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Offener Brief an den Landeshauptmann 
 
 

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Arno Kompatscher, 
 
mit Bestürzung und Befremden stellen wir fest, dass die Landesregierung in puncto 
Flughafen über die Köpfe und den Willen der Bürger hinweg in äußerst fragwürdiger Art 
vorgeht. 
In der Volksbefragung im Jahr 2016 erklärten sich 70,3 % der Südtiroler Bevölkerung gegen 
den weiteren Ausbau des Flughafens und dessen Finanzierung durch die öffentliche Hand – 
ein beeindruckendes Ergebnis, eine ausdruckstarke Willensbekundung. Die Volksbefragung 
war zwar nicht bindend, wurde aber direkt im Anschluss von der Landesregierung anerkannt. 
Wenn dieses Ergebnis nun im Nachhinein einfach ignoriert wird und der Ausbau des 
Flughafens nun über die Hintertür doch ermöglicht wird, kommt dies einem 
Vertrauensbruch gleich. Der Ausgang des Referendums wird in seiner ursprünglichen 
Zielrichtung umgangen und das bedeutet die Demokratie hat versagt. 
Waren es nicht Sie, Herr Landeshauptmann, der nach dem Referendum noch versprochen 
hatte, ab Juni 2017 keine öffentlichen Mittel mehr für den Flughafen zur Verfügung zu 
stellen? Gerade mit diesen Mitteln wurden aber in der Zwischenzeit wiederholt Arbeiten 
durchgeführt (z.B. Asphaltierung der Piste usw.). 
 
Im Jahr 2013 genehmigte die ENAC unter Beibehaltung der Flughafenkategorie C2 auf 
Ansuchen der ABD (100% Eigentum des Landes) eine Pistenverlängerung von 1294 m auf 
1432m. Dies wurde von der ABD in den Masterplan und F.E.P (Flugplatzentwicklungsplan) 
und im Landesgesetz 60/2015 verankert. All dies wurde beim Referendum klar abgelehnt. 
Bei der Pressekonferenz am 13.06.2016 erklärte der Landeshauptmann dass die 
Pistenverlängerung nicht mehr durchgeführt werde. Bei der gleichen Pressekonferenz wurde 
vom Landesrat a.D. Theiner die Archivierung des U.V.P. Antrages zum 
Flugplatzentwicklungsplan erklärt. 
 

 
Auch die Tatsache, dass der gesamte Flughafen in seiner jährlichen Bilanz bis ins Jahr 2017 
mit einem Wert von 37 bis 40 Mio. Euro ausgewiesen wurde und in der Ausschreibung an die 
neue Bietergemeinschaft mit lediglich 3,8 Mio. Euro datiert war, verwundert sehr. Von der 
Außenperspektive betrachtet ein Schnäppchen, das damit die Verkaufstheke des Landes 
verlässt und auf die Brieftasche der Bürger einwirkt. Wenn man zudem bedenkt, dass bei 
Übertragung des Flughafens die gesamten flüssigen Mittel der ABD von über 5 Mio. Euro an 
den neuen Betreiber gehen, bedeutet dies, dass sich die neuen Betreiber bereits bei Kauf 
über ein Positivgeschäft par excellence freuen können. 
Es ist unverständlich, dass der Rechnungshof nicht einschreitet. 
Aus all diesen und noch weiteren Fakten geht ganz klar hervor, dass die Landesregierung mit 
Nachdruck und gegen den Willen der Bevölkerung versucht hat den Flughafen zu erhalten 
und auszubauen. 
Aufgrund dieser unverantwortlichen Vorgehensweise fordern wir gemeinsam und 
unmissverständlich die Landesregierung auf, dem Willen des Volkes vom Referendum im 
Juni 2016 Folge zu leisten und den Wunsch der Bevölkerung zu respektieren. Mit großer 
Sorge werden wir die zukünftigen Entwicklungen verfolgen und uns weiterhin aktiv für die 
Belange der Unterlandler Bevölkerung einsetzen.  
 
Für den Schützenbezirk Süd‐Tiroler Unterland 
Major Peter Frank 

 
Für die AVS Sektion Unterland 
Hermann Bertolin 

 
Für den Südtiroler Bauernbund Bezirk Unterland 
Reinhard Dissertori