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Kapitel 20 Elektronentransport und oxidative Phosphorylierung

Vollständige Oxidation der Glucose durch molekularen Sauerstoff:

C6H12O6 + 6 O2  6 CO2 + 6 H2O

Zuerst werden die Kohlenstoffatome der Glucose oxidiert:

C6H12O6 + 6 H2O  6 CO2 + 24 H+ + 24 e-

Dann wird molekularer Sauerstoff reduziert: 6 O2 + 24 H+ + 24 e-  12 H2O

1. Mitochondrium

Es ist bei Eukarioten der Ort des oxidativen Stoffwechsels. Es enthält Enzyme, die diesen
Prozess katalysieren.
Pyruvat-Dehydrogenase, Enzymes des Citronesäure-Zyklus, Enzyme, die die
Fettsäureoxidation katalysieren, Enzyme und Redoxproteine, die am Elektronentransport und
der oxidativen Phosphorylierung beteiligt sind.

1.1. Aufbau

Sie sind Ellipsoide und etwa so gross wie ein Bakterium ( Durchmesser 0.5 nm, Länge 1 nm).
Es hat eine glatte äussere und eine stark zu Einbuchtungen (Cistae) gefaltete innere Membran.
Das Innere der Mitochondrien, die Matrix, enthält eine hohe Konzentration an Enzymen. Die
innere Membran ist wesentlich proteinreicher als die äussere. Sie enthält ca. 75% Proteine,
welchen den Durchtritt von Metaboliten wie ATP, ADP Pyruvat, Ca+ und Phosphat
kontrolliert. O2 , CO2 und H2O sind frei permeabel.

1.2. Mitochondriales Transportsystem

- Durch die Glycolyse gebildetes NADH aus dem Cytosol muss zur aeroben Oxidation in die
Elektronentransportkette gelangen können.
- In den Mitochondrien produzierte Metaboliten wie Oxalacetat und Acetyl- CoA – Vorstufen
für die im Cytosol stattfindende Glucose- bzw. Fettsäuresynthese - müssen an ihren
jeweiligen Bestimmungsort für weitere Umsetzungen gelangen.
- In den Mitochondrien produziertes ATP muss in das Cytosol gelangen, wo die meisten der
ATP-verbrauchenden Reaktionen ablaufen, während ADP und P i, die Substrate für die
oxidative Phosphorylierung, in die Mitochondrien eintreten müssen.
Der Adeninnucletoid-Carrier katalysiert den Transport von ATP aus der und ADP in die
Matrix. Dabei wird eine negative Ladung mehr exportiert. Der Carriere wird deshalb
elektrogen angetrieben.

1.3. Pi Transport

ATP wird in den Mitochondrien aus ADP + P i erzeugt, aber im Cytosol verwertet. Das im
Cytosol produzierte Pi wird über einen elektroneutralen Pi /H+-Symport, der durch pH
angetrieben wird, in das Mitochondrium zurückgeführt. Der durch redoxgetriebenen
Protonenpumpen entstehende Elektronentransport erzeugt einen elektrochemischen
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Potentialgradienten, welcher neben der Freien Enthalpie für die ATP-Synthese (siehe Punkt 3)
auch für eine genügend hohe Konzentration an ADP und Pi im Mitochondrium sorgt.
Kurz: Pi wird im Cytosol erzeugt und muss für die ATP-Synthese in die Mitochondrienmatrix
transportiert werden. Symport  geschieht zusammen mit H+

2. Die Atmungskette (vier Enzymkomplexe)

Die Atmungskette synthetisiert selbst kein ATP,


sie hat vielmehr die Funktion, den
Elektronenfluss vom NADH bzw. FADH2 durch
oxidation zu molekularen Sauerstoff zu
ermöglichen und diesen grossen Energiesprung
in eine Kaskade kleiner Stufen zu zerlegen. Jede
Stufe ist elektronegativer als die vorhergehende
und oxidiert diese. Das stark elektroneg. O2 Campbell, Seite 187 Abb. 9.13
„zieht“ die Elektronen durch die Reihe. Dadurch
wird die Energie in kontrollierbaren und für die
Zelle verwertbaren Mengen freigesetzt. Die
thermodynamische Effizienz liegt bei ca. 70%
 es geht nur wenig Energie als Wärme
verloren. Die gewonnene Energie wird benötigt
um die H+-Protonen durch die Membran zu
pumpen.

Während des Elektronentransportes in der


Atmungskette wechseln die prosthetischen
Gruppen zwischen dem reduzierten und dem
oxidierten Zustand hin und her, das heisst, sie
nehmen Elektronen auf und geben sie wieder ab.
Prosthetische Gruppen sind Cofaktoren bzw.
Coenzyme, welche sich an das Protein binden
und so die Redoxreaktionen katalysieren weil
das Enzym ohne die Cofaktoren nicht in der
Lage dazu wäre.
Die Elektronen, die den verschiedenen
Substratmolekülen im Verlauf von Glycolyse und Citratzyklus entzogen wurden, werden vom
NADH an das erste Molekül der Atmungskette weitergegeben, welches dadurch reduziert
wird. Bei diesem Molekül handelt es sich um ein Flavoprotein (es trägt ein Flavin-
Mononucleotid (FMN) als prosthetische Gruppe) in der nächsten Redoxreaktion kehrt das
Flavoprotein in den oxidierten Zustand zurück; seine Elektronen wandern zu einen Eisen-
Schwefel-Protein (Fe-S) Abb. Voet Seite 538 das zu einer
Familie von Proteinen mit direkt an Aminosäuren
gebundenen Eisen- und Schwefelatomen gehört. Das Fe-S
gibt die Elektronen an eine Verbindung namens
Ubichinon (Q) weiter. Dieser Elektronenüberträger ist ein
Lipid und damit als einziges Glied der
Voet, Seite 538, Elektronentransportekette kein Protein. Er hat die Aufgabe
eines mobilen Elektronentransporteres zwischen
Enzymkomplex I (=NADH-Coenzym-Q-Reductase) und
III (=Coenzym-Q-Cytochrom-c-Reductase).
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Die Elektronenüberträger von Komplex III, mehrere


unterschiedliche Cytochromtypen, sind überwiegend
Proteine aus der Familie der Cytochrome (Cyt). Ihre
prosthetische Gruppe, Häm genannt, besteht aus vier
organischen Ringen, die um ein einziges Eisenatom
herum angeordnet sind. Das Fe wechselt zwischen
oxidiert und reduziert (Fe II und Fe III).
Voet, Seite 542

Sie ähnelt der eisenhaltigen prosthetischen Gruppe des


roten Blutproteins Hämoglobin. Das Eisen transportiert
jedoch keinen Sauerstoff, sondern Elektronen. Ein
weiterer mobiler Elektronentransporter, das Cytochrom
c, überträgt die Elektronen auf den vierten
Enzymkomplex. Komplex IV (=Cytochrom-c-Oxidase) enthält sowohl Hämgruppen als auch
Kupferionen und oxidiert das Cytochrom c. Sein letztes Enzym, das Cytochrom a 3, überträgt
seine Elektronen dann auf den Sauerstoff, der ausserdem aus der umgebenden Lösung noch
zwei Protonen aufnimmt so dass Wasser entsteht. (Für jeweils zwei NADH-Moleküle wird ein
O2-Molekül in Verbindung mit vier Protonen zu zwei Wassermolekülen reduziert.)

Ohne den stark elektronegativen Sauerstoff, der die Elektronen durch die Atmungskette auf
ein niedrigeres Energieniveau zieht, kommt die oxidative Phosphorylierung (ATP-Synthese)
zum Erliegen.

Enzymkomplex II (=Succinat-Coenzym-Q-Reduktase)

Eine weitere Quelle für Elektronen für die Atmungskette ist FADH 2, neben NADH das zweite
Reduktonsäquivalent aus dem Citratzyklus. FADH2 schleust seine Elektronen über Komplex
II (Fe-S) auf einem niedrigeren Energieniveau in den Elektronentransport ein, als das NADH.
Infolge liefert die Atmungskette etwa einen Drittel weniger Energie für die ATP-
Synthese, wenn der Elektronendonor nicht NADH sondern FADH2 ist.

Übersicht:

Komplex I: Grösster Proteinkomplex in Mitochondrien, ca. 4 Polypeptide, 850 kDa.


Coenzyme: Eisen/Schwefel Cluster (Fe-S), FMN und CoQ die letzteren zwei
bilden eine Art Schaltstelle für die Weitergabe von Elektronen.
Komplex II: ist sowohl Teil des Citratcyclus wie der Atmungskette. Elektronen von Succinat
werden auf kovalent gebundenes FAD übertragen  FADH2. Von dort werden
sie in den Elektronentransport eingeschleust und fliessen über drei Fe-S –
Cluster auf CoQ Ubichinon. Bei dieser Elektronenübertragung wird keine
Energie frei, um Protonen durch die Membran zu transportieren.
Komplex III: Elektonen werden von Ubichinonpool übernommen hintereinander auf drei
Cytochrom c übertragen. Cytochrome sind redoxaktive Proteine mit
Hämgruppen deren Fe während des Elektronentransportes zw. Fe(II) und
Fe(III) hin- und herwechseln.
Komplex IV: 4 Elektronen werden vom Cytochrom c ausgeliefert und dazu benutzt, um O 2
und 2 H2O zu reduzieren.

Redoxzentren der Atmungskette: FMN, CoQ, Cytochrome und Eisen-Schwefel-Cluster


2.1. Wie gelangt das NADH durch die innere Mitochondrienmembran in die Matrix?
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Cytoplasmatische Shuttle-Systeme „transportieren“ NADH durch die innere


Mitochondrienmembran

Das durch die Glycolyse erzeugte NADH muss vom Cytosol in die Mitochondrienmatrix
transportiert werden. Die Innere Mitochondrienmembran enthält kein Transportprotein für
NADH, deshalb wird es durch ein raffiniertes Shuttle-System in das Mitochondrium
transportiert. Die Elektronen des NADH aus dem Cytosol werden dabei in den
Mitochondrien auf NAD+ übertragen.

2.2. Genauere Betrachtung

Der Malat-Aspartat-Shuttle
transportiert in 3 Schriten die
Elektronen des cytsolischen
NADH zum mitochondrialen
NAD+.

1. NADH wird unter Einwirkung


von Malat-Dehydrogenase
(reduziert Oxalacetat zu Malat) Voet, Seite 531, Abb. 20-7
oxidiert.
2. Der Malat/-Ketoglutarat-Carier
transprotiert das in Reaktion 1
gebildete Malat im Austausch
gegen -Ketoglutarat in die Matrix
3. In der Matrix wird NADH aus
NAD+ regeneriert (reduziert),
wobei Malat durch die Malat-
Dehydrogenase zu Oxalacetat
oxidiert wird.

In weiteren 3 Schritten wird das cytosolische Oxalacetat regeneriert.

4. Mitochondriales Oxalacetat wird durch eine Transminase in Aspartat überführt, wobei


gleichzeitig Glutamat zu -Ketoglutarat umgesetzt wird.
5. Asüartat wird – im Austausch gegen cytosolisches Glutamat – durch den Glutamt/Aspartat-
Carrier aus der Matrix in das Cytosol transportiert.
6. Das Apartat wird im Cytosol duch eine Transminase wieder in Oxalacetat überführt, was
mit der Umwandlung von -Ketoglutarat gekoppelt ist.

2.3. Thermodynamik des Elektronentransportes

Die Oxidation von 1 mol NADH durch O 2 (Sauerstoff entzieht dem NADH die e-) ist unter
biochemischen Standardbedingungen mit der Freisetzung von 218 kJ Freier Enthalpie
verbunden, also stark exogen, vergleichbar mit einer Knallgasexplosion

NAD+ + H+ + 2e-  NADH -0.315 V E0’


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½ O2 + 2 H+ + 2e-  H2O +0.815 V E0’

½ O2 + NADH + H+  H2O + NAD+ +1,13 V  E0’

Mit  G0’ = - n * F *  E0’ erhält man  G0’ = -2 * 96 * 1.13 = -218 kJ/Mol

n = Anzahl der übertragnen Elektronen F = Faraday’sche Konstante 96 kJ/V * Mol

Die Frei Standardenthalpie die für die Synthese von 1 mol ATP aus ADP + Pi nötig ist, beträgt
30,5 kJ mol-1. Die Freie Standardenthalpie der Oxidation von NADH durch O2 (Atmungskette)
reicht deshalb bei einer Kopplung an die ATP-Synthese für die Bildung mehrerer Mol ATP.

3. Chemiosmose Campbell, Seite 189, Abb. 9.14

Die vier Enzymkomplexe sind Protonenpumpen welche H+ Ione in den Intermembranraum


pumpen.
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Sie koppelt den Elektonentransport an die ATP-Synthese. Die ATP-Synthese nutzt die Energie
eines vorhandenen elektrochemischen Gradienten und treibt damit die Synthese von ATP aus
ADP an. Bei den Ionen, deren Konzentrationsgradient die oxidative Phosphorylierung
antreibt, handelt es sich um Protonen, das heisst, die Energie für die ATP-Synthese stammt
aus einem Unterschied in der H+ -Konzentration beiderseits der Mitochondrien-
Innenmembran. Man kann sich diesen Gradienten auch als pH-Unterschied vorstellen.(
Auch Erhöhung der Acidität im Intermembranraum treibt ATP-Synthese an.) Die im
elektrochem. Gradienten verborgene Freie Enthalpie wird als protonenmotorische Kraft,
welche ATP-Synthase antreibt, bezeichnet.
Die Komplexe I, III und IV der Atmungskette sind Energieumwandler, die den exergonischen
Elektronenfluss dazu nutzen um H+ durch die Membran von der Matrix in den
Intermembranraum zu pumpen. Das H+ diffundiert seinem eigenen Konzentrationsgefälle
folgend zurück durch die Membran. H+-Protonen passieren die Membran durch einen Kanal
im Enzymkomplex (gleichzeitig werden Pi in die Matrix transportiert), und dieser arbeitet wie
eine Mühle, die mit dem exergonischen Fluss von H+ die ATP-Synthese antreibt. Die H+
passieren diesen Kanal im Austausch mit Ca+-Ionen (=Antiporter).
Die Redoxreaktionen der Atmungskette sind also über den H+ -Gradienten an die ATP-
Synthese gekoppelt = Chemiosmose

Um ein Molekül ATP zu synthetisieren werden im Durchschnitt 2 – 3 H+ –Protonen benötigt.


Dies entspricht ca. 40 – 50 kJ mol-1 Freier Enthalpie.

3.1. Zwei Mechanismen für den Protonentransport:

3.1.1. Redoxschleifen-Mechanismuns

Voet, Seite 547 Abb. 20-23

Die Redoxzentren in der Elektronentransporterkette nehmen bei der Reduktion gleichzeitig H+


und e- von der Matrixseite der Membran auf. Bei der anschliessenden Reoxidation (wie wir
wissen, werden die Elektronen durch Abwechslung von Reduktion und Oxidation der
Redoxzentren weitergeleitet) dieses Enzyms durch das nächste Zentrum der Kette würde H +
im Intermembranraum freigesetzt und die Elektronen gleichzeitig zurück auf die Matrixseite
übertragen. Dieser Mechanismus ist jedoch noch nicht ganz bestätigt.
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3.1.2. Protonen-Pump-Mechanismus

Er beruht darauf, dass eine Reduktion und eine


Änderung des pK-Wertes eine
Konformationsänderung der Proteinkomplexe
herbeiführen. Die Lage der Aminosäureseitenketten
wechseln zwischen der innern und der äusseren
Membranseite hin und her. An jeder H- Voet, Seite 548, Abb.20-25
Translokationsstelle werden auf der Matrixseite der
Membran n Protonen an Aminosäureseitenketten
gebunden. Die Reduktion bewirkt eine
Konformationsänderung, die die pK-Werte dieser
Seitenkette senkt und sie zu Intermembranraum hin
exponiert, wo die Protonen abdissozieren.

4. Die ATP-Synthese

Bei der ATP-Synthese werden die H+-Protonen durch das F0F1-ATPase Protein transportiert
und dabei das Pi an das ADP angehängt. Der Proteinkomplex F 0F1-ATPase hat die Form einer
Hantel und ist das komplizierteste Molekül in der inneren Mitochondrienmembran. Die zwei
funktionellen Einheiten, F0 und F1 bestehen aus mehreren Untereinheiten. F0 ist ein
wasserunlösliches Transmembranprotein das mit seinen Untereinheiten den Protonenkanal
bildet. F1 ist ein wasserlösliches peripheres Protein, welches mit seinen Untereinheiten die
ATP-Phosphoanhydridbindung katalysiert.
Die F0F1-ATPase wird durch Konformationsänderung angetrieben, ähnlich wie die
Protonenpumpen in der Atmungskette. Die F 1-Untereinheiten beginnen sich durch das
translozieren der Protonen zu drehen. Die ATP-Synthese verläuft in drei Stufen:

Voet, Seite 552, Abb. 20-29

ATP, ADP und Pi werden durch Nucleotide an die Untereinheiten gebunden.

Der elektrochem. Gradient baut sich so lange auf, bis die Freie Enthalpie, die für den
Transport von H+ gleich der Freien Enthalpie des Elektronentransportes ist.; dann muss der
Elektronentransport zum Erliegen kommen. Erst die ATP-Synthese ermöglicht durch den
Abbau des elektrochem. Gradienten ein Fortdauern des Elektronentransportes.
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4.1. Entkopplung der oxidativen Phosphorylierung

Viele Verbindungen können die eng miteinander verknüpfte Atmungskette und ATP-Synthese
voneinander entkoppeln. Das bedeutet, dass sich der H+-Gradient auf- und abbauen kann ohne
dass die ATP-Synthese aktiv ist.
Die Substanzen in der Mitochondrienmatrix sind sogenannte protonentransportierende
Ionophoren und erhöhen die Permeabilität für H+ in der Matrixmembran. So wird die
oxidative Phosphorylierung abgekoppelt, da nun ein Weg für die Dissipation des
elektrochemischen Protonengradienten zur Verfügung steht, der unabhängig ist von der ATP-
Synthese.
Im braunen Fettgewebe dient die Entkopplung, kontrolliert durch Hormone, zur
Wärmeerzeugung. Bei Säugern im Winterschlaf oder bei neugeborenen Säugern, z.B. dem
Menschen, sorgen solche Fettgewebe für eine „biologische Heizung“ ohne, dass dabei eine
Muskelkontraktion stattfindet. Die Mitochondrien im braunen Fettgewebe enthalten ein
spezielles „Entkopplungs-Protein“. Dieses wird durch Fettsäuren aktiviert.

4.2. Kontrolle der ATP-Produktion

Erwachsenen Menschen brauchen etwa 7000 kJ an Energie pro Tag. Dies entspricht der
Freien Enthalpie der Hydrolyse von mehr als 200 mol ATP zu ADP und Pi.
Weil wir bei Anstrengung bis zu 100 mal mehr ATP verbrauchen, als im Schlaf, wird genau
kontrolliert, dass nur gerade so viel ATPwie nötig ist, hergestellt wird. Normal wird ca. 50 –
100 kg ATP umgesetzt pro Tag. Bestimmte Enzyme können in die Atmungskette eingreifen
und hemmen so die ATP-Produktion.

4.3. Bilanz der ATP-Bildung

Pro Glucose können maximal 38 ATP Moleküle synthetisiert werden.

Campbell, Seite 190, Abb. 9.15


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Aerobe ATP-Produktion ist um das 19-fache effizienter als anaerobe ATP-Produktion.


Aus der anaeroben ATP-Produktion gehen nur 2 ATP Moleküle hervor.

Überblick:

Die dritte Komponente der Zellatmung, die Atmungskette, nimmt die Elektronen von den
Abbauprodukten aus den beiden ersten Vorgängen auf (in der Regel auf dem.Weg über
NADH) und gibt sie von einem Enzymkomplex zum nächsten weiter. Am Ende der Kette
verbinden sich die Elektronen mit Protonen und molekularem Sauerstoff zu Wasser (siehe
Abbildung 9.5). Die auf den einzelnen Stufen der Atmungskette freiwerdende Energie wird in
einer Form gespeichert, welche die Mitochondrien zur Herstellung von ATP verwerten
können-. Diese Art der ATP-Synthese nennt man oxidative Phosphorylierung, weil sie von
den Redoxreaktionen angetrieben wird, die Elektronen von den Betriebsstoffmolekülen auf
Sauerstoff übertragen.
Elektronentransport und oxidative Phosphorylierung finden an der inneren
Mitochondrienmembran statt (siehe Abbildung 7.18). Durch die oxidative Phosphorylierung
entstehen fast 90 Prozent des gesamten bei der Zellatmung gebildeten ATP. Eine geringere
Menge entsteht unmittelbar bei einigen Reaktionen der Glycolyse und des Citratzyklus durch
einen Mechanismus, den man als Substratkettenphosphorylierung bezeichnet.