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FONDS- UND FINANZ-BERATER
FONDS- UND
FINANZ-BERATER

Mai 2018

Das e-Paper für Geldanlage

Das e-Paper für Geldanlage

Editorial Geübter Verzicht D ie Bundesbürger gelten jenseits der Frank Pöpsel Chefredakteur FOCUS-MONEY Grenzen
Editorial
Geübter Verzicht
D ie Bundesbürger
gelten jenseits der
Frank Pöpsel
Chefredakteur
FOCUS-MONEY
Grenzen vielen als
Sparweltmeister. Be-
lohnt werden sie dafür
allerdings nicht – weil sie ren-
ditestarke Anlagen scheuen.
Hohe Ausschüttungen. Ein
Beispiel gefällig? Nach einer
neuen Studie der Unterneh-
mensberatung EY schütten
die Unternehmen aus dem
Leitindex Dax 2018 gut 36
Milliarden Euro an Dividen-
den für das letzte Geschäfts-
jahr aus. Ein Geldstrom für
die Anleger zwischen Kam-
pen und Kempten? Nein.
Mehr als 19 Milliarden Euro
der Ausschüttungen fließen
an Adressen im Ausland. Der
Grund: 53,7 Prozent der Ak-
tien aus dem Dax gehörten zu
Ultimo ausländischen Inves-
toren, 1,3 Prozentpunkte
mehr als am Vorjahresende.
Warum sich die Sparer mit
Zinsen zu nahe null Prozent
zufriedengeben, anstatt sich
an starken Unternehmen zu
beteiligen, bleibt ein Rätsel.
Ich wünsche Ihnen viel
Spaß beim Lesen und viel Er-
folg bei Ihren Investments!

Forschung zu Anlageentscheidungen

Studienteilnehmer zum Thema Risikobereitschaft gesucht

D ie Verhaltensökonomie ist fester Bestandteil der Fi-

nanzwissenschaften. Warum treffen Menschen bestimmte Entscheidungen, obwohl sie wissen, dass sie unvernünftig sind? Auch der Wirtschaftsno- belpreisträger Richard Thaler befasst sich mit diesen Fragen.

Wertvolle Erkenntnisse. For-

scher der Universitäten Aalto in Finnland, Frankfurt am Main und Mannheim, unter anderem der Behavioral-Finance-For- scher Professor Martin Weber, wollen nun in einer Studie das Risikoverhalten von Privatan- legern ermitteln. Teilnehmen können die Leser des FOCUS- MONEY Fonds- und Finanz- Beraters, die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten. Die Studien-

Erhellend: Forschungs- projekt zu Risikoverhalten
Erhellend: Forschungs-
projekt zu Risikoverhalten

ergebnisse werden in einer spä- teren Ausgabe veröffentlicht. Doch schon am Ende dieser Studie lassen sich Erkenntnisse über das eigene Risiko- und Anlageverhalten gewinnen. Unter allen Teilnehmern wer- den zehn Amazon-Gutscheine über unterschiedliche Beträge verlost. https://bit.ly/2w0ZISO

nterschiedliche Beträge verlost. https://bit.ly/2w0ZISO Finanz-Ticker Gewinner: Beim Lupus alpha Smaller German

Finanz-Ticker

Gewinner: Beim Lupus alpha Smaller German Champions handelt es sich um einen deutschen Aktienfonds, der
Gewinner: Beim Lupus alpha
Smaller German Champions
handelt es sich um einen
deutschen Aktienfonds, der nun
zum vierten Mal in Folge von
Morningstar als bester Neben-
wertefonds ausgezeichnet wur-
de. Über die vergangenen fünf
Jahre hat sich sein Wert mehr als
verdreifacht. Das Fondsvolumen
ist mit knapp 650 Millionen Euro
recht hoch, aber nach Ansicht
der Fondsmanager Peter Conzatti
und Björn Glück immer noch
handlebar (ISIN: LU0129233093).
Top bei den Kleinen
Zum fünften Mal in Folge ausgezeichnet für gute Perfor-
mance und günstiges Rendite-Risiko-Verhältnis
Lupus alpha Smaller German Champions
Prozent
300
250
200
150
100
50
26.04.2013
25.10.2015
24.04.2018
Quelle: Lupus alpha
45 Fonds tragen bereits das FNG-
Siegel, den Qualitätsstandard für
nachhaltige Investmentfonds.
Bis zum 7. Juli bewerben sich
erneut Fondsgesellschaften für
dieses Prädikat. Neu ist, dass das
FNG-Siegel für 2019 das Thema
„fossile Energieträger“ noch
wichtiger nimmt und weitere
Ausschlusskriterien fordert:
Kohlebergbau, bedeutsame Koh-
leverstromung sowie Ölsande
und Fracking. Die neuen Siegel
werden Ende 2018 verliehen.

Inhalt

02 TOP-STORY Mit welchen Instru- menten Anleger ihr Depot vor Einbrüchen schützen können

08

FONDS-WISSEN Was genau Ra- tingagenturen bewerten und wie aussagekräftig ihre Urteile sind

13

FINANZ-TIPP BRANCHE Wie Anle- ger bei den Milliardengeschäf- ten im Sportsektor mitverdienen

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TOP-STORY

Gewitter über Köln: Unwettern folgt meist eine Abkühlung
Gewitter über Köln:
Unwettern folgt meist
eine Abkühlung

Suche nach Sicherheit

Wenn an den Aktienmärkten Gewitterstimmung herrscht, wünschen sich die Anleger Beruhigung – für das Depot und für die Nerven. Welche Strategien helfen könnten

E in Wetterumschwung machte sich an den Börsen bemerkbar. 2017 war noch ein aus-

gesprochen gutes Aktienjahr, doch dann er- folgte Anfang Februar 2018 ein starkes Gewit- ter. Zahlreiche Indizes brachen ein, vom

chinesischen Hang Seng über den amerika- nischen S&P 500 bis zum Dax. „Die in den letzten Wochen zunehmende Volatilität am Aktienmarkt hat unter anderem mit den stei- genden Zinsen zu tun“, sagt Harald Berres, Portfoliomanager bei Ethenea Independent Investors. Die US-Notenbank Federal Reserve

(Fed) hat bereits 2015 langsam mit der Erhö- hung der Leitzinsen begonnen und regelmäßig weitere Zinsschritte angekündigt. Angst vor Inflation. Den Gewitterausbruch erzeugte eine nur kurze Meldung Anfang Fe- bruar über einen so starken Anstieg der Stun- denlöhne in den USA wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Nachricht ließ Investoren noch mehr schnelle Zinsschritte als ohnehin ange- kündigt befürchten. Sie verkauften Aktien und setzten stattdessen auf Anleihen. Laut Thom- son Reuters Lipper wurden am Montag, den

Laut Thom- son Reuters Lipper wurden am Montag, den SCHWANKUNGSARME FONDS: WIE SICH RISIKO REDUZIEREN LÄSST

SCHWANKUNGSARME FONDS: WIE SICH RISIKO REDUZIEREN LÄSST

Wer sein Depot lieber nur geringeren Wertkapriolen aussetzen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. So bieten sich etwa Low-Vola-Aktienfonds, Mischfonds oder Wandelanleihen-Portfolios an.

Volatilität

Entwicklung in % *

Fondsname

Investmentgesellschaft

ISIN

3 Jahre

3 Jahre

5 Jahre

Deutsche AM LowVol Europe NC (Aktien)

DWS

DE0008490822

9,8

-4,3

32,7

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (Misch)

Axxion

DE000A0M8HD2

7,7

24,5

62,5

Morgan Stanley Global Opp. Fund (Aktien)

Morgan Stanley Inv. Mgt.

LU0552385295

13,8

58,9

164,0

Stanley Inv. Mgt. LU0552385295 13,8 58,9 164,0 *kumuliert, gerundet Stand: 26.04.2018 Quelle: Targobank,

*kumuliert, gerundet

Stand: 26.04.2018

Quelle: Targobank, Emittenten

05/2018 | Seite 3

TOP-STORY

ALLMÄHLICHE BERUHIGUNG Seit dem Ausschlag Anfang Februar ebbt die Volatilität ganz allmählich wieder ab, wie
ALLMÄHLICHE BERUHIGUNG
Seit dem Ausschlag Anfang Februar ebbt die Volatilität
ganz allmählich wieder ab, wie der Index VDax New zeigt.
VDax New
in Prozent
45
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35
30
25
20
15
10
Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz
20. April 2017 – 20. April 2018; Quelle: Targobank

5. Februar 2018 Aktien und Investmentfonds für rund 50 Milliarden US-Dollar allein in den USA abgegeben. Zwar befinden sich die Börsenbarometer in- zwischen wieder im Aufwärtstrend, doch das Niveau vom Jahresbeginn liegt noch in weiter Ferne. Deutlich angestiegen ist hingegen der Neue VDax, der die Schwankungsstärke, also die Volatilität des Deutschen Leitindex misst. Auch der VIX, das Pendant für den US-Aktien- index S&P 500, schlägt seit einigen Wochen verstärkt aus. Nach einem schockähnlichen Ausbruch Anfang Februar werden Aktien wei- terhin intensiv gehandelt. Das lässt ihre Kurse stärker steigen und fallen als zuvor. Mehrere Ursachen. Carsten Hermann, Ge- schäftsführer und Leiter Investment Manage- ment des Ratinghauses Feri Trust, sagt: „Aktu- ell ist es eher die Gemengelage als eine einzelne Ursache, die für die erhöhten Schwan- kungen an den Aktienmärkten verantwortlich ist. Fundamental befinden wir uns in einem

„Free Lunch“: Ohne kritische Analyse gibt es keine Erträge mehr
„Free Lunch“: Ohne
kritische Analyse gibt
es keine Erträge mehr
NERVÖSES AMERIKA Nach dem starken Anstieg hat sich die Volatilität des S&P 500, gemessen am
NERVÖSES AMERIKA
Nach dem starken Anstieg hat sich die Volatilität des S&P
500, gemessen am VIX, wieder erholt, bleibt aber erhöht.
VIX
in Prozent
40
35
30
25
20
+ 68,7
15
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Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz
20. April 2017 – 20. April 2018;
Quelle: Targobank

noch recht robusten Umfeld, welches jedoch weit fortgeschrittene spätzyklische Grundzüge aufweist. Eine restriktivere Notenbankpolitik, politische Verspannungen, erhöhte Bewertungs- niveaus und aufkommende Inflationsängste führen dann zu einer ansteigenden Volatilität.“ Doch wie können Anleger investieren, die Verluste vermeiden und trotzdem noch eine po- sitive Rendite erwirtschaften wollen? Die Zeiten des „Free Lunch“ sind vorüber, in denen Anle- ger mit Aktien oder mit Mischfonds über einen langen Zeitraum hinweg wenig falsch machen konnten. Stephan Schrödl, Analyst bei Fonds- consult, sagt: „Der Automatismus, dass sich Renten komplementär zu Aktien verhalten und eine der beiden Anlageklassen auf jeden Fall eine Rendite erwirtschaftet, funktioniert leider nicht mehr.“ Den besseren Schutz bieten wahr- scheinlich liquide Mittel, auch wenn dies mit einem sicheren Verzicht auf Rendite einhergeht. Zinsloses Risiko. Damit ist die Frage nach der Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen im Depot noch nicht beantwortet. Aktien schwan- ken derzeit stark, und es ist nicht sicher, ob nicht in den nächsten Wochen die Konflikte zwischen den USA und China doch zu weitrei- chenden Abstürzen führen, während die Ver- zinsung von Renten nur in den USA steigt. In Europa gleicht die Rendite der einst als sicherer Hafen gerühmten zehnjährigen Bundesanlei- hen noch nicht einmal die Inflation aus. Zur Auswirkung der Zinsanhebungen auf die Vo- latilität von Anleihen sagt Feri-Experte Her- mann deshalb, man müsse zwischen den USA und Europa unterscheiden: „Gerade in Europa befinden wir uns erst in einer Phase der Boden- bildung. Daher liegt die durchschnittliche Vo- latilität der Rentenfonds noch unter dem län-

in einer Phase der Boden- bildung. Daher liegt die durchschnittliche Vo- latilität der Rentenfonds noch unter

05/2018 | Seite 4

TOP-STORY

gerfristigen Mittelwert. Dies ist aber sicherlich auch auf die im historischen Kontext eher kur- ze Duration – also die durchschnittliche Rest- laufzeit der Anleihen im Portfolio – der Renten- fonds zurückzuführen.“

Zwitter Wandelanleihen. Eine Zwitterlösung

wären Wandelanleihen, also Unternehmens- anleihen, bei denen die Option zum Umtausch in Aktien zu zuvor festgelegten Konditionen besteht. Diese Möglichkeit bezahlen Anleger bisweilen mit einem vergleichsweise niedrigen Zinskupon. „Diese Anlageklasse wurde im akuellen Zyklus stark nachgefragt und ist mitt- lerweile recht teuer“, sagt Analyst Schrödl. Wer Wandelanleihen zu teuer kaufe, profitiere nur eingeschränkt von einer positiven Akti- enkursentwicklung. Es bleibe nur ein eher niedriger Kupon. „Auf High-Yield-Wandler trifft das noch nicht zu – dort bestehen aber mit erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit höhere Risiken“, so Schrödl weiter. Bei dieser recht komplizierten Anlageklasse sollten sich An- leger besser auf die Expertise eines Fonds- managers verlassen. Doch ob damit die Vola- tilität reduziert wird, ist nicht sicher. Da fällt

Auf und ab: Anleger wissen nicht, wann es wieder aufwärts geht
Auf und ab: Anleger
wissen nicht, wann es
wieder aufwärts geht

der Blick auf Fonds, die den Begriff „niedrige Volatilität“ im Namen tragen, also sogenann- te Low-Vola-Fonds. Low-Vola-Fonds. Die Funktionsweise am Bei- spiel des DWS-Fonds Deutsche AM LowVol Europe erklärt Heinz Merkens, Senior Portfo- lio Manager Quant Equities DWS, so: „Die in

Senior Portfo- lio Manager Quant Equities DWS, so: „Die in EINE VERÖFFENTLICHUNG VON LAZARD FUND MANAGERS
Performance nach Abzug der Gebühren ■ Lazard Convertible Global IC H-EUR 20% ■ TReuters Global
Performance nach Abzug der Gebühren
■ Lazard Convertible Global IC H-EUR
20%
■ TReuters Global Focus Hedge CB TR USD
■ EAA Fund Convertible Bond - Global
10 %
0%
2017 3 Jahre p.a.
5 Jahre p.a.
Laufzeit, fester Rückzah- lung und Kupon erworben, son- dern auch das Recht, die Anleihe innerhalb der

05/2018 | Seite 5

TOP-STORY

Entscheidung: Welches Risiko Anleger eingehen, ist eine Frage des Typs

dem Fonds eingesetzten Instrumente sind hauptsächlich Aktien sowie zur Liquiditäts- steuerung in geringem Umfang Aktienindex- Futures. Die Volatilität soll stets unterhalb der des Index MSCI Europa liegen. Das erreichen wir durch unseren speziellen Investmentpro- zess.“ Dafür werden alle im MSCI Europa- Index enthaltenen Aktien mittels eines mehr- dimensionalen Modells bewertet. „Die so herausgefilterten Werte stellen die Basis für ein defensives Portfolio mit fundamental at- traktiven europäischen Aktien dar“, so Mer- kens weiter. Der Fonds zielt in Marktphasen, die durch Unsicherheit geprägt sind, darauf ab, Kursrückgänge abzufedern. Den dafür zu zahlenden Preis beschreibt Merkens so: „Bei starken Kursaufschwüngen ist zu erwarten, dass der Fonds aufgrund der defensiveren Aus- richtung hinter der Marktentwicklung zurück- bleibt.“ Kein Wunder, dass sich diese Strategie am besten in Phasen der Unsicherheit bewährt hat – etwa nach der Entscheidung Großbritan- niens, aus der EU auszutreten. Allerdings ist „niedrig“ stets relativ zu den durchschnittlichen Schwankungen des Aktien-

relativ zu den durchschnittlichen Schwankungen des Aktien- EINE SONDERVERÖFFENTLICHUNG DER TARGOBANK Autobauer
aus, insge- samt 9,4 Milliarden Euro. Auf Rang Fuhrpark: Die Dividenden stiegen im Automobil- und
Mit folgenden Produkten können Anleger profitieren: Deutsche Bank Teilschutz- Zert. auf STX Global Select Div.

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TOP-STORY

marktes zu verstehen, erläutert Schrödl. Zudem bleibe das Aktienrisiko natürlich bestehen. Dies ist auch der Grund dafür, dass Low-Vola-Fonds in eine recht hohe Risikoklasse eingestuft wer- den, der Deutsche AM LowVol Europe etwa in die Risikoklasse fünf von sieben. DWS-Mann Merkens erklärt das so: „Maß- geblich für die Einordnung in eine Risikoklas- se ist die Zugehörigkeit zu einer Produktgrup- pe. Bei der Einstufung in eine Risikoklasse wird nicht zwischen risikoarmen und risiko- reichen Aktien differenziert, da sie der glei- chen Produktgruppe angehören.“

Alternative Investments. Feri-Experte Her-

mann schlägt alternative Investments vor, re-

lativiert aber gleich wieder: „Wer auf Liquidität verzichten kann, findet auch adäquate Strate- gien im Bereich der Immobilien und insbeson- dere im Bereich Private Equity. Aufgrund der Illiquidität ist das Ergebnis dieser Investitionen aber sehr stark von der Qualität des zugrunde- liegenden Managements abhängig.“ Das bedeutet: Diese Beteiligungen unterlie- gen extrem hohen Risiken, unter anderem des- halb, weil sie nur auf einem Zweitmarkt han- delbar sind. Eine Beimischung von Gold könnte das Depot möglicherweise stabilisieren. Aller- dings ist der Preis für das Edelmetall gerade recht hoch. Der Vorteil wäre: Gold lässt sich

einfach wieder verkaufen.

Vorteil wäre: Gold lässt sich einfach wieder verkaufen. Mit Schwung geht alles besser Der Ethna-Dynamisch setzt

Mit Schwung geht alles besser

Der Ethna-Dynamisch setzt auf einen hohen Aktienanteil, der dem Portfolio den nötigen Schwung verleiht. Für Anleger heißt das: Nerven bewahren, Renditechancen nutzen

W er bei seinen Investments längerfristig denkt und sich deshalb in etwas wilderem Fahrwas-

ser bewegen kann – also einen gewissen Aktienanteil und damit verbundene Schwankungen verkraftet – setzt auf Mischfonds. „Renditestarke Aktien und erfolgreiche Verlustbegrenzung müssen sich nicht ausschließen“, sagt Harald Berres, einer der Fonds- manager des Ethna-Dynamisch. Der Aktienanteil beträgt stets mindestens 25 Prozent und kann je nach Marktlage auf 70 Prozent erhöht werden. Seinen de- fensiven Charakter zeigt der Fonds in schwierigen Marktlagen, bei denen das Aktienrisiko durch Deri- vate vollständig neutralisiert werden kann.

Finanztitel profitieren. Aktuell besteht der Löwen-

anteil mit mehr als 60 Prozent aus Aktien. Dabei hat sich das Fondsmanagement derzeit auf defensive Wer- te konzentriert. Titel von Unternehmen aus dem Fi-

GEDULD WIRD BISHER BELOHNT Den Ethna Dynamisch kennzeichnen höhere Schwan- kungen, langfristig aber auch eine
GEDULD WIRD BISHER BELOHNT
Den Ethna Dynamisch kennzeichnen höhere Schwan-
kungen, langfristig aber auch eine attraktive Rendite.
Ethna Dynamisch
Prozent
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0
2010
2012
2014
2016
2018
Quelle: Ethenea Independent Investors, 09.04.2018
Hohe Wellen: Um schwierige Situationen zu bestehen, bedarf es Dynamik
Hohe Wellen: Um schwierige Situationen
zu bestehen, bedarf es Dynamik

nanzwesen – etwa der Versicherer Axa – sowie aus der Konsumbranche – zum Beispiel Europas größter Papierproduzent UPM Kymmene – machen mehr als die Hälfte des Aktienportfolios aus. Berres: „Von der Zinsentwicklung profitieren die Finanzwerte im Port- folio. Neben dem positiven Performancebeitrag profi- tieren Finanzaktien von der aktuellen Zinsentwicklung und federn die Schwankungen ab.“ Ebenfalls stabili- sierend: je vier Prozent Xetra-Gold und Anleihen.

DER FONDS AUF EINEN BLICK

Fondsname:

Ethna-DYNAMISCH – A

ISIN:

LU0455734433

Typ:

Mischfonds

Fondswährung:

Euro

Investmentgesellschaft: Ethenea Indep. Investors

Ertragsverwendung: ausschüttend

Fondsvolumen:

274,1 Millionen Euro

laufende Kosten:

(Stand: 31.03.2018) 1,95 % jährlich

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INTERVIEW

„Chancen nutzen, Risiken reduzieren“

Kristian Heugh, verantwortlich für die Portfolios des Global Opportunity Fund und des Asia Opportunity Fund für Morgan Stanley Investment Management, über die Strategie

Das Global Opportu- nity Team von Mor- gan Stanley Invest- ment Management verwaltet hoch diffe- renzierte, konzen- trierte Portfolios, die über ein weites Spektrum an Regi- onen, Sektoren und

Marktkapitalisie-

rungen investieren. Seine Opportunity Strategies unter der Leitung von Kristian

Heugh streben einen langfristigen Kapital- zuwachs durch Investitionen in erstklassige Unter- nehmen an, die unterbewertet sind.

in erstklassige Unter- nehmen an, die unterbewertet sind. Hongkong: Asien hat deutlich mehr interessante Unternehmen

Hongkong: Asien hat deutlich mehr interessante Unternehmen zu bieten als die USA und Europa, so Heugh

der Wettbewerbs- vorteil verloren geht oder Wachstumsaus- sichten schwinden. Im zweiten Fall ver- kaufen wir, wenn das Verhältnis von Aktienkurs zum in- trinsischen Wert bei über 1,0 liegt oder darauf zusteuert oder wenn wir attraktivere Alterna- tiven für die Kapi- talallokation identi- fiziert haben.

Sie halten eine Übergewichtung in Asien gegenüber Ihrer Benchmark. Warum? Heugh: Wir glauben, dass Asien eine größere Anzahl hochwertiger Unternehmen aufweist als die USA und Europa. Dies zeigen uns unsere Filterprozesse. Wir streben ein Portfolio mit Aktien von Unterneh- men an, die sich durch einzigartige Wachstumsfak- toren und Kundensegmente auszeichnen.

Wie definieren Sie das Risiko? Und wie steuert Ihr Team Risiken? Heugh: Wir definieren Risiko als „Vermögensver- lust“. Wir glauben, dass das Risiko nicht durch Schwankungen des Tracking Error oder der Perfor- mance eines Portfolios bestimmt wird, sondern sich durch Gewinne und Verluste über einen bestimm- ten Zeitraum ergibt. Um das Risiko zu verringern, bemühen wir uns, die Wahrscheinlichkeit eines permanenten Kapitalverlusts bei jeder Anlage zu reduzieren, indem wir Unternehmen zu einem Ab- schlag gegenüber ihrem intrinsischen Wert erwer- ben. Für uns ist das die beste Risikokontrolle, die fundamentale Anleger in Kundenportfolios anwen-

den können.

fundamentale Anleger in Kundenportfolios anwen- den können. Kristian Heugh, Leiter Global Opportunity Team Kristian

Kristian Heugh, Leiter Global Opportunity Team

Kristian Heugh verantwortet das weltweite Investment für die Growth Investing platform. Er kam 2001 zu Morgan Stanley und verfügt über 17 Jahre Investmenterfahrung

Stanley und verfügt über 17 Jahre Investmenterfahrung Erklären Sie uns bitte Ihren konzentrierten Anla-

Erklären Sie uns bitte Ihren konzentrierten Anla- geansatz. Wie entwickeln Sie Ihre Anlageideen? Kristian Heugh: Wir verfolgen einen mehrgleisigen Ansatz, um neue Ideen zu entwickeln und diese zu überprüfen. Das geschieht durch Filter, Networking sowie durch die Erkennung von Mustern und Dis- ruptionen. Wir bewerten die Qualität unserer besten Ideen unter anderem auch, indem wir uns ein Ver- ständnis der Geschäftsmodelle der jeweiligen Un- ternehmen erarbeiten. Unser Ziel ist es, für Aktien einen Preis zu zahlen, der deutlich unter ihrem Wert liegt. Uns liegt wesentlich mehr daran, einen per- manenten Kapitalverlust zu vermeiden, als Wert- schwankungen zu minimieren. Unser Risiko- management stellt sicher, dass unser Engagement bewusst, diversifiziert und angemessen skaliert ist.

Wann hat eine Anlageidee ausgedient? Heugh: Wir konzentrieren das Kapital in der Regel drei bis fünf Jahre lang auf die überzeugendsten Ideen. Wir glauben, dass wir durch Preisdisziplin bei Anlagen in qualitativ hochwertige Unternehmen Chancen optimal nutzen und Risiken bestmöglich steuern können. Wir verkaufen Positionen in der Re- gel aus zwei Gründen: entweder weil die Qualität nachlässt oder weil das Verhältnis von Aktienkurs zum intrinsischen Wert nicht länger attraktiv ist. Im ersten Fall kann die Qualität eines Unternehmens etwa hinsichtlich finanzieller Stärke und ESG-Fak- toren oder der Fundamentaldaten nachlassen, wenn

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FONDS-WISSEN

Joachim Löw: Ohne Top- Note des Bundestrainers kommt keiner ins Team
Joachim Löw: Ohne Top-
Note des Bundestrainers
kommt keiner ins Team

Strenge Bewertung

Ein Fonds-Rating verschafft den Anlegern zusätzliche Informationen über die Anlage. Aber was wird beurteilt? Und wie groß ist die Aussagekraft?

W enn Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw einen Spieler lobt, kommt er mitunter

etwas sperrig daher. Lob – oder doch versteck- ter Tadel? Anleger haben es in dieser Hinsicht etwas einfacher. Denn ein Rating fällt ein klares Urteil über einen Fonds. Vorausgesetzt, man weiß es zu lesen. Das gilt für die klas- sischen Ratings, aber auch für die neueren Anbieter und deren Einschätzungen. Grundsätzlich ist ein Rating eine Art Stem- pel auf einem Finanzprodukt. Ein quantitatives Rating beispielsweise von Morningstar sagt

aus, wie sich ein Fonds in Sachen Risiko-Er- trags-Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz geschlagen hat. Jene zehn Prozent der Fonds, denen das am besten gelingt, bekommen fünf Sterne, die schlechtesten zehn Prozent bekom- men nur einen Stern. Vier beziehungsweise zwei Sterne gibt es für die zweitbesten und zweitschlechtesten 22,5 Prozent, die mittleren 35 Prozent bekommen drei Sterne. Eine Aus- sage über die Fähigkeiten des Fondsmanagers wird damit nur bedingt getroffen. Ein Fonds kann nämlich durchaus mit einer Bestnote

Ein Fonds kann nämlich durchaus mit einer Bestnote FONDS-RATINGAGENTUREN: WER MACHT WAS? Inzwischen gibt es

FONDS-RATINGAGENTUREN: WER MACHT WAS?

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Ratinganbietern. Gezeigt wird eine Mischung mit unterschiedlichen Ansätzen – von klassischen Methoden bis hin zum „Rating 4.0“.

Name

Anbieter

Schwerpunkt

Lipper

Thomson Reuters Lipper

Klassisches Rating

Morningstar

Morningstar

Klassisches Rating

Scope

Scope Ratings

Klassisches Rating

Morningstar Morningstar Klassisches Rating Scope Scope Ratings Klassisches Rating Quelle: eigene Recherche

Quelle: eigene Recherche

05/2018 | Seite 9

FONDS-WISSEN

ausgezeichnet worden sein, aber dennoch mas- siv an Wert verloren haben – nur eben nicht so sehr wie die Konkurrenz. Damit gehört er re- lativ betrachtet noch zu den Gewinnern. Mehr Aussagekraft hat daher ein qualitatives Rating. Denn das analysiert etwa auch, auf welche Weise ein Manager seine Ergebnisse erzielte, es prüft die Frage der Schlüssigkeit eines An- lagekonzepts oder die nach den Risiken, die das Management einging. Diesen strengen Blick auf Fonds werfen ebenfalls die Analysten von Morningstar, aber auch die anderer Rating- agenturen wie Moody‘s oder Scope.

Analysten mit Adleraugen. Sie durchleuchten

den Fonds von oben nach unten, von rechts nach links. Auf dessen Wertentwicklung und Schwankungsbreite, um nur die offenkun- digsten Aspekte zu nennen. Einige Anbieter konzentrieren sich dabei nicht auf den Fonds, sondern auf den Fondsmanager. Immerhin ist er es, der am Ende des Tages über die Wert- entwicklung entscheidet. Eckhard Sauren und seine Mannschaft beispielsweise führen pro Jahr mehr als 350 Gespräche mit Fondsmana- gern, um sich ein präzises Bild von ihnen zu

WAS IST WICHTIG? Die „Qualität“ von Fondsmanagern ist Investoren sehr wichtig. Ein Rating kann Aufschluss
WAS IST WICHTIG?
Die „Qualität“ von Fondsmanagern ist Investoren sehr
wichtig. Ein Rating kann Aufschluss darüber geben.
Bewertungsskala von 0 für irrelevant bis 100 existenziell
Qualität des Risikomanagements
69
79
Systematik des Investmentprozesses
61
74
Performance
60
51
Berücksichtigung von Nachhaltigkeit
11
2017
2015
Quelle: Scope Analysis
Befragt wurden 106 institutionelle Investoren zu ihrem Anlageverhalten und
zu ihren Einschätzungen in Bezug auf einzelne Asset Manager

machen, und erarbeiten daraus ein Rating. Eine Art Ritterschlag für solche Fondsmanager, die sich ihrer Aufgabe stetig gut gewachsen zeigen. Finanzexperten bewerten also Fonds, beurteilen Portfolioverwalter, so funktioniert das gängige Modell. Und dann gibt es noch so etwas wie das Rating 4.0.

Modell. Und dann gibt es noch so etwas wie das Rating 4.0. „Der Start der Förderung

„Der Start der Förderung ist die spannendste Phase“

Der Aktienfonds Commodity Capital Global Mining investiert in Minen, die gerade mit der Förderung beginnen. Fondsmanager Tobias Tretter erklärt, warum

Herr Tretter, welche Chance und welches Risiko stecken in Minenaktien, die am Beginn ihrer För- dertätigkeit stehen? Tobias Tretter: Die Phase des Förderstarts ist für In- vestoren die spannendste, dann ist das Verhältnis von Chance zu Risiko am günstigsten. Die genaue Lage und Größe des abzubauenden Erzkörpers sind defi- niert, die Produktionskosten stehen fest. Umwelt- lizenzen sind vorhanden, die Beziehungen zur loka- len Bevölkerung sind intakt. Böse Überraschungen sind in dieser Phase unwahrscheinlich. Wie korrelieren Minenaktien mit Rohstoffpreisen? Tretter: Bisher hatten produzierende Minenaktien einen Hebel von 3:1 und Explorationsunternehmen einen Hebel von 7:1 auf die entsprechende Rohstoff- preisentwicklung. Das hat sich hinsichtlich eher po- litischer Börsen geändert. Wir investieren mit Blick auf das künftige Angebots- und Nachfrageverhältnis der Rohstoffe sowie auf die Expertise und den bishe- rigen Erfolg des Managements. Kurzfristige Preis- schwankungen spielen eine untergeordnete Rolle. Für

uns sind die Nachhaltigkeit des Projekts sowie Bezie- hungen zur lokalen Bevölkerung extrem wichtig, ge- nauso wie Umweltaspekte und die Stabilität der Län- der, in denen die Produktion stattfindet. Für welchen Anlagehorizont ist ein Investment in Minenaktien geeignet und warum? Tretter: Grundsätzlich sollten Investments in Minen- aktien eher langfristig geprägt sein. Der Sektor ist sehr starken Schwankungen unterlegen, und für uns als strategische Investoren bedeutet ein Investment auch immer, dass wir den Unternehmen Zeit geben müssen, die versprochenen Ziele zu erreichen.

Tobias Tretter, geschäftsführender Gesellschafter

Der Mitgesellschafter der Com- modity Capital AG unterstützt die Gesellschaft mit seiner lang- jährigen Expertise im Rohstoff- sektor als Portfolio Manager und Chief Investment Officer.

mit seiner lang- jährigen Expertise im Rohstoff- sektor als Portfolio Manager und Chief Investment Offi cer.

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FONDS-WISSEN

Höchstnoten: Im Sport wie bei der Geldanlage erstrebenswert
Höchstnoten: Im Sport wie bei
der Geldanlage erstrebenswert

Dort sind es keine angestellten Analysten, die das Urteil fällen, sondern jene, die sich im Netz angemeldet haben. Investmentexperten, die bei ihrer Arbeit eine fundierte Meinung über einen Fonds entwickelt haben – und mit Sharing Alpha eine Plattform finden, um die- se Einschätzung mit anderen zu teilen. Der Ansporn zu einem wohlbegründeten Verdikt? „Je genauer sich das abgegebene Rating er- weist, um so besser für das Rating der Exper- ten“, sagt Unternehmensgründer Oren Kaplan. Wer präzise analysiert, wird also „ge-liked“. „Das setzt einen Anreiz, bei der Bewertung behutsam vorzugehen“, so Kaplan. Crowd- Rating, könnte man dazu sagen.

Checkliste für Anlageprofis. Genutzt werden

in der Praxis alle Formen des Ratings, und zwar von Privatanlegern wie auch von Anlageprofis. „Wie unsere aktuelle Umfrage unter mehr als 100 institutionellen Investoren zeigt, setzen Institutionelle verstärkt auf indirekte Invest- ments“, sagt etwa Said Yakhloufi, Head of Fund Analysis bei der Ratingagentur Scope und damit für die Fondsanalyse zuständig. Woher stammt der Trend zu den indirekten Anlagen? Die Politik der niedrigen Leitzinsen sorgt dafür, dass herkömmliche Anleihen kaum mehr Erträge abwerfen. Daher suchen Anleger nach Alternativen – und werden in den Nischen fündig, bei Wandelanleihen etwa. Oftmals indes trauen sie sich ein direktes In- vestment nicht selbst zu, sondern setzen auf externe Manager, auf Investmentfonds. Das Rating liefert ihnen ein Urteil über die Quali- tät der Fondsmanager. „Der Bedarf an Re- search und Ratings im Fondsbereich steigt im gleichen Maße an, wie die Nachfrage steigt.“ Den gleichen Trend beobachtet Yakhloufi auch

bei Aktien. „Für die Auswahl und Beurteilung externer Manager bieten Ratingagenturen ein breites Spektrum an Dienstleistungen, unter anderem Ratings.“ Die ewige Crux. Doch ganz gleich, wer nun ein Urteil über die Fonds fällt – eine präzise Anweisung wie aus dem Navigationsgerät lässt sich daraus nicht ablesen. Vielmehr sind Ra- tings eine Art grober Wegweiser. Das liegt auch daran, dass diese Noten regelmäßig für einen längeren Zeitraum vergeben werden. Eine schnelle Anpassung zum Beispiel auf eine Verlustphase ist damit kaum machbar. Immer- hin stellen einige Ratinganbieter Fonds zum Beispiel im Fall des Wechsels des Manage- ments „under review“ – eine Art „vorüberge- hend geschlossen“ –, bis auch die Arbeit des Neuen einer Würdigung unterzogen wurde. Vor allem aber wird die Aussage über die Fä- higkeiten des Fondsmanagers auf Basis von Daten der Vergangenheit getroffen.

Anweisung für Anleger? Was bedeutet das also

für die Anleger: Sollen sie das Rating links liegen lassen? Nein, sicher nicht. Immerhin liefern Ratings unter dem Strich neben der Analyse von Kennzahlen wie Volatilität oder Performance eine gute Zusatzinformation über Fonds. In etwa so wie Fußballbundestrainer Löw bei der Auswahl der Spieler für seine Stammelf in Russland nicht nur auf ein Leis- tungskriterium und nicht nur auf seine eigene Meinung setzt, sondern auf eine Vielzahl von Daten und auf die Einschätzung seines Trai- nerstabs. Wie sagte Börsenaltmeister Warren Buffett? Nie in etwas investieren, was man nicht ver- steht, so sein Rat. Und genau dabei helfen Ra-

tings – einen Fonds besser zu verstehen.

investieren, was man nicht ver- steht, so sein Rat. Und genau dabei helfen Ra- tings –

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INTERVIEW

„Man braucht lediglich Geduld und starke Nerven“

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen steht für klassisches Value-Investing. Der Fondsmanager Frank Fischer über seinen Ansatz, für den er kürzlich ausgezeichnet wurde

Herr Fischer, wie hoch ist derzeit die Aktien- quote Ihres Fonds? Frank Fischer: In einem neutralen Markt peilen wir eine Aktienquote von rund 70 Prozent an. In tur- bulenten Zeiten si- chern wir den Fonds systematisch ab. Wir hatten Ende März den Aktienanteil kurzfris- tig taktisch mit Deri- vaten abgesichert. Mittlerweile wurden die Absicherungen wieder aufgelöst. Der Fonds heißt „für

Stiftungen“. Für wen ist er geeignet? Fischer: Der Fonds ist ein vermögensverwaltender Aktienfonds und für viele Anlegergruppen geeignet, sowohl für institutionelle Investoren, also Pensions- kassen und Stiftungen, als auch für Privatkunden. Unser oberstes Ziel ist es, einen permanenten Ver- mögensverlust unserer Anleger zu vermeiden und dann mithilfe des aktiven Managements eine über- durchschnittliche Rendite zu erzielen. Das ist uns in den letzten Jahren ganz gut gelungen. Warum liegt Ihr Schwerpunkt auf Europa? Kann sich das auch einmal ändern? Fischer: Das hat sich schon geändert. Die Zahl unserer Analysten ist in den vergangenen Jahren stark ge- wachsen. So können wir heute auch andere Regionen und Sektoren abdecken. Das gilt ebenfalls für den Bereich Standardtitel. Waren wir früher auf Neben- werte aus der DACH-Region fokussiert, sind wir heu- te deutlich breiter aufgestellt. Die Person des Managers eines Unternehmens ist bei Ihrer Recherche nach geeigneten Investments sehr wichtig. Warum? Fischer: Das Management spielt eine entscheidende Rolle. So mögen wir eigentümergeführte Unterneh-

men, denn das Management sollte einen wesentlichen Anteil an der Firma haben. Diese Unternehmer den- ken in Shareholder-Value-Kriterien. Wichtig ist, dass dieser Eigentumsanteil ausgeprägt und das Manage- ment über seine Eigentümerstellung am Erfolg be- ziehungsweise Misserfolg direkt beteiligt ist.

am Erfolg be- ziehungsweise Misserfolg direkt beteiligt ist. Rabatte, Rabatte, Rabatte: Solide Aktien günstig einkaufen

Rabatte, Rabatte, Rabatte: Solide Aktien günstig einkaufen – mit dieser Strategie erzielte der Frankfurter Aktienfonds für Stif- tungen über zehn Jahre eine Rendite von rund zehn Prozent per annum

Und wie lange halten Sie die Aktie dann? Fischer: Wir haben keine festen Regeln, aber im Schnitt sind es zwei bis drei Jahre. Dann sollte der von uns errechnete faire Wert der Aktie er- reicht sein. Welchen Stimmungs- indikatoren vertrauen Sie am meisten? Fischer: Wir arbeiten mit verschiedenen

Stimmungsindika-

toren, vor allem mit Sentix-Daten. Darüber hinaus nutzen wir

auch gerne AAII-Da- ten aus den USA, also die Ergebnisse der wöchent- lichen Umfrage unter Privatanlegern. Der Preis „Manager des Jahres“, den Sie jüngst erhalten haben, wird für langfristig positive Wert- entwicklung und für die Stiltreue des Investment- ansatzes vergeben. Warum ist Letzteres wichtig? Fischer: Sie müssen für Ihre Anleger berechenbar sein. Wir sind und bleiben Value-Investoren und be- raten unsere Mandate nach vier Prinzipen. Wir suchen unterbewertete und eigentümergeführte Firmen mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen. Und schließlich ist es „Mr. Market“, also die Stimmung an den Börsen, die uns hilft, zum richtigen Zeitpunkt ein- und wieder auszusteigen. Diesen Prinzipien bleiben wir treu. Wie lange wird Value-Investing mit Sicherheits- marge überhaupt noch möglich sein? Fischer: Im Prinzip immer. Dafür wird schon „Mr. Market“ sorgen. Wenn an den Märkten die Angst umgeht, werden selbst gute Unternehmen zu Schleu- derpreisen verkauft. Man braucht lediglich Geduld

und gute Nerven.

verkauft. Man braucht lediglich Geduld und gute Nerven. Frank Fischer, Fondsmanager Frank Fischer betreut seit 2006

Frank Fischer, Fondsmanager

Frank Fischer betreut seit 2006 verschiedene Mandate der Shareholder Management. Im Februar zeichnete der Finanzen Verlag ihn als „Fondsmanager des Jahres 2018“ aus.

der Shareholder Management. Im Februar zeichnete der Finanzen Verlag ihn als „Fondsmanager des Jahres 2018“ aus.

Video-Interviews

FINANZPROFIS GEHEN ONLINE

Hintergründig, fundiert und meinungsstark: FOCUS-MONEY präsentiert Deutschlands Top-Finanzexperten auf einer Videoplattform: www.money.de

W er Geld anlegen möchte, hat es nicht leicht. Mi- nuszinsen, Nullrenditen, Geldschwemme und

bereits gut gelaufene Aktienmärkte machen dem Spa- rer das Leben schwer. In dem Wirrwarr von Infor- mationen und Nicht-Informationen geht schnell der Überblick verloren. Dabei ist der glasklare Blick fürs Wesentliche heute wichtiger denn je. Neu und exklusiv. Dafür braucht es Ruhe, Erfahrung und eine Menge Börsenwissen. Aber wer kann schon für sich in Anspruch nehmen, über alle drei Eigenschaf- ten gleichermaßen zu verfügen? Und im Internet gibt es ein solches Angebot nicht, oder? Jetzt schon! FOCUS- MONEY ist online gegangen und füllt diese Lücke mit prominenter und vor allem fachkundiger Ver- stärkung. Unter www.money.de präsentieren sich Deutschlands Top-Finanzexperten. Im Video-Inter- view stellen sich unter anderem der „elder statesman“ der Aktienmärkte, Jens Ehrhardt, Anlageexperte und Kostolany-Schüler Gottfried Heller sowie Hendrik Le- ber, Gründer des Vermögensverwalters Acatis, den Fragen von Moderator Bernd Heller (ehemals n-tv). Hintergründig, fundiert und meinungsstark geben die Experten Auskunft zu den großen Geldfragen unserer Zeit – und das vollkommen kostenfrei! In den circa 10- bis 15-minütigen Clips arbeiten die Pro- fis verständlich und pointiert heraus, was die Mär- kte bewegt, welche Chancen sich für Anleger auftun, welche Risiken bestehen. Egal, ob EZB-Politik, Euro-

Krise, Weltkonjunktur oder Währungsschwankungen, die Grandseigneurs der Finanzbranche ordnen die globale Großwetterlage kompetent ein, analysieren aktuelle Entwicklungen und bringen ihre Schlussfol- gerungen anschaulich auf den Punkt. Nutzwert im Vordergrund. Alle 14 Tage kommt mindestens ein neues Video auf die Seite. Wenn es die Aktualität erfordert – zum Beispiel, wenn es knallt an der Börse –, sogar mehr. Wer daran interessiert ist, mehr aus seinem Geld zu machen, sollte einen Blick auf www.money.de werfen. Egal, ob als Informati- onsquelle oder als Inspiration für die eigene Anlage- entscheidung – es wird sich lohnen!

die eigene Anlage- entscheidung – es wird sich lohnen! Hier klicken: www.money.de LEBLEBLEBLEBLEBLEBERERERERERRR
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HÜFHÜFNERNENENER
EHREHREHREHEHREHREHEHREHREH HARHARHARHARHARHAHARHAARAA DDDDDDTTTTT
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05/2018 | Seite 13

FINANZ-TIPP BRANCHE Taktiktafel: Gewinnen beim Sport und an der Börse ist mit Ausstatter- und Fußballaktien
FINANZ-TIPP BRANCHE
Taktiktafel: Gewinnen beim Sport
und an der Börse ist mit Ausstatter-
und Fußballaktien möglich

Reich wie CR7

Ligen setzen mehr Geld um als Dax-Konzerne, Ausstatter reißen sich um die Ausrüstungsrechte. Sport ist ein Milliardengeschäft. Wie Fans mitverdienen

E s ist ein viel bemühter Vergleich, aber er muss für diesen Text mal wieder herhalten:

Während Sie innerhalb einer Viertelstunde vermutlich gemütlich durch diese Ausgabe des FOCUS-MONEY Fonds- und Finanz-Beraters klicken, hat der Fußballer Cristiano „CR7“ Ronaldo rund 2 500 Euro verdient. Das ist na- türlich sehr beneidenswert. Mehr als 80 Mil- lionen Euro flossen 2017 laut dem Magazin „Forbes“ auf das ohnehin schon prall gefüllte Konto des amtierenden Weltfußballers. Sein Vermögen wird auf mehr als 250 Millionen Euro geschätzt. Im Rahmen einer Steuer- ermittlung wurden Ronaldos Vermögenswerte für 2015 erstmals genauer publik – damals wurden Dokumente veröffentlicht, die ein Ver- mögen von rund 227 Millionen Euro bewiesen. Ronaldos Jahresgehalt bei Arbeitgeber Real Madrid ist seitdem von 23,5 auf mehr als 30 Millionen Euro netto gestiegen. Auch die sons- tigen Einkünfte aus Werbedeals, seinen Kol- lektionen oder Hotels dürften nicht abgenom- men haben. Klingelnde Kassen. Ronaldos Reichtum zeigt eindrucksvoll: Mit der Ware Sport lässt sich mittlerweile ganz vorzüglich und ziemlich ein- fach Geld verdienen. Dabei geht es nicht mehr um Millionen, sondern um Milliarden Euro. Bestes Beispiel ist die Fußball-WM im Juni dieses Jahres, die für klingelnde Kassen sorgen soll. Im Fußball, Football, Basketball und vie-

len anderen Sportarten gewinnen nicht mehr nur Mannschaften oder Sportler, sondern gan- ze Konzerne. Diese Entwicklung nimmt teil- weise krude Ausmaße an. So wechselte im vergangenen Sommer das portugiesische Fußballtalent Ruben Neves vom Top-Club FC Porto zur Überraschung vieler in die zweite englische Liga. Bei den Wolverhamp- ton Wanderers hießen die Gegner FC Barnsley und Preston NE statt Juventus Turin in der Champions League. Obwohl das nach einem Rückschritt klingt, hatte der kuriose Deal eine Menge Gewinner. Erstens: Die Wolverhampton Wanderers stiegen mit dem Rekordeinkauf Ru- ben Neves jüngst in die lukrative Premier League auf. Dort warten nun die höchsten TV-Einnah- men in der Fußballwelt. Zweitens verdiente Ru- ben Neves’ Beraterfirma Gestifute – die sich übrigens auch um Ronaldos Angelegenheiten kümmert – kräftig am Deal mit. Gestifute-Chef Jorge Mendes ist eng mit den chinesischen Club- eigentümern der Wolverhampton Wanderers verwoben – seit sie dort das Zepter übernahmen, wechselten auffallend viele Portugiesen ins trü- be Wolverhampton. Und drittens dürfte auch der junge Neves ge- nug Geld verdienen, um dem berüchtigten eng- lischen Wetter hin und wieder entfliehen zu können. Durch die britischen Gazetten geis- terten Berichte von über 2,5 Millionen Euro Jah- resgehalt.

entfliehen zu können. Durch die britischen Gazetten geis- terten Berichte von über 2,5 Millionen Euro Jah-

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FINANZ-TIPP BRANCHE

20 Milliarden bis 2024. Wem diese Geschich-

te noch nicht kurios genug ist, der wird in den USA sicher fündig. Dort sind die Ligensysteme noch stärker auf Profit ausgerichtet: In der um- satzstärksten Sportliga der Welt, der National Football League, werden ganze Football- Mannschaften einfach in größere und popu- lärere Städte wie Los Angeles und Las Vegas verschoben, damit die Umsatzziele der Liga erreicht werden. Bis 2027 will die NFL jährlich rund 20 Milliarden Euro einnehmen. Dieses Ziel rief 2010 Liga-Chef Roger Godell aus – seitdem stieg der Umsatz von sieben Milliarden auf inzwischen rund 13 Milliarden Euro. Das liegt auch an der gnadenlosen Expansion und Vermarktung der Liga, die inzwischen bis weit nach Europa reicht. Und um die Zahlen ein- ordnen zu können: Das Dax-Mitglied Merck, immerhin einer der größten und ältesten Phar- ma- und Chemiekonzerne der Welt, erzielt nur unwesentlich mehr Umsatz als die NFL. Sport Nummer eins. Aber zurück zum Fußball. In Europa nachweislich Sport Nummer eins, versucht die Branche ihn auch in den USA po- pulärer zu machen. So bejubelten Dutzende Fans bei einer Pressekonferenz der amerika- nischen Profiliga MLS den Satz, dass „Nash- ville ein toller Markt für die Liga“ sei. Denn der hatte zur Folge, dass sich die Stadt ab 2020 über ein Profiteam freuen kann. Die noch of- fenen Clubfarben, der Name und das Logo waren den „treuen“ Fans egal – Hauptsache, der MLS-Commissioner Don Garber sprach

davon, das neue Stadion und der Verein werden zum „ökonomischen Motor für die Stadt“.

Wachstumsmarkt Sport. Dabei schreiben

viele Vereine noch rote Zahlen. Trotzdem be- werben sich immer wieder Investoren um die Lizenz für ein eigenes Fußballteam in der US- Liga – die übrigens von den Umsatzzahlen mit der zweiten deutschen Liga vergleichbar ist. Doch das Potenzial lockt Investoren: Die Zu- schauerzahlen haben sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht und sind inzwischen höher als in der traditionsreichen ersten itali- enischen Liga. Außerdem lassen immer mehr teure Stars wie zuletzt der Schwede Zlatan Ibrahimovic bei Los Angeles Galaxy ihre Karriere in den Vereinigten Staaten ausklingen. Sein Trikot ist nach den ersten drei Spielen schon fast aus- verkauft. Und das wiederum freut den deut- schen Hersteller Adidas, der seit 2006 sämt- liche Mannschaften der Liga ausstattet. Der laufende Vertrag bis 2024 ist für Adidas rund 560 Millionen Euro schwer. Apropos Adidas. An der Aktie können An- leger ansetzen. Während die Ausstatter schon seit Jahren vom boomenden Sportgeschäft profitieren, lohnt auch ein Blick auf die Fuß- ballvereine selbst. Denn im Gegensatz zu den US-Mannschaften sind im europäischen Markt einige börsennotierte Vereine bereits florie- rende und internationale Unternehmen – die wie etwa Borussia Dortmund sogar Turn- around-Storys vorweisen können.

Dortmund sogar Turn- around-Storys vorweisen können. TOP SPORT GLOBAL EQUITY Eine Top-Aufstellung Genauso wie

TOP SPORT GLOBAL EQUITY

Eine Top-Aufstellung Genauso wie manch ein Football-Team seine Stadt wech- selt, so wechselte auch der
Eine Top-Aufstellung
Genauso wie manch ein Football-Team seine Stadt wech-
selt, so wechselte auch der TOP-Sport-Index-Strategie
seine Umgebung und fungiert seit Anfang März als Fonds
und nicht mehr als Zertifikat. Ab Mai 2014 bis zur Um-
wandlung vor einigen Monaten erzielte das Zertifikat
eine Performance von über 50 Prozent. Fundament der
gleich gebliebenen Strategie sind Aktien von Ausrüstern,
Vereinen oder Organisatoren. Dabei denkt Fondsmanager
Michael Heimrich aber auch über den Tellerrand hinaus:
TOP-Sport-Index
%
prozentuale Entwicklung seit 29.4.2014
+50
MSCI-Welt-Aktien-Index
+30
+10
Dax
„Zum Sport gehören neben Ausstattern natürlich auch
Entertainment oder der Sportstättenbau. Da sind wir dann
ganz schnell bei dem französischen Baukonzern Vinci, der
etwa das Olympiastadion London und das Stade de France
errichtet hat und beide auch betreibt. Und Coca-Cola wäre
für uns nicht der Getränkehersteller, sondern seit 1928 bei
den Olympischen Spielen in Amsterdam ein bedeutender
Sponsor für den Sport.“ Zwar liegen beim Stock-Picking
Europa und Deutschland im Fokus, aber auch Regionen wie
China hat Heimrich im Visier: „Wir versuchen, weltweit die
aktuellen Trends im Sport zu erfassen.“ Im Chart rechts ist
die Entwicklung der Strategie abgebildet.
–10
2014
15
16
17
2018
WKN/ISIN:
A2DVNZ/LU1673090038
Ertragsverwendung:
ausschüttend
TER in %:
1,25
Fondsvolumen in Mio. Euro:
5,0
Volatilität seit Auflage:
7,85
Quelle: Thomson Reuters Datastream
FINANZ-TIPP BRANCHE P BRANCHE eißen die Sportartikel. er Puma hat Usain Messi. Absolu-
FINANZ-TIPP BRANCHE
P BRANCHE
eißen die
Sportartikel.
er
Puma hat Usain
Messi. Absolu-

05/2018 | Seite 15

Mehr als nur r Klamotten

Nike, Puma und Adidas heißen die

bekanntesten Aktien für Sportartikel.

Doch es gibt auch andere und und eher eher

ichkeitswirk- Sportaus- ewinnen Puma ganten enau- . Nach- sgewor-
ichkeitswirk-
Sportaus-
ewinnen
Puma
ganten
enau-
. Nach-
sgewor-

ungewöhnlichere Ausstatter

N ike hat Cristiano Ronaldo, Puma hat Usain

Bolt, und Adidas hat Lionel Messi. Absolu-

te Weltstars und Vorbilder für eine ine ganze ganze Ge- Ge-

neration junger Sportler. Eigene Kollektionen, Kollektionen,

großflächige Reklamen und öffentlichkeitswirk-

same Werbeauftritte verhelfen den Sportaus-

stattern zu steigenden Umsätzen, Gewinnen

und viel Aufmerksamkeit. Vor allem Puma

tat sich zuletzt unter den drei Sportgiganten

hervor, dabei ist die Firma aus Herzogenau-

rach das kleinste der drei Unternehmen. Nach-

dem Puma den Großaktionär Kering losgewor-

den ist, schießt der Kurs durch die Decke. Die Kering-Herrschaft hatte wohl etwas Gutes: Die finanzielle Disziplin bescherte Puma gute Cash- Reserven, die das Unternehmen für Dividenden

und für eine weitere Expansion nutzen kann. Wachstumspotenzial gibt es für Puma etwa noch in China oder auch in Nordamerika. Part- nerschaften wie mit der in den Vereinigten Staaten äußerst populären Pop-Sängerin Rihan- na oder mit Bolt sind dafür äußerst hilfreich. Außerdem erwarten Analysten deutliche Ver- besserungen bei den Margen, die damit endlich zum Industriedurchschnitt aufschließen kön- nen. Die Berenberg-Bank traut der Katze des- wegen einen Sprung auf bis zu 515 Euro pro Aktie zu – das wäre eine Steigerung von knapp 25 Prozent.

Antoine Griezmann: Der franzö- Antoine Griezmann: Der franzö- sische Stürmerstar ist eines der sische Stürmerstar
Antoine Griezmann: Der franzö-
Antoine Griezmann: Der franzö-
sische Stürmerstar ist eines der
sische Stürmerstar ist eines der
strahlenden Gesichter des neu-
strahlenden Gesichter des neu-
en Puma-Selbstbewusstseins
en Puma-Selbstbewu
KRALLEN GESCHÄRFT Zwar holperte die Puma-Aktie nach der Trennung von Kering gehörig, umso mehr schoss
KRALLEN GESCHÄRFT
Zwar holperte die Puma-Aktie nach der Trennung von
Kering gehörig, umso mehr schoss sie danach aber in
die Höhe. Das Unternehmen erschließt sich wieder mehr
Marktanteile und steht damit gut da.
Puma
Euro
400
300
200-Tage-Linie
200
100
2013
14
15
16
17
2018
Quelle: Thomson Reuters Datastream

SPORTAKTIEN: VIEL SCHNEE UND GUTE RUDERGERÄTE

Sportartikelhersteller wie Puma, Adidas und Nike kennt jeder – aber es lässt sich an der Börse auch in Skigebiete oder Fitnessgeräte investieren. Die Auswahl an Sportaktien ist inzwischen groß, es darf auch um die Ecke gedacht werden.

 

Börsen-

Gewinn je

 
 

Kurs

wert

Aktie

KGV

Kursziel in Euro*

 

in

in Mrd.

Name

WKN

ISIN

Euro

Euro

2018e

2019e

2018e

2019e niedrigst

Durchschnitt

höchst

Adidas

A1EWWW

DE000A1EWWW0

214,30

44,8

8,13

9,57

26,4

22,4

150,00

215,52

245,00

Puma

696960

DE0006969603

418,00

6,3

12,99

16,42

32,2

25,5

300,00

422,56

515,00

Nike

866993

US6541061031

54,57

88,0

1,85

2,17

29,4

25,0

47,40

57,71

64,95

Technogym

A2AHWL

IT0005162406

9,82

2,0

0,35

0,40

28,2

24,8

7,40

9,02

10,00

Basic-Fit

A2AJXD

NL0011872650

25,90

1,4

0,67

0,97

38,9

26,6

11,00

24,69

29,00

1,4 0,67 0,97 38,9 26,6 11,00 24,69 29,00 *Kursziele laut Bloomberg; e = erwartet Quelle: Bloomberg

*Kursziele laut Bloomberg; e = erwartet

Quelle: Bloomberg

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FINANZ-TIPP BRANCHE

Einen Geheimtipp in Sachen Sportausrüster gibt es aus China: Anta Sports heißt der Aus- statter der dortigen olympischen Mannschaft. Die Marke wächst in großen Sprüngen, Analys- ten loben das Papier. Abgesehen von klassischen Sportartikelher- stellern finden sich im Aktienuniversum aber noch andere Ausstatter. So profitiert auch der Fitnessgeräte-Produzent Technogym vom welt- weiten Sporttrend – genauso wie die Fitness- studio-Betreiber Planet Fitness und Basic-Fit. In Deutschland waren noch nie mehr Menschen Mitglied in Fitnessstudios, die Penetrationsquo- te liegt bei rund 13 Prozent. Dass es trotzdem noch Wachstumspotenzial gibt, zeigen die Zah- len aus Skandinavien: Dort ist fast jeder fünfte Bürger Mitglied in einem Fitnessstudio.

Sportwette mal anders

Mit Fußballaktien lässt sich Geld verdienen. Begeisterung und Sachkenntnis über den Sport sind dabei aber unumgänglich

A nfang 2005 stand Borussia Dortmund kurz vor der größten Niederlage der Vereins-

geschichte – sie wäre nicht sportlicher Natur gewesen. Schulden von weit mehr als 100 Mil- lionen Euro belasteten den Traditionsverein aus der ersten Bundesliga, der schon damals die einzige börsennotierte deutsche Fußball- mannschaft war. Zwar wurde der Verein ge- rettet, die Aktie befand sich aber bis 2009 auf Talfahrt – seitdem hat sich beim BVB jedoch viel geändert. Sportlich läutete Trainer Jürgen Klopp eine neue und erfolgreiche Ära ein, die den Club auch finanziell sanierte. Die Aktie

ließ den Tiefststand von 0,85 Euro hinter sich und vervielfachte zwischenzeitlich ihren Preis auf rund 8,25 Euro. Auch wenn die letzten sportlichen Ergebnisse die Aktie wieder auf fünf Euro fallen ließen – die Börsengeschichte des BVB beinhaltet ein astreines Turnaround- Kapitel. Und auch eine gehörige Prise Krimi musste der BVB verkraften, als ein Börsenspe- kulant auf fallende Kurse wettete und deshalb einen Anschlag auf die Mannschaft verübte – der zum Glück aber ein eher glimpfliches Ende nahm. Der Blick in die Börsenhistorie von Borussia Dortmund zeigt: Fußballaktien sind etwas Be- sonderes. Auch wenn es dem Verein finanziell

DEUTSCHLAND IST FITNESSPROFI Dagegen profitieren die Skigebiete von Vail Dagegen profitieren die Skigebiete von Vail
DEUTSCHLAND IST FITNESSPROFI
Dagegen profitieren die Skigebiete von Vail
Dagegen profitieren die Skigebiete von Vail
Resorts vor allem von den guten Schneeverhält-
Resorts vor allem von den guten Schneeverhält-
In Europa ist Deutschland der größte Fitnessmarkt –
nissen nissen im im vergangenen vergangenen Winter. Winter. Das Das Unterneh- Unterneh-
obwohl die Durchdringung im Vergleich zu anderen
men ist einer der führenden Bergresort-Anbieter.
men ist einer der führenden Bergresort-Anbieter.
Ländern noch Luft nach oben hat. Mit ein bisschen
Training sollte das aber klappen.
Anteile am europäischen Fitnessmarkt nach Regionen
2017 in Prozent
Sonstige (8,0 Mrd. Euro)
Deutschland
(5,2 Mrd. Euro)
20
31
Niederlande
(1,3 Mrd. Euro)
19
Großbritannien
5
(5,1 Mrd. Euro)
8
9
Spanien (2,2 Mrd. Euro)
8
Italien (2,2 Mrd. Euro)
Frankreich
(2,5 Mrd. Euro)
Quelle: Deloitte European Health & Fitness Market 2018
Quelle: Deloitte European Health & Fitness Market 2018 Clublogos: In Europa sind nur einige Fußball- vereine

Clublogos: In Europa sind nur einige Fußball- vereine börsennotiert – die Clubs sind damit eher Ausnahmen

MANCHESTER HOLT DEN TITEL Das „Forbes“-Magazin schätzt jede Saison den Wert der Fußballvereine. Letzte Saison
MANCHESTER HOLT DEN TITEL
Das „Forbes“-Magazin schätzt jede Saison den Wert
der Fußballvereine. Letzte Saison enttäuschte der
wertvollste Club Manchester United zwar in der
nationalen Liga, gewann aber die Europa League.
Die wertvollsten Fußballvereine Europas
Saison 2016/17, in Milliarden Euro
Manchester United
1
2,98
FC Barcelona
2
2,94
Real Madrid
3
2,89
FC Bayern München
4
2,19
Manchester City
5
1,68
FC Arsenal London
6
1,56
Quelle: Forbes Magazin
Borussia Dortmund
12
0,65

05/2018 | Seite 17

FINANZ-TIPP BRANCHE

Jürgen Klopp: Der Trainer trug sehr zur Sanierung des BVB bei
Jürgen Klopp: Der
Trainer trug sehr
zur Sanierung des
BVB bei

inzwischen so gut geht wie lange nicht mehr, mussten Anleger einen Kursrutsch von knapp 40 Prozent hinnehmen. Der simple Grund: Es läuft sportlich einfach nicht. Das zeigt: Fuß- ballaktien sind immer auch eine halbe Sport- wette. Formkrisen wirken sich direkt auf die Kurse aus – aber eben auch Spielertransfers oder Titelgewinne. Wer sich an die Fußballaktien traut, muss also gleich doppelt Ahnung haben: von der Börse, aber auch vom Fußballgeschäft. Dabei sind Aktien von Fußballmannschaften immer noch die Ausnahme. In Europas Top-Ligen finden sich rund ein Dutzend börsennotierte Vereine. Die höchste Marktkapitalisierung besitzt Englands Rekordmeister Manchester

TITEL, TANTIEMEN, TRANSFERS Sportliche und finanzielle Erfolge sowie teure Spielerverkäufe ließen den Kurs seit 2010
TITEL, TANTIEMEN, TRANSFERS
Sportliche und finanzielle Erfolge sowie teure
Spielerverkäufe ließen den Kurs seit 2010 steigen. In
der aktuellen Saison bedeuten die durchwachsenen
Leistungen klare Kursrückgänge an der Börse.
Borussia Dortmund
Euro
8
6
4
2
200-Tage-Linie
0
2010
11
12
13
14
15
16
17
2018
Quelle: Thomson Reuters Datastream

United mit mehr als 600 Millionen Euro. Zwar kann die Mannschaft sportlich derzeit nicht überzeugen, der Mythos Manchester ist aber inzwischen eine globale Marke. Der Club galt in der vergangenen Saison laut dem US- Magazin„Forbes“ als der wertvollste der Welt. Seit dem Börsengang 2012 stieg die Aktie um rund vier Euro auf aktuell 15,20 Euro – sogar eine Dividende schüttet der Club wie auch der

BVB an seine Aktionäre aus.

schüttet der Club wie auch der BVB an seine Aktionäre aus. FUSSBALL AN DER BÖRSE: ACHT

FUSSBALL AN DER BÖRSE: ACHT CLUBS AUS ACHT LIGEN

In Europa gibt es nur wenige börsennotierte Fußballvereine. Die Auswahl fasst acht Vereine aus acht verschiedenen Ländern zusammen – in Italien etwa kämpfen mit Lazio und AS Rom noch weitere Vereine um Punkte und Prozente.

Börsen-

 

wert

 

Kurs

in Mio.

Name

Verein

Liga

Land

WKN

ISIN

in Euro

Euro

BVB

Borussia Dortmund

Bundesliga

Deutschland

549309

DE0005493092

5,19

477,5

Manchester United

Manchester United

Premier League

England

A1J2MK

KYG5784H1065

15,16

2536,5

Juventus Football Club

Juventus Turin

Serie A

Italien

794314

IT0000336518

0,622

628,8

Parken Sport

FC Kopenhagen

Superliga

Dänemark

910543

DK0010237643

10,15

102,9

Entertainment

Sporting Clube

Sporting Lissabon

Primeira Liga

Portugal

918665

PTSCP0AM0001

0,83

55,6

de Portugal

Futebol

 
55,6 de Portugal F u t e b o l   Quelle: Bloomberg IMPRESSUM Verantwortlich für

Quelle: Bloomberg

IMPRESSUM

Verantwortlich für diesen Newsletter: Focus Magazin Verlag GmbH, Arabellastraße 23, 81925 München, Tel.: 0 89/92 50-38 22, Fax: 0 89/92 50-36 20, E-Mail: redaktion@fondsundfinanzberater.de, Geschäftsführer: Burkhard Graßmann, Amtsgericht München HRB 97887, Ust.-Nr.: DE 811 286 855, Chefredakteur und verantwortlich i. S. d. MDSTV: Frank Pöpsel, Arabellastraße 23, 81925 München. Disclaimer: Sämtliche Inhalte des Fonds- und Finanz-Beraters wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und formuliert. Dennoch kann weder seitens des Verlags noch seitens der Redaktion eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit dieser Informationen gegeben werden. Die Ausführungen im Rahmen des Fonds- und Finanz-Beraters stellen im Übrigen weder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren noch eine Anlageberatung dar. Eine Haftung für Vermögensschäden, die durch Anwendung von Hinweisen und Empfehlungen des Fonds- und Finanz-Beraters eventuell auftreten bzw. aufgetreten sind, ist demzufolge kategorisch ausgeschlossen. Fotos: Focus Money (S. 1, 7, 9, 11, 13, 15), Fotolia/Daniel Bahrmann

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Tägliche Dosis
Was macht der Ölpreis gerade? Die Telekom kürzt
die Dividende. Taugt die Aktie noch? Und was ist ei-
gentlich aus der Schuldenkrise in Euro-Land gewor-
den? Die tägliche Dosis Finanz- und Wirtschaftsnach-
richten finden Kapitalmarkt-Fans ab sofort auf der
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