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Vorkurs UZH 2014

Mathematik Rechenfertigkeiten
Übungen Donnerstag

Dr. Dominik Tasnady, Mathematik Institut, Universität Zürich


Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich
Erstellt von Dr. Irmgard Bühler (Überarbeitung: Dr. Dominik Tasnady)

14. August 2014


Übungen Donnerstag Vorkurs UZH

1 Kurvendiskussion
1. Diskutieren Sie die Graphen (Nullstellen, Extrema, Bild):

• x 7→ x2 − x − 2,
• x 7→ x3 − x2 ,
• x 7→ |x2 + 9x − 36|

2. Bestimmen Sie die Extrema:

• x 7→ x2 − 2x + 3,
x
• x 7→ 2 ,
x +1
• x 7→ (x − a)4 .

3. Wo liegen bei nachfolgenden Funktionen die absoluten und die lokalen Extrema?

• 3x2 − x3 auf dem Intervall [−3, 5]


• t(t − 5)2 auf dem Intervall [0, 4]
x
• auf dem Intervall (−1, 2)
x+1
• cos(x) auf dem Intervall [−π, 12]

4. Diskutieren Sie die Graphen anhand von

(1) Definitionsbereich
(2) Polstellen (Was passiert in den Definitionslücken?)
(3) Nullstellen
(4) Asymptote (Was ist lim f (x) ?)
x→±∞

(5) Extrema

und zeichnen Sie den Graphen auf.


1
• x 7→ ,
1 + x2
x2 + 2x + 1
• x 7→ ,
2x
5
• x 7→ .
(2x + 1)2

5. Bestimmen Sie die folgenden Grenzwerte:


xn − 1
• limx→1 , wobei n, m ∈ N \ {0},
xm − 1

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1 − cos(2x)
• limx→0 .
1 − cos(x)
6. * Welche Polynomfunktion dritten Grades besitzt einen Graphen, der symmetrisch ist
zum Nullpunkt und im Punkt (−2, −4) ein lokales Minimum annimmt?

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2 Optimieren
1. Von einem rechteckigen Stück Karton mit den Seitenlängen a und b wird an jeder Ecke
ein Quadrat mit der Seitenlänge x weggeschnitten. Durch Auffalten der vorstehenden
Rechtecke lässt sich aus dem Reststück eine oben offene Schachtel bilden. Für welches x
hat die Schachtel maximales Volumen, wenn

(1) a = b = 12 cm
(2) a = 15 cm und b = 24 cm
(3) a, b allgemein

2. Zerlegen Sie eine reelle Zahl a so in zwei Summanden a1 und a2 , dass deren Produkt
möglichst gross wird!

3. Ein Stück Draht wird in zwei Teile zerschnitten. Aus dem einen wird ein Quadrat, aus dem
anderen ein Kreis geformt. Wie muss man schneiden, damit die Summe der Flächeninhalte
der beiden Figuren

(1) minimal
(2) maximal

wird?

4. Ein Landwirt möchte angrenzend an seine Scheune mit einer Längswand von 12 Meter
ein rechteckiges Stück Land einzäunen, wobei er die Wand mitbenutzen will. Er verfügt
über a Laufmeter Zaunmaterial und möchte die eingezäunte Fläche so gross wie möglich
machen. Wie hängt der maximal mögliche Flächeninhalt von a ab? Gib eine formelmässige
und eine graphische Darstellung an. Wie ist der Zaun anzulegen für a = 16m, a = 30m
oder a = 40m?

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5. * Fermatsches Brechungsgesetz, auch ”Gesetz von Snellius”: Ein Lichtstrahl vom


Punkt P zum Punkt Q schlägt stets den zeitkürzesten Weg ein. Der Lichtstrahl überquere
dabei die Grenze zwischen zwei Materialien. Dabei seien die Lichtgeschwindigkeiten im
oberhalb bzw. unterhalb der Materialgrenze gelegenen Medium durch c1 und c2 gegeben.
Leiten Sie eine Beziehung her zwischen α, β, c1 und c2 .

Abbildung 1: Snellius

6. * ‘Maximum Likelihood’ Schätzungen: Man wirft einen unfairen Würfel n mal und
wirft dabei m Mal eine Sechs. Aus diesem Ergebnis möchte man die Chance auf eine
Sechs bei einmaligem Werfen schätzen. Ist diese Chance p, so ist die Wahrscheinlichkeit,
bei n Mal werfen m Sechsen zu werfen, gleich
 
n m
p (1 − p)n−m
m

(die Binomische Verteilung). Bestimmen Sie p so, dass diese Wahrscheinlichkeit am gröss-
ten ist.

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3 Folgen
1. Berechnen Sie die ersten fünf Glieder der nachstehenden rekursiv definierten Folgen.

• an+1 = 2an + 3, a1 = 1
• an+1 = 3an + 3n , a1 = 0
• an+2 = an+1 · an − n, a1 = 2, a2 = 1

2. Bestimmen Sie einige Glieder der nachstehenden Folgen und untersuchen Sie, ob die
Folgen beschränkt, wachsend oder fallend sind.
n2
• an =
n+1
(−1)n
• an =
√ n
• an = 2
n

n2
• an = n
2
3. Suchen Sie ein Bildungsgesetz und eine Formel für das allgemeine Glied nachstehender
Folgen. Welche der Folgen sind beschränkt, welche wachsend, welche fallend? Welche
arithmetisch oder geometrisch?

• 5, 12, 19, 26, 33, 40, . . .


• 1, 2, 4, 7, 11, . . .
• 4, 8, 16, 32, 64, 128, . . .
• 1, 2, 6, 24, . . .
1 2 3 4
• , , , ,...
2 3 4 5
4. Welche der folgenden Folgen sind beschränkt, wachsend oder fallend?

• a1 = 1, an+1 = 3an − 1
• b1 = 1, b2 = 2, bn+1 = 2bn − bn−1

5. Schalten Sie zwischen 48 und 243 drei Zahlen so ein, dass

(a) eine geometrische Folge mit fünf Gliedern entsteht,


(b) eine arithmetische Folge mit fünf Gliedern entsteht.

6. * Wir betrachten die Folge an = q n . Untersuchen Sie mit konkreten Zahlenbeispielen die
Konvergenz der Folge für die Fälle:

q > 1, q = 1, 0 < q < 1, −1 < q < 0, q = −1, q < −1.

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4 Reihen
1. Berechnen sie die folgenden endlichen Summen.
5
P
• 3n
n=1
P4 1

n=3 2
n

500
P
• 1+n
n=0
5
P
• 300
n=1

2. Berechnen sie die folgenden Summen bis zum 100–sten Glied.

• 5, 15, 45, 135, 405, . . .


• 2, 4, 8, 16, 32, 64, . . .

3. Bestimmen Sie die Summe der folgenden unendlich geometrischen Reihen:


1
• 1+ + ...
2
1 1
• − + ...
5 10
4. Gegeben ist eine geometrische Folge (a0 , a0 q, a0 q 2 , . . .) durch s3 = 175 und a4 +a5 +. . . =
81. Gesucht sind a1 und a5 .

5. * Behauptung 0.9 = 1. Beweisen Sie mit Hilfe einer unendlichen geometrischen Reihe.
∞ 1
6. * Zeigen Sie, dass die harmonische Reihe divergiert.
P
n=1 n
Hinweis: Beweisen Sie die Ungleichung

1 1 1 1
+ + ...+ >
n+1 n+2 2n 2

und leiten Sie daraus die Divergenz der harmonischen Reihe her.

7. * Eine punktförmige Schnecke kriecht auf einem 1 m langen Gummiband mit einer kon-
stanten Geschwindigkeit von 5 cm/h. Am Ende der ersten und jeder weiteren Stunde wird
das ganze Band homogen um jeweils einen Meter gedehnt. Wird die Schnecke in endlicher
Zeit das rechte Ende erreichen, wenn sie zu Beginn der ersten Stunde am linken Ende
startete?

8. *Koch-Kurven (Helge von Koch, schwedischer Mathematiker)


Ein Quadrat der Seitenlänged 1 wird durch Ergänzung von kleineren Quadraten nach

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jedem Iterationsschritt zu einer neuen Figur. (Siehe Abbildung!)


Interessante Fragen (zuerst schätzen, dann berechnen):

(a) Wie gross ist der Flächeninhalt der Grenzfigur?


(b) Wie gross ist der Umfang der Grenzfigur?

Hinweis für die Berechnung: Konzentrieren Sie sich zunächst auf eine Seite des Quadrats
und fügen Sie dann den Faktor 4 hinzu. Bestimmen Sie den Faktor q falls eine geometrische
Folge vorliegt; resp. das Konvergenzverhalten, falls eine beliebige Folge vorliegt.

Abbildung 2: Koch-Kurven