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Über dieses Buch

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Bayer. Staatsbibliothek

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Martin Luther,

9 d er

die Weihe der Kraft.

Martin Luther, 9 d er die Weihe der Kraft.

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»Asº Mºss

Ein ue te Hug i t un er Hott!

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Martin Luther,

oder

Die Weihe der Kraft.

-<K-KASA-KAS SPS

Eine Tragödie,

V 01 U

Weihe der Kraft. -<K-KASA-KAS SPS Eine Tragödie, V 01 U Es oll aber ein Bi choff

Es oll aber ein Bi choff

un träflich eyn Gines Weibes

ULM .

1.Ep.Pauli an den

Timotheus. Kap5, W.2.

OOOOO

bei Johann

B erlin,

Saniel

18 O7.

Sander.

eyn Gines Weibes ULM . 1.Ep.Pauli an den Timotheus. Kap5, W.2. OOOOO bei Johann B erlin,

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S.

B tBLIOTHECA

REG IA.

NHÖNACE NSIS

" ------------

.--*

Es ersche Sta Tsbibliothek München

\.

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P

e r o

n

e

n.

Karl der Fünfte, Römi cher Kai er und König von

Spanien.

Albert von Brandenburg, Churfür t, Erzbi choff

von

Mainz und Magdeburg, und Kardinal.

Friedrics

der Wei e, Churfür t von Sach en,

Joachim,

Churfür t von Brandenburg.

Herzog Erich von Braun chweig.

Herzog Georg von Sach en.

Markgraf Albrecht von Brandenburg, Hochmei ter des

Deut chen Ordens,

Kardinal Aleander, päb tlicher Legat, Ritter Franz von Wilden eck.

-

Du Bo u, des Kai ers lu tiger Rath, Mitglied des Kle

vi chen Gecke nordens.

Spalatinus, Churfür tlich Säch i cher Kanzler,

Graf von Stollberg-Wernigerode. Ritter Karl von Dalberg. Hans Fugger, ein Augsburgi cher Handelsmann.

cher Kanzler, Graf von Stollberg-Wernigerode. Ritter Karl von Dalberg. Hans Fugger, ein Augsburgi cher Handelsmann.

Dºktor Martin Luther, Profe or in Wittenberg. Hans Luther, ein Bergmann, ein Vater,

Grete, de en Frau.

Magi ter Philipp Melanchthon, Profe or in Witten

berg.

Theobald, Luther's Famulus, ein ftinfzehnjähriger Knabe? Hubert, ein Bergknappe, ehmahls Melanchthon's Fammlns.

Ein

Churfür tlich Säch i cher Rath.

Ein Schreiber.

Beichtvater der Augu tiner Nonnen,

Klara, Aebti in des Augu tiner-Nonnenklo ters, Katharina von Bora, eine Nonne.

There e, deren Pflegetochter, ein neunjähriges Mädchett.

Ein Prie ter.

Der Gei t der Eli abeth, Cotta's Weib und Luther's

Erzieherin.

Reichstagsmar chall, ein kai erlicher Herold, Deut che Für ten, Deut che und Spani che Ritter, Rei ige und Edelknaben, Gei tliche von mehreren

Orden Bürger, Studenten, Bergleute, Non

Me M, Volk, Knaben uud Mädchen,

ige und Edelknaben, Gei tliche von mehreren Orden Bürger, Studenten, Bergleute, Non Me M, Volk, Knaben

P

r

o

l

o

g.

-

Wen

ich der Herr zum Streiter auser ehen,

reinen,

Den läßet Er, den Willen ihm zu

Im herben Schmerz zum Leben aufer tehen;

Und daß der Held nicht inke, o

er cheinen

Die Engel ihm, als holde

Freudenblüthen,

Auf daß er kann den Streit im

Frieden

einen,

*

-

*

-

inke, o er cheinen Die Engel ihm, als holde Freudenblüthen, Auf daß er kann den Streit

-

VI

m

So hat, die Kraft Lutheri zu behüten,

Der Herr durch Dornen ihn und Lu t geführet,

der Feinde wildes

Durch Trüb al

und

Wüthen; Bis, von des Glaubens tarker Hand berühret,

-

Er Gott ge chaut im Flammenbu ch der

Liebe,

Und in der Kun t des Herren Wehn ge

pähre -

Auf daß Euch die es nicht verborgen bliebe,

Will ich die Kunde de en offenbaren,

In Andacht folgend meinem reinen Triebe.

Wir alle haben elber es erfahren,

Wie tief der Men ch und immer tiefer inket,

den Sinn verliert Wahren,

Wenn er

des Ewig- -

elber es erfahren, Wie tief der Men ch und immer tiefer inket, den Sinn verliert Wahren,

freundlich auch ihm

winket,

Ob ewge Liebe

frechen Wahn

ge

nicht, vom

Er ieht ie

blendet,

entgegenblinket.

Sternenflur, die

ihm

Die

ge endet,

chöner Mond,

Kun t, ein

Ihm wird die

als jene Sterne,

kleiner auch

Der, ob er

Erde zugewendet;

er cheint, der

Doch groß

dem Dunkel gerne;

der Men ch

Allein es folgt

Rettungslichter, chauen,

Er will ie nicht,

die

Ferne.

ziehen die in dü tre

Und trauernd

Grauen;

überfällt ein

Nacht, ihn

So wird es

feindlichen Gewalten

pät, die

Es i t zu

dessen

simmeeauen -

Ver chließen ihm

halten,

welchem Stabe oll

er nun ich

An

Rettung finden,

Auf welchem Pfade

oll er

Fin tern

Vor Schlangen,

Tigern, die im

chalten?

Stabe oll er nun ich An Rettung finden, Auf welchem Pfade oll er Fin tern Vor

- VIII -

Dann trauert er und wün cht ich durchzuwinden Zum Vaterhaus, in welchem er gebohren, Und dann erbarmet ich der Herr des

Blinden,

Was in der Nacht des Wahnes er verlohren,

Nach langen Aeng ten

zeigt es

- Me er,

ihm

der

Das Licht, zu de en An chauner erkohren!

Entwürdigt waren auch der Men chen Gei ter,

Als Luther ausge andt, ie zu be iegen,

U d Eig nnutz erhob den Schädel drei ter.

Die Men chheit in ein chändlich Joch zu chmiegen,

Mißbrauchte man des Glaubens Gold ZU

Ketten,

Den Sphärenklang der Kun t, ie einzu

wiegen;

A

Joch zu chmiegen, Mißbrauchte man des Glaubens Gold ZU Ketten, Den Sphärenklang der Kun t, ie

- JX =

Die Kraft ent chlief auf chnöden Schwanen

betten,

Der Lieb' entrang dieSelb t ucht ihreKrone; Es war, chon damahls! Noth, die

Welt zu retten!

Das ah der Herr von Seinem Strahlenthrone,

Erbarmend ob des armen Volkes Quaalen,

Und o prach Er zu Luthern, Seinem Sohne:

* Aus Meinem ewgen Borne fül' zwo Schaalen:

" Die Schaale Zweifel und die Schaal'

» Erkennen,

»Und wärme ie an Meiner stern

; Und, wenn der Men chen Herzen dann ent

- brennen

"Vom Worte, das aus deinem Munde »tönet,

- »Geuß' aus die Strahlen,

Tag von Nacht

2, zu trennen,

ent - brennen "Vom Worte, das aus deinem Munde »tönet, - »Geuß' aus die Strahlen, Tag

- X -.

» Bis daß der Friede dann den Streit ver öhnet,

» Sollt du

das Schwerdt und nicht

die

»Palme bringen, " Durch blutge Dornen wird die Welt

ge

- ,» krönet; »: Und wenn in Zweifelsfluth die Gei ter ringen, »Und der Erkenntniß Feuer ie verzehret, »Dann wird Mein Knecht, das Schick al, »es vollbringen. Wie von der Tennen wird die Spreu gekehret,

Will Jch die Ameishaufen chnell ver

», nichten, Die, Bergen gleich, vom Men chenvolk »verehret;

Zu Mir allein oll ich die Liebe flüchten, Wenn jede fremde Stütze nun ihr chwindet;

Drum will Jch die durch dich zu Grunde », richten.

die Liebe flüchten, Wenn jede fremde Stütze nun ihr chwindet; Drum will Jch die durch dich

am

XI -

»Allein das Licht, das Jch durch dich entzündet,

» Wird ob dem Dunkel herrlich triumphiren,

-, Wenn als Ge ellin ihm die Gluth ver

»bündet;

Und daß du nimmer kann t den Pfad verlieren,

»Will Jch dir Drey von Meinen Engeln

vsten

Durch Engel kann der Men ch die Welt » regieren! So prach der Herr! Und es durchdrang ein

Leben

Die Thronen, Cherubim und Seraphinen,

Die freudig um den Bronn des Lichtes

- chweben!

Der trahlend te von allen Cherubinen, -

Der Glaube, der ein leuchtender Kar

funkel!

Oft dem zertretnen Volk zum Heil er chiener,

te von allen Cherubinen, - Der Glaube, der ein leuchtender Kar funkel! Oft dem zertretnen Volk

(Er leuchtet nur im mitternächtgen Dunkek,

Er zeiget ich den Sehern und den Kindern,

Er glüht in Bildern, flammt im Stern

gefunkel;)

&v,

Der Engel Kun t, der, un re Noth zu lindern,

(Wiewohl ein Für t der Helden und der

Thronen,

Denn nichts kann einen kühnen Aufflug

hindern!)

Herab ich läßt, um unter uns zu wohnen,

Klar, duftend eine Hyacinthenblüthe!

Den Himmel wieder trahlt in Blumen:

kronen;

Der Seraph Reinheit dann, ein Bild der

-

-

Güte,

Der vor dem Chaos noch aus Gott geboren, Auf daß er prie terlich die Gluth behüte;

dann, ein Bild der - - Güte, Der vor dem Chaos noch aus Gott geboren, Auf

a-

XIIH amo

(Er hat ich zum Symbol das Weib erkohren,

Dieweil die Reinheit ich zum Zarten neiget,

Seitdem die Kraft ie, durch die Schuld,

-

-,

verloren!)

Dur de drey: Kun t, Gauben, Rein

heit, zeiget

Sich das My terium dreyeinger Liebe,

-Von dem mein Mund,

mit Scheu und

Demuth, chweiget; Die drey, vereint in ewgem Liebestriebe,

Sie wurden Luthern zum Geleit gegeben, Daß onder Weihe nicht die Kraft ver

bliebe! -

Wie in der Körperwelt organ' chem Leben

Die Elemente jeden Stoff durchdringen, Und ihn in Aether aufzulö en treben:

Körperwelt organ' chem Leben Die Elemente jeden Stoff durchdringen, Und ihn in Aether aufzulö en treben:

- au-

jedes

XYY

-

So im Gemüthe

einge»

ihn verkläret,

Men chen

Dämonen, Engel bis ie

Und er ich ehnt,

zum Licht ich aufzu

chwingen.

Und wie ein jeder Körper wird

verzehret

Vom Element, das ihn zunäch t

berühret,

Und dem Planeten, dem er

zugekehret:

in ich ver pühret

So auch ein jeder Men ch

Den Dämon,

der

ihn

an

das Dunkel

bindet,

Den Engel, der ihn zu der

Klarheit führet.

Doch giebt es Körper, welche

gluthentzündet

(I t der Planet nicht

auch

ein Körper

Und doch

we en,

venAnbeginn dem Lichtverbündet?)

So giebt es Men chen auch, die,

gotterle en,

Wiewohl in Körpersbanden

noch gebunden,

Schon Engel ind von Anbeginn

gewe en.

h e n auch, die, gotterle en, Wiewohl in Körpersbanden noch gebunden, Schon Engel ind von

Und wie,

z-xy =

von Sturm

und Blitz unüber

wunden,

Ein Weltplanet, mag er auch klein er cheinen, Den Raum verziert, regiert des Jahres

Stunden:

So cheinen Kinder auch die tarken, reinen

Colo engei ter, welche Gott ge endet

-

In's Flei ch, um Welt und Schick al zu

- vereinen!

Drum hab' ich vielen treuen Fleiß verwendet, Um Euch in Bildern innlich darzu tellen,

Wie Luther's Kraft von oben ward voll

endet,

Er ollte durch die Gluth die Nacht erhellen,

Dazu ward er von Engeln auferzogen,

Bis eine Gluth gereint in Liebeswellen,

ollte durch die Gluth die Nacht erhellen, Dazu ward er von Engeln auferzogen, Bis eine Gluth

ames

am

Eli abeth"), die ihn zuer t gepflogen Lutheri Keim, die, als er noch ein Knabe,

.

.

Ihn zu ich nahm, ihm mütterlich

gewogen;

Auf daß ich Euch im Zeitendrang al labe,

Mahl ich als Engel ie der reinen Güte :

Im Weibe wohnt die chön te Gottesgabe! Mit reinem Blick und innendem Gemüthe

Schaut an den Knaben, Theobald be

nennet,

Weil bald in ihm erwacht der Gottheit

Blüthe;

Es pielt der Seraph Kun t, daß, wenn ent

-

brennet

Lutheri Kraft aus ihren Gränzen türmet,

Im Flötenton ie Gottes Wehn erkennet.

-

*) Die Ehefrau des Bürgers Cotta zu Ei enach, Luthers

Erzieherin,

"

Im Flötenton ie Gottes Wehn erkennet. - *) Die Ehefrau des Bürgers Cotta zu Ei enach,

--

XVI. --

Doch wenn der Schmerz ich Euch entgegen thürmet,

teh' der Cherub Glauben Euch zur

So

s

Seiten,

Wie er Lutherum und ein Weib be chirmet.

There e nenn' ich ihn, um anzudeuten,

Daß die e Gottesro e ich entfaltet,

Der Liebe Thron im Kelche zu bereiten;

Und als ein Kindlein

hab' ich ihn ge taltet,

Denn kindlich naht er ich dem Kindes inne,

Der noch vom Fro t der Erde nicht erkaltet.

So pflegt There e denn die heil'ge Minne

In Katharinen's jungfräulichem Herzen,

Daß Luther's Kraft durch ie das Heil gewinne; Und wenn die zwey gereint durch bittre Schmerzen,

(Denngoldne Dornen ind derLiebeKronen!)

So flammen ie vereint als Himmelskerzen.

gereint durch bittre Schmerzen, (Denngoldne Dornen ind derLiebe Kronen!) So flammen ie vereint als Himmelskerzen.

- XVIIF w -

Noch könnt' ich nennen Euch die Nachtdämonen, Die, um Lutheri Prüfung zu vollführen,

Jn ihm gewohnt, o wie in Euch ie wohnen;

Doch wird in eigner Bru t ie Jeder pühren,

Und we en Kraft die Klarheit ich errungen, Den kann die Macht des Bö en nicht be

rühren,

Das i t die Weihe, die mein Lied ge ungen,

Die

Die zu erklimmen herrlich ihm gelungen!

fe te Burg, der Luther ich vertraue,

-

Noch i t es Tag nicht, doch der Morgen grauet;

Das ucht' ich Euch zu childern in Ge talten,

Wie mein Gemüth im Glauben ie ge chauet.

Es i t der Kun t geheimnisvolles Walten

Ein Farbenhauch, mit Händen nicht zu fa en;

Denn er zerfließt, wenn Ihr ihn fe t wollt

halten,

Walten Ein Farbenhauch, mit Händen nicht zu fa en; Denn er zerfließt, wenn Ihr ihn fe

-

XIX sm

So mögt ihr darum auch mein Werk nicht

ha en,

Weil Katharinen, Theobald, There en Jch, wie in mir ie lebten, leben la en,

Sey in der Chronik nichts davon zu le en,

Nicht ihr, dem Ruf des Innern muß ich

dienen;

Was im Gemüth gelebt, i t dagewe en!

Sind die e zwey als Engel mir er chienen, Doch la ' ich gern und willig mir's gefallen,

Erblickt Ihr reine Kinder nur in ihnen; Sie elber, möchten ie auf Erden wallen,

Kinder ich zu eyn bedünken,

Sie

lie en

Und hörten

terbend nur dieSphären challen.

Sinnbilder, die im Aether glühn, ver inken,

Sind ie zu duftig für die Weltge chichte

Die Sehn ucht nur vernimmt ihr lei es

Winken,

glühn, ver inken, Sind ie zu duftig für die Weltge chichte Die Sehn ucht nur vernimmt

Doch - wenn

wir uns be ehn beim rechten

Lichte

I t jeder Men ch nicht eines Gottgedanken

Methapher in dem chönen Weltgedichte ?!

Es über pringt die Kun t die engen Santen,

Durch welche We en

und Ge talt Ihr

trennet,

-

Sie kann nicht zwi chen Seyn und Nicht

eyn chwanken.

Symbol i t Alles, was Ihr irrdi ch nennet,

das Ihr doch elb t

verehret, Und Licht i t da, wo Ihr nur Gluth er

Ein Bild des Lichts,

kennet.

Durch's Flei ch i t Liebe bei uns eingekehret;

Nur ihre Flamme kann den Helden tählen,

Ob ie der Mücke Flügel auch ver ehret.

t Liebe bei uns eingekehret; Nur ihre Flamme kann den Helden tählen, Ob ie der Mücke

= XXI -

Ein Sakrament muß Gei t und Leib vermählen; Ward jämmerlich, was göttlich i t, ge

chändet,

Soll Kun t den Jammer denn zum Führer wählen?

Genug! O bleibt nur Ihr mir zugewendet,

Ihr, welche Kun t mit Mutterhänden leitet Zum Lichte, das die Kraft im Schmerze

endet,

-

Und in dem Blüthenkeim den Stern bereitet.

t mit Mutterhänden leitet Zum Lichte, das die Kraft im Schmerze endet, - Und in dem

Er t e r

A

k

Er t e

S c e n e,

Zu Freiberg.

t.

(Die Gezeug trecke eines Bergwerks, in welcher gear beitet wird)

Bergleute, unter ihnen der Steiger und Hubert.

Bergleute ( ingend)

Glück auf! Glück auf!

Wir fördern es herauf

Das blinkende Erz, wir fördern's herauf!

Eine Stimme.

Im Schoße der Erde, da haben.

Es gütige Engel begraben.

Das blinkende Erz, wir fördern's herauf! Eine Stimme. Im Schoße der Erde, da haben. Es gütige

=

2

-

Es ehnt ich, im Lichte zu glühen,

Und dehnt ich mit freudiger Macht!

Chor.

Glück auf! Glück auf!

Wir fördern es herauf

Das blinkende Erz, wir fördern's herauf.

Eine Stimme. Die Wa er, ie wollten's umringen, -

Wir wußten die Wa er zu zwingen.

Dem Muthe muß Seegen entblühen,

Und Leben dem tarrenden

Schacht!

Chor.

Glück auf! Glück auf! Wir fördern es herauf Das blinkende Erz, wir fördern's herauf!

Eine Stimme.

Zwar lauert unten im ewigen Graus

Der blaue Berggei t, und lodert heraus; Doch uns zu tödten hat er nicht Macht!

Das Licht, das tief in der Erden erwacht/

blaue Berggei t, und lodert heraus; Doch uns zu tödten hat er nicht Macht! Das Licht,

-

3

Gebähren nur darf es, nicht tödten die Nacht.

Was till im Innern angefacht,

Nach

Au en glorreich wird's gebracht;

Denn Gottes Engel hüten den Schacht.

Chor.

Sie hüten den Schacht, Sie geben uns Macht,

Zu Tage zu fördern die freudige Pracht.

Der Steiger.

Ja, o ein Lied, es klingt wohl wie ein Schelm tück, Und doch gemahnt mich's fa t wie ein Gebetlein!

Auch geht dabei die Arbeit ra cher fort.

Er ter Bergmann.

Ei das Geleier da, es tört mich nur!

Steiger. Sag's nicht, Gevatter Klaus! Das Liederwe en,

Ich meine, o der Ton, die Melodei, Das thut uns, mein ich, Noth, wie Brodt und

- Wa er. Denn chau wenn ich recht viel zu Tag gefördert

Melodei, Das thut uns, mein ich, Noth, wie Brodt und - Wa er. Denn chau wenn

-

4

º

Und itze Abends o bei meiner Gertraut,

Und meine Buben pielen um mich her,

Und's jüng te Mädel chlummert

Dann chau, Gevatter! wenn So i t mir's

Als ob mir, Gott verzeih's, der liebe Herrgott

Ein Liedlein elber piel' in meiner Bru t.

mir im Arme, - ich auch nicht ing',

doch, als äng mir was im Herzen,

Hubert.

Recht, Vater! wenn es hier nur rein ge timmt, So hört man's wohl auch bei dem Lärm von au en!

Zweiter Bergmann. Sagt doch der wackre Doktor Luther elber:

Wer nicht liebt Wein, Weiber und Ge ang,

Der

bleibt ein Narr ein Lebenlang.

Er ter Bergmann.

Der Doktor Luther? Geht mir doch mit dem !

Mehrere Bergleute.

Er chimpft auf Doktor Luther!

Andre (auf den Er ten eindringend)

! Mehrere Bergleute. Er chimpft auf Doktor Luther! Andre (auf den Er ten eindringend) Unter teh'

Unter teh' dich's!

Er ter Bergmann,

Wer Händel ucht, ich bin dabei!

Der Steiger.

Zum Gukkuk

Mit Eurem Zank! eid till!

Mehrere Bergleute.

Re pekt dem Steiger!

Steiger,

I t's nicht genug, daß o viel Chri tenblut

Um Wort und Satzung jetzt auf Erden fleußt;

Wollt ihr den

Zwi t, den landverderblichen,

*uch noch

in un re tillen Gruben ziehn?

Der arme Friede! nirgends kann er hau en.

Vergönnt ihm die es Grab doch!

Mehrere.

Er hat Recht!

Dritter Bergmann.

*hr Trinkt man in der Schenk 'n Schop

pen Wein, Gleich öau en ie ich um die neue Lehr

Bergmann. *hr Trinkt man in der Schenk 'n Schop pen Wein, Gleich öau en ie ich

Die alten Köpfe wund. Gott ey's geklagt!

Laßt doch

die Schriftgelehrten drum ich balgen!

Was kümmert's uns!

Hubert,

Du

prich t, wie du's ver teh t.

Zur Lehre hat uns Gott den Kopf gegeben;

Und was ein Mann ich Da etzt er fröhlich auch

in den Kopf ge etzt, den Kopf daran

Er ter Bergmann.

Ja,

blieb's bei Männern nur! Die Buben elber,

Die Mägde zanken um die neue Lehr Drei Töchter hab' ich eine geht zur

Me e,

Die zweite nach Wittenberg zum neuen Pfarr,

Die

dritte i t mir gar jetzt fortgelaufen

Zu den Hußiten nach dem Böhmerland. Im Hau e giebt es täglich Zank und Arger, Die Wirth chaft geht zu Grund. Das kommt

heraus!

Zweiter Bergmann. Geht's in ganz Deut chland doch daß Gott erbarm! -

Nur

neulich hört' ich, daß hi pani ch Bolf,

Wie

Bienen chwärm ich an den Grenzen ammle

- Nur neulich hört' ich, daß hi pani ch Bolf, Wie Bienen chwärm ich an den

-

7

-

Die neue Lehr aus Deut chland zu verdrängen.

Auf

un ern Luther i t es auch gemünzt.

Gott

Steiger. trö t' ihn und den gnäd'gen Herrn, den Chur für t!

Dritter Bergmann.

Gebt acht! dem geht es chlimm!

Er ter Bergmann.

Die neue Lehre auch zuer t!

Warum ergriff er

Hubert.

Warum?

Weil er die Kai erkrone nicht ergriff,

Die ihm geboten ward nach Marens Tode;

Weil heil'ge Sehn ucht ihm die Bru t ergriff;

Weil

er, ein freigebohrner deut cher Mann,

Die Feßel nicht ertrug, von chnöden Kutten

Und fremden Mantelträgern uns ge chmiedet!

Wer i t im Lande rechtlicher als er, Wer adelicher und von beß'rer Sitte ?

Der Er te wär er, ohne Für tenhut

i m Lande rechtlicher als er, Wer adelicher und von beß'rer Sitte ? Der Er te

8

=-

Ge indel ind wir gegen ihn. Könnt ihr es tragen, daß

Auf deut chem Boden wüthet, Das Wort des Herren chnöd' Den Ablaß euch ver chachert,

Für Wahrheit euch verkauft, Bezahlung nimmt, um elber

Und dennoch der fremde Söldner

daß der Meßpfaff euch vorenthält, Aberwitz für eure Sünden frech zu ünd gen;

Ertragt ihr's?

Dritter Bergmann. Den laßt gehn, er i t tudiert!

Er lief bei Herrn Melanchthon

durch die Schule!

Hubert.

Ja, wenn ich wacker bin,

Ein Jahr war ich bei ihm

Der Churfür t hatt' ihn eben

verdank' ich's ihm!

als Famulus;

hin berufen

Gen Wittenberg, da dient'

ich treulich ihm,

Und treulich lehrt er mich

mein Innres kennen.

Doch immer zog es mich

zur tillen Heimath,

Zu meiner Väter fröhlichen

Handthierung,

Zum edlen Hättenwerk! An einem

Abend

Saß Doktor Luther neben

Herrn Melanchthon,

Den er fa t täglich heimzu uchen

pflegte.

E
E

-,

9

-

Sie disputirten viel und mancherlei

Was Noth

der Chri tenheit, und daß ein Mann

Uns fehlen thu' in o bedrängten Zeiten, Der viele Guten Einem Zweck vereinend,

Das Leben elber fröhlich wagen möge,

Den Glauben neu zu reinen und die Kraft.

»Was

mein t du, Philipp, wenn " rief Marz

.

tin Luther

Ach,

wir allein?" o eufzte Mei ter Philipp;

Und Luther: Gott mit uns! Gott zwingt den

Teufel!

Mit Men chen nehmen wir es auf. Und wir, Und Tau end, prach Melanchthon, gehn zu Grun

de!

Wir? das bedeutet nichts! doch Tau ende

Und aber Tau end O! muß ich es eyn! ."

So rief Herr Luther, rieb noch eh' ich es

Die Stirne

mit geballter Fau t ich wund,

-

Das Haupt

ge temmt auf einen Ellenbogen,

So tarrt er wild

In dicken Tropfen rann ihm Schweiß herunter.

Mein anfter Mei ter weinte, nahm ein Buch,

Ich glaub', es war der heil'ge Augu tinus,

Las zwei Minuten, küßt es, weinte wieder,

und traurig vor ich hin.

es war der heil'ge Augu tinus, Las zwei Minuten, küßt es, weinte wieder, und traurig vor

Io

So aßen ie wohl eine ganze Stunde, Bedrückt und tumm. Ich tand und weinte auch! Da fuhr Herr Luther auf, als wie vom Traume, Und chrie ein Blick und Ton, wie Blitz und Donner

Ich, chrie er, zündend traf der Schlag! -

,,Ich will's!

Sein Auge fiel, zu brennen chien's auf mich:

Wer i t dein Vater?" frug er halb verwirrt

mich.

Ein Bergmann, würd'ger Herr! Der meine

auch,

Sprach Luther, O, daß ich's nicht auch gewor

den !

Du will t tudieren?" Ja, hochwürd'gerHerr!

Hör, Bruder Philipp, rief Herr Luther chnell. Der Jung' i t wacker laß den Buben ziehn,

Zum ehrlichen Gewerbe. Warum oll er Das Leben ich und Tau enden verbittern,

Um Schaum! Zieh' hin mein Sohn! Gott

ei mit dir!

In deinen Gruben diene friedlich ihm!

Dort pricht er auch! Uns darf t du nicht benei

den!

Sohn! Gott ei mit dir! In deinen Gruben diene friedlich ihm! Dort pricht er auch! Uns

w-

II

=

Da chrieb Melanchthon mir, mein anfter Mei ter, Den Ab chied, küßte weinend mich; am Morgen

Da zoh'n gen Augsburg ie zum Kardinal,

Das Wort des Herren

tig zu verfechten;

Und flugs und fröhlich fuhr ich in den Schacht,

Thu' was ich oll, ertrage,

was ich muß,

Mach' beßer, was ich chlecht gethan,

o hoff' ich

Auf Seeligkeit, auch ohne Buß und Ablaß!

Er ter Bergmann.

Auch ohne Ablaß eelig? Das wär' fein!

Zweiter Bergmann

Hat Gürge nicht die letzte Kuh verkauft?

Das Geld trug er zu den Dominikanern;

Zwar eelig wird er nun,

doch muß er dafür

Mit Weib und ieben Kindern auch verhungern!

Dritter Bergmann. Ohn' Ablaß eelig? Sollt' es möglich eyn! So braucht man's. nicht am Maule abzuknappen, Und hätt' um on t den Himmel obendrein?

Hubert. Das i t's, bei Gott! und wer es anders redet, -

Und hätt' um on t den Himmel obendrein? Hubert. Das i t's, bei Gott! und wer

Bethören will er uns der Lügenbold!

Wie agt der theure Herr Magi ter Philipp?

Für Gold er chließt ich dir der Himmel nicht,

Errungen kann er nur, er kauft nicht werden.

D ein Himmel i t chon hier auf die er Erden

Wenn rein dein Wille, und dein Auge licht!" (Ein vierter Bergmann, der die Grubenleiter herunter klettert)

-

Vierter Bergmann,

Glück zu!

- Alle (durch einander chreiend)

Bi t du von Die Gruben

Sinnen ? will t du uns überm Kopf zu ammen türzen?

Glück r f i t Bergmannslo ung!

Vierter Bergmann.

Nein, Glück zu!

Zu chließt ich neue Hoffnung, neues Glück,

Der Doktor Luther i t im Bann!

Mehrere.

Wie? - Was?

Vierter Bergmann. Ich komm' aus Wittenberg, o eben war

Der Doktor Luther i t im Bann! Mehrere. Wie? - Was? Vierter Bergmann. Ich komm' aus

Ein

Schreiben un ers gnäd'gen Herrn an Luther

Aus Dresden angelangt, er endet ihm

Des Pab tes Bannbull.

Dritter Bergmann. Un er Churfür t elber?

Vierter Bergmann. wackre Herr oll ganz erbittert eyn,

hat Befehl ertheilt, das Nonnen tift

Der

Und

Z" Wittenberg noch heute aufzuheben.

Zweiter Bergmann.

Dem Pab t zum Trotz

gewiß!

Er ter Bergmann.

Er wird's bereun!

Mehrere.

In Bann? Den Treuen!

Vierter Bergmann.

Dort in Wittenberg -

Da uft ein Jammer i t es anzu chaun

Mehrere. In Bann? Den Treuen! Vierter Bergmann. Dort in Wittenberg - Da uft ein Jammer i

-

I4

-

Jetzt alles durcheinander,

Studenten, Handwerksleute

Die Läden ind ge perrt,

Als ei's nun chon mit

Bürger, Bauern,

alles klagt,

die Straßen voll,

Allem Feierabend.

Hubert.

Ja wohl! ein Feierabend un ers

Glücks!

- Vierter Bergmann.

Sie agen gar, der Kardinal Soll un ern Herren zwingen,

Legat ihm den Luther

Als einen Ketzer hin

Um dorten ihn zu braten,

nach Rom zu liefern,

wie den Huß.

Der Steiger.

Und wir wir hokken hier

und hämmern? Fort!

Nach Wittenberg! nun

Dort oben in der Welt (alle Bergleute, außer

laßt die Gruben ruhn!

giebt's mehr zu thun!

dem Er ten und Hubert, klettern

die Leitern hinauf und ver chwinden)

Hubert. Land, o will auch ich

Heinath theilen.

Zieht Luther aus dem

Sein Elend in der frenden

(er klettert hinauf).

) Hubert. Land, o will auch ich Heinath theilen. Zieht Luther aus dem Sein Elend in

Er ter Bergmann (allein) Die tollen Narren! ie gemahnen mich

Fa t wie die Mücken,

die zum Lichte eilen,

Gewiß verbrennen ie die Flügel ich! Nein, lieber will ich hier im Zwielicht weilen,

Man gräbt, man nährt ich, und man i tgeborgen,

Die Liebe Sonn' wird elb t chon Licht be orgen!

(er verliert ich in der Gezeug trecke)

Zwe i t e S c e n e.

Zu Wittenberg.

(Sprachzimmer im Klo ter der Augu tiner-Nonnen. Im

Hintergrunde ein Gitter mit einer Thüre. Durch

das Gitter erblickt man in weiter Entfernung ei:

nen Altar, vor welchem knieende Nonnen, unter

ihnen Katharina von Bora. Man hört ein chwaches Glockengeläute)

Chor der Nonnen (sº) Höre deiner Töchter Chöre, - - -

Un er heißes Flehn erhöre! Mi erere, mi erere,

Mi erere, Kyrie!

-

Höre deiner Töchter Chöre, - - - Un er heißes Flehn erhöre! Mi erere, mi erere,

I6

-

Kanzler Sp a la t in us, ein Rath, ein S chreiber und der Beichtvater der Nonnen, treten im Vorgrunde auf,

Kanzler (zum Beichtvater)

Habt Ihr die Klo terfrauen vorbereitet?

Beichtvater. Sie weichen der Gewalt und flehn zu dem, Der tärken kann, ob auch der Satan tobe!

Kanzler.

Herr Pater, hütet Euch! Der Churfür t i t

Ein gnäd'ger Herr, doch ein gerechter auch,

Der, was er

reif be chloßen, treng vollführt,

und nie ein Spiel mit einem Ent chluß duldet.

Beichtvater.

Behüte Gott! Des Herren Churfür ten Ge trenge Gnaden ind gerecht und Nur daß der Augu tiner uns, der Keber,

Mit Füßen tritt!

-

-

-

.

Kanzler.

Kein Wort mehr Ruft die Nonnen!

(der

-

z geht durch die Gitterthür in die

pelle

tritt! - - - . Kanzler. Kein Wort mehr Ruft die Nonnen! (der - z geht

Ka

Chor der Nonnen ( ingend) Schütze deines Häufleins Ehre, Daß die Welt uns nicht ver ehre!

Mi erere, mi erere,

Mi erere, Kyrie !

-

Schreiber.

Hört! ihr Gebet i t Fluch auf uns.

Der Rath.

-

Wir handeln Nur auf Geheiß des Herrn, als treue Diener;

Wir haben Rückhalt; doch der gnädge Churfür t,

Das Klo ter aufzuheben, ohne Vollmacht

Des heil'gen Stuhl's es überläuft mich kalt!

Viel

Schreiber.

-/

Auf ehn wird er machen, die er Schritt!

Kanzler.

-

Ein Schritt, bei dem man auf ehn kann nach oben,

der Churfür t nicht! Schritte Auf ehn machen!

Das i t er andre thut Wohl uns, wenn olche

Esthut uns Noth in einer Zeit, wie die e,

Wo alles in der Welt nur kriecht und chleicht,

Wohl uns, wenn olche Esthut uns Noth in einer Zeit, wie die e, Wo alles in

-

I8

--

Daß doch ein deut cher Für t noch kräftig chreite.

(die Nonnen tehn im Hintergrunde auf, ausgenommen

Katharina, welcheknie'n bleibt, und kommen unter

Vortragung des Kreuzes, welches There e vors

trägt, Paarwei e, die Aebt ißin, vom Beichtva

t er geleitet, zuletzt, alle lang am und ingend durch

die Gitterthür in den Vorgrund)

Ein Theil des Nonnenchors ( ingend)

Wir verla en die Altäre,

Fließe, fromme Dulderzähre!

-

Der andre Theil des Nonnenchores.

Nur dein Licht uns, Herr, gewähre,

Das den dunkeln Pfad verkläre.

Das volle Chor der Nonnen. Mi erere, Mi erere,

Mi erere, Kyrie !

«

(die Nonnen tellen ich, in ihrer Mitte die Aebißin,

in einem Halbzirkel um den Kanzler. There e nimmt

den auf dem Kreuz hängenden Hyacinthenkranz ab und etzt ich ihn auf)

Kanzler.

Still mit dem Klagge ang und Glockenlärm!

(das Glockengeläute hört auf)

ab und etzt ich ihn auf) Kanzler. Still mit dem Klagge ang und Glockenlärm! (das Glockengeläute

-,

I9

-

.

Frau Abbatißin, es i t Euch bewußt, Wasmaßen un er gnädger Herr, der Churfür t, Den Gott erhalten möge! lange chon

Dies Frauen tift be chloßen aufzuheben,

Weil's dem gemeinen We en nicht mehr frommt.

Aebt ißin.

Der heil'ge Vater

Kanzler.

Wird ein Ein ehn haben; Der Unterthanin liegt Gehor am ob.

Aebt ißin.

Jch bin ein altes Mütterlein, Herr Kanzler!

Jch, und die ältern Schwe tern in der Welt

Zu wirken, haben in den tillen

Wir läng t verlernet, todt ind un re Freunde,

Nur

Mauern

Gott blieb uns und die e Zellen! Wollt Ihr

Uns wieder in die kalte Welt ver toßen?

Kanzler.

Auch dafür i t

ge orgt, hochwürd'ge Frau;

Euch

und den ältern Schwe tern i t das Spittel

Kanzler. Auch dafür i t ge orgt, hochwürd'ge Frau; Euch und den ältern Schwe tern i

St. Bla ii zu. Wohnung angewie en. Dort habt ihr Nahrung bis an Euren Tod, Doch ohne Ordanskleid und ohne Regel!

Eine alte Nonne.

Ach! nicht einmal das Kleid!

Eine junge Nonne (halb lei e zur Aebtißin)

Kanzler.

Was will die Jungfrau?

Frau Domina !

Die junge Nonne (wie vorhin)

Darf ich?

Aebt ißin (zu ihr) .

-

/

-

Frag' dich elb t!

Ich habe hier nichts weiter zu erlauben!

Junge Nonne (zum Kanzler, ehr ver chämt)

Ge trenger Herr wenn ach! wenn's denn

chon eyn muß!

Wenn ach! wenn wir denn wirklich wandern müßen

trenger Herr wenn ach! wenn's denn chon eyn muß! Wenn ach! wenn wir denn wirklich wandern

-

2

-,

Ich - als ich in der Welt noch war ich hatte

Schon ind es ieben Monath

Ich hatte einen Domina! ach Gott!

zürnt Ihr auch? -

Nun ?

Kanzler.

Junge Nonne ( ehr chnel)

Ach! 'nen hüb chen, lieben, wackern

Jungen! -

Gottlob, nun i ts heraus!

Eine andre junge Nonne (Ha tig)

Auch ich!

Eine Dritte,

Auch ich!

Eine vierte.

*h ieben Jahre weine ich chon um ihn

Er te junge Nonne.

* i t noch treu! Gewiß noch i t er treu!

könnt ich ihn wohl ? Ihn? ich darfs

nicht nennen!

junge Nonne. * i t noch treu! Gewiß noch i t er treu! könnt ich ihn

Treulo e!

-

22

-

Aebt ißin.

Kanzler.

Aufgelö t i t Euer Schwur,

Kehrt in die Welt zu Euren

er ten Pflichten.

Die Männin gab dem Manne

die

Natur;

Was ie gebeut, das kann

Frau Abbatißin!

kein Eid vernichten!

Aebt iß i n .

(indem ie ich den chwarzen

Schleier abnimmt, mit tie:

fer Rührung zum Kanzler)

- Nun wohlan! o leg'

in Eure Hände. Schleier reichen,

ich

Den treuen Schleier dann

( ie will dem Kanzler den

be innt ich

aber in dem Augenblick,

hält den Schleier zurück

und pricht ehr feierlich:)

Erlaubt! Dich trug ich funfzig

chöne Jahre,

Gebetet hab' ich und geweint

in dir.

Der Brautkranz deckte

mir die braune

Locke,

Er welkte früh mit meinem ullrich

hin.

Die braune Locke ank,

nur du allein,

Du kühlte t mir, der jungen Mit Lebenshauch vom Kreuz

Himmelsbraut, die glühend heißen

-

Wangen,

ank, nur du allein, Du kühlte t mir, der jungen Mit Lebenshauch vom Kreuz Himmelsbraut, die

Mein Alter wärmte t

Zu ihm, den ich im Glauben

du mit

ehnendem Verlangen,

ange chaut.

Im Leichentuch, dem langen Kampf

zum Lohne,

Da, dacht ich, chmükt dich

ein t die Myrthenkrone !

Ach! zweimal Wittwe werd' ich

Dulderin,

Fahr wohl! da nehmt ihn

hin!

( ie reicht dem Kanzler den

Schleier)

- Kanzler.

Begraben oll man Euch in

Als Klo terjungfrau das

Kranz und Schleier,

gelob' ich Euch!

Aebt ißin.

So trö te Gott Euch, wie

Ihr mich getrö tet!

Eine alte Nonne

(indem ie dem Kanzler ihren

Nehmt hin!

Schleier reicht)

Eine andere (eben o)

Nehmt hin!

Er te junge Nonne (eben o)

Ha! freudig tau ch' ich dich

Um einen Brautkranz von des Treuen

Hand!

(die Nonnen treten

nacheinander zum Kanzler und rei

chen ihm ihre chwarzen Schleier)

Brautkranz von des Treuen Hand! (die Nonnen treten nacheinander zum Kanzler und rei chen ihm ihre

-

24

-

Kanzler

(zum Beichtvater)

Herr Pater! Eures Amts, als Beichtiger

Des Jungfraun tiftes, eyd

Die Schleier

Ihr jetzt entlaßen.

(indem er ie ihn überreich)

bringt dem Herren Kardinal.

Sagt Seiner Eminenz, der Churfür t

Wird das, was heut durch

elb t

mich ge chehn, vertreten.

Beichtvater

(die Schleier nehmend)

Ich nehm' die Schleier, weil

ich muß!

Kanzler.

Sehr weislich!

Beichtvater (mit teigender Stimme)

Doch prote tir ich feierlich!

Kanzler.

Ihr geht!

Beichtvater (laut auf chreiend)

Und Zeter ruf ich

übern Ketzer Luther! (geht ab)

Ihr geht! Beichtvater (laut a u f c h r e i e n d )

Kanzler (ihm tark nachrufend)

Den Meuter chützt

die Kutte nicht! das merkt!

(man hört von draußen Ge chrei und Getümmel)

Rath.

Welch ein Ge chrei?!

Schreiber

Gder dem Beichtvater nachgegangen war, eilig herein:

tretend)

-

*

-

Die jungen Bur che türmen

Das Klo terthor.

-

Kanzler.

Laßt ie herein! (einige Jünglinge - dringen ein)

Er ter Jüngling (der er ten jungen Nonne in die Arme türzend)

O Agnes!

Er te junge Nonne (ihn um chlingend) Mein treuer Niklas!

Ein andrer Jüngling

(die andre junge Nonne umarmend)

Kunigunde!

- [2 ]

Nonne (ihn um chlingend) Mein treuer Niklas! Ein andrer Jüngling (die andre junge Nonne umarmend) Kunigunde!

-

26

-

Die andre junge Nonne (hn um chlingend)

/

Oh!

Son t Hölle Himmel jetzt!

Kanzl er.

.

Verdient ihn Euch!

Dankt Gott und un erm gnäd'gen Herrn.

Jünglinge und junge Nonnen

Er lebe!

(die Jünglinge und einige junge Nonnen türzen Arm in

Arm ab)

Kanzler .

So ind wir fertig?

Schreiber .

(durch das Gitter auf die noch am Altar knieende Katha

rina zeigend)

Im Schleier.

Dort kniet ja noch eine

Kanzler -

Führt ie her! (Schreiber geht durch die Gitterthüre zu Katharinen)

Im Schleier. Dort kniet ja noch eine Kanzler - Führt ie her! (Schreiber geht durch die

Rath.

e e

-

Dies Klo ter war

Für mahches arme Herz ein Lab al doch!

"

*-

-

-

---:

."

*

*.

Kanzler.

F* Viele Gift! Das Einzelne dem Bieten

Harmoni ch einen kann nur Gott. Der Men ch

tets das Einzelne dem Vielen opfern.

C" der, während defen mit dem Schreiber aus der Git

terthür herausgetretenen Katharina) Wie heißt Ihr?

Von Bora.

Katharina,

Katharina.

Kanzler.

Von Ge chlecht?

-Katharina.

-

Kanzler.

Sehr erfreut michs, edles Fräulein!

Den Schleier Euch zu lö en.

Ward olch ein trefflich Weib

Nicht ge chaffen

für dumpfe Stille.

Begleiten oll der Einklang ihres Innern

-

en. Ward olch ein trefflich Weib Nicht ge chaffen für dumpfe Stille. Begleiten oll der Einklang

28 -

Den wackern Mann in's Mißgetön der Welt; D rum darf im öden Raum er nicht verhallen.

Katharina ( ehr tolz und treng)

Ihr kennt mich nicht!

Kanzler.

- Ge ehn hab ich Euch nie, Allein der edle Franz von Wildeneck,

Mein und des großen Luthers Freund chon lange Hat er den edlen Gei t mir hoch gerühmt,

Den elb t der

Schleier nicht entadeln konnte.

Katharina.

Kennt ihr den Schleier?

Kanzler.

Jener edle Jüngling, Er liehet Euch o treu, o innig noch, Als da verzeiht! ein übereilt Gelübde

Euch einen chön ten Hoffnungen entriß.

Katharina. ( ehr ern t)

Ihr precht zu einer Himmelsbraut, Herr Kanzler!

einen chön ten Hoffnungen entriß. Katharina. ( ehr ern t) Ihr precht zu einer Himmelsbraut, Herr

s-

29

Kanzler (betroffen)

Mein Fräulein!

*.

Katharina.

-

Nie

dies Klo ter zu verlaßen

I t mein Ent chluß das meldet meinem Herrn.

-

?

Kanzler.

Der Churfür t folgt nur Gründen der Vernunft,

Streng hei cht er ie von ich, und auch von andern;

Drum wenn ihr olche habt und andre würdet Ihr mir nicht agen, ich nicht hören können

So meldet mir die Ur ach Eures Weigerns,

Katharina.

Weil laßt mich beten gehn!

( ie geht durch die Gitterthüre zum Altar zurück)

Rath.

Ein ei ern Weib!

- Schrei er (zur Aebtißin)

I t ie o immer ?

Aebt ißin. Immer thut ie nur

° was ie will doch will ie nur das Gute.

Aebtißin) I t ie o immer ? Aebt ißin. Immer thut ie nur ° was ie

w-

30

- -

Kanzler.

Frau Abbatißin Strenge ziemt für diesmal

Mir nicht doch Ihr, als Mutter, müßet wißen

Die Tochter eines Beßern zu belehren.

Aebt ißin.

Ihr kennt ie nicht. Auf die e reine Seele

Wirkt nur der Gottheit Ruf, ie hört nur ihn Und überhört ihn nie, das eid ver ichert!

Kanzler (bedeutend) Ich bitte, wo ich fordern kann!

Aebt ißin.

(durchs Gitter rufend)

Komm zu uns, Tochter !

Katharina.

Wohlan!

(durchs Gitter wieder heraustretend, zur Aeßti in)

- Wollt auch Ihr mich quälen?

/ Aeht iß in .

Leg' die en Schleier ab!

wieder heraustretend, zur Aeßti in) - Wollt auch Ihr mich quälen? / Aeht iß in .

3 I

-

(auf die noch anwe enden Nonnen zeigend)

Wir thaten's auch.

Wer es befahl, der mag es dort vertreten;

Wir weichen nur dem trengen Zwangge etz.

Katharina.

Was Ihr thut, richte Gott! Doch mir ins Herz

Hat er ein Licht ge enkt, dem muß ich

Gehorche!

Aebt ißin.

Katharina.

Habt Ihr elb t mich nicht

folgen.

gelehrt,

-

Man muß Gott mehr gehorchen, alsdenMen chen?

Kanzler.

Durch wei er Für ten Mund pricht Gott.

Katharina.

Gebietet er den Meineid?

Und Gott

Kanzler.

Ein Gelübde

Durch wei er Für ten Mund pricht Gott. Katharina. Gebietet er den Meineid? Und Gott Kanzler.

I t heilig, nur das frevelhafte nicht!

Im Keime trägt's den Tod.

Katharina. Das frevelhafte?

O Mutter! hör t Du's?

Kanzler.

d

-Das i t frevelhaft, Was wider trebt den ewigen Gewalten!

Vergöttlicht wird das Zarte durch die Kraft,

Und

Die Blüthe welkt, verdorret inkt der Schaft,

Kann Liebe nicht ie aneinander halten.

jenes oll die rauhe Kraft ge talten.

Katharina.

Und muß die Blüthe dann nicht darum auf ich

- chließen, Um ihren üßen Duft im Äther zn ergießen?

-

Kanzler.

Genug, mein Fräulein! glatte Worte wech eln

I t meines Amts nicht; chon that igh zu viel

Aus Achtung nur für Euch und Euren Stamm.

glatte Worte wech eln I t meines Amts nicht; chon that igh zu viel Aus Achtung

Das Stift wird aufgehoben, un er Für t

Befiehlt es Euch und mir gebührt kein Urtheil.

Wollt ihr

allein nicht weichen, agt mir Gründe,

Die nicht ein leeres Phanta ien piel; Wo nicht, o folgt mir!

Katharina .

Gründe nur, und Gründe!

Herausziehn oll ich aus des Herzens Schyos Mein Heiligthum; in kalte Worte oll ich

Es preßen! O daß ihr es nie ver teht

Was ihr mit eitlem Dünkel Gründe nennt,

Die Worte ind es, die e hohlen Schellen,

In denen jeder Lebensklang verhallt.

Kanzler .

Aus prechen läßt der Wille ich!

Katharina.

Der

Auch er,

Flötenton, der lei e in uns lispelt,

Und magi ch doch, mit

O kann ich euch, was in mir lebt, enthüllen?

Sobald ich

Sturmsgewalt uns zieht?

frech es auszu prechen wage,

doch, mit O kann ich euch, was in mir lebt, enthüllen? Sobald ich Sturmsgewalt uns zieht?

So tödt' ich es ! der heil'ge Leichnam ruht

Gekreuziget, ihr könnt nur todt ihn ehen, Wenn nicht, erweckt durch kühnen Glaubensmuth,