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Betriebsanleitung

Schweißgerät

Picotig 200 TG
DE

099-002058-EW500 26.11.2015

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Allgemeine Hinweise
VORSICHT
Betriebsanleitung lesen!
Die Betriebsanleitung führt in den sicheren Umgang mit den Produkten ein.
• Betriebsanleitungen sämtlicher Systemkomponenten lesen!
• Unfallverhütungsvorschriften beachten!
• Länderspezifische Bestimmungen beachten!
• Gegebenenfalls durch Unterschrift bestätigen lassen.

Wenden Sie sich bei Fragen zu Installation, Inbetriebnahme, Betrieb, Besonderheiten am


Einsatzort sowie dem Einsatzzweck an Ihren Vertriebspartner oder an unseren Kundenservice
unter +49 2680 181-0.
Eine Liste der autorisierten Vertriebspartner finden Sie unter www.ewm-group.com.

Die Haftung im Zusammenhang mit dem Betrieb dieser Anlage ist ausdrücklich auf die Funktion der
Anlage beschränkt. Jegliche weitere Haftung, gleich welcher Art, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Dieser Haftungsausschluss wird bei Inbetriebnahme der Anlage durch den Anwender anerkannt.

Sowohl das Einhalten dieser Anleitung als auch die Bedingungen und Methoden bei Installation, Betrieb,
Verwendung und Wartung des Gerätes können vom Hersteller nicht überwacht werden.
Eine unsachgemäße Ausführung der Installation kann zu Sachschäden führen und in der Folge Personen
gefährden. Daher übernehmen wir keinerlei Verantwortung und Haftung für Verluste, Schäden oder
Kosten, die sich aus fehlerhafter Installation, unsachgemäßen Betrieb sowie falscher Verwendung und
Wartung ergeben oder in irgendeiner Weise damit zusammenhängen.

© EWM AG, Dr. Günter-Henle-Straße 8, D-56271 Mündersbach


Das Urheberrecht an diesem Dokument verbleibt beim Hersteller.
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.
Der Inhalt dieses Dokumentes wurde sorgfältig recherchiert, überprüft und bearbeitet, dennoch bleiben
Änderungen, Schreibfehler und Irrtümer vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis
Hinweise zum Gebrauch dieser Betriebsanleitung

1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis .................................................................................................................................. 3
2 Sicherheitshinweise............................................................................................................................... 5
2.1 Hinweise zum Gebrauch dieser Betriebsanleitung ........................................................................ 5
2.2 Symbolerklärung ............................................................................................................................ 6
2.3 Allgemein ....................................................................................................................................... 7
2.4 Transport und Aufstellen .............................................................................................................. 11
2.4.1 Umgebungsbedingungen ............................................................................................. 12
2.4.1.1 Im Betrieb ...................................................................................................... 12
2.4.1.2 Transport und Lagerung ............................................................................... 12
3 Bestimmungsgemäßer Gebrauch ...................................................................................................... 13
3.1 Anwendungsbereich .................................................................................................................... 13
3.1.1 WIG-Schweißen ........................................................................................................... 13
3.1.2 E-Hand-Schweißen ...................................................................................................... 13
3.2 Mitgeltende Unterlagen ................................................................................................................ 14
3.2.1 Garantie ........................................................................................................................ 14
3.2.2 Konformitätserklärung .................................................................................................. 14
3.2.3 Schweißen in Umgebung mit erhöhter elektrischer Gefährdung ................................. 14
3.2.4 Serviceunterlagen (Ersatzteile und Schaltpläne) ......................................................... 14
3.2.5 Kalibrieren / Validieren ................................................................................................. 14
4 Gerätebeschreibung - Schnellübersicht ............................................................................................ 15
4.1 Frontansicht ................................................................................................................................. 15
4.2 Rückansicht ................................................................................................................................. 16
4.3 Gerätesteuerung - Bedienelemente............................................................................................. 17
5 Aufbau und Funktion ........................................................................................................................... 19
5.1 Allgemeine Hinweise.................................................................................................................... 19
5.2 Gerätekühlung ............................................................................................................................. 19
5.3 Werkstückleitung, Allgemein ........................................................................................................ 20
5.4 Transport und Aufstellen .............................................................................................................. 20
5.4.1 Länge des Transportgurtes einstellen .......................................................................... 20
5.5 Netzanschluss.............................................................................................................................. 21
5.5.1 Netzform ....................................................................................................................... 21
5.6 Schweißdatenanzeige.................................................................................................................. 22
5.7 WIG-Schweißen ........................................................................................................................... 23
5.7.1 Anschluss Schweißbrenner und Werkstückleitung ...................................................... 23
5.7.2 Schutzgasversorgung ................................................................................................... 24
5.7.2.1 Anschluss Schutzgasversorgung .................................................................. 24
5.7.2.2 Einstellung Schutzgasmenge........................................................................ 25
5.7.3 Schweißaufgabenanwahl ............................................................................................. 26
5.7.4 Lichtbogenzündung ...................................................................................................... 27
5.7.4.1 HF-Zündung .................................................................................................. 27
5.7.4.2 Liftarc-Zündung ............................................................................................. 27
5.7.5 WIG-Zwangsabschaltung ............................................................................................. 27
5.7.6 Funktionsabläufe / Betriebsarten.................................................................................. 28
5.7.6.1 Legende ........................................................................................................ 28
5.7.6.2 WIG-2-Takt-Betrieb ....................................................................................... 29
5.7.6.3 WIG-4-Takt-Betrieb ....................................................................................... 30
5.7.7 Schweißbrenner (Bedienungsvarianten) ...................................................................... 31
5.7.7.1 Brennertaster tippen (Tipp-Funktion) ............................................................ 31
5.7.8 Einstellung Brennermodus und Up/Down-Geschwindigkeit ......................................... 32
5.7.8.1 WIG-Standardbrenner (5-polig) .................................................................... 33
5.7.8.2 WIG-Impulsschweißen .................................................................................. 35
5.7.9 Expertmenü (WIG)........................................................................................................ 37
5.8 E-Hand-Schweißen ...................................................................................................................... 38
5.8.1 Anschluss Elektrodenhalter und Werkstückleitung ...................................................... 38
5.8.2 Schweißaufgabenanwahl ............................................................................................. 39
5.8.2.1 Hotstart .......................................................................................................... 39

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Inhaltsverzeichnis
Hinweise zum Gebrauch dieser Betriebsanleitung

5.8.2.2 Arcforce ......................................................................................................... 39


5.8.2.3 Antistick ......................................................................................................... 40
5.8.3 E-Hand Impulsschweißen ............................................................................................. 40
5.8.4 Expertmenü (E-Hand) ................................................................................................... 42
5.9 Fernsteller .................................................................................................................................... 43
5.9.1 Fußfernsteller RTF1 19POL ......................................................................................... 43
5.9.2 Handfernsteller RT1 19POL ......................................................................................... 43
5.10 Energiesparmodus (Standby) ...................................................................................................... 43
5.11 Gerätekonfigurationsmenü ........................................................................................................... 44
6 Wartung, Pflege und Entsorgung ....................................................................................................... 46
6.1 Allgemein ..................................................................................................................................... 46
6.2 Wartungsarbeiten, Intervalle ........................................................................................................ 46
6.2.1 Tägliche Wartungsarbeiten ........................................................................................... 46
6.2.1.1 Sichtprüfung .................................................................................................. 46
6.2.1.2 Funktionsprüfung........................................................................................... 46
6.2.2 Monatliche Wartungsarbeiten ....................................................................................... 46
6.2.2.1 Sichtprüfung .................................................................................................. 46
6.2.2.2 Funktionsprüfung........................................................................................... 46
6.2.3 Jährliche Prüfung (Inspektion und Prüfung während des Betriebes) ........................... 47
6.3 Entsorgung des Gerätes .............................................................................................................. 47
6.3.1 Herstellererklärung an den Endanwender .................................................................... 47
6.4 Einhaltung der RoHS-Anforderungen .......................................................................................... 47
7 Störungsbeseitigung ........................................................................................................................... 48
7.1 Checkliste zur Störungsbeseitigung............................................................................................. 48
7.2 Gerätestörungen (Fehlermeldungen)........................................................................................... 49
7.3 Schweißparameter auf Werkseinstellung zurücksetzen .............................................................. 50
7.4 Softwareversion der Gerätesteuerung anzeigen ......................................................................... 50
7.5 Dynamische Leistungsanpassung ............................................................................................... 50
8 Technische Daten ................................................................................................................................. 51
8.1 Picotig 200 ................................................................................................................................... 51
9 Zubehör ................................................................................................................................................. 52
9.1 Transportsysteme ........................................................................................................................ 52
9.2 Optionen ....................................................................................................................................... 52
9.3 Fernsteller und Zubehör ............................................................................................................... 52
9.4 Allgemeines Zubehör ................................................................................................................... 52
10 Anhang A............................................................................................................................................... 53
10.1 Übersicht EWM-Niederlassungen ................................................................................................ 53

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Sicherheitshinweise
Hinweise zum Gebrauch dieser Betriebsanleitung

2 Sicherheitshinweise
2.1 Hinweise zum Gebrauch dieser Betriebsanleitung
GEFAHR
Arbeits- oder Betriebsverfahren, die genau einzuhalten sind, um eine unmittelbar
bevorstehende schwere Verletzung oder den Tod von Personen auszuschließen.
• Der Sicherheitshinweis beinhaltet in seiner Überschrift das Signalwort „GEFAHR“ mit einem
generellen Warnsymbol.
• Außerdem wird die Gefahr mit einem Piktogramm am Seitenrand verdeutlicht.

WARNUNG
Arbeits- oder Betriebsverfahren, die genau einzuhalten sind, um eine mögliche,
schwere Verletzung oder den Tod von Personen auszuschließen.
• Der Sicherheitshinweis beinhaltet in seiner Überschrift das Signalwort „WARNUNG“ mit
einem generellen Warnsymbol.
• Außerdem wird die Gefahr mit einem Piktogramm am Seitenrand verdeutlicht.

VORSICHT
Arbeits- oder Betriebsverfahren, die genau einzuhalten sind, um eine mögliche, leichte
Verletzung von Personen auszuschließen.
• Der Sicherheitshinweis beinhaltet in seiner Überschrift das Signalwort „VORSICHT“ mit
einem generellen Warnsymbol.
• Die Gefahr wird mit einem Piktogramm am Seitenrand verdeutlicht.

VORSICHT
Arbeits- und Betriebsverfahren, die genau einzuhalten sind, um Beschädigungen oder
Zerstörungen des Produkts zu vermeiden.
• Der Sicherheitshinweis beinhaltet in seiner Überschrift das Signalwort „VORSICHT“ ohne
ein generelles Warnsymbol.
• Die Gefahr wird mit einem Piktogramm am Seitenrand verdeutlicht.

Technische Besonderheiten, die der Benutzer beachten muss.


Handlungsanweisungen und Aufzählungen, die Ihnen Schritt für Schritt vorgeben, was in bestimmten
Situationen zu tun ist, erkennen Sie am Blickfangpunkt z. B.:
• Buchse der Schweißstromleitung in entsprechendes Gegenstück einstecken und verriegeln.

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Sicherheitshinweise
Symbolerklärung

2.2 Symbolerklärung
Symbol Beschreibung
Technische Besonderheiten, die der Benutzer beachten muss.
Richtig

Falsch

Betätigen

Nicht Betätigen

Betätigen und Halten

Drehen

Schalten

Gerät ausschalten

Gerät einschalten

ENTER Menüeinstieg
NAVIGATION Navigieren im Menü
EXIT Menü verlassen
4s Zeitdarstellung (Beispiel: 4 s warten / betätigen)

Unterbrechung in der Menüdarstellung (weitere Einstellmöglichkeiten möglich)


Werkzeug nicht notwendig / nicht benutzen

Werkzeug notwendig / benutzen

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Sicherheitshinweise
Allgemein

2.3 Allgemein
GEFAHR
Elektromagnetische Felder!
Durch die Stromquelle können elektrische oder elektromagnetische Felder entstehen,
die elektronische Anlagen wie EDV-, CNC-Geräte, Telekommunikationsleitungen, Netz-,
Signalleitungen und Herzschrittmacher in ihrer Funktion beeinträchtigen können.
• Wartungsvorschriften einhalten > siehe Kapitel 6!
• Schweißleitungen vollständig abwickeln!
• Strahlungsempfindliche Geräte oder Einrichtungen entsprechend abschirmen!
• Herzschrittmacher können in ihrer Funktion beeinträchtigt werden (Bei Bedarf ärztlichen
Rat einholen).
Keine unsachgemäßen Reparaturen und Modifikationen!
Um Verletzungen und Geräteschäden zu vermeiden, darf das Gerät nur von
sachkundigen, befähigten Personen repariert bzw. modifiziert werden!
Garantie erlischt bei unbefugten Eingriffen!
• Im Reparaturfall befähigte Personen (sachkundiges Servicepersonal) beauftragen!
Elektrischer Schlag!
Schweißgeräte verwenden hohe Spannungen, die bei Berührungen zu
lebensgefährlichen Stromschlägen und Verbrennungen führen können. Auch beim
Berühren niedriger Spannungen kann man erschrecken und in der Folge verunglücken.
• Öffnen des Gerätes ausschließlich durch sachkundiges Fachpersonal!
• Keine spannungsführenden Teile am Gerät berühren!
• Anschluss- und Verbindungsleitungen müssen mängelfrei sein!
• Schweißbrenner und Elektrodenhalter isoliert ablegen!
• Ausschließlich trockene Schutzkleidung tragen!
• 4 Minuten warten, bis Kondensatoren entladen sind!

WARNUNG
Verletzungsgefahr durch Strahlung oder Hitze!
Lichtbogenstrahlung führt zu Schäden an Haut und Augen.
Kontakt mit heißen Werkstücken und Funken führt zu Verbrennungen.
• Schweißschild bzw. Schweißhelm mit ausreichender Schutzstufe verwenden
(anwendungsabhängig)!
• Trockene Schutzkleidung (z. B. Schweißschild, Handschuhe, etc.) gemäß den
einschlägigen Vorschriften des entsprechenden Landes tragen!
• Unbeteiligte Personen durch Schutzvorhänge oder Schutzwände gegen Strahlung und
Blendgefahr schützen!
Explosionsgefahr!
Scheinbar harmlose Stoffe in geschlossenen Behältern können durch Erhitzung
Überdruck aufbauen.
• Behälter mit brennbaren oder explosiven Flüssigkeiten aus dem Arbeitsbereich entfernen!
• Keine explosiven Flüssigkeiten, Stäube oder Gase durch das Schweißen oder Schneiden
erhitzen!

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Sicherheitshinweise
Allgemein

WARNUNG
Rauch und Gase!
Rauch und Gase können zu Atemnot und Vergiftungen führen! Weiterhin können sich
Lösungsmitteldämpfe (chlorierter Kohlenwasserstoff) durch die ultraviolette Strahlung
des Lichtbogens in giftiges Phosgen umwandeln!
• Für ausreichend Frischluft sorgen!
• Lösungsmitteldämpfe vom Strahlungsbereich des Lichtbogens fernhalten!
• Ggf. geeigneten Atemschutz tragen!
Feuergefahr!
Durch die beim Schweißen entstehenden hohen Temperaturen, sprühenden Funken,
glühenden Teile und heißen Schlacken können sich Flammen bilden.
Auch vagabundierende Schweißströme können zu Flammenbildung führen!
• Auf Brandherde im Arbeitsbereich achten!
• Keine leicht entzündbaren Gegenstände, wie z. B. Zündhölzer oder Feuerzeuge mitführen.
• Geeignete Löschgeräte im Arbeitsbereich zur Verfügung halten!
• Rückstände brennbarer Stoffe vom Werkstück vor Schweißbeginn gründlich entfernen.
• Geschweißte Werkstücke erst nach dem Abkühlen weiterverarbeiten.
Nicht in Verbindung mit entflammbarem Material bringen!
• Schweißleitungen ordnungsgemäß verbinden!
Unfallgefahr bei Außerachtlassung der Sicherheitshinweise!
Nichtbeachtung der Sicherheitshinweise kann lebensgefährlich sein!
• Sicherheitshinweise dieser Anleitung sorgfältig lesen!
• Unfallverhütungsvorschriften und Länderspezifische Bestimmungen beachten!
• Personen im Arbeitsbereich auf die Einhaltung der Vorschriften hinweisen!
Gefahr beim Zusammenschalten mehrerer Stromquellen!
Sollen mehrere Stromquellen parallel oder in Reihe zusammengeschaltet werden, darf
dies nur von einer Fachkraft nach den Empfehlungen des Herstellers durchgeführt
werden. Die Einrichtungen dürfen für Lichtbogenschweißarbeiten nur nach einer
Prüfung zugelassen werden, um Sicherzustellen, dass die zulässige Leerlaufspannung
nicht überschritten wird.
• Geräteanschluss ausschließlich durch eine Fachkraft durchführen lassen!
• Bei Außerbetriebnahme einzelner Stromquellen müssen alle Netz- und
Schweißstromleitungen zuverlässig vom Gesamtschweißsystem getrennt werden. (Gefahr
durch Rückspannungen!)
• Keine Schweißgeräte mit Polwendeschaltung (PWS-Serie) oder Geräte zum
Wechselstromschweißen (AC) zusammenschalten, da durch eine einfache Fehlbedienung
die Schweißspannungen unzulässig addiert werden können.

VORSICHT
Lärmbelastung!
Lärm über 70 dBA kann dauerhafte Schädigung des Gehörs verursachen!
• Geeigneten Gehörschutz tragen!
• Im Arbeitsbereich befindliche Personen müssen geeigneten Gehörschutz tragen!

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Sicherheitshinweise
Allgemein

VORSICHT
Pflichten des Betreibers!
Zum Betrieb des Gerätes sind die jeweiligen nationalen Richtlinien und Gesetze
einzuhalten!
• Nationale Umsetzung der Rahmenrichtlinie (89/391/EWG), sowie die dazugehörigen
Einzelrichtlinien.
• Insbesondere die Richtlinie (89/655/EWG) über die Mindestvorschriften für Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei Benutzung von Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit.
• Die Vorschriften, zur Arbeitssicherheit und Unfallverhütung, des jeweiligen Landes.
• Errichten und Betreiben des Gerätes entsprechend IEC 60974-9.
• Das sicherheitsbewusste Arbeiten des Anwenders in regelmäßigen Abständen prüfen.
• Regelmäßige Prüfung des Gerätes nach IEC 60974-4.
Schäden durch Fremdkomponenten!
Die Herstellergarantie erlischt bei Geräteschäden durch Fremdkomponenten!
• Ausschließlich Systemkomponenten und Optionen (Stromquellen, Schweißbrenner,
Elektrodenhalter, Fernsteller, Ersatz- und Verschleißteile, etc.) aus unserem
Lieferprogramm verwenden!
• Zubehörkomponente nur bei ausgeschalteter Stromquelle an Anschlussbuchse einstecken
und verriegeln!
Geräteschäden durch vagabundierende Schweißströme!
Durch vagabundierende Schweißströme können Schutzleiter zerstört, Geräte und
elektrische Einrichtungen beschädigt, Bauteile überhitzt und in der Folge Brände
entstehen.
• Immer auf festen Sitz aller Schweißstromleitungen achten und regelmäßig kontrollieren.
• Auf elektrisch einwandfreie und feste Werkstückverbindung achten!
• Alle elektrisch leitenden Komponenten der Stromquelle wie Gehäuse, Fahrwagen,
Krangestelle elektrisch isoliert aufstellen, befestigen oder aufhängen!
• Keine anderen elektrischen Betriebsmittel wie Bohrmaschinen, Winkelschleifer etc. auf
Stromquelle, Fahrwagen, Krangestelle unisoliert ablegen!
• Schweißbrenner und Elektrodenhalter immer elektrisch isoliert ablegen wenn, nicht in
Gebrauch!
Netzanschluss
Anforderungen für den Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz
Hochleistungs-Geräte können durch den Strom, den sie aus dem Versorgungsnetz ziehen, die
Netzqualität beeinflussen. Für einige Gerätetypen können daher Anschlussbeschränkungen
oder Anforderungen an die maximal mögliche Leitungsimpedanz oder die erforderliche
minimale Versorgungskapazität an der Schnittstelle zum öffentlichen Netz (gemeinsamer
Kopplungspunkt PCC) gelten, wobei auch hierzu auf die technischen Daten der Geräte
hingewiesen wird. In diesem Fall liegt es in der Verantwortung des Betreibers oder des
Anwenders des Gerätes, ggf. nach Konsultation mit dem Betreiber des Versorgungsnetzes
sicherzustellen, dass das Gerät angeschlossen werden kann.

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Sicherheitshinweise
Allgemein

VORSICHT
EMV-Geräteklassifizierung
Entsprechend IEC 60974-10 sind Schweißgeräte in zwei Klassen der
elektromagnetischen Verträglichkeit eingeteilt > siehe Kapitel 8:
Klasse A Geräte sind nicht für die Verwendung in Wohnbereichen vorgesehen, für welche die
elektrische Energie aus dem öffentlichen Niederspannungs-Versorgungsnetz bezogen wird.
Bei der Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit für Klasse A Geräte kann es in
diesen Bereichen zu Schwierigkeiten, sowohl aufgrund von leitungsgebundenen als auch von
gestrahlten Störungen, kommen.
Klasse B Geräte erfüllen die EMV Anforderungen im industriellen und im Wohn-Bereich,
einschließlich Wohngebieten mit Anschluss an das öffentliche Niederspannungs-
Versorgungsnetz.

Errichtung und Betrieb


Beim Betrieb von Lichtbogenschweißanlagen kann es in einigen Fällen zu elektro-
magnetischen Störungen kommen, obwohl jedes Schweißgerät die Emissionsgrenzwerte
entsprechend der Norm einhält. Für Störungen, die vom Schweißen ausgehen, ist der
Anwender verantwortlich.

Zur Bewertung möglicher elektromagnetischer Probleme in der Umgebung muss der


Anwender folgendes berücksichtigen: (siehe auch EN 60974-10 Anhang A)
• Netz-, Steuer-, Signal- und Telekommunikationsleitungen
• Radio und Fernsehgeräte
• Computer und andere Steuereinrichtungen
• Sicherheitseinrichtungen
• die Gesundheit von benachbarten Personen, insbesondere wenn diese Herzschrittmacher
oder Hörgeräte tragen
• Kalibrier- und Messeinrichtungen
• die Störfestigkeit anderer Einrichtungen in der Umgebung
• die Tageszeit, zu der die Schweißarbeiten ausgeführt werden müssen

Empfehlungen zur Verringerung von Störaussendungen


• Netzanschluss, z. B. zusätzlicher Netzfilter oder Abschirmung durch Metallrohr
• Wartung der Lichtbogenschweißeinrichtung
• Schweißleitungen sollten so kurz wie möglich und eng zusammen sein und am Boden
verlaufen
• Potentialausgleich
• Erdung des Werkstückes. In den Fällen, wo eine direkte Erdung des Werkstückes nicht
möglich ist, sollte die Verbindung durch geeignete Kondensatoren erfolgen.
• Abschirmung von anderen Einrichtungen in der Umgebung oder der gesamten
Schweißeinrichtung

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Sicherheitshinweise
Transport und Aufstellen

2.4 Transport und Aufstellen


WARNUNG
Falsche Handhabung von Schutzgasflaschen!
Falscher Umgang mit Schutzgasflaschen kann zu schweren Verletzungen mit
Todesfolge führen.
• Anweisungen der Gashersteller und der Druckgasverordnung befolgen!
• Schutzgasflasche in die dafür vorgesehenen Aufnahmen stellen und mit
Sicherungselementen sichern!
• Erhitzung der Schutzgasflasche vermeiden!
Unfallgefahr durch unzulässigen Transport nicht kranbarer Geräte!
Kranen und Aufhängen des Geräts ist nicht zulässig! Das Gerät kann herunterfallen und
Personen verletzen! Griffe und Halterungen sind ausschließlich zum Transport per
Hand geeignet!
• Das Gerät ist nicht zum Kranen oder Aufhängen geeignet!

VORSICHT
Kippgefahr!
Beim Verfahren und Aufstellen kann das Gerät kippen, Personen verletzen oder
beschädigt werden. Kippsicherheit ist bis zu einem Winkel von 10° (entsprechend
IEC 60974-1) sichergestellt.
• Gerät auf ebenem, festem Untergrund aufstellen oder transportieren!
• Anbauteile mit geeigneten Mitteln sichern!
Beschädigungen durch nicht getrennte Versorgungsleitungen!
Beim Transport können nicht getrennte Versorgungsleitungen (Netzleitungen,
Steuerleitungen, etc.) Gefahren verursachen, wie z. B. angeschlossene Geräte
umkippen und Personen schädigen!
• Versorgungsleitungen trennen!

VORSICHT
Geräteschäden durch Betrieb in nicht aufrechter Stellung!
Die Geräte sind zum Betrieb in aufrechter Stellung konzipiert!
Betrieb in nicht zugelassenen Lagen kann Geräteschäden verursachen.
• Transport und Betrieb ausschließlich in aufrechter Stellung!

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Sicherheitshinweise
Transport und Aufstellen

2.4.1 Umgebungsbedingungen

VORSICHT
Aufstellort!
Das Gerät darf ausschließlich auf geeigneten, tragfähigen und ebenen Untergrund
(auch im Freien nach IP 23) aufgestellt und betrieben werden!
• Für rutschfesten, ebenen Boden und ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes sorgen.
• Eine sichere Bedienung des Gerätes muss jederzeit gewährleistet sein.

VORSICHT
Geräteschäden durch Verschmutzungen!
Ungewöhnlich hohe Mengen an Staub, Säuren, korrosiven Gasen oder Substanzen
können das Gerät beschädigen.
• Hohe Mengen an Rauch, Dampf, Öldunst und Schleifstäuben vermeiden!
• Salzhaltige Umgebungsluft (Seeluft) vermeiden!
Unzulässige Umgebungsbedingungen!
Mangelnde Belüftung führt zu Leistungsreduzierung und Geräteschäden.
• Umgebungsbedingungen einhalten!
• Ein- und Austrittsöffnung für Kühlluft freihalten!
• Mindestabstand 0,5 m zu Hindernissen einhalten!

2.4.1.1 Im Betrieb
Temperaturbereich der Umgebungsluft:
• -25 °C bis +40 °C
relative Luftfeuchte:
• bis 50 % bei 40 °C
• bis 90 % bei 20 °C

2.4.1.2 Transport und Lagerung


Lagerung im geschlossenen Raum, Temperaturbereich der Umgebungsluft:
• -30 °C bis +70 °C
Relative Luftfeuchte
• bis 90 % bei 20 °C

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Bestimmungsgemäßer Gebrauch
Anwendungsbereich

3 Bestimmungsgemäßer Gebrauch
WARNUNG
Gefahren durch nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch!
Das Gerät ist entsprechend dem Stand der Technik und den Regeln bzw. Normen
hergestellt. Bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch können vom Gerät Gefahren für
Personen, Tiere und Sachwerte ausgehen. Für alle daraus entstehenden Schäden wird
keine Haftung übernommen!
• Gerät ausschließlich bestimmungsgemäß und durch unterwiesenes, sachkundiges
Personal verwenden!
• Gerät nicht unsachgemäß verändern oder umbauen!

3.1 Anwendungsbereich
3.1.1 WIG-Schweißen
WIG-Schweißen mit Gleichstrom.
Berührungslose HF-Zündung oder Kontaktzündung mit Liftarc.
3.1.2 E-Hand-Schweißen
Lichtbogenhandschweißen oder kurz E-Hand-Schweißen. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass der
Lichtbogen zwischen einer abschmelzenden Elektrode und dem Schmelzbad brennt. Jegliche
Schutzwirkung vor der Atmosphäre geht von der Umhüllung der Elektrode aus.

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Bestimmungsgemäßer Gebrauch
Mitgeltende Unterlagen

3.2 Mitgeltende Unterlagen


3.2.1 Garantie
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der beiliegenden Broschüre "Warranty registration"
sowie unserer Information zu Garantie, Wartung und Prüfung auf www.ewm-group.com !
3.2.2 Konformitätserklärung
Das bezeichnete Gerät entspricht in seiner Konzeption und Bauart den EG-Richtlinien:
• EG-Niederspannungsrichtlinie (2006/95/EG)
• EG-EMV-Richtlinie (2004/108/EG)
Im Falle von unbefugten Veränderungen, unsachgemäßen Reparaturen, Nichteinhaltung der Fristen zur
"Lichtbogen-Schweißeinrichtungen - Inspektion und Prüfung während des Betriebes" und / oder
unerlaubten Umbauten, welche nicht ausdrücklich von EWM autorisiert sind, verliert diese Erklärung ihre
Gültigkeit. Jedem Produkt liegt eine spezifische Konformitätserklärung im Original bei.
3.2.3 Schweißen in Umgebung mit erhöhter elektrischer Gefährdung
Die Geräte können entsprechend der Vorschriften und Normen IEC / DIN EN 60974 und
VDE 0544 in Umgebung mit erhöhter elektrischer Gefährdung eingesetzt werden.

3.2.4 Serviceunterlagen (Ersatzteile und Schaltpläne)

GEFAHR
Keine unsachgemäßen Reparaturen und Modifikationen!
Um Verletzungen und Geräteschäden zu vermeiden, darf das Gerät nur von
sachkundigen, befähigten Personen repariert bzw. modifiziert werden!
Garantie erlischt bei unbefugten Eingriffen!
• Im Reparaturfall befähigte Personen (sachkundiges Servicepersonal) beauftragen!

Die Schaltpläne liegen im Original dem Gerät bei.


Ersatzteile können über den zuständigen Vertragshändler bezogen werden.
3.2.5 Kalibrieren / Validieren
Hiermit wird bestätigt, dass dieses Gerät entsprechend der gültigen Normen IEC/EN 60974,
ISO/EN 17662, EN 50504 mit kalibrierten Messmitteln überprüft wurde und die zulässigen Toleranzen
einhält. Empfohlenes Kalibrierintervall: 12 Monate.

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Gerätebeschreibung - Schnellübersicht
Frontansicht

4 Gerätebeschreibung - Schnellübersicht
4.1 Frontansicht

Abbildung 4-1
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Transportgurt > siehe Kapitel 5.4.1
2 Gerätesteuerung > siehe Kapitel 4.3
3 Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“
• WIG: Anschluss Werkstückleitung
• E-Hand: Anschluss Elektrodenhalter bzw. Werkstückleitung
4 Austrittsöffnung Kühlluft
5 Gerätefüße
6 Anschlussbuchse, 5-polig
Steuerleitung WIG-Standardbrenner

7 Anschlussbuchse, Schweißstrom „-“


• WIG: Anschluss Schweißstromleitung WIG-Schweißbrenner
• E-Hand: Anschluss Elektrodenhalter bzw. Werkstückleitung
8 Anschlussnippel G¼“
Schutzgasanschluss (mit gelber Isolierkappe) für WIG-Schweißbrenner

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15
Gerätebeschreibung - Schnellübersicht
Rückansicht

4.2 Rückansicht

Abbildung 4-2
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Hauptschalter, Gerät Ein/Aus
2 Eintrittsöffnung Kühlluft
3 Netzanschlusskabel
> siehe Kapitel 5.5
4 Anschlussnippel G¼"
Schutzgasanschluss vom Druckminderer

5 Anschlussbuchse, 19-polig
Fernstelleranschluss

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16 26.11.2015
Gerätebeschreibung - Schnellübersicht
Gerätesteuerung - Bedienelemente

4.3 Gerätesteuerung - Bedienelemente

Abbildung 4-3
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Schweißdatenanzeige (dreistellig)
Anzeige Schweißparameter und deren Werte > siehe Kapitel 5.6
2 Signalleuchte Sammelstörung
Fehlermeldungen > siehe Kapitel 7
3 Signalleuchte Übertemperatur
Temperaturwächter im Leistungsteil schalten bei Übertemperatur das Leistungsteil ab
und die Kontrollleuchte Übertemperatur leuchtet. Nach dem Abkühlen kann ohne
weitere Maßnahmen weitergeschweißt werden.
4 AMP Signalleuchte Hauptstrom
Imin bis Imax (1 A-Schritte)
5 Drehknopf Schweißparametereinstellung
Einstellung von Strömen, Zeiten und Parametern.

6 AMP% Absenkstrom (WIG)


Einstellbereich 1 % bis 200 % (1 %-Schritte). Prozentual abhängig vom Hauptstrom.
7 Drucktaste Schweißparameter
Schweißparameter in Abhängigkeit vom verwendeten Schweißverfahren und von der
Betriebsart anwählen.
8 Signalleuchte, Impulsschweißen
leuchtet: Funktion eingeschaltet
leuchtet nicht: Funktion ausgeschaltet
blinkt: Parameteranwahl und Einstellung Frequenz
PUL: (on) Funktion eingeschaltet / (off) Funktion ausgeschaltet
FrE: Einstellung Frequenz
9 sec Gasnachströmzeit (WIG)
Einstellbereiche: 0,1 s bis 20,0 s (0,1 s-Schritte).
10 sec Downslope-Zeit (WIG)
0,00 s bis 20,0 s (0,1 s Schritte).

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17
Gerätebeschreibung - Schnellübersicht
Gerätesteuerung - Bedienelemente

Pos. Symbol Beschreibung 0


11 Drucktaste Schweißverfahren / Energiesparmodus
E-Hand-Schweißen
WIG-Schweißen (Betriebsart 2-Takt)
WIG-Schweißen (Betriebsart 4-Takt)
Signalleuchte grün: HF-Zündung (berührungslos) eingeschaltet (ab Werk)
Signalleuchte rot: Liftarc (Berührungszündung) eingeschaltet
STBY Nach 2 s Betätigung wechselt das Gerät in den Energiesparmodus. Zum
Reaktivieren genügt die Betätigung eines beliebigen Bedienelementes >
siehe Kapitel 5.10.

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18 26.11.2015
Aufbau und Funktion
Allgemeine Hinweise

5 Aufbau und Funktion


5.1 Allgemeine Hinweise
WARNUNG
Verletzungsgefahr durch elektrische Spannung!
Berührung von stromführenden Teilen, z. B. Schweißstrombuchsen, kann
lebensgefährlich sein!
• Sicherheitshinweise auf den ersten Seiten der Betriebsanleitung beachten!
• Inbetriebnahme ausschließlich durch Personen, die über entsprechende Kenntnisse im
Umgang mit Lichtbogenschweißgeräten verfügen!
• Verbindungs- oder Schweißleitungen (wie z. B.: Elektrodenhalter, Schweißbrenner,
Werkstückleitung, Schnittstellen) bei abgeschaltetem Gerät anschließen!

VORSICHT
Verbrennungsgefahr am Schweißstromanschluss!
Durch nicht verriegelte Schweißstromverbindungen können Anschlüsse und Leitungen
erhitzen und bei Berührung zu Verbrennungen führen!
• Schweißstromverbindungen täglich prüfen und ggf. durch Rechtsdrehen verriegeln.
Gefahren durch elektrischen Strom!
Wird abwechselnd mit verschiedenen Verfahren geschweißt und bleiben
Schweißbrenner sowie Elektrodenhalter am Gerät angeschlossen, liegt an allen
Leitungen gleichzeitig Leerlauf- bzw. Schweißspannung an!
• Bei Arbeitsbeginn und Arbeitsunterbrechungen Brenner und Elektrodenhalter deshalb
immer isoliert ablegen!

VORSICHT
Umgang mit Staubschutzkappen!
Staubschutzkappen schützen die Anschlussbuchsen und somit das Gerät vor
Verschmutzungen und Geräteschäden.
• Wird keine Zubehörkomponente am Anschluss betrieben, muss die Staubschutzkappe
aufgesteckt sein.
• Bei Defekt oder Verlust muss die Staubschutzkappe ersetzt werden!

5.2 Gerätekühlung
Um eine optimale Einschaltdauer der Leistungsteile zu erreichen, achten Sie auf folgende Bedingungen:
• Für eine ausreichende Durchlüftung am Arbeitsplatz sorgen.
• Luftein- bzw. Austrittsöffnungen des Gerätes freilassen.
• Metallteile, Staub oder sonstige Fremdkörper dürfen nicht in das Gerät eindringen.

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19
Aufbau und Funktion
Werkstückleitung, Allgemein

5.3 Werkstückleitung, Allgemein


VORSICHT
Verbrennungsgefahr durch unsachgemäßen Anschluss der Werkstückleitung!
Farbe, Rost und Verschmutzungen an Anschlussstellen behindern den Stromfluss und
können zur Erwärmung von Bauteilen und Geräten führen!
• Anschlussstellen reinigen!
• Werkstückleitung sicher befestigen!
• Konstruktionsteile des Werkstücks nicht als Schweißstromrückleitung benutzen!
• Auf einwandfreie Stromführung achten!

5.4 Transport und Aufstellen


WARNUNG
Unfallgefahr durch unzulässigen Transport nicht kranbarer Geräte!
Kranen und Aufhängen des Geräts ist nicht zulässig! Das Gerät kann herunterfallen und
Personen verletzen! Griffe und Halterungen sind ausschließlich zum Transport per
Hand geeignet!
• Das Gerät ist nicht zum Kranen oder Aufhängen geeignet!

VORSICHT
Aufstellort!
Das Gerät darf ausschließlich auf geeigneten, tragfähigen und ebenen Untergrund
(auch im Freien nach IP 23) aufgestellt und betrieben werden!
• Für rutschfesten, ebenen Boden und ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes sorgen.
• Eine sichere Bedienung des Gerätes muss jederzeit gewährleistet sein.

5.4.1 Länge des Transportgurtes einstellen


Beispielhaft für die Einstellung wird in der Abbildung das Verlängern des Gurtes dargestellt. Zum
Einkürzen müssen die Gurtschlaufen in entgegengesetzter Richtung gefädelt werden.

Abbildung 5-1

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20 26.11.2015
Aufbau und Funktion
Netzanschluss

5.5 Netzanschluss
GEFAHR
Gefahren durch unsachgemäßen Netzanschluss!
Unsachgemäßer Netzanschluss kann zu Personen bzw. Sachschäden führen!
• Gerät ausschließlich an einer Steckdose mit vorschriftsmäßig angeschlossenem
Schutzleiter betreiben.
• Muss ein neuer Netzstecker angeschlossen werden, hat diese Installation ausschließlich
durch einen Elektrofachmann nach den jeweiligen Landesgesetzen bzw.
Landesvorschriften zu erfolgen!
• Netzstecker, -steckdose und -zuleitung müssen in regelmäßigen Abständen durch einen
Elektrofachmann geprüft werden!
• Bei Generatorbetrieb ist der Generator entsprechend seiner Betriebsanleitung zu erden.
Das erzeugte Netz muss für den Betrieb von Geräten nach Schutzklasse I geeignet sein.

5.5.1 Netzform
Das Gerät darf ausschließlich an einem Einphasen-2-Leiter-System mit geerdetem Neutralleiter
angeschlossen und betrieben werden.

Abbildung 5-2
Legende
Pos. Bezeichnung Kennfarbe
L Außenleiter braun
N Neutralleiter blau
PE Schutzleiter grün-gelb

VORSICHT
Betriebsspannung - Netzspannung!
Die auf dem Leistungsschild angegebene Betriebsspannung muss mit der
Netzspannung übereinstimmen, um eine Beschädigung des Geräts zu vermeiden!
• > siehe Kapitel 8!

• Netzstecker des abgeschalteten Gerätes in entsprechende Steckdose einstecken.

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21
Aufbau und Funktion
Schweißdatenanzeige

5.6 Schweißdatenanzeige
Nach jedem Einschalten wird das Gerät für ca. 2 s kalibriert. Dies wird durch die Darstellung in der
Anzeige signalisiert. Anschließend wird für ca. 3 s der eingestellte Wert der dynamischen
Leistungsanpassung angezeigt > siehe Kapitel 7.5.
In der Schweißdatenanzeige wird je nach angewähltem Parameter (Ströme oder Zeiten) der
entsprechende Wert dargestellt. Die Anzeige schaltet nach ca. 5 s wieder auf den Sollwert für
Schweißstrom um.
Erweiterte Parameter werden durch abwechselnde Darstellung des Schweißparamters mit
entsprechendem Wert dargestellt (Kürzel für Parameter leuchtet ca. 2 s > Parameterwert leuchtet
ca. 2 s). Die Anzeige schaltet nach ca. 60 s wieder auf den Sollwert für Schweißstrom um.
Des Weiteren werden bei Funktionsstörungen entsprechende Fehlercodes in der Anzeige dargestellt >
siehe Kapitel 7.2.

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22 26.11.2015
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7 WIG-Schweißen
5.7.1 Anschluss Schweißbrenner und Werkstückleitung
Schweißbrenner entsprechend der Schweißaufgabe vorbereiten
(siehe Brennerbetriebsanleitung).

Abbildung 5-3
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Schweißbrenner

2 Schweißbrennerschlauchpaket
3 Anschlussbuchse, Schweißstrom „-“
Anschluss Schweißstromleitung WIG-Schweißbrenner
4 Anschlussnippel G¼"
Schutzgasanschluss WIG-Schweißbrenner

5 Anschlussbuchse, 5-polig
Steuerleitung WIG-Standardbrenner

6 Werkstück

7 Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“


Anschluss Werkstückleitung

• Schweißstromstecker des Schweißbrenners in die Anschlussbuchse, Schweißstrom „-“ stecken und


durch Rechtsdrehen verriegeln.
• Gelbe Schutzkappe von Anschlussnippel G¼“ entfernen.
• Schutzgasanschluss des Schweißbrenners am Anschlussnippel G¼" festschrauben.
• Steuerleitungsstecker des Schweißbrenners in Anschlussbuchse für Steuerleitung
Schweißbrenner (5-polig) stecken und festziehen.
• Kabelstecker der Werkstückleitung in die Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“ stecken und durch
Rechtsdrehung verriegeln.

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23
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.2 Schutzgasversorgung

WARNUNG
Falsche Handhabung von Schutzgasflaschen!
Falscher Umgang mit Schutzgasflaschen kann zu schweren Verletzungen mit
Todesfolge führen.
• Anweisungen der Gashersteller und der Druckgasverordnung befolgen!
• Schutzgasflasche in die dafür vorgesehenen Aufnahmen stellen und mit
Sicherungselementen sichern!
• Erhitzung der Schutzgasflasche vermeiden!

VORSICHT
Störungen der Schutzgasversorgung!
Die ungehinderte Schutzgasversorgung von der Schutzgasflasche bis zum
Schweißbrenner ist Grundvoraussetzung für optimale Schweißergebnisse. Darüber
hinaus kann eine verstopfte Schutzgasversorgung zur Zerstörung des
Schweißbrenners führen!
• Gelbe Schutzkappe bei nicht Gebrauch des Schutzgasanschlusses wieder aufstecken!
• Alle Schutzgasverbindungen gasdicht herstellen!

Vor dem Anschluss des Druckminderers an der Schutzgasflasche das Gasflaschenventil kurz
öffnen, um evtl. Verschmutzungen auszublasen.
5.7.2.1 Anschluss Schutzgasversorgung
• Schutzgasflasche in die dafür vorgesehene Flaschenaufnahme stellen.
• Schutzgasflasche mit Sicherungskette sichern.

Abbildung 5-4
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Druckminderer
2 Schutzgasflasche
3 Ausgangsseite Druckminderer
4 Gasflaschenventil

• Druckminderer an Gasflaschenventil gasdicht festschrauben.


• Überwurfmutter des Gasschlauchanschlusses an „Ausgangsseite Druckminderer“ verschrauben.

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Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

Abbildung 5-5
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Anschlussnippel G¼"
Schutzgasanschluss vom Druckminderer

• Anschlussnippel Gasschlauch am Anschlussnippel G¼" verschrauben.


5.7.2.2 Einstellung Schutzgasmenge

VORSICHT
Elektrischer Schlag!
Bei Einstellung der Schutzgasmenge stehen am Schweißbrenner Leerlaufspannung
oder ggf. Hochspannungszündimpulse an, die bei Berührung zu Stromschlägen und
Verbrennungen führen können.
• Schweißbrenner während des Einstellvorgangs elektrisch isoliert gegenüber Mensch, Tier
oder Sachgegenständen halten.

Falsche Schutzgaseinstellungen!
• Sowohl eine zu geringe, als auch eine zu hohe Schutzgaseinstellung kann Luft ans
Schweißbad bringen und in der Folge zu Porenbildung führen.
• Schutzgasmenge entsprechend der Schweißaufgabe anpassen!
Faustregel zur Gasdurchflussmenge:
Durchmesser in mm der Gasdüse entspricht l/min Gasdurchfluss.
Beispiel: 7 mm Gasdüse entsprechen 7 l/min Gasdurchfluss.
• Brennertaster betätigen und Schutzgasmenge am Flowmeter des Druckminderers einstellen.

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25
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.3 Schweißaufgabenanwahl
Bedienelement Aktion Ergebnis
Anwahl Schweißverfahren
E-Hand-Schweißen
WIG-Schweißen (Betriebsart 2-Takt)
WIG-Schweißen (Betriebsart 4-Takt)
Signalleuchte grün: HF-Zündung (berührungslos) eingeschaltet
Signalleuchte rot: Liftarc-Zündung (Berührungszündung) eingeschaltet
Einstellung Schweißstrom

Anwahl Absenkstrom AMP%

Einstellung Absenkstrom
Einstellbereich 1 % bis 200 % (Prozentual abhängig vom Hauptstrom)

Anwahl Downslope-Zeit

Einstellung Downslope-Zeit sec


Einstellbereich 0,0 s bis 20,0 s

Anwahl Gasnachströmzeit sec

Einstellung Gasnachströmzeit
Einstellbereich 0,0 s bis 20,0 s

Die Grundeinstellungen sind somit abgeschlossen und es kann geschweißt werden.


Weitere Schweißparameter, wie z. B. Gasvorströmzeit, sind für die gängigsten Anwendungen bereits
voreingestellt, können jedoch bei Bedarf angepasst werden > siehe Kapitel 5.7.9.

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26 26.11.2015
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.4 Lichtbogenzündung
Die Zündungsart HF-Zündung ist ab Werk aktiviert.
Die Umschaltung der Zündungsarten erfolgt im erweiterten Menü der Gerätesteuerung > siehe Kapitel
5.7.9.
5.7.4.1 HF-Zündung

Abbildung 5-6
Der Lichtbogen wird berührungslos mit Hochspannungs-Zündimpulsen gestartet:
a) Schweißbrenner in Schweißposition über dem Werkstück positionieren (Abstand Elektrodenspitze und
Werkstück ca. 2-3 mm).
b) Brennertaster betätigen (Hochspannungs-Zündimpulse starten den Lichtbogen).
c) Startstrom fließt. Je nach angewählter Betriebsart wird der Schweißvorgang fortgesetzt.
Beenden des Schweißvorgangs: Brennertaster loslassen bzw. betätigen und loslassen je nach
angewählter Betriebsart.
5.7.4.2 Liftarc-Zündung

Abbildung 5-7
Der Lichtbogen wird mit Werkstückberührung gezündet:
a) Die Brennergasdüse und Wolframelektrodenspitze vorsichtig auf das Werkstück aufsetzen und
Brennertaster betätigen (Liftarcstrom fließt, unabhängig vom eingestellten Hauptstrom)
b) Brenner über Brennergasdüse neigen bis zwischen Elektrodenspitze und Werkstück ca. 2-3 mm
Abstand bestehen. Der Lichtbogen zündet und der Schweißstrom steigt, je nach eingestellter
Betriebsart, auf den eingestellten Start- bzw. Hauptstrom an.
c) Brenner abheben und in Normallage schwenken.
Beenden des Schweißvorgangs: Brennertaster loslassen bzw. betätigen und loslassen je nach
angewählter Betriebsart.
5.7.5 WIG-Zwangsabschaltung
Die Funktion Zwangsabschaltung kann im Schweißprozess durch zwei Zustände ausgelöst
werden:
• Während der Zündphase (Zündfehler). Wenn innerhalb von 3 s nach dem Schweißstart kein
Schweißstrom fließt.
• Während der Schweißphase (Lichtbogenabriss). Wenn der Lichtbogen länger als 3 s
unterbrochen wird.
In beiden Fällen beendet das Schweißgerät unverzüglich den Zünd- bzw. Schweißvorgang.

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27
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.6 Funktionsabläufe / Betriebsarten


Mit der Drucktaste Schweißparameter und dem Drehknopf Schweißparametereinstellung werden die
Parameter des Funktionsablaufes eingestellt.
Durch Betätigen der Drucktaste "Anwahl Schweißparameter" (ca. 2 s) gelangt man in die erweiterten
Einstellungen um weitere Paramterwerte für die Schweißaufgabe zu optimieren > siehe Kapitel 5.7.9.
5.7.6.1 Legende
Symbol Bedeutung
Gasvorströmen (ab Werk 0,5 s)

Istart Startstrom (ab Werk 20 %)


tUp Upslope-Zeit (ab Werk 1,0 s)
AMP Hauptstrom (Minimal- bis Maximalstrom)
AMP% Absenkstrom (1 % bis 200 % von Hauptstrom AMP)
tDown Downslope-Zeit
Iend Endkraterstrom (ab Werk 20 %)
Gasnachströmzeit

Brennertaster 1 drücken

Brennertaster 1 loslassen

I Schweißstrom
t Zeit

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Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.6.2 WIG-2-Takt-Betrieb
Bei angeschlossenem Fußfernsteller RTF schaltet das Gerät automatisch auf Betriebsart 2-Takt.
Up- und Downslope sind ausgeschaltet.

Abbildung 5-8
1.Takt:
• Brennertaster 1 drücken und halten.
• Gasvorströmzeit läuft ab.
• HF-Zündimpulse springen von der Elektrode zum Werkstück über, der Lichtbogen zündet.
• Schweißstrom fließt und geht sofort auf den eingestellten Wert des Startstromes Istart.
• HF schaltet ab.
• Schweißstrom steigt mit der eingestellten Upslope-Zeit auf den Hauptstrom AMP an.
Wird während der Hauptstromphase der Brennertaster 2 zusätzlich zum Brennertaster 1 gedrückt,
sinkt der Schweißstrom auf den Absenkstrom AMP%.
Nach Loslassen des Brennertaster 2 steigt der Schweißstrom wieder auf den Hauptstrom AMP.

2.Takt:
• Brennertaster 1 loslassen.
• Hauptstrom fällt mit der eingestellten Downslope-Zeit auf
Endkraterstrom Iend (Minimalstrom) ab.
Wird der 1. Brennertaster während der Downslope-Zeit gedrückt,
steigt der Schweißstrom wieder auf den eingestellten Hauptstrom AMP
• Hauptstrom erreicht den Endkraterstrom Iend, der Lichtbogen erlischt.
• Eingestellte Gasnachströmzeit läuft ab.

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26.11.2015
29
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.6.3 WIG-4-Takt-Betrieb

Abbildung 5-9
1.Takt
• Brennertaster 1 drücken, Gasvorströmzeit läuft ab.
• HF-Zündimpulse springen von der Elektrode zum Werkstück über, der Lichtbogen zündet.
• Schweißstrom fließt und geht sofort auf vorgewählten Startstromwert
(Suchlichtbogen bei Minimaleinstellung). HF schaltet ab.
2.Takt
• Brennertaster 1 loslassen.
• Schweißstrom steigt mit der eingestellten Upslope-Zeit auf Hauptstrom AMP an.
Vom Hauptstrom AMP auf Absenkstrom AMP% umschalten:
• Brennertaster 2 drücken oder
• Brennertaster 1 tippen.
Die Slope-Zeiten können eingestellt werden.
3.Takt
• Brennertaster 1 drücken.
• Hauptstrom fällt mit der eingestellten Downslope-Zeit auf
Endkraterstrom Iend (Minimalstrom) ab.
4.Takt
• Brennertaster 1 loslassen, Lichtbogen geht aus.
• Eingestellte Gasnachströmzeit beginnt.
Sofortiges Beenden des Schweißvorganges ohne Downslope und Endkraterstrom:
• Kurzes Drücken des 1. Brennertasters (3.Takt und 4.Takt).
Strom sinkt auf Null und die Gasnachströmzeit beginnt.
Bei angeschlossenem Fußfernsteller RTF schaltet das Gerät automatisch auf Betriebsart 2-Takt.
Up- und Downslope sind ausgeschaltet.
Um den alternativen Schweißstart (Tipp-Start) zu verwenden, muss an der Gerätesteuerung ein
zweistelliger Brennermodus (11-x) eingestellt werden. Je nach Gerätetyp sind unterschiedliche
Anzahlen der Brennermodi verfügbar. In den einstelligen Brennermodi (1-x) ist diese Funktion
deaktiviert.

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30 26.11.2015
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.7 Schweißbrenner (Bedienungsvarianten)


Es besteht die Möglichkeit, Schweißbrenner mit verschiedenen Bedienungsausführungen anzuschließen.
Die Funktionen der Brennertaster (BRT) bzw. die Bedienelemente können individuell über verschiedene
Modi angepasst werden > siehe Kapitel 5.7.8.
Zeichenerklärung Bedienelemente:
Symbol Beschreibung
Brennertaster drücken

Brennertaster Tippen

Brennertaster Tippen und anschließend drücken

5.7.7.1 Brennertaster tippen (Tipp-Funktion)


Kurzes Antippen des Brennertasters um eine Funktionsänderung herbeizuführen.
Der eingestellte Brennermodus bestimmt die Funktionsweise der Tipp-Funktion.

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31
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.8 Einstellung Brennermodus und Up/Down-Geschwindigkeit


Dem Anwender stehen die Modi 1 bis 3 und Modi 11 bis 13 zur Verfügung. Modi 11 bis 13 beinhalten die
gleichen Funktionsmöglichkeiten wie 1 bis 3, jedoch ohne Tipp-Funktion für den Absenkstrom.
Die Funktionsmöglichkeiten in den einzelnen Modi finden Sie in den Tabellen zu den entsprechend den
Brennertypen.

ENTER

l
+
NAVIGATION

EXIT

Abbildung 5-10
Anzeige Einstellung / Anwahl
Kalibrierung
Nach jedem Einschalten wird das Gerät für ca. 2 s kalibriert.
Menü verlassen
Exit
Menü Brennerkonfiguration
Schweißbrennerfunktionen einstellen
Brennermodus (ab Werk 1)

Up/Down-Geschwindigkeit
Wert erhöhen = schnelle Stromänderung (ab Werk 10)
Wert verringern = langsame Stromänderung

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Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.8.1 WIG-Standardbrenner (5-polig)


Standardbrenner mit einem Brennertaster
Abbildung Bedienelemente Zeichenerklärung
BRT1 = Brennertaster 1 (Schweißstrom Ein/Aus;
Absenkstrom über Tipp-Funktion)

Funktionen Mode Bedienelemente

Schweißstrom Ein / Aus


1
(ab Werk)
Absenkstrom (4-Takt-Betrieb)

Standardbrenner mit zwei Brennertastern


Abbildung Bedienelemente Zeichenerklärung
BRT1 = Brennertaster 1
BRT2 = Brennertaster 2

Funktionen Mode Bedienelemente

Schweißstrom Ein / Aus

1
Absenkstrom
(ab Werk)

Absenkstrom (Tipp-Funktion) / (4-Takt-Betrieb)

Schweißstrom Ein / Aus

Absenkstrom (Tipp-Funktion) / (4-Takt-Betrieb)


3
Up-Funktion

Down-Funktion

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Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

Standardbrenner mit einer Wippe (MG-Wippe, zwei Brennertaster)


Abbildung Bedienelemente Zeichenerklärung
BRT 1 = Brennertaster 1
BRT 2 = Brennertaster 2

Funktionen Mode Bedienelemente

Schweißstrom Ein / Aus

1
Absenkstrom
(ab Werk)

Absenkstrom (Tipp-Funktion) / (4-Takt-Betrieb)

Schweißstrom Ein / Aus

Absenkstrom (Tipp-Funktion)
2
Up-Funktion

Down-Funktion

Schweißstrom Ein / Aus

Absenkstrom (Tipp-Funktion) / (4-Takt-Betrieb)


3
Up-Funktion

Down-Funktion

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Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.8.2 WIG-Impulsschweißen

Abbildung 5-11
Anzeige Einstellung / Anwahl
Impulsschweißen
• on = Funktion eingeschaltet
• off = Funktion ausgeschaltet (ab Werk)
Frequenz, WIG-Impulsschweißen
Einstellbereich: 0,2 Hz - 2,0 kHz

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26.11.2015
35
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

Abbildung 5-12
AMP = Hauptstrom; z. B. 100 A
IPL = Pulsstrom = IP1 x AMP; z.B. 170 % x 100 A = 170 A
I2 = Pulspausenstrom
Tpuls = Dauer eines Pulszyklus = 1/FrE; z.B. 1/1 Hz = 1 s
bAL = Balance = bAL x Tpuls; z. B. 30 % x 1 s = 0,3 s
Parametereinstellung > siehe Kapitel 5.8.4.
Der Pulspausenstrom (I2) muss nicht eingestellt werden. Dieser Wert wird durch die
Gerätesteuerung berechnet, damit der Mittelwert des Schweißstromes immer dem des
vorgewählten Hauptstromes entspricht.

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36 26.11.2015
Aufbau und Funktion
WIG-Schweißen

5.7.9 Expertmenü (WIG)


Um die Parameter der erweiterten Einstellungen ändern zu können, ist nach Anwahl des
Schweißverfahrens die Drucktaste „Schweißparameter“ für 2 s gedrückt zu halten.
Das folgende Diagramm zeigt die Einstellungsmöglichkeiten auf.

ENTER NAVIGATION EXIT

2s 2s

Abbildung 5-13
Anzeige Einstellung / Anwahl
Umschaltung Zündungsart
= HF-Zündung / = Liftarc
Gasvorströmzeit
Einstellbereich: 0,0 s bis 5,0 s (0,1 s-Schritte)
Startstrom
Einstellung: 1 % bis 200 % (hauptstromabhängig)
Upslope-Zeit
0,0 s bis 20,0 s (0,1 s Schritte).
Endkraterstrom
Einstellbereich 1 % bis 200 % (hauptstromabhängig)
Pulsstrom
Einstellbereich 1 % - 200 %
Balance
Prozentuale Zeit von Pulszyklus Tpuls für Pulsstrom IP1
Einstellbereich 1 % - 99 %

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26.11.2015
37
Aufbau und Funktion
E-Hand-Schweißen

5.8 E-Hand-Schweißen
VORSICHT
Quetsch- und Verbrennungsgefahr!
Beim Wechseln von abgebrannten oder neuen Stabelektroden
• Gerät am Hauptschalter ausschalten.
• Geeignete Schutzhandschuhe tragen.
• Isolierte Zange benutzen, um verbrauchte Stabelektroden zu entfernen oder um
geschweißte Werkstücke zu bewegen.
• Elektrodenhalter immer isoliert ablegen!

5.8.1 Anschluss Elektrodenhalter und Werkstückleitung

Abbildung 5-14
Pos. Symbol Beschreibung 0
1 Elektrodenhalter

2 Anschlussbuchse, Schweißstrom „-“


Anschluss Werkstückleitung bzw. Elektrodenhalter
3 Werkstück

4 Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“


Anschluss Elektrodenhalter bzw. Werkstückleitung

• Kabelstecker des Elektrodenhalters entweder in die Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“ oder „-“
einstecken und durch Rechtsdrehung verriegeln.
• Kabelstecker der Werkstückleitung entweder in die Anschlussbuchse, Schweißstrom „+“ oder „-“
einstecken und durch Rechtsdrehung verriegeln.
Die Polarität richtet sich nach der Angabe des Elektrodenherstellers auf der
Elektrodenverpackung.

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38 26.11.2015
Aufbau und Funktion
E-Hand-Schweißen

5.8.2 Schweißaufgabenanwahl
Bedienelement Aktion Ergebnis
Signalleuchte E-Hand-Schweißen leuchtet
xx
Einstellung Hauptstrom

Die Grundeinstellungen sind somit abgeschlossen und es kann geschweißt werden.


Hotstart-Strom, Hotstart-Zeit sowie Arcforce sind für gängige Anwendungen ab Werk optimal
voreingestellt, können jedoch bei Bedarf angepasst werden > siehe Kapitel 5.8.4.
5.8.2.1 Hotstart
Die Hotstart-Einrichtung bewirkt, dass Stabelektroden durch einen erhöhten Hotstart-Strom besser
zünden.
Nach dem Anstreichen der Stabelektrode zündet der Lichtbogen mit Hotstart-Strom (iht) für die
voreingestellte Hotstart-Zeit (tht) und fällt anschließend auf den Hauptstrom (AMP) ab.
Die Parameterwerte für Hotstart-Strom und -zeit können für die verwendeten Elektrodentypen optimiert
werden.
Parametereinstellung > siehe Kapitel 5.8.4.
Die Hotstart-Einrichtung bewirkt, dass Stabelektroden durch einen erhöhten Startstrom besser zünden.

a) = Hotstart-Zeit
b) = Hotstart-Strom
I= Schweißstrom
t= Zeit
Abbildung 5-15
5.8.2.2 Arcforce
Während des Schweißvorgangs verhindert Arcforce durch Stromerhöhungen das Festbrennen der
Elektrode im Schweißbad. Dies erleichtert besonders das Verschweißen von grobtropfig
abschmelzenden Elektrodentypen bei niedrigen Stromstärken mit kurzen Lichtbögen.
Parametereinstellung > siehe Kapitel 5.8.4.

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39
Aufbau und Funktion
E-Hand-Schweißen

5.8.2.3 Antistick
Antistick verhindert das Ausglühen der Elektrode.
Sollte die Elektrode trotz der Arcforce-Einrichtung festbrennen, schaltet
das Gerät automatisch innerhalb von ca. 1 s auf den Minimalstrom um.
Das Ausglühen der Elektrode wird verhindert. Schweißstromeinstellung
überprüfen und für die Schweißaufgabe korrigieren!

5.8.3 E-Hand Impulsschweißen


Schweißeigenschaften:
• besonders geeignet zum Wurzelschweißen
• bei Decklagen feinschuppige Nahtoberfläche in WIG-Optik
• weniger Nacharbeit, da weniger Spritzer
• sehr gut geeignet für schwierige Elektroden
• hervorragende Spaltüberbrückung ohne Durchfallen der Wurzelseite
• weniger Verzug durch kontrollierte Wärmeeinbringung

Abbildung 5-16
Anzeige Einstellung / Anwahl
Impulsschweißen
• on = Funktion eingeschaltet
• off = Funktion ausgeschaltet (ab Werk)
Frequenz, E-Hand Impulsschweißen
Einstellbereich 0,2 Hz bis 500 Hz, ab Werk 1,2 Hz

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Aufbau und Funktion
E-Hand-Schweißen

Abbildung 5-17
AMP = Hauptstrom; z. B. 100 A
IPL = Pulsstrom = IP1 x AMP; z.B. 170 % x 100 A = 170 A
I2 = Pulspausenstrom
Tpuls = Dauer eines Pulszyklus = 1/FrE; z.B. 1/1 Hz = 1 s
bAL = Balance = bAL x Tpuls; z. B. 30 % x 1 s = 0,3 s
Der Pulspausenstrom (I2) muss nicht eingestellt werden. Dieser Wert wird durch die
Gerätesteuerung berechnet, damit der Mittelwert des Schweißstromes immer dem des
vorgewählten Hauptstromes entspricht.
Parametereinstellung > siehe Kapitel 5.8.4.

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Aufbau und Funktion
E-Hand-Schweißen

5.8.4 Expertmenü (E-Hand)


Um die Parameter der erweiterten Einstellungen ändern zu können, ist nach Anwahl des
Schweißverfahrens die Drucktaste „Schweißparameter“ für 2 s gedrückt zu halten.
Das folgende Diagramm zeigt die Einstellungsmöglichkeiten auf.

ENTER NAVIGATION EXIT

2s 2s

Abbildung 5-18
Anzeige Einstellung / Anwahl
Hotstart-Strom
Einstellung Hotstart-Strom (50 % bis 200 %)
Hotstart-Zeit
Einstellung Hotstart-Zeit (0,1 s bis 20,0 s)
Korrektur Arcforce (Einstellung -10 bis 10, ab Werk 0)
• Wert erhöhen > härterer Lichtbogen
• Wert verringern > weicherer Lichtbogen
Pulsstrom
Einstellbereich 1 % - 200 %
Balance
Prozentuale Zeit von Pulszyklus Tpuls für Pulsstrom IP1
Einstellbereich 1 % - 99 %

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42 26.11.2015
Aufbau und Funktion
Fernsteller

5.9 Fernsteller
Steuerleitung des Fernstellers in die Anschlussbuchse 19-polig - Fernstelleranschluss
einstecken und verriegeln.
5.9.1 Fußfernsteller RTF1 19POL
Funktionen
• Stufenlos einstellbarer Schweißstrom (0 % bis 100 %) in Abhängigkeit vom
vorgewählten Hauptstrom am Schweißgerät.
• Schweißvorgang Start / Stopp (WIG)
5.9.2 Handfernsteller RT1 19POL
Funktionen
• Stufenlos einstellbarer Schweißstrom (0 % bis 100 %) in Abhängigkeit vom
vorgewählten Hauptstrom am Schweißgerät.

5.10 Energiesparmodus (Standby)


Der Energiesparmodus kann wahlweise durch einen verlängerten Tastendruck > siehe Kapitel 4.3 oder
durch einen einstellbaren Parameter im Gerätekonfigurationsmenü (zeitabhängiger Energiesparmodus)
aktiviert werden > siehe Kapitel 5.11.
Bei aktivem Energiesparmodus wird in den Geräteanzeigen lediglich der mittlere Querdigit
der Anzeige dargestellt.
Durch das beliebige Betätigen eines Bedienelementes (z. B. Tippen des Brennertasters) wird der
Energiesparmodus deaktiviert und das Gerät wechselt wieder zur Schweißbereitschaft.

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Aufbau und Funktion
Gerätekonfigurationsmenü

5.11 Gerätekonfigurationsmenü
ENTER (Menüeinstieg)
• Gerät am Hauptschalter ausschalten
• Drucktaste „Schweißverfahren“ gedrückt halten und gleichzeitig Gerät wieder einschalten.
Warten, bis der Menüpunkt „EIt“ angezeigt wird und anschließend Drucktaste loslassen.
NAVIGATION (Navigieren im Menü)
• Parameter werden durch betätigen der Drucktaste „Schweißparameter“ angewählt.
• Einstellen bzw. verändern der Parameter durch Drehen am Drehknopf
„Schweißparametereinstellung“.
EXIT (Menü verlassen)
• Menüpunkt „EIt“ anwählen.
• Drucktaste „Schweißparameter“ betätigen (Einstellungen werden übernommen, Gerät
wechselt in den Status betriebsbereit).

ENTER EXIT NAVIGATION


0

Abbildung 5-19
Anzeige Einstellung / Anwahl
Kalibrierung
Nach jedem Einschalten wird das Gerät für ca. 2 s kalibriert.
Menü verlassen
Exit
Menü Brennerkonfiguration
Schweißbrennerfunktionen einstellen
Brennermodus (ab Werk 1)

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Aufbau und Funktion
Gerätekonfigurationsmenü

Anzeige Einstellung / Anwahl


Up/Down-Geschwindigkeit
Wert erhöhen = schnelle Stromänderung (ab Werk 10)
Wert verringern = langsame Stromänderung
Gerätekonfiguration
Einstellungen zu Gerätefunktionen und Parameterdarstellung
Dynamische Leistungsanpassung
20A Einstellung bei 20A Netzabsicherung
16A Einstellung bei 16A Netzabsicherung (ab Werk)
10A Einstellung bei 10A Netzabsicherung
Zeitabhängige Energiesparfunktion
• 5 min. - 60 min. = Dauer bei Nichtbenutzung bis der Energiesparmodus aktiviert wird.
• off = ausgeschaltet (ab Werk 20 min.)
Servicemenü
Änderungen im Servicemenü dürfen ausschließlich durch autorisiertes Servicepersonal
erfolgen!
Softwareversion der Gerätesteuerung
Anzeige der Softwareversion

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Wartung, Pflege und Entsorgung
Allgemein

6 Wartung, Pflege und Entsorgung


GEFAHR
Unsachgemäße Wartung und Prüfung!
Das Gerät darf nur von sachkundigen, befähigten Personen gereinigt, repariert oder
geprüft werden! Befähigte Person ist, wer aufgrund seiner Ausbildung, Kenntnisse und
Erfahrung die bei der Prüfung dieser Geräte auftretenden Gefährdungen und mögliche
Folgeschäden erkennen und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen treffen kann.
• Alle Prüfungen im folgenden Kapitel durchführen!
• Gerät erst nach erfolgreicher Prüfung wieder in Betrieb nehmen.
Verletzungsgefahr durch elektrischen Schlag!
Reinigungsarbeiten an Geräten, die nicht vom Netz getrennt sind, können zu
erheblichen Verletzungen führen!
• Das Gerät zuverlässig vom Netz trennen.
• Netzstecker ziehen!
• 4 Minuten warten, bis Kondensatoren entladen sind!

Reparatur- und Wartungsarbeiten dürfen nur von ausgebildetem autorisiertem Fachpersonal durchgeführt
werden, ansonsten erlischt der Garantieanspruch. Wenden Sie sich in allen Service-Angelegenheiten
grundsätzlich an ihren Fachhändler, den Lieferant des Gerätes. Rücklieferungen von Garantiefällen
können nur über Ihren Fachhändler erfolgen. Verwenden Sie beim Austausch von Teilen nur
Originalersatzteile. Bei der Bestellung von Ersatzteilen ist der Gerätetyp, Seriennummer und
Artikelnummer des Gerätes, Typenbezeichnung und Artikelnummer des Ersatzteiles anzugeben.
6.1 Allgemein
Dieses Gerät ist unter den angegebenen Umgebungsbedingungen und den normalen
Arbeitsbedingungen weitgehend wartungsfrei und benötigt ein Minimum an Pflege.
Es sind einige Punkte einzuhalten, um eine einwandfreie Funktion des Schweißgerätes zu gewährleisten.
Dazu gehört, je nach Verschmutzungsgrad der Umgebung und Benutzungsdauer des Schweißgerätes,
das regelmäßige Reinigen und Prüfen, wie im Folgenden beschrieben.
6.2 Wartungsarbeiten, Intervalle
6.2.1 Tägliche Wartungsarbeiten
6.2.1.1 Sichtprüfung
• Netzzuleitung und deren Zugentlastung
• Gasschläuche und deren Schalteinrichtungen (Magnetventil)
• Sonstiges, allgemeiner Zustand
6.2.1.2 Funktionsprüfung
• Schweißstromleitungen (auf festen, verriegelten Sitz prüfen)
• Gasflaschensicherungselemente
• Bedien-, Melde-, Schutz- und Stelleinrichtungen (Funktionsprüfung).
6.2.2 Monatliche Wartungsarbeiten
6.2.2.1 Sichtprüfung
• Gehäuseschäden (Front-, Rück-, und Seitenwände)
• Transportelemente (Gurt, Kranösen, Griff)
6.2.2.2 Funktionsprüfung
• Wahlschalter, Befehlsgeräte, Not-Aus-Einrichtungen, Spannungsminderungseinrichtung, Melde- und
Kontrollleuchten

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Wartung, Pflege und Entsorgung
Entsorgung des Gerätes

6.2.3 Jährliche Prüfung (Inspektion und Prüfung während des Betriebes)


Prüfen des Schweißgerätes darf nur von sachkundigen, befähigten Personen durchgeführt
werden. Befähigte Person ist, wer aufgrund seiner Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrung die bei
der Prüfung von Schweißstromquellen auftretenden Gefährdungen und mögliche Folgeschäden
erkennen und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen treffen kann.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der beiliegenden Broschüre "Warranty registration"
sowie unserer Information zu Garantie, Wartung und Prüfung auf www.ewm-group.com !
Es ist eine Wiederholungsprüfung nach Norm IEC 60974-4 „Wiederkehrende Inspektion und Prüfung"
durchzuführen. Neben den hier erwähnten Vorschriften zur Prüfung sind die jeweiligen Landesgesetze
bzw. -vorschriften zu erfüllen.
6.3 Entsorgung des Gerätes
Sachgerechte Entsorgung!
Das Gerät enthält wertvolle Rohstoffe die dem Recycling zugeführt werden sollten und
elektronische Bauteile die entsorgt werden müssen.
• Nicht über den Hausmüll entsorgen!
• Behördliche Vorschriften zur Entsorgung beachten!
6.3.1 Herstellererklärung an den Endanwender
• Gebrauchte Elektro- und Elektronikgeräte dürfen gemäß europäischer Vorgaben (Richtlinie
2002/96/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 27.1.2003) nicht mehr zum
unsortierten Siedlungsabfall gegeben werden. Sie müssen getrennt erfasst werden. Das Symbol der
Abfalltonne auf Rädern weist auf die Notwendigkeit der getrennten Sammlung hin.
Dieses Gerät ist zur Entsorgung, bzw. zum Recycling, in die hierfür vorgesehenen Systeme der
Getrenntsammlung zu geben.
• In Deutschland ist laut Gesetz (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die
umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) vom 16.3.2005) ein
Altgerät einer vom unsortierten Siedlungsabfall getrennten Erfassung zuzuführen. Die öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträger (Kommunen) haben hierzu Sammelstellen eingerichtet, an denen
Altgeräte aus privaten Haushalten kostenfrei entgegengenommen werden.
• Informationen zur Rückgabe oder Sammlung von Altgeräten erteilt die zuständige Stadt-, bzw.
Gemeindeverwaltung.
• EWM nimmt an einem zugelassenen Entsorgungs- und Recycling-System teil und ist im
Elektroaltgeräteregister (EAR) mit Nummer WEEE DE 57686922 eingetragen.
• Darüber hinaus ist die Rückgabe europaweit auch bei EWM-Vertriebspartnern möglich.
6.4 Einhaltung der RoHS-Anforderungen
Wir, die EWM AG Mündersbach, bestätigen Ihnen hiermit, dass alle von uns an Sie gelieferten Produkte,
die von der RoHS-Richtlinie betroffen sind, den Anforderungen der RoHS (Richtlinie 2011/65/EU)
entsprechen.

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Störungsbeseitigung
Checkliste zur Störungsbeseitigung

7 Störungsbeseitigung
Alle Produkte unterliegen strengen Fertigungs- und Endkontrollen. Sollte trotzdem einmal etwas nicht
funktionieren, Produkt anhand der folgenden Aufstellung überprüfen. Führt keine der beschriebenen
Fehlerbehebungen zur Funktion des Produktes, autorisierten Händler benachrichtigen.
7.1 Checkliste zur Störungsbeseitigung
Grundsätzliche Voraussetzungen zur einwandfreien Funktionsweise ist die zum verwendetem
Werkstoff und dem Prozessgas passende Geräteausrüstung!
Legende Symbol Beschreibung
 Fehler / Ursache
 Abhilfe

Funktionsstörungen
 Gerätesteuerung ohne Anzeige der Signalleuchten nach dem Einschalten
 Phasenausfall, Netzanschluss (Sicherungen) prüfen
 Keine Schweißleistung
 Phasenausfall, Netzanschluss (Sicherungen) prüfen
 Verbindungsprobleme
 Steuerleitungsverbindungen herstellen bzw. auf korrekte Installation prüfen.
Keine Lichtbogenzündung
 Falsche Einstellung der Zündugsart.
 Umschalter Zündungsarten auf Stellung HF-Zündung schalten.
Schlechte Lichtbogenzündung
 Materialeinschlüsse in der Wolframelektrode durch Berührung von Zusatzwerkstoff oder Werkstück
 Wolframelektrode neu anschleifen oder ersetzen
 Schlechte Stromübernahme beim Zünden
 Einstellung am Drehknopf „Wolframelektrodendurchmesser / Zündoptimierung“ überprüfen und
ggf. erhöhen (mehr Zündenergie).
Schweißbrenner überhitzt
 Lose Schweißstromverbindungen
 Stromanschlüsse brennerseitig und / oder zum Werkstück festziehen
 Stromdüse ordnungsgemäß festschrauben
 Überlastung
 Schweißstromeinstellung prüfen und korrigieren
 Leistungsstärkeren Schweißbrenner verwenden
Unruhiger Lichtbogen
 Materialeinschlüsse in der Wolframelektrode durch Berührung von Zusatzwerkstoff oder Werkstück
 Wolframelektrode neu anschleifen oder ersetzen
 Unverträgliche Parametereinstellungen
 Einstellungen prüfen bzw. korrigieren
Porenbildung
 Unzureichende oder fehlende Gasabdeckung
 Schutzgaseinstellung prüfen ggf. Schutzgasflasche ersetzen
 Schweißplatz mit Schutzwänden abschirmen (Zugluft beeinflusst Schweißergebnis)
 Gaslinse bei Aluminiumanwendungen und hochlegierten Stählen verwenden
 Unpassende oder verschlissene Schweißbrennerausrüstung
 Gasdüsengröße prüfen und ggf. ersetzen
 Kondenswasser (Wasserstoff) im Gasschlauch
 Schlauchpaket mit Gas spülen oder austauschen

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Störungsbeseitigung
Gerätestörungen (Fehlermeldungen)

7.2 Gerätestörungen (Fehlermeldungen)


Ein Schweißgerätefehler wird durch das Aufleuchten der Signalleuchte Sammelstörung und der
Anzeige eines Fehlercode (siehe Tabelle) in der Anzeige der Gerätesteuerung dargestellt. Bei
einem Gerätefehler wird das Leistungsteil abgeschaltet.
Die Anzeige der möglichen Fehlernummer ist von der Geräteausführung (Schnittstellen /
Funktionen) abhängig.
• Treten mehrere Fehler auf, werden diese nacheinander angezeigt.
• Gerätefehler dokumentieren und im Bedarfsfall dem Servicepersonal angeben.
Fehlermeldung Mögliche Ursache Abhilfe
E0 Startsignal bei Fehler gesetzt Brennertaster bzw. Fußfernsteller nicht betätigen
E4 Temperaturfehler Gerät abkühlen lassen
E5 Netz-Überspannung Gerät abschalten und Netzspannung
E6 Netz-Unterspannung kontrollieren
E7 Elektronikfehler Gerät aus- und wieder einschalten.
E9 Sekundäre Überspannung Besteht der Fehler weiterhin, Service
benachrichtigen
E12 Fehler Spannungsreduzierung
(VRD)
E13 Elektronikfehler
E14 Abgleichfehler der StromerfassungGerät ausschalten, Elektrodenhalter isoliert
ablegen und Gerät wieder einschalten. Besteht
der Fehler weiterhin, Service benachrichtigen
E15 Fehler einer der Gerät aus- und wieder einschalten.
Elektronikversorgungsspannungen Besteht der Fehler weiterhin, Service
benachrichtigen
E23 Temperaturfehler Gerät abkühlen lassen
E32 Elektronikfehler Gerät aus- und wieder einschalten.
Besteht der Fehler weiterhin, Service
benachrichtigen
E33 Abgleichfehler der Gerät ausschalten, Elektrodenhalter isoliert
Spannungserfassung ablegen und Gerät wieder einschalten. Besteht
der Fehler weiterhin, Service benachrichtigen
E34 Elektronikfehler Gerät aus- und wieder einschalten.
Besteht der Fehler weiterhin, Service
benachrichtigen
E37 Temperaturfehler Gerät abkühlen lassen
E40 Motorfehler Drahtvorschubantrieb überprüfen,
Gerät aus- und wiedereinschalten, besteht der
Fehler weiterhin, Service benachrichtigen
E55 Ausfall einer Netzphase Gerät abschalten und Netzspannung
kontrollieren
E58 Kurzschluss im Schweißstromkreis Gerät abschalten und Schweißstromleitungen auf
korrekte Installation überprüfen, z.B.:
Elektrodenhalter isoliert ablegen; Stromleitung
der Entmagnetisierung abklemmen.

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Störungsbeseitigung
Schweißparameter auf Werkseinstellung zurücksetzen

7.3 Schweißparameter auf Werkseinstellung zurücksetzen


Alle kundenspezifisch gespeicherten Schweißparameter werden durch die Werkseinstellungen
ersetzt!

RESET

l
+ +

Abbildung 7-1
Anzeige Einstellung / Anwahl
Kalibrierung
Nach jedem Einschalten wird das Gerät für ca. 2 s kalibriert.
Initialisierung
Drucktasten so lange halten, bis in der Anzeige "InI" dargestellt wird.
Eingabebestätigung
Benutzervorgabe wird übernommen, Drucktaste(n) wieder freigeben.
7.4 Softwareversion der Gerätesteuerung anzeigen
Die Abfrage der Softwarestände dient ausschließlich zur Information für das autorisierte
Servicepersonal und kann im Gerätekonfigurationsmenü abgefragt werden > siehe Kapitel 5.11!

7.5 Dynamische Leistungsanpassung


Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Ausführung der Netzsicherung.
Angaben zur Netzsicherung beachten > siehe Kapitel 8!
Die dynamische Leistungsanpassung regelt die Schweißleistung automatisch auf einen für die
entsprechende Sicherung unkritischen Wert.
Die dynamische Leistungsanpassung lässt sich im Gerätekonfigurationsmenü über den Parameter "FUS"
in drei Stufen einstellen: 25 A, 16 A, 10 A > siehe Kapitel 5.11.
Der momentan eingestellte Wert wird nach dem Einschalten des Gerätes in der Anzeige "cal" für 3
Sekunden im Display angezeigt.

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Technische Daten
Picotig 200

8 Technische Daten
Leistungsangaben und Garantie nur in Verbindung mit Original Ersatz- und Verschleißteilen!

8.1 Picotig 200


WIG E-Hand
Einstellbereich Schweißstrom 5 A - 200 A 5 A - 150 A
Einstellbereich Schweißspannung 10,2 V- 18,0 V 20,2 V- 26,0 V
Einschaltdauer (ED) bei 25 °C
25 % 200 A -
50 % - 150 A
60 % 150 A -
100 % 120 A 120 A
Einschaltdauer (ED) bei 40 °C
25 % 200 A -
35 % - 150 A
60 % 150 A 120 A
100 % 120 A 100 A
Lastspiel ∧
10 min (60 % ED 6 min Schweißen, 4 min Pause)
Leerlaufspannung 90 V
Netzspannung (Toleranzen) 1 x 230 V (-40 % bis +15 %)
Frequenz 50/60 Hz
Netzsicherung (Schmelzsicherung, träge) 1 x 16 A
Netzanschlussleitung H07RN-F3G2,5
max. Anschlussleistung 6,0 kVA 6,4 kVA
empfohlene Generatorleistung 8,6 kVA
cosϕ / Wirkungsgrad 0,99 / 86 %
Isolationsklasse / Schutzart H / IP 23
Umgebungstemperatur -25 °C bis +40 °C
Gerätekühlung Lüfter
Werkstückleitung 35 mm2
Maße L x B x H in mm 475 x 135 x 250
Gewicht 8 kg
EMV-Klasse A
gebaut nach Norm IEC 60974-1, -3, -10
/

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Zubehör
Transportsysteme

9 Zubehör
Leistungsabhängige Zubehörkomponenten wie Schweißbrenner, Werkstückleitung,
Elektrodenhalter oder Zwischenschlauchpaket erhalten Sie bei Ihrem zuständigen
Vertragshändler.

9.1 Transportsysteme
Typ Bezeichnung Artikelnummer
Trolly 35-1 Transportwagen 090-008629-00000
9.2 Optionen
Typ Bezeichnung Artikelnummer
ON Filter Pico/Picotig 180/200 Schmutzfilter für Lufteinlass 092-002546-00000
ON Safeguard M Isolierende Schutzhülle 092-008767-00000
9.3 Fernsteller und Zubehör
Typ Bezeichnung Artikelnummer
RT1 19POL Fernsteller, Strom 090-008097-00000
RTF1 19POL 5 M Fußfernsteller Strom mit Anschlusskabel 094-006680-00000
RA5 19POL 5M Anschlusskabel z. B. für Fernsteller 092-001470-00005
RA10 19POL 10M Anschlusskabel z. B. für Fernsteller 092-001470-00010
RA20 19POL 20M Anschlusskabel z. B. für Fernsteller 092-001470-00020
RV5M19 19POL 5M Verlängerungskabel 092-000857-00000
9.4 Allgemeines Zubehör
Typ Bezeichnung Artikelnummer
DMDIN TN 200B AR/MIX 35L Druckminderer Manometer 094-000009-00001
GH 2X1/4'' 2M Gasschlauch 094-000010-00001
ADAP CEE16/SCHUKO Schuko-Kupplung/Stecker CEE16A 092-000812-00000

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Anhang A
Übersicht EWM-Niederlassungen

10 Anhang A
10.1 Übersicht EWM-Niederlassungen

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