Sie sind auf Seite 1von 10

WEITERBILDUNGSKONZEPT

(Gültig ab 01.07.2015)

ZENTRUM FÜR
PSYCHIATRIE UND PSYCHOTHERAPIE STATIONÄR

Grundlagen

Grundlage für das Weiterbildungskonzept der Zentren für Psychiatrie/Psychotherapie stationär und
für Suchtpsychiatrie/Suchtpsychotherapie bildet das Weiterbildungsprogramm Facharzt für Psychiat-
rie und Psychotherapie vom 1. Juli 2009.

Name der Weiterbildungsstätte

Psychiatrische Dienste Aargau AG (PDAG)


Bereich Psychiatrie und Psychotherapie
Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ZPPS

FMH-Anerkennung der Weiterbildungsstätte

Psychiatrie und Psychotherapie: Kategorie A stationär (Allgemeine Psychiatrie 3 Jahre)

Weiterbildungsverantwortliche

Leiter der Weiterbildungsstätte: Dr. med. M. Hilpert, Chefarzt und Zentrumsleiter ZPPS
Facharzt FMH Psychiatrie – Psychotherapie

Psychiatrische Dienste Aargau AG


Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie stationär | Ärztliche Leitung
Postfach 432 | 5201 Brugg | T 056 462 21 11 | F 056 462 22 40 | zpps.leitung@pdag.ch | www.pdag.ch
2/10

Dieses Weiterbildungskonzept gilt in gleichem Masse für Ärztinnen und Ärzte. Zur besseren Lesbarkeit werden im Text nur männliche
Personenbezeichnungen verwendet.

Direkte Weiterbildner: PD Dr. med. M. Ridinger, Chefärztin und


Zentrumsleiterin ZSPP
Fachärztin Psychiatrie – Psychotherapie

S. Alicioglu, Oberarzt ZSPP

Dr. med. L. Galambos, Oberärztin ZPPS

M. Gebbers, Oberarzt ZPPS

Dr. med. I. Ghirlanda, Oberärztin ZPPS

C. Gründer, Oberärztin ZPPS


Fachärztin Psychiatrie – Psychotherapie

Dr. med. C. Kronqvist, Oberärztin ZPPS


Fachärztin - Psychotherapeutische Medizin

Dr. med. A. Linde, Leitender Oberarzt ZPPS


Facharzt Psychiatrie – Psychotherapie

M. Näf, Leitender Arzt ZSPP

Dr. med. S. Shala, Oberärztin ZSPP


Fachärztin - Psychiatrie – Psychotherapie

E. Zander, Leitender Oberarzt ZPPS


Facharzt Psychiatrie – Psychotherapie

Externe Supervisoren: lic. phil. C. Haldimann (Psychotherapie i. e. S.)


Fachpsychologe Psychotherapie FSP

B. Roos (Gutachten)
Forensische Psychiatrie SGFP

Dr. med. J. Sachs (Gutachten)


Facharzt FMH Psychiatrie – Psychotherapie
Forensische Psychiatrie SGFP

lic. phil. S. Signer-Fischer


(Psychotherapie i. e. S.)
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP

Ressortleiter Weiterbildung: Dr. med. D. Georgescu, Chefarzt und Bereichsleiter


Alters- und Neuropsychiatrie
Facharzt FMH Psychiatrie – Psychotherapie
spez. Alterspsychiatrie und – psychotherapie
spez. Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie
3/10

Beschreibung der Weiterbildungsstätte

Die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) verfügen am Standort Königsfelden mit 327 Betten
über eine der grössten stationären psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz. Sie sind zuständig
für die stationäre Versorgung der Bevölkerung des Kantons Aargau mit rund 640 000 Einwohnern.

Die PDAG bestehen aus den klinischen Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie, Alters- und Neu-
ropsychiatrie, Forensische Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zusätzlich zum Versor-
gungsauftrag sind die PDAG auch Weiterbildungsstätte für medizinische und psychologische Berufe
und Ausbildungsstätte für Pflegepersonal. Als akademisches Lehrspital der Universität Zürich sind die
PDAG am Studentenunterricht beteiligt.

Im Bereich der Weiterbildung werden die Zentren für Psychiatrie und Psychotherapie stationär
(ZPPS) und Suchtpsychiatrie und -psychotherapie (ZSPP) in einer Weiterbildungsstätte zusam-
mengefasst. Das ZPPS verfügt über 112 Betten, das ZSPP über 58 Betten.

Das Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ambulant, der Bereich Alters- und Neuropsychiatrie
mit der zugehörigen Fachabteilung Allgemeine Innere Medizin, der Bereich Forensische Psychiatrie
und der Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie sind separate Weiterbildungsstätten mit eigenen Wei-
terbildungskonzepten. Im Rahmen der ärztlichen Leitung besteht ein gemeinsames Ressort Weiter-
und Fortbildung zwecks Koordination der Weiterbildungsangebote der PDAG.

In den PDAG werden die Weiterbildungsziele der Kandidaten bei der Planung des Einsatzes und der
Rotation in den verschiedenen klinischen Fachbereichen (nach mind. 6 Monaten) berücksichtigt.
Damit soll eine möglichst breite sowie den Interessen und Bedürfnissen der Kandidaten angepasste
Weiterbildung gefördert werden.

Die PDAG verfügen über eine adäquat ausgestattete Medizinische Bibliothek (Fachzeitschriften). Alle
Kandidaten haben individuellen Internetzugang über ihren Büro-PC und können die meisten Fach-
zeitschriften auch online lesen. Es besteht ein Raum, der mit aufwändiger Technik für Videoaufzeich-
nungen für Supervision und Training in Psychopathologie ausgestattet ist. Auch für die anderen Su-
pervisionen bestehen angemessene Räume.

Das Zentrum Psychiatrie und Psychotherapie stationär (Chefarzt Dr. med. M. Hilpert)
ist gegliedert in den Behandlungspfad affektive Störungen und den Behandlungspfad Psychose-
Erkrankungen. Den beiden Behandlungspfaden sind jeweils 3 Bettenstationen zugeordnet. Die Abtei-
lung für Hirnstimulation und EEG gehört zum Pfad affektive Störungen, die Früherkennungssprech-
stunde ist dem Psychose-Pfad angegliedert. Versorgt werden Patienten zwischen 18 und 64 Jahren.
Die Stationen führen störungsspezifische Schwerpunkte, d.h. jede Station ist reguläre Aufnahmestati-
on und hat zusätzlich einen therapeutischen Schwerpunkt (Angst-Depression, Bipolare Erkrankung,
Dialektisch Behaviorale Therapie, Schizophrenie Ersterkrankungen, Schizophrenie Mehrfacherkran-
kungen (2 Stationen).
Pro Station sind 1 - 2 Kandidaten und 1 - 3 Psychologen unter der Leitung eines verantwortlichen
Oberarztes tätig.
Die Abteilung für Hirnstimulation und EEG (LOA Dr. med. A. Linde) ist der Klinik für Allgemeinpsychi-
atrie angegliedert. Hier werden Elektrokonvulsionstherapien (EKT) durchgeführt und Elektroenzepha-
lographien (EEG) abgeleitet.
In der Früherkennungssprechstunde werden Patienten mit Verdacht auf psychotische Ersterkrankun-
gen ärztlich und neuropsychologisch untersucht und beraten, zusätzlich wird eine Psychoeduka-
tionsgruppe angeboten. Diese Dienstleistungen werden i.d.R. ambulant erbracht. Unter der Leitung
einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeiten 2 Psychologinnen in diesem Team.
4/10

Das Zentrum Suchtpsychiatrie und -psychotherapie (Chefärztin PD Dr. med. M. Ridinger) um-
fasst drei Stationen für Patienten mit Abhängigkeiten von psychotropen Substanzen. Es werden quali-
fizierte Entzugsbehandlungen unter Integration komorbider psychischer Störungen durchgeführt. Dar-
über hinaus erfolgt eine intensive Vernetzung mit vor-, neben- und nachgeschalteten Institutionen.
Auf allen drei Stationen finden Akut-, Grund- und spezialisierte Versorgungen in interdisziplinären
Teams statt. Jede Station verfügt im Suchtzentrum über einen eigenen Schwerpunkt: Eine Station für
Alkoholabhängige sowie für chronisch mehrfach beeinträchtigte Alkohol- und Medikamentenabhängi-
ge (1 Oberarzt, 1 Kandidat, 1 Psychologe); eine Station für Abhängige mit vorwiegend psychotischen
und affektiven Komorbiditäten sowie schweren Begleit- und Folgestörungen auf (1 Oberarzt, 1 Spital-
facharzt, 1 Kandidat,1 Psychologe); eine Station für Drogen- und Mehrfachabhängige (1 Oberarzt,
1 Spitalarzt, 2 Psychologen). Im Ambulatorium „HAG“ (1 Kandidat, 1 Psychologe unter Leitung des
Leitenden Arztes) werden schwerpunktmässig heroingestützte und andere Substitutionsbehandlun-
gen bei Opiat- und Mehrfachabhängigkeit durchgeführt.

Weitere Weiterbildungsstätten der PDAG

Das Zentrum Psychiatrie & Psychotherapie ambulant (Chefärztin Dr. med. Birgit Kräuchi)
An vier Standorten im Kanton sorgen Ambulatorien, Tageskliniken und Tageszentren für die sozial-
psychiatrische Grundversorgung der Aargauer Bevölkerung. Behandelt werden Patienten ab 18 Jah-
ren. Die Behandlungsteams sind interdisziplinär. Das Ambulatorium Aarau beschäftigt 5 Oberärzte,
2 stv. Oberärzte, 4 Kandidaten, 4-6 PsychologInnen, 2 Pflegefachpersonen und 1 Sozialarbeiter. Die
Spezialsprechstunde ADHS und Autismusspektrumsstörungen bildet einen störungsspezifischen
Schwerpunkt. Die rehabilitativ orientierte Tagesklinik in Aarau mit einem strukturierten Wochenpro-
gramm unterstützt PatientInnen u.a. im Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess. Das Ambulatorium Ba-
den arbeitet mit 4 Oberärzten 3-5 Kandidaten, 1-2 Psychologinnen, 3 Pflegefachkräfte und einer So-
zialarbeiterin. Die Akut-Tagesklinik in Baden bietet eine strukturierte Behandlungsmöglichkeit für akut
Erkrankte. Das Ambulatorium Freiamt in Wohlen besteht aus einem Leitenden Oberarzt, 2 Kandida-
ten, 1 Spitalfachärztin und 2 Psychologinnen. Das Ambulatorium Fricktal in Rheinfelden beschäftigt
1 Oberarzt, 2 Kandidaten, 1 Psychologin und 2 Pflegefachpersonen. An den 4 Standorten wird jeweils
ein Tageszentrum betrieben. Diese bieten ein niederschwelliges Angebot für psychisch erkrankte
Menschen. Ergänzt wird das Angebot des ZPPA durch den Arbeitscoach, hier steht die Unterstützung
bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess im Fokus.

Der Bereich Alters- und Neuropsychiatrie (Chefarzt Dr. med. D. Georgescu) ist eine Weiterbil-
dungsstätte für Alterspsychiatrie sowie für Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie. Sie umfasst 3 speziali-
sierte Aufnahmestationen (zwei neuropsychiatrische und eine allgemein-gerontopsychiatrische, zu-
sammen 64 Betten), 1 Privatstation (15 Betten), 2 Memory Clinics (interdisziplinäre Sprechstunden
zur ambulanten Abklärung und Behandlung neuropsychiatrischer Erkrankungen), einen kantonsweit
funktionierenden gerontopsychiatrischen Konsiliar- und Liaisondienst für Pflegeheime und einen neu-
ropsychiatrischen Konsiliardienst für Institutionen für Menschen mit geistiger Behinderung.

In der Alters- und Neuropsychiatrie arbeiten derzeit neben dem ärztlichen Bereichsleiter ein Leitender
Arzt, eine Leitende Oberärztin, 7 Oberärzte, 8 Kandidaten, 14 Psychologen, darunter 9 Neuropsycho-
logen.

Der Bereich Forensische Psychiatrie (Chefarzt Dr. med. J. Sachs) ist für die forensisch-
psychiatrische Begutachtung im Kanton Aargau und für die ambulante forensische Versorgung der
Strafanstalt Lenzburg zuständig und betreibt zudem am Standort Königsfelden drei forensische
Massnahmestationen sowie ein forensisches Ambulatorium.
5/10

Ein Chefarzt, 2 Leitende Oberärztinnen, 6 Oberärzte, 3 Kandidaten und 6 Psychologen bearbeiten


straf-, zivil-, strassenverkehrs-, verwaltungs-, versicherungs- und militärrechtliche Gutachtenaufträge.
Zudem werden forensisch-psychiatrische Supervisionen und Weiterbildungen für Kandidaten und
weitere Fachpersonen angeboten. Die Klinik für Forensische Psychiatrie ist eine SIWF-anerkannte
Weiterbildungsstätte (Kat. D2-F).

Die 4 klinischen Bereiche der PDAG werden durch folgende Organisationseinheiten unterstützt: Die
Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und das Qualitätszentrum für Medikamentensicherheit und
Diagnostik.

- Abteilung für Allgemeine Innere Medizin (LA Dr. M. Eckhardt).


Die Allgemeine Innere Medizin gewährleistet die zeitgemässe und evidenzbasierte somatische
Betreuung der psychiatrischen Patienten. Er gliedert sich in zwei Teile: Der eine Teil (18 Betten)
ist dem Bereich für Alters- und Neuropsychiatrie organisatorisch zugeordnet. Dabei werden Pati-
enten mit neuropsychiatrischen Krankheiten, vorwiegend Patienten mit Demenz und Delir, inter-
nistisch umfassend abgeklärt und behandelt. Der andere Teil umfasst die somatische Standort-
bestimmung und Betreuung bei den Patienten zweier Suchtstationen. Dazu kommt die supervi-
dierte internistische konsiliarische Tätigkeit bei den übrigen stationären Patienten einschliesslich
der Psychiatrischen Station für Jugendliche (PSJ) auf dem Areal Königsfelden, ausserdem der
personalärztliche Dienst. Im Konsiliardienst werden allfällige internistische Ursachen für die psy-
chiatrischen Erkrankungen sowie internistische Begleiterkrankungen abgeklärt und gemeinsam
mit dem psychiatrischen Team behandelt. An apparativen Untersuchungen werden Röntgen,
EKG, Ultraschall, Spirometrie, nächtliche Pulsoxymetrie und Doppler-Verschlussdruckmessung
an den Knöchelarterien durchgeführt. In der SIWF-anerkannten Weiterbildungsstätte (Kategorie
C für Allgemeine Innere Medizin) werden die beiden Kandidaten von 2 Kaderärzten (1 Leitender
Arzt und 1 Oberarzt) mit dem Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin angeleitet.

- mediQ (Qualitätszentrum für Medikamentensicherheit und Diagnostik, Leiterin Dr. E. Ja-


quenoud).
mediQ ist das Qualitätszentrum für Medikamentensicherheit und Diagnostik und nimmt teil am in-
ternationalen AMSP-Projekt (Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie), bei dem systematisch
schwere Nebenwirkungen von Psychopharmaka erfasst und überwacht werden. Das in Medika-
mentensicherheit (internetbasiertes Interaktionsprogramm www.mediq.ch) spezialisierte interdis-
ziplinäre Team umfasst Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Naturwissenschaftler und Pharma-
kologen.

Arbeitsorganisation

Einführung des Kandidaten

Die Einführung neuer Kandidaten erfolgt individuell und berücksichtigt den Umfang der bisher erwor-
benen medizinischen und psychiatrischen Fachkenntnisse. Die folgenden Mittel kommen in den ers-
ten Wochen zum Einsatz:

Am Einführungstag werden alle neuen Kandidaten mit Geschichte, Struktur, Örtlichkeiten, Rapport-
wesen, Verordnungen bei Neueintritten, Organisation und Aufgaben der Bereiche, Software-
Bedienung (Patientenverwaltung, Bettendisposition, Leistungserfassung, elektronische Krankenge-
schichte), Organisation des Tages-/Nachtarztdienstes und der Weiterbildung in den PDAG vertraut
gemacht.
6/10

Im Gespräch mit dem direkten Weiterbildner wird die Dokumentation des Arztdienstes mit ausführ-
lichen Informationen, Weisungen, Richtlinien und Merkblättern zu allen betriebsrelevanten Vorgängen
besprochen.

Im Einführungsgespräch mit dem Leiter der Weiterbildungsstätte wird eine Standortbestimmung


bezüglich der bisher erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in Psychiatrie und somatischer Medizin
gemacht. Die individuellen Weiterbildungsziele werden festgehalten (Logbuch bzw. E-Logbuch). In-
terne und externe Weiterbildungsangebote werden dem Kandidaten dargelegt. Das Weiterbildungs-
konzept der Weiterbildungsstätte wird als Beilage zur Weiterbildungsvereinbarung ausgehändigt.

Die Einführung in den Bereitschafts- und Notfalldienst erfolgt durch einen fortgeschrittenen Kan-
didaten.

Der Kandidat wird durch den zweiten Kandidaten der Abteilung oder durch den direkten Weiterbildner
in den Stationsdienst eingeführt.

Wenn möglich im ersten Monat nach Stellenantritt werden die Kandidaten theoretisch und praktisch
in Cardiopulmonaler Reanimation geschult.

Die Einführung erfolgt strukturiert nach Themengruppen, mittels einer Checkliste wird die zeitgerech-
te und vollständige Durchführung der Einarbeitung sichergestellt.

Umsetzung der Weiterbildungsziele gemäss Weiterbildungsprogramm

Die Organisation des Ressorts ärztliche Weiterbildung und die Umsetzung der Weiterbildungsziele im
praktischen Alltag gemäss vorliegendem Weiterbildungskonzept folgen dem Weiterbildungsprogramm
Psychiatrie und Psychotherapie und der damit in Beziehung stehenden weiteren Bestimmungen und
Unterlagen (Logbücher, Mini-CEX u. a.). Sämtliche Weiterbildungsveranstaltungen sowie die mass-
geblichen Grundlagen des SIWF, der psychiatrischen Fachgesellschaften und des regionalen Weiter-
bildungsvereins sind allen Ärzten auf einem eigens zu diesem Zweck eingerichteten Laufwerk zu-
gänglich. Weiterbildner und Kandidaten werden periodisch über aktuelle Entwicklungen im Bereich
der psychiatrischen Weiterbildung informiert. Darüber hinaus werden die Weiterbildner hinsichtlich
ihrer Weiterbildungsaufgaben geschult und fortgebildet (z. B. Mini-CEX). Zu diesem Zweck wird jähr-
lich die Tutorenkonferenz abgehalten, an der alle Weiterbildungsstättenleiter und Tutoren der PDAG
teilnehmen.

Weiterbildungsgefässe intern

Die Weiterbildungsstätte bietet sämtliche vom Weiterbildungsprogramm definierten internen Weiter-


bildungsgefässe an. Diese umfassen:

- Lernen am Krankenbett (Bedside-Teaching).

- Supervision der IPPB (mind. 1 Std./Woche): beim direkten Weiterbildner, insbesondere in Form
der „Gemeinsamen“ (gemeinsame Untersuchung und Besprechung, dokumentiert). Zudem re-
gelmässige Fallbesprechungen, Visiten und Therapien mit den Weiterbildnern.

- Supervision der IPPB (6 Std./Monat): „Videosupervision“ bei einem PDAG-externen Supervisor


auf dem Klinikareal. Anhand von Videoaufnahmen und Live-Interviews werden psychopathologi-
sche und psychodiagnostische Kenntnisse und Fertigkeiten vertieft. Die Kosten werden von der
Weiterbildungsstätte getragen.
7/10

- Supervision der Psychotherapie i. e. S. (8 Std./Monat): bei PDAG-externen Supervisoren. Es


werden 2 der 3 anerkannten Psychotherapiemodelle (kognitiv-verhaltenstherapeutisch und sys-
temisch) angeboten. Die Supervisionen finden in Königsfelden statt. Die Kosten werden von den
PDAG übernommen.

- Weiterbildungssupervision (6x/Jahr): beim Tutor (dem direkten Weiterbildner).

- Gutachten-Supervision: Unter Fachsupervision durch die Kaderärzte des Bereichs Forensik


(zertifizierte forensische Psychiater SGFP) erstellen die Kandidaten 1 Gutachten/Jahr.

PDAG-interne klinikübergreifende Weiterbildungsveranstaltungen:

- Forum Forensicum (4x/Jahr): Weiterbildungsveranstaltung zu Themen der psychiatrischen Be-


gutachtung.

- Donnerstag-Nachmittags-Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen (1 - 2 Credits/Monat): es


werden verschiedene aktuelle Themen aus dem gesamten Gebiet der Psychiatrie und der be-
nachbarten Disziplinen von internen und externen Referenten präsentiert. Während des Semes-
ters finden diese Veranstaltungen gleichzeitig mit dem Basisunterricht im regionalen Verbund
statt. In den Semesterferien stehen diese Veranstaltungen auch den Kandidaten im Basismodul
offen.

- Reihe kriminologischer Vorträge (4x/Jahr): zusammen mit dem Aargauischen Forum für Kri-
minologie.

- Forensik-Kurs (1x/Jahr): organisiert in Zusammenarbeit mit der Schweiz. Gesellschaft für Fo-
rensische Psychiatrie. Der 2-tägige Kurs findet am Standort Königsfelden statt. Neben einem Ba-
siskurs werden ein Aufbaukurs Strafrecht und ein Jugendforensikkurs angeboten.

- Königsfelder Sucht-Tagung (1x/Jahr): wichtige regionale Fachtagung.

- Königsfelder Symposium zu Behandlungsempfehlungen („Leitliniensymposium“) in der Psy-


chiatrie (1x/Jahr).

- Gewalt- und Aggressionsmanagement: 4-tägiges Training, bestehend aus Theorieteil und


praktischen Übungen, im Vordergrund steht das Erlernen von Techniken zur Deeskalation. Die-
ser Kurs wird fortlaufend während des ganzen Jahres durchgeführt.

Weiterbildungsgefässe extern

Für die externe Weiterbildung der Kandidaten im Basismodul stehen insgesamt 20 Arbeitstage/Jahr
zur Verfügung. Darin enthalten ist auch die Weiterbildung im regionalen Verbund. Die Kandidaten im
Aufbaumodul verfügen - je nach Vereinbarung - über max. 20 Arbeitstage für Weiterbildungen zur
Vertiefung des psychiatrisch-psychotherapeutischen Wissens und für die Ausbildung in Psychothera-
pie. Die Weiterbildung für Kandidaten in beiden Modulen wird finanziell unterstützt (bis CHF
6‘000/Jahr).

Die externen Weiterbildungsgefässe umfassen:

- Theoretische Weiterbildung (Basisunterricht) im regionalen Weiterbildungsverbund für die


Region Zürich, Zentral- und Nordostschweiz in einem Umfang von 28 Nachmittagen pro Jahr.
8/10

- Theoretische Vertiefung in Psychotherapie i.e.S. in einem der drei anerkannten Modelle in


einem von der SGPP anerkannten psychotherapeutischen Institut.

- Supervision bei einem externen Supervisor für Psychotherapie i.e.S. Diese werden in sämt-
lichen Modellen auch im Haus angeboten (siehe oben), können aber auch extern erfolgen.

- Selbsterfahrung in einem anerkannten Psychotherapiemodell bei einem externen Lehrthe-


rapeuten.

- Sonstige externe Weiterbildungsveranstaltungen (Seminare, Kongresse, Workshops etc.)


werden auf Antrag des Kandidaten (insbesondere Kandidaten im Aufbaumodul) unterstützt, so-
fern sie den vereinbarten Weiterbildungszielen dienlich sind.

Individuelle Lerninhalte

Individueller Lernzielkatalog

Es bestehen individuelle Lernziele für die Kandidaten (allgemeine und spezifische Berufs- und Wei-
terbildungsziele), welche im Einführungsgespräch mit dem Leiter der Weiterbildungsstätte bespro-
chen und im Logbuch Periodische Aufzeichnungen eingetragen werden. Im Rahmen der 2-mal jähr-
lich stattfindenden Verlaufsgespräche mit dem Tutor werden die Lernziele überprüft, weitere Ziele
und spezifische Massnahmen werden formuliert (siehe unten).

Lernziele pro Weiterbildungsjahr (theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkei-


ten)

Die meisten Kandidaten, die in der Weiterbildungsstätte tätig sind, befinden sich im Basismodul der
Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. In diesem Modul erwerben die Kan-
didaten allgemein-psychiatrische Basiskompetenzen, bilden sich theoretisch weiter (Curriculum des
regionalen Weiterbildungsverbunds) und werden von Fachpersonen supervidiert. Neben den ange-
henden Psychiatern arbeiten im Zentrum auch Kandidaten für andere Weiterbildungstitel (Kandidaten
im Fremdjahr).

Lernziele im ersten Weiterbildungsjahr und für Kandidaten im Fremdjahr

- Gesprächsführung mit psychisch kranken Menschen und ihren Angehörige: aktives Zuhören,
angemessenes verbales und nonverbales Verhalten, Formulieren von offenen und geschlossene
Fragen und von differentialdiagnostisch relevanten Fragen
- Psychiatrische Anamneseerhebung inklusive Krankheitsentwicklung, Vorbehandlung, Biographie,
soziale Situation, Familien- und Suchtanamnese und relevante somatische Aspekte
- Erhebung des psychopathologischen Befundes nach AMDP
- Psychiatrische Verdachtsdiagnosestellung nach ICD-10
- Festlegung von Behandlungszielen, problemorientiertes Vorgehen
- Umgang mit psychiatrischen Krisensituationen und Management von Notfällen
- Psychopharmakologische Behandlung unter Berücksichtigung der therapeutischen Wirkungen,
der unerwünschten Nebenwirkungen und der Interaktionen
9/10

- Grundkenntnisse der anerkannten Psychotherapieverfahren (Psychoanalyse, kognitive Verhal-


tenstherapie, Systemische Therapie)
- Grundkenntnisse der bildgebenden Verfahren (Neuroradiologie, Nuklearmedizin) und der Labor-
diagnostik und ihrer Bedeutung für die psychiatrische Diagnostik
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Diagnostik, Behandlung und Nachbetreuung
- Erarbeitung von Fallvorstellungen und Referaten
- KG-Führung (elektronisch), Erstellen von Zeugnissen und Berichten zuhanden von Ärzten, Kran-
kenkassen, Versicherungen, Behörden etc.
- Curricularer Basisunterricht (Theorie) im regionalen Weiterbildungsverbund
- Anwendung des mediQ-Interaktionsprogramms
- Umgang mit Software für Patientenverwaltung (Navision)
- Leistungserfassung für die Rapportierung der erbrachten Dienstleistung am Patienten wie auch
für interne Projekte und Sitzungen (TACS)
- Psychiatrische und somatische Versorgungsstrukturen kantonal und regional, Zusammenarbeit
mit zuweisenden und nachbehandelnden Ärzten und Institutionen
- Ausfertigung von 1 Gutachten unter adäquater Supervision

Lernziele im zweiten Weiterbildungsjahr

- Erweiterung und Vertiefung der bereits erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Allge-
meinpsychiatrie (Diagnose und Differentialdiagnose, Behandlungsmassnahmen, Evaluation der
therapeutischen Ziele u. a.)
- Situationsbezogene, unterschiedliche Arten der Gesprächsführung
- Indikationsstellung für Zusatzabklärungen (z. B. psychologische Testung, Bildgebung, Laborun-
tersuchungen), Interpretation und Gewichtung der Befunde
- Durchführung und Auswertung störungsspezifischer Fremdbeurteilungsskalen und kognitiver
Screeningverfahren
- Kenntnis der im Zentrum durchgeführten nicht pharmakologischen Behandlungsmethoden (EKT,
Lichttherapie, Schlafentzugstherapie)
- Fortsetzung des theoretischen Basisunterrichts im regionalen Verbund
- Erstellung von 1 weiteren Gutachten unter forensischer Supervision

Lernziele im dritten Weiterbildungsjahr

Bei dreijährigen Weiterbildungsperioden erfolgt in der Regel ein Weiterbildungsjahr im Zentrum für
Suchtpsychiatrie und -psychotherapie (siehe unten).

Lernziele im Zentrum für Suchtpsychiatrie und -psychotherapie

Diese entsprechen weitgehend denjenigen der Kandidaten im Zentrum für Psychiatrie und Psycho-
therapie stationär im ersten Jahr (siehe oben). Folgende spezifische Kenntnisse werden erworben:
- Biologische Behandlung von akuten Intoxikationen, Entzugssyndromen und deren psychiatri-
schen Komplikationen
- Psycho- und soziotherapeutische Behandlung und Rehabilitation der Abhängigkeitserkrankung
- Diagnose und Behandlung begleitender psychiatrischer Erkrankungen ("Doppeldiagnose-
Patienten")
- Präventionsmassnahmen und suchtspezifische therapeutische Einrichtungen
10/10

Evaluation der Lernziele

Die Erreichung der im Einführungsgespräch mit dem Weiterbildungsstätten-Leiter vereinbarten und


im Logbuch „Periodische Aufzeichnungen“ festgehaltenen Weiterbildungsziele wird periodisch eva-
luiert. Die Verlaufsgespräche (nach 3 und nach 6 Monaten) finden beim direkten Weiterbildner statt,
deren Ergebnisse werden im Logbuch „Periodische Aufzeichnungen“ dokumentiert. Darüber hinaus
können auch im Rahmen der Weiterbildungssupervisionen die Lernziele evaluiert werden. Das
Evaluationsgespräch zwischen dem Leiter der Weiterbildungsstätte und dem Kandidaten erfolgt
obligatorisch 1x jährlich und am Schluss der Weiterbildungsperiode. Sowohl der Kandidat als auch
der Weiterbildner können jederzeit ein zusätzliches Evaluationsgespräch verlangen, wenn Problem-
situationen auftreten. Zusätzlich werden 3 Mini-CEX pro Jahr durchgeführt und im Logbuch vermerkt.
Alle Ärzte werden in Bezug auf dieses arbeitsplatzbasierte Assessment-Instrument periodisch ge-
schult.

Ethik, Gesundheitsökonomie und Patientensicherheit

Vermittlung eines Umgangs mit ethischen und gesundheitsökonomischen Problemen in der


Betreuung

In der internen Weiterbildung werden anhand spezifisch aufbereiteter Fälle aus den verschiedenen
Bereichen ethische und gesundheitsökonomische Aspekte berücksichtigt. Gelegentlich werden auch
Ethiker externer Herkunft zu Weiterbildungen eingeladen.

Konzepte und systematische Vorgehensweisen im Umgang mit Risiken und Fehlern

Zur Fehlererfassung existiert in der PDAG ein computerbasiertes anonymes Critical Incident Repor-
ting System (CIRS). Dieses Zwischenfallerfassungssystem wird nun nach EFQM-Standards neu eva-
luiert. Die PDAG beteiligen sich am internationalen AMSP-Projekt (Arzneimittelsicherheit in der Psy-
chiatrie), das die systematische Überwachung hinsichtlich der schweren Nebenwirkungen von Psy-
chopharmaka bezweckt. Routinemässig wird auch ein therapeutisches Drug-Monitoring durchgeführt.
Bei Polypharmazie wird zudem die Medikation mit Hilfe eines internetbasierten Interaktionspro-
gramms (www.mediq.ch) geprüft.