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Spanplatten auf Schüttungen:

Bei diesem Aufbau kann die Konstruktionshöhe im allgemeinen niedrig gehalten werden. Das
aufgebrachte Gewicht ist sehr gering. Die Diffusionsoffenheit ist gegeben, wenn geeignete
Materialien mit niedrigen SD-Werten verwendet werden. Allerdings wird das Brandverhalten
der Decke nicht nennenswert verbessert. Das große Manko dieser Konstruktion liegt darin,
daß die angestrebten Schallschutzwerte normalerweise nicht erreicht werden.

Trockenestrich auf Schüttungen:


Hier sind Aufbauhöhe und Gewicht etwas größer als bei den Spanplatten, dafür ist die
Brandgefahr etwas geringer zu veranschlagen. Auch diese Konstruktion hat den Nachteil, daß
die gewünschten Schallschutzwerte in der Regel nicht erreicht werden.

Gußasphaltestrich:
Die Aufbauhöhe dieses bei 250 Grad C zu verarbeitenden Estrichs kann bei niedrigem
Gewicht auf 2 cm begrenzt werden. Bei Erwärmung und Punktlasten reagiert das Material
empfindlich. Problematisch ist die Diffusionssituation, da Gußasphalt als dampfdicht
angesehen werden kann. Der Trittschallschutz ist durch die "Innere Dämpfung" dieses
Materials meistens zufriedenstellend, der erhöhte Schallschutz ist jedoch mangels Masse nicht
erreichbar. Den allgemeinen Schallschutzanforderungen kann dieser Estrich meist nicht
genügen; immerhin weist er einen guten Trittschallschutz auf.

Anhydritfließestrich:
Er hat bei vergleichbarem Brandverhalten gegenüber dem Zementestrich eine unwesentlich
geringere Auflast und Aufbauhöhe. Die Schwierigkeit liegt darin begründet, daß der für
Naßräume ungeeignete Fließestrich eine verschweißte Unterlage benötigt, um die Holzbalken
vor Durchfeuchtung zu schützen. Damit ergibt sich wieder die vorgeschriebene
Diffusionsproblematik. Der Schallschutz ist etwas geringer als beim Zementestrich.

Magnesiaestrich:
Dieser Estrich wird schon seit längerer Zeit im Altbau verwendet. Vor dem Aufbringen wird
in der Regel die vorhandene Bohlung mit Pappmängeln versehen. Die geringe Aufbauhöhe
führt zu einer Auflast von nur 22 kg/qm. Das Brandverhalten ist mit dem des Zementestrichs
vergleichbar. Wird der Estrich, der für Naßräume nicht geeignet ist, im Verbund aufgebracht,
ist die Diffusionsfähigkeit zufriedenstellend. Allerdings ist dann nahezu kein Schallschutz
gegeben.

Zementestrich:
Der in der Regel auf Dämmschichten aufgebrachte schwimmende Zementestrich, der
sinnvollerweise zu bewehren ist, sollte eine Mindestdicke von 45 mm haben. Das Gewicht
beträgt dann 99 kg/qm. Zusammen mit dem Anhydritfließestrich und dem Magnesiaestrich ist
er in die höchste Feuerwiderstandsklasse einzuordnen. Die Abdeckung der Dämmschicht
kann aus diffusionsoffenen Materialien bestehen. Bei richtiger Verarbeitung können alle
Standardbodenbeläge ohne Anschleifen aufgebracht werden. Wenn der Estrich mit
Schalldämmstoffen einer nierdrigen dynamischen Steifigkeit (z.B. Mineralfaser Typ T)
kombiniert wird, weist er nach dem Masse-Feder-Prinzip einen sehr guten Schallschutz auf.
Bei Verwendung hochkunstharzmodifizierter Estriche genügt eine Einbringdicke von 35 mm.
Fehlen Dielen oder Bohlen als oberer Abschluß der Holzbalkendecke, so können nach
Aufbringung einer Trittschalldämmung freitragende Schwalbenschwanzbleche mit 16 mm
Profilhöhe verlegt werden. Die Schwalbenschwanzprofile sind dann mit einer
Oberflanschüberdeckung von 35 mm mit Zementestrich auszugießen. Eine weitere
Bewehrung ist nicht erforderlich.
Die Gesamtaufbauhöhe beträgt ohne Dämmung 50-55 mm. Am besten werden kleinflächige
Profilplattenformate verwendet. In Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit ist eine zusätzliche
Dampfsperre unterhalb der Holzbalkendecke empfehlenswert.