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D i e St if tu ng ze ic hn et P er s on en und In s ti tut i on e n

au s, d ie sic h d ur ch fr e ie Me in ung s äu s s eru ng und


mut ig e s H and e ln in d er C hr is t enh e it e xp on i er en .

Gottes Liebe ist bunt


M e die nm it te i l un g de r H e r be r t H a a g S t ift u n g für F r e i he it i n de r K ir c he
(L u ze r n, 1 0 . S e pt. 2 0 1 9 )

D e r H e r be r t H a a g P r e i s 2 0 2 0 s te l lt d ie k o n s t r uk t iv e A u s e i na n de r s e tz un g m it s e x ue l -
le r V ie lfa lt i ns Ze n tr u m . D e n P r e is e r ha lte n M e ns c he n , d ie s ic h a lle n Wi dr i gk e ite n
zum Tr o tz z u ih r e r gle ic hge s c h le c ht l ic he n O r ie nt ie r un g be k e nne n bz w. C hr is t in ne n
un d C hr is te n a u ffo r de r n, d ie s zu a k ze pt ie r e n . D ie S t if tu n g s e tz t s ic h da f ür e in , da s s
a lle a u fgr u n d ihr e r M e ns c he n w ür de v o ll a m g e s e l ls c ha ft l ic he n u n d k ir c hl ic he n L e be n
te i l ne hm e n k ö n ne n .
Wir glauben, dass Gott die Menschen vielfältiger geschaffen hat, als viele sich vorstellen
können. Und wir sind überzeugt, dass es den Kirchen schlecht ansteht, Gottes
schöpferische Liebe einzugrenzen. Die Sexualität ist wie das Leben selbst ein Geschenk
des Himmels. Solidarität und nicht Diskriminierung ist darum Christenpflicht.
Mit je 10’000 Schweizerfranken ausgezeichnet werden die Ökumenische Arbeitsgruppe
Homosexuelle und Kirche, die evangelisch-lutherische Pfarrerin Hedwig Porsch aus
Coburg, der lutherischer Theologe Ondrej Prostredník aus Bratislava und der Schweizer
Autor und spirituelle Begleiter Pierre Stutz.

Die Ö k um e ni s c he A r be it s -
gr up pe H o m o s e x ue l l e un d
K ir c he (HuK) wurde 1977 auf
dem Evangelischen Kirchentag
in Berlin gegründet und ist
inzwischen auch auf den
katholischen Kirchentagen
präsent. Sie setzt sich mit dem
Konfliktfeld Homosexualität in
Kirche und Religion fundiert
auseinander und hat dazu schon
viele Grundlagenarbeiten ver-
fasst sowie Aktionen und
Stellungnahmen in der
Vorstand der HuK

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Öffentlichkeit lanciert. Ihre überkonfessionelle Arbeit wird vor allem in Arbeitsgruppen
und in den regelmässigen Frühjahrs- und Herbstagungen vertieft. In der Präambel ihrer
Satzung steht: «Wir verstehen homo-, bi- und heterosexuelles Empfinden und Verhalten
als gleichwertige Ausprägung der einen menschlichen Sexualität. Auch verschiedene
geschlechtliche Identitäten wie die von trans- und intergeschlechtlichen Menschen und
Varianten der Geschlechtsentwicklung nehmen wir als Bereicherung wahr.»

Dr. H e dw i g P o r s c h (geb. 1969) studierte katholische


Theologie und war sechs Jahre als Pastoralreferentin
in der Diözese Würzburg tätig. 2002 kündigte sie ihr
Dienstverhältnis und promovierte zum Thema
«Gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaft im
Diskurs» an der Fakultät für katholische Theologie in
Bamberg. In dieser Zeit arbeitete sie mit Zeit-
verträgen als Gymnasiallehrerin für Katholische
Religionslehre in Nürnberg und engagierte sich im
Queergottesdienst Nürnberg, auf Kirchentagen, mit
Vorträgen und Veranstaltungen für die Anerkennung
von homosexuellen Menschen in der katholischen und
evangelischen Kirche. Nachdem sie in der
katholischen Kirche deutschlandweit keine Festan-
stellung mehr fand und diese zur Bedingung gehabt
hätte, ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu Dr. Hedwig P orsch
verheimlichen, wechselte sie zunächst als Bildungsreferentin in die Evangelisch-
Lutherische Kirche in Bayern. In diese trat sie 2014 über und wurde 2015 zur Pfarrerin
ordiniert. Seitdem wirkt sie als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde
Heiligkreuz im oberfränkischen Coburg. – Hedwig Porsch ist verheiratet mit Sylvia
Gebhart.

Dr. O n dr e j P r o s tr e d ní k (geb. 1963) durchlief die


Ausbildung zum lutherischen Theologen in
Bratislava, Leipzig und Philadelphia (USA) und war
zunächst als Gemeindepfarrer in Pliešovce und
Nitra (Slowakei) tätig, dann beim Lutherischen
Weltbund in Genf und von 2002 bis 2007 General-
sekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen in
der Slowakei. Seine Habilitation verfasste er über
„Die Kirche als charismatische Gemeinschaft nach
1 Kor 12»; von 1999 bis 2018 hatte er den Lehr-
stuhl für Neues Testament an der Evangelisch-
theologischen Fakultät der Comenius Universität in
Bratislava inne und legte seinen Schwerpunkt auf
die ethischen Aspekte des Neuen Testamentes

Dr. Ondrej Pr ostredník 2/4


sowie auf die Ökumene und den interreligiösen Dialog. Zusammen mit anderen
Theologen kritisierte er 2015 die Kirchen der Slowakei wegen ihrer religiösen Intoleranz
und Gegnerschaft gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) und
gegen gleichgeschlechtliche Ehen. Aus diesem Grund entzog ihm die lutherische
Kirchenführung seine Lehrerlaubnis, und infolgedessen erneuerte die Universität seinen
Arbeitsvertrag 2018 nicht mehr. Seither wirkt er als Missionsmitarbeiter der
Evangelischen Kirchgemeinde Bratislava Altstadt und engagiert sich nach wie vor beim
Thema Homosexualität und Kirchen. – Ondrej Prostrednik ist verheiratet und hat mit
seiner Frau Edita drei Kinder.

P ie r r e S t ut z (geb. 1953) ist Theologe und Autor


vieler erfolgreicher Bücher. Er lebt heute mit
seinem Partner in Osnabrück. Nach Tätigkeiten als
Jugendseelsorger und Dozent am Katechetischen
Institut in Luzern legte er 2002 sein Priesteramt in
der Diözese Basel nieder und wirkt seither als
weitherum bekannter spiritueller Begleiter. Zuerst
gestaltete er die Abbaye de Fontaine-André bei
Neuchâtel/CH als «offenes Kloster», seither hält er
im ganzen deutschen Sprachraum Vorträge und
Meditationskurse. Er plädiert für eine lebens-
bejahende Religiosität und eine erotische
Spiritualität und stellt mit der Versöhnung von
Sexualität und Spiritualität die Homosexualität in
den grösseren Rahmen der gegenwärtigen Debatten
um eine Korrektur und Erneuerung der kirchlichen Pierre Stutz
Sexualethik («Deine Küsse verzaubern mich. Liebe
und Leidenschaft als spirituelle Quellen», Freiburg/Br. 2015). – Pierre Stutz ist
verheiratet mit Harald Weß.

Die Leibfeindlichkeit der Kirchen hat den Menschen seit Jahrhunderten unendlich viel
seelisches Leid zufügt. Dies kann kein Preis aufwiegen. Die Preisverleihung wird jedoch
Hoffnung stiften und viele ermutigen, sich ohne Abstriche für Kirchen einzusetzen, die
die menschliche Liebe in all ihren Formen hochachtet.

Die Preisverleihung findet am S o n nta g, 2 9 . M ä r z 2 0 2 0 um 15.30 Uhr im Hotel Schwei-


zerhof in L u ze r n statt (7 Minuten vom HB Luzern). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung
ist nicht nötig.
Im Kontext der Preisverleihung findet am M o nta g, 3 0. M ä r z 2 0 2 0 v o n 1 4 b is 1 7 U h r
im Romerohaus in Luzern ein Dialog des F o r um s für e i ne o f fe ne K a t ho l i zi tä t statt
(www.fokdialoge.org).

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In eigener Sache: Odilo Noti ist ab Mai 2020 neuer Präsident der Herbert
Haag Stiftung f ür Freiheit in der Kirche
Der Stiftungsrat der Herbert Haag Stiftung hat am 6. August 2019 Dr. Odilo Noti zum
neuen Präsidenten gewählt. Der bisherige Präsident Dr. Erwin Koller erreicht 2020 sein
achtzigstes Lebensjahr und hat im Hinblick darauf seinen Rücktritt erklärt. Odilo Noti
gehört ab sofort dem Stiftungsrat an und übernimmt das Präsidium am 1. Mai 2020.
Odilo Noti ist mit der kirchlich-ökumenischen und kulturpolitischen Situation der
Schweiz bestens vertraut und verfügt auch international über ein fundiertes Wissen und
ein breites Netzwerk. In der Öffentlichkeit hat er sich durch ein klares Profil ausgewie-
sen und nicht nur innerkirchliche Ungerechtigkeiten angeprangert, sondern auch immer
wieder die Lage der ökonomisch und gesellschaftlich Randständigen und Entmündigten
reflektiert und ins öffentliche Bewusstsein gebracht.
Odilo Noti wurde am 7. November 1953 in Stalden/VS geboren, besuchte das Kollegium
in Brig und studierte Theologie in Freiburg/CH, Tübingen und Münster. 1994 wurde er
in Freiburg/CH aufgrund seiner Dissertation über das Theorie-Praxis-Problem bei Kant
promoviert.
1982 gründete er den Fachverlag Edition Exodus, der seither rund 200 Titel über die
Theologie der Befreiung, die feministische Theologie und die Geschichte des Christen-
tums herausgebracht hat.
Von 1992 bis zu seiner Pensionierung Ende 2018 war er für die Medien- und Öffent-
lichkeitsarbeit der Caritas Schweiz verantwortlich. 1997 wurde er Mitglied der Ge-
schäftsleitung und war zusätzlich verantwortlich für das Marketing und das Fundraising.
Er vertrat die Caritas u.a. im Stiftungsrat der Stiftung Max Havelaar, in der Medienkom-
mission der Glückskette und in der Mediengruppe der Alliance Sud.

Luzern, 10. September 2019 / Erwin Koller

Hinweise

Rückfragen zur Preisverleihung nimmt gerne Die Koordinaten der Herbert Haag Stiftung
der Präsident der Stiftung entgegen: Herb ert H aag Stiftung fü r Frei heit in d er Kir-
Dr. Erwin Koll er, Staub erb erg strasse 45, che, 6000 Luz ern (oh ne Postfac h)
CH-8610 Uster
Mob: +41 79 247 0225 Gesch äftsfüh rung : Dr. Mi rjam Loos
E-Mai l: erw in.k ol ler@herb erth aag -stiftung.c h Mob: +41 77 530 23 44
E-Mai l: mirj am. loos@herb erth aag -stif-
A b d r u c k f r e i e B i l d e r d e r P r e i s t r a g e n d e n fin- tung.ch
den Si e auf unserer H omepag e:
www.h erb erth aag-sti ftu ng .ch. Websi te: www.h erb erth aag-sti ftu ng .ch

W e i t e r e I n f o r m a t i o n e n si nd zu fin den un ter: Der Sitz der H erbert Haag Stiftung fü r Freih ei t
http s: //w ww.huk .org h ttps: //p ierrestu tz.ch in d er Kirch e ist in Luzern .
und https://ww w.sme.sk /aut/2728/ond rej-
prostrednik

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