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DEUTSCHE NORM Mai 2000

Hubkolben-Verbrennungsmotoren
Brandschutz -
(ISO 6826 : 1997) ISO 6826
ICS 13.220.20; 13.220.40; 27.020

Reciprocating internal combustion engines Ð Fire protection


(ISO 6826 : 1997)
Moteurs alternatifs à combustion interne Ð Protection contre l'incendie
(ISO 6826 : 1997)

Die Internationale Norm ISO 6826 : 1997-02 „Reciprocating internal combustion engines Ð
Fire protection“ ist unverändert in diese Deutsche Norm übernommen worden.

Nationales Vorwort
Diese Norm wurde von der Arbeitsgruppe WG 8 „Brandschutz“ des ISO/TC 70 „Hubkolben-Verbrennungsmotoren“
erarbeitet.
Die nationalen Interessen bei der Erarbeitung dieser Norm wurden vom Technischen Lenkungsgremium
„Verbrennungsmotoren“ des Fachbereiches Kraftmaschinen des Normenausschusses Maschinenbau (NAM) im
DIN wahrgenommen.
Vertreter der Hersteller und Betreiber von Hubkolben-Verbrennungsmotoren sowie der Behörden waren an der Erarbei-
tung beteiligt.
Für die in Abschnitt 2 zitierten Internationalen Normen wird im folgenden auf die entsprechenden Deutschen Normen
hingewiesen:
ISO 7840 : 1994 siehe DIN EN ISO 7840 : 1995
ISO 8846 : 1990 siehe DIN EN 28846 : 1993
ISO 10088 : 1992 keine entsprechende Deutsche Norm (ISO/DIS 10088 : 1999 siehe E DIN EN ISO 10088 : 1999)
IEC 60079-0 : 1998 keine entsprechende Deutsche Norm

Nationaler Anhang NA (informativ)

Literaturhinweise
DIN EN ISO 7840
Kleine Wasserfahrzeuge Ð Feuerwiderstandsfähige Kraftstoffschläuche (ISO 7840 : 1994); Deutsche Fassung
EN ISO 7840 : 1995
DIN EN 28846
Kleine Wasserfahrzeuge Ð Elektrische Geräte Ð Zündschutz gegenüber entflammbaren Gasen (ISO 8846 : 1999);
Deutsche Fassung EN 28846 : 1993
E DIN EN ISO 10088
Kleine Wasserfahrzeuge Ð Fest eingebaute Kraftstoffsysteme und Kraftstofftanks (Überarbeitung von
ISO 10088 : 1992)

Fortsetzung Seite 2 bis 7

Normenausschuss Maschinenbau (NAM) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


Seite 2
DIN ISO 6826 : 2000-05

Deutsche Übersetzung

Hubkolben-Verbrennungsmotoren
Brandschutz

Inhalt

Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2 Normative Verweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Andere Regelungen und Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
5 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
6 Motorgrundklasse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
7 Besondere Motoranforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Anhang A (informativ) Formblatt zur Abstimmung von besonderen Anforderungen. . . . . 6
Anhang B (informativ) Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Vorwort
Die ISO (Internationale Organisation für Normung) ist die weltweite Vereinigung nationaler Normungsinstitute (ISO-Mit-
gliedskörperschaften). Die Erarbeitung Internationaler Normen obliegt den Technischen Komitees der ISO. Jede Mitglieds-
körperschaft, die sich für ein Thema interessiert, für das ein Technisches Komitee eingesetzt wurde, ist berechtigt, in die-
sem Komitee mitzuarbeiten. Internationale (staatliche und nichtstaatliche) Organisationen, die mit der ISO in Verbindung
stehen, sind an den Arbeiten ebenfalls beteiligt. Die ISO arbeitet bei allen Angelegenheiten der elektrotechnischen Nor-
mung eng mit der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) zusammen.
Die von den Technischen Komitees verabschiedeten internationalen Norm-Entwürfe werden den Mitgliedskörperschaften
zur Abstimmung vorgelegt. Die Veröffentlichung als Internationale Norm erfordert Zustimmung von mindestens 75 % der
abstimmenden Mitgliedskörperschaften.
Die Internationale Norm ISO 6826 wurde durch das Technische Komitee ISO/TC 70 „Verbrennungsmotoren“, Subkomitee
SC 5 „Anforderungen“, erarbeitet.
Diese zweite Ausgabe zieht die erste Ausgabe (ISO 6826 : 1982) zurück und ersetzt diese Norm, die technisch überarbeitet
wurde.

1 Anwendungsbereich 2 Normative Verweisungen


Diese Internationale Norm legt die Anforderungen an Hub- Die folgenden normativen Dokumente enthalten Festle-
kolben-Verbrennungsmotoren fest zur Minimierung des gungen, die durch Verweisung in diesem Text Bestandteil
Brandrisikos, verursacht durch den Motor, dessen Teile der vorliegenden Internationalen Norm sind. Zum Zeit-
oder angebaute Hilfseinrichtungen. Falls erforderlich, kön- punkt der Veröffentlichung dieser Internationalen Norm
nen besondere Anforderungen für besondere Motorver- waren die angegebenen Ausgaben gültig. Alle Normen
wendungen gestellt werden. unterliegen der Überarbeitung. Vertragspartner, deren Ver-
einbarungen auf dieser Internationalen Norm basieren,
Die Anforderungen dieser Internationalen Norm dienen werden gebeten, die Möglichkeit zu prüfen, ob die jeweils
nicht dazu, den Betrieb des Motors während oder nach neuesten Ausgaben der im folgenden genannten Normen
einem Feuer sicherzustellen. angewendet werden können. Die Mitglieder von IEC und
Diese Internationale Norm schlieût Hubkolben-Verbren- ISO führen Verzeichnisse der gegenwärtig gültigen Inter-
nungsmotoren für Landanlagen, Schienenfahrzeuge nationalen Normen.
sowie Schiffsbetrieb ein; ausgenommen sind Motoren ISO 7840 : 1994
zum Antrieb von landwirtschaftlichen Traktoren, Straûen- Small craft Ð Fire resistant fuel hoses
fahrzeugen, Baumaschinen und Flugzeugen.
ISO 8846 : 1990
Diese Internationale Norm kann für Motoren zum Antrieb Small craft Ð Electrical devices Ð Protection against
von Flurförderzeugen, kleinen Wasserfahrzeugen und für ignition of surrounding flammable gases
andere Verwendungen angewendet werden, für die es ISO 10088 : 1992
noch keine geeignete internationale Brandschutznorm für Small craft Ð Permanently installed fuel systems and
Hubkolben-Verbrennungsmotoren gibt. fixed fuel tanks
Für Motorverwendungen, die Ð wie vorgenannt Ð ausge- IEC 60079-0 : 1983
schlossen sind, kann diese Internationale Norm als Electrical apparatus for explosive gas atmospheres Ð
Grundlage für Motorverwendungsnormen dienen. Part 0: General requirements
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3 Definitionen derungen abzustimmen. Querverweise zu den jeweiligen


besonderen Anforderungen sind in Tabelle A.2 zu finden.
Für die Anwendung dieser Internationalen Norm gilt die
folgende Definition: Ein Beispiel für die Bezeichnung des Brandschutzes für
eine bestimmte Motoranwendung, bei der die Anforderun-
gen der Grundklasse und die zusätzlichen besonderen
3.1 Anforderungen (Kennzeichen C, K und P) nach dieser
Feuerbeständigkeit Internationalen Norm erfüllt werden, lautet wie folgt:
Eigenschaft eines Teils oder einer Baueinheit (Komplettie- Brandschutz ISO 6826-C-K-P
rung), den Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit, die Die Kennzeichen, z. B. C-K-P, sind in alphabetischer Rei-
Unversehrtheit und/oder andere erwartete Eigenschaften henfolge anzugeben.
für Feuerbeständigkeit unter den Bedingungen einer
genormten und zeitlich begrenzten Feuerprüfung zu
genügen (siehe 7.1). 6 Motorgrundklasse
Die Verfahren und die Konstruktionsdetails, die angewen-
det werden, um Übereinstimmung mit den Merkmalen der
Grundklasse zu erreichen, liegen in der Verantwortung
4 Andere Regelungen und Anforderungen des Motorherstellers.

4.1 Bei Motoren, die in Schiffen und Off-Shore-Anlagen 6.1 Anleitungen


verwendet werden, die den Regeln einer Klassifikations-
gesellschaft entsprechen müssen, sind die zusätzlichen Der Motorhersteller muss Anleitungen für die Installation
Anforderungen der Klassifikationsgesellschaft zu beach- (falls erforderlich), den Betrieb und die Wartung des
ten. Die Klassifikationsgesellschaft ist vom Kunden vor Motors zur Verfügung zu stellen. Darin müssen Prüfver-
Auftragserteilung anzugeben. fahren enthalten sein zur Beibehaltung der Zuverlässigkeit
von Motorsystemen mit brennbaren Flüssigkeiten, die
Bei nicht klassifizierten Motoren sind solche zusätzlichen Merkmale der Grundklasse sowie alle anwendbaren,
Anforderungen im Einzelfall zwischen dem Motorherstel- besonderen Anforderungen. Besondere Aufmerksamkeit
ler und dem Kunden zu vereinbaren. muss hierbei der Überprüfung von Schlauch- und Rohrlei-
tungsverbindungen nach thermisch- oder schwingungs-
4.2 Sind besondere Anforderungen aufgrund von Vor-
bedingten Schäden dienen.
schriften anderer amtlichen Stellen, z. B. Abnahme- und/
oder gesetzgebender Behörden, zu erfüllen, ist die amtli- Benzin- und Gasmotoren müssen in ausreichend belüfte-
che Stelle vom Kunden vor der Auftragserteilung anzuge- ten Räumen betrieben werden, um Explosionen im Fall
ben. der Kraftstoffleckage zu verhindern.

Alle weiteren zusätzlichen Anforderungen unterliegen den


Vereinbarungen zwischen dem Motorhersteller und dem 6.2 Vorkehrungen zum Befüllen des Motors
Kunden. Die Vorkehrungen zum Befüllen des Motors mit brennba-
ren Flüssigkeiten müssen so getroffen werden, dass beim
Befüllen entsprechend der Betriebsanleitung die brennba-
5 Allgemeines ren Flüssigkeiten weder mit heiûen Oberflächen noch mit
Diese Internationale Norm stellt eine Möglichkeit zur Erfül- elektrischen Komponenten oder rotierenden Bauteilen in
lung wesentlicher Sicherheitsanforderungen dar und Berührung kommen.
erleichtert die Verständigung zwischen dem Motorherstel-
ler und dem Kunden. Die Anwendung dieser Internationa- 6.3 Entwässerungs- und Absperrventile
len Norm ist zwischen dem Motorhersteller und dem Kun- Entwässerungs- und Absperrventile sind so anzuordnen,
den zu vereinbaren. dass sie sowohl im Betrieb als auch bei der Wartung leicht
Die für den Brandschutz erforderlichen Maûnahmen sind zugänglich sind.
je nach Motortyp und Motoranwendung sehr unterschied-
lich. Daher ist es weder notwendig noch wünschenswert,
bei jedem Motor alle in dieser Internationalen Norm aufge- 7 Besondere Motoranforderungen
führten Maûnahmen anzuwenden.
7.1 Feuerbeständigkeit
Aus diesem Grund muss ein nach dieser Internationalen
Norm gelieferter Motor mindestens den Anforderungen 7.1.1 30-Minuten-Feuerbeständigkeitsprüfung
der Grundklasse dieser Norm (siehe Abschnitt 6) entspre- (Kennzeichen: A)
chen. Der Brandschutz des Motors muss in diesem Fall Alle Bauteile, die brennbare Flüssigkeiten enthalten, müs-
wie folgt angegeben werden: sen einer Beflammung ausgesetzt werden können, ohne
Brandschutz ISO 6826 dadurch undicht zu werden. Flexible Leitungen und
Sofern zusätzliche Maûnahmen erforderlich sind, um die Schläuche müssen geprüft werden, indem diese von Was-
grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen für besondere ser unter gröûtem Betriebsdruck und einer Temperatur
Verwendungen (z. B. besondere Anforderungen wie in von …80 ± 5† °C durchströmt und einer Beflammung von
Abschnitt 7 festgelegt) sicherzustellen, sind diese durch …800 ± 50† °C 30 Minuten lang ausgesetzt werden, ohne
Hinzufügen der entsprechenden Zusatzzeichen an dadurch undicht zu werden.
„ISO 6826“ anzugeben. In diesem Fall würde ein Motor
auûer den Maûnahmen der Grundklasse auch zusätzlich 7.1.2 2,5-Minuten-Feuerbeständigkeitsprüfung
alle Schutzmaûnahmen entsprechend dem jeweiligen (Kennzeichen: B)
Kennzeichen aufweisen. Alle verwendeten Bauteile, die brennbare Flüssigkeiten
Die Auswahl der besonderen Anforderungen nach den enthalten, müssen einer frei brennenden Kraftstoffflamme
Kennzeichen A, B usw. muss zwischen dem Motorherstel- 2,5 Minuten lang ausgesetzt werden können, ohne
ler und dem Kunden vereinbart werden. Zu diesem Zweck dadurch undicht zu werden. Für typische Prüfungen wird
ist die Übersicht in Tabelle A.1 behilflich, besondere Anfor- auf ISO 7840 und ISO 10088 verwiesen.
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DIN ISO 6826 : 2000-05

7.2 Schutz der elektrischen Bauteile 7.7 Filter für brennbare Flüssigkeiten
(Kennzeichen: C) 7.7.1 Anordnung von Filtern (Kennzeichen: J)
Elektrische Bauteile von Motoren mit Fremdzündung müs- Filter für brennbare Flüssigkeiten müssen so angeordnet
sen so gestaltet sein, dass diese während ihres Betriebes und/oder geschützt sein, dass im Fall von Leckagen keine
keine den Motor umgebenden brennbaren Gase entzün- brennbaren Flüssigkeiten auf heiûe Oberflächen, drehen-
den. Für Prüfverfahren und Anforderungen wird auf de Teile, elektrische Bauteile oder in Lufteinlasssysteme
ISO 8846 verwiesen. Für Teile, die nach der Einwirkung gelangen können.
eines Feuers bzw. einer Explosion noch einsatzbereit sein
müssen, wird auf IEC 60079-0 verwiesen.
7.7.2 Filter-Auffangschalen (Kennzeichen: K)
Filteranordnungen müssen mit Auffangschalen und/oder
7.3 Rohrleitungen für brennbare Flüssigkeiten Ablaufrinnen versehen sein, um die während durchzufüh-
render Wartungsarbeiten austretenden brennbaren Flüs-
7.3.1 Rohrleitungskonstruktion und -einbau sigkeiten entfernt von heiûen Oberflächen, drehenden Tei-
(Kennzeichen: D) len, elektrischen Bauteilen und Lufteinlasssystemen abzu-
Durch die Konstruktion oder den Einbau von Rohrleitun- führen.
gen muss verhindert werden, dass austretende brennbare
Flüssigkeiten auf heiûe Oberflächen, drehende Teile, elek-
trische Bauteile oder in die Lufteinlasssysteme von Diesel- 7.8 Oberflächen mit hoher Temperatur
motoren tropfen oder sprühen können.
(Kennzeichen: L)
BEISPIELE: 7.8.1 Das Abgassystem und alle anderen Motorteile
a) Anbringung von Kraftstoff- und Schmierölleitungen, müssen so gekühlt und/oder isoliert sein, dass keine
besonders von Leitungsverbindungen, in ausreichen- äuûere Oberfläche eine Temperatur erreichen kann, bei
der Entfernung von heiûen Oberflächen, elektrischen der brennbare Flüssigkeiten gezündet würden (Selbstzün-
Bauteilen und Lufteinlasssystemen. dungstemperatur):
b) Örtlicher Schutz, Abschirmung oder Verstärkung von Beispiele für Selbstzündungstemperaturen sind:
Rohrleitungen, besonders von dünnen Rohrleitungen, Dieselkraftstoff: 220 °C
wie beispielsweise solche für Drucksignalübertra- Schmieröl: 380 °C
gungen. Hydrauliköl: 380 °C
c) Geeignete Verschlüsse an Ablaufventilen, die an Rohr- Benzin: 260 °C (verdampft bei 225 °C)
leitungen oder sonstigen Bauteilen für brennbare Flüs-
sigkeiten angebaut sind, damit ein unbeabsichtigtes 7.8.2 Das Isoliermaterial darf nicht entflammbar sein und
Öffnen verhindert wird. muss gegen Eindringen von brennbaren Flüssigkeiten
durch geeignete Maûnahmen wie Blech, Hartummante-
lung oder sonstige undurchlässige Werkstoffe geschützt
7.3.2 Rohrleitungszubehör (Kennzeichen: E) sein.
Die Anzahl lösbarer Rohrleitungszubehörteile muss auf
ein erforderliches Mindestmaû beschränkt sein.
7.9 Schutz vor Motorabgasen (Kennzeichen: M)
Das Motorabgassystem muss mit einem Funkenfänger
7.4 Schutz von Kraftstoff-Hochdrucksystemen ausgerüstet oder anderweitig geeignet konstruiert sein,
(Kennzeichen: F) um wie ein Funkenfänger zu wirken.
Kraftstoff-Hochdruck-Einspritzleitungen müssen so ange- ANMERKUNG: Ein Abgasturbolader kann als ein Funken-
ordnet und/oder abgeschirmt sein, dass eine Leckage fänger angesehen werden.
nicht auf heiûe Oberflächen, drehende Teile, elektrische
Bauteile oder in Lufteinlasssysteme gelangen kann. Maû-
nahmen für eine Erkennung und Ableitung von Leckagen 7.10 Lufteinlasssystem-Flammenkontrolle
müssen vorgesehen sein.
7.10.1 Einlasssystem-Flammenverhütung
(Kennzeichen: N)

7.5 Schutz von Hydrauliksystemen Das Motoreinlasssystem muss so konstruiert oder mit
einem Flammenabsorber ausgerüstet sein, dass sicherge-
(Kennzeichen: G) stellt ist, dass ein Feuer oder eine Explosion darin nicht in
Hydraulikleitungen für Drücke gröûer 60 bar müssen so die Atmosphäre um den Motor gelangen kann.
angeordnet und/oder abgeschirmt sein, dass eine
Leckage nicht auf heiûe Oberflächen, drehende Teile,
elektrische Bauteile oder in Lufteinlasssysteme gelangen 7.10.2 Einlasssystem-Feuerwarnung
kann. Maûnahmen für eine Erkennung und Ableitung von (Kennzeichen: P)
Leckagen müssen vorgesehen sein. Bei fremdgezündeten und Zweitakt-Tauchkolben-Verbren-
nungsmotoren müssen die Einlasssysteme mit einer Ein-
richtung ausgerüstet sein, damit im Fall eines Feuers im
Einlasssystem eine Warnmeldung gegeben wird.
7.6 Abflussventile (Kennzeichen: H)
Ventile zur Entleerung von Systemen, die brennbare Flüs-
sigkeiten enthalten, müssen manuell geöffnet werden und 7.10.3 Einlasssystem-Abflüsse (Kennzeichen: Q)
so angeordnet sein, dass die Flüssigkeiten abgeführt wer- Zweitakt-Kreuzkopf-Motoren müssen mit Vorkehrungen
den können, ohne dass sie an heiûe Oberflächen, drehen- versehen sein, um brennbare Flüssigkeiten aus dem
de Teile, elektrische Bauteile oder in Lufteinlasssysteme Motor-Lufteinlasssystem abzuleiten, falls ein brennbares
gelangen können. Gemisch in diesem System gebildet werden kann.
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7.11 Kurbelgehäuse-Flammenkontrolle ANMERKUNG: Solche Ventile sind häufig dann vorge-


7.11.1 Kurbelgehäuseentlüftung-Flammenkontrolle schrieben, wenn sich Personen in unmittelbarer Nähe
(Kennzeichen: R) von laufenden Motoren aufhalten müssen, um War-
tungsarbeiten durchzuführen.
Kurbelgehäuseentlüftungen müssen so konstruiert oder
mit einem Flammenabsorber ausgerüstet sein, dass
sichergestellt ist, dass ein Feuer oder eine Explosion im 7.12 Indizierventil-Flammenkontrolle
Kurbelgehäuse nicht in die Atmosphäre um den Motor (Kennzeichen: T)
gelangen kann.
Zylinderkopf-Indizierventile müssen so konstruiert sein,
dass ein Flammenaustritt verhindert wird, wenn die Ventile
öffnen.
7.11.2 Kurbelgehäuse-
Explosionsdruckentlastungsventil-
Flammenkontrolle (Kennzeichen: S) 7.13 Flexible Verbindungen an Motoren, die
Druckentlastungsventile für das Kurbelgehäuse sind an mittels direkter Lufteinblasung in die
vielen groûen Motoren angebaut, damit ein Schaden im Zylinder gestartet werden (Kennzeichen: U)
Falle einer Kurbelgehäuseexplosion gering bleibt. Flexible Verbindungen (Dehnungsausgleicher, flexible
In Fällen, in denen es wesentlich ist, das Brandrisiko, resul- Schläuche) in Rohrleitungen, die dauernd dem Start-Luft-
tierend aus einer Explosion, gering zu halten, müssen druck ausgesetzt sind, müssen inneren Explosionen
Flammenabsorber angebaut werden. standhalten.
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Anhang A (informativ)

Formblatt zur Abstimmung von besonderen Anforderungen

Tabelle A.1: Schutzmerkmale zur vorgesehenen Motorverwendung

Kennzeichen
Motorverwendungen
A B C D E F G H I J K L M N P Q R S T U
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Tabelle A.2: Kennzeichen und Querverweise zu den besonderen Anforderungen

Kennzeichen Besondere Anforderung Unterabschnitt

A 30-Minuten-Feuerbeständigkeitstest 7.1.1

B 2,5-Minuten-Feuerbeständigkeitstest 7.1.2

C Schutz der elektrischen Bauteile 7.2

Ð Rohrleitungen für brennbare Flüssigkeiten 7.3

D Rohrleitungskonstruktion und -einbau 7.3.1

E Rohrleitungszubehör 7.3.2

F Sicherung von Kraftstoff-Hochdrucksystemen 7.4

G Sicherung von Hydraulik-Hochdrucksystemen 7.5

H Abflussventile 7.6

Ð Filter für brennbare Flüssigkeiten 7.7

J Filteranordnung 7.7.1

K Filterauffangschalen 7.7.2

L Oberflächen mit hoher Temperatur 7.8

M Schutz vor Motorabgasen 7.9

Ð Lufteinlasssystem-Flammenkontrolle 7.10

N Einlasssystem-Flammenverhütung 7.10.1

P Einlasssystem-Feuerwarnung 7.10.2

Q Einlasssystem-Abflüsse 7.10.3

Ð Kurbelgehäuse-Flammenkontrolle 7.11

R Kurbelgehäuseentlüftung-Flammenkontrolle 7.11.1

S Kurbelgehäuse-Explosionsdruckentlastungsventil-Flammenkontrolle 7.11.2

T Indizierventil-Flammenkontrolle 7.12

U Flexible Verbindungen an Motoren, die mittels direkter Lufteinblasung 7.13


in die Zylinder gestartet werden

Anhang B (informativ)

Bibliographie
[1] ISO 3261 : 1975, Fire tests Ð Vocabulary