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Fachbegriffe G r undwis s e n

Ler n f eld er 1– 5

je Farbstreifen
15…100 mm

Was versteht man unter ... a)

Schutzerdungs- Anschluss-
leiter stelle
nen. Bei nicht isolierten (blanken) Schutz-
erdungsleitern ist i. Allg. eine intermittie-
rende farbliche Kennzeichnung im Bereich
Erdungsleiter der Anschlussstellen ausreichend, z. B. mit
α α = 60…120°
grün-gelbem Klebeband oder mit aneinan- b)
Leiter, der ein elektrisches Betriebsmittel der liegenden, gleich breiten grünen und
oder einen Netzpunkt, z. B. den Stern- gelben Farbstreifen von je 15 ... 100 mm  Schutzerdungsleiter mit grün-gelbem
punkt eines Transformators, mit einem Breite, senkrecht oder schräg zur Längs- Farbstreifen im Bereich der Anschluss-
Erder verbindet. richtung des Leiters, s. Bild . Dabei soll- stellen
te die Breite des grün-gelben Farbstreifens a) senkrecht zur Längsrichtung des
Einteilung bei blanken Schutzerdungsleitern Leiters
Erdungsleiter (engl. earthing conductors) • mit rechteckigem Querschnitt (Schie- b) schräg zur Längsrichtung des Leiters
werden nach ihrem Bestimmungszweck nen) etwa der Leiterbreite und
wie folgt unterschieden: • mit kreisförmigem Querschnitt etwa
a) Schutzerdungsleiter (engl. protective dem 3-fachen Leiterdurchmesser Betreiben
earthing conductors)1) entsprechen. Die vorschriftsmäßige Herstellung der
Diese geerdeten Leiter dienen aus- Für die Kennzeichnung isolierter und blan- elektrischen Verbindung zwischen einem
schließlich zum Zwecke der elektri- ker Funktionserdungsleiter ist eine be- Wassersportfahrzeug und der landseiti-
schen Sicherheit (Schutzerdung), nicht stimmte Farbe in den einschlägigen Nor- gen Stromversorgungseinrichtung gehört
zu Funktionszwecken. men nicht festgelegt. Die Zweifarbenkom- zu den ordinären Aufgaben der Fahrzeug-
Elektrische Leiter in Kabel- und Lei- bination Grün-Gelb ist dafür – außer bei betreiber. Diese Personen sind i. Allg.
tungsanlagen zur ständigen Überwa- den kombinierten Schutzerdungs- und elektrotechnische Laien und bedürfen
chung sowie Erfassung (Meldung oder Funktionserdungsleitern – unzulässig. deshalb der sachkundigen Unterwei-
Abschaltung) berührungs- oder brand- sung/Belehrung für sicherheitsgerechtes
gefährlicher Fehler- bzw. Ableitströme Handeln, insbesondere bei Ankunft und
(Leckströme) gegen Erde sind eben- vor der Abfahrt des Wassersportfahr-
falls Schutzerdungsleiter. Sie werden Wassersportfahrzeug zeugs. Außerdem ist auf die Gefahr der
mitunter auch Überwachungsleiter elektrochemischen Korrosion an metalle-
(engl. control conductors) genannt, z. B. Schwimmendes Fahrzeug, das ausschließ- nen Schiffskörpern hinzuweisen, wenn
bei Verwendung in feuergefährdeten lich für Sport oder Freizeit genutzt wird, das Bordnetz in Ermangelung eines Si-
Betriebsstätten oder in schlagwetter- z. B. Schiffe, Jachten, Boote, (Motor-)Bar- cherheitstransformators nicht galvanisch
gefährdeten Kohlegruben. kassen und Hausboote2) . von der landseitigen Stromversorgung mit
b) Funktionserdungsleiter (engl. functio- geerdetem Netzpunkt getrennt werden
nal earthing conductors)1) Errichten kann. Den deutschen Textvorschlag (Bei-
Diese geerdeten Leiter dienen aus- Die Stromversorgungseinrichtungen der spiel) für ein zweckdienliches Hinweis-
schließlich zum Zwecke der Funktions- Marinas3) zum Anschluss von Wasser- schild an den Stromversorgungspunkten
erdung (früher „Betriebserdung“), z. B. sportfahrzeugen (engl. pleasure crafts) für Wassersportfahrzeuge enthält der
von Überspannungs-Schutzeinrichtun- sind nach DIN VDE 0100-709 [1] zu errich- informative Anhang B von DIN VDE 0100-
gen, Elektrozaungeräten und in Anla- ten. Dabei besteht große Übereinstim- 709 [1]. R. Müller
gen der Informationstechnik. mung mit dem Regelwerk für die elektri-
c) Kombinierter Schutzerdungs- und sche Stromversorgung von Caravan- und Literatur
[1] DIN VDE 0100-709:2010-02 Errichten von
Funktionserdungsleiter Campingplätzen nach DIN VDE 0100-708
Niederspannungsanlagen; Anforderungen für
Schutzerdungsleiter können gleichzei- [2]. Betriebsstätten, Räume und Anlagen beson-
tig Funktionserdungsleiter sein und Jede einzelne Steckdose darf nur ein derer Art; Marinas und ähnliche Bereiche.
umgekehrt, z. B. bei Gleichstrom-Rück- Wassersportfahrzeug bzw. nur ein Haus- [2] DIN VDE 0100-708:2010-02 –; –; Caravan-
leitern. In diesem Fall werden die boot versorgen. Der jeweilige Steckdosen- plätze, Campingplätze und ähnliche Berei-
che.
Erdungsleiter kombinierte Schutzer- stromkreis muss eine Überstrom- und [3] DIN EN 60 092-507 (VDE 0129-507):2001-
dungs- und Funktionserdungsleiter außerdem noch eine Fehlerstrom- 11 Elektrische Anlagen auf Schiffen; Yach-
(engl. common protective earthing and Schutzeinrichtung (RCD), IΔN ≤ 30 mA, ent- ten.
functional earthing conductors) ge- halten. Bei festem Anschluss, z. B. zur
nannt. Diese geerdeten Leiter dienen Versorgung eines Hausboots, bezieht sich 1) Schutzerdungs- und Funktionserdungslei-
sowohl der elektrischen Sicherheit diese Forderung auf den betreffenden ter werden mit Bezug auf die englische
(Schutzerdung) als auch dem Betrieb Endstromkreis. Begriffsbenennung mitunter auch nur „PE-
(Funktionserdung). Sie müssen folglich Bei der Auswahl und Errichtung der Kabel- Leiter“ bzw. „FE-Leiter“ genannt; diese
Kurzbegriffe sind jedoch nicht genormt.
die Anforderungen für Schutzerdungs- bzw. Leitungsanlage für Marinas ist zu be-
2) Hausboote (engl. house boats) sind Boote
leiter und gleichzeitig für Funktionser- rücksichtigen, dass mechanische Beschä- mit Deck, welche zur Verwendung als stän-
dungsleiter erfüllen. digungen der Kabel (Leitungen) während diger Wohnsitz konstruiert oder gestaltet
der Gezeiten oder während anderer Bewe- worden sind. Hausboote verbleiben meist
Kennzeichnung gungen von schwimmenden Bauten nicht an einer Stelle an einem Binnengewässer.
3) Marinas sind Einrichtungen zum Anlegen,
Schutzerdungsleiter sind Schutzleiter und auftreten können. Sinngemäß gilt das Festmachen und Versorgen von Wasser-
deshalb ebenso wie diese mit der Zweifar- auch für Boote, Jachten und andere sportfahrzeugen, z. B. Molen, Kais, Piers,
benkombination Grün-Gelb zu kennzeich- Wassersportfahrzeuge [3]. Pontons, Jacht- und Motorboothäfen.

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