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Nadine Koch

Destination-Based
Cash Flow Tax
Auswirkungen auf deutsche
Unternehmen
BestMasters
Mit „BestMasters“ zeichnet Springer die besten Masterarbeiten aus, die an renom-
mierten Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden sind.
Die mit Höchstnote ausgezeichneten Arbeiten wurden durch Gutachter zur Veröf-
fentlichung empfohlen und behandeln aktuelle Themen aus unterschiedlichen
Fachgebieten der Naturwissenschaften, Psychologie, Technik und Wirtschaftswis-
senschaften. Die Reihe wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleicherma-
ßen und soll insbesondere auch Nachwuchswissenschaftlern Orientierung geben.

Springer awards “BestMasters” to the best master’s theses which have been com-
pleted at renowned Universities in Germany, Austria, and Switzerland. The studies
received highest marks and were recommended for publication by supervisors.
They address current issues from various fields of research in natural sciences,
psychology, technology, and economics. The series addresses practitioners as well
as scientists and, in particular, offers guidance for early stage researchers.

Weitere Bände in der Reihe http://www.springer.com/series/13198


Nadine Koch

Destination-Based
Cash Flow Tax
Auswirkungen auf deutsche
­Unternehmen
Nadine Koch
Nürnberg, Deutschland

ISSN 2625-3577 ISSN 2625-3615  (electronic)


BestMasters
ISBN 978-3-658-24484-2 ISBN 978-3-658-24485-9  (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9

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Inhaltsverzeichnis

1. Ein US-Steuerreformvorschlag als Alternative zur derzeitigen


Unternehmensbesteuerung ........................................................................ 1
2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax ....................................... 5
2.1. Modellkomponenten ......................................................................... 5
2.1.1. Cash Flow Tax .................................................................... 5
2.1.2. Destination-Based ............................................................... 8
2.2. Modelleigenschaften ......................................................................... 9
2.2.1. Entscheidungsneutralität ..................................................... 9
2.2.2. Simplizität ......................................................................... 12
3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-
Based Cash Flow Tax ............................................................................... 15
3.1. Steuersystematische Einordnung einer Cash Flow Tax .................. 15
3.1.1. Indirekte versus direkte Besteuerung ................................ 15
3.1.2. Besteuerung des Einkommens .......................................... 17
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs ........................................ 20
3.2.1. Funktionalität und Besonderheit ....................................... 20
3.2.2. Ökonomische Auswirkungen einer protektionistischen
Handelspolitik ................................................................... 21
3.2.2.1. Auf Importe und Exporte .................................... 21
3.2.2.2. Auf Währungskurse ............................................ 24
3.2.3. Steuerliche Auswirkungen einer protektionistischen
Handelspolitik ................................................................... 27
3.2.3.1. Abzugsfähigkeit von Auszahlungen für Löhne ... 27
3.2.3.2. Doppelbesteuerung bei grenzüberschreitendem
Direktgeschäft ..................................................... 30
3.2.3.3. Nichtbesteuerung bei grenzüberschreitendem
Direktgeschäft ..................................................... 34
3.2.3.4. Kein Anlass zur Änderung der
steuersystematischen Einordnung ....................... 36
VI Inhaltsverzeichnis

3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 39


3.3.1. Mit Welthandelsrecht ........................................................ 39
3.3.1.1. Importbenachteiligungsverbot ............................ 39
3.3.1.2. Exportsubventionsverbot .................................... 41
3.3.2. Mit Doppelbesteuerungsabkommen .................................. 43
3.3.2.1. Sachlicher Anwendungsbereich .......................... 43
3.3.2.2. Diskriminierungsverbot ...................................... 46
3.3.3. Mit europäischem Recht ................................................... 48
3.3.3.1. Warenverkehrs- und Niederlassungsfreiheit ....... 48
3.3.3.2. Staatliches Beihilfeverbot ................................... 51
3.3.3.3. Fusions-, Mutter-Tochter- sowie Zins- und
Lizenzrichtlinie ................................................... 54
4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei
unilateraler Einführung einer Destination-Based Cash Flow Tax ....... 59
4.1. Steuerplanerische Zielsetzung ......................................................... 59
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft ............. 60
4.2.1. Laufende Besteuerung....................................................... 60
4.2.2. Aperiodischer Vorgang ..................................................... 64
4.2.3. Vorteilhaftigkeitsberechnung ............................................ 65
4.3. Finanzierungsform einer Tochterkapitalgesellschaft ...................... 68
5. Kritische Würdigung einer unilateralen Einführung der Destination-
Based Cash Flow Tax mit Grenzsteuerausgleich ................................... 71
Anhang ............................................................................................................... 75
Anhang 1: Veränderung der US-Exporte und Importe des ifo-
Simulationsmodells ................................................................ 75
Anhang 2: Herleitung eines Bemessungsgrundlagenvorteils……… ..... ..76
Anhang 3: Herleitung der Formel für den Mindestinvestitionszeitraum .. 77
Literaturverzeichnis ......................................................................................... 79
Verzeichnis der Rechtsquellen und sonstigen Quellen ................................ 101
Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Veränderung der US-Exporte und -Importe in


ausgewählten Drittländern ......................................................... 23
Tabelle 2: Wechselkursänderung................................................................ 25
Tabelle 3: Zusammenhang zwischen Lohnauszahlung, Exportsubvention
und Importbesteuerung .............................................................. 29
Tabelle 4: Steuerbelastungsvergleich bei Eigen- und
Fremdkapitalfinanzierung einer Tochterkapitalgesellschaft im
DBCFT-Land............................................................................. 69
Abkürzungsverzeichnis

a. A. anderer Ansicht
AAF American Action Forum (Diskussionspapier)
ABl. EG Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
ABl. EU Amtsblatt der Europäischen Union
Abs. Absatz
abzgl. abzüglich
A. Econ Rev. The American Economic Review (Zeitschrift)
AEUV Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen
Union
AO Abgabenordnung
Art. Artikel
AStG Außensteuergesetz
BB Betriebsberater (Zeitschrift)
BdKP Beihefte der Konjunkturpolitik – Zeitschrift für ange-
wandte Wirtschaftsforschung (Zeitschrift)
Begr. Begründer/-in
BFH Bundesfinanzhof
BGBl. Bundesgesetzblatt
BIT Bulletin for International Taxation (Zeitschrift)
BMF Bundesministerium der Finanzen
BR-Drucks. Bundesrat - Drucksachen
BStBl. Bundessteuerblatt
BT-Drucks. Bundestags - Drucksachen
X Abkürzungsverzeichnis

bzw. beziehungsweise
Can. J. Econ. The Canadian Journal of Economics (Zeitschrift)
CEPR DP Centre for Economic Policy Research Discussion
Paper (Diskussionspapier)
CESifo WP Center for Economic Studies and Ifo Institut Working
Paper (Diskussionspapier)
CFT Cash Flow Tax
Colum. J. Tax. L. Columbia Journal of Tax Law (Zeitschrift)
DB Der Betrieb (Zeitschrift)
DBA Doppelbesteuerungsabkommen
DBA D/USA Doppelbesteuerungsabkommen zwischen
Deutschland und den USA
DBCFT Destination-Based Cash Flow Tax
DBCFT-Land Land, welches die DBCFT eingeführt hat
DBW Die Betriebswirtschaft (Zeitschrift)
DG TAXUD Generaldirektion Steuern und Zollunion
d. h. das heißt
DP Diskussionspapier
DStR Deutsches Steuerrecht (Zeitschrift)
DStZ Deutsche Steuerzeitung (Zeitschrift)
DT OTA WP The Department of Treasury, Office of Tax Analysis
Working Paper (Diskussionspapier)
EBIT Earnings before Interest and Taxes
EC EP European Commission Economic Paper
(Diskussionspapier)
Econ. L. Economic Letters (Zeitschrift)
Abkürzungsverzeichnis XI

EK Eigenkapitalfinanzierung
EStG Einkommensteuergesetz
EStR Einkommensteuerrichtlinie
EU Europäische Union
EuGH Europäischer Gerichtshof
EUR Euro
Eur. Taxn. European Taxation (Zeitschrift)
EÜ Einzahlungsüberschuss
e. V. eingetragener Verein
f. folgende
ff. fortfolgende
FinArch Finanzarchiv (Zeitschrift)
FK Fremdkapitalfinanzierung
Fn. Fußnote
FR Finanz-Rundschau (Zeitschrift)
FverlV Funktionsverlagerungsverordnung
gem. gemäß
GATT Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen 1994
GewStG Gewerbesteuergesetz
GKKB Gemeinsam konsolidierte körperschaftsteuerliche
Bemessungsgrundlage
GTCJ Global Trade and Customer Journal (Zeitschrift)
Harvard L. Rev. Harvard Law Review (Zeitschrift)
HBR Harvard Business Review (Zeitschrift)
XII Abkürzungsverzeichnis

HGB Handelsgesetzbuch
Hrsg. Herausgeber(in)
IE The International Economy (Zeitschrift)
IFA International Fiscal Association
ifo Institut FB ifo Institut Forschungsbericht
ifo Institut WP ifo Institut Working Paper (Diskussionspapier)
IFSt Institut Finanzen und Steuern
i. H. in Höhe
i. H. v. in Höhe von
IIEL IB Institute of International Economic Law Issue Brief
(Diskussionspapier)
i. S. d. im Sinne des
IStR Internationales Steuerrecht (Zeitschrift)
ITax Intertax (Zeitschrift)
i. V. m. in Verbindung mit
JFB Journal für Betriebswirtschaft (Zeitschrift)
Jg. Jahrgang
JIT Journal of International Taxation (Zeitschrift)
JPE Journal of Political Economy (Zeitschrift)
JWT Journal of World Trade (Zeitschrift)
Kap. Kapitel
KStG Körperschaftsteuergesetz
lit. littera, lat. (= Buchstabe)
MA OECD-Musterabkommen
Abkürzungsverzeichnis XIII

Miami Univ. L. Rev. Miami University Law Review (Zeitschrift)


Mio. Millionen
Mowat Centre RP Mowat Centre Research Paper (Diskussionspapier)
MwStSystRL Mehrwertsteuersystemrichtlinie
NBER WP The National Bureau of Economic Research Working
Paper (Diskussionspapier)
Nr. Nummer
n. St. nach Steuern
NTJ National Tax Journal (Zeitschrift)
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung
onl. Online
Oxford Univ. CBT WP Oxford University Centre for Business Taxation
Working Paper (Diskussionspapier)
R Richtlinie
Rev. Manag. Sci. Review of Managerial Science (Zeitschrift)
Rev. of Econ. St. The Review of Economic Studies (Zeitchrift)
Rn. Randnummer
Rs. Rechtsache
S. Seite
SCM Vereinbarung über Subventionen und Ausgleichs-
maßnahmen
SolZG Solidaritätszuschlagsgesetz
StuB Unternehmensteuern- und Bilanzen (Zeitschrift)
StuW Steuer und Wirtschaft (Zeitschrift)
Tax L. Rev. Tax Law Review (Zeitschrift)
XIV Abkürzungsverzeichnis

TP -WP Taxation Papers - Working Paper


(Diskussionspapier)
u. a. und andere/ unter anderem
Ubg Die Unternehmensbesteuerung (Zeitschrift)
USA Vereinigte Staaten von Amerika
USBC United States Census Bureau
USD US-Dollar
UStG Umsatzsteuergesetz
VAT International VAT Monitor (Zeitschrift)
vgl. vergleiche
v. St. vor Steuern
WD Wirtschaftsdienst (Zeitschrift)
WiSt Wirtschaftswissenschaftliches Studium (Zeitschrift)
WSJ Wall Street Journal (Zeitung)
WTJ World Tax Journal (Zeitschrift)
z. B. zum Beispiel
ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung po-
licy brief series (Diskussionspapier)
ZEW FB Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung For-
schungsbericht
ZiLiRl Zins- und Lizenzrichtlinie
zzgl. zuzüglich
Symbolverzeichnis

‫ܣ‬ Auszahlung
‫ܣ‬ଵ Auszahlung für Kosten im Produktionsland
‫ܣ‬ଶ Auszahlung für Kosten im Bestimmungsland

‫ܣ‬௄ǡ஽ Auszahlung für die Kosten in Deutschland

‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் Auszahlung für die Kosten im Destination-Based


Cash Flow Tax – Land
‫ܣ‬௙௜௡ finanzwirtschaftliche Auszahlung

‫ܣ‬௙௜௡ǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der finanzwirtschaftlichen Auszah-


lungen in Periode t
‫ܣ‬௙௜௡ǡ௧ finanzwirtschaftliche Auszahlung in Periode t

‫ܣ‬௙௜௡ǡ௓஺ǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der finanzwirtschaftlichen Zinsaus-


zahlungen in Periode t
‫ܣ‬௥௘௔௟ realwirtschaftliche Auszahlung
‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der realwirtschaftlichen
Auszahlungen in Periode t

‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௧ ଴ realwirtschaftliche Auszahlung in Periode t=0

‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ jährlicher Abschreibungsbetrag in Deutschland


‫ܩܯܤ‬஽ Bemessungsgrundlage in Deutschland
‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி் Bemessungsgrundlage im Destination-Based
Cash Flow - Land

‫ܩܯܤ‬ோǡ௧ Bemessungsgrundlage der R-base Konzeption in


Periode t

‫ܩܯܤ‬ோାிǡ௧ Bemessungsgrundlage der R+F-base Konzeption in


Periode t
XVI Symbolverzeichnis

‫ܥ‬଴ Kapitalwert vor Steuern

‫ܥ‬଴ǡௌ Kapitalwert nach Steuern

‫ܦ‬ Deutschland
‫ܶܨܥܤܦ‬ Destination-Based Cash Flow Tax
‫ܧ‬ Einzahlung
‫ܧ‬௙௜௡ finanzwirtschaftliche Einzahlung

‫ܧ‬௙௜௡ǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der finanzwirtschaftlichen Einzah-


lungen in Periode t

‫ܧ‬௙௜௡ǡ௧ finanzwirtschaftliche Einzahlung in Periode t

‫ܧ‬௙௜௡ǡ௓ாǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der finanzwirtschaftlichen Zinsein-


zahlungen in Periode t
‫ܧ‬௥௘௔௟ realwirtschaftliche Einzahlung

‫ܧ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ Zahlungsströme der realwirtschaftlichen


Einzahlungen in Periode t

‫ܧ‬௉ǡ஽஻஼ி் Einzahlung des Preises im Destination-Based Cash


Flow – Land
݂݅݊ finanzwirtschaftlich
݅ Kalkulationszinssatz vor Steuern
݆ Zahlungsströme (j = 1,…,N)
‫ܭ‬ Kosten bzw. Aufwendungen für eine Ware
ܰ Menge der natürlichen Zahlen
ܲ Preis eines Wirtschaftsguts
Symbolverzeichnis XVII

‫ݎ‬ Bruttorendite
‫ݎ‬௦ Nettorendite
ܴ R-base Konzeption der Destination-Based Cash Flow
Tax
ܴ൅‫ܨ‬ R+F-base Konzeption der Destination-Based Cash
Flow Tax
‫݈ܽ݁ݎ‬ realwirtschaftlich
‫ݏ‬ Steuersatz
‫ݏ‬஽ Ertragssteuersatz in Deutschland (KSt, SolZ, GewSt)
‫ݏ‬஽஻஼ி் Steuersatz einer Destination-Based Cash Flow Tax
‫ீݏ‬௘௪ௌ௧ Gewerbesteuersatz in Deutschland
‫ݏ‬௄ௌ௧ Körperschaftsteuersatz in Deutschland
‫ݏ‬ௌ௢௟௓ Solidaritätszuschlag in Deutschland
ܵ‫ܤ‬஽ Steuerbelastung in Deutschland
ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் Steuerbelastung im Destination-Based Cash Flow
Tax - Land
ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் Steuerbelastung im Destination-Based Cash Flow
Tax – Land

ܵ‫ܤ‬஽ǡ௚௘௦௔௠௧ Gesamtsteuerbelastung in Deutschland

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧ Gesamtsteuerbelastung der Funktionsverlagerung


(einmaliger aperiodischer Vorgang)

ܵ‫ܤ‬௚௘௦௔௠௧ Gesamtsteuerbelastung (ohne Abmilderung einer


Doppelbelastung)
ܵ‫ܧ‬஽஻஼ி் Steuerentlastung im Destination-Based Cash Flow
Tax – Land
ܵ‫ܧ‬௚௘௦௔௠௧ nicht nutzbare steuerliche Gesamtentlastung
XVIII Symbolverzeichnis

‫ݐ‬ Periodenindex
ܶ Zeitraum/ Mindestinvestitionszeitraum
ܶܲ Gesamtwert des Transferpakets
ܼ‫ܣ‬ Zinsauszahlung
ܼ‫ܧ‬ Zinseinzahlung
1. Ein US-Steuerreformvorschlag als Alternative zur
derzeitigen Unternehmensbesteuerung
Das Leistungsbilanzdefizit der USA von rund 483 Milliarden USD1 im Jahr 2016
stellt eine Volkswirtschaft dar, die wertmäßig wesentlich höhere Importe als Ex-
porte verzeichnet. US-Präsident Donald J. Trump wirft auf Basis dieses Ergebnis-
ses den wichtigsten Handelspartnern der USA, darunter auch Deutschland,2 un-
faire Handels- und Steuerpraktiken im internationalen Wettbewerb vor.3

Als Gegenmaßnahme könnte der Steuerreformvorschlag A Better Way von Paul


Ryan über eine Destination-Based Cash Flow Tax (DBCFT) dienen.4 Der protek-
tionistische Reformvorschlag verspricht einen Anstieg der inländischen Produk-
tion und einer damit einhergehenden Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA. 5
Dieses Versprechen soll in einem Rückgang der defizitären Handelsbilanz mün-
den. Nach Becker/Englisch könnten bei multilateraler Einführung einer DBCFT
außerdem die derzeit diskutierten Probleme der Unternehmensbesteuerung hin-
sichtlich Gewinnverschiebungen und steuerinduzierten Standortverlegungen bei-
nahe vollständig beseitigt werden.6

Der Steuerreformvorschlag einer DBCFT sieht jedoch nur eine unilaterale Umset-
zung in den USA vor. Er beruht auf einer grundlegenden Änderung der Unterneh-
mensbesteuerung hin zu einer Cash Flow Besteuerung und sieht dabei einen
Grenzsteuerausgleich für grenzüberschreitende Transaktionen vor. Begleitet wird
der Reformvorschlag von einer Senkung des Unternehmenssteuersatzes von der-
zeit ungefähr 35 % auf 20 %.7 Bei unilateraler Implementierung einer DBCFT

1
Vgl. WTO (Hrsg.), America (28.12.2017).
2
Vgl. USCB, Partners (17.10.2017).
3
Vgl. Bal, A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 15, 17; Pflugbeil, A., Steuerreform, 2017, S. 10; Trump, D. J.
in: Müller, P., Der Spiegel 2017, Nr. 23 vom 3.6.2017, S. 132.
4
Vgl. Ryan, P./Brady, K. A Better Way (28.12.2017).
5
Vgl. European Commission (DG TAXUD), Effects, 2006, S. 6, Rn. 11; Ryan, P./Brady, K. A Bet-
ter Way, S. 12-14 (28.12.2017).
6
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 103.
7
Vgl. Ryan, P./Brady, K. A Better Way, S. 25 (28.12.2017); Trump, D. J., Reform, S. 7
(28.12.2017).

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9_1
2 1. Ein US-Steuerreformvorschlag als Alternative zur derzeitigen Unternehmensbesteuerung

treffen in der internationalen Besteuerung zwei fundamental unterschiedliche Be-


steuerungskonzepte aufeinander.8 Betroffen hiervon wären vor allem Unterneh-
men mit Geschäftsbeziehungen in die USA.

Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit das Modell ei-
ner DBCFT analysiert. Gegenstand der Untersuchung sind vor allem die Auswir-
kungen der unilateralen Einführung einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich sowie
deren Kompatibilität mit den derzeitigen Rechtsrahmen aus globaler, zwischen-
staatlicher und europäischer Sicht. Die Auswirkungen für grenzüberschreitend
agierende Unternehmen hinsichtlich steuerlicher Vor- und Nachteile sollen for-
melbasiert analysiert werden, um dann Handlungsempfehlungen für deutsche Un-
ternehmen ableiten zu können.

Hierzu soll im ersten Abschnitt das wissenschaftliche Grundmodell einer DBCFT


anhand der einzelnen Modellkomponenten untersucht werden. Um die Intention
für eine DBCFT nachvollziehen zu können, werden einzelne Modelleigenschaften
aufgezeigt. Darauf aufbauend ist im zweiten Abschnitt das wissenschaftliche Mo-
dell einer DBCFT in den derzeit geltenden (steuer-)rechtlichen Rahmen für inter-
national tätige Unternehmen einzuordnen. Hierbei soll die diskutierte Fragestel-
lung fokussiert werden, ob die DBCFT als direkte oder indirekte Besteuerung ein-
zustufen ist.9 Aus diesem Grund wird zuerst die Modellkomponente der Cash Flow
Besteuerung steuersystematisch betrachtet. In einem weiteren Schritt wird die
zweite Komponente des Modells durch einen Grenzsteuerausgleich, wie er im Re-
formvorschlag A Better Way verankert ist, spezifiziert und die damit einhergehen-
den Auswirkungen für Unternehmen mit grenzüberschreitenden Transaktionen
untersucht. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll eine Aussage darüber getroffen
werden, ob der Grenzsteuerausgleich eine Anpassung der steuersystematischen
Einordnung auslöst. Jene Einordnung stellt dann die Grundlage für die Untersu-
chung der rechtlichen Vereinbarkeit einer DBCFT mit Welthandelsrecht, Doppel-
besteuerungsabkommen (DBA) und europäischem Recht dar. Im letzten Abschnitt

8
Vgl. Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., BB 2017, S. 1680; Schoppe, C./Weigelt, Y., BB 2017,
S. 727; Desai, M. A., HBR onl. vom 1.5.2017, S. 4.
9
Vgl. Sullivan, M. A., BIT 2017, S. 149; Barnes, P. A./Rosenbloom, H. D., BIT 2017, S. 20-21.
1. Ein US-Steuerreformvorschlag als Alternative zur derzeitigen Unternehmensbesteuerung 3

der Arbeit sollen aus den Ergebnissen der Untersuchung bei unilateraler Imple-
mentierung einer DBCFT Empfehlungen bzw. Handlungsoptionen für deutsche
Unternehmen herausgearbeitet werden.

Die Gedankengänge zur Besteuerung der unternehmerischen Aktivität orientieren


sich an einer deutschen Kapitalgesellschaft gem. § 267 Abs. 3 S. 1 HGB mit
grenzüberschreitenden Tätigkeit in ein Land mit einer DBCFT.
2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax
2.1. Modellkomponenten
Das wissenschaftliche Grundmodell einer DBCFT geht auf Auerbach/De-
vereux/Keen/Vella10 zurück und besteht aus zwei Modellkomponenten: Einer Be-
steuerung auf Basis des Cash Flows eines Unternehmens sowie dem Bestim-
mungslandprinzip. Die Komponenten werden im Folgenden erläutert.11
2.1.1. Cash Flow Tax
Der in dieser Arbeit verwendete Begriff des Cash Flows bezeichnet die Einzah-
lungsüberschüsse, die dem Unternehmen nicht für investive Zwecke zur Verfü-
gung stehen.12 Dabei stellt eine Cash Flow Tax (CFT) eine Nettoeinnahmenbe-
steuerung dar.13 Die Bemessungsgrundlage wird durch eine Gegenüberstellung
von Ein- und Auszahlungen an Geld oder anderen Zahlungsmitteln derselben Pe-
riode ermittelt.14 Sie ist strikt zahlungsmittelorientiert und die Periodisierung ori-
entiert sich am Zahlungstermin.15
Zentrales Prinzip der CFT ist die steuerliche Entlastung von Investitionen und die
steuerliche Belastung von Desinvestitionen.16 Die Entlastung beruht auf der sofor-
tigen Abzugsfähigkeit der Investitionsauszahlung von der Bemessungsgrundlage,
während, aufgrund eines fehlenden Cash Outflows, eine Desinvestition belastet
wird.17 Die effektive Steuerfreistellung von Investitionen ist von der rechentech-
nischen Konzeption der CFT abhängig. Die häufigsten Konzeptionen sind die re-

10
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1.
11
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 6,
11; Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 103.
12
Vgl. Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 41; Kambeck, R., Kapitaleinkommensbesteuerung,
2000, Band 70, S. 159.
13
Vgl. Cansier, D., WD 1989, S. 49; Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 28.
14
Vgl. Brown, E. C., Income, 1948, S. 302, 309f.; Cansier, D., WD 1989, S. 49; Bach, S., Steuer,
1993, Sonderheft 150, S. 37.
15
Vgl. Feldhoff, M., StuW 1989, S. 53f.; Hiller, M., DBW 1999, S. 793.
16
Vgl. Bach, S., Steuer, 1993, Sonderheft 150, S. 38; Reis, S., Unternehmensbesteuerung,
2007, Band 1066, S. 83.
17
Vgl. Brown, E. C., Income, 1948, S. 309f.; Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 232.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9_2
6 2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax

alwirtschaftliche R-base, die finanzwirtschaftliche R+F-base und die beteiligungs-


bezogene S-base.18 Auf der Konzeption der R-base sowie der Erweiterung auf die
R+F-base soll in dieser Arbeit der Schwerpunkt liegen.

Bei der Ausprägung der R-base, welche von Brown im Jahr 1948 als Business-
Income Taxation vorgestellt und seitdem in der Literatur intensiv untersucht
wurde,19 handelt es sich um eine Besteuerung der realwirtschaftlichen Transakti-
onen. Die R-base besteuert die Differenz aus finanziellen Zuflüssen von realwirt-
schaftlichen Verkäufen (Einzahlungen ‫ܧ‬௥௘௔௟ ) abzüglich der finanziellen Abflüsse
(Auszahlungen ‫ܣ‬௥௘௔௟ ) durch den Kauf von Rohstoffen oder Lohnauszahlungen in-
nerhalb einer Periode ‫ݐ‬.20 Daher lässt sich die Bemessungsgrundlage nach der R-
base Konzeption ‫ܩܯܤ‬ோ wie folgt berechnen:

(1) ‫ܩܯܤ‬ோǡ௧ ൌ σே ே
௝ୀଵ ‫ܧ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ െ  σ௝ୀଵ ‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧

Formel 1: Bemessungsgrundlage der R-base Konzeption21

Besondere Merkmale sind der Sofortabzug der Investitionsauszahlung, die Nicht-


abzugsfähigkeit von Zinsauszahlungen und die korrespondierende steuerfreie Ein-
zahlung von Zinsen, da sie nicht realwirtschaftlicher Natur sind, sowie der unbe-
schränkte Verlustausgleich.22 Der Sofortabzug der Investitionsauszahlungen wird
in der Gestalt umgesetzt, dass Auszahlungen für den Erwerb von Anlage- oder
Umlaufvermögen nicht bilanziert werden und im Falle des Anlagevermögens
nicht über die Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern sofort steuerlich abzugsfä-
hig sind.23 Dies kann im Jahr der Investition zu einem negativen Zahlungssaldo

18
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 230; Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 85, 91; Hiller,
M., DBW 1999, S. 794; Eberhartinger, E., Konsequenzen, 2000, S. 396-398; Stöber, B./Wala, T.,
JFB 2001, S. 112.
19
Vgl. Brown, E. C., Income, 1948, S. 311. Vgl. außerdem Kaldor, N., The Rev. of Econ. St. 1955,
S. 83; Andrews, W., Havard L. Rev. 1974, S 1133; Graetz, M. J., Havard L. Rev. 1979, S. 1575;
Meade, J. E., Policy Analysis 1980, S. 510; King, M. A., Income, 1987, S. 377; Feldhoff, M.,
StuW 1989, S. 53; EU-Commission, Taxation 2015, Nr. 55.
20
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 233; Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 42.
21
In Anlehnung an Feldhoff, M., StuW 1989, S. 54; Kaiser, M. Reform, 1992, Band 72, S. 55.
22
Vgl. McLure, C. E./Zodrow, G. R., NTJ 1998, S. 3.
23
Vgl. Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 93. Die Bezeichnung „Sofortabschreibung“ führt
zu Verwirrungen. Sie ist ein Begriff der Erfolgs- und Reinvermögenszugangsrechnung und kein
Begriff der Zahlungsstromrechnung.
2.1. Modellkomponenten 7

führen, welcher dann im Modell der DBCFT eine unbegrenzte, sofortige Steuer-
erstattung auslöst oder einen gleichwertigen verzinsten unbegrenzten Verlustvor-
trag.24
In Formel 1 bleiben finanzwirtschaftliche Transaktionen wie z. B. die Aufnahme
(‫ܧ‬௙௜௡ ሻund Tilgung (‫ܣ‬௙௜௡ )von Krediten unberücksichtigt.25 Hierfür erweitert
Meade die Bemessungsgrundlage um Zahlungsströme von Finanztransaktionen,
sodass das Konzept der R+F-base erreicht wird.26 Dies bedeutet, dass sich bei Kre-
ditaufnahme und erhaltenen Zinszahlungen ‫ܧ‬௙௜௡ǡ௓ா die Bemessungsgrundlage er-
höht, währenddessen sich bei Kredittilgung und geleistete Zinszahlungen ‫ܣ‬௙௜௡ǡ௓஺
die Bemessungsgrundlage verringert. 27 Dabei sind -wie bei Realinvestitionen- die
Investitionsauszahlungen der Finanzinvestitionen bei Entstehung abzugsfähig.28
Grundsätzlich ist zudem die Veränderung des Bestands an ausländischen Beteili-
gungen zu berücksichtigen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt jedoch auf der
Darstellung der allgemeinen Funktion einer DBCFT, sodass der Spezifika von
ausländischen Beteiligungen nicht nachgegangen wird.29 Insofern lässt sich die
Bemessungsgrundlage bei der R+F-base ‫ܩܯܤ‬ோାி wie folgt erweitert darstellen:

(2) ‫ܩܯܤ‬ோାிǡ௧ ൌ σே ே ே
௝ୀଵ ‫ܧ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ െ  σ௝ୀଵ ‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧   ൅  σ௝ୀଵ ‫ܧ‬௙௜௡ǡ௝ǡ௧ െ
σே ே ே
௝ୀଵ ‫ܣ‬௙௜௡ǡ௝ǡ௧  ൅  σ௝ୀଵ ‫ܧ‬௙௜௡ǡ௓ாǡ௝ǡ௧ െ  σ௝ୀଵ ‫ܣ‬௙௜௡ǡ௓஺ǡ௝ǡ௧ 

Formel 2: Bemessungsgrundlage R+F-base Konzeption30

Durch die Formel 2 wird eine Gleichbehandlung von Real- und Finanzinvestitio-
nen geschaffen.31 Ebenfalls zu beachten ist, dass durch eine CFT auf eine steuer-
liche Diskriminierung zwischen Eigen- und Fremdkapital verzichtet wird.32

24
Vgl. Brown, E. C., Income, 1948, S. 303, 310; Kay, J. A./King, A. M, British, 1990, S. 201. Die
Formulierung der Begriffe „Gewinn“ und „Verlust“ ist in den Kontext der Erfolgsrechnung ein-
zuordnen. Die Bezeichnung von Einzahlungs- oder Auszahlungsüberschüssen ist treffender.
25
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 233; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford
Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 11.
26
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 233.
27
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 231, 233; Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 56; Auer-
bach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 12.
28
Vgl. Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 56; Piller, S., Alternative, 1998, S. 41.
29
Vgl. zur Problematik Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 59, 104f..
30
In Anlehnung an Kaiser, M., Reform, Band 72, S. 59.
31
Vgl. Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 57.
32
Vgl. Bach, S., Steuer, 1993, Sonderheft Nr. 150, S. 57; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M.
u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 14; Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 104.
8 2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax

Aufgrund der Orientierung am Zahlungsfluss soll in der vorliegenden Arbeit in


Bezug auf eine Cash Fow Besteuerung die Begriffe der Ein- und Auszahlung ver-
wendet werden und nicht die einer ertragsteuerlichen Gewinnermittlung, wie z. B.
Erträge, Aufwendungen oder Abschreibungen.
2.1.2. Destination-Based
Das Bestimmungslandprinzip stellt ein internationales Besteuerungsprinzip zur
Vermeidung von Doppelbelastungen bei grenzüberschreitenden Geschäftstätig-
keiten dar.33 Der Ansatz für eine CFT auf Basis des Bestimmungslandprinzips geht
auf Bond/Devereux zurück.34 Dabei werden die Umsätze im Bestimmungsland der
Ware besteuert.35 Das heißt, der Exportstaat der gelieferten Ware verzichtet auf
das Besteuerungsrecht für die wirtschaftlichen Aktivitäten auf seinem Territorium
und weist das Besteuerungsrecht dem Bestimmungsland zu. 36
Die Bemessungsgrundlage des Modells einer DBCFT setzt sich bei grenzüber-
schreitender Tätigkeit aus innerstaatlichen Einzahlungen abzgl. Auszahlungen für
Kosten37 zzgl. der Auszahlung für Importe und abzgl. der Einzahlungen für Ex-
porte zusammen.38 Der Einbezug des Imports dient dem Zweck, die Importe in-
ländischen Verkäufen gleichzustellen, wodurch das Bestimmungslandprinzips
umgesetzt wird.39 Auszahlungen für Kosten des Exports sind dabei steuerlich nur

33
Vgl. Englisch, J., Zuordnung, 2009, Band 32, S. 167. Scheffler, W., Steuerlehre, 2009, S.108-109;
Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 173.
34
Vgl. Bond, S. R./Devereux, M. P., CEPR DP 2002, Nr. 3401, S. 4. Ein Vorschlag für einen Wech-
sel vom Ursprungslandprinzip zum Bestimmungslandprinzip äußerten Grubert/Newlon bereits im
Jahr 1995 und Avi-Yonah im Jahr 2000, vgl. hierzu Grubert, H./Newlon, T. S., NTJ 1995, S. 628;
Avi-Yonah, R. S., Harvard L. Rev. 2000, S. 1671.
35
Vgl. Scheffler, W., Steuerlehre, 2009, S. 109; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simpson, H., Ta-
xing, 2010, S. 883; Scott, J., BIT 2017, Nr. 6a, S. 6.
36
Vgl. Lockwood, B., JPE 2001, S. 298; Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteue-
rung, 2016, S. 171.
37
Vgl. Bond, S. R./Devereux, M. P., CEPR DP 2002, Nr. 3401, S. 16.
38
Vgl. Schreiber, U., Rev. Manag. Sci. 2013, S. 322; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M.
u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16; Cuodros, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 71.
39
Vgl. Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 192.
2.2. Modelleigenschaften 9

im Bestimmungsland abzugsfähig, da sie dort im Zusammenhang mit zu versteu-


ernden Einzahlungen stehen. 40 Dagegen sind Auszahlungen für Kosten des Im-
ports, die in dessen Ursprungsland angefallen sind, im Bestimmungsland steuer-
lich abzugsfähig sind.41
Anzumerken ist, dass dem Bestimmungslandprinzip im Rahmen der Unterneh-
mensbesteuerung derzeit kaum Bedeutung zukommt. 42 Lediglich bei der Unter-
nehmensbesteuerung in den USA auf Einzelstaatenebene43 findet das Prinzip über
den Aufteilungsfaktor Umsatz nach dem Bestimmungsland Anwendung. An Re-
levanz kann das Bestimmungslandprinzip zukünftig über den Richtlinienvor-
schlag der Europäischen Kommission zur gemeinsamen konsolidierten körper-
schaftssteuerlichen Bemessungsgrundlage gewinnen, der den Aufteilungsfaktor
Umsatz nach dem Bestimmungsort zuordnen möchte.44
2.2. Modelleigenschaften
2.2.1. Entscheidungsneutralität
Entscheidungsneutralität liegt bei unternehmerischem Handeln vor, wenn die
Rangordnung der Handelspräferenzen in Folge einer Besteuerung nicht verändert
wird.45 Daher soll nachfolgend die DBCFT auf die intertemporale und die inter-
sektorale Neutralität untersucht werden.46

40
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P.B., EC EP 2016, Nr. 264, S. 28; Schoppe, C./Weigelt, Y., BB
2017, S. 728.
41
Vgl. Bond, S. R./Devereux, M. P., CEPR DP 2002, Nr. 3401, S. 16.
42
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simpson, H., Taxing, 2010, S. 844; Endres, D./Oestreicher,
A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 191.
43
Vgl. Paschke, D., Unitary, 2007, Band 279, S. 139.
44
Vgl. Paschke, D., Unitary, 2007, Band 279, S. 179; Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über
eine GKKB, KOM (2011) 121 endgültig vom 16.3.2011, Art. 96.
45
Vgl. Schneider, D., Investition, 1992, S. 193; Schwinger, R., Steuersysteme, 1992, S. 9; Heinhold,
M., Entscheidungsneutralität, 1999, S. 75.
46
Vgl. zu den Neutralitätsbegriffen: Sinn, H.-W., Kapitaleinkommensbesteuerung, 1985, S. 286f.;
Schwinger, R., Steuersysteme, 1992, S. 11; für weitere Ausprägungen der intersektoralen Neutra-
lität Spengel, C., DBW 1998, S. 349.
10 2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax

Die intertemporale Neutralität ist erfüllt, wenn durch die Einführung einer Steuer
keine Veränderung der Konsum-Spar-Entscheidung eintritt.47 Die R-base Konzep-
tion berücksichtigt keinen Zu- und Abfluss des Finanzbereichs,48 sodass der Kon-
sum bzw. das Sparen nicht durch die Besteuerung beeinflusst wird. Auch für die
R+F-base Konzeption ist die intertemporale Neutralität erfüllt. Dies kann mit Hilfe
der Bruttorendite ‫ ݎ‬veranschaulicht werden. Sie errechnet sich über die Differenz
eines Einzahlungsrückflusses der Investition am Periodenende ‫ܧ‬௙௜௡ und eine am
Periodenanfang getätigte Finanzinvestitionsauszahlung ‫ܣ‬௙௜௡ , welche ins Verhält-
nis zur Investition ‫ܣ‬௙௜௡ gesetzt wird.
ா೑೔೙ǡ೟ ି஺೑೔೙ǡ೟
(3) ‫ ݎ‬ൌ 
஺೑೔೙ǡ೟

umstellen ergibt ‫ܧ‬௙௜௡ǡ௧  ൌ ሺͳ ൅ ‫ݎ‬ሻ ൈ ‫ܣ‬௙௜௡ǡ௧


Formel 3: Bruttorendite einer Finanzinvestition

Da sich alle Ein- und Auszahlungen im Zeitpunkt ihres Entstehens auf die Bemes-
sungsgrundlage auswirken, sind diese unter Steuern mit dem Faktor (ͳ െ ‫ )ݏ‬zu
multiplizieren.49 Die Nettorendite ‫ݎ‬௦ errechnet sich dann wie folgt:
ሺଵି௦ሻሺଵା௥ሻൈ஺೑೔೙ǡ೟ ିሺଵି௦ሻ஺೑೔೙ǡ೟ ா೑೔೙ǡ೟ ି஺೑೔೙ǡ೟
(4) ‫ݎ‬௦  ൌ  ሺଵି௦ሻ஺೑೔೙ǡ೟
ൌ  ൌ ‫ݎ‬
஺೑೔೙ǡ೟

Formel 4: Nettorendite einer Finanzinvestition50

Da die Rendite nach Steuer der Rendite vor Steuer einer Finanzinvestition ent-
spricht (Formel (3) = (4)), kann gezeigt werden, dass die Besteuerung die Rendite
der Finanzinvestition unverändert lässt. Stellt dann der Marktzins die Zeitpräfe-
renz des Entscheidungsträgers dar, so erhält er für den Verzicht von einer Geld-
einheit heutigen Konsums 1+r Geldeinheiten zukünftigen Konsums.51 Demnach

47
Vgl. Schwinger, R., StuW 1994, S. 41; Rose, M., BB 1996, 1085, 1087; Scheffler, W., Besteue-
rung, 2013, Band 3, S. 115.
48
Vgl. Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 23.
49
Vgl. Wagner, F. W., Leistungsfähigkeit, 1989, S. 271; Cansier, D., Steuer, 1990, S. 147.
50
In Anlehnung an Wagner, F. W./Schwinger, R., Steuer, 1991, S. 499; Schmidt, P., Konsumbesteu-
erung, 1999, Band 23, S. 50.
51
Vgl. Schmidt, P., Konsumbesteuerung, 1999, Band 23, S. 50; Scheffler, W., Besteuerung, 2013,
Band 3, S. 115.
2.2. Modelleigenschaften 11

ist Sparen nicht inferior zum Konsum, sodass auch für die R+F-base Konzeption
die intertemporale Neutralität gegeben ist.52

Die Investitionsneutralität im Rahmen der intersektoralen Neutralität bezieht sich


auf die Entscheidung zwischen verschiedenen Sachanlagen oder Sach- und Fi-
nanzanlagen unter der Annahme, dass der Entscheidungsträger seine Entschei-
dung der Höhe des Kapitalwerts ordnet.53 Dabei errechnet sich der Kapitalwert
einer Investition vor Steuern ‫ܥ‬଴ bei der R-base Konzeption durch folgende For-
mel:

(5) ‫ܥ‬଴  ൌ  െ ‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௧ ଴ ൅ ሺσே ே ି௧


௝ୀଵ ‫ܧ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ െ  σ௝ୀଵ ‫ܣ‬௥௘௔௟ǡ௝ǡ௧ ሻ  ൈ ሺͳ ൅ ݅ሻ 

Formel 5: Kapitalwert vor Steuern in der R-base Konzeption54

Investitionsneutralität wird durch die Kürzung des Kapitalwertes vor Steuern C0


um den Steuerfaktor erreicht.55 Dies beruht darauf, dass sich sämtliche Ein- und
Auszahlungen im Zeitpunkt ihrer Entstehung auf die Bemessungsgrundlage aus-
wirken, sodass sich der Kapitaleinsatz ‫ܥ‬଴ proportional um den Ertragsteuersatz
(ͳ െ ‫ )ݏ‬verringert.56 Die Investitionsneutralität ist dabei nur bei einem konstanten
Steuersatz über den Investitionszeitraum gewährleistet.57

(6) ‫ܥ‬଴ǡௌ  ൌ ሺͳ െ ‫ݏ‬ሻ ൈ  ‫ܥ‬଴

Formel 6: Kapitalwert nach Steuern58

52
Vgl. Wagner, F. W., Leistungsfähigkeit, 1989, S. 271.
53
Vgl. Schwinger, R., StuW 1994, S. 41.
54
In Anlehnung an Reis, S., Unternehmensbesteuerung, 2007, Band 1066, S. 58; Scheffler, W., Be-
steuerung, 2013, Band 3, S. 106.
55
Vgl. Wagner, F. W./Schwinger, R., Steuer, 1991, S. 499; Schwinger, R., Steuersysteme, 1992,
S. 25; Kurschwitz, L./Schneider, D./Husmann, S., WiSt 2003, S. 332.
56
Vgl. Wagner, F. W., Leistungsfähigkeit, 1989, S. 271; Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72,
S. 102f.; Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 106; a. A. für die R+F-base, vgl. Schneider,
D., Investition, 1992, S. 772.
57
Vgl. Sandmo, A., Econ. L. 1979, S. 175; Sava, O., Einkunftsarten, 2007, S. 34.
58
In Anlehnung an Kurschwitz, L./Schneider, D./Husmann, S., WiSt 2003, S. 332.
12 2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax

Finanzierungsneutralität ist gegeben, sofern trotz Steuersystem die Äquivalenz der


Finanzierungswege, wie sie Modigliani/Miller59 belegten, gewahrt bleibt. Das
Konzept der R-base ist vollkommen finanzierungsneutral, da sie finanzwirtschaft-
liche Transaktionen nicht berührt.60 Für die R+F-base wird zur Messung der Fi-
nanzierungsneutralität das Konzept der effektiven Grenzsteuersätze herangezo-
gen.61 Dies bedeutet, dass beim Erwerb von Fremd- und Eigenkapital der Unter-
nehmen der jeweilige effektive Grenzsteuersatz gleich ist. Kaiser veranschaulicht
und beweist dies rechnerisch sodass auch die Finanzierungsneutralität als erfüllt
betrachtet werden kann.62 Zu beachten ist, dass dies ebenfalls nur bei proportiona-
lem Steuersatz gegeben ist.63

Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass sowohl die intersektorale als auch
die intertemporale Neutralität einer DBCFT in der R-base oder in der R+F-base
Konzeption, wie sie in dieser Arbeit dargestellt wird, erfüllt ist.

2.2.2. Simplizität
Die Simplizität einer DBCFT stellt einen ihrer wesentlichen Vorzüge dar.64 Aus
ihr lassen sich die Praktikabilität für Unternehmen, die Nachprüfbarkeit für die
Finanzverwaltung und für beide Seiten eine Kostenreduktion ableiten. 65 Daher soll
in diesem Kapitel kurz auf die Vor- und Nachteile hinsichtlich der Einfachheit
eingegangen werden.66
Die zahlungsorientierte DBCFT ermöglicht im Vergleich zu einer ertragsteuerli-
chen Gewinnermittlung den Verzicht auf Ansatz- und Bewertungsvorschriften, die
auf die Periodisierung von Zahlungsströmen abzielen.67 So bedarf es wegen des

59
Vgl. Modigliani, F./Miller, M. H, A. Econ. Rev. 1959, S. 261-297.
60
Vgl. Sinn, H.-W., BdKP 1987, S. 18; Cansier, D., Steuer, 1990, S. 145.
61
Vgl. Wagner, F. W./Schwinger, R., Steuer, 1991, S. 505.
62
Vgl. Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 118-120; Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999,
S. 116; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simpson, H., Taxing, 2010, S. 885.
63
Vgl. Swoboda, P., Finanzierungsneutralität, 1991, S. 477, 479.
64
Vgl. Rose, M., StuW 1990, S. 91; McLure, C./Zodrow, G. R., Vorteile, 1991, S. 119.
65
Vgl. Sinn, H.-W., Kapitaleinkommensbesteuerung, 1985, S. 127, 300; Rose, M., StuW 1990,
S. 91; Obermair, C./Weninger, P., Report, 2008, Band 50, S. 20; Schreiber, U., Rev. Manag. Sci.
2013, S. 321; a. A. Schneider, D., StuW 1985, S. 349.
66
Vgl. Sinn, H.-W., Kapitaleinkommensbesteuerung, 1985, S. 300; Sinn, H.-W., WD 1989, S. 160;
Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 162, 164.
67
Vgl. Sigloch, J., Abschreibungsfreiheit, 1987, Band 165, S. 174; McLure, C. E./Zodrow, G. R.,
Vorteile, 1991, S. 126; Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 105.
2.2. Modelleigenschaften 13

Sofortabzugs von Investitionsauszahlungen keiner Normen wie z. B Aktivierungs-


bzw. Passivierungs-, Periodisierungsnormen und Abschreibungsverfahren,68 die
Steuergestaltungen zulassen würden. Dies führt zu einer eindeutig definierten Be-
messungsgrundlage, die dem Grundsatz der Rechtssicherheit entspricht.69 Darüber
hinaus kommt Schwenk im Jahr 2003 bei einer empirischen Untersuchung zum
Ergebnis, dass Steuerpflichtige stärker auf einen Sofortabzug von Investitionsaus-
zahlungen als auf andere wirtschaftsfördernden Maßnahmen reagieren, sodass
sich dies als Lenkungszweck eignet.70
Diesem genannten Argument kann jedoch entgegengehalten werden, dass eine
DBCFT dadurch nicht alle Praktikabilitätsprobleme zu lösen vermag. Durch die
Belastung der steuerlichen Desinvestition besteht weiterhin der Anreiz, abzugsfä-
hige Zahlungsströme zu hoch und steuerpflichtige Zahlungsströme möglichst
niedrig anzusetzen oder gar über Naturalien abzuwickeln.71 Darüber hinaus kann
für den Fiskus die sofortige Abzugsfähigkeit von Investitionsauszahlungen zu er-
heblichen Schwankungen im Steueraufkommen führen.72
Die zweite Modellkomponente der DBCFT, das Bestimmungslandprinzip, wider-
spricht in Teilen der Praktikabilität. Das wissenschaftliche Grundmodell ist hin-
sichtlich der Zuordnung von Einzahlungen aus Verkäufen und Auszahlungen für
Kosten für steuerliche Zwecke unzureichend definiert.73 Die Ermittlung des Be-
stimmungsorts des Endkonsumenten und damit auch die Zuordnung der Auszah-

68
Vgl. Ando, A./Blume, M. E/Friend, I., Reform, 1985, S. 163; Sinn, H.-W., BdKP 1987, S. 42;
Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 395, Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 105.
69
Vgl. Wagner, F. W., Leistungsfähigkeit, 1989, S. 271; Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3,
S. 114.
70
Vgl. Schenk, A., Wirkung, 2003, S. 176-186; Schanz, D., DStR 2015, S. 2033.
71
Vgl. McLure, C. E./Zodrow, G. R., Vorteile, 1991, S. 132, 139; Bach, S., WD 1992, S. 328; Bach,
S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 106.
72
Vgl. Rose, M., StuW 1990, S. 89, 91; Wagner, F. W./Wissel, H., WiSt 1995, S. 69; Sava, O., Ein-
kunftsarten, 2007, S. 153. Der deutsche Gesetzgeber schätzt allein eine zusätzliche Belastung der
öffentlichen Haushalte von ca. 935 Mio. EUR durch die Anhebung der Sofortabschreibung auf
800 EUR gem. § 6 Abs. 2 S. 1 EStG, vgl. Deutscher Bundestag, Sofortabschreibung (28.12.2017).
73
Vgl. Bond, S. R./Devereux, M. P., CEPR DP 2002, Nr. 3401, S. 20f.; Auerbach, A. J./Devereux,
M. P./Simpson, H., Taxing, 2010, S. 883.
14 2. Model einer Destination-Based Cash Flow Tax

lungen für alle Kosten ist insbesondere bei langen grenzüberschreitenden Wert-
schöpfungsketten nahezu unmöglich.74 Hinzukommt, dass ein solches Besteue-
rungssystem von der Finanzverwaltung voraussichtlich nicht bewältigt werden
kann, da dies einen perfekt funktionierenden Informationsaustausch zwischen na-
tionalen Finanzverwaltungen voraussetzen würde.75

74
Vgl. Miller, B. F., Combination, 1984, S. 135; Devereux, M. P./Sörensen, P.B., EC EP 2016,
Nr. 264, S. 28. Dieselbe Problematik trat bereits in den USA bei der Unitary Taxation auf, vgl.
Paschke, D., Unitary, 2007, Band 279, S. 160-162.
75
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P.B., EC EP 2016, Nr. 264, S. 28.
3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer
Destination-Based Cash Flow Tax
3.1. Steuersystematische Einordnung einer Cash Flow Tax
Um das Modell einer DBCFT beurteilen zu können, ist vorab die Modellkompo-
nente der CFT steuersystematisch einzuordnen. Hierfür soll der Frage nachgegan-
gen werden, ob eine CFT als indirekte oder direkte Steuer zu klassifizieren ist.
Anschließend ist zu untersuchen, ob sie eher einer Steuer vom Einkommen oder
einer eigenen Steuerart ihres Einzahlungsüberschusses entspricht, um in den nach-
folgenden Kapiteln Folgewirkungen bestimmen zu können.
3.1.1. Indirekte versus direkte Besteuerung
Charakteristisch für eine direkte Besteuerung ist die Übereinstimmung von Steu-
erschuldner und -träger. Dagegen wird bei einer indirekten Besteuerung die wirt-
schaftliche Steuerlast auf einen Dritten über den Preis weiterbelastet.76 Dies stellt
allerdings keine zwingendes Kriterium für eine steuersystematische Einordnung
dar.77 Eine Überwälzung direkter Steuern ist nicht ausgeschlossen und eine Über-
wälzung indirekter Steuern nicht zwingend.78 In dieser Arbeit sollen die Überwäl-
zung jedoch als Klassifizierungskriterium herangezogen werden, da sich in der
Literatur noch kein allgemeingültiges Abgrenzungsmerkmal herauskristallisiert
hat.79
Ausgehend vom Reformvorschlag A Better Way, soll die CFT die Unternehmens-
besteuerung in den USA reformieren. Dabei deklariert der Vorschlag die Unter-
nehmen als Steuerschuldner und Steuerträger.80 Eine Weiterbelastung der CFT an

76
Vgl. Mill, J. S., Economy, 2004, S. 223; Englisch, J., Taxes, 2009, S. 1; Sentsova, M., VAT, 2009,
S. 195; Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 252, Rn. 20; Homburg, S., Steuerlehre,
2015, S. 11.
77
Vgl. Mann, K. F., Finanzwirtschaft, 1929, S. 57-58.
78
Vgl. EuGH vom 8.6.1999, ECLI:EU:C:1999:285, Rn. 24; Schneeloch, D./Meyering, S./Patek, G.,
Steuerlehre, 2016, Band 1, S. 14. Zur Überwälzbarkeit von Steuern vgl. Grambeck, H.-M., Kons-
umsteuerreformen, 2003, Band 110, S. 73-76.; Cansier, D., Steuerlehre, 2004, S. 47-66.; Hom-
burg, S., Steuerlehre, 2015, S. 89-131; Blankart, C. B., Finanzen, 2017, S. 245-262.
79
Vgl. Capitani di Vimercate, P., VAT, 2009, S. 158.
80
Vgl. Ryan, P./Brady, K. A Better Way, S. 25 (28.12.2017).

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9_3
16 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Dritte als Endkonsumenten findet grundsätzlich nicht statt.81 Demnach ist eine
CFT unter diesem Aspekt eher als direkte Steuerart einzuordnen.

Weiterhin gilt allgemein als Einordnungskriterium, dass Steuern auf das Einkom-
men direkte Steuern sind, während Steuern auf die Verwendung von Einkommen
indirekte Steuern darstellen.82 Bei einer Besteuerung einer Kapitalgesellschaft
wird das Einkommen nicht besteuert, sofern es gespart wird. Erst bei Verwendung
des Einkommens, unterliegt es einer Konsumbesteuerung.83

Unter einer CFT kann ein solcher nicht besteuerter „Sparvorgang“ in der soforti-
gen Abzugsmöglichkeit von Investitionsausgaben gesehen werden. 84 Auch ein
Einzahlungsüberschuss stellt Sparvermögen dar. Dieses Sparvermögen, im Fach-
jargon der CFT als Desinvestition bekannt,85 unterliegt jedoch der CFT und kann
als Besteuerung der Einkommensverwendung deklariert werden.86 Infolgedessen
findet eine indirekte Ermittlung der Konsumausgaben durch die CFT.87 Dem steht
jedoch gegenüber, dass durch die Desinvestition indirekt die Konsumausgaben er-
mittelbar sind, aber noch nicht zu einer Konsumauszahlung geführt hat. Daher
kann die CFT auch nicht eine Steuer auf die Verwendung von Einkommen sein.
Vielmehr besteuert eine CFT den verbleibenden Einzahlungsüberschuss, wobei
unter der Annahme einer analogen Betrachtung vom zu versteuernden Einkom-
men i. S. d. § 2 Abs. 5 EStG88 nur das verbleibende Nettoeinkommen nach Abzug
der getätigten Investitionen der Besteuerung unterliegt. Weiterhin ist Steuer-
schuldner und Steuerträger das Unternehmen und nicht ein Dritter als Endkonsu-
ment. Insoweit handelt es sich eher um eine CFT, welche Merkmale einer Kons-
umbesteuerung besitzt.89 Darüber hinaus sieht auch der Reformvorschlag A Better

81
Vgl. Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 98.
82
Vgl. Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 252, Rn. 20, 29; Homburg, S., Steuerlehre,
2015, S. 11; Kußmaul, H., Steuern, 2017, S. 21, 173.
83
Vgl. Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 104.
84
Vgl. Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 93; Kambeck, R., Kapitaleinkommensbesteuerung,
2000, Band 70, S. 161.
85
Vgl. Bach, S., Steuer, 1993, Sonderheft 150, S. 38.
86
Vgl. Brown, E. C., Income, 1948, S. 309f.; Meade, J. E., Taxation, 1978, S. 239.
87
Vgl. Auerbach, A. J., Cash, 1990, S. 119; Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 105; Ryan,
P./Brady, K. A Better Way, S. 28 (28.12.2017).
88
Die Betrachtung erfolgt ausschließlich auf Unternehmensebene bei denen Entlastungsbeträge
(§ 24 a, b EStG), Sonderausgaben (§ 10ff. EStG) sowie außergewöhnliche Belastungen (§ 33ff.
EStG) keine Anwendung finden.
89
Vgl. Garbarino, C., Taxes, 2009, S. 182; Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 4.
3.1. Steuersystematische Einordnung einer Cash Flow Tax 17

Way eine CFT als direkte Steuer an,90 sodass im Ergebnis die Einordnung bei einer
direkten Steuer verbleibt.
3.1.2. Besteuerung des Einkommens
Fraglich ist weiterhin, ob die CFT eine Steuer vom Einkommen i. S. d. deutschen
Gesetzgebers per se ist.91 An dieser Stelle wird zuerst auf die Entwicklung des
Einkommensbegriffs für die deutsche Besteuerung zurückgegriffen. Hierfür soll
nachfolgend auf die Quellen-, die Reinvermögenszugangs- und die Markttheorie
eingegangen werden, um dann eine Aussage treffen zu können inwieweit die Be-
steuerungsgrundlage der CFT mit der deutschen Unternehmensbesteuerung ver-
gleichbar ist.
Die Besteuerung des Einkommens ist grundsätzlich im ökonomischen Sinne auf-
zufassen.92 Dabei unterscheidet die Quellentheorie zwischen Einkommen aus lau-
fenden Quellen der Gütererzeugung und Wertveränderungen im Quellenvermö-
gen, die nicht zum Einkommen gehören. 93 Aufgrund der Nichtbeachtung des
Quellvermögens ist sie hinsichtlich der CFT als zu eng anzusehen, denn eine Ein-
zahlungen aus der Veräußerung eines Wirtschafsgutes, welche folglich das Quel-
lenvermögen repräsentiert, unterliegt bei einer CFT der Besteuerung. Im Gegen-
satz dazu erfasst die Reinvermögenszugangstheorie, international bekannt als
Schanz-Haig-Simons-Konzept94, das gesamte Bedürfnispotential einer Periode ei-
nes Steuerpflichtigen.95 Darunter fallen auch die private Nutzung sowie die ein-
malige Einzahlung aus einer Veräußerung und nichtrealisierte Wertsteigerungen.96
Aufgrund dieses weitgesteckten Anspruchs97 kann die Reinvermögenszugangsthe-
orie ebenfalls nicht als Basis einer CFT herangezogen werden, denn diese sieht

90
Vgl. Ryan, P./Brady, K. A Better Way, S. 15, 28 (28.12.2017).
91
Vgl. Wenger, E., Gewinnbesteuerung, 1997, Band 97, S. 128.
92
Vgl. Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 255, Rn. 30; Hey, J./Seer, R., Einkommens-
teuer, 2015, S. 295, Rn. 50.
93
Vgl. Fuisting, B., Steuern, 1902, Band 4, S. 110-111; Schanz, G., FinArch 1896, S. 12; Hey,
J./Seer, R., Einkommensteuer, 2015, S. 295, Rn. 51; Kußmaul, H., Steuern, 2017, S. 21.
94
Vgl. Sinn, H.-W., Systeme, 1984, S. 211; Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 255,
Rn. 30.
95
Vgl. Schanz, G., FinArch 1896, S. 24; Haig, R. M. (Hrsg.), Income, 1921, S. 7; Simon, H. C.,
Income, 1938, S. 9.
96
Vgl. Schanz, G., FinArch 1896, S. 1, 24; Reis, S., Unternehmensbesteuerung, 2007, Band 1066,
S. 30.
97
Vgl. Biergans, E./Stockinger, R., FR 1982, S. 2; Pezzer, H.-J., Besteuerung, 1991, Band 14, S. 13,
Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 257, Rn. 33.
18 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

eine Trennung von z. B. privater und betrieblicher Sphäre vor. Daneben werden
keine nichtrealisierten Wertsteigerungen erfasst, da deren Nutzungswerterfassung
nicht mit dem einfachen Konzept einer CFT vereinbar wäre.

Als dritte Einkommenstheorie verbleibt die Markteinkommenstheorie.98 Sie be-


schränkt die Schwächen der Reinvermögenszugangstheorie insoweit, dass nur die
am Markt realisierten Einnahmen versteuert werden. 99 Dabei wird unter dem
Markteinkommen, das Einkommen des Marktes, der Privatwirtschaft oder das
Einkommen durch hoheitliche Transaktionen subsumiert.100 Deshalb kann die
Markteinkommenstheorie, welche den sieben Einkunftsarten gem. § 2 Abs. 1
EStG als gemeinsames Merkmal dient, 101 auch für die CFT herangezogen werden.
Die CFT zieht sämtliche am Markt realisierten Transaktionen als Bemessungs-
grundlage heran, die zu Ein- bzw. Auszahlungen an finanziellen Mitteln führen.
Insoweit liegt eine Übereinstimmung des Begriffsverständnisses des deutschen
Gesetzgebers und der CFT vor, obwohl nach dem Wortlaut die Bemessungsgrund-
lage bei der CFT ein Einzahlungsüberschuss und bei der deutschen Besteuerung
das zu versteuerndes Einkommen maßgebend ist.

Zweifelhaft ist, ob das gemeinsame Begriffsverständnis ausreichend ist, um die


CFT als eine Steuer vom Einkommen zu deklarieren. Dies ist zwingend zu vernei-
nen, da die Divergenz bei der Ermittlung des Einkommens bzw. des Einzahlungs-
überschusses sowie deren Auswirkungen zu groß sind.102 Die CFT beruht auf einer
zahlungsstromorientierten Ermittlung des Einzahlungsüberschusses (vgl. Kapi-

98
Vgl. Ruppe, H. G., Einkunftsquellen, 1979, S. 16; Wittmann, R., StuW 1993, S. 35; Lang, M.,
Einkommen, 2001, Band 24, S. 61.
99
Vgl. Kirchhof, P./Söhn, H./Mellinghoff, R., 2017, § 2 EStG, Rn. A 9; Pezzer, H.-J., Besteuerung,
1991, Band 14, S. 14.
100
Vgl. Wittmann, R., Markteinkommen, 1992, S. 129; Hey, J./Seer, R., Einkommensteuer, 2015,
S. 295, Rn. 52.
101
Vgl. Ruppe, H. G., Einkunftsquellen, 1979, S. 16; Pezzer, H.-J., Besteuerung, 1991, Band 14,
S. 14; Marx, F. J., DStZ 2014, S. 284.
102
Vgl. C. E./Zodrow, G. R., Taxes, 2009, Band 34, S. 59.
3.1. Steuersystematische Einordnung einer Cash Flow Tax 19

tel 2.1.1), während die deutsche Unternehmensbesteuerung von einer ertragsteu-


erlichen Gewinnermittlung ausgeht.103 Diese Unterschiede spiegeln sich zusam-
mengefasst in Bemessungsgrundlagen- und Zeiteffekten wider,104 welche gravie-
rend ausfallen können. Bei der Wahl einer R-base Konzeption finden z. B. finanz-
wirtschaftliche Zu- und Abflüsse keine Berücksichtigung, obwohl diese über eine
Transaktion am Markt erzielt werden. 105 Ebenfalls sind bei einer CFT Investiti-
onsauszahlungen grundsätzlich sofort steuerlich zu berücksichtigen, während bei
einer ertragsteuerlichen Gewinnermittlung diese lediglich über einen jährlichen
Abschreibungsbetrag einzubeziehen sind.

Selbst ein Vergleich mit einer Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG)


scheidet aus. Diese folgt zwar grundsätzlich dem Prinzip einer CFT, durchbricht
dieses aber in einzelnen Kernelementen. Eine Einnahmenüberschussrechnung er-
laubt ebenfalls keine Sofortabschreibung, bzw. nur im Umfang einer Abschrei-
bung für geringwertige Wirtschaftsgüter. Des Weiteren hat die Aufnahme und
Rückzahlung eines Darlehens keine Auswirkungen auf die Bemessungsgrundlage,
Zinszahlungen hingegen schon, sodass auch hier keine Kongruenz herzustellen ist.
Eine Einnahmen-Ausgabenrechnung ist folglich auch keine Cash Flow Rechnung,
sondern vielmehr ein vereinfachter Betriebsvermögensvergleich. 106

Im Ergebnis scheidet daher ein direkter Vergleich mit einer ertragsteuerlichen Ge-
winnermittlungsbesteuerung aus. Die CFT ist begrifflich daher nicht als Steuer
vom Einkommen, sondern vielmehr als Steuer auf den Einzahlungsüberschuss zu
sehen.107

103
Vgl. Bach, S., Bemessungsgrundlage, 1999, S. 105; 116; Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP
2006, Nr. 264, S. 28; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simpson, H., Taxing, 2010, S. 883.
104
Vgl. grundlegend Schneider, D., Investition, 1992, S. 253-258. Vgl. auch Stiglitz, J. E., NTJ 1985,
S.325; Sava, O., Einkunftsarten, 2007, S.153; McLure, C. E./Zodrow, G. R., Taxes, 2009,
Band 34, S. 59; Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 116-118.
105
Vgl. Sava, O., Einkunftsarten, 2007, S. 152. Für eine a. A. Ismer R./Jescheck, C., Itax 2017,
S. 385.
106
Vgl. Scheffler, W., Unternehmen, 2016, Band 1, S. 105, Rn.176-177.
107
Vgl. Ismer/Jescheck für eine Einordnung der DBCFT als eine Variation einer Steuer vom Einkom-
men in Ismer, R./Jescheck, C., Itax 2017, S. 385.
20 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs


Nachfolgend soll das Grundmodell der DBCFT aus Kapitel 2 durch Einführung
eines Grenzsteuerausgleichs dargestellt werden. Dabei wird die Funktionsweise
und die Modifikation des Grundmodells aufgezeigt. Deren ökonomischen und
steuerrechtlichen Auswirkungen sind Gegenstand der nächsten Teilkapitel, sodass
im Anschluss daran die Notwendigkeit einer Anpassung der steuersystematischen
Einordnung einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich beurteilt werden kann.
3.2.1. Funktionalität und Besonderheit
Durch einen Grenzsteuerausgleich soll beim Handel mit einem Drittland grund-
sätzlich eine wettbewerbsneutrale Besteuerung nach dem Bestimmungslandprin-
zip sichergestellt und Doppelbesteuerung bzw. doppelte Nichtbesteuerung ver-
mieden werden.108 Exporte werden wie die Konkurrenzprodukte im Drittland be-
steuert und Importe unterliegen folglich derselben Steuerbelastung wie einheimi-
sche Produkte.109
Bei einer Einführung einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich, wie er im amerika-
nischen Steuervorschlag A Better Way verankert ist,110 werden folglich Wirt-
schaftsgüter, welche exportiert und in einem anderen Land konsumiert werden,
von der Bemessungsgrundlage ausgenommen, währenddessen importierte Wirt-
schaftsgüter mit ihrem Wert zur inländischen Bemessungsgrundlage hinzugerech-
net und besteuert werden.111 Ein solcher Grenzsteuerausgleich hat Ähnlichkeiten
mit der europäischen Umsatzsteuer, die Exporte ebenfalls freistellt (Deutschland:
§ 6 UStG i. V. m.§ 4 Nr. 1 lit. a UStG) und Importe besteuert (Deutschland: § 1
Abs. 1 Nr. 4 UStG).112

108
Vgl. Johnson, H./Krauss, M., Can. J. Econ. 1970, S. 596; Miranda, J., GTCJ 2017, S. 214; Möller,
C., Umsatzsteuerrecht, 2017, § 17, Rn. 956, § 2, Rn. 77.
109
Vgl. Auerbach, A. J./Holzt-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 1; Becker, J./Englisch, J., WD
2017, S. 104.
110
Vgl. Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 27 (28.12.2017).
111
Vgl. Hufbauer, G. C./Gabyzon, C., NTJ 1996, S. 688; Auerbach, A. J./Devereux, M. P/Keen, M.
u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16; Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 104; Rei-
chert, T./Urken, P., BIT 2017, Nr. 6a, S. 130. Für Alternativen zum Grenzsteuerausgleich vgl. De-
vereux, M. P./de la Feria, R., Oxford Univ. CBT WP 2014, Nr. 7, S. 10.
112
Vgl. Cuodros, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 71; Möller, C., Umsatzsteuerrecht, 2017, § 17, Rn. 956,
§ 2, Rn. 77.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 21

Die Besonderheit besteht darin, dass unter einer DBCFT der Grenzsteuerausgleich
nicht auf einer Umsatzsteuer im Sinne einer indirekten Besteuerung beruht, son-
dern im Rahmen einer CFT, welche auf einer direkten Besteuerung basiert.113 Dar-
über hinaus ergeben sich hinsichtlich der Allokation von Auszahlungen für Kosten
Anpassungen gegenüber dem Modell einer DBCFT aus Kapitel 2. Die Auszahlun-
gen sind nicht mehr dem Bestimmungsland zuzuordnen, sondern territorial dem
Land, indem sie angefallen sind (Territorialprinzip).114 Hierzu gehören insbeson-
dere auch bei einem steuerlich freizustellenden Export die entstandenen Auszah-
lungen für Löhne für das zu exportierende Wirtschaftsgut.115 Hinsichtlich der Im-
porte eröffnet die erhobene Importbesteuerung nicht die Möglichkeit eines Vor-
steuerabzugs oder einer inländischen Anrechnungsmöglichkeit. Auch die im Aus-
land angefallenen Kosten für das importierte Wirtschaftsgut sind bei der Modifi-
kation des Grundmodells mit einem Grenzsteuerausgleich nicht mehr bemes-
sungsgrundlagenmindernd zu berücksichtigen.116 Die Steuer, die auf die Importe
entfällt, stellt damit eine endgültige Steuerbelastung dar und kann als ein Schutz-
zoll auf Importe interpretiert werden. 117 Die damit verbundenen Auswirkungen in
ökonomischer und steuerlicher Hinsicht werden in den folgenden Kapiteln darge-
stellt.
3.2.2. Ökonomische Auswirkungen einer protektionistischen Handelspolitik
3.2.2.1. Auf Importe und Exporte
Angesichts der Steuerreformvorschläge zur Einführung einer DBCFT mit Grenz-
steuerausgleich in den USA sollen die ökonomischen Auswirkungen auf Importe
und Exporte beispielhaft bei einer unilateralen Einführung in den USA untersucht
werden. Insbesondere im Güterhandel strebt die USA nach einer Umkehr ihrer

113
Vgl. Fuest, C., IE 2017, S. 64.
114
Vgl. Auerbach, A J./Devereux, M. P/Simspon, H., Taxing, 2010, S. 884; Schreiber, U., Rev. of
Manag. Sci. 2013, S. 322.
115
Vgl. Richter, W./Wiegard, W., Steuern, 1991, S. 198; Auerbach, A J./Devereux, M. P/Simspon,
H., CESifo WP 2007, Nr. 2139, S. 884; Schreiber, U., Rev. Manag. Sci. 2013, S. 322; Auerbach,
A. J./Holzt-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 6.
116
Vgl. Schreiber, U., Rev. Manag. Sci. 2013, S. 322.
117
Vgl. Fuest, C., IE 2017, S. 64; Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017,
Nr. 88, S. 35.
22 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

anhaltend negativen Handelsbilanz.118 Sie hofft dabei auf einen Anstieg der inlän-
dischen Produktion und einer damit einhergehenden Schaffung von Arbeitsplät-
zen.119 Dies soll daraus resultieren, dass Importe durch die Besteuerung tendenzi-
ell teurer und Exporte durch die Steuerfreistellung billiger werden und somit die
heimische Produktion angeregt wird.120 Fraglich ist, ob die USA ihr Ziel über ei-
nen Grenzsteuerausgleich erreicht und welche Auswirkungen dies für die Han-
delspartner der USA hat.
Im Rahmen einer Studie untersuchten Yalcin/Felbermayer/Steininger121 anhand
des ifo-Simulationsmodells, welches ein statisches, allgemeines Gleichgewichts-
modells des internationalen Handels ist,122 die ökonomischen Auswirkungen einer
solchen Grenzsteuereinführung. Dabei liegt der Fokus auf einer Quantifizierung
struktureller Anpassungen (z. B. Produktionsstrukturen), während dynamische Ef-
fekte (z. B. Spar- und Investitionsverhalten) und monetäre Aspekte keine Berück-
sichtigung finden.123 Insoweit dient die Studie nur zur Beurteilung des Grenzsteu-
erausgleichs und nicht zur Beurteilung einer DBCFT, da das Investitionsverhalten
als ein Kernelement einer DBCFT keine Berücksichtigung findet.
Tabelle 1 zeigt die Veränderung der US-Exporte und -Importe in Drittländer (in
Prozent) bei einer Einführung eines Grenzsteuerausgleichs in Höhe von 20 % auf
Importe und einer Exportsubvention in gleicher Höhe. Dabei umfasst Tabelle 1
nur eine Auswahl von jeweils drei Ländern, die am stärksten hinsichtlich einer
Veränderung des Exports oder des Imports betroffen sind und das am wenigsten
betroffene Land hiervon. Für eine vollständige Darstellung aller 42 untersuchten
Ländern wird auf Anhang 1 verwiesen. Die Spalte „in Mio. USD“ stellt die US-
Exporte und Importe ins jeweilige Handelspartnerland dar. Dabei weist die Spalte
„Veränderung in %“ den prozentualen Anstieg bzw. Rückgang der US-Exporte

118
Vgl. Van Brederode, R. F., Sales, 2009, Band 33, S. 211; USCB, Balance (17.10.2017); Greene,
M., Border, S. 2 (28.12.2017); Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017,
Nr. 88, S. 3.
119
Vgl. Sinn, H.-W., BdKP 1987, S. 29f.; European Commission (DG TAXUD), Effects, 2006, S. 6,
Rn. 11; Shepardson, D., Trump (16.10.2017).
120
Vgl. Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88, S. 35.
121
Vgl. Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88.
122
Für eine detaillierte Beschreibung des Modells vgl. Aichele, R./Felbermayer, G./Heiland, I,
CESifo WP 2014, Nr. 5150; Felbermayer, G./Aichele, R./Heiland, I., ifo Institut WP Series 2016,
Nr. 219.
123
Vgl. Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88, S. 32.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 23

und Importe im Handelspartnerland im Vergleich zu einem Beibehalten der der-


zeitigen Handels- und Steuerpolitik aus.

Quelle: Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88, S. 48 (gekürzt)

Tabelle 1: Veränderung der US-Exporte und -Importe in ausgewählten Drittländern

Festzustellen ist, dass die US-Exporte bei allen untersuchten Ländern im ifo-Si-
mulationsmodell bei Einführung einer Grenzsteuer einen Rückgang von 4,10 %
bis 7,94 % aufweisen. Besonders stark vom US-Exportrückgang betroffen sind vor
allem Norwegen (-7,94 %), Deutschland (-7,54 %) und China (-7,48 %). Bei US-
Importen ist ein Rückgang von 0,47 % bis 6,67 % zu verzeichnen. Die stärksten
Importrückgänge sind bei China (-6,67 %) und Mexiko (-6,66 %) zu erkennen,
während Großbritannien sowohl beim Import als auch im Exportrelativ die
kleinste Veränderung verzeichnet.
Bei Betrachtung des Ergebnisses kann gesagt werden, dass die USA durch eine
Einführung einer Exportsubvention in Kombination mit einer Importbesteuerung
ihrem Ziel, die heimische Produktion zu fördern, gerade nicht nachkommt. Dies
müsste sich zumindest in einem Anstieg des US-Exports widerspiegeln,124 jedoch
ist über alle untersuchten Länder hinweg ein Rückgang sowohl im Export als auch
im Import zu verzeichnen. 125 Dies ist darauf zurückzuführen, dass Handelsbarrie-
ren grundsätzlich einen weltweiten Gesamtwohlfahrtsverlust auslösen.126

124
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 19.
125
Vgl. Fuest, C., IE 2017, S. 65.
126
Vgl. Farmer, K./Vlk, T., Ökonomik, 2011, S. 257, 259; Fuest, C., IE 2017, S. 65.
24 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Darüber hinaus ist zu beachten, dass dieses Simulationsmodell keine Reaktion von
Drittländern bei einer unilateralen Einführung einer solchen Grenzsteuer berück-
sichtigt.127 Denkbar ist, dass Drittländer ebenfalls nicht-tarifäre Handelsbarrieren
gegenüber US-Wirtschaftsgüter einführen.128 Ein solches Verhalten würde die
obigen Aussagen verstärken und die USA weiter isolieren.129
3.2.2.2. Auf Währungskurse
Um den möglichen Einfluss des Grenzsteuerausgleichs einer DBCFT auf die fle-
xiblen Währungskurse (ceteris paribus) in einem realen Umfeld untersuchen zu
können, ist zwischen einem kurzfristigen und einem langfristigen Betrachtungs-
zeitraum zu unterscheiden. Dabei wird in diesem Kapitel ein Drittland als ein Land
in der Eurozone und der Wechselkurs in der Mengennotierung aus Sicht der Eu-
rozone betrachtet.
Kurzfristig kann ein Grenzsteuerausgleich der USA dazu führen, dass die Wirt-
schaftsgüter kostengünstiger am Markt angeboten werden können und der Wech-
selkurs sich daraufhin anpasst.130 Dies lässt sich durch folgendes Beispiel in Ta-
belle 2 veranschaulichen.131 Unternehmen A exportiert aus den USA Waren im
Wert von 200 USD. Denselben Warenwert importiert Unternehmen B in die USA,
jeweils mit einem Einzahlungsüberschuss von 150 USD bzw. EUR, aufgrund von
anfallenden Lohnauszahlungen von 50 USD bzw. EUR. Ein Grenzsteuerausgleich
in Höhe von 20 % führt nun zu einem Einzahlungsüberschuss von Unternehmen A
in Höhe von 150 USD (Steuerfreistellung von Exporteinzahlungen) und 120 EUR
bei Unternehmen B bei unterstellter Wechselkursparität zwischen USD und EUR.

127
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 44;
Avi-Yonah, R. S./Mazzoni, G., BIT 2017, Nr. 6a, S. 14.
128
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 46;
Bärsch, S./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680; Desai, M. A., HBR onl. vom 1.5.2017, S. 4.
Vgl. insbesondere die Aussage des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker auf dem
G20-Gipfel in Hamburg vom 7./8. Juli 2017: „Wir können innerhalb von Tagen mit Gegenmaß-
nahmen reagieren, ich versichere Ihnen, dafür brauchen wir keine Wochen. Wir befinden uns in
Kampfstellung“, bei Doll, N., Vergeltung (28.12.2017).
129
Vgl. Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88, S. 32; Fuest, C., IE
2017, S. 66.
130
Vgl. Auerbach, A. J./Holtz-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 4; Auerbach, A. J./Devereux,
M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 19.
131
In Anlehnung an Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 105. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von
Auszahlungen in den USA sind aus Vereinfachungsgründen identisch mit den steuerlichen ab-
zugsfähigen Aufwendungen im Drittland der Eurozone, ebenso die Bemessungsgrundlage.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 25

Dies führt entweder zu einem höheren Gewinn von Unternehmen A und/oder zu


einem preisgünstigeren Warenangebot im internationalen Handel, da Unterneh-
men A eine steuerliche Entlastung von 30 USD (20 % von 150 USD) erfährt.132

Unternehmen B
Besteuerung/ Unternehmen A
(Drittland/ erhält
Unternehmen (USA/ erhält EUR)
USD)
Wechselkursparität 1 USD/EUR
Einzahlung 200 200
Lohnauszahlung 50 50
Einzahlungsüberschuss (v. St.) 150 150
Bemessungsgrundlage -50133 150
Steuerlast (20 %) 0 30
Einzahlungsüberschuss (n. St.) 150 120
Wechselkurs 0,8 USD/EUR
Einzahlungsüberschuss (n. St.)
in Fremdwährung 150 120
in Heimatwährung 120 150
Quelle: in Anlehnung an Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 105

Tabelle 2: Wechselkursänderung

Als Folge steigt die Nachfrage nach US-Exportwaren.134 Die USA importiert we-
niger und steigert ihren Export durch den Anstieg der Nachfrage nach US-Wirt-
schaftsgütern. So kann die USA ihrem Handelsbilanzdefizit entgegenwirken. 135
Drittländer hingegen können weniger exportieren und werden preisgünstigere

132
Vgl. Van Brederode, R. F., Sales, 2009, Band 33, S. 212; Auerbach, A. J., NBER WP 2017,
Nr. 23881, S. 14; Costinot, A./Werning, I., NBER WP 2017, Nr. 23427, S. 10.
133
Unter Berücksichtigung der Steuerfreistellung von US-Exporten und der Abzugsfähigkeit von
Lohnauszahlungen. Da der Fokus auf der Wechselkursanpassung liegt, wird bei einem Verlust
eine Steuerlast von null angenommen ohne weitere Folgen.
134
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. WP 2017, Nr. 1, S. 19;
Costinot, A./Werning, I., NBER WP 2017, Nr. 23427, S. 10.; Feldstein, M., WSJ vom 6.1.2017,
A.13.
135
Vgl. Van Brederode, R. F., Sales, 2009, Band 33, S. 29, 211; Feldstein, M., WSJ vom 6.1.2017,
A.13.
26 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Wirtschaftsgüter aus den USA nachfragen. Durch dieses Angebots- und Nachfra-
geverhalten der Marktakteure entstehen Wechselkursänderungen. Infolgedessen
wertet im obigen Beispiel der Dollar auf und der USD/Euro Kurs in Mengenno-
tierung aus Sicht der Eurozone sinkt.136 Diese Entwicklung zeichnet sich oftmals
vor dem tatsächlichen Eintritt eines Ereignisses ab, da der Markt das Vorantreiben
eines großen Ereignisses wie z. B. die US-Steuerreform bereits einpreist.
In der langfristigen Betrachtung können verschiedene Hypothesen aufgestellt wer-
den.137 Die erste Hypothese könnte der Gestalt sein, dass der Nachfrageanstieg
nach Waren des Unternehmen A solange standhält, bis der Wechselkurs zu einem
Ausgleich der Warenpreise führt.138 Dies tritt bei einem Wechselkurs von
0,8 USD/EUR ein. Dann entspricht der aus den USA exportierte Warenwert in
Fremdwährung 150 EUR und in Heimatwährung 120 USD. Bei den in die USA
importierten Waren trifft dies gegensätzlich zu. 139 Das neue Gleichgewicht hat nun
weder Auswirkungen auf den Export noch auf den Import und führt darüber hinaus
nicht zu Wechselkursanpassungen.140 Zu beachten ist jedoch, dass eine solche
Wechselkursanpassung keiner festen Gesetzmäßigkeit folgt, sondern durch di-
verse Faktoren, wie z. B Wettbewerbsintensität, Arbeitsmarktflexibilität, Auslas-
tung der Wirtschaft und Erwartungen, beeinflusst wird.141
Eine weitere Hypothese von langfristigen Auswirkungen der Währungskurse
könnte auf den Reaktionen der Drittländer beruhen,142 welche ebenfalls protektio-
nistische Maßnahmen einführen können.143 Solche Gegenmaßnahmen wären ver-
mutlich in der Wirkung äquivalent zu einem US-Grenzsteuerausgleich. Eine
schnellstmögliche Einführung solcher wäre von Politik und Wirtschaft ange-
strebt.144 Tritt dies ein, sinkt die Nachfrage nach (nicht mehr preisgünstigeren) US-

136
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 19;
Illing, F., Eurokrise, 2017, S. 16; Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 105; Reichert, T./Urken, P.,
BIT 2017, S. 134, 138.
137
Vgl. Keynes, J. M., Reform, 1924, S. 80.
138
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P., NBER WP 2013, Nr. 19579, S. 12; Barnes, P. A./Rosen-
bloom, D., BIT 2017, Nr. 6a, S. 21; Reichert, T./Urken, P., BIT 2017, Nr. 6a, S. 134.
139
Vgl. Auerbach, A. J., NBER WP 2017, Nr. 23881, S. 16; Feldstein, M., WSJ vom 6.1.2017, A.13.
140
Vgl. Auerbach, A. J./Holtz-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 4; Becker, J./Englisch, J., WD
2017, S. 105; Illing, F., Eurokrise, 2017, S. 16.
141
Vgl. Herger, N., Zentralbanken, 2016, S. 167, 172.
142
Vgl. Auerbach, A. J., NBER WP 2017, Nr. 23881, S. 15.
143
Vgl. Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680, Fuest, C., IE 2017, S. 65.
144
Vgl. hierzu die Aussage vom EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker in Fußnote 128.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 27

Waren von Unternehmen A, der Währungskurs USD/EUR notiert mit hoher


Wahrscheinlichkeit wieder zu pari (Ausgangssituation Tabelle 3) und die Handels-
ströme könnten ebenfalls wieder wie in der Ausgangssituation fließen. 145 Hier ist
jedoch anzumerken, dass dies einen Handelskrieg zumindest gegenüber den USA
auslösen würde.146
Im Ergebnis ist festzustellen, dass bei einer unilateralen Einführung eines Grenz-
steuerausgleichs durch die USA der US-Dollar in der kurzfristigen Betrachtungs-
weise stark aufwerten kann. Langfristig können verschiedene Hypothesen aufge-
stellt werden, die insbesondere auf der Reaktion der Drittländer beruhen.147 Daher
ist ein stagnierender USD/EUR Kurs ebenso möglich, wie ein steigender
USD/EUR Kurs, der sich durch eine fallende US-Exportnachfrage wieder bei der
Ausgangssituation einpendelt.148
3.2.3. Steuerliche Auswirkungen einer protektionistischen Handelspolitik
3.2.3.1. Abzugsfähigkeit von Auszahlungen für Löhne
Das am meisten kritisierte Elemente der DBCFT ist die Abzugsfähigkeit der terri-
torialen Auszahlungen von Löhnen von der steuerlichen Bemessungsgrundlage.149
Ziel dieses Kapitels ist es, den Zusammenhang zwischen den Auszahlungen für
Löhne und der Höhe der Exportsubvention sowie der Importbesteuerung heraus-
zuarbeiten und die Abzugsfähigkeit kritisch zu würdigen.
Tabelle 3 zeigt drei Fallvarianten von unter einer DBCFT agierenden Unterneh-
men. Das Inland repräsentiert dabei das DBCFT-Inland. Alle Unternehmen erzie-
len insgesamt 100 USD als Einzahlung aus Verkäufen und müssen hierfür Aus-
zahlungen in Höhe von jeweils 50 USD zzgl. Lohnauszahlungen i. H. v. 15 USD
leisten. Fall A spiegelt ein Unternehmen wieder, welches inländische Vorleistun-
gen bezieht und seine Erzeugnisse im Inland verkauft. Im Fall B wird ein Teil der
Erzeugnisse in ein Drittland exportiert, währenddessen im Fall C die Erzeugnisse
im Inland verkauft werden, jedoch Vorleistungen aus einem Drittland bezogen

145
Vgl. Auerbach, A. J./Holtz-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 4.
146
Vgl. Fuest, C., IE 2017, S.65; Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680.
147
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 22;
Schoppe, C./Weigelt, Y., BB 2017, S. 730.
148
Vgl. Fuest, C., IE 2017, S. 65.
149
Vgl. Auerbach, A J./Devereux, M. P/Simspon, H., Taxing, 2010, S. 884; Schreiber, U., Rev. of
Manag. Sci. 2013, S. 322; Auerbach, A. J./Holtz-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 6.
28 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

werden. In der Ausgangssituation hat das Unternehmen im Fall A eine Steuerzahl-


last von 7 USD, der Fall B von 3 USD und Fall C von 11 USD zu tragen. Die Dif-
ferenz der Steuerlasten beruht auf der Exportfreistellung im Fall B von 20 USD
und der Besteuerung der Auszahlungen für bezogene Vorleistungen aus einem
Drittland von ebenfalls 20 USD im Fall C. Treten die erhofften Folgen der Steu-
erreform in den USA ein,150 führt die Exportsubvention zu einem Nachfragean-
stieg nach inländischen Erzeugnissen. Dieser Anstieg könnte eine Erhöhung der
Arbeitsnachfrage auslösen, die vor allem bei Vollbeschäftigung einem relativ star-
ren Arbeitsangebot gegenübersteht. Die Folge ist ein Anstieg des inländischen
Lohnniveaus.151 Bei einer Erhöhung des Lohnniveaus um 50 % in der Abwand-
lung erfahren alle drei Unternehmen eine Steuerentlastung von 2 USD (20 % der
50 %-Erhöhung des Lohnniveaus; 20 % von 10 USD). Hiermit kann gezeigt wer-
den, dass sich die Auszahlung von Lohn proportional zur Höhe der Exportsubven-
tion und Importbesteuerung verhält. 152

Besteuerung (in USD) /


Fall A Fall B Fall C
Fallvarianten
Auszahlung für Löhne in Höhe von 15 USD
Einzahlung aus Verkauf 100 100 100
davon Export 0 20 0
davon Inland 100 80 100
Auszahlung aus Zukäufen 50 50 50
davon Import 0 0 20
davon Inland 50 50 30
Auszahlung für Löhne 15 15 15
DBCF vor Steuern 35 35 35
Bemessungsgrundlage 35 15 55
Steuerlast (Steuersatz 20 %) 7 3 11

150
Vgl. Ryan, P./Brady, K. A Better Way, S. 12 (28.12.2017); Trump, D. J., Framework, S. 2, 5
(20.10.2017).
151
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 105; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a.,
Oxoford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 34.
152
Vgl. Sullivan, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 150; Collier, R./Devereux, M. P, Oxford Univ. CBT
WP 2017, Nr. 6, S.3.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 29

Abwandlung: Auszahlung für Löhne in Höhe von 30 USD


Auszahlung für Löhne 30 30 30
DBCF vor Steuern 25 25 25
Bemessungsgrundlage 25 5 45
Steuerlast (Steuersatz 20 %) 5 1 9
Quelle: In Anlehnung an Sullivan, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 151-152

Tabelle 3: Zusammenhang zwischen Lohnauszahlung, Exportsubvention und Importbesteuerung

Anzumerken ist, dass die Kritik an der Abzugsfähigkeit der Auszahlung für Lohn
maßgebend darauf beruht, dass ein solcher Abzug bei einer europäischen Umsatz-
steuer, welche ebenfalls einen Grenzsteuerausgleich beinhaltet, untersagt wird. 153
Bei einer Modifikation einer Umsatzsteuer (ceteris paribus) dahingehend, dass
diese mit einer Abzugsmöglichkeit von Lohnkosten kombiniert wird, entspricht
diese wirtschaftlich der in dieser Arbeit beschriebenen DBCFT mit Grenzsteuer-
ausgleich.154 Darüber hinaus ist anzumerken, dass bei Unternehmen steuerlich die-
selben Auswirkungen wie bei einer DBCFT auftreten, sofern neben der Umsatz-
steuer eine Reduzierung der Lohnbesteuerung erfolgt.155 Unterschiede ergeben
sich lediglich über die differenzierte Art und Weise wie ein Unternehmen die Ent-
lastung erfährt. Denkbar wäre ein gleichbleibendes Nettolohnniveau für den Ar-
beitnehmer, währenddessen eine geringere Lohnbesteuerung die Bruttolöhne sin-
ken lässt und so zu geringeren Lohnauszahlungen für Unternehmen führt. Um zu
einem äquivalenten Ergebnis zu kommen müsste die Reduzierung der Lohnbe-
steuerung wertmäßig der Abzugsfähigkeit der Lohnauszahlung unter einer
DBCFT entsprechen. Problematisch erscheint im Beispiel für Deutschland nur,
die Äquivalenz zwischen einem individuellen progressiven Steuersatz auf das Ar-
beitseinkommen und einer proportionalen Abzugsfähigkeit der Lohnauszahlungen

153
Vgl. Richter, W./Wiegard, W., Steuern, 1991, S. 198; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M.
u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, S. 18; Sullivan, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 150.
154
Vgl. Cui, W., Oxford Univ. CBT WP 2015, Nr. 21, S. 10; Collier, R./Devereux, M. P, Oxford Univ.
CBT WP 2017, Nr. 6, S.3; Desai, M. A., HBR onl. vom 1.5.2017, S. 4; Graetz, M. J., Colum. J.
Tax L. 2017, S. 120; Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 8.
155
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, S. 18; Sulli-
van, M. A., BIT 2017, Nr. 6a, S. 152.
30 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

herzustellen.156 Des Weiteren erscheint eine Senkung der Bruttolöhne trotz gleich-
bleibender Nettolöhne politisch äußerst bedenklich.
3.2.3.2. Doppelbesteuerung bei grenzüberschreitendem Direktgeschäft
Eine Doppelbesteuerung bei einem grenzüberschreitenden Direktgeschäft157 tritt
in Folge der Ausübung staatlicher Souveränität auf, wenn der Steuerpflichtige dem
Steuerzugriff mehrerer Staaten unterliegt.158 Ursache hierfür sind zwei divergie-
rende, nicht aufeinander abgestimmte Besteuerungssysteme, wie es möglicher-
weise die DBCFT und die deutsche Unternehmensbesteuerung sind.159 Im Folgen-
den wird angenommen, dass die DBCFT nicht in Deutschland, sondern in einem
Drittland eingeführt wird.
Betrachtet man ein deutsches, unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtiges, expor-
tierendes Unternehmen (§ 1 Abs. 1 KStG), so stellt das in ein DBCFT-Drittland
exportierte Wirtschaftsgut mit seinem Bruttoverkaufspreis ‫ܧ‬௉ǡ஽஻஼ி் aufgrund des
Bestimmungslandprinzips Besteuerungssubstrat des territorialen, nationalen Steu-
errechts einer DBCFT dar.160 Auf den Bruttopreis wird eine Importbesteuerung
(aus Sicht des DBCFT-Landes, ‫ݏ‬஽஻஼ி் ) in Höhe von 20 % anfallen.161 Zu beachten
ist, dass Kosten162 im DBCFT-Inland ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் im Zusammenhang mit dem Ver-
kauf des Wirtschaftsgutes wegen des Territorialprinzips die Bemessungsgrund-
lage mindern, nicht jedoch Kosten die außerhalb des DBCFT-Landes angefallen

156
Vgl. Schreiber U., Rev. Manag. Sci. 2013, S. 322.
157
Der Begriff beruht auf keinem gesetzlichen Tatbestand. Er soll in dieser Arbeit den gewerblichen
internationalen Leistungsaustausch ohne festen Anknüpfungspunkt im Abnehmerland erfassen.
158
Vgl. Wassermeyer, F./Kaeser, C./Lang, M. u. a., 2015, Vor. Art. 1 MA, Rn. 1, 3; Endres, D./Oe-
streicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 3; Haase, F., Internationales, 2017,
S. 16, Rn. 24.
159
Vgl. Djanani, C./Brähler, G., Internationales, 2008, S.17; Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP
2017, Nr. 16, S. 5.
160
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 15-
16; Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 27 (128.12.2017).
161
Die Importsteuerbelastung i. H. v. 20 % erfolgt in Anlehnung an Ryan, P./Brady, K., A Better
Way, S. 25 (28.12.2017) und Trump, D. J, Reform, S. 7 (28.12.2017).
162
Da die Doppelbesteuerung aus Sicht eines deutschen Unternehmens betrachtet wird, sind Auszah-
lungen im DBCFT-Land mit anfallenden Kosten in Deutschland begrifflich gleichzusetzen.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 31

sind.163 Formelbasiert lässt sich die Steuerbelastung im DBCFT-Land ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்


wie folgt darstellen:164

(7) ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்  ൌ ൫‫ܧ‬௉ǡ஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் ൯ ൈ ‫ݏ‬஽஻஼ி்


Formel 7: Steuerbelastung im DBCFT-Land eines deutschen, exportierenden Unternehmens

Gleichzeitig fließt der Bruttoverkaufspreis aufgrund des Welteinkommensprinzips


(§ 1 Abs. 2 KStG) in die deutsche Bemessungsgrundlage mit ein. Im Gegensatz
zur DBCFT können in Deutschland alle mit dem Verkauf anfallende Kosten be-
rücksichtigt werden (R 34c Abs. 3 EStR). Dies wird durch die Subtrahenden ‫ܣ‬௄ǡ஽
für Kosten in Deutschland und ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் für Auszahlungen im DBCFT-Land aus-
gedrückt. Die deutsche Steuerbelastung wird im zweiten Term der Formel 8 dar-
gestellt. Die grundsätzliche Gesamtsteuerbelastung ܵ‫ܤ‬௚௘௦௔௠௧ǡ setzt sich aus der
Steuerlast im DBCFT-Land zzgl. der deutschen Steuerlast zusammen.

(8) ܵ‫ܤ‬௚௘௦௔௠௧  ൌ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ൅ ൫‫ܧ‬௉ǡ஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽ ൯ ൈ ‫ݏ‬஽


Formel 8: Gesamtsteuerbelastung in Deutschland (ohne Abmilderung der Doppelbelastung)

Infolgedessen findet eine Doppelbesteuerung in Höhe des Bruttoverkaufspreises


abzüglich möglicher im DBCFT-Land anfallender Kosten statt.165 Das deutsche
Exportunternehmen ist einer Doppelbesteuerung ausgesetzt, ohne dass sich der re-
ale Gewinn erhöht hat.166 Diese Mehrbelastung erhöht sich sowohl mit steigendem
US-Steuersatz (‫ݏ‬஽஻஼ி் ) als auch mit steigendem deutschen Steuersatz (‫ݏ‬஽ ) und
führt zu höheren Steuereinnahmen. 167 Gleichzeitig diskriminiert dies deutsche Ex-
porteure im Wettbewerb auf dem DBCFT-Markt, da sie die Wirtschaftsgüter teu-
rer anbieten müssen, um keine Gewinnschmälerung in Kauf zu nehmen.168

163
Vgl. Auerbach, A. J./Holtz-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 9; Avi-Yonah, R. S./Mazzoni,
G., BIT 2017, Nr. 6a, S. 13; Dharmapala, D., Reform, 2017, S. 253; Fuest, C., IE 2017, S. 65.
164
In Anlehnung an Lühn, A., Konzernsteuerplanung, 2009, Band 367, S. 21.
165
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 4; Becker, J./Eng-
lisch, J., WD 2017, S. 106; Fuest, C., IE 2017, S. 65.
166
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 106; Heinemann, F./Spengel, C., ZEW 2017, Nr. 2, S. 2.
167
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 106.
168
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 5; Bärsch, S.-E./Ol-
bert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680; Reichert, T./Urken, P., BIT 2017, Nr. 6a, S. 131; Cuodros,
A. M., BIT 2017, Nr. 6a, S. 73.
32 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Da die Vereinbarkeit einer DBCFT mit DBA in Kapitel 3.3.2. analysiert wird, soll
hier die Annahme getroffen werden, dass Deutschland mit dem DBCFT-Land kein
DBA geschlossen hat (§ 26 Abs. 1 Nr. 1 KStG i. V. m. § 34c Abs. 6 S. 1 EStG).
Es stellt sich damit die Frage, ob § 34c Abs. 1-3 EStG Anwendung findet und die
Mehrbelastung unilateral abmildert.169 Hierzu ist vorauszusetzen, dass die DBCFT
eine ausländische Steuer gem. § 34d EStG ist und eine Identität hinsichtlich der
Einkünfte vorliegt.170 Des Weiteren setzt dies einen Abzug der im DBCFT-Staat
geleisteten Steuer von der deutschen Bemessungsgrundlage voraus oder eine
gleichwertige Entlastung durch Anrechnung der geleisteten Steuer auf die deut-
sche Steuerschuld.171 Unklar ist dabei lediglich, ob die DBCFT einer deutschen
Einkommensteuer entspricht und nach § 34c Abs. 1 EStG angerechnet oder auf
Antrag nach Abs. 2 EStG abgezogen werden kann. Hierfür ist die Voraussetzung
„der deutschen Einkommensteuer entsprechenden Steuer“ des § 34c Abs. 1 S. 1
EStG weit auszulegen.172 Irrelevant ist die steuertechnische Ausgestaltung (Steu-
ersatz/ Pauschalierung) oder die Steuererhebung. Elementar ist dagegen die funk-
tionale Gleichartigkeit.173 Diese ist nach Jacobs bei der Erhebung einer Importbe-
steuerung nicht gegeben,174 sodass eine Anrechnung bzw. ein Abzug nach § 34c
Abs. 1, 2 EStG ausscheidet.
Abhilfe könnte § 34c Abs. 3 EStG schaffen, der eine Anrechnungsmöglichkeit er-
öffnet, sofern die ausländische Steuer nicht der deutschen Einkommensteuer ent-
spricht. Aber auch hier ist kritisch zu hinterfragen, ob eine DBCFT eine „auslän-
dische Steuer vom Einkommen nach Abs. 1“ gem. § 34c EStG darstellt. Dabei
wird nach nationalem deutschen Steuerrecht das Einkommen durch § 8 Abs. 1
KStG i. V. m. § 2 Abs. 2-4 EStG definiert. Da bereits in der obigen Argumentation

169
Vgl. Gosch, D., in: Kirchhof, P., 2017, § 34c EStG, Rn. 1; Heinicke, W., in: Schmidt, L, 2017, § 34c
EStG, Rn. 1. Unter den Voraussetzungen des § 50 Abs. 3 EStG kann eine beschränkt steuerpflich-
tige Körperschaft die Anrechnung ebenso in Anspruch nehmen (§ 26 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 KStG).
170
Vgl. Gosch, D., in: Kirchhof, P., 2017, § 34c EStG, Rn. 14.
171
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 63, 68; Cuodros,
A. M., BIT 2017, Nr. 6a, S. 73.
172
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 42.
173
Vgl. Gosch, D., in: Kirchhof, P., 2017, § 34c EStG, Rn. 19; Kuhn, T., in: Herrmann, C./Heuer,
G./Raupach, A., 2017, § 34c EStG, Rn. 62; Wagner, K. J., in: Blümich, 2017, § 34c EStG, Rn. 29.
Anzumerken ist, dass Schweden und Großbritannien bereits das Merkmal der Gleichartigkeit auf-
gegeben haben und eine umfassende Steuerkompensation erlauben, vgl. Endres, D./Oestreicher,
A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 52.
174
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 42; Lüdicke, J., in:
Flick, H./Wassermeyer, F./Baumhoff, H. u. a., 2017, § 34c EStG, Rn. 142.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 33

eine DBCFT nicht als äquivalent zu einer deutschen Einkommen- bzw. Körper-
schaftsteuer aufzufassen ist, kann auch hier nicht auf eine nationale Definition des
Einkommensbegriffs zurückgegriffen werden.175 Die DBCFT stellt einen Einzah-
lungsüberschuss über den Auszahlungen dar.176 Eine solche zahlungsmittelorien-
tierte Besteuerung weist nur wenige Gemeinsamkeiten mit einer periodisierten Be-
steuerung auf, welcher der Begriff des Einkommens zuzuordnen ist (vgl. Kapi-
tel 3.1.2). Aus diesem Grund muss die Voraussetzung „eine[r] ausländische[n]
Steuer vom Einkommen“ in § 34c Abs. 3 EStG ebenfalls verneint werden.177 Die
ausländische Steuer einer DBCFT ist eher als „ausländische Steuer eines Einzah-
lungsüberschusses“ zu bezeichnen.178
Fraglich ist, ob eine Doppelbesteuerung bereits durch § 10 Nr. 2 KStG verhindert
wird, danach sind Steuern vom Einkommen nichtabziehbare Aufwendungen. Bei
einer Verneinung der DBCFT als ausländische Steuer vom Einkommen unterliegt
der Grenzsteuerausgleich der DBCFT auch nicht dem Abzugsverbot von § 10
Nr. 2 KStG.179 Dies beruht darauf, dass § 34c Abs. 2, 3 EStG einen vom Gesetz-
geber gewollten Ausnahme zu § 10 Nr. 2 KStG darstellt und im Umkehrschluss
ebenfalls nicht zum Tragen kommt.180 Daher ist gem. § 8 Abs. 1 S. 1 KStG i. V. m.
§ 2 Abs. 1, 2 § 4 Abs. 4 EStG ein Betriebsausgabenabzug möglich.181 Die Gesamt-
steuerbelastung ܵ‫ܤ‬஽ǡ௚௘௦௔௠௧ mit Abmilderung durch den Betriebsausgabenabzug
ist wie folgt darzustellen:

(9) ܵ‫ܤ‬஽ǡ௚௘௦௔௠௧  ൌ ൫‫ܧ‬௉ǡ஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ൯ ൈ ‫ݏ‬஽


Formel 9: Gesamtsteuerbelastung in Deutschland (mit Abmilderung der Doppelbelastung)

Durch den Abzug der DBCFT ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் als Betriebsausgaben in Deutschland wird
die Doppelbelastung, jedoch nur in Höhe des Produkts aus Steuerbelastung im
DBCFT-Land ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் und dem deutschen Steuersatz ‫ݏ‬஽ abgemildert, nicht hin-
gegen in Höhe der zu zahlenden Steuerbelastung ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் im DBCFT-Land.

175
Vgl. Prokisch, R., in: Kirchhof, P./Söhn, H./Mellinghoff, R., 2017, § 34c EStG, Rn. B 89.
176
Vgl. Cansier, D., WD 1989, S. 49; Bach, S., Steuer, 1993, Sonderheft 150, S. 37.
177
Vgl. Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680.
178
Vgl. Kaiser, M., Reform, 1992, Band 72, S. 42.
179
Vgl. Heger, K., in: Gosch, D., KStG, 2009, § 10, Rn. 26.
180
Vgl. Lüdicke, J., in: Flick, H./Wassermeyer, F./Baumhoff, H. u. a., 2017, § 34c EStG, Rn. 84.
181
Vgl. Heinicke, W., in: Schmidt, L., 2017, § 4 EStG, S 259, Rn. 520.
34 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Darüber hinaus ist zu beachten, dass sich die Doppelbelastung nicht allein aus der
Importbesteuerung im Bestimmungsland ergibt. Die Belastung wird über die Ver-
sagung des Abzugs der deutschen Kosten ‫ܣ‬௄ǡ஽ , die nicht im DBCFT-Bestim-
mungsland angefallen sind, verstärkt.182 Dem deutschen Exporteur entgeht durch
das Territorialprinzip eine Entlastung im DBCFT-Land i. H. des ersten Subtrahen-
den, welche sich durch den Betriebsausgabenabzug in Deutschland abmildert
(zweiter Subtrahend).
(10) ܵ‫ܧ‬௚௘௦௔௠௧ ൌ ‫ܣ‬௄ǡ஽ ൈ ‫ݏ‬஽஻஼ி் െ ‫ܣ‬௄ǡ஽ ൈ ‫ݏ‬஽஻஼ி் ൈ ‫ݏ‬஽
Formel 10: Nicht nutzbare steuerlichen Gesamtentlastung

Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass sich deutsche Unternehmen mit Exporten
in ein DBCFT-Land mit einer Doppelbelastung konfrontiert sehen müssen. Diese
setzt sich zum einen aus dem Effekt der Importbesteuerung und zum anderen aus
der Versagung der Abzugsfähigkeit der Kosten in Deutschland zusammen. Da § 8
Abs. 1 KStG i. V. m. § 34c EStG und korrespondierend hierzu § 10 Nr. 2 KStG
keine Anwendung finden, wird die Doppelbelastung lediglich über den Abzug der
DBCFT als Betriebsausgabe abgemildert. Zu beachten ist jedoch, dass Unterneh-
men im DBCFT-Land, die Vorleistungen für ihre Wirtschaftsgüter ins DBCFT-
Land importieren, derselben Importbesteuerung mit den entsprechenden Folgen
unterliegen.
3.2.3.3. Nichtbesteuerung bei grenzüberschreitendem Direktgeschäft
Im Gegensatz zur Doppelbesteuerung existiert für die doppelte Nichtbesteuerung
eines grenzüberschreitenden Direktgeschäfts183 keine allgemeine Definition in
Gesetzen, Verwaltungsanweisungen oder Gerichtsentscheidungen. 184 Ursächlich
sind auch hier zwei divergierende, nicht aufeinander abgestimmte Besteuerungs-
systeme, wie es möglicherweise die DBCFT und die deutschen Unternehmensbe-
steuerung sind.185 Dies soll im Folgenden anhand eines Exportunternehmens im
DBCFT-Land verdeutlicht werden, welches ein Wirtschaftsgut an ein deutsches

182
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 29; Müller, P. C., Unternehmens-
steuern, 2013, S. 162; Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Uni. CBT WP
2017, Nr. 1, S. 32.
183
Vgl. hierzu Fußnote 157.
184
Vgl. Rust, A., Nichtbesteuerung, 2013, Band 42, S. 37.
185
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 9.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 35

Unternehmen als Endkonsument verkauft. Dabei wird die Annahme getroffen,


dass zwischen dem DBCFT-Land und Deutschland kein DBA geschlossen wurde.
Unter einer DBCFT sind Exporte aufgrund des Grenzsteuerausgleichs von der Be-
messungsgrundlage freizustellen.186 Sämtliche im Zusammenhang mit dem Ver-
kauf entstandenen Kosten im DBCFT-Land sind als Auszahlung bemessungs-
grundlagenmindernd zu berücksichtigen.187 Daher ergibt sich folgende DBCFT-
inländische Steuerentlastung für rein exportierende Unternehmen, unter der An-
nahme, dass diese zu einer sofortigen Steuererstattung führt (vgl. Kapitel 2.1.1.):
(11) ܵ‫ܧ‬஽஻஼ி்  ൌ ‫ܣ‬௄ǡ஽஻஼ி் ൈ ‫ݏ‬஽஻஼ி்
Formel 11: Steuerbelastung bzw. -entlastung bei Exporten im DBCFT-Land

Fraglich ist, ob bei einer unilateralen Einführung einer DBCFT dieser Sachverhalt
in Deutschland steuerpflichtig ist. Da in diesem Beispiel von einem Direktgeschäft
ausgegangen wird, scheidet eine unbeschränkte Körperschaftsteuerpflicht gem.
§ 1 Abs. 1 KStG mangels steuerlichem Anknüpfungspunkt aus. Auch eine be-
schränkte Körperschaftsteuerpflicht scheidet gem. § 2 Nr. 1 KStG mangels inlän-
discher Einkünfte (§ 8 Abs. 1 S. 1 KStG i. V. m. § 49 EStG) aus, sodass kein An-
knüpfungspunkt für eine deutsche Besteuerung vorliegt.188 Im Ergebnis tritt eine
doppelte Nichtbesteuerung auf, da der Export weder im DBCFT-Land noch in
Deutschland besteuert wird.189
Betrachtet man dieses Ergebnis in Kombination mit dem Ergebnis aus Kapi-
tel 3.2.3.2. kann daraus ein Anreiz abgeleitet werden, zukünftig in einem DBCFT-
Land zu produzieren um die steuerlichen Vorteile nutzen zu können. 190
Darüber hinaus kann das Unternehmen trotz der doppelten Nichtbesteuerung seine
im DBCFT-Inland angefallenen Kosten als Auszahlung z. B. für Löhne berück-
sichtigen.191 Dies führt zu einer weiteren Folgewirkung. Unter der obigen An-
nahme eines Exportunternehmens, das keine DBCFT-inländischen Einzahlungen

186
Vgl. Auerbach, A. J./Holzt-Eakin, D., AAF Research Dec. 2016, S. 8; Dharmapala, D., Reform,
2017, S. 253.
187
Vgl. Schön, W., WTO, 2016, S. 443; Fuest, C., IE 2017, S. 65; Avi-Yonah, R. S./Mazzoni, G.,
BIT 2017, Nr. 6a, S. 13.
188
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 893.
189
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 106; Cuodros, A. M., BIT 2017, Nr. 6a, S. 73.
190
Vgl. Auerbach, A. J., NBER WP 2017, Nr. 23881, S. 8.
191
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 29.
36 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

erzielt, entsteht pro Überschussermittlungszeitraum eine negative Bemessungs-


grundlage.192 Nach dem DBCFT-Modell (vgl. Kapitel 2.1.1.) würde dies zu einer
Steuererstattung führen. Ausgehend vom Reformvorschlag A Better Way, der für
Verluste einen unbeschränkten, verzinsten Verlustvortrag vorsieht,193 kann das
Exportunternehmen den Verlustvortrag in der Zukunft nicht nutzen, sofern es zu
keinem zukünftigen Zeitpunkt steuerbare Einzahlungen erwirtschaftet. 194 Dies
lässt das DBCFT-Exportunternehmen zu einem attraktiven Merger- und Acquisi-
tion-Kandidaten werden.195
3.2.3.4. Kein Anlass zur Änderung der steuersystematischen Einordnung
Nach der Analyse des Grenzsteuerausgleichs, kann -entgegen der Kritik- eine
DBCFT mit Grenzsteuerausgleich weiterhin als direkte Steuer gesehen werden.
Die Kritiker vertreten die Meinung, dass durch die Einführung eines Grenzsteuer-
ausgleichs bei der DBCFT eine indirekte Steuer vorliegt, da die Ähnlichkeit zu
einer Umsatzsteuer überwiegt, welche ebenfalls einen Grenzsteuerausgleich bein-
haltet.196 Aus diesem Grund ist Gegenstand dieses Kapitels, Gemeinsamkeiten und
Unterschiede hinsichtlich des Grenzsteuerausgleichs einer DBCFT und einer eu-
ropäischen Umsatzsteuer herauszuarbeiten. Ziel ist die DBCFT in ihrer Einord-
nung als direkte Steuer zu bestärken.
Der Kritik muss insoweit zugestimmt werden, dass die grundsätzliche Funktion
des Grenzsteuerausgleichs bei beiden Steuern identisch ist. Importe unterliegen
der Besteuerung im Bestimmungsland und Exporte sind von der Besteuerung frei-
zustellen.197

192
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 76;
Patel, E./McClelland, J., DT OTA WP 2017, Nr. 116, S. 10.
193
Vgl. Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 26 (28.12.2017).
194
Vgl. Hariton, D., BIT 2017, Nr. 6a, S. 125; Reichert, T./Urken, P., BIT 2017, Nr. 6a, S. 131. Für
Vorschläge zur Beseitigung dieses Problems vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simspon, H.,
Taxing, 2010, S. 884-885.
195
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 106; Desai, M. A., HBR onl. vom 1.5.2017, S. 4; Hei-
nemann, F./Spengel, C./Olbert, M. u. a., ZEW FB 2017, S. 19.
196
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Simson, H., Taxing, 2010, S. 885, 53; Sentsova, M., VAT,
2009, S. 199; OECD (Hrsg.), VAT/GST, 2013, S. 3; Graetz, M. J., Colum. J. Tax L. 2017, S. 120;
Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 3; Neville, M. K., JIT 2017, S. 27.
197
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 104; Dharmapala, D., Reform, 2017, S. 253; Jarass,
L. J./Tokman, A. E./Wright, M. L., BB 2017, S. 2843.
3.2. Einführung eines Grenzsteuerausgleichs 37

Darüber hinaus wurde in Kapitel 3.1.1. die Überwälzung der Steuerbelastung auf
einen Dritten als Klassifizierungskriterium für indirekte Steuern herangezogen. 198
Diese Überwälzung der Steuerbelastung kann darin gesehen werden, dass Unter-
nehmen von Drittländern im Vergleich zu DBCFT-inländischen Unternehmen
beim Import in ein DBCFT-Land aufgrund des Grenzsteuerausgleichs ihre Preise
anheben, um keine Gewinnschmälerung hinnehmen zu müssen (vgl. Kapi-
tel 3.2.3.2.).199 Im Ergebnis wird der Grenzsteuerausgleich an den Abnehmer des
Wirtschaftsgutes über den Preis weitergegeben, sodass hierbei eine Gemeinsam-
keit vorliegt. Diese Überwälzung reduziert sich, sobald das Steuersystem des
Drittlands eine unilaterale Abmilderung der Doppelbelastung gewährt, da die Un-
ternehmen der Drittländer dies über eine Preissenkung weitergeben um wettbe-
werbsfähiger zu bleiben.200 Des Weiteren kann sich die Überwälzung, wie in Ta-
belle 3 erläutert, durch eine Anpassung der Währungskurse reduzieren oder auflö-
sen, sodass die theoretische Gemeinsamkeit zwar nachzuvollziehen ist, in der
langfristigen Betrachtung jedoch nicht zwingend vorliegen muss. 201
Unterschiede ergeben sich dagegen bei der Steuerentstehung. Die europäische
Umsatzsteuer entsteht auf Transaktionsebene, d. h. pro verkauftem Wirtschaftsgut
(Art. 63 MwStSystRL202), sodass auch jedem Wirtschaftsgut die entsprechende
Steuerbelastung zugeordnet werden kann.203 Auch bei einer Erhebung als Jahres-
steuer (vgl. z. B. § 16 Abs. 1 S. 2 UStG) ist Steuergegenstand nicht der Jahresum-
satz, sondern die einzelnen Umsätze i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 5 UStG.204 Wäh-
rend bei einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich sich ebenfalls die Steuerbelas-
tung mit jedem zusätzlichen Import erhöht und mit jedem Export vermindert, kann
dem einzelnen Wirtschaftsgut nicht die entsprechende Steuerbelastung zugeordnet

198
Vgl. EuGH vom 8.6.1999, ECLI:EU:C:1999:285, Rn. 24; Englisch, J., Taxes, 2009, S. 1; Sent-
sova, M., VAT, 2009, S. 195; Hey, J./Englisch, J., Steuerschuldrecht, 2015, S. 252, Rn. 20; Hom-
burg, S., Steuerlehre, 2015, S. 11.
199
Vgl. EuGH vom3.10.2006, ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 28; Van Brederode, R., Sales, 2009,
Band 33, S. 29.
200
Vgl. EuGH vom 8.6.1999, ECLI:EU:C:1999:285, Rn. 24; Van Brederode, R., Sales, 2009,
Band 33, S. 29.
201
Vgl. Schön, W., WTO, 2016, S. 447.
202
Vgl. Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuer-
system, ABl. EG Nr. L 347, S. 19, Art. 63.
203
Vgl. EuGH vom3.10.2006, ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 28; Cnossen, S., VAT, 2009, S. 139; Eng-
lisch, J., Taxes, 2009, S. 15.
204
Vgl. Lippross, O.-G., UStG, 2017, S. 56, Buchstabe c.
38 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

werden. Dies beruht darauf, dass die DBCFT in einem jährlichen Turnus auf ag-
gregierter Unternehmensebene anfällt.205 Auszahlungen für Kosten, dazu gehören
auch die des Exports, können bspw. Einzahlungen aus nationalen Verkäufen ge-
genübergestellt werden, sodass eine Ermittlung der Steuerbelastung des rein nati-
onalen Verkaufs nahezu unmöglich ist.206
Ferner wird die europäische Umsatzsteuer auf jeden Mehrwert einer Wertschöp-
fungsebene erhoben. Die Summe aller Mehrwerte entspricht der Differenz aus
Verkaufspreis abzgl. der Kosten.207 D. h es erfolgt eine Besteuerung der Netto-
wertschöpfung. Im Gegensatz dazu findet bei einer DBCFT mit Grenzsteueraus-
gleich keine Besteuerung der Nettowertschöpfung statt. Dies rührt von der Tatsa-
che, dass aufgrund des Territorialprinzips z. B. Auszahlungen für Kosten, die au-
ßerhalb des DBCFT-Landes angefallen sind, nicht die Bemessungsgrundlage einer
DBCFT mindern. Eine Besteuerung der Nettowertschöpfung erfolgt nur, wenn al-
len Einzahlungen auch alle Auszahlungen gegenübergestellt werden können. 208
Daraus ist außerdem abzuleiten, dass die DBCFT mit Grenzsteuerausgleich nati-
onale Wirtschaftsgüter und Wirtschaftsgüter, die importierte, nichtabzugsfähige
Vorleistungen enthalten, nicht im selben Maße steuerlich belastet. Im Gegensatz
dazu ist die europäische Umsatzsteuer neutral und belastet Wirtschaftsgüter mit
und ohne importierten Vorleistungen identisch.209
Ein weiterer Unterschied beruht auf der Abzugsfähigkeit von im DBCFT-Land
angefallenen Auszahlungen für Löhne. Ein solcher Abzug ist hinsichtlich der eu-
ropäischen Umsatzsteuer untersagt, wohingegen er bei einer DBCFT zu berück-
sichtigen ist.210 Die Berücksichtigung ist ein klassisches systematisches Element

205
Vgl. EuGH vom 8.6.1999, ECLI:EU:C:1999:285, Rn. 23; EuGH vom 3.10.2006,
ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 30; Devereux, M. P./de la Feria, R., Oxford Univ. CBT WP 2014,
Nr. 7, S. 11.
206
Vgl. EuGH vom 8.6.1999, ECLI:EU:C:1999:285, Rn. 25; EuGH vom3.10.2006,
ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 33; Schön, W., WTO, 2016, S. 446.
207
Vgl. EuGH vom 3.10.2006, ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 28; Engelen, W., VAT 2017, S. 202.
208
Vgl. Schön, W., WTO, 2016, S. 446; Barnes, P. A./Rosenbloom, H. D., BIT 2017, S. 20.
209
Vgl. EuGH vom 3.10.2006, ECLI:EU:C:2006:629, Rn. 29; European Commission (DG TAXUD),
Effects, 2006, S. 8, Rn. 20; Van Brederode, R. F., Sales, 2009, Band 33, S. 212; Barnes,
P. A./Rosenbloom, H. D., BIT 2017, S. 21; Engelen, W., VAT 2017, S. 202.
210
Vgl. Devereux, M. P./de la Feria, R., Oxford Univ. CBT WP 2014, Nr. 7, S. 10; Schön, W., WTO,
2016, S. 450; Ismer, R./Jescheck, C., Itax 2017, S. 385.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 39

der direkten Besteuerung.211 Die Abzugsfähigkeit für Löhne bei einer DBCFT ist
daher als weiteres Abgrenzungskriterium zur indirekten Besteuerung zu sehen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die DBCFT konsumorientierte und damit
indirekte Besteuerungsmerkmale innehat.212 Jedoch überwiegen die Unterschiede
zwischen einem Grenzsteuerausgleich einer DBCFT und einer europäischen Um-
satzsteuer und fallen stärker ins Gewicht als die Gemeinsamkeiten. Daher ist ent-
gegen der vielseitig geäußerten Kritik in der Literatur eine Einordnung als direkte
Steuer zwingend beizubehalten.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax
Gegenstand dieses Kapitels ist die Überprüfung der Vereinbarkeit einer DBCFT
mit dem Welthandelsrecht, den DBA und mit dem europäischen Recht. Es erfolgt
jeweils eine punktuelle Betrachtung der kritischen Normen hinsichtlich der Im-
portbesteuerung und der Exportfreistellung des Grenzsteuerausgleichs.
3.3.1. Mit Welthandelsrecht
3.3.1.1. Importbenachteiligungsverbot
Das Welthandelsrecht, welches auf dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkom-
men 1994 (GATT) fußt,213 hat keine internationale Steuerharmonisierung zum
Ziel.214 Es regelt nur bestimmte steuergesetzgeberische Maßnahmen, die den in-
ternationalen Freihandel bedrohen können.215 Hierzu zählen insbesondere Art. III
Abs. 2 und Abs. 4 GATT, die sich auf die Gleichstellung von Waren beziehen und
im Folgenden hinsichtlich der Importbesteuerung des Grenzsteuerausgleichs un-
tersucht werden.

211
Vgl. Ismer, R./Jescheck, C., Itax 2017, S. 385.
212
Vgl. Avi-Yonah, R. S./Clausing, K., Colum. J. Tax L. 2017, S. 9.
213
Vgl. Beschluss des Rates 1994/800/EG vom 22.12.1994 über den Abschluß der Übereinkünfte im
Rahmen der multilateralen Verhandlungen der Urugay-Runde (1986-1994) im Namen der Euro-
päischen Gemeinschaft in bezug auf die in ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche, ABl. EG 1994
L 336, S. 1 (S. 3, Art. 2 Abs. 4, S. 11).
214
Vgl. Trottmann, C., Ertragssteuerrecht, 2010, Band 20, S. 23.
215
Vgl. van Thiel, S., Report, 2005, Band 35, S.16; Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5,
S. 49.
40 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Art. III Abs. 2 GATT verbietet eine zusätzliche Belastung von importierten Wirt-
schaftsgütern aus dem Ausland mit Steuern oder Abgaben im Vergleich zu heimi-
schen Wirtschaftsgütern.216 Gemäß der GATT Working Party 1970 ist ein solcher
Grenzsteuerausgleich definiert als eine finanzielle Belastung aufgrund des Bestim-
mungslandprinzips.217 Dieser ist nur im Bereich der indirekten Steuern erlaubt und
nicht im Bereich der direkten Steuern, da dies zu Handelsverzerrungen führt.218
Dies beruht darauf, dass die Belastung durch direkte Steuern nicht auf einzelne
Wirtschaftsgüter zuordenbar ist.219 Dem ist auch hinsichtlich einer DBCFT zuzu-
stimmen, denn die DBCFT wird nicht für jedes exportierte Wirtschaftsgut einzeln
bei Grenzübertritt erhoben, sondern erfolgt auf jährlicher und kumulierter Erhe-
bungsbasis einer Unternehmenssteuer.220 Eine direkte Zuordnung einer steuerli-
chen Belastung bezogen auf ein Wirtschaftsgut ist damit nur schwer ermittelbar.221
Daher liegt bei einem Grenzsteuerausgleich einer direkten Steuer ein Verstoß ge-
gen Art. III Abs. 2 GATT vor.
Darüber hinaus untersagt Art. III Abs. 4 GATT eine weniger begünstigende Be-
handlung von importierten Wirtschaftsgütern im Vergleich zu heimischen Wirt-
schaftsgütern. Der untersagte Abzug der im Ausland angefallenen Auszahlungen
und/oder des Kaufpreises bei importierten Wirtschaftsgütern verstößt somit gegen
Art. III Abs. 4 GATT, wohingegen der Abzug von angefallenen Auszahlungen im
Inland möglich ist.222 Dies führt zu einer steuerlichen Mehrbelastung von Unter-
nehmen, die grenzüberschreitend Wirtschaftsgüter importieren im Vergleich zu
rein DBCFT-inländisch agierenden Unternehmen. Es liegt somit ebenfalls ein
Verstoß gegen das Importbenachteiligungsverbot vor.223

216
Vgl. Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 8.
217
Vgl. GATT, Report, 1970, S. 2, Rn. 4.
218
Vgl. Shay, S. E./Summers, V. P., Miami Univ. L. Rev. 1997, S. 1048-1049; Boadway, R./Trem-
blay, J.-F., Mowat Centre RP 2014, Nr. 88, S. 47; Avi-Yonah, R. S./Clausing, K., Colum. J. Tax.
L. 2017, S. 237; Neville, M. K., JIT 2017, S. 29.
219
Vgl. GATT, Report, 1970, S. 2, Rn. 14; Van Brederode, R. F, Sales, 2009, Band 33, S. 208;
Novikov, A., WTO, 2015, Band 93, S. 731; Miranda, J., GTCJ 2017, S. 217.
220
Vgl. Rose, M., StuW 1990, S. 91; Miranda, J., GTCJ 2017, S. 221.
221
Vgl. Demrat, P./Stewardson, R., JWT 1994, S. 14.
222
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16.
223
Vgl. Miranda, J., GTCJ 2017, S. 222.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 41

Auch vor dem Hintergrund, dass einige Autoren derzeit von einer grundsätzlichen
Vereinbarkeit von direkten Steuern mit Art. III Abs. 2 GATT ausgehen,224 ver-
stößt das Verbot des Abzugs von Auszahlungen für im Ausland angefallene Kos-
ten und/oder des Kaufpreises weiterhin gegen Art. III Abs. 4 GATT.225 Somit kann
auch hierüber keine Vereinbarkeit mit dem Welthandelsrecht hergestellt werden.
3.3.1.2. Exportsubventionsverbot
Der Grenzsteuerausgleich besteht darüber hinaus aus einer Steuerfreistellung von
Exporten.226 Daher soll ebenfalls geprüft werden, ob die Freistellung zu einem
Verstoß gegen das Exportsubventionsverbot gem. Art. XVI Abs. 4 GATT i. V. m.
Art. 3.1 (a) Agreement on Subsidies and Countervailing Measures (SCM)227
führt.228
Dabei verbietet Art. XVI Abs. 4 GATT die Gewährung einer Exportsubvention,
die es ermöglicht das Exportwirtschaftsgut unter dem inländischen Preis desselben
Wirtschaftsgutes anzubieten. Eine Exportsubvention liegt gem. Annex 1 (e) zu
Art. 3.1 (a) SCM bei einer Freistellung, einer zinslosen Stundung oder einem teil-
weisen Erlass von direkten Steuern vor, sofern sich die Maßnahme spezifisch auf
Exporte von Waren bezieht.229

224
Vgl. für eine Diskussion zur Vereinbarkeit des Art. III GATT mit direkten Steuern Slemrod,
J./Avi-Yonah, R. S., Tax L. Rev. 2002, S. 536-537; Hofbauer, I., Eur. Taxn. 2004, S. 401-402;
Daly, M., DP 2005, Nr. 9, S. 4-6; Lennard, M., GATT, 2005, S. 73-101; Ault, H. J/Sasseville, J.,
WTJ 2010, S. 120-122; Schön, W., WTO, 2016, S. 434-437.
225
Vgl. Farrell, J. E., Law, 2013, Band 26, S. 68.
226
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16.
227
Vgl. Beschluss des Rates 1994/800/EG vom 22.12.1994 über den Abschluß der Übereinkünfte im
Rahmen der multilateralen Verhandlungen der Urugay-Runde (1986-1994) im Namen der Euro-
päischen Gemeinschaft in bezug auf die in ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche, ABl. EG 1994
L 336, S. 1 (S. 156).
228
Vgl. Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5, S. 55, 125; Cui, W., Oxford Univ. CBT WP
2015, Nr. 21, S. 13; Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 8.
229
Vgl. van Thiel, S., Report, 2005, Band 35, S. 26. Der Handel von Dienstleistungen wird indes über
das General Agreement on Trade in Services geregelt, vgl. Beschluss des Rates 1994/800/EG vom
22.12.1994 über den Abschluß der Übereinkünfte im Rahmen der multilateralen Verhandlungen
der Urugay-Runde (1986-1994) im Namen der Europäischen Gemeinschaft in bezug auf die in
ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche, ABl. EG 1994 L 336, S. 1 (S.191).
42 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Direkte Steuern sind Steuern auf z. B. Löhne, Zinsen, Erträge, Mieten und alle
anderen Formen von Einkommen.230 Da in Kapitel 3.2.3.4. die DBCFT mit Grenz-
steuerausgleich als direkte Steuer eingeordnet wurde, ist die DBCFT auch im
Sinne des SCM als direkte Steuer zu sehen.231 Aufgrund der Freistellung von Ex-
porten bei einer DBCFT232 und der sich daraus ergebende Vorteil gegenüber in-
ländisch verkauften Waren, ist die Exportfreistellung als rein exportspezifisch an-
zusehen.233
Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass die DBCFT mit der Freistellung von Ex-
porten durch den Grenzsteuerausgleich gegen das Exportsubventionsverbot in
Art. XVI GATT i. V. m. Art. 3. (a) SCM verstößt.
Es stellt sich die Frage, ob bereits durch Art. 1.1 (a) (1) (ii) SCM eine verbotene
Subvention von Exportleistungen im Falle des Grenzsteuerausgleichs einer
DBCFT festzustellen ist. Demnach liegt eine Subvention vor, wenn die Regierung
auf Steuern von möglichen Einnahmen verzichtet. Dies ist bei der konsequenten
Umsetzung des Bestimmungslandprinzips der Fall. 234 Der DBCFT-Staat verzich-
tet auf die Besteuerung der zu exportierenden Waren und weist das Besteuerungs-
recht dem Bestimmungsstaat zu, um so den Anknüpfungspunkt der Besteuerung
an einem Ort, der einer geringen Mobilität unterliegt, fest zu machen.235 Dies setzt
die Annahme voraus, dass die Exporteinnahmen, bezugnehmend auf die deutsche
Steuerbegrifflichkeit, grundsätzlich trotz des Bestimmungslandprinzips steuerbar
aber steuerfrei sind.236

230
Vgl. Beschluss des Rates 1994/800/EG vom 22.12.1994 über den Abschluß der Übereinkünfte im
Rahmen der multilateralen Verhandlungen der Urugay-Runde (1986-1994) im Namen der Euro-
päischen Gemeinschaft in bezug auf die in ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche, ABl. EG 1994
L 336, S. 1 (S. 177 Fußnote 2).
231
Vgl. Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5, S. 49.
232
Vgl. Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 27 (28.12.2017); Auerbach, A. J./Devereux,
M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16.
233
Vgl. Vgl. van Thiel, S., Report, 2005, Band 35, S.28; Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5,
S. 122.
234
Vgl. Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5, S. 57; Hillmann, J., IIEL IB 2017, Nr. 3, S. 8-
9.
235
Vgl. Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 28 (28.12.2017); Schön, W., WTO, 2016, S. 450.
236
Vgl. Wagner, J., Welthandelsrecht, 2006, Band 5, S. 109; Hillmann, J., IIEL IB 2017, Nr. 3, S. 8.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 43

3.3.2. Mit Doppelbesteuerungsabkommen


3.3.2.1. Sachlicher Anwendungsbereich
Zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und doppelter Nichtbesteuerung237 wer-
den DBA abgeschlossen. 238 Anhand des OECD-Musterabkommens (MA) soll un-
tersucht werden, ob der sachliche Anwendungsbereich eine DBCFT umfasst. Da-
bei wird von einer Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen ausgegangen.
Für den sachlichen Anwendungsbereich des MA stellt sich die Frage, ob die
DBCFT eine „unter das Abkommen fallende Steuer“ gem. Art. 2 MA ist.239 Mit
der Antwort sind weitreichende Folgen verbunden. Ist die DBCFT keine unter das
Abkommen fallende Steuer, so finden die DBA/MA keine Anwendung und eine
Doppel- bzw. Nichtbesteuerung kann nicht bilateral verhindert werden.
Art. 2 Abs. 1 MA definiert die Steuern auf die das Abkommen Anwendung fin-
det.240 Dabei ist unumstritten, dass eine DBCFT per se eine Steuer ist.241 Fraglich
ist, was unter einem Einkommen zu verstehen ist. Dieser Begriff ist im MA nicht
definiert.242 Er wird lediglich über eine Tautologie in Art. 2 Abs. 2 MA umschrie-
ben und führt zur Annahme, dass der Einkommensbegriff weit zu fassen ist.243 Für
Deutschland wird das Begriffsverständnis über Art. 3 Abs. 2 MA nach § 3 AO
ausgelegt.244 Dieser verweist auf das zu versteuernde Einkommen, welches nach
Kapitel 3.1.2. nur für ein allgemeines gleiches Verständnis sorgt,245 jedoch nicht
mit einer DBCFT vergleichbar ist.

237
Für eine Einordnung der doppelten Nichtbesteuerung als weiteres Ziel der DBA vgl. BFH vom
11.10.2000, BStBl. 2002 II, S. 271, 4 b) bb) bbb); Wolff, U., IStR 2004, S. 545; Schönfeld, J.,
Nichtbesteuerung, 2015, S. 100.
238
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung 2016, S. 68.
239
Vgl. Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 5.
240
Vgl. OECD (Hrsg.), Convention, 2014, C(2)-1.
241
Vgl. McLure, C. E./Zodrow, G. R., Taxes, 2009, Band 34, S. 59.
242
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 33; Haase, F., DBA, 2016, Art. 2
MA, Rn. 21; Gold, G., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 24.
243
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 32, 34.
244
Vgl. Lang, M., BIT 2005, S. 216; Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 26;
Haase, F., Internationales, 2017, Rn. 598, Fn. 67.
245
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 33; Haase, F., DBA, 2016, Art. 2
MA, Rn. 21.
44 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Ismer fordern im internationalen Kontext ebenfalls eine weite, aber autonome Be-
griffsbestimmung.246 Dabei ist es unerheblich, ob sich die Steuer nach dem „Ein-
kommen“, den „Einnahmen“, dem „Ertrag“ oder nach gröberen pauschalierenden
Maßnahmen richtet.247 Unter Beachtung des erörterten allgemeinen gleichen Ver-
ständnisses des Einkommensbegriffs und der Tatsache, dass dieser weit auszule-
gen ist, könnte eine Subsumtion des Einzahlungsüberschusses einer DBCFT unter
den internationalen Einkommensbegriff stattfinden. Dagegen ist einzuwenden,
dass Ismer zwar die Unerheblichkeit der verschiedenen Begriffe betont, 248 ihnen
liegt jedoch wiederum ein gemeinsames Merkmal zu Grunde. Sie entspringen alle
einer ertragsteuerlichen Gewinnermittlung und haben nichts mit einer zahlungs-
orientierten DBCFT gemeinsam. Daher ist auch bei einem weiten Begriffsver-
ständnis zu schlussfolgern, dass eine DBCFT mit der Besteuerung des Einzah-
lungsüberschusses den sachlichen Anwendungsbereich gem. Art. 2 Abs.1, 2 MA
nicht eröffnet.249
Art. 2 Abs. 3 MA enthält eine nicht abschließende Aufzählung von Steuern, die
zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unter Art. 2 Abs. 2 MA fallen.250 Sofern
eine Steuer in Abs. 3 aufgeführt ist, jedoch nicht der Tautologie des Abs. 2 ent-
spricht, kann Abs. 3 die Begriffsbestimmung des Abs. 2 unwiderleglich erwei-
tern.251 Aufgrund der Diskussion in den USA um eine DBCFT soll das DBA
D/USA beispielhaft herangezogen werden. Da dieses DBA zeitlich gesehen vor
einer Einführung der DBCFT abgeschlossen wurde,252 kann diese auch nicht im
Positivkatalog der bestehenden Steuern genannt werden. 253 Über Art. 2 Abs. 4 MA

246
Vgl. Dremel, R., in: Schönfeld, J./Ditz, X., 2013, Art. 2 MA, Rn. 25; Ismer, R., in: Vogel, K./Leh-
ner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 34; Wassermeyer, F./Kaeser, C./Lang, M. u. a., 2015, Art. 2 MA,
Rn. 26.
247
Vgl. OECD (Hrsg.), Convention, 2014, C(2)-5; Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2
MA, Rn. 34.
248
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 34.
249
Vgl. kritisch zum Ergebnis Haase, F., DBA, 2016, Art. 2 MA, Rn. 21.
250
Vgl. Dremel, R., in: Schönfeld, J./Ditz, X., 2013, Art. 2 MA, Rn. 40; Ismer, R., in: Vogel, K./Leh-
ner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 51; Haase, F., DBA, 2016, Art. 2 MA, Rn. 25.
251
Vgl. Dremel, R., in: Schönfeld, J./Ditz, X., 2013, Art. 2 MA, Rn. 40; OECD (Hrsg.), Convention,
2014, C(2)-2; Rn. 51; Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 16.
252
Vgl. für die zeitliche Einordnung das Gesetz zu dem Abkommen vom 29.8.1989 zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Dop-
pelbesteuerung und Steuerkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Ver-
mögen und einiger anderer Steuern, BGBl. 1991 II, S. 354.
253
Vgl. Endres, D./Jacob, F./Gohr, M. u. a., 2009, Art. 2 DBA D/USA, Rn 5; Collier, R./Devereux,
M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 16.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 45

ist das Abkommen auf „alle Steuern gleicher oder im Wesentlichen ähnlicher Art,
die nach der Unterzeichnung des Abkommens neben den bestehenden Steuern […]
erhoben werden“ anzuwenden.254 Eine DBCFT würde an die bisherige Stelle der
US-Corporate Income Tax treten, sodass die erste Voraussetzung gegeben ist.
Zweifelhaft ist die Gleichartigkeit dieser Steuern.255 Für die Beurteilung der
Gleichartigkeit kann zum einen der „micro approach“, der einen Vergleich der
DBCFT mit einer der bestehenden Steuer in Art. 2 Abs. 1 DBA D/USA vorsieht,
oder zum anderen auf den „macro approach“, der einen Vergleich aller Steuern in
Art. 2 Abs. 1 DBA D/USA vorsieht, herangezogen werden.256 Im Folgenden soll
auf den „micro approach“ abgestellt werden, da die DBCFT die bestehende US-
Corporate Income Tax ersetzen soll. Dabei ist für die Gleichartigkeit beim „micro
approach“ maßgebend das Steuersubjekt, das Steuerobjekt, der Steuerzweck und
die Ermittlung der Bemessungsgrundlage. 257 Letzteres hat bei der Beurteilung die
höchste Relevanz. Weniger bedeutsam sind hingegen der Steuername und der
Steuersatz.258 Vor diesem Hintergrund ist anzuerkennen, dass Steuerobjekt und -
subjekt unter einer US-Corporate Income Tax und bei einer DBCFT grundsätzlich
identisch sind. Allerdings ist der Steuerzweck der DBCFT weiter gefasst. Er um-
fasst neben der Generierung von Staatseinnahmen auch den Zweck Investitionen
zu begünstigen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern und Arbeitsplätze zu
schaffen.259 Darüber hinaus treten bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage
gravierende Unterschiede auf. Die US-Corporate Income Tax beruht auf einer er-
tragsteuerlichen Gewinnermittlung, welche nur unwesentliche Gemeinsamkeiten
mit einer zahlungsmittel- und konsumorientierten CFT besitzt.260 Zusätzlich führt

254
Vgl. Endres, J./Jacob, F./Gohr, M. u. a., DBA, 2009, Art. 2, Rn. 14; OECD (Hrsg.), Convention,
2014, C(2)-5; Gold, G., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 36.
255
Vgl. Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 16, 18.
256
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 61; Wassermeyer, F./Kaeser,
C./Lang, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 68; Ismer, R./Jescheck, C., Itax 2017, S. 386.
257
Vgl. Tenore, M., BIT 2012, Kap. 2.4; Dremel, R., in: Schönfeld, J./Ditz, X., 2013, Art. 2 MA,
Rn. 42.
258
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 61; Ismer, R./Jescheck, C., Itax
2017, S. 387; Gold, G., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 37.
259
Vgl. Wassermeyer, F./Kaeser, C./Lang, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 26; Trump, D. J., Framework,
S. 2 (20.10.2017).
260
Vgl. Sava, O., Einkunftsarten, 2007, S. 152; McLure, C. E./Zodrow, G. R., Taxes, 2009, Band 34,
S. 59; Gold, G., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 39.
46 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

die DBCFT einen Grenzsteuerausgleich ein, welcher nicht in der US-Unterneh-


mensbesteuerung existiert.261 Daher liegt unter Berücksichtigung aller Aspekte
zwischen der US-Corporate Income Tax und einer DBCFT keine Gleichartigkeit
vor.262
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die DBCFT den sachlichen Anwendungs-
bereich des MA bzw. des DBA D/USA nicht eröffnet. Eine Vermeidung von Dop-
pel- bzw. Nichtbesteuerungen kann folglich mit einer DBCFT nicht über beste-
hende Abkommen gelöst werden.263 Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass eine
Aufnahme der DBCFT in den Positivkatalog des Art. 2 Abs. 1 DBA D/USA unter
Zustimmung beider Vertragspartner den Anwendungsbereich eröffnen kann.264
3.3.2.2. Diskriminierungsverbot
In Art. 24 MA ist ein Diskriminierungsverbot enthalten, welches gem. Art. 24
Abs. 6 MA ungeachtet des sachlichen Anwendungsbereichs für Steuern jeder Art
und Bezeichnung gilt.265 Aus diesem Grund ist es trotz des Ergebnisses in Kapi-
tel 3.3.2.1 notwendig, eine DBCFT auf ihre Konformität mit dem Diskriminie-
rungsverbot zu prüfen. Dabei soll auf die kritischen Punkte hinsichtlich einer Ka-
pitalgesellschaft abgestellt werden, sodass nachfolgend Art. 24 Abs. 3-4 MA zu
untersuchen ist.

261
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 104, 108; Graetz, M. J., Colum. J. Tax L. 2017, S. 120.
262
Vgl. für eine a. A. Ismer R./Jescheck, C., Itax 2017, S. 385, der die DBCFT als Steuer vom Ein-
kommen klassifiziert.
263
Vgl. Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 21; Becker, J./Englisch,
J., WD 2017, S. 108; Lamensch, M., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 16, S. 8.
264
Vgl. Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015, Art. 2 MA, Rn. 51; Ismer, R./Jescheck, C., Itax
2017, S. 390; Gold, G., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 39.
265
Vgl. OECD (Hrsg.), Convention, 2014, S. C(24)-1; Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015,
Art. 24 MA, Rn. 2; Hageböcke, J., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köhler, S., 2017, Art. 2 MA,
Rn. 42.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 47

Einem Nichtdiskriminierungsschutz nach Art. 24 Abs. 3 MA unterliegt eine Be-


triebsstätte im Vertragsstaat, die zu einem Unternehmen des anderen Vertragsstaa-
tes gehört. Diese darf auf dem Inlandsmarkt gegenüber einem dort belegenen Un-
ternehmen nicht diskriminiert werden. 266 Weiterhin ist eine vergleichbare Situa-
tion notwendig, d. h. bei gleichen Verhältnissen darf sich weder der die Höhe des
Steuersatzes noch die Höhe der Bemessungsgrundlage unterscheiden.267
Im Vergleich zu einer Betriebsstätte eines ausländischen Unternehmens und eines
Unternehmens, welches auf dem Inlandsmarkt agiert, ist jedoch keine Diskrimi-
nierung festzustellen. Dies beruht darauf, dass sich die Höhe des Steuersatzes bei
der Betriebsstätte und dem inländischen Unternehmen nicht unterscheidet.268
Auch die Höhe der Bemessungsgrundlage weist bei beiden Unternehmenseinhei-
ten keine steuerlich diskriminierende Wirkung auf. Bei grenzüberschreitenden
Transaktionen unterliegen inländische und ausländische Unternehmen mit inlän-
discher Betriebsstätte einer Importbesteuerung,269 während Exporte bei beiden
steuerfrei zu stellen sind.270
Weiterhin dürfen nach Art. 24 MA ansässige eines Vertragsstaates nicht mit einer
Besteuerung belastet werden, welche Ansässigen des anderen Vertragsstaates
nicht auferlegt werden.271 Eine Verletzung des Diskriminierungsverbot könnte
sich insbesondere dann ergeben, sofern die DBCFT auf der Konzeption der R+F-
base beruht und finanzwirtschaftliche Zahlungen ebenso dem Grenzsteueraus-
gleich unterliegen.272 Nach Art. 24 Abs. 4 MA dürfen Unternehmen, die Zinsen,
Lizenzgebühren und andere Entgelte an ein Unternehmen im anderen Vertrags-
staat zahlen, nicht gegenüber den Unternehmen benachteiligt werden, die diese

266
Vgl. Tumpel, M./Stangl, C., Verbote, 2006, S. 71; Frotscher, G., Steuerrecht, 2015, S. 195,
Rn. 546.
267
Vgl. Frotscher, G., Steuerrecht, 2015, S. 130, Rn. 359; Ismer, R., in: Vogel, K./Lehner, M., 2015,
Art. 24 MA, Rn. 42; 47-48.
268
Vgl. Ryan, B./Brady, K., A Better Way, S. 25 (28.12.2017).
269
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P/Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16;
Heinemann, F./Spengel, C., ZEW 2017, Nr. 2, S. 1.
270
Vgl. Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 22; Heinemann, F./Spen-
gel, C., ZEW 2017, Nr. 2, S. 1.
271
Vgl. Djanani, C./Brähler, G., Internationales, 2008, S. 189; Scheffler, W., Steuerlehre, 2009,
S. 222; Tippelhofer, M., Unionsrecht, 2016, Band 5861, S. 89.
272
Vgl. Collier, R./Devereux, M. P., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 6, S. 23.
48 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Zahlungen an Unternehmen im Inland leisten. 273 Für den Fall, dass ein Unterneh-
men im DBCFT-Vertragsstaat einen Kredit von einem anderen Vertragsstaat er-
hält und hierfür Zinszahlungen leistet, ist der Zufluss der Kredithöhe bemessungs-
grundlagenerhöhend, während die geleisteten Zins- und Kreditrückzahlungen an
den anderen Vertragsstaat nicht abzugsfähig sind (Importgedanke). Im Gegensatz
dazu erhöht die Kreditaufnahme eines anderen Unternehmens innerhalb des
DBCFT-Vertragsstaat die Bemessungsgrundlage. Hierfür können aber auch kor-
respondierend die Zins- als auch die Kreditrückzahlung bemessungsgrundlagen-
mindernd berücksichtigt werden.274 Dies führt aufgrund der Nichtabzugsfähigkeit
der Zinszahlungen zu einem Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot in Art. 24
Abs. 4 MA.275
3.3.3. Mit europäischem Recht
3.3.3.1. Warenverkehrs- und Niederlassungsfreiheit
Für die Prüfung der Vereinbarkeit einer DBCFT mit europäischem Primärrecht
muss der Schutzbereich der Grundfreiheiten eröffnet sein. Dabei ist die persönli-
che und räumliche Komponente der Warenverkehrs- und Niederlassungsfreiheit
als erfüllt anzusehen, sodass ein EU-Mitgliedstaat die DBCFT einführt und es sich
um einen EU-Auslandssachverhalt handelt.276 Hinsichtlich der sachlichen Kom-
ponente soll die Importbesteuerung einer DBCFT im Fall des Direktgeschäfts und
eines Konzernsachverhaltes im Folgenden auf ihre Vereinbarkeit mit dem Ge-
meinschaftsrecht untersucht werden.
Bei der Betrachtung eines Direktgeschäfts ist der Anwendungsbereich der Waren-
verkehrsfreiheit (Art. 28-37 AEUV) eröffnet, wenn warenbezogene Belastungen
vorliegen.277 Dies sind mengenmäßige Beschränkungen oder Maßnahmen, die

273
Vgl. Hofstätter, M./Ressler, G., Verbot, 2006, S. 227.
274
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 28.
275
Vgl. Haase, F., DBA, 2016, Art. 24 MA, Rn. 29; Hageböcke, J., in: Strunk, G./Kaminski, B./Köh-
ler, S., 2017, Art. 2 MA, Rn. 86.
276
Vgl. Weber-Grellert, H., Europäisches, 2016, S. 58, Rn. 16, S. 59, Rn. 20.
277
Für Dienstleistungen ist die Dienstleistungsfreiheit zu prüfen, diese wird in dieser Arbeit jedoch
als subsidiär zur Warenverkehrsfreiheit betrachtet.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 49

zum selben Ergebnis führen.278 Nicht in den Anwendungsbereich fallen Belastun-


gen, die auf reinen Formalitäten im Handelsverkehr beruhen. 279 Die Belastung
ergibt sich hierbei aus der Doppelbesteuerung, da ein inländisches Unternehmen
das Wirtschaftsgut bevorzugt von einem inländischen Unternehmen erwerben
wird um in den Vorzug der Abzugsfähigkeit des Kaufpreises zu gelangen und der
Importbesteuerung auszuweichen. 280 Dies stellt zwar keine mengenmäßige Be-
schränkung dar, jedoch eine Maßnahme, die zum selben Ergebnis führt: Diskrimi-
nierung.281 Die Importbesteuerung erhöht künstlich den Preis dieser Ware gegen-
über einheimischen Waren.282 Auch Art. 36 AEUV kann keine Rechtfertigung
sein, da diese Belastung nicht aus Gründen der öffentlichen Sittlichkeit, Ordnung
und Sicherheit auferlegt wird.283 Sie dienen lediglich dem Zweck die heimische
Wirtschaft im DBCFT-Staat zu fördern.284 Folglich ist die Warenverkehrsfreiheit
verletzt.
Bei einer Muttergesellschaft im DBCFT-Staat, die Wirtschaftsgüter zur Weiter-
verarbeitung von ihrer ausländischen Tochtergesellschaft bezieht, ist hinsichtlich
der Importbesteuerung zudem der Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit
(Art. 49-55 AEUV) eröffnet. 285 Im Vergleich zu einem Bezug der Wirtschaftsgü-
ter von einer inländischen Tochtergesellschaft, unterliegt die Muttergesellschaft
mit ausländischer Tochtergesellschaft der geschilderten steuerlichen Mehrbelas-
tung. Dadurch wird im Vergleich die Gründung einer ausländischen Tochterge-
sellschaft weniger attraktiv und damit diskriminiert.286

278
Vgl. Terhechte, J. P., in: Schwarze, J., 2012, Art. 30 AEUV, Rn. 2, 13; Frenz, W.., Europarecht,
2016, S. 95, Rn. 264f..
279
Vgl. EuGH vom 11.12.2003, ECLI:EU:C:2003:664, Rn. 68.
280
Vgl. Englisch, J., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuerrecht, 2015, S. 127, Rn. 6.23.
281
Vgl. EuGH vom 11.7.1974, ECLI:EU:C:1974:82, Rn. 11/12; EuGH vom 11.12.2003,
ECLI:EU:C:2003:664, Rn. 66; Terhechte, J. P., in: Schwarze, J., 2012, Art. 30 AEUV, Rn. 2, 13.
282
Vgl. Rehm, H./Nagel, J., Europäisches, 2013, S. 16.
283
Vgl. Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 460; Becker, U., in: Schwarze, J., 2012, Art. 36 AEUV,
Rn. 1.
284
Vgl. Trump, D. J., Reform, S. 2 (28.12.2017).
285
Vgl. Weber-Grellert, H., Europäisches, 2016, S. 87, Rn. 104f..
286
Vgl. EuGH vom 16.7.1998, ECLI:EU:C:1998:370, Rn. 21; Reimer, E., in: Schaumburg, H./Eng-
lisch, J., Steuerrecht, 2015, S. 192, Rn. 7.80.
50 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Unklar ist, ob es sich tatsächlich um eine Diskriminierung handelt, oder ob es auf-


grund der speziellen steuerlichen Vorschrift eine zulässige Beschränkung ist.287
Dies ist von der Einordnung der Versagung der Abzugsfähigkeit der Importkosten
abhängig. Betrachtet man die Versagung als eine Divergenz der Steuersysteme
zwischen den Mitgliedstaaten, so handelt es sich um eine zulässige Beschrän-
kung.288 Mitgliedstaaten sind, wegen ihrer Souveränität im Bereich der direkten
Steuern, frei Doppelbelastungen zu beseitigen. Es ist jedoch kein Staat verpflichtet
die nachteiligen Steuernormen eines anderen Staates gegenüber seinen Steuer-
pflichtigen zu kompensieren.289 Sofern jedoch die Versagung der Abzugsfähigkeit
der Importkosten auf das innerstaatliche Steuersystem zurückzuführen ist, handelt
es sich um keine zulässige Diskriminierung. Die Versagung der Abzugsfähigkeit
der Auszahlung würde auf der unterschiedlichen Herkunft der Auszahlung basie-
ren. Auszahlungen für DBCFT-Inlandstransaktion führen zum Abzug, grenzüber-
schreitende Transaktionen nicht.290 Vor dem Hintergrund ist der Sachverhalt eher
als Abzugsverbot der Importauszahlungen zu sehen und nicht als Divergenz der
Steuersysteme.291 Im Ergebnis liegt daher keine spezielle steuerliche Vorschrift
vor, die auf einer zulässigen Beschränkung beruht. Daher ist von einer Diskrimi-
nierung auf Basis der Niederlassungsfreiheit auszugehen.
Diese Diskriminierung könnte durch eine Kohärenz des Steuersystems gerechtfer-
tigt sein.292 Die Kohärenz eines Steuersystems rechtfertigt einen steuerlichen
Nachteil, sofern auf der Ebene desselben Steuerpflichtigen, innerhalb derselben
Steuerart, dem Nachteil ein adäquater Vorteil gegenübersteht.293 Dabei könnte der
adäquate Vorteil in der Exportfreistellung bei einer grenzüberschreitenden Trans-

287
Vgl. EuGH vom 1.2.1996, ECLI:EU:C:1996:24, Rn. 17; EuGH vom 16.7.1998,
ECLI:EU:C:1998:370, Rn. 29; EuGH vom 12.7.2005, ECLI:EU:C:2005:446, Rn. 34; Rehm,
H./Nagler, J., Europäisches, 2013, S. 30.
288
Vgl. EuGH vom 1.2.1996; ECLI:EU:C:1996:24, Rn. 17.
289
Vgl. EuGH vom 23.10.2008, ECLI:EU:C:2008:588, Rn. 49-50; Kofler, G., Recht, 2007, S. 125.
290
Vgl. EuGH vom 18.9.2003; ECLI:EU:C:2003;479, Rn. 27, 33; EuGH vom 23.2.2006,
ECLI:EU:C:2006:143, Rn. 34-35; Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 28.
291
Vgl. Meade, J. E, Taxation, 1978, S. 231.
292
Vgl. Weber-Grellert, H., Europäisches, 2016, S. 65, Rn. 40.
293
Vgl. EuGH vom 6.6.2000, ECLI:EU:C:2000;294, Rn. 56-57; EuGH vom 15.7.2004,
ECLI:EU:C:2004:446, Rn. 36; EuGH vom 23.10.2008, ECLI:EU:C:2008:588, Rn. 42-43.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 51

aktion von der Muttergesellschaft an ihre ausländische Tochtergesellschaft lie-


gen.294 Dagegen ist jedoch einzuwenden, dass trotz der wirtschaftlichen und finan-
ziellen Eingliederung einer Tochtergesellschaft diese im steuerrechtlichen Sinne
als selbständige Einheit zu sehen ist.295 Folglich liegt bei der Mutter- und Tochter-
gesellschaft nicht derselbe Steuerzahler vor.296 Folglich ist die Diskriminierung
nicht durch die Kohärenz des Steuersystems zu rechtfertigen. Es verbleibt bei ei-
nem Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht.
3.3.3.2. Staatliches Beihilfeverbot
Die Exportfreistellung einer DBCFT ist hingegen auf ihre Vereinbarkeit mit den
Wettbewerbsregeln des primärrechtlichen Gemeinschaftsrechts hinsichtlich einer
staatlichen Beihilfe gem. Art. 107 AEUV zu würdigen.297 Da es sich bei einer
DBCFT um eine direkte Steuer handelt, ist zu klären, ob es sich bei der Export-
freistellung um eine allgemeine Maßnahme handelt, die aus der Natur und dem
Aufbau des Steuersystems zu rechtfertigen ist.298 Aufgrund des Bestimmungsland-
prinzip ist der Export steuerfrei zu stellen. Eine Besteuerung im Ursprungsland
findet nicht statt. Gleichzeitig können im Inland angefallene Auszahlungen von
der Bemessungsgrundlage abgezogen werden.299 Hinsichtlich des Abzugs der
Auszahlungen ist von einer folgerichtigen Anwendung eines Cash Flow Steuer-
systems auszugehen.300 Es zielt darauf ab nur die verbleibenden positiven Zah-
lungsüberschüsse zu besteuern. Die konsequente Umsetzung des Bestimmungs-
landprinzips ist auch mit der Natur und dem Aufbau einer DBCFT zu begründen.

294
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S.16.
295
Vgl. EuGH vom 18.9.2003; ECLI:EU:C:2003;479, Rn. 32.
296
Vgl. EuGH vom 12.12.2002, ECLI:EU:C:2002:749, Rn. 42; EuGH vom 18.9.2003;
ECLI:EU:C:2003;479, Rn. 31-32.
297
Vgl. Rehm, H./Nagler, J., Europäisches, 2013, S. 19; Brandau, J./Neckenich, L./Reich, D. u. a.,
BB 2017, S. 1175.
298
Vgl. Mitteilung der Kommission vom 10.12.1998 über die Anwendung der Vorschriften über
staatliche Beihilfen auf Maßnahmen im Bereich der direkten Unternehmensbesteuerung, C 384/3,
Rn. 12; EuGH vom 2.7.1974, ECLI:EU:C:1974:71, Rn. 33-35; EuGH vom 17.6.1999,
ECLI:EU:C:1999:311, Rn. 33-34; EuGH vom 8.11.2001, ECLI:EU:C:2001:598, Rn. 42; Luja, R.,
Tax Inxentives, 2003, Band 41, S. 30, 50.
299
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 29; Auerbach, A. J./Devereux,
M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S.16.
300
Vgl. Luja, R., Incentives, 2003, Band 41, S. 51.
52 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Im Ergebnis würde es zu keiner beihilferechtlichen Prüfung kommen, da die Ex-


portfreistellung und der inländische Abzug der damit verbundenen Auszahlungen
der Natur des DBCFT-Steuersystems entsprechen.
Dieses Ergebnis ist insofern kritisch zu betrachten, da eine Exportfreistellung nur
exportierende Unternehmen steuerlich bevorzugt. Unternehmen, die indes nur auf
dem inländischen Markt agieren, wird dieser Steuerentlastungsvorteil nicht ge-
währt. Dementsprechend sind Unternehmen, die auf dem in- und ausländischen
Markt agieren, wettbewerbsfähiger, da sie den steuerlichen Vorteil aus der Export-
freistellung (vgl. Formel 11) für eine Verbesserung ihrer Marktstellung auf dem
Inlandsmarkt nutzen können. Dieser Vorteil erfüllt bereits den ersten Prüfschritt
einer staatlichen Beihilfe.301 Anzumerken ist, dass bereits die Eignung der Maß-
nahme zu einer Wettbewerbsverzerrung als verbotene Beihilfe einzustufen ist. 302
Darüber hinaus ist ein solchen Vorteil vom EuGH in der Rs. Gibraltar303 bereits
als Beihilfe angesehen.
Für den zweiten Prüfschritt muss nach Art. 107 AEUV der Vorteil aus staatlichen
Mitteln gewährt werden, die durch die Begünstigung bestimmter Unternehmen o-
der Produktionszweige den Wettbewerb verfälschen oder zu verfälschen dro-
hen.304 Dabei umfasst der Begriff der Beihilfe alle Maßnahmen, die die Belastung
vermindern, die ein Unternehmen normalerweise zu tragen hat.305 Eine Exportfrei-
stellung der DBCFT wird aus staatlichen Mitteln finanziert, da die steuerliche
Freistellung ein Verzicht des Staates auf seine Einnahmen darstellt. 306 Gleichzeitig

301
Vgl. Mitteilung der Kommission vom 10.12.1998 über die Anwendung der Vorschriften über
staatliche Beihilfen auf Maßnahmen im Bereich der direkten Unternehmensbesteuerung, C 384/3,
Rn. 9. Einige Autoren sehen dies auch als den letzten Prüfschritt an, als Rechtfertigung der Selek-
tivität, vgl. Bartosch, A., BB 2017, S. 2199.
302
Vgl. EuGH vom 29.9.2000; ECLI:EU:C:2000:223, Rn. 92.
303
Vgl. EuGH vom 15.11.2011, ECLI:EU:C:2011:732, Rn. 104-105.
304
Vgl. Mitteilung der Kommission vom 10.12.1998 über die Anwendung der Vorschriften über
staatliche Beihilfen auf Maßnahmen im Bereich der direkten Unternehmensbesteuerung, C 384/3,
Rn. 10; Terra, B. J./Wattel, P.J., Law, 2012, S. 18.
305
Vgl. EuGH vom 1.12.1998, ECLI:EU:C:1998:579, Rn. 34; EuGH vom 8.11.2001,
ECLI:EU:C:2001:598, Rn. 38; Rehm, H./Nagler, J., Europäisches, 2013, S. 19.
306
Vgl. EuGH vom 13.3.2001, ECLI:EU:C:2001:160, Rn. 58; EuGH vom. 16.5.2002,
ECLI:EU:C:2002:294, Rn. 24; Quigley, C., State Aid, 2003, S. 213; Blumenberg, J./Kring, W.,
Beihilferecht, 2011, S. 12; Bartosch, A., 2016, S. 131, Rn. 138, S. 133, Rn. 142.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 53

führt die Exportfreistellung für das betreffende Unternehmen zu einem wirtschaft-


lichen Vorteil.307 Dies hat zur Folge, dass gleich leistungsstarke Unternehmen, die
nur auf dem Inlandsmarkt agieren, im Wettbewerb mit Unternehmen, die sowohl
auf dem in- und ausländischen Markt agieren, benachteiligt sind und so der Wett-
bewerb verfälscht wird. Ebenfalls anzumerken ist, dass die Unternehmen des
DBCFT-Staates durch die Exportfreistellung auch einen wirtschaftlichen Vorteil
gegenüber Unternehmen anderer Mitgliedstaaten erzielen (vgl. Kapitel 3.2.3.3.)
und so den Handel zwischen den Mitgliedstaaten i. S. d. Art. 107 Abs. 1 AEUV
beeinträchtigen, wodurch die dritte Voraussetzung erfüllt ist.308
Des Weiteren bedarf es für eine beihilferechtliche Prüfung der Beurteilung der
Selektivität der Maßnahme, als letzte Voraussetzung.309 Eine Selektivität liegt
dann vor, wenn die Regelung nur einer bestimmten Gruppe einen Wettbewerbs-
vorteil zu verschaffen vermag, und so den Wettbewerb vergleichbarer Situationen
verzerrt.310 Es sind objektive Kriterien notwendig, um die Gruppe, der ein Vorteil
gewährt wird, zu identifizieren. 311 Jedoch ist der Selektivitätsbegriff nach
Bartosch weit auszulegen.312 Als Folge kann die begünstigte Gruppe in allen ex-
portierenden Unternehmen eines DBCFT-Staates gesehen werden, da nicht expor-
tierende Unternehmen ausgeschlossen sind.313 Neben dem Vergleich des Wettbe-
werbsvorteils zu rein inländischen agieren Unternehmen, kann auch darauf abge-
stellt werden, dass dies zu unterschiedlichen Begünstigungen der exportierenden
Unternehmen an sich führt. Jedes Exportunternehmen verfügt über andere Export-
quoten und wird somit entsprechend ihrer Exportquote steuerlich durch die Ex-
portfreistellung mehr oder minder entlastet.314 Aus diesen beiden Gründen ist eine
Selektivität auf Basis des Exports von Unternehmen zu bejahen.

307
Vgl. Blumenberg, J./Kring, W., Beihilferecht, 2011, S. 13.
308
Vgl. EuGH vom 10.12.1969, ECLI:EU:C:1969:68, Rn. 20; Luja, R., Incentives, 2003, Band 41,
S. 46; Blumenberg, J./Kring, W., Beihilferecht, 2011, S. 17; Frescurato, D., State, 2015, Band 93,
S. 685.
309
Vgl. Mitteilung der Kommission vom 10.12.1998 über die Anwendung der Vorschriften über
staatliche Beihilfen auf Maßnahmen im Bereich der direkten Unternehmensbesteuerung, C 384/3,
Rn. 12; Blumenberg, J./Kring, W., Beihilferecht, 2011, S. 14; Frescurato, D., State, 2015,
Band 93, S. 686.
310
Vgl. EugH vom 8.11.2001, ECLI:EC:C:2001:598, Rn. 41; EuGH vom 22.12.2008,
ECLI:EC:C:2008:757, Rn. 82; Blumenberg, J./Kring, W., Beihilferecht, 2011, S. 14.
311
Vgl. Rubini, L., State Aid, 2003, S. 168; Schnitger, A., IStR 2017, S. 424.
312
Vgl. Bartosch, A., 2016, S. 134, Rn. 145.
313
Vgl. EuGH vom 13.2.2003, ECLI:EU:C:2003:92, Rn. 50.
314
Vgl. EuGH vom 10.12.1969, ECLI:EU:C:1969:68, Rn. 20-23.
54 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

Folglich sind alle Tatbestandsvoraussetzungen einer staatlichen Beihilfe der Ex-


portfreistellung erfüllt, sodass die Exportfreistellung einer DBCFT als verbotene
Beihilfe gem. Art. 107 Abs. 1 AEUV zu klassifizieren ist. Bei diesem Ergebnis
wird angenommen, dass keine Ausnahmen in Art. 107 Abs. 2-3 AEUV greifen.
3.3.3.3. Fusions-, Mutter-Tochter- sowie Zins- und Lizenzrichtlinie
Im Rahmen der sekundärrechtlichen Prüfung sind im Bereich der direkten Steuern
die Fusionsrichtlinie315, die Mutter-Tochter-Richtlinie316 sowie die Zins- und Li-
zenzrichtlinie317 einschlägig.318 Diese sollen nachfolgend auf ihre kritischen
Punkte bei der laufenden Besteuerung bezüglich der Vereinbarkeit mit einer
DBCFT mit Grenzsteuerausgleich überprüft werden. Die persönlichen und sach-
lichen Anwendungsbereiche gelten als erfüllt.
Durch die Fusionsrichtlinie soll es Unternehmen ermöglicht werden steuerneutrale
Umstrukturierungen im grenzüberschreitenden Sachverhalt vorzunehmen. 319 Es
handelt sich dabei nicht um einen Steuerverzicht, sondern vielmehr um einen Steu-
eraufschub des Sitzstaates, der bis zur endgültigen Veräußerung gewährt wird.320
Hinsichtlich der Beurteilung der DBCFT ist zu unterscheiden, ob es sich um eine
Umstrukturierung ins DBCFT-Inland oder ins Ausland handelt.
Erfolgt eine Umstrukturierung vom Ausland ins DBCFT-Inland, liegt ein Verstoß
gegen die Fusionsrichtlinie vor, da die Einmalbesteuerung der stillen Reserven
nicht sichergestellt ist. Dies soll anhand eines Asset-Deals gezeigt werden. Beim

315
Vgl. Richtlinie 2009/133/EG des Rates vom 19.10.2009 über das gemeinsame Steuersystem für
Fusionen, Spaltungen, die Einbringung von Unternehmensteilen und den Austausch von Anteilen,
die Gesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten betreffen, sowie für die Verlegung des Sitzes
einer Europäischen Gesellschaft oder einer Europäischen Genossenschaft vor einem Mitgliedstaat
in einen anderen Mitgliedstaat, ABl. EU L 310, S. 34.
316
Vgl. Richtlinie 2011/96/EU des Rates vom 29.12.2011 über das gemeinsame Steuersystem der
Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten (Neufassung), ABl. EU L 345,
S. 8.
317
Vgl. Richtlinie 2003/49/EG des Rates vom 3.6.2003 über eine gemeinsame Steuerregelung für
Zahlungen von Zinsen und Lizenzgebühren zwischen verbundenen Unternehmen verschiedener
Mitgliedstaaten, ABl. EU L 157, S. 49.
318
Vgl. Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 456.
319
Vgl. Rehm, H./Nagler, J., Europäisches, 2013, S. 24; Hofstätter, M./Hohenwarter-Mayr, D., Di-
rective, 2013, S. 158, Rn. 520; Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung,
2016, S. 182.
320
Vgl. Scheffler, W., Steuerlehre 2009, S. 131; Fehling, D., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuer-
recht, 2015, S. 724, Rn. 17.2, 17.40.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 55

Transfer der Wirtschaftsgüter ins Inland unterliegen diese der Importbesteuerung,


da damit grundsätzlich eine Veränderung des Cash Flows verbunden ist. 321 Infol-
gedessen unterliegen die Wirtschaftsgüter neben der von der Richtlinie gewollten
Einmalbesteuerung im Sitzstaat auch der Importbesteuerung bei der empfangen-
den Gesellschaft im Inland.322 Damit führt die Importbesteuerung zu einer Dop-
pelbesteuerung und verstößt so gegen die Fusionsrichtlinie, während die Umstruk-
turierung mit Übertragung von Wirtschaftsgütern vom DBCFT-Inland in das Aus-
land aufgrund des Bestimmungslandprinzips steuerfrei erfolgt.323 Das Besteue-
rungsrecht der im Inland gebildeten stillen Reserven wird an das Ausland abgetre-
ten, sodass im Ergebnis die Voraussetzungen einer steuerneutralen Umstrukturie-
rung gem. der Richtlinie gegeben sind.
Ziel der Mutter-Tochter-Richtlinie ist die Sicherstellung, dass keine den Binnen-
markt behindernde, nachteilige Besteuerung bei grenzüberschreitenden Beziehun-
gen zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften auftreten.324 Demnach regelt sie
zum einen, dass zwischen Körperschaften gezahlte Dividenden keiner Quellenbe-
steuerung unterliegen um eine Mehrfachbelastung zu vermeiden, und zum anderen
wird eine erneute Belastung mit Körperschaftsteuer auf der Ebene der Mutter aus-
geschlossen.325
Die DBCFT bezieht Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaften in der Kon-
zeption der R-base nicht in die Bemessungsgrundlage mit ein. Folglich unterliegen
die Dividendenzahlungen keiner Doppelbelastung, sodass darin kein Verstoß ge-
gen die Richtlinie zu sehen ist. Bei der Konzeption der R+F-base können Dividen-
denzahlungen als finanzwirtschaftliche Zahlungen betrachtet werden. Werden
diese von einer ausländischen Tochtergesellschaft an die Muttergesellschaft im

321
Vgl. Meade, J. M., Taxation, 1978, S. 231.
322
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 19.
323
Vgl. Auerbach, A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 16,
19.
324
Vgl. Scheffler, W., Steuerlehre, 2009, S. 127; Kofler, G., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuer-
recht, 2015, S. 596, Rn. 14.3; Haase, F., Internationales, 2017, S. 406, Rn. 855.
325
Vgl. Kellersmann, D./Treisch, C./Lapert, S./u.a., Unternehmensbesteuerung, 2013, S. 10; Kofler,
G., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuerrecht, 2015, S. 597, Rn. 14.4; Haase, F., Internationa-
les, 2017, S. 406, Rn. 856; Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 456.
56 3. Überlegungen zur unilateralen Implementierung einer Destination-Based Cash Flow Tax

DBCFT-Land gezahlt, sind sie bemessungsgrundlagenerhöhend zu berücksichti-


gen und unterliegen einer Doppelbelastung (Importgedanke). Es erfolgt weder
eine Anrechnung noch eine Freistellung der Dividendenzahlung.326
Eine solche Behandlung von Dividendenzahlungen ist bei qualifizierten Beteili-
gungen (min. 10 %) mit der Richtlinie nicht vereinbar.327 Zur Vereinbarkeit mit
der Mutter-Tochter-Richtlinie bedarf es einer Freistellung der erhaltenen Dividen-
denzahlungen im DBCFT-Staat. Eine Anrechnung der zuvor entrichteten Steuer
muss konsequenterweise abgelehnt werden, da diese im Rahmen einer ertragsteu-
erlichen Gewinnermittlung angefallen und nicht mit einer DBCFT vergleichbar
ist.
Fließen jedoch Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaft im DBCFT-Land an
ihre Muttergesellschaft im EU-Ausland, unabhängig von der Beteiligungshöhe, so
sind diese nach dem Exportgedanken von einer Besteuerung freizustellen. Eine
Quellenbesteuerung ist ebenfalls nicht vorgesehen, sodass in diesem Fall kein Ver-
stoß gegen die Richtlinie vorliegt.
Die Zins- und Lizenzrichtlinie hat zum Ziel, sämtliche Quellensteuern auf im EU-
Konzernverbund gezahlte Zinsen und Lizenzgebühren abzuschaffen, sofern die
Beteiligung min. 25 % beträgt (Art. 3 ZiLiRL).328 Dadurch soll eine Beseitigung
von benachteiligten, grenzüberschreitenden Sachverhalten im Vergleich zu einer
inländischen Konstellation erfolgen.329 Die Zins- und Lizenzzahlungen werden bei
der R+F-base Konzeption als Auszahlungen bemessungsgrundlagenmindernd be-
rücksichtigt. Im Ergebnis führt dies nicht zu einer Quellenbesteuerung. Zudem
liegt ein Verstoß gegen die Richtlinie nur bei einer Erhöhung der Bemessungs-
grundlage vor.330 Dies könnte jedoch vorliegen, sofern ein Unternehmen im
DBCFT-Staat eine Lizenz aus dem Ausland bezieht. Der Bezug der Lizenz führt

326
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 177; Tippelhofer, M.,
Unionsrecht, 2016, Band 5861, S. 126; Haase, F., Internationales, 2017, S. 408, Rn. 860.
327
Vgl. Tenore, M., Itax 2010, S. 226; Kofler, G., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuerrecht, 2015,
S. 612, Rn. 14.26.
328
Vgl. Dörr, I., IStR 2005, S. 110; Scheffler, W., Steuerlehre, 2009, S. 130; Endres, D./Oestreicher,
A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 187.
329
Vgl. Haase, F., Internationales, 2017, S. 412, Rn. 869; Schreiber, U., Besteuerung, 2017, S. 456.
330
Vgl. EuGH vom 21.7.2011, ECLI:EU:C:2011:499, Rn. 30-31; Terra, B. J./Wattel, P. J., Law,
2012, S. 390.
3.3. Rechtliche Vereinbarkeit einer Destination-Based Cash Flow Tax 57

zu einer Erhöhung der Bemessungsgrundlage und unterliegt im Inland der Import-


besteuerung, welche zu einer Doppelbelastung führt.331 Die Importbesteuerung ist
per se keine Quellensteuer, jedoch ist es unbedeutend, ob diese direkt an der Quelle
abgezogen wird oder im Rahmen eines Veranlagungsverfahrens erhoben wird.332
Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass die Importbesteuerung des Lizenzerwerbs
zu einer Erhöhung der inländischen Bemessungsgrundlage führt und damit bei ei-
ner Beteiligung von min. 25 % gegen die Zins- und Lizenzrichtlinie verstößt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die DBCFT in ihrer Facette der Ex-
portfreistellung gegen kein europäisches Sekundärrecht verstößt. Hinsichtlich der
Facette der Importbesteuerung liegt jedoch bei Überschreiten der Schwellenwerte
ein Verstoß gegen die genannten europäischen Richtlinien im Bereich der direkten
Steuern vor.

331
Vgl. Meade, J. M., Taxation, 1978, S. 231; Terra, B. J./Wattel, P. J., Law, 2012, S. 390; Auerbach,
A. J./Devereux, M. P./Keen, M. u. a., Oxford Univ. CBT WP 2017, Nr. 1, S. 19.
332
Vgl. Kofler, G., in: Schaumburg, H./Englisch, J., Steuerrecht, 2015, S. 680, Rn. 15.22; Endres,
D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 187.
4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen
bei unilateraler Einführung einer Destination-Based Cash
Flow Tax
4.1. Steuerplanerische Zielsetzung
Die unilaterale Einführung einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich in einem Dritt-
land hat für deutsche Unternehmen, welche auch im DBCFT-Land agieren, erheb-
liche steuerliche Nachteile aufgrund des Grenzsteuerausgleiches und dem Territo-
rialprinzip der DBCFT. Dahingegen erzielen Unternehmen des DBCFT-Landes
vor allem durch die Exportfreistellung des Grenzsteuerausgleichs steuerliche Vor-
teile (vgl. Kapitel 3.2.3).
Ziel einer steuerplanerischen Gestaltung für deutsche Unternehmen ist daher ihre
unternehmerische Aktivität so auszurichten, dass sie ebenfalls von den Vorteilen
einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich profitieren und ihren Einzahlungsüber-
schuss nach Steuern maximieren können.333 Das Instrument zur Erreichung dieses
Ziels stellt zum einen die Steuerung der Bemessungsgrundlage dar.334 Deutsche
Unternehmen müssen hierzu ihre unternehmerische Aktivität, die zu steuerpflich-
tigen Einkünften führt, in ein DBCFT-Land transferieren umso von einer geringe-
ren Bemessungsgrundlage und dem Grenzsteuerausgleich zu profitieren. Zum an-
deren verstärkt ein niedriger Steuersatz im DBCFT-Land als im Hochsteuerland
Deutschland diesen Effekt.335 Erreicht werden könnte dies durch eine Funktions-
verlagerung einer deutschen Produktion auf eine ausländische Tochterkapitalge-
sellschaft336 im DBCFT-Land.337

333
Vgl. Eisenach, M., Steuerplanung, 1974, S. 259; BT-Drucks. 16/4841 vom 27.3.2007, S. 29; BFH
vom 29.5.2008, BStBl. 2008 II, S. 789, Rn. 2 a); Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 2;
Schoppe, C./Weigelt, Y., BB 2017, S. 729.
334
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 889.
335
Vgl. Schanz, D., DStR 2015, S. 1989-1990; Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., BB 2017,
S. 1679; Heinemann, F./Spengel, C./Olbert, M. u. a., ZEW FB 2017, S. 2.
336
Es wird die Annahme getroffen, dass die Tochtergesellschaft in Deutschland als Tochterkapital-
gesellschaft behandelt wird. Im DBCFT-Land ist eine Unterscheidung hinfällig, da es keine
Rechtsformunterscheidung gibt. Zur Vereinfachung wird sie als Tochterkapitalgesellschaft be-
zeichnet.
337
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 103; Borstell, T./Wehnert, O., Funktionsverlagerungen,
2015, Kapitel R, Rn. 2.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9_4
60 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

Daher ist Gegenstand des Kapitels 4.2 eine Untersuchung, ab welchem Zeitpunkt
eine Funktionsverlagerung für deutsche Unternehmen auf eine ausländische Toch-
terkapitalgesellschaft aus steuerlicher Sicht vorteilhaft ist. Der Zeitpunkt wird über
eine relative Steuerbarwertminimierung ermittelt.338 Die Analyse ist in eine lau-
fende und eine aperiodische Besteuerung unterteilt um die einzelnen Steuereffekte
herauszuarbeiten.
Die Darstellung der Steuerbelastungen und Steuereffekte erfolgt dabei formelba-
siert. Steuerrechtliche Aspekte einer Funktionsverlagerung sowie ökonomische
Aspekte hinsichtlich der Chancen und Risiken oder eines Reputationsschadens
finden keine Beachtung.339
Im Anschluss daran wird in Kapitel 4.3. anhand eines Zahlenbeispiels untersucht,
ob eine Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierung der ausländischen Tochterkapital-
gesellschaft bei Einführung einer DBCFT zu empfehlen ist.
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft
4.2.1. Laufende Besteuerung
Die Motivation für eine Funktionsverlagerung der deutschen Produktion auf eine
ausländische Tochterkapitalgesellschaft, welche in einem DBCFT-Land sitzt, be-
ruht auf unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen und Steuersätzen. Dieser Steu-
ersatzvorteil und ein möglicher Bemessungsgrundlagenvorteil im Rahmen der lau-
fenden Besteuerung werden nachstehend analysiert.

In Deutschland ergibt sich für Kapitalgesellschaften eine Gesamtsteuerbelastung


‫ݏ‬஽ aus Körperschaftsteuer (‫ݏ‬௄ௌ௧ ) zzgl. Solidaritätszuschlag (‫ݏ‬ௌ௢௟௓ ) und Gewerbe-
steuer (‫ீݏ‬௘௪ௌ௧ ), die sich wie folgt berechnet:

(12) ‫ݏ‬஽  ൌ ‫ீݏ‬௘௪ௌ௧ ൅ ‫ݏ‬௄ௌ௧ ൈ ሺͳ ൅ ‫ݏ‬ௌ௢௟௓ ሻ


Formel 12: Deutscher Gesamtsteuersatz bestehend aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Soli-
daritätszuschlag

338
Vgl. Kessler, W., Ziel, 2008, Kap. § 1, Rn. 13; Scheffler, W., Besteuerung, 2013, Band 3, S. 2.
339
Vgl. Endres, D./Oestreicher, A. (Hrsg.), Unternehmensbesteuerung, 2016, S. 888, 890.
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft 61

Dabei setzt sich die Gewerbesteuer ‫ீݏ‬௘௪ௌ௧ aus einer Multiplikation der Gewerbe-
steuermesszahl i. H. v. 3,5 % (§ 11 Abs. 2 GewStG) und unter Annahme des ge-
wogenen Durchschnittshebesatzes des Jahres 2016 von 400 %340 zusammen. Der
Körperschaftsteuersatz beträgt gem. § 23 Abs. 1 KStG 15 % und der Solidaritäts-
zuschlag 5,5 % der festgesetzten Körperschaftsteuer (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 SolZG
i. V. m. § 4 S. 1 SolZG). Im Ergebnis ergibt sich eine deutsche Gesamtsteuerbe-
lastung i. H. v. ungefähr 30 %.

Thesauriert die Tochterkapitalgesellschaft ihre Einzahlungsüberschüsse im


DBCFT-Land, unterliegen diese dem Steuersatz ‫ݏ‬஽஻஼ி் . Ausgehend vom Reform-
vorschlag A Better Way, welcher einen Steuersatz i. H. v. 20 % vorsieht,341 ergibt
sich ein Steuersatzvorteil in Höhe der Differenz zwischen dem deutschen und dem
DBCFT-Steuersatz, folglich ca. 10 Prozentpunkte.342 Um den Steuersatzvorteil
darstellen zu können, wird angenommen, dass die Bemessungsgrundlage in
Deutschland und im DBCFT-Land im ersten Schritt gleich hoch ist. Es ergibt sich
somit pro Periode im DBCFT-Land eine Steuerentlastung ܵ‫ܧ‬஽஻஼ி் i. H. v.:

(13) ܵ‫ܧ‬஽஻஼ி்  ൌ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி் ൈ  ሺ‫ݏ‬஽ െ  ‫ݏ‬஽஻஼ி் ሻ


Formel 13: Steuerentlastung im DBCFT-Land aufgrund des Steuersatzvorteils einer Funktionsverla-
gerung

Dies bedeutet, dass die ertragsteuerliche Belastung umso geringer ausfällt, je hö-
her die Differenz der Steuersätze im DBCFT-Land und in Deutschland und je grö-
ßer der Einzahlungsüberschuss bei der Tochterkapitalgesellschaft im DBCFT-
Land ist.

Durch die ertragsteuerliche Gewinnermittlung auf der einen Seite und der zah-
lungsorientierten Einzahlungsüberschussermittlung mit einem Grenzsteueraus-
gleich auf der anderen Seite kann sich ein zusätzlicher Bemessungsgrundlagenef-
fekt ergeben. Hierfür sind die Bemessungsgrundlagen einzeln zu betrachten und
formal darzustellen. Dabei wird angenommen, dass die Produktion der Wirt-

340
Vgl. Statistisches Bundesamt, Realsteuervergleich (8.12.2017).
341
Vgl. Ryan, P./Brady, K., A Better Way, S. 25 (28.12.2017).
342
Vgl. Scheffler, W., Erfolgszuordnung, 2011, S. 11. Scheffler veranschaulicht dies am innerstaatli-
chen Steuergefälle hinsichtlich verschiedener Hebesätze der Gewerbesteuer.
62 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

schaftsgüter im jeweiligen betrachteten Land ist. Darüber hinaus erfolgt die An-
nahme, dass die produzierten Wirtschaftsgüter zu 30 % im DBCFT-Land und zu
70 % in Deutschland verkauft werden.

In Deutschland setzt sich die Bemessungsgrundlage eines produzierenden Unter-


nehmens aus den folgenden Ein- und Auszahlungen zusammen:

(14) ‫ܩܯܤ‬஽  ൌ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଵ െ ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ


ܵ஽஻஼ி்
Formel 14: Bemessungsgrundlage in Deutschland unter Berücksichtigung der im DBCFT-Land an-
gefallenen Steuerbelastung

Aus Vereinfachungsgründen entsprechen dem Grunde und der Höhe nach die Ein-
nahmen und Ausgaben einer ertragsteuerlichen Gewinnermittlung den Einzahlun-
gen ‫ ܧ‬und Auszahlungen ‫ ܣ‬einer DBCFT. Aufgrund des Welteinkommensprin-
zips sind in Deutschland von allen Einzahlungen alle anfallenden Auszahlungen
abzugsfähig. Für eine Verdeutlichung der Bemessungsgrundlageneffekte sind die
Auszahlungen separat aufgeführt. ‫ܣ‬ଵ steht für die im Zusammenhang mit der Pro-
duktion anfallenden Kosten im Produktionsland. ‫ܣ‬ଶ stellt die Auszahlungen bzw.
Kosten für z. B. den Transport ab der Landesgrenze des Bestimmungslandes dar.
Diese sind im DBCFT-Land aufgrund des Territorialprinzips steuermindernd zu
berücksichtigen und in Deutschland ebenfalls aufgrund des Welteinkommensprin-
zips. Für die Produktionsmaschinen werden in Deutschland jährliche Abschrei-
bungen (‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ ) berücksichtigt. Das letzte Element der Bemessungs-
grundlage stellt den Abzug der im DBCFT-Land angefallenen und nicht anrechen-
baren Steuern dar, aufgrund des Verkaufs von 30 % der Waren Ͳǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬abzgl. der
Auszahlungen für Kosten im DBCFT-Land ‫ܣ‬ଶ .

Liegt die Produktion hingegen im DBCFT-Land unter sonst gleichen Annahmen


berechnet sich die Bemessungsgrundlage ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி் wie folgt:

(15) ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்  ൌ Ͳǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଵ


Formel 15: Bemessungsgrundlage im DBCFT-Land unter Berücksichtigung der Exportfreistellung
i. H. v. 70 % der Einzahlungen
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft 63

Im Gegensatz zur deutschen Bemessungsgrundlage setzt sich die Bemessungs-


grundlage im DBCFT-Land lediglich aus 30 % der Einzahlungen (Ͳǡ͵ ൈ ‫)ܧ‬, wel-
che aus dem Verkauf der Wirtschaftsgüter im DBCFT-Land entstehen, abzgl. der
Auszahlung für die Produktion im Produktionsland ‫ܣ‬ଵ , hier im DBCFT-Land, zu-
sammen. Keine Berücksichtigung finden 70 % der Einzahlungen, welche auf-
grund der Exportfreistellung des Grenzsteuerausgleichs von der Bemessungs-
grundlage ausgenommen sind. Ebenfalls sind wegen des Territorialprinzips nur
die Auszahlungen für Kosten steuermindernd zu berücksichtigen, die im DBCFT-
Land angefallen sind. Folglich ist ein Abzug von Auszahlungen im Bestimmungs-
land (‫ܣ‬ଶ ) nicht erlaubt. Auf die Versagung der Abzugsmöglichkeit der Anschaf-
fung der Wirtschaftsgüter ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ durch die Funktionsverlagerung wird
in Kapitel 4.2.2. eingegangen.

Ein Bemessungsgrundlageneffekt kann, muss sich aber dabei grundsätzlich nicht


ergeben. Er ist abhängig von der Höhe der Einzahlungen und den verschiedenen
Auszahlungen, sodass formelbasiert nur Verhältnisse aufgestellt werden können.

(16) Bemessungsgrundlagenvorteil: ‫ܩܯܤ‬஽  ൐ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்


Neutralität: ‫ܩܯܤ‬஽  ൌ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்
Bemessungsgrundlagennachteil: ‫ܩܯܤ‬஽  ൏ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்
Formel 16: Bedingung eines (möglichen) Bemessungsgrundlageneffekts

Unter den getroffenen Annahmen ist von einem Bemessungsgrundlagenvorteil


auszugehen, wenn nach Gegenüberstellung der Formeln 14 und 15 die nachfol-
gende Bedingung erfüllt ist (vgl. Anhang 2). Für ökonomische Auswirkungen ei-
nes Bemessungsgrundlagenvorteils wird auf die Erläuterungen in Kapitel 4.2.3.
verwiesen.

(17) Ͳǡ͹ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ  ܵ஽஻஼ி்  ൐ Ͳ


Formel 17: Bedingung für einen Bemessungsgrundlagenvorteil (unter Annahmen)
64 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

4.2.2. Aperiodischer Vorgang


Bei der Verlagerung einer Funktion343 einschließlich der dazugehörigen Chancen
und Risiken und der mitübertragenen Wirtschaftsgüter und sonstigen Vorteile,
fällt eine Besteuerung in Höhe des Transferpakets zum Zeitpunkt der Funktions-
verlagerung an. Ein solcher Sachverhalt liegt z. B. bei einer Produktionsverlage-
rung auf eine ausländische Tochterkapitalgesellschaft vor.344 Wird der hypotheti-
sche Fremdvergleich zugrunde gelegt (§ 1 Abs. 3 S. 5-7 AStG), so spiegelt das
Transferpaket den Gesamtwert der Verlagerung der Funktion wider (§ 1 Abs. 3
S. 9 AStG).345

Dabei ist die Besteuerung des Transferpakets zum Übertragungszeitpunkt sowohl


im Land des abgebenden Unternehmens als auch beim aufnehmenden Unterneh-
men im DBCFT-Land zu analysieren, sowie mögliche Steuereffekte in den Folge-
jahren.

In Deutschland fällt zum Zeitpunkt der Funktionsverlagerung auf eine ausländi-


sche Tochterkapitalgesellschaft eine Steuerbelastung i. H. d. Produkts aus Trans-
ferpaket ܶܲ und dem deutschen Gesamtsteuersatz ‫ݏ‬஽ (Formel 12) an. Bei der auf-
nehmenden Tochterkapitalgesellschaft sind zum Zeitpunkt der Aufnahme Steuern
i. H. des Produkts aus Transferpaket ܶܲ und dem DBCFT-Steuersatz ‫ݏ‬஽஻஼ி் zu
zahlen. Dies beruht darauf, dass das Transferpaket in seinem Gesamtwert als Im-
port dem Grenzsteuerausgleich des DBCFT-Landes unterliegt (vgl. das Beispiel
eines Direktgeschäfts in Kapitel 3.2.3.2.). Es ergibt sich die folgende einmalige
Gesamtsteuerbelastung ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧ zum Zeitpunkt der Funktionsverlagerung:

343
Vgl. für eine ausführliche Diskussion zum Begriff Borstell, T./Schäperclaus, J., IStR 2008, S. 276-
284; Frischmuth, M., StuB 2008, S. 865-867; Baumhoff, H./Ditz, X./Greinert, M., Ubg 2011,
S. 162-164.
344
Vgl. BT-Drucks. 16/4841 vom 27.3.2007, S. 84.
345
Vgl. BR-Drucks. 352/08 vom 23.05.2008, S. 17-19; BMF-Schreiben vom 13.10.2010, BStBl.
2010 I, S. 774, Rn. 6. Für eine Diskussion zur Gesamtbewertung vgl. Schreiber, R., Ubg 2008,
S. 434-437; Welling, B./Tiemann, K., FR 2008, S. 68-70; Baumhoff, H./Ditz, X./Greinert, M.,
Ubg 2011, S. 164-169.
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft 65

(18) ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൌ ܶܲ ൈ ሺ‫ݏ‬஽ ൅  ‫ݏ‬஽஻஼ி் ሻ

Formel 18: Einmalige aperiodische Gesamtsteuerbelastung bei Funktionsverlagerung

In den Folgejahren treten bei grenzüberschreitenden Funktionsverlagerungen in


ein DBCFT-Land keine weiteren Steuereffekte auf. Die übertragenen Wirtschafts-
güter und ein Residualwert zum Gesamtwert des Transferpakets können aufgrund
der DBCFT nicht aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ab-
geschrieben werden. Eine DBCFT erlaubt zwar grundsätzlich einen Sofortabzug
für Investitionsauszahlungen, dieser steht jedoch dem Verbot des Abzugs für Im-
portauszahlungen entgegen. Es wird angenommen, dass für das Transferpaket ei-
ner Funktionsverlagerung das Verbot des Abzugs für Importauszahlungen als lex
specialis greift, sodass die Grenzsteuerausgleichsfunktion nicht ausgehebelt wird.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Einmalbelastung zum Zeitpunkt der Funkti-
onsverlagerung keine steuerliche Entlastung in den Folgejahren gegenübersteht.
Die Steuerbelastung des aperiodischen Vorgangs ist daher umso höher, desto mehr
Gewinnpotential in die ausländische Tochterkapitalgesellschaft transferiert wird.

4.2.3. Vorteilhaftigkeitsberechnung
Gegenstand dieses Kapitels ist es, einen Zeitpunkt zu ermitteln, ab dem sich eine
Funktionsverlagerung aus Sicht eines deutschen Unternehmens empfiehlt. Eine
Empfehlung ist dann abzugeben, wenn der Steuersatz- und/oder ein Bemessungs-
grundlagenvorteil aus der laufenden Besteuerung den Nachteil aus der Besteue-
rung des Transferpakets des aperiodischen Besteuerungsvorgangs kompensiert.

Daraus ist abzuleiten, dass die Vorteilhaftigkeit einer Funktionsverlagerung gege-


ben ist, wenn die Summe der jährlichen Steuerbelastungen in Deutschland ܵ‫ܤ‬஽
größer ist als die Summe der jährlichen Steuerbelastungen im DBCFT-Land
ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் zzgl. der Steuerbelastung des Transferpakets ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧ . Aufgrund der
mehrperiodigen Entscheidungssituation sind die Steuerbelastungen aus der laufen-
66 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

den Besteuerung auf den Zeitpunkt der Funktionsverlagerung mit einem Kalkula-
tionszinssatz n. St. ݅ abzuzinsen.346 Dies rührt von der Tatsache, dass laufende
Steuerbelastungen umso geringer wirken, je später sie eintreten. 347

σ೅
೟సభ ௌ஻ವ σ೅
೟సభ ௌ஻ವಳ಴ಷ೅
(19) ൐ ൅  ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ሺଵା௜ሻ೟ ሺଵା௜ሻ೟
bzw. unter Verwendung des Barwertfaktors für eine nachschüssige
Rente:
ሺଵା௜ሻ೅ ିଵ ሺଵା௜ሻ೅ ିଵ
ܵ‫ܤ‬஽ ൈ ሺଵା௜ሻ೅ ൐ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்  ൈ  ሺଵା௜ሻ೅ ൅ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ൈ௜ ൈ௜

Formel 19: Vorteilhaftigkeitsbedingung für eine Funktionsverlagerung

Bei Auflösen der Formel 19 nach dem Zeitraum ܶ,ergibt sich der Zeitpunkt, ab
dem die Vorteile einer Funktionsverlagerung dominieren (vgl. hierzu Anhang 3).
Dieser wird als Mindestinvestitionszeitraum bezeichnet. Dabei muss die Bedin-
gung erfüllt sein, dass die Steuerbelastung in Deutschland größer ist als die im
DBCFT-Land.

Diese Bedingung kann durch die Abhängigkeit der Steuerbelastung von der Be-
messungsgrundlage erklärt werden. Hierfür sind drei Fälle zu unterscheiden (For-
mel 16). Tritt als erster Fall ein Bemessungsgrundlagenvorteil im DBCFT-Land
gegenüber Deutschland ein, so wirkt zur Kompensation des aperiodischen Besteu-
erungsnachteils sowohl ein Steuersatz- als auch ein Bemessungsgrundlagenvor-
teil. Durch diesen doppelten Vorteil ist der kleinste Mindestinvestitionszeitraum
zu erreichen. Bei Fall zwei entsprechen sich die Bemessungsgrundlagen im
DBCFT-Land und in Deutschland. Folglich ergibt sich kein Bemessungsgrundla-
geneffekt. Durch die Neutralität wirkt nur der Steuersatzvorteil zur Kompensation
des aperiodischen Besteuerungsnachteils.

Der Eintritt eines Bemessungsgrundlagennachteils im dritten Fall unterteilt sich in


zwei weitere Unterfälle. Dabei kann die Nebenbedingung im ersten Unterfall wei-
terhin erfüllt sein, wenn der Steuersatzvorteil den Bemessungsgrundlagennachteil
überlagert und den Nachteil der aperiodischen Besteuerung des Transferpakets
kompensiert. Diese Konstellation führt zur längsten Mindestinvestitionsdauer. Die

346
Vgl. Lühn, A., Konzernsteuerplanung, 2009, Band 367, S. 17.
347
Vgl. Scheffler, W./Eickhorst, D., BB 2004, S. 821.
4.2. Funktionsverlagerung auf eine Tochterkapitalgesellschaft 67

Nebenbedingung in Formel 19 ist im zweiten Unterfall nicht erfüllt, wenn der Be-
messungsgrundlagennachteil nicht vom Steuersatzvorteil kompensiert wird. Die
Bemessungsgrundlage im DBCFT-Land entspricht dann maximal dem Produkt
aus dem Verhältnis des deutschen Steuersatzes zum DBCFT-Steuersatz und der
deutschen Bemessungsgrundlage. Im Ergebnis liegt dann eine höhere Steuerbelas-
tung im DBCFT-Land vor als in Deutschland, sodass zu jedem Zeitpunkt von einer
Funktionsverlagerung abzuraten ist.

Die formale Darstellung zur Berechnung der Mindestinvestitionsdauer lautet:


ೄಳಷೇǡ೒೐ೞೌ೘೟ ൈ೔
୪୭୥൬ଵି ೄಳ షೄಳ ൰
ವ ವಳ಴ಷ೅
(20) ܶ ൒  െ 
୪୭୥ሺଵା௜ሻ

Formel 20: Mindestinvestitionsdauer für eine vorteilhafte Funktionsverlagerung

Unterschreitet das Unternehmen den Mindestinvestitionszeitraum ist von einer


Funktionsverlagerung abzuraten, da die Nachteile der Funktionsverlagerung nicht
durch die Vorteile kompensiert werden. Bei einer Überschreitung des Mindestin-
vestitionszeitraumes ist eine Funktionsverlagerung vorteilhaft. 348 Diese Vorteil-
haftigkeit baut sich pro Überschussermittlungszeitraum aus. Erhöht sich der Ge-
samtwert des Transferpakets, so verlängert sich auch der Mindestinvestitionszeit-
raum, da der Steuersatz- und ein möglicher Bemessungsgrundlagenvorteil mehr
Zeit zur Kompensation benötigen.

Zur Veranschaulichung können die in Kapitel 4.2.1. getroffenen Annahmen (30 %


Verkauf im DBCFT-Land, 70 % Verkauf in Deutschland, gleiche Höhe an Ein-
und Auszahlungen pro Periode, ‫ݏ‬஽ 30 %, ‫ݏ‬஽஻஼ி் 20 %) erweitert und zur Berech-
nung einer Mindestinvestitionsdauer genutzt werden. Hierfür sollen die Einzah-
lungen ‫ ܧ‬1000, die Auszahlungen ‫ܣ‬ଵ 100 und die Summe der übrigen Auszahlun-
gen 10 (‫ܣ‬ଵ ǡ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ ሻbetragen. Hinzu kommen im DBCFT-Land gezahlte
Steuern i. H. v. 40349. Der Zinssatz beträgt 4 %. Das Transferpaket soll mit dem
fünffachen der jährlichen Einzahlungen bewertet sein. Nach dem Einsetzen und

348
Vgl. Scheffler, W./Eickhorst, D., BB 2004, S. 821.
349
Die Steuern sind wie folgt zu ermitteln: (0,3ൈEെA2)ൈsDBCFT= (0,3ൈ1000െ100)െ0,2 = 40.
68 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

Lösen der Formel 20 ist ein Mindestinvestitionszeitraum von 16 Jahren350 zu er-


füllen, damit eine Funktionsverlagerung unter den Annahmen vorteilhaft ist.

Ein Mindestinvestitionszeitraum von 16 Jahren ist dabei tendenziell als lang ein-
zustufen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Unternehmen einem stetigen Wan-
del unterliegen und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Anpassungen der Produk-
tion ergeben, welche die Vorteilhaftigkeitsentscheidung verändern können. Daher
ist von einer Funktionsverlagerung bei einer Mindestinvestitionsdauer von 16 Jah-
ren abzuraten.

4.3. Finanzierungsform einer Tochterkapitalgesellschaft


Bei der Funktionsverlagerung in Kapitel 4.2 auf eine ausländische Tochterkapital-
gesellschaft, stellt sich zudem die Frage, wie die Tochterkapitalgesellschaft mit
Kapital ausgestattet werden soll. Hierfür ist zwischen einer Eigen- und Fremdka-
pitalfinanzierung zu wählen, da durch den Grenzsteuerausgleich keine Finanzie-
rungsneutralität mehr gegeben ist. Aus diesem Grund sollen in diesem Kapitel die
Auswirkungen der Einführung einer DBCFT hinsichtlich der Finanzierungsent-
scheidung anhand eines Zahlenbeispiels bei Vollausschüttung dargestellt werden.

Vor einer DBCFT Nach einer DBCFT


Steuerbelastungsvergleich
EK FK EK FK
Besteuerung im DBCFT-Land der Tochterkapitalgesellschaft
EBIT/EÜ. 1000 1000 1000 1000
Zinsaufwand/-auszahlung 0 -1000 0 [-1000]
Steuersatz (vor 35 %, mit 20 %) -350 0 -200 -200
Dividende 650 0 800* 0*

350
Abweichungen beruhen auf Rundungsdifferenzen.
4.3. Finanzierungsform einer Tochterkapitalgesellschaft 69

Besteuerung in Deutschland der Mutterkapitalgesellschaft


Dividende (§ 8b Abs. 1, 5 KStG) 33 0 40 0
Zinseinnahmen 0 1000 0 1000
Steuersatz (30 %) -10 -300 -12 -300
Steuerbelastung aus
laufender Besteuerung 360 300 212 500
Gewinn n. St. in Deutschland 640 700 788 700**
Quelle: Bärsch, S.-E./Olber, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1677 (angepasst)

Anmerkungen: * Es wird unterstellt, dass die Dividendenauszahlung im Rahmen einer DBCFT


auf den zahlungsstrombasierten Nettoeinzahlungsüberschuss abstellt.
**Der Gewinn n. St. in Deutschland enthält keine Kompensation der im DBCFT-
Land gezahlten Steuern i. H. v. 200.

Tabelle 4: Steuerbelastungsvergleich bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung einer Tochter-


kapitalgesellschaft im DBCFT-Land351

Tabelle 4 stellt die Steuerbelastungen für eine Eigen- und Fremdkapitalfinanzie-


rung einer Tochterkapitalgesellschaft dar. Die Tabelle zeigt in der oberen Hälfte
die Besteuerung im DBCFT-Land und in der unteren Hälfte die Besteuerung in
Deutschland. Die Spalten stellen einen Vergleich dar, der die Finanzierung vor
Einführung einer DBCFT und anschließend nach einer Einführung verdeutlicht.
Im rechten Teil der Tabelle unterliegt der Import von Eigen- oder Fremdkapital
einem einmaligen Grenzsteuerausgleich. Korrespondierend dazu sind Zins- und
Kreditrückzahlungen der Fremdfinanzierung nicht abzugsfähig.
Aus dem Belastungsvergleich in Tabelle 4 ist zu erkennen, dass bei einer DBCFT
aufgrund des niedrigeren Steuersatzes die Gesamtsteuerbelastung einer Eigenka-
pitalfinanzierung in der laufenden Besteuerung um ungefähr 40 % sinkt, während
sich die steuerliche Belastung einer Fremdkapitalfinanzierung um 40 % erhöht.
Dies ist dem Abzugsverbot für Zinsauszahlungen bei einer DBCFT geschuldet.

351
Abweichungen beruhen auf Rundungsdifferenzen.
70 4. Steuerliche Anpassungsoption für deutsche Unternehmen bei unilateralen Einführung

Weiterhin ist ersichtlich, dass vor Einführung einer DBCFT ein Anreiz zur Fremd-
kapitalfinanzierung besteht,352 welches am höheren Gewinn n. St. bei Fremd- ge-
genüber der Eigenkapitalfinanzierung liegt. Nach Einführung einer DBCFT dreht
sich dieses Ergebnis um und es kann ein höherer Gewinn n. St. durch eine Eigen-
kapitalfinanzierung erzielt werden, sodass diese Finanzierungsform zu empfehlen
ist.353
Zu beachten ist jedoch, dass im Jahr des Kapitaltransfers eine Importbesteuerung
i. H. v. 20 % anfällt. Dies erhöht die Steuerbelastung bei einer DBCFT in Periode
t=1 um ca. 10 % bei Eigenkapitalfinanzierung und um ca. 60 % bei Fremdkapital-
finanzierung. Bei gleichbleibendem Einzahlungsüberschuss in t=2 kann der Nach-
teil der Importbesteuerung durch den Vorteil des geringeren Steuersatzes bereits
kompensiert werden (Formel 20). Darüber hinaus ist eine Finanzierung der aus-
ländischen Tochterkapitalgesellschaft nur in der Höhe sinnvoll, bis sie sich aus der
Erzielung eigener Cash Flows finanzieren kann. Der Grund hierfür liegt im Modell
der DBCFT. Zahlungsmittel, die am Ende der Periode nicht reinvestiert werden,
sind dem Einzahlungsüberschuss hinzuzurechnen und unterliegen der Besteue-
rung. Im Ergebnis unterliegt daher „zu viel“ bereitgestelltes Eigen- oder Fremd-
kapital der laufenden Besteuerung. Eine Rückzahlung des „zu viel“ bereitgestell-
ten Kapitals kann jedoch wiederum nicht bemessungsgrundlagenmindernd be-
rücksichtigt werden, sodass die hierauf entfallene Belastung der Importbesteue-
rung final wird und hohe Risiken der Doppelbesteuerung birgt.

352
Vgl. Bärsch, S.-E./Olber, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1677.
353
Vgl. Bärsch, S.-E./Olber, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1677; Heinemann, F./Spengel, C./Olbert,
M. u. a., ZEW FB 2017, S. 2.
5. Kritische Würdigung einer unilateralen Einführung der
Destination-Based Cash Flow Tax mit Grenzsteuerausgleich
Die DBCFT beruht auf einer einfachen zahlungsmittelorientierten Unternehmens-
besteuerung. Die Ermittlung der Bemessungsgrundlage findet über eine Gegen-
überstellung von Ein- und Auszahlungen statt. Durch den Grenzsteuerausgleich
unterliegen Importe einer Besteuerung, während Exporte steuerfrei zu stellen sind.
Weiterhin sind alle Auszahlungen für Kosten, die im DBCFT-Land angefallen
sind, aufgrund des Territorialprinzips bemessungsgrundlagenmindernd zu berück-
sichtigen.354
Die Ergebnisse dieser Arbeit haben gezeigt, dass eine DBCFT mit Grenzsteuer-
ausgleich trotz ihrer Simplizität keineswegs in harmonischem Einklang mit einer
ertragsteuerlichen Gewinnermittlung steht und bei unilateraler Einführung mit den
derzeitigen steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen kollidiert.355
Eine DBCFT mit Grenzsteuerausgleich führt aus steuerrechtlichen Aspekten zu
gravierenden Wettbewerbsverzerrungen. Deutsche Unternehmen, welche Wirt-
schaftsgüter mittels Direktgeschäft in ein DBCFT-Land exportieren, sind einer
Doppelbelastung ausgesetzt. Eine Abmilderung ist nur über den Abzug der
DBCFT als Betriebsausgabe zu erreichen. Die verbleibende Mehrbelastung führt
zu einer Diskriminierung von deutschen Exporteuren auf dem DBCFT-Markt.
Hingegen erhalten exportierende Unternehmen aus einem DBCFT-Land den Vor-
teil einer doppelten Nichtbesteuerung.356 Trotz der Nichtbesteuerung wird eine
Abzugsmöglichkeit der entstanden Auszahlungen im DBCFT-Land gewährt, wel-
che auch DBCFT-Inlandseinzahlungen gegenübergestellt werden kann.357
Zu beachten ist ebenfalls, dass aus rechtlicher Sicht der Grenzsteuerausgleich in
all seinen Facetten gegen das Welthandelsrecht verstößt. Auch über ein DBA kön-
nen deutsche Unternehmen nicht von der Doppelbelastung verschont werden, da
die DBCFT nicht den sachlichen Anwendungsbereich eröffnet. Über das Diskri-
minierungsverbot, welches trotzdem zur Anwendung kommt, liegt hinsichtlich

354
Vgl. Heinemann, F./Spengel, C., ZEW 2017, Nr. 2, S. 1.
355
Vgl. Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680.
356
Vgl. Becker, J./Englisch, J., WD 2017, S. 106; Cuodros, A. M., BIT 2017, Nr. 6a, S. 73.
357
Vgl. Devereux, M. P./Sörensen, P. B., EC EP 2006, Nr. 264, S. 29.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9_5
72 5. Kritische Würdigung einer unilateralen Einführung der Destination-Based Cash Flow Tax

Zins- und Lizenzzahlungen ein Verstoß gegenüber bilateralen Abkommen aus


Sicht des MA vor. Weitere Verstöße treten auf europäischer Ebene auf, sofern die
DBCFT von einem EU-Land eingeführt wird. Dabei verstößt auf primärrechtlicher
Ebene die Importbesteuerung sowohl gegen die Warenverkehrs- als auch gegen
die Niederlassungsfreiheit, während die Exportfreistellung als eine verbotene
staatliche Beihilfe zu klassifizieren ist. Auf sekundärrechtlicher Ebene verstößt die
Importbesteuerung gegen die Fusions-, die Mutter-Tochter- und die Zins- und Li-
zenzrichtlinie.
Aus den Ergebnissen ist abzuleiten, dass ein deutsches Unternehmen zur Ausnut-
zung der steuerlichen Vorteile seine Bemessungsgrundlage weitestgehend in das
DBCFT-Land verschieben muss. Jedoch ist anzumerken, dass dieser theoretische
Gedanke dahingehend zu relativieren ist, dass auch eine Funktionsverlagerung ei-
ner Unternehmenseinheit dem Grenzsteuerausgleich unterliegt. Das Transferpaket
einer Funktionsverlagerung unterliegt folglich in Deutschland im Rahmen des Au-
ßensteuergesetzes der Besteuerung und im DBCFT-Land der Importbesteuerung.
Hinzu kommt ein Abzugsverbot der Auszahlungen für den Anschaffungsvorgang
der ausländischen Tochterkapitalgesellschaft, sodass auch hierüber kein Vorteil
genutzt werden kann.358
Darüber hinaus haben auch die Untersuchungen bezüglich der Finanzierungsent-
scheidung der ausländischen Tochterkapitalgesellschaft gezeigt, dass eine Eigen-
kapitalfinanzierung aus Sicht des deutschen Mutterunternehmens zwar anzustre-
ben ist, aber auch diese Finanzierungsform mit Risiken der Doppelbesteuerung
einhergeht.
Für eine abschließende Beurteilung ist festzustellen, dass eine unilaterale Einfüh-
rung einer DBCFT mit Grenzsteuerausgleich in der internationalen Besteuerung
zu massiven Problemen führt, da zwei fundamental unterschiedliche Besteue-
rungskonzepte aufeinandertreffen. Darüber hinaus müssen sich deutsche Unter-
nehmen bei grenzüberschreitenden Transaktionen immer mit Doppelbelastungen
konfrontiert sehen. Ein Ausnutzen der steuerlichen Vorteile ist nahezu unmöglich
und mit Risiken verbunden.

358
Vgl. Bärsch, S.-E./Olbert, M./Spengel, C., DB 2017, S. 1680.
5. Kritische Würdigung einer unilateralen Einführung der Destination-Based Cash Flow Tax 73

Auf Basis dieser Erkenntnisse ist aus deutscher Sicht von einer unilateralen Ein-
führung einer DBCFT dringend abzuraten. Deutsche Unternehmen können inso-
weit jedoch aufatmen, da der Reformvorschlag A Better Way nicht umgesetzt
wurde. Die zum 1. Januar 2018 in Kraft tretende US-Steuerreform359 beinhaltet
keine DBCFT mit Grenzsteuerausgleich, die Gegenstand der vorliegenden Arbeit
ist.

359
Vgl. White House, Signs (28.12.2017).
Anhang
Anhang 1: Veränderung der US-Exporte und Importe des ifo-Simulationsmo-
dells

Quelle: Yalcin, E./Felbermayer, G./Steininger, M., ifo Institut FB 2017, Nr. 88, S. 48

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9
76 Anhang

Anhang 2: Herleitung eines Bemessungsgrundlagenvorteils

Bedingungen für einen Bemessungsgrundlageneffekt (Formel 16):

Bemessungsgrundlagenvorteil: ‫ܩܯܤ‬஽  ൐ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்


Neutralität: ‫ܩܯܤ‬஽  ൌ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்
Bemessungsgrundlagennachteil: ‫ܩܯܤ‬஽  ൏ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்

Gegenüberstellung der Formel 14 und 15 ergibt:

‫ܩܯܤ‬஽  ൌ ‫ܩܯܤ‬஽஻஼ி்

‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଵ െ ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ  ܵ஽஻஼ி்  ൌ Ͳǡ͵


ൈ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଵ

Vereinfachen durch Subtrahieren von ‫ܣ‬ଵ und ሺͲǡ͵ ൈ ‫ܧ‬ሻ ergibt:

Ͳǡ͹ ൈ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ  ܵ஽஻஼ி்  ൌ Ͳ

Wird die obige Gleichung erfüllt liegt kein Bemessungsgrundlageneffekt vor, da


sich die Bemessungsgrundlagen entsprechen. Es herrscht Neutralität.

Ͳǡ͹ ൈ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ  ܵ஽஻஼ி்  ൐ Ͳ

Beim Erfüllen dieser Gleichung liegt ein Bemessungsgrundlagenvorteil bei einer


Funktionsverlagerung auf eine ausländische Tochterkapitalgesellschaft vor, da die
Bemessungsgrundlage in Deutschland größer ist als die Bemessungsgrundlage im
DBCFT-Land.

Ͳǡ͹ ൈ ‫ ܧ‬െ ‫ܣ‬ଶ െ ‫݃݊ݑܾ݅݁ݎ݄ܿݏܾܣ‬஽ െ  ሺͲǡ͵ ൈ ‫ ܧ‬െ  ‫ܣ‬ଶ ሻ  ൈ  ܵ஽஻஼ி்  ൏ Ͳ

Beim Erfüllen dieser Gleichung liegt ein Bemessungsgrundlagennachteil bei einer


Funktionsverlagerung auf eine ausländische Tochterkapitalgesellschaft vor, da die
Bemessungsgrundlage in Deutschland kleiner ist als die Bemessungsgrundlage im
DBCFT-Land.
Anhang 77

Anhang 3: Herleitung der Formel für den Mindestinvestitionszeitraum

Auflösen der Formel 19 (Vorteilhaftigkeitsbedingung für eine Funktionsverlage-


rung) nach ܶ unter Beachtung der folgenden Nebenbedingungen zur Vorteilhaf-
tigkeit:

Nebenbedingung 1: ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ >0


ௌ஻ಷೇǡ೒೐ೞೌ೘೟ ൈ௜
Nebenbedingung 2: ሺௌ஻ವ ିௌ஻ವಳ಴ಷ೅ ሻ
 ൏ ͳ

für die Darstellung in Formel 19 gilt: ‫ܩܯܤ‬ூ௡ௗ௘௫ ൈ  ‫ݏ‬ூ௡ௗ௘௫  ൌ  ܵ‫ܤ‬ூ௡ௗ௘௫

σ்௧ୀଵ ܵ‫ܤ‬஽ σ்௧ୀଵ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்



൐ ൅  ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ሺͳ ൅ ݅ሻ ሺͳ ൅ ݅ሻ௧

umformen ergibt:
் ்
ͳ ͳ
ܵ‫ܤ‬஽  ൈ  ෍   ൐ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்  ൈ  ෍   ൅  ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ሺͳ ൅ ݅ሻ௧ ሺͳ ൅ ݅ሻ௧
௧ୀଵ ௧ୀଵ

unter Verwendung des Barwertfaktors für eine nachschüssige Rente:

ሺͳ ൅ ݅ሻ் െ ͳ ሺͳ ൅ ݅ሻ் െ ͳ
ܵ‫ܤ‬஽ ൈ  ൐ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி்  ൈ  ൅ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ሺͳ ൅ ݅ሻ்  ൈ ݅ ሺͳ ൅ ݅ሻ்  ൈ ݅

Substitution des Barwertfaktors mit ܼ:

ሺͳ ൅ ݅ሻ் െ ͳ
 ൌ ܼ
ሺͳ ൅ ݅ሻ்  ൈ ݅

ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ ൈ ܼ ൐ ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧

nach ܼ umstellen ergibt:

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
ܼ ൐  
ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ
78 Anhang

Resubstitution von ܼ:

ሺͳ ൅ ݅ሻ் െ ͳ ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧

 ൐ 
ሺͳ ൅ ݅ሻ  ൈ ݅ ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ

umformen ergibt:

ሺͳ ൅ ݅ሻ் ͳ ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧
െ  ൐ 
ሺͳ ൅ ݅ሻ்  ൈ ݅ ሺͳ ൅ ݅ሻ்  ൈ ݅ ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ

ͳ ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௔௣௘௥௜௢ௗ௜௦௖௛ǡ௚௘௦௔௠௧ ͳ

 ൐  െ ൅
ሺͳ ൅ ݅ሻ  ൈ ݅ ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ ݅

mit ݅ multiplizieren und umformen:

ͳ ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൈ ݅

 ൏  െ ൅ ͳ
ሺͳ ൅ ݅ሻ ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൈ ݅
ሺͳ ൅ ݅ሻି்  ൏ ͳ െ 
ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ

logarithmieren und nach ܶ auflösen:

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൈ ݅
െܶ ൈ Ž‘‰ሾͳ ൅ ݅ሿ  ൏  Ž‘‰ ൤ͳ െ  ൨
ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൈ ݅
Ž‘‰ ൤ͳ െ  ൨
ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ
െܶ ൏ 
Ž‘‰ሾͳ ൅ ݅ሿ

ܵ‫ܤ‬ி௏ǡ௚௘௦௔௠௧  ൈ ݅
Ž‘‰ ൤ͳ െ  ൨
ሺܵ‫ܤ‬஽ െ ܵ‫ܤ‬஽஻஼ி் ሻ
ܶ ൏  െ 
Ž‘‰ሾͳ ൅ ݅ሿ

Dies entspricht der Formel 20 (Mindestinvestitionsdauer für eine vorteilhafte


Funktionsverlagerung).
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Verzeichnis der Rechtsquellen und sonstigen Quellen

Verzeichnis der Gerichtsentscheidungen

1. Europäischer Gerichtshof
10.12.1969 Rs. C-6/69 und C-11/69 ECLI:EU:C:1969:68
(Kommission/Frankreich)
02.07.1974 Rs. 173/73 ECLI:EU:C:1974:71
(Italien/Kommission)
11.07.1974 Rs. 8/74 ECLI:EU:C:1974:82
(Dassonville)
01.02.1996 Rs. C-177/94 ECLI:EU:C:1996:24
(Perfili)
16.07.1998 Rs. C-264/96 ECLI:EU:C:1998:370
(Imperial Chemical Industries/Colmer)
01.12.1998 Rs. C-200/97 ECLI:EU:C:1998:579
(Ecotrade/Altiforni e Ferriere di Servola)
08.06.1999 Rs. C-338/97 ECLI:EU:C:1999:285
(Pelzl u. a.)
17.06.1999 Rs. 173/99 ECLI:EU:C:1999:311
(Belgien/Kommission)
06.06.2000 Rs. C-35/98 ECLI:EU:C:2000:294
(Verkooijen)
29.09.2000 Rs. T-55/99 ECLI:EU:C:2000:223
(CETM/ Kommission)
13.03.2001 Rs. C-379/98 ECLI:EU:C:2001:160
(PreussenElektra)
08.11.2001 Rs. C-143/99 ECLI:EU:C:2001:598
(Adria-Wien Pipeline und Wietersdorfer/Peggauer
Zementwerke)

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
N. Koch, Destination-Based Cash Flow Tax, BestMasters,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24485-9
102 Verzeichnis der Rechtsquellen und sonstigen Quellen

16.05.2002 Rs. C-482/99 ECLi:EU:C:2002:294


(Frankreich/Kommission)
12.12.2002 Rs. C-324/00 ECLI:EU:C:2002:749
(Lankhorst-Hohorst)
13.02.2003 Rs. C-409/00 ECLI:EU:C:2003:92
(Spanien/Kommission)
18.09.2003 Rs. C-168/01 ECLI:EU:C:2003:479
(Bosal)
11.12.2003 Rs. C-322/01 ECLI:EU:C:2003:664
(Deutscher Apothekerverband)
15.07.2004 Rs. C-315/02 ECLI:EU:C:2004:446
(Lenz)
12.07.2005 Rs. C-403/03 ECLI:EU:C:2005:446
(Schempp)
23.02.2006 Rs. C-471/04 ECLI:EU:C:2006:143
(Keller Holding)
03.10.2006 Rs. C-475/03
ECLI:EU:C:2006:629
(Banca popolare di Cremona)
23.10.2008 Rs. C-157/07 ECLI:EU:C:2008:588
(Krankenheim Ruhesitz am Wannsee-
Seniorenheimstatt)
22.12.2008 Rs. C-487/06 ECLI:EU:C:2008:757
(P – Birtish Aggregates/Kommission)
21.07.2011 Rs. C-397/09 ECLI:EU:C:2011:499
(Scheuten Solar Technology)
15.11.2011 Rs. C-106/09 ECLI:EU:C:2011:732
(Kommission und Spanien/Government of
Gibraltar und Vereinigtes Königreich)
Verzeichnis der Rechtsquellen und sonstigen Quellen 103

2. Bundesfinanzhof
11.10.2000 I R 44-51/99 BStBl. 2002 II, S. 271
29.05.2008 IX R 77/06 BStBl. 2008 II, S. 789

Verzeichnis der Schreiben der Finanzverwaltung


BMF-Schreiben vom 13.10.2010, IV B 5 – S 1341/08/10003, BStBl. 2010 I,
S. 774

Verzeichnis der Vorschläge, Richtlinien, Entscheidungen und Mitteilungen auf


EU-Ebene
Vorschlag für eine Richtlinie des Rates vom 16.3.2011 über eine Gemeinsame
konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB),
KOM (2011) 121 endgültig
Richtlinie 2003/49/EG des Rates vom 03.06.2003 über eine gemeinsame Steuer-
regelung für Zahlungen von Zinsen und Lizenzgebühren zwischen
verbundenen Unternehmen verschiedener Mitgliedstaaten, ABl. EU
2003 L 157, S. 49
Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemeinsame Mehr-
wertsteuersystem, ABl. EU 2006 L 347, S. 1
Richtlinie 2009/133/EG des Rates vom 19.10.2009 über das gemeinsame Steuer-
system für Fusionen, Spaltungen, die Einbringung von Unterneh-
mensteilen und den Austausch von Anteilen, die Gesellschaften ver-
schiedener Mitgliedstaaten betreffen, sowie für die Verlegung des
Sitzes einer Europäischen Gesellschaft oder einer Europäischen Ge-
nossenschaft vor einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitglied-
staat, ABl. EU 2009 L 310, S. 34
Richtlinie 2011/96/EU des Rates vom 29.12.2011 über das gemeinsame Steuer-
system der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mit-
gliedstaaten (Neufassung), ABl. EU 2011 L 345, S. 8
Beschluss des Rates 1994/800/EG vom 22.12.1994 über den Abschluß der Über-
einkünfte im Rahmen der multilateralen Verhandlungen der
Urugay-Runde (1986-1994) im Namen der Europäischen Gemein-
schaft in Bezug auf die in ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche,
ABl. EG 1994 L 336, S. 1
104 Verzeichnis der Rechtsquellen und sonstigen Quellen

Mitteilung der Kommission vom 10.12.1998 über die Anwendung der Vorschrif-
ten über staatliche Beihilfen auf Maßnahmen im Bereich der direk-
ten Unternehmensbesteuerung, ABl. EG 1998 C 384, S. 3
Mitteilung der Kommission vom 17.06.2015 an das Europäische Parlament und
den Rat über eine faire und effiziente Unternehmensbesteuerung in
der Europäischen Union – Fünf Aktionsschwerpunkte, COM (2015)
302 final

Verzeichnis der sonstigen Rechtsquellen


BT-Drucks. 16/4841 vom 27.03.2007, Gesetzesentwurf der Fraktion der
CDU/CSU und SPD, Entwurf eines Unternehmenssteuerreformgeset-
zes 2008 (Gesetzesentwurf)
BR-Drucks. 352/08 vom 23.05.2008, Verordnung zur Anwendung des Fremdver-
gleichsgrundsatzes nach § 1 Abs. 1 Außensteuergesetzes in Fällen
grenzüberschreitender Funktionsverlagerung (Funktionsverlage-
rungsverodnung – FverlV)