Sie sind auf Seite 1von 5

226.

Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz


am 19. August 2019 in Würzburg-Himmelspforten

1 Satzung des Synodalen Weges


A_nlageg 0.2 a
2 Entwurf v. 01.08.2019

3 Präambel
4 [in Bearbeitung}

5 Artikel 1 Aufgabe
6 [Sachgemäße Anpassung nach Erarbeitung der Präambel}
7 (1) Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland dient der gemeinsamen Suche
8 nach Schritten zur Stärkung des christlichen Zeugnisses. Angestrebt ist die Klärung von
9 zentralen Problemfeldern: ,,Macht und Gewaltenteilung", ,,Sexualmoral", ,,Priesterliche
10 Lebensform", ,,Frauen in Diensten und Amtern in der Kirche" [Arbeitstitell Der Prozess
11 ist dazu auf zwei Jahre angelegt.
12 (2) Zur Erfüllung dieser Aufgaben berichtet die Deutsche Bischofskonferenz regelmäßig über
13 die Maßnahmen zur Aufarbeitung und Aufklärung des sexuellen Missbrauchs in der
14 Kirche, die damit verbundenen Maßnahmen zu dessen Prävention und Verhinderung in
15 der Zukunft sowie die Schritte zur Einführung einer zeitgemäßen Straf- und
16 Verwaltungsgerichtsbarkeit im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.

17 Artikel 2 Organe des Synodalen Weges sind:


18 (1) Die Synodalversammlung
19 (2) Das Synodalpräsidium
20 (3) Das Erweiterte Synodalpräsidium
21 (4) Die Synodalforen

22 Artikel 3 Synodalversammlung
23 (1) Der Synodalversammlung des Synodalen Weges gehören an:
24 a. die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz,
25 b. 70 Mitglieder des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (benannt unter
26 Berücksichtigung der besonderen Struktur des Zentralkomitees der deutschen
27 Katholiken),
28 c. 10 Vertreterinnen / Vertreter der Orden (benannt durch die Deutsche
29 Ordensobernkonferenz),
30 d. 2 Generalvikare (benannt durch die Generalvikarskonferenz),
31 e. 5 Vertreterinnen / Vertreter des Berufsverbands der Pastoralreferenten und
32 Pastoralreferentinnen Deutschlands,
33 f. 5 Vertreterinnen / Vertreter der Konferenz der Gemeindereferentinnen und
34 Gemeindereferenten,
35 g. 10 Vertreter der diözesanen Priesterräte (benannt durch die Konferenz der Sprecher
36 der Priesterräte),
37 h. 5 Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland,
2

38 i. bis zu 15 von der Deutschen Bischofskonferenz und bis zu 15 vom Zentralkomitee der
39 deutschen Katholiken benannte katholische Frauen und Männer (unter
40 Berücksichtigung auch weiterer Berufsgruppen).
41 Eine geschlechter- und generationengerechte Besetzung ist anzustreben
42 (2) Die Synodalversammlung ist das oberste Organ und fasst die Beschlüsse. Die Mitglieder
43 der Synodalversammlung haben gleiches beschließendes Stimmrecht.
44 (3) Die Mitglieder der Synodalversammlung werden für die Gesamtdauer des Prozesses
45 benannt. Scheidet ein Mitglied vor Beendigung des Synodalen Weges aus der
46 Synodalversammlung aus, so nimmt das Gremium, von dem das Mitglied benannt wurde,
47 eine Nachbenennung vor. Die Mitglieder der Synodalversammlung können sich nicht
48 vertreten lassen. Sie sind an keine Weisungen gebunden.

49 Artikel 4 Beobachterinnen und Beobachter und Gäste der Synodalversammlung


50 (1) Zur Entsendung von Beobachterinnen und Beobachtern in die Synodalversammlung
51 werden eingeladen:
52 a. die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK),
53 b. die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD),
54 c. die orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland,
55 d. der Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE),
56 e. die Bischofskonferenzen der Nachbarländer,
57 f. die Laiendachorganisationen der Nachbarländer.
58 (2) Das Synodalpräsidium kann Gäste in die Synodalversammlung einladen.
59 (3) Beobachterinnen und Beobachter sowie Gäste nehmen an den Synodalversammlungen
60 teil. Ihnen kann Rederecht gewährt werden.
61 (4) Die Sitzungen der Synodalversammlung sind presseöffentlich. Uber Ausnahmen
62 entscheidet das Synodalpräsidium.

63 Artikel 5 Synodalpräsidium
64 (1) Dem Synodalpräsidium gehören an:
65 a. der Vorsitzende und der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen
66 Bischofskonferenz,
67 b. die Präsidentin / der Präsident und eine Vize-Präsidentin / ein Vize-Präsident des
68 Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
69 (2) Präsidenten des Synodalen Weges sind der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz
70 und die Präsidentin / der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Sie
71 führen den Vorsitz in der Synodalversammlung.
72 (3) Das Synodalpräsidium bereitet die Synodalversammlungen vor und nach.

73 Artikel 6 Erweitertes Synodalpräsidium


74 (1) Dem Erweiterten Synodalpräsidium gehören die Mitglieder des Synodalpräsidiums und
75 jeweils die beiden Vorsitzenden der Synodalforen an.
3

76 (2) Das Erweiterte Synodalpräsidium unterstützt das Synodalpräsidium in seiner Tätigkeit.


77 Insbesondere trägt es für die Koordinierung der thematischen Arbeit Sorge.
78 (3) Das Erweiterte Synodalpräsidium beschließt die Tagesordnungen der
79 Synodalversammlungen.

80 Artikel 7 Synodalforen
81 (1) Für die inhaltliche Arbeit des Synodalen Weges sind folgende Foren eingerichtet:
82 [Arbeitstitel, endgültige Titel werden durch die Foren diskutiert]
83 - Macht und Gewaltenteilung,
84 - Sexualmoral,
85 - Priesterliche Lebensform,
86 - Frauen in Diensten und Amtern in der Kirche
87 Die Synodalforen erarbeiten die Vorlagen für die Synodalversammlung.
88 (2) Mitglieder der Synodalforen des Synodalen Weges sind nach Ernennung durch das
89 Synodalpräsidium für die Dauer des Synodalen Weges:
90 a. Mitglieder der Synodalversammlung
91 b. Beraterinnen und Berater
92 (3) Die Synodalversammlung kann mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder
93 weitere Mitglieder der Synodalforen fur die Dauer des Synodalen Weges ernennen. Diese
94 sollen eine Größe von 30 Mitgliedern nicht überschreiten.
95 (4) Jedes Forum wählt aus seinen Mitgliedern zwei Vorsitzende, wobei einer Mitglied der
96 Deutschen Bischofskonferenz und eine / einer Mitglied aus dem Zentralkomitee der
97 deutschen Katholiken ist. Die Geschäftsführung übernimmt eine Mitarbeiterin / ein
98 Mitarbeiter des Sekretariats.
99 (5) Die Mitglieder der Synodalforen haben in ihrem Forum gleiches beschließendes
100 Stimmrecht. Mitglieder der Synodalforen, die nicht zugleich Mitglied der
101 Synodalversammlung sind, nehmen an den Sitzungen der Synodalversammlung mit
102 beratender Stimme teil.
103 (6) Die Mitglieder der Synodalforen können sich nicht vertreten lassen. Sie sind an keine
104 Weisungen gebunden.
105 (7) Die Synodalforen können Beobachterinnen und Beobachter sowie Gäste der
106 Synodalversammlung zu einzelnen Sitzungen einladen. Ihnen kann Rederecht erteilt
107 werden.

108 Artikel 8 Sekretariat


109 (1) Dem Sekretariat des Synodalen Weges gehören an:
110 a. der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz,
111 b. die Generalsekretärin / der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen
112 Katholiken,
113 c. weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Deutschen Bischofskonferenz
114 und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gestellt werden.
4

115 (2) Sekretäre des Synodalen Weges sind der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz und
116 die Generalsekretärin / der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
117 Sie leiten das Sekretariat des Synodalen Weges. Sie nehmen an den Sitzungen der
118 Synodalorgane mit beratender Stimme teil. Das Sekretariat ist an die Weisungen der
119 Synodalpräsidenten gebunden.
120 (3) Das Sekretariat des Synodalen Weges steht dem Synodalpräsidium und dem Erweiterten
121 Synodalpräsidium bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung. Insbesondere obliegt
122 es ihm, bei der Vorbereitung der Sitzungen der Synodalversammlung mitzuwirken, das
123 Protokoll zu führen und die anfallende Nacharbeit zu gewährleisten. Zum Sekretariat
124 gehört die Presse- und Informationsstelle.

125 Artikel 9 Beratung


126 (1) Vorlagen zur Beratung in der Synodalversammlung können das Synodalpräsidium und
127 das jeweils thematisch zuständige Forum einbringen. Jedes Mitglied der
128 Synodalversammlung hat das Recht, Anderungsanträge zu den Vorlagen schriftlich
129 einzureichen.
130 (2) Zu jeder Vorlage finden mindestens zwei Lesungen statt. Die erste und die zweite Lesung
131 können nicht innerhalb derselben ggf. mehrtägigen Sitzung gehalten werden.
132 (3) Spätestens einen Monat vor der ersten Lesung geht die Vorlage den Mitgliedern der
133 Synodalversammlung des Synodalen Weges zu. Gleichzeitig wird sie veröffentlicht. In
134 der ersten Lesung wird über die Annahme der Vorlage als Beratungsgrundlage
135 abgestimmt. Anderungsanträge, die angenommen werden, sind an das zuständige Forum
136 zu überweisen. Dieses überarbeitet die Vorlage unter Würdigung der überwiesenen
137 Anderungsanträge.
138 (4) Spätestens zwei Monate vor der zweiten Lesung geht die überarbeitete Vorlage den
139 Mitgliedern der Synodalversammlung zu. Gleichzeitig wird sie veröffentlicht.
140 Änderungsanträge zu dieser Vorlage müssen spätestens einen Monat vor der zweiten
141 Lesung schriftlich beim Sekretariat des Synodalen Weges eingereicht werden. Während
142 der zweiten Lesung können weitere Anderungsanträge von der Vollversammlung mit
143 einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder zur Verhandlung zugelassen werden. In
144 der zweiten Lesung finden die Abstimmungen über die Änderungsanträge und, sofern
145 nicht eine weitere Lesung erforderlich ist, die Schlussabstimmung über die Vorlage statt.

146 Artikel 10 Beschlussfassung


147 (1) Die Synodalversammlung des Synodalen Weges ist beschlussfähig bei Anwesenheit von
148 wenigstens zwei Dritteln ihrer Mitglieder.
149 (2) Für die Annahme einer Vorlage in der Schlussabstimmung ist eine Zweidrittelmehrheit
150 der anwesenden Mitglieder erforderlich, die eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder der
151 Deutschen Bischofskonferenz enthält.
152 (3) Auf Antrag von einem Viertel der anwesenden Mitglieder werden zu den in
153 Schlussabstimmungen gefassten Beschlüssen Sondervoten veröffentlicht.
154 (4) Grundsätzlich erfolgen Abstimmungen öffentlich. Davon ausgenommen sind
155 Personalentscheidungen sowie Gesamtabstimmungen, die auf Antrag von mindestens fünf
156 Mitgliedern der Synodalversammlung geheim erfolgen können.
5

157 (5) Die Vollmacht der Bischofskonferenz und der einzelnen Diözesanbischöfe, im Rahmen
158 ihrer jeweiligen Zuständigkeit Rechtsnormen zu erlassen und ihr Lehramt auszuüben,
159 bleibt durch die Beschlüsse unberührt.

160 Artikel 11 Bekanntmachung der Beschlüsse


161 (1) Beschlüsse der Synodalversammlung werden durch die Synodalpräsidenten
162 bekanntgegeben.
163 (2) Beschlüsse, deren Themen einer gesamtkirchlichen Regelung vorbehalten sind, werden
164 zusätzlich dem Apostolischen Stuhl übermittelt.

165 Artikel 12 Umsetzung und Evaluation


166 Drei Jahre nach ihrer letzten Sitzung tritt die Synodalversammlung unter Leitung des
167 Synodalpräsidiums zur Evaluation der Umsetzung der Ergebnisse des Synodalen Weges
168 erneut zusammen.

169 Artikel 13 Geschäftsordnung


170 Die Geschäftsordnung regelt die Einzelheiten des Verfahrens. Sie wird von der
171 Synodalversammlung beschlossen. Änderungen der Geschäftsordnung konnen auf
172 schriftlichen Antrag von mindestens einem Drittel der Mitglieder der Synodalversammlung
173 mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen werden.

174 Artikel 14 Schlussbestimmung


175 Diese Satzung tritt nach Annahme durch die Deutsche Bischofskonferenz und das
176 Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Kraft. Sie kann nur im Einvernehmen beider
177 geändert werden.