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„Ehe für alle“ – Die gleichgeschlechtliche Ehe

gleichgeschlechtlich однополый
das Geschlecht пол, род
beruhen auf Dat основываться на чём-либо
beitragen zu Dat вносить вклад в что-либо
die Ehe eingehen вступать в брак
das Bürgerliche Gesetzbuchs (BGB) гражданский кодекс
der Wortlaut дословный текст
die Vorschrift предписание
die Umwandlung преобразование, замена
das Bedürfnis необходимость
entfallen отпадать, пропадать
von nun an отныне
verzichten auf Аkk отказываться от чего-либо
die Adoption усыновление

Seit dem 01. Oktober 2017 steht gleichgeschlechtlichen Paaren der Weg zur
Eheschließung offen. Die Öffnung der Ehe beruht auf einer gesetzlichen
Neuregelung, die zur Gleichstellung beigetragen hat.

Durch die Gesetzesänderung soll gleichgeschlechtlichen Paaren eine


Eheschließung mit sämtlichen Rechten und Pflichten ermöglicht werden. Früher
konnten Personen gleichen Geschlechts nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft
nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz eingehen.

1. Eheschließung Gleichgeschlechtlicher

Das Gesetz änderte § 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dieser hatte bis
zum 1. Oktober 2017 folgenden Wortlaut: Die Ehe wird auf Lebenszeit
geschlossen. Seit dem 1. Oktober 2017 lautet die Vorschrift: Die Ehe wird von
zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit
geschlossen.

2. Umwandlung der eingetragenen Lebenspartnerschaft in die


gleichgeschlechtliche Ehe

Der deutsche Gesetzgeber hat 2001 die sogenannte eingetragene


Lebenspartnerschaft eingeführt. Da Personen gleichen Geschlechts nach der
Gesetzesänderung auch die Eheschließung ermöglicht wurde, ist das Bedürfnis für
das Institut der eingetragenen Lebenspartnerschaft entfallen. Der Gesetzgeber hat
beschlossen, dass Lebenspartnerschaften von nun an nicht mehr begründet werden
können.

Paare, die schon eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind, können


wählen, ob sie ihre Partnerschaft in eine Ehe umwandeln oder nicht. Wenn sie auf
die Umwandlung verzichten, kann die eingetragene Lebenspartnerschaft
weiterbestehen.

Entschließt sich das Paar, die eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe


umzuwandeln, müssen sie erklären, dass sie die Ehe auf Lebenszeit führen wollen.

3. Unterschiede zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft

Zentraler Unterschied zur zivilrechtlichen Ehe ist die Möglichkeit zur


gemeinsamen Adoption eines Kindes. Nach der gesetzlichen Regelung können
Unverheiratete ein Kind nur alleine adoptieren. Hierzu zählen auch die Partner
einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. In der Praxis bedeutet das, dass es zwei
Schritte zur Adoption gibt. In einem ersten Schritt muss das Kind von einem
Partner alleine angenommen werden. Anschließend ist die Adoption in einem
zweiten Schritt auch durch den anderen Partner möglich. Mit der „Ehe für alle“
besteht nun auch die Möglichkeit zur gemeinsamen Annahme eines Kindes.