Die
Ellenbogen des Bewohners sollten leicht
angewinkelt sein, ca. 20 Grad, dann sollten
sich die Oberkanten der Griffe etwa 2 bis 3 cm
höher als die Hohlhand befinden. Die Griffe
müssen auf jeden Fall unterhalb des
Handgelenkes sein. Vorteilhaft ist es ebenfalls
sie etwas nach außen zu stellen.
• Vor jeder Benutzung werden die Schiebegriffe
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und die Rahmenverriegelungsteile überprüft.


Wir stellen sicher, dass der Zustand und der
Luftdruck der Reifen stimmen (bei Modellen
mit luftbereiften Rädern). Die einwandfreie
Funktion der Bremsen wird kontrolliert. Die
Pflegekraft prüft die Gehhilfe auf
offensichtliche Beschädigungen.
• Einmal im Monat werden alle beweglichen
Teile gesäubert und evtl. leicht eingeölt. Die
Kugellager der Räder sind beidseitig
verkapselt und brauchen i.d.R. nicht
geschmiert zu werden. Wir prüfen zudem alle
Schraubverbindungen auf festen Sitz.

Durchführung: Nutzung der • Die Sitzfläche ist dafür konzipiert, einen


Sitzfläche Bewohner aufzunehmen, wenn dessen Kräfte
nachlassen und keine andere Sitzmöglichkeit
verfügbar ist. In keinem Fall wird ein Rollator
als "Ersatz-Rollstuhl" genutzt.
• Der Bewohner soll zuerst die Feststellbremsen
betätigen, damit der Rollator nicht wegrollen
kann. Dann kann sich der Bewohner mit dem
Rücken zur Fahrtrichtung auf den Sitz setzen.
Er sitzt folglich "rückwärts".
• Der Sitz eines Rollators ist vergleichsweise
unbequem. Überdies steigt aufgrund der
ungünstigen Druckverteilung das Dekubitus-
Risiko.

Überwinden • Beim Überfahren von Hindernissen wie etwa


von Rampen, Stufen o.Ä. muss der Bewohner sehr
Hindernissen vorsichtig sein. Ggf. soll er sich von einer
Pflegekraft helfen lassen.
• Wir erläutern dem Bewohner, dass er
Hindernisse wie etwa Bordsteine oder
Zugübergänge vermeiden sollte. Alternativ soll
er umstehende Passanten um Hilfe bitten.
• Wenn der Bewohner eine Türschwelle
überwinden muss, sollte er schräg an die
Schwelle heranfahren. Er kann nun die
Vorderräder "einzeln" über die Schwelle
heben.
• Wenn eine Bordsteinkante überquert werden
soll, fährt der Bewohner an die Bordsteinkante
heran und betätigt dann die Handbremsen. Er
kann nun den Rollator ohne großen
Kraftaufwand über die hinteren Räder kippen
und dann die vorderen Räder auf Höhe der
Kante anheben. Nun löst der Bewohner die
Bremsen und schiebt den leicht gekippten
Rollator vollständig an die Kante des
Bordsteins heran. Er kann dann auch mit den
hinteren Rädern das Hindernis überwinden. In
keinem Fall sollte der Bewohner einen
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Bordstein überwinden, indem er rückwärts


geht und den Rollator über die Kante zieht.

sichere • Der Rollator darf nicht als Tritthocker oder als


Nutzung Transportmittel für schwere Lasten verwendet
werden.
• Der Bewohner darf den Rollator nur auf
ebenem und horizontalem Untergrund
verwenden.
• Das Zusammen- bzw. das Auseinanderfalten
sollte eine Pflegekraft oder ein Angehöriger
übernehmen. Es besteht das Risiko, dass sich
der Bewohner die Finger oder andere
Körperteile einklemmt.
• Der Bewohner soll extreme
Körperbewegungen vermeiden. Er soll sich
also nicht nach vorne, nach hinten oder zur
Seite über den Rollator hinaus beugen.

Reinigung und • Zur Reinigung der Rahmenteile nutzen wir


Desinfektion warmes Wasser mit etwas Seifenlösung.
Alternativ kann ein handelsübliches
Reinigungsmittel verwendet werden.
• Die Kunststoffteile säubern wir mit
handelsüblichen Kunststoffpflegemitteln.
• Die Räder werden mit einer feuchten Bürste
mit Kunststoffborsten gereinigt. Es wird keine
Drahtbürste verwendet.
• Wenn der Rollator einem anderen Bewohner
zugewiesen wird, erfolgt zuvor eine
Desinfektion. Die Handgriffe sowie die
Sitzfläche werden dafür mit einem
handelsüblichen Flächendesinfektionsmittel
behandelt.
• Die Rahmenteile können mit einem feuchten
Tuch abgewischt werden. Bei stärkeren
Verunreinigungen nutzen wir ein mildes
Reinigungsmittel.

Nachbereitung: • Die Pflegeplanung wird regelmäßig angepasst. Wir


berücksichtigen dabei die zahlreichen Ressourcen, die sich
aus der verbesserten Mobilität ergeben. Wir achten aber auch
auf die Gefahren, wie etwa das erhöhte Sturz- und Unfallrisiko.

Dokumente: • Pflegeplanung.
• Betriebsanleitung des Rollators.

Verantwortlichkeit / • alle Mitarbeiter


Qualifikation:
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Pflegestandard "Sicherer Umgang mit Patientenliftern"


Definition: • Patientenlifter machen es möglich, auch solche Bewohner zu
transferieren, die nicht "per Hand" gehoben und getragen
werden können. Die Nutzung eines Patientenlifters ist
insbesondere Teil unseres Konzepts zum rückenschonenden
Arbeiten.

• Verschiedene Faktoren und Krankheitsbilder machen die


Nutzung eines Patientenlifters sinnvoll:
o Der Bewohner leidet unter Bewegungseinschränkungen.
Ein konventioneller Transport ist zu schmerzhaft.
o Der Bewohner ist deutlich übergewichtig. Ein Transfer
würde die Kräfte selbst von zwei Pflegekräften
überfordern.
o Es ist mit unkontrollierten Bewegungen des Bewohners
während des Transfers zu rechnen. Es besteht das
Risiko, dass der Bewohner den Pflegekräften entgleitet.
o Der Bewohner muss in der Nacht transferiert werden,
wenn keine assistierende Pflegekraft zur Verfügung
steht.

(Hinweis: Je nach Hersteller und Modell können die Abläufe im Detail


abweichen. Dies gilt auch für die Größenklassen der Gurte. Stellen Sie
sicher, dass die Vorgaben im Standard an die Bedienungsanleitung
angepasst werden.)
Grundsätze: • Auch beim Einsatz eines Patientenlifters sind die Grundsätze
der aktivierenden Pflege zu beachten. Der Bewohner soll sich
im Rahmen seiner Fähigkeiten am Transfer beteiligen.
• Die Pflegekraft ist verantwortlich für den sicheren Transfer des
Bewohners.
• Wenn ein Bewohner die Nutzung eines Lifters (etwa aus Angst
ablehnt), so wird er von zwei Pflegekräften "per Hand"
transferiert.
• Bewohner werden während des Hebevorgangs niemals aus den
Augen gelassen.
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• Der Lifter darf nur mit solchem Zubehör verwendet werden, das
vom Hersteller dafür freigegeben wurde.

Ziele: • Der Bewohner hat keine Angst während des Transfers.


• Der Bewohner wird sicher transferiert.
• Die körperliche Belastung der Pflegekräfte wird minimiert.
• Alle Vorgaben zur Wartung und zum hygienischen Arbeiten
werden erfüllt.

Vorbereitung: technische • Vor jeder Nutzung werden folgende


Prüfung Sicherheitsmaßnahmen getroffen:
• Die Pflegekraft prüft, ob der Lifter
entsprechend der Montageanleitung korrekt
montiert wurde.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der Akku
ausreichend geladen ist.
• Es wird sichergestellt, dass alle weiteren
Komponenten, wie etwa der Hebebügel
sicher montiert sind.
• Der Lifter und das Zubehör dürfen keine
Beschädigungen aufweisen. Die häufigsten
Mängel sind: Verschleiß an Nähten, dem
Stoff, Hebeschlaufen und den Bändern.
• Die Breite des Fahrgestells muss sich
präzise verstellen lassen.
• Die Notabsenkung muss problemlos
funktionieren.
• Die Hubbewegungen des Lifters müssen
problemlos ablaufen.
• Eigenständige Reparaturversuche sind zu
unterbleiben.
• Alle Mängel werden schriftlich dokumentiert
und dem Beauftragten für Medizinprodukte
gemeldet.
• Ein Lifter, der unseren
Sicherheitsansprüchen nicht genügt, wird
nicht verwendet, sondern als "defekt"
markiert. Wir kontaktieren in diesem Fall
unseren Lieferanten.

personelle • Folgende personelle Voraussetzungen


Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
• Der Lifter darf nur von Pflegekräften nicht
aber von Praktikanten ohne Aufsicht genutzt
werden.
• Die Pflegekraft muss die
Gebrauchsanweisung des Lifters und des
gesamten Zubehörs gelesen und verstanden
haben.
• Die Pflegekraft wurde von einem Mitarbeiter
des Lieferanten oder Herstellers oder von
unserem Beauftragten für Medizinprodukte
umfassend in die Bedienung eingewiesen.
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Dieses gilt insbesondere für Maßnahmen im


Notfall, etwa die Bedienung des Not-Aus-
Systems.
• Die Pflegekraft schätzt immer vor dem
Transfer ab, ob sie den Hebevorgang allein
sicher durchführen kann. Ggf. wird eine
zweite Pflegekraft als Unterstützung
herbeigerufen.

organisatorische • Die Pflegekraft wählt einen Hebegurt,


Vorbereitung dessen Größe, Material und Ausführung
zum Körperbau des Bewohners passt. Zur
Auswahl stehen folgende Größen:
o Gurtbandfarbkennung "braun",
Größenklasse XS. Für leichte
Bewohner mit weniger als 60kg
o Gurtbandfarbkennung "rot",
Größenklasse S. Für leichte
Bewohner bis 65kg
o Gurtbandfarbkennung "gelb",
Größenklasse M. Für
normalgewichtige Bewohner bis ca.
100 kg
o Gurtbandfarbkennung "grün",
Größenklasse L. Für
schwergewichtige Bewohner bis ca.
160 kg
o Gurtbandfarbkennung "blau",
Größenklasse XL. Für sehr
schwergewichtige Bewohner bis
max. 250 kg
• Wir kontrollieren stets, ob die Räder von
Rollstühlen, Betten usw. während des
Transfers blockiert sind.
• Aus hygienischen Gründen werden die
Gurte i.d.R. nur bewohnerspezifsch
verwendet.
• Der Bewohner wird über den Transport
informiert. Wir erklären ihm alle notwendigen
Schritte. Wir rechnen damit, dass der
Bewohner vor dem Transport Angst hat.
Dieses insbesondere bei dementiellen
Erkrankungen.
• Wenn der Bewohner in ein anderes Zimmer
transferiert werden soll, stellen wir sicher,
dass der Weg dorthin frei ist. Kabel,
Teppiche und andere Hindernisse werden
entfernt.

Durchführung: Anlegen des • Die Pflegekraft platziert den Hebegurt hinter


Hebegurtes im dem Rücken des Bewohners.
Sitzen • Die Pflegekraft bewegt nun mit der
Handfläche den Hebegurt nach unten, bis
das Steißbein des Bewohners und die
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Unterkante des Hebegurtes auf einer Höhe


sind. Um dieses zu erleichtern, sollte sich
der Bewohner leicht nach vorne beugen.
• Nun zieht die Pflegekraft die Beinstützen
nach vorne. Diese liegen dann an der
Außenseite des Oberschenkels an.
• Mit der Handfläche führt die Pflegekraft die
Beinstützen nach unten. Beim folgenden
Ziehen des Stoffes nach vorne achtet die
Pflegekraft darauf, dass sich keine Falten
bilden.
• Unter jedem Oberschenkel sollte nun eine
Beinstütze platziert sein.
• Die Hebeschlaufen werden überkreuzt
eingehakt. Dazu wird eine
Beinstützenhebeschlaufe durch die andere
geführt.
• Dann kontrolliert die Pflegekraft, ob alle
Hebeschlaufen gleich lang sind, sich also
gleich weit hochziehen lassen.
• Nun werden die oberen Hebeschlaufen und
danach die Beinstützenhebeschlaufen am
Hebebügel fixiert.
• Der Bewohner wird per Lifter ein Stück
angehoben.
• Ggf. muss der Kopf von einer zweiten
Pflegekraft gestützt werden.
• Die Pflegekraft kontrolliert nun, ob alle Gurte
an der richtigen Position sind.
• Danach wird der Bewohner weiter nach
oben gefahren, bis er die notwendige Höhe
erreicht hat.
• Der Bewohner wird nun in Richtung Stuhl
gerollt.
• Der Bewohner wird mit dem Lifter niemals
höher angehoben, als es für den Transfer
notwendig ist.
• Der Bewohner wird so gedreht, dass er in
Fahrtrichtung blickt.
• Bei längeren Transfers stellen wir sicher,
dass der Bewohner vor Auskühlung
geschützt ist. Es ist auch wichtig, die
Intimsphäre des Bewohners durch
ausreichende Bekleidung zu wahren.
• Sobald der Bewohner über dem Stuhl
angekommen ist, wird er dort vorsichtig
herabgelassen.
• Wenn der Bewohner im Stuhl sitzt, werden
die Gurte entfernt. Der Bewohner soll sein
Gewicht auf eine Seite verlagern und den
gegenüberliegenden Oberschenkel
anheben. Der Gurt kann nun in Richtung
Gesäß verschoben werden.
• Der Bewohner soll sich jetzt etwas nach
vorne beugen. Die Pflegekraft kann dann
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den Gurt hinter dem Rücken des Bewohners


vollständig entfernen.

Anlegen des • Der Bewohner wird so gedreht, dass sein


Hebegurtes im Gesicht zur durchführenden Pflegekraft
Liegen zeigt.
• Die Pflegekraft führt die Außenkante des
Hebegurts möglichst weit unter den
Bewohner. Die Unterkante des Hebegurts
sollte sich schließlich mit dem Steißbein auf
einer Höhe befinden.
• Die Pflegekraft faltet den Stoff des
Hebegurts längs zusammen.
• Sobald sich der Bewohner auf den Rücken
legt, sollte das Längsband in der Mitte des
Hebegurts entlang der Wirbelsäule
verlaufen.
• Die Pflegekraft zieht den Hebegurt auf der
anderen Seite des Bewohners langsam
hindurch.
• Das Kopfteil des Bettes wird in eine
möglichst senkrechte Stellung gebracht.
• Die Pflegekraft führt die Beinstützen unter
den Oberschenkel. Um dieses zu
erleichtern, winkelt der Bewohner das Knie
leicht an.
• Das weitere Vorgehen entspricht dem Punkt
"Anlegen des Hebegurtes im Sitzen".

Transfer auf die • Noch während der Bewohner im Lifter


Toilette schwebt, zieht die Pflegekraft diesem die
Hose so weit wie möglich herunter.
• Der Bewohner wird nun auf die Toilette
abgesenkt.
• Die Pflegekraft schiebt die Beinstützen zur
Seite und zieht die Hose weiter herunter.

Transfer von der • Die Pflegekraft zieht die Hose so weit es


Toilette geht hoch.
• Die Beinstützen werden so angelegt, dass
sich diese unter den Oberschenkeln, aber
auf der Außenseite der Hosenbeine
befinden. Die Arme des Bewohners
verbleiben außerhalb des Hebegurts.
• Die Pflegekraft fixiert sämtliche
Hebeschlaufen und hebt den Bewohner an.
• Jetzt kann die Hose endgültig hochgezogen
werden. Ggf. kann der Bewohner vorher mit
Inkontinenzmaterial versorgt werden.

Bewegen des • Ein Lifter darf nur auf festem und ebenem
Lifters Boden verwendet werden. Dieser darf nicht
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 278

von Steinen, Erde, Geröll usw. verschmutzt


sein.
• Der Lifter ist nicht für längere
Transportstrecken, Gefälle und Steigungen
geeignet. Wir nutzen dafür einen Rollstuhl.
• Nach Möglichkeit sollte der Lifter gezogen
und nicht geschoben werden.
• Beim Durchfahren von Engstellen wie etwa
einem Türrahmen ist besondere
Aufmerksamkeit notwendig.
• Es dürfen keine abrupten Fahr- bzw.
Schiebemanöver vorgenommen werden.
• Vor jeder Inbetriebnahme und nach jedem
Standortwechsel sind beide Bremsen
sorgfältig festzustellen.

Nachbereitung: Aufladen des • Die Akkus unserer Lifter müssen regelmäßig


Akkusatzes geladen werden. Dieses geschieht
üblicherweise über Nacht.
• Für das Laden nutzen wir ausschließlich die
separaten Ladegeräte, die in den
Stationszimmern der Wohnbereiche
bereitgehalten werden.
• Die Akkus dürfen nur in trockener
Umgebung geladen werden. Feuchträume
sind dafür nicht zugelassen.
• Selbst nach intensiver Nutzung ist ein Akku
nach maximal 12 Stunden wieder vollständig
aufgeladen.

Pflege des Lifters • Für die Reinigung verwenden wir keine


scharfen Putzmittel. Zulässig sind alle
milden Haushaltsreiniger ohne Salmiak und
Scheuermittel.
• Es ist ausreichend, den Lifter mit einem
Tuch zu reinigen.
• Die Reifen werden regelmäßig von Haaren,
Staub und Flusen gesäubert.
• Elektrische Antriebe und Handschalter sind
vor Nässe zu schützen.
• Mechanische Reinigung, Hochdruck- oder
Strahlreinigen mit Dampf oder Wasser sind
zu unterlassen.
• Wenn der Lifter auch für andere Bewohner
genutzt wird, werden alle Teile, mit denen
der Bewohner Kontakt hatte, desinfiziert.
• Zu Desinfektion des Lifters verwenden wir
nur solche Produkte, die vom Hersteller
dafür freigegeben sind.

Pflege der Gurte • Die Tragegurte können in der


Waschmaschine bei 60°C gewaschen und
bei geringer Wärme getrocknet werden.
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• Der Gurt wird alle zwei Jahre


ausgewechselt; dieses unabhängig davon,
ob Mängel sichtbar sind.

weitere • Alle Lifter werden mindestens einmal jährlich


Maßnahmen einer sicherheitstechnischen Kontrolle
unterzogen. Diese Kontrolle wird vom
autorisierten Servicepersonal durchgeführt.
• Lifter werden trocken gelagert. Demente
Bewohner dürfen keinen Zugriff auf die
Geräte haben.
• Nach Abschluss von Reparaturen überzeugt
sich der Beauftragte für Medizinprodukte
von der korrekten Ausführung der
Maßnahme.

Dokumente: • Bestandsverzeichnis aller Medizinprodukte in der Einrichtung


• Betriebsanleitungen der Lifter
• Checkliste "Wartung des Medizinproduktes"
• Checkliste "Fehlermeldung eines Medizinproduktes"
• Einweisungs- und Schulungsnachweise

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte


/ Qualifikation:
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Standard "Tiefer Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette bei Hemiplegie"
Definition: • Wir nutzen diesen Standard bei allen Hemiplegiepatienten, die
aufgrund der neuronalen Schädigungen weder eigenständig
gehen noch stehen können. Sie werden daher beim Transfer
von einer Pflegekraft unterstützt.
• Der hier beschriebene Transfer hat den Vorzug, dass der
Bewohner ihn im weiteren Verlauf der Rehabilitation mehr und
mehr eigenständig durchführen kann. Letztlich ist in vielen
Fällen die Hilfe einer Pflegekraft entbehrlich.

Grundsätze: • Bei der Ausscheidung auf Hilfe angewiesen zu sein, ist für die
meisten Menschen höchst unangenehm. Wir stellen uns stets
darauf ein, dass diese Emotionen sich in Ablehnung gegen die
Pflegekräfte kanalisieren können.
• Wir erwarten von unseren Pflegekräften ein einfühlsames und
diskretes Verhalten.
• Wir beachten den Wunsch des Bewohners nach Unterstützung
durch eine gleichgeschlechtliche Pflegekraft.
• Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.
• Wir sind uns bewusst, dass jeder Transfer ein gewisses Sturz-
und Verletzungsrisiko mit sich bringt. Wir arbeiten daher mit
besonderer Umsicht.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher auf die Toilette mobilisiert. Unfälle,
insbesondere Stürze, werden vermieden.
• Der Bewohner hat keine übertriebene oder gar lähmende
Angst vor einem Sturz.
• Die Intimsphäre des Bewohners im besonders sensiblen
Bereich der Darm- und Blasenentleerung wird so weit wie
möglich gewahrt.
• Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Bewohners
werden gestärkt.
• Die Pflegekraft sorgt für eine möglichst angenehme und
ungestörte Atmosphäre.
• Die Beweglichkeit des Bewohners wird gefördert.
• Die Eigenwahrnehmung des Bewohners wird verbessert.
• Die weniger betroffene Seite wird aktiviert. Die betroffene Seite
bleibt eingebunden.

Vorbereitung: • Wir prüfen, welcher Hilfebedarf sich aus den


krankheitsbedingten Einschränkungen ableitet. Uns ist dabei
bewusst, dass insbesondere bei der Blasen- und
Darmentleerung der Wunsch nach möglichst weitgehender
Unabhängigkeit besteht. Wir nutzen die zumeist hohe
Kooperationsbereitschaft, um den Bewohner im Rahmen
seiner Fähigkeiten an der Maßnahme zu beteiligen.
Gleichzeitig ist es wichtig, eine Übermotivation zu erkennen
und den Bewohner ggf. zu bremsen.
• Die hier beschriebene Maßnahme sollte immer unverändert
durchgeführt werden. Es ist wichtig, den exakten Ablauf
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 281

regelmäßig zu üben. Der Bewohner bekommt dadurch die


notwendige Sicherheit, wenn der Harndrang unvermittelt
einsetzt und die Toilette zeitnah erreicht werden soll.
• Wir achten auf sicheres Schuhwerk des Bewohners. Im
Badezimmer kann der Boden feucht und rutschig sein.
• Vor dem Badezimmer wird ein "Bitte-nicht-stören"-Schild
aufgehängt. Das Zimmer sollte nicht abgeschlossen werden,
da im Falle eines Sturzes die Hilfe durch zusätzliche
Pflegekräfte verzögert werden würde.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.

Durchführung: Transfer auf den (Hinweis: Die Bilder 1 und 2 zeigen die
geschlossenen eigenständige Durchführung des Transfers ohne
Toilettendeckel die Hilfe einer Pflegekraft.)

• Der Bewohner sitzt auf dem Rollstuhl.


Seine Füße sind auf dem Boden
aufgesetzt. Der Unterkörper ist noch
bekleidet.
• (Falls der Bewohner beim Transfer Hilfe
benötigt:) Die Pflegekraft steht seitlich und
leicht nach hinten versetzt neben dem
Rollstuhl.
• Falls vorhanden, soll sich der Bewohner an
einem Griff festhalten. Dieser sollte nicht
dazu genutzt werden, dass sich der
Bewohner daran hochzieht. Stattdessen
dient der Griff dazu, die seitliche Bewegung
in Richtung Toilette zu unterstützen und
den Körper zu stabilisieren.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 282

• Der Bewohner soll seinen Oberkörper nach


vorn bewegen und für einen Moment das
Gesäß von der Sitzfläche abheben. Nun
kann er das Gesäß auf die noch
geschlossene Toilette seitlich verschieben.
Ggf. unterstützt die Pflegekraft die
Bewegung.

Hinweise: • Möglich ist auch eine Unterstützung von


vorne. Diese kann entsprechend aus dem
Standard "Bobath-Konzept: Transfer vom
Sitzen in den Stand und zurück mit frontaler
Unterstützung" abgeleitet werden.
• Es ist auch möglich, den Bewohner auf die
bereits geöffnete Toilette zu mobilisieren.
Dieses ist ggf. im häuslichen Bereich
sinnvoll, wenn der Toilettendeckel aus
billigem Kunststoff besteht und unter dem
Gewicht des Bewohners zerbrechen
könnte.

Entkleiden des • Die Pflegekraft stellt sich direkt vor den


Bewohners Bewohner, der auf dem geschlossenen
Toilettendeckel sitzt. Die Pflegekraft stellt
sicher, dass die Beine nicht nach innen
oder nach außen rotiert sind. Ggf.
positioniert sie die Füße neu.
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 283

• Die Pflegekraft umfasst mit beiden Händen


den Rücken des Bewohners. Dieser soll mit
der weniger betroffenen Hand den Rücken
der Pflegekraft umgreifen.
• Der Bewohner wird nun unterstützt von der
Pflegekraft in den Stand mobilisiert. Mit
jeweils einer Hand kann die Pflegekraft die
Toilette öffnen und die Hose des
Bewohners rechts und links
herunterziehen. Der Bewohner wird wieder
auf der Toilette abgesetzt.
• Sofern möglich wird der Bewohner nun
allein gelassen. Die Pflegekraft stellt sicher,
dass sich das Rufsystem in Reichweite des
Bewohners befindet.
• Der Bewohner kann nun Darm und Blase
entleeren.
• Der Transfer zurück auf den Rollstuhl
erfolgt in umgekehrter Reihenfolge des
oben beschriebenen Bewegungsablaufes.

Nachbereitung: • Die Pflegekraft überprüft, ob die Kleidung mit Kot oder Harn
verschmutzt wurde.
• Der Bewohner soll sich die Hände waschen.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion
durch.
• Das Badezimmer wird gelüftet.
• Wir prüfen stets, ob der Bewohner stärker an der Durchführung
beteiligt werden kann. Die Pflegeplanung wird ggf.
entsprechend angepasst.

Dokumente: • Leistungsnachweis
• Lagerungs- und Mobilitätsplan
• Vitaldatenblatt
• Berichtsblatt
mobilisieren & lagern · pqsg-Magazin · www.PQSG.de · Seite 284

• Dokumentenblatt "Meldungen an den Arzt"

Verantwortlichkeit / • alle Pflegekräfte


Qualifikation:
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Standard: "Hemiplegie: Transfer vom Bett in den Rollstuhl über die weniger betroffene
Seite mit seitlicher Unterstützung"
Definition: • Hemiplegiepatienten sollten in der Lage sein, sich
eigenständig oder zumindest mit minimaler Hilfe vom Bett in
den Rollstuhl zu transferieren.
• Wir nutzen dafür den "Transfer über die weniger betroffene
Seite mit seitlicher Unterstützung". Ein großer Vorteil dieser
Technik ist, dass die Pflegekraft das Maß an Unterstützung
schrittweise reduzieren kann, ohne damit den
Bewegungsablauf selbst zu verändern. Zudem ist die
Sturzgefährdung vergleichsweise gering. Dieser Transfer ist
zudem eine wichtige Vorbereitung für weitere
Rehabilitationsmaßnahmen, da der Bewohner langfristig auch
wieder eigenständig stehen und gehen soll.
• Wenn der Bewohner in der Lage ist, sicher zu stehen, nutzen
wir diese Technik nicht. Wir führen dann den sog. "Transfer
über den Stand mit Schritten" durch.

Grundsätze: • Der Bewohner erhält nur so viel Hilfe wie unbedingt


notwendig.
• Wir arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher vom Bett in den Rollstuhl


transferiert.
• Das Maß an Unterstützung wird an die Fortschritte des
Bewohners angepasst.
• Der Bewohner stürzt nicht. Er hat auch keine übertriebene
Angst vor einem Sturz.
• Der Bewohner gewinnt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
zurück.
• Da der Bewohner den Rollstuhl eigenständig benutzen kann,
gewinnt er zumindest teilweise seine Mobilität zurück.

Vorbereitung: • Wir prüfen, ob die verbliebenen Bewegungsmöglichkeiten für


den Transfer ausreichen. Die Einschätzung erfolgt
gemeinsam mit den Therapeuten und dem behandelnden
Arzt.
• Der Bewohner sitzt im Rollstuhl, die Beine sind angewinkelt
und stehen auf dem Boden. Der Bewohner wird aufgefordert,
das mehr betroffene Bein vom Boden abzuheben und
auszustrecken.
• Die Beweglichkeit des mehr betroffenen Fußes wird mit der
Beweglichkeit des weniger betroffenen Fußes verglichen. Der
Bewohner muss in der Lage sein, mit dem Fuß einen Teil
seines Körpergewichts zu tragen. Dieses ist nur dann möglich,
wenn der Fuß in korrekter Position auf dem Boden aufgesetzt
werden kann.
• Wir prüfen, ob der Bewohner ein sog. "Pusher" ist, ob also
das krankhafte Bewegungsmuster "Schieben zur mehr
betroffenen Seite" einen Transfer stören könnte.
• Der Kreislauf des Bewohners sollte ausreichend stabil sein.
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• Wir prüfen, ob der Bewohner an einem Dekubitus im Bereich


der Sitzfläche leidet. Dieser darf in keinem Fall Druck
ausgesetzt werden.
• Der Rollstuhl wird neben dem Bett abgestellt. Das dem Bett
zugewandte Seitenteil wird zurückgeklappt, um den Transfer
zu erleichtern. Die Bremsen sind angezogen.
• Ggf. erhält der Bewohner einen elastischen Bauchgurt. Dieser
erleichtert es ihm, die Bauchmuskulatur anzuspannen und
damit die Körperhaltung zu korrigieren.
• Der Bewohner wird aus dem Liegen ins Sitzen mobilisiert. Wir
nutzen dafür den Standard "Hemiplegie: Setzen auf die
Bettkante über die mehr betroffene Seite bei teilaktiven
Senioren".

Durchführung:

• Die Pflegekraft setzt sich auf das Bett neben den Bewohner.
Dessen mehr betroffene Seite ist der Pflegekraft zugewandt.
• Der Bewohner sollte soweit am Bettrand sitzen, dass er mit
einem Vorbeugen des Oberkörpers das Gesäß von der
Matratze abheben kann.

• Der Fuß des Bewohners wird auf dem Boden aufgesetzt.


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• Eine Hand der Pflegekraft unterstützt das mehr betroffene


Knie des Bewohners. Die zweite Hand wird unter dem Gesäß
des Bewohners platziert.
• Der Bewohner wird nun in mehreren (idealerweise in drei)
Schritten in den Rollstuhl mobilisiert.

• Die Pflegekraft achtet darauf, dass der Bewohner den


Oberkörper vorbeugt. Sein Körpergewicht wird dann
weitgehend von den eigenen Beinen und Füßen getragen. Die
Pflegekraft unterstützt die Bewegung, indem sie das Gesäß
des Bewohners anhebt.
• Das Gesäß wird nun für kurze Zeit vom Bett abgehoben und
dabei ein kleines Stück in Richtung Rollstuhlsitzfläche
verschoben. Die Pflegekraft nutzt dafür die zweite Hand auf
dem Knie des Bewohners.
• Nach jeder Bewegung in Richtung Rollstuhl korrigiert die
Pflegekraft die Position der Füße. Die Fußspitzen müssen
sich genau unter den Knien befinden, dürfen also
insbesondere nicht nach rechts oder links verschoben sein.
• Der Bewohner kann seine weniger betroffene Hand zunächst
auf der Sitzfläche des Rollstuhls ablegen und dann auf der
Handstütze. Die Pflegekraft achtet darauf, dass sich der
Bewohner nicht mit der Hand in den Rollstuhl zieht. Die Hand
dient lediglich der räumlichen Orientierung.
• Nun wird ggf. die Position des Bewohners im Rollstuhl
korrigiert. Dafür wird der Oberkörper des Bewohners mit Hilfe
der Pflegekraft noch einmal vom Rollstuhl abgehoben. Der
Bewohner rutscht dann tiefer mit dem Gesäß auf die
Sitzfläche.
• Die Pflegekraft korrigiert die Position der Füße. Bei einem
anstehenden Transfer innerhalb der Einrichtung werden die
Füße auf den Fußstützen abgelegt.
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Nachbereitung: • Der Krafteinsatz, mit dem die Pflegekraft den Bewohner


unterstützt, wird stetig reduziert. Zuletzt greift die Pflegekraft
nur noch dann korrigierend ein, wenn der Bewohner das
Gleichgewicht zu verlieren droht.
• Langfristig soll sich der Bewohner ohne Hilfe der Pflegekraft in
den Rollstuhl bewegen.
• Die Fortschritte des Bewohners werden in der Pflegeplanung
berücksichtigt.
• Der Bewohner wird für sein Engagement gelobt.

Dokumente: • Berichtsblatt
• Leistungsnachweis
• Kommunikationsblatt mit dem Arzt
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / • Pflegefachkräfte
Qualifikation:
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Standard "Transfer aus dem Rollstuhl in ein Auto und zurück bei Hemiplegie"
Definition: • Wenn ein Bewohner Freunde besuchen will oder einen Arzt
aufsuchen muss, ist das häufig nur per Auto möglich. Für viele
Schlaganfallpatienten ist das Ein- und Aussteigen aus dem
Rollstuhl in den PKW problematisch. Wir nutzen daher das in
diesem Standard beschriebene Handling.
• Der Transfer basiert auf den gleichen Abläufen wie etwa beim
tiefen Transfer in das Bett oder in den Rollstuhl.

Grundsätze: • Die Möglichkeit, mit dem Auto größere Distanzen zu


überwinden, bedeutet persönliche Freiheit. Dieses gilt auch für
Schlaganfallpatienten, die lediglich als Beifahrer unterwegs
sein können.

Ziele: • Der Bewohner wird sicher in das Auto mobilisiert, damit er zu


seinem gewünschten Ziel gefahren werden kann.
• Ein Sturz aus dem Rollstuhl oder aus dem Autositz wird
vermieden.
• Die Gelenke, vor allem im Bereich der Beine und der Hüfte,
werden vor einer Überbeanspruchung geschützt.

Vorbereitung: • Die Autotür wird geöffnet.


• Der Rollstuhl steht neben dem Auto. Auto und Rollstuhl stehen
parallel. Der Rollstuhl ist etwas nach hinten versetzt.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass die Sitzfläche frei ist. Ein
Feuerzeug oder ein anderer Gegenstand können beim
Bewohner zu einer Druckstelle führen, wenn sich dieser darauf
setzt und aufgrund einer Polyneuropathie den Fremdkörper
nicht bemerkt.

Durchführung: Transfer (Hinweis: Der folgende Text beschreibt den Ablauf, wenn
in das der Bewohner auf den Beifahrersitz oder auf den rechten
Auto Sitz der hinteren Sitzbank mobilisiert werden soll. In diesem
Beispiel ist die rechte Körperhälfte des Bewohners mehr
betroffen. Wir prüfen, auf welcher Fahrzeugseite der
Bewohner leichter einsteigen kann. Ggf. ist es sinnvoller,
den Bewohner nicht auf den Beifahrersitz zu transferieren,
sondern auf den linken Sitz der Rückbank.)
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• Die Pflegekraft umgreift mit beiden Händen die


Flanken des Bewohners. Dieser wiederum greift mit
der weniger betroffenen Hand um den Rücken der
Pflegekraft herum.
• Die Pflegekraft stellt ihre Füße zwischen die Füße
des Bewohners. Das linke Knie des Bewohners wird
von den Knien der Pflegekraft fixiert und stabilisiert.
• Der Bewohner soll sein Körpergewicht nach vorne
verlagern und das Gesäß für einen kurzen
Augenblick von der Sitzfläche des Rollstuhls
abheben. Gleichzeitig soll sich der Bewohner ein
Stück nach vorne bewegen. Dieser Ablauf wird
wiederholt, bis der Bewohner an die Kante der
Sitzfläche mobilisiert wurde.
• Beim folgenden Abheben des Gesäßes versetzt die
Pflegekraft das Gesäß in einer seitlichen Bewegung
auf den Autositz. Der Bewohner sitzt im Auto, seine
Füße stehen aber noch auf der Straße.
• Die Pflegekraft stellt die Beine des Bewohners
nacheinander in den Fußraum des Pkw. Ggf. hilft
die Pflegekraft dem Bewohner, sich mit dem Gesäß
ganz zurück an die Rückenlehne zu setzen. Die
Pflegekraft stellt dafür ggf. selbst einen Fuß in den
Fußraum, um sich besser abstützen zu können.
• Die Pflegekraft hilft dem Bewohner beim
Anschnallen.

Transfer Der Ablauf entspricht dem umgekehrten Transfer in das


aus dem Auto:
Auto
• Die Pflegekraft stellt beide Beine des Bewohners
aus dem Auto auf die Straße. Es sollte dabei nicht
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zu einer Außenrotation und zu einer Abduktion des


mehr betroffenen Beines kommen. Dadurch könnte
das Hüftgelenk geschädigt werden.
• Die Pflegekraft umgreift mit beiden Händen die
Flanken des Bewohners. Dieser wiederum greift mit
der weniger betroffenen Hand um den Rücken der
Pflegekraft herum. Der Bewohner wird nun an die
Kante des Autositzes bewegt.
• Der Bewohner soll sein Körpergewicht nach vorne
verlagern und das Gesäß für einen kurzen
Augenblick von der Sitzfläche des Autositzes
abheben. Die Pflegekraft versetzt das Gesäß des
Bewohners seitlich auf die Sitzfläche des Rollstuhls.
Es ist wichtig, dass sich das mehr betroffene Bein
mitdreht.

Nachbereitung: • Der Hilfebedarf wird regelmäßig kritisch hinterfragt. Wir passen


unsere Unterstützung ggf. an und vermerken dieses in der
Pflegeplanung.
• Die Maßnahme wird dokumentiert.

Dokumente: • Leistungsnachweis
• Pflegeplanung

Verantwortlichkeit • alle Pflegekräfte


/ Qualifikation: • Mitarbeiter des Fahrdienstes der Tagespflege
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Standard "Pflege von Senioren mit Rollstuhl"


Definition: Rund eine Million Menschen in Deutschland sind auf einen Rollstuhl
angewiesen. Dieser ermöglicht auch schwer- und schwerstbehinderten
Personen die Teilnahme am sozialen Leben.

In unserer Einrichtung werden verschiedene Rollstuhltypen genutzt:

• Standardrollstühle sind vergleichs