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3D-Druck

Der 3D-Druck (auch 3-D-Druck[1]), auch bekannt unter den Bezeichnungen


Additive Fertigung, Additive Manufacturing (AM), Generative Fertigung
oder Rapid-Technologien[2], ist eine umfassende Bezeichnung für alle
Fertigungsverfahren, bei denen Material Schicht für Schicht aufgetragen und so
dreidimensionale Gegenstände (Werkstücke) erzeugt werden. Dabei erfolgt der
schichtweise Aufbau computergesteuert aus einem oder mehreren flüssigen oder
festen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen (siehe CAD/CAM).
Beim Aufbau finden physikalische oder chemische Härtungs- oder
Schmelzprozesse statt. Typische Werkstoffe für das 3D-Drucken sind
Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken[3] und Metalle. Inzwischen wurden auch
Carbon- und Graphitmaterialien für den 3D-Druck von Teilen aus Kohlenstoff Ein ORDbot Quantum 3D-Drucker
entwickelt.[4] Obwohl es sich oft um formende Verfahren handelt, sind für ein
konkretes Erzeugnis keine speziellen Werkzeuge erforderlich, die die jeweilige
Geometrie des Werkstückes gespeichert haben (zum Beispiel Gussformen).

3D-Drucker werden in der Industrie, im Modellbau und der Forschung


eingesetzt zur schnellen und kostengünstigen Fertigung von Modellen, Mustern,
Prototypen, Werkzeugen und Endprodukten. Daneben gibt es Anwendungen im
Heim- und Unterhaltungsbereich, dem Baugewerbe sowie in der Kunst und
Medizin.[5]

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Inhaltsverzeichnis Das Video zeigt komprimiert auf vier
Minuten das etwa 30-minütige
Beschreibung Drucken einer Kugel im Fused
Geschichte Deposition Modeling-Verfahren.
Steigerung der Wirtschaftlichkeit
Klassifizierung der Fertigungsverfahren
3D-Druckverfahren
Kombinierte 3D-Druckverfahren
Mehrkomponentenverfahren
Hybridverfahren
Anwendungsgebiete
Industrie
Heimanwendung
3D-Druck und Kunst
3D-Druck in wissenschaftlichen Laboratorien
3D-Druck im Bauwesen
Normen und Richtlinien
Dateischnittstellen
3D-Dateiformate
Schichtdateiformate
Besonderheiten einer 3D-Konstruktion
Diskurs und Auswirkungen
Optionen des 3D-Druckens
3D-Druck und Arbeitsschutz
Ausblick
Ergänzende Verfahren
Siehe auch
Literatur
Rundfunkberichte
Weblinks
Einzelnachweise

Beschreibung
Der Einsatz dieser Verfahren erfolgt bei der parallelen Fertigung sehr kleiner Bauteile in größeren Stückzahlen, für Unikate bei
Schmuck oder in der Medizin- und Dentaltechnik sowie der Kleinserienfertigung oder Einzelfertigung von Teilen mit einer hohen
geometrischen Komplexität, auch mit zusätzlicher Funktionsintegration.

Im Gegensatz zu Urformen, Umformen oder subtraktiven Fertigungsverfahren (Trennen) erhöht sich beim 3D-Druck die
Wirtschaftlichkeit mit steigender Komplexität der Bauteilgeometrie und sinkender benötigter Stückzahl.

In den letzten Jahren wurden die Anwendungsgebiete für diese


Fertigungsverfahren auf weitere Felder ausgedehnt. 3D-Drucker dienten
zunächst vor allem der Herstellung von Prototypen und Modellen (Rapid
Prototyping), dann der Herstellung von Werkzeugen (Rapid Tooling) und
schließlich von Fertigteilen (Rapid Manufacturing), von denen nur geringe
Stückzahlen benötigt werden. So verwendet z. B. der Flugzeughersteller Boeing
in dem Kampfjet F-18 Hornet 86 Lasersinterteile.[6]

In Verbindung mit weiteren modernen Technologien wie zum Beispiel dem


Reverse Engineering (Digitalisieren), dem CAD sowie heutigen Verfahren des
Werkzeugbaus wird die Verfahrenskette innerhalb der Produktentwicklung auch Umwandlung eines 3D-Modells in
als Rapid Product Development bezeichnet. Weiterhin wird durch die digitale einen druckbaren Gegenstand
Schnittstelle der 3D-Drucker und deren automatisierter Fertigungsprozesse eine
dezentrale Produktion ermöglicht (Cloud Producing).[7]

Einige grundlegende Vorteile gegenüber konkurrierenden Herstellungsverfahren führen zu einer zunehmenden Verbreitung der
Technik, auch in der Serienproduktion von Teilen. Gegenüber dem Spritzgussverfahren hat das 3D-Drucken den Vorteil, dass das
aufwändige Herstellen von Formen und das Formenwechseln entfällt. Gegenüber allen Material abtragenden Verfahren wie
Schneiden, Drehen, Bohren hat das 3D-Drucken den Vorteil, dass der zusätzliche Bearbeitungsschritt nach dem Urformen
entfällt. Meist ist der Vorgang energetisch günstiger, insbesondere wenn das Material nur einmal in der benötigten Größe und
Masse aufgebaut wird. Wie bei anderen automatisierten Verfahren ist je nach Anwendungsbereich eine Nachbearbeitung
notwendig.[8] Weitere Vorteile bestehen darin, dass unterschiedliche Bauteile auf einer Maschine gefertigt und komplizierte
Geometrien erzeugt werden können.[9]

Die wichtigsten Techniken sind das Laserstrahlschmelzen und das Elektronenstrahlschmelzen[10][11] für Metalle und das
Lasersintern für Polymere, Keramik[12] und Metalle, die Stereolithografie und das Digital Light Processing für flüssige
Kunstharze und das Polyjet-Modeling sowie das Fused Layer Modeling für Kunststoffe und teilweise Kunstharze.
Die erreichbare Genauigkeit eines Kunstharz-Druckers betrug Ende 2012 bei der
Positionierung 0,043 mm in x- und y-Richtung und 0,016 mm auf der z-
Achse.[13] Eine weitere Stärke des 3D-Drucks ist die Möglichkeit, komplexe
Formen aufzubauen, die mit anderen Maschinen schwer oder gar nicht
herstellbar sind. So verwendet die Bauhütte der Sagrada Família 3D-Drucker,
um Modelle für die sehr anspruchsvollen architektonischen Formen von Antonio
Gaudí anzufertigen. Dessen Gewölbe bestehen etwa aus großen
Drehhyperboloiden mit dazwischen eingeschalteten hyperbolischen
Paraboloiden.
3D-Drucker der Bauhütte der
Kombinierte Verfahren ermöglichen die werkzeuglose Produktion von Sagrada Família zur Herstellung
komplexer Modelle
Mikrobauteilen, Fluidik und Mikrosystemen. Über Photopolymerisation werden
auf Kunststoffen basierte Mikrobauteile hergestellt. Metallische und andere
funktionelle Schichten werden direkt strukturiert und schichtübergreifend integriert. Elektronische Bauelemente wie Prozessoren,
Speicherelemente, Sensoren, passive Bauteile und Energiespeicher werden im Stack oder lateral eingebaut und parallel
kontaktiert.[14]

Die Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk fertigt die Brennkammern für die Raketentriebwerke von Dragon V2 mit 3D-
Druckern im Direct-Metal-Laser-Sintering-Verfahren.[15][16]

Ein Statusbericht der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) vom September 2014 zu 3D-Druck bzw. den additiven
Fertigungsverfahren bietet eine allgemeine Orientierung.[17]

Innerhalb der Maschinenklasse der digitalen Fabrikatoren stellen die 3D-Drucker die wichtigste Teilklasse der additiven, also
aufbauenden Fabrikatoren dar.

Geschichte
1981 hatte Charles W. Hull die Stereolithographie erfunden, und im Jahr 1983 wurde das Verfahren erstmals in die Praxis
umgesetzt.[18] Das erste 3D-Konstruktionsprogramm ist seit 1985 erhältlich. Im darauffolgenden Jahr (1986) publizierte Hull die
erste Patentanmeldung. Das Prinzip des Lasersinterns wurde 1987 von Carl Deckard (* 1961), Universität Texas,
veröffentlicht.[19] Der erste 3D-Drucker war 1988 käuflich zu erwerben. Außerdem erfanden in diesem Jahr der Amerikaner S.
Scott Crump und seine Frau Lisa das Fused Layer Modeling. 1991 kam die erste Fused Layer Modeling-Anlage auf den Markt.
Im Jahr 2000 wurde die Polyjet-Technologie von dem Unternehmen Objet (heute stratasys) eingeführt. Seit 2010 ist ein Fused
Layer Modeling-Drucker für den Heimbedarf erhältlich.[20] Parallel dazu hat sich das 3D-Siebdruckverfahren aus dem schon
lange bekannten Siebdruck entwickelt.

Steigerung der Wirtschaftlichkeit


Die Faktoren Aufbaugeschwindigkeiten und Losgrößen definieren die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit einer 3D-Druck
Fertigung. Diese Faktoren verändern sich kontinuierlich durch den Stand der Technik.

Die jüngste Entwicklung zur Verbesserung der Aufbaugeschwindigkeiten ist die Multilaser-Technik, bei der 2, 4 oder mehr
Laserquellen die Belichtung ausführen. Wesentlich für die Qualität des Bauteils ist jedoch nicht nur der rein quantitative Ansatz,
sondern auch die Fehlerrate bei der Produktion. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.[21]

Bei Losgrößen gelten folgende Faustregeln:

Stückzahl 1 bis ca. 1.000 pro Jahr: Die 3D-Druckverfahren sind typischerweise die wirtschaftlichste Option.
Stückzahl 1.000 bis 100.000 pro Jahr: Die Herstellung in einer Form aus Metall sollte durch 3D-Druckverfahren
als eine mögliche Variante bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt werden.
Stückzahl größer 100.000 pro Jahr: Eine besonders langlebige, aus Vollmaterial klassisch gefertigte Geometrie
ist voraussichtlich am sinnvollsten.
Die Aufbaugeschwindigkeiten z. B. des selektiven Laserschmelzens entwickeln sich stetig nach oben. Gründe sind: Höhere
Laserleistungen (wie z. B. 1-kW-Laserquellen oder der Einsatz multipler Laserquellen – Stichwort Multilaser-Technologie).

Zur Veranschaulichung ein Vergleich der Aufbauraten, so wie sie von der Unternehmensberatung Roland Berger[22] 2013
erwartet wurden:

Jahr 2013 – 10 cm³/h


Jahr 2018 – 40 cm³/h
Jahr 2023 – 80 cm³/h

Klassifizierung der Fertigungsverfahren


Auf dem Markt existieren zahlreiche 3D-Drucktechnologien, die diverse Materialien verwenden. Verschiedene Hersteller
verwenden für ähnliche 3D-Drucktechnologien oftmals unterschiedliche Bezeichnungen. Laut aktuellem Normentwurf DIN EN
ISO/ASTM 52900:2018[23] werden die Fertigungsverfahren in folgende Kategorien eingeteilt:

1. Freistrahl-Bindemittelauftrag,
2. Materialauftrag mit gerichteter Energieeinbringung,
3. Materialextrusion,
4. Freistrahl-Materialauftrag,
5. pulverbettbasiertes Schmelzen,
6. Schichtlaminierung und
7. badbasierte Photopolymerisation

3D-Druckverfahren
Laut VDI 3405 gehören zu den etablierten additiven Fertigungsverfahren:

Stereolithografie (SL)
Laser-Sintern (LS)
Laser-Strahlschmelzen (Laser Beam Melting = LBM)
Elektronen-Strahlschmelzen (Electron Beam Melting = EBM)
Fused Layer Modelling/Manufacturing (FLM oder auch Fused Filament Fabrication (FFF))
Multi-Jet Modelling (MJM)
Poly-Jet Modelling (PJM)
3-D-Drucken (3DP, auch Binder Jetting)
Layer Laminated Manufacturing (LLM)
Digital Light Processing (DLP)
Thermotransfer-Sintern (TTS)
Weitere 3D-Druckverfahren sind:

Metal Laminated Tooling (MELATO)


Continuous Liquid Interface Production (CLIP)
Selective Heat Sintering (SHS)
Auftragschweißen bzw. Cladding
Wax Deposition Modeling (WDM)
Contour Crafting
Kaltgasspritzen bzw. Metall-Pulver-Auftragsverfahren (MPA)[24][25]
Lithography-based Ceramic Manufacturing (LCM)[26]
3D-Siebdruck von Metallen[27]
Lichtgesteuerte Elektrophoretische Abscheidung
SDS-Verfahren (Shaping–Debinding-Sintering), Herstellung metallischer Grünkörper mittels Fused Deposition
Modelling/Fused Layer Modelling bzw. Material Extrusion[28]
Zwei-Photonen-Lithographie
Arburg Kunststoff-Freiformen
Screw Extrusion Additiv Manufacturing (SEAM)[29]
Manche dieser Verfahren – wie das Auftragschweißen, das Kaltgasspritzen oder die elektrophoretische Abscheidung – sind auch
in der konventionellen Fertigung bekannt. Sie können jedoch durch Ansteuerung mit 3D-Daten in entsprechend gebauten
Anlagen als 3D-Druckverfahren eingesetzt werden.

Kombinierte 3D-Druckverfahren
Meist arbeiten 3D-Druckmaschinen nur mit einem Werkstoff oder einer Werkstoffmischung und einem Druckverfahren.
Versuchsweise wurden schon kombinierte Druckverfahren erprobt. So haben Wissenschaftler der Cornell-Universität die Teile für
eine Zink-Luft-Batterie aus mehreren Werkstoffen gefertigt.[30] Eine ähnliche Anwendung ist das Fuel Cell Printing des
Druckmaschinenherstellers Thieme GmbH & Co. KG aus Teningen, eine Art 3D-Siebdruck mit unterschiedlichen Materialien zur
Herstellung von Brennstoffzellen, welche vergleichbar mit Batterien aus mehreren Schichten – wie etwa Isolierschichten und
Membranen – aufgebaut werden.[31] Zu den Extrusionsverfahren zählt ein anderes kombiniertes Druckverfahren, die
Faserverbund-Coextrusionstechnologie des Luxemburger Unternehmens Anisoprint. Mit einem speziellen – im ungehärteten
Zustand niedrigviskosem – Polymer imprägnierte Fasern werden erwärmt, so dass die Polymere aushärten und eine feste, steife
Substanz ergeben. Diese derart behandelten Verbundfasern werden zusammen mit Kunststoff durch eine Düse gezogen, so dass
der Kunststoff die Fasern miteinander verbindet.[32]

Mehrkomponentenverfahren
Hewlett-Packard hat Ende Oktober 2014 einen 3D-Drucker mit der Multi Jet Fusion-Technologie vorgestellt. Bei diesem 3D-
Druckverfahren werden auf das im Bauraum des 3D-Druckers liegende Pulver verschiedene flüssige Materialien (sogenannte
Agents) aufgesprüht.[33] Die konturierten Flächen – auf denen die Agents aufgetragen wurden – werden über eine Wärmequelle
ausgehärtet. Um scharfe Konturen zu ermöglichen, wird ein weiterer Agent verwendet.[34]

Das Drucken von Kunststoffen in unterschiedlichen Härtegraden und Farben ist inzwischen simultan möglich. So können
Prozesse in einem Arbeitsgang durchgeführt werden, wo bisher mehrere Fertigungsschritte benötigt wurden. Beispielsweise kann
ein Objekt stellenweise mit gummiähnlichen Flächen stoßresistent gemacht werden.[35]

Mittels Drucks in zwei Komponenten, von denen später eine, die nur vorübergehende Heftfunktion hat, etwa durch Wasser
herausgelöst oder als loses Pulver aus Fugen geblasen[36] wird, lassen sich einander durchdringende oder formschlüssig
verbundene, doch drehbare oder verschiebbare Teile herstellen.[37] Bei der Oberflächenbehandlung gibt es Überschneidungen mit
anderen bzw. ähnlichen Verfahren.

Hybridverfahren
Außerdem werden Verfahren in Hybridmaschinen eingesetzt, die 3D-Druckverfahren beispielsweise mit spanabhebenden
Verfahren kombinieren. Dazu gehören Maschinen der Firmen DMG Mori[38] und Hermle,[39] welche Laserauftragschweißen
bzw. das Metall-Pulver-Auftragverfahren mit Fräsverfahren verbinden und die Bearbeitung eines Werkstückes in einer
Aufspannung ermöglichen. Die Bearbeitung in einer Aufspannung bedeutet, dass das Werkstück nur einmal in der Maschine
eingespannt/befestigt werden muss, obwohl es mit mehreren Werkzeugen bearbeitet wird. Jede Übergabe an ein anderes
Spannwerkzeug kann mit dem Risiko verbunden sein, dass die geforderte Genauigkeit bzw. die zulässigen Toleranzen nicht mehr
eingehalten werden.
Anwendungsgebiete
Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen der Herstellung von Modellen,
Prototypen und Einzelstücken einerseits und der Serienfertigung andererseits:

In folgenden Bereichen wird 3D-Druck zur Herstellung von Modellen,


Prototypen und Einzelstücken eingesetzt:

Kunst und Design


Architektur
Modellbau
Maschinenbau Lautsprechergehäuse aus 3D-
Drucker
FabLabs
Automobilbau
Bauverfahren (Contour Crafting)
Wissenschaftlichen Laboratorien
Fertigung von Ersatzteilen für den Eigenbedarf
In folgenden Bereichen wird 3D-Druck zur Serienfertigung eingesetzt:

Luft- und Raumfahrtindustrie[40]


Medizin- und Zahntechnik
Verpackungsindustrie
Bioprinting

Industrie
Das Fused Deposition Modeling, welches Kunststoffe verarbeitet, ist bereits seit
den 1990er Jahren kommerziell im Einsatz. Gegenwärtig werden 3D-Drucker,
die Metall verarbeiten können, immer interessanter. Das liegt vor allem in der
Tatsache begründet, dass sich so auch relativ einfach Bauteile herstellen lassen,
die sich auf Grund der komplexen Geometrie (z. B. mit Hinterschnitten oder
integrierten Kühlkanälen) nicht mit den konventionellen Fertigungsverfahren
herstellen lassen. Darüber hinaus kann eine breite Palette an Metallen und
Legierungen für den 3D-Druck verwendet werden. Auf Grund der Komplexität
der Geräte mit Laser, Galvo-Scannern und spezieller Materialanforderungen sind
Gerät zum Lasersintern
die Investitionen jedoch wesentlich höher als bei der Kunststoffverarbeitung.
Neben den hohen Kosten gibt es noch weitere Hürden, die einer großflächigen
industriellen Nutzung von 3D-Druckern entgegenstehen, wie zum Beispiel die teilweise noch unzureichende Qualität, eine
niedrigere Produktionsgeschwindigkeit oder fehlendes Know-how der Unternehmen.[41]

Bekannte Hersteller und Anbieter sind im Bereich selektives Lasersintern/Selektives Laserschmelzen die Unternehmen Concept
Laser, EOS, SLM Solutions Group; im Bereich Binder Jetting das Unternehmen Voxeljet, 3D Systems (das vormalige Z-Corp-
Verfahren firmiert seit Januar 2012 unter dem Namen 3D Systems). Ferner gibt es noch die Bereiche Elektronenstrahlschmelzen,
Stereolithografie, Digital Light Processing, Polyjet-Modeling und 3D-Siebdruck.

Heimanwendung
3D-Drucker für Heimanwender ermöglichen die Herstellung von Objekten wie kleinen Spielzeugen, Schmuck oder Stiftebechern.
Strukturell komplexere, sehr belastbare Objekte und einwandfreie Kurven sind nur mit professionellen Druckern herstellbar.
Neben den auch bei 2D-Druckern wesentlichen Eigenschaften wie Geschwindigkeit und Auflösung ist bei 3D-Druckern wichtig,
welche Materialien verwendet werden können und wie sie verarbeitet werden. Im
Modellbau lässt die Qualität von „Billig-Druckern“ jedoch oft zu wünschen übrig.[8]

Es ist außerdem möglich, sein Objekt in einem FabLab ausdrucken zu lassen oder die
CAD-Datei bei Online-Services hochzuladen und sich sein Produkt nach Hause liefern zu
lassen.[42] 3D-Scanner, um Objekte in Daten umzuwandeln, sind nicht immer erforderlich.
Manchmal funktioniert das bereits mit einer einfachen Webcam und einer speziellen
Software. Es werden Online-Dienste angeboten, die ein Objekt anhand von Fotos aus
verschiedenen Perspektiven in eine Datei umwandeln.

Für den 3D-Druck gelten die Regeln des Urheberrechts,[43] insbesondere bei Patenten und
Gebrauchsmustern sowie im gewerblichen Gebrauch.

Laut einer 2017 durchgeführten Umfrage des Digitalverbands Bitkom hat knapp jeder
fünfte Bundesbürger (18 %) schon selbst einmal einen 3D-Druck angefertigt oder Wikipedia-Globus als 3D-
anfertigen lassen. Die meisten taten dies bei einem Dienstleister (9 %). 5 Prozent druckten Druck
auf einem eigenen 3D-Drucker, weitere 3 Prozent fertigten den 3D-Druck an ihrem
Arbeitsplatz an.[44] Eine weitere Studie von Durach, Kurpjuweit und Wagner (2017)
erachtet es als unwahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre 3D-Drucker großflächig zu Hause genutzt werden.
Stattdessen werden sich 3D-Druck-Dienstleister zunehmend etablieren, die sowohl für Unternehmen als auch für Konsumenten
3D-Druckaufträge erfüllen.[41]

Die weit verbreiteten 3D-Drucker für die Heimanwendung (besonders RepRap-Modelle) verwenden zum Großteil Polylactide
(PLA) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) als Material, das sich auf Grund der sehr einfachen Verarbeitbarkeit und des
günstigen Preises besonders eignet. Daher unterstützen praktisch alle bekannten 3D-Drucker für die Heimanwendung diesen
Materialtyp. Werden höhere Festigkeiten, Hitzebeständigkeit und Langlebigkeit im Vergleich zu PLA gefordert, eignet sich der
Einsatz von ABS besonders. ABS ist allerdings schwerer zu verarbeiten als PLA, benötigt eine beheizte Druckplatte und hat
einen höheren Schmelzpunkt von über 220 °C.[45]

Metall-3D-Druck für die Heimanwendung ist derzeit noch nicht möglich. Lediglich bei Metallfolien gibt es erste Entwicklungen,
um etwa Leiterplatten herzustellen. Darüber hinaus verhindern Patente die Entwicklung von Metall-3D-Druckern auf Basis der
SLS-Technologie für den Hausgebrauch.[46]

3D-Druck und Kunst


Die Kunstwelt nutzt zunehmend den 3D-Druck. Bildhauer oder andere Künstler, die Skulpturen und dreidimensionale Objekte
erschaffen, müssen stets die technische Machbarkeit im Blick haben. Der 3D-Druck erweitert das Spektrum, da auch komplexeste
Formen möglich sind. Die Technologie setzt neue Maßstäbe, da aufwändige Handarbeit bis ins letzte Detail am digitalen Objekt
geplant werden kann und der Drucker dies in die Realität umsetzt. Die Arbeit des Künstlers konzentriert sich somit auf die
digitale Vorarbeit am Computer und die Nachbearbeitung des vom Drucker erzeugten Objekts, beispielsweise im Rahmen einer
Oberflächenbehandlung und -gestaltung.

3D-Druck in wissenschaftlichen Laboratorien


In biotechnologischen, chemischen und physikalischen Laboren wird der 3D-Druck angewendet, um Reaktionsgefäße,
Messapparaturen und Minireaktoren geeigneter Geometrie zu erzeugen.[47] Beispielsweise werden Stopped-Flow-Kammern und
Strömungsreaktoren für die Umsetzung von sehr kleinen Volumina im Bereich weniger Milliliter gedruckt. Über die Wahl der
Geometrie der Mischkammer kann dabei teilweise das sich bildende Produkt gesteuert werden.[48] Bei dem 3D-Druck von
Gefäßen mittels Fused Deposition Modeling besteht die Möglichkeit, Reaktanden während des 3D-Druckes in den inneren
Hohlraum einzufüllen und so geschlossene Reaktionsgefäße zu erzeugen.[47][48] Durch den 3D-Druck von Objekten in Form der
Geometrie von klassischen Küvetten und Messröhrchen z. B. für die UV/VIS, IR- oder NMR-Spektroskopie in einer
Schutzgasatmosphäre können dabei empfindliche Reagenzien eingeschlossen und der Reaktionsverlauf ohne Probenentnahme mit
verschiedenen Routinemethoden untersucht werden.[49]

3D-Druck im Bauwesen
→ Hauptartikel: 3D-Druck im Bauwesen
Beim Hausbau können Roboter mit Hilfe von Beton den Rohbau erstellen. Das geht sehr schnell und sehr kostengünstig.

Normen und Richtlinien


Zu den additiven Fertigungsverfahren erstellt der VDI eine ganze Richtlinienfamilie (VDI 3405). Einige der Richtlinien wurden
bereits von der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) veröffentlicht[50], wie VDI 3405 Blatt 1.1 zur Qualifizierung
von Pulvern für das Lasersintern von Kunststoffbauteilen (Polyamid 12/PA12), VDI 3405 Blatt 2.2 Materialkenndatenblatt für
das Laserstrahlschmelzen von Bauteilen aus Nickellegierung (Inconel 718) oder VDI 3405 Blatt 2.3 zu Vorgehensweisen,
Methoden und relevanten Kenngrößen zur Charakterisierung von Metallpulver. Zahlreiche andere Richtlinien befinden sich im
Entwicklungsstadium oder es werden noch Projekte dazu durchgeführt.[51]

Das DIN hat am 13. Juli 2018 den Normenausschuss "Fachbereichsbeirat Additive Fertigungsverfahren" im DIN-
Normenausschuss Werkstofftechnologie gegründet, um die bisherige Arbeit in internationalen Ausschüssen der ISO und ASTM
International im Bereich Additive Fertigung zu stärken. So wurden bisher diverse internationale Normen ausgearbeitet, die sich
mit dem Thema 3D-Druck befassen.[52]

Dateischnittstellen

3D-Dateiformate
Die Übergabe der 3D-Modelle von CAD zu 3D-Druck CAM findet meist über die STL-Schnittstelle statt. Da diese lediglich
Informationen über die Geometriedarstellung abbildet, werden alternativ auch andere Dateiformate verwendet, um zusätzliche
Informationen auszutauschen. Die Formate VRML und OBJ speichern zusätzlich zur Geometrie noch Farbinformationen. Das in
der Norm ISO/ASTM 52915 definierte AMF-Format geht noch weiter und kann allgemeine Informationen wie
Materialeigenschaften abbilden und erlaubt darüber hinaus die Möglichkeit, gekrümmte Flächen zu speichern.[53] Das jüngste
gängige Format ist das 3MF-Format, auch dieses speichert Informationen zusätzlich zu den Geometrieinformationen. Das in der
Norm ISO/ASTM 52915-16 definierte Format wurde vor allem bekannt durch die Einführung von Microsoft in seinem
Betriebssystem Windows 8.1.

Schichtdateiformate
Da die 3D-Druckverfahren schichtweise arbeiten, müssen die 3D-Konstruktionsmodelle für den Fertigungsprozess in
Schnittkonturen zerlegt werden.[53] Neben einer Vielzahl an proprietären Dateiformaten unterschiedlicher Anlagenhersteller,
werden für den Austausch der Schichtinformationen die beiden Dateiformate CLI und SLC verwendet. Diese Dateien können im
einfachsten Fall lediglich die Beschreibung der Konturen für jede Schicht enthalten oder aber darüber hinaus bereits
Informationen zum Fertigungsprozess. Am ausgeprägtesten ist dies beim G-Code, der in einer speziellen Ausprägung im Bereich
des Fused Layer Modeling eingesetzt wird.[54]

Besonderheiten einer 3D-Konstruktion


Die Konstruktionsmöglichkeiten hinsichtlich Geometriefreiheit und Leistungsfähigkeit der Bauteile (z. B. mechanische
Belastbarkeit), wahlweise auch erweitert um einen Leichtbauansatz oder eine Funktionsintegration, machen es wenig sinnvoll,
eine konventionelle Konstruktion 1:1 mittels 3D-Druck herzustellen. Hier hat sich der Begriff „verfahrensgerechtes
Konstruieren“ durchgesetzt.

Verfahrensgerechtes Konstruieren zielt auf drei Kernfelder ab:

digitale Geometrien mit Leichtbaupotential, Funktionsintegration und höherwertigen Leistungsmerkmalen.


digitale Strukturen (bionische Konstruktionen, selektive Dichten, Waben, Knoten, Gitter etc.).
digitale Materialien (neue Legierungen und Additive führen zu verbesserten Materialeigenschaften).
Ausgangsbasis ist eine CAD/CAX-Konstruktion, als Teil einer digitalen Prozesskette.

Ebenso sind hybride Ansätze aktuell Themen der Konstruktion. Beispiele sind Bauteile, die eine konventionell gefertigte
Komponente aufweisen (als Gussteil oder als Zerspanungsteil), auf die eine 3D-Druck-Komponente aufgebracht wird. Die
konventionelle Komponente wird unter Zeit- und Kostenaspekten für eine einfache Geometrie gewählt. Die 3D-Druck-
Komponente ist dann die komplexere Geometrie (z. B. mit integrierten Kühlmittelkanälen). Ein Beispiel dafür ist die
Schneidplattenbohrer QTD-Serie von Mapal.[55]

Ein anderer Ansatz ist die hybride Kombination von geformten Profilen und additiv hergestellten Knoten, wie beispielsweise bei
der topologisch optimierten Rahmenstruktur (Spaceframe) des „EDAG Light Cocoon“ Autokonzepts.[56]

Das Ergebnis verfahrensgerechter Konstruktionen überrascht nicht nur optisch. Bionisch ausgelegte Leichtbauteile können
durchschnittlich 20–30 % leichter ausgelegt werden als gefräste oder gegossene Bauteile. In einigen Fällen erreicht die
potenzielle Gewichtsreduktion auch 60 bis 80 %, wenn rechtwinklige Metallblöcke zu reinen Verbindungskörpern werden.

Wichtig ist auch, die Bauteilanforderungen hinsichtlich thermischer und mechanischer Eigenschaften zu erfassen und mit einer
gezielt auf das Verfahren abgestimmten Konstruktion zu erschließen. Konkret bedeutet dies, dass die Teile nicht nur mehr
können, sie sind auch leichter und weisen eine andere Geometrie auf.

Durch selektive Dichten können Bauteile gewünschte Elastizitäten (auch partiell) aufweisen (Beeinflussung des E-Moduls). Die
Kraftableitung im Bauteil kann wesentlich intelligenter und anwendungsbezogen ausgelegt werden. Insgesamt sind solche 3D-
Bauteile leistungsfähiger.

Diskurs und Auswirkungen


In der Wissenschaft hat parallel zur technischen Weiterentwicklung und der zunehmenden Verbreitung von 3D-Druckverfahren
eine Diskussion über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung begonnen. Einige Forscher erwarten
einschneidende Veränderungen im wirtschaftlichen Gefüge. Diese seien beispielsweise durch die Veränderung von
Produktionsprozessen zu erwarten. Insbesondere ermöglichen es 3D-Druckverfahren Unternehmen, ihre Produkte in der Nähe
ihrer Kunden zu fertigen, wodurch Lieferketten insgesamt agiler werden.[41] Außerdem würden Innovationsprozesse deutlich
beschleunigt.[57] Einige britische Wissenschaftler sehen die Technik sogar als Grundlage für eine erneute sogenannte industrielle
Revolution.[58] Kritiker dieser Annahme, wie der Mathematiker Hartmut Schwandt von der Technischen Universität Berlin,
halten dem entgegen, dass die Prozess- und Materialkosten bei der individuellen Fertigung wesentlich höher seien als bei der
Massenfertigung. Aus diesem Grund hält er die Bezeichnung „industrielle Revolution“ für übertrieben.[59]

Kritisiert wurde die Veröffentlichung von kostenlosen Bauplänen für den Druck einer Waffe im 3D-Verfahren durch Cody Wilson
auf einer Internetseite. Die Baupläne mussten auf Druck des US-Verteidigungsministeriums wegen des Vorwurfs des Verstoßes
gegen Waffen-Exportvorschriften von der Internetseite entfernt werden.[60]
Laut einer Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung biete der mögliche Dezentralisierungstrend Chancen für
Nachhaltigkeit. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass wenn sich Netzwerke bilden, in denen Nutzer beginnen, zur Herstellung
von Waren kollaborativ zusammenzuarbeiten, sich die bisher monopolisierte Welt der Produktion demokratisiere. Jedoch brauche
es neue Protagonisten für Nachhaltigkeit, die die neuen Technologien so einsetzen, dass sie soziale und ökologische Vorteile
erschließen. Die „Maker“-Bewegung, die auf Kreativität statt auf große Fabriken setzt, könnte eine wichtige Rolle spielen oder
eine Renaissance des Do-it-Yourself.[61]

Die Möglichkeit, Formen digital zu verbreiten und zu reproduzieren, führt zu Diskussionen über zukünftige Lösungen für ein
Urheberrecht bzw. Patentrecht von 3D-Objekten.[62] Insbesondere Design, Architektur und Kunst könnten davon betroffen sein.
Als Bildungsinstrument wird der Einsatz der 3D-Drucker bereits an einigen Schulen erprobt. In Großbritannien wurden
beispielsweise mehrere Schulen in einem Testprogramm mit einem 3D-Drucker ausgestattet. Nach dem erfolgreichen Abschluss
dieser Testphase plante der britische Bildungsminister Michael Gove weitere Investitionen von rund 500.000 Pfund für die
Ausstattung von öffentlichen Schulen in Großbritannien mit 3D-Druckern.[63]

Optionen des 3D-Druckens


3D-Druck Verfahren werden vor allem dann eingesetzt, wenn geringe Stückzahlen, eine komplizierte Geometrie und ein hoher
Grad der Individualisierung gefordert sind. Solche Bereiche sind unter anderem der Werkzeugbau, die Luft- und Raumfahrt oder
medizinische Produkte.

Die Möglichkeiten und Potenziale der additiven 3D-Fertigung kann man an folgenden Themen und Beispielen aufzeigen:

Substitution: Klassische Fertigungsstrategien werden um 3D-Druck Verfahren ergänzt – bestimmende Faktoren


der Entscheidung lauten: Losgrößen, Kosten, Zeit und Qualitätsanforderungen oder Komplexität der Bauteile und
Funktionsintegration.[64]

Ergänzung: Klassische und 3D-Druck Strategien können verknüpft werden, siehe Hybridbauweise.[53]

Prototypenbau: In der Luft- und Raumfahrt mit den branchentypischen kleinen Stückzahlen, aber hoher
Entwicklungstätigkeit hat ein 3D-Druck Ansatz zahlreiche Vorteile: Versuchsträger, Triebwerke oder metallische
Baugruppen entstehen werkzeuglos und schnell. Die Entwicklungsgeschwindigkeit nimmt zu.[65]

Steigerung der Wirtschaftlichkeit: Im Gegensatz zu Urformen, Umformen oder subtraktiven Fertigungsverfahren,


also Trennen, erhöht sich bei 3D-Druck Verfahren die Wirtschaftlichkeit mit steigender Komplexität der
Bauteilgeometrie.[66]

Paradigmenwechsel: In bestimmten Branchen ist der Paradigmenwechsel bereits vollzogen. Bei Entwicklungen
in der amerikanischen Raumfahrt wird aus Zeit- und Kostenüberlegungen das 3D-Drucken als Standard
praktiziert.

Lebenszykluskosten und Produktionskosten: Die Kosten für einen Produkt-Lebenszyklus können bei einer 3D-
Druck Strategie tendenziell niedriger ausfallen; bei den Produktionskosten kommt es auf die Losgröße an,
welche Technologie vorzuziehen wäre

bedarfsnahe Fertigung (dezentral oder zeitlich): Die dezentrale Fertigung (Cloud Producing) und die Fertigung
„on demand“ bieten zahlreiche Vorzüge in Bezug auf Kosten und CO₂-Emission. Speziell für die Luftfahrt ist es
zukünftig möglich, Ersatzteile „on demand“ zu fertigen ohne Werkzeugvorhaltungen. Das revolutioniert die
Logistikkonzepte der Luftfahrtbranche und reduziert die Revisionszeiten von Flugzeugen[65]

die gesamte Prozesskette wird digital: Der Zahnarzt scannt das Gebiss mit einem Interoral-Scanner. Daraus
entstehen CAD-Rohdaten, die in einem Dentallabor in Dentalimplantate umgesetzt werden.[53]

Varietäten- und Unikat-Option: Individuelle Produktlösungen (Unikate), Production-on-demand und größere


Losgrößen sind keine Widersprüche. Production-on-demand verändert die Logistikkonzepte und
Ersatzteilbevorratungen.[67]

Prozessrisiko sinkt tendenziell: Der Anwender einer Laserschmelzanlage hat eine vergleichsweise
prozessstabile, dokumentationsfähige und validierte Anlage, die durch den digitalen Ansatz ein geringeres
Fehlerrisiko gegenüber konventionellen Verfahren erwarten lässt.
Bionik und die Veränderungen von Konstruktionsstrategien: Die Geometriefreiheit sorgt für neue Produktideen.
Leichtbauansätze und bionische Strukturen werden möglich.[64]
Werkzeuglose und formlose Fertigung, indem die CAD-Daten mit dem 3D-Drucker umgesetzt werden.[68]
Möglichkeit sehr kleine Strukturen zu fertigen.[69]

3D-Druck und Arbeitsschutz


Mögliche Emissionen aus 3D-Druckern und dadurch verursachte Gesundheitsbelastungen für Beschäftigte sind im Arbeitsschutz
noch wenig erforscht. Erste Ergebnisse von Messungen im Produktionsbereich und an büroähnlichen Arbeitsplätzen zeigen, dass
die inhalative Exposition gegenüber pulverförmigen Materialien unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) liegen können,
sofern man staubmindernde Maßnahmen ergreift (Absaugung an der Entstehungsstelle, Kapselung).[70] Erste Ergebnisse von
Staubmessungen lagen unter einem Zehntel des Allgemeinen Staubgrenzwertes.[71]

Es hat sich bei der Untersuchung zur inhalativen Exposition gegenüber Gefahrstoffen bei Laserstrahl-Schweißanlagen ergeben,
dass die Konzentration von A-Staub und E-Staub nur in wenigen Fällen über dem Beurteilungsmaßstab (Maximale Arbeitsplatz-
Konzentration der Deutschen Forschungsgemeinschaft) lagen. Untersucht wurden Anlagen zur additiven Fertigung, bei denen
pulverförmige legierte Stähle und verschiedene pulverförmige Legierungen auf Basis von Nickel, Aluminium, Titan und Kupfer
eingesetzt wurden.[72]

Auch bei der Untersuchung von Anlagen zur Kunststofferzeugung sowie an Tischgeräten bei büroähnlichen Arbeitsplätzen waren
alle Stoffe und die Konzentration der A- und E-Stäube unauffällig bzw. unter der jeweiligen Bestimmungsgrenze.

Generell muss beim Einsatz von 3D-Druckern auf ausreichende Belüftung und staubarmes Arbeiten geachtet werden. Zudem
sollten sich 3D-Drucker in einem separaten Raum befinden, und man muss die jeweils zulässige maximale Erhitzungstemperatur
einhalten. Bei Metallpulvern ist zusätzlich der Explosionsschutz zu beachten.[73]

Einen Überblick über die Auswirkungen des 3D-Drucks auf die Umwelt allgemein liefert ein Trendbericht des
Umweltbundesamtes.[74]

Ausblick
Das 3D-Drucken zählt zu den Eckpfeilern des Ansatzes der Industrie 4.0.

Es ergeben sich, bedingt durch den technischen Fortschritt, ansteigende Losgrößen, die wirtschaftlich gefertigt werden können.
Höhere Losgrößen werden durch die Option individueller Produkte in einem Schuss (one shot) ergänzt. Die Lebenszykluskosten
(z. B. für Werkzeugbereitstellung und -pflege) können durch eine additive Fertigung sinken. Die additive Fertigung unterstützt
Hersteller bei der Verwirklichung ihrer Nachhaltigkeitsziele.

Digitale Produkte treten in einen Wettbewerb mit analogen Produkten. Aber nur wenn das digitale, additiv aufgebaute Bauteil
besser, leistungsfähiger, schneller verfügbar, leichter oder/und kostengünstiger ist, kann sich die 3D-Druck Option am Markt
durchsetzen.

Ergänzende Verfahren
Die Folgetechnologien bei 3D-Druckverfahren werden angewendet um die Bauteile zu veredeln.

Beschichtung durch Galvanisierung[75]

Hybridisierung mit anderen Materialien (zum Beispiel Kohlenstofffasern) oder anderen Halbzeugen (Rohren,
Platten, …)
Siehe auch
Fertigungsverfahren
Sintern, Vorfertigung
Selektives Laserschmelzen
Elektronenstrahlschmelzen
STL-Schnittstelle, ein Datenformat zum Austausch von dreidimensionalen
CAD-Daten
Rapid Prototyping
Bioprinter
Zwei-Photonen-Lithographie
4D-Druck
3D-Stift

Literatur Die Venus vom Hohlefels ist


eine etwa 35.000 Jahre alte
Den Stand der Technik von 2014 vermittelt der VDI Statusreport AM 2014 (htt Figur. Das hier gezeigte
ps://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/gpl_dateien/VDI_Statusr
Replika wurde mittels eines
eport_AM_2014_WEB.pdf).
3D-Druckers der Bauart
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und 3D Drucken für Prototyping – Tooling – Produktion. 4., neu bearbeitete Stereolithografie hergestellt.
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nwender-3d-druck-3d-drucker-3d-scanner-3d-druck-dienstleister-3d-printing-filament-fdm?utm_source=print_dail
y_nl&utm_medium=banner&utm_campaign=DB700465_3d_druck_fuer_einsteiger_alles_was_hobbyanwender)).
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Englischen von Cornelius Hartz, Berlin 2014, ISBN 978-3-89955-529-5.
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Rundfunkberichte
Arndt Reuning: Additive Fertigung auf der Baustelle – Komm, wir drucken uns ein Haus! (https://www.deutschlan
dfunk.de/additive-fertigung-auf-der-baustelle-komm-wir-drucken-uns.740.de.html?dram:article_id=416965),
Deutschlandfunk – „Wissenschaft im Brennpunkt“ vom 6. Mai 2018

Weblinks
Commons: 3D-Drucker (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:3D_printing?uselang=d
e) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikimedia-Commons ermöglicht jetzt auch den Up- und Download von 3D-Druck-/STL-Dateien,[76] z. B. 3D-
Printsupport Suzanne Wireframe.stl
3D Printshow London 2012. (http://www.explainingthefuture.com/video_3d_printshow.html) In:
ExplainingTheFuture.com. Videoreportage in englischer Sprache über Anwendungsgebiete des 3D-Drucks

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