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Industrielle Revolution 1

Industrielle Revolution
Als Industrielle Revolution wird die
tiefgreifende und dauerhafte
Umgestaltung der wirtschaftlichen und
sozialen Verhältnisse, der
Arbeitsbedingungen und
Lebensumstände bezeichnet, die in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
begann und verstärkt im 19.
Jahrhundert, zunächst in England, dann
in ganz Europa und in den USA, seit
dem späten 19. Jahrhundert auch in
Japan und weiteren Teilen Asiens zum
Übergang von der Agrar- zur
Industriegesellschaft geführt hat. Als Coalbrookdale at night. Ölgemälde von Philipp Jakob Loutherbourg d. J. aus dem Jahr
1801. Coalbrookdale gilt als eine der Geburtsstätten der Industriellen Revolution, da hier
wichtigste an dieser Umwälzung
der erste mit Koks gefeuerte Hochofen betrieben wurde.
beteiligte Gesellschaftsklassen standen
sich kapitalistische Unternehmer und
lohnabhängige Proletarier gegenüber.

Die Industrielle Revolution führte zu einer stark beschleunigten Entwicklung von Technologie, Produktivität und
Wissenschaften, die, begleitet von einer starken Bevölkerungszunahme, mit einer neuartigen Zuspitzung der sozialen
Missstände einherging:[1] Es kam zu einer Teilverlagerung des Pauperismus vom Lande in die Städte, ohne dass
hinreichende Wohnunterkünfte vorhanden waren;[2] und in den entstehenden Fabriken, für die Arbeitskräfte
gebraucht wurden, konzentrierte sich ein Lohnarbeiterproletariat.[3] Daraus ergab sich als ein gesellschaftspolitisches
Kernproblem die Soziale Frage, verbunden mit wiederkehrenden Arbeiterunruhen und Bemühungen von
Sozialreformern, die akute Not zu lindern und deren Ursachen zu bekämpfen.

In weltgeschichtlicher Perspektive wird der Industriellen Revolution eine ähnliche Bedeutung zugemessen wie dem
Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit in der Neolithischen Revolution.[4] Bezüglich der Industriellen
Revolution bildeten sich mit der Zeit zwei Begriffsebenen heraus: Die eine meint die mit der Entstehung der
Großindustrie verbundene Epochenbezeichnung, während die andere auf einen unabgeschlossenen Prozess
fortlaufenden Gesellschaftswandels zielt. Die in vor- und frühindustrieller Zeit am meisten benachteiligten
proletarischen Schichten profitierten im weiteren Verlauf auch ihrerseits von der industriellen Revolution, indem
eine große innerstaatliche soziale Ungleichheit als Problem begriffen wurde und breitere Bevölkerungsschichten in
die Lage kamen, sich einen relativen Wohlstand zu erarbeiten.
Der mit Industrieller Revolution bezeichnete epochale Umbruch des späten 18. und 19. Jahrhunderts hat
nachgeborene Wirtschaftshistoriker und Sozialwissenschaftler dazu bewogen, spätere historische Umbrüche in den
Wirtschafts-, Produktions- und Arbeitsformen als zweite und dritte Industrielle Revolution zu kennzeichnen. Der
französische Soziologe Georges Friedmann sprach 1936 erstmals von einer zweiten industriellen Revolution.[5] Er
datierte sie auf die Jahrzehnte vor und nach der Wende zum 20. Jahrhundert und identifizierte als deren
Charakteristika die intensivierte Mechanisierung, den weitverbreiteten Gebrauch von Elektrizität und die
Massenproduktion von Gütern (Taylorismus und Fordismus). Die mikroelektronische Revolution seit Mitte der
1970er-Jahre wird als technologischer Kern einer neuen, dritten Industriellen Revolution angesehen, so zum Beispiel
von dem US-amerikanischen Soziologen Daniel Bell.[6]
Industrielle Revolution 2

Begriffsgeschichte
Der Begriff der industriellen Revolution kam ursprünglich als Analogie zur Französischen Revolution in Gebrauch.
Die Veränderungen der gewerblichen Produktionsformen vor allem in Großbritannien erschienen epochal ähnlich
bedeutsam wie der politische Wandel in Frankreich. In diesem Sinne wurde der Begriff zum Beispiel 1827 in einem
Bericht der Zeitung Moniteur Universel verwendet und ebenso 1837 durch Adolphe Jérôme Blanqui.[7] Dessen
Kurzformel: „Kaum dem Gehirn der beiden genialen Männer Watt und Arkwright entsprossen, nahm die industrielle
Revolution von England Besitz“[8] , ist mit dem heutigen wirtschaftshistorischen Forschungsstand allerdings
unvereinbar: „Die Sicht der industriellen Revolution als einer Heldengeschichte großer Erfinder bedarf dringend
einer Revision“, heißt es bei Pierenkemper.[9]
Bereits 1839 benutzte Natalis Briavoine den Terminus Industrielle Revolution als Prozess- und Epochenbegriff.
Außerhalb Frankreichs tauchte er erstmals 1843 bei Wilhelm Schulz (Die Bewegung der Produktion) und 1845 in
der Schrift von Friedrich Engels Die Lage der arbeitenden Klasse in England auf. Auch Engels verglich die
politische Revolution in Frankreich mit der industriellen Entwicklung in Großbritannien. Für ihn war die industrielle
Revolution eine Epochenzäsur: „Die industrielle Revolution hat für England dieselbe Bedeutung wie die politische
Revolution für Frankreich und die philosophische Revolution für Deutschland“.[10]
Während der Begriff hier auf die von England ausgehende industrielle Entwicklung begrenzt wurde, hatte Schulz ihn
auch bereits auf frühere Epochen angewandt. Darin folgte ihm vor allem die angelsächsische Tradition, z. B. John
Stuart Mill. Dieser verwandte den Begriff 1848 zur Kennzeichnung jedes schnellen technologischen und sozialen
Wandels. Allgemeine Verbreitung fand er allerdings erst durch Arnold Toynbee, dem man deshalb lange auch die
Prägung des Begriffs zugeschrieben hat. Im 20. Jahrhundert trat das Begriffsverständnis im Sinne von Zeitalter der
Industrialisierung stärker hervor.[11]
Unter Historikern üblich ist die Verwendung des Begriffs „Industrielle Revolution“ für das Geschehen auf der
britischen Hauptinsel etwa zwischen 1750 bis 1850, während ansonsten von „Industrialisierung“ gesprochen wird,
sofern in einer Volkswirtschaft ein über mehrere Jahrzehnte stetig anhaltendes Pro-Kopf-Wachstum der realen
Erzeugung von mehr als 1,5 Prozent vorliegt.[12]

Die Entstehungsbedingungen in Großbritannien


Es hat sich als eher zweifelhaft erwiesen, spezifische einzelne Ursachen der Industriellen Revolution bestimmen zu
wollen. Nicht wenige davon haben auch andernorts bestanden, etwa in den Niederlanden, in Nordfrankreich oder in
Zentraljapan, sodass auch umgekehrt gefragt worden ist, warum es nicht in einer dieser Regionen zu einer derartigen
Umwälzung kam.
Für das Vereinigte Königreich lässt sich ein Bedingungsgefüge aufzeigen, innerhalb dessen einzelne Faktoren
spezifisch bedeutsam waren. Anzuführen sind:
• eine vorausgegangene, viele Jahrzehnte währende Friedensperiode;
• ein einheitliches Wirtschaftsgebiet ohne Zollschranken in Insellage;
• eine auf Großgrundbesitz ausgerichtete, verhältnismäßig produktive Landwirtschaft mit Arbeitskräfteüberschuss;
• eine für Verkehr und Transporte günstige Geographie und ergiebige Kohlevorkommen;
• der für Rohstoffimport und Absatzmärkte sorgende Kolonienbesitz samt umfänglichem Kolonialhandel;
• die entwickelte Feinmechanik und Werkzeugmacherei;
• eine partiell verbreitete Unternehmermentalität, besonders in religiösen Außenseitermilieus.
Von eigener Bedeutung für den kontinuierlichen industriellen Aufschwung war zum einen die auf relativ breite
Kreise sich stützende Binnennachfrage für den gehobenen Bedarf, war zudem der bereits fortgeschrittene
Überseehandel insbesondere mit Nordamerika und im Weiteren die Ausbildung einer Technikkultur, basierend auf
einem durch das Patentrecht flankierten Innovationsstrom.[13] Zwar gab es auch in Frankreich tatkräftige Erfinder in
großer Zahl, doch stellten diese ihre Innovationen vornehmlich anderen Gelehrten vor, während die englischen
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Neuerungen oft direkt in den Aufschwung der industriellen Produktion eingespeist wurden.[14]
Bereits am Vorabend der Industriellen Revolution lag der Lebensstandard in Westeuropa verbreitet deutlich über
dem Subsistenzniveau und war im Vergleich zu anderen Weltregionen beachtlich. Dieser relative Reichtum war in
Großbritannien besonders ausgeprägt, „ein Produkt der bereits mindestens zweihundert Jahre andauernden
‚ursprünglichen’ Akkumulation.“ [15] Nach Buchheim waren die vorindustriellen Produktivitätsfortschritte der
britischen Wirtschaft im 18. Jahrhundert erstmals so groß, dass trotz wachsender Bevölkerung ein Überschuss an
„freien“ Ressourcen blieb, der zur Initiierung eines neuartigen, anhaltenden Wachstumsprozesses genutzt werden
konnte. Damit eröffnete sich auf lange Sicht ein Ausweg aus der malthusianischen Armutsfalle.[16]

Landwirtschaftlicher Vorlauf
Wichtige Merkmale einer vorweg begonnenen und begleitenden „landwirtschaftlichen Revolution“[17] waren die
Fruchtwechselwirtschaft, die Ausdehnung des Futterbaus und der Winterstallfütterung sowie die planmäßige
Zuchtverbesserung und Ertragssteigerung des Viehbestandes. Vor dem Hintergrund einer steigenden
Nahrungsmittelnachfrage infolge Bevölkerungswachstums verstärkten sich im 18. Jahrhundert die Bestrebungen
einflussreicher Grundbesitzer im englischen Parlament, die zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung stehende
Allmende durch entsprechende gesetzliche Regelungen (Private Acts of Parliament) den jeweils eigenen
Besitzungen gegen eine Ausgleichszahlung zuzuschlagen. Bedeutenden Anteil an der landwirtschaftlichen
Produktivitätssteigerung hatte zudem die Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch die von Pferden. Zwischen
1700 und 1850 verdoppelte sich in England der Pferdebestand.[18]
Die Auflösung der Allmenderechte (englisch Commons) im Rahmen der Enclosure Movement ("enclosures",
Einhegungen) ermöglichte eine effizientere und weniger arbeitsintensive Nahrungsmittelproduktion. Die
Kleinbauern aber kostete die Privatisierung des Gemeindelandes sowohl die Weiden als Futtergrundlage für ihr Vieh
als auch die ihnen zugänglichen Wälder, aus denen sie sich vordem Brennholz und Rohmaterial für ihre
Arbeitsgeräte beschaffen konnten. Ein erheblicher Anteil der landwirtschaftlich Beschäftigten konnte in dieser Lage
den eigenen Lebensunterhalt im Agrarbereich nicht mehr erwirtschaften und strömte auf der Suche nach
existenzsichernder Beschäftigung in die Städte (Landflucht). Diese Menschen gehörten mit zum Reservoir einer
industriellen Lohnarbeiterschaft, die für die Fabrikarbeit gebraucht wurde.

Wirtschaftswandel im Zeichen des technischen Fortschritts


Nicht als nationale, sondern als regionale Erscheinung kam die industrielle Revolution in Gang. Nur wenige, eng
umgrenzte Regionen standen am Anfang der Entwicklung. „Die Wiege der Industrialisierung Englands stand in der
Grafschaft Lancashire“, heißt es bei Pierenkemper. Auch dort war es wiederum nur der südliche Teil, der mit seiner
seit dem 16. Jahrhundert entwickelten Baumwollproduktion am Ende des 18. Jahrhunderts zur industriellen
Produktionsweise überging, während das auf Leinenproduktion spezialisierte westliche Lancashire und der
nordöstliche Teil der Grafschaft mit seinem Wolltuchgewerbe dahinter zurückblieben.[19]
Es war die britische Baumwollindustrie, die zwischen 1780 und 1790 eine jährliche Wachstumsrate von mehr als
12% erreichte, eine danach in dieser Branche nie wieder aufgetretene Größenordnung.[20] Dazu trug erheblich bei,
dass die Haupthandelsströme sich von den Binnenmeeren wie Mittelmeer und Ostsee auf den Atlantik verlagert
hatten, was von englischen Handelshäusern intensiv genutzt wurde. Nach 1750 stieg das britische
Außenhandelsvolumen dramatisch an, wobei Baumwolle sowohl für die Exporte wie für die Importe von
überragender Bedeutung war. Anfang des 19. Jahrhunderts entfiel annähernd die Hälfte der britischen Exporte auf
Baumwollprodukte, während Rohbaumwolle ein Fünftel der Importe ausmachte: „King Cotton“ galt als Herrscher
über die englische Wirtschaft.[21]
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Beginnendes Maschinenzeitalter
Die seit Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmende Anzahl von
mechanischen Erfindungen und die neuartige Nutzung
nicht-menschlicher Energie kam insbesondere in dem als
Schlüsselindustrie fungierenden Textilgewerbe produktiv zur
Geltung.[22] David S. Landes fasst den technischen Kerngehalt der
Industriellen Revolution in drei Prozessen zusammen: 1. die
Mechanisierung von Handarbeit durch Maschinen, 2. die mechanische
Energieerzeugung und Energieumwandlung vor allem durch die
Dampfmaschine, 3. die massenhafte Verwendung der mineralischen
Lokomotive „The Rocket“ von George und
Grundstoffe Kohle und Eisen.[23]
Robert Stephenson von 1829 im Londoner
Nach Werner Heisenberg[24] basierte die Technik des späten 18. und Science Museum.

frühen 19. Jahrhunderts auf der Verwendung mechanischer Prozesse.


Technische Erfindungen wie die Spinning Jenny und der mechanische
Webstuhl erlaubten die maschinelle Textilverarbeitung und schufen die
Grundlage für das entstehende Fabriksystem, eine auf
innerbetrieblicher Arbeitsteilung und Maschinennutzung beruhende
neue Produktionsform (Industriekapitalismus). Die Textilindustrie gab
Anstoß zur Entstehung und Entwicklung weiterer Industriezweige.

Erste Beispiele für die durch Maschinen ermöglichte


Produktionssteigerung waren Spinnmaschine und mechanischer
Textildruck, 1890
Webstuhl, beide den Werkzeugmaschinen zugehörig, für Marx die
bedeutendste Erfindung der Industriellen Revolution. Ihr Mechanismus
bewirke „mit seinen Werkzeugen dieselben Operationen (…), welche
früher der Arbeiter mit ähnlichen Werkzeugen verrichtete“.[25] Neben
der Textilindustrie fanden Werkzeugmaschinen vornehmlich in der
metallverarbeitenden Industrie Verbreitung. Oft imitierten die
Maschinen nur die Aktivitäten der menschlichen Hand. Diese Art von
Technik konnte als eine Fortsetzung und Erweiterung der alten
Handwerke (wie beispielsweise Weben, Spinnen, Lastentransport oder
Eisenschmieden) betrachtet werden.

Als wichtigste Maschine der Industriellen Revolution wird gemeinhin


die Dampfmaschine angesehen. Sie ersetzte weitgehend die wesentlich
unbeständigeren bzw. leistungsärmeren herkömmlichen Antriebskräfte,
Die Ratinger Textilfabrik Cromford gilt als erste
die auf dem Einsatz von Menschen und Tieren sowie auf der Nutzung
Fabrik auf dem europäischen Kontinent
von Wind und Wasser beruhten. Ebenfalls von großer Bedeutung war
die Dampflokomotive, denn sie beschleunigte u. a. den Transport von
Waren. Die Einführung und Verbreitung der Dampfmaschine führte zu einer Intensivierung der Industrieproduktion.
So wurde z. B. die Textilindustrie zunehmend von den vorher heimischen Kleinproduktionsstätten in große Fabriken
umgelagert, wo dampfgetriebene Spinnmaschinen und Webstühle schnell und produktiv die auf dem europäischen
Kontinent begehrten Stoffe herstellten.
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Als Folge mechanisierter Produktion stieg die Nachfrage nach


Brennstoffen, wodurch Kohleabbau lukrativ und durch weitere
Erfindungen immer produktiver wurde. Eine weitere wichtige
technische Grundlage war die Erfindung des Kokshochofens zur
Eisenverhüttung durch Abraham Darby. Mit Rädern versehen und auf
Schienen gestellt, wurde die Dampfmaschine als Eisenbahn (Robert
Stephensons' „Rocket“) erfunden, die eine enorme Effizienzsteigerung
im Transportwesen ermöglichte. Durch fortschreitende Spezialisierung
Animation einer doppelt wirkenden
trieb die Industrialisierung im Zusammenhang mit der kapitalistischen
Dampfmaschine mit Fliehkraftregler
Kommerzialisierung in einem bis heute anhaltenden Prozess immer
neue Gewerbe hervor.

Die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl


Im 18. Jahrhundert waren zwei Kleidergarnituren für das einfache Volk
noch ein Luxus; kostengünstigere Textilherstellung versprach den
Produzenten aber Möglichkeiten zur Absatzsteigerung. 1760 wurden in
England etwa 1.300 Tonnen Baumwolle verarbeitet; 1860 waren es
190.000 Tonnen – eine Steigerung nahezu um das
Hundertfünfzigfache. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der
größte Teil der aus den Kolonien importierten Baumwolle in
Heimarbeit verarbeitet: Die ganze Familie war beschäftigt. Doch die
Weber konnten mehr Garn verarbeiten, als vier Spinner(innen) in
derselben Zeit von Hand herzustellen vermochten. Die Nachfrage an
Garn führte dazu, dass der Preis enorm anstieg und dass sogar Preise
für Erfindungen zur Erhöhung und Qualitätsverbesserung der
Garnproduktion ausgesetzt wurden.

Die Entwicklung einer Spinnmaschine 1764 durch James Hargreaves, Erste geologische Karte für Großbritannien von
der sie nach seiner Tochter „Spinning Jenny“ benannte, stand am 1815, erstellt von William Smith
Geologische Karten ermöglichen die gezielte
Beginn der technologischen Revolution in England. Nur fünf Jahre
Suche nach Bodenschätzen
später entwickelte Richard Arkwright die Waterframe, welche mit
Wasserkraft betrieben wurde. Durch diese Kombination konnte der
Techniker Samuel Crompton 1779 mit einer Weiterentwicklung noch viel feineres Garn herstellen. Anfangs
gegenüber Ausländern geheim gehalten und in England durch Patente geschützt, wurde die Waterframe 1783 mittels
Industriespionage für die deutsche Textilfabrik Cromford kopiert; von dort aus verbreitete sich das mechanisierte
Spinnen über den europäischen Kontinent, später auch in die USA. Die Produktion wurde nochmals enorm
gesteigert, als die Dampfmaschine die Wasserkraft ablöste. Das Ergebnis war, dass ein Spinner zu Beginn des 19.
Jahrhunderts soviel Garn erzeugen konnte wie 200 Arbeiter vor der Erfindung der „Jenny“. Das bedeutete aber
gleichzeitig das Ende der Heimindustrie – sie konnte nicht mehr mit den größeren, dampfbetriebenen Maschinen
Schritt halten. Anfang des 19. Jahrhunderts befanden sich davon etwa 100.000 in den entstandenen Spinnfabriken.
Der Preis des Garns sank enorm. Ergebnis: Die billig gewordenen Baumwolltextilien steigerten den Absatz in
England und machten 1830 mehr als die Hälfte der englischen Exporte aus.

Die Weberei blieb gegenüber der Modernisierung in der Spinnerei lange zurück – bis der Londoner Pfarrer Edmond
Cartwright 1784 den mechanischen Webstuhl erfand. Dessen endgültige Durchsetzung brauchte aber etwa 50 Jahre:
250.000 Handweber leisteten aus Angst um Beruf und Existenz erbitterten Widerstand, bis hin zum Niederbrennen
von Fabriken. Industrielle und Konsumenten, die von den neuen Produktionsweisen profitierten, behielten aber
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schließlich die Oberhand.

Die Dampfmaschine
Vor der Industrialisierung waren die Menschen bei der Gütererzeugung auf die eigene Kraft und auf die von Wasser,
Wind und Tieren angewiesen. Zwar hatten manche sich bereits mit dem Bau von Kraftmaschinen beschäftigt; doch
fehlte es oft an den technischen Möglichkeiten, um ihre Ideen zu verwirklichen.
Die erste industriell nutzbare Dampfmaschine wurde 1712 von Thomas Newcomen konstruiert und diente zur
Wasserhaltung in einem Bergwerk. Obwohl die Newcomensche Maschine der von Thomas Savery Ende des 17.
Jahrhunderters konstruierten Dampfmaschine deutlich überlegen war, betrug der Wirkungsgrad lediglich 0,5
Prozent. John Smeaton gelang es später, den Wirkungsgrad auf ein Prozent zu erhöhen. Anschließend erreichte
James Watt – basierend auf Vorarbeiten von Denis Papin – drei Prozent Wirkungsgrad, indem er die Kondensation
des Wasserdampfes in einen separaten Behälter, den Kondensator verlegte. Watt erhielt 1769 ein Patent auf die
Dampfkondensation außerhalb des Zylinders, zunächst für sechs Jahre. Watts Geschäftspartner, Matthew Boulton,
nutzte nachfolgend seine Beziehungen zu Mitgliedern des britischen Parlaments und erreichte eine Verlängerung des
Patentes auf 30 Jahre, bis zum Jahr 1800. Beide behinderten bis zum Ablauf des Patentes erfolgreich die
Weiterentwicklung der Dampfmaschine durch konkurrierende Ingenieure. So verklagten sie Jonathan Hornblower,
dessen Verbunddampfmaschine eine weitere Steigerung des Wirkungsgrads ermöglichte, wegen Patentverletzung
und konnten so deren Weiterentwicklung stoppen.[26] [27]
Eine Verbesserung der Effizienz gegenüber der Wattschen Dampfmaschine brachte auch die
Hochdruckdampfmaschine, welche 1784 von Oliver Evans konstruiert wurde. Richard Trevithick baute unmittelbar
nach Ablauf des Wattschen Patentes eine solche Maschine in ein Straßenfahrzeug ein. Voraussetzung für die
Funktionsfähigkeit der Hochdruckdampfmaschinen war der Fortschritt in der Metallherstellung und -bearbeitung zu
dieser Zeit.
Ab 1804 wurden durch Arthur Woolf wieder Verbunddampfmaschinen produziert und weiterentwickelt. Beiträge
verschiedener Ingenieure führten in den nachfolgenden Jahren zu weiteren Verbesserungen. Die Dampfmaschine
wurde innerhalb kurzer Zeit zur wichtigsten Arbeitsmaschine in verschiedensten Bereichen und wurde unter
anderem zum Antrieb von Pumpen, Hämmern, Gebläsen und Walzen genutzt.

Kohleabbau und Schwerindustrie


Seit dem 16. Jahrhundert wurde in England Kohle für den Hausbrand und im herkömmlichen Gewerbe verwendet.
Um 1800 nahm der Bedarf noch zu, als Holzkohle durch das Roden der Wälder knapper und teurer wurde. Anfangs
wurde nur im Tagbau abgebaut – aufgrund der fehlenden Pumpen für den Untertagbau (Wasserpumpen für das
Schmutzwasser). Seit die Dampfmaschine als Wasserpumpenantrieb eingesetzt wurde, konnte Kohle aus immer
größeren Tiefen abgebaut werden. Dampfmaschinen wurden auch zum Befördern von Menschen und Material in den
Schächten genutzt sowie als Zugmaschinen für beladene Karren zunächst auf Holz- und später Eisenschienen
eingesetzt (gegen Ende des 18. Jahrhunderts).
Für die Eisenerzeugung wurde (bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts) Holzkohle verwendet – obwohl Abraham Darby
schon 1709 aus Steinkohle Koks hergestellt und damit Eisen zum Schmelzen gebracht hatte. Erst gegen Ende des 18.
Jahrhunderts konnte gutes Eisen billig und in großen Mengen erzeugt werden, anfänglich vor allem zur Verarbeitung
als Kriegsgerät. Es wurden aber auch Gegenstände für den Hausgebrauch und für die Industrie hergestellt. Trotzdem
brauchte man mehrere Tage um 10 Tonnen Stahl zu erzeugen. Henry Bessemer erfand 1855 die effizientere
„Bessemerbirne“. Eisen hatte aber schon zuvor Holz und Stein als Werkstoff abgelöst (z. B. bei kleinen Gebäuden,
Brücken, Schiffen und Gegenständen aus Blei).
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Entwicklung der Verkehrswege und Verkehrsmittel


Mit dem Aufschwung der gewerblichen Produktion und des Handels erwiesen sich die vielfach noch auf das
Römische Reich zurückgehenden Straßen in England als völlig unzureichend für den zunehmenden Transport- und
Verkehrsbedarf. Kanäle und Schienenwege wurden daher ebenso zu Kennzeichen der frühindustriellen Entwicklung
wie Lokomotiven und Schiffe mit Dampfmaschinenantrieb.

Von den Römerstraßen zum „Kanal-Zeitalter“


Mit den landwirtschaftlichen Ertragssteigerungen, die zunehmend überörtlich abgesetzt und in den wachsenden
Städten nachgefragt wurden, sowie mit der steigenden Baumwollproduktion, Kohleförderung und Eisenherstellung
wurden verbesserte Transportwege und –mittel zunehmend wichtiger. Die noch von den Römern errichteten Straßen
waren für einen wirtschaftlichen Überlandtransport von Massengütern nicht geeignet und über die Jahrhunderte nur
ungenügend instand gehalten worden. Verstärkte Straßenbaumaßnahmen allein lösten dieses Problem nicht; und die
vorhandenen natürlichen Wasserwege führten teils zu wenig Wasser oder eben nicht zu den wichtigen
Rohstofflagern und Produktionszentren. Als eine sehr erfolgreiche Ergänzung und Alternative erwies sich dem
gegenüber nach der Mitte des 18. Jahrhunderts der Kanalbau. Im Vergleich zu unbefestigten Straßen, auf denen vier
bis sechs Zugpferde einen mit 1,5 Tonnen Nutzlast beladenen Wagen befördern konnten (auf befestigten Straßen bis
zu 4 Tonnen), war es auf den Narrowboat-Kanälen möglich, einen mit 30 Tonnen Nutzlast beladenen Kahn von
einem einzelnen Zugpferd befördern zu lassen.[28]
Als Vorreiter des Kanalbaus in Großbritannien fungierte der Duke of Bridgewater, der die Kohle aus dem ihm
gehörigen Abbaugebiet bei Worsley günstig nach Manchester überstellen wollte. Mit dem Bridgewater-Kanal, der
sich als höchst einträgliche Investition erwies, löste er binnen kurzem eine Vielzahl von Kanalbauten aus, sodass
bereits 1790 die Themse in einem Kanalnetz mit Trent, Mersey und Severn verbunden war. Neben privaten
Landbesitzern waren auch die zwecks Vorfinanzierung und Gewinnerzielung gegründeten Kanalgesellschaften am
fortlaufenden Ausbau des Wasserstraßennetzes beteiligt. Mitte des 19. Jahrhunderts verkehrten in Großbritannien
mehr als 25.000 meist von Pferden gezogene Lastkähne, auf denen mindestens die doppelte Anzahl Menschen
lebte.[29]

Die Eisenbahn
Auch das Eisenbahn-Zeitalter ging aus dem britischen Kohlenbergbau hervor. Hier zuerst wurden in größerem
Umfang Eisenschienenstränge als Transportwege verlegt, Dampfmaschinen zur Entwässerung eingesetzt und
schließlich Lokomotiven daraus entwickelt. Führend in der Umstellung des Gütertransports auf Schienenwege mit
von Pferden gezogenen „waggons“ war das Kohlebergbaugebiet um Newcastle im Nordosten Englands. Auf
„waggon-wags“ wurde die Kohle von den Zechen zu Flüssen, Kanälen oder an die See befördert.
Besonders wichtig wurden die um 1800 etwa 480 Kilometer Schienenwege in England als Erprobungsstrecken für
den Einsatz von Dampflokomotiven. Deren stetige Fortentwicklung seit Anfang des 19. Jahrhunderts lohnte
unmittelbar, weil der Brennstoff Kohle im Bereich der Zechen billiger kam als die Beschaffung des Pferdefutters von
außerhalb.[30] Die zwischen 1811 und den 1830er-Jahren zwischen Middleton und Leeds verkehrende Zechenbahn
wurde zum Prototyp der dampfgetriebenen Zahnradbahn. Erst in den 1820er-Jahren konnte aber durch das neue
Walzverfahren aus Puddeleisen eine Bruchfestigkeit der Schienen erreicht werden, die dem Eigengewicht der
Lokomotiven auf Dauer standhielt.
Nicht nur für den Gütertransport, sondern auch für den Personenverkehr und das Reisen begann damit eine neue
Epoche. Die ruckartige Fortbewegung zu Pferde und in der Kutsche wurde durch den in eine gleichmäßige
Vorwärtsbewegung umgesetzten Maschinenantrieb ersetzt und zu Geschwindigkeiten gesteigert, die anfangs zum
Teil Furcht und Schwindelgefühle hervorriefen. Mit der „Vernichtung von Raum und Zeit“ wurde die Wirkung der
neuen Fortbewegungsart verknüpft, weil in derselben Zeit nun ein Mehrfaches an Entfernungen zurückgelegt werden
konnte. Der in Paris lebende Heinrich Heine kommentierte die Eröffnung der Eisenbahnlinien nach Rouen und
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Orléans 1843 so:


„Durch die Eisenbahn wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig … In vierthalb Stunden
reist man jetzt nach Orléans, in ebensoviel Stunden nach Rouen. Was wird das erst geben, wenn die Linien
nach Belgien und Deutschland ausgeführt und mit den dortigen Bahnen verbunden sein werden! Mir ist, als
kämen die Berge und Wälder aller Länder auf Paris angerückt. Ich rieche schon den Duft der deutschen
Linden; vor meiner Tür brandet die Nordsee.[31] “
Tatsächlich abgeschafft wurden im Zuge des Schienenreiseverkehrs die diversen englischen Lokalzeiten, da mit
ihnen brauchbare Fahrpläne nicht möglich waren. In den 1840er-Jahren wurde für den Eisenbahnverkehr eine
Zeitvereinheitlichung vorgenommen; allerdings bestanden die lokalen Ortszeiten daneben noch bis 1880 fort. Erst
dann wurde die Greenwich-Zeit, die für alle Linien maßgebliche Eisenbahn-Standardzeit, in ganz England allein
gültig.[32] Mit der Eisenbahn kam auch die Zersiedlung des städtischen Umlands in Gang. Über die Entstehung der
Londoner Suburbs hieß es 1851:
„Es ist heutzutage nicht ungewöhnlich, daß Geschäftsleute, die im Zentrum der Hauptstadt arbeiten, mit ihren
Familien 15 bis 20 Meilen außerhalb der City wohnen. Trotzdem können sie ihre Geschäfte, Kontore und
Büros frühmorgens erreichen und ebenso ohne jede Unbequemlichkeit zur gewöhnlichen Feierabendzeit nach
Hause zurückkehren. Daher haben sich rings um die Hauptstadt, überall, wo es Eisenbahnen gibt, die
Wohnungen vervielfacht, und ein beträchtlicher Teil der ehemaligen Londoner Bevölkerung lebt jetzt in
diesem Gebiet.[33] “
Mitte des 19. Jahrhunderts waren ca. 25.000 Menschen im britischen Eisenbahnbau beschäftigt, etwa 50.000 weitere
im Bahnbetrieb. Bis dahin war der Personenverkehr wichtigste Einnahmequelle des Bahngeschäfts. Erst nach 1850
überwogen die Einnahmen aus dem Güterverkehr, was auch an der lange fortbestehenden Effizienz der
Kanaltransporte lag.[34]

Die Dampfschifffahrt
Die Dampfschifffahrt, die auch in den USA schon Anfang des 19. Jahrhunderts praktiziert wurde, kam in
Großbritannien sowohl auf Flüssen wie auch an den Küsten in Form von Raddampfern hauptsächlich für den
Personentransport zunehmend in Gebrauch. Seit 1815 befuhren Dampfschiffe die Themse, ab 1822 waren sie
zwischen Dover und Calais unterwegs. Stark ausgebaut wurde insbesondere die Küstenschifffahrt mit Dampfbooten,
denn die Personenbeförderung war billiger als mit Kutschen und gegenüber Segelschiffen deutlich beschleunigt.
Die Verstetigung der Fahrzeiten von Hafen zu Hafen ermöglichte die Erstellung von Fahrplänen nun auch in diesem
Bereich. In den 1830er-Jahren lief bereits alle zehn Minuten ein Dampfschiff Glasgow an. Zur Jahrhundertmitte
wurden etwa 70 Prozent des Transportaufkommens in britischen Häfen von Dampfschiffen übernommen. Zu dieser
Zeit war die Nordatlantiküberquerung auf der Linie von Bristol nach New York schon in 14 Tagen möglich.[35]
Wie die Eisenbahn erzeugte auch das Dampfschiff den Eindruck einer schrumpfenden natürlichen Umwelt. In einer
englischen Zeitschrift war 1839 zu lesen:
„Wir haben erlebt, wie der weite Atlantik mit einemmal durch die Dampfkraft zur Hälfte seiner ursprünglichen
Breite zusammengeschrumpft ist… Unsere Verkehrsverbindung mit Indien hat an demselben Segen Teil.
Nicht nur, daß der Indische Ozean nun viel kleiner ist als früher, auch die Post nach Indien wird jetzt dank der
Dampfkraft mit geradezu wunderbarer Schnelligkeit durch das Rote Meer befördert.[36] “
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Kapitalismus im Werden
Die Industrielle Revolution war mit grundlegenden Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich verbunden, die in
dem Ausdruck Kapitalismus begrifflich zusammengefasst wurden. Darin zeigt sich die Bedeutung, die den
investiven Mitteln für die Umsetzung technischer Innovationen im Transportwesen und in den zu errichtenden
Fabriken sowie bei der Finanzierung des Lebensunterhalts größerer Lohnarbeiterbelegschaften zukam. Zu den
Bedingungen einer diesbezüglichen Kapitalakkumulation und –verwendung gehörte auch eine Mentalität auf Seiten
der Unternehmer, die dem entsprach und Vorschub leistete.

Weltanschaulich-theoretische Grundlagen
Außer der Ermittlung sachlich-objektiver Bedingungen der Industriellen Revolution haben Historiker und
Soziologen sich auch der Frage angenommen, von welchen zeitgenössischen Bewusstseinskomponenten der Eintritt
in ein neues Wirtschaftszeitalter begleitet bzw. bestimmt war. Werner Sombart und Max Weber – in seinem Werk
„Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ – haben dazu die oft zitierte Auffassung entwickelt, dass
bestimmte protestantische Glaubensgemeinschaften wie Calvinisten, Puritaner und Quäker es waren, die dem Geist
des Kapitalismus vorgearbeitet haben. Bei ihnen war die Prädestinationslehre in einer Ausrichtung maßgeblich, in
der die Gottgefälligkeit der menschlichen Existenz sich im wirtschaftlichen Erfolg eines auf beruflichen Fleiß, auf
Sparsamkeit und Sittenstrenge gegründeten Lebens zeigte.
„Die innerweltliche protestantische Askese […] wirkte also mit voller Wucht gegen den unbefangenen Genuß
des Besitzes, sie schnürte die Konsumtion, speziell die Luxuskonsumtion, ein. Dagegen entlastete sie im
psychologischen Effekt den Gütererwerb von den Hemmungen der traditionalistischen Ethik, sie sprengte die
Fesseln des Gewinnstrebens, indem sie es nicht nur legalisierte, sondern (in dem dargestellten Sinn) direkt als
gottgewollt ansah.[37] “
Die volle ökonomische Wirkung dieser im 17. Jahrhundert insbesondere von Richard Baxter verbreiteten Lehre
entfaltete sich, so Max Weber, erst nach dem Abflauen des rein religiösen Enthusiasmus’. An der Wiege des
modernen Wirtschaftsmenschen habe die an innerweltliche Askese gebundene puritanische Lebensauffassung
gestanden[38] :
„Mit dem Bewußtsein, in Gottes voller Gnade zu stehen und von ihm sichtbar gesegnet zu werden, vermochte
der bürgerliche Unternehmer, wenn er sich innerhalb der Schranken formaler Korrektheit hielt, sein sittlicher
Wandel untadelig und der Gebrauch, den er von seinem Reichtum machte, kein anstößiger war, seinen
Erwerbsinteressen zu folgen und sollte dies tun. Die Macht der religiösen Askese stellt ihm überdies
nüchterne, gewissenhafte, ungemein arbeitsfähige und an der Arbeit als gottgewolltem Lebenszweck klebende
Arbeiter zur Verfügung.“
Auf das Industrieproletariat ließ sich anwenden, was als Calvin-Zitat häufig wiederholt wurde: dass nur, wenn das
Volk arm erhalten werde, es Gott gehorsam bleibe.[39]
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Das wirtschaftstheoretische Fundament für das Zeitalter des


industriellen Kapitalismus legte der schottische Moralphilosoph Adam
Smith mit seiner 1776 erschienenen Schrift „Der Wohlstand der
Nationen“ (Originaltitel: An Inquiry into the Nature and Causes of the
Wealth of Nations), die zudem für die Klassische Nationalökonomie
wegweisend wurde. Das individuelle Profitstreben jedes einzelnen am
Wirtschaftsleben Beteiligten sorgte demnach wie von unsichtbarer
Hand gesteuert dafür, den allgemeinen Wohlstand bestmöglich zu
fördern:

„Da nun aber der Zweck jeder Kapitalanlage Gewinnerzielung


ist, so wenden sich die Kapitalien den rentabelsten Anlagen zu,
d. h. denjenigen, in denen die höchsten Gewinne erzielt werden.
Indirekt wird aber auf diese Weise auch die Produktivität der
Volkswirtschaft am besten gefördert. Jeder glaubt nur sein
eigenes Interesse im Auge zu haben, tatsächlich aber erfährt so
auch das Gesamtwohl der Volkswirtschaft die beste
Förderung…. Verfolgt er nämlich sein eigenes Interesse, so Adam Smith
fördert er damit indirekt das Gesamtwohl viel nachhaltiger, als
wenn die Verfolgung des Gesamtinteresses unmittelbar sein Ziel gewesen wäre. Ich habe nie viel Gutes von
denen gesehen, die angeblich für das allgemeine Beste tätig waren. Welche Kapitalanlage wirklich die
vorteilhafteste ist, das kann jeder einzelne besser beurteilen als etwa der Staat oder eine sonstwie
übergeordnete Instanz.[40] “

Die Rolle des Staates bestimmte Smith im Anschluss an John Locke und im Gegensatz zum Leviathan von Thomas
Hobbes zurückhaltend. Die staatlichen Zuständigkeiten sah er anders als im Merkantilismus darauf beschränkt, die
äußere Sicherheit des Gemeinwesens zu erhalten, das Privateigentum und ein stabiles Rechtssystem für die Bürger
zu gewährleisten sowie für eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur, öffentliche Ordnung und das Bildungswesen
zu sorgen. Die auf freie unternehmerische Entfaltung gerichtete wirtschaftsliberale Lehre von Adam Smith
begünstigte dergestalt ein mit den industriellen Produktionsverhältnissen harmonierendes Bürgertum:
„Die Industrie eines Landes kann sich nur in dem Maße vermehren, als das Kapital zunimmt, und das Kapital
nimmt nur in dem Maße zu, als nach und nach aus dem Einkommen gespart wird. Kapitalbildung und
Industrieentfaltung müssen in einem Lande dem natürlichen Gang der Entwicklung überlassen bleiben. Jede
künstliche wirtschaftspolitische Maßnahme lenkt die produktiven Kräfte der Arbeit und auch die Kapitalien in
eine falsche Richtung.[41] “

Kapitalbildung
Zur Industrialisierung in großem Stil wurde das entsprechende Kapital benötigt, das die Finanzierung von
Maschinen, Fabrikanlagen und Verkehrsinfrastruktur ermöglichte. Die Anfänge in der englischen Baumwollindustrie
waren allerdings im Vergleich zu der nachfolgenden schwerindustriellen Phase noch nicht so kapitalintensiv: „Für
den Aufbau einer Baumwollspinnerei reichten oftmals die Ersparnisse der Familie des Unternehmers; und wenn das
nicht der Fall war, konnten die Investitionen über den informellen Kapitalmarkt beschafft werden, der sich um einen
Notar oder um ein anderes Mitglied der örtlichen Honoratiorenschaft entwickelte. Zur Vorfinanzierung der
Baumwolle und anderer Rohstoffe hatte sich im 18. Jahrhundert darüber hinaus ein leistungsfähiges Kreditsystem
entwickelt, in dessen Mittelpunkt der Handelswechsel als Kreditinstrument und Zahlungsmittel stand.“[42]
Im Zuge der weiteren Entwicklung wurden mehr und mehr Kapitalgesellschaften gegründet, die es erlaubten, die
Investitionssumme auf mehrere Gesellschafter zu verteilen und gemeinsame wirtschaftliche Interessen zu verfolgen.
Industrielle Revolution 11

Nordenglische Grubenbesitzer verbanden sich mit Londoner Kohlehändlern; Brauereibesitzer mit Malzlieferanten
und Erfinder mit Kapitalgebern, Maschinenbauer mit Spinnereien. Neben Bankkrediten, investitionsbereiten
adeligen Großgrundbesitzern, vermögenden Kaufleuten und Handwerkern sowie einem Überschüsse abwerfenden,
florierenden Kolonialhandel trug zur Kapitalbildung auch bei, dass der Lohnarbeiterschaft nur minimale Löhne
gezahlt wurden.

Neue Formen der industriellen Produktion


Die industrielle Produktionsweise verdrängte nach und nach die
überkommenen Herstellungsformen in Handwerksbetrieben und
Manufakturen.[43] Sie ersetzte nach Landes
1. die „menschliche Fertigkeit und Anstrengung durch die ebenso
schnell wie gleichmäßig, präzise und unermüdlich funktionierende
Arbeits-Maschine“;
2. „belebte durch unbelebte Kraftquellen, insbesondere durch die
Erfindung von (Kraft-)Maschinen, die Wärme in Arbeit
umwandeln“ (und damit vielfältige Energieträger erschließbar
Dampfmaschine im Textilmuseum Bocholt
machen); sie forcierte
3. die „Verwendung neuer Rohmaterialien in größeren Mengen, vor
allem die Ersetzung pflanzlicher und tierischer Substanzen durch anorganische und schließlich synthetisch
hergestellte Materialien“.
Mit der Umwandlung von Dampfkraft in mechanische Kraft wurde u. a. der Bau von Fabriken weit entfernt von
Wasserläufen möglich und rentabel. Von der englischen Baumwollverarbeitung ausgehend, hielt die neue
Produktionsweise in weiteren Industriezweigen Einzug. Im Zuge der Industriellen Revolution stieg die
Pro-Kopf-Erzeugung in der englischen Industrie stetig an. Indem technische Erfindungen vorangetrieben und auf
betrieblicher Ebene genutzt wurden, nahmen Arbeitsteilung und Spezialisierung der Tätigkeiten zu. Der Absatz der
massenhaft produzierten Güter war durch die seinerzeitige Weltmachtstellung des Britischen Empires nicht nur in
England gesichert, sondern auch in den Kolonien und in Kontinentaleuropa, wo englische Produkte bis in das 19.
Jahrhundert den Markt beherrschten.

Entstehung des Arbeitsmanagements


Für den Wirtschafts- und Sozialhistoriker Sidney Pollard hat das Management in dem während der Industriellen
Revolution entstehenden Fabriksystem seinen Ursprung. Es ist zunächst ein Management der Arbeit (labour
management).[44] Für dieses gab es keine direkten Vorbilder; allenfalls Kirche und Militär boten als straff geführte,
große soziale Organisationen gewisse Orientierungsmuster. Das Hauptproblem des frühen labour management war
neben der Rekrutierung und Ausbildung von Arbeitskräften die „Kontrolle von widerspenstigen Massen“,[45] die an
eine rigide Fabrikdisziplin mit einem monton-industriellen Zeitrhythmus gewöhnt werden mussten. Die Aufseher
und Werkmeister in den frühen Fabriken arbeiteten mit „Zuckerbrot und Peitsche“ das heißt mit positiven
Anreizsystemen (leistungsabhängige Entlohnung, Prämien) und abschreckenden Zwangsmaßmahmen (von der
körperlichen Züchtigung bis zur Geldstrafe), um den Widerstand gegen die ungewohnten Arbeitszumutungen zu
brechen.[46]
Wie Sidney Pollard hervorhebt, gab es vor 1830 keine Bücher und keine Artikel in Enzyklopädien über das Gebiet
des Managements.
Industrielle Revolution 12

Sozialer Wandel und politische Folgen


Dem Ausmaß entsprechend, in dem die Industrielle Revolution immer weitere Bereiche des Wirtschaftslebens
erfasste und umgestaltete, veränderten sich auch die Lebensbedingungen der darin eingebundenen Menschen mit und
ohne eigenem Kapital auf vielfältige Weise. Die auf betriebliche Rentabilität und Gewinnerzielung ausgerichteten
Unternehmer, die sich in der Konkurrenz am Markt gegenüber anderen behaupten mussten, interessierten die von
ihnen angestellten Lohnarbeiter hauptsächlich als nötige Arbeitskräfte, die nur die geringstmöglichen Kosten
verursachen sollten. Das aus den so zustande kommenden Hungerlöhnen erwachsende Elend der mittellosen
Proletarier und ihrer Familien wurde zum Motor für Proteste, Widerstandsaktionen und für verstreute
Reformansätze. Erst im Zuge einer scharfen Klassenkonfrontation zwischen Betriebseigentümern bzw. Kapitalisten
einerseits und lohnabhängigen Proletariern andererseits, die auch politisch bedeutsam wurde, sowie angesichts einer
drohenden sozialen Revolution kam es unter den Bedingungen anhaltenden demographischen Wandels zu einer
allmählichen Verbesserung des Lebensstandards von Industriearbeitern.

Bevölkerungswachstum in gewandelter Umwelt


Eine wichtige soziale Grundlage und Begleiterscheinung der Industriellen Revolution war die starke
Bevölkerungszunahme. Während in vorindustrieller Zeit die Sterberate annähernd der Geburtenrate entsprach,
erhöhte sich die Bevölkerungszahl nun in bis dahin ungekanntem Ausmaß. „Eine Reihe nationaler Gesellschaften
erlebte zu unterschiedlichen Zeitpunkten, dass die Familien größer wurden, weniger Kinder starben und sich mit
steigender Lebenserwartung der Zeithorizont von Lebensentwürfen verschob.“ Dieser Prozess begann mit dem
Sinken der Sterberate und erstreckte sich über unterschiedliche Zeiträume: in England etwa von 1740 bis 1940, in
Deutschland von 1870 bis 1940.[47] Während des gesamten 19. Jahrhunderts wies England mit jährlich 1,23 Prozent
die höchste Wachstumsrate auf, gefolgt von den Niederlanden mit 0,84 Prozent. Das Ausmaß des „biologischen
Spurts“, der in England stattfand, zeigt sich in dem Aufholprozess des „demographischen Nachzüglers“: Noch 1750
standen 5,9 Millionen Engländer (ohne Schottland) 25 Millionen Franzosen gegenüber; 1850 lag das Verhältnis bei
20,8 Millionen Engländern, Schotten und Walisern zu 35,8 Millionen Franzosen, und um 1900 hatte die
Bevölkerung Großbritanniens mit 37 Millionen Menschen zur französischen (39 Millionen) schon nahezu
aufgeschlossen.[48]
Die Ernährung einer fortlaufend wachsenden Bevölkerung wie auch der industriellen Lohnarbeiterschaft wurde
durch die landwirtschaftliche Produktivitätssteigerung möglich. Weitere Gründe für die Bevölkerungszunahme lagen
in medizinischen Fortschritten (Entdeckung der Viren und Bakterien) und in verbesserter Hygiene (Gesunderhaltung
durch verbreitete Aufklärung und standardisierte Verhaltensweisen). Für viele aber blieben die Verhältnisse so elend
ärmlich oder auf andere Weise unerträglich, dass sie ihr Los durch Auswanderung zu bessern suchten: „Keine andere
Epoche war in einem ähnlichen Maße wie das 19. Jahrhundert ein Zeitalter massenhafter Fernmigration.“ Eine
besondere Rolle dabei spielte die Auswanderung von Abermillionen Europäern nach Nordamerika. Nach den Iren
stellten Engländer, Schotten und Waliser bis 1820 die größten Migrantenkontingente.[49] Unter den britischen
Auswanderern waren von je her viele mit der Anglikanischen Staatskirche verfeindete Puritaner, die das
calvinistische Erwerbsethos nun auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zur Geltung brachten.
Beiderseits des Atlantiks brachte der industrielle Kapitalismus veränderte Lebensbedingungen und
Umweltveränderungen hervor. Bei der Investition in Bergwerke, Kanäle und Schienennetze ging es um längere
Nutzungs- und Amortisationsfristen, als es im frühneuzeitlichen Groß- und Überseehandel der Fall gewesen war.
„Damit waren beispiellose Eingriffe in die physische Umwelt verbunden. Keine andere Wirtschaftsordnung hat
jemals die Natur drastischer umgestaltet als der Industriekapitalismus des 19. Jahrhunderts.“ [50] Der gelernte Jurist
und scharfsinnige Beobachter Alexis de Tocqueville schilderte anlässlich seiner England-Reise 1835, was sich ihm
als Stadtbild neu darbot:
„Auf dem Gipfel der Hügel […] erheben sich dreißig oder vierzig Fabriken. Mit ihren sechs Stockwerken
reichen sie hoch in die Luft. Ihr unabsehbarer Bereich kündet weithin von der Zentralisation der Industrie. […]
Industrielle Revolution 13

Die Straßen, welche die einzelnen, noch schlecht zusammengefügten Teile der großen Stadt miteinander
verbinden, bieten wie alles andere das Bild eines hastigen und noch nicht vollendeten Werkes: die rasche
Leistung einer gewinnsüchtigen Bevölkerung, die Gold anzuhäufen versucht, um dann mit einem Schlag auch
alles andere zu haben, und bis dahin die Bequemlichkeit des Lebens verschmäht. […] Aus diesem
übelriechenden Labyrinth, inmitten dieses unermesslichen und düsteren Ziegelhaufens ragen hin und wieder
herrliche Steinpaläste auf, deren kannelierte Säulen das Auge des Fremden überraschen. […]
Wer aber vermöchte das Innere jener abseits gelegenen Viertel zu beschreiben, der Schlupfwinkel von Laster
und Elend, welche die gewaltigen Paläste des Reichtums mit ihren abscheulichen Windungen umfangen und
erdrücken? Über dem Landstreifen, der tiefer liegt als der Flußspiegel und überall von gewaltigen Werkstätten
beherrscht wird, erstreckt sich ein Sumpfgebiet, das durch die in großen Abständen angelegten Gräben weder
trockengelegt noch saniert werden konnte. Dort enden gewundene und enge Gäßchen, gesäumt von
einstöckigen Häusern, deren schlecht zusammengefügte Bretter und zerbrochene Scheiben schon von weitem
eine Art letztes Asyl ankünden, das der Mensch zwischen Elend und Tod bewohnen kann. Unter diesen
elenden Behausungen befinden sich eine Reihe von Kellern, zu der ein halb unterirdischer Gang hinführt. In
jedem dieser feuchten und abstoßenden Räume sind zwölf bis fünfzehn menschliche Wesen wahllos
zusammengestopft…. Um dieses Elendsquartier herum schleppt einer der Bäche […] langsam sein stinkendes
Wasser, das von den Industriearbeitern eine schwärzliche Farbe erhält. […]
Inmitten dieser stinkenden Kloake hat der große Strom der menschlichen Industrie seine Quelle, von hier aus
wird er die Welt befruchten. Aus diesem schmutzigen Pfuhl fließt das reine Gold. Hier erreicht der
menschliche Geist seine Vollendung und hier seine Erniedrigung; hier vollbringt die Zivilisation ihre Wunder,
und hier wird der zivilisierte Mensch fast wieder zum Wilden…[51] “

Urbanisierung und proletarische Existenzbedingungen


Stadttypen wie der von Tocqueville beschriebene entstanden in
unmittelbarer Wechselwirkung mit der Industriellen Revolution.
Urbanisierung als eine im 19. Jahrhundert weit verbreitete Erscheinung
gab es aber auch davon unabhängig. London war als Metropole bereits
1750 Wohnort für mehr als ein Zehntel der englischen Bevölkerung.
Wäre es für die Industrialisierung andererseits vornehmlich auf einen
bereits vorhandenen hohen Urbanisierungsgrad angekommen, so hätten
die oberitalienischen Städte als frühe Industrialisierungsmotoren
wirken müssen. Das am Ärmelkanal gelegene Brighton wiederum war
zwar eine der am schnellsten wachsenden englischen Städte, hatte als
Seebad und Kurort aber keinerlei Industriepotential.[52]

Ganz anders lag der Fall für das seit den 1830er-Jahren als „shock city“
wahrgenommene, von Tocqueville besuchte und auch von Friedrich
Engels als Studienobjekt herangezogene Manchester. Hier wie in den
industriellen Zentren der englischen Midlands schockierten Schmutz, Slum in Glasgow, 1871

Gestank und Lärm die Zugereisten.[53]

„Ein dichter, schwarzer Qualm liegt über der Stadt. Durch ihn hindurch scheint die Sonne als Scheibe ohne
Strahlen. In diesem verschleierten Licht bewegen sich unablässig dreihunderttausend menschliche Wesen.
Tausende Geräusche ertönen unablässig in diesem feuchten und finsteren Labyrinth. Aber es sind nicht die
gewohnten Geräusche, die sonst aus den Mauern großer Städte aufsteigen. Die Schritte einer geschäftigen
Menge, das Knarren der Räder, die ihre gezahnten Ränder gegeneinander reiben, das Zischen des Dampfes,
der dem Kessel entweicht, das gleichmäßige Hämmern des Webstuhles, das schwere Rollen der sich
begegnenden Wagen – dies sind die einzelnen Geräusche, die das Ohr treffen.[54] “
Industrielle Revolution 14

Oft handelte es sich bei den unter solchen Bedingungen ihrem Broterwerb Nachgehenden um Menschen, die ihre
agrarische Existenz hatten aufgeben müssen, da die ländlichen Heimarbeiten mit der wachsenden und billigeren
Konkurrenz der Fabrikerzeugnisse nicht mehr mithalten konnten. Viele Bauern verkauften ihr kleines, unrentables
Stück Boden oder stiegen aus ihrem Pachtvertrag aus. Auf der Suche nach existenzsichernder Beschäftigung
begannen Kleinbauern und Landlose, in die Städte abzuwandern und dort Arbeit zu suchen. Landflucht wurde zu
einem wesentlichen Beschleunigungsfaktor der Urbanisierung.
Die ersten Industriearbeiter-Generationen, die in den Fabriken Arbeit fanden, mussten ihre bisherigen Lebens- und
Arbeitsgewohnheiten aufgeben, egal ob sie in Landwirtschaft, Heimarbeit oder Handwerk vordem beschäftigt waren.
Arbeitsrhythmus und Arbeitsintensität war ihnen nun durch den Maschinentakt vorgegeben, die Pausen anhand der
Fabrikordnung. Eine rigide Disziplinierung seitens der Fabrikherren sollte für Gehorsam und Fügsamkeit gegenüber
dem Aufsichtspersonal sorgen und für Unterordnung aller Verhaltensweisen unter das Ziel der maximalen
Ausnutzung der Produktionskapazität, die die jeweiligen Arbeitsmaschinen hergaben. Als Druckmittel dienten
Strafen, Lohnabzüge gemäß Bußgeldkatalog der Fabrikordnung, bei Kindern auch die körperliche Züchtigung.[55] Zu
den harten Arbeitsbedingungen in den neu entstandenen Fabriken, namentlich in den Textilfabriken (mills), hat der
Dichter und Maler William Blake in seinem Gedicht And did those feet in ancient time die Metapher dark Satanic
mills (finstere teuflische Mühlen) geprägt.
Frauen- und Kinderarbeit gab es nicht erst im Zuge der industriellen Revolution; neu war aber deren massenhafte
Beschäftigung außerhalb des Familienverbands. Bis zum gesetzlichen Verbot 1842 wurden sie auch unter Tage im
Kohlenbergbau eingesetzt. Den größten Anteil an Arbeitskräften stellten Frauen und Kinder aber bei der
Textilienherstellung, insbesondere in der Baumwollindustrie. Bis zu ersten Beschränkungen durch das
Kinderschutzgesetz 1802 war es üblich, „dass Waisenhäuser zwecks Kosteneinsparung unter dem Deckmantel der
Ausbildung ihre Waisen vertragsgemäß ,für Unterkunft und Verpflegung’ an Baumwollfabrikanten abgaben. Von
Ausbildung war jedoch keine Rede, die Kinder arbeiteten, nicht selten in zwei Schichten rund um die Uhr, als Feger
und Knüpfer bei den Spinnmaschinen. Diese Kindersklaverei, die den Baumwollfabriken den Ruf von Kerkern und
eine empörte Kritik einbrachte, ging nach 1800 allmählich zurück, nicht jedoch der Anteil der Kinderarbeit. Erst auf
Grund des Fabrikgesetzes von 1833, das die Arbeitszeit von Jugendlichen zwischen vierzehn und achtzehn Jahren
auf zwölf Stunden und jene von Kindern zwischen neun und dreizehn Jahren auf neun Stunden limitierte und auch
eine wirksame Kontrolle der Textilfabriken durch unabhängige Fabrikinspektoren einführte, wurde die Kinderarbeit
allmählich zurückgedrängt.“[56]
Von schlimmen Formen ausbeuterischer Kinderarbeit auch in Bergwerken berichtete Friedrich Engels in „Die Lage
der arbeitenden Klasse in England“:
„In den Kohlen- und Eisenbergwerken arbeiten Kinder von 4, 5, 7 Jahren; die meisten sind indes über 8 Jahre
alt. Sie werden gebraucht um das losgebrochene Material von der Bruchstelle nach dem Pferdeweg oder dem
Hauptschacht zu transportieren, und um die Zugtüren, welche die verschiedenen Abteilungen des Bergwerks
trennen, bei der Passage von Arbeitern und Material zu öffnen und wieder zu schließen. Zur Beaufsichtigung
dieser Türen werden meist kleine Kinder gebraucht, die auf diese Weise 12 Stunden täglich im Dunkeln
einsam in einem engen, meist feuchten Gange sitzen müssen, ohne auch nur so viel Arbeit zu haben, als nötig
wäre, sie vor der verdummenden, vertierenden Langeweile des Nichtstuns zu schützen. Der Transport der
Kohle und des Eisengesteins dagegen ist eine sehr harte Arbeit, da dies Material in ziemlich großen Kufen
ohne Räder über den holprigen Boden der Stollen fortgeschleift werden muß, oft über feuchten Lehm oder
durch Wasser, oft steile Abhänge hinauf, und durch Gänge, die zuweilen so eng sind, daß die Arbeiter auf
Händen und Füßen kriechen müssen. Zu dieser anstrengenden Arbeit werden daher ältere Kinder und
heranwachsende Mädchen genommen.[57] “
Der Einsatz von Frauen erstreckte sich zumeist auf schnell anlernbare Hilfstätigkeiten und die nicht bereits auf
Maschinen übertragene, körperlich anstrengende Handarbeit. Als „Maschinenführer“ und in Aufsichtsfunktionen
wurden Frauen jedoch nicht beschäftigt, auch weil ihnen die Härte bzw. Brutalität nicht zugetraut wurde, mit der die
Industrielle Revolution 15

Kinder-Hilfsarbeiter über 12 Stunden täglich angetrieben wurden. Nicht zuletzt mit dem Argument, sie brauchten
schließlich keine Familie zu ernähren, standen Frauen bei der Entlohnung gegenüber männlichen Arbeitskräften
ebenfalls zurück.[58]

Widerstände und Reformansätze


Die mit der Industriellen Revolution sich ausbreitende kapitalistische Produktionsweise erzeugte die besagten
krisenhaften Soziallagen und führte zu dauerhaften und teilweise explosiven Gegensätzen zwischen den davon
betroffenen pauperisierten und proletarisierten Teilen der Gesellschaft einerseits und den insbesondere als
Fabrikherren verhassten Unternehmern andererseits. Kritik und Widerstand riefen nicht nur die Verbreitung von
Kinder- und Frauenarbeit unter inhumanen Bedingungen hervor, sondern auch das neue strikte Fabrikregime, das die
aus handwerklichen oder landwirtschaftlichen Arbeitszusammenhängen stammenden Arbeitskräfte einer
ungewohnten industriellen Zeitdisziplin unterwarf.[59] „Die Bedingungen des Lohnarbeitsverhältnisses konnten vom
Arbeitgeber einseitig diktiert werden, weil Koalitions-, Streik- und Tarifvertragsrecht weitgehend fehlten. Schutz vor
den Grundrisiken des Daseins (Krankheit, Unfall, Alter, Arbeitslosigkeit) gab es für die aus herkömmlichen sozialen
Bindungen herausgelöste Lohnarbeiterschaft nicht.“[60]
An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kam es in England zu erheblichen Widerständen und Protestaktionen
gegen die der gewerblichen Heimarbeit das Wasser abgrabende Ausbreitung fabrikmäßiger Maschinenarbeit. Der
Produktpreis, den die Heimwerker für ihre Erzeugnisse erzielen konnten, richtete sich unterdessen nach dem des
jeweils billigsten Maschinenfabrikats. Die Maschinen verdarben also den Heimarbeitern den Lebensunterhalt; und
gegen sie richtete sich dann auch sehr direkt der zeitweise in Maschinenstürmerei mündende Zorn von Spinnern,
Webern und Färbern. Zum Kulminationspunkt dieser Form des Widerstands wurde die Erhebung der Ludditen in
den Jahren 1811 und 1812, die von Nottingham ausgehend in ganz England Anhänger fand und zur Zerstörung
zahlreicher Woll- und Baumwollspinnereien führte. Erst massive Militäreinsätze und die drakonische Bestrafung der
Beteiligten durch Hinrichtung oder Zwangsverbringung nach Australien ließen diese Bewegung abebben.
Eine neue, massenhafte Dimension erhielt die industrielle Protestbewegung 1819 in Manchester, wo sich auf dem St.
Peters Field 100.000 Menschen zu einer friedlichen Demonstration zusammenfanden. Als diese Versammlung
plötzlich von einer Bürgergarde mit Schusswaffen attackiert wurde, kam es zu 11 Toten und 150 bis 200
Schwerverletzten. „Die nun folgenden nationenweiten Sympathie- und Solidaritätsbekundungen mit den ‚Helden von
Peterloo’ – wie diese in Anlehnung an die kurz zuvor erfolgte Schlacht bei Waterloo genannt wurden – trugen ganz
wesentlich dazu bei, die Probleme der industriellen Arbeiterschaft in das öffentliche Bewußtsein zu rücken und sich
mit ihren Forderungen auseinanderzusetzen.“[61]
Erneut war es 1842 im Umkreis von Manchester, in Ashton-under-Lyne, dass eine Widerstandsaktion hohe Wellen
schlug. Es handelte sich zunächst um eine Sabotageaktion zur Unterbrechung des maschinellen Arbeitsablaufs,
indem die Arbeiter an vielen Stellen die Stöpsel der Dampfkessel herauszogen. Auch diese Aktion fand weithin
Beachtung, veranlasste einen großen Streik in der gesamten mittelenglischen Textilindustrie und löste die Forderung
nach einem nationalen Generalstreik aus.[62]
Unter dem Eindruck der unhaltbaren Zustände in den Fabriken und der oft spontan und unkalkulierbar sich
äußernden Widerstände kam es seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu politischen Vorgaben bezüglich der neuen
Arbeitsverhältnisse. Das Parlament erließ ab 1802 eine Serie von Factory Acts, die die Arbeitszeiten von Kindern,
Jugendlichen und Frauen beschränkten. Sie erhielten aber erst durch die Schaffung von Fabrikinspektoren (1833),
die deren Einhaltung kontrollieren sollten, begrenzte Wirksamkeit.[63]
Nach Wegen zu einer für die industrielle Lohnarbeiterschaft auskömmlichen Existenz suchte der vom Lehrling in der
Textilbranche zum Fabrikleiter aufgestiegene Robert Owen, der nach einigen Jahren Vorerfahrung in Manchester um
1800 die Baumwollfabrik seines Schwiegervaters im schottischen New Lanark übernahm und zum viel besuchten
Musterbetrieb ausbaute. Dort wurde nicht nur Kinderarbeit bis zum Alter von zehn Jahren unterbunden, sondern
auch eine Schule für die Arbeiterkinder ab zwei Jahren eingerichtet. Die Arbeitszeit in der Fabrik wurde auf 10,5
Industrielle Revolution 16

Stunden begrenzt (üblich waren zu der Zeit 13-14 Stunden); Wohnraum und täglicher Bedarf wurden auf dem
Gelände zu erschwinglichen Preisen angeboten; Ansätze zu einer Absicherung von Alter und Krankheit der
Lohnarbeiter gab es ebenfalls. Das Unternehmen florierte unter diesen Bedingungen und seine Konkurrenzfähigkeit
stand nicht in Frage, da Owen auch produktionstechnisch einigen Erfindungsreichtum an den Tag legte. Die
Modellhaftigkeit dieses Ansatzes sprach sich so weit herum, dass sogar habsburgische Prinzen und Zar Nikolaus I.
New Lanark aufsuchten.
Unter dem Eindruck der Initiativen Owens haben zu Beginn der 1820er-Jahre Handwerker erste Kooperativen
gegründet, deren Mitglieder einander u. a. bei der Wohnraumbeschaffung, bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im
Alter unterstützten und eine gemeinsame Kinderbetreuung organisierten. In den 1830er-Jahren nahm die
Gewerkschaftsbewegung in den Trade Unions Gestalt an, die gegen die „tyrannei der Meister und Fabrikbesitzer“
gerichtet war und als Interessenvertretung der Lohnarbeiterschaft auch politische Forderungen, etwa im Hinblick auf
das Wahlrecht zum britischen Unterhaus erhob.
Doch auch nach der Wahlrechtsreform von 1832 blieb das mittellose Proletariat ohne Stimmrecht, während die
betuchteren Städter nun zur Wahl zugelassen wurden, auch wenn sie ohne eigenes Hauseigentum zur Miete wohnten.
Die danach sich formierende Bewegung der Chartisten forderte in der People’s Charter 1838 das allgemeine
Wahlrecht (für Männer). Zudem wurden Forderungen nach dem Achtstundentag und nach einer Reform des
Armenrechts erhoben[62] , sodass eine breite Unterstützung der Chartisten auch seitens der Gewerkschaften bestand.
Die auf dieser Grundlage mehrmals dem Unterhaus vorgelegten und mit Massendemonstrationen bekräftigten
Petitionen blieben in der Kernfrage des Wahlrechts jedoch erfolglos, während in Sachen Arbeitszeitverkürzung 1847
mit der gesetzlichen Einführung des 10-Stunden-Tags wenigstens ein Teilerfolg zustande kam.

Revolutionslehre nach Marx und Engels


Gelegenheit zur Sammlung unmittelbarer Eindrücke von den
Existenzbedingungen der englischen Industriearbeiterschaft bot sich
dem Wuppertaler Textilfabrikantensohn Friedrich Engels, als er 1842
im Rahmen seiner kaufmännischen Ausbildung in Manchester weilte,
wo der Vater eine Baumwollspinnerei unterhielt. Ab 1844 stand Engels
in engem Kontakt zu Karl Marx, der wie Adam Smith von der
philosophischen Auseinandersetzung (insbesondere mit Hegel) zur
nationalökonomischen gelangt war. Dazu entwickelte er aber
gemeinsam mit Engels eine auf Überwindung des Kapitalismus
gerichtete Auffassung. Wegen seiner oppositionellen Haltung wurde er
von den preußischen Behörden aufgrund der Karlsbader Beschlüsse
frühzeitig an einer Universitätslaufbahn gehindert und als Publizist
über die Grenzen Deutschlands hinaus angefeindet, sodass er sich ab
1849 in London niederließ, wo er wie Engels Kontakte zu den
Chartisten hatte und seit 1847 dem Bund der Kommunisten angehörte. Gustave Doré: Ein Hundeleben, 1872

Als intellektuell führende Köpfe dieses Bundes verfassten Marx und Engels 1848 jenen Aufruf, der als
Kommunistisches Manifest eine enorme historische Reichweite erlangen sollte. Zu Beginn ihres Beweisgangs, der
die Überwindung kapitalistischer Strukturen in einer klassenlosen kommunistischen Gesellschaft vorsah, heißt es:
„Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Für die unmittelbare
Gegenwart sahen Marx und Engels aber eine nochmalige Zuspitzung des generellen historischen
Klassenantagonismus’:

„Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze
vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei
Industrielle Revolution 17

große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.“


Der einerseits zur „Entfesselung der Produktivkräfte“ und zu ungekannter maschineller Produktionssteigerung
führende Wettbewerb der Fabrikbesitzer-Bourgeoisie trage andererseits den Keim der unaufhaltsamen
Selbstzerstörung in sich. Der Zwang zur Minimierung der Produktionskosten, um am Markt mit Niedrigpreisen für
die erzeugten Waren konkurrenzfähig zu bleiben, treibe die kapitalistische Bourgeoisie zu fortlaufender Senkung der
den Proletariern gezahlten Löhne. Diese würden dadurch in eine absolute Verelendung getrieben und hätten gar
keine andere Möglichkeit, als sich schließlich massenhaft zusammenzuschließen, um gegen ihre Ausbeuter den
Kampf aufzunehmen und eine Diktatur des Proletariats als Vorstadium der klassenlosen Gesellschaft zu errichten.
Sämtliche Ansätze zur sozialen Reform innerhalb der bestehenden Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln
(landwirtschaftlich genutzte Böden, gewerblich Betriebe und Fabriken), sei es von staatlicher Seite oder durch
Initiativen wie die Owens, hatten für Marx und Engels keine Zukunft, sondern dienten lediglich der Verschleierung
der in Wirklichkeit unerbittlich zur proletarischen Revolution drängenden Verhältnisse. Darin eingeschlossen war
bereits eine globale Perspektive:
„Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder
kosmopolitisch gestaltet. […] Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller
Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterten Kommunikationen alle, auch die barbarischsten
Nationen in die Zivilisation. […] Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich
anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehn wollen…“
Das Kommunistische Manifest schließt mit dem Aufruf:
„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

Entwicklung des Lebensstandards


Den beabsichtigten umfassenden Resonanzboden für das Kommunistische Manifest sollte die Industrialisierung erst
nach dessen Erscheinungsjahr 1848 schaffen. Denn zu dieser Zeit gab es einzig in England ein örtlich massenhaft
konzentriertes und teilweise in größerem Umfang organisiertes Industrieproletariat. In Deutschland und Frankreich
stand die Industrialisierung noch im Anfangsstadium, während die 1848/49 weite Teile Europas erfassende
Revolutionsbewegung wesentlich auf die Durchsetzung bürgerlicher Freiheitsrechte gegen Feudalreaktion und
monarchische Herrschaftsregime in der Ära der Heiligen Allianz gerichtet war.
Wie die britische Wirtschaftsentwicklung der auf dem europäischen Kontinent um Jahrzehnte vorauslief, so auch die
Veränderungen der Sozialstruktur und der proletarischen Existenzbedingungen. Deshalb stand auch zunächst die
Entwicklung des Lebensstandards der britischen Arbeiterschaft im Zuge der Industriellen Revolution – wie bei
Engels – im Mittelpunkt des Interesses der zeitgenössischen Beobachter. Unter Wirtschafts- und Sozialhistorikern ist
es darüber zu einer ausgedehnten Kontroverse gekommen.[64] . Die Kontrahenten der Debatte wurden zwei „Lagern“
zugeordnet, einerseits den Pessimisten und andererseits den Optimisten, abhängig davon, ob sie während der
englischen Frühindustrialisierung eine Verschlechterung oder eine Verbesserung des Lebensstandards in Ansatz
brachten.[65]
Eine Studie von Peter Lindert und Jeffrey Williamson aus dem Jahr 1983 schätzte die Entwicklung der Reallöhne
zwischen 1755 und 1851 in mehreren Berufen und kam zu dem Ergebnis, dass Löhne von 1781 bis 1819 nur leicht
anstiegen, im Zeitraum 1819-1851 sich hingegen verdoppelten. Diese Sicht wurde von anderen Ökonomen teilweise
in Frage gestellt. Charles Feinstein verwendete einen anderen Preisindex als Lindert und Wiliamson und meinte, dass
der Anstieg der Löhne deutlich geringer gewesen sein müsse. Der Ökonom Nicholas Crafts schätzte, dass das
Pro-Kopf-Einkommen in England von 400 US$ im Jahr 1760 über 430 $ im Jahr 1800 und 500 $ im Jahr 1830 auf
800 $ im Jahr 1860 anstieg. Das Einkommen der ärmsten 65 % der Bevölkerung stieg laut diesen Schätzungen von
1760 bis 1860 um über 70 %. Dies begründet in der langfristigen Perspektive eine optimistische Sicht.
Industrielle Revolution 18

Der zunächst schleppende Anstieg lässt jedoch auch pessimistische Folgerungen zu. Beispielsweise könnte sich
angesichts des von Craft geschätzten niedrigen Einkommenswachstums von 0,3 % pro Jahr bis 1830 die Lage der
Arbeiter bis dahin durchaus verschlechtert haben. Mokyr zeigte in einer Simulation, dass ohne den technologischen
Fortschritt das Bevölkerungswachstum den Lebensstandard deutlich gesenkt hätte.[66] Eine Schätzung, die besagt,
dass die Lebenserwartung in England zwischen 1781 und 1851 um 15% stieg, ist umstritten.[66] Allein die USA aber
konnten unter den westlichen Gesellschaften des frühen 19. Jahrhunderts, so Osterhammel, ihren Bürgern „eine
energetisch mehr als minimal ausreichende“ Nahrungsmittelversorgung bieten.[67]
Die meisten Wirtschaftshistoriker stimmen darin überein, dass die Einkommensverteilung zwischen 1790 und 1840
ungleicher wurde. „Was die Anteile am Sozialprodukt betrifft, steht fest, dass die Steigerung der Kapital- und
Renteneinkommen weit über und jene der Lohneinkommen weit unter der Steigerung des durchschnittlichen
Pro-Kopf-Einkommens lag.“[68] Berücksichtigt man die Folgen von Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung und
Bevölkerungsdichte, erscheint eine zeitweilige Verschlechterung des Lebensstandards plausibel. Teilweise wird
argumentiert, dass eine Reihe von Kriegen (Amerikanische Revolution, Napoleonische Kriege,
Britisch-Amerikanischer Krieg) die positiven Effekte dämpften.
Weitere Studien bekräftigen die Sicht einer zunächst nur geringen Anhebung des Lebensstandards. So verbreitete
sich die Modernisierung in England nur langsam. Feinstein konstatierte eine nur schwache Steigerung des Konsums
bis 1820, danach eine schnelle.[66] Gregory Clark konstatiert, dass es zwischen den 1760er- und 1860er-Jahren
keinen rapiden Anstieg der Prokopf-Einkommen gegeben habe.[69] Paulinyi resümiert: „Insgesamt scheint jedoch die
Position der Pessimisten realistisch zu sein, wonach für die Mehrheit der Fabrikarbeiter, die mit ihrem Lohnniveau
nicht nur über dem Agrarproletariat, sondern auch über der Masse der sogenannten ‚arbeitenden Armen‘ standen, bis
in die 1840er-Jahre eine Verschlechterung der Lebensbedingungen kennzeichnend war.“[68] Ähnlich heißt es bei
Osterhammel: „Insgesamt verbesserte sich das Leben der arbeitenden Bevölkerung in England zwischen 1780 und
1850 nicht. Danach zogen die Löhne deutlich an den Preisen vorbei, und die Lebenserwartung begann allmählich zu
steigen.“[67]

Rezeptions- und Deutungsaspekte


Eine Vielzahl unterschiedlicher Deutungsakzente im Hinblick auf Entstehungsbedingungen, Triebkräfte sowie
räumliche und zeitliche Erstreckung der Industriellen Revolution lässt erkennen, dass man in den Geschichts- und
Sozialwissenschaften zu keiner einheitlichen Sicht auf dieses historische Geschehen gelangt ist.
Unter den diversen wissenschaftlichen Schulen werden etwa folgende Betrachtungs- und Forschungsschwerpunkte
der Industriellen Revolution in Großbritannien unterschieden:[70]
• die Schule des Sozialen Wandels betont die Veränderung der Art, wie wirtschaftliche Transaktionen zwischen
Menschen stattfinden. Das Aufkommen von formalen, wettbewerbsorientierten und unpersönlichen Produkt- und
Faktormärkten ist hier zentral.
• die industrieökonomische Schule richtet ihr Augenmerk auf Veränderungen der Produktionsstruktur,
insbesondere dem Aufkommen großer Unternehmen, wie Fabriken, Bergwerke, Eisenbahngesellschaften und
großen Einzelhandelsgeschäften, in denen die Güterproduktion beaufsichtigt wurde und die unter einem Dach
konzentrierten Arbeiter Disziplin und Qualitätskontrolle unterlagen.
• die makroökonomische Schule konzentriert sich auf stark aggregierte Variablen wie die Entwicklung von
Nationaleinkommen, Kapitalakkumulation, Investitionen und Arbeitsmarkt.
• die Technologie-Schule betrachtet den technologischen Fortschritt als ursächlich für alle anderen Veränderungen
und richtet den Fokus auf Erfindungen und deren Diffusion. Hierzu zählen neben Geräten und Maschinen unter
anderem auch Techniken der Arbeitsorganisation und des Marketing.
Dabei zeigt sich für Osterhammel, dass die neueren Forschungskontroversen gegenüber den älteren, sozusagen
klassischen Konzepten kaum grundsätzlich Neues erschlossen haben. Als kritisch zu prüfende
Industrielle Revolution 19

Orientierungsgrundlagen fungieren demnach weiterhin zum Beispiel die marxistische Lesart der Industrialisierung
als Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus durch Akkumulation und Konzentration des Kapitals, die Theorie
vom zyklisch strukturierten Wachstumsprozess einer kapitalistischen Weltwirtschaft mit wechselnden Leitsektoren
nach Kondratjew und Schumpeter, das Fünf-Stadien-Modell einer industriellen Transformation nach Rostow samt
dem Take-off-Stadium, das als wichtigstes den Übergang zu einem „exponentiellen“ Wachstum markiert.[71] Es
bleibt die Erkenntnis:
„Fast drei Jahrhunderte der empirischen Forschung und des Nachdenkens durch eine Abfolge der besten Köpfe
in den Geschichts- und Sozialwissenschaften haben zu keiner allgemeinen Theorie der Industrialisierung
geführt.[72] “
Zu den jüngeren Forschungsergebnissen, die eine veränderte Sichtweise nahe legen, zählt die Erkenntnis, dass das
Wachstum der englischen Wirtschaft bis in die 1820er-Jahre langsamer verlief, als früher angenommen und als es in
dem Begriff der Industriellen Revolution zum Ausdruck kommt. Dennoch habe diese Bezeichnung ihre
Berechtigung, so Osterhammel:
„Selbst die größten Skeptiker, die sich bemühen, eine industrielle Revolution quantitativ unsichtbar zu
machen, müssen sich der Tatsache stellen, dass es zahllose qualitative Zeugnisse von Zeitgenossen gibt, die in
der Ausbreitung der Industrie und ihren gesellschaftlichen Folgen einen radikalen Umbruch, den Beginn einer
«neuen Zeit» sahen.[73] “
Für die frühere Überschätzung der frühindustriellen englischen Wachstumsraten wird die gleichzeitige
Unterschätzung des durch handwerkliche Produktion und kleingewerbliche Protoindustrie erzeugten Wachstums in
den Jahrzehnten vor und um die Mitte des 18. Jahrhunderts zur Erklärung herangezogen. „Da das Ausgangsniveau
des Bruttosozialprodukts in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts demzufolge höher war, als bisher
angenommen, konnte das Wachstum nicht so rasant gewesen sein, wie es die älteren Arbeiten noch angenommen
hatten. Man geht deshalb von einer graduellen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums aus.“ [74] Condrau
allerdings zweifelt mit anderen, dass man mit Hilfe von Daten des 18. Jahrhunderts moderne volkswirtschaftliche
Indikatoren überhaupt ableiten kann. Die von Berg und Hudson entwickelten qualitativen Kriterien für den
Revolutionsbegriff, die sie aus den Zeugnissen Robert Owens und anderer Zeitgenossen ableiten, erscheinen
wiederum auch ihm plausibel.[75]
Ein anderes qualitatives Merkmal hat Max Weber an der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hervorgehoben,
indem er die rationale Lebensführung auf der Grundlage der „Berufsidee“ als einen der konstitutiven Bestandteile
„des modernen kapitalistischen Geistes“ bezeichnete:
„Der Puritaner wollte Berufsmensch sein, – wir müssen es sein. Denn indem die Askese aus den Mönchszellen
heraus in das Berufsleben übertragen wurde und die innerweltliche Sittlichkeit zu beherrschen begann, half sie
an ihrem Teil mit daran, jenen mächtigen Kosmos der modernen, an die technischen und ökonomischen
Voraussetzungen mechanisch-maschineller Produktion gebundenen, Wirtschaftsordnung erbauen, der heute
den Lebensstil aller Einzelnen, die in dies Triebwerk hineingeboren werden – nicht nur der direkt ökonomisch
Erwerbstätigen –, mit überwältigendem Zwang bestimmt und vielleicht bestimmen wird, bis der letzte Zentner
fossilen Brennstoffs verglüht ist.[76] “
Industrielle Revolution 20

Literatur
• Robert C. Allen: The British Industrial Revolution in Global Perspective (New Approaches to Economic and
Social History), Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-68785-0
• T. S. Ashton: The Industrial Revolution 1760-1830. Oxford University Press, Oxford 1968.
• T. S. Ashton (Hrsg.): Toynbee's Industrial Revolution. A Reprint of Lectures on the Industrial Revolution in
England. With a new Introduction. August M. Kelley, New York 1969.
• Knut Borchardt: Die Industrielle Revolution in Deutschland. Piper, München 1972, ISBN 3-492-00340-0
• Fernand Braudel: Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts, 3. Band, Kapitel 6: Industrielle Revolution und
Wachstum. Kindler, München 1986
• Christoph Buchheim: Industrielle Revolutionen, dtv, München 1994, ISBN 3-423-04622-8
• Carlo M. Cipolla/Knut Borchard (Hrsg.): Die Industrielle Revolution, Europäische Wirtschaftsgechichte Band 3,
Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-437-40151-3.
• Gregory Clark: A Farewell to Alms: A Brief Economic History of the World. Princeton University Press, Princeton
2007.
• N. F. R. Crafts: British Enonomic Growth during the Industrial Revolution. Clarendon, Oxford 1980, ISBN
0-19-873067-5
• Phyllis Dean: The First Industrial Revolution. 2nd ed. Cambridge University Press, Cambridge 1982, ISBN
0-521-22667-8
• Hans-Werner Hahn: Die Industrielle Revolution in Deutschland. 2. Auflage. Oldenbourg, München 2005, ISBN
3-486-57669-0
• Eric Hobsbawm: Europäische Revolutionen. 1789 bis 1848. Kindler, Zürich 1962; erneut 1978, ISBN
3-463-13715-1
• Eric Hobsbawm: Industrie und Empire. Britische Wirtschaftsgeschichte seit 1750. 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt
am Main 1969.
• David S. Landes: Der entfesselte Prometheus. Technologischer Wandel und industrielle Entwicklung in
Westeuropa von 1750 bis zur Gegenwart. (TB-Ausgabe) dtv, München 1983, ISBN 3-423-04418-7
• Peter Mathias / John A. Davis (Hrsg,): The First Industrial Revolutions. Basil Blackwell, Oxford 1990, ISBN
0-631-16039-6
• Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. München 2009. ISBN
978-3-406-58283-7
• Akos Paulinyi: Industrielle Revolution. Vom Ursprung der modernen Technik. Reinbek 1989. ISBN
3-499-17735-8
• Toni Pierenkemper: Umstrittene Revolutionen. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Fischer, Frankfurt am
Main 1996, ISBN 3-596-60147-9
• Sidney Pollard: The Genesis of Modern Management. A Study of the Industrial Revolution in Great Britain.
London 1965.
• Sidney Pollard: Peaceful Conquest. The Industrialization of Europe 1760-1970. Oxford University Prerss, Oxford
1981.
• Peter N. Stearns: The Industrial Revolution in World History. Westview Press, Boulder/ Colorado 1993, ISBN
0-8133-8597-0
• Dieter Ziegler: Die Industrielle Revolution. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN
3-534-15810-5
• Arne Eggebrecht, Jens Flemming, Gert Meyer, Achatz v. Müller, Alfred Oppolzer, Akos Paulinyi, Helmuth
Schneider: Geschichte der Arbeit. Vom alten Ägypten bis zur Gegenwart; Verlag Kiepenhauer & Witsch, Köln
1980, ISBN 3-462-01382-3 (im engeren Sinn zur Industriellen Revolution dort S. 193 bis 302)
Industrielle Revolution 21

Siehe auch
• Industrialisierung Frankreichs, Industrielle Revolution in Deutschland
• Industrialisierung, Automatisierung, Technischer Fortschritt
• Zweite industrielle Revolution; Digitale Revolution
• Revolution

Weblinks
• Industrielle Revolution (Begriffsdefinition; Lexikon der bpb): Bundeszentrale für politische Bildung (Lexikon)
[77]

• Informationen zur politischen Bildung (Heft 164): Das 19. Jahrhundert 2 [78]
• Friedrich Engels: Zur Lage der arbeitenden Klasse in England (mit Links zu den einzelnen Kapiteln) [79];
zeitgenössisches marxistisches Grundlagenwerk (erste Veröffentlichung in den 1840er-Jahren, mit Erweiterung
publiziert 1892) zur industriellen Revolution und ihren Auswirkungen auf die von ihr betroffene Schicht der
abhängig Beschäftigten in ihrem Ursprungsland England

Einzelnachweise
[1] Jürgen Mirow: Geschichte des deutschen Volkes: Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 1. Katz, Gernsbach 1996, ISBN 3-925825-64-9,
S. 502–503.
[2] Frank Edward Huggett: A Dictionary of British History: 1815 - 1973. Blackwell, Oxford 1974, S. 128.
[3] „Die breite Masse der Industriearbeiterfamilien lebte immer an der Grenze des physischen Existenzminimums und konnte nur bei
kontinuierlicher Arbeit dank anhaltender Gesundheit des Mannes sowie der Mitarbeit der Frau und meist auch der Kinder das bare
Mindesteinkommen erzielen, um ihr kümmerliches Dasein fristen zu können.“ (Zit. n. Dieter Ziegler: Die Industrielle Revolution. Wiss.
Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S. 46.)
[4] „Wenn man den Gesichtspunkt der Daseinsbewältigung in den Vordergrund stellt, gibt es wahrscheinlich doch nur zwei kulturgeschichtlich
wirklich entscheidende Zäsuren: jenen neolithischen Übergang von der Jägerkultur zu einer ortsfesten Lebensweise und den modernen zum
technisierten Industrialismus. Auch damals war die Transformation unabsehbar tiefgreifend und ging durch die Menschen quer hindurch, sie
muß viele Jahrhunderte gedauert haben.“ Arnold Gehlen, Anthropologische Forschung, Reinbek 1961, S. 99.
[5] Georges Friedmann: La crise du progrés. Esquisse d'histoire des idées 1895-1935, Paris 1936
[6] Daniel Bell: Die dritte technologische Revolution und ihre möglichen sozioökonomischen Konsequenzen. In: Merkur Jg. 44/1990, S. 28 ff.
[7] Hans-Werner Hahn: Die industrielle Revolution in Deutschland. München, 2005: "Industrielle Revolution" oder Industrialisierung?, S. 51 f.
(Zur Problematik des Begriffs) (http:/ / books. google. de/ books?id=NBoW0t7Gqh4C& pg=PA51& lpg=PA51& dq=Hahn"+ "Die+
industrielle+ Revolution+ in+ Deutschland"+ "Problematik+ des+ Begriffs"+ site:books. google. de& source=bl& ots=TA9r7POCzN&
sig=8P1LxxIgUTQes50yvyWjYFyYaeQ& hl=de& ei=BrrKTN2iPIOMswaSxrWnAQ& sa=X& oi=book_result& ct=result& resnum=1&
ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage& q& f=false)
[8] Adolphe Jérôme Blanqui: Histoire de l‘économie politique en Europe, Paris ³1845, S. 180f.
vgl. Toni Pierenkemper: Wirtschaftsgeschichte: Eine Einführung - oder: Wie wir reich wurden, 2005, S. 21 f (Industrialisierung versus
Industrielle Revolution), Seite 22 (http:/ / books. google. de/ books?id=_zjEOpkAL-QC& pg=PA1& lpg=PA1& dq=Pierenkemper+
"Industrialisierung+ versus+ Industrielle+ Revolution"+ site:books. google. de/ & source=bl& ots=NA5U3hD6W8&
sig=-E2QJWzpjJfFYeCfJUNZUE-2lwg& hl=de& ei=NuLKTOzRBcWUswb3gKGoAQ& sa=X& oi=book_result& ct=result& resnum=1&
ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage& q=Bedeutungsvielfalt& f=false)
[9] Pierenkemper 1996, S. 12
[10] Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Marx-Engels-Werke Bd. 2, Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 250.
[11] Dietrich Hilger, Industrie als Epochenbegriff Industrialismus und industrielle Revolution. In: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches
Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 3, Klett-Cotta, Stuttgart 1982. S. 286-296
[12] Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt: Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2009, S. 916 (http:/ / books. google. de/
books?id=SNPhAjT_ofQC& pg=PA916& lpg=PA916& dq=Osterhammel+ "Die+ Verwandlung+ der+ Welt"+ "wirtschaftlichen+ Umbaus"+
site:books. google. de& source=bl& ots=5XDLNJa3n4& sig=JaQYgSquE5WUqIYchHV7ePJRmeI& hl=de&
ei=GtbKTPCnLc3NswaPyfGoAQ& sa=X& oi=book_result& ct=result& resnum=1& ved=0CBsQ6AEwAA#v=onepage& q& f=false)
[13] Osterhammel 2009, S. 917
[14] Flurin Condrau, Die Industrialisierung in Deutschland, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt: 2005, S. 22, mit Bezug auf David
Landes, What Room for Accident in History?: Explaining Big Changes by Small Events. In: Economic History Review 47 (1994) S. 637-656.
[15] Pierenkemper 1996, S. 161f., mit Bezug auf David Landes und Eric Hobsbawm.
Industrielle Revolution 22

[16] Christoph Buchheim, Industrielle Revolutionen. Langfristige Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, Europa und Übersee, München
1994, S. 45ff.; zit. n. Pierenkemper 1996, S. 162f.
[17] “Etwas euphemistisch“ nennt Pierenkemper die Bezeichnung der gemeinten Vorgänge als „Agrarevolution“. (Pierenkemper 1996, S. 15
[18] Osterhammel 2009, S. 932
[19] Pierenkemper 1996, S. 10; Osterhammel 2009, S. 910: „Zum anderen bestreitet keiner, dass Industrialisierung, zumindest in ihren Anfängen,
niemals ein nationales, sondern stets ein regionales Phänomen gewesen ist.“
[20] N. F. R. Crafts: British Enonomic Growth during the Industrial Revolution. Clarendon, Oxford 1985, S. 23; zit.n. Pierenkemper 1996, S.
13f.
[21] Pierenkemper 1996, S. 17 / 164
[22] Eric Hobsbawm: Industrie und Empire, Bd. I, Frankfurt am Main 1969, S. 55.
[23] David S. Landes, Der entfesselte Prometheus, Köln 1973, S. 52
[24] Werner Heisenberg: The Physicist's Conception of Nature, London 1958.
[25] Karl Marx: Das Kapital, Band I, Marx-Engels-Werke, Band 23, Berlin 1962, S.394
[26] Jonathan Hornblower, In: Encyclopædia Britannica, 2009.
[27] Ben Marsden, Watt’s Perfect Engine: Steam and the Age of Invention, Columbia University Press, 2004.
[28] Paulinyi 1989, S. 169
[29] Osterhammel 2009, S. 1013; summarisch Ziegler 2005, S. 56
[30] Wolfgang Schivelbusch, Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, München 1977, S.
11
[31] Zit.n. Wolfgang Schivelbusch, Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, München
1977, S. 39
[32] Wolfgang Schivelbusch, Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, München 1977, S.
43f.
[33] Zit.n. Wolfgang Schivelbusch, Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, München
1977, S. 37
[34] Paulinyi 1989, S. 189
[35] Osterhammel 2009, S. 1014f.; Paulinyi 1989, S. 194
[36] Zit.n. Wolfgang Schivelbusch, Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, München
1977, S. 16
[37] Max Weber: Asketischer Protestantismus und kapitalistischer Geist. In ders.: Soziologie. Universalgeschichtliche Analysen. Politik., hrsg.
von Johannes Winckelmann, 5. Aufl., Stuttgart 1973, S. 370
[38] Max Weber: Asketischer Protestantismus und kapitalistischer Geist. In ders.: Soziologie. Universalgeschichtliche Analysen. Politik., hrsg.
von Johannes Winckelmann, 5. Aufl., Stuttgart 1973, S. 373ff.
[39] Max Weber: Asketischer Protestantismus und kapitalistischer Geist. In ders.: Soziologie. Universalgeschichtliche Analysen. Politik., hrsg.
von Johannes Winckelmann, 5. Aufl., Stuttgart 1973, S. 375f.
[40] Zit.n. Wilhelm Treue et al., Quellen zur Geschichte der industriellen Revolution, Göttingen 1966, S. 163
[41] Zit.n. Wilhelm Treue et al., Quellen zur Geschichte der industriellen Revolution, Göttingen 1966, S. 163ff.
[42] Ziegler 2005, S. 79f.
[43] Landes, Wohlstand, S. 205.
[44] Sidney Pollard: The Genesis of Modern Management. A Study of the Industrial Revolution in Great Britain. London 1965.
[45] Harry Braverman: Die Arbeit im modernen Produktionsprozess. Campus, Frankfurt am Main 1977, S. 61.
[46] Sidney Pollard. Die Fabrikdisziplin in der industriellen Revolution. In: Wolfram Fischer / Georg Bajor (Hrsg.): Die soziale Frage. Stuttgart
1967, S. 159-185.
[47] Osterhammel 2009, S. 198
[48] Osterhammel 2009, S. 190f.
[49] Osterhammel 2009, S. 235ff.
[50] Osterhammel 2009, S. 956
[51] Zit.n. Wilhelm Treue et al., Quellen zur Geschichte der industriellen Revolution, Göttingen 1966, S. 126ff.
[52] Osterhammel 2009, S. 366
[53] Osterhammel 2009, S. 399
[54] Tocqueville zit.n. Wilhelm Treue et al., Quellen zur Geschichte der industriellen Revolution, Göttingen 1966, S. 126ff.
[55] Paulinyi 1989, S. 210ff.
[56] Paulinyi 1989, S. 213
[57] Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Barmen 1845, S. 137f.
[58] Paulinyi 1989, S. 213f.; Flurin Condrau, Die Industrialisierung in Deutschland, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S. 66:
„Frauen wurden, auch gerade dank der geschlechtsspezifisch diskriminierenden Löhne, in besonderer Weise als solche rekrutiert.“
[59] E. P. Thompson: Zeit, Arbeitsdisziplin und Industriekapitalismus. In: Ders. Plebeische Kultur und moralische Ökonomie. Ullstein, Berlin
1980, S. 34ff.
[60] Lothar Roos: Eintrag Soziale Frage. In: Georg Enderle et. al. (Hrsg.): Lexikon der Wirtschaftsethik. Herder, Freiburg 1993, Sp. 969.
Industrielle Revolution 23

[61] Pierenkemper 1996, S. 36


[62] Pierenkemper 1996, S. 37
[63] Frank E. Huggett: A Dictonary of British History 1815-1973. Blackwell, Oxford 1974, S. 97-99.
[64] (Wolfram Fischer und Georg Bajor haben sie erstmals in einer deutschen Publikation vorgestellt: Wolfram Fischer / Georg Bajor‚ Die
soziale Frage. Koehler, Stuttgart 1967, S. 51-156.
[65] Ausgelöst wurde die Debatte mit einem Aufsatz von T. S. Ashton aus dem Jahre 1949 („The Standard of Living of the Workers in England,
1790-1830“).
[66] Nardinelli, Clark (2008): Industrial Revolution and the Standard of Living. The Concise Encyclopedia if Economics. (http:/ / www. econlib.
org/ library/ Enc/ IndustrialRevolutionandtheStandardofLiving. html) Dagegen Osterhammel 2009, S. 259, mit Berufung auf Szreter/Money,
Urbanization (1998): „Während der frühen Industrialisierung in Großbritannien, etwa zwischen 1780 und 1850, nahm die Lebenserwartung
zunächst einmal ab und entfernte sich von dem hohen Niveau, das England schon einmal zur Zeit Shakespeares erreicht hatte.“
[67] Osterhammel 2009, S. 259
[68] Paulinyi 1989, S. 214
[69] Clark, Gregory: A Farewell to Alms. A Brief Economic History of the World. Princeton University Press, Princeton 2007, S. 194.
[70] Mokyr, Joel (1999): Editor's Introduction: The New Economic History and the Industrial Revolution. In (Mokyr, Joel, Hrsg.): The British
Industrial Revolution: An Economic Perspective. 2. Auflage. Westview Press, 1999. (http:/ / www. seyan. info/ files/ mokyl introduction. pdf)
[71] Osterhammel 2009, S. 913
[72] Patrick K. O’Brien, Industrialisation, 1998; zit.n. Osterhammel 2009, S. 915
[73] Osterhammel 2009, S. 910f.
[74] Ziegler 2005, S. 5
[75] Maxine Berg, / Pat Hudson, Rehabilitating the Industrial Revolution. In: Economic History Review, 2nd, 45 (1992), S. 24-50; zit.n. Flurin
Condrau, Die Industrialisierung in Deutschland, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt: 2005, S. 23
[76] Max Weber: Asketischer Protestantismus und kapitalistischer Geist. In ders.: Soziologie. Universalgeschichtliche Analysen. Politik., hrsg.
von Johannes Winckelmann, 5. Aufl., Stuttgart 1973, S. 378f.
[77] http:/ / www. bpb. de/ wissen/ NAIUWJ,0,0,Industrielle_Revolution. html
[78] http:/ / www. bpb. de/ publikationen/ 06669054807530959749443523968465,0,0,Das_19_Jahrhundert_2. html
[79] http:/ / www. mlwerke. de/ me/ me02/ me02_225. htm
Quelle(n) und Bearbeiter des/der Artikel(s) 24

Quelle(n) und Bearbeiter des/der Artikel(s)


Industrielle Revolution  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=81255730  Bearbeiter: APPER, Aka, Akermit, Akkarin, Albrecht Jäkel, Alex1011, Alma, Anima, Anneke Wolf,
Arcy, Armin P., Arrai, Augiasstallputzer, Avantix, Avron, B.killinger, BK-Master, BKSlink, BLueFiSH.as, Barnos, Batrox, Baumfreund-FFM, Bdk, Beat22, Befana, Bitteloeschen, Blaubahn,
Bobu, Bonnsen, Boscastle, Bouwe Brouwer, BuSchu, Buergi, Bücherwürmlein, C.Löser, Capaci34, Carol.Christiansen, Casra, Centic, Cethegus, Charmrock, Chrissib1989, Christoph Knoth,
ChristophDemmer, Cjesch, Colman, Comm. makatau, CommonsDelinker, Complex, Crux, Cybercraft, CyborgMax, D, DaB., Darkone, DasBee, Dave81, Dein Freund der Baum, Der.Traeumer,
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w:en:User:William M. Connolley on 13 March 2004. 21:40, 15 March 2004 . . William M. Connolley (Talk) . . 800x600 (94640 bytes) ("Stephensons Rocket" taken in London Science Museum)
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Horsburgh (1828) or R.C. Bell (1872). The original depiction of smith was created in 1787 By w:James TassieJames Tassie in the form of an enamel paste w:Image:Smith medallion
portrait.jpgmedallion. Smith did not usually sit for his portrait, so a considerable number of engravings and busts of Smith were made not from observation but from the same enamel medallion
produced by Tassie, an artist who could convince Smith to sit.
Datei:2005-11 dampfmaschine.JPG  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:2005-11_dampfmaschine.JPG  Lizenz: Creative Commons Attribution-Sharealike 3.0  Bearbeiter:
User:Ziko-C
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The "Cover Texts" are certain short passages of text that are listed, as Front-Cover Texts or Back-Cover Texts, in the notice that says that the Document is released under this License. A Front-Cover Text may be at most 5 words, and a
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PostScript or PDF designed for human modification. Examples of transparent image formats include PNG, XCF and JPG. Opaque formats include proprietary formats that can be read and edited only by proprietary word processors,
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The "Title Page" means, for a printed book, the title page itself, plus such following pages as are needed to hold, legibly, the material this License requires to appear in the title page. For works in formats which do not have any title
page as such, "Title Page" means the text near the most prominent appearance of the work's title, preceding the beginning of the body of the text.
A section "Entitled XYZ" means a named subunit of the Document whose title either is precisely XYZ or contains XYZ in parentheses following text that translates XYZ in another language. (Here XYZ stands for a specific section
name mentioned below, such as "Acknowledgements", "Dedications", "Endorsements", or "History".) To "Preserve the Title" of such a section when you modify the Document means that it remains a section "Entitled XYZ" according
to this definition.
The Document may include Warranty Disclaimers next to the notice which states that this License applies to the Document. These Warranty Disclaimers are considered to be included by reference in this License, but only as regards
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2. VERBATIM COPYING
You may copy and distribute the Document in any medium, either commercially or noncommercially, provided that this License, the copyright notices, and the license notice saying this License applies to the Document are reproduced
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accept compensation in exchange for copies. If you distribute a large enough number of copies you must also follow the conditions in section 3.
You may also lend copies, under the same conditions stated above, and you may publicly display copies.
3. COPYING IN QUANTITY
If you publish printed copies (or copies in media that commonly have printed covers) of the Document, numbering more than 100, and the Document's license notice requires Cover Texts, you must enclose the copies in covers that
carry, clearly and legibly, all these Cover Texts: Front-Cover Texts on the front cover, and Back-Cover Texts on the back cover. Both covers must also clearly and legibly identify you as the publisher of these copies. The front cover
must present the full title with all words of the title equally prominent and visible. You may add other material on the covers in addition. Copying with changes limited to the covers, as long as they preserve the title of the Document
and satisfy these conditions, can be treated as verbatim copying in other respects.
If the required texts for either cover are too voluminous to fit legibly, you should put the first ones listed (as many as fit reasonably) on the actual cover, and continue the rest onto adjacent pages.
If you publish or distribute Opaque copies of the Document numbering more than 100, you must either include a machine-readable Transparent copy along with each Opaque copy, or state in or with each Opaque copy a
computer-network location from which the general network-using public has access to download using public-standard network protocols a complete Transparent copy of the Document, free of added material. If you use the latter
option, you must take reasonably prudent steps, when you begin distribution of Opaque copies in quantity, to ensure that this Transparent copy will remain thus accessible at the stated location until at least one year after the last time
you distribute an Opaque copy (directly or through your agents or retailers) of that edition to the public.
It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an updated version of the Document.
4. MODIFICATIONS
You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections 2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with the Modified Version filling the role
of the Document, thus licensing distribution and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you must do these things in the Modified Version:
• A. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed in the History section of the Document). You may use
the same title as a previous version if the original publisher of that version gives permission.
• B. List on the Title Page, as authors, one or more persons or entities responsible for authorship of the modifications in the Modified Version, together with at least five of the principal authors of the Document (all of its principal
authors, if it has fewer than five), unless they release you from this requirement.
• C. State on the Title page the name of the publisher of the Modified Version, as the publisher.
• D. Preserve all the copyright notices of the Document.
• E. Add an appropriate copyright notice for your modifications adjacent to the other copyright notices.
• F. Include, immediately after the copyright notices, a license notice giving the public permission to use the Modified Version under the terms of this License, in the form shown in the Addendum below.
• G. Preserve in that license notice the full lists of Invariant Sections and required Cover Texts given in the Document's license notice.
• H. Include an unaltered copy of this License.
• I. Preserve the section Entitled "History", Preserve its Title, and add to it an item stating at least the title, year, new authors, and publisher of the Modified Version as given on the Title Page. If there is no section Entitled
"History" in the Document, create one stating the title, year, authors, and publisher of the Document as given on its Title Page, then add an item describing the Modified Version as stated in the previous sentence.
• J. Preserve the network location, if any, given in the Document for public access to a Transparent copy of the Document, and likewise the network locations given in the Document for previous versions it was based on. These
may be placed in the "History" section. You may omit a network location for a work that was published at least four years before the Document itself, or if the original publisher of the version it refers to gives permission.
• K. For any section Entitled "Acknowledgements" or "Dedications", Preserve the Title of the section, and preserve in the section all the substance and tone of each of the contributor acknowledgements and/or dedications given
therein.
• L. Preserve all the Invariant Sections of the Document, unaltered in their text and in their titles. Section numbers or the equivalent are not considered part of the section titles.
• M. Delete any section Entitled "Endorsements". Such a section may not be included in the Modified Version.
• N. Do not retitle any existing section to be Entitled "Endorsements" or to conflict in title with any Invariant Section.
• O. Preserve any Warranty Disclaimers.
If the Modified Version includes new front-matter sections or appendices that qualify as Secondary Sections and contain no material copied from the Document, you may at your option designate some or all of these sections as
invariant. To do this, add their titles to the list of Invariant Sections in the Modified Version's license notice. These titles must be distinct from any other section titles.
You may add a section Entitled "Endorsements", provided it contains nothing but endorsements of your Modified Version by various parties--for example, statements of peer review or that the text has been approved by an organization
as the authoritative definition of a standard.
You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25 words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only one passage of Front-Cover Text and one of
Back-Cover Text may be added by (or through arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are
acting on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit permission from the previous publisher that added the old one.
The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this License give permission to use their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version.
5. COMBINING DOCUMENTS
You may combine the Document with other documents released under this License, under the terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the combination all of the Invariant Sections of all of
the original documents, unmodified, and list them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice, and that you preserve all their Warranty Disclaimers.
The combined work need only contain one copy of this License, and multiple identical Invariant Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections with the same name but different contents, make the
title of each such section unique by adding at the end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that section if known, or else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in the list of
Invariant Sections in the license notice of the combined work.
In the combination, you must combine any sections Entitled "History" in the various original documents, forming one section Entitled "History"; likewise combine any sections Entitled "Acknowledgements", and any sections Entitled
"Dedications". You must delete all sections Entitled "Endorsements".
6. COLLECTIONS OF DOCUMENTS
You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this License, and replace the individual copies of this License in the various documents with a single copy that is included in the collection,
provided that you follow the rules of this License for verbatim copying of each of the documents in all other respects.
You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually under this License, provided you insert a copy of this License into the extracted document, and follow this License in all other respects regarding
verbatim copying of that document.
7. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS
A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, is called an "aggregate" if the copyright resulting from the compilation
is not used to limit the legal rights of the compilation's users beyond what the individual works permit. When the Document is included in an aggregate, this License does not apply to the other works in the aggregate which are not
themselves derivative works of the Document.
If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document, then if the Document is less than one half of the entire aggregate, the Document's Cover Texts may be placed on covers that bracket the
Document within the aggregate, or the electronic equivalent of covers if the Document is in electronic form. Otherwise they must appear on printed covers that bracket the whole aggregate.
8. TRANSLATION
Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of the Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations requires special permission from their copyright holders,
but you may include translations of some or all Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections. You may include a translation of this License, and all the license notices in the Document, and any
Warranty Disclaimers, provided that you also include the original English version of this License and the original versions of those notices and disclaimers. In case of a disagreement between the translation and the original version of
this License or a notice or disclaimer, the original version will prevail.
If a section in the Document is Entitled "Acknowledgements", "Dedications", or "History", the requirement (section 4) to Preserve its Title (section 1) will typically require changing the actual title.
9. TERMINATION
You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided for under this License. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the Document is void, and will automatically terminate
your rights under this License. However, parties who have received copies, or rights, from you under this License will not have their licenses terminated so long as such parties remain in full compliance.
10. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE
The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the present version, but may differ in detail to address new
problems or concerns. See http:/ / www. gnu. org/ copyleft/ .
Each version of the License is given a distinguishing version number. If the Document specifies that a particular numbered version of this License "or any later version" applies to it, you have the option of following the terms and
conditions either of that specified version or of any later version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If the Document does not specify a version number of this License, you may choose any version
ever published (not as a draft) by the Free Software Foundation.
ADDENDUM: How to use this License for your documents
To use this License in a document you have written, include a copy of the License in the document and put the following copyright and license notices just after the title page:
Copyright (c) YEAR YOUR NAME.
Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document
under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2
or any later version published by the Free Software Foundation;
with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts.
A copy of the license is included in the section entitled
"GNU Free Documentation License".
If you have Invariant Sections, Front-Cover Texts and Back-Cover Texts, replace the "with...Texts." line with this:
with the Invariant Sections being LIST THEIR TITLES, with the
Front-Cover Texts being LIST, and with the Back-Cover Texts being LIST.
If you have Invariant Sections without Cover Texts, or some other combination of the three, merge those two alternatives to suit the situation.
If your document contains nontrivial examples of program code, we recommend releasing these examples in parallel under your choice of free software license, such as the GNU General Public License, to permit their use in free
software.