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1970er neue Erkenntnisse in der Neurowissenschaft 1962 Eine ganz entscheidende Rolle im REM- und HEUTE Doch dann

nd HEUTE Doch dann zeigte sich, dass es ein Fehler Es zeichnet sich ab, dass die REM-Phasen dem
Entdeckung: 1953 entdeckt durch die war, die NonREM-Phasen links liegen zu lassen. Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Neu erworbene
des Schlafens und des Träumens: Allen Hobson Traumgeschehen kam dieser Vorstellung der Pons zu,
Schlafforscher Eugene Aserinsky und Nathaniel und Robert Mc Carley von der Harvard Medical Heute wissen wir: Nicht nur im REM-Schlaf wird visuelle und motorische Fähigkeiten ebenso wie
einem Areal im Hirnstamm.
Kleemann an der University of Chicago School in Cambridge Massachusetts geträumt. emotionale Erlebnisse werden verfestigt und ins
Der französische Neurophysiologe und Traumforscher Gedächtnis übertragen. (siehe auch "Lernen im
Hatten die Augenbewegungen von schlafenden Erkannten, dass eine ganze Reihe von Botenstoffen in Michael Jouvet von der Université di Lyon hatte im Der südafrikanische Neurowissenschaftler und Schlaf")
Kindern beobachtet, in der Annahme, so einen den "Traumschlaf" involviert waren. Manche erregten Tierexperiment festgestellt: Zerstört man die Psychoanalytiker Mark Solms etwa, der am Groote
Indikator für baldiges Aufwachen zu finden. Doch sie die Nervenzellen, um REM-Phasen anzukurbeln, Schur Hospital in Kapstadt forscht, untersuchte eine
Nervenzellen der Pons, so gibt es keinen REM-
stellten fest: Die Probanden machten während des andere hemmten sie, um den Traumschlaf wieder zu ganze Reihe von Patienten mit zerstörter Pons. Das
Schlaf. Umgekehrt gelang es Jouvet, diese speziellen
nächtlichen Schlummers gleich mehrere zehn- bis beenden. Demnach waren es neurobiologische überraschende Ergebnis: Sie schliefen ohne REM-
Schlafphasen durch gezielte Stimulation der
fünfzigminütige Perioden durch, in denen sich ihre Signalstoffe, die das Gehirn dazu animierten, Phase, doch bis auf eine Ausnahme, waren sie alle in
betreffenden Neuronen auszulösen.
Augen schnell bewegten – und in diesen sie tief und Nervenimpulse zu verarbeiten und ihnen nach der Lage zu träumen.
fest schliefen. Möglichkeit einen Sinn zuzuordnen.
Man geht heute davon aus, dass das Gehirn während
Und sie stellen fest, wenn man einen Menschen in Träume wären demnach nicht mehr als ein Artefakt – des REM-Schlafs vor allem bunte und bildhafte
dieser Periode aus dem Schlaf reißt, so weiß er meist das Ergebnis eines verzweifelten Versuchs, aus Träume produziert, in den NonREM-Phasen bestehen
von äußerst lebhaften Träumen zu berichten. ungeordneten Signalen eine Geschichte zu spinnen. die Fantasiereisen eher aus Gedanken und Sätzen.
REM-Schlaf wurde fortan auch als "Traumschlaf" (= Von intimsten Wünschen, die aus dem Doch scheinbar muss auch diese Annahme noch
widerlegt!!! siehe Dopamin) gefeiert – andere Unterbewusstsein emporsteigen, (lt. Freud) könnte einmal deutlich hinterfragt werden.
Schlummerphasen dagegen als uninteressanter demnach keine Rede sein. Ein Team um Isabelle Arnulf von der Pariser Université
NonREM-Schlaf abgetan. Pierre et Marie Curie fand 2012 heraus, dass
NonREM-Träume den REM-Träumen in nichts
vollkommen gelähmter Körper (außer Augen) = Schutz vor physischem Ausleben der Träume nachstehen.
Unterdrückten bei der Hälfte der Probanden den
REM-Schlaf (Antidepressivem Clomipramin).
überwiegend in 2. Nachthälfte
Versuchspersonen wurden während der Nacht
stündlich geweckt und nach ihren Träumen befragt.
REM Gefühle spielen eine wichtige Rolle Tatsächlich berichteten die Probanden, denen kein
REM-Schlaf vergönnt war, von ebenso bunten und
brauchen den Schlaf für unser Wachleben bizarren Träumen, wie ihre Mitschläfer, die nur ein
= Rapid Eye Movement Sleep
Placebo eingenommen hatten.

SCHLAFPHASEN aufräumen, reorganisieren = Traum (nicht nur REM und Traum sind zwei Paar Stiefel!!
ausruhen) Gefühle

Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Erinnerungen


evtl. Wahrnehmen von Bildern, Geräuschen GEIST ist nicht "1" Ding. vgl. Schichten einer
Schlafes. Es wird als besondere Form des Erlebens Einschlafen, leichter Schlaf Wissenschaftler wie Francis Crick vom Salk Institute
Zwiebel. Die Zwiebel entblättert sich in der Nacht. Wille
im Schlaf charakterisiert, das häufig von lebhaften in San Diego und Graeme Mitchinson von der
Das "ich" ist die Zwiebel.
Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen Denken University of Cambridge glauben, dass Träume
verbunden ist. Der Träumende kann sich nach dem Die "Zwiebel" ist kein harter Tennisball, den man
helfen, Unnützes zu vergessen. Bereits in den
Erwachen meist nur teilweise oder gar nicht erinnern. Spindelschlaf Wahrnehmen anfassen und sagen kann "das ist es!". Es sind
Gehirn ist genauso aktiv, wie im Wachzustand. 1980er Jahren formulierten sie die Hypothese, das
(Wikipedia: Traum) verschiedene Schichten, die miteinander in
In manchen Teilen sogar aktiver. ... Gehirn rufe im Traum überflüssige und störende
DEFINITION Verbindung stehen. Hier lernen wir WIRKLICH etwas
Es ist "anders" aktiv. Assoziationen und Erinnerungen ab, um sie zu
Tiefschlaf überwiegend in 1. Nachthälfte über uns selbst. Wie entstehen Erinnerungen, wie
prüfen und zu löschen – eine Selbstreinigung fürs
werden sie angelegt und abgerufen. Das sind
Denkorgan also. Sinnvolle Erinnerungen könnten
nur schwer zu wecken Schichten des ICH's auf doe wir tagsüber schlecht
Träumen hat sehr viel mit Lernen zu tun. Nicht mit hingegen nach dem Traumschlaf sogar besser
Zugriff haben.
Vergangenheit, sondern mit Zukunft. erinnert werden.
Urvater der Psychoanalyse SIGMUND FREUD
aus biologischen Gründen "Träume haben etwas reinigendes" (auch Freud).
Überzeugung: Träume entspringen unserem Insbesondere Emotionen sollten nach Ansicht der
Unterbewusstsein. Sie bringen intimste Wünsche FUNKTION / NOTWENDIGKEIT / AKTIVITÄT Wir brauchen Schlaf aus psychologischen Gründen frühen Psychoanalytiker gedämpft werden.
zum Vorschein, an die wir im Wachzustand nicht Doch die Erkenntnisse der modernen
einmal zu denken wagen. Doch seine Vermutungen Neurowissenschaft sagen etwas anderes. Demnach
können ihn zusätzlich als "Trainingsraum" nutzen
waren bloße Theorie. festigen sich emotionale Erlebnisse sogar,
Geist erzeugt Dinge, ohne dass das "ich" (wer (Luzide-Träume)
zumindest im REM-Schlaf. Und auch wenn dieser
bindig, was mache ich) eine Rolle spielt
nicht zwangsläufig mit dem Träumen verknüpft ist, so
Publikation: "Traumdeutung" zeigt das zumindest eines: Eine Nacht drüber
Gefühle werden verarbeitet. Schlafen reicht nicht, um unangenehme oder
Freud glaubte, Träume enthielten unsere intimsten emotional aufwühlende Erlebnisse beiseite zu legen.
Wünsche. Doch das ist aus neurowissenschaftlicher Im Gegenteil: Wir erinnern uns am nächsten Tag
Sicht unwahrscheinlich. Im Traum sind Gefühle oft völlig übersteigert. (viel sogar besser daran.
mehr Trauer, viel mehr Glück)

Träumen hat etwas reinigendes


im Schlaf sind wir viel kreativer Der südafrikanische Neurowissenschaftler und
Jeder ist kreativ. In den Träumen sieht man es. Psychoanalytiker Mark Solms formulierte 2009 in
einem Spiegel-Interview: "Der Traum ist da, um den
Schlaf zu schützen." Er verweist dabei darauf, dass
= erstaunlich gute virtuelle Welt, die Du Dir selbst
im Traum das Belohnungs- oder Motivationssystem
erschaffst. Im Traum bist Du Akteur, Szenenbildner,
hoch aktiv ist. "Es schüttet den Botenstoff aus, der
Regisseur, ... in unterschiedlich bewusstem Maße.
uns motiviert, in die Welt zu gehen und zu suchen,
Gefühle sind so stark, dass man aufwacht. Dann
werden Gefühle nicht verarbeitet. Das Gegenteil. Die was unsere Bedürfnisse befriedigt – Essen, Trinken,
Sex, Anerkennung." Genau hier setzt Solms
Erinnerung brennt sich noch mehr ein. Der südafrikanische Neurowissenschaftler und Hypothese an: "Ich glaube, der Traum regelt genau
ALPTRAUM Psychoanalytiker Mark Solms erkannte, dass das
TRÄUME mesolymbische Dopaminsystem, das Belohnungs-
das: Er erlaubt dir, virtuell alles zu tun, was du
(Opfer) Träume sind zu Beginn sehr real und werden willst, anstatt aufzuwachen und es wirklich zu
oder Motivationssystem, beim Träumen eine wichtige
immer bizarrer (= gutes Zeichen). Die Emotion wird tun."
Rolle spielt. Hemmt man den Hirnbotenstoff Der Traum als Hüter des Schlafs also. Sollte sich das
verarbeitet. Domamin gezielt durch Medikamente, so wird auch bestätigen, hätte Freud am Ende zumindest in diesem
das Träumen weitgehend unterdrückt (Effekt kennt Punkt Recht behalten.
man etwa von Antipsychotika, die den Dopaminlevel
senken). Umgekehrt berichten Parkinson-Patienten,
die mit dem Dopaminantagonist L-Dopa behandelt
POWER NAPPING WANN werden, besonders viel und lebhaft zu träumen.
Die Menschen sind in der Hälfte ihres Wachzustands träumen wir? die ganze Nacht auf verschiedene Arten
gar nicht "da". Diese Zustände (= Auf den REM-Schlaf haben diese Wirkstoffe jedoch
neurophysiologisch gezeigt), die einer Traumrealität keinen Einfluss. REM und Traum sind zwei Paar
erstaunlich ähnlich sind. TAGTRAUM Stiefel.

Vermutung Stefan Klein: Gehirn ist


hypothesengenerierendes Organ. Ich komme in eine Stefan Klein: Wir greifen die ganze
neue Situation. Schaue garnicht genau hin. Es Evolutionsgeschichte zurück. Geweckt aus dem
erinnert mich stark an etwas. Aber ich weiß gar nicht Tiefschlaf, kann sich mancher daran erinnern, wie es
so genau woran. Dann habe ich dieses Gefühl. Die gewesen sein mag eine Biene, Ameise, ... gewesen
kann auch an Träume erinnern, weil auch in Träumen zu sein. (siehe auch Schlafstörung>Ausleben)
Erinnerungen reorganisiert und angeordnet werden.
Der Schlüssel ist weniger die Sprache, als die WAS träumen wir?
Déjà-vu starker Wille, der aber nicht frei ist
Emotion (ersetzt Sprache).
erleben von Erinnerungen, ohne zu wissen, dass es
Blinde Erinnerungen sind
häufige Erlebnisse
träumen auch Bilder
= ich bin mir darüber bewusst zu träumen von intensiven Gefühlen getrieben, die überhaupt
nicht mehr rational gesteuert und reflektiert werden
können
kritisches Denken wird im Schlaf zugeschaltet
Klarträumen/Luzide Träume
sagen auf Nachfrage zwar "Nein". Weckt man sie in
z. B. tagsüber öfter die Frage stellen "Wache oder in REM-Phase trainieren wir Bewegungen (Sportler der Nacht, berichten diese aber von Bildern.
SCHLAFSTÖRUNGEN REM-Schlafstörung Bilder kommen aus dem visuellen Cortex (Sehrinde).
träume ich gerade?" nutzen diese Phase)
es geht um das Gefühl (nicht die Bilder) TRAUMDEUTUNG (meist Männer) physisches ausleben des Traums Diese erzeugt auch Bilder, wenn das Auge nicht
+ dies mit einem Realitätstest überprüfen (z. B.
Finger zählen) funktioniert. Das Wissen kommt aus Erzählungen,
-> So wird das Verhalten in die Traumwelt mentale Techniken zur Vorbereitung darauf, dass wie lernen? Ertastungen, ...
im Traum kann man zusehen, wir unser Gehirn
übernommen man im Traum erkennt, dass man träumt Wir machen im Schlaf das selbe. Unsere Augen sind
funktioniert. Die Welt entsteht in unserem Kopf. Der
geschlossen. Das, was in uns vorgeht, übersetzen
Traum ist der Schlüssel zu einer Art Bewusstsein und
wir in Bilder
vom Wachzustand in den Traum einsteigen (= für Identität.
Fortgeschrittene)
TRÄUME SCANNEN Vorher wird getestet, wie Menschen auf Bilder
reagieren, die man ihnen zeigt (= Aktivitätsmuster).
Auch im Wachzustand trainieren. = mentales Gerade wird noch erforscht, ob sich Klarträume zur Wird dieses in der Nacht wieder abgespielt, kann es
Training. -> Traum ist realistischer. Sportleistungsverbesserung eignet. Es geht gar nicht gemessen werden. Dies zeigt, dass Träume nichts sind, was wir uns
um Trainingszeit, es ist ein anderer Qualitativer zusammenspannen, sonder Erlebnisse, die wir
Zustand, wo man, weil man im Traum auch kreativer wirklich in der Nacht erleben. Und sie sind in einem
Teamsport ist schwierig zu trainieren. Die ist, vielleicht nochmal einen neuen Blickwinkel gewissen Sinn objektiv (im Sinne "messbar")
Teammitglieder machen oft "irgendetwas". (Saufen bekommt. Anderes Körpergefühl, neue Möglichkeiten
auf dem Spielfeld (= mit was man die Leute (Zeitlupe, schneller, spiegelverkehrt, anderes
verbindet) Element)
Allerdings sind bisher nur Muster erkennbar (z. B.
Buchstaben). Forschung noch nicht weit. Keine
Emotionen erfassen. Problem ist, dass wir an den
Traum nur über die Erinnerung kommen.