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FÜR DIE PRAXIS Installationstechnik

Elektrische Anlagen sprüchen mitwachsen können. Dieses


setzt voraus, dass die eingesetzten Techni-
ken, z. B. Bussysteme, auch noch nach
in Wohngebäuden Jahren verfügbar sind und über entspre-
chende Schnittstellen zur Erweiterung ver-
Neuerscheinung der Norm DIN 18015 – Teile 1 und 3 fügen.
Weitere Details und die besonderen Anforde-
W. Baade, Oldenburg rungen an die Ausstattung von „Barrierefreien
Wohnungen“ können der Normenreihe DIN
Bei der Planung und Errichtung von elektrischen Anlagen in Wohnungen sind 18025 und der VDI 6008 „Barrierefreie
neben den VDE-Bestimmungen zahlreiche weitere Normen zu beachten. Dazu Lebensräume – Anforderungen an die Elektro-
und Fördertechnik“ entnommen werden.
gehören auch die Normen der Reihe DIN 18015 „Elektrische Anlagen in
Wohngebäuden“. Die Teile 1 „Planungsgrundlagen“ und 3 „Leitungsführung
und Anordnung der Betriebsmittel“ sind im September neu erschienen. Die Teil 1:
darin festgelegten Mindestanforderungen bilden die wesentliche Grundlage 2 Planungsgrundlagen
für die Ausstattung von Wohngebäuden, die unter der Überschrift komfor-
2.1 Planungsgrundlagen
tables und zukunftssicheres Wohnen geplant oder installiert werden. Die im September 2007 neu herausgegebene
Norm – als Ersatz für DIN 18015-1:2002-09 –
gilt für die Planung von elektrischen Anlagen
Planung und Errichtung dieses in Wohnungen in den meisten Fällen in Wohngebäuden sowie für die damit im Zu-
1 von Wohngebäuden noch Zukunftsmusik. sammenhang stehenden elektrischen Anla-
Dabei ist jedoch folgendes zu beachten: gen außerhalb der Gebäude. In Gebäuden mit
Bei der Planung und Errichtung von elektri- • Die Begeisterung des Technikers für die Anforderungen, die mit denen in Wohngebäu-
schen Anlagen in Wohnungen sind neben den Vielfältigkeit der Bedienungsmöglichkeiten den vergleichbar sind, ist eine sinngemäße
VDE-Bestimmungen, besonders denen aus der eingesetzten Systeme lässt sich nicht Anwendung möglich. Zu den elektrischen
der Normenreihe DIN VDE 0100, zahlreiche immer auf den Kunden und Nutzer übertra- Anlagen in Wohngebäuden zählen neben den
weitere Normen zu beachten. gen. Starkstromanlagen bis 1 kV diese Anlagen
Dazu gehören neben den allgemein gültigen, • Die technischen Systeme, Geräte und und Einrichtungen:
wie beispielsweise Betriebsmittel müssen den Nutzer unter- • Telekommunikations- und Hauskommuni-
• der DIN 18012 „Hausanschlusseinrichtun- stützen und einfach zu bedienen sein. Sie kationsanlagen und sonstige Melde- und
gen in Gebäuden“ und dürfen nicht behindern oder Angst vor Informationsverarbeitungsanlagen,
• der DIN 18014 „Fundamenterder“, möglichen Fehlbedienungen auslösen. • Empfangs- und Verteilanlagen für Radio,
insbesondere die Normen aus der Reihe DIN • Die Technik muss entsprechend den An- Fernsehen sowie interaktive Dienste,
18015 „Elektrische Anlagen in Wohngebäu-
den“. Die Normen aus dieser Reihe bestehen
aus den Teilen:
250
– Teil 1: Planungsgrundlagen,
200
– Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstat-
250
tung und 150
200
– Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der 1
160
Betriebsmittel. 100
90 125
Die Teile 1 und 3 sind im September 2007 80
Pges/kVA

70 100
IZ/A

neu erschienen. Die in der DIN 18015 festge- 60 80


legten Mindestanforderungen bilden die 50 2
wesentliche Grundlage für die Ausstattung 40 63*
von Wohnungen, die unter der Überschrift
30
• „Komfortabel Wohnen und zukunftssicher
Leben“ oder 20
• „Intelligentes Wohnen“
geplant und installiert werden. Mit solchen
Installationen wird dem zunehmenden Kom-
10
fortanspruch der Bewohner Rechnung getra- 1 2 3 4 5 6 7 8 10 15 20 30 40 50 60 80 100
gen, insbesondere aber auch ein weitgehend Anzahl der Wohnungen
selbstständiges Leben ohne fremde Hilfe im
Alter, bei Krankheiten und Behinderungen Legende:
ermöglicht. 1 mit elektrischer Warmwasserbereitung für Bade- und Duschzwecke
Während im Auto automatisch schaltende 2 ohne elektrische Warmwasserbereitung für Bade- oder Duschzwecke
Innenbeleuchtungen, fernbediente Schließ- IZ mindestens erforderliche Strombelastbarkeit
einrichtungen, elektrische Fensterheber geeignete Bemessungsströme
längst zur Serienausstattung gehören, ist Pges Leistung, die sich aus der erforderlichen Strombelastbarkeit und der Nenn-
spannungen ergibt
* Mindestabsicherung zur Sicherstellung der Selektivität bei Schmelzsicherungen
Autor
Elekroinstallateurmeister Werner Baade ➊ Bemessung von Hauptleitungen in Wohngebäuden in Abhängigkeit von der An-
ist Dozent beim bfe Oldenburg. zahl der Wohnungen

998 Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11


• Blitzschutzanlagen und Überspannungs- berücksichtigen. Der Querschnitt muss min-
schutz. destens 10 mm² bei einer Strombelastbar-
keit von mindestens 63 A betragen.
2.2 Allgemeine Die notwendigen Mess- und Steuereinrich-
Planungshinweise tungen sowie deren Anordnung sind mit dem
Im Vorfeld der Projektausführung sind die An- Versorgungsnetzbetreiber abzustimmen. Es
schlussvoraussetzungen, die Lage der Haus- sind Zählerschränke mit Türen zu verwenden,
einführungsstellen und der Anschlusseinrich- die im unteren Anschlussraum als Trennvor-
tungen unter Berücksichtigung der Techni- richtung eine selektive Überstromschutzein-
schen Anschlussbedingungen (TAB) und der richtung (SH-Schalter) vorsehen. Hiermit wird
DIN 18012 „Haus-Anschlusseinrichtungen in die geforderte Selektivität bei der Hinter-
Gebäuden“ mit dem zuständigen Netzbetrei- einanderschaltung von Schutzgeräten, die
ber abzustimmen. Hierbei sind gegebenen- den Überstromschutz und den Schutz ge-
falls weitere Anforderungen anderer Bedarfs- gen elektrischen Schlag sicherstellen, er-
träger zu berücksichtigen, wie z. B. Anforde- reicht.
rungen der Bauaufsichtbehörden. Diese neu aufgenommene Forderung wird er-
Bei der Planung der elektrischen Anlage müs- gänzt durch die Anforderung, dass Schutzein-
sen die elektromagnetische Verträglichkeit richtungen im Fehlerfall oder bei manueller
der Systeme untereinander und der Hochwas- Abschaltung nur einen kleinen Teil der elektri-
serschutz berücksichtigt werden, wobei der schen Anlage abschalten und somit ein hoher
letzte Punkt vor allem in potentiellen Über- Verfügbarkeitsgrad erreicht wird.
schwemmungsgebieten von großer Bedeu- Dieses bedeutet für die Praxis, dass der Ein-
tung ist. satz mehrerer Fehlerstrom-Schutzeinrichtun-
Erforderliche Schlitze, Aussparungen und gen (RCDs), eventuell auch selektiver Fehler-
Öffnungen für Kabel, Leitungen und andere strom-Schutzeinrichtungen in einer elektri-
Betriebsmittel, wie z. B. Antennenträger, schen Anlage unumgänglich ist.
dürfen die Standfestigkeit sowie den Brand-, In Gebäuden mit mehr als einer Wohneinheit,
Wärme- und Schallschutz des Gebäudes nicht muss der Stromverbrauch für die gemein-
in unzulässiger Weise beeinträchtigen und schaftlich genutzten Anlagen getrennt gemes-
sind deshalb bereits bei der Gebäudeplanung sen werden.
zu berücksichtigen. Öffnungen in Wänden und
Decken, die dem Brandschutz dienen, sind 2.4 Starkstromanlagen
nach dem Durchführen von Leitungen und innerhalb der Wohnungen
Kabeln so zu verschließen, dass ihre Feuer- Innerhalb der Wohnungen, möglichst in der
widerstandsdauer nicht beeinträchtigt ist, und Nähe des Belastungsschwerpunktes, ist ein
die Übertragung von Feuer und Rauch ausge- Stromkreisverteiler vorzusehen. Dieser ist
schlossen werden kann. Dieses kann z. B. entsprechend des Ausstattungsumfanges der
durch geeignete Brandschott-Systeme in der elektrischen Anlage und der Vorhaltung von
entsprechenden Feuerwiderstandsklasse er- Reserveplätzen auszuwählen.
reicht werden. In Wohnungen mit mehreren Räumen ist die-
Für die Anfertigung von Installationsplänen ser mindestens zweireihig auszuführen. Als
sind die genormten Symbole nach der Nor- Überstrom-Schutzeinrichtungen für Beleuch-
menreihe DIN EN 60617 und der DIN EN tungs- und Steckdosenstromkreise sind Lei-
61082-1 (VDE 0040-1) „Dokumente der Elek- tungsschutzschalter einzusetzen; für sonsti-
trotechnik“ zu verwenden. ge, festangeschlossene Verbrauchsmittel
In Räumen, die Wohnzwecken dienen, sind sind Schmelzsicherungen ausreichend. Bei
Kabel und Leitungen – mit Ausnahme solcher, der Wahl der Überstromschutzorgane ist
die in Rohren oder Kanälen geführt werden – deren Selektivität mit eventuell vor- bzw. nach-
grundsätzlich im oder unter Putz bzw. in den geschalteten Schutzorganen zu berücksich-
Wänden oder hinter Wandverkleidungen zu tigen.
verlegen. Nicht sichtbar verlegte Kabel, Lei- Die Drehstromzuleitung vom Zählerplatz zum
tungen und Rohrsysteme müssen innerhalb Stromkreisverteiler muss für eine Belastung
der Installationszonen nach DIN 18015-3 ge- von mindestens 63 A ausgelegt werden. Für
führt werden. Durchlauferhitzer ist eine Drehstromleitung
mit einer Belastbarkeit von 35 A, für Elektro-
2.3 Hauptstromversorgung herde eine solche mit einer Belastbarkeit von
und Hauptleitungen mindestens 20 A vorzusehen.
Mit Ausnahme des Kellergeschosses sind Für allgemein zugängliche Steckdosen mit
Hauptleitungen unter Putz bzw. in Schächten, einem Bemessungsstrom ≤ 20 A und in End-
Rohr- oder Kanalsystemen unsichtbar, in all- stromkreisen für tragbare Betriebsmittel im
gemein zugänglichen Räumen zu verlegen. Außenbereich mit einem Bemessungsstrom
Die Bemessung der Leitungsquerschnitte ≤ 32 A sind bei der Anwendung des „Schut-
muss auf Grundlage der effektiven Leistung zes durch automatische Abschaltung“ Fehler-
nach dem Diagramm aus der vorliegenden strom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem
Norm erfolgen (Bild ➊). Dabei sind die Bemessungs-Fehlerstrom IΔN ≤ 30 mA zu
Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4 verwenden. Die möglichen Ausnahmen von
und der maximal zulässige Spannungsfall zu dieser Forderung können der DIN VDE 0100-

Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11 999


FÜR DIE PRAXIS Installationstechnik

410 (VDE 0100-410):2007-06 entnommen 2.6 Telekommunikationsanlagen Ableitungen und die Erdungsanlage in das Erd-
werden. Kabel und Leitungen für Telekommunikations- reich ein.
anlagen sind wie die für Empfangs- und Der innere Blitzschutz verhindert Schäden an
2.5 Empfangs- und Verteilanlagen Verteilanlagen auswechselbar zu verlegen. den technischen Einrichtungen, die infolge
für Radio und Fernsehen Ausnahmen bestehen nur für Gebäude mit von Blitzteilströmen und Überspannungen
Empfangs- und Verteilanlagen sowie Anten- maximal zwei Wohnungen, in denen aus entstehen können.
nen sind nach den Bestimmungen der DIN EN konstruktiven Gründen kein Rohrnetz einge- Der Schutzpotentialausgleich nach DIN VDE
60728-11 (VDE 0855-1) zu errichten. Nach baut werden kann. 0100-410 und DIN VDE 0100-540 muss
diesen Bestimmungen müssen im Außen- Bei unterirdischem Anschluss des Netzbe- gemäß den Anforderungen für den Blitzschutz-
bereich montierte Antennensysteme, die treibers ist mindestens ein Rohr mit einem potentialausgleich nach DIN EN 62305-3
außerhalb der festgelegten Schutzbereiche Durchmesser von 32 mm vom Keller- bzw. (VDE 0185-305-3) erweitert werden. Die
des Gebäudes angeordnet sind, mit einer Erdgeschoss bis zum letzten zu versorgenden energie- und informationstechnischen Sys-
Antennenerdungsanlage versehen sein oder Geschoss zu verlegen. In jedem Geschoss teme werden über Blitzstrom-Ableiter mit dem
in ein vorhandenes Blitzschutzsystem einbe- sind Verteiler- oder Durchzugskästen vorzuse- Schutzpotentialausgleich über die Haupt-
zogen werden. hen. Bei einer Sternverteilung in Gebäuden erdungsschiene – bisher Hauptpotentialaus-
Notwendige Befestigungspunkte für Anten- mit bis zu acht Wohnungen dürfen ausnahms- gleich – verbunden (Bild ➋). Zur Anwendung
nenträger und mögliche Einführungen für weise durchgehende Rohre verlegt werden, kommen hier Ableiter „SPD Typ 1“ (SPD =
Antennenleitungen sollten bereits in der wenn diese Bedingungen erfüllt sind: surge protective device) für die Stromver-
Planungsphase des Gebäudes berücksichtigt • Länge max. 15 m, sorgungsanlage und „SPD Typ D1“ für die
werden. • Anzahl der Bögen max. 2 und Informationstechnik.
Für den Anschluss von eventuell benötigten • Rohrdurchmesser mindestens 25 mm. Der Überspannungsschutz schützt die elek-
Verstärkern oder sonstigen Betriebsmitteln In jeder Wohnung sollte ein Platz für einen trischen und elektronischen Endgeräte vor
zur Signalaufbereitung und -verteilung ist aktiven Wohnungsübergabepunkt mit einer Beschädigungen durch Überspannungen infol-
ein eigener Stromkreis erforderlich. Kabel Netzstromversorgung vorgesehen werden. Für ge von fernen Blitzeinschlägen und Schalt-
und Leitungen für Empfangs- und Verteilan- den Einbau der Telekommunikationsdosen handlungen und kann als zusätzlicher Schutz,
lagen müssen auswechselbar, d. h. in sind Geräte-Verbindungsdosen mit einer Tiefe unabhängig von einer Blitzschutzanlage, er-
Rohren, Kanälen oder Schächten verlegt von 60 mm zu verwenden. richtet werden. Durch Überspannungsschutz-
werden. geräte in den Verteilern für die Energietechnik
Für Empfangs- und Verteilanlagen werden 2.7 Blitzschutzanlagen und den Übergabe- und/oder Speisepunkten
grundsätzlich Stern- oder Etagensternnetze und Überspannungsschutz der informationstechnischen Systeme wird
gefordert. Zwischen dem Dach- und dem Eine Blitzschutzanlage setzt sich zusammen die auftretende Überspannung auf ein für die
Keller- bzw. dem Erdgeschoss sind mindes- aus den äußeren und inneren Blitzschutz- Endgeräte ungefährlichen Wert begrenzt und
tens zwei Leerrohre mit einem Durchmesser maßnahmen und dient dem vorbeugenden somit der Schutz sichergestellt. Im Stromver-
von 32 mm vorzusehen. Die Wohnungszu- Brand-, Personen- und Sachschutz. Die sorgungsnetz werden dafür Ableiter „SPD
leitungen sind in Rohren mit einem Mindest- Notwendigkeit einer Blitzschutzanlage kann Typ 2“ und in der Informationstechnik „SPD
durchmesser von 25 mm zu verlegen. Für sich aus landesbaurechtlichen, nutzungsbed- Typ C2“ eingesetzt.
die Montage der Antennensteckdosen sind ingten Verordnungen, einer Risikoanalyse und Für einen vollständigen Schutz der Endgeräte
60 mm tiefe Geräte-Verbindungsdosen einzu- aus Anforderungen der Sachversicherer erge- sind bei Leitungslängen größer 5 m weitere
setzen. ben. Die Planung und Ausführung der Blitz- Ableiter in unmittelbarer Nähe zum Endgerät
Die beschriebenen Anforderungen sollen schutzanlage hat nach der Normenreihe DIN erforderlich. Im Stromversorgungsnetz werden
sicherstellen, dass spätere Erweiterungen, EN 62305-x (VDE 0185-305-x) zu erfolgen. hierzu Ableiter „SPD Typ 3“ und in der Infor-
Änderungen und Ergänzungen, z. B. auf Grund Der äußere Blitzschutz schützt mit seinen mationstechnik „SPD Typ C1“ eingesetzt.
neuer Empfangstechniken, jederzeit problem- Fangeinrichtungen das Gebäude vor direkten Diese Schutzgeräte können mit entsprechen-
los möglich sind. Blitzeinschlägen und leitet diese über die den Adaptern oder Steckdosenleisten kom-

➋ Kombiableiter (SPD Typ 1 und Typ ➌ senkrechte, obere und untere waagerechte Installationszonen
2) im Vorzählerbereich Foto: Dehn

1000 Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11


Installationstechnik FÜR DIE PRAXIS

Festgelegt sind u. a. diese Maße:


• Zonen an Türen und Fenstern von 10 bis
30 cm neben den Rohbaukanten sowie
• Zonen an Wanddecken 10 bis 30 cm neben
den Rohbaukanten.
In Räumen mit schräg verlaufenden Wänden,
z. B. im Dachgeschoss, sind die genannten
Installationszonen parallel zu den Bezugskan-
ten anzuwenden.

3.4 Leitungsführung auf, unter


und in der Decke
Die Deckenleitungsführung wird erstmalig in
der Norm geregelt. Damit entfällt die Möglich-
keit, die Verlegewege auf oder unter der
➍ mittlere waagerechte Installationszone Decke frei zu wählen.
Bei der Leitungsführung auf der Rohdecke (im
Fußboden), sind die elektrischen Leitungen
und Leerrohre parallel zu den Wänden in einer
eigenen Installationszone bündig nebeneinan-
der zu führen. Bei der Planung muss die
Führung von anderen Leitungssystemen, z. B.
von Wasser- und Heizungsrohren, berück-
sichtigt werden.
Die Installationszone für elektrische Leitun-
gen hat eine maximale Breite von 30 cm und
einen Mindestwandabstand von 20 cm (Bild
➎).
Damit die Stabilität des Estrichs gewährleistet
werden kann, ist zu den Installationszonen
anderer Gewerke ein Mindestabstand von
20 cm erforderlich.
➎ Führung von elektrischen Leitungen und Kabeln auf der Decke Im Türdurchgangsbereich ist ein beidseitiger
Wandabstand von 15 cm zu berücksichtigen.
Leitungen unterhalb der Decke unter Putz,
biniert sein und begrenzen die Überspannung nächstliegenden waagerechten Installations- im Putz, in Hohlräumen oder in abgehängten
auf Werte unter 1,5 kV. zone zugelassen. Decken sind parallel zu den Raumwänden
Ist eine Nutzung der Installationszonen für mit einem Mindestabstand von 20 cm zu
andere Gewerke vorgesehen, so ist dieses führen. Die Leitungsführung in der Rohdecke
Teil 3: Leitungsführung und bereits bei der Planung zu berücksichtigen ist weiterhin frei festlegbar. Hierbei ist der
3 Betriebsmittelanordnung und mit den anderen Gewerken abzustim- Einsatz von entsprechenden Kabeln oder
men. Leitungen in Leerrohren für die Betoninstal-
Die im September 2007 neu herausgegebene Bei der Leitungsführung in Ständerwänden lation nach DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-
Norm, als Ersatz für DIN 18015-3:1999-04, sind die Installationszonen ebenfalls zu 520) zu beachten.
gilt für die Anordnung von unsichtbar verlegten beachten. Die Leitungen dürfen nicht inner-
Leitungen und Kabeln sowie von Auslässen, halb der Metallprofile verlegt werden. 3.5 Anordnung der Betriebsmittel
Schaltern und Steckdosen elektrischer Anla- Bei der Durchführung der Leitungen durch die Auslässe, Schalter und Steckdosen sind
gen. Sie gilt nicht für sichtbar verlegte Aufputz- Profile ist ein Schutz gegen mögliche möglichst innerhalb der festgelegten Instal-
Installationen, Installationskanalsysteme und Beschädigungen vorzusehen. lationszonen anzuordnen. Bei neben den
Installationen in Doppelböden. Türen montierten Schaltern sollte die Mitte
Durch Anwendung der Norm soll die Anord- 3.2 Waagerechte des obersten Schalters nicht mehr als
nung von unsichtbar verlegten Leitungen und Installationszonen 105 cm über der fertigen Fußbodenfläche
Kabeln möglichst auf bestimmte, festgelegte Die waagerechten Installationszonen haben liegen.
Installationszonen beschränkt werden, damit eine maximale Breite von 30 cm (Bilder ➌ Für Steckdosen in der unteren Installations-
Beschädigungen bei der Installation von und ➍). Es sind folgende Maße festgelegt: zone ist eine Vorzugshöhe von 30 cm zu
Fremdgewerken wie Gas-, Wasser- und • obere Zone von 15 bis 45 cm unter der wählen. In barrierefreien Wohnungen sind
Heizung sowie bei der späteren Durchführung Deckenbekleidung nach DIN 18025 und VDI 6008 zum Teil
von Montagearbeiten vermieden werden. • untere Zone von 15 bis 45 cm über dem andere Maße festgelegt, z. B. für Schalter
fertigen Fußboden und eine Höhe von 85 cm.
3.1 Leitungsführung • mittlere Zone in Räumen mit Arbeitsflä- Bei oberhalb von Arbeitsflächen angeordneten
Die Leitungsführung von den Verteilern zu den chen vor den Wänden von 100 bis 130 cm Schaltgeräten und Steckdosen sollte die
Betriebsmitteln sollte nach Möglichkeit in den über dem fertigen Fußboden. Höhe oberhalb des fertigen Fußbodens 115
festgelegten Installationszonen erfolgen. Für cm betragen. Eventuell sind hier andere
Betriebsmittel wie Auslässe, Schalter und 3.3 Senkrechte Höhen aufgrund individuell geplanter Einrich-
Steckdosen die notwendigerweise außerhalb Installationszonen tungen wie z. B. hoher Küchenarbeitsplatten
der Installationszone angebracht werden, ist Die senkrechten Installationszonen haben zu berücksichtigen.
eine senkrechte Leitungsführung aus der eine Breite von maximal 20 cm. ■

Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11 1001