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Einführung

in die
Sprengchemie
Am 11.11.2008 wurde meine Wohnung durchsucht und mein Rechner beschlagnahmt. Vorwurf:
Verstoß gegen das Waffengesetz. Ich stand unter dem Verdacht eines Vergehens nach §§ 40,52 i.V.
m. Anlage 2 Abschn. 1 Nr. 1.3.4 WaffG. Mir wurde der Link www.burks.de/forum/phpBB2/
viewtopic.php?t=5633 vorgewofen, unter der Überschrift "Rezepturen diverser Explosivstoffe" eine
Anleitung zur Herstellung von Explosivstoffen verbreitet zu haben. Am 30.06.2009 wurde ich
freigesprochen, der Freispruch ist mitterweile rechtskräftig. Wie aus einem Gutachten des LKA
Berlin hervorgeht, handelt es sich hier nicht um eine so genannte "Bombenbauanleitung" (das war
auch nie beabsichtigt).

Nitroglyzerin

Nitroglyzerin ist chemisch rein farblos, das technische Produkt weißgelb bis
bräunlich. Es enthält meistens 18,35-18,40% Stickstoff. Bei Raum- Temperatur ist es geruchlos
und nicht flüchtig. Oberhalb 50øC ist es zunehmend flüchtig, mit eigentümlichem Geruch und
schon in geringen Mengen sehr giftig. Das spezifische Gewicht bei 15øC ist 1,60g/cm3.
Nitroglyzerin ist mit Alkohol, Benzol, Nitrotoluol, Eisessig und Chloroform in jedem Verhältnis
mischbar. Die Zersetzung beginnt bei 50-60øC. 2-3mg genügen, um den Blutdruck von 130 auf 100
herabzusetzen.

Herstellung

200g reines Glyzerin (spezifisches Gewicht 1,26g/cm3) werden aus einem wenigstens 160ml
fassenden Tropftrichter zu 1500g kalter Mischsäure bestehend aus 500g (333ml) rauchender
Salpetersäure und 1000g (544ml) konz. Schwefelsäure unter stetem Schwenken und
Temperaturkontrolle langsam zugesetzt. Die Temperatur darf 30øC auf keinen Fall überschreiten.
Nach dem zugießen von ca. der Hälfte der Glyzerinmenge wird die Reaktion resp. die
Temperaturentwicklung träger und die Temperatur kann leicht unter 20øC gehalten werden. Der
1,5-l-Kolben steht dazu in einem Spülbassin an einer Feder aufgehängt. (fließendes Wasser).
Ein dreifach durchbohrter Korken oder Gummistopfen trägt den Tropftrichter, das Thermometer
welches, in die Säure ragt und ein abgebogenes Rohr, das nach innen lose mit Watte
verstopft ist. Dieses Rohr wird mit Natriumhydroxid gefüllt; damit werden die giftigen Dämpfe
absorbiert. Bei einer Temperatur des Kühlwassers von ca. 12øC und einer Gemisch- Temperatur
von ca.
18-25øC ist die Reaktion in einer Stunde beendet
(Veresterung). Bei der Verwendung eines Rührers verkürzt sich die Zeit auf ca. 15 Minuten.
Nach 30 Minuten Ruhezeit hat sich das Nitroglyzerin als ölige Flüssigkeit scharf über der
Abfallsäure abgeschieden. Nun führt man vorsichtig eine Glasröhre, über die man etwas
Gummischlauch geschoben hat, auf den Grund der Säure, bzw. auf den Grund des Kolbenbodens
und saugt mit einer Wasserstrahlpumpe sorgfältig die Säure ab. Das zurückgebliebene
Nitroglyzerin gießt man in 1 l kaltes Wasser und mit einem Gummistab oder Glasstab mit
Gummibesatz kräftig um. Erneut wird das Ganze ruhen gelassen, bis sich das Nitroglyzerin wieder
von Waschwasser trennt. Wieder wird das Waschwasser abgesogen und das zurückgebliebene
Nitroglyzerin in einen Scheidetrichter gegossen und mit Wasser versetzt, geschüttelt und wieder
mit Wasser vom Nitroglyzerin diesmal exakter getrennt. Nun macht man dasselbe erneut mit
konz. Sodawasser und prüft mit Indikatorpapier (Lackmus) die Neutralisation.
Das Indikatorpapier muss blau bleiben. Nun wird erneut, diesmal mit 2%
Sodawasser gewaschen, mit Lackmus geprüft (das Papier darf
nicht rot werden) und wieder wird das Wasser getrennt. Insgesamt soll
nicht mehr als 4 l Waschwasser verwendet werden. Nun lässt man das Ganze im
Scheidetrichter während ca. 5 Stunden stehen und filtriert dann durch ein
Filter, das mit entwässertem Natriumsulfat halb bis dreiviertel gefüllt ist,
direkt in die Vorratsflasche. Ausbeute: 430 g bzw. 269 ml Nitroglyzerin.
Achtung: Bei rascher, plötzlicher Erhitzung, Erschütterung, Schlag oder
Stoß erfolgt heftige Explosion. Schlagempfindlichkeit mit 2 kg Fallhammer
ca. 4cm. Nitroglyzerin ist einer der wichtigsten und meistgebrauchten
Sprengstoffbestandteile. In Mischung von 92% Nitroglyzerin und 8%
Kollodiumwolle ergibt sich der äußerst brisante Plastiksprengstoff. Ein
Zusatz von bis zu 30% Aluminiumpulver verstärkt diese Wirkung noch
erheblich. Dieser Sprengstoff wird allerdings nur noch selten verwendet, da
man in de r Regel keine so hohe Sprengleistung benötigt. Ein
Sprengstoff wird mit einer Sprengskoalpcsheelr, also initial, zur Detonation
gebracht.

Die Vernichtung von Nitroglyzerin


Zinn und Salzsäure spalten Nitroglyzerin in das ungefährliche Glyzerin.

Glykoldinitrat

Anstelle von Glyzerin kann man auch Glykol nitrieren. Dies hat den Vorteil,
daß man im Gegensatz zu Nitroglyzerin ein ungefrierbares Sprengöl erhält.
Die Verarbeitung, auch Gelatinierung, erfolgt analog zu Nitroglyzerin. In
einem 2l Stehkolben werden 500ml Salpetersäure (1,38) mit 800ml
konzentrierter Schwefelsäure unter äußerer Kühlung gemischt und unter
schütteln 110g Glykol zufügt. Während 30min gelegentlich leicht schwenken.
Hierauf wird analog zu Nitroglyzerin getrennt und gewaschen.
Nitromannit (Mannitolhexanitrat, mhn,)

Herstellung

Lässt sich durch Eintragen von Mannit in Mischsäure ohne Schwierigkeiten


herstellen. Die chemische Stabilität des festen Umkristallisierten Nitromnnits
ist jedoch geringer als die des Nitroglycerins, es kann daher technisch nur nach
Zusatz eines Stabilisators verwendet werden. Zutaten: 15mL Salpetersäure 99% ,
30mL Schwefelsäure 98%, 4g Mannitol (pulver), möglichst sauberes Wasser Man
mischt die Salpetersäure mit der Schwefelsäure und kühlt unter 0°C ab. Jetzt
muss die Mischung immer gut gekühlt werden. Man gibt 0,1g Mannitol hinzu und
wartet bis die Säure sich wieder beruhigt hat und macht weiter bis alles
Mannitol verbraucht ist. Die Säure sollte am besten unter 8°C, wenn möglich
unter 2°C gehalten werden, wenn die temperatur über 18°C steigt, renne davon.
Wenn alles Mannitol drin ist rühre unter 8° C noch 12 minuten vorsichtig herum.
Danach gibt man die Mischung in 300mL Wasser. Nun scheidet sich das MHN aus. Man
gießt den größten Teil des Wassers weg und gibt ein wenig 10 prozentige Ammoniak
Lösung hinzu bis es Leicht Alkalisch ist, aber nicht zusehr Alkalisch ist. Nun
gibt man nochmal ein wenig Wasser hinzu und rührt leicht und Testet nochmal den
PH wert. Er muss knapp über Sieben sein. Nun muss man das
Nitromannit noch abfiltern. Den gefüllten Filter legt man nun zwischen zwei 
Filterpapieren und läst es trocknen. Nach dem Trocknen löst man das MHN in 
mind.60mL siedenden Spiritus mit zusatz von 1g Ammoniumcarbonat. Das 
Ammoniumcarbonat muss man nun abfiltern. Die Lösung lääst man nun abkühlen und 
gibt nun Wasser hinzu bis Kein MHN mehr ausfällt. Man lässt es nun Trocknen und
gibt etwa ein Prozent Kaliumcarbonat hinzu.

In den USA hat es eine gewisse Bedeutung als Sprengkapselfüllung erlangt; in 
Europa ist es nicht gebräuchlich.

Nitropenta (Pentaerythrittetranitrat)

Nitropenta  ist  ein  sehr  sprengkräftiger  Explosivstoff.   In der Praxis 
findet  es  Anwendung als Sprengkapselsprengstoff, in Schläuchen als 
Sprengschnüre,  oder  als  Sprengstoff für militärische Sonderzwecke (wegen 
seiner Stärke).  Nitropenta detoniert mit einer Geschwindigkeit von bis zu 
8400m/s. Die  Herstellung  ist  recht  einfach.   Man löst Pentaerhydrit in 
etwa der fünffachen  Menge  rauchender  Salpetersäure  auf.   Wie  bei allen 
Nitriervorgängen  sollte  man  sich auch hier Zeit nehmen, da bei zu rascher 
Zugabe alles  überkocht.   Nach  einiger Zeit fällt das Nitropenta aus und man 
kann dann  konzentrierte  Schwefelsäure zur entgültigen Ausfällung hinzugeben, 
es neutralisieren,  waschen  und  trocknen.  Die Schlagempfindlichkeit von 
Nitroglyzerin ist etwa 12 mal höher, als die von Nitropenta.

Ethylnitrat:
Farblose, flüchtige Flüssigkeit von angenehmen Geruch
Bruttoformel:C2H5NO3
Mol.Gewicht:91,5
Bildungsenergie:‐470,4 kca/kg = 1968kj/kg
Dichte:1,10g/cm3
BBA:420cm3/10g
VoD:5800m/s at 1,1g/cm3
Äthylnitrat wird durch Destillation von Äthylakohol und 65%iger HNo3 unter 
Zusatz von etwas Harnstoff hergestellt.

Äthylnitrat,

250 ccm konz. Salpetersäure werden mit 30 g Harnstoffnitrat aufgekocht. Nach 
dem Erkalten gießt man die Hälfte der Lösung in einen mit Kniestück, 
Tropftrichter und absteigendem Kühler versehenen Kolben, in dem sich 30 g 
Harnstoffnitrat und 150 ccm Alkohol befinden. Der Kolben wird auf einem Sandbad
vorsichtig erhitzt. Nachdem etwa ein Drittel des Inhalts abdestilliert ist, 
vermischt man die zweite Hälfte der ausgekochten Salpetersäure mit 100 ccm 
Alkohol und lässt diese Mischung durch den Tropftrichter langsam zufließen. Die
Operation muss in einem Zug ausgeführt werden, die Gemische von Alkohol und 
Salpetersäure dürfen nicht längere Zeit stehen bleiben. Wenn nun zugetropft und
die Flüssigkeit im Kolben bis auf 50‐100 ccm wegdestilliert ist, unterbricht 
man den Prozess, schüttelt das übergegangene Äthylnitrat zur Entfernung von 
Alkohol im Scheidetrichter zweimal mit Wasser, einmal mit verdünnter Sodalösung
und dann nochmals mit Wasser aus (Äthylnitrat ist schwerer als Wasser!), 
trocknet über Calciumchlorid und rektifiziert den Salpetersäureester durch 
Destillation aus dem Wasserbad. Der Siedekolben soll in dieses eintauchen. 
Siedepunkt 86° . Schutzbrille!
Äthylnitrat kann zur Darstellung von Phenol‐Nitromethan verwendet werden.
Äthylnitrat zersetzt sich beim raschen Erhitzen, z. B. in der Flamme, 
explosionsartig; es gehört in die gleiche Körperklasse wie Nitroglycerin. Darum
Vorsicht Äthylalkohol wird durch reine Salpetersäure unter den angewandten 
Bedingungen nicht oxydiert, sondern bloß verestert. Sobald aber Spuren von 
Salpetriger Säure vorhanden sind, die im obigen Präparat durch die Behandlung 
mit Harnstoff entfernt wird, tritt Oxydation ein. Da das Stickoxyd, das hierbei
aus der salpetrigen Säure entsteht, von der Salpetersäure alsbald wieder zu NO,
oxydiert wird, schreitet die Oxydation von kleinen Anfängen an sukzessive 
weiter, gewinnt durch die auftretende Reaktionswärme fortschreitend an 
Geschwindigkeit und steigert sich schließlich zu einem stürmischen 
explosionsartigen Prozess. Reaktionen dieser Art, bei denen Zwischenprodukte 
die Geschwindigkeit progressiv steigern, bezeichnet man als "Autokatalysen".
Text von "Praxis des organischen Chemikers" 

Ethylnitrat ist so empfindlich wie Nitroglyzerin. Ethylnitrat kann aber mit 
Ammoniumnitrat einigermaßen sicher verwendet werden.

Nitrocellulose (Cellulosetrinitrat)

Vorbereitung der Cellulose zur Nitrierung

 Man  kann  gewöhnliche  Watte  nitrieren,  doch  ergibt  eine vorbehandelt 
Cellulose  wesentlich  bessere  Ergebnisse  beziehungsweise stärkere 
Sprengstoffe.

 Man trägt 2‐4 Teile zerkleinertes Cellulosematerial unter starkem Rühren in 
eine  14 øC warme Lösung von Kaliumpermanganat ein.  Wenn die Gasentwicklung 
aufgehört  hat,  wäscht  man  die  entstandene  Cellulose  neutral (mit viel 
Wasser), trägt sie in 10 Teile Salpetersäure  vom  spez.   Gewicht  1,3 g/cm3 
ein, läßt 12 Stunden stehen, wärmt  dann  auf  50 øC, um das Manganoxyhydrat in
Lösung zu bringen, wäscht den  zurückbleibenden  Cellulosekuchen  völlig  
neutral,  mahlt, preßt durch Siebe  und  trocknet  bei höchstens 70 øC.  Das 
erhaltene hornartige Produkt wird  gepulvert  und  durch  weiternitrieren  in 
Sprengstoff überführt.  Als Cellulosematerial  kann  auch  ersatzweise  Stroh  
verwendet werden.  Ebenso eignet sich sehr gut Sulfitcellulose.

Herstellung von Nitrozellulose

 10  Teil 94% Salpetersäure und 20 Teile mind. 98% Schwefelsäure ergibt die 
Nitriersäure. Gewöhnliche  Watte  wird  während  ca.   30  min in Nitriersäure 
gelegt und anschließend vielfach mit sauberen Wasser gewaschen . Auf ein Gramm 
Watte sollten 30mL Nitriersäure kommen.

 Auch  hier  gilt:   Nachwaschen  mit Sodawasser.  Dann an der Luft trocknen 
lassen.   Das Produkt verbrennt so schnell, daß man geringe Mengen sogar auf 
der  Hand  abbrennen  kann.   Diese  Nitrozellulose,  auch  Schießbaumwolle 
genannt, oder eben Kollodiumwolle ergibt, mit  Nitroglyzerin  gemischt, die 
Sprenggelatine.  Löst man Schießbaumwolle in  1  Teil  Alkohol und zwei Teilen 
Schwefeläther, so gelatiniert die Wolle ebenfalls  und  hinterläßt  nach dem 
Auftrocknen einen feinen durchsichtigen Film als Lack.

 Verknetet  man  100  Teile  Nitrozellulose  mit  30‐40  Teilen  Kampfer  in 
konzentrierter  alkoholischer  Lösung,  so erhält man das bekannte Celluloid 
und erkennt damit auch, warum Kinofilme so feuergefährlich sind.

Stabilisierung der fertigen Schießbaumwolle:

 Fertig  nitrierte Cellulose wird stabilisiert durch 1/2 stündiges Kochen in 
konz.   Salmiaklösung,  worauf  man  die Cellulose anschließend in der Sonne 
trocknet.   Auf  diese  Weise  können  auch  die  aus  Baumrinde  und Stärke 
gewonnenen  Nitropulver  stabilisiert  wer  den.   Das Trocknen kann auch im 
Trockenraum bei Temperaturen zwischen 40 und 75 øC erfolgen.

 Die  größte Stabilität der Nitrocellulose wird erreicht durch mehrstündiges 
Waschen in kalkarmem bis kalkfreiem Wasser.  Anschliessend wird zwei Stunden 
gekocht,  wobei  dem Wasser 0,05% Schwefelsäure zugesetzt wird.  Wieder wird 
kalt gewaschen und nochmals gekocht,  diesmal  unter  Zugabe  von  0,1%  Soda. 
Dann wiederum wird kalt gewaschen.   Die  Prozedur  nimmt 24 Stunden in 
Anspruch und lohnt sich nur, wenn auf extrem gute Haltbarkeit wert gelegt wird.

 Im  abgekürzten  Verfahren  reicht  ein  1‐2  stündiges  Kochen in 0,1%iger 
Sodalösung und anschließendem Waschen in kaltem Wasser während zwei Stunden.

TRINITROTOLUOL (TNT) 

  Trinitrotoluol, TNT, C7H5N3O6, Mol‐Gew. 227,1, hat von allen in der 
Sprengstofftechnik benutzten Nitroverbindungen die weitaus grösste Bedeutung 
erlangt. Es wird sowohl als Sprengmittel für sich allein als auch in Mischung 
mit anderen Substanzen benutzt. Seine Sprengwirkung ist zum Massstab der 
Wirkung von Atombomben geworden, die in Tonnen TNT gewertet werden.

  Trinitrotoluol hat J. Wilbrand 2863 als erster hergestellt, die Fabrikation 
in grosstechnischem Massstab wurde in Deutschland 1891 aufgenommen. 1902 wurde 
es in der deutschen Armee zum erstenmal als Granatfüllung benutzt. Während des 
ersten Weltkrieges war die verfügbare Menge durch die Toluolerzeugung der 
Kokereien begrenzt. Im zweiten Weltkrieg wurde Toluol zusätzlich aus Erdöl 
(USA), aus Benzol und Methanol (Deutschland) sowie aus n‐Heptan durch 
Dehydrierung hergestellt.

PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN

  a‐Trinitrotoluol bildet monoklinprismatische Kristalle in Form von Säulen 
oder Nadeln. Reines Trinitrotoluol hat einen Erstarrungspunkt von 80,75±0,05°C 
(der Erstarrungspunkt ist exakter zu bestimmen als der Schmelzpunkt und ist 
wegen der hohen molekularen Gefrierpunktserniedrigung von 11,5 zur 
Reinheitsprüfung geeignet). Die durch Nitrierung von m‐Nitrotoluol entstandenen
Isomeren des a‐Trinitrotoluol setzen den Erstarrungspunkt, wenn c Gew.% 
m‐Nitrotoluol im Mono‐Nitrotoluol enthalten sind, um 0,465 c°C herab.

  Beim Schmelzen wird TNT nicht zersetzt, es kann ohne Anzeichen eines Zerfalls
bei 10‐12 Torr und 210‐212°C durchgeführt werden; sein Dampfdruck beträgt bei 
82,4°C, Spez Wärme bei 0°C 1,29, bei 80°C 1,57 Joule/g*grad; Schmelzwärme 98,5 
Joule/g; Bildungswärme (v=konst.) 13,5 kcal/Mol oder 56,6kJ/Mol entsprechend 
59cal/g oder 247J/g.

  Bei den Nitrierungen werden folgende Wärmen frei:
  Von Toluol zu o‐Nitrotoluol 106,0 kJ/Mol
Zu p‐Nitrotoluol 141,0 kJ/Mol
Von o‐Nitrotoluol zu 2,4‐Dinitrotoluol 124,3 kJ/Mol
Zu 2,6‐Dinitrotoluol 118,0 kJ/Mol
Von p‐Nitrophenol zu 2,4‐Dinitrotoluol 89,2 kJ/Mol
Von 2,4‐Dinitrotoluol zu 2,4,6‐Trinitrotoluol 73,27 kJ/Mol
      2,6‐Dinitrotoluol zu 2,4,6‐Trinitrotoluol 79,55 kJ/Mol

  Unterhalb 35°C verhält sich TNT typisch spröde, oberhalb zunehmend plastisch.
Dfest 1,654 g/cm3 (Normaltemperatur), Dflüssig bei 82°C 1,467 g/cm3. Gegossenes
Trinitrotoluol besitzt eine Dichte von 1,56, gepresstes bis zu 1,62 g/cm3; 
Schüttgewicht etwa 0,9 g/cm3.

  Trinitrotoluol ist in Wasser praktisch unlöslich; 100g Wasser lösen bei 0°C 
0,01g, bei 20°C 0,013g und bei 100°C 0,1475g. In 100 Teilen Schwefelsäure, 
100%, lösen sich bei 80°C 36,5 Teile TNT; die Löslichkeit sinkt mit dem 
Wassergehalt ab. Auch in Nitriersäuren ist TNT mit abnehmendem Wassergehalt 
zunehmend löslich. Gut löst sich TNT in organischen Lösungsmitteln, vor allem 
in Aceton, Benzol und Toluol, aber auch in heissem Alkohol, in heissem 
Tetrachlorkohlenstoff und anderen chlorierten Kohlenwasserstoffen. Mit anderen 
Nitroverbindungen bildet es eutektische Gemische mit herabgesetztem 
Schmelzpunkt.

CHEMISCHE EIGENSCHAFTEN; ZÜNDEIGENSCHAFTEN

  TNT ist beständig gegen Säuren, lediglich konzentrierte Salpetersäure von 
über 110°C oxydiert es zu Trinitrobenzoesäure. Dagegen ist es empfindlich gegen
Alkalien, die metallhaltige rot‐ oder braungefärbte Produkte ergeben, aus denen
durch Säuren Abbauprodukte des TNT ausgefällt werden; zu beachten ist, dass 
sowohl die Metallverbindungen als auch die Abbauprodukte meist empfindlicher 
gegen Schlag, Reibung und Wärme sind als das Reinprodukt. Auch Zumischen 
verschiedener Stoffe, z.B.Fe2O3 oder Schwefel, verkürzt die Zeit vom Beginn der
Erwärmung bis zum Eintritt der Explosion; sie beträgt für reines TNT bei 275°C 
12 min, bei 328°C nur 50 s, durch Zusatz von Fe2O3 sinkt sie bei 297°C auf 3,9 
s. Durch Zusatz von 5% Schwefel sinkt der Verpuffungspunkt von 333°C auf 304°C.

Gegen Erwärmen ist TNT sehr beständig; erst ab 160°C bilden sich gasförmige
Zerfallsprodukte; bei 240°C tritt nach 30min Entflammung auf.

  TNT ist schwer durch direkte Flamme zu entzünden, zuerst schmilzt es und erst
nach Erwärmen auf etwa 300°C tritt Entzündung ein. Geschmolzenes TNT ist 
empfindlicher gegen Schlag als festes. Bei Brand einer grösseren Menge TNT kann
das Feuer durch örtliche Überhitzung, z.B. durch Hineinfallen glühender Teile 
in eine Detonation übergehen; bei Brand ist die Detonationsgefahr von sauerem 
TNT wesentlich grösser als bei reiner Fertigware.

  Durch Lichtbestrahlung verliert TNT einen Teil des Stickstoffs und geht in 
eine dunkelgefärbte, sauer reagierende Substanz mit erhöhter 
Schlagempfindlichkeit über. TNT soll deshalb vor der längeren und intensiven 
Lichteinwirkung geschützt werden.

  TNT reagiert nur langsam mit einer wässrigen Lösung von Natriumsulfit, 
wodurch es sich von seinen Isomeren, die sehr rasch reagieren unterscheidet. 
Die durch drei Nitrogruppen stark aktivierte Methylgruppe reagiert rasch und 
heftig mit p‐Nitrosodimethylanilin unter Bildung einer Schiffschen Base; 
heftige Reaktion tritt auch mit Benzaldehyd unter Bildung eines 
Stilbenderivates sowie mit anderen Aldehyden ein. Diese Reaktionen können zur 
Entflammung führen. Die Methylgruppe lässt sich relativ leicht unter von 
Trinitrobenzoesäure oxydieren, das leicht CO2 verliert und Trinitrobenzol 
ergibt.

  TNT bildet leicht Additionsprodukte mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und 
Aminen. Es ist etwas toxisch.

SPRENGTECHNISCHE EIGENSCHAFTEN

  Entsprechend seiner Bruttoformel C7H5O6N3 reicht der Sauerstoffgehalt des TNT
zur völligen Verbrennung und Vergasung des Kohlenstoffs nicht aus; 
Saurestoffbilanz: ‐ 0,740g Sauerstoff/gTNT. Die Umsetzung bei der Detonation 
ist deshalb stark vom Druck oder der Ladedichte abhängig; bei einer Ladedichte 
von 1g TNT/cm3 entstehen pro kg TNT 10 Mole C (Graphit), 773 l Gas 
(Normalbedingungen) und 910 kcal, bei einer Ladedichte von 1,95g/cm3 dagegen 
14,6 Mole C, 685 l Gas und 1085 kcal.

  Die Detonationsgeschwindigkeit D (m/s) von TNT hängt von der Ladungsdichte r 
(g/cm3) entsprechend folgender Näherungsformel ab: D=5010+3225(r‐1). Der 
Stossdruck der Detonation ist eine Funktion von D2, für r=1,58g/cm3 
wurden160*103 Bar gemessen. Die Detonation von Presskörpern aus 
kristallisiertem oder gemahlenem oder feingeschupptem TNT wird durch 
Sprengkapselzündung einwandfrei ausgelöst. Aus der Schmelze erstarrtes TNT 
verlangt zur Auslösung Detonation zusätzliche Massnahmen. Ausser einer 
verstärkten Zündung durch eine Übertragungsladung aus gepresstem Sprengstoff 
muss beim Giessen die Ausbildung zu grosser Kristalle, z.B. durch Zugabe von 
festem TNT oder von anderen Zuschlägen und geeignete Abkühlung, vermieden 
werden.

HERSTELLUNG

  Ausgangsstoff zur Herstellung von Trinitrotoluol ist Toluol. Vielfach gehen 
die Hersteller jedoch von Mononitrotoluol aus, das sie von Farbenfabriken in 
guter Qualität, oft metafrei beziehen.

  Die Nitrierung wird in drei Stufen über das Mono‐ und Dinitro‐ zum 
Trinitrotoluol vorgenommen. Je höher die Nitrierstufe, um so schwieriger ist 
die Nitrierung, d.h. um so konzentriertere Mischsäure, um so höhere 
Temperaturen und um so längere Nitrierdauer sind erforderlich. Die einzelnen 
Stufen sind jedoch nicht scharf getrennt, so dass bei Bildung einer niederen 
Stufe auch die nächst höhere zu geringem Teil schon mitentsteht.

  Die Nitrierungen werden sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich 
betrieben. Bei der diskontinuierlichen Arbeitsweise wird der zu nitrierende 
Stoff vorgelegt und die Mischsäure nach und nach eingetragen oder in 
umgekehrter Reihenfolge geabeitet.

CHARGENVERFAHREN

  Mononitrierung

  Aus frischer konzentrierter HNO3, 55%iger regenerierter HNO3 und 96%H2SO4 
wird eine Nitriersäure von etwa 28% HNO3, 56% H2SO4 und 16% H2O hergestellt, 
die einen möglichst niedrigen Nitrosegehalt besitzen soll. In einen 
Gusseisernern Vornitriergerät werden unter Kühlung Toluol und Mischsäure 1:2,5 
gemischt und laufen dann in die Hauptnitriergefässe von 10‐12m3 Inhalt, in 
denen sie weiter gerührt werden. Die Temperatur wird in beiden Gefässen durch 
Wasserkühlung auf 35‐40°C gehalten, Dauer 5‐6h. Anschliessend kommt der Ansatz 
in besondere Scheidegefässe. Die Endsäure geht zur Denitrierung, das 
aufschwimmende Nitrotoluol wird mit Wasser neutral gewaschen und in einer mit 
Dampf betriebenen Abtreibekolonne unter Zugabe von etwas verdünnter Natronlauge
von den nichtnitrierten Kohlenwasserstoffen und von Nebenprodukten befreit. Aus
100 Teilen Toluol erhält man 140‐144 Teile Mononitrotoluol mit etwa 
4%m‐Nitrotoluol.

  Dinitrierung

  Die mit Wasser versetzte Endsäure einer vorhergehenden Dinitrierung wird zur 
Extraktion ihres Dinitrotoluol‐Gehaltes mit frischem Mononitritoluol 
ausgerührt; die ausgerührte Endsäure geht zur Dinitrierung. In einem 
Nitrierapparat lässt man zu der auf 30°C gekühlten Endsäure einer Trinitrierung
(s.u.) unter Rühren die berechnete Menge des aus der Extraktion kommenden 
Mononitrotoluols einlaufen, die Temperatur steigt zunächst auf 60°C bis 65°C 
und fällt nach Verbrauch der Salpetersäure auf etwa 55°C. Nun setzt man 60‐70% 
HNO3 zu und nitriert bei 70‐72°C. Die Nitrierung ist beendet, wenn sich aus der
Probe kein Mononitrotoluol mit Wasserdampf abscheiden lässt. Man scheidet das 
saure Dinitrotoluol von der Endsäure, die man zur Ausscheidung des gelösten 
Dinitrotoluol mit Wasser verdünnt und dann mit Nitrotoluol ausrührt. (s.o.)

  Trinitrierung

  Meist wird das saure Dinitrotoluol in abgemessener Menge in einem 
Nitrierapparat vorgelegt und dann mit der 2,5fachen Menge einer Mischsäure aus 
24% HNO3, 70% H2SO4 und 6% SO3 bei anfänglich etwa 85°C unter Rühren versetzt. 
Man lässt die Temperatur danach auf 96°C ansteigen und hält etwa 2,5h bei 
dieser Temperatur. Man kann auch die Säure vorlegen und das saure Dinitrotoluol
allmählich zusetzen. Die Trinitrierung verläuft bei dieser gemässigten 
Temperatur nur langsam. Einlauf und Reaktion erfordern 6h, dazu kommt noch 1/2h
Standzeit zur Scheidung der Nitrokörper von der Säure. Die Nitrokörper drückt 
man vielfach zum Auswaschen gelöster Nitrose und Salpetersäure in einen 
Ausrührbehälter, der mit warmer 70%iger H2SO4 gefüllt ist. Die Ausrührsäure 
gibt man dann zu der Nitrier‐Endsäure, verdünnt das Gemisch mit wenig Wasser 
und setzt das hierbei ausgeschiedene Trinitrotoluol der Hauptmenge zu. Die 
verdünnte Abfallsäure führt man der Dinitrierung zu (s.o.). Das saure TNT geht 
durch geheizte Leitungen zur Wäsche.

  Vielfach werden die Apparate der Trinitrierung so gross bemessen, dass die 
Temperatur im Falle eines übermässigen Temperaturanstieges oder eines anderen 
Zwischenfalls durch Zusatz bereitgestellter kühler, konz. Schwefelsäure gesenkt
und das Nitriergut zum Teil gelöst werden kann. 

Pikrinsäure

Pikrinsäure  ist  ein  fester,  kristalliner Explosivstoff und außerdem ein 
starker  Farbstoff.  Sie basiert auf Phenol und hat den systematischen Namen 
2,4,6‐Trinitrophenol.
Herstellung:

In  einen  Kolben  gibt man 100ml konzentrierter Schwefelsäure.  Darin löst man
 so  viel  Phenol,  bis eine durchsichtige, grünfarbene Lösung im Kolben ist.  
Nun  kocht  man  die  Lösung  im  Wasserbad,  bis  der  grüne Farbton 
verschwunden ist.  Es bleibt eine klare, graue Lösung.  In diese Lösung gibt 
man  nun  schluckweise  konzentrierte  Salpetersäure (die Lösung sollte noch 
warm  sein). Es  entweichen  nitrose  Gase in großen Mengen.  Es wird solange 
Säure  zugegeben,  bis  die  Lösung  tiefrot  ist.   Nun läßt man den Kolben 
abkühlen,  dabei  fallen  gelbe  Kristalle in große Menge aus.  Dies ist die 
Pikrinsäure.   Man  filtert die kalte Lösung und wäscht die Pikrinsäure kurz 
aus (sie löst sich in Wasser ‐ etwa 1g pro Liter) und läßt sie trocknen.

Nun  kann  sie  geschmolzen und in einen Sprengbehälter gegossen werden, in dem
sie dann initial gezündet wird.

Oder  man  bildet  Pikrate,  die schlagempfindlich sind und als Spreng‐ und 
Initialsprengstoffe  geeignet  sind.  Durch Lösen in Kalilauge entsteht z.B. 
Kaliumpikrat,  in  Ammoniakwasser  Ammoniumpikrat,  welches  militärisch als 
panzerbrechender Sprengstoff Verwen dung findet.

Pikrinsäure  sollte  nicht  in  Gefäßen gelagert werden, aus deren Material 
sich  Pikrate  bilden  können,  sonst  bildet sich eine Pikratschicht um die 
Pikrinsäure  und  ein  leichter Schlag löst die Detonation aus.  Pikrinsäure 
ist stärker als TNT. 

Research Department Explosives

Seit dem Beginn des 2. Weltkriegs forschten die Streitkräfte der USA nach dem 
perfekten Plastiksprengstoff. Die Suche führte zur Entwicklung der "C"‐Gruppe. 
Hier war das bekannte C‐4 die letzte Entwicklung, die von der Armee eingesetzt 
wurde. Es wurde C‐1, C‐2 und C‐3 vorgezogen. All diese Sprengstoffe basieren 
auf R.D.X., allerdings in Verbindung mit unterschiedlichen 
Plastisierungsstoffen wie Vaseline, Kinderknete oder sonstige Kunststoffe, zum 
Beispiel Polyethylen. R.D.X. wird vor allem im militärischen Bereich 
eingesetzt, wo Sprengstoffe vor allem die Funktion der Zerstörung haben. 
Sicherheit ist zwar auch dort ein Faktor, jedoch längst nicht so wichtig wie in
der kommerziellen Nutzung. Allerdings kann R.D.X. durch einige Feststoffe 
gebunden und stabilisiert werden. Zumeist resultiert daraus ein 
Plastiksprengstoff, wie die drei folgenden Beispiele:
A‐3: 91% R.D.X., 9% Wachs
A‐3 wird vor allem als Booster oder als Hauptladung in Projektilen eingesetzt.
B‐4: 60% R.D.X, 39,5% TNT, 0,5% Kalziumsilikat
B‐4 wird vor allem in Sprengladungen zur Zerstörung von Bauwerken eingesetzt.
C‐4: 91% R.D.X, 9% nichtexplosiver Plastik
C‐4 hat die gleichen Anwendungen wie B‐4, allerdings hat es eine höhere 
Detonations‐geschwindigkeit. Bei den drei oben aufgeführten Sprengstoffen 
handelt es sich jedesmal um einen Plastiksprengstoff. Zumeist bestehen sie aus 
zwei Komponenten, seltener aus mehreren wie z.B. das B‐4. Ihre Vorteile sind 
die ziemlich billige Produktion bei hoher Effizienz und relativ hoher 
Sicherheit. Ausserdem sind viele davon auch unter Wasser einsetzbar. R.D.X. 
wird auch als Zusatz in Raketentreibstoffen gebraucht. R.D.X.. wird 
mehrheitlich durch die Nitrierung von Hexamethylentetramin mit hochprozentiger 
roter Salpetersäure hergestellt. Der schwierigste Teil dabei ist diese rote 
Salpetersäure zu produzieren. Dazu wird Kalium‐ oder Natriumnitrat in 
konzentrierte Schwefelsäure gegeben und das entstehende Gas, Stickstofftrioxid,
aufgefangen. Dieser Vorgang muss wegen des giftigen Gases bei guter Lüftung 
durchgeführt werden.
Die Produktion von R.D.X. ist extrem gefährlich. Handlung auf eigenes Risiko!
Material:
Hexamin 50g
Konzentrierte Salpetersäure (550 ml)
destilliertes Wasser
Salz, Eis
500ml Becher
1000ml Becher
Rührstab (Glas)
Trichter + Filterpapier
Thermometer
PH‐Test (Papier)

Herstellung:

Man giesst 550ml Salpetersäure in einen 1000ml Becher in einem Eisbad (mit 
Salz). Dazu gibt man 50g. Hexamin (Methenamin) langsam und vorsichtig in 
kleinen Portionen. ACHTUNG: DIE TEMPERATUR DARF NICHT ÜBER 30°C STEIGEN !!! 
Dabei sollte man kräftig rühren. Steigt die Temperatur über 30°C, sofort mit 
der Zugabe aufhören und warten bis sie wieder unter diese Grenze fällt. Nach 
Beendigung der Zugabe kräftig rühren und warten bis die Temperatur auf 0°C 
fällt. 20min warten und wieder rühren. Nach den 20min die 
Säure‐Hexamin‐Mischung in 1000ml fein zerstossenes Eiswasser (Eisstückchen 
zerstossen, danach Wasser zugeben) giessen. Jetzt sollten sich Kristalle 
bilden, die man herausfiltert. Das ist nun R.D.X. Man muss es nun waschen, 
damit auch die letzten Säurereste eliminiert werden. Dazu gibt man sie 
vorsichtig in Eiswasser, schüttelt und filtert sie nochmals heraus. Dann gibt 
man sie in kochendes Wasser geben und filtert sie wieder raus Hier besteht 
jedoch extreme Explosionsgefahr! pH‐Wert prüfen, wenn er nicht neutral ist, 
also nicht um pH7 herum, dann muss man das R.D.X. wieder in frischem Wasser 
kochen, bis es neutral ist. Zum Lagern sollte man es im Wasser lassen und bis 
zur Benutzung nass halten! ACHTUNG: Diese Kristalle sind hochexplosiv und 
sollten mit dem nötigen Respekt behandelt werden!! Die Sprengkraft ist 
bedeutend höher als bei TNT, nämlich um bis zu 50%!!! Zum Detonieren muss man 
die Kristalle lediglich trocknen lassen. VORSICHT!!! R.D.X. explodiert mit 
einer Geschwindigkeit von 8500 m/s!!

Hexamethylentriperoxiddiamin / HMTD  Engl.
Hexamethylenetriperoxidediamine

Bruttoformel: C6<(sub>H12N2O6
Molekulargewicht: 208,1 g/mol
Bildungsenergie: ‐384,7 kcal/kg = ‐1610,6 kJ/kg
Bildungsenthalpie: ‐413,1 kcal/kg = ‐1729,7 kJ/kg
Sauerstoffwert: ‐92,2%
Stickstoffgehalt: 13,46%
Normalgasvolumen: 1247 l/kg
Explosionswärme:
(H2O fl.): 805 kcal/kg = 3369 kJ/kg
(H2O gas): 747 kcal/kg = 3128 kJ/kg
Spezif. Energie: 87,2 mt/kg = 855 kJ/kg
Dichte: 1,57 g/cm3
Bleiblockausbauchung: 330 cm3
Verpuffungspunkt: 200°C (Zersetzung schon ab 150°C
Detonationsgeschwindigkeit: 4500 m/s
Reibempfindlichkeit: ? / Hoch
Schlagempfindlichkeit: 4500 m/s
  Dieses Peroxid ist fast unlöslich in Wasser und den üblichen organischen 
Lösungsmitteln.  Es ist ein wirksamer Initialsprengstoff, jedoch hat ihm seine 
mangelhafte Lagerungsfähigkeit den Eingang in die Praxis verschlossen. Zudem 
hat es eine hohe Empfindlichkeit gegen Funken!HMTD darf nicht mit metallen in 
Berührung kommen, da es sonst Spontan Explodieren kann.

Benötigte Ausgangssubstanzen: Quelle:
Wasserstoffperoxid 10% 
(Höherprozentiges mit Wasser verdünnen)      Apotheken, Baumärkte
Zitronensäure kristallin ( Fest ) Apotheken (zum Entkalken):
Hexamethylentetramin / Hexamin Diese Substanz ist unter ihrem Handelsnamen 
weit bekannter:Es handelt sich um Trockenspiritus oder Esbit! Sollte in 
Spielzeugläden oder Campinggeschäften zu bekommen sein.
  Herstellung :
Eine Plastikschale oder ein ähnliches Gefäss wird mit Wasser  gefüllt, in der 
Mitte wird ein Glasgefäss platziert , das Ganze wird solange ins Eisfach oder 
die Kühltruhe gestellt, bis alles  Wasser  zu Eis geworden ist. Nun wird eine 
Menge Wasserstoffperoxid in das Glasgefäss gefüllt , die 5,25 Teilen ( 
Gewichtsanteile ) entspricht z.B. 105g. Das Peroxid abkühlen lassen und in der 
Zwischenzeit  1 Teil z.B. 20g gepulvertes Hexamin bereitstellen, das Hexamin in
das Wasserstoffperoxid schütten und umrühren bis es sich aufgelöst hat. Die 
Lösung im Eisfach abkühlen lassen bis sie deutlich kälter als 5 Grad Celsius 
geworden ist. Nun  2 Teile z.B. 40g Zitronensäure langsam in die Lösung 
einrühren . Nach einer weiteren halben Stunde im Eisfach entfernt man das Glas 
aus dem Eis und lässt es für 24 Stunden stehen . Ein Deckel sollte das Glas 
verschliessen . Nach einem Tag hat sich an der Oberfläche eine schaumartige 
Schicht gebildet die mittels Kaffeefilter abgefiltert und der Filterinhalt 
durch übergiessen mit klarem Wasser gereinigt werden sollte. Die weissen 
Kristalle trocknen und kühl lagern.

Anmerkungen:

Obwohl die Einschränkungen die für Acetonperoxid gelten auch auf HMTD zutreffen
,wenn auch in etwas geringerem Masse , die Ausbeute nicht so gross ist , und 
die Substanz durch  höhere Temperaturen ( grösser 60°C ) schnell unwirksam wird
, sollte HMTD dem Acetonperoxid aufgrund seiner etwas geringeren 
Empfindlichkeit doch vorgezogen werden . Zudem sind für die Herstellung 
wirksamer Zündkapseln keine grossen Mengen nötig.
oder:
Materialien:
‐Hexamethylentetramin C6H12N4
‐Wasserstoffperoxid 6% H2O2 ‐ (6%ig oder mehr)
‐Zitronensäure C6H8O7
‐Becher
‐Kaffeefilter
‐Teelöffel und 1/2Teelöffel (kleiner Teelöffel)
‐Eisbad
‐Destilliertes Wasser

Prozedur:

9 Teelöffel Wasserstoffperoxid in den Becher füllen. In 3 Portionen, löse 2,5 
Teelöffel Hexamin auf. Lasse die Lösung für eine halbe Stunde im Eisbad 
abkühlen. In 5 Portionen, löse 4,5 Teelöffel Zitronensäure darin auf. Lasse die
Lösung bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank stehen, bis sich auf dem Boden 
ein Niederschlag bildet. (fertig in 8‐24 Stunden, im Kühlschrank schneller) 
Filter die Lösung durch einen Kaffeefilter und sammle die festen Bestandteile 
heraus. Wasche sie in einem Kaffeefilter mit 6 Teelöffeln dest. Wasser. Lasse 
die Kristalle trocknen. (an einem KÜHLEN trockenem Platz, auf KEINEN FALL in 
der SONNE !) Diese Kristalle sind HMTD. Lager nur an einem Kühlen trockenem 
Platz in einer verschlossenen Glasvitriole. WARNUNG: Sehr empfindlich, mit 
grösster Vorsicht behandeln.

  Wenn der Niederschlag komplett fertig ist, sollte sich ein Film bilden. Wenn 
wenig oder gar nicht, dann ist das ganze etwas stärker als üblich!

ANNM(Ammoniomnitrat + Nitromethan)

Eigenschaften: Die Detonationsgeschwindigkeit beträgt 6000 m/s, ist also höher 
wie gewöhnliches Dynamit. Zündet schon mit 0,5g HMTD. Man muss es nicht sehr 
verdichten. Schon 25g ANNM reichen für eine gewaltige Explosion.

Herrstellung: Zur Herstellung werden ca.75g feingemahlenes Ammoniumnitrat mit 
25g Nitromethan(Dichte:1,1385g/cm³) gemischt. Beide Komponenten sind legal. 
Erst wenn man beides mischt besitzt man illegal Sprengstoff.

C1‐4

Herstellung von C‐Sprengstoff
Anleitung:
"C" ist eine Kopie von einem Britischem Sprengstoff der Anfang des 2. 
Weltkrieges benutzt wurde. Dieser Sprengstoff ist der beliebteste der "C" 
Reihe, weil er relativ leicht herzustellen ist und auch leicht zu zünden ist!
Der Sprengstoff wird standardmäßig wie folgt zusammen gesetzt:
R.D.X.......................... 88.3%
Schweres Mineral Öl............ 11.1%
Lecithin....................... 0.6%
(Alle Prozentanteile nach Gewicht)
In dieser Verbindung soll das Lecithin verhindern das sich große R.D.X. 
kristalle bilden und die Explosions Sensibilität unnötig erhöt wird. Dieser 
Sprengstoff hat mächtig viel power und ist relativ ungiftig(außer er kommt in 
den Menschlichen Körper).
Nun zur Herstellung, ihr knetet die R.D.X. Kristalle mit einer Plastik 
Substanz(wie die die in Teil 1 erklärt wurde) und schon habt ihr "C" !
Ihr solltet den Sprengstoff in einem trockenem, kühlem Ort aufbewahren.

Herstellung von C2 / 3‐Sprengstoff
Anleitung:
C‐2 ist schwieriger herzustellen als C‐4 und ist ziemlich giftig. Es ist sehr 
labil wenn man es lagert und ihr solltet nur schwer an die Bestandteile dafür 
kommen. Es hat auch eine niedrigere Sprengkraft als C‐4 oder C‐3.
Es wird in einem Dampfeingehülltem Schmelzkessel hergestellt in der folgenden 
Komposition:
R.D.X................. 80%
(Gleiche Anteile des folgenden
Mononitrotolulene
Dinitrotolulene
T.N.T. Schießbaumwolle
Dimethylformide........ 20%
(Siehe weiter unten für das ganze Rezept)
C‐3 wurde entwickelt um die negativen eigenschaften von C‐2 aufzuheben. Es wird
in der folgenden Komposition vom Militär hergestellt:
R.D.X............................... 77%
Mononitrotolulene........... 16%
Dinitrotolulene................. 5%
Tetryl................................ 1%
T.N.T. Schießbaumwolle......1%

C‐3 wird hergestellt beim rühren der Plastik Substanz in einem Dampf 
eingehüllten Schmelzkessel der mit einem mechanischem Rührautomaten (das 
einzige andere Wort das mir dazu einfällt, wäre Mixer, aber Rührautomat ist 
witziger) ausgestattet ist ! Der Kessel wird auf 90 bis 100 Grad erhitzt währen
die Plastik Substanz gerührt wird. Wasser wird zusammen mit R.D.X hinzugefügt, 
das ganze wird weiterhin gerührt bis eine einhaltliche Mixtur entsteht und 
alles Wasser verdunstet ist. Die Hitzequelle wird deaktiviert aber die Brühe 
wird weiter hin gerührt bis die Mixtur Raumtemperatur erreicht hat.

C‐3 ist bei einem Aufprall noch explosiver als T.N.T. Lagert man es bei 65°C 
für vier Monate bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95% beeinträchtigt das
nicht seine Explosions Eigenschaften.

Der Hauptnachtei von C‐3 ist seine Flüchtigkeit wegen der er 1.2% seines 
ursprungs Gewicht verliert obwohl die Explosions Eigenschaften von ihm nicht 
beeinträchtigt werden.

Wasser beeinflusst den Explosionseffekt auch nicht ! Deshalb wird es oft für 
unter Wasser Sprengungen benutzt und ist auch sonst ne gute Wahl für solche 
Sachen ! Bei einer Temperatur von 77°C ist es sehr explosions empfindlich, bei 
einer Temperatur von ‐29°C ist es fast unmöglich es zum detonieren zu bringen.

C‐4
Weisse, dreckigweisse, hellgraue bis braune, plastische Masse, aehnlich Kitt.
Es ist geruchslos und soll der beste Plastiksprengstoff der Welt sein. Und er 
duerfte es auch fuer lange Zeit bleiben. Es ist der bekannteste und 
meistverwendete Plastiksprengstoff. Zuendtemp.: 197 Grad Celsius.Kann durch 
eine #6‐Kapsel gezuendet werden.
C‐4 wird gewoehnlich in ca. 1 kg‐Bloecken hergestellt,die in Plastik od. 
Wachspapier eingewickelt werden.
C‐4 hat keinen festen Schmelzpunkt.
Rel. Effekt: 1.2‐1.35
Detonationsgeschw.: 8000‐8200 m/sec (Dichte:1.6 g/ccm).
Dichte: 1.59 g/cm3
C‐4 ist ungefaehr so empfindlich wie TNT.
Es ist nicht wasseranziehend.
Wird in M5A1 Demo‐Bloecken verwendet.
Es bleibt plastisch von ‐57 bis 76 Grad Celsius.
Es schwitzt selbst bei 77 Grad Celsius nicht aus.
Zusammensetzung:
90 % RDX (Auswahlkoernung)
10 % Polyisobutylen
oder
91 % RDX
9 % Nichtexplosive Plastifizierer.

Herstellung:
Dieser Sprengstoff ist der Deltaflex‐Serie von DuPont sehr aehnlich.Er ist 
identisch mit C‐4 und hat eine Detonationsgeschw. von mehr als 8000 m/s.In 
duennen Ladungen soll er sogar besser als C‐4 sein. Man kann ihn mehr als 10 
Jahre lagern, ohne dass er seine Eigen‐ schaften veraendert. Mischt man C‐4 mit
Vaseline, so kann man es nahezu ueberall ankleben!!!

Zusammensetzung:
91 % RDX Typ B
2.1 % Polyisobutylen
5.3 % Di‐(2‐ethylhexyl)sebecat bzw. Diethylhexyl
1.6 % Motoroel
Bleifreies Benzin (Heptan)
Man kann auch RDX durch PETN ersetzen.

Polyisobutylen wird in Dichtungsmitteln verwendet und ist sogar in 
Bazoka‐Kaugummi enthalten (wenn es selbiges noch gibt).Das verwendete 
Polyisobutylen sollte ein Molekulargewicht ueber 1 000 000 haben.Die chemische 
Abteilung der"Gulf Oil Co." bietet es als "MM‐120" an.

Ethylhexylsebacat ist ein oft verwendeter Weichmacher. 

ANFO‐Sprengstoff

Ammoniumnitrat (NH4NO3) ist ein wichtiger Rohstoff für fast alle gewerblichen 
Sprengstoffe. Seine Fähigkeit zusammen mit verbrennlichen Anteilen, wie z.B. 
Öl, einen Explosivstoff zu bilden, war zwar schon lange bekannt, konnte 
allerdings erst ab den 60er Jahren kommerziell richtig genutzt werden. Danach 
setzt sich dieser Sprengstoff mit der Bezeichnung ANFO, stehend für 
Ammonium‐Nitrate Fuel Oil, auf der ganzen Welt durch und hat heute einen 
Marktanteil von etwa 80%. Der Grund sind die einfache und billige Produktion, 
die hohe Sicherheit und die gut variierbare Sprengkraft. Ein gewichtiger 
Nachteil ist jedoch die hygroskopität des Salzes Ammoniumnitrat. Dies kann 
jedoch als Vorteil benutzt werden, wenn man die Sprengkraft senken möchte, zum 
Beispiel für die Verwendung unter Tage, wo die Sprengstoffe stark abgeschwächt 
werden müssen, damit nicht eventuell in der Luft vorhandenes Methan entzündet 
wird. Dazu wird ganz einfach Wasser beigefügt. Zur Verstärkung der Sprengkraft 
wird Aluminiumpulver zugegeben. Auch wenn das Gemisch wie eine Kunststoffmasse 
aussieht handelt es sich bei ANFO nicht um einen Plastiksprengstoff sondern um 
eine eigene Sprengstoffgruppe. Bei einem Gemisch aus Ammoniumnitrat und 
Aluminium, jedoch ohne Öl, wird von ANAl (Ammonium nitrate aluminium) 
Sprengstoff gesprochen. Ammoniumnitrat alleine ist nicht explosiv. Selbst bei 
einer Menge von 4kg braucht es eine Initialladung mit einer Sprengkraft von 
200g Nitroglyzerin um es zur Detonation zu bringen. Mit einem Treibstoff, z.B. 
Öl oder Aluminiumpulver, kann es jedoch in beinahe jeder beliebigen Menge ohne 
grosse Initialladung gezündet werden. In der Regel reicht eine handelsübliche 
Zündkapsel, ein Blasting cap #8. Doch ANFO wird nicht nur kommerziell bei 
Gebäudesprengungen oder im Bergbau genutzt, sondern leider auch bei 
terroristischen Aktivitäten. Seine einfache und billige Produktion ermöglichen 
es jedem eine Bombe daraus zu bauen. Als Beispiel für die enorme Wirkung möchte
ich nochmals die Oklahoma‐Bombe in Erinnerung rufen. Terroristen verwenden in 
der Regel kein reines Ammoniumnitrat sondern Kunstdünger mit hohem 
Stickstoffanteil, da dieser sehr einfach zu besorgen ist.

Herstellung: Für ANFO mischt man 5,5% Öl mit 94,5% Ammoniumnitrat. Man kann 
Diesel, Rapsöl , Motoröl, u.a. Öle benutzen. Motoröl soll aber das beste sein. 
Zur bessern Zündfähigkeit kann man Aluminiumpulver, Ammoniumbichromat,  
Kaliumbichromat,  u.va mit reinmischen. Man muss das ANFO gut verdämmen damit 
es detoniert. Zur Zündung braucht man einen Booster. Dafür kann ANNM, 
Nitroglyzerin, PETN, RDX, ANEN, u.v.a. verwenden.

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