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Wenn die Berufsschule 174 Kilometer weit weg ist

 AKTUALISIERT AM 03.09.2019-10:18

Pendeln ist nicht nur ein Thema für alte Hasen, sondern auch schon für junge
Berufsanfänger. Denn nicht alle finden eine Lehrstelle um die Ecke. Was das
für sie bedeutet und welche Hilfen möglich sind.

Anfang September beginnen wieder etliche junge Leute ihre Ausbildung. Andere sind
schon im August gestartet. Allerdings finden längst nicht alle Azubis eine passende
Stelle in der Nähe. Pendeln ist daher schon ein Thema für Berufsanfänger, denn
gerade auf dem Land ist die Entfernung ein zunehmendes Problem. Zumal viele
Azubis noch zu jung für Führerschein und eigenes Auto sind - oder es sich nicht
leisten können oder gar kein Auto wollen.

„Die Erreichbarkeit von Ausbildungsbetrieben ist für Auszubildende ein großes


Thema im Handwerk, besonders in ländlichen Räumen“, sagt Frank Zopp, Sprecher
des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Der ÖPNV sei oft
unzureichend und die Wege würden länger, da die Betriebe verstärkt an Ortsränder
verdrängt würden. Zudem trügen hohe Mieten in Ballungszentren zu langen
Fahrtwegen bei. Wo Lehrstellen sind, fänden Azubis oft kaum bezahlbaren
Wohnraum.

In westdeutschen Bundesländern pendeln Azubis dem Institut für Arbeitsmarkt- und


Berufsforschung (IAB) zufolge durchschnittlich 33 Kilometer, in den ostdeutschen
sogar 51 Kilometer. Jeder 25. in Ostdeutschland lebende Azubi fährt in den Westen.
Besonders weit haben es in Berlin wohnende Azubis, die nicht in der Hauptstadt
arbeiten: Sie sind im Schnitt 174 Kilometer unterwegs.