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Schriftliche Ausarbeitung einer gezielten Aktivität

Thema:
„Die Kinder experimentieren mit Wasser:
Was schwimmt, was sinkt?“

Name der Praktikantin: Petra Weis


Anschrift der Praxisstelle: Kindergarten Pfarrgarten, Pfarrgarten10,
72631 Aichtal
Name der Anleiterinnen: Frau Nostitz und Frau Wagner
Datum: 05.02.2018, Ausarbeitung Nr. 2
Lernbereich: Kognitive Entwicklung
Anzahl und Alter der Kinder: 6 Kinder im Alter von 5,5 bis 6,3 Jahren
Ort der Aktivität: Bewegungsraum
Zeitdauer: ca. 30 Minuten
Lehrerin: Frau Salat
1.0 Thema der Aktivität

1.1 Themenfindung und Begründung (Beobachtungen)

In unseren wöchentlich stattfindenden Naturtagen, halten wir uns regelmäßig in


einem Waldgrundstück mit einem Bach auf. Hier ist mir aufgefallen, dass die
Kinder jedes Mal mit Begeisterung Blätter, Stöcke, Dreck, Eisstücke und Steine
ins Wasser werfen und beobachten, was passiert. Den Kindern wird es nicht
langweilig, Dreckbatzen und Steine in den Bach zu werfen und zuzusehen, wie
es spritzt, wenn sie auf der Wasseroberfläche auftreffen und sie dann
untergehen. Schwimmende Teile, wie Blätter und Stöcke, werden ein Stück am
Ufer begleitet und beobachtet, wie weit sie schwimmen oder wo sie hängen
bleiben. Hierbei sind die Kinder ganz versunken in ihr Spiel. So experimentieren
sie im Freispiel auf dem Naturtag ganz von sich aus mit dem Element Wasser.
Auch im Kindergarten macht den Kindern das Spiel mit dem Wasser viel Freude.
So haben vor einiger Zeit mehrere Vorschulkinder im Sandkasten Sandvulkane
gebaut, die sie mit Wasser aus dem Schlauch „ausbrechen“ ließen. Dieses
Thema hat sie wochenlang fasziniert. Aus diesem Grund habe ich damals
mehrere Experimente mit den Kindern zum Thema Vulkane durchgeführt. So
haben wir z. B. einen Unterwasservulkan, einen Backpulvervulkan und einen
Colavulkan ausbrechen lassen. Seit dieser Zeit werde ich immer wieder gefragt,
wann wir denn wieder einmal experimentieren. Aber die Kinder kommen auch auf
eigene Ideen und forschen immer wieder von sich aus. So haben ein paar Jungs,
als es vor Weihnachten geschneit hatte, Schnee mit in den Kindergarten
gebracht und fasziniert beobachtet, wie der Schnee in der Wärme schmilzt.
Später haben sie dann das geschmolzene Schneewasser „weiterverarbeitet“,
indem sie mit verschiedenen „Zutaten“, wie Stöcke, Dreck und Seife, ein
„Duftwasser“ zubereitet haben. Beim Experimentieren mit Wasser kann ich die
Interessen der Kinder - Wasser und Forschen - wunderbar miteinander
verbinden. Dies nahm ich zum Anlass, mich mit einigen der Vorschulkinder
während meines Projektes näher mit dem Element Wasser zu beschäftigen.
Nachdem wir uns dem Thema Wasser erst mit anderen Aktivitäten, wie einer
Geschichte zum Wasserkreislauf und einer Wassersuche im Kindergarten
genähert haben, sind wir inzwischen beim Forschen und Experimentieren
angekommen. Die zweite Lehrprobe fällt in die Mitte meiner Projektzeit, weshalb
ich mich entschieden habe, eines unserer Wasserexperimente mit den Kindern in
meiner Aktivität zu machen. Auf der 1Webseite des Hauses der Kleinen Forscher
habe ich ein passendes Experiment dazu gefunden, aus dem ich einige
Elemente übernehmen werde.
1
vgl. www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/praxisanregungen/experimente-
themen/wasser/experiment/schwimmt-es-oder-schwimmt-es-nicht/ 1
1.2 Kurze Beschreibung des Themas

Die Kinder erforschen die Schwimmfähigkeit von Gegenständen. Sie lernen,


dass manche Gegenstände schwimmen und manche sinken und erkennen, dass
die Eigenschaft des Materials dafür verantwortlich ist, ob etwas schwimmt oder
nicht.

Dazu werde ich mich am Besuchstag mit den Kindern an unserem


Besprechungstisch treffen. Jedes der Kinder hat in der vorigen Woche einen
Gegenstand im Kindergarten ausgesucht, den es auf seine Schwimmfähigkeit
testen möchte. Ich werde diese Auswahl durch einen Gegenstand meiner Wahl
erweitern, je nachdem, welche Dinge sich die Kinder ausgesucht haben. Diese
Gegenstände liegen auf dem Besprechungstisch. Jeder Gegenstand wird einmal
im Kreis herum gegeben, damit ihn jedes Kind befühlen und genau ansehen
kann. Wir überlegen gemeinsam, ob die Gegenstände wohl schwimmen oder
sinken und sortieren sie in zwei Gruppen: Schwimmer und Nichtschwimmer. Das
Tablett bleibt auf dem Besprechungstisch stehen, damit wir es später mit den
getesteten Gegenständen vom Experimentiertisch vergleichen und so sehen
können, ob wir mit unseren Vermutungen richtig gelegen sind.

Auf dem zweiten Tisch, dem Experimentiertisch, liegen die gleichen


Gegenstände wie auf dem Projekttisch und ein zweites Tablett. Hierauf werden
wir die auf ihre Schwimmfähigkeit getesteten Materialien in Schwimmer und
Nichtschwimmer sortieren. Abwechselnd nimmt nun immer ein Kind einen
Gegenstand vom Tablett und legt ihn ins Wasser. Wir beobachten, was
geschieht. Das jeweilige Kind darf seinen Gegenstand wieder aus dem Wasser
nehmen. Es legt ihn auf das Tablett auf die mit einer Tabelle eingeteilte
Schwimmer- oder auf die Nichtschwimmer-Seite. Nachdem alle Gegenstände
sortiert auf dem Tablett liegen, nehmen wir dieses und gehen zurück an unseren
Besprechungstisch. Hier können die Kinder beide Tabletts nebeneinander
stellen. Die Kinder reflektieren ihre Beobachtungen und vergleichen sie mit ihren
Vermutungen: wo lagen sie richtig, wo falsch? Was fällt uns auf? Worin
unterscheiden sich Schwimmer und Nichtschwimmer? Form? Gewicht?

Die Kinder dokumentieren, was schwimmt und was sinkt. Dazu bekommen die
Kinder kleine Blätter, auf die sie die getesteten Gegenstände malen können.
Diese werden dann in den Beobachtungsbogen in die Tabelle geklebt. Über
dieser sind als Orientierung für die Kinder zwei Schüsseln mit einem
schwimmenden bzw. einem sinkenden Gegenstand aufgezeichnet, wie auf den
Tabletts (s. Anlage). Den Beoachtungsbogen habe ich an unsere Pinnwand
gehängt. Wie immer zum Abschluss eines Projekttages hat Wassi wieder Wasser
für die Kinder mitgebracht, das die Kinder zum Abschluss trinken dürfen, bevor
sie ins Freispiel gehen.

2
2.0 Überlegungen zu den Kindern

2.1 Anzahl und Alter der Kinder

Die Aktivität findet im Zuge meiner Projektarbeit statt. Hier habe ich mich
entschieden, das Projekt mit sechs Vorschulkindern in einer geschlossenen
Gruppe durchzuführen. Somit kann ich jedem einzelnen Kind mehr Zeit, also
auch mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen bringen. Dies ist für
einige der von mir ausgewählten Kinder sehr wichtig, da wir bei ihnen das
Selbstbewusstsein fördern wollen. Sie trauen sich auch eher, in einer kleineren
Gruppe zu sprechen und sich zu beteiligen, als vor der gesamten
Kindergartengruppe. Dies ist im Hinblick auf die nahende Einschulung sehr
wichtig. Bei den Experimenten, wie in dieser Aktivität, kann ich mich jedem Kind
widmen und ich habe einen besseren Überblick, wenn die Gruppe eher kleiner
ist. Die einzelnen Kinder kommen öfter dran und müssen auch nicht so lange
warten. Dadurch haben sie schneller und öfter Erfolgserlebnisse, was sie stolz
macht und ihr Selbstwertgefühlt steigert.

Für die Vorschulkinder habe ich mich auch entschieden, weil hier einige der
Kinder in den letzten Monaten immer wieder großes Interesse an den Themen
Wasser und Experimente gezeigt haben. Somit sind sie von sich aus, also
intrinistisch motiviert, sich an der Aktivität zu beteiligen, was das Lernen
erleichtert. Diesen möchte ich durch das Projekt und die heutige Aktivität die
Möglichkeit geben, sich näher und forschend mit dem Element Wasser
auseinanderzusetzen und ihr Wissen zu erweitern.

2.2 Vorerfahrungen der ausgewählten Kindergruppe

Vor mehreren Wochen habe ich mit einigen der Vorschulkinder bereits
Experimente zum Thema Vulkane durchgeführt. Im Rahmen meiner Projektarbeit
zum Thema Wasser haben wir letzte Woche ein Experiment zur
Wasserlöslichkeit von festen Stoffen gemacht. Dazu haben wir erst Salz in
Wasser aufgelöst und es dann über einem Teelicht erwärmt. Das Wasser ist
verdampft und zurück blieb das Salz. Mit dem Salzwasser haben wir dann noch
ein Bild auf ein schwarzes Papier gemalt. Manchmal fangen die Kinder auch an,
von sich aus etwas forschend auf den Grund zu gehen. Als es vor kurzem
geschneit hat, haben ein paar der Kinder angefangen, mit den Lupen die
Schneeflocken zu untersuchen. Schnell hat sich dieser Forscherdrang über fast
die ganze Kindergartengruppe ausgebreitet. Gezielte und von uns
pädagogischen Fachkräften angeleitete Experimente finden in unserem
Kindergartenalltag sonst sehr selten statt. Da die Kinder aber Freude am
Forschen haben, möchte ich ihnen mit meiner Aktivität die Möglichkeit geben,
sich einmal intensiver mit dem Experimentieren auseinanderzusetzen.

3
2.3 Überlegungen zu den einzelnen Kindern

Hannes:

Hannes ist 6,0 Jahre alt. Er wohnt mit seinen deutschen Eltern zusammen. Seine
fast genau ein Jahr jüngere Schwester besucht auch unseren Kindergarten.

Sozial-emotionale Entwicklung

Hannes ist ein freundlicher, fröhlicher, aufmerksamer und hilfsbereiter Junge. Er


ist selten in Konflikte verwickelt und wenn, dann kann er sie meist selbstständig
und verbal lösen. Neue Situationen, wie der Besuch unseres Kinderhauses „Im
Weckholder“ in Grötzingen bzw. die Busfahrt dorthin, überfordern ihn noch
manchmal. Dann weint und klammert er und beruhigt sich erst, wenn er weiß,
dass sich jemand um ihn kümmert.

Sprachentwicklung

Er erzählt sehr gerne, grammatikalisch richtig und in der richtigen Reihenfolge,


so dass man seinen Erzählungen gut folgen kann. Er verfügt über einen großen
Wortschatz und kann gut erklären, so wie vor kurzem, als er vor der ganzen
Kindergartengruppe unsere Wassersuche mit der Projektgruppe erklärt hat.

Kognitive Entwicklung

Hannes ist stets an Neuem interessiert, so wie vor Weihnachten, als er Schnee
in den Kindergarten mitgebracht hat und beim Schmelzen zugesehen hat. Später
hat er mit anderen Kindern aus dem Schneewasser und anderen „Zutaten“, wie
Seife und Stöcke ein „Duftwasser“ hergestellt. Er kann seinen Namen schreiben
und zählt gerne die Kinder im Morgenkreis.

Motorische Entwicklung

Hannes bewegt sich gerne und sicher. Im Turnen macht er gerne mit. Mit den
Vorschulkindern erarbeiten wir gerade an der Werkbank den
„Werkzeugführerschein“. Das Hämmern, Sägen, Schleifen und Bohren hat ihm
hierbei keine Schwierigkeiten bereitet.

Zielsetzung für Hannes

Hannes sollte immer wieder vor Herausforderungen gestellt werden, weshalb ich
ihn unter anderem auch zu meinem Wasserprojekt dazu genommen habe. So
werden wir zum Abschluss die Kläranlage in Grötzingen besuchen. Dazu werden
wir mit dem Bus fahren und das letzte Stück zu Fuß gehen. Diesen Ausflug
werde ich mit den Kindern zusammen planen, so dass er gut darauf vorbereitet
sein müsste und ihm die Busfahrt diesmal keine Angst machen dürfte. Die
Aktivität kommt auch Hannes‘ Interesse an Experimenten entgegen.

4
Robert:

Robert ist 5,11 Jahre alt. Er ist ein Einzelkind und wohnt mit seinen deutschen
Eltern zusammen.

Sozial-emotionale Entwicklung

Robert kommt gerne in den Kindergarten. Seine Konflikte mit anderen Kindern
löst er meist verbal und selbstständig. Er meldet sich aber auch bei den
Erzieherinnen und holt sich Hilfe, wenn nötig. Robert hat lange Zeit gebraucht,
bis er Freunde im Kindergarten gefunden hat.

Sprachentwicklung

Er verfügt über einen großen Wortschatz und kann sich gut ausdrücken. Dies
geschieht zeitlich korrekt und grammatikalisch richtig. Er spricht auch vor der
Gruppe.

Kognitive Entwicklung

Robert hat im Moment großes Interesse an Experimenten. So war er sehr


begeistert bei der Sache, als ich vor einiger Zeit von den Kindern das Thema
Vulkane aufgenommen und mit Experimenten, Geschichten usw. weitergeführt
habe. Bei den Dino- und Tierquartetts, die er im Moment bevorzugt spielt, muss
er immer wieder auch große Zahlen abschätzen können, z. B. beim Gewicht, da
ein Dinosaurier auch bis zu 20 000 kg wiegen konnte.

Motorische Entwicklung

Robert bewegt sich sicher und geht gerne mit ins Turnen. Im Garten spielt er
gerne mit der „Bauarbeitergruppe“ und gräbt und baut im Sandkasten oder in
einer Dreckecke. Die Arbeit an der Werkbank und der Umgang mit Hammer,
Säge, Feile und Bohrer hat ihm keine Schwierigkeiten bereitet.

Zielsetzung für Robert

Robert ist zurzeit sehr am Thema Experimente interessiert und möchte Neues
lernen. Dieses Interesse möchte ich nutzen, um seine Denkentwicklung weiter zu
fördern. Dazu bieten sich Experimente und die Arbeit in der Projektgruppe ideal
an. Hier kann er Theorien aufstellen und überprüfen und sein Wissen einbringen
oder erweitern. Außerdem möchte ich durch seine Teilnahme an meiner Aktivität
und dem Projekt den Kontakt zu den anderen Vorschulkindern fördern und
festigen.

5
Leon:

Leon ist 5,11 Jahre alt. Er lebt mit seinen kroatischen Eltern zusammen. Sein
älterer Bruder geht in die Schule. Leon wächst zweisprachig auf und hat nur
kroatisch gesprochen und verstanden, als er in den Kindergarten gekommen ist.

Emotional-soziale Entwicklung

Leon ist ein höfliches, hilfsbereites und freundliches Kind. In der Gruppe ist er
eher ruhig, kann aber mit seinen zwei Freunden zusammen auch mal
„aufdrehen“. Konflikte löst er in der Regel selbständig und verbal. Er sucht selten
die Nähe und Hilfe der Erwachsenen. Leon hat zwei feste Freunde im
Kindergarten, mit denen er sich fast immer beschäftigt. Er ist aber auch anderen
Kindern gegenüber aufgeschlossen.

Sprachentwicklung

Leon hat schnell die deutsche Sprache gelernt. Manchmal stimmt die Grammatik
noch nicht ganz, aber er unterhält sich gerne mit den Erzieherinnen. Dabei bildet
er ganze Sätze. Auch im Kreis beteiligt er sich, wenn er aufgerufen wird. Dabei
spricht er eher leise.

Kognitive Entwicklung

Leon kann sich gut konzentrieren, wenn ihn etwas interessiert. Er versteht den
Sinn von Geschichten, Liedern und Spielen. Regeln kann er einhalten. Leon
kann für Aufgaben motiviert werden und macht bei den Gruppenstunden der
Vorschulkinder gerne mit.

Motorische Entwicklung

Er geht gerne mit ins Turnen und bewegt sich sicher. Gerne spielt und klettert er
auch im Bewegungsraum. In seiner Freizeit ist er im Fußballverein aktiv. Der
Umgang mit dem Hammer, der Säge, der Feile und dem Bohrer hat ihm keine
Schwierigkeiten bereitet.

Zielsetzung für Leon

Leon ist an vielem interessiert und lässt sich für Neues begeistern. Ich möchte
Leons Selbstbewusstsein stärken und ihn etwas aus sich „heraus“ locken. Dazu
bietet sich die Teilnahme an meinem Projekt und der Aktivität in der kleinen
Gruppe an, da er sich hier eher traut, sich zu beteiligen. Zudem kann er hier auch
einmal in Kontakt mit anderen Vorschulkindern kommen, da er sonst eher mit
seinen zwei Freunden spielt. Einer dieser Freunde wird nächsten Monat
wegziehen, so dass dieser nicht mit ihm eingeschult wird.

6
Alisja:

Alisja ist 5,5 Jahre alt. Sie wächst in einer Pflegefamilie auf. Ihr Zwillingsbruder
trägt ein Cochlea-Implantat und geht wechselweise in den Kindergarten
Schulberg in Aich und in einen Kindergarten für hörgeschädigte Kinder in
Nürtingen. Auch Alisja hatte schon Probleme mit dem Hören. Laut Aussage ihrer
Pflegemutter hört Alisja zurzeit aber problemlos. Auch uns fällt in diesem
Zusammenhang im Moment nichts auf. Sie wächst zweisprachig auf, da ihre
Pflegemutter aus Brasilien stammt.

Sozial-emotionale Entwicklung

Alisja ist ein fröhliches, ausgeglichenes und freundliches Kind. Meist spielt sie mit
ihrer Freundin Melina. Diese vereinnahmt sie teilweise stark und reagiert
eifersüchtig, wenn Alisja einmal mit anderen Kindern spielen möchte.
Streitigkeiten löst sie in der Regel alleine und verbal. Sie ist selbstbewusst und
vertritt ihre eigene Meinung.

Sprachentwicklung

Sie spricht ohne Scheu auch vor der großen Gruppe. Alisja erzählt gerne von
Erlebnissen aus ihrem Alltag und freut sich, wenn man sich mit ihr unterhält.
Dabei spricht sie in ganzen Sätzen und grammatikalisch richtig. Sie verfügt über
einen großen Wortschatz. Alisja beteiligt sich mit Freude an Sprachangeboten
wie Liedern oder Fingerspielen.

Kognitive Entwicklung

Alisja ist an Neuem interessiert und probiert gerne etwas aus. Sie kann sich auf
eine Sache konzentrieren und bringt angefangene Dinge zu Ende. Sie hat
Interesse an Zahlen und Buchstaben. Ihren Namen kann sie schreiben. Alisja
versteht Spielregeln und kann sie einhalten.

Motorische Entwicklung

Alisja hält sich gerne im Garten auf, wo sie oft sehr lange mit ihrer Freundin auf
dem Baum sitzt. Sie macht gerne beim Turnen mit und bewegt sich sicher. Alisja
hält sich gerne im Kreativbereich auf, wo sie mit Freude webt und
Bügelperlenbilder macht. Auch das Malen bereitet ihr Freude. Die Arbeit mit den
Werkzeugen am Werktisch hat ihr keine Probleme bereitet.

Zielsetzung für Alisja

Im Entwicklungsgespräch mit der Pflegemutter haben wir vereinbart, dass wir bei
Alisja vermehrt den Kontakt zu anderen Kindern fördern wollen. Dies ist durch die
Teilnahme am Projekt und der Aktivität gut möglich, zumal sie große Freude an
Neuem hat und sich gut in die Aktivität einbringen kann.

7
Stephanie:

Stephanie ist 5,6 Jahre alt. Sie ist ein Einzelkind und lebt mit ihren deutschen
Eltern zusammen.

Sozial-emotionale Entwicklung

Sie lässt sich schnell verunsichern und ist nicht sehr selbstbewusst. In der
Kindergartengruppe ist sie integriert und sie hat mehrere Freundinnen. Mit diesen
hält sie sich gerne in der Rollenspielecke oder im Kreativraum auf.

Sprachentwicklung

Stephanie spricht nicht gerne vor einer großen Gruppe und wenn, dann eher
leise. Sie wirkt dabei unsicher. Stephanie spricht in der zeitlich richtigen
Reihenfolge und grammatikalisch richtig. Sie freut sich, wenn man sich mit ihr
unterhält und sich ihr zuwendet. Stephanie versteht Anweisungen.

Kognitive Entwicklung

Stephanie schreibt ihren Namen ab, wenn man ihn vorschreibt. Sie lässt sich
motivieren und macht gerne bei Angeboten der Vorschulkinder mit. Auch Lieder,
Spiele und Gedichte kann sie sich gut merken. Regeln erkennt sie an und hält sie
ein. Sie kann Würfelbilder erkennen und zählt gerne, wenn auch leise, die Kinder
im Morgenkreis.

Motorische Entwicklung

Die Arbeit am Werktisch mit der Säge, dem Hammer, der Feile und dem Bohrer
hat ihr keine Probleme bereitet. Sie hat sich dabei sehr geschickt angestellt. Sie
bewegt sich sicher und hat einen flüssigen und runden Bewegungsablauf. Wenn
sie sich beobachtet fühlt, macht sie sich „klein“, indem sie den Kopf senkt und die
Schultern einzieht.

Zielsetzung für Stephanie

Ich möchte Stephanie die Möglichkeit geben, sich durch die Teilnahme an
meinem Projekt und der Aktivität, in einer kleinen Gruppe einzubringen und so ihr
Selbstbewusstsein zu stärken. Hier kann sie Erfolgserlebnisse erfahren und sich
selbstwirksam erleben. Zudem kann sie auch mehr in Kontakt mit anderen
Vorschulkindern kommen. Dies alles ist für Stephanie im Hinblick auf die von
den Eltern geplante Einschulung wichtig. Stephanie zieht im Moment in den
Nachbarort Grötzingen um, aber die Eltern planen, sie hier im Kindergarten zu
lassen und auch hier in Aich einzuschulen. Stephanie ist durch den Umzug noch
mehr verunsichert, weshalb ich es wichtig finde, ihr im Moment viel
Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Auch dies ist durch die
Teilnahme an meinem Projekt und der Aktivität gut möglich.

8
Lenny:

Lenny ist 6,3 Jahre alt und lebt mit seinen deutschen Eltern zusammen. Seine
ältere Schwester geht in die Schule. Sein jüngerer Bruder ist letzte Woche zu uns
in den Kindergarten gekommen.

Emotional-soziale Entwicklung

Er kommt gerne in den Kindergarten. Lenny ist gut in die Kindergartengruppe


integriert und hat mehrere Freunde. In der Freundesgruppe gibt er gerne den
Ton an und manchmal schließt er auch ein Kind von „seinem Team“ aus. Lenny
ist sehr hilfsbereit und kümmert sich liebevoll um unser körperbehindertes
Integrationskind und seinen jüngeren Bruder, der seit letzter Woche bei uns im
Kindergarten ist.

Sprachentwicklung

Lenny hat sich sprachlich gut entwickelt, nachdem er hier lange Zeit große
Probleme hatte. Er geht noch zur Logopädin. Er kann gut erklären und erzählen
und macht dies auch mit Begeisterung. Meist spricht Lenny sehr laut.

Kognitive Entwicklung

Lenny kann sich gut konzentrieren. Zurzeit spielt er gerne Dino- und
Tierquartette, bei denen man das Gewicht, die Größe usw. vergleicht. Daher
erkennt er teilweise auch schon große Zahlen. Er kann seinen Namen schreiben.
Lenny hat großes Interesse an den Themen Wasser und Experimente und bringt
sich mit guten Ideen und Beiträgen in das Projekt ein.

Motorische Entwicklung

Lenny hat große Schwierigkeiten mit der Feinmotorik, da er unter muskulärer


Anspannung steht. Er schreibt z. B. nicht aus dem Handgelenk, sondern bewegt
dazu noch den ganzen Arm und drückt dabei den Stift stark auf das Papier. Mit
der Grobmotorik hat er keine Schwierigkeiten. Er bewegt sich gerne und sicher.

Zielsetzung für Lenny

Lenny ist vielseitig interessiert und lässt sich leicht für Neues begeistern. Er freut
sich aber auch, wenn er sein Wissen und Ideen in eine Aktivität einbringen kann.
So ist er ein gutes Vorbild für die ruhigeren Kinder. Dabei soll er aber auch
lernen, sich manchmal zurück zu nehmen. Dies fällt ihm oft schwer, wenn er mit
Begeisterung sein Wissen teilen möchte. Bei den Experimenten wird die
Feinmotorik gefördert. So werden bei dieser Aktivität die Gegenstände, die wir
auf ihre Schwimmfähigkeit testen, auch über den Tastsinn erfasst. Bei der
abschließenden Dokumentation müssen die Kinder die Gegenstände malen. So
kann ich Lenny auch gleichzeitig noch feinmotorisch fördern.
9
Thomas:

Thomas habe ich als Ersatzkind ausgewählt. Er ist 6,0 Jahre alt und lebt mit
seinen russischen Eltern und seiner jüngeren Schwester zusammen. Als er in
den Kindergarten gekommen ist, hat er nur russisch verstanden und gesprochen.

Sozial-emotionale Entwicklung

Thomas kommt gerne in den Kindergarten. Er wirkt ausgeglichen und zufrieden.


Er ist gut in die Gruppe integriert und hat Freunde. Gerne spielt er im
Rollenspielbereich und auch mit Mädchen. Thomas ist sehr ruhig und ein eher
unauffälliges Kind, das sich aber freut, wenn man sich ihm zuwendet.

Sprachentwicklung

Thomas hat sehr schnell Deutsch gelernt und kann gut zwischen den zwei
Sprachen unterscheiden. Er beteiligt sich gerne an Sprachangeboten wie Liedern
und Reimen. Er drückt sich grammatikalisch nicht immer richtig aus, aber man
kann ihn gut verstehen und seinen Erzählungen folgen.

Kognitive Entwicklung

Thomas respektiert gesetzte Grenzen und Regeln und hält diese ein. Er kann
seinen Namen schreiben. Lieder und Reime kann er sich gut merken. Er ist
vielseitig interessiert und lernt gerne Neues. Ins Spiel bringt er eigene Ideen ein.

Motorische Entwicklung

Thomas geht sehr gerne mit ins Turnen und bewegt sich sicher. Einmal in der
Woche geht er noch zum Kinderturnen. Die Arbeit mit den Werkzeugen am
Werktisch hat ihm keine Schwierigkeiten bereitet. Den Stift hält er sicher im Drei-
Punkt-Griff.

Zielsetzung für Thomas

Thomas spricht vor einer großen Gruppe eher leise. Er zieht sich gerne mit
einigen Kindern zurück. Hier könnte er sein Wissen in einer kleineren Gruppe
einbringen und sein Selbstbewusstsein würde dadurch gestärkt werden. Dies
wäre für die kommende Einschulung wichtig.

10
3.0 Zielsetzung

Folgende Bildungs- und Entwicklungsfelder werden nach dem 2Orientierungsplan


für Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg angesprochen:

3.1 Schwerpunkt der Zielsetzung der Aktivität

 Denken

Durch das Experimentieren wird die Denkentwicklung der Kinder gefördert. Sie
stellen Vermutungen an, überprüfen diese und dokumentieren sie anschließend.

Zuerst sucht sich jedes Kind eigenständig einen Gegenstand im Kindergarten,


den es auf seine Schwimmfähigkeit testen möchte. Die Kinder überlegen sich
nach dem genauen Ansehen und Befühlen der verschiedenen Gegenstände
gemeinsam, was wohl schwimmt und was sinkt. Dabei greifen sie auf bereits
gemachte Erfahrungen und ihre Erinnerungen damit zurück und versuchen sie,
auf die neuen Gegenstände zu übertragen. Sie müssen abstrakt darüber
nachdenken, ob der Gegenstand sich über Wasser hält oder untergeht. Das
abstrakte Denken wird dadurch gefördert. Durch das anschließende Experiment,
bei dem der Gegenstand dann tatsächlich ins Wasser gelegt wird, kommen die
Kinder zu einem Aha-Erlebnis: sie erkennen, ob sie mit ihrer Vermutung richtig
oder falsch gelegen sind. Nachdem alle Gegenstände auf ihre Schwimmfähigkeit
hin untersucht und nach Schwimmern und Nichtschwimmern sortiert worden
sind, stellen die Kinder Vermutungen an, was für die Schwimmfähigkeit der
Gegenstände verantwortlich ist, z. B. die Form, das Gewicht, das Material.
Durch das Reflektieren verknüpfen sie neue und alte Erfahrungen und führen
ihre Überlegungen weiter. Bei der anschließenden Dokumentation erfahren sie
Wertschätzung für ihre Beobachtungen. Zusätzlich speichern sich diese besser
im Gedächtnis ab, wenn die Kinder die Gegenstände noch aufzeichnen und in
eine Tabelle, getrennt nach schwimmenden und sinkenden Gegenständen,
aufkleben.

3.2 Ziele in weiteren Bildungs- und Entwicklungsfeldern

 Körper
Die Kinder differenzieren ihre fein- und graphomotorischen Fertigkeiten und
Fähigkeiten und erweitern sie, indem sie die Gegenstände, ihre
Beschaffenheit und ihr Gewicht spüren, die Gegenstände vorsichtig aufs
Wasser legen und ihre Hände zum Zeichnen und Dokumentieren benutzen.
Die Kinder erleben Selbstwirksamkeit, da jedes Kind seinen Gegenstand
vorstellen, Schwimmversuche anstellen und seine Überlegungen den
anderen darlegen darf.

2
vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.), Orientierungsplan für Bildung und
Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen, Herder, 2014,
S. 112 ff
11
 Sinne
Die Kinder schulen ihre Sinne, da sie die Gegenstände ansehen, ihre
Beschaffenheit fühlen und ihr Gewicht spüren können. Wenn sie die Dinge
ins Wasser legen, spüren sie das Wasser und es können Geräusche
entstehen, die sie hören können. Außerdem erleben sie Aufmerksamkeit und
Wertschätzung, da ihre Beobachtungen dokumentiert und ausgestellt
werden. So können sie diese auch den anderen Kindern oder den Eltern
vorstellen.

 Sprache
Die Kinder nutzen beim Experimentieren die Sprache, um den anderen
Kindern ihre Ideen und Überlegungen sowie ihre Beobachtungen mitzuteilen.
Dabei erweitern und verbessern sie ihre verbalen Ausdrucksfähigkeiten. Sie
lernen Schrift und Symbole als Mittel zur Dokumentation kennen. Dazu
zeichnet jedes Kind seinen Gegenstand und klebt ihn in eine Tabelle. Diese
ist mit Schrift und Symbolen in zwei Spalten, für die schwimmenden und die
sinkenden Gegenstände, eingeteilt (s. Anlage).

 Gefühl und Mitgefühl


Die Kinder müssen sich gegenseitig zuhören und abwarten, bis sie dran sind.
Sie schulen ihr Sozialverhalten, da sie Rücksicht aufeinander nehmen
müssen. Durch das gemeinsame Experimentieren erleben sie sich als
Gruppe und stärken so ihr Gruppengefühl.

 Sinn, Werte und Religion


Die Kinder tragen zu einer gelingenden Zusammenarbeit während der
Aktivität bei, indem sie unsere auch im Kindergartenalltag geltenden
Gesprächsregeln beachten. Zum Beispiel strecken sie, wenn sie etwas
sagen möchten, lassen die anderen ausreden und lachen kein anderes Kind
aus. So lernen sie, erwünschtes von unerwünschtem Verhalten zu
unterscheiden.

4.0 Sachauseinandersetzung

Was ist sind Experimente?


3
Wenn man erst über etwas nachdenkt und dies dann ausprobiert, führt man ein
Experiment aus. So z. B., wenn man erst überlegt, ob Kakao mit Cola wohl
schmeckt, dies dann mischt und feststellt, dass es nicht gut schmeckt. In der
Physik und der Chemie wird oft experimentiert, um herauszufinden, ob
tatsächlich etwas so geschieht, wie man es vermutet.
3
vgl. Laudien, A., Mösing, A., Nobel, I., Großes Farbiges Kinderlexikon, 2004, Compact Verlag München,
S. 80

12
Was ist Wasser?
3
Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf der Erde. Menschen und Tiere bestehen
zu 70 % aus Wasser und die Erde ist zu drei Vierteln von Wasser bedeckt. Auch
unter der Erde fließt Wasser, das Grundwasser. In den Wolken existiert das
Wasser als Wasserdampf und es gibt auch gefrorenes Wasser als Schnee und
Eis. Ohne Wasser kann der Mensch nur wenige Tage überleben.

Warum schwimmen oder sinken Gegenstände?


1
Das hängt auf der einen Seite mit dem Material zusammen: leichte Dinge wie
Blätter oder Korken schwimmen, schwere Dinge wie eine Kugel aus Eisen oder
ein Stein sinken. Auf der anderen Seite hängt es aber auch mit der Form des
Materials zusammen: eine Eisenkugel sinkt, während ein Schiff aus Eisen
schwimmt.

Zusätzliche Erklärung für Erwachsene: Die Schwimmeigenschaft hängt auch mit


der Dichte des Materials zusammen. Je schwerer ein Gegenstand ist und je
weniger Raum er dabei einnimmt, desto dichter ist er. Ist er dabei dichter als
Wasser, geht er unter. Ist der Gegenstand weniger dicht als Wasser, schwimmt
er.

In diesem Zusammenhang ist wichtig: Um die Kinder nicht zu überfordern, ist es


zunächst sinnvoll, sich auf die reine Schwimmfähigkeit des Materials zu
konzentrieren. Dass die Form für die Schwimmfähigkeit auch noch relevant ist,
kann in einer weiteren Experimentierstunde getestet werden. Die Flut von
Informationen wäre sonst zu viel für die Kinder. Ein zusätzliches Experiment
würde den Zeitrahmen von höchstens 30 Minuten sprengen und die
Konzentration der Kinder überfordern.

3
vgl. Laudien, A., Mösing, A., Nobel, I., Großes Farbiges Kinderlexikon, 2004, Compact Verlag München,
S. 303
1
vgl. https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/praxisanregungen/ experimente-
themen/wasser/experiment/schwimmt-es-oder-schwimmt-es-nicht/ 13
4
Welche Sach- und Fachkenntnisse zum Thema Experimentieren sind wichtig?

Methodische Grundsätze:

- besonders fünf- und sechsjährige Kinder sind an naturwissenschaftlichen


Fragestellungen interessiert
- eine Gruppengröße von maximal sechs Kindern hat sich bewährt, da das
Experiment sonst zu lange dauert
- die Versuche müssen ungefährlich sein
- die Materialien sollen preiswert, leicht erhältlich oder schon vorhanden sein
- die Experimente müssen gelingen – vorher immer selber testen!
- es muss ein Bezug zum Alltag der Kinder vorhanden sein
- die Kinder sollen die Versuche selbst durchführen können
- naturwissenschaftliche Hintergründe sollen verständlich vermittelt werden,
um den Eindruck von Zauberei und Magie zu vermeiden
- die Experimente sollen nicht länger als 20 – 30 Minuten dauern
- die Experimente sollen aufeinander aufbauen

5
Folgende Handlungsschritte werden gemacht:

1. Orientierungsphase:
- Welche Fragestellung soll erforscht werden?
- Welche Vorbereitungen muss ich treffen? Materialliste, Raum, Absprache usw.
2. Informationsphase:
- Was weiß ich zum Thema?
- Was ist mir wichtig, wie z. B. Gesprächs- und Verhaltensregeln?
3. Planen und Durchführungsphase:
- Jedes Kind wird aktiv.
- Auf die Vorschläge der Kinder wird eingegangen.
- Das Material wird mit allen Sinnen erfasst.
- An vorhandenes Wissen wird angeknüpft.
- Jedes Kind stellt eine Vermutung/Hypothese auf.
4. Reflektionsphase:
- Die Kinder beschreiben ihre Beobachtung und vergleichen mit ihrer aufge-
stellten Hypothese.
- Es wird wiederholt und zusammengefasst.
- Erklärungsmodell wird angeboten.
5. Dokumentationsphase:
- Die Kinder dokumentieren ihre Ergebnisse.
4
vgl. Lück, Gisela, Handbuch der naturwissenschaftlichen Bildung: Theorie und Praxis für die Arbeit in
Kindertageseinrichtungen, Gebundene Ausgabe – Januar 2007, Herder, S. 145 ff
5
vgl. Finkenzeller, A., Kuhn-Schmelz, G, Wehfritz,R., Praxis- und Methodenlehre für die sozialpädagogische
Erstausbildung, Bildungsverlag EINS, 4. Auflage 2014, S. 423 f

14
Welche fachpraktischen Überlegungen muss ich noch berücksichtigen?
6
Wie bei allen Angeboten muss ich berücksichtigen, auf welchem
Entwicklungsstand die Kinder sind, um sie nicht zu über-, aber auch nicht zu
unterfordern. Ich muss mir auch Gedanken über die von mir zusammengestellte
Gruppe machen, indem ich mir z. B. überlege, wie die einzelnen Kinder
zusammen arbeiten, ob einzelne Kinder als Vorbild für andere dienen können,
wo es Schwierigkeiten untereinander geben könnte usw. Auch die Überlegung, in
welchem Raum ich das Angebot mit den Kindern mache und wie es in unsere
pädagogische Konzeption passt, ist wichtig. Ebenso muss ich mir Gedanken
über meine Rolle beim Angebot machen, z. B. was ich wie erkläre, wo ich den
Kindern Freiraum für eigene Ideen lasse usw.

Deshalb ist es wichtig, dass ich mir vor der Aktivität für jedes Kind und auch für
die Gruppe überlege:

Welches Ziel verfolge ich mit der ausgewählten Aktivität?

1. Was möchte ich vermitteln (Inhalt)?


2. Wie möchte ich das Ziel erreichen (Methode)?
3. Womit möchte ich arbeiten (Medien/Material)?

Dabei kann der Ausgangspunkt der Planung für eine Aktion jedes Mal variieren.

Wichtig ist aber immer, dass alle Punkte bedacht werden.

Bei meiner jetzt geplanten Aktivität habe ich mich aufgrund der unter Punkt 1.1
beschriebenen Gründe für das Experiment (Methode) „Was schwimmt, was
sinkt?“ (Inhalt) entschieden. Die Aktivität soll nicht länger als 30 Minuten dauern.
Aus den Gründen unter Punkt 1.1 fiel meine Wahl auch auf das Thema Wasser
(Medien/Material). Unter Punkt 2.0 habe ich mir Gedanken gemacht, für welche
Kinder die Geschichte besonders interessant sein könnte bzw. welche ich damit
fördern möchte und welche Ziele ich bei den einzelnen Kindern und der Gruppe
erreichen möchte.

6
vgl. Ellermann, Walter, Bildungsarbeit im Kindergarten erfolgreich planen, Sozialpädagogische Praxis, Band 5,
3. überarbeitete Auflage(1. August 2013), Cornelsen, S. 31 ff

15
6.0 Ergänzende Überlegungen

Wichtig ist, dass ich während der Aktivität deutlich und nicht zu schnell spreche,
damit die Kinder meine Erklärungen verstehen. Ich wende mich den Kindern zu,
damit sie spüren, dass sie mir wichtig sind und ich sie beachte. Da wir alle
gemeinsam am Tisch sitzen, befinde ich mich automatisch auf der Ebene der
Kinder. Ich setze mich deshalb auf einen Kinderstuhl. Die Erklärungen sollen
kurz und einfach sein, damit die Kinder sie gut verstehen.
7
Da die Kinder noch nicht viel Erfahrung mit Experimenten während einer
gezielten Aktivität haben, werde ich ihnen mit meinem Verhalten ein Vorbild
geben. Dazu werde ich mir auch einen Gegenstand suchen und den Kindern
anhand dieses Gegenstandes zeigen, wie wir bei diesem Experiment vorgehen.
So lernen sie durch Nachahmung (vormachen, Beispiel geben), ohne dass ich
lange Erklärungen abgeben muss.

Während der Aktivität achte ich immer auf die Kinder, um zu bemerken, wann
ihre Aufmerksamkeitsspanne überschritten ist. Dann werde ich den Ablauf auch
kürzen oder ändern. Dies finde ich wichtig, damit die Kinder nicht die Freude am
Experimentieren verlieren. Sie sollen sich gerne an die Aktivität erinnern und sich
auf weitere Experimente freuen. Als erstes werde ich aber immer versuchen, die
Kinder zum Weitermachen zu motivieren, indem ich sie z. B. durch gezielte
Fragen beim Thema halte. Eine solche Frage könnte sein: „Warum denkst Du,
schwimmt der Gegenstand?“.

Das Gleiche gilt für die Ideen der Kinder. Der Ablauf ist von mir vorläufig so
geplant. Sollten die Kinder Vorschläge einbringen oder etwas länger als geplant
dauern, werde ich den Ablauf gegebenenfalls ändern oder kürzen. So könnte es
vorkommen, dass einzelne Kinder sehr lange für eine einzelne Aktion, wie z. B.
das Erfühlen der Gegenstände, brauchen. Dann muss ich sie dazu auffordern,
den Gegenstand weiterzugeben, damit es den anderen Kindern nicht langweilig
wird und die Aktivität zu lange dauert. Die Partizipation der Kinder ist mir
wichtiger als das genaue „Abarbeiten“ des Ablaufplanes.

Während der Aktivität achte ich darauf, die Kinder auch einzeln zu loben.
Dadurch erfährt jedes Kind Anerkennung, wird angespornt, motiviert und
ermutigt. Sein Selbstvertrauen und seine Selbstsicherheit wachsen, meine
Beziehung zu jedem einzelnen Kind wird gestärkt und seine Lernbereitschaft
erhöht. Das ist wichtig für meine Arbeit mit den Kindern.

7
vgl. Altenthan, Sophia/Dürekop, Gesa/Hagemann, Christine/Hofmann-Kneitz, Beate/Rösch,
Christoph/Sammer, Anneliese/Troidl, Robert, Pädagogik/Psychologie für die sozialpädagogische
Erstausbildung, Bildungsverlag EINS, 2013, S. 132 ff und S. 144 f
21
Den Raum werde ich später selber aufräumen. Es ist mir wichtiger, dass wir die
Zeit der Aktivität zum Experimentieren und Dokumentieren nutzen. Das
Aufräumen wird auch etwas länger dauern, da der komplette Raum geräumt
werden muss. Dies würde zu lange dauern und kann später in Ruhe erfolgen. Ich
werde die Kinder aber fragen, ob sie mir helfen wollen, da ich das Experiment
später im Freispiel für alle Kinder anbieten möchte. So können wir
Verschiedenes, wie z. B. die Tabletts oder die Kiste mit Wasser, in unserem
Experimentierbereich aufstellen.

Sollte eines der Kinder nicht an der Aktivität teilnehmen können, habe ich
Thomas als Ersatzkind vorgesehen. Wenn zwei oder mehr Kinder fehlen, werde
ich kurzfristig andere Kinder zu meiner Aktivität mitnehmen. Dies werde ich auch
machen, wenn ein Kind nicht mitmachen möchte. In diesem Fall werde ich dem
Kind kurz erklären, was wir machen möchten, aber ich werde nicht versuchen, es
zum Mitmachen zu überreden. Dann werde ich ihm kurz Zeit lassen, damit es
darüber nachdenken kann, ob es nicht doch mitkommen möchte.

7.0 Vorbereitung

7.1 Zuhause

Ich habe eine Tabelle mit einer Einteilung in schwimmende und sinkende
Gegenstände erstellt (s. Anlage). Diese habe ich dreimal ausgedruckt. Zwei
Listen habe ich wasserfest einlaminiert, da wir sie für die Tabletts zum
Experimentieren brauchen. Eine Liste ist nicht einlaminiert. Hierauf werden die
von den Kindern aufgezeichneten Gegenstände geklebt. Diese wird dann an
unsere Pinnwand gehängt.

Den Ablauf habe ich mehrere Male daheim durchgespielt, damit ich mich bei der
Durchführung der Aktivität sicher fühle und sehe, ob ich im zeitlichen Rahmen
liege.

Von Zuhause nehme ich ein blaues Badelaken mit. Mit diesem möchte ich den
Experimentiertisch abdecken, so dass eventuell verspritztes Wasser aufgesaugt
wird. Außerdem nehme ich noch zwei Handtücher mit, damit wir unsere nassen
Hände abtrocknen können.

22
7.2 In der Einrichtung

Meine Anleiterin und meine Kolleginnen habe ich über den Termin des
Lehrerbesuches informiert. Ich habe auch abgeklärt, ob ich für die geplante
Aktivität den Bewegungsraum nutzen darf.

Mit den Kindern habe ich am Freitag vor dem Lehrerbesuch gesprochen und sie
gebeten, sich im Kindergarten einen Gegenstand zu suchen, den sie gerne
einmal auf ihre Schwimmfähigkeit testen möchten. Diesen Gegenstand brauchen
wir zweimal. Jedes Kind durfte seine zwei Gegenstände auf einen kleinen Zettel
legen, auf den es seinen Namen geschrieben hat. So wissen wir am Besuchstag
noch, wem welcher Gegenstand gehört.

Am Tag des Lehrerbesuches werde ich den Bewegungsraum vorbereiten. Dazu


werde ich die Bodenmatten auf die Seite räumen, damit der Boden leer ist. Die
Kinder sollen so wenig wie möglich abgelenkt werden. Ich richte zwei Tische –
einen Besprechungs- und einen Experimentiertisch.

Besprechungstisch mit 7 Stühlen: Auf jeden Platz lege ich einen Gegenstand mit
dem Namen des jeweiligen Kindes. In die Mitte des Tisches stelle ich das Tablett
mit der Tabelle, auf die wir die Gegenstände in schwimmende und sinkende
Gegenstände sortieren. Auf die Bank vom Turnraum, die neben meinem Stuhl
steht, lege ich die Unterlagen, die wir später für die Dokumentation brauchen: für
jedes Kind und mich einen Zettel und Stifte.

Experimentiertisch mit 7 Stühlen: Der Tisch wird mit dem blauen Badetuch
abgedeckt. Auf jeden Platz lege ich wieder einen Gegenstand. In die Mitte stelle
ich ein mit Wasser gefülltes Gefäß und ein Tablett mit der Tabelle, auf die wir die
Gegenstände sortieren. Der ganze Tisch wird zugedeckt, damit die Kinder nicht
gleich sehen, was darauf liegt.

Dann stelle ich unsere Pinnwand neben den Besprechungstisch. Hier hängt
schon der von mir vorbereitete Beobachtungsbogen, auf den die Kinder und ich
später unsere aufgemalten Gegenstände kleben können.

Wassi und seine Schatztruhe mit den Bechern und dem Wasser, stelle ich auf
einen großen Stuhl, der mit einem blauen Teppich bedeckt ist.

23
An die Seite stelle ich für meine Lehrerin und meine Anleiterin jeweils einen
Stuhl. So haben sie auf uns einen guten Blick, aber die Kinder werden nicht
abgelenkt.

Einige Tage vor dem Lehrerbesuch habe ich die Eltern der von mir ausgewählten
Kinder informiert, welche Aktivität ich mit den Kindern machen möchte und wann
diese stattfinden wird. Dann habe ich sie gefragt, ob sie damit einverstanden
sind, dass ihr Kind an dieser Aktivität teilnimmt.

8.0 Reflektion

Nach der Aktivität wird zusammen mit der Lehrerin und der Anleiterin ein
Reflektionsgespräch geführt. Um mich auf dieses Gespräch vorzubereiten,
nehme ich den von der Schule ausgeteilten “Leitfaden zur Reflektion einer
gezielten Aktivität“ für mich zur Orientierung mit.

24
9.0 Quellenangaben

1
https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/praxisanregungen/experimente-
themen/wasser/experiment/schwimmt-es-oder-schwimmt-es-nicht/, aufgerufen
am 25.01.2018

2
vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.),
Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen
Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen, Herder, 2014

3
vgl. Laudien, A., Mösing, A., Nobel, I., Großes Farbiges Kinderlexikon, 2004,
Compact Verlag München
4
vgl. Lück, Gisela, Handbuch der naturwissenschaftlichen Bildung: Theorie und
Praxis für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen, Gebundene Ausgabe – Januar
2007, Herder
5
vgl. Finkenzeller, A., Kuhn-Schmelz, G. Wehfritz, R., Praxis- und
Methodenlehrer für die sozialpädagogische Erstausbildung, Bildungsverlag
EINS,4. Auflage 2014

6
vgl. Ellermann, Walter, Bildungsarbeit im Kindergarten erfolgreich planen,
Sozialpädagogische Praxis, Band 5, 3. überarbeitete Auflage(1. August 2013),
Cornelsen
7
vgl. Altenthan, Sophia/Dürekop, Gesa/Hagemann, Christine/Hofmann-Kneitz,
Beate/Rösch, Christoph/Sammer, Anneliese/Troidl, Robert,
Pädagogik/Psychologie für die sozialpädagogische Erstausbildung,
Bildungsverlag EINS, 2013, S. 132 ff und S.. 144 f

25
Inhaltsverzeichnis

Seite

1.0 Thema der Aktivität……………………………………………………………….. 1


1.1 Themenfindung und Begründung (Beobachtungen)
1.2 Kurze Beschreibung des Themas………………………………………………. 2
2.0 Überlegungen zu den Kindern…………………………………………………… 3
2.1 Anzahl und Alter der Kinder
2.2 Vorerfahrungen der ausgewählten Kindergruppe
2.3 Überlegungen zu den einzelnen Kindern……………………………………….. 4
3.0 Zielsetzung…………………………………………………………………………. 11
3.1 Schwerpunkt der Zielsetzung der Aktivität
3.2 Ziele in weiteren Bildungs- und Entwicklungsfeldern
4.0 Sachauseinandersetzung.......…………………………………………………… 12
5.0 Durchführung……………………………………………………………………… 16
6.0 Ergänzende Überlegungen……………………………………………………… 21
7.0 Vorbereitung………………………………………………………………………. 22
7.1 Zuhause
7.2 In der Einrichtung…………………………………………………………………. 23
8.0 Reflektion………………………………………………………………………….. 24
9.0 Quellenangaben…………………………………………………………………... 25
Anhang
Tabelle „Was schwimmt, was sinkt?“..........................………………………… 26
Beschreibung des Experimentes vom Haus der kleinen Forscher…………... 27
5.0 Durchführung

Verlauf in Teilschritten Ausführungen genauer, Begründung und


(Wie gehe ich vor?) Erläuterungen pädagogische Ziele
(Was beachte ich dabei?) (Warum gehe ich so vor?)
(Was machen die Kinder (Was sollen die Kinder
möglicherweise?) erfahren, üben, erleben?)

Ich hole die Kinder und treffe Sie erfahren, wer zuhört und
mich mit ihnen auf dem roten warum und fühlen sich ernst
Teppich im Bauzimmer. genommen.
Dort stelle ich ihnen meine
Lehrerin vor.

Wir ziehen die Forschershirts Die Kinder werden auf die


an und besprechen kurz kommende Aktivität
unsere Gesprächs- und vorbereitet und können sich
Verhaltensregeln. darauf einstellen.

Ich sage den Kindern, dass „Wir gehen nun in den Sie erfahren, was sie
wir nun in den Bewegungs- Bewegungsraum. Hier machen sollen.
raum gehen. setzen wir uns an den Tisch
mit unseren Gegenständen.
Jeder sucht sich seinen Platz
mit seinem Gegenstand.“

Einführung Einführung Einführung

Wenn alle sitzen, darf ein Dies ist ein Ritual, mit dem Rituale sind für Kinder
Kind Wassi aus seinem wir jeden Projekttag wichtig. Sie vermitteln ihnen
Eimer holen. beginnen. Meist wollen die Sicherheit und sie wissen,
Kinder Wassi einmal kurz was auf sie zukommt.
streicheln.

Ein Kind stellt Wassi auf den Das ist das Zeichen für die
Stuhl neben uns. Kinder, dass die Aktivität
beginnt.

Ich kündige den Kindern an, Möglicherweise möchten sie Den Kindern wird noch
dass wir nun unser wissen, was wir genau einmal das Thema des
Experiment „Was schwimmt, machen. Dann erkläre ich heutigen Experimentes
was sinkt“, für das sie sich ihnen, dass wir gleich be- angekündigt, so dass sie
zwei gleiche Gegenstände ginnen werden und Schritt wissen, um was es geht.
im Kindergarten gesucht für Schritt vorgehen.
haben, machen werden.

16
Verlauf in Teilschritten Ausführung genauer, Begründung und
Erläuterungen pädagogische Ziele

Hauptteil Hauptteil Hauptteil

Ich nehme meinen Gegen- Die Kinder beobachten mich Die Kinder haben noch nicht
stand in die Hand und und sehen, wie ich vorgehe. viel Routine beim gezielten
beschreibe ihn genau: Farbe, Experimentieren. Sie lernen
Form, Gewicht, hier durch Nachahmung,
Beschaffenheit. indem ich vormache, Beispiel
gebe.

Dann gebe ich meinen Die Kinder können nun selbst Die Kinder schulen hierbei
Gegenstand an das nächste aktiv werden und den Gegen- ihre Sinne und ihre Fein-
Kind weiter. stand genau befühlen. motorik.
Sie müssen warten, bis sie
dran kommen und üben sich
in Rücksichtnahme.

Wenn der Gegenstand Ich überlege und begründe Hier gebe ich den Kindern
wieder bei mir angekommen laut, warum ich den durch Vormachen ein
ist, sortiere ich ihn auf eine Gegenstand auf einer Beispiel, wie man Über-
Tabellenseite – entweder zu bestimmten Seite der Tabelle legungen anstellt und daraus
den schwimmenden oder den zuordnen möchte. Schlüsse zieht.
sinkenden Gegenständen. Die Kinder zweifeln meine Diese müssen hierbei nicht
Entscheidung eventuell an. richtig sein. Auch dies
Sie können ihre Meinung können die Kinder hier
äußern. erfahren.
Wir können uns auch auf Die Kinder erfahren, dass ich
eine andere Tabellenseite ihre Meinung wert schätze
einigen. und sie ernst nehme.
Außerdem erleben sie, wie
man im Team Ent-
scheidungen treffen kann.

Die Kinder sind nun der Ich muss darauf achten, dass Da jedes Kind einzeln dran
Reihe nach dran und wir die Kinder genug Zeit zum kommt, erfährt es Aufmerk-
gehen jedes Mal gleich vor, Fühlen, Beschreiben und samkeit und Wert-
wie wir bei meinem Gegen- Erklären haben. schätzung. Sie lernen, sich
stand vorgegangen sind. Ich muss die Zeit im Blick auszudrücken und anderen
behalten, damit wir nicht zu ihre Ideen und Überlegungen
lange brauchen. mitzuteilen. Durch das
gemeinsame Überlegen wird
das Gruppengefühl gestärkt.
Jedes Kind darf aber selbst
entscheiden, auf welche
Seite es seinen Gegenstand
legt und erlebt sich hierbei
als selbstwirksam.

17
Verlauf in Teilschritten Ausführung genauer, Begründung und
Erläuterungen pädagogische Ziele

Wenn alle Gegenstände Die Kinder sagen vermutlich, Die Kinder sollen lernen,
einer Tabellenseite zu- dass wir unsere Gegen- dass man nach dem Über-
geordnet sind, frage ich die stände ins Wasser legen legen seine Hypothesen
Kinder, wie wir unsere müssen. überprüft und sich auch da
Vermutungen überprüfen überlegt, wie man vorgehen
können. könnte.

Bevor wir zum Die Kinder haben vermutlich Die Kinder überlegen und
Experimentiertisch wechseln, selber Ideen, welche Regeln denken mit. Das fördert die
bespreche ich kurz unsere hier wichtig sind. kognitive Entwicklung. Sie
Verhaltensregeln. fühlen sich ernst genommen.

Wir wechseln zum Jedes Kind sucht sich den So weiß jedes Kind genau,
Experimentiertisch. Von Platz mit seinem Gegen- wo sein Platz ist.
jedem ausgesuchten stand und setzt sich hier.
Gegenstand der Kinder liegt
hier ein zweiter zum
Experimentieren bereit.

Ich lege meinen Gegenstand Die Kinder beobachten mich Die Kinder lernen wieder
vorsichtig ins Wasser. und sehen, wie ich vorgehe. durch Beispiel geben. Sie
Ich mache die Kinder auf bleiben aufmerksam und
mögliche Geräusche auf- konzentriert. Sie lauschen,
merksam, beschreibe, was ob sie etwas hören. Die
ich höre und was geschieht. Kinder sehen, ob unsere
Sie sind gespannt, was Vermutungen richtig waren =
passiert. Aha-Erlebnis.

Ich nehme meinen Möglicherweise freuen sie Die Kinder erfassen die
Gegenstand wieder aus dem sich, wenn sie mit ihrer Einteilung visuell.
Wasser und lege ihn auf die Vermutung richtig lagen.
richtige Seite der Tabelle –
Schwimmer oder Nicht-
schwimmer.

Nun darf ein Kind beginnen Ich mache das Kind darauf Die Kinder sollen kon-
und seinen Gegenstand ins aufmerksam, dass es zentriert bleiben und sich
Wasser legen. Wir gehen vorsichtig vorgehen soll. ganz dem Experiment
wieder gleich vor, wie wir bei Möglicherweise lässt es den widmen. Sie sollen genau
meinem Gegenstand vor- Gegenstand sonst ins spüren, wie es sich anfühlt,
gegangen sind. Wasser platschen. wenn sie den Gegenstand
ins Wasser gleiten lassen
und auf ein mögliches
Geräusch achten. Hierbei
schulen sie ihre Sinne. Die
Kinder müssen warten, bis
sie dran sind und unsere
Gesprächs- und Verhaltens-
regeln beachten.

18
Verlauf in Teilschritten Ausführung genauer, Begründung und
Erläuterungen pädagogische Ziele

Wenn jedes Kind einmal Hier können wir beide


dran war und alle Tabletts auf einem trockenen
Gegenstände einer Tabellen- Tisch nebeneinander stellen
seite zugeordnet sind, und sie gut vergleichen.
nehmen wir das Tablett mit
den sortierten Gegenständen
und wechseln zum Be-
sprechungstisch.

Ich stelle die beiden Tabletts Die Kinder können beide Durch die Gegenüber-
nebeneinander und stelle bei Tabletts miteinander ver- stellung von beiden Tabletts
Bedarf Impulsfragen, wie: gleichen. können die Kinder ihre
Was fällt Euch auf? Was Vermutungen und
denkt Ihr? Worin unter- Beobachtungen leichter
scheiden sich Schwimmer reflektieren. Sie verbessern
und Nichtschwimmer? ihre verbalen Ausdrucks-
Form? Größe? Gewicht? fähigkeiten, indem sie sich
Farbe? mit den anderen Kindern
austauschen. Dabei
beachten sie die Gesprächs-
regeln und nehmen Rück-
sicht aufeinander.

Abschluss Abschluss Abschluss

Jedes Kind bekommt ein Die Kinder zeichnen ihren Sie festigen ihr Wissen durch
kleines Blatt Papier und Gegenstand auf das Blatt die Dokumentation und
einen Stift. Papier. verbessern ihre fein- und
graphomotorischen Fertig-
keiten und Fähigkeiten durch
das Zeichnen.

Die Kinder kleben das Blatt Die Kinder müssen über- Die Kinder erleben Wert-
Papier mit ihrem legen, auf welche Seite des schätzung und Anerkennung
gezeichneten Gegenstand Beobachtungsbogens sie ihr für ihre Arbeit als Gruppe
auf den Beobachtungsbogen Blatt Papier mit dem ge- und stärken so ihr Gruppen –
an der Pinnwand. zeichneten Gegenstand gefühl. Sie sind stolz, wenn
kleben: Schwimmer oder sie das Ergebnis an der
Nichtschwimmer. Pinnwand ansehen und
anderen Kindern oder ihren
Eltern zeigen dürfen. Das
stärkt ihr Selbstwertgefühl.
Sie lernen Schrift und
Symbole als Mittel zur
Dokumentation kennen.

19
Verlauf in Teilschritten Ausführung genauer, Begründung und
Erläuterungen pädagogische Ziele

Jedes Kind bekommt einen Möglicherweise wollen nicht Dieses Ritual beschließt wie
Becher Wasser zum Trinken alle Kinder etwas trinken. immer unseren Projekttag
aus Wassis Schatztruhe. Dies stelle ich ihnen wie und heute unsere Aktivität.
immer frei.

Während wir trinken, sage Eventuell möchten die Sie sind stolz auf ihre
ich den Kindern, dass sie ab Kinder weiter ex- Erfahrungen und
dem nächsten Tag im perimentieren oder es Erkenntnisse und dürfen
Freispiel weitere Schwimm- anderen Kindern zeigen. diese weitergeben. Sie
versuche machen können. erfahren Anerkennung und
ihr Selbstbewusstsein wird
dadurch gesteigert.
Sie verbessern durch das
Erklären ihre sprachlichen
Kompetenzen.

Ich lobe die Kinder für ihre Die Kinder freuen sich und Durch das Lob von mir in
Mitarbeit. sind stolz. Ich-Botschaft erfahren die
Kinder etwas über meine
Gefühle und Gedanken. Sie
fühlen sich gut, ihre
Beziehung zu mir wird
gestärkt und ihre Lern-
bereitschaft erhöht sich. So
arbeiten sie auch in Zukunft
gerne mit mir zusammen.

Ein Kind darf Wassi wieder Die Kinder erfahren, dass die
in seinen Eimer legen und Aktivität zu Ende ist und wir
zudecken. Ich kündige an, diese gemeinsam beenden.
dass wir auf dem roten
Teppich wieder die
Forschershirts ausziehen
und dann ins Freispiel oder
zum Frühstücken gehen.

20