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24.02.

2018

PrävG

1. Hintergründe
Allg. Info: Verabschiedet am 18.06.2015 im 4. (!) Anlauf als Artikelgesetz.
A. Hauptgründe
i. Steigender Bedarf an Primärprävention: demographischer Wandel,
unzureichender Impfschutz, begrenzte medizinische
Interventionsmöglichkeiten, vermehrte chronische Erkrankungen
(kardiovaskulär, Tumor etc.)
ii. Mangelnde Gesundheitsförderung in den Lebenswelten/Settings (Kitas,
Schule, Kommune, Betrieben etc.)
iii. Nicht zufriedenstellende Ressourcenverteilung zwischen Primär-, Sekundär-
und Tertiärprävention sowie fehlende integrative Konzepten.
B. Ziele
i. Gesetz für bessere Koordination der beteiligten Akteure (KV, PV, UV, RV).
ii. Gesetz für bessere Unterstützung für die Entwicklung einer
gesundheitsförderliche Lebensweisen.

2. Kernelemente
i. Einbindung diverser Akteure (GKV+ freiwillig PKV, PV, UV, RV, BA, Bund,
Länder und Kommune): Vorgabe der Bundesrahmenempfehlungen und
Landesrahmenvereinbarungen als nationale Präventionsstrategie und
gemeinsame Zielfestlegung und -umsetzung in der nationalen
Präventionskonferenz.
ii. Förderung des Impfschutzes (jedoch KEINE Impfpflicht), der
Weiterentwicklung der Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchung
sowie der Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen.
iii. Finanzvolume von über 500 Mio. €, finanziert durch KV und PV (von 3,17€
auf mind. 7€ pro Versichertem und pro Jahr. Mind. 2€ für betriebliche
Förderung, mind. 2€ für außerbetriebliche Förderung, 0,45€ davon an BZgA
-> KV „beauftragt“ BZgA zur Unterstützung für Qualitätssicherung,
kassenübergreifend). Schwerpunkt: Setting-Ansatz (300 Mio. €).


3. Kritik
A. GKV
i. „Präventionszwang“: „Zwanghafte“ Abgabe an BZgA sowie zu wenig
Einbindung von PKV
B. Parteien
i. Die LINKE: Unzureichende Reduzierung sozial bedingter gesundheitlicher
Ungleichheit
ii. Grüne: Unzureichende Gerechtigkeit und Teilhabe durch ein modernes
Gesundheitsförderungsgesetz (zu wenig Einbindung der Kommune etc.)
C. BÄK & KBV
i. Zu wenig Einbindung von Ärzten, die als wichtigste Ansprechpartner
fungieren sollten, in z.B. Entscheidung über Verwendung der Gelder.
ii. Keine Teilnahme der Ärzteverbände an Präventionskonferenz (Ärztlicher
Sachverstand anscheinend nicht erwünscht)
D. Konsensus
i. Präventionsgesetz ist nötig (um Volkskrankheiten einzudämmen), geht
jedoch nicht weit genug.