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Ein Handbuch zum Forschen

und Experimentieren mit Kindern

86 spannende Experimente

www.spuernasenecke.com
Gefahrenhinweis und Haftungsausschluss Spürnasenecke
Vorwort Mag. Bernadette Unger, BSc
Die Experimente der Spürnasenecke sind mit bestem Wissen und Gewissen für Kinder zw. 4 und Vorwort Dipl.-Ing. Peter Malata, W&H
12 Jahren entwickelt bzw. ausgesucht worden. Dennoch muss vor verschluckbaren Kleinteilen,

Inhaltsverzeichnis
Vorwort Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger
Alltagschemikalien, spitzen und scharfen Gegenständen und dem Umgang mit Feuer etc. gewarnt
werden. Das Team der Spürnasenecke weist explizit auf eine mögliche Unfallgefahr hin, besonders 44. Eistaucher aus dem Gefrierfach
1. Lösen von Feststoffen 45. Ein Gummibärchen wächst
wenn die Kinder motorisch oder kognitiv noch nicht reif genug für bestimmte Experimente sind. Auch
2. Herstellung von Lavendelparfüm 46. Grüne Triebe aus alten Schöpfen
kann der Einsatz von bestimmten Lebensmitteln bei Experimenten nach regionalen oder religiösen
3. Was schwimmt auf dem Wasser? 47. Wo geht’s zum Licht?
Vorschriften bzw. Hygieneverordnungen bedenklich oder gar verboten sein. Der Umgang mit bzw. das
4. Vitamine schützen 48. Zitronenuhr
Beobachten von Tieren darf nur unter der Einhaltung aller geltenden Tierschutzgesetze nach ethischen
5. Was ist saugfähig? 49. Kartoffelpiepser
Grundsätzen erfolgen.
6. Schwarz und Weiß im Sonnenlicht 50. Wasserlicht
Die Auswahl und Durchführung der angebotenen Experimente gemeinsam mit Kindern liegt 7. Farben trennen 51. Wasserglasdisco
ausschließlich in der Verantwortung des Kindergartens und der Pädagogen und Pädagoginnen vor 8. Wiedergewinnen von Salz 52. Geräuschvolle Erbsen
Ort. Die Pädagogen und Pädagoginnen entscheiden selber, welche Experimente für welche Kinder,- 9. Gesalzener Schnee 53. Eiswürfel schmelzen
unter Einhaltung aller Gesetze und Vorschriften - geeignet und vor allem ungefährlich sind und 10. Das Gummiei 54. Was ist magnetisch?
überwachen die ordnungsgemäße Durchführung. Nur betreuende Pädagogen und Pädagoginnen 11. Der schwimmende Fingerhut 55. Wie wirkt ein Magnet?
können die Eignung der Kinder für das jeweilige Experiment einschätzen. Das Spürnasenteam und 12. Der Gummibärchen-Kleber 56. Magnetkompass
der Sponsor schließt jegliche Haftung für Unfälle, Verletzungen und Sachschäden entstanden, durch 13. Der Mehl-Kleber 57. Magnetkraft
den Einsatz der vorgeschlagenen Experimente der Spürnasenecke, aus. 14. Kaulquappen-Aufzucht 58. Schmetterlingsgarten
15. Das Miniglashaus 59. Gewürztrenner
16. Wasserdestillation 60. Solarufo
17. Verborgene Tiere 61. Der biegsame Hühnerknochen
18. Regenwürmer genauer betrachtet 62. Winkelheber
W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH Druck: 19. Lebensmittel erraten – Nase zu und durch! 63. Höhenmesser
Ignaz-Glaser-Straße 53, Postfach 1 W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH 20. Was kriecht denn hier herum? 64. Das Raumwunder
5111 Bürmoos, Austria 21. Wie Pflanzen wachsen 65. Der „verstopfte“ Trichter
Website: 22. Wie Pflanzen trinken 66. Lavendelseife selbstgemacht
t + 43 6274 6236-0, f + 43 6274 6236-55
www.spuernasenecke.com 23. Solarofen 67. Wer fängt den Vogel?
office@wh.com wh.com
24. Sonnen-Wasserheizung 68. Kuschelnde Tischtennisbälle
Ausgabe:
Zeichnungen: 25. Schneckenterrarium 69. Die Welt entdecken
April 2018
Karoline Mödlhammer, Maria Schwarzmayr 26. Geheime Bilder
Impressum

70. Farben aus der Natur


27. Männerkarenz beim Purpurprachtbarsch 71. Herstellung von Orangenöl
Fotos:
28. Der magische Ballon 72. Tintentropfen im Wasserglas
Franz Unger, Lorenz Schwaiger, Konrad Steiner,
29. Luftballon einmal anders 73. Gummibärchentaucher
Eva Nobis, Stephanie Lindner, Gunther Seidl, Chris
30. Mikroskopieren mit Kindern 74. Wachtelzucht
Hofer, Judith Grubinger-Preiner, Dionys Viehhauser,
31. Wetterstation 75. Flaschenzug
Michael Reiter, Heimo Spindler (W&H)
32. Eine Kartoffel kann schwimmen 76. Wie ist es, ein Roboter zu sein?
Coverfotos (Logo Spürnasenecke): 33. Der Vulkan aus der Flasche 77. Wie funktioniert ein Roboter?
iStock 15428660 © Andrew Rich 34. Gurken sind echt der Hammer 78. Wie steuert man den Roboter?
Shutterstock 71691604 © Alexey Losevich 35. Eiswürfel fischen 79. Der Roboter macht eine Rundreise
Shutterstock 75980899 © Pavel L Photo and Video 36. Moosgarten – ohne Moos nix los! 80. Was ist Strom?
Shutterstock 80737201 © Tatyana Vyc 37. Wie verändert Seife das Wasser? 81. Stromleiter und Isolatoren
38. Wasserrose 82. Motor und Propeller
Konzept Design:
39. Wasserspeicher – Wie speichert 83. Asseln – kleine Landkrebse
Daniela Sonnleitner, www.sodasign.at
der Boden Wasser? 84. Mein Körper und ich
Layout: 40. Pflanzen mit Sprengkraft 85. Ein Modellauto für Mama
Linda Ramböck (W&H) 41. Magisches Glas und Blumen für Papa?
42. Feuer braucht Luft 86. Zählen und Zahlen
43. Schnurtelefon

2 3
Spürnasenecke voranbringt. Während der „Tecan-Zeit“ wurden 28 Spürnasenecken in Kindergärten
Idee, Konzept und Versuche zusammengestellt ausgeliefert. Diese wurden von verschiedenen Partnern wie Gemeinden, Industriebetrieben, KMUs,

von
öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen gesponsert. Das Potential der Spürnasenecke wurde
damit eindrücklich bewiesen.
Spürnasenecke

Einen großen Entwicklungsschub brachte 2013 das von einer Studierenden der FH für Holztechnologie

Danksagung
und Holzbau Kuchl entworfene multifunktionale Spürnasenmöbel, das aufgrund seiner Wertigkeit,
praktischen Ausführung und seinem eleganten Design großen Anklang bei den forschenden Kindern,
den Pädagoginnen und Pädagogen, den Kindergartenerhaltern und auch bei den Sponsoren findet.
Wir danken herzlich Prof (FH). Dr. Alexander Petutschnigg, Mag. Michael Ebner und ganz besonders
Dipl. Ing. Stephan Mitterhofer.
Die Spürnasencommunity, die Experimente zusammenträgt, ausprobiert, kindgerecht aufbereitet,
dokumentiert und illustriert wächst ständig. Im Rahmen dieses Handbuches möchten wir uns
besonders bedanken bei: Linda Ramböck, Dr. Martina Banze, Dipl.-Ing. Heimo Spindler, Mag. Elisabeth
Riedler, Mag. Judith Grubinger-Preiner, Maria Schwarzmayr, Eva Nobis, Mag. Tamara Ennemoser,
Claudia Probst, Stephanie Kaltner und Tamara Fuchs.
Der Youtube Channel zur Spürnasenecke mit selbstgedrehten Experimentiervideos wurde mit
großem Erfolg von der BAfEP Bischofshofen ins Leben gerufen. Wir danken allen engagierten
Prof. Dr. Mag. Mag. Dr. Schülerinnen und Schülern, MMMag. Sarah Clee und Mag. Sabine Dorfer unter der Leitung von Dir.
Konrad Steiner Caroline Neudecker, BSc Bernadette Unger, BSc Gunther Seidl Mag. Angelika Werner.
Forschung und Entwicklung AHS Lehrerin BHS Lehrerin (Naturwissen- Pensionierter Mitarbeiter
im Bereich Natur-, Ingenieur-, (Geografie & Biologie), schaften & Pädagogik) und Novartis Institutes for
Von der Praxiserfahrung der BAfEP Salzburg durfte die Spürnasenecke von Beginn an profitieren.
Agrarwissenschaften; Ökologin und Pferdepädagogin Kindergartenpädagogin BioMedical Research Vienna,
Herzlicher Dank gebührt Prof. Mag. Gertrude Bernroider, Gertrude Hinterberger MAS und Mag. Eva
BHS Lehrer (Naturwissen- (caro@spuernasenecke.com) (bernadette@spuernasenecke.com) Analytische Chemie
Kok-Ertl unter der Leitung von Dir. Mag. Johannes Gruchmann.
schaften & Technik), Landwirt (gunther@spuernasenecke.com) Ein besonderer Dank gilt auch Mag. Lucia Eder vom Zentrum für Kindergartenpädagogik, die sich
(konrad@spuernasenecke.com) beharrlich für das naturwissenschaftliche Forschen und Entdecken in Kindergärten einsetzt und
die Spürnasenecke von Anfang an mit ganzem Herzen unterstützt und mit tollen Ideen bereichert.
www.spuernasenecke.com, info@spuernasenecke.com
Die Spürnasenecke braucht aber auch Partner aus der Wirtschaft, um den Kindergärten ein
optimales Umfeld für naturwissenschaftlichen und techniknahen Unterricht schaffen zu können.
Die Industriellenvereinigung Salzburg und die Wirtschaftskammer Salzburg, Sparte Industrie,
Danksagung
unterstützen die Spürnasenecke mit viel Engagement. Besonders herzlichen Dank möchten wir
KR. Mag Rudolf Zrost aussprechen, der sich bei jeder Gelegenheit für die Spürnasenecke einsetzt -
Ende 2010 wurde die Idee der Spürnasenecke geboren und das Konzept aufgrund der wachsenden auch privat. Wir danken Mag. Irene Schulte und Mag Christina Amann-Winter von der IV Salzburg für
Erfahrung, der Rückmeldungen, der Inputs, des Engagements und der Unterstützung von vielen all deren Hilfe. Mag. Monika Santner von der WKS arbeitet unermüdlich, um die Spürnasenidee den
kreativen und wohlwollenden Menschen ständig verbessert. Unternehmen zu präsentieren und somit eine Spürnasenecke nach der anderen in die Kindergärten
zu bringen.
Zu großem Dank verpflichtet sind wir zunächst der Familie Malata, Eigentümer vom W&H
Dentalwerk. Als der Fortbestand der Spürnasenecke kurzfristig gefährdet war, sprangen sie sofort Thomas Sandner von Sandner-Lernen und Finken.at besorgt uns seit je her auch die komplizierst
als Hauptsponsor ein und ermöglichten eine umfangreiche Neugestaltung und Weiterentwicklung. bestellbaren Forschungsmaterialen und legte uns die Brücke zu Univ. Prof. Dr. Gisela Lück. Sie ist
Als einer der international führenden Anbieter von dentalen Produkten ist es dem Unternehmen unser Vorbild mit ihren wissenschaftlichen Forschungen und ihrem Einsatz für die frühkindliche
ein besonderes Anliegen, den Bildungsbereich aktiv zu unterstützen und schon bei den Jüngsten Bildung. Wir danken auch besonders für ihre mitreißenden Vorträge.
den Forschergeist zu wecken. Die Begeisterung von Mag. Daniela und KR Dipl. Ing. Peter Malata für
die Spürnasenecke inspiriert uns, ständig neue Ziele zu stecken, die nun mit ihrer in jeder Hinsicht Ein großer Dank gilt auch dem Land Salzburg, das durch die Landesförderung 2017/18 den Ausbau
umfangreichen Unterstützung realisierbar werden. von 30 neuen Spürnasenecken im Bundesland Salzburg unterstützt.
Vor W&H Dentalwerk war Tecan Austria GmbH der Hauptsponsor der Spürnasenecke. In dieser Für weitere Unterstützung (Korrekturen, Bilder, Zeichnungen, Grafiken, Pressetexte, Workshop)
Zeit wurde nicht nur der Grundstein gelegt, sondern auch das gesamte Know-how und System danken wir: MA Monika Wigger, Mag. (FH) Roman Gerold, Mag. Franz Unger, Chris Hofer, Mag. (FH)
rund um die Spürnasenecke entwickelt. Herzlicher Dank gilt Mag. Thomas Olesch, Mag. Nicole Daniela Sonnleitner, Karoline Mödlhammer, Dionys Viehhauser, Stephanie Lindner, Emanuel Strieder,
Stocker und ganz besonders Dr. Michael Reiter, dessen unermüdlicher Einsatz bis heute die Lorenz Schwaiger, Waltraud Martius (Syncon)

4 5
© Heimo Spindler (W&H)
Forschen und Experimentieren
Vorwort Bernadette Unger

mit Kindergartenkindern

Meine sechsjährige Tochter fragte mich neulich, ob wir einen Vogel in einem Käfig kaufen könnten.
Ich verneinte, mit der Begründung, der Vogel täte mir dann leid. Nach langer Überlegung meinte
schließlich meine Tochter: „Dann sollten wir ein Vogelei in einem Käfig kaufen. Weil wenn der Vogel
dann schlüpft, glaubt er, sein Käfig ist die ganze Welt!“
Wer Kinder hat und/oder mit ihnen arbeitet, weiß, dass sie von Natur aus geborene ForscherInnen
und PhilosophInnen sind! „Der Anfang der Philosophie ist das Staunen“ (Aristoteles). Dieses Staunen
über die Welt und ihre Phänomene liegt in der menschlichen Natur. Kinder kommen bereits neugierig
zur Welt, beobachten ihre Umwelt ganz genau und stellen uns Fragen wie „Warum färben sich die
Blätter im Herbst rot?“ oder „Wie funktioniert eine Batterie?“, die ohne fachlichen Hintergrund gar
nicht leicht zu beantworten sind.
Dieses natürliche Interesse der Kinder an den Naturwissenschaften gilt es aufzugreifen und zu
fördern. Studien zeigen, dass Kinder, die früh an die Naturwissenschaften herangeführt werden,
dadurch bereits erstaunliche Erkenntnisse gewinnen und Denkstrategien entwickeln können (vgl. Was ist die Spürnasenecke?
Lück 2009, 50-55, 86-90).

Was ist die Spürnasenecke?


Darüber hinaus findet Forschen im Kindergarten außerhalb des klassischen Schul- und Bei der Spürnasenecke handelt es sich um eine Einrichtung zum Forschen und Experimentieren mit
Bildungssystems statt und unterliegt daher keinem direkten Leistungs- und Beurteilungsdruck. Kindergartenkindern. Sie beinhaltet eigens dafür an der FH Kuchl entwickelte Möbel, verschiedenste
Gerade Kindergartenkinder lernen lustbetont und aus eigenem Antrieb heraus. Selbständiges Forscherutensilien aus dem MINT Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)
Experimentieren ist bei Kindern mit starken Emotionen verbunden, dies führt Erkenntnissen der sowie laufende Fortbildungen und Netzwerktreffen mit den PädagogInnen.
Neurobiologie zufolge zu dauerhaften Lernerfolgen (vgl. Lück 2009, 20-29, 68-77).
Solch früh erworbenes alltagsrelevantes Wissen lässt diverse Berührungsängste mit den Das Projekt wurde 2010 mit Unterstützung des in Grödig ansässigen Medizintechnikunternehmens
Naturwissenschaften gar nicht erst entstehen und kann somit auch den schulischen Bildungserfolg TECAN ins Leben gerufen und seither von verschiedensten Sponsoren gefördert (siehe Homepage).
und die spätere Berufswahl beeinflussen. Weiters bietet eine frühe technische Bildung den Seit 2016 tritt W&H Dentalwerk Bürmoos als Hauptsponsor auf und finanziert die stetige
Heranwachsenden Orientierung in einer immer komplexer werdenden, hoch technisierten Welt. Weiterentwicklung der Spürnasenecke.

Selbstverständlich ist die Arbeit im Bildungsbereich

© Chris Hofer
VS_2 VS_3

„Natur und Technik“ ein fixer Bestandteil in jeder HS_1

18 4
vorschulischen Bildungseinrichtung. Der Vorteil

4
HS_2

26
der Spürnasenecke liegt allerdings darin, dass

4
alle Materialien und Experimentieranleitungen an HS_3 HS_3

50
1,80
einem Platz vorzufinden sind. Dadurch kann mit

4
geringer Vorbereitungszeit gleich mit dem Forschen

4
losgelegt werden. Für die meisten Versuche

56
70
reichen billige Haushaltsmaterialien, aber dank

10
der Sponsoren können Kindergärten jetzt auch VS_2 VS_3

mit zum Teil sehr teuren Forscherutensilien (wie 4 60 4 64


2,00
4 60 4

Mikroskop, Roboter, Elektrobaukasten, Terrarium Ansicht_Front

etc.) arbeiten.

Wieviel Raum ich einem Bereich im Kindergarten


zur Verfügung stelle, transportiert Wertigkeit:
Während Bauecke, Familienspielbereich und
Malatelier in den meisten Kindergärten fest
verankert sind, so findet man noch selten
Forscherlabore, in denen die Kinder ihrem
Forscherdrang freien Lauf lassen können.

6 7
Forschen und Experimentieren
Vorwort Bernadette Unger

in der Spürnasenecke

Die Spürnasenecke ist sowohl für selbstbestimmte als auch für angeleitete Aktivitäten der Kinder Erinnerungsfähigkeit zeigen, dass die Deutung eines Versuches deutlich besser im Gedächtnis
hervorragend geeignet. Fragestellungen, die in der Gruppe gerade eine Rolle spielen oder Dinge, mit bleibt, wenn der Ablauf des Experiments verstanden worden ist (vgl. Lück 2009, 150).
denen sich die Kinder beschäftigen, können in der Spürnasenecke aufgegriffen werden. Das Team
der Spürnasenecke sieht Kinder als aktive Lerner, die ihre Entwicklungs- und Bildungsprozesse Die vorrangige Verwendung von alltäglichen Haushaltsmaterialien erleichtert es den Kindern, einen
selbst mitgestalten. Im Sinne des Ko-Konstruktivismus übernimmt die PädagogIn dabei die Rolle Alltagsbezug herzustellen. Dadurch wird das Verständnis des Experiments gefördert und die Kinder
der LernbegleiterIn. können den Versuch zumeist mit ihren Eltern zu Hause wiederholen. Wenn Kinder Phänomene aus
ihrem Alltag bereits kennen oder nach der Durchführung eines Experiments wiederfinden, fördert
Um die Kinder nicht mit zu schwierigen und komplexen Sachinhalten zu überfordern, ist es notwendig, dies den Transfer von Wissen (vgl. Lück 2009, 151).
am Entwicklungsstand bzw. am Vorwissen der Kinder anzuknüpfen. Mögliche Fragen könnten sein:
„Was denkst/glaubst du, warum/wie…etwas ist?“. Dabei geht es nicht um ein Abprüfen oder eine Genaues Beobachten ist eine wichtige Grundlage beim Forschen und eine Voraussetzung für die
Beurteilung von richtigem/falschem Wissen sondern darum, gemeinsam Erklärungen zu finden. spätere Deutung des Experiments. Hierbei sollte den Kindern genug Zeit für das „Sich-ganz-und-
Auch unser weibliches Maskottchen Elli, das Expeditions-Eichhörnchen, und ihr Freund Hansi Hase gar-Einlassen“ auf das Naturphänomen gegeben werden (z.B. staunen, wie sich ein Würfelzucker in
können beim Einstieg motivierend zum Einsatz kommen und sich mit den Kindern gemeinsam auf Wasser auflöst etc.) (vgl. Lück 2009, 106-121).
eine Forschungsreise begeben.
Bei der Auswahl der Experimente gilt grundsätzlich: vom Einfachen zum Komplexen. Die
Kinder lieben Rituale. Bei angeleiteten Aktivitäten empfehlen wir daher, bestimmte Riten zu entwickeln, Wiederholung des bereits Erfahrenen festigt einerseits erworbenes Wissen, andererseits lernen
die immer gleich durchgeführt werden. So können die Kinder z.B. (trotz der Ungefährlichkeit der die Kinder, dass ein sich so angeeignetes Erklärungskonzept auf eine Vielzahl beobachtbarer
Versuche) im wahrsten Sinne des Wortes in die Rolle des Forschers/der Forscherin schlüpfen, indem Phänomene übertragbar ist. Nach einer abgeschlossenen Experimentierreihe kann den Kindern
sie vor dem Experimentieren Schutzmäntel (Forschermäntel) anziehen. zum Beispiel ein „Forscherdiplom“ (oder je nach Thema ein „Feuerdiplom“ etc.) ausgestellt werden.

Alle Versuche sollen vom Pädagogen/von der Pädagogin vorher selbst durchgeführt werden, damit Unsere teils „rezeptartigen“ Experimentieranleitungen sollen dabei lediglich eine Orientierung bieten.
ein zuverlässiges Gelingen gewährleistet ist. Grundsätzlich sind natürlich alle Experimente von Das neugierige Kind mit seinen Ideen sollte beim ausgangsoffenen Forschen stets im Vordergrund
uns so ausgewählt, dass sie nicht nur beim Durchführen mit der geübten Hand eines Erwachsenen stehen. Hierfür ist es unbedingt notwendig, den Kindern ausreichend Zeit und Raum zur Verfügung
gelingen, sondern von den Kindern selbst erfolgreich ausgeführt werden können. Neben den zu stellen, sich selbstbestimmt mit den verschiedenen Materialien forschend auseinanderzusetzen.
sogenannten „Fernsinnen“ wie Sehen, Hören und Riechen werden durch die Selbsttätigkeit
auch „Nahsinne“, vor allem der taktil-kinästhetische Sinn, angesprochen. Dabei muss die Das Interesse von Kindergartenkindern an den Naturwissenschaften ist groß. Groß sind leider auch
begrenzte Konzentrationsfähigkeit der Kinder als limitierender Zeitfaktor bedacht werden. Bis die familiären Unterschiede, ob die Kinder von jemandem an der Hand genommen werden, der
auf Langzeitexperimente (z.B. Wachstumsversuche von Bohnen, die Metamorphose eines mit ihnen gemeinsam den Dingen auf den Grund geht. Ziel der Spürnasenecke ist es, dass Kinder,
Schmetterlings etc.) sind viele Experimente in einem überschaubaren Zeitraum durchführbar, unabhängig von Herkunft oder Geschlecht, die Chance erhalten, naturwissenschaftliche und
um die Aufmerksamkeitsfähigkeit der Kinder nicht zu überfordern. Größere Themen oder Projekte technische Grundkompetenzen zu erwerben. Mit der Spürnasenecke hoffen wir daher auch,
können sich aber natürlich auch über mehrere Tage oder Wochen erstrecken. einen Schritt in Richtung Chancengleichheit zu gehen, damit alle Kinder
ihre persönlichen Stärken gleichermaßen entfalten können.
Die kindgerechte aber sachrichtige Deutung des naturwissenschaftlichen Hintergrundes ist der
Kern einer erfolgreichen Naturwissenschaftsvermittlung! Während des Experimentierens können In diesem Sinne freuen wir uns, Ihnen unser neues Spürnasenecke-
die Kinder, wie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch, eigene Hypothesen aufstellen und Handbuch überreichen zu dürfen! Dank der Mitarbeit zahlreicher
wieder verwerfen. Der gelungenen Durchführung eines Experiments muss anschließend stets eine Pädagogen und Pädagoginnen und der Rückmeldungen begeisterter
gemeinsame Reflexion mit den Kindern folgen. In diesen naturwissenschaftlichen Gesprächen sind Eltern kamen viele neue Experimente dazu, andere wurden verbessert,
auch Animismen (z.B. „Die Kerze frisst die Luft“) als bewusst eingesetzte didaktische Mittel gut verworfen oder ausgetauscht.
geeignet (vgl. Lück 2009, 96-103, 150).
Viel Freude beim Experimentieren!
Wissenschaftliches Experimentieren sollte niemals einer „Zaubershow“ ähneln. Entsteht für die Bernadette Unger
Kinder nämlich der Eindruck von „Zauberei”, so ist der Ausgang eines Experiments für das Kind nicht
Quellen: Gisela Lück: Handbuch der naturwissenschaftlichen
mehr kalkulierbar, wodurch Angst entstehen kann. Das Verstehen von Zusammenhängen stellt die Bildung, Verlag Herder; 2. Auflage 2009
Basis einer vorurteilsfreien Begegnung mit den Naturwissenschaften dar. Untersuchungen zur Fthenakis, W. E. (Hrsg.). (2009). Frühe naturwissenschaftliche
Bildung (Natur-Wissen schaffen, Bd. 3). Troisdorf: Bildungsverlag Eins.

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Spürnasenecke – Spürnasenecke –
Technik zum Begreifen

Auf der Suche nach Talenten


Technik zum Begreifen Auf der Suche nach Talenten

Immer wieder stelle ich fest, dass der Großteil »Meine Tochter ist ein Talent - sie spielt so schön Klavier«,
unserer Gesellschaft mit der Technik auf „Kriegsfuß“ sagt die Mutter. »Wie haben Sie denn das Talent Ihrer Tochter
steht. Und das, obwohl die immer anspruchsvoller entdeckt?«, wird sie daraufhin gefragt. »Na sie spielt so schön
werdende Technik aus unserem Leben nicht mehr Klavier.« Und auf die erneute Frage, warum sie meine, dass ihre
wegzudenken ist. Tochter so schön Klavier spielen kann erwidert die Mutter:

Bereits in der Schule mangelt es am richtigen Zugang zu den sogenannten MINT-Fächern. Dabei sollte es »Das habe ich Ihnen doch gerade gesagt - sie ist ein Talent!« Was ein Talent genau ist, weiß ich nicht.
doch unser Ziel sein, den Schülern mit der geeigneten Methodik die Scheu vor Mathematik, Informatik, Ich meine, jeder Mensch hat individuelle genetische Leistungsvoraussetzungen. Die sind aber nichts wert,
Naturwissenschaften und Technik zu nehmen, Interesse für diese Fächer zu wecken und frühzeitig Talente wenn man sie nicht entdeckt und durch harte Arbeit (üben, üben, üben) in eine besondere Leistung = Erfolg
zu erkennen und zu fördern. umsetzt. Der Mensch ist auf seine Gene nicht reduzierbar - er ist das Produkt aus der Wechselwirkung
zwischen Genetik und Umwelt. Gene sind nur Bleistift und Papier, aber die Geschichte schreibt jeder selbst.
Die Naturwissenschaften sind Grundlage für neue Erfindungen und Technologien und somit Basis Welche genetischen Leistungsvoraussetzungen ein Mädchen braucht, um gut Klavier zu spielen - ich habe
des Fortschritts. Je mehr talentierte Naturwissenschaftler wir ausbilden, desto fortschrittlicher und keine Ahnung. Eines weiß ich aber sicher: Wenn dieses Kind nicht auf ein Klavier trifft und motiviert werden
widerstandsfähiger im internationalen Wettbewerb ist unsere Gesellschaft. Voraussetzung für den Erfolg kann zu üben, wird es nie gut Klavier spielen können. Wohingegen das bei Themen wie z.B. Musik oder
ist, dass wir bereits frühzeitig die Kinder mit Physik und Technik vertraut machen. Sport vollkommen akzeptiert ist (je eher das Kind in Kontakt mit einem Fußball kommt, umso eher wird
ein Lionel Messi daraus), ist das für den Bereich Naturwissenschaften vielleicht nicht so klar oder bekannt.
Wer sich von Kindesbeinen an mit Naturwissenschaften beschäftigt, macht sich keine Gedanken über Es gilt aber natürlich allgemein: Je früher man Kindern die Chance bietet, ihr Interesse, ihre Begeisterung,
vermeintlich abstrakte Fächer oder komplizierte Berechnungen, sondern hinterfragt, erlernt und begreift ihre Neigung und Begabung für bestimmte Bereiche zu entdecken und zu entfalten, umso besser ist es.
ganz selbstverständlich naturwissenschaftliche Zusammenhänge. Man muss begeistert und dankbar darüber sein, dass das Projekt „Spürnasenecke“ solche Chancen für die
wichtigste Komponente der Zukunft, für die Talente der nächsten Generation, ermöglicht.
Um Kindern schon frühzeitig die Scheu vor der Technik zu nehmen, wurde von Prof. Mag. Dr. Konrad
Steiner und Mag. Bernadette Unger, BSc gemeinsam mit der Firma Tecan Austria die Spürnasenecke
entwickelt. Es ist eine hervorragende Initiative, um Mädchen und Buben gleichermaßen bereits im Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger
Kindergartenalter spielerisch naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Sie gewährleistet Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik
ein natürliches Herantasten, Experimentieren unter fachkundiger Anleitung und einen natürlichen Organisationseinheitsleiter des Zentrums für Pathobiochemie und Genetik
Umgang mit den Naturgesetzen. Die Spürnasenecke legt so den Grundstein für den nachhaltigen
Fortschritt unserer Gesellschaft.

Ich bin überzeugt, dass Kinder durch spielerisches Lernen ihre naturwissenschaftlichen Neigungen
entdecken und in weiterer Folge mit Freude diesen Neigungen nachgehen. Markus Hengstschläger promovierte mit 24 Jahren mit Studienverkürzung und Auszeichnung zum
Doktor der Genetik. Danach arbeitete er an der Yale University in den USA, wurde mit 29 Jahren
W&H Dentalwerk Bürmoos übernimmt mit Überzeugung die Schirmherrschaft für die Spürnasenecke. außerordentlicher Universitätsprofessor und wurde mit 35 Jahren zum Universitätsprofessor
berufen. Heute leitet er das Institut für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität
W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH Wien. Der vielfach ausgezeichnete und international anerkannte Wissenschafter unterrichtet seit
über zwei Jahrzehnten Studierende, betreut Patienten und berät Regierungen und Firmen. Er sitzt
in mehreren Aufsichtsräten, ist u.a. stellv. Vorsitzender der österreichischen Bioethikkommission,
stellv. Vorsitzender des österreichischen Rats für Forschung und Technologieentwicklung,
Mitglied des Universitätsrats der Universität Linz und Leiter des Think-Tanks Academia Superior.
Hengstschläger ist außerdem Wissenschaftsmoderator bei ORF Radio Ö1 und Autor von drei Platz
KR Dipl.-Ing. Peter Malata 1 Bestsellern („Die Macht der Gene“, „Endlich unendlich“ und „Die Durchschnittsfalle“), die auch
Geschäftsführer jeweils zu den beliebtesten Sachbüchern des Jahres gewählt wurden.

10 11
1
Material
Exkusivvertrieb für

Lösen von Feststoffen


> 2 Löffel Zucker oder
2 Stückchen Würfelzucker

in Österreich
> 2 Löffel Salz
> 2 kleine Steine
> 2 Stück Alufolie
> 8 Gläser
Kindergarten
> 1 Krug mit kaltem Wasser (1/2 – 1 Liter)
> 1 Krug mit warmem Wasser (1/2 – 1 Liter)

Sprachförderung Durchführung
Wir füllen 4 Gläser mit kaltem Wasser. Dann geben wir in je ein Glas Zucker, Salz,
Naturwissenschaften einen Stein und ein Stück Alu-Folie. Wir beobachten, was sich wie schnell löst.
Anschließend wiederholen wir den Versuch, nehmen aber warmes/heißes Wasser.
Bewegung

Sprache - Literacy

© Maria Schwarzmayr
Volksschule

Sprachförderung
Erklärung
Die Löslichkeit eines Stoffes hängt vom chemischen Aufbau und der Kristallstruktur ab. Die Atome
Deutsch bzw. Moleküle von Steinen und Aluminium sind so fest mit einander verbunden, dass es dem Wasser
nicht gelingt, zwischen sie einzudringen und die Stoffe aufzulösen.
Methodentraining
Zucker und Salz sind dagegen löslich in Wasser, aber unterschiedlich leicht. Kochsalz besteht aus
positiv geladenen Natrium- und negativ geladenen Chlorid-Ionen, die sehr stark zusammenhalten,
Mathematik so dass das Wasser einige Zeit benötigt, um in die Kristalle einzudringen. Die Zuckermoleküle sind
dagegen nur locker miteinander verbunden, das Wasser hat leichtes Spiel. Da die Moleküle von
Wir freuen uns über warmem Wasser mehr Energie besitzen und sich schneller bewegen, löst warmes Wasser Salz und
Sachunterricht Ihre Kontaktaufnahme: Zucker rascher auf als kaltes.
Tel.: 07259 39345 10
Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011, Versuch 1
Englisch Fax: 07259 39345 40
buero@sandner-lernen.at
www.finken.at

12 13
© Chris Hofer
2 3
Material Material

Was schwimmt auf dem Wasser?


Herstellung von Lavendelparfüm

> 3 Teelöffel Lavendelblüten > 1 große Glasschüssel,


> 1 kleine Glasschüssel oder kleiner Mörser halbvoll mit Wasser
> ca. 30 ml Wasser > 1 kleines Stück Holz
> 1 kleines Glas mit Schraubdeckel > 1 Glasmurmel
> Filterpapier (z.B. Kaffeefilter) mit Trichter > 1 kleiner Stein
> 1 leeres Glas > 1 Münze
> 1 Eiswürfel
Durchführung
Wir füllen etwa 3 Kaffeelöffel Lavendelblüten in das Schüsselchen oder den Mörser und zerreiben
die Blüten mit einem Löffel oder dem Pistill. Man riecht den Duft.
Nun geben wir ca. 30 ml (1 Schnapsglas) Wasser zu den Blüten und lassen ein wenig stehen.
Anschließend filtrieren wir die Blüten durch den Filter ab und fangen das Filtrat im leeren Glas auf.
Das fliederfarbene Parfüm kann nun im Schraubglas einige Tage aufbewahrt werden.

Erklärung Durchführung
© Maria Schwarzmayr

Viele Pflanzen haben Duftstoffe in ihren Blüten, z.B. um Insekten anzulocken. Die Duftstoffe von Wir legen vorsichtig das Holz, die Glasmurmel, den Stein, die Münze und den Eiswürfel auf das
Lavendel lösen sich in Wasser. Wenn diese Lösung z.B. auf die Haut aufgetragen wird, verdunstet das Wasser und beobachten, was geschieht – die Kinder eventuell vorher raten lassen.
Wasser, die Duftstoffe gelangen in die Luft und werden von uns als angenehmer Geruch wahrgenommen.
Das Verfahren, Bestandteile aus den Blüten mit einer Flüssigkeit Erklärung
herauszulösen, nennt man auch Extraktion. Es wird sehr häufig zur
Ob ein Gegenstand im Wasser schwimmt oder untergeht, hängt nicht von seiner Größe ab, sondern
Herstellung von Parfüms angewendet. Als Lösungsmittel wird häufig
von seiner Dichte. Unter Dichte versteht man, wie schwer ein bestimmtes Volumen (z.B. 1cm³)
Alkohol genommen, weil sich viele Duftstoffe darin besser lösen.
eines Stoffes ist. Hat ein Stoff eine höhere Dichte als Wasser (das die Dichte von ca. 1g/cm³ hat)
Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011, Versuch 2 geht er unter.
Erstaunlich ist, dass Eis schwimmt – es ist doch aus Wasser? Das ist anders als bei fast allen
anderen Flüssigkeiten, wo die Kristalle eine höhere Dichte haben als die Flüssigkeit.
© Heimo Spindler (W&H)

Der Grund ist, dass die Wassermoleküle beim Erstarren mehr Platz brauchen, daher ist die Dichte
von Eis geringer und es schwimmt oben. In der Natur ist das sehr wichtig, weil Seen im Winter von
oben zufrieren und die Lebewesen unter der Eisschicht gut überleben können.

Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011, Versuch 6


siehe auch Versuch 11 „Der schwimmende Fingerhut“
© Maria Schwarzmayr

14 15
4 5

© Maria Schwarzmayr

© Maria Schwarzmayr
Material Material

Was ist saugfähig?


Vitamine schützen

> einige Äpfel (verschiedene Sorten) > Alufolie


> 1 Messer > Watte
> 2 Teller > Wasser
> 1 Zitronenpresse > 1 Ultra-Windel mit
> 1 Zitrone höchster Saugfähigkeit
(Superabsorberkristalle)
Durchführung > 3 Glasschalen
> 1 Löffel oder kleiner Schöpflöffel
Wir schneiden aus den verschiedenen
Äpfeln je zwei Stück heraus und
Durchführung
verteilen sie auf die beiden Teller.
Dann pressen wir die Zitrone aus und Die Windel wird aufgerissen und die Superabsorberkristalle in einem Glasschälchen gesammelt.
tropfen den Saft auf die Stückchen Von der Aluminiumfolie und der Watte werden etwa geiche Mengen in die beiden anderen Schälchen
von nur einem Teller, der andere gegeben. Nun wird mit einem Löffel rundum jeweils die gleiche Menge Wasser zugegeben. Man soll
Teller wird nicht behandelt. die Kinder vorher raten lasen, welches Material am meisten Wasser aufnehmen wird.

Erklärung Erklärung
Die Luft, die an die herausgeschnittenen Apfelstückchen kommt, färbt die Oberfläche braun. Glatte Oberflächen, wie die der Aluminiumfolie, nehmen kein Wasser auf. Watte besteht aus vielen
Die Braunfärbung kommt von der Oxidation der Oberfläche. Vitamin C (Ascorbinsäure), das im Fasern, es lagert sich ziemlich viel Wasser dazwischen ein. Ähnlich ist das auch bei Reinigungstüchern
Zitronensaft enthalten ist, ist ein sogenanntes Antioxidans und schützt den Apfel davor, braun zu oder Papiertaschentüchern. Allerdings lässt sich der Großteil des Wassers wieder leicht auspressen.
werden und erhält so die Qualität. Je nach Sorte enthält ein Apfel mehr oder weniger Vitamin C, daher
Superabsorberkristalle bestehen aus einem Kunststoff (Polycarboxylat), an den sich sehr viel
dauert es unterschiedlich lange, bis sich das Stückchen färbt. Tropft man zusätzliches Vitamin C auf,
Wasser anlagern kann. Die Kristalle „saugen“ das Wasser auf und bilden eine Art Gel. Da dieser
dauert es deutlich länger, bis die Apfelstücke braun werden.
Vorgang langsam abläuft, ist in den Windeln auch Watte, die den Harn zunächst aufnimmt, bis er
Auch im menschlichen Körper dann vom „gequollenen“ Kunststoff fest gebunden wird und nicht mehr ausgepresst werden kann.
© Heimo Spindler (W&H)

verhindert Vitamin C - wie beim


Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011, Versuch 9
Apfel - unerwünschte Oxidation.
Deshalb ist eine ausreichende
tägliche Zufuhr von Ascorbinsäure
sehr wichtig.

Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5.


Auflage 2011, Versuch 7

16 17
6
Material Material
im Sonnenlicht

> 2 saubere Joghurtbecher > weiße Kaffeefilter


oder Plastik-Trinkbecher > 1 Trinkglas

7
> Wasser > Wasser
> schwarzes und weißes Papier > wasserlösliche Fasermaler (sind je
> 1 Schere nach Hersteller sehr unterschiedlich,
> Klebstoff vor Verwendung ausprobieren,
> Sonnenlicht ob sich die Farben gut trennen!)

Durchführung Durchführung

Farben trennen
Die Becher werden außen mit weißem bzw. schwarzem Papier beklebt. Dann füllen wir sie etwa zur Zunächst bereiten wir das Filterpapier für die Farbentrennung vor: seitlich und unten aufschneiden,
Hälfte mit der gleichen Menge Wasser. Die Becher werden an einen sonnigen Platz gestellt. Nach dann einen 20 – 25 cm langen und 4 – 5 cm breiten Streifen herausschneiden (man kann 3 – 5
½ bis 1 Stunde wird die Temperatur des Wassers in den Bechern entweder durch Angreifen mit der geöffnete Filterpapiere übereinander legen und gemeinsam zuschneiden).
Hand oder mit einem Thermometer gemessen. Dann markiert man etwa 5 cm von einem Ende mit einem Bleistift den Punkt, an dem der Fasermaler

© Gunther Seidl
aufgetragen wird. Beim Auftragen (Zeitungs-)Papier unterlegen! Statt einem Strich kann man auch
Erklärung
Schwarz und wei

einen Kreis, Zahlen, etc. aufmalen. Ein hohes Wasserglas fast bis zum Rand mit Wasser füllen. Den
Papierstreifen etwa 3 cm vom Ende umknicken. Das kurze Ende in das Glas hängen und beobachten,
Schwarze Oberflächen absorbieren praktisch das gesamte Sonnenlicht, auch die (unsichtbare) was passiert. Das Filterpapier darf außen nicht am Glas anstoßen, weil das Wasser sonst daran
Wärmestrahlung der Sonne. Die Wand wird warm und das Wasser in diesem Becher wird erwärmt. entlangrinnt und nicht durch das Papier gesaugt wird. Nach einiger Zeit trennt das Wasser die Farben
Weiße Oberflächen reflektieren die Sonnenstrahlen, daher erwärmt sich die Wand – und damit das auf, es zeigt sich, dass „Schwarz“ z.B. aus Rot und Blau besteht.
Wasser – kaum. Deshalb ist es z. B. sinnvoll, im Sommer helle Kleidung zu tragen, um möglichst
wenig Wärme von der Sonnenstrahlung aufzunehmen.
Erklärung
Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag,
5. Auflage 2011, Versuch 9 Die verwendete Methode ist eine sogenannte „Papierchromatographie“. Es gibt eine Reihe von
siehe auch Versuch 23 „Solarofen“ und „chromatographischen Trennverfahren“, die sehr häufig in der Forschung angewandt werden. Das
Versuch 24 „Sonnen-Wasserheizung“
Prinzip ist, dass die verschiedenen reinen Farben, aus denen z.B. „Schwarz“ zusammengesetzt
ist, verschieden löslich in Wasser sind und daher leichter oder weniger leicht mit der Wasserfront
mitgenommen werden. Ein gutes Bild dafür sind Steine im Wildbach: kleine leichtere Steine werden
rascher transportiert als große, schwere.

© Maria Schwarzmayr
© Maria Schwarzmayr

Chromatograpie: http://www.kids-and-science.de/experimente-fuer-kinder/detailansicht/datum/2009/11/27/chromatographie-zu-hause-
erleben.html (Februar 2016)
http://www.simplyscience.ch/tl_files/content/Bilder%20Import/Experimente/Experimente%20aus%20dem%20Kinderlabor/Wo%20haben%20
sich%20die%20Farben%20versteckt/SA_Filzstifte_Experimentier-Anleitung_neu.pdf (Februar 2016)

18 19
8 9
Material Material
Wiedergewinnen von Salz

© Maria Schwarzmayr

Gesalzener Schnee
> Kochsalz > 2 Trinkgläser mit
> ¼ l Wasser zusammengedrücktem Schnee,

© Konrad Steiner
> 1 Teelicht oder zerstoßenen Eiswürfeln
> Teelöffel aus Metall > 3-4 gehäufte Teelöffel Kochsalz
> 2 Thermometer
> eventuell ein kleines, schmales, hohes Gefäß mit Fruchtjoghurt

Durchführung Durchführung
Zunächst stellen wir eine sehr In ein Trinkglas das Salz geben und gut mit dem Schnee verrühren. Das zweite Schneeglas dient als
konzentrierte Salzlösung her. In ¼ l Vergleich und bleibt unberührt. Beide Gläser werden mit Thermometern versehen. Die Temperatur
Wasser lösen wir 5 gestrichene im Salzschneeglas fällt stark ab. Das Thermometer sinkt bis -16° C. Man sieht den Reif an der
Esslöffel Kochsalz (60 - 70 g) auf. Das Außenseite. Stellt man ein kleines Gefäß mit Fruchtjoghurt in die Mischung, wird dieses fest – und
geht langsam, daher sollte man die fertig ist das Fruchteis.
Lösung schon am Vortag vorbereiten.
Man kann die Kinder vorsichtig
(Finger abschlecken) kosten lassen:
Erklärung
Die Lösung schmeckt stark salzig. Wegen des starken Zusammenhalts der positiv geladenen Natrium- und der negativ geladenen
Chlorid-Ionen (des Kochsalzes) benötigt das Wasser viel Energie, um sich zwischen die Ionen
Nun gießen wir eine kleine Menge der
zu schieben und sie so zu trennen. Diese Energie »holt« sich das Wasser aus der thermischen
Salzlösung in einen Teelöffel und halten ihn
Bewegung seiner Moleküle, daher kühlt die Lösung ab. Die Moleküle erstarren in ihrer Bewegung.
über das Teelicht. In kurzer Zeit ist das Wasser
»Temperatur« ist Bewegung der Atome und Moleküle: Wenn man z.B. Nudeln kocht, kann man schön
verdampft und das Salz zeigt sich als weißer
beobachten, wie die Bewegung des Wassers zunimmt.
Belag. Wenn der Löffel ausgekühlt ist, können
die Kinder wieder kosten – Salz. Diese Kühlmethode wurde vor Erfindung der Kühlschränke zur Herstellung von Speiseeis verwendet.

Erklärung
Literatur: http://www.chemieunterricht.de/dc2/grundsch/versuche/gs-v-004.htm (Jänner 2016)

© Konrad Steiner
Beim Erhitzen der Lösung verdampft das
Wasser, das nicht flüchtige Kochsalz bleibt als
Kristall zurück. Der Wasserdampf verflüchtigt
sich in den Raum.
Auch unser Speisesalz wird so gewonnen: Im
Bergwerk wird das rohe Salz mit Wasser aus
dem Gestein herausgelöst, die Salzsole fließt
dann in das Sudhaus wo sie zunächst gereinigt
wird. Anschließend wird das Wasser verdampft.
© Maria Schwarzmayr

Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011,


Versuch 16

20 21
10
Material
Das Gummiei

> 1 Glas
> 1 rohes Ei
> Essig

© Maria Schwarzmayr
Durchführung
Essig ins Glas geben und das rohe Ei hineinlegen.
11
Erklärung
Schon nach kurzer Zeit bilden sich zahllose Kohlenstoffdioxid-Bläschen auf der Eierschale: Material
Eierschalen sind aus Kalk, der Essig hat damit begonnen, die Kalkschale aufzulösen. Nach 12-24
> 1 leichter Fingerhut

Der schwimmende Fingerhut


Stunden ist die Schale ganz verschwunden und nur noch das zarte Eihäutchen hält das Ei zusammen.
> 1 Glas Wasser
> 1 Büroklammer
Methodische Hinweise
> Wird das Ei anschließend abgespült und gegen das Licht gehalten, Durchführung
sieht man deutlich den Dotter im Eiklar schwimmen.
> Wenn parallel zum Essigei ein Ei in Wasser eingelegt wird, können Den Fingerhut (sollte nicht zu massiv sein!) vorsichtig mit der Öffnung nach oben in ein mit Wasser
die Unterschiede (z.B. Bildung von Kohlenstoffdioxidbläschen gefülltes Glas stellen - er schwimmt (vorher testen!). Gibt man eine Büroklammer hinein oder kippt
und ständige Bewegung des Eis im Essig) noch besser man ihn um, so geht er sofort unter.
beobachtet werden.
Erklärung
Ergänzungsversuch Versuch 3 „Was schwimmt auf dem Wasser?“ zeigt lediglich, dass Materialien mit geringerer
Einen Teil der Eierschale mit Elmex-Zahngel (sehr hoher Fluoridgehalt) Dichte als Wasser schwimmen (Holz schwimmt, Stein etc. nicht). Damit wird die Frage, warum ein
einstreichen und ev. mit Bleistift markieren. Die Eierschale wird Eisenschiff nicht untergeht, nicht beantwortet.
hier nicht so starke Bläschen bilden und erst später aufgelöst sein. Wenn die Schwimmeigenschaft nur von der Dichte des Materials abhängt, wie ist es dann möglich,
Fluorid schützt Kalkhaltiges (so auch unsere Zähne) vor Säure. dass z.B. ein Schiff aus Metall schwimmt?
Erklärung: Der Fingerhut (das Boot, Schiff) hat sehr viel Luft im »Bauch«. Damit ist die gesamte
»Dichte« kleiner als die von Wasser. Belädt man den Fingerhut mit einer schweren Last, wird die
Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007:
gesamte »Dichte« größer als die von Wasser, er sinkt. Gleiches gilt, wenn beim Umkippen Wasser
Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben. hinein läuft.
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.

Methodische Hinweise
> Geschichte: Elli und Hansi wollen einen Fingerhut als Boot für Materialtransport verwenden, doch
wenn sie ihn mit schwerer Fracht beladen, geht das Boot unter. Elli fragt sich, warum das so ist.
> Um den abstrakten Begriff der „Dichte“ zu veranschaulichen, können die Kinder z.B. einen
Eimer randvoll mit Sand befüllen und dann rütteln und an die Außenwand klopfen. Der Eimer
ist anschließend nicht mehr ganz voll, weil die gleiche Menge Sand (Masse) einen kleineren
Raum (Volumen) einnimmt, da die Teilchen dichter zusammengerutscht sind.

22 23
12 Material
> eine Hand voll Gummibärchen 14

© Maria Schwarzmayr
> ein Glas Wasser
> Schokofondue-Geschirr, Duftlampe oder Mikrowelle
Der Gummibärchen-Kleber

Durchführung Material

© Karoline Mödlhammer
Gummibärchen mit Wasser über dem Teelicht schmelzen lassen, dabei umrühren. Alternativ kann > ca. 10 Kaulquappen (z.B. aus

Kaulquappen-Aufzucht
man auch eine große Suppenkelle über ein Teelicht halten. Oder man gibt die Gummibärchen- dem Kindergarten- oder Schulteich)
Wasser-Mischung in die Mikrowelle. Auf Stufe »auftauen« auf dreißig bis vierzig Grad erwärmen > 1 Aquarium
(Wichtig: erwärmen, nicht erhitzen!). > Kies
Will man flächig kleben, reicht ein dünnflüssiger Kleber: etwa ein Esslöffel Wasser auf fünf > Steine, Holzstücke, Pflanzen
Gummibärchen. Für dreidimensionales Kleben: sieben Gummibärchen (am besten warm verwenden). > 1 Stück Korkrinde
Die dünnflüssige Gummibärchen-Lösung lässt sich leicht mit einem Pinsel verstreichen, ohne > Trockenfutterflocken (z.B. für Goldfischteiche)
dass das Papier wellig wird. Die Klebkraft ist sehr hoch. Die Gelatine, aus denen die Gummibärchen > eventuell Magnete „Frosch“ von Wehrfritz
bestehen, schrumpft beim Trocknen. So wird eine sehr gute Verklebung erreicht.
Der Kleber eignet sich besonders gut für Lebensmittel (Kekse etc.).
Der Kleber hält sich sehr lange und wird vor Gebrauch einfach wieder kurz erwärmt (verflüssigt). Durchführung
Das Aquarium mit Kies, Wurzelstücken, Pflanzen (z.B. Wasserpest etc.) einrichten (Gegenstände
Erklärung vorher gründlich mit Wasser abspülen. Auf dem Wasser sollte immer ein Stück Korkrinde schwimmen
(damit metamorphierte Kaulquappen nicht ertrinken). Am besten geeignet ist durch ein Teesieb
Zwei verschiedene Stoffe (z.B. Kleber und Papier) können sich durch Adhäsion verbinden. Damit gefiltertes Teichwasser (ansonsten weiches Leitungswasser verwenden). Als Standort eignet sich am
bezeichnet man die Wechselwirkung zwischen den Molekülen der beiden Stoffe und - vor allem besten ein Platz mit 1-2 Stunden Vormittagssonne und dann keiner direkten Sonneneinstrahlung mehr.
bei rauen Oberflächen - eine mechanische Verbindung (Klebstoff tritt in Poren etc. ein). Damit die Ca 10 Kaulquappen (oder Eier) hinzugeben. Wichtig für eine normale Entwicklung der Kaulquappen
Verbindung gut hält, muss der Klebstofffilm stabil sein, das heißt, die Klebstoffmoleküle müssen in ist eine geringe Tierdichte (maximal 5 Kaulquappen pro Liter Wasser). So kann der „Crowding-
sich gut zusammen halten (Kohäsion). Effekt“ verhindert werden (eine Vergiftungserscheinung, hervorgerufen durch die Kaulquappen-
Literatur: http://de.wikipedia.org/wiki/Adh%C3%A4sion (Jänner 2016)
Ausscheidungen, die vermutlich im Freiland eine Futterkonkurrenz ausschalten soll). Die noch
kleinen Kaulquappen fressen zuerst von der Gallerte des Laichs. Etwas später können sie von den
Kindern 2x täglich mit ein paar Trockenfutterflocken gefüttert werden. Dabei ist es wichtig, äußerst
kleine Mengen zu verwenden, die von den Tieren sofort aufgefressen werden sollten, da sonst das
Wasser schnell „kippen“ kann. 1-3 x pro Woche sollte das Wasser gewechselt werden (Kotentfernung).
13 Material
> Weizenmehl
Um das Wohl der Tiere zu gewährleisten, empfiehlt es sich, sie bereits auszusetzen, wenn alle vier
Beine vorhanden sind, sie aber noch einen Ruderschwanz haben.
© Maria Schwarzmayr

> Wasser
> 1 Gefäß mit Schraubverschluss Erklärung
Der Mehl-Kleber

Viele Tierarten machen im Laufe ihres Lebens eine Metamorphose (Verwandlung) durch. Frösche
Durchführung laichen im Teich, die geschlüpften Kaulquappen sind Kiemenatmer und entwickeln sich langsam
zum Frosch. Dieser erreicht meist nach zwei Jahren die Geschlechtsreife und pflanzt sich am Ort
a) Mehl und kaltes Wasser im Verhältnis 1:1 vermengen und warten bis es andickt, gegebenenfalls seiner Geburt fort.
nochmals nachmischen. Dieser Kleber sollte direkt verbraucht werden, weil er leicht verdirbt.
b) Zwei Löffel Mehl klumpenfrei mit einer halben Tasse kaltem Wasser vermengen. Und vorsichtig
erhitzen (über Teelicht, am Herd oder in der Mikrowelle) bis ein dicker Brei entsteht. Abkühlen Methodische Hinweise
lassen und fertig ist der Kleber, der sich in einem Schraubglas im Kühlschrank sehr lange hält. > Um das ökologische Gleichgewicht nicht zu beeinflussen, ist es unbedingt erforderlich,
Hinweis: beide Mehl-Kleber erlangen ihre Klebkraft erst nach dem Trocknen. die Kaulquappen wenn sie metamorphiert sind an jenen Ort zurückzubringen, wo die Eier
entnommen wurden (da hier eine natürliche Population vorkommt).
Erklärung siehe Versuch 12 „Der Gummibärchen-Kleber“ > Als kindgerechte Begleitlektüre zu diesem Experiment eignet sich
Literatur: http://www.bastelfanatiker.de/tippsundtricks/divkleber.htm (Jänner 2016)
z.B. „Der Frosch“ von Daniel Moignot und Friederike Naroska.

Literatur: http://www.froschnetz.ch (Jänner 2016)

24 25
16
Das spiegelbildliche Experiment ist auch sehr reizvoll: Wie bekommt man aus Salzwasser mit

15
einfachsten Mitteln Süßwasser - z.B. wenn man auf eine einsame Insel ohne Trinkwasser verschlagen
wird?

Material
> 1 Schüssel aus Glas
Material > 1 Glas oder Schale, etwas
Das Miniglashaus

niedriger als die Schüssel


> 2 kleine Becher > 1 Stück Frischhaltefolie,
> 1 Schüssel die über die Schüssel passt
(höher als die Becher) > 1 kleiner Stein
> Wasser > Salzwasser (etwa

Wasserdestillation
> 1 Thermometer 2 gestrichene Teelöffel
> Sonnenschein Salz auf ¼ l Wasser)
> Sonnenschein
Durchführung
Beide Becher werden gleich hoch (etwa halbvoll) mit Wasser befüllt. Dann stellt man sie Durchführung
nebeneinander in die Sonne und deckt einen mit der Glasschüssel ab. Nach einer Stunde wird in Das Glas stellen wir in die Mitte der Schüssel, dann füllen wir diese etwa halbvoll mit Salzwasser
beiden Bechern die Temperatur mit dem Finger (bzw. Thermometer) gemessen - das Wasser unter (Meerwasser enthält etwa 3% Salz, hauptsächlich Kochsalz). Nun spannen wir die Folie straff über
der Schüssel ist wärmer. die Schüssel und legen den Stein in die Mitte, so dass über dem Glas eine Delle in der Folie entsteht.
Die Folie darf aber nicht auf dem Glas aufliegen! Die Anordnung stellen wir in die Sonne. Schon nach
Erklärung kurzer Zeit beschlagen sich Glaswand und Folie. Dann tropft Wasser in das Glas. Durch Kosten stellen
wir fest, dass es sich um Süßwasser handelt. (Anmerkung: destilliertes Wasser kann unbedenklich
Das Sonnenlicht geht durch Glas und verwandelt sich in Wärme. Ein Teil der Wärme bleibt unter getrunken werden, erst in großen Mengen kann es Probleme wegen der fehlenden Salze geben,
dem Glas gefangen. Das ist das Prinzip von Glashäusern und Wintergärten (siehe Versuch 37 siehe z.B. Wikipedia: »destilliertes Wasser«).
„Kressesamen im Mini-Glashaus“)
Genauer: Die Sonnenstrahlung Erklärung
geht ziemlich ungehindert
durch das Glas durch. Beim Durch die Sonnenwärme verdunstet das Wasser und schlägt sich auf der Folie nieder. Durch das
Auftreffen auf den Untergrund Gefälle rinnt es in die Mitte und tropft dann ab. Salze bestehen aus elektrisch geladenen Ionen, diese
wandelt sich ein großer können nicht mit verdunsten und bleiben zurück (siehe Versuch 8 „Wiedergewinnen von Salz aus
Teil in Wärmestrahlung (im einer wässrigen Lösung“).
infraroten Teil des Spektrums)
Literatur: http://www.simplyscience.ch/kids-experimente-luft-wasser/articles/trinkwasser-aus-salzwasser.html (Jänner 2016)
um. Glas ist für diese
Strahlung fast undurchlässig,
daher bleibt die Wärme
»eingefangen«.
Das ist auch die Erklärung für den globalen Treibhauseffekt
(»global warming«). In diesem Fall ist hauptsächlich das
Kohlenstoffdioxid der für die Wärmestrahlung undurchlässige
Filter. Das Zurückhalten der Wärmestrahlung ist umso größer, je
mehr CO2 in der Atmosphäre ist.
© Maria Schwarzmayr

Literatur: http://www.saarland.de/dokumente/ressort_umwelt/Baustein1_Haus.pdf
(Arbeitsblatt 6) (September 2012)

26 27
17 18
Material Material

Regenwürmer genauer betrachtet


Verborgene Tiere

> 1 großes Stück Holzrinde > Ein großes, sauberes


oder eine alte Bodenplatte Gurkenglas
> Gartenerde
Durchführung > Zwiebelreste
> Kaffeesatz
Bodenplatte im Garten auf eine möglichst naturbelassene Fläche legen (z.B. Wiese, Heckenrand, > einige Blätter
Holzstoß, ...) und einige Tage warten. Abdeckung vorsichtig entfernen; die Bodentiere mit > einige Regenwürmer
Becherlupen beobachten bzw. einsammeln.
Durchführung
Erklärung Erde mit Regenwürmern ins Glas füllen.
Unter der Abdeckung ist es dunkler und feuchter als in der Umgebung, manche Bodentiere lieben Zwiebelreste, Kaffeesatz und Blätter darauf legen.

© Karoline Mödlhammer
das und suchen sich hier ihr neues „Zuhause“. Das Glas in eine dunkle Ecke stellen. Abwarten
und beobachten; ggf. ab und zu zwei Teelöffel
Methodische Hinweise Wasser dazugeben, damit die Erde feucht bleibt.

> Gefundene Tiere mithilfe von Nachschlagewerken identifizieren.


Erklärung
> Zeigen und erklären, dass die aufgefundenen Bodentiere nicht „eklig“ sind. Erklären,
dass jegliche Lebensform respektiert werden soll, weil der Verlust von Arten immer Die Regenwürmer graben sich nach oben
einen Schaden für die Umwelt bedeutet. und holen sich die Nahrung.

Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.1

Methodische Hinweise
© Konrad Steiner

> Wenn man das Regenwurmglas mit dunklem Papier abdeckt, fühlen sich die Würmer durch die
Dunkelheit geschützt und kriechen bis an den Rand. So lassen sich Gänge und Würmer noch
besser beobachten.
> Zum Einstieg evtl. die Regenwürmer in einer Schale im Kreis herumgeben und fragen, was die
Kinder schon über Regenwürmer wissen.
> Anatomie und Bedeutung des Regenwurms besprechen. Regenwürmer sind wichtig für den
Boden: Sie fressen organischen Abfall (wie Blätter und Pflanzenreste) und durchlüften die
Erde. Ihre Gänge erleichtern Pflanzen das Wurzelwachstum. Ein guter Boden enthält 100–400
Regenwürmer pro Quadratmeter. Übrigens ein weit verbreiteter Irrtum: Ein geteilter Wurm wird
nicht zu zwei Würmern! Nur der hintere Teil (mit dem After) kann erneuert werden.
> Regenwürmer in der Nahrungskette: Sie sind Futter für zahlreiche Vogelarten, Marder, Maulwürfe,
Igel, Spitzmäuse, Erdkröten, Frösche, Feuersalamander, Hundertfüßer, Ameisen, Laufkäfer,
Füchse und Dachse.
> Zum Abschluss des Experiments gemeinsam die Würmer wieder im Garten aussetzen.

Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.3


Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps:
Erde und Wasser. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt
Andrews Georgina, Knighton Kate, 2008: 100 spannende Experimente für Kinder. Bassermann Verlag, München

28 29
19 Methodische Hinweise
> Diese Versuche können mit nahezu allen Nahrungsmitteln durchgeführt werden, allerdings muss
vorher abgeklärt werden, ob eventuelle Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen. Sehr reizvoll
ist dieses Experiment z.B. auch mit Zimt: hält man sich beim Verkosten die Nase zu, wird er nicht

Material
erkannt und als „pfeffrig scharf“ beschrieben.
Lebensmittel erraten – Nase zu und durch!

> Übungen dieser Art eignen sich sehr gut, um Kinder zu natürlichen Aromen zurückzuführen.
Teil 1: Denn in Zeiten, in denen Geschmacksverstärker Hochkonjunktur feiern, sind natürliche
> 1 roter Paprika Inhaltsstoffe keine Selbstverständlichkeit.
> 1 roter Apfel
Literatur: Hecker Joachim, 2012: Der Kinder Brock Haus. Experimente – Den Naturwissenschaften auf der Spur. F.A. Brockhaus Verlag; Gütersloh/ München.
> 1 Karotte Ennemoser Tamara, 2012: Unterrichtsvorbereitungen Biologie
> 1 Stabmixer
> 3 Teller
> 3 Löffel
Teil 2: Material 20

© Lorenz Schwaiger
> 1 gekochte Kartoffel
> 1 Zwiebel > Schaufel
> 1 Apfel > 1 stabiler Plastikbecher
> 1 Stabmixer > 4 faustgroße Steine

Was kriecht denn hier herum?


> 3 Teller > 1 dünne Holzplatte
> 3 Löffel oder eine alte Fliese
> 1 Augenbinde > Essensreste als Köder
> 1 Nasenklammer (Wäscheklammer) (Apfelstück, Wurstwürfel,
klein geschnittener Käse, …)
Durchführung
> 1 weißes Tuch
> 1 Becherlupe
Teil 1: Die mit dem Stabmixer zerkleinerten Lebensmittel auf die drei Teller verteilen. Dabei dürfen
die Kinder nicht zusehen. Danach sollen die Kinder alle drei Breie probieren und erraten, um welches Durchführung
Obst, beziehungsweise welches Gemüse es sich jeweils handelt.
Ein Loch in die Erde graben; Becher mit Köder hineinstellen.
Teil 2: Kartoffel, Zwiebel und Apfel ebenfalls mit dem Mixer zu jeweils einem Mus verarbeiten und auf Mit den vier Steinen und der Holzplatte ein Regendach bauen.
die drei Teller verteilen. Wieder gilt, dass die Kinder dabei nicht zusehen dürfen. Am nächsten Tag die Falle öffnen, die Tiere auf das weiße Tuch schütten und mit der Lupe betrachten.
Den Kindern eine Augenbinde aufsetzen und die Nasenklammer (bzw. Wäscheklammer) anbringen.
Nun soll blind und ohne Einsatz der Nase erraten werden, worum es sich jeweils handelt. Gelingt es Erklärung
mit der Nasenklemme nicht, kann diese etwas später entfernt werden und die Kinder können es
noch einmal versuchen. Nachtaktive Bodentiere werden von den Essensresten angelockt und kriechen in die Falle.

Erklärung Methodische Hinweise


Durch dieses Experiment soll gezeigt werden, wie eng der Geschmacks- und Geruchssinn > Gefundene Tiere mithilfe von Nachschlagewerken identifizieren.
miteinander verbunden sind. Mit unserer Zunge, auf der sich ungefähr 2000 Geschmacksknospen > Zeigen und erklären, dass die aufgefundenen Bodentiere nicht „eklig“ sind. Erklären,
befinden, können wir fünf verschiedene Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, bitter und dass jegliche Lebensform respektiert werden soll, weil der Verlust von Arten immer
umami = fleischig) unterscheiden. Noch viel empfindlicher als unser Geschmackssinn ist aber unser einen Schaden für die Umwelt bedeutet.
Geruchssinn, der ganz wesentlich zum Erkennen von Geschmäckern beiträgt. Zirka drei Viertel des > Fallenstandorte variieren (Wiese, Hecke, Bäume etc.).
Geschmacks machen die Aromen eines Stoffes, die von den Riechzellen wahrgenommen werden, > Solche „Barberfallen“ (nach dem Erfinder Herbert Spencer Barber)
aus. Lediglich ein Viertel entsteht auf der Zunge selbst. Wenn man sich also die Nase zuhält, oder werden auch in der Wissenschaft verwendet.
etwa erkältet ist, können keine Geschmacksstoffe an den Riechzellen vorbeiströmen und so fällt es > Tiere gemeinsam wieder aussetzen.
sehr schwer, Lebensmittel zu identifizieren.
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.6 Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette,
2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps: Erde und Wasser. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt

30 31
22
Material

Wie Pflanzen trinken


> 1 weiße Blume (z.B. Nelke oder Levkoje)

21
> 1 Glas
> Wasser
> farbige Tinte
> 1 Lupe

© Maria Schwarzmayr
Durchführung
Material
Wie Pflanzen wachsen

Glas mit Wasser füllen, ein paar Tropfen Tinte dazugeben und umrühren.
> etwas Watte Den Stängel der weißen Blume ins Wasser stellen.
> 1 hohes Glas

© Maria Schwarzmayr
> Wasser
> 2-3 getrocknete Bohnen Erklärung
(Linsen, Kichererbsen, Weizen,...) Die Blüte färbt sich allmählich, man kann genau sehen, wo die Tinte in die feinen Äderchen der Blätter
> 1 Lupe fließt (Lupe). Auch die grünen Blätter verfärben sich (sehr gut bei roter, blauer und schwarzer Tinte
zu beobachten). Pflanzen brauchen zum Leben Wasser. Das Wasser transportieren sie in engen
Durchführung Röhrchen, sogenannten „Kapillaren“, nach oben. Das Wasser wird wie in einem Trinkhalm regelrecht
nach oben gesogen, es steigt dabei umso höher, je dünner die Kapillaren sind (Adhäsion zwischen
Vorbereitung: trockene Bohnen etwa 24 h ins Wasser legen. Wasser und Glas, Kohäsion zwischen den Wassermolekülen). Ein zusätzlicher Sog entsteht, weil das
Feuchte Watte ins Glas geben, Bohnen zwischen Watte und Glasrand stecken. Wasser über die Blätter verdunstet.
Verwendet man farbige Watte, heben sich die weißen Wurzeln besser ab.
Das Glas an einen hellen, warmen Ort stellen.
Methodische Hinweise
Erklärung > Einstieg: Die Kinder sitzen mit geschlossenen Augen im
Stuhlkreis, der/die Pädagoge/Pädagogin geht im Kreis
Nach 9-10 Tagen keimen die Bohnen (bzw. kürzere herum und streichelt den Kindern mit dem Blütenkopf
Keimdauer bei anderen Samen); Wurzeln wachsen über die Wangen. Die Kinder raten, womit sie berührt
nach unten, dann keimt der Spross und richtet sich worden sind. Gespräch über Blumen; Blumen durchgeben.
zum Licht. > Variation: Pflanzenstängel mit Messer spalten und jede
Hälfte in ein anders gefärbtes Wasserglas stellen, eine
Methodische Hinweise Hälfte der Blüte wird z.B. blau und eine rot.
> Kapillarität mit Glas, Wasser und Trinkhalmen nochmal
> Schaublock „Bohne“ (Wehrfritz) veranschaulichen: Zwei unterschiedlich dicke Strohhalme
zur Erklärung verwenden. werden in ein flaches Glas mit Wasser getaucht. Im dünnen Strohhalm
> Besprechen der Bedingungen, die die kommen die Anziehungskräfte zwischen Halm und Wassermolekülen
„Babypflanze“ zum Auskeimen braucht noch mehr zur Geltung und das Wasser steigt höher.
(siehe Versuch 53 „Geräuschvolle Erbsen“). > Evtl. auch ein Haar herzeigen und erklären, dass die
> Evtl. Bohne danach ins Freie setzen oder Kapillaren der Pflanzen sogar noch dünner sind.
für Versuch 48 „Wo geht’s zum Licht?“ > Ausklang: Die Kinder basteln oder malen selber Blumen.
weiterverwenden.
© Elisabeth Riedler

Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch S.13 bzw. Physik S.1
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch S.11 Köthe Rainer, 2001: 175 Experimente aus Physik, Chemie und Biologie. Tessloff Verlag, Nürnberg
Andrews Georgina, Knighton Kate, 2008: 100 spannende Experimente für Andrews Georgina, Knighton Kate, 2008: 100 spannende Experimente für Kinder. Bassermann Verlag, München
Kinder. Bassermann Verlag, München

32 33
© Chris Hofer
23
Material
> Solarofen-Set von Green Science
Erklärung
Solarofen

> 1 kleines Stück Emmentaler Solarkochkisten werden vor allem im Süden, wo es viel Sonne, aber wenig Brennmaterial gibt,
> 1 kleines Stück (Geburtstags-)Kerze verwendet. Sie sind im Prinzip gleich aufgebaut, wie unser Versuch, die Temperatur kann bis zu
> ein wenig rohes Ei (gerührt, salzen) 200°C erreichen. Historisch von Interesse ist, dass diese Konstruktion schon 1767(!) von Horace
> 1 kleines Glas- oder Aluminumschälchen Bénédict de Saussure (er hat 1787 auch den Mont Blanc erstiegen) erfunden wurde. Er verwendete
(Durchmesser max. 5 cm) sie allerdings für physikalische Experimente.
> Gummiringe
Methodische Hinweise
> voller Sonnenschein
zusätzlich (Versuch 2)
> Geschichte: Elli und Hansi wollen kochen und finden die dafür nötigen Materialien auf einem
> Schreibtischlampe mit 60 W Glühbirne und Reflektor
abgelegenen Campingplatz.
> Energiesparlampe oder LED, etwa 10 W
> Im Internet findet man zahlreiche Bilder zum Thema „Solar cooking“ z.B. Frauen in Indien, die mit
Solaröfen kochen. Diese könnte man z.B. ausdrucken und mit den Kindern gemeinsam besprechen
Durchführung (1) (Bäume/ Holz in Indien sehr kostbar, daher Kochen mit Solaröfen gute Alternative etc.)
Der Ofen wird in die volle Sonne gestellt. Um maximale Erwärmung zu erreichen, hat er einen Literatur zur Ergänzung.
schrägen Fuß, damit die Sonnenstrahlen etwa senkrecht auftreffen. In den Ofen gibt man den http://de.wikipedia.org/wiki/Solarkocher (Jänner 2016)
http://www.solarcooking.org/saussure.htm (Jänner 2016)
U-förmig geknickten Zentrierer, damit das Glasschälchen nicht wegrutscht.
Der Emmentaler bzw. ein kleines Stück Kerze werden in die Schüssel gegeben und etwa eine halbe
Stunde bis Stunde stehen gelassen. Wenn die Temperatur im Ofen mindestens 70 Grad erreicht, gibt

© Heimo Spindler
man ein wenig vom rohen Ei in das Schüsselchen.

Erklärung
Durch die vier Reflektoren wird das Sonnenlicht eingefangen und gebündelt. Das schwarze Papier
nimmt die Strahlen auf und wandelt sie in Wärme um (siehe auch Versuch 6, »Schwarz und Weiß
im Sonnenlicht«). Dadurch wird es im Ofen viel heißer als in der Umgebung. Emmentaler und Wachs
schmelzen. Das Thermometer verfärbt sich nach rosa, das heißt, im Ofen hat es mindestens 70°C.
Nach 1 - 2 Stunden ist das Ei fest. Es stockt, weil sich das Eiweiß verändert, die »Eierspeise« kann
gekostet werden. Wir beobachten Wassertröpfchen auf der Abdeckfolie. Wasser verdunstet aus dem
Ei, das schlägt sich auf der Abdeckfolie nieder, weil diese kälter als der Ofenraum ist.

Durchführung (2)
Wenn keine Sonne scheint, kann man auch das Licht einer 60 W Glühbirne, die man genau über dem
Ofen (so nah wie möglich) platziert, verwenden. Die Experimente funktionieren analog, der Prozess
dauert länger. Nimmt man dagegen eine etwa gleich helle Energiesparlampe oder LED, so heizt sich
der Ofen nicht auf.

34 35
© Heimo Spindler
Erklärung
Die schwarze Oberfläche der Solarplatte wird durch das Sonnenlicht erwärmt und erwärmt das
Wasser im Schlauch. Am oberen Ende der Solarplatte ist das Wasser wärmer, seine Dichte sinkt, es
steigt auf und »zieht« das kalte Wasser nach. Man kann das einfach überprüfen, in dem man beide
Schläuche angreift. Der von der Solarplatte oben weggehende ist wärmer als die Rückleitung.
Dieser »Thermosiphon« läuft so lange, bis das Wasser überall gleich warm ist. Überschreitet die
Temperatur im Wärmespeicher 40°C, wird das (auf die Flasche angeklebte) Thermometer rotbraun.

Durchführung (2)
Wenn keine Sonne scheint, kann man auch das Licht einer 60 W Glühbirne, die man genau über
der Solarplatte (Abstand etwa 10 cm) platziert, verwenden. Das Wasser erwärmt sich analog, der
Prozess dauert länger (mind. 2 Stunden). Nimmt man dagegen eine gleich helle Energiesparlampe
oder LED, so erwärmt sich das Wasser nicht.

24 Erklärung
Glühlampen wandeln den Großteil des elektrischen Stroms in Wärmestrahlung um, nur etwa 3%
wird als Licht abgestrahlt, sie sind eine gute Heizquelle. Energiesparlampen wandeln 15 - 20% des
Stroms in Licht um, LED’s noch mehr, daher werden sie nur warm, nicht heiß.

Material Ergänzung
Sonnen-Wasserheizung

> Solarwassererhitzer-Set von Green Science, zur Erhöhung des Solareffekts:


> 1 Stück schwarzes Papier, Systeme zur solaren Wassererwärmung sind weit verbreitet. Einfache Anlagen, die analog wie unser
auf Styroporplatte montiert
8,5 x 13,5 cm Modell arbeiten, werden in südlichen Ländern in großem Umfang zur Brauchwasser-Erwärmung
> 1 PET-Flasche 0,5 Liter mit Teflonband-Dichtung
> Alufolie eingesetzt. Bei uns findet man diese Ausführung häufig zur Erwärmung von Schwimmbecken.
im Gewinde mit aufgeklebtem Thermometer
> 2 Gummiringe Aufwendigere Anlagen mit getrenntem Solarkreislauf und Pumpen werden zur Brauchwasser-
> 1 PET-Flasche 1 oder 1,5 Liter
Erwärmung und Heizung (besonders in Niedrig-Energie-Häusern) eingesetzt. Die dafür verwendeten
> 1 Plastiksackerl
Solarkollektoren haben eine sehr hohe Energieausbeute: 60 - 75% der Sonnenstrahlung werden in
zusätzlich Wärme umgewandelt.
> Schreibtischlampe mit 60 W Glühbirne und Reflektor
Literatur zur Ergänzung: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenkollektor (Jänner 2016)
> Energiesparlampe oder LED, etwa 10 W

© Chris Hofer

© Chris Hofer
Durchführung (1)
Die kleine Flasche (Wärmespeicher)wird mit Wasser gefüllt. Nach dem Umdrehen und Herausklopfen
der Luft soll das Wasser ein wenig über dem oberen Schlauchende stehen. Dann wird die kleine auf
die große Flasche (etwa halb gefüllt mit Sand) gesteckt.
Die Anordnung wird 1 - 2 Stunden in die Sonne gestellt und die Temperatur beobachtet. Dabei stellt man
die Solarplatte am Fuß der Plastikflasche schräg auf, möglichst senkrecht zur Sonneneinstrahlung.
Die Erwärmung erfolgt rascher, wenn man die Vorderseite mit schwarzem Papier abdeckt. Ferner
kann der Wärmespeicher (und die Schläuche) mit Alufolie isoliert werden. Nicht vergessen, ein Loch
zur Ablesung des Thermometers herauszuschneiden.

36 37
© Chris Hofer
25
Material Erklärung
Schneckenterrarium

> 1 Terrarium Die Kinder können die Entwicklung, den


> Kies Lebenszyklus etc. von Schnecken (oder
> Erde (keine gedüngte auch von anderen Tierarten) beobachten
Blumenerde aus dem Sack!) und miterleben und lernen darüber
> Wurzelstücke, Äste etc. hinaus, ein Tier richtig zu pflegen und
> 1 kalkhaltigen Stein Verantwortung zu übernehmen.
> 1 feines Netz (oder eine Gardine)
> mindestens 2 Weinberg- oder
Achatschnecken
Methodische Hinweise
© Karoline Mödlhammer

> Anhand von Schneckenbildern zum Ausmalen lässt sich gut die Anatomie der Schnecke
Durchführung „Weinbergschneckenterrarium“ beschreiben (Augenfühler, Tastfühler, Mund, Kriechsohle etc.). Die meisten Schnecken sind
Zwitter, das heißt sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Jede
5 cm Kies ins Terrarium füllen (entzieht dem Terrarium überflüssiges Wasser). Auf die Kiesschicht Schnecke kann Eier legen, sie braucht dafür nur ein Samenpaket von einer anderen Schnecke.
eine Schicht lockere, kalkhaltige Erde geben (für Weinbergschnecken mindestens 8-10 cm, damit Sobald sich zwei Schnecken treffen, können sie Samenpakete untereinander austauschen.
die Tiere Löcher graben und ihre Eier ablegen können). In der obersten Schicht soll möglichst Da die Samenpakete in die Geschlechtsöffnung am Kopf der Schnecke eingeführt werden
die natürliche Umgebung der Schnecken nachgebildet werden: Wurzelstücke, Äste etc. sollten müssen, pressen sie dabei ihre Köpfe aneinander.
Unterschlupf bieten. Man kann das Terrarium auch bepflanzen (z.B. mit Moos oder Efeu – Letzterer > Die Weinbergschnecken können von den Kindern im Rahmen eines Ausflugs eingesammelt
wird aufgrund der Giftigkeit nicht weg gefressen). Auf jeden Fall gehört ein kalkhaltiger Stein werden. Nach Beendigung der Versuche wieder zurückbringen!
(auch Eierschalen, oder Sepia-Schulp) ins Terrarium, da die Tiere den Kalk brauchen, um ihr
Gehäuse aufzubauen.
Zum Schluss ein feines Netz (oder eine alte Gardine) über das Terrarium spannen, damit die Tiere
Ergänzungsversuch „Achatschneckenterrarium“
ausreichend Luft bekommen und Schimmelbildung vermieden wird und das Terrarium an einen Besonders gut geeignet für die Arbeit mit Kindergartenkindern sind afrikanische Riesenschnecken
schattigen Platz stellen. (Achatschnecken, in Tierhandlung kaufen oder in anderen Kindergärten nach Eiern / Jungtieren
Zum Füttern eignen sich frische Blätter (Salat, Kohl, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe), fragen). Die Kinder können diese sehr großen Schnecken angreifen und über ihren Körper
angeschnittene Früchte, Gurken, Kartoffeln oder Kürbis (keine gekochten Lebensmittel oder kriechen lassen. Manche Exemplare werden regelrecht zutraulich. Darüber hinaus lässt sich das
Essensreste!). Außerdem müssen die Schnecken (Feuchtlufttiere) täglich mit etwas Wasser Fortpflanzungsverhalten und die Entwicklung vom Ei zur adulten Schnecke beobachten.
besprüht und das Terrarium regelmäßig von Kot und Futterresten gesäubert werden. Auch Experimente zur Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme, Wahrnehmung und Reaktion
auf verschiedene Außenreize oder Fortbewegung der Schnecken sind sehr reizvoll.
Besonders geeignet, um Wein-
So kann man z.B. die Schnecken schadlos über eine in einer Styroporplatte
© Chris Hofer

bergschnecken im Terrarium
steckenden Rasierklinge kriechen lassen oder eine senkrechte Glasplatte
zu halten, sind die Monate April
hinauf (wodurch die wellenförmige Fortbewegung der Kriechsohle sichtbar wird).
bis September. In dieser Zeit
Haltungs- und Zuchtbedingungen sind der Literatur zu entnehmen.
können sie und auch etwaige
Zu beachten ist, dass Achatschnecken und deren Eier keinesfalls in der Natur freigelassen
dazugekommene Jungtiere
werden dürfen. Eier sind durch Tiefgefrieren abzutöten, bevor sie entsorgt werden!
jeder-zeit wieder freigelassen
Sonst können sie an frostfreien Stellen überwintern und in unserem Ökosystem
werden. Länger als zwei
als sogenannte „Neozooen“ nicht abschätzbare Schäden anrichten!
bis drei Monate sollte man
die Tiere nicht im Terrarium Literatur:
halten, weil sie sonst, wie Lichtenberger Joachim, Lichtenberger Silke, Paturi Felix, Hattemer Birgit, Kaupp Jeanette, Kaupp Susanne, Strehle Annegret, Trerotola
Remo, 2001: Löwenzahn: Kleine und große Tiere, Experimente, Rätsel, Spiel und Spaß. Möllers & Bellinghausen Verlag, München. S.52
alle Tiere in Gefangenschaft, http://www.biologiedidaktik.at/Tiere/Achatschnecke.html (Jänner 2016)
unselbstständig werden. www.helix-pomatia.de/terrarium.html (Jänner 2016)

38 39
© Gunther Seidl
26 Methodische Hinweise
> Geschichte: Hansi will für Elli eine Karte von einem verborgenen Schatz anfertigen,
den außer ihnen niemand entziffern kann.
> Bei Versuch 1 können die Kinder z.B. geheime Bilder malen, welche dann der/die Pädagoge/

Material
Pädagogin erraten muss (da das „Entwickeln“ der Bilder mithilfe des Bügeleisens nur von dem/
der Pädagogen/Pädagogin durchgeführt werden sollte). Bei Versuch 2 hingegen können sich die
Kinder auch gegenseitig Bilder und geheime Botschaften schicken.
Geheime Bilder

> 1 Zitrone
> Zitronenpresse > Bei Versuch 2 bietet sich außerdem eine nette Methode der Gruppeneinteilung an:
> 1 kleines Glas Der/Die Pädagoge/Pädagogin schickt den Kindern geheime Bilder, die beim Entwickeln die
> Schreib- oder Zeichenwerkzeug nächste Aktivität ankündigen z.B. Elli steht für Experimentieren, ein Buch steht für Leseecke etc.
(Feder, Pinsel, Wattestäbchen...) > Sowohl Versuch 1 als auch Versuch 2 lassen sich außerdem für geheime Botschaften der Kinder
> Papier (für Versuch 1 leicht gelblich) an ihre Eltern verwenden (z.B. eine vermeintlich leere Muttertagskarte bei der durch Bügeln ein
> Bügeleisen Herz entsteht etc.)
> Essig (ungefärbt) Ergänzend kann man verschiedenste Flüssigkeiten mit dem Blaukraut-Indikator versetzen und so den
> Blaukraut-Kopf Grad der Säure oder Base feststellen. In Reagenzröhrchen gefüllt, kann man schöne Farbreihen erzielen.
> Schwamm oder Wattepads
> 1 Kochtopf Literatur: http://www.simplyscience.ch/kids-experimente-farben-licht/articles/zaubertinte-aus-zitronensaft.html (Jänner 2016)
http://www.simplyscience.ch/kids-experimente-farben-licht/articles/zaubertinte-aus-essig.html (Jänner 2016)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rotkohl (Jänner 2016)

Durchführung (1)
Die Zitrone auspressen und den Saft auffangen. Mit einem Schreibwerkzeug und dem Zitronensaft
als Tinte schreibt oder malt man auf ein Blatt Papier. Sobald die Tinte trocken ist, wird sie (fast)
unsichtbar. Zum Entwickeln wird das Papier mit einem Bügeleisen (auf Stellung „Baumwolle“)
gebügelt. Dabei erscheint die Zeichnung/Schrift.

Erklärung
Zitronensaft enthält organische Moleküle, deren Hauptbestandteil Kohlenstoff ist. Diese chemischen
Verbindungen sind gegen Hitze empfindlich und verkohlen. Das passiert z.B. auch, wenn man eine
Semmel zu lange toastet. Die Kohle ist braun bis schwarz, wodurch man die verborgene Information
sichtbar machen kann. Natürlich verkohlt auch Papier, wenn es zu heiß wird, daher sollte man beim
Bügeln zwischen Bügeleisen und Bild ein Blatt Papier, das nur leicht braun werden darf, legen.

Durchführung (2)
Mit einem Schreibwerkzeug und dem Essig als Tinte schreibt oder malt man auf ein Blatt Papier.
Sobald die Tinte trocken ist, wird sie unsichtbar. Zum Entwickeln streicht man vorsichtig mit einem
Schwamm (oder Wattepad), der mit Blaukraut-Aufguss getränkt ist (fein geschnittenes Blaukraut mit
kochendem Wasser übergießen, 30 min oder länger zugedeckt stehen lassen bis der Absud intensiv
blau gefärbt ist), über das Papier. Dabei erscheint die Zeichnung/Schrift in rötlicher Farbe. Verwendet
man in Wasser aufgelöstes Natronpulver als Tinte, so erscheint die Zeichnung/Schrift in türkiser Farbe.

Erklärung
Die Essigsäure tränkt das Papier an den Stellen, an denen gezeichnet/geschrieben wurde. Dieser
Bereich bleibt auch nach dem Trocknen „sauer“ (pH < 7). Der Pflanzenfarbstoff („Anthocyan“) des
Blaukrauts ändert seine Farbe, je nachdem, ob die Lösung sauer oder basisch ist (= natürlicher
Indikator). In reinem Wasser, das neutral bis leicht basisch ist, ist er blau, im sauren Milieu rot. Stark
basische Stoffe (Spülmaschinenmittel) ändern die Farbe des Blaukrautsuds auf gelb.

40 41
27 Material
> 1 Aquarium mit mindestens
Material
> viele Luftballons
28
60 Liter Fassungsvermögen > Wollsocken, -handschuhe, -hauben etc.
> 1 Heizstab > Papierschnipsel
> Wasserpumpe

Der magische Ballon


> 1Thermometer (25 – 27°C)
> Kies
Versuch 1) „Schnipselfangen“
Männerkarenz beim Purpurprachtbarsch

> Steine Die Luftballons prall aufblasen und an den Wollsocken reiben

© Maria Schwarzmayr
> Kokosnussschale und/ oder (immer nur in eine Richtung). Papierschnipsel am Boden
Wurzel um Höhlen zu bauen verstreuen. Anschließend sollen mit dem aufgeladenen Luftballon
> Wasserpflanzen die Papierschnipsel aufgehoben werden.
> Wasseraufbereitungsmittel
> 2 Purpurprachtbarsch-Pärchen
> Trockenfutter
Versuch 2) „Luftballon hängt am Socken“
Luftballon aufblasen und am Wollsocken reiben (immer nur in eine Richtung).
Durchführung Anschließend den Socken über den Luftballon halten. Der Luftballon bleibt am Socken hängen.

Das Aquarium mit Wasser, Kies, Steinen und Pflanzen besetzen, Pumpe und Heizstab hineinhängen,
sowie Wasseraufbereitungsmittel laut Beipackzettel hinzugeben. Danach eine Woche stehen lassen,
Versuch 3) „Es regnet Luftballons“
damit man das richtige Klima für die Fische schafft. Das Aquarium sollte sich nicht direkt gegenüber Die Luftballons prall aufblasen und an den Wolltüchern reiben (immer nur in eine Richtung).
einer Fensterfront befinden, denn je mehr natürliches Licht einfallen kann, desto mehr Algen bilden Anschließend die Luftballons an die Zimmerdecke halten, sie bleiben eine Weile dort hängen.
sich und eine Beobachtung der Fische könnte so erschwert werden. Nachdem das Wasser eine
Woche gestanden ist, können nun die zwei Purpurprachtbarsch-Pärchen eingesetzt werden und die
Beobachtung kann beginnen.
Erklärung Versuche 1-3
Unsere Welt besteht aus winzigen Teilchen, den Atomen. Diese sind aus Protonen, Neutronen und
Erklärung Elektronen aufgebaut. Beim Reiben des Ballons springen die negativ geladenen Elektronen von
der Socke auf den Ballon und laden ihn negativ auf. Gleich geladene Dinge stoßen sich ab, so auch
Purpurprachtbarsche sind sehr soziale Fische und lassen so eine Vielzahl an die beiden Luftballons. Hingegen werden elektrisch neutrale Gegenstände von geladenen Teilchen
Beobachtungsmöglichkeiten zu. Sie zeigen neben Territorial- und Aggressionsverhalten angezogen (bzw. umgekehrt), weil dadurch die Ladung langsam auf den neutralen Gegenstand
(verteidigen z.B. ihr Revier indem sie die Rückenflosse als Drohgebärde aufstellen) auch Balz- und fließen kann. Wenn sich die Ladungen annähernd angeglichen haben, gibt es keine Anziehungskraft
Ablaichverhalten. Besonders interessant ist ihr Brutpflegeverhalten, das sowohl von den Weibchen mehr, der Ballon fällt herunter.
als auch von den Männchen übernommen wird. So lässt sich beispielsweise beobachten, wie die
Elterntiere die Jungtiere bei Gefahr einsaugen und wieder ausspucken. Die Eltern zeigen den Jungen
nach und nach das Revier und helfen ihnen damit, eigenständig zu werden.
Methodische Hinweise
> Geschichte: Elli macht eine Geburtstagsparty für Hansi. Am Ende der Party überlegen sie sich
Methodische Hinweise eine Methode, wie sie die am Boden verstreuten Konfetti möglichst effizient beseitigen können.
> Fingerspiel: „Ich habe zwei Hände (Hände zeigen), an jeder Hand habe ich fünf Finger (Finger
> Die Kinder können bei der Beobachtung dieser Tiere bereits viel über wissenschaftliche zählen), gemeinsam bilden sie einen Ballon, der steigt hoch und immer höher, bis er platzt!“
Grundlagenforschung in der Ethologie (Verhaltsbiologie) erfahren. Häufig finden die Kinder auch > Ein Korb mit Ballons wird im Kreis herum gegeben, jedes Kind nimmt sich einen heraus. Ein
gewisse Parallelen zum Menschen, die dann diskutiert werden können. weiterer Korb wird durchgegeben, der mit einem Tuch abgedeckt ist und in den die Kinder nur
> Des Weiteren wird den Kindern durch das tägliche Beobachten, Füttern und Säubern des (blind) hineingreifen dürfen. Was verbirgt sich in diesem Korb? Es sind die Wollsocken, von
Aquariums eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen. denen sich dann jedes Kind einen nehmen darf.
> Für die Beobachtung eigenen sich alle Barscharten, allerdings muss man bei der > Wettlauf als Abschluss: Alle Kinder reiben den Wollsocken am Luftballon. Wer kommt am
Vergesellschaftung mit anderen Fischarten aufpassen, denn Barsche verstehen sich nicht mit weitesten, bis der Wollsocken auf den Boden fällt?
allen. Diesbezüglich sollten im Zoofachhandel Erkundigungen eingeholt werden. > Selbst bemalte Luftballons machen für die Kinder an der Decke „ihren“ Ballon ersichtlich und
> An Wochenenden, Feier- oder Ferientagen kann man Zeitschaltuhren und Futterautomaten sind besonders motivierend.
einsetzen. Damit ist eine optimale Versorgung der Tiere gewährleistet.
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.37 – 44
http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material/e_lehre_1/e_statik/ballon.htm (Jänner 2016)
Literatur: http://www.biologiedidaktik.at/Tiere/Purpurpracht.html (Jänner 2016)
Landwehr, K.: Die 111 spannendsten Experimente. Naturwissenschaften erleben und verstehen, Sonderausgabe
Ennemoser Tamara, 2012: Unterrichtsvorbereitungen Biologie

42 43
29
Material
Luftballon einmal anders

Für Versuch 1:
> 1 Luftballon (vorher einmal aufblasen,
um ihn etwas zu dehnen)
> 1 Kleine Schüssel
> Gabel
> Löffel
> 1 leere Flasche Erklärung
> 1 Trichter Backpulver enthält unter anderem Natron (chemisch: Natriumhydrogenkarbonat). Natron wird durch
> 1 Würfel Germ (Hefe) oder Trockengerm Säure und Hitze (Ofen) zerlegt. Dabei bildet sich unter anderem Kohlenstoffdioxid (Blasenbildung
> 1 EL Zucker des Breis). Der Ballon bläst sich sehr rasch auf, gleichzeitig steigt der Brei in der Flasche höher.
> 1 EL Mehl Beim Kuchenbacken wird dieser Vorgang zum Lockern des Teiges benutzt, die Gasbläschen lassen
> ca. 3 EL warmes Wasser den Teig aufgehen.
Für Versuch 2: Kommen bei Versuch 2 Flüssigkeit und Backpulver zusammen, schäumt es schnell und intensiv,
> 1 Luftballon (vorher einmal aufblasen,

© Karoline Mödlhammer
weshalb Schnelligkeit gefragt ist.
um ihn etwas zu dehnen)
> 1 leere Flasche Zutaten:
> 1 Päckchen Backpulver > 400g Mehl
> 1-2 EL Zitronensaft oder Essig > Hefebrei aus der Flasche (dazu Flasche am besten aufschneiden)
> ca. ¼ l warmes Wasser
Durchführung Versuch 1
> 1EL Öl
> 1TL Salz
Germ, Zucker und Mehl in der Schüssel vermischen. Etwas warmes Wasser hinzufügen und alles Semmeln formen und nach Belieben mit Mohn oder Sesam bestreuen, gehen lassen (15-30min)
zu einem Brei rühren. Die Masse mit Hilfe des Trichters in die Flasche füllen. Den Ballon über den und anschließend bei 200°C etwa 20 min backen.
Flaschenhals stülpen und beobachten.

Methodische Hinweise
Erklärung
> Geschichte: Elli möchte für Hansi zum Geburtstag einen Kuchen backen und vergisst das
Die Germ besteht aus kleinen Lebewesen: den Hefepilzen (Saccharomyces cerevisiae). Wenn man
Backpulver. Warum ist ihr Kuchen nicht aufgegangen?
diese mit Zucker, Mehl und Wasser vermischt, beginnen sie den Zucker zu „essen“. Dabei zerlegen
> Besonders gut funktionieren PET-Flaschen (oder auch Glasflaschen) mit einer etwas größeren
sie den Zucker und es bildet sich das Gas Kohlenstoffdioxid. Das Gas benötigt mehr Platz, der Brei
Öffnung. Vorher sollte ein neuer Ballon einmal aufgeblasen werde, damit er nicht mehr so steif
wirft Blasen und steigt höher und der Ballon bläst sich langsam auf (15-30 min).
ist. Ein Luftballon mit aufgemaltem Gesicht (z.B. namens Fanny) ist besonders motivierend.
> Bei Versuch 1 kann man als Abschluss die Verwendung von Germ in der Küche erläutern,
Durchführung Versuch 2 indem man den Brei aus der Flasche wertschätzt und weiterverwendet, um z.B. Semmeln
(Hefebrötchen) für die Jause zu backen.
Backpulver in die Flasche füllen. Zitronensaft oder Essig darüber schütten.
Rasch den Ballon über die Flaschenöffnung stülpen. Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.19 – 23

44 45
© Chris Hofer
30 Erklärung
Generell lässt sich fast alles unter dem Mikroskop betrachten: Gegenstände aus dem Alltag, Steine,
Schmetterlingsflügel, Käfer, Blütenblätter, Insekten, Wassertierchen und vieles mehr.

Material
Mikroskopieren mit Kindern

> Mikroskop mit 20- und


40-fach Vergrößerung
> 1 Petrischale (Deckel und
Boden) oder durchsichtiger
Joghurtbecherdeckel
> ev. Pipette, Federpinzette
(für lebende Tiere)

Durchführung
Bevor die Kinder mit dem Mikroskop arbeiten, sollen sie die Mikroskopierregeln kennen.
Diese sind kurz dargestellt:
> Licht einschalten und Objektivrevolver auf die schwächste Vergrößerung einstellen.
> Petrischale mit dem Objekt in die Mitte des Objekttischchens legen und durch beide Okulare schauen.
> Das Bild langsam und vorsichtig durch Drehen am Grobtrieb scharf stellen.
> Die Linse nie mit den Fingern anfassen.
> Das Mikroskop vor Flüssigkeiten schützen.
> Mikroskopierutensilien nie direkt auf das Objekttischchen legen,
Methodische Hinweise
immer eine Petrischale, Glasschälchen o.Ä. verwenden.
> Das Mikroskop nur am Stativ und immer aufrecht tragen.
> Lebende Tiere behutsam behandeln, während des Mikroskopierens feucht > Vor dem selbständigen Arbeiten mit dem Mikroskop sollten die Pädagogen einen Ablauf
halten und etwas Substrat (Erde, Laubblatt, etc.) mit in die Petrischale geben. vormachen und danach helfend zur Seite stehen. Mikroskope sind sehr robust und für Kinder ab
> Lebende Tiere nach dem Mikroskopieren wieder an ihren angestammten Lebensraum zurückbringen. etwa fünf Jahren sehr gut geeignet. Für jüngere Kinder ist das dreidimensionale Sehen durch
beide Okular häufig noch schwierig.
Der Regenwurm unter dem Mikroskop: Literatur: http://www.biologiedidaktik.at/Tiere/Regenwurmexperimente.html (Jänner 2016)
http://hypersoil.uni-muenster.de/1/01/08.htm (Jänner 2016)
Unter dem Mikroskop betrachtet, ist zu beachten, dass Regenwürmer sehr lichtscheu sind und
empfindlich auf Trockenheit reagieren. Man soll sie daher nicht unnötig lange dem Licht aussetzen

© Chris Hofer
(v.a. die UV-Bestandteile im Licht rufen Schädigungen hervor) und sie stets feucht halten (mit
Pipette oder Sprühflasche befeuchten).
Spannend ist es, den Regenwurm in seinen Bewegungen zu beobachten (Kontraktionen des
Hautmuskelschlauchs) oder herauszufinden, wo sich das Vorder- bzw. Hinterende befindet (siehe
Versuch 18 „Regenwürmer genauer betrachtet“)
Vor allem junge Würmer lassen sich unter dem Mikroskop besonders schön betrachten.
Die Haut ist sehr dünn und man kann teilweise die Organe und ihre Bewegungen erkennen. So nackt
Regenwürmer auch aussehen, sie gehören zu den Wenigborstern und haben pro Segment acht feine
Borsten. Lässt man einen großen Regenwurm über ein Blatt Papier kriechen, kann man tatsächlich
das leise Kratzen der Borsten hören!
Am Ende des Experimentes den Regenwurm wieder zurück in den Garten bringen.

46 47
31
Material
> Wetterstation-Set von Green Science (Aufbau siehe Anleitung und Ergänzung)
Wetterstation

> 1 Besenstiel o. Ä. mit Saftflaschen-Gewinde


> 1 Plastik-Trichter

Durchführung
Die Station wird weitgehend aufgebaut geliefert. Lediglich der Windmesser und der Regentrichter
müssen noch angebracht werden. Den mitgelieferten Besenstil (Halter) auf passende Länge kürzen
und im Garten – nordseitig - gut eingraben. Wetterstation aufschrauben.
32
Die Wetterstation wird jeden Tag - mindestens eine Woche lang - zur gleichen Zeit von einer
»Arbeitsgruppe« (2-4 Kinder) abgelesen. Für die »Dokumentation« durch die Kinder soll der/die
Material

Eine Kartoffel kann schwimmen


Pädagoge/Pädagogin eine Tabelle zeichnen, in der einerseits die Messungen: Wind, Windrichtung,
Temperatur, Regenmenge, sowie Beobachtungen wie Sonne, Wolken, …. als Bilder eingetragen > 1 langer Löffel
> 1 großes Trinkglas
werden und senkrecht dazu die Wochentage. In die entsprechenden Kästchen komme die > Salz
> eine kleine Kartoffel
»Messergebnisse«: Ablesung der „Farbe“ der Temperatur, Regenmenge, Windstärke (z.B. als kleiner > Wasser
oder ein Stück Karotte
oder großer Punkt), Wolken, etc. …. durch die Kinder.

Durchführung

© Maria Schwarzmayr
Erklärung
Die Kartoffel ins Glas legen und dieses mit Wasser befüllen. Den
Wetterbeobachtung ist ein wichtiger Weg, wie
Wasserstand markieren. Salz in das Wasser geben und umrühren, bis die
Kinder Natur und Umwelt kennen lernen. Mit der
Kartoffel schließlich schwimmt. Das Wasser färbt sich durch das viele Salz weiß.
Wetterstation kann man die Wetterbeobachtung
systematisch gestalten. Dazu kommt, dass
schon Vorschulkinder dabei lernen können, Erklärung
dass Wissenschaft fast immer Versuchsreihen
Leitungswasser ist Süßwasser, löst man Salz darin, wird daraus Salzwasser, wie es auch im Meer
erfordert. Und die Beobachtungen müssen
vorkommt (Meerwasser enthält rund 35 g Salz pro Liter). Je mehr Salz man im Wasser auflöst,
regelmäßig erfolgen.
desto schwerer (dichter) wird das Wasser. Irgendwann übersteigt die Dichte des Salzwassers die
Dichte der Kartoffel und sie schwimmt auf: das Wasser „trägt“ die Kartoffel.
Ergänzung
Die Wetterstation sollte dauerhaft im Freien Methodische Hinweise
aufgestellt werden (kann im Winter leicht
> Geschichte: Elli verliert eine Kartoffel in ihrem großen Kochtopf.
abgeschraubt werden). Für den Niederschlags-
Was kann sie tun, damit die Kartoffel zu ihr heraufkommt?
Messer haben wir einen großen Trichter
> Besonders motivierend für die Kinder ist es, selber aus Plastilin einen „Schwimmer“ zu kneten
vorgesehen, weil sonst auch nach starkem
(Krake, Fisch, Taucher etc.) und diesen dann mittels Salz aufschwimmen zu lassen.
Regen kaum Wasser im Messgefäß ist.
> Wer war schon einmal am Meer? Wer hat dort schon versucht den „toten Mann“ zu machen?
Das Thermometer wurde auf der Seite der
Das Experiment erklärt, warum das am Meer leichter ist als in unseren Seen.
Fahrenheit-Skala mit Farbskala ergänzen, bis 0° blau, bis 20° grün, darüber rot. Den Regenmesser
> Das Meer auf der Weltkarte anschauen: Welche Tiere leben im Meer?
kann man ebenfalls mit Farbskala versehen, z.B. eine Farbe pro 1 cm³. Den Arm des Windzeigers
Die Kinder dürfen mit Buntstiften ihr eigenes Meer malen.
z.B. parallel oder senkrecht zur Hauswand etc. anordnen, damit kann die Windrichtung angegeben
werden: Wind weht zum Haus, vom Haus, ... Die Windgeschwindigkeit kann geschätzt werden: Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. Physik S.9 Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn:
Windrad dreht sich nicht, schwach, stark, sehr stark, … Auf der Wetterstation ist auch ein kleiner Peter Lustigs Forschertipps: Erde und Wasser. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt. Köthe Rainer, 2001: 175 Experimente aus Physik, Chemie und
Biologie. Tessloff Verlag, Nürnberg. Churchill Richard, Loeschnig Louis, Mandell Muriel, 2010: 365 einfache Experimente für Kinder. Tandem Verlag,
Magnetkompass angebracht, der kann zur Ergänzung des Versuchs 56, „Magnetkompass“ dienen. Potsdam.

48 49
34

Gurken sind echt der Hammer


Material
> 1 Salatgurke

33 > 1 Nagel

© Maria Schwarzmayr
> 1 Brett
> Handschuhe
> Gefrierschrank

Material Durchführung
Der Vulkan aus der Flasche

> 1 Flasche Gurke für mindestens 24 Stunden ins Gefrierfach


> 1 Päckchen legen. Handschuhe anziehen, Gurke herausnehmen
Backpulver und damit einen Nagel ins Brett schlagen.
> Tafelessig
> Spülmittel Erklärung
> ev. Lebensmittelfarbe
> Wasser Gurken bestehen überwiegend aus Wasser, das im Gefrierfach zu Eis wird.
> 1 große Schüssel
Methodische Hinweise
Durchführung > Geschichte: Elli möchte einen Nagel einschlagen und hat nur eine Gurke. Hansi hat eine Idee, wie
Flasche zur Hälfte mit Wasser befüllen und zu einem Viertel mit Essig und nach Belieben mit man die Gurke „bearbeiten“ könnte, damit sie zum Hammer wird.
Lebensmittelfarbe versetzen. Einen kräftigen Spritzer Spülmittel dazugeben. Flasche in die > Kinder miteinbeziehen: Ist die Gurke nicht viel zu weich, um damit einen Nagel einzuschlagen?
große Schüssel stellen und Backpulver in die Flasche füllen. Flasche mit der flachen Hand rasch Man könnte vorher versuchen, mit einer normalen Gurke den Nagel einzuschlagen.
verschließen, gut schütteln - öffnen und zurücktreten ;-)! > Wasser dehnt sich aus wenn es gefriert, deshalb explodieren Getränkeflaschen, wenn man sie
im Eisfach vergisst. Viele weitere Versuche zu diesem Thema bieten sich an.

Erklärung Literatur: http://www.kindergaudi.de/kigacms/experimente/info.htm?&rid=14&cid=&tid=75#.VrdrHF6LelM (Februar 2016)

Sobald das Backpulver in der Flasche ist, quillt weißer Schaum aus der Flasche. Backpulver reagiert
heftig mit Essig und Wasser. Dabei entsteht Kohlenstoffdioxid in Form von vielen kleinen Bläschen.
Dieses Gas braucht Platz, daher baut sich in der Flasche Druck auf. Zusätzlich entsteht Schaum
durch das Spülmittel. Der einzige Auslass, um den Druck abzubauen, ist der Flaschenhals. Weil die

© Chris Hofer
gleiche Menge Schaum, die im breiten Flaschenbauch entsteht, in der gleichen Zeit durch den engen
Flaschenhals hindurch muss, muss der Schaum dort schneller fließen und sprudelt kräftig heraus.

Methodische Hinweise
> Wenn man statt Leitungswasser Mineralwasser verwendet, verstärkt sich der Effekt.
> Besonders „echt“ wirkt der Vulkan, wenn man die Flasche zuvor bis zum Hals in der Sandkiste
vergräbt, befüllt, mit einem Stab rasch umrührt und kurz mit der flachen Hand zuhält.
> Auch ließe sich aus der Flasche vorher ein Drache basteln, der dann Schaum („Feuer“) spuckt.

© Chris Hofer
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.23

50 51
35 Material
36
> 1 leeres Gurken- oder Marmeladenglas
> Kieselsteine
> Erde
Material > Verschiedene Moose (kleine Moospolster)

Moosgarten – ohne Moos nix los!


> Frischhaltefolie
Eiswürfel fischen

> 1 Eiswürfel pro Kind > Gummiband


> Wasser > Sprühflasche
> 1 Schüssel
> dicker Wollfaden
> Stift Durchführung

© Maria Schwarzmayr
> Salzstreuer Zu Beginn wird das Glas mit einer zwei Zentimeter dicken Schicht Kieselsteine befüllt. Sie dienen
dazu, überschüssiges Wasser abzuleiten. Darüber wird etwas Erde gestreut (Moose kommen mit
Durchführung wenig Erde aus). Jetzt werden die Moose ins Glas gepflanzt, anschließend mit Wasser besprüht
und Frischhaltefolie über das Glas gespannt. Wähle möglichst viele kleine Moospolster und sehr
Schüssel mit Wasser füllen und Eiswürfel hineinlegen. unterschiedlich aussehende Moose, um einen schönen „Moosgarten“ zu erhalten. Wird das Glas an
Faden als „Angelschnur“ an einen Stift binden und gut befeuchten; das freie Ende des Fadens auf einem hellen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung) gestellt, hält der Garten mehrere Monate.
den Eiswürfel legen. Kochsalz über die Stelle streuen, wo der Faden auf dem Eiswürfel liegt, einige
Sekunden warten und dann „fischen“.

© Heimo Spindler
Erklärung
Salz bringt das Eis zum Schmelzen, weil es den Gefrierpunkt herabsetzt. Je mehr Eis allerdings
durch das Salz aufgetaut wird, desto geringer wird die Salzkonzentration. Schließlich reicht die
Salzmenge nicht mehr aus, um das Wasser flüssig zu halten und der Eiswürfel friert mit dem Faden
wieder zu.

Methodische Hinweise
> Geschichte: Ein Eskimojunge am Nordpol möchte fischen.
Als er während einer Pause die Jause auspackt und sein Erklärung
Brot salzt, fällt etwas daneben und lässt die Angelschnur Im Glas beginnt ein eigener geschlossener Wasserkreislauf, wie er auch auf der Erde stattfindet.
am Eis anfrieren… Im Wasserkreislauf geht kein Wasser verloren, es ändert nur seinen Aggregatszustand. Das Wasser
> Hinweis aufs Salzstreuen im Winter: selber Effekt, aber befindet sich - auch im Glas - in einem ewigen Kreislauf: Das Moos nimmt Wasser auf und verdunstet
schädlich für die Umwelt. (Weil der erhöhte Eintrag von es wieder. Der Wasserdampf steigt auf und bildet Wolken, aus denen es regnet. Somit ist der
Natrium- und Chloridionen negative Auswirkungen auf Wasserkreislauf im Glas geschlossen. Von außen werden nur Licht und Wärme benötigt.
Bodenstruktur und Vegetation hat). Es gibt neuerdings
auch andere Salze als Kochsalz, die weniger Schaden in
der Umwelt anrichten, sie sind aber teurer. Methodische Hinweise
> Es bietet sich an, als weiterführende Experimente andere > Elli möchte es im Winter auch schön grün im Wohnzimmer, vergisst aber immer wieder ihre
Versuche zu den Aggregatszuständen zu wählen. Pflanzen zu gießen. Gibt es eine Möglichkeit, die Pflanzen nicht gießen zu müssen?
> Man kann auch die Eiswürfel verschieden einfärben und > Regenerationsfähigkeit: Moose sind wahre Überlebenskünstler – sie können ohne Probleme
einen Wettbewerb daraus machen: Ein Kind fischt die grünen völlige Austrocknung überstehen. Wird das getrocknete Moos mit Wasser getränkt, werden daraus
Eiswürfel, ein anderes die roten, wer ist zuerst fertig? wieder schöne grüne Moospolster.
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP Feldkirch. S.6
> Moose als Lebensraum: Die Moose nach dem Sammeln genau untersuchen. Am besten einen Tag
Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs in Wasser einlegen und von der Unterseite im Mikroskop betrachten. Im Moos finden sich neben
Forschertipps: Erde und Wasser. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt.
keimenden Pflanzen, Einzellern und Rädertierchen auch sogenannte Bärtierchen.

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/imperia/md/content/badenwuerttemberg/jugendbegleiter/ohnemoos.pdf

52 53
37
Material
Wie verändert Seife das Wasser?

> 1 Schüssel > 1 Papierserviette


> 1 Nähnadel > Seife oder
> 1 Rasierklinge Geschirrspülmittel
> Büroklammern © Karoline Mödlhammer

Durchführung
Die Schüssel bis an den Rand (!) mit Wasser befüllen. Ein Stück Papierserviette, etwas kleiner als
das Glas, auf das Wasser legen, darauf vorsichtig den Metallgegenstand. Nach kurzer Zeit saugt sich
das Papier mit Wasservoll und sinkt ab. Die Büroklammer bleibt auf der Oberfläche.
Einen Spritzer Seife aufs Wasser geben – sofort sinken die Gegenstände ab.

Erklärung
Es scheint, als sei das Wasser von einer dünnen Haut überzogen. Dieser Eindruck einer feinen,
tragfähigen Haut entsteht, weil sich die kleinsten Teilchen (Moleküle) des Wassers gegenseitig
anziehen und sich nicht (z.B. durch eine Büroklammer) voneinander trennen lassen möchten. Man
nennt diese Erscheinung „Oberflächenspannung“. Durch sie kann z.B. auch ein Wasserläufer auf
dem Wasser laufen.

© Chris Hofer
Seife und Geschirrspülmittel zerstören die Oberflächenspannung des Wassers, denn sie verringern
die gegenseitige Anziehungskraft der Wasserteilchen. Die Seifenmoleküle bilden eine Art Kugel um
jeweils einige Wassermoleküle und schirmen sie so von den anderen Wassermolekülen ab.

Methodische Hinweise Ergänzungsversuche „Wasserhaut“


> Damit der Versuch funktioniert, müssen Ein weiterer Versuch zeigt, wie sich die Oberflächenhaut durch Spülmitteleinsatz zusammenzieht:
© Heimo Spindler (W&H)

die Gegenstände vollkommen frei von Vorsichtig Streichhölzer so aufs Wasser legen, dass sie ein Dreieck bilden. Dann in die Mitte des
Spülmittelrückständen sein: das heißt, vorher Dreiecks ein wenig Spülmittel tropfen. Die Streichhölzer schießen nach außen weg. Vergleichbar
gründlich mit Leitungswasser mit einem platzenden Luftballon reißt das Oberflächenhäutchen und setzt die Streichhölzer in
abspülen, wichtig auch bei Geschirr aus der Bewegung. Man kann auch einen Faden an beiden Enden zusammenbinden und in die Mitte ein
Spülmaschine. wenig Spülmittel tropfen: Der Faden, der vorher locker geschlängelt auf dem Wasser schwimmt,
> Einleitung/Motivation: Kinder sollen schätzen, spannt sich sofort zu einem Kreis.
wie viele Büroklammern in ein Glas voller
Wasser gegeben werden können, bevor es Damit die Kinder den veränderten Zusammenhalt der Wassermoleküle am eigenen Körper erleben
überläuft (funktioniert auch gut mit Münzen!). können, bietet sich eine Übung im Turnsaal an: Die Kinder spielen Wassermoleküle und reichen
Überleitung: Kann Wasser diese Gegenstände sich in einer gegenüberstehenden Zweierreihe die Hände, um gemeinsam ein darauf liegendes
aus Metall vielleicht auch tragen? Streichholz (= Kind, das auf den Händen liegt) zu halten (Matratze darunterlegen!). Anschließend
> Als Ausklang zum Thema Wasser eignet dürfen die Kinder ihre Hände in Seifenwasser tauchen und das Gleiche noch einmal versuchen. Das
sich z.B. eine „Wassertropfenmeditation“: „Streichholz-Kind“ kann nicht mehr gehalten werden (fällt auf die Matratze), weil die seifigen Hände
Kinder erleben Wasser dabei als kostbares Gut auseinanderrutschen, der Zusammenhalt der Wassermoleküle ist gestört.
und spüren dem Kreislauf des Wassers nach. Literatur: Köthe Rainer, 2001: 175 Experimente aus Physik, Chemie und Biologie. Tessloff Verlag, Nürnberg. Krekeler Hermann, Rieper-Bastian
Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.

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© Chris Hofer
39
Material

Wasserspeicher – Wie speichert der Boden Wasser?


> 3 kleine Blumentöpfe
> 1 feinmaschiges Sieb
(oder Kaffeefilter)
> 3 große Gläser
> Blumenerde
> Sand
38 > Lehm
> Wasser

Material
Wasserrose

> Schreibpapier
Durchführung
> Buntstifte
> 1 Schere
> 1 Wasserschüssel Blumentöpfe mit je einer „Bodenprobe“ (= Sand, Blumenerde und Lehm) befüllen und auf je ein
Glas stellen. In den Blumentopf mit dem Sand vor dem Einfüllen auf den Boden zusätzlich ein
Durchführung feinmaschiges Sieb geben, damit der Sand nicht durch das Loch im Blumentopf ins Glas rinnt. In
jeden Blumentopf ein halbes Glas Wasser gießen und beobachten.
Eine Blüte auf das Papier zeichnen: großer
Erklärung
Kreis in der Mitte, kleine Blütenblätter
rundherum. Die Kinder bemalen die
Blüten und schneiden sie anschließend Beim Lehm staut sich das Wasser und kann sehr schlecht durchsickern. Die Poren sind so eng, dass
aus. Die Blütenblätter nach innen falten selbst Wasser kaum durchpasst. Eine Pflanze hätte in diesem Boden zu viel Wasser und würde mit
und die „geschlossene Blume“ in die der Zeit wahrscheinlich faulen. Am wohlsten wird sich die Pflanze in der Blumenerde fühlen: diese
Wasserschüssel legen. saugt sich mit Wasser voll, lässt das überschüssige Wasser aber durch das Loch im Blumentopf
ablaufen. Das meiste Wasser fließt durch den groben Sand. Im Sand sind genug Hohlräume, durch
Erklärung die das Wasser sofort abfließen kann. Eine normale Pflanze hätte es hier schwer, zu überleben, da
© Maria Schwarzmayr

sie zu wenig Wasser zur Verfügung hätte.


Die Blüte öffnet sich langsam, da das
Methodische Hinweise
Wasser in die feinen Fasern des Papiers
eindringt und dieses aufquellen lässt.
> Die Kinder zeigen stets große Begeisterung, wenn sie trockene
Methodische Hinweise und nasse Erde, Sand und Steine angreifen dürfen.
> „Bodenproben“ wenn möglich mit den Kindern gemeinsam aus dem Garten holen.
> Der Versuchsanleitung ist gut geeignet als Abschluss oder > Mit den Kindern gemeinsam besprechen, dass die Lehmböden in unserer Gegend
Einstieg zu den Themen „Wasser“ oder „Pflanzen“. Wasser sehr lange speichern, was z.B. ersichtlich wird, wenn es häufig regnet und
> Anstatt einer Blüte kann man auch ein Schiff basteln. Knickt man dieses unter das Wasser auf den Feldern in Pfützen stehenbleibt.
dem Kiel und stellt es ins Wasser, richtet es sich wie von Geisterhand auf.
Literatur: Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps: Erde und Wasser.
Literatur: Fuchs Tamara, 2011: Praxismappe. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt.
Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben.
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.
Andrews Georgina, Knighton Kate, 2008: 100 spannende Experimente für Kinder. Bassermann Verlag, München.

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41
Material
> 1 Kerze

Magisches Glas
> 1 Suppenteller
> Tinte oder Lebensmittelfarbe
> 1 Glas

Durchführung
Gefärbtes Wasser in den Suppenteller
füllen. Kerze anzünden und in die

40 Mitte des Tellers stellen. Glas über die


Kerze stülpen.

Erklärung

Material
Beim Verbrennen entstehen aus dem Sauerstoff der Luft und dem Wachs Kohlenstoffdioxid
und Wasserdampf. Die Kerze erlischt, sobald kein Sauerstoff mehr im Glas vorhanden ist. Der
Pflanzen mit Sprengkraft

> Wasser > 1 Holzstab Wasserdampf kondensiert am kalten Glas und benötigt weniger Platz als im gasförmigen Zustand.
> Gips > 2 kleine Schüsseln Es entsteht ein Unterdruck, der das Wasser in das Glas saugt.
> 1 leerer Joghurtbecher > Zeitungspapier
> Bohnen (oder Erbsen) (als Unterlage) Methodische Hinweise

Durchführung
> Geschichte: In der Wasserpfütze liegt eine Münze, die Elli trocken erreichen will.
Sie fragt Hansi, wie sie das Wasser aus der Pfütze wegbringen könnte.
Den Gips mit Wasser anrühren (sollte zähflüssig sein, sich aber noch gut gießen lassen).
Literatur: http://www.mytoys.de/my-blog/lernen-durch-spielen-und-experimentieren-das-durstige-glas/ (Februar 2016)
Die Bohnen unterrühren und das Gemisch in den Plastikbecher füllen.

Erklärung

© Chris Hofer
Schon nach einem Tag bilden sich Risse im Gips und schließlich sprengen die keimenden Bohnen
sogar den Becher. Die Bohnen entziehen dem Gips das Wasser und quellen (siehe Versuch 53
„Geräuschvolle Erbsen“). Die Kraft der quellenden Bohnen lässt den Gips auseinanderbrechen.

Methodische Hinweise
> Noch schneller geht es, wenn man den Gips von Zeit zu Zeit mit einem Blumensprüher befeuchtet.
> Mögliche Geschichte: Elli sieht wie ein Löwenzahn den Asphalt sprengt und fragt Hansi, wie das
möglich ist.
> Abschluss z.B. mit Fingerspiel: „Aus der Erde wächst das Gras. Regen macht es pitsch patsch
nass. Kommt der liebe Sonnenschein, weckt hervor ein Blümelein. Langsam geht die Knospe
auf, setzt ein Schmetterling sich drauf. Beide wiegen sich im Wind, Schmetterling flieg fort
geschwind. Nun ist’s Blümlein ganz allein, müde schläft es ein.“

Literatur: Fuchs Tamara, 2011: Praxismappe. Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft
spielerisch erleben. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.

58 59
42 43
Material Material

Schnurtelefon
Feuer braucht Luft

> 2 Teelichter > 2 leere Dosen aus Blech oder Pappe


> 2 verschieden große Gläser > 10 m Schnur

Durchführung Durchführung

© Maria Schwarzmayr
Beide Teelichter anzünden. In den Dosenboden jeweils in der Mitte ein Loch bohren. Durch das Loch das Ende der Schnur stecken
Je ein Glas über eine Kerze stellen. und mit einem Knoten befestigen. Eine Person hält eine Dose dicht ans Ohr, während die andere in
die Dose spricht. Die Schnur muss gespannt sein.
Erklärung
Erklärung
Die Kerzen benötigen Sauerstoff, um brennen zu können. Im Glas befindet sich Sauerstoff, doch nur
begrenzt. Ist dieser aufgebraucht, erlöschen die Kerzen. Die Kerze im größeren Glas brennt länger, Spricht man in das Schnurtelefon hinein, wird der Dosenboden in Schwingung versetzt. Diese
weil dort mehr Luft (Sauerstoff) ist. Schwingung wird über die gespannte Schnur zum anderen Dosenboden übertragen und dort wieder
in Luftschwingungen zurückverwandelt. Ein Telefon arbeitet nicht wesentlich anders, nur wird der
Ergänzung Schall dort in elektrische Schwingungen verwandelt, die über Draht oder Funk durch die ganze Welt
geschickt werden können.
Stellt man die Kerze mit dem Glas darüber auf eine Waage, so ändert sich das Gewicht nicht. So
wird bewiesen, dass bei der Verbrennung weder Materie entsteht noch verschwindet. Da man die
Methodische Hinweise
bei der Verbrennung entstehenden Gase nicht sieht, haben die Menschen bis vor etwa 250 Jahren
geglaubt, dass bei diesem Prozess Materie verschwindet: aus viel Holz wird ein Häufchen Asche. > Geschichte: Hansi vermisst Elli, wenn diese hoch oben in den Baumwipfeln sitzt. Da hat Elli eine Idee...
Die „fehlende« Materie geht als Gas weg, vor allem Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserdampf > Mit einem weiteren Stück Schnur kann sich eine dritte Person am Gespräch beteiligen.
(H2O). Daneben bilden sich in geringen Mengen noch weitere Verbindungen, Ruß (= elementarer Die Schnur wird in der Mitte der ersten Schnur befestigt und an ihrem Ende die dritte Dose.
Kohlenstoff) und das giftige Kohlenstoffmonoxid (CO). Das passiert bei allen Verbrennungen, auch
Literatur: Eduardo de Campos Valdares, 2003: Spaß mit Physik: Kreative Experimente für Schule und Freizeit. Aulis Verlag Deubner, Köln.
bei Verbrennungsmotoren. Wenn es sehr kalt ist, wird der Wasserdampf als Nebel sichtbar. Das Köthe Rainer, 2001: 175 Experimente aus Physik, Chemie und Biologie. Tessloff Verlag, Nürnberg.
kann man z.B. beim Autoauspuff im Winter beobachten. Auch der Kondensstreifen der Flugzeuge ist
Wassernebel (in Flughöhe hat es - 50° C!).

Methodische Hinweise
> Geschichte: Die beiden Kerzen „Flammi“ und „Leuchti gehen spazieren. Als eine Brise Wind
aufkommt, stellen sie sich unter verschieden großen Gläsern unter. Wieso erlöschen ihre
Flammen, wenn sie doch vor Wind und Regen geschützt sind?
> Damit der Unterschied möglichst groß ist, sollten auch die Gläser
möglichst unterschiedlich groß sein (z.B. 25 ml vs. 1l)
> Aus ästhetischen Gründen sollten Streichhölzer verwendet werden.
> Die Kinder selbst Hypothesen aufstellen lassen, warum die Kerze
unter dem größeren Glas länger brennt.
> Die Kinder können die Zeit stoppen, bis die beiden Kerzen ausgehen, indem sie z.B. Elli im Kreis
weitergeben und mitzählen: Wie viele Kinder hatten Elli in ihren Händen bevor die erste und die
zweite Kerze erloschen sind?

Literatur: http://www.proweiterbildung.info/fileadmin/user_upload/Perspektive_Technik/Downloads_Kita-Forscherheft/Feuer_02_-_Feuer_braucht_
Luft.pdf (Februar 2016); Fuchs Tamara, 2011: Praxismappe.

60 61
44
Material
Eistaucher aus dem Gefrierfach

> 1 Eiswürfelbehälter
> Nägel
45
> Schrauben
> Korkstückchen
> Draht
> Holzperlen Material

Ein Gummibärchen wächst


> Gummibärchen
Durchführung > 1 Glas mit kaltem Leitungswasser

© Maria Schwarzmayr
Aus Nägeln, Schrauben, Korkstücken, Draht und > 1 Glas mit Regenwasser oder destilliertem Wasser
Holzperlen werden kleine Figuren gebastelt und
anschließend in einen Eiswürfelbehälter gestellt. Durchführung
Den Eiswürfelbehälter mit Wasser füllen und
ins Gefrierfach stellen. Die gefrorenen Würfel Je ein Gummibärchen in die beiden Gläser legen. Am nächsten Tag sind sie dick und groß geworden.
herausdrücken und in ein Glas mit Wasser geben. Das Gummibärchen im Regenwasser wurde dabei jedoch deutlich größer.

Erklärung Erklärung
Eis ist leichter als Wasser und schwimmt normalerweise an der Wasseroberfläche. Ist in den Die Wassermoleküle dringen in das Gelatinebärchen ein und lassen es aufquellen. Regenwasser
Eiswürfel etwas Schweres eingeschlossen (z.B. eine Schraube), so sinkt der Eiswürfel nach unten. enthält im Gegensatz zu Leitungswasser kaum gelöste Stoffe (z.B. Magnesium- und Kalziumionen).
Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Figuren gerade so schwer zu machen, dass sie Gummibärchen enthalten natürlich sehr viele verschiedene Stoffe (Zucker, Geschmacks- und
anfangs schwimmen und erst dann untergehen, wenn ein Stück vom Eis weggeschmolzen ist. Farbstoffe). Um dieses Konzentrationsgefälle auszugleichen, muss das Gummibärchen im
Regenwasser deutlich mehr Wasser aufnehmen, als das Gummibärchen im Leitungswasser und
quillt entsprechend stärker auf.
Methodische Hinweise
> Funktioniert auch mit in Eiswürfeln eingefrorenen Gummibärchen. Methodische Hinweise
Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben. > Da Gummibärchen Gelatine enthalten, muss man kaltes
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg. Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps:
Erde und Wasser. SoliMedia Productions GmbH, Erfurt.
Wasser verwenden, damit sie sich nicht auflösen.
> Auch Reis hat die Fähigkeit, viel Wasser aufzunehmen:
„Beobachte was mit dem Reis passiert, wenn er gekocht wird!“

Ergänzungsversuch
© Chris Hofer

© Chris Hofer

Es bietet sich an, die aufgequollenen Gummibärchen wieder trocknen zu lassen. Vergleicht man mit
dem Original, ist der getrocknete Bär etwas kleiner, heller und härter geworden. Ein Teil der Stoffe
wird also vom Wasser herausgelöst. So auch der Wachsüberzug, der das Gummibärchen vor zu
starker Austrocknung schützt.
Auch kann man versuchen, die Riesengummibärchen einzufrieren oder Gummibärchen-Kleber
(siehe Versuch 12 „Der Gummibärchen-Kleber“) aus den kleinen Riesen herzustellen.

Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben.
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg. Quelle: Riedler Elisabeth

62 63
© Chris Hofer
46
Material

© Maria Schwarzmayr
> Kappen von Radieschen,
Grüne Triebe aus alten Schöpfen

Rettichen, Karotten etc.


> 1 Teller
> Küchenrolle

Durchführung
47

© Maria Schwarzmayr
Den Teller mit befeuchteten Küchenrolle-Tüchern
auskleiden und die Gemüsekappen darauf legen.

Erklärung
Nach 2-3 Tagen kommen zarte Blättchen aus den alten Schöpfen hervor und nach einer Woche ist ein Material

Wo geht’s zum Licht?


richtiger Miniaturgarten gewachsen.
> 1 Schuhkarton mit Deckel
> Pappe, Kleber
Methodische Hinweise > 1 Schale mit Blumenerde
> Darauf achten, dass der Grund immer feucht, aber nicht zu nass ist. > Bohnen (frische, oder über Nacht einweichen)
© Karoline Mödlhammer
> Auch bei guter Pflege beginnen die Pflänzchen nach etwa ein bis zwei Wochen zu welken.
Sie haben dann die Nährstoffe aus den Kappen verbraucht. Wenn man die Pflänzchen jedoch Durchführung
rechtzeitig in einen Blumentopf mit Erde setzt, schlagen sie dort Wurzeln und wachsen weiter.
Bohnen im Karton durch ein Labyrinth aus Pappe zum Licht wachsen lassen.
Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben.

Erklärung
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.

Sobald die Bohnen zu keimen beginnen, streben sie zum Licht – selbst wenn sie dabei um die Ecke
wachsen müssen.

Methodische Hinweise
> Kinder allgemein auf Bewegungen in der Pflanzenwelt aufmerksam machen: Sonnenblumen,
die ihren Kopf mit der Sonne drehen; Gänseblümchen, die in der Nacht ihre Blüten schließen;
fleischfressende Pflanzen, die Insekten fangen etc.
> Auch mit den Kindern besprechen, warum die Pflanzen das Licht suchen: Mithilfe der
Lichtenergie wandeln grüne Pflanzen Kohlenstoffdioxid in organische Materie um und geben
dabei den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff an die Luft ab. Ohne Sauerstoff, den wir
mit der Luft einatmen, können unsere Zellen nicht arbeiten.
> Pflänzchen zum Abschluss gemeinsam in die Natur (Garten) setzen.

Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben.
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg. Köthe Rainer, 2001: 175 Experimente aus Physik, Chemie und Biologie. Tessloff Verlag, Nürnberg.

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© Heimo Spindler (W&H)
48
Das ist das Grundprinzip der galvanischen Batterie. Mit solchen ganz einfachen galvanischen Batterien
Material werden unsere Experimente durchgeführt. Im Prinzip benötigt man nur eine halbe Zitrone und eine
Kupfer- und eine Zinkelektrode. Die entstehende Spannung ist aber zu klein, um die Uhr zu betreiben,
Zitronenuhr

> Kartoffeluhr-Set von Green Science


> 1 Zitrone daher verwenden wir zwei „Batterien“ in Serie geschaltet, was die doppelte Spannung ergibt.

Durchführung Methodische Hinweise


Die Zitrone wird halbiert. Die (rötliche) > Auch wenn die meisten Kindergartenkinder die Uhr noch nicht lesen können, lässt sich dieses
Kupferelektrode (rotes Kabel) der Uhr wird in Experiment sehr gut durchführen, da es reicht, zu sehen, dass sich die Zahlen auf der Uhr verändern.
die eine Zitronenhälfte gesteckt, die silbrige Literatur: http://www.chempage.de/theorie/galvanischezelle.htm (Jänner 2016)
Zinkelektrode (schwarzes Kabel) in die
andere Hälfte. Die beiden Hälften werden mit
einem Draht, an dem eine Kupfer- und eine Zinkelektrode hängen, verbunden – die Zinkelektrode
kommt in die Zitronenhälfte, in der bereits die Kupferelektrode der Uhr steckt, umgekehrt bei der
zweiten Zitronenhälfte. Nun läuft die Uhr und kann auf die aktuelle Tageszeit eingestellt werden
(Green Science Anleitung).
49
Erklärung
Unsere Materie besteht aus unvorstellbar kleinen Teilchen, den Atomen - in unvorstellbar großen
Mengen. Atome bestehen aus dem Atomkern und den sich um ihn bewegenden Elektronen.
Sogenannte „unedle“ Metalle, wie Zink, werden von wässrigen Säuren (sogar von Wasser!) Material
langsam aufgelöst. Dabei fließen Elektronen. Dieser Elektronenfluss wird als „Strom“ bezeichnet.
> Umwelt-Batterie-Set
Verbindet man einen Verbraucher (in unserem Fall die Digitaluhr) mit zwei verschiedenen
von Green Science
Metallen, die in einem Elektrolyten (Zitronensäure, Wasser, ....) stecken, dann fließen Elektronen

Kartoffelpiepser
(ist fertig aufgebaut)
( = elektrischer Strom) vom unedleren Metall, in unserem Experiment Zink, zum edleren, Kupfer.
> 1 rohe Kartoffel

Durchführung
© Konrad Steiner

Die Kartoffel wird halbiert. Der Piepser wird mit einem Stück Klebeband außen auf dem Boden des
Pappbechers befestigt. Die (rötliche) Kupferelektrode (rotes Kabel) des Piepsers wird in die eine
Kartoffelhälfte gesteckt, die silbrige Zinkelektrode (schwarzes Kabel) in die andere Hälfte .
Die beiden Hälften werden mit einem Draht, an dem eine Kupfer- und eine Zinkelektrode hängen,
verbunden – die Zinkelektrode kommt in die Kartoffelhälfte, in der bereits die Kupferelektrode des
Piepsers steckt, umgekehrt bei der zweiten Kartoffelhälfte.
Hält man den Papierbecher ans Ohr, hört man deutliches Piepsen (mit etwas Phantasie „zwitschern“)

Erklärung
Im Prinzip funktionieren die Batterien wie im Experiment „Zitronenuhr“ beschrieben. Auch Kartoffeln
enthalten wässrige Säuren, z.B. Ascorbinsäure (= Vitamin C).
Mit diesem Experiment wird gezeigt, dass die Erzeugung von Strom in einer galvanischen Zelle nicht
vom Elektrolyten, sondern von den Metallen abhängt. Die „Leistung“ der Zelle (d.h. wieviel Strom
erzeugt werden kann), hängt aber vom Elektrolyten ab.

66 67
50 51
Material Material

Wasserglasdisco
> Umwelt-Batterie-Set von Green Science > 1 Glas Mineralwasser mit Kohlensäure
(ist fertig aufgebaut) (oder Sodawasser)
> 3 PET-Flaschen 0,5 Liter > trockene (härtere) Rosinen
Wasserlicht

> etwas Essig


Durchführung

© Maria Schwarzmayr
Durchführung (1)
Ein Glas mit sprudelndem Mineralwasser
Drei PET-Flaschen werden fast voll mit befüllen und ein paar Rosinen hineinwerfen.
Leitungswasser gefüllt und mit dem
gelochten Deckel verschlossen. Der
positive Anschluss des Leuchtturms
Erklärung
(rotes Kabel) ist mit einer Kupferelektrode Die Rosinen sinken zu Boden und steigen dann wieder auf. Im
(rötlich) verbunden, der negative Mineralwasser befindet sich Kohlenstoffdioxid, damit es sprudelt.
Anschluss (schwarzes Kabel) mit einer Es bilden sich kleine Bläschen (das zuerst im Wasser gelöste
Zinkelektrode (silbern). Kohlenstoffdioxid geht in den gasförmigen Zustand über), die
Nun steckt man die Kupferelektrode in die erste Flasche, die Zinkelektrode in die dritte. Die Flaschen nach oben steigen. Weil die Rosinen leicht sind, werden sie wie
werden mit zwei Verbindungsdrähten, an denen je eine Kupfer- und eine Zinkelektrode befestigt ist auf einem Luftkissen von den Bläschen nach oben getragen.
verbunden: immer Zink zu Kupfer stecken. Die Leuchtdiode leuchtet schwach auf, daher an einem An der Wasseroberfläche angekommen, platzen die Bläschen
dunklen Platz arbeiten, damit man das Licht sieht! und die Rosinen fallen wieder nach unten. Dort bilden sich schnell
neue kleine Bläschen und der Rosinentanz beginnt von vorne.
Erklärung
Zu den grundsätzlichen Vorgängen siehe Versuch 49 „Zitronenuhr“. Auch in gewöhnlichem
Methodische Hinweise
Leitungswasser wird (sehr wenig) Zink gelöst. Mit den beiden unterschiedlichen Elektroden und > Je höher das Glas, umso eindrucksvoller der Effekt: In einer Glassäule (z.B. Vase)
Wasser als Elektrolyt wurde ein galvanisches Element hergestellt. Die Leuchtdiode benötigt eine wandern die Rosinen am weitesten.
Spannung von mindestens zwei Volt, um zu leuchten. Daher wurden drei Elemente kombiniert, das > Funktioniert auch mit Nudeln („Die Nudel im Sprudel“) oder z.B. einem ganzen Pfirsich.
ergibt eine Spannung von ca. 2,5 Volt. Man kann generell verschiedene Dinge mit den Kindern sammeln und besprechen,
ob die Gegenstände wohl schwimmen, untergehen oder wieder aufsteigen und
Durchführung (2) warum (siehe Versuch 3 „Was schwimmt auf dem Wasser?“).
> Ein „Rosinentheater“ als Einstieg ist motivierend und lustig: z.B. Rosinen auf
In die drei PET-Flaschen werden jeweils 10 – 20 Milliliter Essig zugegeben und gut umgeschüttelt. Zahnstocher gesteckt unterhalten sich, ob sie im Apfelstrudel gebacken werden
Nun wird die gleiche Anordnung wie oben aufgebaut. Man sieht, dass die Diode deutlich heller brennt. oder doch lieber in die Disco gehen wollen…
> Als Ausklang könnte im Turnsaal ein „Rosinentanz“ aufgeführt werden.
Erklärung Literatur: Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, 2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft spielerisch erleben.
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg.
Die Stromstärke der Batterie (von der die Helligkeit der Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps: Erde und Wasser.
SoliMedia Productions GmbH, Erfurt.
Diode abhängt) nimmt bei Erhöhung der Leitfähigkeit
des Elektrolyten zu. Das kann auch durch Zugabe von
z.B. Kochsalz erfolgen. Essig ist günstig, weil er die
Zinkelektrode besser löst.
© Gunther Seidl

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© Chris Hofer
52
Material
Geräuschvolle Erbsen

© Maria Schwarzmayr
> 1 Teller
> 1 Glas
> getrocknete Kichererbsen
(oder andere getrocknete
Hülsenfrüchte)
> Wasser

Durchführung
53
Ein möglichst gerades Glas etwa halbvoll mit Wasser befüllen und dann mit Erbsen bis zum Rand
auffüllen. Nach etwa 15 min haben sich die unteren Erbsen mit Wasser vollgesogen und damit
vergrößert. Durch dieses Aufquellen fallen die oberen Erbsen geräuschvoll auf das unter dem Glas
stehende Teller.
Material

Eiswürfel schmelzen
> 1 Glas

© Maria Schwarzmayr
Erklärung > Wasser
> viele Eiswürfel
Erbsen sind Pflanzensamen: In der Erbse steckt die junge Pflanze und wartet auf günstige
Bedingungen, damit sie zu wachsen beginnen kann (Bedingungen mit den Kindern gemeinsam
erarbeiten). Bekommt der Samen Wasser, dringt dieses in seine Hülle ein. Die Hülle wird weich
Durchführung
und der Samen vergrößert sich, er quillt auf. Die weich gewordene Hülle kann dann auch von der Viele Eiswürfel in ein Glas legen und es dann randvoll mit Wasser füllen (Eiswürfel ragen über den
Pflanzenwurzel durchstoßen werden, womit die Pflanze zu wachsen beginnt. Glasrand hinaus). Was wird passieren, wenn die Eiswürfel schmelzen?

Methodische Hinweise Erklärung


> Als weiterführende Versuche bieten sich Nach ca. einer Stunde sind die Eiswürfel geschmolzen und kein Tropfen ist übergelaufen. Wasser
Wachstumsversuche an, dehnt sich beim Gefrieren aus und braucht mehr Platz. Das heißt: Das Wasser in den Eiswürfeln
z.B. Versuch 48 „Wo geht‘s zum Licht?“. „schrumpft“ beim Schmelzen sogar zusammen.
> Die Samen können gemeinsam mit den
Kindern gesät werden.
Methodische Hinweise
> Gespräche über das Wachstum bzw. das
Säen, Betreuen und Ernten von Pflanzen
führen. > Die Kinder rechnen fast immer mit einem
> Mit den Erbsen aus dem Experiment kann Überlaufen des Glases und werden über den
anschließend gekocht werden. Ausgang des Experiments verwundert sein: Eine
(Wertschätzung von Lebensmitteln genaue Reflexion ist erforderlich!
vorleben) > Die Kinder können mit ihren Körpern die
Wassermoleküle in den drei Aggregatzuständen
Literatur: BAfEP Feldkirch, 2010: Forschermappe der BAfEP
Feldkirch. S.9 Krekeler Hermann, Rieper-Bastian Marlies, nachstellen, indem sie sich (1) starr aneinander
© Heimo Spindler (W&H)

2000/2007: Spannende Experimente: Naturwissenschaft binden, sich (2) halbwegs frei oder
spielerisch erleben. Ravensburger Buchverlag,
Köster Hilde, 2005: Fantasiewerkstatt Experimente. (3) ganz frei im Raum bewegen.
Herder, Freiburg
Literatur: Dennerle Astrid, Evers Nina, Kaupp Jeanette, 2003: Löwenzahn: Peter Lustigs Forschertipps: Erde und Wasser.
SoliMedia Productions GmbH, Erfurt.

70 71
54
Material
55
Was ist magnetisch?

> Magnet Discovery Board von Wehrfritz

Durchführung
Der beiliegende Magnetstab wird auf ein Fenster nach dem anderen gestellt. Material
Dabei zeigt sich, dass nur Gegenstände aus Eisen angezogen werden.

Wie wirkt ein Magnet?


> 1 Magnetgriff von Wehrfritz
> 1 Magnetdose oder 1 Magnetfeld-Tafel von Wehrfritz
Erklärung

© Maria Schwarzmayr
> 1 Glas mit Wasser
Magnetismus ist eine Eigenschaft bestimmter Metalle und Legierungen (Eisen, Kobalt, Nickel). > 1 Büroklammer (klein)
Diese bilden Kristallstrukturen aus, die Elementarmagnete enthalten (sogenannte Weiss'sche
Bezirke). Magnete wirken in die Umgebung über das Magnetfeld (siehe Versuch 55 „Wie wirkt ein Durchführung
Magnet?“) Kommen diese Metalle in ein Magnetfeld, richten sich die Elementarmagneten aus und
werden vom Magneten angezogen. Die Büroklammer soll aus dem Glas geholt werden, ohne in das Wasser zu greifen. Mit einem
Magnetgriff kann man die Büroklammer durch das Glas anziehen und herausholen. Um die
Nach der Magnetisierung bleibt meist ein gewisser Magnetismus im Metall zurück, ein Teil der Magnetlinien zu zeigen, können die Kinder mit der Magnetdose von Wehrfritz experimentieren
Elementarmagnete bleibt ausgerichtet (siehe Versuch 56 „Magnetkompass“). Bei bestimmten (Magnet mit einem Bleistift hinein und hinausschieben und beobachten, wie sich die Späne entlang
Legierungen bleibt die vollständige Ausrichtung der Elementarmagnete auch nach Entfernung des der Feldlinien anordnen. Alternativ lassen sich die Magnetlinien durch Auflegen von Magneten auf
Magneten bestehen, das sind dann Permanentmagneten. der Magnetfeld-Tafel sehr schön sichtbar machen.

Methodische Hinweise Erklärung

© Konrad Steiner
> Mit einem kleinen Schraubenzieher lässt sich das Magnet Discovery Board öffnen und Magneten wirken durch den
die Gegenstände austauschen. Auf diese Weise können die Kinder selber kleine Dinge Raum, sie bauen magnetische
zusammensuchen, die sie auf ihren Magnetismus testen wollen. Feldlinien auf. Man kann diese
> Man kann auch kleine Glasschälchen auf einem Tablett mit verschiedensten Gegenständen Magnetlinien sehen, indem
befüllen und mit einem Stabmagneten auf Magnetismus prüfen. man feine Eisenspäne auf
einen Stabmagneten gibt.
Diese Felder wirken auch
durch die meisten Materialien
© Chris Hofer

hindurch, weshalb man die


magnetische Anziehung auch
z.B. durch Glas, Holz, Karton
beobachten kann.

Methodische Hinweise
> Geschichte: Elli ist ihr Haustürschlüssel aus Eisen in ein Glas mit gefährlicher Flüssigkeit
gefallen. Wie kann sie den Schlüssel herausholen, ohne mit der Flüssigkeit in Berührung
zu kommen?

Literatur: http://vs-material.wegerer.at/sachkunde/su_magnet.htm (Jänner 2016)

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56 57
© Karoline Mödlhammer

Material Material

© Gunther Seidl
Magnetkompass

> 1 starker Magnet > Magnetstäbe-Set von Wehrfritz > magnetisches Rennauto von Wehrfritz
> 1 Stück Zwirn > 2 Supermagneten von Wehrfritz > färbige Metallplättchen

Magnetkraft
> 1 Stück Klebeband > Magnetgriffe-Set (5 Magnetgriffe) von Wehrfritz > 1 wasserfester roter Stift
> 1 Riesenbüroklammer
> 1 wasserfester roter Stift
Durchführung
Durchführung Vor der Durchführung sollten bei den beiden Supermagneten jeweils die Nordpole rot angemalt
werden, um diese für die Kinder sichtbar zu machen. Um zu zeigen, dass es im Magnetismus zwei
Eine Riesenbüroklammer wird auf einer Seite rot angemalt und an einen dünnen Zwirn geknüpft, verschiedene Pole gibt, bekommen zwei Kinder je einen Supermagneten. Sie nähern die Pole an. Je
sodass sie waagrecht schwebt. Dann wird das nicht bemalte Ende eine Weile an den Nordpol des nachdem, ob der Nordpol (rot) auf Nordpol zeigt oder auf Südpol, werden die Magneten abgestoßen
starken Magneten gehalten. oder angezogen. Es gilt: ungleiche Pole ziehen sich an.
Das obere Ende des Zwirns wird mittels Klebeband an einer Tischkante o. Ä. befestigt, damit sich die
Dasselbe Prinzip lässt sich anhand des magnetischen Rennautos zeigen: Mit den Magnetgriffen
magnetische Büroklammer frei drehen kann. Nach einiger Zeit stellt sich die Klammer stabil in eine
(Südpol) lässt sich das Auto „schieben“, während es durch einen Nordpol (Supermagnet rot)
Richtung ein, das rote Ende zeigt nach Norden (also zum magnetischen Südpol der Erde).
gezogen wird. Anschließend werden die färbigen Plättchen auf dem Tisch verteilt. Die Kinder dürfen
sie mit einem Supermagneten aufsammeln. Ein Kind hält den Supermagneten senkrecht, dann
Erklärung versucht ein anderes Kind, mit einem Magnetgriff möglichst viele Plättchen zu „rauben“. Wenn
keine weiteren Plättchen auf dem Magnetgriff halten, nimmt es den nächsten. Kann es mit den fünf
Mit dem starken Magneten haben wir die Büroklammer magnetisiert. Der Südpol an der Büroklammer
Magnetgriffen den Supermagnet „abräumen“?
entsteht dort, wo sie an den Nordpol des Magneten gehalten wurde. Die Erde hat ein Magnetfeld,
das ungefähr vom Nordpol zum Südpol zeigt. Es ist sehr schwach, weshalb die Magnetnadel so
aufgehängt werden muss, dass sie praktisch keine Reibung hat. Nach einiger Zeit nimmt die Erklärung
Magnetisierung der Büroklammer ab, da die Elementarmagneten (Weiss’sche Bezirke) teilweise ihre
Da sich Magneten aus kleinsten

© Chris Hofer
Ausrichtung wieder verlieren (da es sich um Weicheisen handelt). Durch Erhitzen (Kerzenflamme)
Elementarmagneten aufbauen, gibt
oder Erschütterung (zu Boden werfen der Büroklammer) geht die Magnetisierung überhaupt
es keinen „reinen“ Nordpol- oder
abrupt verloren (Die Elementarmagneten verlieren dadurch ihre Ausrichtung). Durch erneutes
Südpolmagneten. Bricht man z.B. einen
Magnetisieren (siehe oben) kann der Versuch immer wieder durchgeführt werden. In kommerziellen
Stabmagneten in der Mitte auseinander,
Magnetkompassen dreht sich eine magnetische Nadel auf einer feinen Nadelspitze, wodurch die
entstehen zwei Stabmagneten mit
Reibung fast ausgeschaltet wird. Ein solcher Kompass ist auch Bestandteil der Wetterstation (siehe
Nord- und Südpol. Die Bezeichnung
Versuch 32 „Wetterstation“).
„Nordpol“ bedeutet, dass dieser Pol
– falls frei drehbar – in Richtung des
Methodische Hinweise geographischen Nordpols (Arktis)
zeigt. Der Versuch zeigt, dass sich der
> Geschichte: Elli verirrt sich manchmal im Wald beim Nüsse sammeln.
Magnetismus fortpflanzt, d.h. an die
Da beschließt Hansi einen Kompass für sie zu bauen.
Plättchen, die am Magneten hängen,
> Bevor man sich mit Hilfe des Magnetkompasses die Himmelsrichtungen anzeigen lässt,
hängen sich weitere Plättchen an.
wäre es interessant, mit den Kindern eine Diskussion über die Himmelsrichtungen zu führen.
Die Magnetfeldstärke hängt von der
Weiß vielleicht schon ein Kind aufgrund der Ausrichtung des Gebäudes, wo Süden ist?
Entfernung von den Polen ab. Daher
In welcher Richtung liegt das nächste sichtbare Gebirge? etc.
werden zunächst ziemlich viele Plättchen abgeräumt. Je näher man zu den Polen des Supermagneten
> In unseren Breiten ist es sehr einfach festzustellen, wo Süden ist: Die Öffnung der
kommt, desto schwieriger wird es. Es ist unmöglich, mit einem schwächeren Magneten dem stärkeren
Satellitenschüsseln (und damit der Arm, auf dem der Empfänger sitzt) zeigt fast genau
die Plättchen zu „entreißen“. Außerdem macht es einen großen Unterschied, ob man Plättchen vom
nach Süden. Der Grund dafür ist, dass die Satelliten, die die Fernseh-Programme
Nord- oder Südpol des Supermagneten „pflückt“, weil der Magnetgriff den Südpol außen hat.
aussenden, in der Nähe des Äquators (in etwa 36.000 km Höhe) positioniert sind.
Literatur: http://vs-material.wegerer.at/sachkunde/su_magnet.htm (Jänner 2016)
Literatur: http://www.physikfuerkids.de/lab1/versuche/erbbuero/index.html (Jänner 2016)

74 75
58 Methodische Hinweise
> Die Raupen und deren Futter sollten nur bestellt werden, wenn es bei uns warm ist
(ca. 3-5 Wochen nach der Bestellung) und die Schmetterlinge sodann freigelassen
werden können. Das heißt normalerweise im Frühjahr, Sommer oder Frühherbst.
> Wenn die Raupen zur Verpuppung bereit sind, klettern sie zum Becherdeckel hoch,
spinnen ein Gespinstpolster und hängen sich von ihm herab umgekehrt auf. Es ist wichtig,
Schmetterlingsgarten

sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu stören, denn dann sind sie am verwundbarsten.
> Der Versuch lässt sich auch sehr gut mit den Raupen von Tagpfauenaugen durchführen.

© Maria Schwarzmayr
Die Eier findet man auf der Unterseite von Brennnesseln, die gleichzeitig als Nahrung für
die geschlüpften Raupen dienen. Idealerweise lässt man im Garten ein Stück Brennnesseln
stehen und lässt die Kinder täglich frische abpflücken (Handschuhe verwenden).
> Als kindgerechte Begleitlektüre zu diesem Experiment eignet sich z.B. „Wieso? Weshalb?
Warum? junior 23: „Der Schmetterling“ von Anne Ebert und Daniela Prusse.

© Heimo Spindler (W&H)


Einem Kind beizubringen, nicht auf eine Raupe zu treten,
ist für das Kind so wertvoll wie für die Raupe. Bradley Miller

Material
> Schmetterlingsgarten-Set von Wehrfritz

Durchführung
Zuerst bestellt man die Raupen des Distelfalters und deren Futter online (bei insectlore) oder per
Material
59
Post (Zertifikat im Schmetterlingsgarten-Set von Wehrfritz enthalten). Den Raupenbehälter stellt > 1 kleiner flacher Teller
man aufrecht und vor direktem Sonnenlicht geschützt bei ca. 21-26 °C auf. Der Becher enthält bereits > Salz und gemahlener Pfeffer
genügend Futter für die vollständige Entwicklung der Raupen. Je nach Temperatur bilden sich nach > 1 Plastiklöffel, wenn möglich weiß
7-14 Tagen die Puppen. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Raupenbehälter geöffnet und die am Papier > 1 Wolltuch, z.B. Schal
des Deckels haftenden Puppen mit einer Sicherheitsnadel am Maschennetz des Brutlebensraums
(im Schmetterlingsgarten-Set enthalten) befestigt werden. Die Puppen bleiben ungefähr
Durchführung

Gewürztrenner
7-14 Tage in diesem Stadium, bevor sie als Schmetterlinge schlüpfen. Wenn sich die Puppen dunkel
färben, schlüpfen die Schmetterlinge wahrscheinlich noch am selben Tag. Sind die Schmetterlinge Wir mischen ein wenig Salz und Pfeffer gut durch, der Boden des Tellers soll gut bedeckt sein. Dann
geschlüpft, kann man sie noch eine Weile im Brutlebensraum füttern und beobachten. Sie sollten reibt man den Plastiklöffel kräftig am Wolltuch und hält ihn knapp über das Salz/Pfeffergemisch, ohne
allerdings spätestens am zweiten Tag freigelassen werden. Zur Fütterung kann man einfach es zu berühren. Der gemahlene Pfeffer springt aus der Untertasse auf den Löffel und hängt gut sichtbar
2 Teelöffel Zucker mit 200ml Wasser vermischen, den Lebensraum mit frischen Blumen und auf der Unterseite des Löffels. Man kann den Versuch so lange wiederholen, bis kein Pfeffer mehr im
Blättern verzieren und diese mit dem Zuckerwasser bespritzen. Alternativ kann man auch ein mit Gemisch ist.
Zuckerwasser getränktes Papiertuch auf ein kleines Teller legen. Schmetter-linge mögen aber auch
Obst, z.B. frisch aufgeschnittene Orangen, Äpfel und überreife Bananen. Nach seiner Freilassung lässt
sich der Distelfalter (ein Wanderschmetterling, der auf der Nahrungssuche Tausende von Kilometern
Erklärung
zurücklegen kann) oft noch einige Tage in der Nähe (z.B. Kindergarten-Garten) beobachten. Beim Reiben mit dem Tuch werden Elektronen aus dem
Löffel „herausgezogen“. Der Löffel lädt sich positiv auf
Erklärung und zieht die kleinen Salz- und Pfefferteilchen an.
© Maria Schwarzmayr

Da der Pfeffer leichter ist als Salz, wird er zunächst


Viele Insekten machen im Laufe ihres Lebens eine Metamorphose durch. Für Kindergartenkinder ist angezogen und bleibt auf dem Löffel „kleben“.
es äußerst spannend, diese Verwandlung zu beobachten und erklärt zu bekommen. In den Puppen Das gleiche Phänomen beobachten wir auch beim
wird das Raupengewebe zersetzt und umgeformt. Es bilden sich die völlig andersartigen Gewebe Experiment „Der magische Ballon“, siehe Versuch 29.
und Organe des ausgewachsenen Schmetterlings.
Literatur: http://www.zirp.de/images/stories/Wissenschaft/experimente_mit_aha_effekt.pdf, Seite 42, (Jänner 2016)

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© Wolfgang Weber
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© Maria Schwarzmayr
Material
> 1 Solarufo
> 1 Föhn mit Kaltstufe(!)

Durchführung
Die Ballonhülle wird ausgepackt und flach aufgelegt (ca. 90 x 300 cm). Dann schüttelt man die Hülle
Solarufo

etwas auf und dreht ein Ende fest zu einem ca. 20 cm langen Schlauch zusammen. Nun wickelt man
den beiliegenden Nylon-Faden ganz fest einige Male um den Schlauch und bindet ihn ab. Damit hat
man auch gleich die Ballon-„Schnur“ fixiert.
Um den Ballon aufzublasen, verwendet man am einfachsten einen Haarföhn (mit Kaltluft-Stufe!).
Eine Person hält den Föhn, eine zweite wickelt das offene Ballonende dicht um den Luftauslass des
Föhns. Der Ballon wird nun aufgeblasen. Wenn er noch etwas „schlapp“ ist (ca. 90% aufgeblasen),
entfernt man den Föhn und dreht das Ende rasch zu. Man kann dieses Ende mit einem dünnen
61
(Nylon-)Faden fixieren, gut geht es auch mit einem Gummiringerl.
Der Ballon darf nicht prall aufgeblasen werden, weil sich die Luft beim Erwärmen ausdehnt und der

© Maria Schwarzmayr

Der biegsame Hühnerknochen


Material
Druck so stark ansteigen könnte, dass er platzt.
Nun wickeln wir den Haltefaden ab und binden das Ende an oder fixieren es mit einem Gewicht, dann
legen/stellen wir den Ballon in die pralle Sonne. Nach einiger Zeit beginnt er zu steigen. > 1 Hühnerknochen
(Fleischreste sorgfältig entfernen)
WICHTIG: Ballons in Gegenwart von Kindern nie unbeaufsichtigt liegen lassen!! > 1 tiefe Schale oder Glas mit Deckel
Die Hülle ist so groß, dass sich ein Kind darin einwickeln könnte – ERSTICKUNGSGEFAHR! > Essig

Erklärung Durchführung
Wie jedes Gas dehnt sich Luft beim Den Hühnerknochen in eine mit Essig gefüllte Schale oder Glas legen. Er muss ganz bedeckt sein.
Erwärmen aus, das heißt, ihre Dichte Anschließend mit einem Deckel verschließen. 5 – 7 Tage lang täglich den Essig erneuern. Danach
nimmt ab. Die erwärmte Luft im Ballon ist Knochen gut abspülen. Er ist nun biegsam und weich.
also leichter als die Umgebungsluft - der
Ballon steigt auf. Das ist auch das Prinzip Erklärung
der Heißluftballone. Da die Dichte der Luft
im Ballon umso stärker abnimmt, je höher Kalk ist ein wesentlicher Bestandteil
ihre Temperatur ist, verwendet man bei von Knochen. Er macht sie hart und
kommerziellen Ballons einen Gasbrenner stabil. Säuren (Speise-Essig enthält
und heizt das Gas im Ballon auf etwa 120 ca. 5% Essigsäure) lösen den Kalk
Grad auf. Bei unserem Versuch dient die langsam auf. Dabei entsteht auch
Sonne als Heizquelle. Sie muss die Luft im Kohlenstoffdioxid, das in feinsten
Inneren auf mindestens 50° erwärmen, Bläschen aufsteigt. Ist der Kalk
damit der Ballon aufsteigt. aufgelöst, verliert der Knochen seine
Härte und man kann ihn biegen.
Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Hei%C3%9Fluftballon
(Jänner. 2016) Literatur: http://www.zirp.de/images/stories/
Wissenschaft/experimente_mit_aha_effekt.pdf, S. 48 (Jänner 2016)

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© Atelier
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Material Material
Winkelheber

> 2 Wassergläser > Höhenmesser von Atelier Lila

Höhenmesser
> 1 Kiste oder Box, ungefähr so hoch wie ein Wasserglas
> 2 Strohhalme mit „Gelenk“
Durchführung
Durchführung Mit diesem Verfahren kann man die Höhe eines Objekts,
z.B. eines Baums, ohne Maßband bestimmen. Erst geht
Die beiden Gläser werden schräg übereinander aufgestellt, siehe Skizze. Der Strohhalm muss man mit dem Höhenmesser in der Hand mindestens
verlängert werden. Dazu schneiden wir vom zweiten Strohhalm sauber das längere Stück ab, dann doppelt so weit vom Objekt weg, wie dieses hoch ist –
weiten wir beim ersten Strohhalm das kürzere Ende etwas auf, z.B. mit einem Bleistift. Nun stecken der Weg muss annähernd eben sein und man muss
wir den zweiten Strohhalm ca. 1/2 cm in das aufgeweitete Ende des ersten Halms. Dabei ist wichtig, die Spitze frei erkennen können. Nun hält man den Höhenmesser vor das Auge und visiert die Spitze
dass der innere Halm keine Furche bekommt, sondern dicht am äußeren anliegt. Ob die Verbindung des Objekts an. Dabei muss der Höhenmesser genau waagrecht sein, das Lot (Schnur mit der Kugel)
dicht ist, prüfen wir, indem wir das eine Ende zuhalten und ins andere hineinblasen. Es darf keine streift gerade das Querhölzchen. Scheint der Stab beim Männchen im Höhenmesser höher als die
Luft bei der Verbindungsstelle austreten! Spitze des Objekts, geht man soweit vor, bis sich Stab und Spitze decken. Diesen Punkt markiert
man auf dem Boden, z.B. mit einem Stein oder Kreidestrich. Nun geht das Kind von diesem Punkt mit
Das obere Glas wird mit Wasser gefüllt.
normal großen, gleichmäßigen Schritten zum Fußpunkt des Objekts und zählt die Schritte. Die Anzahl
Dann stecken wir das (nun) kürzere Ende
wird durch zwei geteilt, das ergibt den ungefähren Abstand in Metern. Nochmals durch zwei teilen und
des Strohhalms ins obere Glas, das längere
eins dazu zählen ergibt die Höhe.
in das untere. Nichts geschieht! Wir ziehen
den Halm aus dem unteren Glas und
saugen Wasser an. Wenn der Strohhalm Erklärung
gefüllt ist, verschließen wir ihn (im Mund)
Die beiden Dreiecks-Seiten a (Auge – Fußpunkt Stab) und b (Höhe des Stabs) des Höhenmessers
mit dem Finger und stellen dieses Ende –
wurden so gewählt, dass sie im Verhältnis 2:1 stehen. Decken sich beim Durchschauen die Spitze
verschlossen – in das untere Glas. Nun
des Stabs und die Spitze des Objekts, so entsteht ein (im mathematischen Sinn) „ähnliches“
nehmen wir den Finger weg. Das obere Glas
Dreieck: a' (Kind-Fußpunkt des Objekts) und b' (Höhe des Objekts). Das heißt, dass sich der
rinnt aus!
Abstand vom Fußpunkt zur Höhe ebenfalls wie 2:1 verhält. Bei 5-6 jährigen Kindern liegt
die mittlere Schrittweite bei 50 cm, daher teilt man die Anzahl der Schritte durch zwei,
Erklärung damit der Abstand in Metern herauskommt. Weil die Höhe des Objekts die halbe
Länge des Abstands zum Fußpunkt
Wasser kann nicht bergauf fließen. Wenn
ist, dividiert man nochmals durch
aber das Rohr gefüllt und der Auslauf tiefer
zwei. Diese Höhe wurde vom Auge
ist als der Wasserspiegel, dann entsteht im
des Kinds aus gemessen. Man kann
Rohr eine Druckdifferenz, die das Wasser
die Augenhöhe eines 5-6 jährigen
ausrinnen lässt. Deshalb rinnt es nur bei
Kindes mit 1 m annehmen, somit
gefülltem Rohr aus. Verwendet wird dieses
ist das Objekt insgesamt um einen
Gerät z.B. bei Gärballonen, wenn man dort
Meter höher.
die Flüssigkeit abziehen will.
Literatur: Atelier Lila, Höhenmesser
Literatur: Das Wasser fließt bergauf! http://www.physikforkids. http://www.atelierlila.de/spielzeug_pages/
de/lab1/versuche/bergauf/wasser1.html, (Jänner 2016) hoehenmesser.htm, (Jänner 2016)
© Maria Schwarzmayr

Die dort angegebene Erklärung ist so nicht richtig, siehe:


Wikipedia: Heber (Gerät) https://de.wikipedia.org/wiki/
Heber_%28Ger%C3%A4t%29, (Jänner 2016)

© Maria Schwarzmayr

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© Atelier
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Material 65
Das Raumwunder

> „Raumwunder“ von Atelier Lila

Durchführung
Material

© Maria Schwarzmayr

Der „verstopfte“ Trichter


Wenn wir wissen wollen, wie weit jemand
von uns entfernt ist, können wir das mit Hilfe > Plastikflasche, 0,5 Liter
des „Raumwunders“ messen. Man visiert > dazu passender Trichter
durch das Augenloch die Füße eines Kindes mit möglichst engem Ablaufrohr
oder Erwachsenen an. Dann schaut man, (eventuell mit Plastilin verengen)
bei welcher Zahl der Skala der Kopf aufhört – > Plastilin
das ist dann die ungefähre Entfernung! Weil > Strohhalm
Kinder kleiner sind, nimmt man für sie die
linke Skala, für Erwachsene die rechte.
Durchführung
Erklärung Wir setzen den Trichter auf die Flasche und „kitten“ den
Spalt zwischen Flasche und Trichter luftdicht zu (sonst
Wir wissen, dass Objekte um so kleiner erscheinen, je weiter weg sie sind. Kennt man die Größe des funktioniert der Versuch nicht). Plastilin mit den Händen
Objekts, kann man – wieder über „ähnliche“ Dreiecke (siehe „Höhenmesser“, Versuch 63) in diesem warm kneten! In den Trichter wird mit etwas Schwung
Fall die Entfernung ausrechnen. Wasser eingefüllt, so dass Wasser im Trichter steht.
Das Mess-Dreieck hat die Seiten a (Auge – Fußpunkt des Männchens) und b (Fußpunkt des Dabei fließt zunächst ein wenig Wasser in die Flasche,
Männchens – Entfernungsskala). Das ähnliche Dreieck hat die Seiten a' (Auge - Füße der Person) und dann tröpfelt es höchstens gelegentlich. Auch Auffüllen
b' (Größe der Person). Weil wir a, b und (ungefähr) b' kennen, können wir a', das ist die Entfernung, des Trichters ändert nichts. Stecken wir den Strohalm
ausrechnen. Damit das nicht auf „schwierige“ Mathematik hinausläuft, haben die Hersteller für durch den Trichter, so dass er gerade in die Flasche
bestimmte Entfernungen das Ergebnis schon ausgerechnet und auf die Platte mit dem Männchen hineinschaut, dann rinnt das Wasser ab. Verschließt
aufgemalt. Im Prinzip haben wir hier einen ganz einfachen Theodoliten, der für Ingenieure ein sehr man den Strohhalm mit einem Finger, so rinnt wieder
wichtiges Vermessungswerkzeug darstellt, vor uns. kein Wasser in die Flasche.

Literatur: Prospekt Raumwunder: http://www.atelierlila.de/spielzeug_pages/raumwunder.htm (Jänner 2016)


Entferungsmessung mit dem Theodoliten: http://www.vermessungsseiten.de/kiel/vethentf.htm (Jänner 2016) Erklärung
Das Wasser kann nicht in den Trichter fließen, weil die
darinnen befindliche Luft nicht heraus kann. Damit
© Maria Schwarzmayr

kann man zeigen, dass nicht „Nichts“ in der Flasche ist,


sondern Luft. Wenn man der Luft durch den Strohhalm
einen Weg heraus lässt, dann fließt sie heraus und das
Wasser kann wieder in die Flasche rinnen.

Methodische Hinweise
> Wenn man den Strohhalm durch den mit Wasser befüllten Trichter steckt, sollte man die
Oberseite des Strohhalms mit einem Finger verschließen. So wird verhindert, dass Wasser
in den Strohhalm eindringt und der Effekt ist noch eindrucksvoller.

Literatur: http://www.kids-and-science.de/experimente-fuer-kinder/detailansicht/datum/2009/08/11/luftdruckversuch-mit-flasche-trichter-und-
trinkhalm.html (Jänner 2016)

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© Heimo Spindler (W&H)

© Heimo Spindler (W&H)


Material
Lavendelseife selbstgemacht

> Seifenreste oder Kernseife natur


alternativ Seifenflocken (über Apotheke oder Internet
beziehbar, sind jedoch nicht so fein, wie selbst gerieben)
> 1 feine Küchenreibe
> Lavendelblüten getrocknet
> ev. Lebensmittelfarbe, lila
> ev. ätherisches Lavendelöl

Durchführung
Die Seifenreste mit der Küchenreibe ganz fein reiben. Die Lavendelblüten mit etwas kochendem
67
Wasser übergießen (wie einen sehr starken Tee). Teelöffelweise warmen Tee über die Seifenflocken
geben und gut verrühren. Nach Belieben können auch getrocknete Lavendelblüten, ein paar
Tropfen ätherisches Öl, sowie Lebensmittelfarbe hinzugefügt werden. Im Anschluss knetet man die
Seifenmasse von Hand gut durch. Es ist darauf zu achten, dass gerade so viel Flüssigkeit wie nötig Material

Wer fängt den Vogel?


dazugegeben wird. Die Masse soll sich anfühlen wie feste Knetmasse und kann nun entsprechend
modelliert werden. Die Seifenfiguren lässt man vor der Verwendung an einem warmen Ort ein paar > 2 kleine Notizzettel
Tage gut durchtrocknen. > 1 Holzspieß
> Filzstifte
> Klebstoff
Erklärung
Seife verbindet sich gerne mit Wasser und lässt sich von diesem auflösen. Je feiner wir die Seife Durchführung
reiben, desto besser kann das Wasser heran. Seife und Wasser bilden schließlich eine homogene
Masse. Umrühren und gutes Kneten tragen ihr Übriges dazu bei. Auf einen Zettel wird mittig ein bunter Vogel, auf den anderen Zettel ein großer Vogelkäfig gemalt.
Anfänglich noch weich und formbar wird die Seife nach ein paar Tagen hart. Das Wasser zwischen Nun werden die Zettel links auf links aufeinander geklebt. Dazwischen kommt genau mittig der
den Seifenteilchen ist verdunstet, die Bindung zwischen den Teilchen wurde dadurch stärker. Holzspieß. Dreht man nun den Holzspieß rasch zwischen den Handflächen so sieht man den Vogel
jetzt ganz deutlich im Käfig sitzen. Auf gleiche Weise bringt man auch einen Goldfisch ins Glas, oder
Unsere Seife duftet herrlich nach Lavendel. Würde man Lavendel und Wasser unter einer imaginären ein Pferd in seinen Stall.
Riesenlupe betrachten, könnte man erkennen, dass die beiden Stoffe sehr ähnlich aussehen. Und da

Erklärung
Gleiches sich gerne in Gleichem löst,
kann sich der Lavendelduftstoff im
Wasser optimal lösen. Der Duft geht Die BetrachterInnen werden
in die Seife über und beim Anwenden hier optisch getäuscht. Bilder,
der Seife auf unsere Hände. Dieses die wir sehen, wirken auf der
Herauslösen bezeichnet man in der Netzhaut des Auges noch
Fachsprache auch als Extraktion. kurz nach. Man nennt dies
Nachbildwirkung. Das kann
Quelle: Riedler Elisabeth
man auch testen, wenn man einen Gegenstand länger ansieht und
dann die Augen schließt – man sieht den Gegenstand noch kurz

© Maria Schwarzmayr
vor sich. Wird nun der Holzspieß rasch gedreht, sieht das Auge die
© Maria Schwarzmayr

Bilder Vogel und Käfig in schnellem Wechsel und vermischt sie


schließlich zu einem einzigen Bild: dem Vogel IM Käfig.

Literatur: http://kidsweb.wien/experimente/vogelkaefig/ (Jänner 2016)

84 85
68 69
Material Material
Kuschelnde Tischtennisbälle

> 2 Tischtennisbälle > magnetischer Weltatlas

© Judith Grubinger-Preiner

Die Welt entdecken


> 1 Strohhalm „One Earth Kids“
> 1 Spielzeugeisenbahn-Schiene (z.B. Holzzug) > Magnetbilder
oder selbstgebaute Vorrichtung aus 4 Duplosteinen > Stofftasche
> Infoheft
Durchführung
Durchführung
Die beiden Tischtennisbälle werden mit etwas Abstand zueinander auf die Schiene gelegt. Nun
bläst man mittels Strohhalm Luft zwischen die Bälle und vermutet wohl, sie dadurch noch weiter Das Satellitenbild der Erde wird ausgebreitet. Die Magnetbilder (eines Themas) kommen in die
auseinander bringen zu können. Aber ganz im Gegenteil: die beiden Bälle schmiegen sich eng Stofftasche. Diese werden der Reihe nach aus der Tasche gezogen und den Kontinenten und Meeren
aneinander. zugeordnet. Zu jedem Magnetbild gibt es im Infoheft einen spannenden Text und eine (Lösungs-)
Karte, mit der auch die Kinder bereits arbeiten können. Zum leichteren Auffinden haben die Seiten im
Erklärung Infoheft dieselbe Farbe wie die Nummer der jeweiligen Magnete.

Es klingt paradox, aber je fester man bläst, desto


Erklärung

© Judith Grubinger-Preiner
stärker werden die Bälle aneinander gedrückt.
Verantwortlich hierfür ist der Bernoulli-Effekt, Die Kinder erkennen Lebewesen und Phänomene der Erde
benannt nach dem schweizer Physiker Daniel anhand des Magnetbildes und setzen diese in Bezug zur
Bernoulli. Die durch den Strohhalm schnell Erde und untereinander. So entdecken sie nach und nach
strömende Luft reißt Luftteilchen aus der die Geografie, Tiere und Vegetation, Naturphänomene
Umgebung mit. Durch die fehlende Luft entsteht und Kulturen dieser Erde. Dabei wird viel geraten und
ein Unterdruck und Luft von ringsherum sowie erarbeitetes Wissen durch das selbstständige Legen
die Tischtennisbälle werden herbeigesaugt. gefestigt.
© Maria Schwarzmayr

Methodische Hinweise
Literatur: http://www.kids-and-science.de/experimente-fuer-kinder/
detailansicht/datum/2009/08/11/der-bernoullieffekt-mit-2-
tischtennisbaellen.html (Jänner 2016)
> Man gibt zuerst eine kurze Einführung zu Kontinenten
und Meeren, Wüsten und Wäldern der Erde (z.B. mit
Hilfe beiliegender Anleitung: „Wie starte ich mit
„One Earth Kids“). Dann lässt man die Kinder
selbständig arbeiten und entdecken.
> Die Magnetbildersammlung kann mit Wüsten, Vulkanen,
Tieren… anhand selbstgedruckter/gezeichneter
Magnete oder anderer folierter Bilder erweitert werden.
Sie lassen sich mit allen herkömmlichen Magneten auf
dem Atlas anbringen.
> Die Rückseite von „One Earth Kids“ zeigt ein
großes Europasatellitenbild auf dem Urlaubsziele,
Herkunftsländer oder Nachbarländer mit Magneten
markiert werden können.
© Chris Hofer

Quelle: Grubinger-Preiner Judith, eoVision GmbH

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70
> Spinat
> hellgrün: Den Spinat ganz fein schneiden/hacken bzw. pürieren (ev. mit einer Küchen-
maschine), ein paar Esslöffel Wasser dazugeben und sodann mit einem Löffel durch ein
feinmaschiges Sieb drücken. Will man besonders klare Saftfarbe gewinnen, legt man das
Sieb zuvor mit einem feuchten Geschirrtuch aus. Die gewonnene hellgrüne Saftfarbe hält
sich verschlossen im Kühlschrank etwa eine Woche.
Lebensmittelfarbe … Knetmasse … > Karotten
> orange: Die Karotten fein reiben, ein paar Esslöffel Wasser dazugeben und sodann mit einem
Stra enmalkreide … Körpermalfarbe ... Löffel durch ein feinmaschiges Sieb drücken. Will man besonders klare Saftfarbe gewinnen,
legt man das Sieb zuvor mit einem feuchten Geschirrtuch aus. Die kräftig orange Saftfarbe
Farben aus der Natur

hält sich verschlossen im Kühlschrank etwa eine Woche. Karottensaftfarbe ist nicht lichtecht.
Material Unerwünschte Flecken in Kleidern lassen sich mit Hilfe von Sonnenlicht entfernen. Der
Pressrückstand eignet sich hervorragend, um daraus Karottenkuchen zu backen oder
> wahlweise: 1 Blaukraut-Kopf, ½ kg Karotten, 1 Tasse Brombeeren,
vermischt mit geriebenem Apfel und etwas Joghurt als schmackhafte Rohkost.
frische rote Rüben, 1 Tasse Beeren vom Schwarzen Holunder, 1 kg frischer Spinat
> Schwarzer Holunder
> Wasserkocher
> dunkel-violett: Man bedeckt die Beeren mit Wasser, kocht sie weich und zerstampft sie mit
> Gemüsereibe
© Chris Hofer

einem Kartoffelstampfer. Mit einem Löffel drückt man den Brei sodann durch ein feinmaschiges
> feinmaschiges Sieb
Sieb. Will man besonders klare Saftfarbe gewinnen, legt man das Sieb zuvor mit einem alten
> Kartoffelstampfer
Geschirrtuch aus. Holunder färbt äußerst intensiv, es können auch Textilien nachhaltig eingefärbt
> Esslöffel
werden (Schutzkleidung tragen). Die rohen Früchte des Schwarzen Holunders sind giftig!
> altes Geschirrtuch
Erst gekocht sind sie essbar und dann sehr gesund.
> Topf mit Deckel
> Schneidbrett und Messer Je nach gewünschter Intensität kann man die gewonnenen Saftfarben beliebig mit Wasser
> ev. Küchenmaschine oder verdünnen. Will man Zeit und Mühen sparen, kann man Saftfarben auch auf Vorrat herstellen, in
Pürierstab kleine Behälter füllen und diese problemlos tiefgefrieren.
> Natronpulver
> Zitronensäure Zum Einfärben von Lebensmitteln eignen sich besonders
> Essig gut die aus Obst und Gemüse gewonnenen Saftfarben:
> Schraubgläser oder Flaschen zum Aufbewahren der Saftfarben > Marmorkuchen in Grün-Violett mit Zuckerglasur in Pink
> selbstgebackene Brötchen oder Mürbteigkeks in Lila
Durchführung > selbstgemachte Zitronenlimonade in Orange oder Pink
> bunte Topfencreme
Aus Pflanzenteilen lässt sich meist ganz einfach Saftfarbe gewinnen. > bunte Eiswürfel
> Blaukraut > ...
> violett: Man schneidet das Blaukraut in feine Streifen und gibt es in einen Topf. > oder einfach Leitungswasser oder Kräutertee bunt färben und
Dann übergießt man es mit kochendem Wasser, so dass es gerade bedeckt ist und lässt es unter ganz nebenbei das Mischen von Farben erleben und vertiefen
verschlossenem Deckel mindestens 30 min ziehen. Durch ein Sieb gegossen erhält man kräftig
violette Saftfarbe, die sich verschlossen im Kühlschrank etwa 1-2 Wochen hält.
> türkis: Mischt man 1-2 gehäufte Teelöffel Natron unter die violette Blaukraut-Saftfarbe, schlägt

© Chris Hofer
der Farbton nach türkis um.
> rot: Mischt man ein paar Esslöffel Essig oder einen gehäuften Esslöffel Zitronensäure unter die
violette Blaukraut-Saftfarbe, schlägt der Farbton nach rot um.
> Rote Rüben
> pink: Man viertelt die Roten Rüben und kocht sie in etwas Wasser (Dampfdruckkochtopf)
weich. Die Rüben verwendet man wie gewohnt in der Küche weiter. Das intensiv pink gefärbte
Kochwasser jedoch fängt man auf. Es hält sich verschlossen im Kühlschrank etwa 1-2 Wochen.
> Brombeeren
> rot-violett: Man zerstampft die Brombeeren mit einem Kartoffelstampfer oder Mörser und drückt
den entstandenen Brei sodann mit einem Esslöffel durch ein feinmaschiges Sieb. Will man beson-
ders klare Saftfarbe gewinnen, legt man das Sieb zuvor mit einem alten Geschirrtuch aus. Die kräf-
tig rot-violette Saftfarbe hält sich verschlossen im Kühlschrank etwa eine Woche. Das ausgepresste
Fruchtfleisch im Sieb schmeckt vermischt mit Joghurt und etwas Zucker ausgezeichnet zur Jause.

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© Chris Hofer
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Zum Färben von Textilien (Baumwolle, Wolle, Seide)
eignet sich besonders die Saftfarbe des Schwarzen
Holunders. Auch Karotte, Rote Rübe und Blaukraut Material
geben schöne Farben, durch Waschen verblassen die
> 1 großes Stück Orangenschale > 1 Glasschälchen

Herstellung von Orangenöl


Farben aber rasch. Auch Knetmasse lässt sich sehr
> 1 Esslöffel > 4 EL Speiseöl
gut mit Saftfarben einfärben:
> 1 Messer > 1 Teller (zum Abdecken des Glasschälchens)
> 40 dag Mehl
> 1 Brett > ev. 1 kleiner Trichter und ein kleines Fläschchen
> 14 dag Salz
> 2 Esslöffel Zitronensäure
> 6 Esslöffel Öl Durchführung
> 300-(400) ml heiße Saftfarbe
Die Orangenschale wird mit der Kante des Löffels angerieben und anschließend in kleine Stückchen
geschnitten. Diese werden dann mit 4 Esslöffel Speiseöl in einem Glasschälchen für mehrere
Alle trockenen Zutaten vermengen, Öl und Saftfarbe beifügen und alles gut verkneten.
Stunden, am besten über Nacht, eingelegt. Anschließend kann das Orangenöl mit einem Trichter in
Luftdicht verschlossen und dunkel hält sich die Knetmasse im Kühlschrank mehrere Monate.
ein kleines Glasfläschchen gefüllt oder in eine Duftlampe gegeben werden.
Ganz leicht lassen sich auch Straßenmalkreiden herstellen:
Man rührt Gipspulver (z.B. Fugengips) mit Saftfarbe an. Die Konsistenz soll der eines festen Erklärung
Grießbreis entsprechen. Die Gipsmasse füllt man in die umgedrehten Böden von Eierkartons. Nach
Das Speiseöl riecht nach Orangen, weil die Duftstoffe aus der Orangenschale (ätherische Öle, die sich
ein paar Tagen ist die Masse fest geworden. Man kann nun die fertigen Kreiden aus den Kartonformen
in kleinen Bläschen in der Fruchtschale befinden) durch das Anreiben der Schale und das Einlegen
schälen. Durch die kegelförmige Gestalt liegen die Straßenmalkreiden auch bei jüngeren Kindern
in Öl gewonnen wurden. Da die ätherischen Öle ähnlich aufgebaut sind wie das Speiseöl, lassen sie
besonders gut in der Hand.
sich gut vermischen (genaue Erklärung siehe Versuch 73 „Tintentropfen im Wasserglas“).
Gerade in den Sommermonaten ist selbstgemachte Körpermalfarbe sehr beliebt:
Man vermengt Saftfarbe mit Speisestärke, sodass sich der dickliche Brei noch gut rühren lässt und Methodische Hinweise
trägt das Ganze am besten mit den Fingern am Körper auf. Die Konsistenz ist etwas eigenwillig,
> Da der Umgang mit Öl zu Umweltverschmutzungen führen kann, sollte Öl sehr sparsam und
dadurch aber umso faszinierender. Die Farbe trocknet am Körper schnell und haftet dann gut.
achtsam verwendet werden. Diese Thematik (Öl nicht in den Ausguss leeren) sollte mit den
Alternativ erhält man auch gute Körpermalfarbe wenn man Mehl mit Saftfarbe anrührt und aufkocht
Kindern besprochen werden – siehe auch Versuch 73 „Tintentropfen im Wasserglas“.
(siehe auch Versuch 13 „Der Mehl-Kleber“). Nach dem Trocknen erscheint die Farben pastellig.
Mit Öl bestrichen wird sie wieder dunkel und glänzend und spannt nicht auf der Haut. Lück Gisela: Experimentierfreunde Handbuch, Finken Verlag GmbH Oberusel 2009, 3. Auflage

Erklärung

© Chris Hofer
Das Herauslösen der Saftfarbe aus den Pflanzenteilen bezeichnet man als Extraktion. Wasser
dient hierbei als Lösungsmittel. Eine besondere Eigenschaft hat Blaukrautsaft. Er ist ein Indikator
(=Anzeiger) und zeigt durch Änderung seiner Farbe an, ob ein Stoff basisch (pH-Wert größer als 7)
oder sauer (pH-Wert kleiner als 7) ist. Natron beispielsweise ist basisch, der Blaukrautsaft färbt
sich türkis. Würde man stark basisches Spülmaschinenmittel zum Blaukrautsaft mischen, schlägt
der Farbton in Gelb-Grün um, ein Beweis, dass das Mittel eine extrem starke Lauge (ätzend!) ist.
Hingegen sind Essig und Zitronensäure sauer, das zeigt der deutliche Farbumschlag nach Rot.
Beim Anrühren größerer Mengen Gips mit Saftfarbe kann man eine Erwärmung des Ansatzes
feststellen. Es handelt sich um eine chemische Reaktion. Das beim Brennen des Gipses verdunstete
Wasser wird hier wieder zugeführt, dabei wird Energie frei, die in Form von Wärme spürbar wird.

Quelle: Riedler Elisabeth

90 91
72 Methodische Hinweise
> Die Füllhöhe für Wasser und Öl (je ein Drittel) kann außen am Glas mit einem Stift
markiert werden. So fällt es den Kindern leichter, die richtige Menge einzufüllen.
> Mit einer Zeichnung „Blick durch die imaginäre Riesenlupe“ lässt sich die Unterschiedlichkeit

Material
von Wasser und Öl, bzw. die Ähnlichkeit von Tinte und Wasser gut veranschaulichen.
Tintentropfen im Wasserglas

> Da der Umgang mit Öl zu Umweltverschmutzungen führen kann, sollten die Kinder am Ende
> 1 kleines Glas des Experiments das Öl mit der Pipette abpipettieren, sodass es für ein weiteres Experiment
> Wasser (ein Drittel des Glases befüllt) verwendet werden kann. Man sollte mit den Kindern auch kurz besprechen, warum Öl niemals
> Speiseöl (ein Drittel des Glases befüllt) in den Ausguss geleert werden darf, da sonst das Trinkwasser stark verunreinigt wird.
> 4 Tropfen Tinte
Lück Gisela: Experimentierfreunde Handbuch, Finken Verlag GmbH Oberusel 2009, 3. Auflage, http://www.finken.de
> 1 Tropfpipette

Durchführung
Zuerst wird das Glas zu einem Drittel mit Wasser befüllt. Anschließend wird ein Drittel Öl hinzugegeben.
Danach werden 4 Tropfen Tinte mit der Pipette in das Glas pipettiert und ca. 10 Minuten gewartet.
73
Die Tintentropfen bleiben kurz an der Öloberfläche liegen, sinken dann als Kugeln durch die
Ölschicht und verharren noch eine Weile auf der Grenzfläche zwischen Wasser und Öl. Sobald sie die
Material
Wasseroberfläche durchbrechen, vermischt sich die Tinte mit dem Wasser.

> 1 hohe Schüssel mit Wasser


> 1 Wattebausch
> 1 Aluhülse von Teelichtern

Gummibärchentaucher
> Gummibärchen

Durchführung

© Konrad Steiner
Ein Aluschälchen wird mit ein wenig Watte
ausgelegt. Anschließend können zwei Gummi-
bärchen hineingesetzt werden. Dieses „Schiffchen“
wird nun vorsichtig auf die Wasseroberfläche aufgesetzt. Anschließend wird ein Glas mit der Öffnung
nach unten darüber gestülpt und vorsichtig bis an den Grund der Wasserschüssel hinabgetaucht.
© Maria Schwarzmayr

Erklärung
Wenn man Kindern ein leeres Glas zeigt und sie fragt, was sich darin befinde, werden sie meistens mit
„Nichts“ antworten! Tatsächlich befindet sich aber Luft in dem Glas. Dies kann mithilfe dieses Experiments
Erklärung veranschaulicht werden: Unter dem auf die Wasseroberfläche aufgesetzten Glas befindet sich Luft,
welche beim Abtauchen des Glases nicht entweichen kann. Somit bleiben die Gummibärchen trocken.
Die Flüssigkeiten Wasser und Öl lassen sich nicht miteinander vermischen, weil Wasserteilchen und
Ölteilchen sehr unterschiedlich aufgebaut sind. Es bilden sich daher zwei Phasen. Tinte besteht aus
Wasser, Farbstoffen und weiteren Chemikalien. Daher vermischt sie sich leicht mit Wasser, löst sich Methodische Hinweise
aber nicht in Öl, da sich „Gleiches in Gleichem“ löst. Da Tinte eine höhere Dichte als Öl hat, sinkt
> Versehentlich „versenkte“ Gummibärchen können direkt für
sie im Glas nach unten. Aufgrund der Oberflächenspannung der Grenzflächen („Haut“), dauert es
Versuch 46 – „Ein Gummibärchen wächst“ verwendet werden!
stets eine Weile, diese zu durchdringen (siehe Versuch 38 „Wie verändert Seife das Wasser?“). Die
> Ein mit Luft gefülltes Glas, welches unter Wasser schräg gehalten wird, kann die
Oberflächenspannung zwischen Wasser und Öl ist sehr groß, weshalb der Tintentropfen an dieser
darin vorhandene Luft (durch die aufsteigenden Blasen) gut veranschaulichen.
Stelle am längsten liegen bleibt. Der Tintentropfen bildet im Öl eine kugelige Form, da diese die
Man kann auch unter Wasser die Luft von einem ins andere Glas weitergeben!
geringste „Angriffsfläche“ für das Öl bietet. Die Kugel weist im Verhältnis zum Volumen die geringste
Oberfläche auf, weshalb z.B. auch Wassertropfen in der Luft eine Kugel bilden (Regen). https://www.froebel-gruppe.de/fileadmin/user/Dokumente/Infoblaetter/HdkF_Gummibaerchentaucher.pdf (Februar 2016)
Luft ist überall – Gisela Lück: Forschen mit Fred, Finkenverlag, 5. Auflage 2011, Versuch 4

92 93
74 Methodische Hinweise
> Mit Hilfe von Puzzles, Büchern, laminierten Bildern und verschieden großen Eiern (z.B. vom
Wachtelei bis zum Straußenei) kann der Entwicklungszyklus der Wachtel erläutert werden.
> Im Getränkebehälter sollten kleine Punkte aufgemalen werden, damit die Küken danach

Material
piken und so das erste Mal Wasser zu sich nehmen.
> Mit einem Stethoskop, außen an den Inkubator gehalten,
> ca. 5 befruchtete Wachteleier lässt sich das Piepsen der Küken besser hören.
> Wachteleier können auch im Internet bestellt und per Post verschickt werden.
Wachtelzucht

> 1 Inkubator
> 1 Wärmelampe Die Bebrütung ist auch mit einigen Tagen Verzögerung möglich.
> Kükenfutter oder Legemehl > Derselbe Inkubator kann natürlich auch für die Bebrütung von Hühnereiern etc. verwendet werden.

Quelle: Stephanie Kaltner, Kindergarten Bergheim


Durchführung
Bereits zwei Tage zuvor sollte der Inkubator mit 100ml Wasser befüllt und auf 38 Grad eingestellt
werden. Während des gesamten Brutvorgangs müssen ca. alle zwei Tage 100ml Wasser
nachgegossen werden (Wasserstand beobachten und bei Bedarf nachfüllen). Die Wachteleier
werden auf die Schiene gelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass sich der Metallstift in der Führung
befindet. Tag 1-15 verbleiben die Eier im Inkubator. Zwischen Tag 15 und Tag 17 wird der Inkubator

Fotolia
geöffnet und möglichst schnell werden die Eier, die Schiene und das obere weiße Gitter entfernt.
Im Anschluss werden 250ml Wasser nachgegossen, die Eier direkt auf das Gitter gelegt und der
Inkubator wieder verschlossen. Zwischen Tag 17 und Tag 20 schlüpfen die Küken.
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Die geschlüpften Küken verbleiben so lange im Inkubator bis sie vollkommen getrocknet und alle
möglichen Eier geschlüpft sind (längstens jedoch 24 Stunden). Dann setzt man die Küken in einen
großen, hohen Karton, welcher mit Zeitungspapier und Küchenrolle ausgelegt wurde, und hängt
die Wärmelampe eher über die eine Seite des Kartons (so dass ein warmer und ein kalter Bereich Material
entstehen). Am Boden des Kartons sollten 38 Grad erreicht werden. Futter und Wasser bietet man

Flaschenzug
> 1 Flaschenzug
den Küken, im kalten Bereich, in geringer Menge, in niedrigen, einfärbigen Behältern (wie z.B. > 1 Korb, Sack, Kübel oder Kiste (= Behälter)
Marmeladedeckeln) an. Die Küken sollten ca. 2 Wochen unter der Wärmelampe verbringen. Nach > diverse Gewichte, Steine, Holzklötze etc.
einer Woche sollte der Höhenabstand der Lampe täglich ein bisschen erweitert werden. So gewöhnen
sich die Küken an die neuen Temperaturen.
Durchführung
Erklärung Der Flaschenzug wird mit dem Gurt sicher an einen stabilen Wand- oder Deckenhaken gehängt.
Bei Verwendung eines Wandhakens muss so viel Abstand von der Wand sein, dass weder der
Durch die Wärme und die Drehbewegungen des Inkubators wird die Bebrütung der Eier durch die Flaschenzug noch der Behälter an der Wand streifen.
Mutter simuliert und die Küken Embryos entwickeln sich.
In den Behälter gibt man nun Gewichte (können auch Äpfel, Steine, Kastanien etc. sein), bis er
ziemlich schwer ist. Die Kinder testen das durch Hochheben. Dann hängt man den Behälter in den
unteren Haken des Flaschenzugs und lässt die Kinder am Seil ziehen. Sie stellen fest, dass es nun
viel leichter geht. Als Variante kann man das Seil auf zwei Rollen aushängen, dabei stellen die Kinder
fest, dass sie stärker ziehen müssen als bei vier Rollen.

Erklärung
Jedes der 4 Seile nimmt ein Viertel der Last auf, daher braucht man am Zugseil nur ein Viertel der
Kraft, die man zum direkten Heben des Behälters benötigen würde. Hat der Flaschenzug 2 Rollen,
benötigen wir die Hälfte der Kraft.
Diese Kraftersparnis gibt es nicht umsonst: Will man die Last z.B. um 1 Meter heben, muss man
das Zugseil 4 Meter herunterziehen. Ein Viertel an Kraft erkaufen wir durch einen 4-fachen Zugweg.

Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Flaschenzug (Jänner 2016)

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77
Wie ist es, ein Roboter zu sein?

Material aus dem


Roboterkasten
(aus dem Roboterkaster)

Wie funktioniert ein Roboter?


> Kodierblöcke (rot, orange, gelb)
> Steuerungsbrett Material
> Malerkrepp (für Bodenmarkierungen) > Roboter
> Kodierblöcke
Durchführung © Heimo Spindler
> Steuerungsbrett
> Weltkarte
Die Kinder fragen, was ein Roboter ist.
Haben sie schon mal einen gesehen?
Was kann ein Roboter alles? (Roboter
sind Maschinen, die den Menschen Durchführung
bestimmte Arbeiten abnehmen Es werden die vier Bestandteile des Robotersystems erklärt. Als erstes wird die Weltkarte aufgelegt
können.) Wie sehen Roboter aus? Wie und erklärt. Dies ist die Welt, in welcher der Roboter wohnt, sie besteht aus 36 Quadraten mit
bewegen sich Roboter? Wie können verschiedenen Landschaften und Objekten. Welche Landschaften sind zu sehen?
Roboter Informationen aufnehmen?
(Mit „Sensoren“.) Wie können Roboter Auf dieser Weltkarte kann sich der
diese Informationen umsetzen? Roboter fortbewegen. Dazu muss man
(Mit „Aktoren“.) ihm Befehle erteilen, diese werden durch
Kodierblöcke dargestellt. Der grüne
Welche Arten von Sensoren und Aktoren gibt es? Ein Kind kann sich dazu als Roboter verkleiden Block bedeutet “geradeaus”, der rote
(zB. Papprollen über die Arme) und die anderen Kinder steuern den Roboter mit kurzen und eindeutig “Drehung nach rechts” und der orange
formulierten Anweisungen. “Drehung nach links”. (Die hellblaue
Danach wird mit Malerkrepp ein Raster (ca. 5x5 Quadrate mit 50cm Seitenlänge) auf den Boden Blöcke werden für dieses Experiment
geklebt. Das Roboter-Kind stellt sich auf ein Startfeld, Elli wartet auf das Kind in einem Zielfeld. nicht benötigt.) Die hellblauen Blöcke
Die Kodierblöcke stellen die Befehle dar, die der Roboter empfangen kann: grün (geradeaus), rot müssen in weiterer Folge auf das

© Heimo Spindler
(Drehung nach rechts), orange (Drehung nach links) und blau (etwas selbstdefiniertes, zum Steuerungsbrett gelegt werden, um dem
Beispiel einen Laut von sich geben). Die Kinder überlegen sich gemeinsam, welche Blöcke in welcher Roboter Befehle zu erteilen und ihn zu
Reihenfolge auf das Steuerungsbrett aufgelegt werden und sagen danach dem Roboter-Kind die starten.
Befehle an. Schafft es der Roboter bis zu Elli?

Erklärung
Erklärung
Der Roboter besteht im Inneren aus einem Computer, an dem zwei Motoren für die Fortbewegung
Kinder sind von Robotern oftmals sehr fasziniert. Dabei ist es wichtig zu begreifen, dass Roboter von gekoppelt sind. Die Befehle vom Steuerungsbrett werden drahtlos an den Roboter übertragen. Der
Menschen programmiert werden. Diese Programmierung kann in menschlicher Sprache gegeben Roboter kann nur Befehle ausführen, die ihm über das Steuerungsbrett gesendet werden.
werden, für Computer werden jedoch Programmiersprachen verwendet, da sie für diese leichter zu
verstehen sind. Die Kodierblöcke sind ein Beispiel für eine einfache Programmiersprache.
Methodische Hinweise
Es gibt einen Ein- und Ausschalter jeweils am Roboter und am Steuerungsbrett. Bei Nichtverwendung
unbedingt ausschalten, da die Batterie sonst entladen wird. Die Verbindung zwischen Steuerungsbrett
und Roboter wird automatisch hergestellt. Der Roboter führt nur die auf die Weltkarte abgestimmten
Steuerungsanweisungen durch, er hat keine Sensoren, durch die er die Position bestimmen kann.

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78 Material 79
> Roboter
> Kodierblöcke
Wie steuert man einen Rboter?

Material
> Steuerungsbrett

Der Roboter macht eine Rundreise


© Heimo Spindler
> Weltkarte
> Roboter

© Heimo Spindler
> Kodierblöcke Vorbereitung
> Steuerungsbrett
> Weltkarte Die Weltkarte wird auf den Boden aufgelegt, das Zeichen »N« für Norden sollte nach oben zeigen.
Der Roboter wird auf den Buchstaben P gesetzt.
Vorbereitung
Hintergrundgeschichte
Die Weltkarte wird auf den Boden aufgelegt, das Zeichen »N« für Norden sollte nach oben zeigen. Der
Roboter wird auf sein Zuhause gesetzt: das Feld mit dem Buchstaben B. Der Pfeil auf dem Roboter Der Roboter möchte eine Rundreise machen und soviel wie möglich von der Welt sehen. Dazu möchte
sollte nach oben zeigen. er immer drei Felder geradeaus fahren, sich dann nach links drehen und so weiter bis er wieder zu
Hause ist.
Durchführung
Durchführung
Der Roboter möchte gerne mit Elli picknicken gehen. Wo ist in der Nähe eine grüne Wiese zu sehen,
auf der er das tun könnte? (Zwei Felder geradeaus.) Was muss man nun tun, damit der Roboter auf Es gibt nicht genügend grüne »Geradeaus«-Steuerungsblöcke, um die Rundreise alleine durch
die Wiese kommt? (Zwei grüne Kodierblöcke auf das Steuerungsbrett (beginnend beim Pfeil) legen Auflegen der Steuerungsblöcke hintereinander durchzuführen. Was ist zu tun? Man kann bestimmte
und auf Start drücken.) Wenn er das Ziel erreicht hat, darf sich Elli zum Roboter setzen und beide Anweisungen wiederholen. Zwischendurch möchte er beim Baum eine Pause machen.
beginnen ihre wohlverdiente Jause.
Dazu müssen drei grüne und ein oranger Steuerungsblock in den eingekreisten Bereich gelegt
Nach dem Essen möchte sich der Roboter etwas bewegen und eine Bergwanderung machen. werden - diese Sequenz kann dann mit einem blauen Block aufgerufen werden. Auf die Linie werden
Dazu muss er sich einmal nach links drehen und einmal geradeaus fahren. die zwei blauen Steuerungsblöcke gelegt. Mit einem Druck auf Start legt der Roboter die Wegstrecke
bis zum Baum zurück, mit einem weiteren kehrt er wieder zur Ausgangsposition zurück.
Wissen die Kinder, dass Wissenschaftler mit einer
riesigen Rakete einen Roboter zum Mars geflogen
Methodischer Hinweis
haben? Dieser Roboter hat sogar einen Namen
(„Curiosity“, zu Deutsch „Neugierde“) und kann Eine wiederholbar aufrufbare Sequenz (»Prozedur« bzw. geläufiger »Funktion«) ist ist ein
Befehle ausführen, welche ihm die Menschen auf zentrales Element vieler Programmiersprachen. Sie ermöglicht die Wiederverwendung der in der
der Erde schicken – ganz ähnlich wie mit dem Funktion definierten Funktionalität. Dinge auf einfache Art wiederholen zu lassen, ohne sie dabei
Steuerungsbrett. Der Marsroboter hat auch einen mehrfach definieren zu müssen, fördert abstraktes Denken und kann zu Aha-Erlebnissen bei den
Befehl, mit dem er ein Foto machen kann. Kinder führen.

Methodischer Hinweis
Die Kinder können sich natürlich auch eigene
Ziele aussuchen. Dabei sollten sie im voraus
beraten, welche Kodierblöcke verwendet werden
sollen. Falls das Ziel nicht erreicht wird, muss der
Roboter immer auf die Ausgangsposition gestellt
werden. Die Kinder lernen, dass der Roboter nicht
unmittelbar gesteuert wird, sondern man muss
zuerst planen, was der Roboter tun muss – das
© Heimo Spindler

ist schwieriger als man zuerst vermutet! Selbstporträt des Rovers Curiosity (NASA)

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80
Was ist Strom?

Material
> Steckbrett
> Batteriehalterung
> 4 Verbinder
> Lampe
> Schalter
Erklärung
Versuch 1
Was, glauben die Kinder, ist Strom? Was kann man damit machen? Woher kommt der Strom?
Es wird ein geschlossener Stromkreis hergestellt, die Lampe Kann man Strom sehen, hören, spüren?
leuchtet. Aber wie kann man sie einfach ein- und ausschalten?
Strom kann man nicht sehen und hören, aber dennoch geschieht etwas, wenn Strom fließt:
Versuch 2 Elektronen bewegen sich. Elektronen lassen sich nur in Metallen bewegen und damit sie das tun,
muss ein Stromkreis geschlossen werden. Dann strömen die Elektronen im Kreis, wie in einer
Anstatt eines Verbinders bauen wir einen Schalter ein. Nun können wir den Strom fließen lassen oder Wasserleitung. Die Batterie entspricht dabei der Wasserpumpe. Wie eine Batterie funktioniert, wird
abschalten. Der Schalter funktioniert wie ein allseits bekannter Lichtschalter, aber warum leuchtet übrigens in Versuch 48 (Zitronenuhr) erklärt. Ein Schalter entspricht einer Staumauer – er trennt
die Lampe nicht, wenn der Schalter in die Aus-Position gestellt wird? den Stromkreis und der Strom steht an und kann nicht im Kreis fließen.

Versuch 3 Elektronen sind so klein, dass man sie auch unter einem Mikroskop nicht sehen kann. Man kann nur
die Wirkung des Stroms sehen - in diesem Fall das Licht.
Statt der Batterie wird der Handgenerator angeschlossen. Durch Kurbeln können die Kinder
elektrischen Strom erzeugen und die Lampe zum Leuchten bringen. Man kann also durch Wenn Strom stark genug ist, kann man Strom spüren und er kann dann auch gefährlich sein.
mechanische Energie elektrische Energie erzeugen. Wo geschieht das noch? (Beim Fahrraddynamo, Bei diesen Experimenten ist das nicht der Fall, aber in einer Steckdose durchaus. Deshalb sind
in Kraftwerken, ...). Steckdosen so konzipiert, dass man mit dem Strom nicht in Berührung kommen kann.
© Heimo Spindler

© Heimo Spindler

100 101
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Stromleiter und Isolatoren

Motor und Propeller


Material Material
> Steckbrett > Steckbrett
> Batteriehalterung > Batteriehalterung
> 3 Verbinder > 3 Verbinder
> Lampe > Taster
> Berührungsschalter > Motor
> Diverse Stromleiter (zB. Löffel) > Propeller
und Nichtstromleiter
Durchführung
Durchführung
Genau aufpassen: der Motor kann in zwei Richtungen eingebaut werden. Was passiert? Er dreht sich
Aufbauend auf dem vorigen Versuch wird statt einem Verbinder bzw. statt dem Schalter der gelbe nach rechts oder nach links. Wenn man den Propeller aufsetzt, wird er nur abheben, wenn sich der
Berührungsschalter eingebaut. Der Stromkreis ist unterbrochen, erst wenn die beiden Lötpunkte Motor nach links (gegen den Uhrzeiger) dreht. Warum ist das so?
mit einem Leiter (zB. Löffel, Büroklammer) verbunden werden, wird der Stromkreis geschlossen
und die Lampe leuchtet wieder. Nimmt man aber zB. einen Plastiklöffel, bleibt die Lampe dunkel.
Erklärung
Erklärung Anhand des Profils kann man sehen, in welche Richtung sich der Propeller drehen muss, um
abzuheben: er muss die Luft nach unten wegdrücken.
Nur in metallischen Leitern lassen sich die Elektronen bewegen. Und nur wenn sie Elektronen
bewegen lassen, entsteht elektrischer Strom, der die Lampe zum Leuchten bringt. Der Propeller hebt erst ab, wenn man den Finger vom Taster nimmt. Davor muss ausreichend
lange beschleunigt werden (ca. 3 Sekunden), bis er genügend Schwung hat. Bei kürzeren
Methodische Hinweise Beschleunigungsphasen hebt er nur ganz leicht bis gar nicht ab.

Die Kinder können verschiedene Materialien ausprobieren, um den Stromkreis zu schließen. Damit
Methodische Hinweise
können sie spielerisch den Unterschied zwischen Leitern und Nichtleitern entdecken. (Ellis Pfote
zählt beispielsweise nicht zu den Leitern). Elli hat gestern einen Hubschrauber gesehen und möchte wissen, warum er fliegen kann.

Variante
© Heimo Spindler

© Heimo Spindler
Wir bauen nun statt einem Verbinder die
Lampe ein. Schalten wir ein, leuchtet
die Lampe, aber der Propeller dreht sich
nicht sehr schnell. Egal ob wir ihn nach
rechts oder links laufen lassen, der
Propeller hebt nicht ab.

Erklärung
Die Lampe zwackt sich so viel vom
Strom ab, dass der Motor nicht mehr
genug davon hat, um den Propeller
ausreichend zu beschleunigen. Dabei ist
es egal, ob die Lampe in Stromrichtung
vor oder nach dem Propeller sitzt.

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83
Material für Versuch 1 Durchführung Versuch 2
Asseln – kleine Landkrebse

> ca. 6 Asseln Das Gefäß zur Hälfte mit einem feuchten (nicht nassen) Stück Küchenrolle auslegen, die Asseln
> Lupe (ev. Becherlupe) hineinsetzen und beobachten. (Die Beobachtung soll mindestens 6 Minuten dauern, empfohlen
> Petrischale (alternativ kleines Gefäß, wird eine längere Beobachtungsdauer)
z.B. leere Frischkäseverpackung)
> schwarzes Tonpapier
Erklärung
> Taschenlampe

© Heimo Spindler
Asseln haben 7 Beinpaare (14 Beine),
Material für Versuch 2 einen harten, halbringförmigen
Rückenpanzer, Kopf- und Rückenpanzer
> ca. 6 Asseln sind miteinander verwachsen, somit
> Petrischale (alternativ kleines Gefäß, z.B. leere Frischkäseverpackung) ist der Kopf nicht separat erkennbar.
> Küchenrolle Asseln gehören zur Klasse der Krebse.
> Sprühflasche Es lässt sich beobachten, dass sich die
Asseln vorwiegend im Dunkeln und auf
Durchführung Versuch 1 der feuchten Küchenrolle aufhalten.
Als Kulturfolger siedeln sich Keller- und
Aussehen der Asseln genau beobachten und die Merkmale besprechen. Anschließend werden sie in Mauerasseln in Kellern, unter Brettern,
das Gefäß gesetzt. Die Hälfte des Gefäßes wird mit dem schwarzen Tonpapier abgedunkelt. Zusätzlich im Komposthaufen und ähnlichen
kann die nicht abgedunkelte Hälfte mit einer Lampe beleuchtet werden. Die Kinder beobachten das Lebensräumen an. Sie brauchen die
Verhalten der Asseln. (Die Beobachtung soll mindestens 6 Minuten dauern, empfohlen wird eine Feuchtigkeit, weil sie ähnlich wie ihre
längere Beobachtungsdauer) Verwandten - die Krebse - Kiemen
zum Atmen besitzen. Kellerasseln
haben, wie auch Regenwürmer und
© Heimo Spindler

Schnecken, eine große Bedeutung als


Primärzersetzer pflanzlichen Abfalls.

Methodischer Hinweis
Elli findet im Garten ein spannendes Tier und möchte wissen, um welches Tier es sich handelt.
Es sieht zwar aus wie ein Käfer, Elli vermutet aber, dass es keiner ist.
Um herauszufinden, wo das Tier wohnt und wohin Elli es zurückbringen soll, muss sie mehr über
seinen Lebensraum erfahren: Mag es helle oder dunkle, trockene oder feuchte Stellen im Garten?

Asseln können einfach für einige Wochen im Kindergarten gehalten werden. Dazu wird ein größeres,
leeres Gefäß mit etwas Erde (am besten vom Sammelort) befüllt, ein paar getrocknete Blätter
oder Holzspäne und Steine zum Verstecken und ein Stück rohe Kartoffel zum Fressen hinzugeben.
Zuletzt noch mit etwas Wasser besprühen und mit einem luftdurchlässigen Deckel oder einem Tuch
verschließen.

Die Tiere lassen sich gut unter dem Mikroskop beobachten.

http://www.biologiedidaktik.at/Tiere/Assel.html
http://hypersoil.uni-muenster.de/1/03/13.htm

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> Diverse Alltagsgegenstände wie z.B. Buch, Halskette, Kappe, Hammer, Schneebesen, Kochlöffel,
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Haargummi, Buntstifte, Blume, Bügeleisen, Kerze, Pinsel, Modellauto, Stöckelschuh…
> 3 Körbe (z.B. Einkaufskörbe, Kartons, Plastikkisten)

Ein Modellauto für Mama und Blumen für Papa


Mein Körper und ich

Material
> Schichtenpuzzle Bub/ Mädchen

© Lisa Fischinger
> Torso Mensch

Durchführung 1
Dem Torso werden alle Organe entnommen und unter den Kindern aufgeteilt. Der Reihe nach nennt
jedes Kind den Namen des Organs, das es in der Hand hält und platziert es an der richtigen Stelle
am Torso. Gleichzeitig wird durchbesprochen, ob Mädchen und/oder Buben dieses Organ besitzen.

© Lisa Fischinger
Durchführung 2
Es bildet sich eine Gruppe von Mädchen und eine Gruppe von Buben, die das jeweilige Schichtpuzzle
zusammenbauen. Danach werden die Puzzles getauscht, das heißt, die Mädchengruppe baut das Durchführung
Puzzle des Buben zusammen und umgekehrt. Am Ende soll die Frage gestellt und von den Kindern
herausgefunden werden, welche Teile des Puzzles bei Mädchen und Buben unterschiedlich sind. Jedes Kind bekommt einen Gegenstand in die Hand (z.B. Hammer, Kochlöffel, kleines Pferd, Fußball,
Pinsel, Auto, Blume…) und es werden drei Körbchen aufgestellt. Eines steht für „Frau“, eines für
„Mann“ und eines für „Frau & Mann“. Die Kinder werden gefragt, welchem Geschlecht sie den
Erklärung Gegenstand zuordnen würden und legen ihn dann gleichzeitig in eines der Körbchen. Gemeinsam
Diese Übung soll dazu dienen, den Aufbau des menschlichen Körpers kennenzulernen und die werden alle Körbchen nacheinander entleert und besprochen.
biologischen Geschlechtsmerkmale zu erkennen. Es wird deutlich und soll hervorgehoben werden,
dass Mädchen und Bub sich phänotypisch nur durch ihre Geschlechtsorgane unterscheiden, die Erklärung
restlichen Körperteile jedoch im Kindesalter ident sind.
Dabei soll erhoben werden, wie die Kinder die soziale Frauen- und Männerrolle sehen. Mögliche
stereotypische Konzepte wie „Die Frau kocht, liebt Blumen, Pferde und malt gerne.“ oder „Der Mann
Methodischer Hinweis
© Chris Hofer

ist Handwerker, liebt Fußball und Autos.“ sollen in dieser Übung durchbrochen werden. Es gibt viele
> Geschichte: Elli will wissen, wie der menschliche Frauen, die handwerklich sehr begabt sind. Es gibt viele Männer die gerne und gut kochen. Es gibt
Körper aufgebaut ist und was dabei der viele Frauen, die gerne Fußball spielen und schauen. Auch ein Mann darf Stöckelschuhe tragen
Unterschied zwischen Buben und Mädchen ist. (z.B. Conchita). Auch im MINT Bereich (Mathematik,
> Hier kann auch das Stethoskop verwendet Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind
werden um den Herzschlag zu hören und zu Männer und Frauen interessiert und erfolgreich.
besprechen, warum Blut durch den Körper Beispielhaft können die Lebensläufe großer Männer
fließt (siehe Begleitheft Torso). und Frauen besprochen werden (z.B. Ada Lovelace,
> Weitere Spielmöglichkeiten: Schneekönig/in: Marie Curie, Stephen Hawking etc.)
Wird wie „versteinern“ gespielt. Kinder sind
Schneeflocken und bewegen sich im Raum. Die/der Schneekönig/in kann die Schneeflocken Methodische Hinweise
gefrieren lassen, wenn sie/er sie erwischt. Befreit können sie von einem anderen Kind (noch
freier Schneeflocke) werden, das ein gleiches Körpermerkmal (z.B. blaue Augen) besitzt. > Geschichte: Elli möchte ihren Eltern ein Geschenk
> „Alexander oder Alexandra?“: In dieser Übung wird den Kindern eine Puppe gezeigt, die kaufen. Aber, was mögen Mama und Papa?
geschlechtsneutrale Kleidung trägt. Die Kinder werden darum gebeten, der Puppe einen Namen > Man kann die drei Kisten auch beschriften oder
zu geben – und sie auf diese Weise einem Geschlecht zuzuordnen. Daraufhin soll eine kurze ein Foto von einer Frau, einem Mann und
Diskussionsrunde entstehen, in der die Geschlechterzuordnung hinterfragt werden soll. beiden darauf kleben.
(z.B. Woran erkennt man Mädchen/Buben? Kann ein Mann nicht auch lange Haare haben Quelle: Mag.a Lisa Fischinger
und Schmuck tragen?)

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shutterstock
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Material
Zählen und Zahlen

> Muggelsteine, Trauben, Perlen oder ähnliches Erklärung


> Fühlbeutel/ Socken
Mathematik begegnet uns im Alltag überall. Bereits im Kindergarten und davor machen Mädchen und
> Laminierte Zahlen von 1-10
Jungen vielfältige mathematische Grunderfahrungen. So beschäftigen sich Kinder z.B. beim Freien
> Wäscheklupperl
Spiel mit Legosteinen, beim Karten- oder Brettspiel ganz automatisch immer auch mit Mathematik:
> Verschiedene Würfel
Es wird gezählt und gerechnet, ohne dass es den Kindern großartig auffällt.
Trotzdem lohnt es sich, bei PädagogInnen den „mathematischen Blick“ zu schärfen, damit sie
Versuch 1 ihre Kinder in mathematischen Forschungsfragen adäquat begleiten und die verschiedensten
Alltagssituationen für mathematisches Tun und Denken nutzen können.
Zählen im Morgenkreis: Anhand einer Holzschale mit Perlen und einer Schnur wird im Morgenkreis
gemeinsam gezählt, wie viele Kinder heute da sind. In der Schale liegen so viele Holzperlen, wie es Quelle: Haus der kleinen Forscher www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/praxisanregungen/experimente-themen/mathematik
Kinder in der Gruppe gibt. Ein Kind geht mit der Schnur im Kreis und fädelt bei jedem Kind eine Perle
auf. Durch ein Lied oder einen Reim kann es beim Zählen unterstützt werden. Die übrigen Perlen in
der Schale repräsentieren die Kinder, die heute fehlen.

shutterstock
Versuch 2
Die Kinder bekommen eine Handvoll Trauben. Sie zählen die Trauben und vergleichen: Wer hat mehr
Trauben, wer sollte noch Trauben bekommen. Auf welche Art und Weise lassen sich die Trauben
aufteilen (eine du eine ich, jeder drei usw.)? Im Anschluss dürfen die Kinder die Trauben essen und
zählen dabei gemeinsam rückwärts (Subtraktion).

Versuch 3
Die Kinder gehen paarweise zusammen. Jedes Paar bekommt einen Fühlbeutel und ein paar
Muggelsteine. Ein Kind legt eine bestimmte Anzahl von Muggelsteinen in den Beutel, das andere
versucht zu ertasten wie viele Steine sich im Beutel befinden.

Versuch 4
Laminierte Zahlen von 1-10 und Wäscheklupperl werden mit den Kindern besprochen und zugeordnet.
Wie viele Wäscheklupperl sollen an der „5“ befestigt werden? Welche Zahlen kennen die Kinder
schon? Hat ein Kind vielleicht eine Lieblingszahl? Was kann im Gruppenraum oder bei mir selbst
alles gezählt werden? Wo findet man im Alltag Zahlen? Wozu braucht man Zahlen (Telefonnummer,
Preise, Hausnummer, Schuhgrößen etc.)? Warum sind auf dem Würfel die Zahlen in Punkten
angeordnet (leichter zu erkennen)? Können wir einen großen Würfel selber basteln? Welche Spiele
kann man sich mit den laminierten Zahlen, den Wäscheklupperl und den Würfeln ausdenken?

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Notizen

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