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L Á S Z LÓ O R B Á N Mattsituationen in allen Variationen 100 Partien

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L Á S Z LÓ O R B Á N Mattsituationen in allen Variationen 100 Partien
L Á S Z LÓ O R B Á N Mattsituationen in allen Variationen 100 Partien
Mattsituationen in allen Variationen 100 Partien zum Nachspielen und Lernen
Mattsituationen
in allen Variationen
100 Partien zum
Nachspielen und Lernen

Dr. László Orbán Schach Endspiele

Dr. László Orbán

Schach Endspiele

Mattsituationen in allen Variationen. 100 Partien zum Nachspielen und Lernen

Dr. László Orbán Schach Endspiele Mattsituationen in allen Variationen. 100 Partien zum Nachspielen und Lernen

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86910-159-0

Dr. László Orbán, geb. 1908, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schachbuch-Autoren: Mehr als 5 Millionen verkaufte Schach-Lehrbücher belegen, dass er als Schach-Pädagoge vielen jungen Spielern einen erfolgreichen Zugang zur „Königin der Spiele“ geben konnte. Im Jahr 2008 wäre Dr. Orbán 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erscheinen einige seiner erfolgreichen Bücher in neuer Aufmachung.

Bei humboldt sind vier weitere Bücher von Dr. László Orbán erschienen:

Schach für Anfänger, ISBN 978-3-89994-222-4 Schach Taktik, ISBN 978-3-89994-137-1 Schach Eröffnungen, ISBN 978-3-86910-152-1 Der Bauer im Schachspiel, ISBN 978-3-86910-154-5

© 2009 humboldt Ein Imprint der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover www.schluetersche.de www.humboldt.de

Autor und Verlag haben dieses Buch sorgfältig geprüft. Für eventuelle Fehler kann dennoch keine Gewähr übernommen werden. Alle Rechte vorbehalten. Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der gesetzlich geregel- ten Fälle muss vom Verlag schriftlich genehmigt werden.

Lektorat:

Eckhard Schwettmann

Covergestaltung:

DSP Zeitgeist GmbH, Ettlingen

Innengestaltung:

akuSatz Andrea Kunkel, Stuttgart

Titelfoto:

shutterstock

Fotos im Innenteil:

CCvision

Satz:

PER Medien+Marketing GmbH, Braunschweig

Druck:

Druckhaus „Thomas Müntzer“ GmbH, Bad Langensalza

Hergestellt in Deutschland. Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Inhalt

Inhalt 5 Vorwort . . . . . . . . . . . . .

5

Vorwort

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8

Abkürzungen

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11

1.

Das Zweifigurenmatt Mattbilder und Opferwendungen

 

12

Das Springerpaar-Matt

12

Mattwendungen ohne Opfer

 

12

Die Opferwendungen

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17

Das Läuferpaar-Matt

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. Schrägmatt der Läufer

. Das Kreuzmatt (Hebelmatt)

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24

24

32

Das Turmpaar-Matt

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. Blindsimultan-Partie aus einem Guss

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41

46

Das Läufer-Springer-Matt

56

Untergang in der Ecke

57

Matt am Brettrand

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61

Schwarz als Sieger

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64

Das Turm-Springer-Matt

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67

Das Araber-Matt

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68

Das Anastasia-Matt Seltene Mattbilder

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77

81

6

6 Inhalt Das Turm-Läufer-Matt 87 Typische Mattwendungen . . . . . . . . .

Inhalt

Das Turm-Läufer-Matt

87

Typische Mattwendungen

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99

Der Läufer auf h6 (h3)

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109

Das Dame-Springer-Matt

117

Das Dame-Läufer-Matt

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136

Das Dame-Turm-Matt

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162

Das Doppelmatt

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. Das Doppelschach und Doppelmatt

. Das gerade und das schräge Doppelmatt

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188

189

190

Die Dame als Drohfigur

 

199

2.

Elementare Endspiele Figuren gegen Bauern

Dame gegen Bauern

. Dame gegen einen Bauern

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204

204

204

. Dame gegen den Turmbauern

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207

Dame gegen den Läuferbauern

210

Dame gegen zwei Bauern

212

Turm gegen Bauern

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226

Der Turm gegen einen Bauern

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226

Turm gegen zwei Bauern

234

Turm gegen zwei Einzelbauern

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247

Turm gegen drei Bauern

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254

Turm gegen vier Bauern

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262

Inhalt

Inhalt 7 Läufer gegen Bauern . Läufer gegen einen Bauern . . . . . .

7

Läufer gegen Bauern

. Läufer gegen einen Bauern

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263

264

Läufer gegen zwei Bauern Läufer gegen drei Bauern

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267

280

Läufer gegen mehrere Bauern

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284

Springer gegen Bauern

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. Springer gegen einen Bauern

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. Springer gegen andere Bauern

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287

287

292

Springer gegen zwei Bauern

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294

Springer gegen drei Bauern

296

Zwei Figuren gegen Bauern

 

298

Zwei Läufer gegen Bauern

298

Läufer und Springer gegen Bauern

300

Turm und Springer gegen Bauern

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301

Turm und Läufer gegen Bauern

 

304

Zwei Springer gegen einen Bauern

 

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305

8

8 Vorwort Einige Spiele erlernen wir in Sekundenschnelle. Im Schach dagegen ist es mit den rasch

Vorwort

Einige Spiele erlernen wir in Sekundenschnelle. Im Schach dagegen ist es mit den rasch erworbenen Grundkenntnissen keineswegs getan. Man muss einen langen Weg zurückle- gen, bis man das Schachspiel einigermaßen erlernt und begriffen hat. Es gibt zahlreiche gute Schachfibeln, die dem lernbegierigen Anfänger die Spielregeln beibringen. Aber dann ruft der Schachfreund vergeblich nach leicht verständlichen Unter- richtswerken, mit denen er seine Spielstärke systematisch anheben könnte. So etwas gibt es einfach nicht. Unter den etwa 200 Titeln, die die Schachbuch-Händler anbieten, ist ein Buch besser als das andere. Sie sind wahre Fundgruben für Meister und Turnierspieler, aber nicht für den fortgeschrittenen Anfänger. Hier ist eine spürbare Lücke vorhanden. Denn der Schachunterricht ist in der ganzen Welt antiquiert und schon seit langem reformbedürftig. Der Unterricht ist einseitig auf Wissensvermittlung und Aus- wendiglernen orientiert. Dagegen sind die Denkerziehung und die Befruchtung der Phantasie vernachlässigt worden. Schrecken wir vor einer radikalen Reform nicht zurück. Nehmen wir den Mut, neue Ideen und Pläne zu verwirkli- chen. Bereichern wir das System des Schach-Unterrichts mit neuen Gedanken. Der Schachunterricht ist zu einem großen Teil mit Inhalten ausgefüllt, deren Gültigkeit in zunehmendem Maße ange- zweifelt wird. Die Berufung des königlichen Spiels ist es, zu unterhalten und auch den Unbegabten eine Denkerziehung zu gewähren.

Vorwort

Vorwort 9 Schach zu erlernen und Schach zu spielen sind zwei ver- schiedene Dinge. Das Lernen

9

Schach zu erlernen und Schach zu spielen sind zwei ver- schiedene Dinge. Das Lernen ist immer Arbeit, selbst wenn es freiwillig geschieht. Allerdings kann diese Arbeit so gestaltet werden, dass sie den Teilnehmern Freude und Ent- spannung bringt. Die Aufgabe des Schachunterrichts ist nicht die Ausbildung von Schachmeistern! „Die Erziehung zum Schach muss eine Erziehung zum Selbst-Denken sein“ (Dr. Emanuel Lasker). Jede Memorisierung und jedes Büffeln muss aus dem Schachunterricht verbannt werden. Deshalb ja nur keine Eröffnungsanalysen! „Es ist wahr, dass der richtige Weg zum Schachunterricht wenig bekannt ist … Wie kann man zu spielen beginnen, solange man nicht weiß, wofür man spielen soll? – Es ist ähnlich, wie wenn man Athleten zum Wettrennen starten lässt und ihnen überlassen würde, herauszufinden, wo das Ziel versteckt ist“ (H. G. Wells). Der Zweck der Schachpartie ist das Matt. Es liegt also auf der Hand, das Matt in den Mittelpunkt des Schachunterrichts zu stellen. Ich glaube, dass ich damit den Schachfreunden einen guten Dienst erweise. Denn es ist auffallend, dass in der Schachliteratur, von sel- tenen Ausnahmen abgesehen, ausgerechnet die systemati- sche Darbietung der Mattüberfälle und der typischen Matt- stellungen fehlt. Das Thema des vorliegenden Büchleins ist der Kampf der Figuren gegen die Bauern. Zuerst wird das Zweifigurenmatt in Kurzpartien systematisch seziert. Der zweite Teil befasst sich mit derselben Materie im Endspiel mit nur wenig

10

10 Vorwort Steinen. Wir werden staunen, wie sich Figuren gegen Bau- ern opfern, um dadurch das

Vorwort

Steinen. Wir werden staunen, wie sich Figuren gegen Bau- ern opfern, um dadurch das Bollwerk des feindlichen Königs zu zerschlagen. Ich bitte die geneigten Leserinnen und Leser, jede Partie zweimal nachzuspielen. Und zwar vorerst nur die fett gedruckten Textzüge, ohne die Bemerkungen zu beachten. Beim zweiten Mal sollten Sie die ausführlichen Anmer- kungen gleichfalls durchspielen.

Dr. László Orbán

Abkürzungen

Abkürzungen 11 – = zieht, geht nach × = schlägt, nimmt : = schlägt, nimmt =

11

= zieht, geht nach

×

= schlägt, nimmt

:

= schlägt, nimmt

= Schach

= Matt

= Remis, Gleichstand

= starker Zug

= schwacher Zug

e. p.

= en passant (Schlagen im Vorübergehen)

!!

= ausgezeichneter Zug

+

(+)

= aufgedecktes Schach

+ +

= Doppelschach

#

(#)

= aufgedecktes Matt

##

= Doppelmatt

=

0-0

= kurze Rochade

0-0-0

= lange Rochade

!

!!

= ausgezeichneter Zug

?

??

= grober Fehler

!?

= zweischneidiger Zug

?!

= zweifelhafter Zug

~

= beliebiger Zug

= fehlender Zug

12

12 1 Das Zweifigurenmatt Mattbilder und Opferwendungen Das Springerpaar-Matt Die wichtigste Aufgabe im Schachunterricht

1 Das Zweifigurenmatt Mattbilder und Opferwendungen

Das Springerpaar-Matt

Die wichtigste Aufgabe im Schachunterricht besteht darin, die typischen Mattbilder und die dazu führenden Opfer- wendungen zu erlernen. Der Schachfreund muss sehen ler- nen, dass in einer gegebenen Stellung ein Matt steckt. Uner- lässlich ist auch die Kenntnis der Kombinationen, wie dieses Matt zu erreichen sei. Bei dem Springerpaar-Matt stehen meistens die mattset- zenden Springer nebeneinander. Es gibt aber auch Ausnah- men. Oft erfordert das Springerpaarmatt ein Damenopfer.

Mattwendungen ohne Opfer

Ein kapitaler Bock

1. Partie

Kurt Richter

N. N.

Berlin 1920 Simultanvorstellung

é2 – é4

1. c7 –

c5

Sg1– f3

2. g7 – g6?

Günstiger ist es, den eingesperrten Königsläufer durch é7 – é6 zu entwickeln.

3. Sg8 – h6 4. …

Sb1– c3

Sf3 – é5

Das Springerpaar-Matt

Das Springerpaar-Matt 13 Weiß wittert seine Möglichkeiten. Objektiv besser war die ruhige Weiterentwicklung 4. Lf1–

13

Weiß wittert seine Möglichkeiten. Objektiv besser war die ruhige Weiterentwicklung 4. Lf1– c4.

4.

5.

… Sé5 – c4

Lf8 – g7 Th8 – f8?

Richtig war die Rochade.

6.

Sc3 – d5!

é7 – é6??

Unentbehrlich war d7– d6 oder Sb8 – c6. Nach dem man-

gelhaften Textzug ist ein Loch auf d6 entstanden. Der Anzie- hende nutzt die Gelegenheit sofort aus:

7. Sc4 – d6#

hende nutzt die Gelegenheit sofort aus: 7. Sc4 – d6# Eine Glanzpartie Morphys Napoléon Marache 2.

Eine Glanzpartie Morphys

Napoléon Marache

2. Partie

New York 1857

1

Das Zweispringermatt

Paul Morphy

1. é2 – é4

é7 –

é5

2. Sg1–

f3

Sb8 – c6

3. Lf1– c4

Lf8 – c5

4. b2

b4!?

Lc5 × b4

5. c2 – c3

Lb4 – a5

Sicherer war der Rückzug Lb4 – é7.

 

6. d2

d4

é5 × d4

7. é4 – é5?

14

14 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Ein übereilter Bauernvormarsch, der nur dann einen Sinn hat,

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Ein übereilter Bauernvormarsch, der nur dann einen Sinn hat, wenn der schwarze Springer bereits auf f6 steht. Vordringlicher war die Rochade.

7.

d7 – d5!

Morphy nutzt jede Gelegenheit zur forcierten Weiterent- wicklung seiner Streitkräfte aus.

8.

é5×d6 e. p.

Dd8×d6

9.

0-0

Sg8 – é7

10.

Sf3 – g5?!

Wieder ein hastiger Angriff! Vorteilhafter war 10. Lc1– a3! samt 11. Tf1– é1.

10. …

0-0

11. Lc4 – d3

Lc8 – f5!

Mit einfachen, doch wirkungsvollen Zügen durchkreuzt Morphy sämtliche Absichten seines Gegners – hier den Angriff gegen den schwachen Bauern h7.

12. Ld3×Lf5

13.

Sé7×Lf5

Weiß glaubte offensichtlich, dass er dem Partner Schaden zufügen kann.

Lc1– a3

13. …

Dd6 – g6

14. La3×Tf8

Dg6×Sg5

15. Lf8 –

a3

d4×c3

16. La3 – c1

Dg5 – g6

17. Lc1– f4

Ta8 – d8!

Der Anfang des Gnadenstoßes. – Der Nachziehende mobili-

siert alle Reserven.

Das Springerpaar-Matt

Das Springerpaar-Matt 2 Vor dem Schlussangriff 18. 19. Dd1– c2 Dc2 – é4 Sc6 – d4

2

Vor dem Schlussangriff

18.

19.

Dd1– c2 Dc2 – é4

Sc6 – d4

Dieser Zug ist noch der beste. Auf 19. Tf1– d1 zieht Schwarz nicht Sd4 × Dc2?? 20. Td1× Td8#, sondern 19. … Sf5 – é3!

Weiß darf den mutigen Springer nicht schlagen, wegen des Damenverlusts Dg6×Dé4.

19.

Sf5 – g3!!

20.

Dé4 × Dg6

Sd4 – é2#

schlagen, wegen des Damenverlusts Dg6 × Dé4. 19. Sf5 – g3!! 20. Dé4 × Dg6 Sd4

3

Ein geistreiches Matt

schlagen, wegen des Damenverlusts Dg6 × Dé4. 19. Sf5 – g3!! 20. Dé4 × Dg6 Sd4

15

16

16 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen König ins Matt gedrängt William Lombardy 3. Partie London

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

König ins Matt gedrängt

William Lombardy

3. Partie

London 1970

1. d2 – d4

d7 – d5

2. c2 – c4

c7 – c5!?

N. N.

Eine hypermoderne Fortsetzung. Üblich ist hier é7– é6 oder

c7 – c6.

3. Sg1– f3

d5×c4

4. Sb1– c3

c5×d4

5. Dd1×d4

Dd8×Dd4?

Stärker ist hier, mit Lc8 – d7 nebst Sb8 – c6 die weiße Dame

zu vertreiben.

6.

Sf3 × Dd4

a7 – a6

Um den weißen Springern das Feld b5 zu verbieten.

7.

Sc3 – d5

Ké8 – d8

Dieser Zug ist erzwungen, weil durch Sd5 – c7+ Qualitäts- verlust drohte.

8.

Lc1– d2!!

Sb8 – d7?

Unumgänglich war, mit a6 – a5! den tödlichen Eingriff des weißen Läufers zu verhindern und so das Spiel zu retten.

9.

Ld2 – a5+

b7 – b6

Nun folgt eine lehrreiche Abdrängung des schwarzen Königs:

Sd4 – c6+

11. Sd5 – c7#

10.

Kd8 – é8

eine lehrreiche Abdrängung des schwarzen Königs: Sd4 – c6+ 11. Sd5 – c7# 10. Kd8 –

4

Das Zweispringermatt

Das Springerpaar-Matt

Die Opferwendungen

Eine berühmte Kurzpartie

Amateur

4. Partie

George H. Derrickson Philadelphia 1860

1. é7 –

é2 – é4

é5

2. Sg8 – f6

Lf1– c4

1860 1. é7 – é2 – é4 é5 2. Sg8 – f6 Lf1– c4 17 Der

17

Der Textzug soll angeblich stärker sein als der klassische

Symmetrie-Zug Lf8 – c5. Dies ist aber nicht bewiesen.

3.

4. 0-0

Sg1– f3

Sb8 – c6

Weiß sollte noch mit der Rochade warten. Die sicherste Fortsetzung ist hier 4. d2 – d3.

4. …

Lf8 – c5

5. d2 – d3

d7 – d6

6. Lc1– g5

Lc8 – g4

7. h2 – h3

h7 – h5!!

Schwarz opfert den Läufer, um den h-Weg für seinen Turm zu öffnen.

8. h3×Lg4??

Katastrophal. Notwendig war die ruhige Weiterentwicklung

8. Sc1– d2.

8. …

h5×g4

9. Sf3 – h2

g4 – g3!

Schwarz kann sich diesen Vormarsch erlauben, da der weiße Bf2 durch den schwarzen Läufer c5 gefesselt ist.

10.

Sh2 – f3

Sf6 – g4!!

Dieses spektakuläre Damenopfer gewinnt zwei wichtige Tempi für Schwarz.

18

18 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 5 Ein spektakuläres Damenopfer 11. 12. 13. 14. 15.

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

18 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 5 Ein spektakuläres Damenopfer 11. 12. 13. 14. 15.

5

Ein spektakuläres

Damenopfer

11.

12.

13.

14.

15.

Lg5×Dd8

Tf1×Lf2

Kg1– f1 Kf1– é2 Sf3 – d2!

Lc5×f2+

g3×Tf2+

Th8 – h1+

Th1×Dd1

Das ist die einzige Möglichkeit, die Umwandlung des

schwarzen Bauern zu vereiteln.

15.

Sc6 – d4+

Der Henkersknecht eilt herbei.

– é3+

16. Sg4

17. Sd4 – é2#

Ké2 × Td1

Kd1– c1

Das entscheidende Damenopfer

5. Partie

Saalbach

Leipzig 1861

c5

2. é7 – é6

1. c7 –

é2 – é4

Sg1– f3

Pollmächer

Das Springerpaar-Matt

Auch d7 – d6 oder Sb8 – c6 werden häufig gespielt.

Der Textzug führt zu einem geschlossenen Aufbau. Die Alternative ist 3. d2 – d4 mit offenem Spiel.

3.

Sb1– c3

3.

Sg8 – é7

d2 – d4 mit offenem Spiel. 3. Sb1– c3 3. … Sg8 – é7 19 Der

19

Der Zug bereitet den Vorstoß f7 – f5 und deckt das Feld d5.

4. d2 – d4

f7 –

f5

Besser war c5×d4.

5. d4 – d5!

f5 × é4

6. Sc3×é4

Sé7×d5

7. Sf3 – é5

Räumt das Feld f3 für die Dame.

Verhindert das lästige Dd1– h5+.

7.

g7 – g6

8.

Dd1– f3

Weiß droht mit Schäfermatt auf f7.

8.

Dd8 – c7

Nicht besser ist Dd8 – é7; 9. Lc1– g5! Dé7 – g7; 10. Sé4 – f6+.

9.

Df3 – f7+

Ké8 – d8

10.

Lc1–

g5+!

Sd5 – é7

Oder Lf8 – é7; 11. Df7 – g7!

– d8 10. Lc1– g5+! Sd5 – é7 Oder Lf8 – é7; 11. Df7 – g7!

6

Weiß kündigt Matt in drei Zügen an

20

20 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 11. Df7 – é8+!! Kd8 × Dé8 12. Sé4

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

11. Df7 –

é8+!!

Kd8 × Dé8

12. Sé4 –

f6+

Ké8 – d8

13. Sé5 – f7#

Eine opferreiche Glanzpartie

F. G. Rowe

6. Partie

W. G. Ward

England um 1870

1.

2.

3.

4.

5.

é2 – é4

Sg1–

Lf1– c4

c2 –

b2 –

c3!

é7 – é5

Sb8 – c6 Lf8 – c5 Sg8 – f6

f3

b4?

Bessere Fortsetzungen sind: 5. d2 – d4 oder auch 5. d2 – d3 bzw. 5. 0-0.

5.

6.

7.

Lc5 – b6

0-0

… Dd1– b3 Sf3 – g5?

Übereilt. Weiß sollte diesen Angriff mit der Rochade vorbe- reiten. Nach dem Textzug folgt die kalte Dusche:

Die Annahme des Opfers mit 8. Ké1×Lf2? ist offensichtlich schlecht wegen Sf6 – g4+! nebst Dd8 × Sg5.

7.

Lb6 × f2+!!

8.

Ké1– f1

Besser ist 8. Ké1– é2

8.

9.

Sg5 ×f7

Lf2 – b6 …

9. … Das Springerpaar-Matt 7 Wie rettet Schwarz die Dame? Sf6 × é4! 21 Der

9.

Das Springerpaar-Matt

7

Wie rettet Schwarz

die Dame?

Sf6 ×é4!

7 Wie rettet Schwarz die Dame? Sf6 × é4! 21 Der schwarze Turm fesselt den Springer

21

Der schwarze Turm fesselt den Springer f7.

Kf1– é2

10. Dd8 – h4 11. …

Th1– f1!

Es droht 12. Sf7 – h6++, Kg8 – h8; 13. Tf1× Tf8#.

11. …

Sé4 – f2

12. Sf7× é5(+)

Kg8 – h8

13. d2 – d4?

Lb6 × d4!!

Der kühne Läufer ist tabu, weil nach 14. c3×Ld4? das Fami-

lienschach Sc6×d4+ folgen würde.

14. Ld4×c3!!

Sb1– d2

Db3 × Lc3

15. Sc6

16.

Ké2 – é1

– d4+

Erzwungen, da nach 16. Ké2 – é3?? Dh4 – f4# geschieht.

16. …

Sf2 – d3++

17. Ké1– d1

Dh4 – é1+!!

22

22 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Das eindrucksvolle Damenopfer lenkt den weißen Turm von der

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Das eindrucksvolle Damenopfer lenkt den weißen Turm von der Verteidigung des Feldes f2 ab.

18.

Tf1× Dé1

Sd3 – f2#

Das typische Damenopfer

Roger Gribble

7. Partie

Birmingham 1964

1. é2 – é4

é7 – é5

2. d2 – d4

é5 × d4

3. Sb8

Dd1× d4

– c6

Dd4 – é3!

4. b7 – b6

R. H. Wood

Der Zug bezweckt zweierlei: Er bereitet sowohl die Flanken-

entwicklung des Läufers als auch den Angriff des Königsläu- fers auf c5 vor. Doch geschieht hier am besten Sg8 – f6!

5. Sb1– c3

Lf8 – c5

6. Dé3 – g3

g7 – g6?

Schwächt den schwarzen Königsflügel. Wegen des Textzugs entstehen Löcher auf f6 und h6. Besser war Lc5 – d4!

7. Sc3 – d5

d7 – d6

8. Lc1– g5

f7 – f6

9. Dg3 – c3

Belagerung des schwachen Bauern f6. Schwarz darf den Läu- fer nicht schlagen, wegen 10. Dc3×Th8.

9.

Sc6 – é5

10.

b2 – b4!

Läuferfang

10.

f6×Lg5

Schwarz

hat nichts Besseres. Wenn Lc5×f2+, dann

11. Ké1×Lf2, f6×Lg5; 12. Sd5×c7+! und Weiß gewinnt die

Qualität, da seine Dame den Springer auf c7 deckt.

Das Springerpaar-Matt

11. b4×Lc5

b6×c5

12. Sg1– f3!

Sé5 – f7

11. b4 × Lc5 b6 × c5 12. Sg1– f3! Sé5 – f7 23 Schwarz verhindert

23

Schwarz verhindert den Springertausch und deckt den Turm.

13.

Sf3 × g5!

Sg8 – h6

Freilich nicht Sf7×Sg5? 14. Dc3×Th8 Qualitätsverlust.

Auch nicht Dd8×Sg5? 14. Sd5×c7+.

14.

Lf1– b5+!

Auch nicht Dd8 × Sg5? 14. Sd5 × c7+. 14. Lf1– b5+! 15. Sg5 – é6!

15.

Sg5 – é6!

Lc8 – d7

8

Vor dem Schlussangriff

Unverschämt! Weiß kann sich diesen frechen Zug erlauben, weil der schwarze Läufer gefesselt ist.

15.

16.

Dd8 – c8

Dc3 – f6!

Es droht 17. Df6 – é7#. Schwarz muss das Feld é7 decken.

16. Sh6 – g8 17. …

Df6 – é7+!!

Trotzdem! Das Damenopfer lenkt einen schwarzen Springer auf é7 und verbaut damit den König.

17. Sg8×Dé7

18. Sd5 – f6#

24

24 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 9 Ein typisches Zweispringermatt Das Läuferpaar-Matt kann in

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

24 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 9 Ein typisches Zweispringermatt Das Läuferpaar-Matt kann in

9

Ein typisches

Zweispringermatt

Das Läuferpaar-Matt

kann in zwei Arten geteilt werden:

1. das Schrägmatt. Die Läufer wirken auf zwei Nach- barschrägen. 2. das Kreuzmatt (auch Hebelmatt genannt). Die Läufer wirken im rechten Winkel zueinander. Das Kreuzmatt kommt häufiger vor als das Schrägmatt (und meistens nach einem prächtigen Damenopfer).

Schrägmatt der Läufer

Eine hypermoderne Eröffnung

8. Partie

Jaffe

Charosh

New York 1936

1.

d2 – d4

c7 – c5

Das ist die modische Ben-Oni-Verteidigung (deutsch: Sohn des Kummers).

Dieser Vorstoß engt die schwarze Stellung ein. Nach 2. é2 – é3 oder 2. Sg1– f3 befreit Schwarz seine Stel- lung mit d7 – d5!

2.

d4 – d5

Das Läuferpaar-Matt

Auf 2. é2 – é4 folgte c5 × d4; 3. Sg1– f3 usw.

2. … Günstiger ist d7 – d6.

Zu schwierigen Verwicklungen würde 2. … é7– é5 führen:

3. é2 – é4, d7 – d6; 4. c2 – c4, Lf8 – é7!

Sb8 – a6?

3. Sg1– f3

d7 – d6

4. é2 – é4

Lc8 – g4?

5. Sf3 – é5!!

4. é2 – é4 Lc8 – g4? 5. Sf3 – é5!! … 25 Weiß opfert die

25

Weiß opfert die Dame, um sie nach Lg4×Dd1? mit 6. Lf1– b5+ zurückzugewinnen: Dd8 – d7; 7. Lb5 × Dd7+, Ké8 – d8; 8. Sé5 × f7+, Kd8 × Ld7; 9. Ké1× Ld1.

5.

6.

Lc1– d2

Bereits der Verlustzug.

7.

8. Lf1– b5#

Ld2 × Da5!

d2 Bereits der Verlustzug. 7. 8. Lf1– b5# Ld2 × Da5! Dd8 – a5+ d6 ×

Dd8 – a5+

d6×Sé5?

Lg4 × Dd1

10

Schrägmatt der Läufer

Zu früher Ausflug der Dame

Springe

9. Partie

München 1927

1. Sg8 – f6
2. …

d2 – d4

Sg1– f3

Gebhardt

26

26 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Der Springer verstärkt die Kontrolle des Feldes é5. Gut

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Der Springer verstärkt die Kontrolle des Feldes é5. Gut wäre auch 2. c2 – c4

2. é7 –

3.

é6

Lc1– g5

c7 – c6?

Natürlicher ist Lf8 – é7.

4.

é2 – é4

Droht, mit dem weiteren Vormarsch é4 – é5 den gefesselten Springer anzugreifen.

Dieser Zug bedroht zugleich den Bé4 durch den entfesselten

Springer und den Bb2 mit der Dame.

Doch ist der Damenausfall verfrüht, da die Entwicklung und das Zentrum vernachlässigt wurden.

4.

Dd8 – b6

5.

Sb1– d2!

Weiß verzichtet lieber auf einen Bauern, als mit dem Abtausch 5. Lg5 × Sf6, g7× Lf6, gefolgt von 6. b2 – b3 das Spiel zu vereinfachen.

5. …

Db6×b2

6. Lf1– d3

d7 – d5

Betrachten wir die harmonische und vollständige Entwick- lung des Anziehenden. Dagegen hat Schwarz eine zu früh ins Spiel gesetzte Dame, die von den weißen Figuren bald belästigt wird.

Ein durchaus notwendiger Rückzug, der aber die Entwick- lung der anderen Figuren verzögert.

7. 0-0!

7.

Db2 – b6

Das Läuferpaar-Matt

8.

Dd1– é2

d5×é4

9.

Sd2 ×é4

Sf6 ×Sé4

10.

Dé2 × Sé4

Sb8 – d7

11.

c2 – c4

h7 – h6?

× Sé4 Sb8 – d7 11. c2 – c4 h7 – h6? 11 27 Dieser scheinbar

11

× Sé4 Sb8 – d7 11. c2 – c4 h7 – h6? 11 27 Dieser scheinbar

27

Dieser scheinbar begründete Zug ist hier ein grober Fehler,

der auf brillante Weise widerlegt wird. Der Nachteil dieses Vormarsches ist, dass er die Kontrolle des Feldes g6 schwächt. Die Antwort des Anziehenden gestattet keinen Widerspruch).

12. f7×Dé6

Dé4×é6+!!

13. Ld3 – g6#

keinen Widerspruch). 12. f7 × Dé6 Dé4 × é6+!! 13. Ld3 – g6# 12 Ein anderes

12

Ein anderes Mattbild

(Bemerkungen nach Camil Seneca)

28

28 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Die vernachlässigte Entwicklung 10. Partie A. P. Sokolsky N.

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Die vernachlässigte Entwicklung

10. Partie

A. P. Sokolsky

N. N.

Gespielt um 1960

1.

2. d2 – d4 é5 × d4

3.

4.

d4 × c3

é2 – é4

c2 – c3!? Lf1– c4!?

é7 – é5

Einen zweiten Bauern zu opfern ist zu riskant. Weiß könnte mit Tempo 4. Sb1×c3 spielen.

4. …

c3×b2

5. Lc1× b2

Lf8 – b4+?

Solider war, die Beute mit d7 – d5! zurückzugeben.

6.

Sb1– d2

Dd8 – g5?

Der Anfang eines riskanten Raubfeldzuges.

7. Sg1– f3

Dg5 × g2

8. Th1– g1

Lb4 ×Sd2+

9. Ké1– é2!

Dg2 – h3

10. Dd1×Ld2

Th1– g1 Lb4 × Sd2+ 9. Ké1– é2! Dg2 – h3 10. Dd1 × Ld2 …

13

Die vernachlässigte

Entwicklung

Das Läuferpaar-Matt

Das Läuferpaar-Matt 29 „Der Unterschied in der Entwicklung der weißen und schwarzen Kräfte ist enorm. Weiß

29

„Der Unterschied in der Entwicklung der weißen und

schwarzen Kräfte ist enorm. Weiß hat alle Figuren mobili- siert, während Schwarz nur die Dame herausgebracht hat, die obendrein ungünstig steht. Trotz dreier Mehrbauern steht Schwarz auf verlorenem Posten, da er dem gemein- samen Vorgehen keinen ausreichenden Widerstand entge- gensetzen kann“ (A. P. Sokolsky).

10. Sg8 – f6 11. …

Lc4×f7+!!

Schwarz darf den kühnen Läufer nicht nehmen, weil er nach

Ké8×Lf7?? wegen des Familienschachs 12. Sf3 – g5+ die Dame verlöre.

11.

Ké8 – d8

Falls Ké8 – f8, so 12. Dd2 – g5!

12. Tg1×g7

13.

Sf6×é4?

Dd2 – g5+!!

Nach diesem Damenopfer muss der Springer die Deckung des Feldes f6 aufgeben.

13. Sé4×Dg5

14. Lb2 – f6#

Wirkung durch feindlichen Stein

V. Sozin

11. Partie

Moskwa 1931

é2 – é4

1. c7 –

c5

2. Sg8 – f6

Sg1– f3

A. Nekrasow

Bessere Fortsetzungen sind: d7 – d6 oder Sb8 – c6.

3.

é4 – é5!

Sf6 – d5

30

30 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen 4. … g7 – g6 5. Lc1– b2 Lf8

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

4. …

g7 – g6

5. Lc1– b2

Lf8 – g7

6. c2 – c4

Sd5 – c7

7. Sb1– c3

d7 – d6?

Ein günstiger Plan war Sb8 – c6 (und wenn 8. Sc3 – é4, dann

Sc7 – é6 nebst d7 – d5).

8.

é5×d6

é7×d6

9.

d2 – d4

c5 × d4

10.

Sf3×d4

0-0

9. d2 – d4 c5 × d4 10. Sf3 × d4 0-0 14 Weiß steht überlegen

14

Weiß steht überlegen

Weiß steht klar überlegen: Er hat einen Zentralspringer, seine Figuren sind beweglicher als die schwarzen. Außerdem wer- den die weißen Türme bald die mittleren Wege einnehmen. Weiß hat die Wahl, entweder einen unmittelbaren Angriff gegen den schwarzen König einzuleiten oder aber die Schwäche auf d6 auszunutzen.

11.

Lf1– é2

d6 – d5?

Es ist immer riskant, die Stellung zu öffnen, wenn der Geg- ner besser entwickelt ist.

Das Läuferpaar-Matt

Das Läuferpaar-Matt 31 12. c4 × d5 Sc7 × d5 13. Sc3 × Sd5 Dd8 ×

31

12. c4×d5

Sc7×d5

13. Sc3×Sd5

Dd8×Sd5

Der Tausch ist für Weiß vorteilhaft, weil er mit Tempoge-

winn seinen Läufer auf c4 einsetzen kann.

Allerdings muss Weiß so bald wie möglich rochieren und seinen König in Sicherheit bringen.

14.

0-0

Tf8 – d8?

Zu hastig. Vorteilhafter war Sb8 – c6; 15. Lé2 – f3, Dd5 – g5.

15. Lé2 –

c4!

Dd5 – c5

16. Dd1– f3

Lg7×Sd4?

Oder Dc5 – f8; 17. Ta1– d1, gefolgt von 18. Lb2 – a3!

17.

18.

Df3 × f7+

Df7 – f6+!!

Kg8 – h8

Diese originelle Stellung verdient ein Diagramm. Der Läufer b2 deckt seine Dame durch den gegnerischen Läufer auf d4 hindurch.

seine Dame durch den gegnerischen Läufer auf d4 hindurch. 15 Der Läufer b2 wirkt durch den

15

Der Läufer b2 wirkt durch den gegnerischen Läufer hindurch

18. Ld4×Df6

19. Lb2×Lf6#

(Anmerkungen nach Irving Chernev)

32

32 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Das Kreuzmatt (Hebelmatt) Der verbaute König 12. Partie Dr.

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Das Kreuzmatt (Hebelmatt)

Der verbaute König

12. Partie

Dr. Alexander Aljechin H. Bersen Kopenhagen 1925

1. é2 – é4

é7 – é6

2. d2 – d4

d7 – d5

3. Sb1– c3

Lf8 – b4

4. Lf1– d3?

Nicht zu empfehlen, da der Läufer bei dem Tausch auf é4 ein Tempo verlieren muss.

Der Abtausch ist fehl am Platz. Gut war hier c7 – c5!

4.

Lb4×Sc3+?

5. b2×Lc3

d5×é4

6. Ld3 × é4

Sg8 – f6

7. Lé4 – d3

h7 – h6?

Dieser Angstzug schwächt besonders das Feld g6. Notwendig

war die Rochade.

Der Läufer hindert die schwarze Rochade. Der König bleibt in der Mitte den Angriffen der weißen Figuren ausgesetzt.

Es ist ein alarmierendes Zeichen, dass nun der Läufer a3 die Felder é7 und f8, sozusagen vor der Nase der schwarzen Majestät, bedroht.

Richtig ist Sb8 – c6. Der Sd7 verbaut die Stellung des Nach- ziehenden, sodass der arme schwarze König keinen Zug hat.

8.

Lc1– a3!

8.

Sb8 – d7?

9.

Dd1– é2!

c7 – c6?

Das Läuferpaar-Matt

Das Läuferpaar-Matt 16 Weiß kündigt Matt in zwei Zügen an 10. f7 × Dé6 Dé2 ×

16

Weiß kündigt Matt

in zwei Zügen an

10. f7×Dé6

Dé2×é6+!!

11. Ld3 – g6#

16 Weiß kündigt Matt in zwei Zügen an 10. f7 × Dé6 Dé2 × é6+!! 11.

17

Das Kreuzmatt

16 Weiß kündigt Matt in zwei Zügen an 10. f7 × Dé6 Dé2 × é6+!! 11.

33

34

34 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Das unsterbliche Opfer Esteban Canal 13. Partie Mario Monticelli

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Das unsterbliche Opfer

Esteban Canal

13. Partie

Mario Monticelli

Budapest 1934

1. é2 – é4

d7 – d5

2. é4×d5!

Dd8×d5

3. Sb1– c3

Dd5 – a5

Möglich war auch die Rückkehr der Dame nach d8, obwohl dadurch ein wichtiges Tempo verloren geht. Nicht zu empfehlen wäre Dd5 – é5+?, weil nach 4. Lf1– é2

die schwarze Dame durch 5. d2 – d4 (oder 5. Sg1– f3) in die Flucht gejagt würde.

4.

d2 – d4

c7 – c6

Dieser bescheidene Zug öffnet für die Dame ein Fluchtfeld auf c7.

5.

Sg1– f3

Lc8 – g4

Mit é7 – é6 hätte Schwarz seinen Damenläufer eingeschlossen.

6. Lc1– f4

é7 – é6

7. h2 – h3

Lg4 × Sf3?

Dieser Abtausch fördert nur die Entwicklung des Weißen.

Der Rückzug Lg4 – h5 war das geringere Übel.

8. Dd1× Lf3

Lf8 – b4

9. Lf1– é2

Sb8 – d7

Bereitet die lange Rochade vor. Die andere Möglichkeit war Sg8 – f6 mit der Vorbereitung der kurzen Rochade.

Der Textzug ist eine heimtückische Falle. Schwarz vertraut auf die Fesselung des Bauern a3.

Notwendig war vorher Sg8 – f6! Nun folgt eine unange- nehme Überraschung:

10.

a2 – a3!

10.

0-0-0?

11. a3×Lb4!!

Das Läuferpaar-Matt

11. a3 × Lb4!! Das Läuferpaar-Matt … 35 Das unsterbliche Opfer. Weiß opfert beide Türme, um

35

Das unsterbliche Opfer. Weiß opfert beide Türme, um die schwarze Dame vom Damenflügel abzulenken.

11. …

Da5×Ta1+

12. Ké1– d2!!

Da1×Th1

11. … Da5 × Ta1+ 12. Ké1– d2!! Da1 × Th1 18 Matt in zwei Zügen

18

Matt in zwei Zügen

Weiß kündigt Matt in zwei Zügen an und opfert auch noch die Dame:

Df3×c6+!!

13. b7×Dc6

14. Lé2 – a6#

Matt in zwei Zügen an und opfert auch noch die Dame: Df3 × c6+!! 13. b7

19

Das Kreuzmatt

36

36 Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen Eine gelähmte Stellung 14. Partie Norman Feddon W. Berry

Das Zweifigurenmatt – Mattbilder und Opferwendungen

Eine gelähmte Stellung

14. Partie

Norman Feddon

W. Berry

 

Cardiff 1868

 

1.

é2 – é4

é7 – é5

 

2.

f2 – f4!?

d7 –

d5!?

3.

é4 × d5

é5 – é4!

 

Schwarz beengt die weiße Stellung.

 

4.

Lf1– b5+

Weiß gewinnt einen Bauern. Notwendig war jedoch, mit 4. d2 – d3! den lästigen schwarzen Bauern zu beseitigen.

4. …

c7 – c6

5. d5×c6

b7×c6

Gut ist auch Sb8×c6.

6.

Lb5 – a4?

Vorzuziehen ist 6. Lb5 – c4.

Weiß verteidigt nun den angegriffenen Läufer auf eine ori- ginelle Art:

6.

Dd8 – d4!

7. c2 – c3!

Dd4 – d6

8. Sg1– é2

Lc8 – g4

9. 0-0?

Dies war die letzte Gelegenheit zu 9. d2 – d4! Nun aber wird Weiß erdrosselt:

9.

Dd6 – d3!

Dadurch wird der ganze weiße Damenflügel lahmgelegt.

10.

Tf1– é1

Lf8 – c5+

Das Läuferpaar-Matt

Das Läuferpaar-Matt 20 Weiß ist wie gelähmt 11. Kg1– f1? … Längeren Widerstand ermöglichte 11. Kg1–

20

Weiß ist wie gelähmt

11.

Kg1– f1?

Längeren Widerstand ermöglichte 11. Kg1– h1, obwohl die weiße Stellung auch dann hoffnungslos ist: Lg4 – f3!!

– h3, Sg8 – f6; 13. La4 – c2,

Lf3 × g2; 14. Kh1× Lg2, Dd3 – f3+; 15. Kg2 – h2, h7 – h5; nebst

Sf6 – g4+.

(12. g2 × Lf3?? Dd3 × f3#); 12. h2

nebst Sf6 – g4+. (12. g2 × Lf3?? Dd3 × f3#); 12. h2 37 11. …

37

11. …

Dd3 – f3+!!