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07  2019

FLUG REVUE Deutschland € 5,90 www.flugrevue.de

50 Jahre Das Luft- und Raumfahrt-Magazin

Airboulgss-
Die Erf
story

JUNKERS F 13
Pionier des
Passagierluftverkehrs

TOP SECRET
Die Satelliten
Airlines
Die große Übersicht
des US-Militärs

Paris  Air  Show Belgien € 6,80, Niederlande € 6,95, Tschechien CZK 215,00,


Österreich € 6,60, Schweiz sfr 10,00, Luxemburg € 6,80,

EXTRA
Dänemark dkr 64,95, Slowakei € 8,40, Italien € 7,60

AIRBUS UND BOEING


Duell um die Mittelklasse
ARIANE 6
Serienfertigung gestartet
FORSCHUNG
Kommt der Hybrid-Airliner?
FIGHTER FÜR EUROPA
Die Kampfjet-Programme
von morgen und übermorgen
Juli Kurs

Airbus ist heute ein


breit aufgestellter,
integrierter Konzern.

Fluggeräte im Heft
12 Airbus: alle Typen
10 Airbus Helicopters
City-Airbus

Ungleiches Paar
58 Airbus, Rolls-Royce,
Siemens E-Fan X (Projekt)
56 Ariane Group Ariane 6
50 Dassault Rafale
8 Dornier Seawings Orca

E
9 Embraer Praetor 600
86 e.Sat Silent Air Taxi
66 Iljuschin Il-76MD90A
72 Iljuschin Il-112W
in halbes Jahrhundert ist es nun und Frankreich auseinander. Die jüngsten deut-
98 Junkers F 13
her, seit sich Deutschland und schen Rüstungsexportverbote nach Saudi-Arabien 74 Lockheed Martin F-35
Frankreich nach vielen Diskussi- haben für erhebliche Irritationen gesorgt – und Lightning II
onen zum Bau des Airbus A300B durchgerungen für einen Verlust von 190 Millionen Euro für Air- 104 North American P-51C
und damit den Grundstein für eine europäische bus im ersten Quartal 2019. Da gewinnen an der Mustang
Erfolgsgeschichte gelegt haben. Das ging nicht Seine die Befürworter der Maxime, Waffen­ 7 SoftBank Hawk30
immer ohne Rivalitäten ab. Vor allem der Weg systeme „german-free“ zu halten und eher mit
von einem stark politisch beeinflussten Firmen- Großbritannien zu kooperieren, wieder an Ein- Fotos: Airbus, Patrick Holland-Moritz

verbund zu einem integrierten Weltkonzern war fluss. Das kann den anstehenden, großen deutsch-
langwierig. Das lag auch daran, dass die Luft- und französischen Projekten wie einem neuen Kampf-
Raumfahrtindustrie in Frankreich einen ganz flugzeug, der Aufklärungsdrohne EuroMALE
anderen Stellenwert hat als in Deutschland (oder oder einem neuen Seefernaufklärer durchaus
Spanien als drittem Airbus-Partnerland). Die gefährlich werden. Eine dauerhafte Lösung, die
„Grande Nation“ war daher immer bestrebt, die nicht von wechselnden Koalitionspartnern tor-
Führungsrolle zu übernehmen. Dies ist heute pediert werden kann, ist dringend nötig, damit
mit der Konzentration vieler zentraler Funktionen die für Europa so wichtige deutsch-französische
in Toulouse und einem Übergewicht von Topma- Achse wieder rundläuft.
nagern aus französischen Kaderschmieden de fac-
to auch der Fall. Karl Schwarz
Doch nicht nur, was die Bewertung der Be- Stellvertretender Chefredakteur
deutung der Industrie angeht, liegen Deutschland

Zahl
des
Monats 26,7
Prozent erreichte das Passagierwachstum am Berliner Flughafen Tegel
im Monat April. Am Standort Schönefeld sank die Passagierzahl im
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selben Zeitraum dagegen um 9,9 Prozent. uns in den sozialen Netzwerken.

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50 JAHRE
1969-2019

12 Mit einem Familienkonzept


eroberte sich Airbus einen Platz in
der Flugzeugbau-Spitzengruppe.

07/2019 INHALT
TAKE-OFF
12 50 Jahre Airbus
Europas Vorzeige-Flugzeugbauer
begann einst als lockere Arbeitsgruppe
mit ungewissen Erfolgsaussichten

ZIVILLUFTFAHRT
24 Queenstown Airport
Auf Neuseelands Südinsel liegt der inter-
nationale Flughafen Queenstown inmitten
einer spektakulären Landschaft
30 Airline-Flottenparade 82 Head-up-Displays halten nun auch im
Cockpit von Business Jets Einzug.

Die Fluggesellschaften aus Deutschland,


Österreich, der Schweiz und Luxemburg

66
im großen Flotten-Überblick Russlands Transportflieger haben einen
hohen Bedarf an Il-76MD-90A.
BUSINESS AVIATION
40 FAI Aviation Group
Eine der führenden deutschen Business-
Aviation-Firmen wird 30

MILITÄRLUFTFAHRT
66 Iljuschin Il-76MD
Der bewährte Transporter wurde moderni-
siert und geht nun wieder in Serie
72 Iljuschin Il-112W
Eine Neuentwicklung soll die alten An-26
in russischen Diensten ersetzen
74 F-35-Training in Luke AFB
Für ausländische Kunden bietet die USAF
die Grundausbildung in Arizona an
78 Freundeskreis Luftwaffe
Besuche in Neuburg und Wahn
Das komplette Heft gibt es auch als E-Paper.
4 FLUG REVUE JULI 2019 Mehr Infos: www.flugrevue.de/epaper
TECHNIK
82 Head-up-Displays
Hersteller wie Collins Aerospace und Garmin 92 Mit SBIRS haben die USA die Erde
im Infrarotbereich im Blick und
können Raketenstarts entdecken.
drängen mit neuen Systemen für Business Jets
und General Aviation auf den Markt
86 Silent Air Taxi
Ein Lufttaxi-Dienst zwischen kleineren
Flugplätzen ist das Ziel von e.SAT.
Hinter der Firma stehen Mitarbeiter
der RWTH Aachen

RAUMFAHRT
92 US-Militärsatelliten
Neben geheimnisumwobenen Spionage-
satelliten betreiben die USA zur Unterstützung
ihrer weltweit eingesetzten Streitkräfte auch
eine ganze Reihe von Kommunikations-, GPS-
und Wettersatelliten
96 Raumfahrt-News

HISTORIE
98 100 Jahre Erstflug Junkers F 13
Das weltweit erste Verkehrsflugzeug aus
Metall setzte Maßstäbe

www.flugrevue.de

Die Titelthemen

12
74 30
92
46
56
74 Die Luke AFB bleibt ein großer Ausbil-
dungsstandort, wo bald die F-35 dominiert.
54 58

EXTRA PARIS AIR SHOW 2019


46 Airbus und Boeing in Paris
RUBRIKEN
3 Kurs im Juli
Duell um die mittelgroßen Jets 6 News
50 Dassault Rafale 29 Passagier und Kabine
Die Version F4 ist in Entwicklung
88 Briefing: AESA-Radar
54 Fighter für Europa 90 Berufe: Job- und Ausbildungschancen
Wettbewerbe in mehreren Ländern laufen am Frankfurter Flughafen
56 Ariane 6 91 Jobbörse
Der erste Serienauftrag ist erteilt
102 Service Termine, Bücher, Impressum
58 Hybridantriebe für Airliner
Welche Chancen haben neue Konzepte? 104 Nachbrenner: Eine seltene North
American P-51C Mustang wurde bis
60 Technologien für NGF-Triebwerk ins letzte Detail restauriert
MTU und Safran beginnen Arbeiten
106 Vorschau
63 Kohlefaserrumpf
Forschung für Regionalflugzeuge
64 Messetipps für Le Bourget
Preise, Öffnungszeiten, Anfahrt Fotos: Airbus, Dassault Aviation, Piotr Butowski,
Ted Carlson, Lockheed Martin
Titelfotos: MTU, AirTeamImages/Carlos Enamorado

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News ZIVIL- UND MILITÄRLUFTFAHRT

FEUERTAUFE FÜR F-35A IM IRAK

Einsatz-Premiere

D
ie US Air Force hat Ende April im Irak
ihren ersten Kampfeinsatz mit der
F-35A geflogen. Bei ihrer offiziellen
Feuertaufe griffen die Stealth-Fighter ein Tun-
nelnetz des „Islamischen Staates“ und Waffen-
lager tief in den Hamrin-Bergen an. Nach Anga-
ben der US Air Force flogen die beiden F-35A
der 4th Expeditionary Fighter Squadron am 30.
April von Al Dhafra aus zur Unterstützung der
Combined Joint Task Force – Operation Inhe-
rent Resolve. Die F-35A führten den Luftangriff
mit einer Joint-Direct-Attack-Munition durch.
Ein halbes Dutzend F-35A wurde von der Hill
Air Force Base, Utah, nach Nahost verlegt und
steht seit dem 15. April dem Combined Forces
Air Component im Einsatzgebiet des US Cen-
tral Command zur Verfügung. Sie gehören zum
388th und 419th Fighter Wing. Die Lockheed-
Martin F-35A war bereits im April 2017 auf
der Basis Lakenheath in England im Einsatz,
ebenso wie im Herbst 2017 im Verantwortungs-

Foto: US Air Force


bereich des US Pacific Command.

BAE lässt MAGMA fliegen


Die unbemannte Testdrohne MAGMA nutzt überschall-
Foto: Northrop Grumman

schnelle Luftströmung, die aus einem System von Schlitzen


austritt, zur gezielten Steuerung um die Querachse und als
Ersatz für Landeklappen. Die benötigte Zapfluft wird dem
Triebwerk entnommen. BAE Systems will durch den Verzicht
auf bewegliche Klappen und Steuerungselemente mit Hilfe
saubererer Formgebung ohne Spalte, Lücken und Stöße
Letzte BAC 1-11 abgestellt auch die Forschung für künftige Stealth-Luftfahrzeuge
In den USA ist am 7. Mai die letzte fliegende BAC 1-11 in den vo-ranbringen. Anfang Mai fand im walisischen Llanbedr
Ruhestand verabschiedet worden. Der britische Zweistrahler aus der erste Testflug des in Zusammenarbeit mit der Universität
den 60er Jahren stand zuletzt nur noch bei Northrop Grumman als Manchester entwickelten, einstrahligen Luftfahrzeugs statt.
fliegende Testplattform im Dienst. Der Flugzeughersteller hatte die
von Westinghouse geerbte „One-Eleven“ mit der Kennung N162W
für Systemtests verwendet, darunter für die Flugerprobung des
Bordradars der F-35 (Foto). Der von zwei Rolls-Royce Spey angetrie-
bene Jet absolvierte am 20. August 1963 seinen Erstflug. 244 Flug-
Foto: BAE Systems

zeuge wurden gebaut. Unter anderem war die BAC 1-11 bei BEA
und Dan Air London im Einsatz, aber auch bei Bavaria, Hapag-Lloyd,
Paninternational und als Privatjet von Kaufhaus-König Helmut
Horten. Rumänien baute die 1-11 zeitweilig in Lizenz.

6 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Foto: Luftwaffe/Waldinger

Airbus ACJ319neo Schweizer „Connie“


hebt erstmals ab fliegt nie mehr
In Hamburg hat am 24. April der erste Die Schweizer Super Constellation
Airbus ACJ319neo seinen Erstflug absol- kann nicht mehr flugfähig repariert wer-
viert. Der Langstrecken-Business-Jet basiert den. Der Verein Super Constellation Flyers
auf der A319neo. Der Flug von und nach Cougar neu lackiert Association (SCFA) teilte mit, dass die be-
Finkenwerder dauerte eine Stunde und 55 Anlässlich einer Zweijahresinspektion nötigten 20 Millionen Franken bis zum 20.
Minuten. Das Flugzeug wird an das Unter- wurde die erste AS532 Cougar der Flug- April nicht aufgebracht werden konnten.
nehmen K5 Aviation geliefert, nachdem er bereitschaft in neuen Farben mit schwarz- An der historischen Viermot waren massive
seine „VVIP“-Kabine erhalten hat. Bis zu rot-goldenem Band lackiert. Der Hub- Korrosionsschäden der Flügel entdeckt
fünf modulare Zusatztanks im Frachtraum schrauber mit dem taktischen Kennzeichen worden, die weitere Flüge verhindern. Der
sorgen für 11 000 Kilometer Reichweite. 82+02 war acht Monate lang bei Airbus Verein will sich nun, wie angekündigt, auf-
Helicopters in der Wartung. Das Design lösen. Die Lockheed L-1049 war 1955 für
zum neuen Anstrich wurde schon vor 14 die USAF gebaut worden. 2004 war sie, in
Jahren von Stabsfeldwebel Christian schlechtem Zustand, in Kalifornien gekauft
Waldinger entworfen. Zuvor zierte Luft- und dann in die Schweiz überführt worden,
waffenblau die Maschine. Geplant ist, dass wo sie seit 2007 als HB-RSC, „Star of Swit-
im September der zweite von insgesamt zerland“ Gast vieler Flugtage war und zahl-
Foto: Airbus

drei Cougars im Rahmen der Zweijahres- reiche Fans im In- und Ausland hatte. Sie
inspektion umlackiert wird. war in Basel beheimatet.

„Warum haben wir noch keine


Steuer auf Kerosin?“
Frans Timmermans, Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Europawahl

Foto: Indian Air Force


Indien erhält seinen
ersten Apache AH-64
Die indischen Luftstreitkräfte haben
bei Boeing in Mesa, Arizona, formell ihre
erste AH-64E (I) in Empfang genommen.
Eine nicht näher spezifizierte Anzahl
der Kampfhubschrauber soll bis Juli 2019
Foto: SoftBank

nach Indien gebracht werden. Flug-


zeugbesatzungen und Bodenpersonal
wurden bereits bei der US Army in
Fort Rucker, Alabama, ausgebildet.
Hawk30: Funkmast in der Stratosphäre Dieses Personal wird die Einführung
Das japanische Technologieunternehmen SoftBank gab Ende April erstmals Details der der Apache-Flotte in der Indian Air Force
Telekommunikationsplattform Hawk30 bekannt, die zusammen mit AeroVironment entwickelt leiten. Indien hatte 2015 einen Vertrag
wird. Das unbemannte Flugzeug ist optimiert für den Dauerflug (etwa sechs Monate) in der mit der US-Regierung und Boeing über
Stratosphäre. Der Flügel hat eine Spannweite von 78 Metern. Für die Energie sorgen Solar- 22 Apache-Hubschrauber unterzeichnet.
module, die auch Batterien speisen. Zehn Propeller sind an der Flügelvorderkante montiert.
Hawk30 soll eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 110 Stundenkilometern erreichen.
Bis 2023 hofft man die Testphase abgeschlossen zu haben und Telekommunikationsdienste Im Netz
anbieten zu können. Mit Hawk30 will SoftBank stabile Internet-Verbindungsumgebungen an FLUG REVUE-Newsletter unter
Standorten aufbauen, die nicht durch Telekommunikationsnetze versorgt werden. www.flugrevue.de/newsletter

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 7


News ZIVIL- UND MILITÄRLUFTFAHRT

SELTENE FORMATION

F-22 fliegt mit den Blue Angels

D
ie F-22 des Raptor-Demonstration-Teams der US Air Force und die Blue
Angels der US Navy nutzten die Airshow in MCAS Beaufort, South Carolina,
Ende April für eine seltene Formation. Am Steuer der F-22 saß Demo-Pilot
Major Paul „Loco“ Lopez vom 1st Fighter Wing in Langley, zu dem die sechs F-18 der
Blue Angels unter der Führung von Flugzeugträger-Veteran Captain Eric Doyle auf-
schlossen. Dabei musste die Formation sich außerhalb der Luftwirbel hinter der für die
Foto-Session mit offenem Hecktor fliegenden, zivilen CASA 212 halten, aus der heraus

Foto: US Air Force


sie mit 600-mm-Objektiven fotografiert wurde.

Dornier Seawings stellt Orca vor


Als fliegende Sensorplattform leitet die Dornier Seawings GmbH
aus der Seastar das Amphibium Orca ab. Die seewasserfeste Turbo-
prop-Zweimot aus CFK verträgt dank ihres Bootskörpers Wellenhöhen
bis 60 Zentimeter und wäre ab 2022 lieferbar. Kamera und Radar er-
möglichen großräumige Grenz-, Umwelt- und Seeraumüberwachung,
etwa für die Seenothilfe. In der Kabine sitzt ein Operator an einer
Foto: DLR

Konsole. Ein weiteres Besatzungsmitglied und zwei liegende Verletzte


finden ebenfalls Platz. Die Orca fliegt 333 km/h schnell; sie kann im
Sparflug einmotorig fünfeinhalb Stunden lang in der Luft bleiben.
DLR testet GPS-Landungen
In Braunschweig hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raum-
fahrt (DLR) am 6. Mai automatische Landungen und Anflüge
mit Satellitenhilfe getestet. Dabei wurden die Verfahren GLS (mit
Bodenstation) und GLASS (rein satellitenbasiert) mit einem Airbus
A319 erprobt, um den Betrieb des Systems mit einer typischen
Linienmaschine zu demonstrieren. Bei dem Projekt GLASS werden
die Daten über einen geostationären Satelliten versendet und in der
Foto: Dornier Seawings

Datenbank des Flugzeugs gespeichert, bevor sie an den Autopiloten


weitergeleitet werden. Die GLS-Bodenstationen sind bislang nur
an wenigen großen Flughäfen verfügbar. Sie übertragen neben
Signalen zur Positionsbestimmung auch Anfluginformationen wie
die Koordinaten der Landebahnschwelle und Sinkwinkel.

8 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


F-5 fliegt mit Garmin-Cockpit
Eine Northrop Grumman F-5 ist Ende April erstmals mit
einem modernen Garmin-Glascockpit geflogen. Der klassische
Überschalltrainer der US Navy erhielt ein G3000-Modul mit
hochauflösenden Bildschirmen und synthetischer Kartendar­
stellung. Alle Tasten können auch mit Handschuhen bedient
werden, und die Anzeigen lassen sich auf den Betrieb mit
Foto: Embraer

Nachtsichtgeräten umstellen. Die modernisierte F-5 soll künftig


bei Tactical Air als Feind-
darsteller fliegen. Der
wendige Leichtbaujäger
Praetor 600 erhält Zulassung war 1959 zum Erstflug
gestartet und wurde
Brasiliens Luftfahrtbehörde ANAC hat Ende April Embraers neu- rund 2250-mal gebaut.
en Business Jet Praetor 600 zugelassen. Das knapp 21 Millionen Etwa 400 Exemplare
Dollar teure Flugzeug der Kategorie „Super-Midsize“ ist mit Fly-by- sind noch im Einsatz.
Wire-Steuerung und Pro-Line-Fusion-Cockpit von Collins Aerospace
ausgestattet. Die über eine Bordtreppe erreichbare Kabine kann für
bis zu zwölf Passagiere konfiguriert werden. Typischer sind jedoch
„Clubsitze“ für vier bis acht Fluggäste. Als Antrieb des langstrecken-
tauglichen Zweistrahlers dienen Honeywell-HTF7500E-Turbofans.
Mit vier Fluggästen schafft die Praetor 600 Entfernungen von 7440

Foto: Garmin (2)


Kilometer. Als Startstrecke reichen 1438 Meter unter ISA-Bedingun-
gen. Die maximale Reisegeschwindigkeit liegt bei Mach 0.83, die
Dienstgipfelhöhe beträgt 13 716 Meter.

Polen beschafft AW101 ❱❱❱ kurz notiert


Für 380 Millionen Euro hat Polen vier Marinehubschrauber
Mitte Mai hat Boeing bekannt gegeben, dass der Flugzeug­
Leonardo AW101 bestellt. Die Lieferungen sollen bis 2022
hersteller eine verbesserte Software für die Boeing 737 MAX
abgeschlossen sein. Die AW101 ist für die U-Boot-Bekämp-
fertiggestellt habe. Die neue Version muss nun der US-
fung (Anti-Submarine Warfare / ASW) und die Rettung in
amerikanischen Zulassungsbehörde FAA vorgelegt werden,
umkämpften Gebieten (Combat Search and Rescue / CSAR)
die innerhalb von 90 Tagen amtlich entscheidet, ob sie das
gedacht. PZL-Świdnik, ein zu 100 Prozent im Besitz von
derzeitige Grounding des Zweistrahlers aufhebt.
Leonardo befindliches Unternehmen, ist als Generalunter-
nehmer für die gesamte Vertragsabwicklung verantwortlich. Der Chief Commercial Officer von Emirates, Thierry Antinori,
Das entsprechende Support-Paket folgt einer Offset-Verein- ist überraschend zurückgetreten. Der Franzose war zuvor
barung im Wert von etwa 400 Millionen PLN (90 Mio. Euro). bei Lufthansa und Air France in leitenden Positionen. Sein
Nachfolger wird Adnan Kazim, bisher Divisional Senior Vice
President, Strategic Planning, Revenue Optimisation and
Aeropolitical Affairs.

200 000 Flugstunden mit dem Tornado hat das Luftwaffen-


geschwader 33 aus Büchel Anfang Mai erreicht. Rechnerisch
waren die Piloten damit pro Jahr 5882 Stunden in der Luft.
Der Verband setzt den Schwenkflügler Tornado seit 1985 ein.

Als künftiges deutsches Überwachungsflugzeug für das


Open-Skies-Rüstungskontrollabkommen hat die gebraucht
gekaufte A319, 98+11 Probeflüge aufgenommen. Die 2000 als
Business Jet an VW gelieferte A319-100 wurde bei Lufthansa
Technik umgebaut und erhielt ein 44 Zentimeter großes
Foto: Leonardo

Kamerafenster im Heck. Sie wird 2020 übergeben.

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News ZIVIL- UND MILITÄRLUFTFAHRT

Foto: Airbus Helicopters


UNBEMANNTER VERSUCHSTRÄGER

CityAirbus fliegt in Donauwörth

A
irbus Helicopters hat den CityAirbus-Demonstrator Elektromotoren angetrieben werden. Die vier installierten
am 3. Mai in Donauwörth erstmals gefesselt in die 140-kW-Batterien wurden vom Airbus-Geschäftsbereich
Luft gebracht. Das elektrisch angetriebene Luftfahr- Verteidigung und Raumfahrt entwickelt. Die Flugzeit soll
zeug für maximal vier Insassen (einen Piloten und drei Pas- damit derzeit 15 Minuten betragen, die Nutzlast bei 250 Ki-
sagiere) soll noch in diesem Jahr auch bemannt starten. Die logramm liegen, und als Höchstgeschwindigkeit werden 120
weitere Erprobung findet in Manching statt. Für den Auf- km/h genannt. Der CityAirbus ist als Lufttaxi für städtische
trieb sorgen acht, jeweils paarweise angeordnete Rotoren, Ballungsräume konzipiert. Mit einem Geräuschpegel von
die von ebenso vielen, 100 kW starken Siemens-SP200D- nur 70 dB(A) würde er den Autoverkehr nicht übertönen.

Feuerwerk bei der WTD 61


Für Zulassungstests mit schwenkbaren MGs ließ die
WTD 61 an einer Airbus Helicopters H145M Mitte April
über dem Erprobungsgelände Feilenmoos nach Boden-
tests Flugversuche durchführen. Geprüft wurde, ob der
Bediener beim Flare-Ausstoß mit offenen Türen einer zu
hohen Wärmestrahlung, Rauchgas oder gar Fragmenten
ausgesetzt ist. Dazu wurden Dummys an die Türen gesetzt
Foto: BMVg

und Flares in unterschiedlicher Folge ausgestoßen.

Neue Dornier 228 für NCA


New Central Airservice aus Japan hat am 27. April ihre bereits vierte,
neue Dornier 228 in Ryugasaki empfangen. Der jüngste 19-Sitzer aus Ober-
pfaffenhofen ist erstmals mit ADS-B-Out-Avionik ausgestattet und erhielt
verbesserte Sitze. NCA befliegt mit der Dornier 228 im Auftrag der japani-
Foto: RUAG

schen Regierung Regionalstrecken zwischen dem japanischen Festland und


vorgelagerten Inseln, auf denen es oft nur sehr kurze Landebahnen gibt.

10 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Leserreisen 2019
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MAKS

Fotos: Robert Kysela, Karl Schwarz (4)


Vom 28. August bis
1. September steht in
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in der Steiermark wieder hoch her.
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Vom 7. bis 14. Oktober findet
unsere große US-Tour statt, die
neben der Fleet Week Air Show in
San Francisco einige Museen und
einen Abstecher zum Yosemite-
Nationalpark umfasst.
Preis: ab 3299 Euro
Take-Off

ERFOLG
AUS EU
Vor 50 Jahren legten Frankreich und
Deutschland den Grundstein für ein
ambitioniertes Joint Venture, das sich
seit Jahrzehnten erfolgreich an die
Weltspitze im Flugzeugbau vorarbeitet.

50 JAHRE
1969-2019

12 FLUG REVUE Juli 2019


Von SEBASTIAN STEINKE

ROPA 1979 – 1988

1989 – 1998

1999 – 2008

1969 – 1978 2009 – 2019

FLUG REVUE Juli 2019 13


Take-Off

SCHWERE GEBURT
50 JAHRE

1969-1978


Der Airbus A300B
trat als erster Twin
gegen Dreistrahler
wie DC-10 und
TriStar an – und
gewann.


Eastern Air Lines
testete kostenlos
vier A300B und
bestellte dann
32 Stück. Airbus
gelang damit der
Einstieg im hart
Am 30. Mai 1974 nahm Air France als erster Airbus- umkämpften
Nutzer den Flugbetrieb mit der A300B auf. US-Markt.

14 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


D den Stein ins Rollen
brachte diese Unter-
schrift: Frankreichs
Verkehrsminister Chamant und Deutsch-
lands Finanz- und Handelsminister Schil-
ler unterzeichneten am 29. Mai 1969 auf
der Pariser Luftfahrtmesse den Grün-
dungsvertrag über das Joint Venture Air-
bus. Der Flugzeugbauer begann als lose
Arbeitsgemeinschaft weiterhin unabhän-
giger Unternehmen. Als Einzelkämpfer
hatten es die Europäer im Flugzeug-
bau zuvor gegen die Amerikaner nicht
geschafft: Comet, Caravelle, VC-10, Tri-
dent, BAC 1-11, VFW-614 und Mercure
blieb der endgültige Durchbruch ver-
wehrt, während in den USA mit Boeing,
McDonnell Douglas, Lockheed und Con-
vair die Konkurrenz herrschte.
Eine neue Idee musste her: Der erste
Großraum-Zweistrahler, der „Airbus“
A300, bald zur verkleinerten A300B opti-
miert, absolvierte seinen Erstflug am 28.
Oktober 1972. Die Zahl 300 hatte ur-
sprünglich für „über 300 Sitze" gestan-
Erst nach jahrelangem Tauziehen um die Rollen- den, die A300B bot rund 250. Airbus ent-
schied sich für den strukturell effizientes-
verteilung gelang es, mit der A300B den ersten, ten, kreisrunden Rumpfquerschnitt mit
noch eher konventionellen, Airbus auf den Weg einer nutzbaren Kabinenbreite von 222
Zoll (5,64 m). Dies ermöglichte den Ein-
zu bringen. Gemeinsam mit seiner verkürzten bau von zwei Gängen und acht Passagier-
Schwester A310 konnte sich der erste Großraum- sitzen nebeneinander und ließ, in der un-
teren Rumpfhälfte, noch die paarweise
Twin am Markt etablieren und ebnete Airbus Beförderung von großen LD3-Frachtcon-
den Weg für weitere Flugzeugprogramme. tainern zu. Luftfracht sollte schon bald
zum großen Zusatzgeschäft der Airlines
werden, für das Airbus sich richtig gerüs-
tet hatte. Auch der stark steigende Öl-
preis spielte dem Hersteller in die Hände:

Air France und Lufthansa erwiesen sich in der Gründungsphase Eine Boeing, die voluminöse „Super Guppy“, machte als
von Airbus als wichtige Kunden und technische Ideengeber. Spezialtransporter die Airbus-Arbeitsteilung erst möglich.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 15


Take-Off

REVOLUTION
50 JAHRE

1979-1988

Nach A300 und A310 setzte Airbus mit der


A320 zum Sprung an die Spitze an. Die tech-
nisch mutige Standardrumpf-Serie sollte sich
zum größten Erfolg von Airbus entwickeln.


Die A320 wurde Airbus'
"Brot-und-Butter-Produkt".
Weltweit bestellen Airlines
die mittlerweile zur „neo“
modernisierte Zweistrahler-
Familie.


Das Zweimann-Glascockpit
mit elektronischer Flug-
steuerung mittels Sidesticks
und ein Flight Management
System waren die großen
Neuerungen der A320.

16 FLUG REVUE Juli 2019


Die Schweizer Balair setzte zwischen 1986 und 1993 drei Die A310 wurde, mit politischer Unterstützung und
Airbus A310-300 ein. Sie flogen auch in den Farben der West-Bürgschaften, Ende der achtziger Jahre sogar an ČSA
Genfer Tochter CTA (Compagnie de Transport Aérien). und Interflug geliefert, hinter den „Eisernen Vorhang“.

Der neue Sparjet wurde von nur noch


zwei Triebwerken angetrieben. Damit
konnte man die dreistrahligen Konkur-
renten DC-10 und TriStar unterbieten.
Die Arbeitsgemeinschaft Airbus funk-
tionierte arbeitsteilig: Rumpfsektionen
und Flügel entstanden bei den Partnern
und wurden für die weitere Ausstattung
und schließlich die Endmontage in
Die A320 wird seit 1987 Toulouse in „Super Guppy“-Transpor-
ausgeliefert. Über 8600 tern befördert, die ursprünglich aus US-
Flugzeuge dieser Familie Raketenprogrammen stammten.
wurden bereits gebaut.
Nr. 500 ging an United. EINSTIEG IN EINEN HART
UMKÄMPFTEN MARKT
In den 70er Jahren hangelte sich Airbus
zunächst nur mühsam von Auftrag zu
Auftrag, konnte aber schließlich mit den
US-Riesen Eastern Air Lines und Pan
Am Schlüsselkunden gewinnen. Hier
half entscheidend die ETOPS-Genehmi-
gung für Langstreckenflüge mit Zwei-
strahlern, die 1977 für die Version
A300B4 erging. Auch für diesen Markt
verkürzte Airbus die A300B zur A310
(Erstflug am 3. April 1982). Mit 218
Passagieren in zwei Klassen war die
A310 interkontinentalfähig, bot viel
Frachtkapazität und konnte auch Mittel-
strecken rentabel bedienen. Sie wurde,
allerdings sehr viel später, für Airbus
auch der Türöffner in den damali-
gen Ostblock-Markt. Die tschechische
ČSA, die Interflug und sogar Aeroflot be-
trieben die A310 als Langstreckenjet ab
Ende der 80er Jahre.
Genau diese 80er Jahre wurden für
Airbus entscheidend. Sie brachten den
kühnen Sprung zum Technologieführer
und Verkaufsschlager A320-Familie
(A318, A319, A320 und A321). Mit

FLUG REVUE Juli 2019 17


Take-Off

Der auf A300-Basis entwickelte Spezialtransporter Beluga


ersetzte die kleinere Super Guppy. Statt durch das aufge-
schwenkte Heck wird hier über ein Bugtor be- und entladen.

FAMILIEN

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18 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de

Die A330 mauserte
sich vom reinen
Mittelstreckenjet
zum sparsamen
Langstreckenflug-
zeug mit hoher
Frachtzuladung.


Zur eng verwand-
ten Familie erwei-
tert, konnte Airbus
seine Jets ab den
achtziger Jahren
viel erfolgreicher
vermarkten. Hamburg entwickelte sich mit dem Erfolg der A320-Fami-
lie zu einem der weltweit wichtigsten Airbus-Endmonta-
ge-Standorte mit Partnerwerken u. a. in Bremen und Stade.

Zweimann-Glascockpit und elektroni-


scher Flugsteuerung, deren Signale von
einem Computer gefiltert wurden, erregte
dieses Konzept Aufsehen und Misstrauen
zugleich. Entmündigte es die Piloten, hat-
te immer ein Rechner das letzte Wort?
Das im zivilen Bereich bis dahin unbe-
kannte Konzept der A320 (Erstflug am
22. Februar 1987) bewährte sich schließ-
lich und wurde auch für die neuen Groß-
raumjet-Schwestern A330 und A340
übernommen. Diese nutzten Rumpfseg-
mente der A300B und einen neuen
Flügel, der sich mit zwei oder vier Trieb-
werken bestücken ließ. Viele Airlines
entschieden sich für den erfolgreichen
Zweistrahler A330 (Erstflug am 2. No-
vember 1992), sodass die A340 (Erst-
flug am 25. Oktober 1991) auch als
aufwendig verbesserte Nachfolgegene-
ration A340-500 und A340-600 immer

GLÜCK
nur die zweite Geige spielte.

50 JAHRE RIESENJET A380 ZWANG


ZUM ZUSAMMENRÜCKEN
Wenn man aber wirklich in die Weltspit-
ze aufsteigen wollte, musste Airbus ein
1989-1998 noch größeres Flugzeug anbieten, einen
Konkurrenten zu Boeings, damals hoch-
profitablem, Jumbo-Jet. Es dauerte Jahre,
Erst mit der avantgardistischen Standard- um die Partner für das A380-Konzept
„A3XX“ unter einen Hut zu bekommen.
rumpffamilie A320 und deren großen Für den Programmstart brauchte Airbus
Schwestern A330 und A340 wuchs Airbus eine andere Struktur. Endlich sollte die
Arbeitsgemeinschaft in ein echtes Unter-
ab den achtziger Jahren zum Branchen- nehmen umgebaut werden. Zuvor hatte
riesen und ernst zu nehmenden Boeing- Deutschland unter der Führung von
Daimler-Benz seine industriellen Partner
Konkurrenten heran. ab 1995 in der Daimler Benz Aerospace
Airbus GmbH (heute Airbus Operations

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 19


Take-Off


Auf zwei Passagierdecks
sitzen die Fluggäste in
der A380. Über die große
Bugtreppe gelangt man
in die obere Etage.


Emirates aus Dubai
wurde mit 123 Bestellun-
gen der entscheidende
Kunde für die A380, von
der insgesamt nur 290
Flugzeuge verkauft
werden konnten.

GmbH) gebündelt. An der bis dahin

DIE GROSSE
bestehenden Airbus GIE hatten Aéro-
spatiale und der deutsche Luft- und
Raumfahrtkonzern DASA je 37,5 Pro-
zent, British Aerospace 20 Prozent und
die spanische CASA 4,2 Prozent der An-
teile gehalten. Nun wurde im Jahr 2000
aus der DASA und Aérospati-ale-Matra Mit der A380 trat Airbus in der Oberliga gegen
der einheitliche Konzern EADS gebildet
(heute Airbus Group). Die Briten betei-
Boeings Jumbo Jet an. Gegen die 747-8I gelang
ligten sich hier nur noch mit 20 Prozent die Attacke, nicht aber gegen die neuen Zwei-
am von EADS und BAE Systems gegrün-
deten Joint Venture Airbus S.A.S., sodass
strahler für den Direktverkehr. Deshalb beschloss
sie weiterhin alle Airbus-Flügel entwi- Airbus das Ende der A380-Produktion.
ckeln und liefern durften.

GIGANT STARTETE IN EINEN


VERÄNDERTEN MARKT
Schon bald galt es, den größten Airbus-
Flügel aller Zeiten zu entwickeln, das
gewaltige Tragwerk der A380. Für eine
strategisch auf Wachstum angelegte Flug-
zeugfamilie sollte sich der Flügel später
auch noch für einen Frachter, eine
gestreckte A380-900 und schließlich eine
nochmals verlängerte A380 „Ultimate“
nutzen lassen. Der Vierstrahler mit zwei
Passagierdecks startete 2005 zum Erst-
flug. Während er fliegerisch keine Schwie-
rigkeiten bereitete, durchlitt die Fertigung
kostspielige Probleme: Nicht passende
Softwareversionen bewirkten bei den
ersten Flugzeugen nicht passende Kabel-
stränge. Temperaturbedingte Spannungen
in unterschiedlichen Materialien ließen
sich anfangs nicht korrekt vorhersagen.
Dafür mochten die Passagiere von
Anfang an den leisen und ruhig
fliegenden Giganten, den die Airlines mit
spektakulären Kabineneinrichtungen, da-

20 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Die Erstflugbesatzung der A380 bringt sich am 27. April 2005 Flops: Die Vierstrahler A340-500 und A340-600 verkauften
vor ihrem neuen Riesen in Positur. Nach Kinderkrankheiten sich wegen des hohen Ölpreises nur schleppend. Auch die
bewährte sich das bei den Passagieren beliebte Flugzeug. kurze A318 wurde wieder aus dem Programm genommen.

LÖSUNG 50 JAHRE
1999-2008

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 21


Take-Off

FASER-FLOTTE
50 JAHRE
2009-2019

Als künftiger Spezialtransporter ist die Beluga XL auf den Transport


kompletter A350-Flügelpaare zur Endmontage ausgelegt. Unten: Für
Ultralangstrecken bestellte Singapore Airlines die A350-900ULR.

Airbus-Vorfeld in Toulouse. Hinter den für neue


Tests benötigten Prototypen warten fabrikneue
Kundenflugzeuge auf ihre Abnahmeflüge.

22 FLUG REVUE Juli 2019


runter Bars, Duschen und privaten
Neue Werkstoffe, optimierte Formen und mo- „Suiten“, zum Flaggschiff ausstaffierten.
Doch die Zeit schritt voran, Öl wurde
dernste, fernüberwachte Triebwerke sind das wieder teuer, und die Airlines suchten
Rezept der neuesten Spar-Flugzeuge. Sie legen sparsamere Flugzeuge. Eine neue Trieb-
werksgeneration, Kohlefaser-Verbund-
Langstrecken zweistrahlig, besonders wirtschaft- werkstoff und deutlich günstigere Com-
lich und mit hoher Zuverlässigkeit zurück. puter-Rechenleistung machten kleinere,
Großraum-Twins pro Sitz günstiger als
Vierstrahler. Boeing brachte die 787 her-
aus, Airbus folgte mit der größeren A350
(Erstflug am 14. Juni 2013), die, als
A350-1000 (Erstflug am 24. November
2016), gleich noch die Konkurrentin
777-300ER attackiert. Mit bisher knapp
900 Bestellungen legte die A350 einen
guten Start hin. Parallel bietet Airbus
auch die ältere A330 als A330neo mit
neuen Triebwerken an. Allerdings ver-
siegte gleichzeitig die Nachfrage nach der
A380, deren Produktion 2021 endet.

MODERNER MINI-JET ALS


SCHNÄPPCHEN AUS KANADA
Dafür „erbte” Airbus zum Schnäppchen-
preis unverhofft ein komplettes Flugzeug-
programm unterhalb seines Angebots:
die kanadische C Series, nun Airbus
A220 (Erstflug am 16. September 2016).
Der hochmoderne Zweistrahler soll künf-
tig in Mobile, USA, endmontiert werden,
um ohne Zollschranken den US-Markt
erreichen zu können. Möglicherweise
werden von ihm auch noch größere Versi-
onen abgeleitet. Dies wäre die perfekte
Ergänzung zu den großen Standard-
rumpfflugzeugen der A320neo-Familie,
deren größte Version, die A321neo, heu-
te der Star im Airbus-Angebot ist. FR


Flaggschiff der
A350-Familie ist
deren größtes
Mitglied, die A350-
1000. Der lange
Zweistrahler löst
vielerorts ältere
Vierstrahler
ab und fliegt sehr
sparsam, sauber
und leise.


A320neo und
A321neo verkaufen
sich so blendend,
dass die Produktion
noch weiter erhöht
werden soll.
Zivilluftfahrt
Queenstown Airport

Mitten in einer dramatischen


Gebirgskulisse liegt, auf Neusee­
lands Südinsel, der Queenstown
Airport. Besonders zur Winter­
saison kommen scharenweise
australische Feriengäste hierher.

Der Flughafen von

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24 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de
D
Von ANDREAS ZEITLER

er Anflug auf den Flugha-


fen von Queenstown im
Süden Neuseelands ist
spektakulär. Der Kurs führt schon Minu-
ten vor dem Anflug auf die Piste über
schroffe Bergspitzen. In ständigen Kur-
ven geht es so entlang enger Bergtäler,
bevor sieben Kilometer vor dem Auf-
setzpunkt in 800 Metern Höhe endgültig
auf die Runway 23 eingedreht wird. Ab
diesem Zeitpunkt ist auch das türkis-

Mittelerde
blaue Wasser des Lake Wakatipu zu se-
hen, über das die nicht minder beeindru-
ckende Abflugroute führt.
Möglich wird solch ein Anflug nur
durch das RNP 0.15 (Required Naviga-
tion Performance / geforderte Navigati-
onsgenauigkeit) genannte Verfahren; es
erfordert von den Airlines speziell ausge-
stattete Flugzeuge und ausgebildete
Crews. Dieser GPS-basierte Präzisi-
onsanflug auf den Flughafen von
Queenstown ermöglicht den eingesetz-
ten Fluggeräten eine durch RNP defi-
nierte horizontale Genauigkeit von 280
Meter (0,15 nautische Meilen). Alle vier
Airlines, Air New Zealand, Jetstar, Qan-
tas and Virgin Australia, die Queens-
town im regelmäßigen Linienbetrieb mit
ihren Narrowbodies vom Typ Airbus
A320 oder Boeing 737 anfliegen, erfül-
len diese Bedingungen, um auch bei

Fotos: Andreas Zeitler


widrigen Wetterbedingungen auf dem
Platz im engen Talkessel landen zu kön-
nen.

Nach dem Start zwischen den


Bergen geht es über den Lake
Wakatipu auf Reiseflughöhe.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 25


Zivilluftfahrt
Queenstown Airport

Zudem hat Air New Zealand auch Flughafens, diese Besonderheit, die oft viele Skifahrer aus Australien unter den
ihre ATR72-Flotte neuerdings mit dieser nur mit Low-Cost-Carriern in Verbin- Gästen.“
Navigationstechnologie ausgestattet, um dung gebracht wird. Aber auch im Rest des Jahres domi-
die Zuverlässigkeit ihrer Verbindungen Auch beim 2015 neu eröffneten in- nieren die Touristen. China ist ein stetig
zu den internationalen Drehkreuzen ternationalen Terminal, dem wohl deut- wachsender Reisemarkt mit seinen
Auckland und Christchurch zu erhöhen. lichsten Zeichen der Expansionspolitik großen Ferien im Oktober und dem
Auf dem Vorfeld verlassen die Passa- des Flughafens, wurde auf eine beque- Neujahrsfest im Januar oder Februar.
giere das Flugzeug über Treppen. Dabei mere Einstiegsmöglichkeit verzichtet. Die Pressesprecherin fügt hinzu: „In
erhalten sie einen beeindruckenden Blick „Die verkehrsreichsten Zeiten haben dieser Zeit ist es extrem geschäftig,
auf die über 2300 Meter hohe Bergkette wir während der Sommerferien von bevor anschließend eher jüngere Ruck-
„The Remarkables“. Sie sind nur ein kurz vor Weihnachten bis Ende Januar“, sacktouristen aus Europa und den USA
kleiner Ausschnitt der imposanten erklärt Lindsay. „Hier sind es haupt- anreisen. Gegen Ende des Sommers sind
Naturlandschaft, in der dieser Flughafen sächlich inländische Fluggäste. Wäh- es wiederum ältere Reisende, die das
liegt. Nicht zu Unrecht wird die Region rend der Winterferien in der Zeit von mildere Klima bevorzugen. Der Mai ist
Otago als Kronjuwel Neuseelands be- Juni bis September haben wir zudem dagegen eine eher ruhige Reisezeit,
zeichnet, und es ist das Land des „Herrn
der Ringe“. Große Teile der Filmtrilogie
wurden hier gedreht. Der Filmerfolg hat
auch maßgeblich zu einem jährlichen
Anstieg der Passagierzahlen in Queens-
town geführt; bis vor einigen Jahren
hatten sie vor allem bei den internatio-
nalen Fluggästen noch im zweistelligen
Bereich gelegen.

VORFELD MIT PANORAMABLICK


„Wir haben aber immer noch keine Flug-
gastbrücken. Oft diskutierten wir darü-
ber, aber das wäre dann nicht mehr
Fotos: Andreas Zeitler

unser Flughafen. Und diese einmalige


Kulisse gehört zum ‚Wow-Factor‘, den
wir unseren Fluggästen bieten“, erläutert Ein dichtes Netz lokaler Zubringerflüge bindet entlegene Gebirgstäler an.
Naomi Lindsay, Pressesprecherin des Diese Cessna Caravan landet in Queenstown auf der Grasbahn.

26 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


denn im neuseeländischen Herbst ist es A321neo auf der Strecke nach Auckland
hier sehr oft regnerisch mit tief hängen- im Norden der Nordhalbinsel. Gegen
den Wolken.“ den Einsatz noch größeren Fluggeräts
Die steigenden Passagierzahlen brin- gibt es aber eine klare Aussage aus den
gen den Flughafen in eine Zwickmühle. Reihen des Managements: „Widebodies
Wachstumssprünge von bis zu 20 Pro- werden auch künftig nicht ab Queens-
zent in den letzten Jahren brachten town fliegen. Wir sind der Meinung,
die lokale Infrastruktur deutlich an ihr dass das nicht der Nachfrage entspricht.
Limit, und die steigende Anzahl an Flug- Auckland und Christchurch bedienen
Je nach Saison bevölkern Rucksack- oder bewegungen stößt nach aktuellen Schät- diesen Markt“, heißt es am Airport.
Wintersporttouristen das Terminal. zungen in etwa zwei bis drei Jahren an
die derzeit geltende, behördliche Lärm- AUSWEICHEN NACH WANAKA
obergrenze. Etwas Luft könnte, einer Entlastung schafft außerdem die Verla-
Passagierprognose für die nächsten bei- gerung des Verkehrs auf die Flugplätze
den Jahre zufolge, ein leicht abschwä- in der näheren Umgebung. Wanaka liegt
chendes Wachstum mit fünf bis sieben eine Autostunde nördlich, und laut
Prozent verschaffen. Statistik haben 20 Prozent der Reisen-
Unterdessen vergrößern die Airlines den diese vom Tourismus geprägte Stadt
ihre hier eingesetzten Flugzeuge. Air als direktes Ziel. Eine geplante tägliche
New Zealand plant ab Mitte des Jahres Tagesrandverbindung von dort aus nach
Mit Panoramablick gelangt man hier den Flugbetrieb mit einem Airbus Auckland wird nicht nur von Geschäfts-
ausschließlich zu Fuß zum Flugzeug.

Queenstown Airport
Daten und Fakten
IATA-Code: ZQN
ICAO-Code: NZQN
Eigentümer: 75,01 Prozent Queenstown Lake
District Council, 24,99 Prozent Auckland Airport
Start- und Landebahnen: 05/23: 1890 Meter,
14/32: 890 Meter (Grasbahn)
Terminal: kombiniertes Terminal für Inlands-
und Auslandsverkehr
Ausbauprogramm „Project Pathway“ für bis zu
2,8 Mio. Passagiere im Jahr mit neuer Grenz-
kontrolle und Inlandslounge
Arbeitsplätze am Flughafen: 700
Flugbewegungen pro Jahr: 41 800
Passagiere pro Jahr: 2,14 Mio.

Im Netz
www.queenstownairport.co.nz

Von der Niedrigpreis-Airline bis zum Edel-Business-Jet und Hubschrauber mischen sich in Queenstown friedlich alle Arten
von Luftverkehr. Wegen behördlicher Lärmlimits stößt der Airport aber in absehbarer Zeit an seine Wachstumsgrenzen.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 27


Zivilluftfahrt
Queenstown Airport

Dicht über den Berghängen hat diese Automaten im Abflugbereich. Die Dank GPS-Anflügen finden die Jets das
A320 eben zum Endanflug eingedreht. meisten Passagiere reisen inländisch. enge Tal auch bei schlechtem Wetter.

Queenstown und sein Flughafen


• Seit 1935 wird der damals noch als „Frankton Aerodrome“ bezeichnete
Flughafen von Queenstown für den zivilen Flugverkehr genutzt.
• Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Anzahl kommerzieller Flüge
deutlich zu. 1964 gab es die ersten Flüge von einer 1500 m langen
Graspiste mit der Douglas DC-3 nach Queenstown.
• 1968 erhielt der Flughafen eine asphaltierte, 1341 m lange Runway.
• 1989 flogen die ersten Jets (BAe 146) nach Queenstown, 1992 folgte
die Boeing 737.
• 1995 bis 1998 wurde die Landebahn erweitert, um auch internationale
Flüge zu ermöglichen. 2001 war die Erweiterung der Runway
abgeschlossen (05/32 – 1891 m).
• 2005 flog die australische Qantas als erste nicht-neuseeländische
Airline Queenstown an.
• 2011 wurde die Crosswind-Runway (14/32 – 890 m) in Betrieb genommen.
• 2012 wurde das Konzept Performance Based Navigation (PBN) und
Required Navigation Performance - Authorisation Required (RNP AR)
eingeführt. 2016 erfolgten die ersten Landungen bei Dunkelheit.
• Mit 2,28 Millionen Fluggästen ist Queenstown heute die Nummer 4 in
Neuseeland hinter den Flughäfen Auckland, Christchurch und Wellington.
• Passagiere pro Monat: 70 000 bis 113 000 – mit einem internationalen
Anteil von 14 000 bis 39 000
• 59 698 Flugbewegungen verteilten sich im Geschäftsjahr 2018 auf
Linienflüge, Privatjets und die Allgemeine Luftfahrt. In Verbindung mit
Wanaka gehört Queenstown nach Anzahl der Flugbewegungen zu den
größten General-Aviation-Flughäfen und Heliports weltweit.
Auf slalomartigem Kurs sinken die Jets im Anflug durch
die Täler, bis sie zum Endanflug scharf abbiegen.

leuten favorisiert, sondern verschafft bindung könnte, wenn der Preis stimmt, Fahrzeit nach Dunedin beträgt dreiein-
Queenstown auch etwas Luft. auch für Queenstown zum „Game Chan- halb Stunden. Der Lufttransport ist also
ger“ werden und weitere Passagiere ab- nicht nur in dringenden Notfällen die
REGIONALE LEBENSADER werben. einzig sinnvolle Möglichkeit für die Be-
Möglich wird dies über einen 100-jähri- Ungeachtet seiner wirtschaftlichen förderung von Patienten.
gen Pachtvertrag, den die Queenstown Bedeutung ist der Flughafen aber auch „Laut Studien ist das nächste Erd-
Airport Corporation im April 2017 für als logistische Lebensader von zentraler beben entlang der hiesigen alpinen
den Wanaka Airport abgeschlossen hat. Bedeutung für die Region. „Viele der Bruchlinie längst überfällig. Die Auswir-
Und auch Invercargill an der Südspitze Flüge mit kleinerem Fluggerät führen in kungen eines Bebens haben wir in
des Landes liegt im Fokus. Fluggäste von die Milford Sounds: zum Heli-Skiing Christchurch gesehen, Queenstown liegt
dort nehmen momentan nicht nur wegen oder Heli-Biking, aber auch häufig zu deutlich näher an der Falte. Im Fall
der günstigeren Flugpreise die zweiein- Such- und Rettungsaufgaben“, erläutert großer Zerstörungen wird der Flughafen
halbstündige Autofahrt nach Queens- die von Großbritannien nach Neusee- zur Rettungsstelle für diese Region“, be-
town auf sich, sondern wollen auch die land zugezogene Lindsay. „Wir leben schreibt die Pressesprecherin schließlich
Umsteigeverbindung über Queenstown hier in einer sehr schönen, aber auch eine nicht zu vernachlässigende und den
Fotos: Andreas Zeitler

nach Auckland vermeiden. Air New Zea- sehr abgeschiedenen Umgebung. Luft- vielen Passagieren sicherlich unbekannte
land hat nun aber eine Direktverbindung rettung ist für uns von ausschlaggeben- Bedeutung dieses Airports. Die schroffe
ab Invercargill nach Auckland mit A320 der Bedeutung.“ So besitzt Queenstown Schönheit der neuseeländischen Natur
angekündigt. Diese längste Inlandsver- kein richtiges Krankenhaus, und die kommt eben nicht von ungefähr. FR

28 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


News PASSAGIER UND KABINE

❱❱❱ kurz notiert


Mit Probelandungen von Boeing 787,
Boeing 747-8 und Airbus A380
haben mehrere chinesische Airlines
Mitte Mai das Start- und Landebahn-
FRAPORT UND BAHN TESTEN system und die Betriebsflächen an
Pekings neuem Flughafen Daxing

Roboter am getestet. Der bereits zweite Großflug-


hafen der chinesischen Hauptstadt

Info-Stand wird in diesem Herbst eröffnet.

Zwei neue Panther-8 x 8-Löschfahr­

M
it Hilfe künstlicher Intelligenz arbeitet der Roboter „FRAnny“ seit zeuge von Rosenbauer verstärken
­April testweise am Frankfurter Flughafen. Der von der Bahn-Tochter die Feuerwehr am Flughafen
DB Systel GmbH entwickelte Roboter gibt Auskünfte zu Flughafen- Düsseldorf seit Anfang Mai. Damit
und Eisenbahnthemen, etwa über aktuelle Abfluggates oder Bahnsteige. Das sind dort acht der Allradfahr­zeuge
cloudbasierte Sprachdialogsystem kann in neun Sprachen kommunizieren, verfügbar. Jeder 1500-PS-Koloss
darunter in Deutsch und Englisch. Der Feldversuch soll ab Juni am Berliner kann 12000 Liter Wasser, 1500 Liter
Hauptbahnhof fortgesetzt werden. Nach einem ersten Test 2017 hatten sich
Foto: Fraport

Schaummittel und 250 Kilogramm


drei Viertel der Nutzer über die erhaltenen Informationen zufrieden geäußert. Löschpulver mitführen.

Neues an Bord bei Etihad


Für ihre Bordunterhaltung nutzt Etihad Airways künftig
auf Mittelstrecken (nur in der A320 und A321) in der Econo-
my Class die Mobilgerä-
te der Passagiere. Bis August sollen 23 Standardrumpf-Flugzeuge mit neuen Sitzen mit mehr
Kniefreiheit und entsprechenden Gerätehaltern und USB-Ladesteckdosen umgerüstet werden. Die
Inhalte selbst kommen per Stream drahtlos ins Gerät, wenn man sich zuvor die App „E-BOX Stream“
herunterlädt. Neu ist auch das Catering. So wird künftig weniger Plastik verbraucht. Die angebote-
Foto: Etihad

nen Kauf-Menüs werden unter anderem um Tapas und warme Mahlzeiten erweitert.

Möbel aus „A Piece of Sky“ BA-Brotaufstrich


Flugzeugteilen (ein Stück Himmel) Zur Mitnahme an Bord bietet British
nennt Airbus einen Airways (BA) neuerdings den traditionellen
neuen, hauseigenen Brotaufstrich „Marmite“ in handgepäck-
„Möbelladen“, der konformen 70-Gramm-Minigläsern an. Bis-
gebrauchte, frühere her sei die typischerweise in 250-Gramm-
Flugzeugteile für ein Gläsern verkaufte, gleichermaßen geliebte
zweites Leben als wie gehasste, britische Vitamin-B-Würzpas-
hochwertige Einrich- te der „am häufigsten beschlagnahmte
tungsgegenstände Handgepäckinhalt“, behauptet BA. Am
umbaut. Die in Zusam- Flughafen London-City tausche man im
menarbeit mit Indus- Rahmen einer „Amnestie“ die beschlag-
triedesignern ent- nahmten großen Gläser gegen jeweils ein
Foto: British Airways

wickelten Objekte Miniaturglas. Seit Mai wird die in Zusam-


finden Sie unter: www. menhang mit dem 100-jährigen Bestehen
Foto: Airbus

apieceofsky.airbus.com herausgegebene „limitierte Serie“ auch


für drei Britische Pfund an Bord verkauft.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 29


Zivilluftfahrt
Airlines in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg

Flottenparade

Airlines in Deutschland
Deutsche Lufthansa AG AeroLogic Condor Flugdienst GmbH
IATA- / ICAO-Code: LH / DLH IATA- / ICAO-Code: 3S / BOX IATA- / ICAO-Code: DE / CFG
Rufzeichen: LUFTHANSA Rufzeichen: GERMAN CARGO Rufzeichen: CONDOR
Gegründet: 1953, Sitz: Köln Gegründet: 2007, Sitz: Schkeuditz Gegründet: 1955, Sitz: Kelsterbach
Drehkreuze: Frankfurt, München Drehkreuze: Leipzig, Frankfurt Drehkreuz: Frankfurt
Eigentümer: AG, 70,5 Prozent deutsche Anteilseigner Eigentümer: DHL Express, Eigentümer: Thomas Cook
Mitarbeiter: 135 500 Lufthansa Cargo
Mitarbeiter: 3000
Flotte: Airbus A380 (14), Boeing 747-8 (19), 747-400 (13), Airbus A340-600 Mitarbeiter: 280
(17), A350-900 (14), A340-300 (15), A330-300 (17), A321-100/200 (63), Flotte: Airbus A320-200 (8),
Flotte: Boeing 777F (11) A321-200 (9), A330-200 (3), Boeing
A320neo (19), A321neo (1), A320-200 (73), A319-100 (30)
Website: www.lufthansa.de Website: www.aerologic.aero 757-300 (15), 767-300ER (16)
Website: www.condor.com

Boeing 777F, AeroLogic Boeing 757-300, Condor

30 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Von imposanten Riesen und
modernsten Regionaljets bis hin
zu kleinsten Brummern findet man
in den Flotten von Airlines aus
Deutschland, Österreich, der Schweiz
und Luxemburg eine faszinierende
Mischung. Eine Übersicht.

G
Von SEBASTIAN STEINKE

ut 244 Millionen Passagiere,


4,1 Prozent mehr als im Vor-
jahr, wurden im Jahr 2018
alleine an den deutschen Air-
ports gezählt. Allerdings ver-
lieren im wachsenden Luftverkehr die deutschen
Airlines Marktanteile gegenüber auswärtigen Unter-
nehmen. Besonders Ryanair und easyJet haben sich
als neue Branchenriesen fest etabliert. Kleinere deut-
sche Neueinsteiger, wie Small Planet Deutschland
und Azur Air mussten dagegen wieder aufgeben.
Auch das Erbe von Air Berlin teilten sich deutsche
Airbus A380-800, Lufthansa und auswärtige Airlines untereinander auf, sodass
der deutsche Marktanteil weiter sank. Von den zehn
Prozent des früheren Air-Berlin-Marktanteils am
deutschen Sitzplatzangebot übernahmen fünf Pro-
DHL European zentpunkte deutsche Airlines, vier Prozentpunkte
Air Transport GmbH Eurowings GmbH Ryanair und easyJet sowie einen Prozentpunkt andere
IATA- / ICAO-Code: QY / BCS IATA- / ICAO-Code: EW / EWG ausländische Airlines wie British Airways, das hat die
Rufzeichen: EUROTRANS Rufzeichen: EUROWINGS Branchenvereinigung Bundesverband der Deutschen
Gegründet: 2005, Sitz: Schkeuditz Gegründet: 1993, Sitz: Düsseldorf Luftverkehrswirtschaft (BDL) ermittelt. Allerdings
Drehkreuz: Leipzig/Halle Drehkreuze: Düsseldorf, Köln beschäftigen die ausländischen Airlines in Deutsch-
Eigentümer: Deutsche Post AG Eigentümer: Lufthansa land 105 000 Mitarbeiter und erteilen Aufträge bei
Mitarbeiter: 680 Mitarbeiter: 1400 Flughäfen, Werften und Flugzeugbauern. Unsere
Flotte: Airbus A300-600RF (21), Flotte: Airbus A319-100 (25), A320-200 (48),
A330-200F (4), A330-300 (1), A321-200 (1), A330-200 (7), A330-300 (2),
Übersicht stellt Ihnen die größten Fluggesellschaften
Boeing 757-200PF (5), 757-200SF (4) A340-300 (2), Boeing 737-800 (7), Bombardier aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und
Website: www.dpdhl.com DHC-8-400 (18) Luxemburg vor.
Website: www.eurowings.com

Airbus A300B4-622RF, DHL EAT Airbus A320-200, Eurowings

Fotos: Steven Marquez/AirTeamImages, Edwin Chai/AirTeamImages, HAMFive/AirTeamImages, Simone Ciaralli/AirTeamImages, Paul Buchroeder/AirTeamImages

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 31


Zivilluftfahrt
Airlines in Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Luxemburg

Airbus A320, Germanwings

Airlines in Deutschland
FLN Frisia-Luftverkehr Germanwings Hahn Air Lines
IATA- / ICAO-Code: FV / FLN IATA- / ICAO-Code: 4U / GWI IATA- / ICAO-Code: HR / HHN
Rufzeichen: – Rufzeichen: GERMANWINGS Rufzeichen: ROOSTER
Gegründet: 1969, Sitz: Norddeich Gegründet: 1996, Sitz: Köln Gegründet: 1994, Sitz: Dreieich
Drehkreuze: Norddeich, Harle Drehkreuz: Köln/Bonn Drehkreuz: Düsseldorf
Eigentümer: FLN Eigentümer: Lufthansa Eigentümer: Hahn Air
Mitarbeiter: k.A. Mitarbeiter: 2000 Mitarbeiter: 300
Flotte: Britten-Norman BN-2 Flotte: Airbus A319-100 (27), A320-200 (9) Flotte: Cessna 680 Sovereign (2), Citation CJ4 (1)
Islander (9), Cessna 182T (4), Website: www.eurowings.com Website: www.hahnair.com
Cessna 172XP (2)
Website: www.inselflieger.de

Britten-Norman BN-2, FLN Cessna Citation CJ4, Hahn Air

32 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Boeing MD-11F, Lufthansa Cargo

Luftfahrtgesellschaft Walter Lufthansa Cargo Lufthansa CityLine


IATA- / ICAO-Code: HE / LGW IATA- / ICAO-Code: LH / GEC IATA- / ICAO-Code: CL / CLH
Rufzeichen: WALTER Rufzeichen: LUFTHANSA CARGO Rufzeichen: HANSALINE
Gegründet: 1980, Sitz: Dortmund Gegründet: 1994, Sitz: Frankfurt/Main Gegründet: 1958, Sitz: München
Drehkreuz: Dortmund Drehkreuz: Frankfurt/Main
Drehkreuze: Frankfurt, München
Eigentümer: Lufthansa
Eigentümer: Lufthansa Eigentümer: Lufthansa
Mitarbeiter: 4570
Mitarbeiter: 370 Mitarbeiter: 2240
Flotte: Boeing 777F (7), McDonnell
Flotte: Bombardier DHC-8-400 (17) Douglas MD-11F (12) Flotte: Airbus A340-300 (6),
Website: www.lgw.de Website: www.lufthansa-cargo.com Bombardier CRJ900 (35),
Embraer 190 (9), 195 (5)
Website: www.lufthansacityline.com

Bombardier Q400, LGW Bombardier CRJ900, Lufthansa CityLine

Fotos: Germanwings, Adam Tetzlaff/AirTeamImages, FLN, Hahn Air, Eurowings, Ralf Meyermann/AirTeamImages

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 33


Zivilluftfahrt
Airlines in Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Luxemburg

Boeing 737-800, SunExpress Germany

Airlines in Deutschland
OFD Ostfriesischer Flugdienst Rhein-Neckar Air Sundair
IATA- / ICAO-Code: – / – IATA- / ICAO-Code: M2 / MHV IATA- / ICAO-Code: SR / SDR
Rufzeichen: – Rufzeichen: SNOWCAP Rufzeichen: SUNDAIR
Gegründet: 1958, Sitz: Emden Gegründet: 2013, Sitz: Mannheim Gegründet: 2016, Sitz: Stralsund
Drehkreuz: Emden Drehkreuz: Mannheim Drehkreuze: Berlin-Schönefeld, Kassel-Calden
Eigentümer: AG Ems Eigentümer: SAP, Heidelberg Eigentümer: Air 41 (50 %),
Cement, Südzucker Schauinsland-Reisen (50 %)
Mitarbeiter: 20
Mitarbeiter: k. A. Mitarbeiter: 160
Flotte: Britten-Norman BN-2 Islander (5),
Cessna 172 (1), Gippsland GA-8 Airvan (1), Flotte: Dornier 328 (3) Flotte: Airbus A319-100 (2), A320-200 (4)
Piper Seneca II (1) Website: https://flyrna.com Website: www.sundair.com
Website: www.fliegofd.de

Britten-Norman BN-2, OFD Dornier 328, Rhein-Neckar Air

34 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Boeing 737-800, TUIfly

SunExpress Deutschland TUIfly WDL Aviation


IATA- / ICAO-Code: XG / SXD IATA- / ICAO-Code: X3 / TUI IATA- / ICAO-Code: WH / WDL
Rufzeichen: SUNRISE Rufzeichen: TUI JET Rufzeichen: WDL
Gegründet: 2011, Sitz: Frankfurt/Main Gegründet: 1972, Sitz: Langenhagen Gegründet: 1974, Sitz: Köln
Drehkreuze: Frankfurt, München Drehkreuz: Hannover Drehkreuz: Köln/Bonn
Eigentümer: TUI AG Eigentümer: Zeitfracht
Eigentümer: SunExpress
Mitarbeiter: 2400 Mitarbeiter: 100
Mitarbeiter: k. A.
Flotte: Airbus A321-200 (1), Flotte: BAe 146-200 (3), 146-300 QT (1),
Flotte: Airbus A330-200 (7), Boeing 737-800 (11) Boeing 737-700 (1), 737-800 (34) Embraer 190 (1)
Website: www.sunexpress.com Website: www.tuifly.com Website: www.wdl-aviation.de

Airbus A320, Sundair BAe 146-200, WDL Aviation

Fotos: Matthieu Douhaire/AirTeamImages, Paul Marais-Hayer/AirTeamImages, HAMFive/AirTeamImages (2), Rhein-Neckar Air, Dirk Grothe/AirTeamImages

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Zivilluftfahrt
Airlines in Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Luxemburg

Airlines in Österreich
Austrian Airlines Eurowings Europe easyJet Europe
IATA- / ICAO-Code: OS / AUA IATA- / ICAO-Code: E2 / EWE IATA- / ICAO-Code: EC / EJU
Rufzeichen: AUSTRIAN Rufzeichen: – Rufzeichen: ALPINE
Gegründet: 1957, Sitz: Wien Gegründet: 2015, Sitz: Wien Gegründet: 2017, Sitz: Wien
Drehkreuz: Wien Drehkreuz: Wien
Drehkreuz: Wien
Eigentümer: Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH Eigentümer: easyJet
Eigentümer: Lufthansa
Mitarbeiter: 6900 Mitarbeiter: k. A.
Mitarbeiter: k.A.
Flotte: Airbus A319-100 (7), A320-200 (23), A321-100 (3), Flotte: Airbus A319-100 (42),
A321-200 (6), Boeing 767-300ER (6), 777-200ER (6), Flotte: Airbus A319-132 (6), A320-214 (6) A320-200 (90)
Bombardier DHC-8-400 (18), Embraer 195LR (17) Website: www.eurowings.com Website: www.easyjet.com
Website: www.austrian.com

Airbus A319, easyJet Europe Airbus A319, Eurowings Europe

36 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Airbus A321, Austrian

Airbus A320, Laudamotion

Laudamotion Level Austria People’s


IATA- / ICAO-Code: OE / LDM IATA- / ICAO-Code: VK / FOO IATA- / ICAO-Code: PE / PEV
Rufzeichen: LAUDAMOTION Rufzeichen: AUSTROJET Rufzeichen: PEOPLES
Gegründet: 2004, Sitz: Wien Gegründet: 2017, Sitz: Schwechat Gegründet: 2010, Sitz: Schwechat
Drehkreuz: Wien Drehkreuze: Wien-Schwechat, Drehkreuz: St. Gallen-Altenrhein
Eigentümer: Ryanair Amsterdam-Schiphol Eigentümer: People’s Holding AG
Mitarbeiter: 790 Eigentümer: Anisec Luftfahrt GmbH Mitarbeiter: 120
Flotte: Airbus A320-200 (11), A321-200 (3), (Tochtergesellschaft der IAG) Flotte: Embraer 170 (2)
Boeing 737-800 (4) Mitarbeiter: k. A. Website: www.peoples.ch
Website: www.laudamotion.com Flotte: A321-200 (4)
Website: www.flylevel.com

Airbus A330, Level (spanische Muttergesellschaft)

Embraer 170, People‘s

Fotos: Danijel Jovanovic/AirTeamImages, Markus Mainka/AirTeamImages, Matthieu Douhaire/AirTeamImages, Chris Jilli/AirTeamImages, IAG, People‘s

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Zivilluftfahrt
Airlines in Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Luxemburg

Boeing 777-300ER, Swiss

Airlines in der Schweiz


Swiss easyJet Switzerland
IATA- / ICAO-Code: LX / SWR IATA- / ICAO-Code: DS / EZS
Rufzeichen: SWISS Rufzeichen: TOPSWISS
Gegründet: 2002, Sitz: Basel Gegründet: 1999, Sitz: Meyrin
Drehkreuze: Zürich, Genf Drehkreuze: Basel-Mülhausen, Genf
Eigentümer: AG, Teil des Lufthansa-Konzerns
Eigentümer: easyJet
Mitarbeiter: 9000
Mitarbeiter: k. A.
Flotte: Airbus A319 (4), A320 (19), A321 (9), A330-300 (14), A340-300 (5),
Boeing 777-300ER (10), Bombardier CS100 (8), CS300 (20) Flotte: Airbus A319-100 (9), A320-200 (15)
Website: www.swiss.com Website: www.easyjet.com

Airbus A340, Edelweiss Air

Airbus A319, easyJet Switzerland

38 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Boeing 747-8F, Cargolux

Airlines in Luxemburg
Cargolux Luxair
IATA- / ICAO-Code: CV / CLX IATA- / ICAO-Code: LG / LGL
Rufzeichen: CARGOLUX Rufzeichen: LUXAIR
Gegründet: 1970, Sitz: Sandweiler Gegründet: 1962, Sitz: Sandweiler
Drehkreuz: Luxemburg Drehkreuz: Luxemburg
Eigentümer: HNCA (35 %), Luxair (35,1 %), Eigentümer: Luxair Group
Staat Luxemburg (29,9 %) Mitarbeiter: 2440
Mitarbeiter: 1850 Flotte: Boeing 737-700 (2), 737-800 (4),
Flotte: Boeing 747-400F (12), 747-8F (14) Bombardier DHC-8-400 (11), CRJ-700ER (1)
Website: www.cargolux.com Website: www.luxair.lu

Boeing 737-700, Luxair

Edelweiss Air Germania Flug AG Helvetic Airways


IATA- / ICAO-Code: WK / EDW IATA- / ICAO-Code: GM / GSW IATA- / ICAO-Code: 2L / OAW
Rufzeichen: EDELWEISS Rufzeichen: EIGER Rufzeichen: HELVETIC
Gegründet: 1995, Sitz: Kloten Gegründet: 2014, Sitz: Glattbrugg Gegründet: 2003, Sitz: Wilen
Drehkreuz: Zürich Drehkreuz: Zürich Drehkreuz: Zürich
Eigentümer: AG (Schwestergesellschaft der Swiss) Eigentümerin: Leyla Ibrahimi-Salahi Eigentümer: Martin Ebner
Mitarbeiter: 670 Mitarbeiter: 120 Mitarbeiter: 450
Flotte: Airbus A320-200 (9), A330-300 (2), Flotte: Airbus A319-112 (3) Flotte: Embraer 190-E1 (8), Fokker 100 (2)
A340-313 (4) Website: www.germaniaflug.ch Website: www.helvetic.com
Website: www.flyedelweiss.com

Fokker 100, Helvetic Airways

Airbus A321, Germania Flug (bis April 2019)

Fotos: Simon Willson/AirTeamImages, Boeing, Rui Alves/AirTeamImages, HAMFive/AirTeamImages, Edelweiss, Daniel Nicholson/AirTeamImages, Paul Buchroeder/AirTeamImages, Helvetic Airways

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 39


Business Aviation
30 Jahre FAI Aviation Group

Full Service 1987 als Betreiber von Helikoptern

aus Nürnberg
gestartet, ist FAI seit 1989 fest in der
Business Aviation verwurzelt; damals
wurde als erster Jet eine Citation 500 in
Dienst gestellt. Seitdem ist die Firma ste-
tig gewachsen. Zu den Meilensteinen in
der jüngeren Geschichte zählt die Ein-
Einer der führenden Player in der Business Aviation, die weihung des Hauptsitzes im Jahr 2011.
Im selben Jahr wurde erstmals die
FAI Aviation Group, feiert 30-jähriges Bestehen. Wir haben 50-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz
dem Unternehmen in Nürnberg einen Besuch abgestattet. geknackt. 2012 ging der MRO-Ge-
schäftsbereich FAI Technik an den Start.

D
rei Stunden – so lange dauert es Mann, der in diesem Bereich die Fäden 2014 wurde der zweite Wartungshangar 
durchschnittlich, am Standort in der Hand hält, ist Volker Lemke, eröffnet. 2017 folgte die Einweihung
Nürnberg einen interkontinenta- Director der Ambulance Division. eines weiteren, 4500 Quadratmeter
len Flug zu planen, eine Crew zu mobili- Bei einem Besuch am Firmensitz di- großen Hangars. Alle drei Hallen bilden
sieren und mit einem der FAI-Ambu- rekt am Nürnberger Flughafen gewährt zusammen den, so das Unternehmen,
lanzjets auf die Piste eines Flughafens zu uns Lemke zusammen mit Gründer und größten Hangarkomplex der General
rollen. Die Mission: Irgendwo auf dem Holding-Geschäftsführer Siegfried Axt- Aviation in Deutschland mit Platz für
Globus einen Patienten einsammeln und mann einen Blick hinter die Kulissen der bis zu vier XL-Business-Jets von Boeing
diesen auf dem Luftweg sicher in seine FAI Aviation Group. Mit den Geschäfts- oder Airbus. Von den 200 Mitarbeitern
Heimat bringen. 25 bis 30 Prozent der bereichen Ambulanzflüge, VIP-Charter arbeiten 60 in der Wartung und weitere
Ambulanzflüge bei FAI beginnen mit und Wartung gehört FAI nach eigenem 60 als Piloten.
einem solchen „Alarmstart“. Acht Lear- Bekunden zu Deutschlands größten An-
jet 60, drei Challenger 604 sowie bei Be- bietern in der Business Aviation. Special BEI AMBULANZFLÜGEN GEHT
darf zwei vom VIP-Jet zum Ambulanz- Missions in den Krisengebieten dieser ES PRIMÄR UMS GESCHÄFT
flugzeug konvertierbare Global Express Welt gehören außerdem zum Geschäft, Zu den wichtigsten Geschäftsbereichen
sind dafür – Wartungsintervalle aus- ebenso das Management von Flug- zählen die Ambulanzflüge. Dabei trifft
genommen – rund um die Uhr für den zeugen. Anlass für die Einladung: 2019 es der Begriff „Geschäft“ gut, denn wirt-
Krankentransport einsatzbereit. Der feiert FAI sein 30-jähriges Bestehen. schaftliches Handeln steht im Vorder-

40 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Direkt am Flughafen Nürnberg grund – wenngleich es für die Crews vor hausaufenthalt im Ausland können
betreibt FAI mehrere große Ort um das Wohl der Patienten geht. schnell den Preis für den Transport über-
Hangars und Büros. Lemke: „Wir sind eine Logistikfirma steigen. Während in diesem Segment ein
und müssen Flüge gewinnbringend Preiskrieg tobt, spielt bei Transporten
kombinieren.“ Insbesondere mit Blick von Regierungs- und Militärangehörigen
auf die nicht-gewerblichen Betreiber, die Geld eine Nebenrolle. Hier geht es um
nicht unter Gewinndruck stehen, müsse Schnelligkeit und Service. Mehrere Tau-
ein privates Unternehmen wie FAI die send Anfragen gehen bei FAI jährlich
Zahlen im Blick behalten, sagt Lemke. ein. Die meisten muss das Team ableh-
Als Beispiel nennt er einen Flug von nen, da sie nicht in die Kette von Trans-
London nach Bangkok, der mit knapp porten passen. Geflogen werden 900
80 000 Euro zu Buche schlagen kann. bis 1000 Einsätze pro Jahr, vorwiegend
Bei den „Kunden“ – also den Patienten, zwischen den Kontinenten Europa,
die im Ausland unverhofft Hilfe brau- Asien, Afrika und Amerika. Nach Nürn-
chen – unterscheidet FAI zwischen zwei berg kommen die Jets nur zur Wartung.
ähnlich großen Gruppen: Bei Touristen Viele Missionen sind überaus an-
zahlt in der Regel die Auslandskranken- spruchsvoll. Dschibuti etwa gehört zu
versicherung, die ein vitales Interesse den häufig angesteuerten Zielen, um Mi-
am Heimtransport ihres Versicherten litärangehörige nach Ramstein zu brin-
hat, denn die Kosten für einen Kranken- gen. Je nach Ziel und Flugdauer muss

Geschäftsführer Siegfried Axtmann (links) und Volker Lemke, Leiter der Ambulance
Division: Unten: Blick in einen der Wartungshangars.
Fotos: FAI, Holland-Moritz (2)

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 41


Business Aviation
30 Jahre FAI Aviation Group
die Besatzung als „Heavy Crew“ mit McLarren. Mit Büros in Dubai und Düsseldorfer Designer Tim Callies. Bei
zwei Kapitänen und einem First Officer Miami, Florida, zeigt FAI internationale der Wartung der eigenen Jets werden in
so aufgestellt werden, um Dienstzeiten Präsenz. Die Mitarbeiter in Dubai Nürnberg auch komplexe Arbeiten aus-
bis zu 18 Stunden zu ermöglichen. Bei verantworten das Ambulanzgeschäft im geführt. Sollte ein Flugzeug im Ausland
den Ärzten greift FAI vor allem auf Free- Mittleren Osten, während das Team in dennoch einen Defekt erleiden und am
lancer zurück. Viele Mediziner haben Florida in erster Linie mit der Ersatzteil- Boden bleiben müssen – die Rede ist von
sich dafür entschieden, ihre Arbeit im beschaffung beschäftigt ist. AOG, also Aircraft on Ground –, wer-
Krankenhaus durch Ambulanzflüge zu den eigene AOG-Teams an den Ort des
ergänzen. Die hohen Kosten sind auch WIRTSCHAFTLICHE STABILITÄT Geschehens geschickt.
ein Resultat der teuren medizinischen DANK MEHRERER STANDBEINE Den Herausforderungen am Markt
Ausstattung. Obwohl die Jets keine flie- Abseits des Flugbetriebs gibt es weitere begegnet FAI mit einer gewissen Gelas-
genden Intensivstationen sind, verfügen Standbeine. So ist FAI als Händler und senheit, schließlich gilt insbesondere das
sie über umfangreiches Equipment. Installer für Avionik von Collins Aero- Ambulanzgeschäft als weitgehend kri-
Rund eine halbe Million Euro investie- space aktiv. Zum Geschäftsmodell gehö- senfest. Thema Pilotenmarkt: Ein gewis-
ren die Nürnberger jährlich in die medi- ren auch der An- und Verkauf von Flug- ser Mangel sei zwar zu spüren, stelle
zinische Ausstattung ihrer Flugzeuge. zeugen. Seit Februar steht im Hangar aber kein Problem dar. Wechsel in der
Wirtschaftlich sieht sich FAI auf soli- eine Global Express, die bis Oktober Belegschaft sind häufig, da viele zu
dem Kurs. Seit 2017 ist die Mumtalakat auf den neuesten technischen Stand ge- Airlines wechseln. Entspannt blickt man
Holding Company aus Bahrain als bracht werden soll. Im Mittelpunkt auch dem Brexit entgegen: „Für uns wird
Anteilseigner mit an Bord, bekannt als der Arbeiten steht ein Refurbishment sich nichts ändern“, sagt Axtmann. FR

Haupteigner des Sportwagenherstellers der Kabine in Zusammenarbeit mit dem PATRICK HOLLAND-MORITZ

Drei Challenger 604 sind rund um die Uhr im Ambulanzeinsatz, um Patienten in


ihre Heimat zu bringen. Unten: Wartung eines Learjet 60.

FAI in Zahlen
Mit rund 25 Jets (davon 16 eigene) und 13 500
Flugstunden im Jahr 2018 ist die FAI Aviation
Group nach eigenen Angaben Deutschlands
größter Business-Jet-Betreiber. In 30 Jahren
wurden mehr als 200 000 Stunden bei
Ambulanzflügen absolviert. Unter den 200
Fotos: FAI, Holland-Moritz (1)

Mitarbeitern sind 60 Piloten. Für 2018 melden


die Nürnberger 80 Millionen Euro Umsatz.
Die Flotte besteht aus sieben Bombardier
Global Express, fünf Challenger 604, einer
Challenger 850, elf Learjet 60, einer Beechcraft
Premier IA und einer Turboprop King Air 350.

42 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


53. International
Paris Air Show Extra
 Zukunftsplanung
bei Airbus
und Boeing
 Neue Fighter
für Europa
 Ariane 6
muss kämpfen
 Technologie
für den nächsten
Fighter-Antrieb
 So kommt man
nach Le Bourget

17. – 23. Juni

Fotos: Airbus, ESA / D. Ducros, Dassault Aviation / Pecchi, DLR


Fliegende
Legenden

www.klassiker-der-luftfahrt.de

Jetzt neu im Handel


Paris Air Show-Extra

Märkte im Wandel
Foto: Karl Schwarz

M
itte Juni öffnet sie Über das aktuelle Geschäft hinaus gilt es Inhalt
wieder ihre Pforten: aber, sich für die Herausforderungen der
Die größte Luftfahrt- Zukunft zu wappnen. Dazu zählen tech- 46 Probleme und Programme bei
messe der Welt, auf nologische Umbrüche wie Digitalisie- Airbus und Boeing
dem Flughafen Le rung, Roboterfertigung, 3D-Druck und
Bourget bei Paris, erwartet wie gewohnt künstliche Intelligenz aber auch neue 50 Rafale-Modernisierungspläne
Aussteller und Besucher aus mehr als 50 Konkurrenten, von Chinas Staatsfirmen und Exportlieferungen
Ländern. Echte Sensationen sind bei der bis hin zu US-Milliardären. Ganz davon 54 Fighter-Wettbewerbe in Europa
53. Ausgabe des Salon International de abgesehen steigt der Druck, den CO2-
rufen alle Hersteller auf den Plan
l’Aéronautique et de l’Espace allerdings Ausstoß schneller zu verringern. Mit un-
nicht zu erwarten, und auch das übliche bemannten Fluggeräten und elektrischen 56 Fortschritte bei der Ariane 6:
Auftrags-Feuerwerk im Bereich der Ver- Flugtaxis locken zudem ganz neue, hart Das erste Serienlos kommt
kehrsflugzeuge dürfte diesmal um eini- umkämpfte Märkte. Doch was davon ist
ges bescheidener ausfallen. Boeing je- nur Hype, und in welche Technologien 58 Neue Chancen mit Elektro- und
denfalls hat nach dem Flugverbot für muss man wirklich investieren, um an Hybridantrieben?
den den Bestseller 737 MAX ganz ande- der Spitze zu bleiben? Diskussionsbe-
60 MTU und Safran arbeiten am
re Sorgen, sodass unklar ist, ob man das darf gibt es in jedem Fall genug.
New-Midsize-Aircraft-Projekt jetzt offi- Fighter-Triebwerk der Zukunft
ziell an den Start bringt. Airbus, wo ge- Karl Schwarz 63 Forschung: Neue Technologien
rade ein Chefwechsel zu Guillaume Fau- Stellvertretender Chefredakteur für Regionalflugzeuge
ry stattfand, könnte immerhin eine
A321neo mit noch mehr Reichweite auf 64 Tipps für den Besuch in
den Markt bringen. Derweil werden im Le Bourget
militärischen Bereich Fortschritte bei
wichtigen europäischen Programmen
wie dem Next Generation Fighter und
bei unbemannten Fluggeräten erwartet.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 45


Paris Air Show-Extra
Airbus und Boeing in Paris

Duell in der Mitte


Der erbittertste Kampf zwischen den Branchenriesen tobt derzeit um die Kategorie der
großen Standardrumpf-Flugzeuge. Airbus schickt hier immer größere A321neo ins Rennen,
Boeing denkt sogar über ein völlig neues Muster zwischen 737 und 787 nach.

P
VON SEBASTIAN STEINKE triebshilfen am Flügel müssten für die
neue Variante wohl optimiert werden,
ariser Pemieren-Messe für die dann im einstigen Marktsegment der
Guillaume Faury in seiner früheren Boeing 757 wildern würde.
neuen Rolle als Airbus-Chef. Auf die A321neo entfällt mittlerweile
Mit dem erfahrenen Hubschrauberinge- ein wesentlicher Teil der Airbus-Neube-
nieur und früheren Automobilentwickler stellungen im Standardrumpfbereich.
verfügt Airbus in Zeiten technologischer Dies hilft Airbus, aus jedem Produkti-
Quantensprünge über einen ausgewiese- onsslot der A320-Familie die maximale
nen Technologieexperten an der Kon- Marge herauszuholen und das möglichst
zernspitze. Dies dürfte sehr wichtig sein, größte – und teuerste – Flugzeug zu bau-
um die Aussichten neuer elektrischer en. An die Stelle der in die Exotenrolle
Antriebe und Drohnen, aber auch tech- driftenden A319 ist dafür die neue A220
nologische Sprünge wie 3D-Druck und (vormals C Series) getreten, das hoch- Guillaume Faury (links) übernahm die
Roboterfertigung auf ihre praktische An- moderne Airbus-Erbstück aus Kanada. Airbus-Spitze von Tom Enders (rechts).
wendbarkeit im Flugzeugbau zu prüfen. Mit einer neuen Endmontagelinie in Mo-
Faury folgt auf den Wirtschafts-, Po- bile, Alabama, will Airbus die Nachfrage
litikwissenschaftler und Historiker Tom der US-Airlines für den modernen Mini-
Enders, der das Gesamtunternehmen Twin mit CFK-Flügel noch weiter anfa-
mit einer finanziell vorsichtigen Gangart chen. US-Branchenriese Delta hat be-
und dem Schwerpunkt auf Produktions- reits angebissen, und auch Southwest,
ratenerhöhungen vor allem nach US- Betreiber einer riesigen Boeing-737-700-
Börsenrecht hatte aufstellen wollen. Flotte, soll den kleinsten Airbus schon
Denn an den Börsen stillen die Flug- als möglichen Ersatz begutachten.

Airbus
zeugbauer heute ihren riesigen Finanz-
bedarf.
Für Airbus steht in Paris die Frage im
Mittelpunkt, ob man Kunden für eine
nochmalige Verlängerung des Kassen-
schlagers A321neo gewinnen könnte.
Nach der A321LR bietet der Hersteller
möglichen Kunden angeblich bereits ei-
ne weitere Version „A321XLR“ an, die
dank fest eingebauter und nicht mehr Neue Endmontagewerke in den USA
modularer Containertanks noch etwas und in China, also außerhalb der Air- Nur noch bis 2021
weiter käme als ihre, bereits transatlan- bus-Partnerstaaten, sind ein Vermächt- baut Airbus die
tiktaugliche, „kleine“ Schwester. Aller- nis aus der Ära Enders. Mit ihnen ver- A380. Dann endet
dings würde der neue Zweistrahler über sucht der Konzern, bisher erfolgreich, die Produktion.
100 Tonnen maximale Startmasse auf- bei immer heftigeren Handelsstreitigkei-
weisen, sodass das klassische A321- ten auf politischer Ebene nicht ein
Fahrwerk mit einfachen Räderpaaren plötzliches Opfer von Zöllen und ande-
am Hauptfahrwerk nahe an seine Gren- ren handelspolitischen Strafmaßnahmen
ze kommen könnte. Auch die Hochauf- zu werden.

46 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Japan Airlines zögerte lange mit jeglichen Airbus-Bestellungen. Nun übernimmt man stolz die elegante A350.
Neben 18 Airbus A350-900 hat JAL auch noch 13 gestreckte Airbus A350-1000 geordert.

Delta beweist, wie groß das Interesse Airbus treibt die Reichweite der Stan-
der US-Airlines an der A220 ist. dardrumpf-Familie in ungeahnte Höhen.

Als größtes Mitglied der A320neo-Familie wird die A321LR zum Langstreckenjet. Hier nimmt die Entwicklungsmann-
Fotos: Airbus

schaft in Toulouse die EASA-Zulassung der neuen Variante, die noch Wachstumspotenzial hat, in Empfang.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 47


Paris Air Show-Extra
Airbus und Boeing in Paris

Mit der 777-9 und der Ultralang-


strecken-Schwester 777-8 hat Boeing
zwei heiße Eisen im Feuer.

Strafzölle, insbesondere im Handel


mit China, könnten auch dem US- Der Dreamliner wandelte sich vom
Exportriesen Boeing gefährlich werden, Sorgenkind zum Verkaufsschlager.
falls die Auseinandersetzungen zwischen
Präsident Trump und der chinesischen
Führung in Handelsfragen weiter eskalie-
ren sollten. Schon versetzt China den
USA erste Nadelstiche mit einseitigen
Flugzeugaufträgen an Airbus.
Zuvor muss Boeing aber eine andere,
noch dringendere Baustelle in Ordnung
bringen: die 737 MAX. Nach den beiden
Abstürzen wird das bisherige Erfolgsmo-
dell plötzlich misstrauisch beäugt: Wel-
che Modifikationen hat Boeing noch ein-
gebaut, und wie verändert sich die Bedie-
nung gegenüber der 737NG? Muss das
Pilotentraining verbessert werden?
Das Boeing-Management dürfte auch
die Messe in Paris als Podium nutzen,
um vor der Branche für eine schnelle
Wiederzulassung seiner „Brot-und-
Butter“-Flugzeugfamilie zu werben.
Auch die Kundenairlines warten auf die-
sen Schritt. Aber werden sich weltweite
Luftfahrtbehörden und die Passagiere
ebenso schnell überzeugen lassen?
Währenddessen wird in Everett die
nächste Generation der „Triple Seven“
flügge. Die erste 777-9 stand bei Redak- Als längste MAX-Version
tionsschluss bereits für Bodentests auf will Boeing künftig
dem Vorfeld und bereitete sich auf das noch die 737 MAX 10
Anlassen der Triebwerke, auf Rolltests ableiten.
und den Erstflug vor. Dieser beson-

48 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Fotos: AirTeamImages / Colin Parker (1), Boeing
Abgestellte Boeing 737 MAX von
Southwest warten in Victorville auf
die Wiederzulassung.

Boeing
neueste Triebwerke für Mittelstreckendi-
stanzen optimiert wäre. Doch die schon
den Airlines seit längerem präsentierten
Konzepte haben noch nicht zu einem
Programmstart geführt. Nachdem der
mögliche Lieferbeginn bisher für etwa
2025 in Aussicht gestellt wurde, könn-
ders sparsame, neue Zweistrahler-Riese ten nun die finanziellen Auswirkungen
ebnet die Zukunft des Langstreckenver- der Ereignisse um die MAX Boeing
kehrs ohne die gewohnten vierstrahligen zu einer nochmaligen Verzögerung von
Flugzeuge, deren Produktionsende auf etwa zwei Jahren veranlassen. Für diesen
beiden Seiten des Atlantiks allmählich Fall soll Rolls-Royce neues Interesse an-
näher rückt. gemeldet haben, den Boeing-Jet mit dem
Ob Boeing in Paris auch mit echten Arbeitstitel „New Midsize Airplane“
Programm-Neuigkeiten herauskommt, (NMA) ebenfalls mit einem Triebwerk
war bei Redaktionsschluss noch unklar. zu beliefern, was den Briten zu einem
Als möglich gilt weiterhin der formelle früheren Termin noch nicht möglich
Angebotsstart eines neuen Flugzeugs gewesen wäre. Als „fester“ Triebwerks-
für die „Mitte des Marktes“ (NMA), das lieferant wird bereits CFM erwartet.
einmal die Nachfolge der Schwestern Das neue Flugzeug könnte aus der
Boeing 757 und 767 antreten könnte. für die 777X in Everett mit Wachstums-
Als wahrscheinlichste Variante gilt reserven gebauten Halle für die CFK-
dabei ein „schmales Großraummuster“ Flügelfertigung mit maßgeschneiderten
nach dem Vorbild der 767, mit zwei Flügeln beliefert und, direkt nebenan in
Gängen, aber nur höchstens sieben Sit- der einst für die 747 gebauten Riesen-
zen pro Reihe, das durch Leichtbau und halle endmontiert werden. FR

www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 49


Paris Air Show-Extra
Dassault Rafale

Während dieses Jahr


die Exportlieferungen
in Schwung kommen,
arbeitet Dassault an
weiteren Verbesserungen
für die Rafale. Der F4-
Standard soll bis 2024
verfügbar sein, um den
„Omni-role Fighter“ wett-
bewerbsfähig zu halten.

Export-Priorität

Katar hat als zweiter


Exportkunde nach
Ägypten die Rafale
übernommen.

50 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


S
Von KARL SCHWARZ

eine Exzellenz Dr. Khalid


bin Mohammed Al Attiyah,
stellvertretender Premiermi-
nister von Katar und Minister für Vertei-
digungsangelegenheiten, sowie der
Kommandant der Qatar Emiri Air Force,
Generalmajor Mubarak Al Khayareen
gehörten zu den Ehrengästen, als am
6. Februar bei Dassault Aviation in
Bordeaux-Mérignac die Übergabe der
ersten Rafale an das Emirat offiziell ge-
feiert wurde. Das Datum der Zeremonie
war allerdings etwas willkürlich gewählt,
denn einerseits fliegen bereits mehrere
Rafales des Standards Q3 für Katar, an-
dererseits soll die Überführung von fünf
Maschinen nach Doha voraussichtlich
erst im Juni erfolgen.
Davor steht ein umfassendes Ausbil-
dungsprogramm für das Wartungsperso-
nal und die Besatzungen aus Katar an,
das vom Hersteller, anderen zivilen Fir-
men wie Aérocampus und vor allem von
der Armée de l´Air durchgeführt wird.
Die Umschulung der Piloten findet in
Saint-Dizier statt. Im Anschluss an die

Fotos: Dassault Aviation/Rande, Armée de l´Air/Amboise

Für die Ausbildung der Äypten hat inzwischen


Crews aus Katar wurden fast alle Rafales erhalten.
teils die eigenen Sie fliegen von der Basis
Flugzeuge genutzt. Gebel El Basur aus.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 51


Paris Air Show-Extra
Dassault Rafale

Die Rafale, voll bewaffnet mit


Meteo, MICA und AASM-Bomben
sowie Thalios-Zielbehälter.

Ab Mitte der 1920er Jahre gibt


es eine verbesserte Version der
MICA-Lenkwaffe.

Die Produktion in Bordeaux-Mérignac wird


für die Exportaufträge aus Indien und Katar
deutlich hochgefahren.

Die Meteor-Lenkwaffen geben


der Rafale eine enorme Reich­
weite gegen Luftziele.

Zukünftig soll die Wartung der Rafale


mit Hilfe von „Big Data“ und künstlicher
Intelligenz weiter verbessert werden.

52 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Basisschulung gehen die Crews nach nung Ägyptens abgezweigt hatte. Somit das integrierte fortschrittliche Selbst-
Mont-de-Marsan, wo bei der 3e Escadre sind 152 von bisher 180 bestellten Flug- schutzsystem SPECTRA mit neuen
de Chasse eine spezielle Katar-Rafale- zeugen übergeben (46 Rafales M für den Fähigkeiten zur Erkennung von Bedro-
Staffel eingerichtet wurde. Sie ermöglicht Einsatz auf Flugzeugträgern, 48 Rafales C hungen und stärkeren Störmöglichkeiten
eine integrierte praktische Ausbildung und 58 Rafale-B-Doppelsitzer). Die rest- sowie den multispektralen Sensor vor
von Technikern und Piloten. Zwanzig lichen folgen erst ab Ende 2024. In der dem Cockpit (OFS).
erfahrene französische Piloten wurden Zwischenzeit werden die bei der Marine • Bewaffnung: Neben der Meteor
dafür abgestellt, etwa 200 Mann Personal und den Luftstreitkräften vorhandenen wird ab 2026 die neue Luft-Luft-Lenk-
aus Katar waren beteiligt, um einen mög- Rafales auf den neuen Standard F3-R waffe MBDA MICA NG geliefert (mit
lichst reibungslosen Start des Rafale- gebracht, der von der Beschaffungsbe- einem Infrarotsuchkopf oder einem Ra-
Betriebs in Nahost zu gewährleisten. hörde DGA (Direction générale de darsuchkopf). Dazu kommt die Safran
Nach Ägypten, das inzwischen fast l’armement) am 31. Oktober 2018 seine AASM „Hammer“ mit einem 1000 Kilo-
alle seiner 24 Rafales (darunter 16 Dop- Freigabe erhielt. Die Aéronavale über- gramm schweren Bombenkörper und
pelsitzer) erhalten hat, war Katar im Mai nahm ihre erste Rafale F3-R (Serien- neuem Antriebskit. Bereits ab 2020 ver-
2015 der zweite Exportkunde für das nummer 30) Anfang Januar, nachdem sie fügbar ist die aufgearbeitete Variante des
Flugzeug. Zunächst wurden 24 Maschi- ihren ersten Flug seit der Umrüstung am Marschflugkörpers SCALP von MBDA.
nen für 6,3 Milliarden Euro bestellt. 17. Dezember absolviert hatte. Sie ist • Verfügbarkeit und Unterstützung
Im Dezember 2017 folgte ein zweiter für Tests durch die CEPA/Flottille 10S im laufenden Betrieb: Die Rafale F4
Vertrag über ein Dutzend der Mehr- vorgesehen, bevor die Truppeneinfüh- wird ein neues Prognose- und Diagno-
zweck-Kampfflugzeuge. Katar beschafft rung bei der Flottille 11F beginnt. sehilfssystem beinhalten, das voraus-
außerdem je 36 Eurofighter Typhoon Wesentliche Pluspunkte der Rafale schauende Instandhaltungsfunktionen
und Boeing F-15QA, um seine Kampf- F3-R sind die Fähigkeit zur Verwendung einführt. (Der Zweck der vorausschau-
flugzeug-Flotte zu verzehnfachen. der weitreichenden Luft-Luft-Lenkwaffe enden Instandhaltung ist es, Ausfälle zu
Derweil sind auch die ersten von Meteor, der Laserversion der Präzisions- antizipieren, bevor sie auftreten.) Eine
36 Rafales für Indien fertig. Deren Lie- bombe Safran AASM und des neuen weitere Optimierung der verstärkt von
ferung soll im September beginnen. Zielbehälters Thales Talios (Targeting der Industrie zu verantwortenden
Insgesamt will Dassault dieses Jahr 26 Long-range Identification Optronic Sys- Wartung und Instandsetzung ist geplant,
Flugzeuge ausliefern, was weit über dem tem). Die Sensoren und Systeme der Ra- insbesondere auf Basis von Big Data und
Schnitt von elf Maschinen in den letzten fale wurden entsprechend angepasst. künstlicher Intelligenz.
Jahren liegt. In Indien war die Beschaf- Aufbauend auf dem F3-R-Standard
fung der Rafale durch die Regierung arbeiten Dassault Aviation und seine MEHR RAFALES FÜR FRANKREICH
Modi vor den Wahlen einmal mehr in Partner nun am Standard F4. Dessen Laut Dassault Aviation wird die Ent-
die Diskussion geraten, wobei die Oppo- Entwicklung wurde nach einigen Studi- wicklung der für die F4-Version vorge­
sition vor allem die Kosten und die Ver- en am 14. Januar bei einem Besuch von sehenen Systeme schrittweise erfolgen,
gabe von Gegengeschäften an das Reli- Verteidigungsministerin Florence Parly sodass einige Fähigkeiten bereits ab
ance-Konglomerat von Industrie-Tycoon in Bordeaux-Mérignac offiziell bekannt 2022 verfügbar und die komplette Vali-
Anil Ambani kritisierte. gegeben. Die Verbesserungen betreffen dierung 2024 abgeschlossen sein soll. Im
vor allem vier Bereiche: Jahr 2023 will Frankreich laut Verteidi-
CHANCEN IN INDIEN • Konnektivität und zugehörige Netz- gungsministerin Parly im Rahmen des
Dassault hofft dennoch auf weitere Ge- werkmodi: Da koordinierte Einsätze im aktuellen Rüstungsprogramms 30 weite-
schäfte im Land. So beteiligt man sich internationalen Umfeld heute die Regel re Flugzeuge bestellen.
sowohl an einem Wettbewerb für ein sind, soll die Rafale F4 ein echtes „Diese Verbesserungen für den F4-
neues Kampfflugzeug für die Flugzeug- „vernetztes Flugzeug“ sein, mit neuen Standard werden die Rafale auf das
träger der indischen Marine (57 Maschi- Datenlinks über Satellit und innerhalb höchste Niveau (…) bringen und es un-
nen) als auch an der Ausschreibung für der Gruppe, Kommunikationsserver und seren nationalen Streitkräften ermögli-
110 Kampfflugzeuge für die Luftstreit- softwaredefinierten Funkgeräten. Ihre chen, ihre Luftherrschaft in den immer
kräfte Indiens. Darüber hinaus ist Das- Fähigkeit, Daten zu sammeln, zu analy- stärker umkämpften Lufträumen zu hal-
sault derzeit bei Kampfflugzeug-Wett- sieren und über möglichst schwer ent- ten“, so Verteidigungsministerin Parly.
bewerben in Finnland (HX) und der deckbare Wege auszutauschen, wird er- Für die Entwicklungsarbeiten sind 1,9
Fotos: Dassault Aviation, Dassault / Fevrier (1)

Schweiz (Air2030) aktiv. In diesem Zu- heblich verbessert. bis zwei Milliarden Euro notwendig –
sammenhang wurden Ende Januar, An- • Überlebensfähigkeit: Die Sensoren laut Parly gut angelegtes Geld, denn es
fang Februar schon einmal firmeneigene der Rafale werden verbessert, um die geht um „eine Garantie für unsere Sou-
Kaltwetterversuche in Lappland (Luft- Einsatzfähigkeit und Überlebensfähig- veränität“, und es „ist auch eine notwen-
waffenbasis Rovaniemi) durchgeführt. keit des Flugzeugs gegen neue Bedro- dige Investition, um die Wettbewerbsfä-
Was das einheimische Programm be- hungen zu sichern. Die Modifikationen higkeit der Rafale im Export in den
trifft, so erhielt die Armée de l´Air 2018 betreffen hauptsächlich das RBE2- nächsten Jahrzehnten zu sichern und
drei Rafales als Ersatz für Maschinen, AESA-Radar (Active Electronically- den Bestand der gesamten Kampfflug-
die man zuvor für eine schnelle Bedie- Scanned Array) im Luft-Boden-Modus, zeugindustrie zu gewährleisten“. FR

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Paris Air Show-Extra
Beschaffungspläne in vielen Ländern

Fighter-Bedarf
Der von Deutschland und
Frankreich initiierte Next
Generation Fighter soll
bis 2040 verfügbar sein.

in Europa
Die aktuellen Muster kämpfen derzeit in einem halben
Dutzend europäischen Ländern um neue Aufträge für
Kampfflugzeuge. Derweil bereitet die Industrie die
Entwicklung der nächsten Fighter-Generation vor.

Der Eurofighter ist an


mehreren Wettbe­
werben beteiligt. Die
Luftwaffe kauft mehr.

U
nbemannte Fluggeräte aller Art, In Payerne präsentieren sich
neue Hyperschall- und Laser- die Wettbewerber für einen
waffen, die Einbindung von Schweizer Auftrag, wie hier
Satelliten und Sensoren überall – all das die Boeing F/A-18F.
soll Teil eines Future Combat Air System
(FCAS = zukünftiges Luftkampfsystem)
werden, das Deutschland und Frank-
reich Anfang des Jahres mit ersten
Regierungsvereinbarungen in Angriff
genommen haben. Während der auf
Fotos: Ejercito des Aire, Saab, Schwarz, Franz. Verteidigungsministerium

zwei Jahre angelegten, gemeinsamen


Konzeptstudie sollen Airbus und Das-
sault die notwendigen Technologien ei-
nes so komplexen Netzwerks der Luft-
kriegsführung definieren, bevor es an die
konkrete Entwicklung der zentralen Ele-
mente von FCAS geht. Im Mittelpunkt
dieses umfassenden „System of Systems“
steht dabei weiterhin ein bemanntes
Kampfflugzeug, der Next Generation
Fighter (NGF), der unter der Führung
von Dassault entstehen soll. Auch seine
Auslegung wird gegenwärtig anhand der
Anforderungen der Militärs untersucht.

54 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Entscheidende Aspekte wie der Grad Wie es abseits der technischen Evaluati-
der Stealth-Fähigkeiten, der Sensoraus- on weitergeht, ist dabei nicht ganz klar.
rüstung oder der Bewaffnung müssen Die neue Verteidigungsministerin Viola
geklärt werden – immer mit dem weiten Amherd hat sich zusätzliche Gutachten
Blick voraus bis zur erwarteten Verfüg- erstellen lassen, die einen Bedarf für et-
barkeit des Kampfjets der nächsten Ge- wa 40 Flugzeuge und die Erneuerung
neration gegen Ende der 2030er Jahre. der Boden-Luft-Verteidigung bestätigen.
Diskussionspunkte sind der Umfang der
SCHWEIZ TESTET IN PAYERNE Gegengeschäfte und die Form der Be-
Dassault und Airbus hoffen, bereits auf handlung im Parlament (getrennt oder
der Paris Air Show einen Schritt weiter- zusammen). Wichtig dürfte sein, dass
zukommen und Gelder für den Bau von ein Entscheid über das Flugzeugmuster
Demonstratoren (Kampfjet, UAV, erste dieses Mal erst nach einem möglichen
Elemente der „Combat Cloud“, die die fakultativen Referendum gefällt wird.
Vernetzung aller Flugzeuge und Füh- Derweil läuft auch in Finnland ein
rungssysteme im Einsatzraum umfasst) Fighter-Wettbewerb (HX), bei dem
zu erhalten. Neben Deutschland und dieselben Anbieter am Start sind. Alle
Frankreich will sich auch Spanien am haben ihre ersten Angebote bis Ende
FCAS-Projekt beteiligen. Weitere Partner Januar eingereicht. Diese werden nun
wären sicher willkommen, um die Finan- analysiert und sollen in der zweiten
zierung zu erleichtern – ohne dabei aller- Jahreshälfte zu einer detaillierteren An-
dings die industriellen Strukturen zu ver- gebotsaufforderung führen; die finalen
komplizieren. Ob auch Großbritannien Antworten darauf werden für das
einer dieser Partner sein kann, ist offen. kommende Jahr erwartet. Eine Entschei-
Momentan verfolgt man auf der Insel mit dung soll 2021 fallen. Es geht um die
Nachdruck sein eigenes, Tempest genann- Beschaffung von 64 Flugzeugen als
tes Projekt und wirbt ebenfalls um poten- Ersatz für die derzeit genutzten F-18C/D
zielle Kooperationspartner wie Schweden Hornets ab Mitte der 2020er Jahre. In
Saab ist derzeit voll im oder Italien. Zwei Milliarden Pfund (2,34 Polen laufen ebenfalls Bestrebungen, die
Testprogramm mit der Mrd. Euro) hat das Verteidigungsministe- noch vorhandenen MiG-29 und Su-22
Gripen E. Die Lieferungen rium in London für eine ganze Serie von baldmöglichst zu ersetzen. Unter dem
sollen dieses Jahr beginnen. Technologiedemonstratoren versprochen. Programmnamen „Harpia“ geht es um
Lange bevor ein NGF oder Tempest die Beschaffung von etwa 32 Flugzeugen
allerdings Realität werden, müssen eine der „fünften Generation“, womit die F-
ganze Reihe von Ländern in Europa ihre 35A von US-Hersteller Lockheed Martin
Kampfflugzeug-Flotten erneuern. Die in die Favoritenrolle rückt. Ob es einen
Luftwaffe zum Beispiel ist auf der Suche Wettbewerb gibt, ist noch nicht klar.
nach einem Tornado-Nachfolger und hat
die Wahl auf zusätzliche Eurofighter und F-16 WEITER GEFRAGT
die Boeing F/A-18 Super Hornet einge- Während die genannten Länder auf jeden
schränkt. Knackpunkt dabei: Das Mus- Fall eines der aktuell modernsten Muster
ter muss auch die Nuklearbomberrolle kaufen wollen, müssen osteuropäische
übernehmen können und benötigt daher Länder wie Rumänien und Bulgarien
die Integration der amerikanischen B61- bescheidener agieren. Rumänien wird
12-Atombombe, sprich: die Kooperation wahrscheinlich mit weiteren gebrauchten
des US-Verteidigungsministeriums. F-16 vorliebnehmen, wobei an 28 Einsit-
Auch die Schweizer Luftwaffe ist zer und acht Doppelsitzer gedacht wird.
nach der Referendums-Niederlage des Bulgarien peilt die Beschaffung von 16
geplanten Gripen-Kaufs 2014 wieder Flugzeugen an, wird aber wohl erst ein-
auf der Suche nach einem neuen Kampf- mal für 900 Millionen Euro acht Maschi-
flugzeug. Wie schon 2008 lässt man sich nen kaufen können. Es sollen Lockheed
gerade die Kandidaten im Land vorfüh- Martin F-16 Block 72 Viper werden, so
ren. Den Auftakt in Payerne machte der der Vorschlag der Regierung vom De-
Eurofighter Anfang April, gefolgt von zember, der allerdings auf Kritik selbst
der Boeing F/A-18F Super Hornet Ende von Staatspräsident Rumen Radev (Ex-
April, der Dassault Rafale Ende Mai, der Militärpilot) stieß, da die Kosten über
Lockheed Martin F-35 Anfang Juni und dem ursprünglichen Budget liegen. FR

schließlich der Saab Gripen Ende Juni. KARL SCHWARZ

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Paris Air Show-Extra
ArianeGroup Ariane 6

Harte Konkurrenz für Europa


Während der Bau von 14 Raketen beginnt und das neue Startgelände in Kourou
Gestalt annimmt, wartet die europäische Trägerrakete weiterhin auf mehr Startaufträge.
Der Druck durch internationale Mitbewerber nimmt stetig zu.

R
und ein Jahr ist es noch bis zum gesamt sieben Startaufträge weiter auf
Erstflug der neuen europäischen sich warten lassen. Genaue Details
Trägerrakete Ariane 6. Sie soll werden wohl erst nach der ESA-Minis-
vielseitig einsetzbar sein, Europa im um- terkonferenz im November bekannt
kämpften Startmarkt wettbewerbsfähig werden, doch könnte es zum Beispiel zu-
halten und gut an die Marktbedingungen sätzliche Mittel für den Teststart der
angepasst sein. Nach einigen Verzöge- Ariane-Version 64 (vier Booster) geben.
rungen hat Arianespace Anfang Mai Mit dem Bau des ersten Ariane-6-
nun bei der ArianGroup die ersten 14 Loses geht die Industrie dennoch ins
Raketen in Auftrag gegeben. Sie sind für Risiko, denn bislang verläuft die Ver-
Starts von 2021 bis 2023 vorgesehen, marktung äußerst zäh: es sind erst fünf
parallel zu acht Ariane-5-Starts aus dem Startaufträge vorhanden. Kunde für den
letzten Produktionslos. Erstflug ist OneWeb. Der Betreiber von
Die Produktionsfreigabe erfolgte ge- Satelliten für ein globales Internet-Netz-
rade noch rechtzeitig, um im April 2021 werk hat laut Arianespace an zwei weite-
den Start von zwei Galileo-Satelliten ren Starts Interesse bekundet. Daneben
sicherzustellen. Voraussetzung für den soll die neue Rakete 2021 zwei Galileo-
Baubeginn war ein „Beschluss des Rates Missionen (je zwei Satelliten) fliegen
der Europäischen Weltraumagentur ESA und den französischen Spionage-
zu den Betriebsbedingungen am 17. Ap- satelliten CSO-3 ins All bringen, der
ril“, wie es etwas verklausuliert heißt. ursprünglich auf der Ariane 5 gebucht
Darin erhält die ArianeGroup wohl war. Eutelsat wird im Rahmen eines Ge-
finanzielle Zusicherungen für den Fall, neralvertrags auch die Ariane 6 nutzen.
dass die von institutionellen europäi- Die Booster sind erstmals aus CFK ge- Dazu kämen eventuell die europäischen
schen Nutzern lange verprochenen ins- fertigt, um Kosten einzusparen. Forschungssonden Juice und Euclid.

MITBEWERBER HOLEN AUF


Weitere Startaufträge für die 14 Raketen
kann Europas neues Flaggschiff also
dringend gebrauchen, um die angestreb-
te hohe Startrate zu erreichen und damit
wirtschaftlich produzieren zu können.
Die Konkurrenz schläft nämlich nicht:
Immer mehr kommerzielle Startbetrei-
ber unterbieten sich mit immer nied-
rigeren Preisen. Raketenstarts werden
von etlichen Ländern angeboten: Neben
Europa und den USA können beispiels-
weise auch Starts in Russland, Japan,
Neuseeland, China oder Indien gebucht
werden. Der Betreiber eines Satelliten
hat heutzutage also viele Auswahlmög-
lichkeiten. Beschränkungen gibt es hin-
So soll das fertige Startgelände bis Ende des Jahres aussehen, 17 Kilometer sichtlich des Gewichts und des Zielor-
von der Stadt Kourou entfernt. Die ArianeGroup hofft, die Ariane 6 von hier bits, dennoch ist das Angebot groß. Dies
aus auch in Richtung Mond zu starten. macht sich auch im Preis bemerkbar. Die

56 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


US-amerikanische Schwerlastrakete Fal- Das Startgelände für die Ariane 6 in Andere Anbieter
con Heavy kann bis zu 63 800 Kilo- Kourou ist mit 170 Hektar fast so groß
gramm in einen niedrigen Erdorbit brin- wie das Fürstentum Monaco und befin- Das neuseeländisch-ame-
gen, ihre Schwesterrakete Falcon 9 det sich vier Kilometer vom Startplatz rikanische Unternehmen
schafft 22 800 Kilogramm. Nach Preis- der Ariane 5 entfernt. 18 Hektar sind Rocket Lab ist auf den
angaben auf der Website von SpaceX bebaut, das entspricht etwa der Größe Start von Kleinsatelliten
kassiert das Unternehmen für die Falcon von 25 Fußballfeldern. Drei Hauptge- spezialisiert. Diese
Heavy pro Start 90 Millionen US-Dollar, bäude bestimmen das Gelände, an dem werden typischerweise
ein Start mit der Falcon 9 schlägt mit 62 seit gut anderthalb Jahren gebaut wird. von größeren Raketen bei
Millionen Dollar zu Buche. einem Start mitgenom-
Auf dem anderen Ende der Preis- DIE STARTANLAGE men, wenn noch Platz
skala bewegt sich das neuseeländisch- SOLL 2019 FERTIG WERDEN vorhanden ist. Der
amerikanische Unternehmen Rocket Der Zusammenbau der Rakete erfolgt Nachteil dabei: Verzögert
Lab. Es bietet eine Startmöglichkeit für vor Ort im Vehicle Assembly Building. sich der Start, müssen
kleine Satelliten bis 150 Kilogramm zu Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin er- sich die Betreiber der
einem Kampfpreis von fünf Millionen folgt die Montage hier in horizontaler kleinen Satelliten ebenfalls gedulden.
Dollar pro Start an. Lage, was die Arbeiten erleichtert. An- Auch der Orbit wird durch die Haupt-
Die Ariane 6 muss sich also gut posi- schließend kommt die Ariane 6 in die 90 nutzlast bestimmt. Für Hersteller kleiner
tionieren, um den Anschluss nicht zu Meter hohe mobile Montagehalle. Dort Satelliten, die unabhängig sein möchten,
verlieren, auch wenn sie mit weiteren wird die dann aufgerichtete Rakete mit bietet Rocket Lab deshalb seine Rakete
Kriterien wie ihrer Zuverlässigkeit der Nutzlast und den Feststoffboostern Electron an. Sie startet von Mahia auf
punkten möchte. Deshalb werden die aus kohlenstofffaserverstärktem Kunst- der Nordinsel Neuseelands, der Erstflug
Startpreise für die neue Rakete sinken stoff (CFK) bestückt. Die Konstruktion fand im Mai 2017 statt. Buchungsanfra-
und ein Start etwa 40 Prozent günstiger soll 8200 Tonnen wiegen, seit November gen können direkt über die Website
angeboten werden als ein Transport mit 2018 ist das Grundgerüst fertiggestellt. gestellt werden.
der Ariane 5. Je nach Version kann die Vor dem Start wird die auf Schienen ge-
Ariane 6 mit höchstens 7000 Kilogramm lagerte Halle nach hinten gefahren und Die Falcon 9 von SpaceX ist seit Juni
beziehungsweise 16 000 Kilogramm et- gibt die Rakete auf der Startrampe frei. 2010 im Einsatz. Im Gegensatz zu vielen
was weniger Nutzlast mitführen als die Arbeiten an der Rakete sollen so bis anderen Raketen ist die
Falcon 9. Kleinere Satelliten bis 200 Ki- kurz vor dem Start möglich sein. Für erste Stufe der Falcon
logramm lassen sich huckepack mit der September dieses Jahres ist die techni- 9 mehrfach wiederver-
Hauptnutzlast transportieren. Um kon- sche Qualifikation des Startgeländes ge- wendbar. Sie landet nach
kurrenzfähig zu bleiben, sind Flüge mit plant. Ab 2020 kann die Ariane 6 dann dem Start entweder auf
der Ariane 5 heute bereits zu Startprei- zeigen, was in ihr steckt. FR einem Schiff oder an
sen des Nachfolgemodells im Angebot. ASTRID KUZIA Land. Dadurch können
Kosten gespart und ein
Start günstiger verkauft
werden als bei anderen
Fotos: CNES (3), ESA / D. Ducros (2), Kieran Fanning / Sam Toms (1), SpaceX (2)

Anbietern.

Die Schwerlastrakete
Falcon Heavy erhält
ihren Schub durch drei
Falcon-9-Erststufen. Ihren
Erstflug absolvierte sie im
Februar 2018 mit einem
Tesla des Firmengründers
Elon Musk an Bord. Im
April 2019 hob sie dann
zu ihrem ersten kommer-
ziellen Flug ab. Die von
SpaceX betriebene Rakete
ist zurzeit die stärkste am Markt und
auch für zukünftige Mondmissionen der
Aktueller Blick auf die Baustelle des Startgeländes in Kourou: Oben die Start- NASA im Gespräch.
rampe, unten das Vehicle Assembly Building und rechts die mobile Montagehalle.

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Paris Air Show-Extra
Pläne für hybrid-elektrische Flugzeuge

Airbus arbeitet mit


Rolls-Royce und
Siemens an einem
Demonstrator auf
Basis eines Avro RJ.
Fotos: Airbus, UTC, DLR

Unter Strom
Elektrisch angetriebene Flugtaxis sind momentan der Hype,
Die neu ins Leben gerufene Abtei-
lung UTAP (United Technologies Advan-
ced Projects), eine Art internes Startup,
soll daher die Kompetenzen des Riesen-
konzerns auf dem neuen Technologiefeld
nachweisen. Sie greift auf die Fähigkei-
aber auch für größere Flugzeuge werden Elektroantriebe ten des Triebwerksherstellers Pratt &
Whitney Canada und des Systemliefe-
untersucht. Die verfügbare Batterietechnologie setzt aller- ranten Collins Aerospace zurück, um in-
dings auf absehbare Zeit noch enge Grenzen. nerhalb von drei Jahren das „Project
804“ zu realisieren.

V
om nächsten Jahrzehnt an müs- kleinere Flugzeuge (1 bis 4 Passagiere) Dabei geht es darum, bei einer
sen wir elektrische Antriebe ein- unter einer Reichweite von 200 Kilome- gebrauchten Bombardier Dash 8 Series
führen. Das Ziel muss lauten, tern beschränkt bleiben, es sei denn, es 100 eines der PW120A-Triebwerke
vollkommen emissionsfrei zu fliegen“, gibt einen grundlegenden technologi- (1490 kW) durch ein hybrid-elektrisches
gab der neue Airbus-Chef Guillaume schen Durchbruch bei der Speicherung Aggregat zu ersetzen. Dieses besteht
Faury jüngst in einem Interview mit der elektrischer Energie“, heißt es in einem hinter dem weiter genutzten Propellerge-
„FAZ“ ehrgeizige Ziele aus. Dabei muss Papier vom März 2019. Immerhin er-
man laut Faury auch an Wasserstoff, gebe sich damit die verlockende Mög-
Bio- und synthetische Treibstoffe den- lichkeit von elektrischen Lufttaxis für
ken, denn die heutigen Batterien haben städtische Luftmobilität.
gegenüber Kerosin eine um den Faktor Der hybrid-elektrische Antrieb ist
20 geringere spezifische Energie pro Ki- laut UTC dagegen „ein interessanteres
logramm Masse – ein Handicap, das auf Angebot für die Geschäfts-, Regional-
absehbare Zeit nicht zu überwinden ist. und große kommerzielle Luftfahrt“. Der
United Technologies (UTC) schätzt attraktivste Ansatz ist dort, wo die typi-
die Möglichkeiten der Elektrifizierung in schen Flugprofile eine große Differenz
der Luftfahrt daher pragmatisch ein: zwischen der kurzfristig hohen Startleis-
„Rein elektrische Architekturen in der tung und einer deutlich niedrigeren
Luftfahrt – solche, in denen sich die ge- Dauerleistung im Reiseflug aufweisen.
samte gespeicherte Energie im Flugzeug Dies betrifft zum Beispiel Helikopter,
in Batterien oder Brennstoffzellen be- aber auch Regionalverkehrsflugzeuge
findet – werden auf absehbare Zeit auf mit Propellerturbinen.

58 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


triebe aus einer etwa halb so starken nologies nicht alleine da, denn abseits für künftige hybrid-­elektrische Flugzeug-
Wellenturbine und einem Elektromotor, der „City-Taxis“ werden sowohl bei konstruktionen außerdem nicht reprä-
der bei Start und Steigflug die restlichen Startups wie Zunum als auch bei den sentativ. Möchte man das Potenzial des
50 Prozent an Leistung beisteuert. etablierten Großkonzernen ähnliche Konzepts voll ausschöpfen, sind neue
Der Elektromotor bezieht seine Energie Konzepte verfolgt. In Europa haben zum aerodynamische Designs gefragt - etwa
aus Batterien. Da diese nur etwa 25 Pro- Beispiel Airbus, Rolls-Royce und Sie- um die Vorteile durch verteilte Antriebe
zent des Gesamtenergieverbrauchs eines mens das Projekt E-Fan X initiiert. Ziel (nicht nur zwei, sondern viele Propeller)
Flugs beisteuern, bleiben ihre Größe ist es, einen Demonstrator mit Hybrid- teils auch für die Steuerung zu nutzen.
und Masse noch in einem vertretbaren antrieb zu bauen. Er basiert auf einem
Rahmen, so UTAP. vierstrahligen Avro RJ, bei dem einer NICHT ALLE FUTURISTISCHEN
Abstriche sind dennoch unvermeid- der Turbofans durch einen von einem MODELLE RECHNEN SICH
lich. Die Leermasse steigt, und die Tank- zwei Megawatt starken Elektromotor Ob sich der Aufwand lohnt, statt einer
kapazität sinkt um 50 Prozent, sodass angetriebenen Fan ersetzt wird. Der Mo- Antriebskomponente (Wellenturbine
die Reichweite im Beispielfall von 1800 tor bekommt seine Energie durch einen oder Strahltriebwerk) gleich deren drei
auf 1100 Kilometer sinkt. „Da 99 Pro- Generator, der wiederum von einer (Gasturbine, Generator und Elektromo-
zent der (Regionalflug-)Strecken kürzer AE2100-Wellenturbine im Rumpf ange- tor) zu haben, ist allerdings fraglich. Stu-
als 925 Kilometer sind und das hybrid- trieben wird. Dazu gibt es zwei Mega- dien mit fast 20 alternativen Konzepten
elektrische System eine durchschnittli- watt Batteriespeicherkapazität. im Rahmen des Clean-Sky-2-Programms
che Kraftstoffeinsparung von 30 Prozent Bei Airbus laufen aktuell wichtige haben jedenfalls gezeigt, dass es sehr
bietet (...), ist dies ein technisch und Arbeiten für das Projekt, allerdings hat schwierig ist, die Effizienz der seit vielen
wirtschaftlich sinnvoller Kompromiss“, sich der für 2020 geplante Erstflug auf Jahrzehnten üblichen Verkehrsflugzeuge
schätzt UTAP. Mit ihren Überlegungen 2021 verschoben. Als reiner Testträger mit Rumpfröhre, Leitwerk und Trieb-
stehen die Ingenieure von United Tech- für das Hybridsystem ist seine Auslegung werksaufhängung unter den Tragflächen
zu toppen. Viele Konfigurationen erwie-
Evaluation von Regionalflugzeug-Konzepten sen sich bei groben Berechnungen sogar
als deutlich schlechter. Wie Michael
40 % Block Benzin Block Energie MTM Iwanitzki vom DLR auf der „E2Flight“-
30 %
Konferenz im März in Leinfelden-Echter-
dingen erläuterte, konnte im Bereich
relative Abweichung

20 % Turboprops nach genauerer Analyse nur


eine Alternative überzeugen: ein Flug-
10 %
zeug mit normaler Rumpfröhre, verklei-
0 % nertem V-Leitwerk, einem Hybridantrieb
mit zwei Wellenturbinen, zwei großen
-10 %
TPR70neo+ PHA2-TipProp PHA2-Tailless SHA2-DP SHA1-DP
Propellern an der üblichen Position und
vier kleinen Propellern an den Flügel-
spitzen zur Steuerungsunterstützung und
Randwirbelbeeinflussung. Diese Kon-
figuration versprach bei praktisch gleich-
Untersuchungen von zahlreichen Konzepten haben gezeigt, dass viele gegenüber bleibender Abflugmasse Kraftstoffein-
einem weiterentwickelten konventionellen Entwurf schlechter abschneiden. sparungen von etwa sieben Prozent. FR

KARL SCHWARZ

100 100

Gesamtleistung (Wellenturbine und Elektromotor)

75 75
Leistung Flughöhe
Triebwerksleistung
(Prozent) 50 50 (1000 Fuß)

elektrische Leistung
25 25
Flughöhe

0 0
20 40 60
Zeit (Minuten)

Beim Project 804 ergänzen ein Elektromotor und Batterien die Wellenturbinen, die beim Start
unterstützt werden und so auf die niedrigere Reiseflugleistung optimiert werden können.

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Paris Air Show-Extra
Kampfflugzeug-Triebwerk der nächsten Generation

Schub für neuen


Euro-Fighter

Deutschland und
Frankreich treiben
die Entwicklung eines
Kampfflugzeugs der
nächsten Generation
voran, das auch ein
neues Triebwerk
benötigt. Wir haben
mit MTU über die
Herausforderungen Eine erste Konzeptzeichnung zeigt
des neuen Antriebs das Triebwerk für das Kampfflug-
zeug der nächsten Generation. Der
gesprochen. Antrieb soll 2038 zugelassen sein.

60 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Das Triebwerk soll nicht nur die
Anforderungen für das neue
Kampfflugzeug erfüllen (links),
sondern auch einfach instand zu
setzen sein. Dabei wird Virtual
Reality eine wichtige Rolle
spielen (rechts).

D
Von ASTRID KUZIA / KS tion des Antriebs, in dessen Module gen an den NGF werden derzeit noch
beide ihre technologischen Stärken erarbeitet, doch es ist klar, dass er einen
as neue europäische einbringen. Bei der MTU sind dies die großen Schritt weiter sein muss als aktu-
Kampfflugzeug, der Next Hoch- und Niederdruckverdichter sowie elle Muster, zum Beispiel hinsichtlich
Generation Fighter (NGF), die Niederdruckturbine des Triebwerks, Stealth-Eigenschaften, Vernetzung, Sen-
wird mit deutscher und französischer Safran übernimmt die Brennkammer, sorik und Flugleistungen.
Power angetrieben. Den beiden Firmen die Hochdruckturbine und den Nach-
MTU Aero Engines und Safran Aircraft brenner. VIELFÄLTIGE ENTWICKLUNGEN
Engines obliegt die Entwicklung, Ferti- Der neue Kampfjet ist Bestandteil Dementsprechend muss auch der An-
gung und Betreuung des Triebwerks. des sogenannten Future Combat Air Sys- trieb komplett neu für diese Anforde-
MTU aus München ist dabei feder- tem (FCAS) und ergänzt somit die heuti- rungen entwickelt werden. Wichtig ist
führend für die Supportaspekte in der ge Generation von Eurofighter und Ra- dabei, dass die Triebwerksfirmen eine
Designphase und während des Betriebs fale sowie künftige unbemannte Systeme solide, breite Technologiebasis haben,
sowie für die Instandhaltung; Safran aus – alles natürlich für optimale Wirkung um nach der Definition des Flugzeugs
Frankreich leitet Auslegung und Integra- eng vernetzt. Die genauen Anforderun- ein genau passendes Aggregat entwi-
ckeln zu können. Die Herausforderun-
gen sind vielfältig. Aus Sicht von MTU
wird es zum Beispiel nötig sein, das
Temperaturniveau weiter zu steigern
(2100 Grad C Turbineneintrittstempera-
tur), wodurch der Einsatz neuer Werk-
stoffe nötig wird. Sowohl neue metalli-
sche Legierungen als auch CMC (Kera-
mikfaser-Verbundwerkstoffe) kom-
men hier in Frage. Eine weitere
Problematik ist der stark stei-
gende Bedarf neuer Fighter
an elektrischer Energie für
leistungsstarke Radarsys-
teme, Störsender und
Funkgeräte – und später
vielleicht einmal für La-
serwaffen. Diese Energie
muss das Triebwerk zur
Verfügung stellen, was
bei der Auslegung ent-
sprechend berücksichtigt
werden muss. Auf jeden
Fall sind ein oder mehrere
Fotos: MTU

effiziente Generatoren ge-


fragt. Ebenfalls ein komplexes

www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 61


Paris Air Show-Extra
Kampfflugzeug-Triebwerk
Thema ist die grundsätzliche Auslegung
des Triebwerks, etwa als Variable Cycle
Engine, bei dem das Nebenstromverhält-
nis variiert werden kann, um je nach
Missionsphase hohen Schub oder niedri-
gen Kraftstoffverbrauch zu ermöglichen.
In den USA laufen bei GE Aviation und
Pratt & Whitney bereits seit Langem
entsprechende Forschungs- und nun De-
monstratorprogramme, die Verbrauchs-
einsparungen von 25 Prozent verspre-
chen. Ein weiterer Vorteil des von GE
als „adaptive cycle“ bezeichneten Kon-

Foto: GE Aviation
zepts ist es, dass die Nebenstromluft mit
entsprechenden Wärmetauschern für die
Kühlung der Elektronik-Abwärme des
Flugzeugs genutzt werden kann. Nach- Das Variable Cycle Engine leitet den Luftstrom durch zwei Nebenstromkanäle.
teile sind allerdings ein höheres Gesamt- (rot und blau). Der Äußere wird je nach Bedarf zugeschaltet.
gewicht des Triebwerks und eine erhöhte
Komplexität durch mehr Bauteile. Entwicklung auf die einfache und kos- gilt es, in enger Abstimmung mit den
Um eine geringere Radarsignatur zu tengünstige Instandsetzung geachtet. Flugzeugherstellern die genauen Anfor-
erzielen, könnte der neue Fighter mit Laut MTU erfordert dies eine umfassen- derungen an das Triebwerk zu definie-
kleineren oder gar ohne Seitenleitwerke de Überwachung des Antriebs mittels ren. Auf jeden Fall ist es wichtig, noch in
gebaut werden. Dann ist eine Schubvek- Sensoren, um anhand von Trends und diesem Jahr mit konkreten Technologie-
tordüse erforderlich, um den Schub- Prognosen mögliche Probleme schon arbeiten zu beginnen, um in etwa fünf
strahl gezielt für die Steuerung einzuset- frühzeitig zu erkennen und Folgefehlern Jahren die Basis für einen Entwicklungs-
zen, wie es heute schon die F-22 und di- vorzubeugen. Dabei wird das Triebwerk vertrag geschaffen zu haben. Über einen
verse Suchoi-Muster mit spektakulären immer mit seinem sogenannten digitalen Demonstrator (2027) will man sich
Re­sultaten vormachen. Die Düse wird Zwilling verglichen. Die Instand- dann bis Anfang der 2030er Jahre an das
nicht von der MTU entwickelt, dennoch setzungscrew wird mit Virtual-Reality- finale Produkt heranarbeiten, das spätes-
beschäftigt man sich in München bei- Tools unterstützt, um schneller erste tens 2038 zugelassen sein sollte.
spielsweise mit der Regelung, die weiter Prognosen zu ermöglichen und die Zurzeit teilen sich die MTU und
optimiert und noch enger mit der Flug- Arbeiten am Triebwerk selbst zu Safran die Entwicklungsarbeiten an dem
steuerung verzahnt werden muss. vereinfachen. Auch an neuen Reparatur- Triebwerk. Dabei dürfte es aber nicht
Stealth-Kampfjets benötigen zudem ge- verfahren wird geforscht. bleiben, denn Spanien hat Anfang des
schwungene Lufteinläufe, sodass der Jahres seine Absicht bekundet, am neuen
Fan vom gegnerischen Radar nicht gese- DIE ARBEITEN BEGINNEN 2019 Kampfjet mitzuarbeiten. Arbeitsanteile
hen werden kann. Dies bedingt aber Ziel ist es, die Instandsetzungskosten ge- für ITP sind daher wahrscheinlich, wo-
auch eine geringere Anfälligkeit des genüber heutigen Triebwerken trotz bei aber über die Art der Einbindung des
Triebwerks gegen Strömungsstörungen. einer womöglich höheren Komplexität Unternehmens diskutiert wird. Schließ-
Zu diesen speziellen technischen und Belastung einzelner Komponenten lich will man bei den neuen Militärpro-
Überlegungen, die ganz auf das jeweili- noch zu senken. Wichtig ist dabei aus grammen die Fehler der Vergangenheit
ge Muster abgestellt sind, gesellt sich Sicht der MTU auch eine Anpassung der mit zu komplexen Kooperationsstruktu-
natürlich die Arbeit an generellen Ver- Logistikkonzepte. Ganz generell ist an- ren und ungünstiger Arbeitsverteilung
besserungen für einzelne Triebwerks- gesichts der deutlich steigenden Lebens- (nicht den Fähigkeiten entsprechend)
komponenten. Bei neuen Herstellungs- dauer von Kampfflugzeugen (10  000 vermeiden.
verfahren kommt das Gespräch früher statt 5000 Flugstunden zum Beispiel bei Die letzte Entscheidung hat wie
oder später auf den 3D-Druck, auch ad- der F/A-18E/F Super Hornet) zu über- immer die Politik, die weitere Geldgeber
ditive Fertigung genannt. Die Qualität legen, höherwertige Werkstoffe zu ver- durchaus begrüßen dürfte. Denn ein
des Bauteils muss dabei jedoch mindes- wenden, die auf der einen Seite länger neues Kampfflugzeug der nächsten
tens so gut sein wie bei herkömmlichen halten, auf der anderen aber in der An- Generation wird enorme Mittel für Tech-
Verfahren, und hier gibt es wohl gerade schaffung teurer sind. nologieentwicklung erfordern. Allein für
in den heißen Bereichen eines Trieb- Es gibt also jede Menge an Optionen das Triebwerk werden in den nächsten
werks noch einigen Bedarf an Technolo- abzuwägen. Die Entwicklerteams kön- Jahren etwa 150 Millionen Euro pro Jahr
gieentwicklung. nen dabei auf viele Jahre Vorarbeit durch notwendig sein, bei Gesamtkosten von
Neben der reinen Leistungsfähigkeit nationale Forschungsarbeiten in Deutsch­- etwa einer Milliarde Euro – zum Preis-
des Antriebs wird heute bereits bei der land und Frankreich zurückgreifen. Nun stand von 2018. FR

62 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


Paris Air Show-Extra
Kohlefaserrumpf-Technologien

Blick auf
die Röhre

Fotos: ATR, Leonardo (2)


Zwei Rumpfsegmente
Im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms „Clean werden gebaut. CFK-
Sky 2“ geht es auch um Verbesserungen für Regionalflugzeuge Beplankungen testete
man schon an einer
zum Beispiel durch einen fortschrittlichen Kohlefaserrumpf. ATR 72-600 im Flug.

M
it seinen ATR 42 und ATR 72 „Die Produktionsautomatisierung ist binen-Demonstrator, wird Vibrations-,
ist ATR (Avions de Transport auch ein sehr wichtiger Parameter, um Akustik-, Komfort-, Wärme- und Syste-
Régional) seit Jahren weltweit dies zu unterstützen.“ Es geht um Pro- mintegrationstests durchführen“, erläu-
Marktführer im Bau von Regionalver- zesse wie die automatische Faserplatzie- tert Vittorio Ascione, der bei Leonardo
kehrsflugzeugen mit Propellerturbinen- rung und die Komponentenintegration. für die Entwicklung verantwortlich ist.
Antrieb. Damit dies auch künftig so Die Wartbarkeit ist ebenfalls ein Derzeit werden Prüfungen an Ele-
bleibt, sind neben der ständigen Pro- wichtiger Faktor, weshalb eine Zu- menten und Unterkomponenten durch-
duktpflege durch den Hersteller auch standsüberwachung berücksichtigt wird: geführt. Ascione geht davon aus, dass
weiter reichende Forschungen für in die- „Wir verwenden sehr kleine Sensoren, „die Gewichts- und Kostensenkungsziele
sem Segment interessante Technologien die in das Verbundmaterial integriert für den Demonstrator dank leichterer
Teil des Clean-Sky-2-Programms. sind, um den Zustand des Rumpfes zu Strukturen und automatisierter und um-
Dazu gehört ein Verbundwerk- überwachen. Das hilft, den Wartungs- weltfreundlicherer Fertigungs- und Mon-
stoffrumpf-Projekt, mit dem technologi- bedarf vorherzusagen. Eingebettete Sen- tageprozesse zur Reduzierung der CO2-
sche Möglichkeiten hinsichtlich der soren im Rumpf erkennen auch, ob es zu Emissionen beitragen werden“. Darüber
Gewichtsreduzierung, der Kostensen- einem Aufprall wie einem Vogelschlag hinaus soll mehr Komfort dazu führen,
kung in den Herstellungsprozessen und (…) gekommen ist. All dies wird zu das Flugerlebnis der Passagiere in einem
der Überwachung des Zellenzustands im einer Reduzierung der Wartungskosten künftigen Regionalverkehrsflugzeug zu
Betrieb ausgelotet werden sollen. Als führen, wenn es schließlich in einem verbessern. FR

Koordinator der sogenannten Regional Serienflugzeug eingesetzt wird. Aber im KARL SCHWARZ
Aircraft Innovative Aircraft Demonstra- Moment ist es eine Technologieentwick-
tor Platform (IADP) ist Leonardo (An- lung, um zu beurteilen, ob wir diese Sys-
teilseigner an ATR) auch für dieses teme wirklich wirtschaftlich produzieren
Arbeitspaket zuständig. können“, sagt Den Boer.
„Die Erschwinglichkeit von Flug- Im ersten Quartal 2018 wurde
zeugen ist ein kritischer Parameter für die vorläufige Entwurfsüberprüfung
Regionalfluggesellschaften, und im Ver- eines Rumpfstrukturdemonstrators ab-
bundwerkstoffrumpf-Projekt verfolgen geschlossen. Das Projekt befindet sich
wir einen neuen Ansatz, bei dem wir uns nun in der Detailentwurfsphase, die
auf die Materialien konzentrieren und 2019 mit dem Einfrieren der Spezifikati-
versuchen, alle Designelemente des on enden soll, sodass dann die Herstel-
Rumpfes zusammen mit den neuen lung anlaufen kann. „Zwei vollwertige
Türen, neuen Fenstern, Spanten und Rumpfdemonstratoren werden getestet:
einer neuen Kabinenbodenstruktur zu Der erste, der Strukturdemonstrator, Die Kohlefaserstruktur wird für
integrieren“, sagt Ruud Den Boer, Pro- wird Ermüdungs- und Belastungstests möglichst hochautomatisierte
jektleiter bei Clean Sky, und fügt hinzu: unterzogen; der zweite, der Passagierka- Herstellungsverfahren ausgelegt.

FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 63


Paris Air Show-Extra

Show-Infos Die 53. Pariser Luftfahrt-


messe findet vom 17. bis
zum 23. Juni auf dem Flug-
hafen Le Bourget statt.
Von führenden Vertretern
der Branche bis zur großen
Flugshow wird viel geboten.

Besucher können die Messe vom


21. bis 23. Juni erleben, die ersten drei
Tage sind für Fachpublikum reserviert. Das
Gelände ist von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr
geöffnet. Tickets können online auf der
Website www.siae.fr/en/ erworben
werden. Ein Tagesticket kostet 15 Euro
pro Person. Wer die Flugvorführung von
Wer mit dem Auto anreist, der Tribüne aus beobachten möchte,
benötigt ein zusätzliches Tribünen-Ticket
wählt am besten die Auto-
für 11 Euro. Kinder unter sieben Jahren
bahn A1 Paris – Lille – Calais.
erhalten freien Eintritt auf das Gelände,
jedoch nicht auf die Tribüne. Studenten
mit vorheriger SIAE-Internetanmeldung
erhalten am 21. Juni freien Eintritt.

V
iele Wege führen Besucher auf die größte Luftfahrt-
messe der Welt – per Bus, Bahn, Flugzeug, Auto und
mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer ein Busticket
nach Paris bucht, erhält bei dem Unternehmen SoBus fünf
Euro Rabatt, der Code ist auf der Website von SIAE zu finden
(siehe Kasten). Dort finden sich auch Konditionen für einen
Flug mit Air France oder KLM in die französische Haupt-

Fotos: SIAE, Verrier SunlightImage


stadt, ein kostenloser Shuttlebus fährt vom Flughafen Charles Bei Anreise mit
de Gaulle. öffentlichen
Wer mit dem Auto anreist, nimmt laut Website auf der Verkehrsmitteln
Autobahn A1, Paris – Lille – Calais, die Ausfahrt 4b „La Cour- kann ein kosten-
neuve“. An den nachfolgenden drei Kreisverkehren führt der loser Shuttle-Bus
Weg zur Show zunächst zweimal über die vierte Ausfahrt, am genutzt werden.
dritten und letzten Kreisverkehr wird die erste Ausfahrt
empfohlen (siehe Karte oben). Parkmöglichkeiten gibt es an
der Autobahnabfahrt 4b, die Website nennt dafür Kosten von sowie der Tram 1 zum Ziel. Mit der Linie 7 ist an der Halte-
20 Euro pro Fahrzeug und 10 Euro für Motorräder. Der zweite stelle „La Courneuve – 8 mai 1945“ ein Umstieg in den
Parkplatz, genannt Villepinte, ist an der Autobahn A104, Bus 152 Richtung „Gonesse ZAC des Tulipes Nord“ erforder-
Ausfahrt 2 zu finden und kostet 12 Euro. Kostenlose Shuttle- lich. Der Ausstieg ist an der Haltestelle „Michelet – Parc
busse sorgen für die Weiterfahrt zur Messe. Dieser Parkplatz des Expositions“. Alternativ kann ab der Haltestelle „Fort
wird für Anreisen aus dem Osten und Norden empfohlen. d´Aubervilliers“ ein Shuttlebus genutzt werden. Die Line 12
Bei Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen erfordert an der Haltestelle „Porte de la Chapelle“ einen
die Veranstalter den Kauf eines Tagestickets. Die Züge RER Umstieg in den Bus 350 Richtung „Roissypole“ bis zur Halte-
der Linie B halten an den Stationen „Le Bourget“ oder „Ville- stelle „Michelet – Parc des Expositions“. FR

pinte“. Die Metro bringt Besucher mit den Linien 7 und 12 ASTRID KUZIA

64 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2019 www.flugrevue.de


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erfolgen durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH als
leistenden Unternehmer.
Militärluftfahrt
Iljuschin Il-76MD-90A

Russlands
neuer Militär-
66
transporter
FLUG REVUE Juli 2019
Das erste Serienflugzeug der Il-75MD-90A
wurde im Dezember 2015 ausgeliefert. Es
wurde nach dem früheren Iljuschin-Chef
Viktor Liwanow benannt.

Militärtransporter haben ein langes Leben. So setzt Russland weiter auf


die Iljuschin Il-76, die 1971 erstmals flog. Die nun in Uljanowsk gebaute
neue Variante Il-76MD-90A weist zahlreiche Verbesserungen auf.

A
Von PIOTR BUTOWSKI de. Wie so oft bei russischen Flugzeug- insgesamt 944 Il-76-Zellen hergestellt,
programmen hatte dieser Meilenstein darunter 52 für den Tanker Il-78 und 30
m 2. April dieses Jahres er- lange auf sich warten lassen: Bereits am für das Frühwarnflugzeug A-50. Die Vor-
hielt das neu aufgestellte 20. Dezember 2006 hatte die Regierung bereitung der Produktion in Russland
235. militärische Trans- in Moskau beschlossen, die Produktion dauerte lange. Die Montagelinie in Ulja-
portfliegerregiment der russischen Luft- der Il-76 (NATO-Code: Candid) im Werk nowsk wurde von Grund auf neu gebaut;
Fotos: Piotr Butowski

und Weltraum-Streitkräfte mit Sitz in Aviastar-SP in Uljanowsk in der neu ent- nur einige Produktionswerkzeuge für die
Uljanowsk das Flugzeug mit der Ken- wickelten Version wieder aufzunehmen. Montage unveränderter Komponenten,
nung RF-78655 – die erste Il-76MD-90A, Zuvor hatte das Werk in Taschkent, wie zum Beispiel Leitwerk und Klappen,
die an eine reguläre Einheit geliefert wur- das nun in Usbekistan liegt, seit 1973 wurden aus Taschkent übernommen.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 67


Militärluftfahrt
Iljuschin Il-76MD-90A

Mit einer großen Feier am 2. April wurde in Woronesch die


erste Maschine mit komplett neuer Ausrüstung übergeben.

Mit der RF-78650 begann im Umfassende Ausrüstung


September 2012 die Erprobung.
Die neue Iljuschin Il-76MD-90A erhielt
durchgehend modernisierte oder neue
Systeme. Unter anderem wird ein
um­fangreiches Selbstschutzsystem
installiert. Neu ist auch der elektro-
optische Sensor unter der Bugspitze.
Die Verglasung für den Navigator hat
man trotzdem beibehalten.

EloKa-
Antenne

Als Nächstes steht die Lieferung der


RF-78656 an, die hier in Woronesch
zu sehen ist.

elektrooptischer
Sensorbehälter
MOEVS-90A

Radar
Kupol-III-76MA
Fotos: Piotr Butowski, OAK

68 FLUG REVUE Juli 2019


Im Vergleich zur Il-76MD-Version tions- und Steuersystem Kupol-III- ner (RWR), laserbasierte, direktionale
verfügt die Il-76MD-90A über eine völ- 76M(A). Für die folgenden Flugzeuge Infrarot-Gegenmaßnahmen (DIRCM),
lig neue Flügelkonstruktion, die 2700 entwickelte das Unternehmen die brand- elektronische Gegenmaßnahmen (ECM)
Kilogramm leichter ist als bisher, aber neue PNPK-76-Suite. Das KSEIS-KN- sowie Täuschkörperwerfer hinten in je-
eine Erhöhung des Startgewichts auf 76-Cockpit verfügt über acht Farbbild- der Hauptfahrwerksgondel.
210 000 Kilogramm und der maximalen schirme. Der neue digitale Autopilot Der erste Prototyp (RA-78650) star-
Nutzlast auf 60 000 Kilogramm ermög- SAU-76 ermöglicht die Landung nach tete am 22. September 2012 zum Jung-
licht. Die neuen Aviadwigatel-PS-90A- ICAO-CAT-II-Bedingungen. fernflug. Zwei Wochen später vereinbar-
76-Triebwerke haben 33 Prozent mehr Unter dem Bug ist der elektroopti- te das Verteidigungsministerium die Lie-
Schub und einen zwölf Prozent geringe- sche Sensor MOEVS-90A der in Moskau ferung von 39 Il-76MD-90A im Wert
ren, spezifischen Kraftstoffverbrauch als ansässigen Firma MNITI installiert, der von 139,42 Mrd. Rubel, was 3,57 Mrd.
die bisher verwendeten D-30KP2. für das präzise Absetzen von Lasten bei Rubel oder 89 Mio. Euro (zum damali-
jedem Wetter und zu jeder Tageszeit so- gen Wechselkurs) für jedes Flugzeug
NEUE AVIONIK wie für die Unterstützung bei der Lan- entspricht. Ursprünglich sollte die Liefe-
Die Avionik und die meisten Flugzeug- dung auf schlecht ausgestatteten Flug- rung bis Ende 2018 abgeschlossen sein.
systeme wurden entweder ersetzt oder plätzen bestimmt ist. Die Besatzung Später wurde die Frist auf 2021 verlän-
modernisiert. Die ersten fünf Flugzeuge wird von sechs auf fünf reduziert. Die gert, aber es besteht keine Chance, die-
(RF-78650 bis 78654) verwenden noch neue Selbstverteidigungssuite BKO-76 sen Zeitplan einzuhalten.
das von der Kotlin Novator Company in umfasst ultraviolette Raketenanflug- Das erste Flugzeug aus diesem Ver-
Sankt Petersburg entwickelte Naviga- Warnsensoren (MAWS) und Radarwar- trag, die Seriennummer 01-05 (RF-

Radarwarn-
empfänger

Radarwarn-
EloKa- empfänger
Antenne

EloKa-
Antenne

Lenkwaffen-
Täuschkör- warnsystem L370-2 und
perwerfer Störsender LSZ100
UV-5

Lenkwaffen- Kommunika-
Warnsystem L370-2 tionssystem
und Störsender BKS-76
LSZ100

Radarwarn-
empfänger FLUG REVUE Juli 2019 69
Militärluftfahrt
Iljuschin Il-76MD-90A

78653), führte ihren Erstflug am 14.


August 2015 durch und wurde am 2. De-
zember 2015 in Uljanowsk übergeben.
Am nächsten Tag flog sie zum 610.
Erprobungs- und Besatzungstrainings-
zentrum in Iwanowo. Das zweite Serien-
flugzeug, 01-08, registriert als RF-78654,
flog am 15. Dezember 2015 und wurde
am 17. Januar 2016 nach Iwanowo gelie-
fert. Nach diesen beiden Flugzeugen
wurde die Produktion für drei Jahre un-
terbrochen, um auf die neue Ausrüs-
tung, einschließlich des neuen Naviga-
tions- und Steuersystems PNPK-76, zu Bei der Tankerversion Il-78M-90A ist
warten. Das dritte Serienflugzeug, RF- hinten am Rumpf der Schlauchbehälter
78655, das erste mit kompletter Ausrüs- montiert.
tung, flog am 7. November 2018. Für
dieses Jahr verspricht Iljuschin nun die
Lieferung von sechs Flugzeugen. 76MD-M. Dabei wird ein Teil der neuen
Avionik der Il-76MD-90A genutzt. Das
GROSSER BEDARF erste Flugzeug, die RF-76746, startete
Das Warten auf die neuen Systeme ist nach dem Upgrade am 28. Februar 2016
nicht der einzige Grund für die Verzöge- mit Tests. Zwei Einsatzflugzeuge des
rung des Il-76MD-90A-Produktionspro- 610. Zentrums in Iwanowo wurden bis
gramms. Während einer Konferenz mit Anfang 2019 aufgerüstet. Die russische
dem damaligen Vizepremier Dmitri Luftwaffe beabsichtigt, insgesamt 41 der
Rogozin im April 2017 hatte sich die technisch besten Il-76MD auf den MD-
Unternehmensleitung des Werks Avi- M-Standard zu bringen.
astar-SP über einen deutlichen Anstieg In der Vergangenheit wurde die Il-76
der Preise bei Subunternehmern be- zur Plattform für das Tankflugzeug Il-78
schwert, wodurch die Produktion unren- (NATO-Codename: Midas) und das
tabel geworden war. Russische Medien Frühwarnsystem A-50 (NATO: Main-
berichteten, dass das Werk eine Milliar- stay). Ebenso dient die Il-76MD-90A als
de Rubel (16,5 Mio. Euro zum damali- Basis für neue Il-78M-90A-Tankflugzeu-
gen Wechselkurs) durch die Produktion ge und A-100-Frühwarnsysteme.
der einzelnen Flugzeuge verlor und des- Der erste Tanker (Kennung RF-
halb eine Preisanpassung verlangte. 78741) flog ziemlich unfertig zum ersten
Wir kennen das Ergebnis der Ver- Mal am 19. Januar 2018, um ihn Präsi-
handlungen nicht, aber das Verteidi- dent Wladimir Putin während seines Be-
gungsministerium erklärt weiterhin sein suchs in Uljanowsk einige Tage später zu
starkes Interesse an neuen Flugzeugen zeigen. Dann kehrte das Flugzeug in die
und dürfte daher einen höheren Preis Montagehalle zurück, wo die Ausstat-
zahlen. Im Oktober 2017 sagte der Kom- tung fortgesetzt wurde. Elf Monate
mandant des russischen Lufttransport- später, am 27. Dezember 2018, fand der
kommandos, Generalleutnant Wladimir vierte Flug und der eigentliche Beginn
Benediktow, bei einem Treffen mit dem der Werkserprobungen statt.
Werkspersonal, dass sich der Gesamtbe- Bei seinem Besuch in Uljanowsk im
darf auf „150 bis 200 neue Il-76-Flug- August 2018 bestätigte der stellvertre-
zeuge“ beliefe. Man darf nicht vergessen, tende Verteidigungsminister für Beschaf-
dass Russland derzeit über etwa 100 mi- fungsfragen, Alexej Kriworutschko, die
litärische Il-76 verfügt, die in Orenburg, Absicht, 14 neue Il-78M-90A für die
Pskow, Seschcha, Taganrog, Twer und russische Luftwaffe zu bestellen. Das
Uljanowsk stationiert sind. maximale Startgewicht der Il-78M-90A
Fotos: OAK

Iljuschin bringt in Schukowski vor- wird auf 220 Tonnen erhöht, verglichen
handene Il-76MD auf den Standard Il- mit 210 Tonnen des bisherigen Il-78M.

70 FLUG REVUE Juli 2019


Daten Iljuschin Il-76MD-90A
Allgemeine Angaben
Das Flugzeug ist in der Lage, 40 Tonnen grau lackierte Flugzeug. Das Überwa- Konstrukteur: Iljuschin, Moskau
Treibstoff 5000 Kilometer vom Start- chungsradar der A-100 im Radom auf Hersteller: Aviastar-SP, Uljanowsk
Besatzung: 5
flugplatz entfernt abzugeben, verglichen dem Rumpfrücken verfügt über eine Soldaten: 146 oder 126 Fallschirmjäger oder
mit 3450 Kilometer für die Il-78M. aktive elektronische Strahlschwenkung 114 Verletzte oder 20 Schwerverletzte
Antrieb: 4 x Aviadwigatel PS-90A-76
in vertikaler Richtung und eine mechani- max. Dauerleistung: 4 x 143,13 kN
FRÜHWARNVERSION A-100 sche Abtastung horizontal; es arbeitet im Abmessungen
In den Jahren 2014 bis 2015 wurden zwei S-Band (7,5 bis 15 cm Wellenlänge). Länge: 46,60 m
Höhe: 14,76 m
Flugzeugzellen der ersten in Uljanowsk Das Flugzeug hat eine runde Verklei- Spannweite: 50,50 m
produzierten Serie von Il-78M-90A zu dung, in der die passive Funküber- Flügelfläche: 300 m2
Rumpfdurchmesser: 4,80 m
Berijew nach Taganrog überführt, um sie wachungsantenne am vorderen Rumpf Frachtraumlänge: 24,50 m mit Rampe
dort in die Prototypen der luftgestützten über dem Cockpit untergebracht ist und Frachtraumbreite: 3,45 m
Frachtraumhöhe: 3,40 m
Frühwarn- und Kontrollflugzeuge A-100 eine ähnliche, nach hinten gerichtete Frachtraumvolumen: 321 m3
umzubauen. Am 18. November 2017 Verkleidung an der Leitwerkswurzel. Massen
führte der erste von ihnen, die „7865“, Zahlreiche kleine Funkantennen sind Nutzlast: 60 000 kg
Tankkapazität: 109 500 l
den Erstflug durch. Das Flugzeug war um die Flugzeugzelle herum verteilt. max. Startmasse: 210 000 kg
noch nicht mit dem Missionssystem aus- Zwei an den Flügelspitzen aufgehängte Flugleistungen
Marschgeschwindigkeit: 820 – 850 km/h
gestattet. Die Tests mit dem fertigen Behälter können zur EloKa-Ausrüstung Dienstgipfelhöhe: 12 000 m
Flugzeug begannen am 8. Februar 2019 gehören. Eine Satellitenkommunikati- Startrollstrecke: 1450 m
Landerollstrecke: 930 m mit Umkehrschub
in Taganrog. Das einzige freigegebene onsantenne befindet sich auf dem Rumpf Reichweite: 4100 km mit 50 t Nutzlast, 5400
Foto vom Februar 2019 zeigt das bereits vor dem Flügel. FR km mit 40 t, 8500 km mit 20 t

Auch die Frühwarnflotte wird moder-


nisiert. Hier der erste Protoyp der
A-100, der in Taganrog mit den
Radarsystemen ausgerüstet wurde.

FLUG REVUE Juli 2019 71


Militärluftfahrt
Leichter Militärtransporter Iljuschin Il-112W

Neuer Anlauf

Ein Flugzeugprojekt mit der


Bezeichnung Il-112 wurde schon
vor 25 Jahren gestartet. Nun hat in
Woronesch der erste Prototyp des
leichten Militärtransporters Il-112W
seinen Jungfernflug vollbracht.

N
ikolai Kuimow, Chefpilot von
Iljuschin und „Held der Russi-
schen Föderation“, führte die
Besatzung an, als die Il-112W am
30. März beim Flugzeugwerk WASO in
Woronesch endlich zum Erstflug abhob.
Sie ist vor allem als Ersatz für die An-26
gedacht. „Die militärische Transport­ den russischen Luftstreitkräften ausge- Aber auch dies Werte erfüllt der erste
flotte muss modernisiert werden. Der schriebenen Wettbewerb um ein Trans- Il-112W-Prototyp nicht. Zum einen hat
Bedarf wird auf mehr als 100 Flugzeuge portflugzeug, das eine Nutzlast von 6000 das Startgewicht angesichts von zusätz-
geschätzt. Wir müssen diese Nische mit Kilogramm über eine Distanz von 3000 lich geforderter Ausrüstung zugenom-
den Produkten der inländischen Luft- Kilometer bei einer Reisegeschwindig- men, zum anderen gibt Iljuschins Chef-
fahrtindustrie füllen, die den Interessen keit von 650 bis 700 km/h transportie- konstrukteur Nikolai Talikow zu, dass
des Hauptkunden (...) dienen und die ren können sollte. Die Kosten erwiesen das Flugzeug aufgrund der schlechten
Auslastung der Luftfahrtindustrie sicher­ sich jedoch als zu hoch. Das Verteidi- Konstruktionsergebnisse übergewichtig
stellen“, sagte Denis Manturow, Minister gungsministerium weigerte sich, zusätz- ist. „Es fand ein Generationswechsel bei
für Industrie und Handel der Russischen liche Mittel bereitzustellen, und brach den Ingenieuren statt. Die neuen Mitar-
Föderation. das Programm am 14. Mai 2010 ab. beiter waren schwach, da die techni-
Bis das „erste militärische Transport- Am 14. November 2014 wurde das schen Universitäten an Popularität ver-
flugzeug, das in der postsowjetischen Projekt dann mit neuen, reduzierten An- loren haben.“ Außerdem „verließen im
Zeit von Grund auf neu gebaut wurde“ forderungen wieder aufgenommen. Jetzt Jahr 2010, als die Arbeiten an der Il-112
an den Start gehen konnte, war es aller- muss die Il-112W eine Nutzlast von eingestellt wurden, ganze Abteilungen
dings ein langer Weg. Gemäß einer Re- 5000 Kilogramm über 1200 Kilometer unser Unternehmen und gingen zu Irkut,
gierungsentschließung vom 4. Novem- befördern können, wenn von einer 1200 wo die Löhne fast dreimal höher waren“.
ber 1994 sollte die Il-112 nämlich Meter langen Bahn gestartet wird. Nun wird das Il-112-Design korri-
ein Regionalverkehrsflugzeug werden, Grund für die Änderung: Es fehlt ein ge- giert, um das Gewicht der Zelle zu redu-
doch Gelder sind flossen nie geflossen. eignetes Triebwerk, sodass man auf zwei zieren. „Wir ändern sekundäre Elemen-
Anschließend wurde das Design wieder- Klimow TW7-117ST mit einer maxima- te, die die Festigkeit der Konstruktion
belebt und mehrfach modifiziert. len Startleistung von 2280 Kilowatt nicht beeinflussen und (…) führen Ver-
Am 8. April 2003 gewann das Projekt (3100 shp) zurückgreifen muss – die bundwerkstoffe ein“, sagte Talikow und
Il-112W (wojennij = militärisch) den von stärksten Propellerturbinen Russlands. versprach, dass die nächsten Il-112W

72 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Start zum Erstflug. Für die Ermüdungsversuche wurde
Seit Dezember wurden ein Rumpf per Lkw von Woronesch
umfangreiche Bodentests zum ZAGI in Schukowski gebracht.
durchgeführt.

leichter werden. In seiner endgültigen Daten Iljuschin Il-112W


Konfiguration wird sie über eine leis- Allgemeine Angaben
tungsstarke Selbstschutzanlage, Warn- Konstrukteur: PJSC Iljuschin
sensoren, Störsender und Täuschkörper- Hersteller: PJSC WASO, Woronesch,
mit Zulieferungen diverser Firmen
werfer verfügen sowie über Systeme für Besatzung: 2
Infrarot-Gegenmaßnahmen (DIRCM). Triebwerk: 2 x Klimow TW7-117ST
Für die weitere Zukunft erwägt Ilju- Startleistung: 2 x 2280 kW (3100 shp)
Notleistung 2 x 2445 kW (3325 shp)
schin neue Triebwerke. Klimow aus Abmessungen
Sankt Petersburg entwickelt Turboprop- Länge: 24,15 m
Triebwerke der nächsten Generation in Höhe: 8,89 m
Spannweite: 27,6 m
der Leistungsklasse von 5000 shp mit der Flügelfläche: 65 m²
Bezeichnung PDV-S (Perspektiwnij Dwi- Rumpfdurchmesser: 3,29 m
gatel Vertolyotnij, Samolyotnij / zukünfti- Massen
Nutzlast: 5000 kg
ger Antrieb für Hubschrauber und Flug- Kraftstoff: 7200 kg
zeuge), aber sie werden nicht vor 2025 maximale Startmasse: 21 000 kg
bis 2028 verfügbar sein. Berücksichtigt Flugleistungen
werden könnte auch der neue SM- Marschgeschwindigkeit: 450 - 500 km/h
Dienstgipfelhöhe: 7600 m
100-Turbofan der Moskauer Firma Saljut Startstrecke: 1200 m
in der Schubklasse 30 Kilonewton. FR Reichweite mit 5000 kg Nutzlast: 1200 km
Reichweite mit 3500 kg Nutzlast: 2400 km
PIOTR BUTOWSKI

Der Rumpfdurchmesser der Il-112W


ist etwa 15 Zentimeter geringer als
der der C-27J Spartan.

Fotos: Iljuschin

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 73


Militärluftfahrt
Lockheed Martin F-35 Lightning II

Internation 

Japan plant eine große F-35A-Beschaffung.


Die ersten Piloten wurden ab Dezember 2016
in Luke ausgebildet.
Foto: Ted Carlson

74 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


 ale Schule
Von TED CARLSON / KS Nach Jahrzehnten als Schulbasis für die F-16
wird Luke AFB in Arizona nun zum zentralen
Ausbildungsstützpunkt für die F-35 der
US Air Force und internationaler Kunden.

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 75


Militärluftfahrt
Lockheed Martin F-35 Lightning II

F
ighting Falcons haben den Betrieb auf der Luke über 300 Flugstunden auf der F-35A“, erläuterte Oberstleut-
AFB so lange geprägt, dass sie aus der riesigen nant Eric „Bodhi“ Puels bei einem Besuch der FLUG REVUE
Basis nordwestlich von Phoenix in Arizona gar in Luke. „Vor allem haben sie die Erfahrung und Ruhe, um mit
nicht wegzudenken sind. Der langsame Abschied den unterschiedlichen Kulturen der Kunden zurechtzukom-
von der F-16 läuft aber bereits. Noch gibt es vier men und Sprachbarrieren zu überwinden“, findet Puels. „Die
Staffeln für die Ausbildung der Piloten, aber die gleichen acht von uns haben Piloten aus Israel, Japan und nun
Lockheed Martin F-35A hat schon kräftig aufgeholt. Der Südkorea geschult und dabei feste Verbindungen mit den Luft-
Stealth-Fighter wird von der 61st Fighter Squadron „Top streitkräften dieser Länder aufgebaut.“
Dogs“, der 62nd FS „Spikes“ und der 63rd FS „Panthers“ ge- „Das Ausbildungsprogramm für die F-35 basiert in vielen
flogen, dazu kommt die 944th Operations Group Detachment Punkten auf dem, was wir über Jahrzehnte mit der F-16 ge-
2 „Ninjas“ des Air Force Reserve Command. lernt haben“, so Puels. „Wir beginnen im Simulator mit den
Die „Ninjas“ sind vor allem für die Ausbildung von Piloten Basics, der Einweisung in den Instrumentenflug und einer
der Länder zuständig, die keine F-35-Partnernationen sind, ganzen Menge Notverfahren.“ Dann folgen die ersten Flüge in
sondern die Lightning II über Foreign-Military-Sales-(FMS-) der F-35A – immer gleich solo, denn ein Doppelsitzer existiert
Verträge des Verteidigungsministeriums erworben haben. Da- nicht. Das Handling ist kein großes Problem, sodass „wir sehr
zu zählen Israel, Japan und Südkorea sowie künftig voraus- schnell in die taktische Phase übergehen, zu ersten Luftkampf-
sichtlich Belgien. manövern und Abfangübungen. Als Nächstes erfolgt die Schu-
Der Ausbildungsumfang hängt dabei von den individuel- lung im Angriff auf Bodenziele. Hier gibt es schon Unterschie-
len Vereinbarungen mit den Kunden ab. So ist zum Beispiel de zur F-16, zum Beispiel in Bezug auf das viel bessere Radar
das Programm für die erste Gruppe von japanischen Flug- und die ausschließliche Nutzung von Präzisionsbomben“,
zeugführern bereits abgeschlossen. Das Training startete im fährt Puels fort.
Dezember 2016, wobei zeitweise fünf japanische F-35A in Weitere Schritte sind die taktische Ausbildung in der
Luke stationiert waren. Nach der Überführung der Kampf- Vierergruppe und spezielle Einsatzverfahren zum Beispiel bei
flugzeuge nach Misawa wurden einige Fluglehrer des Detach- der Bekämpfung von Luftabwehrstellungen. „Wir machen viel
ment 2 nach Japan abgeordnet, um einen Teil der Fortgeschrit- im Simulator, der sehr realistisch ist und bei dem wir keine
tenenausbildung, wie den Einsatz in größeren Formationen, Beschränkungen bezüglich des Luftraums und der Feind-
dort zu betreuen. darstellung haben“, erzählt Puels.
Den Japanern folgten im vergangenen Sommer die Südko- „Wir haben zwar große Übungsräume ganz in der Nähe,
reaner, die zunächst drei ihrer Flugzeuge in Luke stationiert aber für die Einsatzverfahren eines Stealth-Musters wie der
haben. Geplant sind später sechs, die dann gegen Ende 2019 F-35A wird noch viel mehr Luftraum benötigt, und wir arbei-
nach Südkorea überführt werden sollen, wenn die ersten acht ten derzeit mit der FAA an dem Problem“, erklärt Oberst­
Piloten qualifiziert sind. leutnant Curtis „Cooter“ Dougherty vom 56th Fighter Wing
Bei den „Ninjas“ fliegen rund ein Dutzend sehr erfahrene der USAF, dem die F-35-Staffeln in Luke unterstehen. Laut
Fluglehrer als Reservisten. „Wir sind die erfahrenste F-35-Staf- Dougherty ist ein großes Plus von Luke der Pool an sehr
fel, denn die meisten unserer Piloten haben inzwischen weit erfahrenen Fluglehrern.

76 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Bis zu fünf F-35A der japanischen Luft-
streitkräfte waren in Luke stationiert.

„Was die ausländischen Crews und Mechaniker hier be- Obwohl die meisten Länder nach einer Anfangsphase ihre
trifft, so ist dies ein täglicher Schmelztiegel von Erfahrungen Pilotenausbildung dann bei sich durchführen, wird der F-35A-
und Ideen, und wir alle können voneinander lernen“, so Bestand in Luke noch weiterwachsen. „Langfristig werden wir
Dou-gherty. Die weitgehende Standardisierung ermöglicht wohl sechs USAF-Staffeln hier haben, dauerhaft eine kleine
einen flexiblen Einsatz der Flugzeuge und des Personals, wobei norwegische Präsenz und verschiedene FMS-Kunden“, blickt
die F-35-Programmpartner in einzelne USAF-Staffeln in- Dougherty voraus. Auch die F-16 wird vielleicht nicht ganz
tegriert werden, wie die Australier in die 61st FS, die Italiener verschwinden. „Wir prüfen, ob die Fighting Falcon nicht ein
in die 62nd FS, die Norweger ebenso in die 62nd Fighter Squa- gutes Aggressor-Flugzeug für Luftkampfübungen ist, das wir
dron und die Türken in die 63rd FS. hierbehalten sollten. FR
Fotos: Ted Carlson (1), USAF

Seit Juli 2018 ist die erste Gruppe von südkoreanischen Die RAAF plant, bis 2021 Flugzeuge für die Ausbildung in
Piloten in der Flugausbildung. Luke zu stationieren. Sie sind der 61st FS angegliedert.

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Freundeskreis Luftwaffe

Editorial Gruppenbild mit


Eurofighter in einer
Sehr geehrte, liebe Mitglieder
der Boxen in Neuburg.
des Freundeskreises,

wir werden immer


wieder gefragt, warum
wir derzeit keine vom
Vorstand organisierten
Veranstaltungen an­
bieten. Der dabei mit­
schwingende Unmut
ist völlig verständlich.
Ich hatte dazu bei unserer Mitgliederver­
sammlung Stellung bezogen.
Zeitgleich mit dem personellen Wechsel
im Vorstand beginnend hatte der Verein
mit der Umsetzung der Datenschutz­
grundverordnung eine „Herkulesauf­
Zu Besuch beim
gabe“ zu bewältigen. Hinzu kommen die
damit ausgelöste Reorganisation unserer
Verwaltungsabläufe und die Aktualisie­
TaktLwG 74 in Neuburg
rung des Mitgliederdatenbestandes. Am 18. April machte sich die Sektion München des Freundeskreises
Beide Aufgaben sind noch nicht gänzlich
Luftwaffe auf nach Neuburg an der Donau. Das dort beheimatete
abgeschlossen.
Da wir nur eine sehr begrenzte Arbeits­ Taktische Luftwaffengeschwader 74 versprach interessante Einblicke in
kapazität haben, mussten andere Aktivi­ die Technik des Eurofighters. Und dieses Versprechen wurde gehalten.
täten zurückstehen. Unter anderem war
es nicht möglich, unseren Mitgliedern
wie gewohnt zu Jahresbeginn ein um­
fangreiches Veranstaltungsprogramm an­
N ach einem Exkurs durch die Aufga­
ben des Geschwaders und seine Zu­
sammenstellung durften die Teilnehmer
Ein weiterer interessanter Bestandteil
des Besuchs war ein Blick in die wehrge­
schichtliche Sammlung des Taktischen
zubieten. Wir sind froh, dass wir wenigs­ der Exkursion den Eurofighter hautnah Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg.
tens im Februar den instruktiven Besuch in der Instandsetzungshalle des Ge­ Die Mitglieder des Freundeskreises der
in Eindhoven und vor der Mitgliederver­ schwaders in Neuburg erleben. Dieses Luftwaffe begutachteten die Exponate in
sammlung die Informationsveranstaltung hochmoderne Kampfflugzeug wurde den der alten Flugzeughalle, die jedem Muse­
bei der Flugbereitschaft BMVg organisie­ Mitgliedern des Freundeskreises der um zur Ehre gereichen würden. Entspre­
ren konnten. Wir werden uns bemühen, Luftwaffe von Oberfeldwebel Baumann chend begeistert zeigten sich die Besu­
Ihnen noch in diesem Jahr einige interes­ erklärt. Hoch kompetent führte er die cher, die von Ulrich Mocka durch die
sante Veranstaltungen anzubieten. Gäste in die Technik des Kampfflug­ Ausstellung geführt wurden. Der Haupt­
Aufgrund der Belastung der Geschwader zeugs ein. mann a.D. hat in akribischer Kleinarbeit
wird es für uns zunehmend schwieriger,
Jugendinformationswochen zu realisie­
ren. Daher freut es uns umso mehr, die
Zusage für eine Jugendwoche beim Takti­
schen Luftwaffengeschwader 31 „Boel­
cke“ in Nörvenich zu haben. Es sind dort
noch Plätze für junge Leute mit Interesse
Fotos: Manfred Dittenhofer

an der Luftfahrt frei.

In der Hoffnung, Ihnen in Kürze wieder


das gewohnte Spektrum an Aktivitäten
anbieten zu können, grüßt Sie herzlich
Die militärhistorische Sammlung in Neuburg zeigt neben Flugzeugen auch Funde
Ihr Peter Lahl, Präsident aus der Umgebung des Platzes, dessen Geschichte bis 1936 zurückreicht.

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Geschäftsstelle
Die Geschäftsstelle Freundeskreis Sektion Dresden
Luftwaffe ist temporär Mo, Di, Mi
Leiter Rainer Appelt,
vormittags besetzt.
Minna-Herzlieb-Str. 41, 02828 Görlitz
Tel. +49 2203 64815 Tel.: 02203 / 9619124
Fax +49 2203 800397 E-Mail sektion-dresden@freundeskreis-
Homepage luftwaffe.de
www.freundeskreis-luftwaffe.de
Sektion München
E-Mail
Leiter Heinz Gerrits,
office@freundeskreis-luftwaffe.de
Gustav-Mahler-Weg 13, 85598 Baldham
Anschrift
Tel.: 02203 / 9619127
Freundeskreis Luftwaffe e.V.,
E-Mail: sektion-muenchen@freundeskreis-
Geschäftsstelle, Wahn 504 / 10,
luftwaffe.de
Postfach 906110, 51127 Köln
Bankverbindung Sektion Berlin
VR-Bank Rhein-Sieg eG Leiter Günther Hoffmann,
BIC: GENODED1RST Parkviertelallee 7, 14089 Berlin
IBAN: DE 05 3706 9520 1114 5450 11 Tel.: 02203 / 9619125
Referent für Presse- E-Mail: sektion-berlin@freundeskreis-
und Öffentlichkeitsarbeit luftwaffe.de
als aktiver Traditionsoffizier des Neu- c/o Geschäftsstelle FKLw,
burger Geschwaders und später nach E-Mail: presse@freundeskreis-luftwaffe.de Sektion Nörvenich
seiner Pensionierung die Ausstellung Generalsekretär Leiter Marc Rosenkranz,
konzipiert. Heribert Breuker Vettweißer Straße 20, 52391 Vettweiß
Zu jedem Exponat, vom kompletten Tel.: 02203/96191 22 Tel.: 02203 / 9619126
Flugzeug bis hin zu technischen Details E-Mail: generalsekretaer@freundeskreis- E-Mail sektion-noervenich@freundeskreis-
und der Darstellung der Arbeiten und luftwaffe.de luftwaffe.de
des Lebens auf dem Fliegerhorst von sei-
nen Anfängen bis heute, kennt Mocka
eine eigene Geschichte, die er lebendig
erzählte. So kann man in der wehrge-
schichtlichen Sammlung die Vorgänger
Freundeskreis bei der Flugbereitschaft
des Eurofighters besichtigen: die F-4F ten der Bundesrepublik
Phantom, die F-104 Starfighter und die Deutschland, zum Beispiel
F-86K Sabre. Aber es geht nicht nur um bei Staatsbesuchen, zum
die Flugzeugtechnik. Mocka hat zusam- Aufgabenspektrum. Diese
men mit anderen Geschwaderangehöri- Aufträge werden vom
gen die Geschichte des Verbandes leben- Bundesministerium der
dig eingefangen. So fanden sich die Be- Verteidigung erteilt. Die
sucher unvermittelt zuerst in einer mili- besondere Aufmerksam-
tärischen Unterkunft und dann in dem keit der Besucher fand die
Gefechtsstand wieder. Mocka lieferte Schilderung von medizini-
Geschichte zum Anfassen.
V or der diesjährigen Mitgliederver- schen Evakuierungsflügen von Kranken
FR

MANFRED DITTENHOFER sammlung besuchten 20 Mitglieder und Verwundeten (MedEvac) sowie die
des Freundeskreises Luftwaffe die Flug- Luftbetankung mit dem Airbus A310
bereitschaft in Köln-Wahn. Der Vortrag MRTT.
Zum Geburtstag über den Aufbau und die Aufträge des Nach dem sehr informativen Vor-
Im Namen des Vorstands gratuliert Präsident Verbandes machte die außergewöhnli- trag erhielten die Teilnehmer die Mög-
Peter Lahl den folgenden Jubilaren, die im Juli che, nicht einfache Doppelrolle dieses lichkeit, das neueste Luftfahrzeug der
Geburtstag haben, ganz herzlich: Transportverbandes an den Standorten Flugbereitschaft BMVg, den Airbus
Horst Templin (90), Reinhold Reeh (87), Köln-Wahn und Berlin-Tegel deutlich. A321, der seit Dezember 2018 zum
Hans-Joachim Griese (86), Klaus Fabian (85), Neben Einsatzaufträgen – Lufttrans- Einsatz kommt, von außen und innen
Armin Scholze (84), Jürgen Maasch (84),
Foto: Freundeskreis Luftwaffe

port- und Luftbetankungseinsätze –, die zu besichtigen. Hierbei wurden die Un-


Jürgen Rampke (83), Horst Zimmermann
(82), Horst Nußholz (82) Botho Engelien (81),
vom Europäischen Lufttransportkom- terschiede zur A319 erläutert und der
Peter Pausinger (81), Klaus Breckwoldt (81), mando (EATC) erteilt werden, gehören spezielle Innenraum mit Delegationsbe-
Fritz Weber (80), Manfred Winter (80), die Durchführung des politisch-parla- reich und Privat-Office dargestellt.
Stefan Rath (75), Otto Urban (70) mentarischen Flugbetriebes und auch Auch eine detaillierte Einweisung in
der Transport von hochgestellten Gäs- das Cockpit gehörte zum Programm.

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Technik
Head-up-Displays

Voller Durchblick
Die Darstellung von Fluginformationen direkt im Blickfeld des Piloten gehört
bei Kampfflugzeugen seit Langem zum Standard. Preisgünstigere Geräte sind
nun selbst für Geschäftsreisejets und Privatflugzeuge erhältlich.

D
Von KARL SCHWARZ zeugen noch längst nicht zur Grundaus-
stattung selbst von Verkehrsflugzeugen,
er Blick nach draußen ist geschweige denn von Geschäftsreisejets
für die Crew auch in den oder gar noch kleineren Maschinen. Dies
heutigen Flugzeugen mit liegt zum einen am Preis und zum ande-
all ihren hochgezüchteten Systemen und ren am nötigen Einbauraum. Auf beiden
großen Farbdisplays essenziell. Nach ei- Gebieten gab es aber in den vergangenen
ner Studie der Flight Safety Foundation Jahren erhebliche Fortschritte, sodass nun
wären jedenfalls ein Drittel aller Unfälle ein erweitertes Angebot verfügbar ist.
von mit Bildschirm-Cockpit bestückten Die Grundaufgabe eines HUD ist da-
Turboprops und Jets vermeidbar gewe- bei in allen Preis- und Leistungsklassen
sen, wenn die Maschinen mit einem identisch: Es geht darum, wesentliche
Head-up-Display (HUD) ausgestattet Fluginformationen auf einer Display-
gewesen wären – und der Pilot somit scheibe direkt vor dem Kopf des Piloten
statt der Instrumente die Umgebung im zu präsentieren. Diese Scheibe ist für
Blick behalten hätte. von außen einfallendes Licht fast voll-
Trotz der vermeintlichen Vorteile ge- ständig durchsichtig, reflektiert aber in
hören HUDs aber außer in Kampfflug- einem engen Wellenlängenbereich die

über Optiken oder Lichtleiter einge-


spiegelten Daten. Diese erscheinen
meist grün leuchtend, neuerdings aber
auch schon in roten und grünen Far-
ben.
Wie umfassend die dargestellten
FalconEye mit Infrarotbild unten und Informationen sind, hängt von der Phi-
virtueller Landschaftsdarstellung oben losophie des jeweiligen Avionik- oder
im neuen CVS-Modus.

82 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Realer Blick durch ein Head-up-Display
FalconEye in der Falcon 900LX. Wichtig
sind Helligkeit und Kontrast.

Flugzeugherstellers ab. Meist wird ver- Enhanced Vision Systems einzuspiegeln, Derart umfassende Systeme, die den
sucht, die Symbolik der Displays auf was bei Schlechtwetteranflügen sehr Einbau von Sensoren (Wärmebildkame-
dem Instrumentenbrett aufzugreifen, hilfreich ist. Alternativ oder kombiniert ras, teils in verschiedenen Wellenlängen-
sodass die Piloten nicht umdenken müs- kann auch eine synthetische Anzeige der bereichen sowie TV-Kameras) im Bug
sen. Neben den Daten wie Geschwindig- Umgebung präsentiert werden, basie- erfordern, finden sich derzeit nur in
keit, Höhe, Steig- und Sinkraten, Flugla- rend auf der eigenen Position und ge- Business Jets der Oberklasse wie den
ge und Flugrichtung besteht seit einiger speicherten Gelände-/Bebauungsdaten Falcons von Dassault Aviation,
Zeit die Möglichkeit, Infrarotbilder von (Combined Vision System). Gulfstream G500/600 und G650 oder

Fotos: Dassault Aviation


www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 83
Technik
Head-up-Displays

Bombardier Global 6000 und 7500. Bei


seinem FalconEye genannten System
verwendet Dassault ein HUD von Elbit,
während Gulfstream und Bombardier
auf Systeme von Collins Aerospace (frü-
her Rockwell Collins) zurückgreifen.
Das HGS-6250 von Collins bietet in
diversen Gulfstreams ein Sichtfeld von
42 Grad horizontal und 30 Grad ver-
tikal. Die Auflösung wird mit 1600 x
1024 Bildpunkten angegeben, bei einer
maximalen Helligkeit von 4000 Foot-
Lamberts (zum Vergleich: In dunklen
Kinosälen werden 16 Foot-Lamberts
empfohlen). Das Gewicht der ausklapp-
baren Displayscheibe liegt bei zwei Kilo-
gramm, dazu kommen knapp 13 Kilo-
gramm für das Projektionssystem an der
Cockpitdecke und sechs Kilogramm für
den im Avionik-Rack verstauten Steuer-
computer. Für leichte und mittelgroße
Geschäftsreisejets offeriert Collins Aero-
space sein HGS-3500, das nur noch aus
einer einzigen, an der Cockpitdecke ins-
tallierten Box besteht. Erstmals verwen-
det wurde es in den Embraer-Jets Legacy
450 und Legacy 500. Das HGS-3500
stützt sich auf die Collins-Pro-Line-Fusi- Das kompakte HGS-3500 wurde von Collins Aerospace speziell für
on-Avionik und kostet inklusive Einbau leichte und mittelschwere Geschäftsreisejets entwickelt. Es arbeitet
etwa 150 000 Dollar (133 000 Euro). mit optischen Wellenleitern und einem LCD-Microdisplay.
Konkurrenz bekommt das HGS-
3500 durch das im Mai 2017 angekün-
digte Garmin GHD 2100, das ebenfalls Gleich mehrere Flugzeugklassen heit, die sich die Flugdaten vom Avio-
für kleinere Business Jets gedacht ist. Es niedriger angesiedelt ist das SkyDisplay niksystem des Flugzeugs besorgt. Die
bietet ein Sichtfeld von 30 x 24 Grad HUD-LCD 180 von MyGoFlight, das Anzeige des SkyDisplay ist nicht genau
und ist in der Lage, die Umgebung selbst für Einmots wie die für Tests ver- mit der Umgebung kalibriert, was aber
künstlich in 3D darzustellen. In Kombi- wendete Cirrus SR22 geeignet ist. Die die praktische Nutzung nicht beeinträch-
nation mit der G5000-Avionik wird das Displayeinheit (Auflösung: 480 x 240 Pi- tigt. Die generelle Zulassung des Sky-
Garmin-HUD zunächst für die Cessna xel) wiegt nur 500 Gramm, dazu kom- Display soll bis zum Sommer vorliegen,
Citation Longitude angeboten. men der Rechner und eine Interface-Ein- wobei dann jedoch für die Installation in

Das SkyDisplay bietet grüne und rote Darstellungen und eine


umfassende Datenanzeige. Es ist selbst für Einmots geeignet. Tests
wurden mit der Cirrus SR22 durchgeführt.

84 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Garmin baut sein Avionikangebot mit dem GHD 2100 weiter aus, das
zunächst für die Cessna Citation Longitude erhältlich ist. Dort ergänzt es
die G5000-Avionik und nutzt zum Beispiel ähnliche Symbologien.

jedes Muster eine spezielle ergänzende von Epic Optix, ein tragbares HUD, das zons und andere). Das HUD wird mit
Musterzulassung notwendig ist. Bisher nur 750 Gramm wiegt und außer der einer Klemmhalterung an der Instru-
hat MyGoFlight Geräte für Cirrus-Ein- Stromversorgung nicht auf Flugzeug- mentenbrettabdeckung befestigt. Auf
mots, den Vision Jet, die Cessna 421, Ci- systeme angewiesen ist. Seine Infos dem Display werden 1280 x 480 Pixel
tation Mustang und CitationJet verkauft. bekommt das Eagle über WLAN von dargestellt, bei einem Blickwinkel von
Der Einführungspreis liegt bei 25 000 einem Apple- oder Android-Tablet mit 13 Grad horizontal. Das Epic Eagle wird
Dollar (22 300 Euro) plus Installation. der passenden EFB-Software (Foreflight, als Option für Cessna- und Beechcraft-
Ein Zehntel so viel kostet das Epic Eagle WingXPro, Garmin Pilot Appareo Hori- Kolbenmotormuster angeboten. FR

Einen vergleichsweise kleinen Blickwinkel bietet das mit unter 2000


Dollar sehr günstige Epic Eagle, das gerade einmal 19,9 x 32,5 x 12,0
Zentimeter groß ist und auf das Instrumentenbrett passt.
Fotos: Collins Aerospace (1), Epic Optix (2), Garmin (1), MyGoFlight (2)
www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 85
Technik
e.SAT Silent Air Taxi

D
ienstreise von Aachen nach Mag-
deburg: Auto? Bahn? Oder doch
ein Linienflug mit der nötigen
Verbindung zu einem der großen Flug-
häfen und langen Eincheckzeiten? Nein!
Mal eben über das Internet oder per

Überregional mobil
App buchen, am nächsten Morgen ein
paar Minuten Fahrt zum nahe gelegenen
Flugplatz Merzbrück, rein in den Flieger
und zweieinhalb Stunden später Lan-
dung in Magdeburg. Das soll das Silent
Air Taxi (SAT) bieten. Flächendeckend In Aachen wird mit dem Silent Air Taxi ein neues Lufttaxi-
in Deutschland. Konzept entwickelt. Das zugehörige viersitzige Flugzeug im
Beteiligt an diesem Projekt sind
mehrere Einrichtungen der Rheinisch- Boxwing-Design soll 500 Kilometer weit kommen und mit
Westfälischen Technischen Hochschule Hybridantrieb extrem leise sein.
(RWTH) Aachen, das Institut für Luft-
und Raumfahrtsysteme (ILR), das Insti-
tut für Strukturmechanik und Leichtbau Ideen für „Urban Air Taxis“ mit einem maximalen Startgewicht von etwa
(SLA), das Institut für Strahlantriebe senkrecht startenden, meist drohnen- 1600 Kilogramm und einer Reise-
und Turbomaschinen (IST) und das ähnlichen Fluggeräten, die innerstädti- geschwindigkeit von 300 km/h vor. Das
Werkzeugmaschinenlabor (WZL), aber sche Stationen miteinander verbinden Flugzeug hat keine Druckkabine, als
auch die Strömungsmechaniker und sollen, sprießen gerade wie die Früh- Flughöhe ist FL 100, also gut 3000 Me-
Aerodynamiker der Fachhochschule lingsblumen aus dem Boden. Das SAT- ter, vorgesehen. Die Nutzlast für die vier
Aachen. „Wir versuchen, alle Kom- Konzept unterscheidet sich davon – weil Passagiere liegt bei 450 Kilogramm.
petenzen miteinzubeziehen“, sagt Prof. es eben nicht „urban“ ist. Die Aachener Vollbeladen soll das Flugzeug etwa 500
Eike Stumpf, Leiter des ILR und Tech- sind sicher, eine andere Lücke im Luft- Kilometer weit kommen, mit zwei Passa-
nischer Direktor Gesamtentwurf bei der verkehr entdeckt zu haben. Städte sollen gieren sind 1000 Kilometer anvisiert.
im Dezember 2018 für die Entwicklung verbunden werden, unterhalb der „Boxwing ist kompakt und hocheffizi-
und Produktion des Flugzeugs gegrün- Schwelle des regulären Linienverkehrs. ent“, sagt Frank Janser, Professor für Strö-
deten e.SAT GmbH. Dazu kommen Geflogen werden soll von regionalen mungsmechanik und Aerodynamik an der
Partner wie weitere RWTH-Institute, Flug- und Verkehrslandeplätzen aus, FH Aachen sowie Co-CEO und Techni-
das DLR, der Flugplatz Merzbrück und die eine Startbahn von mindestens 400 scher Direktor Aerodynamik bei e.SAT,
aus der Industrie. Der Zeitplan ist Metern Länge aufweisen müssen. zum Entwurf. Flatterprobleme, die dieses
durchaus sportlich: 2022 soll der selbst Der Vorentwurf des Flugzeugs für Design bei höheren Geschwindigkeiten
entwickelte Flieger zum Erstflug starten, diesen Taxidienst ist nach Angaben von habe, stellten sich beim SAT gar nicht erst
2024 die Musterzulassung erfolgen und Eike Stumpf abgeschlossen und sieht ein, so Stumpf. Das Fahrwerk ist im Vor-
der Taxi-Service seinen Dienst aufneh- einen Viersitzer in Boxwing-Konfigurati- entwurf noch starr ausgelegt. Ob das so
men. on mit einer Spannweite von 10 Metern, bleibt, ist noch nicht entschieden.

86 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


hohe Steigrate ermöglichen, um den knüpft werden, ein kleines, elektrisch
Lärm am Boden gering zu halten. betriebenes Stadtauto, dessen Massen-
produktion vor einigen Wochen ange-
GERINGE LÄRMENTWICKLUNG laufen ist. Günther Schuh, der Kopf
„Kleine Flugzeuge können mit einer hinter dem e.Go, Professor für Produk-
Gasturbine nicht effizient betrieben wer- tionssystematik und Direktor des reno­
den. Es muss ein Kolbenmotor sein“, er- mmierten WZL der RWTH Aachen, ist
klärt Prof. Peter Jeschke, Leiter des IST als CFO und Technischer Direktor Pro-
sowie Co-CEO und Technischer Direk- duktion & Qualität auch beim e.SAT
tor Powertrain bei e.SAT. Mit einem mit an Bord. Zu seinen Zuständig-
alleinigen Elektroantrieb seien die ange- keiten gehört die spätere möglichst effi­
strebten Flugleistungen nicht zu errei- ziente Produktion. Ein Gesichtspunkt,
chen, stellt er klar. Perspektivisch seien der während der gesamten Entwurfs-
auch andere Antriebskonzepte und phase berücksichtigt werde, erläutert
Energiequellen wie Brennstoffzellen Frank Janser.
denkbar. „Diese Option halten wir uns Ein Betreiber, der bei e.SAT die Flug-
ganz klar offen“, so Jeschke. Nicht nur zeuge kaufen und den Taxibetrieb durch-
beim Antrieb setzten die Aachener auf führen soll, wird noch gesucht. Bei
Flexibilität. Die modulare Auslegung e.SAT hat man sich natürlich Gedanken
soll eine Cargo-Variante ebenso ermög- über den Betrieb und die zugehörige
Das Silent Air Taxi ist ein Boxwing lichen wie eine spätere Vollautomatisie- Kalkulation gemacht – auch, weil die
mit Hybridantrieb, optimiert auf rung ohne den Piloten. daraus resultierenden Vorgaben einen
einfache Fertigung. Der Name Silent Air Taxi deutet es Rahmen für den Entwurf des Flugzeuges
an: Der Lärmaspekt ist neben der Effizi- vorgeben. So sollen Reisekosten von 50
enz, der Sicherheit und den möglichst bis 60 Cent pro Kilometer erreicht wer-
geringen Kosten einer der wichtigsten den, ein Preis, der im Schnitt einem
HYBRIDANTRIEB Entwurfskriterien. „Der typische Flug- Bahnticket der ersten Klasse entspricht
Im Gegensatz zu den diversen Urban platz wird als laut empfunden“, so Frank und der nach einer Marktanalyse für die
Air Taxis mit ihren reinen Elektroantrie- Janser, selbst Pilot. Akzeptanz für den meisten potenziellen Nutzer akzeptabel
ben ist beim SAT ein Hybridantrieb vor- erhöhten Verkehr durch einen Lufttaxi- sei. Zu denen sollen vorrangig, aber
gesehen, um die zwei ummantelten Fans Betrieb könne bei den Anwohnern nur nicht nur, Firmen zählen.
in Gondeln am hinteren Rumpf in Bewe- erreicht werden, wenn das Fluggerät Am noch recht beschaulichen
gung zu versetzen. Ein Kolbenmotor ist entsprechend leise sei. Das Flugzeug Aachener Flugplatz Merzbrück soll die
für die Grundlast zuständig und soll dürfe am Boden von Alltagsgeräuschen Produktionsstätte entstehen und die Pro-
möglichst sparsam überwiegend im Aus- nicht unterscheidbar sein, sagt sein duktion, so der Plan, ab 2023 anlaufen.
legungspunkt laufen. Wird mehr Leis- Kollege Jeschke. Und ist überzeugt: Eine Rate von zunächst 1000 Stück pro
tung benötigt, hilft der Elektromotor. „Das erreichen wir auch.“ Jahr sei vorgesehen, so Eike Stumpf, um
Beide zusammen sollen eine Startleis- Auch der Name e.SAT ist nicht ganz den ermittelten Bedarf für Deutschland
tung von etwa 250 Kilowatt erzeugen zufällig gewählt. Damit soll an das zu decken. FR

und die kurze Startstrecke sowie eine Aachener Erfolgsprojekt e.Go ange- WOLFGANG BIRKENSTOCK

Schneller ans Ziel


Das Silent Air Taxi will mit direkten Verbindungen zwischen kleineren Flugplätzen
punkten. 350 davon sind laut e.SAT in Deutschland für den Lufttaxidienst geeignet,
der einen Zeitvorteil zu akzeptablen Preisen bieten soll.
Fotos: e.SAT

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 87


Briefing
Luft- und Raumfahrt von A bis Z

FOLGE 051

AESA-Radar
Das Radarsystem als wichtigster le), welche die Sendeenergie direkt in für noch eine Sekunde oder mehr. Die
Sensor eines Kampfflugzeuges hat sich der Antenne erzeugen. Weitere Kompo- hohe Beweglichkeit ermöglicht es, viele
im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterent- nenten sind ein Rechner und die Strom- verschiedene Ziele nahezu zeitgleich zu
wickelt. Damals wie heute liegen seine versorgung. Der Aufbau unterscheidet verfolgen und gleichzeitig weiter zu
grundsätzlichen Vorzüge klar auf der sich somit von den Vorläufermodellen, suchen, auch wenn die Ziele in unter-
Hand: hohe Reichweite, Nutzbarkeit bei die nur einen einzelnen Sender oder schiedlichen Richtungen liegen. Erkann-
jedem Wetter und vielfältige Betriebsar- Empfänger einsetzten und somit störan- te Ziele können durch eine vermehrte
ten (Luft-Luft oder Luft-Boden). fälliger waren. Anstrahlung intensiver verfolgt werden.
Während früher Radarsysteme mit Untergebracht ist das AESA-Radar Eine individuelle Ansteuerung der Sen-
einer mechanisch schwenkbaren Anten- typischerweise in der „Nase“ des Flug- de- und Empfangsmodule ermöglicht die
ne beziehungsweise einer passiven elek- zeuges – auch Radom genannt. Je mehr flexible Formung einer oder mehrerer
tronischen Strahlschwenkung verwendet Platz dort zur Verfügung steht, desto Radarkeulen. Eine Flugkörperlenkung
wurden, ist heute in Kampfflugzeugen größer und somit leistungsstärker kön- oder Lageerfassung sind ebenso möglich
das AESA-Radar notwendiger Standard. nen die Antennen sein. Bei über 1000 wie ein Einsatz als Richtfunkantenne,
Hierbei kommt eine aktive elektronische verbauten Sende- und Empfangsmodu- bei der Daten mit einer hohen Rate
Strahlschwenkung der Antenne zum len auf diesem begrenzten Raum ist je- gesendet werden.
Einsatz, im Englischen Active Electroni- doch die entstehende Wärmeentwick- Das AESA-System kommt in einer
cally Scanned Array (AESA) genannt. lung nicht zu unterschätzen. Vielzahl von Kampfflugzeugmustern
Diese modernen Radare besitzen Das AESA-Radar kann seinen Strahl zum Einsatz, beispielsweise in künftig
1 000 bis 1 500 kleine Sende- und Emp- innerhalb von Millisekunden schwen- neu gebauten Eurofighter Typhoon,
fangsmodule (Transmit-/Receive-Modu- ken. Ältere Radarsysteme benötigten da- Rafale, F/A-18E/F, neuen F-16, F-22
Raptor, F-35 sowie russischen und chi-
Über 1000 Sen­ nesischen Mustern. Hersteller entspre-
de- chender Systeme sind unter anderem
und Empfangs- Raytheon, Thales oder Northrop Grum-
module sind in der man, aber auch russische Firmen.
Nase unterge- Captor-E, das AESA-Radarsystem des
bracht (rechts). Die Eurofighters, weist eine relativ große
Größe eines Antenne auf, da das Eurofighter-Radom
einzelnen Moduls größer ist als das vergleichbarer Kampf-
zeigt der Vergleich flugzeuge. Dadurch ist die Antenne
mit einer Ein-Euro- leistungsfähiger und schafft zusammen
Münze (unten). Bei mit ihrer beweglichen Lagerung eine Ver-
der Fertigung ist größerung des Detektionsbereichs wie
Präzision gefragt. auch des Sichtfeldes. Die Verfolgung von
Luft- und Bodenzielen kann so in einem
Sichtbereich von 220 Grad ohne Verzug
erfolgen. Einen 360-Grad-Rundumblick
Fotos: EADS, Dassault Aviation / Raz

schaffenFrühwarnflugzeuge mit im Drei-


eck angeordneten AESA-Antennen. Auch
auf Schiffen und bei hochpreisigen Flug-
abwehrsystemen kann das AESA-Radar
eingesetzt werden. FR

ASTRID KUZIA / KS

88 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


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Jobchancen
in FRA
Deutschlands größter Flughafen
ist mit 80 000 Beschäftigten
auch Deutschlands größte
Arbeitsstätte. Neue Mitarbeiter
und Auszubildende werden In dieser Ausgabe
weiterhin gesucht.

D
er Jobmotor Flughafen läuft auf und motivierten Nachwuchs, unter bilden lassen. Für
Hochtouren. Aber es wird immer anderem mit den jüngst durchgeführten die Shops werden Ausbildungs-
schwieriger, für unsere offenen Veranstaltungen „Startbahn zum Job“ Einzelhandels- angebote
Stellen auch qualifizierte Bewerber zu und „airport@night“ im Fraport-Forum kaufleute in diver- am Flughafen
Frankfurt
finden“, sagt Fraport-Arbeitsdirektor im Übergang von Terminal 1 und Fern- sen Spezialrich-
Michael Müller. In diesem Jahr plant das bahnhof. Auch beim „Girls Day“ war tungen geschult.
Unternehmen rund 2300 Neueinstellun- der Flughafen dabei, um auf die vielfälti- Zudem hat Fraport ein breites Port-
gen, nach 3000 im Jahr 2018. Der Flug- gen Berufsmöglichkeiten aufmerksam zu folio an dualen Bachelor-Studiengängen
hafenbetreiber mit seinen diversen Toch- machen. parat, zum Beispiel für Immobilienwirt-
terfirmen sowie die etwa 500 am Airport Eintausend Berufe sollen es sein, die schaft, Luftverkehrsmanagement, Elek-
ansässigen Firmen werben deshalb wei- rund um den Airport vertreten sind. trotechnik, Versorgungs- und Energie-
ter intensiv um interessierte Fachkräfte Neben den flugbetriebsnahen Stellen management, IT-Risikomanagement und
beim Flughafenbetreiber finden sich Auditing oder Process Engineering und
auch Arbeitsplätze bei ansässigen Ho- Digital Management.
tels, Einzelhändlern, Logistikfirmen und Besonderen Wert legt Fraport auf
staatlichen Organisationen wie der Bun- eine gute Betreuung der Auszubildenden
despolizei oder dem Zoll. Fraport selbst und eine breite Wissensvermittlung.
zum Beispiel sucht immer wieder Ge- Zuletzt wurde im März eine neue Aus-
päckfahrer, Flugzeugabfertiger, Fluggast- bildungswerkstatt eröffnet, mit großem
betreuer, Elektriker/Elektroniker/Me- Lehrsaal, einem Elektronik-Messlabor
chatroniker als Facharbeiter (m/w/d) für und einem Motorsteuerungslabor. Hier
die Instandhaltung der Gepäckförder- lernen derzeit insgesamt 68 Auszubil-
anlage und Facharbeiter für Heizungs-, dende der Mechatronik, Anlagenmecha-
Klima- und Lüftungstechnik. nik, Industriemechanik, Kfz-Mechatro-
Großer Andrang bei der Ausbildungs- Auch das Ausbildungsangebot von nik und Mechatronik für Kältetechnik.
messe „airport@night“. Fraport ist vielfältig. Im Bereich techni- Für den Ausbildungsstart am 1. Septem-
sche Ausbildungsberufe führt das Unter- ber waren zuletzt noch nicht alle Plätze
nehmen unter anderem Elektroniker für vergeben, sodass sich ein Check auf den
Betriebstechnik, Industriemechaniker, Internetseiten von Fraport (www.fra-
Kfz-Mechatroniker, Mechatroniker für port.de/karriere) lohnen könnte. FR

Kältetechnik oder Werkfeuerwehrmann KARL SCHWARZ


auf. Dazu kommen Fachlagerist, Koch
und Gebäudereiniger. Im kaufmänni-
schen Bereich gibt es neben dem bran-
chentypischen Luftverkehrskaufmann
den Tourismuskaufmann oder den Fach-
informatiker. Auch zum Notfallsanitäter
Eine neue Ausbildungswerkstatt am und zum medizinischen Fachangestell-
Auf der Suche nach einer neuen
Flughafen wurde im März eröffnet. ten kann man sich am Flughafen aus-
Stelle im Luftfahrtbereich?
Fotos: Fraport, Karl Schwarz (1)
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Raumfahrt
Amerikanische Militärsatelliten

Space
92 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de
Z u den ersten militärischen
Anwendungen gehören Spio-
nagesatelliten, die Bilder von
der Erde liefern. Es gibt sie seit den
1960er Jahren. Aber die Zeiten sind
längst vorbei, in denen Filmkanister in
Rückkehrkapseln an Fallschirmen zur
Erde schwebten und mit Flugzeugen
aufgefangen wurden. Heute funken die
Weltraumteleskope ihre Bilder an die
Erde. Im Jahr 2012 spendete das US-
Verteidigungsministerium der NASA
zwei Spionagesatelliten, um sie
als Weltraumteleskop einzusetzen.
Das WFIRST-Teleskop mit sei-
SBIRS ist ein satelliten- nem 2,4 Meter großen Haupt-
gestütztes Frühwarn- spiegel ist fast so groß wie
system, das mittels Hubble, wenn auch mit kürzerer
Infrarotsensoren Starts Brennweite. Als Spionagesatellit
feindlicher Raketen auf- würde WFIRST eine theoreti-
spürt. Im Bild: der über sche Auflösung von 12 Zentime-
vier Tonnen schwere tern aus einer Flughöhe von 500
SBIRS-GEO, gebaut Kilometern schaffen. Allerdings
von Lockheed Martin. kann so ein Satellit immer nur
Schnappschüsse einer Region
liefern, die er schnell überfliegt. Er
kann nicht fest über einer Region der
Erde bleiben und sie aus dem Weltall
beobachten. Bei geostationärem Orbit
wäre der Satelliten 36  000 Kilometer
hoch, zu weit weg für gute Bilder.
Aber eine hohe Auflösung ist nicht
das einzige Kriterium, das für militäri-

Die AEHF-Satelliten von Lockheed

Force
Martin sorgen für weltweite Kommuni-
kation. Stückpreis: 1,4 Mrd. Dollar.

Auf Anweisung von Präsident Trump


sollen die USA eine neue Teilstreitkraft für
den Weltraum aufbauen. Aber was tut
Fotos: Lockheed Martin

das US-Militär im All eigentlich schon?


Von FRANK WUNDERLICH-PFEIFFER

www.flugrevue.de
Raumfahrt
Amerikanische Militärsatelliten
sche Erdbeobachtung interessant ist. Es satelliten manövrieren, um für diesen ergänzt, die nicht nur Satelliten, sondern
können immer nur kleine Bereiche der bestimmte Funksignale überhaupt emp- auch Trümmerteile bis zu etwa zehn
Erde mit hoher Auflösung aufgenommen fangen zu können. Aber solche Manöver Zentimeter Größe detektieren können.
werden, ohne dass die Datenmengen un- sind auffällig und können vom Boden Daten zu Trümmern werden auch
beherrschbar werden. Außerdem betrei- aus, selbst mit Amateurteleskopen, öffentlich bekannt gemacht, um Satelli-
ben selbst die USA nur drei oder vier der leicht ausgemacht werden. tenbetreibern die Chance zu geben,
Satelliten gleichzeitig. Kleinere, billigere Kollisionen und die Erzeugung weiterer
Satelliten erreichen zwar nicht die BAHNEN WERDEN BEOBACHTET Trümmerteile zu vermeiden.
gleiche Auflösung, können aber größere Eine Reihe von Enthusiasten hat es sich Noch wichtiger als das Abhören des
Regionen beobachten. zum Hobby gemacht, Militärsatelliten zu Gegners ist aber die eigene Kommunika-
Außerdem können viel mehr von beobachten. Gestartet werden sie zwar tion. Dafür betreibt das US-Militär
ihnen gleichzeitig im Betrieb sein, so oft unter mehr oder weniger strengen geostationäre Satellitenkonstellationen
dass eine interessante Region häufiger Geheimhaltungsauflagen, aber oft lassen wie die älteren Milstar-Satelliten und das
überflogen wird. Dafür greift das Militär Details dennoch Rückschlüsse auf ihren Defense Satellite Communications Sys-
auch auf kommerzielle Anbieter zurück. Verwendungszweck zu. Der Start einer tem, die noch aktiv sind, aber durch
Es gibt ganze Konstellationen von Erd- Rakete lässt sich nicht verheimlichen. die viel leistungsfähigeren SATCOM-
beobachtungssatelliten mit Auflösungen Starts von Satelliten müssen nach inter- und AEHF-Satelliten ersetzt werden.
von etwa 0,5 bis 5 Metern. nationalen Regeln zumindest einen Tag Sie bieten abhörsichere, verschlüsselte
Diese Probleme haben Spionage- im Voraus angekündigt werden. Außer- Kommunikation. Ergänzt werden sie
satelliten für Radiofrequenzen nicht. Sie dem wird der Luftraum in Flugrichtung durch zwei EPS-Satelliten (Enhanced
werden im geostationären Orbit betrie- der Rakete gesperrt, um die Sicherheit Polar System).
ben und können Funksignale am Boden von darunter fliegenden Flugzeugen zu Da die Orbits von geostationären
orten, sodass etwa Soldaten vor feind- gewährleisten. Einmal im endgültigen Satelliten entlang der Äquatorebene ver-
lichen Truppen in einem bestimmten Orbit angekommen, sind weitere Ände- laufen, sind sie in der Nähe des Nord-
Gebiet gewarnt werden können. rungen der Flugbahn wegen des nötigen und Südpols nicht erreichbar. Dazu wer-
Das Abhören der Kommunikation ist Treibstoffverbrauchs nur noch sehr ein- den Satelliten in stark elliptischen Orbits
dagegen schwieriger. Ein großer Teil der geschränkt möglich. Das erlaubt den ausgesetzt, sogenannten Molniya-Orbits,
Kommunikation mit geostationären Sa- Amateuren oft das Aufspüren von Satel- benannt nach russischen Kommunikati-
telliten wird gerichtet mit Parabolanten- liten innerhalb von wenigen Tagen oder onssatelliten mit der gleichen Aufgabe.
nen durchgeführt, nicht mit ungerichte- Wochen nach dem Start. Dabei wird ausgenutzt, dass sich Satelli-
ten Antennen wie beim Handy, dessen Das Gleiche tut auch das Militär un- ten in großer Erdferne nur langsam
Funksignale sich in alle Richtungen aus- ter der Bezeichnung „Space Situational entlang ihrer Bahn bewegen und den
breiten. Ein Spionagesatellit muss sich Awareness“. Die Teleskope werden da- erdnahen Teil ihrer Umlaufbahn sehr
also in die Nähe des gegnerischen Ziel- bei durch leistungsfähige Radaranlagen schnell absolvieren. Durch die passende

Es gibt mehrere Generationen von


GPS-Satelliten wie hier GPS-IIR.
Demnächst soll mit dem Start des
GPS-Block IIIA begonnen werden.

94 FLUG REVUE Juli 2019


Freigegebene Aufklärungsbilder, wie hier vom Haus Blick in die Historie: Der knapp 20 Meter lange Hexagon-Satellit
von Osama bin Laden in Pakistan, deuten die extrem mit Panoramakameras setzte seine Aufnahmen mit Rückkehr-
hohen Auflösungen der Militärsatelliten nur an. kapseln ab. Heutige Systeme des NRO sind nicht kleiner.

Wahl der Bahnparameter liegt der lang- Beide wurden letztlich durch Verträge de 1983 für den zivilen Gebrauch geöff-
same Teil der Bahn über einem der Pole mit dem US-Militär gerettet, obwohl sie net, nachdem sich Korean Airlines Flug
und bietet währenddessen eine Kommu- nicht den gleichen Stand der Abhörsi- 007 auf dem Weg über Alaska nach
nikationsmöglichkeit. Probleme gab es cherheit erreichen. Südkorea verflogen hatte und von der
mit diesen Konstellationen vor allem zu Sowjetunion abgeschossen worden war.
Beginn der Kriege in Afghanistan und GPS KANN GESTÖRT WERDEN Wie eng der zivile Bereich mit der
Irak, vor 16 Jahren, als sie oft überlastet Obwohl es inzwischen auch bei Privat- militärischen Raumfahrt in den USA
waren. Hier wurden die bestehenden personen im täglichen Einsatz ist, gehört verbunden ist, zeigen nicht zuletzt auch
Systeme durch kommerzielle Satelliten auch das Global Positioning System einige Veröffentlichungen über das X-
ergänzt. In den 90er Jahren wurden mit (GPS) zu den US-Militärsatelliten. Im 37B Mini-Shuttle der US Air Force. Auf
Iridium und Globalstar zwei Satelliten- Ernstfall könnte GPS jederzeit vom US- der ansonsten streng geheimen Mission
telefonie-Netzwerke gestartet. Die Kons- Militär gestört oder abgeschaltet wer- wurde auch ein Hall-Effekt-Plasmatrieb-
tellationen aus 72 und 44 Satelliten den. Eine genaue Ortung wäre nur noch werk für Aerojet-Rocketdyne getestet,
gerieten aber aus Mangel an Kunden mit einem passenden Code möglich. Das das auch in kommerziellen Satelliten
schnell in schwere finanzielle Probleme. ursprünglich rein militärische System wur- zum Einsatz kommen soll. FR

Fotos: CIA, Lockheed Martin (2), NRO, ULA (2), USAF

Von NROL-Spionagesatelliten (hier Das US-Miltär betreibt auch eigene


NROL-71 im Januar) gibt es nur Wettersatelliten, wie hier der
die Verkleidung zu sehen. Links: Typ DMSP Block 5D2, von dem neun
ein WGS-Kommunikationssatellit. gestartet wurden.

FLUG REVUE Juli 2019 95


News RAUMFAHRT

Algen auf der ISS


TRIEBWERKSTEST DES CREW DRAGON

Rückschlag für
SpaceX

Foto: IRS Stuttgart


Als Teil eines neuen biologischen Luft-
aufbereitungs-Systems sollen Algen
Foto: NASA

an Bord der Raumstation ISS verbrauchte


Atemluft zu Sauerstoff umwandeln. Dies
geschieht durch Photosynthese, wobei zu-

E
ine „Anomalie“ hat am 20. April ein Crew-Dragon-Raumschiff von sätzlich auch essbare Biomasse entsteht,
SpaceX während eines Bodentests zerstört. Laut SpaceNews habe sich die aufgrund ihres hohen Proteingehalts
der Zwischenfall direkt vor der Zündung der SuperDraco-Triebwerke bis zu 30 Prozent der Astronautennahrung
auf der Cape Canaveral Air Force Station in Florida ereignet, vermutlich etwa ersetzen könnte. Ziel dieses am 4. Mai mit
eine halbe Sekunde vor Zündung. Zuvor seien andere Tests an diesem Tag einer Dragon-Versorgungskapsel gestarte-
ohne Probleme abgeschlossen worden, inklusive der kleineren Draco-Trieb- ten Photobioreaktor-Experiments ist es,
werke. Über den Grund des Vorfalls ist noch nichts bekannt, die SuperDraco- durch weitgehendes Schließen des Res-
Triebwerke hätten seit ihrer Entwicklung bereits 600 Tests ohne Zwischenfälle sourcenkreislaufs unabhängiger von Nach-
absolviert. Welche Auswirkungen die Zerstörung der Kapsel, die im März ih- schublieferungen zu werden. Der Techno-
ren ersten Testflug zur ISS absolvierte, auf den weiteren Zeitplan hat, ist eben- logiedemonstrator wurde vom Institut für
falls noch unklar. Dieselbe Kapsel sollte im Juni einen Abruchtest absolvieren, Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität
der erste bemannte Flug war frühestens für Juli geplant. Stuttgart und dem DLR entwickelt und von
Airbus in Friedrichshafen gebaut.

Marsbeben aufgezeichnet
Seismische Instrumente des Marslanders Insight haben Anfang April zum
ersten Mal ein vermutliches Marsbeben auf der sonst sehr ruhigen Oberflä-
che registriert. Erstmals sei eine Erschütterung gemessen worden, die aus

Foto: NASA Caltech CNES IPGP


dem Inneren des Planeten zu kommen scheint, und nicht von Winden an der
Oberfläche verursacht wird, teilte die NASA Ende April mit. Die genaue Her-

Imperial College London


kunft werde zurzeit noch untersucht. Die Abbildung zeigt ein Standbild mit
Audio- und Videoaufnahmen. Links sind Marswinde dargestellt, in der Mitte
das Beben und rechts Bewegungen des Roboterarms, um Fotos zu machen.

Europäisches Das Berliner Start-up-Unternehmen PTScientists und die Ariane-


Group haben im Mai eine Zusammenarbeit bei einem zukünftigen euro-
Mondprojekt päischen Mondprojekt angekündigt. Die Ariane 6 soll in ihrer Konfigurati-
on mit vier Feststoffboostern bis zu 8,5 Tonnen Nutzlast in den Mondor-
bit transportieren können. Dazu soll auch der von PTScientists entwickelte
Mondlander ALINA mit einer Nutzlastkapazität von bis zu 300 Kilogramm
gehören. Von Interesse bei der Forschung ist die Nutzung des Minerals
Foto: PTScientists

Regolith. Daraus lassen sich Wasser und Sauerstoff gewinnen, was so-
wohl für einen menschlichen Mondaufenthalt als auch für die Treibstoff-
gewinnung interessant sein könnte.

96 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Bemannter Start und Mondlander ❱❱❱ kurz notiert
Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Amazon-
Gründer Jeff Bezos,hat einen bemannten Flug bis in 100 Kilometer
Höhe noch im Laufe des Jahres angekündigt. Im Rahmen des Lift-Off Der europäische Startdienstleister
einer Testrakete am 2. Mai wurde der Name der ersten bemannten Arianespace und Synspective, ein
Kapsel enthüllt: RSS First Step. Künftig sollen Forscher auf dem Flug japanisches Start-up, haben einen
Experimente mit ihrer Nutzlast durchführen oder bis zu sechs zahlen- Vertrag zum Start des Satelliten
de Touristen mitfliegen können. Eine Woche später gab Bezos Pläne  StriX- α im Jahr 2020 geschlossen.
zu dem geplanten Mondlander Blue Moon bekannt. Als Frachtvarian- Er wiegt 150 Kilogramm und soll mit

Foto: Blue Origin


te soll er 3,6 Tonnen zur Oberfläche transportieren, als bemannter einer Vega in einen sonnensynchro-
Lander bis zu 6,5 Tonnen. Blue Moon soll bis 2024 einsatzfähig sein. nen Orbit gebracht werden. Synspec-
tive plant mit einer Konstellation von
etwa 25 Satelliten den Aufbau eines

Weitere Mitflüge Die Raumfahrtbehörden NASA und Ros-


kosmos haben sich für 2019 und 2020 auf den
Synthetic Aperture Radars zur
Fernerkundung.
Mitflug von zwei weiteren NASA-Astronauten
Der IT-Service Scisys Deutschland
mit der russischen Sojus-Kapsel geeinigt. Nach
soll für Thales Alenia Space zwei
Angaben der russischen Nachrichtenagentur
sicherheitsrelevante Elemente für das
Tass habe die Unterzeichnung bereits vor dem
Foto: NASA/Roskosmos

Bodensegment des europäischen


missglücken Test von SpaceX stattgefunden
Satellitennavigationssystems Galileo
und stehe somit in keinem Zusammenhang zu
entwickeln. Der Auftrag hat einen
eventuellen Terminänderungen.
Wert von 9,7 Millionen Euro.

Die Tests am Startabbruchsystem der

Neue Aufträge für Airbus NASA-Raumkapsel Orion haben


sich von Anfang Juni auf den 2. Juli
Der Airbus-Konzern soll bis 2021 einen neuen Telekommunikationssatelliten für Measat verschoben, um mehr Zeit für
Global entwickeln, der Asien, den Mittleren Osten und Afrika abdecken kann. Aufträge kom- Arbeiten an dem System zu gewin-
men auch vom US-Verteidigungsministerium und Geheimdiensten. Für die US-Organisation nen. Anfang Mai wurde das europäi-
für Forschungsprojekte der Verteidigung (DARPA) sollen Versorgungseinheiten für experi- sche Sercicemodul ESM integriert.
mentelle Satelliten im niedrigen Erdorbit gebaut werden.
Die erste private japanische Rakete
„Momo-3“ hat am 5. Mai mit 20 Kilo-
gramm Nutzlast an Bord den Welt-
Schnellere Datenübertragung zur Erde raum erreicht. Entwickelt wurde
sie von dem japanischen Start-Up
Interstellar Technologies. Sie ist zehn
Meter hoch, wurde in Hokkaido
gestartet und erreichte eine Höhe
von 113 Kilometern, bevor sie plan-
mäßig im Pazifik niederging. Der
Start der ersten beiden Raketen 2017
und 2018 war fehlgeschlagen.
Foto: ESA

Elf Firmen entwickeln im Auftrag der


NASA Konzepte für einen Mond-
Die letzten Antennentests für den zweiten Satelliten des europäischen Datenrelais- lander, darunter Aerojet Rocketdyne,
Systems EDRS, EDRS-C, konnten Ende April in Ottobrunn erfolgreich abgeschlossen werden. Blue Origin, Boeing, Lockheed Martin,
Im Sommer soll der Satellit von Kourou aus starten. Das Relais-System, eine Partnerschaft Northrop Grumman, Sierra Nevada
zwischen Airbus, der ESA und dem DLR soll mit Hilfe von Laserkommunikation große Corporation und SpaceX.
Mengen an Daten nahezu in Echtzeit zur Erde senden können. Bisher findet die Datenüber-
tragung von Erdbeobachtungssatelliten typischerweise nur dann statt, wenn sich der Satellit
in der Nähe einer Bodenstation befindet. Die zwei Relais-Satelliten sollen im geostationären Im Netz
Orbit positioniert sein und können durch Radiowellen und Antennen ohne Funkpause Daten FLUG REVUE-Newsletter unter
mit bis zu 1,8Gbit/s über eine Distanz von maximal 45.000 Kilometer senden. www.flugrevue.de/newsletter

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 97


Historie

Junkers F 13

Der Wellblech-Pionier
Direkt nach dem Ersten Weltkrieg schuf Junkers die revolutionäre F 13. Mit dem Urahn aller
Verkehrsflugzeuge begann in den 1920er Jahren der echte Luftverkehr. VON  K. H. KENS / KS

Die erste F 13 startete am 25. Juni


1919 zum Jungfernflug. Sie war
später noch lange als D 1 im Dienst.

98 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


als Tief­decker. Diese Auslegung wurde 6750 Meter international nicht als Re-
Die F 13 fe wurde erst 1930
am 11. Januar 1919 abgesegnet. Eck- kord anerkannt wurde, weil Deutsch-
ausgeliefert und flog für die
punkte waren die geräumige, geschlos- land von der Wertungsbehörde FAI aus-
Deutsche Luftfahrt GmbH.
sene Kabine für vier Passagiere, ein Mo- geschlossen blieb, so zahlte sich die
tor mit 160 bis 185 PS, eine Reisege- Werbewirkung aus.
schwindigkeit von 150 km/h und eine Den Dessauern erschien der „Messi-
Flugdauer von bis zu acht Stunden. as“, und zwar in Gestalt des US-Bür-
Am 3. Februar, dem 60. Geburtstag gers dänischer Abstammung John Lar-
von Professor Junkers, begann der Bau sen. Eigentlich wollte er amerikanische
des Prototyps. Rumpf und Flügel wur- Flugzeuge in Skandinavien verkaufen,
den auf Holzhellingen montiert, für beschloss aber, von der Überlegenheit
die Sitzanordnung in der Kabine eine der F 13 überzeugt, diese in den USA
Attrappe erstellt. Am 25. Juni 1919 hob anzubieten. Am 1. November 1919
Werkpilot Emil Monz die „Herta“ ge- wurde ein Gemeinschaftsvertrag unter-
taufte Maschine in Dessau zu ihrem zeichnet.
sechsminütigen Jungfernflug vom Boden Larsen bestellte gleich zehn Flug-
ab. Drei weitere Versuchsflüge folgten zeuge und stellte einen Großauftrag von
am selben Tag mit einer von 1151 auf über 100 Exemplaren in Aussicht. Am
1518 Kilogramm steigender Startmasse. 24. März 1920 wurde die erste für Wer-
Bei Junkers breitete sich Euphorie bezwecke gelieferte Maschine in New
aus, denn die F 13 (J 13) überzeugte York eingeflogen. Schon der zweite Pro-
durch glänzende Steig- und Manövrier- beflug endete mit einem Bruch. Trotz-
fähigkeit sowie durch weiche, exakte dem konnte Junkers 23 F 13 in die Staa-
Landungen. Die Typprüfung seitens ten liefern. Durch spektakuläre Flüge
der DVL begann am 5. Juli und endete und Rekorde erlangten sie auch eine ge-
mit einer vorläufigen Verkehrszulassung wisse Popularität. Schließlich kauften
am 18. Juli. die Postverwaltung und die Militärs ei-
Inzwischen war ein zweites Ver- nige Flugzeuge. Doch der Absatz entwi-
suchsflugzeug gebaut worden. Die „An- ckelte sich zunächst nicht nach Wunsch.
neliese“ besaß das mit 185 PS Nennleis- Hinzu kam, dass nach dem Inkrafttre-
tung stärkere BMW-IIIa-Triebwerk, eine ten des Friedensvertrags vom 28. Juni
1919 ein sechsmonatiges Bauverbot in

W
durch längere Außenflügelteile auf
17,75 Meter vergrößerte Spannweite Kraft trat, das immer wieder verlängert
sowie eine Anordnung der Fahrwerks- wurde. Erst 1923 lief die F-13-Produk-
anschlusspunkte, die sowohl die Monta- tion wieder voll an.
ährend des Ersten ge eines Rad- als auch eines Schwim- Derweil hatte sich an anderen Orten
Weltkriegs entstanden mergestells erlaubte. Sie flog am 28. Erfreuliches getan. In Kolumbien war
bei Junkers in Dessau August zum ersten Mal. Am 13. Sep- ernsthaft Luftverkehr betrieben wor-
verschiedene Militärflugzeuge, die in ih- tember 1919 stieg sie mit acht Personen den. Ab Juli 1920 hatte die von Deut-
rer Bauweise mit Wellblechhaut und an Bord zu einem Weltrekordversuch schen und Kolumbianern in Baranquilla
den freitragenden Flügeln bereits Keim- auf. Wenn auch die erreichte Höhe von gegründete SCADTA eine ständig stei-
zellen zukünftiger Entwicklungen wa-
ren. Schon kurz nach der Niederlage
entschloss sich Professor Hugo Junkers Diese F 13 be, Baujahr 1922, ist hier
zur Entwicklung eines reinen Verkehrs- in den 1930er Jahren im Einsatz bei
flugzeuges. In einer ersten Besprechung der Südflug GmbH zu sehen.
am 30. Dezember 1918 regte er an, mit
einem speziell konstruierten Modell,
das Geräumigkeit, Sicherheit und be-
sonders Wirtschaftlichkeit in sich verei-
nen sollte, Marktführer zu werden.
Dipl.-Ing. und Konstrukteur Otto
Reuter legte schnell einen ersten Ent-
wurf vor, der allerdings noch ein Hoch-
decker war. Als Alternativlösung erar-
beitete er dann mit seinem einzigen Mit-
arbeiter der Entwurfsabteilung, Ing.
Franz Wilhelm Schmitz, eine Adaption
Fotos: Junkers, Sammlung Mückler (1)

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 99


Historie

Technische Daten
Junkers F 13 ce
Hersteller: Junkers, Dessau
Typ: Verkehrsflugzeug
Passagiere: 4
Antrieb: 1 x Junkers L 5
Leistung: 228 kW (310 PS)
Länge: 9,60 m
Höhe: 4,10 m
Spannweite: 17,75 m
Flügelfläche: 43,0 m2
Leermasse: 1225 kg
Nutzlast: 775 kg
Kraftstoff: 290 kg
max. Startmasse: 2000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Reisegeschwindigkeit: 170 km/h
Steiggeschwindigkeit: 3,3 m/s
Dienstgipfelhöhe: 5000 m
Startrollstrecke: ca. 190 m
Reichweite: 980 km

Zeichnungen: Michele Marsan ; Fotos: Junkers, Archiv ETH Zürich, US Navy (1)

100 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


Blick in die bequem ausgestattete
Kabine (Swissair) und das sparta-
nisch instrumentierte Cockpit der Die SCADTA nahm im Oktober 1920 ihren Betrieb in Kolumbien auf. Hier sind wahrschein-
Junkers F 13. lich 1921 drei mit Schwimmern ausgerüstete F 13 auf dem Rio Magdalena zu sehen.

Zusammenlegung mit dem Konkurren-


ten Aero Lloyd zur Luft Hansa, die
Anfang 1926 gegründet wurde. Sie hat-
te nicht weniger als 46 F 13 in ihrem
Inventar.
Insgesamt wurden bei Junkers in
Dessau bis 1930 wohl 346 F 13 gebaut
(andere Quellen sprechen von 322).
Das Muster war dabei ständig weiter-
Anfang 1920 lieferte Junkers die ersten F 13 nach USA, wo sie als JL-6 (Junkers entwickelt woden – mit den Grundvari-
Larsen) vermarktet wurden. Hier eine Maschine in Anacostia bei Washington. anten F 13 b bis h und k. Unter ande-
rem gab es ein größeres Seitenleitwerk
gende Anzahl F 13 auf Schwimmern er- Ostflug gegründet, die die Passagierli- und modifizierte Tragflächen. Im Laufe
worben. In Polen war die F 13 in vielen nie von Berlin über Danzig nach Kö- der Jahre wurden stärkere Motoren wie
Exemplaren auf den Strecken der LOT nigsberg bediente. Weitere Kooperatio- der Junkers L 2 mit 230 PS, der Junkers
zu finden, in Russland errichteten Do- nen in Ländern wie Schweden, Öster- L 5 mit 280 PS oder selbst der Sternmo-
brolet und andere Fluggesellschaften reich und Ungarn folgten. Das Ganze tor Bristol Jupiter VI mit 430 PS einge-
mit Dutzenden F 13 ein ganzes Netz- war aber wirtschaftlich riskant, und als führt – in der Nomenklatur erkennbar
werk. Immer mehr Gesellschaften in Hugo Junkers 1925 wegen des ruinösen an einem zweiten Buchstaben (zum Bei-
immer mehr Ländern setzten sie ein. Wettbewerbs in Deutschland in finanzi- spiel F 13 go mit BMW Va) Die maxi-
Junkers selbst engagierte sich eben- elle Schwierigkeiten geriet, musste er male Abflugmasse stieg von 1815 auf
falls schon 1920 im Luftverkehr. Mit seine Luftverkehrsaktivitäten an den 2700 Kilogramm, wobei die Nutzlast
Partnern wurde im November die Lloyd Staat verkaufen. Dieser sorgte für die von 310 auf 900 Kilogramm angehoben
werden konnte.
Mit ihrer Vielseitigkeit war die F 13
in Europa, Südamerika, Afrika und
Asien ein gefragtes Muster. Neben Lini-
endiensten wurde sie auch für Sonder-
aufgaben wie Schädlingsbekämpfung,
Krankentransport und selbst für Kampf­-
einsätze verwendet. Die Flugzeuge er-
wiesen sich dabei als äußerst robust
und langlebig, mit für die damalige Zeit
hohen Flugstundenzahlen. Selbst die
erste F 13 „Herta“ flog noch bis 1938
bei der Lufthansa und dann bis 1940
Ansicht der Rumpfstruktur
bei der Luftwaffe. FR
der F 13 mit integriertem
Flügelansatz.
FLUG REVUE Juli 2019 101
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platz 1, 63571 Gelnhausen, E-Mail: 9682 XS Oostwold, Niederlande, www.kehler-flugtage.de/ Force Base, USA
buero@aeroclub-gelnhausen.de, Tel.: +31 597 551490, www.malmstrom.af.mil/News/
E-Mail: info@oostwold-airshow.nl,  22. / 23. Juni Article-Display/Article/1746718/save-
www.flugplatzkerb-gelnhausen.de
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Wiesbaden, 12.–15.6. Faßberg, Flughafenfest, Erfurt Fairford, Großbritannien
www.wuerzburg-fliegt.de
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Airport, Pennsylvania, USA www.luftbruecke-berlin-70.de , Airshow, Old Warden,
www.maam.org/maamwwii.html www.berlinairlift70.com  29. / 30. Juni Großbritannien
Meeting de l´Air, Cazaux, Tel.: +44 (0)1767 627 927,
 8. / 9. Juni  13. – 15. Juni Frankreich E-Mail: enquiries@shuttleworth.org,
Le Temps des Hélices, Flugtag France Air Expo, Lyon-Bron, www.fosa.fr/meetingdelair/ www.shuttleworth.org/events/
in La Ferté-Alais bei Paris Frankreich airshows
www.ajbs.fr/ Adone Events, Tel.: +33 4 92 975247,  5. – 7. Juli
E-Mail: info@airexpo.aero, Stearman & Friends,  20. Juli
 8. / 9. Juni Bienenfarm bei Berlin Flying Heritage & Combat
http://franceairexpo.com/
Estonian Aviation Days, Quax – Verein zur Förderung von Armour SkyFair Show, Paine
Tartuamaa, Estland  14. / 15. Juni historischem Fluggerät, Field, Washington, USA
E-Mail: info@lennundusmuuseum.ee, Open Dagen, Volkel AFB, Tel.: +49 2955 41798-24, https://flyingheritage.org/Visit/
www.lennundusmuuseum.ee/ Niederlande E-Mail: info@quax-flieger.de, Events.aspx
www.defensie.nl/onderwerpen/ www.quax-flieger.de
 8. / 9. Juni luchtmachtdagen  22. – 28. Juli
Swidnik Air Festival, Polen  6. / 7. Juli EAA AirVenture,
http://air-festival.swidnik.pl/  15. Juni Wales National Airshow, Oshkosh, Wisconsin, USA
Tag der Bundeswehr Swansea Bay, Großbritannien www.eaa.org/en/airventure
 8. / 9. Juni unter anderem in Jagel (großer Luft-
Fort Wayne Airshow, www.walesnationalairshow.com/
waffen-Flugtag), Erding, Nordholz  26. – 28. Juli
Indiana, USA (Marineflieger) und Fassberg  6. / 7. Juli Sunderland Airshow,
www.fwairshow.com/ Saskatchewan Airshow, Großbritannien
 15. Juni
 9. Juni CFB Moose Jaw, Kanada www.seeitdoitsunderland.co.uk/sun-
Shuttleworth June Evening
Airshow, RAF Cosford, https://saskairshow.ca/ derland-international-airshow-2018-1
Airshow, Old Warden,
Großbritannien Großbritannien  12. – 14. Juli  27. / 28. Juli
Tel.: +44 (0)1902 377 922, E-Mail: enquiries@shuttleworth.org, Festival Aéreo Internacional, Old Buckenham Air Show,
E-Mail: info@cosfordairshow.co.uk, www.shuttleworth.org/events/ Torre del Mar, Spanien Großbritannien
www.cosfordairshow.co.uk/ airshows https://festivalaereotorredelmar.com/ https://oldbuckenhamairshow.com/

102 FLUG REVUE JULI 2019 www.flugrevue.de


Legion Condor
Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs suchten die
Nationalisten in Deutschland Hilfe für ihre Sache,
woraufhin Freiwillige der Luftwaffe und des Heeres
die sogenannte Legion Condor bildeten. Diese
Streitmacht trug wesentlich zum späteren Sieg von
General Franco bei. Dazu gehörten zwei experi-
mentelle Lufteinheiten, bekannt als VJ / 88 und VB /
88. Das Buch befasst sich mit den ersten Einsätzen
der Freiwilligen, die auf dem spanischen Kriegs-
schauplatz ihre neuen Muster im realen Einsatz
Flugzeugstars testen konnten, darunter die Messerschmitt Bf 109, Alle Mann an Deck
Dieser Band aus der „Flugzeugstars“-Reihe des Heinkel He 111 oder Do 17. Farbprofile zeigen die Die US Navy und die Marines betreiben derzeit rund
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DC-9, die in direkter Konkurrenz zu den Kurz- setzten Maschinen können selbstverständlich alle
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reichen Musters von den ersten Planungen bis zu Hawkeye, F-14 Tomcat, S-3 Viking oder die aktuelle
den letzten eingesetzten Flugzeugen. Originale F/A-18 Hornet und Super Hornet. Seit einigen
Auszüge aus Werbeprospekten und farbige Seiten- Jahren läuft die Einführung der F-35B, und auch
ansichten runden das gelungene Gesamtbild ab. unbemannte Fluggeräte gehören zum Bestand.

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Warschau, Tel.: +48 22 6283073, E-Mail: wojciechluczak@wp.pl Russ­
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fon: +49 711 182-2800, Fax: -1781, Herausgeber: Ludwig Vogel †, International, Tel.: +49 711 182-1531 Druck: NEEF + STUMME GmbH, nement: Preis für zzt. 12 Ausgaben (inkl. Sonderheften zum Preis
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70174 Stuttgart, Postfach 106036, Tel.: +49 711 182-01, Fax: +49 711 Magazine Group, Ed Hirsch, 12901 S.W. 64th Court, Miami, FL 33156, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der fotome-
182-1779, Internet: www.motorpresse.de Geschäftsführung: Nils Tel.: 001 305-666-2055, E-Mail: ed.hirsch@iamgrp.com Advertising chanischen, elektronischen oder digitalen Wiedergabe von
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schäftsbereich Mobilität: Tim Ramms Publisher Luft- und Raum- 223-1852, E-Mail: lorrie.balding@iamgrp.com Frank­reich: Defense & unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos, Zeichnun-
fahrt: Natalie Lehn Communication, Fabio Lancellotti, 48 Boulevard Jean-Jaurès, F-92110 gen und Datenträger wird keine Haftung übernommen.

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Nachbrenner
North American P-51C Mustang

Mustangs der frühen C-Version sind heute sehr


selten. Die vielleicht beste ist „Lope´s Hope“, die
innerhalb von sechs Jahren aufgebaut wurde. Air-
Corps Aviation achtete dabei penibel darauf, jedes
noch so kleine Detail originalgetreu wiederzugeben.
V erschiedene Aluminiumsorten oder Be-
arbeitungsmethoden sind der Grund für
den ungewöhnlichen Look der P-51C des
Texas Flying Legends Museum, denn „wir
haben die Oberflächen so unbehandelt gelassen, wie sie
damals das North-American-Werk verließen“, erzählt
Mark Tisler, der bei AirCorps Aviation für Metallarbeiten
verantwortlich ist. Die in Bemidji, Minnesota, ansässige
Von KARL SCHWARZ; Foto: XAVIER MEAL Firma hat den Jäger mit der USAAF-Kennung 43-24907

104 FLUG REVUE Juli 2019 www.flugrevue.de


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mit unglaublicher Akkuratesse wieder aufgebaut. So sind auf dig für die kompletten Tragflächen inklusive der nachgebauten
und in der Maschine zum Beispiel zu hunderten Inspektions- Browning-MGs. Vintage V12s überholte den V-1650-7-Motor.
stempel und Beschriftungen zu finden. Auch die Lackierung Seit Oktober 2017 ist die „Lope´s Hope“ wieder in der Luft. Sie
wurde so aufgebracht wie damals, indem man zum Beispiel die erinnert an Donald Sewell Lopez, der es im Zweiten Weltkrieg
Kennung am Leitwerk applizierte, um sie dann schwarz zu in China auf fünf Abschüsse japanischer Flugzeuge brachte und
übermalen, wie es dem Schema der 75th Fighter Group in später auch im Koreakrieg im Einsatz war. Nach weiteren Jahren
China entspricht. Neben AirCorps Aviation waren weitere in der US Air Force und in der Industrie arbeitete der 2008 ver-
Mustang-Spezialisten an dem 2012 von Bruce Eames in Auf- storbene Lopez zuletzt als stellvertretender Direktor des Smith-
trag gegebenen Projekt beteiligt. Odegaard Wings war zustän- sonian National Air and Space Museums in Washington. FR

www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2019 105


Vorschau

08/19 Die neue FLUG REVUE erscheint am 8. Juli 2019

US Army

Hubschrauber
der Zukunft EBACE

Neues aus Genf


Die europäische Messe rund um Geschäfts-
reiseflugzeuge gab wieder einen umfassenden
Überblick über das Angebot und die Marktlage.
Geht es endlich wieder aufwärts?

Cathay Pacific

Neues aus Hongkong


Nach schweren Zeiten sieht es für Cathay
wieder besser aus. Wir beleuchten die Pläne
des traditionsreichen Carriers aus Hongkong.

Die amerikanischen Heeresflieger wollen ihre Paris Air Show


große Hubschrauberflotte erneuern und setzen
Neues aus Le Bourget
dabei auch auf extraschnelle Drehflügler der Topaktuell berichten wir im nächsten Heft von
nächsten Generation. der größten Luftfahrtmesse der Welt. Erfahren
Sie die wichtigsten Nachrichten zu den Entwick-
lungen allen Bereichen der Branche.
Fotos: Airbus, EBACE, SIAE / Alex Marc, Sikorsky

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