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Farbwörter bekommen eine bestimmte Bedeutung durch die Akzeptanz innerhalb einer

Sprachgemeinschaft. Sowohl die mündliche als auch die schriftliche Sprache ist durch kulturelle
Konventionen sanktioniert, wobei soziale Konventionen und Normen sozialer Angemessenheit oder
Eignung Produkte der Sprachgemeinschaft sind. Die Sprache drückt die kulturelle Realität aus,
verkörpert und symbolisiert sie. Die Sprachträger gehören nicht nur zu einer allgemeinen
Sprachgemeinschaft mit dem gleichen linguistischen Code, sondern auch zu Diskursgemeinschaften,
entsprechend ihrer sozialen Angehörigkeit zu bestimmten Gruppen: Jargon bestimmter Berufsgruppen,
Jugendsprache, Dialekte, Altersgruppen und politische Zugehörigkeiten. In ihrem Diskurs werden je nach
der Sprachgruppenzugehörigkeit unterschiedliche Referenzakzente gesetzt. Bei der Wahl von
Farbreferenzen spielen auch Geschichte und Traditionen eine große Rolle. Die kulturelle Eigenart liegt
gerade in diesen Dimensionen, die eine Identität der Sprachgemeinschaft letztlich prägen. Sowohl
diachronische als auch synchronische Ausgangspunkte in der Kultur (soziokulturelle Aspekte) prägen die
Sprache, die Sprache bewahrt ihrerseits die Kultur, daher hat die Forschung im Bereich von
Einzelsprachen viel mit kulturellen Repräsentationen zu tun

Zwischen den Kohyponymen bestehen weitere Relationen wie Synonymie und Antonymie.
Farben bilden mit Ausnahme von Schwarz und Weiß inkompatible antonymische 30 Paare.
Schwarz und Weiß gelten weithin als Antonyme, zumal dann, wenn man sie mit einem Objekt
aus der Natur, wie Kohle und Schnee, verbindet. Die Bezeichnungen „ideales Weiß”, für ein
Weiß, das alle Lichtstrahlen reflektiert, und „ideales Schwarz”, das keinerlei Lichtstrahlen
reflektiert, sind wahrscheinlich zu weit von einer „naiven” Physik entfernt, wie sie sich vor allem
in Wortbedeutungen natürlicher Sprachen widerspiegelt. Wenn man sie jedoch berücksichtigt,
dann sind Weiß und Schwarz Antonyme wie alle anderen Antonympaare auch, deren
Bedeutungen sich mittels der Quantoren “all – none“ unterscheiden lassen. Diese Ergebnisse
stimmen mit dem allmählichen Übergang von Weiß zu Schwarz im Farbspektrum überein.
Daraus wird ersichtlich, dass eine intuitive, aber unbewusste Vorstellung über Dinge mit einer
wissenschaftlichen nicht immer im Widerspruch stehen muss(Farbwörter im Gehirn : eine
systematische sprachwissenschaftliche Untersuchung)