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E-Book aus dem Sprachenlernen24-Verlag:

Grammatiklernen leicht
gemacht
Alles, was man über das Lernen von Grammatik wissen sollte – mit
vielen konkreten Anwendungsbeispielen in verschiedenen Sprachen
der Welt

Christine Tettenhammer

1 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Inhaltsverzeichnis
Einleitung...............................................................................................................................................................3

Teil 1: Was man über Grammatik wissen sollte.................................................................4


Kapitel 1: Was ist Grammatik?...........................................................................................................................4
Kapitel 2: Grammatik – die Lehre vom Regelsystem einer Sprache...........................................................6
Kapitel 3: Arten von Grammatiken..................................................................................................................8
Kapitel 4: Grammatiklernen beim Erwerb einer Fremdsprache................................................................10
Kapitel 5: Entscheidende Voraussetzung: Grundbegriffe der Grammatik kennen................................12

Teil 2: Die besten Tipps und Tricks zum Grammatiklernen aus der Sprachenlernen24-
Redaktion.........................................................................................................................14
Kapitel 1: Grammatik richtig üben.................................................................................................................14
Kapitel 2: Tipps zum Grammatik-Üben: Schreiben Sie Ihr eigenes Lehrbuch!......................................17
Kapitel 3: Tipps zum Grammatik üben: Was ist wichtig?...........................................................................19
Kapitel 4: Lernen mit dem Grammatik-Poster: So werden Sie zum Grammatik-Star!..........................21
Kapitel 5: Karteikarten zum Grammatiklernen............................................................................................22
Kapitel 6: Grammatik immer im Kontext mit Landeskunde lernen.........................................................24
Kapitel 7: Grammatiklernen mit der Assoziationsmethode.......................................................................26
Kapitel 8: Grammatiklernen mit der Notizzettel-Methode........................................................................29
Kapitel 9: Ein hilfreicher Tipp: Grammatikregeln visualisieren!...............................................................31
Kapitel 10: Grammatik üben mit Texten.......................................................................................................33

TEIL 3: Tipps und Übungen zu verschiedenen Sprachen..............................................35


Kapitel 1: Übungen zur englischen Grammatik...........................................................................................35
Lösung zur Übung „Pluralbildung im Englischen“......................................................................................37
Kapitel 2: Übung zur französischen Grammatik..........................................................................................38
Lösung zur Grammatik-Übung Französisch.................................................................................................40
Kapitel 3: Übung zur niederländischen Grammatik....................................................................................41
Lösungen zur Übersetzungsübung Niederländisch......................................................................................43
Kapitel 4: Übungen zur italienischen Grammatik........................................................................................45
Lösung zur Grammatik Übung Italienisch....................................................................................................46
Kapitel 5: Womit haben Deutsche beim Lernen der italienischen Grammatik eher Probleme?..........47
Lösungen zur 2. Grammatik-Übung Italienisch...........................................................................................48
Kapitel 6: Übungen zur indonesischen Grammatik.....................................................................................50

2 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Einleitung
Unsere Tipps zum Thema „Vokabeln effektiv lernen“ haben im vergangenen Jahr großen Anklang
gefunden. Immer wieder haben uns Schreiben mit der Bitte erreicht, dass wir diese Serie nun auch für
all diejenigen fortsetzen möchten, die sich gerade intensiv mit der Grammatik einer Fremdsprache
beschäftigen. Dieser Bitte sind wir gerne nachgekommen.

In diesem E-Book finden Sie unser gesammeltes Wissen rund um das Thema: „Wie lerne ich die
Grammatik einer Fremdsprache?“

Als Einstieg in das Thema finden Sie ein Kapitel, das sich der Frage Was überhaupt ist „Grammatik“?
stellt.

Im Anschluss daran beantworten wir dann diese Fragen:

• Was sind die Teilbereiche einer Grammatik?


• Welche Arten von Grammatiken gibt es?
• Wie gehe ich beim Lernen der Grammatik einer Fremdsprache am besten vor (im Vergleich mit
dem Erwerb der Muttersprache)?
• Wie kann ich Grammatik richtig üben?

In einem zweiten Teil dieses Buches stellen wir Ihnen dann zahlreiche Tipps und Tricks vor, wie Sie die
Grammatik einer neuen Sprache schnell und erfolgreich beherrschen werden.

Wir zeigen Ihnen zum Beispiel den interessanten Ansatz, sich seine Grammatik selbst zu schreiben.

Wir beschreiben auch, wie man die Assoziationslernmethode am besten auf Probleme und
Fragestellungen im Bereich Grammatik anwenden kann.

Viel Spaß und Erfolg beim Grammatiklernen wünscht Ihnen

Christine Tettenhammer
Chefredakteurin Sprachenlernen24

3 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Teil 1: Was man über Grammatik wissen
sollte
Kapitel 1: Was ist Grammatik?
Gleich zu Beginn dieses E-Books über das Lernen der Grammatik einer Fremdsprache wollen wir
Ihnen diesen hilfreichen Tipp geben:

Es wird sich für Sie immer lohnen, wenn Sie sich zunächst mit Grammatik als allgemeinen Begriff
beschäftigen, ehe Sie sich konkret mit der Grammatik der Sprache auseinandersetzen, die Sie lernen
wollen.

Wenn Sie nun über die Definition von Grammatik nachdenken, werden Sie schnell erkennen, welche
Herausforderungen, Probleme und Schwierigkeiten Sie beim Lernen der Grammatik einer neuen
Sprache erwarten.

Deshalb fragen wir Sie nun: Wie würden Sie Grammatik definieren?

Definition des Begriffs „Grammatik“

Beginnen wir mit einer Untersuchung des Wortes „Grammatik“.


Dieses Wort stammt ursprünglich aus dem Altgriechischen. Das altgriechische Wort γράμμα [gramma]
bedeutet übersetzt „Buchstabe“ oder auch „Geschriebenes“. Aus diesem Wort hat sich dann der
Begriff γραμματική [grammatikē] entwickelt, der die „Kunst des Lesens und Schreibens“ meint.

Heute verstehen wir unter dem Begriff Grammatik die Lehre von den Wörtern und Sätzen (also des
Regelsystems) einer Sprache.

Grammatiklernen – früher und heute

Der Fremdsprachenunterricht in Deutschland war lange Jahre stark orientiert am Lateinunterricht.

Und was das heißt, haben viele von Ihnen bestimmt am eignen Leib erfahren: In erster Linie war der
Grammatikunterricht in einer Fremdsprache (egal, ob das Englisch, Französisch oder Latein war) ein
Unterricht, in dem es darum ging, Bestandteile eines Satzes zu isolieren und mit einem lateinischen
Begriff benennen zu können.

„Was ist das Prädikat/das Subjekt/ die adverbiale Bestimmung dieses Satzes?“ - Dies war zum Beispiel
eine Reihe von typischen Fragen, die sehr oft an mich als Schülerin herangetragen wurden. Nicht selten
konnte ich diese Fragen nur schwer beantworten...
Wenn ich heute Sprachen lerne, dann schaue ich mir als erstes an, inwiefern sich die neue Sprache von
meiner Muttersprache unterscheidet. Permanent stelle ich mir die Frage „Was ist hier anders als im
Deutschen?“ - der glückliche Nebeneffekt ist, dass ich ständig auch Neues und Interessantes über
meine Muttersprache lerne bzw. mir wieder bewusst mache. So kann ich auch meine Ausdrucksfähigkeit
im Deutschen schärfen und verbessern.

4 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Im Umkehrschluss sehe ich oft auch Parallelen zwischen der Fremdsprache und meiner Muttersprache.
Das ist natürlich eine tolle Motivation, sagen zu können „das ist ja wie im Deutschen!“ - schon habe ich
das Gefühl, dass ich heute etwas gelernt habe.

Diese Herangehensweise hat sich mittlerweile auch an vielen Schulen durchgesetzt und den Schülern
heute macht der Grammatikunterricht häufig mehr Freude als früheren Generationen.

Grammatiklernen kann und soll Spaß machen! In den folgenden Artikeln wollen wir allen, die im
Selbststudium eine Fremdsprache lernen, hilfreiche Tipps und nützliche Tricks für ein zeitgemäßes
Arbeiten und Lernen mit und von Grammatik an die Hand geben.

Apropos „Grammatik“ ... wussten Sie schon?

Kurioses zum Thema Grammatik: Was Sie noch nie über Grammatik wissen wollten :)

• „Grammatik“ ist der Name einer polnischen HipHop-Gruppe aus Warschau!


• Grammatik ist eine der „Septem Artes Liberales“ (dt. der Sieben Freien Künste). In der Antike
waren die Sieben Freien Künste der Kanon von Fächern, die ein gebildeter, freier Mann
beherrschen sollte. Im Fach der Grammatik beschäftigte sich der freie (und nicht auf die
Ausübung eines Handwerks oder eines Berufs zur Sicherung seiner Existenz angewiesene)
Mann mit Sprache und Sprachbau des Latein und las und studierte die klassischen Autoren, wie
zum Beispiel Catull und Ovid.
• Im Compilerbau und in der Berechenbarkeitstheorie verwendet die theoretische Informatik
Modelle formaler Grammatiken, die durch sogenannte „formale Sprachen“ beschrieben und
erzeugt werden.

5 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 2: Grammatik – die Lehre vom Regelsystem einer Sprache
Im vorangegangenen Kapitel haben wir unschöne Erinnerungen an Satzanalysen im
Grammatikunterricht heraufbeschworen. Aber Grammatik – als die Lehre vom Regelsystem einer
Sprache – ist noch viel mehr.

Die Grammatik als Teilgebiet der Sprachwissenschaft umfasst die folgenden Teilbereiche:

die Phonologie
die Syntax
die Semantik

Die Teilbereiche der Grammatik: Phonologie, Syntax und Semantik

Ein Teilbereich der Grammatik ist die Phonologie. Die Phonologie ist die Lautlehre einer Sprache, die
sich mit den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elementen einer Sprache befasst.

Phonologen untersuchen alle Laute, die hervorzubringen der Mensch in der Lage ist. Dabei
untersuchen sie Laute und das System, das sie bilden und wie daraus Kombinationen (also Wörter) mit
unterschiedlicher Bedeutung entstehen. Wer zum Beispiel die deutsche Grammatik auf der Ebene der
Phonologie betrachtet, lernt, dass es Unterschiede zwischen stimmhaften und stimmlosen
Konsonanten gibt und, dass manche Vokale lang und andere wiederum kurz ausgesprochen werden.

Die Syntax – zu Deutsch Satzlehre – beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel der einzelnen Wörter,
die nur mit Hilfe einer bestimmten Struktur einen verständlichen Satz bilden können.

Wenn Sie sich mit Syntax beschäftigen, lernen Sie zum Beispiel, dass der deutsche Bauplan eines Satzes
in der Regel dem Muster Subjekt – Prädikat – Objekt (zum Beispiel: Ich – liebe – dich.) folgt.

Viele weitere Sprachen folgen einem Bau nach dem Muster Subjekt – Objekt – Prädikat (Ich – dich –
liebe). Unser Beispielsatz würde zum Beispiel auf Türkisch „Ben seni seviyorum.“ lauten. Auch Latein,
Persisch, Ungarisch, Japanisch und Koreanisch bauen Sätze dieser Regel folgend.

Meister Yodas Sprachbau in „Star Wars“ folgt übrigens der eher seltenen Struktur Objekt – Subjekt –
Prädikat (Dein Vater – er – ist.). Bisher wurden nur ganz selten Sprachen mit einem solchen
Sprachbau gefunden. Die Sprache des Xavante-Stammes in Brasilien ist ein Beispiel dafür.

Die Semantik, die Bedeutungslehre, untersucht die Bedeutung sprachlicher Zeichen. Unter sprachlichen
Zeichen versteht man hierbei alle Äußerungen in einer Sprache, der die Sprecher Bedeutung
zusprechen. Die Semantik untersucht und beschreibt nun die Möglichkeiten, diese Zeichen zu ordnen
und zu größeren Einheiten (zu ganzen Sätzen) zusammenzufügen.

Drei Teilbereiche – eine Grammatik

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Beispielen aufzeigen konnten, wie viele interessante Teilbereiche
die Grammatik einer Sprache umfasst.

➢ Sie sollten also, wenn Sie eine neue Sprache lernen, sich zuerst mit der Aussprache beschäftigen.

6 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Lernen Sie das Alphabet und die Aussprache einzelner Buchstaben, Zeichen und Laute.

➢ Dann untersuchen Sie den Satzbau und stellen fest, inwiefern sich dieser von Ihrer
Muttersprache unterscheidet. Mit diesem großen Überblick im Hinterkopf, haben Sie schon
einige wichtige Erkenntnisse für Ihren Lernprozess gewonnen.

➢ In einem dritten Schritt sollten Sie daran gehen, die einzelnen Regeln und ihre Ausnahmen zu
lernen und zu verstehen.

7 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 3: Arten von Grammatiken
Grammatik ist nicht gleich Grammatik.

Da Sie wahrscheinlich bisher nur im Fremdsprachenunterricht eine ganz bestimmte Art von
Grammatik kennengelernt haben, wollen wir Ihnen in diesem Kapitel weitere Arten von Grammatiken
vorstellen:

Die didaktische Grammatik

Didaktische (auch: pädagogische) Grammatiken kennen Sie bestimmt aus dem


Fremdsprachenunterricht. Solche Lehrwerke konzentrieren sich darauf, dem Lernenden eine Auswahl
der wichtigsten Regeln einer Sprache zu zeigen und zu erklären.

Nicht immer werden in diesen Lehrbüchern alle Ausnahmen einer Regel angesprochen und aufgezeigt.
Oft beschränkt sich der Autor bzw. das Autorenteam einer solchen Grammatik darauf, Regeln und
Ausnahmen von Regeln zu zeigen, die relativ häufig in der Sprache vorkommen.

Die deskriptive Grammatik

Deskriptive (auch: beschreibende, linguistische) Grammatiken kennen Sie wahrscheinlich nur, wenn Sie
Linguistik (Sprachwissenschaften) studiert haben. Ziel einer deskriptiven Grammatik ist es, die Muster
einer Sprache in allen (wirklich möglichst allen!) Einzelheiten aufzuzeichnen.

Diese Grammatiken dienen in der Regel Forschungszwecken und so ist es nicht verwunderlich, dass
hier den Ausnahmen der Regeln große Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Die Referenzgrammatik

Referenzgrammatiken soll der Lerner einer Fremdsprache benutzen können wie ein Wörterbuch. Diese
Grammatiken haben den Anspruch, alle Phänomene einer Sprache systematisch zu ordnen und so
leicht auffindbar zu machen.

Die Nutzung einer solchen Grammatik würden wir aber nur wirklich fortgeschrittenen Lernern ans
Herz legen, die sich in der Grammatik der Fremdsprache schon einigermaßen auskennen und darüber
hinaus über ein solides Grundwissen von Fachbegriffen im Bereich „Grammatik“ verfügen.

Die präskriptive Grammatik

Eine präskriptive (auch: normative) Grammatik hat den Charakter eines Handbuchs. Eine solche
Grammatik möchte vor allem Muttersprachlern Orientierung geben. Dort werden häufig Probleme
vorgestellt, für die es zwei sprachliche Lösungen bzw. Ausdrucksmöglichkeiten gibt.

Ein weiteres Ziel solcher Grammatiken ist die Durchsetzung bzw. Festschreibung eines bestimmten
Standards oder einer Hochsprache. Normative Grammatiken zeigen also auf, welcher der beiden
möglichen Lösungen die 'elegantere' bzw. sozial anerkannte ist.

Die historische Grammatik

Als „historische Grammatiken“ werden Lehrwerke über Sprachen bezeichnet, die vor der Begründung
der modernen Linguistik (am Ende des 18. Jahrhunderts) verfasst wurden. Diese Bücher sind heute für

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die historische Sprachforschung von großer Bedeutung.

Die Grammatiken von Sprachenlernen24

Nun fragen Sie sich zurecht, welche Art von Grammatik Ihnen Sprachenlernen24 anbieten kann.

Wir verfolgen mit unserem Ansatz einige Zielsetzungen einer Referenzgrammatik – wir haben aber vor
allem den Anspruch, Ihnen eine durchdachte, didaktische Grammatik anzubieten.

Unsere Grammatiken sind so aufgebaut, dass sie sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene
hervorragend zum Lernen geeignet sind.

Die Grammatiken werden gemeinsam von deutschen Fachredakteuren und Muttersprachlern, unter
Einbeziehung aktueller pädagogischer und sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt.

Diese Vorgehensweise hat folgende Vorteile für Sie: Alle grammatischen Phänomene der Fremdsprache
werden Ihnen aus der Perspektive „von deutschen für deutsche Muttersprachler“ erklärt. So werden Sie
für Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur deutschen Sprache sensibilisiert und lernen effektiv die
grammatischen Feinheiten der Fremdsprache. Sie werden mit Hilfe dieser Gebrauchsgrammatik in der
Lage sein, die grammatischen Strukturen der Fremdsprache zu verstehen und anwenden zu können.

Unsere Grammatiken werden Ihnen einen grundlegenden und anwendungsorientierten Einstieg in die
neue Fremdsprache ermöglichen.

Die einzelnen Kapitel einer Grammatik sind so aufgebaut, dass sie alleine und für sich stehen und zum
Nachschlagen und Lernen verwendet werden können. So können Sie Ihr Lerntempo selbst gestalten
und jederzeit nachschlagen, was Sie interessiert.

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Kapitel 4: Grammatiklernen beim Erwerb einer Fremdsprache
Es macht einen deutlichen Unterschied, zu welchem Zeitpunkt in Ihrem Leben Sie die Grammatik
einer Sprache lernen.

Die Grammatik Ihrer Muttersprache haben Sie als Kind scheinbar wie von selbst gelernt und sich deren
Regeln auch ohne formalen Unterricht angeeignet. Wenn Sie dagegen in der Schule Ihrer ersten
Fremdsprache begegnet sind, dann haben auch Sie bestimmt die Erfahrung gemacht, dass das Lernen
dieser Sprache nun nicht mehr „wie von selbst“ vonstatten ging.

Grundsätzlich muss man also zwischen dem Erlernen der Muttersprache und dem Erlernen einer
Fremdsprache unterscheiden.

Lernen der Grammatik der Muttersprache

Zwischen dem ersten und dem vierten Lebensjahr schafft es ein Kind seine Muttersprache soweit zu
lernen, dass es über 5000 Wörter kennt und sprechen kann, sowie diese zu grammatisch korrekten und
verständlichen Sätzen zu formen.

Beim Erlernen des Aufbaus seiner Muttersprache beginnt das Kind zunächst damit zwei Wörter zu
einem „Satz“ zu verbinden. Mit der Zeit werden diese Sätze dann immer länger und komplexer und
schließlich auch immer korrekter, was die Grammatik angeht.

Wie dieses Lernen einer Sprache bei einem Kind vorsichgeht, erklären Linguisten sich mit zwei
Theorien: Eine Gruppe von Wissenschaftlern erklärt sich das Lernen als angeborenes Talent
(Kognitivismus) – die andere Gruppe erklärt es als gelerntes Verhalten (Behaviourismus). Mittlerweile
vermutet man eine Mischung beider Ansätze: Das Lernen einer Sprache durch ein Kind ist sowohl
angeboren (also genetisch bedingt) als auch eine Sache des Lernens (beeinflusst von äußeren Faktoren).

Lernen der Grammatik einer Fremdsprache

Grundsätzlich muss man anerkennen, dass ältere Kinder (etwa ab dem siebten Lebensjahr), Jugendliche
und Erwachsene vollkommen anders eine Sprache lernen als Kleinkinder.

Ein ganz unvoreingenommener und intuitiver Zugang zum Sprachenlernen ist für Jugendliche und
Erwachsene nicht mehr möglich. Sie würden dabei auf gerade die Fähigkeiten und Möglichkeiten
verzichten, die ihnen das Lernen von neuen Informationen erleichtern.

Wenn Sie sich nun als Erwachsener mit der Grammatik einer Fremdsprache beschäftigen, sollten Sie
alle Möglichkeiten nutzen, die sich Ihnen bieten:

• Versuchen Sie ganz bewusst Vergleiche zu Ihrer Muttersprache zu ziehen bzw. versuchen Sie zu
verstehen, was die Fremdsprache von Ihrer Muttersprache unterscheidet.
• Bemühen Sie sich von Anfang an nachzuvollziehen, wie die Laute dieser Sprache
ausgesprochen und gebildet werden.
• Beschäftigen Sie sich ganz zu Beginn mit Ihrer Arbeit an der Grammatik mit den Grundregeln
zum Satzbau der Sprache, die Sie gerade lernen. Untersuchen Sie, ob und inwiefern sich der
Sprachbau von Ihrer Muttersprache unterscheidet.

10 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Erst nach all dieser Vorarbeit sollten Sie daran gehen die einzelnen Regeln der Grammatik zu lernen.

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Kapitel 5: Entscheidende Voraussetzung: Grundbegriffe der
Grammatik kennen
Wenn Sie eine Fremdsprache im Selbststudium lernen, werden Sie sich auch die Grammatik der
Sprache im Wesentlichen alleine erarbeiten.

Wenn Sie nun alleine mit einem Lehrwerk arbeiten möchten, ist es entscheidend, dass Sie ein solides
Grundlagenwissen über die Grundbegriffe haben, mit denen Grammatik beschrieben wird.

Denn um die Grammatik einer Sprache zu erklären, braucht man selbstverständlich auch Sprache mit
bestimmten Spezialbegriffen und Fachwörtern.

Beispiel: Türkische Grammatik lernen

Angenommen Sie lernen gerade Türkisch und in Ihrer Grammatik finden Sie den folgenden Text, der
Ihnen erklären möchte, wie man den Plural im Türkischen bildet:

„Wie setzt man ein Substantiv im Türkischen von der Einzahl in die Mehrzahl?
Grundsätzlich müssen Sie sich merken, dass man den Plural im Türkischen bildet, indem man ein
Suffix an die Grundform des Substantivs anhängt. Dieses Suffix ist -ler bzw. -lar.“

Um diese Passage verstehen zu können, müssen Sie wissen, was die Begriffe Substantiv, Einzahl,
Mehrzahl, Plural, Suffix und Grundform bedeuten.

Schauen wir uns diese Begriffe näher an:

• Ein Substantiv bezeichnet man auch als Hauptwort, Namenwort oder Nomen.
Das Substantiv ist eine Art von Wörtern, die Lebewesen (Bsp: Mensch, Tier, etc.), Gegenstände
(Bsp.: Auto, Haus), abstrakte Begriffe (Bsp.: Idee, Liebe), Sachverhalte (Bsp.: Rechtslage) oder
Eigenschaften (Bsp: Stolz, Schönheit) bezeichnet.
Im Deutschen werden Substantive immer groß geschrieben.
In vielen Sprachen werden Substantive flektiert (d.h. gebeugt).
• Die Einzahl – auch als „Singular“ bezeichnet – benennt die Anzahl (den Numerus) eines
Substantivs. Das Wort Singular bedeutet, dass dieses Substantiv nur ein Mal vorkommt.
Beispiele aus dem Deutschen für ein Substantiv im Singular sind: ein Auto, ein Haus etc.
• Die Mehrzahl – auch als „Plural“ bezeichnet – kennzeichnet, dass ein Substantiv in größerer
Zahl (mehr als eines) vorkommt.
Beispiele aus dem Deutschen für Substantive im Plural sind: zwei Autos, drei Häuser etc.
• Die deutsche Bezeichnung des lateinischen Fachbegriffs Suffix ist „Nachsilbe“ und steht für
eine Silbe, die hinten an ein Wort angefügt wird.
• Als Grundform wird die nicht-flektierte Form eines Wortes bezeichnet.
Bei Substantiven ist dies das Wort im Nominativ (dem 1. Fall/ Wer-Fall) im Singular.

Nur mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet, werden Sie verstehen, wie man im Türkischen ein
Substantiv von der Einzahl in die Mehrzahl setzt.

Da Sie nun das nötige Hintergrundwissen haben, können wir die oben beschriebene Regel nun gleich
anwenden und die Pluralbildung im Türkischen lernen:

12 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Das Suffix, das im Türkischen angehängt wird, ist -ler (bei Wörtern mit hellen Vokalen) und -lar (bei
Wörtern mit dunklen Vokalen). Helle Vokale des Türkischen sind e - i - ö – ü. Als dunkle Vokale
werden a - ı - o - u bezeichnet.

Beispiel: Die Pluralbildung im Türkischen

In dieser Beispieltabelle, zeigen wir Ihnen nun gleich konkrete Beispiele zur Pluralbildung im
Türkischen.

Beispiele zur Pluralbildung im Türkischen


Substantive mit hellen Vokalen: Substantive mit dunklen Vokalen:
e-i-ö–ü a-ı-o-u
anne (Mutter) anneler (Mütter) baba (Vater) babalar (Väter)
teyze (Tante) teyzeler (Tanten) dayı (Onkel) dayılar (Onkels)
yetişkin (Erwachsener) yetişkinler (Erwachsene) çocuk (Kind) çocuklar (Kinder)

13 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Teil 2: Die besten Tipps und Tricks zum
Grammatiklernen aus der
Sprachenlernen24-Redaktion
Kapitel 1: Grammatik richtig üben
Auch das Lernen von Grammatik will geübt sein. Hier finden Sie die besten Tipps zum Grammatik
üben aus der Sprachenlernen24-Redaktion:

Grammatiklernen im Selbststudium

Wenn Sie sich die Grammatik einer Fremdsprache im Selbststudium erarbeiten, also ohne einen
entsprechenden Kurs zu besuchen, ist es ganz entscheidend, dass Sie sich immer wieder ganz kritisch
mit der Quelle Ihrer Informationen beschäftigen.

Ehe Sie sich ein Lehrwerk oder Materialien zum Üben von Grammatik kaufen, lesen Sie sich dieses E-
Book durch. In Teil 1 dieses Buchs haben wir Ihnen schon die unterschiedlichen Arten von
Grammatiken vorgestellt. Nicht jede Art von Grammatik ist nämlich für das Selbststudium geeignet.
Wir empfehlen Ihnen ein Lehrwerk anzuschaffen, das Ihnen eine sinnvolle Mischung aus umfassender
Referenzgrammatik und didaktischer Grammatik bietet.

Wenn Sie das richtige Buch oder die richtige Software für sich gefunden haben, so folgen Sie bitte nicht
blind dem Verlauf des Lehrwerks. Versuchen Sie sich vielmehr klarzumachen, wie Sie am besten lernen
können.

Stellen Sie sich darüber hinaus auch immer wieder diese Fragen:

Was ist wichtig bzw. grundlegend für diese Sprache?


Was ist für mich leicht zu verstehen und zu lernen?
Was ist sinnvoll für mich zu lernen?

Wer sich schon mal näher mit der französischen Sprache beschäftigt hat, weiß, dass der sogenannte
„subjonctiv“ – eine Verbform, die so im Deutschen nicht vorkommt – nur nach bestimmten
Konjunktionen und in bestimmten Arten von Sätzen verwendet wird. In der Alltagssprache in
Frankreich haben Sie (und mit Ihnen die französischsprachige Welt) nur selten Gelegenheit diese
Verbform anzuwenden.

Verstehen Sie uns nicht falsch: Es ist nicht so, dass diese Formen gar nicht gebraucht werden. Wenn Sie
aber Französisch lernen mit dem Ziel, diese Sprache im Alltag anzuwenden, dann sollten Sie sich nicht
als Erstes auf den Subjonctiv einlassen.
Wenn Sie aber an einer Universität Französisch studieren möchten, dann sollten Sie den Subjonctiv in
all seinen Spielarten und Anwendungsbereichen kennengelernt haben.

Wenn Sie also ein neues Grammatikkapitel beginnen und Probleme haben dies zu verstehen,

14 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


entscheiden Sie zunächst, ob es wichtig für Ihre Lernziele ist, dieses Kapitel zu beherrschen.

Investieren Sie nicht unnötig Zeit in Phänomene der Grammatik, die Sie nie anwenden werden.
Konzentrieren Sie sich auf Ihre Lernziele und lernen Sie nur das, was Sie zum Erreichen dieser Ziele
benötigen.

Grammatikregeln in drei Schritten

Gehen Sie beim Lernen einer neuen Grammatikregel ganz systematisch vor.

Empfehlenswert ist es, wenn Sie dieser 3-Schritte-Anleitung folgen:

Schritt 1: Regel lesen

Lesen Sie sich den Text, die Beschreibung der Regel in Ruhe durch.
Lehnen Sie sich zurück und versuchen Sie nachzuvollziehen und zu verstehen, worum es in diesem
Text geht.
Lesen Sie sich den Text laut vor.

Schritt 2: Beispiele verstehen

Beschäftigen Sie sich jetzt mit den Beispielwörtern und -sätzen, die in Ihrer Quelle angegeben werden.
Vergleichen Sie die Beispiele mit der beschriebenen Regel. Können Sie das nachvollziehen?
Lesen Sie auch diese Beispiele laut vor: So bleiben Sie einerseits besser im Gedächtnis und andererseits
haben Sie gleich etwas mehr Aussprachetraining.

Schritt 3: Gelerntes anwenden

Im letzten Schritt sollten Sie unbedingt versuchen das Gelernte anzuwenden. Suchen Sie sich selbst
weitere, neue Beispiele. Fangen Sie mit einem ganz einfachen Beispiel an und versuchen Sie dann
immer komplexere Anwendungen für die gelernte Regel zu finden.

Suchen Sie sich anschließend einen Text aus. Das kann der Dialogtext eines Kapitels Ihres Lehrwerks
sein, ein Zeitungsartikel oder eine Werbeanzeige. Markieren Sie in diesem Text die Stellen, in denen das
eben Gelernte vorkommt und übersetzen Sie diese ins Deutsche.

Ein guter Rat zum Schluss: Vergessen Sie nicht, welch großen Einfluss Ihre Muttersprache auf das
Lernen der neuen Sprache haben wird:

Ihre Muttersprache hat Einfluss auf das Lernen einer neuen Fremdsprache

Das Lernen einer Fremdsprache baut auf der Muttersprache auf.

Versuchen Sie Ihre Muttersprache ganz bewusst einzusetzen und immer wieder Neues dazu zu lernen.
Schnell werden Sie merken, dass Sie auch die Fremdsprache immer einfacher lernen werden.

15 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 2: Tipps zum Grammatik-Üben: Schreiben Sie Ihr eigenes
Lehrbuch!
Kennen Sie das? Manchmal ist die Arbeit mit einem Grammatiklehrwerk recht frustrierend. Sie
verstehen die Beschreibungen der Regeln nicht ganz. Die Beispiele sind schwer nachzuvollziehen. Die
Mehrheit der Beispielsätze ist so konstruiert, dass Sie diese niemals anwenden werden.

Haben Sie schon mal daran gedacht, dieses Problem zu lösen, indem Sie Ihre Grammatik einfach selbst
schreiben?

Das hätte viele Vorteile:


• Sie würden die Merkregeln besser verstehen, denn sonst wären Sie ja nicht in der Lage gewesen
diese aufzuschreiben.
• Sie können sich die Regeln merken, denn Sie haben sie selbst erarbeitet.
• Sie haben endlich Beispiele, die Sie wirklich anwenden können, denn Sie haben sie selbst
ausgewählt.

Wenn Sie sich nun sagen: „Gute Idee – aber wie soll ich das bloß machen?“, haben wir hier einige
Vorschläge für Sie.

Ehe Sie beginnen, sollten Sie sich eine ausführliche Referenzgrammatik anschaffen. (Dieses E-Book
erklärt Ihnen im Kapitel über „Arten von Grammatiken“, was eine solche Referenzgrammatik ist.)
Idealerweise haben Sie dann zwei Grammatiklehrwerke von unterschiedlichen Autoren auf Ihrem
Schreibtisch, um vergleichen zu können.

Suchen Sie sich dann ein Thema aus, das Sie in Ihrer Grammatik beschreiben möchten. Am besten
beginnen Sie mit einem Thema, das Ihnen schon gut bekannt ist und über das Sie schon einiges an
Vorwissen haben.

Mal angenommen, Sie lernen Englisch und das erste Kapitel Ihrer Grammatik soll heißen: „Die
Pluralbildung im Englischen“.

Ehe Sie in einer anderen Grammatik anfangen zu lesen, setzen Sie sich hin und schreiben Sie alles auf,
was Sie über die Bildung der Mehrzahl im Englischen wissen.

Ihr Kapitel könnte dann so aussehen:

Die Pluralbildung im Englischen:


Die Pluralbildung der englischen Substantive ist ganz einfach:
Die meisten Wörter bekommen im Plural ein -s ans Ende angehängt.

Nun haben Sie eine Regel, die Sie selbst formuliert haben und wirklich verstehen. Jetzt fehlen diesem
Kapitel natürlich noch Beispiele. Suchen Sie sich jetzt Vokabeln aus, die Sie häufig brauchen und
wenden Sie gleich Ihre Regel an.
Ihr Kapitel könnte dann so aussehen:

Die Pluralbildung im Englischen:


Die Pluralbildung der englischen Substantive ist ganz einfach:
Die meisten Wörter bekommen im Plural ein -s ans Ende angehängt.

16 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Beispiele:
a book (ein Buch) – two books (zwei Bücher)
a drink (ein Getränk) – two drinks (zwei Getränke)

Jetzt sollten Sie Ihre Grammatik mit der Referenzgrammatik vergleichen. Sind dort noch mehr
Informationen, die Sie auch in Ihre Grammatik aufnehmen möchten?
Wenn ja, sollten Sie diese nicht einfach abschreiben, sondern unbedingt auch in Ihren eigenen Worten
formulieren.

17 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 3: Tipps zum Grammatik üben: Was ist wichtig?
In einem unserer letzten Kapitel haben wir Ihnen den Tipp gegeben, sich beim Üben und Lernen von
Grammatik immer wieder zu fragen:

Ist das wirklich wichtig?


Kommt dieses Phänomen häufig vor?
Muss ich das können?

In diesem Kapitel geben wir Ihnen hilfreiche Anhaltspunkte, was man von der Grammatik einer
Fremdsprache wirklich wissen muss.

Wir möchten Ihnen zeigen, was man aus dem Grammatikteil eines Lehrwerkes zuerst lernen sollte und
was man sich getrost für späteres Lernen aufheben kann.

Der Verlauf Ihres Lernens von Grammatik sollte immer dieser Regel folgen:

Gelernt wird vom Einfachen zum Schwierigen.

Es ist schließlich kaum sinnvoll, wenn Sie damit anfangen hochkomplexe Nebensatzkonstruktionen zu
untersuchen oder den Sonderfall der Ausnahme einer selten gebrauchten Regel lernen wollen.

Halten Sie sich immer vor Augen, was das Ziel Ihrer Anstrengungen ist: Sie wollen eine neue Sprache
sprechen lernen! Sie wollen morgens einkaufen gehen und ohne Schwierigkeiten, Sprach-Barrieren und
ohne die Hilfe eines dicken Wörterbuchs ein paar Frühstücksbrötchen bekommen.

Natürlich werden Sie sich später auch mit schwierigen Grammatikphänomenen beschäftigen, beginnen
sollten Sie aber immer mit einem einfachen und grundlegendem Kapitel.

Lernen Sie zunächst das Grundlegende über die verschiedenen Wortarten einer Sprache. Sie sollten
dann diese Fragen beantworten können:

• zu den Zahlwörtern:
Wie zählt man in der Fremdsprache von eins bis hundert?
• zu den Substantiven einer Sprache:
Wie bildet man den Plural? Werden die Substantive in dieser Sprache dekliniert?
Wenn ja, wie bildet man den Akkusativ und den Dativ eines Substantivs?
• zu den Artikeln:
Gibt es einen bestimmten (der, die das) oder unbestimmten (ein, eine, eines) Artikel in dieser
Sprache?
Wenn ja, müssen diese an das Substantiv angepasst werden, auf das sie sich beziehen?
• zu den Adjektiven:
Wo stehen die Adjektive (vor oder hinter dem Wort, auf das sie sich beziehen)? Wie werden
Adjektive in dieser Sprache gesteigert? Wie wird ein Vergleich mit einem Adjektiv ausgedrückt?
• zu den Verben:
Werden die Verben dieser Sprache konjugiert? Wenn ja, gibt es unterschiedliche Klassen von
Verben?
Wie bildet man in dieser Sprache die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft eines
Verbs?

18 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Was sind die Verben, die ich häufig brauche und wie werden sie flektiert?
Gibt es viele unregelmäßige Verben?
• zu den Pronomen der Sprache:
Was sind die Personalpronomen dieser Sprache? Wie sehen die Possessivpronomen dieser
Sprache aus?
Müssen die Pronomen in dieser Sprache dekliniert werden?
• zum Satzbau:
Nach welchen Regeln ist ein einfacher Satz in dieser Fremdsprache aufgebaut?
Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt es dabei zu meiner Muttersprache?
Wie wird in dieser Sprache ein Satz verneint?
Wie stellt man eine Frage?

Wenn Sie in der Lage sind diese Fragen für Ihre Fremdsprache zu beantworten, dann haben Sie ein
solides Grundwissen und sind immer in der Lage einen klaren und verständlichen Satz zu formulieren.

19 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 4: Lernen mit dem Grammatik-Poster: So werden Sie zum
Grammatik-Star!
Heute geben wir Ihnen zwei interessante Tipps zum effektiven Lernen von Grammatik:

Lernen mit einer Pinnwand

Besorgen Sie sich eine Pinnwand und befestigen Sie diese an einer zentralen Stelle in Ihrer Wohnung.

Karteikarten und Zettel mit Informationen, die Sie lernen wollen, heften Sie an diese Wand.

1. Immer, wenn Sie an der Tafel vorbeigehen, suchen Sie sich eine Karte heraus, lesen das Wort oder
die Grammatikregel und überlegen sich dessen Bedeutung.

2. Versuchen Sie sich die Informationen auf dem Kärtchen gut einzuprägen.

3. Zum Schluss drehen Sie das Kärtchen um und heften es wieder an die Wand.

Wenn Ihre Pinnwand bald lauter leere Rückseiten zeigt, können Sie das System noch einmal in die
andere Richtung spielen: Sie lernen so lange, bis wieder alle Vorderseiten sichtbar sind.

Nach diesen zwei Durchgängen tauschen Sie die Karten gegen neue aus und fangen wieder von vorne
an.

Die gelernten Karten und Zettel sollten Sie aber nicht wegwerfen. Bewahren Sie sie auf und prüfen Sie
von Zeit zu Zeit, ob Sie die darauf festgehaltenen Regeln immer noch wie im Schlaf beherrschen.

Das Grammatikposter - die Lerninhalte sind Ihre Stars

Erinnern Sie sich an Starposter aus Jugendtagen? - Über dem Bett lächelte der coolste Sänger oder die
schönste Musikerin der Welt ...

Ähnliches machen Sie jetzt mit einem großen Blatt Papier:

• Ganz groß schreiben Sie sieben Grammatik-Regeln und Merksätze mit besonders treffenden
Beispielen dazu auf dieses Blatt. Benutzen Sie mehrere Farben, um die Regeln sinnvoll und
aussagekräftig zu illustrieren.
• Dann hängen Sie dieses Poster an einer zentralen Stelle Ihrer Wohnung auf. Der Kühlschrank
wäre vielleicht ein guter Ort dafür, denn den besucht man schließlich mehrmals am Tag.
• Lernen Sie wieder im Vorbeigehen!
• Wenn Sie alle Regeln mit den dazugehörigen Beispielen können, hängen Sie das Poster ab und
ein neues auf.
• Die gelernten Poster sammeln Sie. Wenn Sie zehn bis 15 davon haben, heften Sie diese
zusammen und basteln sich einen Kalender, von dem Sie jeden Tag ein Blatt abreißen dürfen –
sofern Sie alle Regeln darauf können.

20 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 5: Karteikarten zum Grammatiklernen

Karteikärtchen sind ein Klassiker unter den Lernhilfen. Sie haben viele Vorteile: Sie sind klein und
handlich – man kann sie also überall hin mitnehmen und sie passen in jede Hand- und Hosentasche.

Auch in Zeiten multimedialen Lernens am und mit dem Computer sind Karteikarten eine sinnvolle
Ergänzung und Hilfe beim Vokabel-Pauken. Aber nicht nur, wenn es darum geht schnell und effektiv
neuen Wortschatz zu lernen, sind Karteikarten eine große Hilfe: Auch beim Lernen und Üben von
Grammatik kann man sie ideal einsetzen.

Grammatiklernen mit Karteikarten

Wie stellen Sie die perfekten Grammatik-Karten her?

Besorgen Sie sich zunächst Karten in einem passenden Format. Wenn Sie Grammatik lernen, sollten
die Karten größer sein als die Kärtchen, die Sie zum Wortschatzlernen verwenden. Sie können solche
Karteikarten entweder im Schreibwarenhandel kaufen oder sich selbst aus einem dünnen Karton
zurechtschneiden.

Derart gut vorbereitet, machen Sie sich ans Werk und bearbeiten zunächst die Vorderseite eines
Kärtchens. Auf diese Seite schreiben Sie als Überschrift das Grammatikphänomen, das dieses Kärtchen
beschreiben soll. Darunter fassen Sie in Ihren eigenen Worten zusammen, worum es bei diesem
Phänomen geht. Ergänzen Sie noch einen Merksatz, eine Tabelle oder eine Regel, die Sie gerne wie im
Schlaf beherrschen würden.

Heben Sie die wichtigen Informationen auf dem Kärtchen mit Farbe hervor. Wenn Sie eine passende
Idee haben, zeichnen Sie eine Graphik, die das Problem illustriert.

Angenommen Sie lernen gerade Russisch und heute möchten Sie ein Karteikärtchen zu den
Personalpronomen im Russischen erstellen. Die Vorderseite Ihres Kärtchens könnte dann so aussehen:

ich, du, er, sie, es ... : Die Personalpronomen im Russischen

я ich
ты du
он er
она sie
оно es
мы wir
вы / Вы ihr / Sie
они sie

Die Personalpronomen im Russischen werden dekliniert! (Siehe passendes Kärtchen.)

Auf die Rückseite des Kärtchen schreiben Sie – und das dürfen Sie auf keinen Fall vergessen! -

21 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Beispiele, die Sie sich dazu merken möchten. Achten Sie darauf, dass die Beispiele einfach sind.

So könnte dann die Rückseite Ihres Kärtchens zu den russischen Personalpronomen aussehen:

Beispiele zu den Personalpronomen im Russischen:


Я это сделаю. Ich werde das machen.
Ты красиво обставил(а) свою квартиру. Du hast deine Wohnung schön eingerichtet.
Он потратил все свои деньги. Er hat sein ganzes Geld ausgegeben.
Она известная поэтесса. Sie ist eine berühmte Dichterin.
К сожалению, мы немного опоздаем. Wir kommen leider ein bisschen später.
Вы представить себе не можете, что я сейчас Ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich gerade
пережил(а)! erlebt habe!

Wie Sie sehen, ist es auch hier wieder wichtig, dass Sie die betreffenden Wörter markieren und optisch
hervorheben.

Sammeln Sie Beispiele für die Karteikarten

Stecken Sie dieses Kärtchen nun ein. Immer wenn Sie gerade Zeit haben, können Sie damit arbeiten.
Wenn Sie unterwegs auf einem Werbeplakat, in einem Zeitungsartikel, im Gespräch mit anderen, im
Internet oder beim Radiohören auf einen neuen und guten Beispielsatz stoßen, so schreiben Sie diesen
auf der Rückseite dazu.

So werden Sie immer mehr Kärtchen mit guten Beispielen aus dem Alltag sammeln!

Neue Karteikarten schreiben

Ein guter Tipp ist es auch, immer zwei oder drei leere Karteikarten dabeizuhaben. Jedes Mal, wenn Sie
einen Satz oder einen Ausdruck lesen oder hören, den Sie interessant finden, schreiben Sie diesen auf
eines der leeren Kärtchen. Zu Hause schlagen Sie dann in Ihrer Grammatik nach, welches
Grammatikphänomen in diesem Ausdruck vorkommt.

Schreiben Sie hierzu wieder eine Regel oder einen Merksatz auf die Vorderseite. Wichtig dabei ist, dass
Sie dies nicht einfach aus Ihrer Grammatik abschreiben, sondern das Problem in eigenen Worten
beschreiben. Sammeln Sie nun weitere Beispiele für die Rückseite der Karte.

22 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 6: Grammatik immer im Kontext mit Landeskunde lernen

Grammatik lernen heißt immer auch Landeskunde lernen und kulturellen Hintergrund recherchieren.
Oft erklärt Hintergrundwissen über das Land, die Kultur, die Religion und die Bräuche der Menschen
vieles in der Grammatik der Sprache.

Hier stellen wir Ihnen zwei interessante Beispiele vor:

„Ich, du, er, sie, es ...“: Die Personalpronomen im Thailändischen

Nennen wir zuerst die Fakten:

Im Thailändischen gibt es ...

... 25 Personalpronomen für die erste Person Singular – das macht also 25 Wörter, mit denen man „ich“
sagen kann.
... 22 Personalpronomen für die zweite Person Singular – das sind also 22 unterschiedliche Wörtchen,
um „du“ zu sagen.
... 8 Personalpronomen für die dritte Person Singular – das sind überschaubare acht Arten, um „er“,
„sie“ oder auch „es“ zu sagen.

Diese Fülle von Personalpronomen ist rekordverdächtig. Das gibt es in keiner anderen Sprache der
Welt.

Diese Vielzahl von Personalpronomen lässt sich über den Hintergrund der thailändischen Kultur
erklären: In Thailand findet Kommunikation grundsätzlich auf verschiedenen Ebenen statt. Die
Menschen sind sich sehr bewusst, in welcher Situation und auf welcher gesellschaftlichen Ebene sie
sich mit jemandem unterhalten.

Dies rührt daher, dass die thailändische Gesellschaft ursprünglich stark hierarchisch gegliedert war.
Auch wenn sich diese Trennung langsam löst und die Gesellschaftsordnung weniger starr und
stattdessen weitaus flexibler wird, hat die alte Ordnung immer noch einen großen Einfluss auf das
Denken und Sprechen der Menschen in Thailand.

Und so erklärt es sich, dass man im Thailändischen unterscheiden muss, in welcher gesellschaftlichen
Position man sich selbst und die Person mit der man spricht befindet, um immer das korrekte
Personalpronomen auszuwählen und den richtigen Ton zu treffen.

Gestern und morgen – ein interessantes Beispiel aus dem Hindi

Lassen Sie uns nun ein wenig Hindi lernen!

Wenn Sie sich näher mit dem Zeitgefüge und den Temporaladverbien im Hindi beschäftigen, stoßen
Sie schnell auf eine interessante Tatsache: Die beiden Temporaladverbien „gestern“ und „morgen“
werden mit dem gleichen Wort übersetzt. Es heißt in beiden Fällen कल [kal].

Was bedeutet das? Für einen Deutschen gibt es einen ganz klaren Unterschied zwischen einem Gestern

23 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


(das in der Vergangenheit liegt) und einem Morgen (das uns in der Zukunft erwartet). Ganz anders
erfährt ein Hindi-Sprecher dieses Zeitgefüge. Er unterscheidet nicht zwischen dem Gestern, dem Heute
und dem Morgen – er unterscheidet nur zwischen einem „Jetzt“ und einem „Nicht-Jetzt“.

Diese Unterscheidung hat ihren Ursprung in der indischen Kultur und der Religion des Hinduismus.
Der Hinduismus ist die am weitesten verbreitete und aus diesem Grund am stärksten prägende Religion
des Landes. Ein zentraler Teil der hinduistischen Lehre ist die Vorstellung eines ewigen Kreislaufes der
Wiedergeburt. Wer stirbt, wird wiedergeboren.

Und so unterscheidet die Vorstellung im indischen Sprachverständnis nur zwischen einem Jetzt
[aabhii] und einem Nicht-Jetzt, dem [kal].

Wenn man diesen Hintergrund nicht kennt, versteht man auch die Bildung der Zeiten im Hindi bzw.
das Verbsystem und seine Zeiten nicht.

Was sind Ihre Beispiele?

Bestimmt haben Sie sich beim Lesen der beiden kleinen Beispiele sofort an eigene Erfahrungen und
interessante Fakten erinnert, auf die Sie beim Lernen Ihrer Fremdsprache gestoßen sind.

Versuchen Sie deshalb nicht nur Grammatik zu lernen, sondern immer auch etwas über das Land, die
Menschen und seine Kultur zu erfahren, wenn Sie sich mit einer neuen Sprache beschäftigen.

24 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 7: Grammatiklernen mit der Assoziationsmethode
Die Assoziationsmethode, die oft zum Lernen von Vokabeln eingesetzt wird, können Sie auch beim
Lernen von Grammatik sinnvoll und gewinnbringend nutzen. Wir zeigen Ihnen wie:

So funktioniert die Assoziationsmethode

Diese Lernmethode beruht darauf, dass Sie sich neue Informationen über Bilder von Dingen merken,
die Sie schon kennen. Sie verknüpfen so Bekanntes (Dinge, Bilder und Wörter, die Sie schon kennen)
mit Neuem (Regeln, Wörter und Beispiele, die Sie lernen möchten).

Zuerst lesen und sprechen Sie die Grammatikregel oder den Beispielsatz, den Sie sich einprägen
wollen. Jetzt lehnen Sie sich zurück und lassen Sie Ihrem Vorstellungsvermögen freien Lauf.
Welche Bilder erscheinen in Ihrem Kopf ?
Welche Assoziationen tauchen bei Ihnen zum Gelesenen und Gesprochenen auf ?

Beschränken Sie sich dabei nicht auf konventionelle Vorstellungen: je schräger und ungewöhnlicher
Ihre Assoziation ist, desto besser werden Sie sich diese merken können.

Wenn Sie eine gute und aus Ihrer Sicht passende Assoziation gefunden haben, wiederholen Sie beides
(Merkregel und Assoziation) mehrfach.

Bald werden Sie erkennen, dass diese Assoziation nur eine „Brücke“ für Sie ist, um die neuen Inhalte
dauerhaft zu speichern.

Nun aber geben wir Ihnen ganz konkrete Tipps und Beispiele, wie Sie das Assoziationslernen auch im
Bereich Grammatik anwenden können.

1. Assoziationstipps zum Lernen von konjugierten Verben

Eine tolle Assoziation zum Lernen von konjugierten Verbformen ist, wenn Sie sich diese mit der Hilfe
von geometrischen Formen merken.

Nehmen wir zum Beispiel das spanische unregelmäßige Verb tener (dt. haben). Seine Formen im
Präsens lauten:
tengo (dt. ich habe)
tienes (dt. du hast)
tiene (dt. er hat)
tenemos (dt. wir haben)
tenéis (dt. ihr habt)
tienen (dt. sie haben)

In diesem unregelmäßigen Verb müssen Sie sich zwei Dinge merken: Die i-Verschiebung und die
Endung der jeweiligen grammatischen Person.

Prägen Sie sich für die i-Verschiebung folgende Form ein:

XX (1. Person Singular / Plural)

25 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


iX / Xi (2. Person Singular / Plural)
iX (3. Person Singular / Plural)

Sie sehen in der oben stehenden Form die Position des Vokals i. In der 1. Person kommt kein i vor:
Hier stehen zwei XX. In der zweiten Person steht das i im Singular in der ersten Silbe und im Plural
dann in der zweiten Silbe. In der 3. Person schließlich finden wir das I immer in der ersten Silbe.

Die Personenendungen dieses Verbs können Sie sich folgendermaßen merken:

-go
-es
-e
-emos
-éis
-en

Dazu fallen Ihnen vielleicht passende Bilder ein, wie:


Ich habe ein Go-Spiel in der Hand.
Du hast ein Essen in der Hand.
Er hat den Buchstaben „e“ in der Hand.
Wir haben Thermoskannen in der Hand.
Ihr habt ein Eis in der Hand.
Sie haben Enten in der Hand .

Wenn Sie sich auch noch den Akzent auf dem -éis merken möchten, dann stellen Sie sich ein Eis vor, in
dem ein Biskuitröllchen steckt.

2. Assoziationstipps zum Lernen des grammatischen Geschlechts eines Substantivs

Für viele Sprachen ist es ganz wichtig, dass Sie das grammatische Geschlecht eines Substantivs von
Anfang an mitlernen und stets abrufbar haben.

Im Deutschen gibt es zum Beispiel männliche, weibliche und sächliche Substantive. Sie sind
gekennzeichnet durch den bestimmten Artikel der/die/das. Im Spanischen haben Substantive entweder
ein männliches oder ein weibliches Geschlecht. Gekennzeichnet wird dies im Spanischen durch den
bestimmten Artikel el/la.
Gleiches gilt für die anderen romanischen Sprachen, das Französische, das Portugiesische und das
Rumänische. Auch dort gibt es nur ein maskulines und ein feminines Geschlecht.

Wenn Sie nun eine Sprache beginnen zu lernen, bei der Sie sich das grammatische Geschlecht eines
Substantivs von Anfang an merken müssen, so nehmen Sie die Assoziationslernmethode zu Hilfe:

Denken Sie sich hierzu ganz zu Anfang Ihres Lernens Objekte, Farben oder Formen aus, die Sie mit
dem grammatischen Geschlecht verknüpfen.
Stellen sich zum Beispiel das Substantiv in hellblau gestreift (für männliche Substantive) oder rosarot
gepunktet (für weibliche Substantive) vor. Sie verknüpfen damit sowohl die Form (gepunktet bzw.
gestreift) als auch die Farbe (hellblau bzw. rosarot) – so werden Sie das grammatische Geschlecht des
Wortes sicher nicht mehr vergessen!

Wichtig ist, dass Sie bei der einmal gewählten Art der Assoziation bleiben. Wechseln Sie nicht nach zwei

26 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Wochen zu gelb geringelten weiblichen Substantiven. Das würde Sie verwirren und die positiven
Effekte der Assoziationsmethode unterwandern.

27 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 8: Grammatiklernen mit der Notizzettel-Methode

In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie mit der Hilfe von kleinen, bunten Klebezettel
auch Grammatik lernen können.

Tipp 1: unregelmäßige Verben mit Notizzetteln üben

Wenn Sie eine Sprache lernen, in der es unregelmäßige Verben gibt, haben mit den Notizzetteln eine
gute Möglichkeit diese Verben schnell und effektiv zu lernen.

Schreiben Sie sich die unterschiedlichen Formen der unregelmäßigen Verben auf die Klebezettel.
Verwenden Sie pro Verbform einen Zettel. Auf die Rückseite des Zettels schreiben Sie die deutsche
Übersetzung der Verbform.

Wir möchten Ihnen diese Übung nun an einem ganz konkreten Beispiel zeigen:
Wenn Sie gerade die unregelmäßigen Verben im Englischen üben, lernen Sie bestimmt die Formen go
(dt. gehen) – went (dt. ging) – gone (gegangen) und do (machen) – did (machte) – done (gemacht).
Schreiben Sie diese nun auf sechs Notizzettel. Auf der Rückseite notieren Sie die deutschen
Übersetzungen.

Kleben Sie diese Zettel nun an einen Ort, an dem Sie oft vorbeikommen. Wichtig ist, dass Sie die Zettel
bunt gemischt aufkleben. Jedes Mal, wenn Sie nun hier vorbeikommen, sortieren Sie die Zettel wieder
in die richtige Reihenfolge (do – did – done etc.). Lesen Sie diese Reihenfolge nun laut vor und
sprechen Sie die deutschen Übersetzungen auch laut aus.

Wenn Sie das nächste Mal hier vorbeikommen, dann bringen Sie die Zettel wieder durcheinander.
Versuchen Sie jeden zweiten Tag eine neue Reihe von Verben dazu zu nehmen. Verbformen, die Sie
sicher beherrschen, nehmen Sie von der Wand. Diese Klebezettel können Sie aber sammeln, um sie
später zu wiederholen.

Tipp 2: Grammatikregeln mit Notizzetteln lernen

Wenn Sie gerade dabei sind wichtige Regeln der Grammatik einer Sprache zu lernen, so haben wir hier
auch noch einen guten Tipp für Sie:

Schreiben Sie sich eine Regel, die Sie sich merken wollen, kurz, prägnant und mit Ihrer eigenen
Formulierung auf einen Notizzettel.
Wichtig ist, dass Sie diese Regel auf keinen Fall einfach nur aus Ihrem Lehrwerk abschreiben. Sie
werden sie sich nur merken können, wenn Sie sie verstanden haben und selbst formulieren können.

Auf einen zweiten Klebezettel schreiben Sie nun einen Beispielsatz zu dieser Regel auf. Suchen Sie sich
hierzu einen Satz aus, der die Regel Ihrer Meinung nach besonders treffend auf den Punkt bringt und
den Sie sich gut merken können.

Verfahren Sie mit weiteren Regeln ebenso. Nun kleben Sie die Merksätze und die Beispielsätze bunt
vermischt an einem Ort auf. Wenn Sie das nächste Mal hier vorbeikommen, ist es Ihre Aufgabe jedem

28 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Merksatz das passende Beispiel zuzuordnen.

Merksatz und Beispiel, die zusammenpassen, sollten Sie dann auch immer laut vorlesen. Auf diese
Weise werden Sie sich beides schneller merken können.

Tipp 3: Flexionsmuster von Verben mit Notizzetteln lernen

Sie können diese Lernmethode beispielsweise auch beim Lernen von Flexionsmustern von Verben
anwenden. Schreiben Sie hierzu ein konjugiertes Verb auf. Jede Verbform wird auf einen eigenen Zettel
geschrieben.

Als Exempel möchten wir Ihnen ein Beispiel für die Flexion der portugiesischen Verben auf -ar geben.
Angenommen Sie lernen gerade dieses Flexionsmuster im Präsens (der Gegenwart). Schreiben Sie nun
die sechs Formen (mit den Übersetzungen auf der Rückseite) auf sechs Notizzettel.

Ihre Notizzettel sehen dann so aus: eu ando (dt. ich gehe) – tu andas (dt. du gehst) – ele/ela anda (dt.
er/sie geht) – nós andamos (dt. wir gehen) – vós andais (dt. ihr geht) – eles/elas andam (dt. sie gehen)

Kleben Sie auch diese Zettel wieder bunt durcheinander auf. Wenn Sie nun wieder an diesem Ort
vorbeikommen, bringen Sie die Zettel wieder in die richtige Reihenfolge.

Wenn Sie nun auch die anderen Zeiten (die Zukunft, die Vergangenheit, die Formen des Konjunktiv
etc.) dazunehmen und immer wieder richtig sortieren, haben Sie eine herausfordernde und sinnvolle
Übung!

29 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 9: Ein hilfreicher Tipp: Grammatikregeln visualisieren!

Die Evolution hat den Menschen gelehrt, visuelle Reize mit (oft lebenswichtigen) Informationen und
Verhaltensmustern zu verknüpfen. Bilder werden vom menschlichen Gehirn schnell und zuverlässig
gespeichert und auch gelernt.

Diese Fähigkeit des menschlichen Gehirns sollten Sie sich auch beim Arbeiten mit Grammatik und
Lernen der Regeln zu Nutze machen.

Jede Regel, jeden Merksatz und jedes Beispiel werden Sie sich schneller und dauerhafter merken, wenn
Sie diese als Bild, Symbol oder mit Farben illustriert aufnehmen.

Sie haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Grammatik zum Lernen sinnvoll aufzubereiten:

• Sie können zum Beispiel alle Regeln und Merksätze in einer bestimmten Farbe (zum Beispiel in
rot) markieren.

• Wenn Sie die Konjugation (Flexion, Beugung) von Verben lernen: Markieren Sie die Endung
mit einem Textmarker. Sie können die Flexionsendung auch unterstreichen. Wichtig ist, dass Sie
sie vom Wortstamm abgrenzen.

• Wenn Sie sich den Satzbau einer Sprache erarbeiten:


Schreiben Sie sich einen Satz auf, den Sie untersuchen möchten. Markieren Sie jede Wortart mit
einem anderen Symbol. Die Verben umkreisen Sie zum Beispiel. Um jedes Substantiv setzen Sie
ein Rechteck. Mit Dreiecken markieren Sie die Adjektive.
Bearbeiten Sie mehrere Sätze auf diese Art.
So erkennen Sie nun auf einer abstrahierten Ebene die Struktur der Sprache. Sie können zum
Beispiel nun schnell untersuchen, ob das Verb in dieser Sprache immer am Ende eines Satzes zu
finden ist, oder nicht.

• Erfinden Sie Ihre eigenen Symbole!


Wenn in dem Lehrwerk, mit dem Sie arbeiten, keine Farben oder Kennzeichnungen zu finden
sind: Erfinden Sie Ihre eigenen Symbole! Bearbeiten Sie nun jedes Kapitel auf Ihre Art.
Schnell werden Sie merken, dass Sie sich vor allem die Inhalte schnell merken können, zu denen
Sie sich selbst Gedanken gemacht haben.

• Machen Sie abstrakte Zeichnungen!


Versuchen Sie die Regeln Ihres Lehrwerkes in Zeichnungen und Bildern zu abstrahieren.

• Wenn Sie einen Text aus der Fremdsprache ins Deutsche übersetzen, so ist es wichtig, dass Sie
die zeitliche Struktur des Textes erfassen. Markieren Sie nun zum Beispiel alle Verbformen im
Präsens (der Gegenwart) in blauer Farbe. Alles, was im Perfekt (der Vergangenheit) stattfindet,
wird in grün gekennzeichnet. Das Futur (die Zukunft) mit rot angestrichen.
So können Sie schnell analysieren, ob in diesem Text zuerst eine Handlung in der Vergangenheit
stattfindet (viele grüne Markierungen). Diese Handlungen haben dann Auswirkungen auf die
Zukunft (später Wechsel zu mehrheitlich roten Kennzeichnungen).

• Benutzen Sie visuelle Metaphern:


Wenn Sie auf ein Bild stoßen, das besonders gut zu einem Grammatikphänomen passt, so
zeichnen Sie dieses neben Ihre Regeln und Aufzeichnungen. Visualisieren Sie zum Beispiel die

30 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Steigerung von Adjektiven mit einem hohen und steilen Berg, den Sie neben die Regel zur
Steigerung malen.
Verwenden Sie dieses Bild natürlich nur, wenn es Ihnen passend und einleuchtend erscheint.

• Sammeln Sie Bilder:


Wenn Sie in einer Zeitung oder einem Magazin ein Bild finden (das kann auch eine Graphik,
eine Zeichnung oder eine Karikatur sein), das Ihrer Meinung nach ein Problem gut auf den
Punkt bringt, schneiden Sie dieses aus. Legen Sie diese visuellen Stützen zu den entsprechenden
Lernunterlagen und nehmen Sie diese immer wieder heraus, wenn Sie sich mit diesem Thema
beschäftigen.

Bitte beachten Sie:

Wenn Sie einmal eine Art der Bearbeitung oder Markierung gefunden haben, mit der Sie gut lernen
können: Bleiben Sie dabei und bereiten Sie Ihren Lernstoff immer einheitlich auf. Das wird Ihnen
helfen auch weitere Fremdsprachen schnell zu lernen.

31 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 10: Grammatik üben mit Texten

Am besten üben Sie die Grammatik einer Fremdsprache anhand von authentischen Texten. Selbst die
besten Beispiele aus Ihrem Lehrwerk sind und bleiben Beispielsätze, die konstruiert wurden, um ein
bestimmtes Phänomen zu veranschaulichen. Wahrscheinlich kommen sie in einem Zeitungsartikel,
einer Werbeanzeige, einem Roman oder einer E-Mail eher seltener vor.

Wenn Sie die Grundzüge der Grammatik einer Fremdsprache schon beherrschen, bietet es sich an,
immer auch mit authentischen Texten aus dem Alltag zu arbeiten..

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Grammatik mit Texten üben?

Sammeln Sie Texte. Legen Sie sich eine Sammlung von Texten in der Fremdsprache an. Wählen Sie
dabei Themen aus, die Sie persönlich interessieren. Hier sind einige interessante Anregungen:

Tipp 1: Grammatik üben mit Wikipedia

Lesen Sie regelmäßig Einträge in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Diese Enzyklopädie arbeitet
daran, Wissen in allen Sprachen der Welt zu sammeln und kostenlos verfügbar zu machen. Viele
Einträge, die Sie in der deutschen Ausgabe aufrufen, sind auch schon in anderen Sprachen vorhanden.
Ganz links auf der Seite sehen Sie auf einen Blick, ob und wenn ja, in welchen Sprachen der Eintrag zu
diesem Thema schon erschienen ist.

Wenn Sie sich zum Beispiel den Artikel zum Thema „Grammatik“ auf Deutsch durchgelesen haben,
finden Sie dort auch Einträge auf Englisch, Spanisch, Finnisch und in vielen, vielen weiteren Sprachen.

Lesen Sie Artikel, die Sie interessieren zuerst in der Fremdsprache und dann erst auf Deutsch. So
überprüfen Sie, was Sie schon verstehen können. Sätze, die Sie gar nicht verstanden haben, kopieren Sie
in ein Textdokument. Wenn Sie einige solcher besonders schwierigen Sätze gesammelt haben, drucken
Sie sich dieses Blatt aus und beginnen Sie mit der Hilfe eines Wörterbuches und einer
Referenzgrammatik nachzuschlagen und die Sätze zu analysieren.

Tipp 2: Grammatik üben mit Texten aus Kochbüchern

Wenn Sie sich zum Beispiel für die Küche des Landes interessieren, dessen Sprache Sie lernen, so
suchen Sie nach einem Kochbuch in der Fremdsprache.
Neben nützlichem Wortschatz finden Sie in Kochbüchern bestimmt viele Beispiele für die
Konstruktion des Imperativs (der Befehlsform) in der Fremdsprache. Denn kein Kochbuch – außer Sie
haben sich für ein reines Bild-Kochbuch entschieden – kommt ohne Anweisungen aus, wie zum
Beispiel „Waschen Sie das Gemüse und schneiden Sie es klein“. In diesem Satz haben Sie nun schon die
Befehlsform der Verben waschen und schneiden gelernt.

Tipp 3: Grammatik üben mit Zeitungsartikeln

32 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Fangen Sie auch frühzeitig in Ihrem Lernprozess damit an regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften in
der Fremdsprache zu lesen. Wenn Sie sich für Politik und Zeitgeschehen interessieren, lesen Sie eine
Tageszeitung oder eine politische Wochenzeitung. Wenn Sie sich für Sport interessieren, recherchieren
Sie, ob nicht eine Sportzeitung oder -zeitschrift in dieser Sprache erscheint.

Sie haben ganz viele Möglichkeiten, Publikationen zu den unterschiedlichsten Themen im Internet zu
finden. Oft kann man Artikel dieser Publikationen kostenlos im Netz lesen oder Sie haben die
Möglichkeit einzelne Artikel zu kaufen oder ein Abonnement abzuschließen.

Im Bahnhofsbuchhandel größerer Städte gibt es zudem eine vielfältige Auswahl an Printausgaben vieler
namhafter, ausländischer Tageszeitungen und Wochenmagazine. Vielleicht finden Sie dort ja auch
welche aus dem Land, dessen Sprache Sie gerade lernen.

Wenn Sie an einem Zeitungsartikel in der Fremdsprache arbeiten, suchen Sie nach Wörtern und
Ausdrücken, die Sie nicht kennen. Schlagen Sie diese in einem Wörterbuch nach. Vergleichen Sie die
Sätze und Ausdrücke in der Fremdsprache mit dem Deutschen. Versuchen Sie dabei immer
Regelmäßigkeiten in der grammatischen Struktur der Fremdsprache zu erkennen. Strukturen und
Wendungen, die Sie nicht verstehen, sollten Sie in einer Referenzgrammatik nachschlagen.

Immer, wenn Sie eine neue Regel entdeckt haben, schreiben Sie sich diese auf eine Karteikarte. Auf der
Rückseite der Karte tragen Sie als Beispiel den Satz aus dem Artikel ein.

Tipp 4: Grammatik üben mit Romanen

Wenn Sie gerne Romane in der Fremdsprache lesen, so versuchen Sie immer wieder bewusst auf die
Zeitformen der Verben zu achten. So lernen Sie das Konjugieren der Verben schneller und außerdem
lernen Sie unregelmäßige Verbformen ganz nebenbei mit.

Eine gute Übung ist es auch, wenn Sie alle Verbformen in der Gegenwart auf einer Buchseite
heraussuchen und in einer Farbe (zum Beispiel in blau) markieren und dann alle Verbformen der
Vergangenheit in einer anderen Farbe (vielleicht grün) kennzeichnen. Alle Verbformen, die sich auf
Handlungen in der Zukunft beziehen, streichen Sie schließlich noch mit rot an. Wenn Sie jetzt auf die
Buchseite schauen, erkennen Sie die Zeitstruktur des Romans.

Wenn Sie einen Roman gelesen haben, versuchen Sie doch einmal selbst eine Zusammenfassung des
Inhalts in der Fremdsprache zu schreiben. Eine weitere gute Übung ist es, wenn Sie versuchen die
Handlung des Romans weiter zu entwickeln: Schreiben Sie doch ein kleines Kapitel – natürlich in der
Fremdsprache – das man an diesen Roman anhängen könnte.

33 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


TEIL 3: Tipps und Übungen zu
verschiedenen Sprachen
Kapitel 1: Übungen zur englischen Grammatik
Frischen Sie gerade Ihr Englisch auf ? Dazu gehört ja nicht nur das Wiederholen und Lernen von
Wortschatz, sondern auch ein wenig Grammatikkenntnisse ...

Um Ihnen einen Überblick und Hinweise zum sinnvollen Üben der englischen Grammatik zu geben,
beantworten wir in diesem Kapitel zwei Fragen:

Was ist in der englischen Grammatik leicht zu lernen?


Womit haben Deutsche beim Lernen der englischen Grammatik eher Probleme?

Was ist in der englischen Grammatik leicht zu lernen?

Vieles in der englischen Grammatik ist für einen deutschen Muttersprachler wahrscheinlich leicht zu
lernen. Das Englische kommt dem Lernenden in mancher Hinsicht stark entgegen, da es zum Beispiel
nur einen bestimmten Artikel (das the) gibt und man zu den Substantiven des Englischen kein
grammatisches Geschlecht lernen und unterscheiden muss.

Auch die Bildung der Mehrzahl im Englischen ist zum Beispiel einfach zu verstehen: Grundsätzlich
bekommen Substantive im Plural ein -s angehängt. Zur Pluralbildung sollte man sich allerdings fünf
Ausnahmen merken. Diese Ausnahmen lassen sich aber auch wieder in Regeln formulieren. Neben
diesen regelhaften Ausnahmen sollte man sich noch zehn Wörter merken, die ihre Pluralform ganz
unregelmäßig bilden.

Und hier finden Sie eine Übung zur Pluralbildung im Englischen:

Übung: Setzen Sie diese englischen Substantive in den Plural

Hier finden Sie eine Reihe englischer Substantive. Bitte setzen Sie diese nun in den Plural. Übersetzen
Sie beide Formen auch ins Deutsche.

Bilden Sie den Plural zu:


address, aircraft, baby, book, bus, child, copy, drink, house, knife, man, potato, salmon, wife, woman

Gleich im Anschluss finden Sie die Lösung zu dieser Übung.

In nächsten Abschnitt finden Sie Hintergrundwissen und die Regeln, nach denen der Plural im
Englischen gebildet wird. Wenn Sie die Aufgabe noch nicht gelöst haben, lesen Sie den Artikel bitte
jetzt nicht weiter.

34 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Hintergrundwissen: Regeln zur Pluralbildung im Englischen

Als grundsätzliche Regel zur Bildung des Plural im Englischen sollten Sie sich merken:

Der Plural englischer Substantive wird durch anhängen von -s gebildet.


Beispiele: book (Buch) – books (Bücher), drink (Getränk) – drinks (Getränke)

Es gibt aber folgende, regelhafte Ausnahmen:

1. Englische Nomen, die auf einen Zischlaut enden, bilden ihren Plural mit -es anstatt nur mit -s.
Beispiele: address (Adresse) – addresses (Adressen); bus (Bus) – buses (Busse)

2. Wenn ein -y hinter einem Konsonanten am Ende eines Wortes steht, so wird dieses -y im Plural zu
-ies.
Beispiele: baby (Baby, Säugling) – babies (Babys, Säuglinge); copy (Kopie) – copies (Kopien)

3. Bei Wörtern, die auf -f bzw. -fe enden, verändert sich diese Wortendung im Plural hin zu einem -ves.
Beispiele: knife (Messer; Sg.) – knives (Messer, Pl.); wife (Ehefrau) – wives (Ehefrauen)

4. In manchen Fällen werden Substantive, die auf -o enden, mit der Endung -oes in die Mehrzahl
gesetzt.
Beispiel: potato (Kartoffel) – potatoes (Kartoffeln)

5. Manche Substantive des Englischen haben identische Singular- und Pluralformen.


Beispiele: aircraft, sg. (Flugzeug) – aircraft, pl. (Flugzeuge); salmon, sg. (Lachs) – salmon, pl. (Lachse)

Neben diesen regelhaften Ausnahmen, gibt es noch Substantive, die den Plural vollkommen
unregelmäßig bilden. Diese muss man einfach auswendig lernen.
Beispiele: man (Mann) – men (Männer); woman (Frau) – women; andere Aussprache! (Frauen); child
(Kind) – children (Kinder); ebenfalls andere Aussprache!

Unser Tipp:

Gehen Sie auch in Zukunft immer auf diese Art an Übungen zur englischen Grammatik heran: Lösen
Sie zuerst die gestellte Aufgabe. Prüfen Sie Ihre Ergebnisse im Anschluss aber durch ein intensives
Wiederholen der bereits gelernten Regeln.

Womit haben Deutsche beim Lernen der englischen Grammatik eher Probleme?

Eher problematisch für deutsche Muttersprachler beim Lernen der englischen Grammatik sind diese
Themenfelder:

Der Unterschied zwischen some und any. Als Faustregel beim Gebrauch der beiden Wörter kann man
sich merken, dass any in Fragesätzen oder in verneinten Sätzen verwendet wird. Ebenfalls wird any in
allen Aussagen, die Unsicherheit zum Ausdruck bringen, verwendet. Some dagegen wird in allen
übrigen Fällen verwendet.

Auch ist die Bildung von Bedingungssätzen (der sogenannten if-clauses) immer wieder ein Thema im

35 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Englischunterricht. Aufgabe der Bedingungssätze ist es, zu verhandeln, was passiert wäre bzw. passiert
oder passieren würde, wenn bestimmte Voraussetzungen eingetroffen wären/ eintreffen werden/ oder
eintreffen würden. – All dies ist ziemlich vage. Dabei kann man im Englischen aber unterschiedliche
Grade dieser Ungewissheit ausmachen und so die Bedingungssätze in drei Kategorien einteilen.

Ein weiteres Beispiel wäre auch der Begriff und die Auffassung von „Zeit“ im Englischen. Daraus folgt
eine bestimmte „Zeitenfolge“, die man als deutscher Muttersprachler erst verstehen muss, um die
Zeiten im Englischen korrekt bilden zu können.

Lösung zur Übung „Pluralbildung im Englischen“


Aufgabe:

Hier finden Sie eine Reihe englischer Substantive. Bitte setzen Sie diese nun in den Plural. Übersetzen
Sie beide Formen auch ins Deutsche.

Bilden Sie den Plural zu:


address, aircraft, baby, book, bus, child, copy, drink, house, knife, man, potato, salmon, wife, woman

Lösung:

Singular/Englisch Singular/Deutsch Plural/Englisch Plural/Deutsch


address Adresse addresses Adressen
aircraft (sg) Flugzeug aircraft (pl) Flugzeuge
baby Baby, Säugling babies Babys, Säuglinge
book Buch books Bücher
bus Bus buses Busse
child Kind children Kinder
copy Kopie copies Kopien
drink Getränk drinks Getränke
house Haus houses Häuser
knife Messer (Sg.) knives Messer (Pl.)
man Mann men Männer
potato Kartoffel potatoes Kartoffeln
salmon (sg) Lachs salmon (pl) Lachse
wife Ehefrau wives Ehefrauen
woman Frau women Frauen

36 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 2: Übung zur französischen Grammatik
Nun wollen wir allen, die gerade Französisch lernen, ein wenig behilflich sein.

Ein Teilgebiet, in dem Lernende immer wieder Schwierigkeiten haben, ist ein bestimmter oder ein
unbestimmter Artikel, der zusammen mit der Präposition „de“ (dt. von) verwendet wird.

Hier erklären wir Ihnen zunächst die Unterschiede in der Anwendung und danach können Sie das
Gelernte gleich üben.

Der Teilungsartikel und das partitive „de“ im Französischen

Wenn Sie Französisch lernen, sollten Sie von Anfang an darauf achten, dass Sie lernen zwischen einem
partitiven (teilenden) „de“ und dem „de“ als eigenem Teilungsartikel (dem Partitiv) zu unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen beidem?


Das partitive „de“ besteht nur aus dem Wörtchen „de“, der Teilungsartikel (der Partitiv) hingegen
setzt sich aus „de“ und dem Artikel zusammen, bzw. bildet einen neuen Artikel.

Wann verwendet man welche Form?


Den Partitiv (oder auch Teilungsartikel genannt) wendet man an, wenn es sich um nicht-zählbare Dinge
handelt. Zu nicht-zählbaren Dingen gehören zum Beispiel Milch, Käse oder Fleisch; der Begriff der
Nicht-Teilbarkeit im Französischen schließt aber auch abstrakte Begriffe mit ein, wie zum Beispiel
„Neuigkeiten“, „Können“, „Macht“ oder „Liebe“.
Generell gilt, dass wenn etwas in Stücken vorliegt oder als ein Teil von vielen gemeint ist, der normale
Artikel angewandt wird.

Wenn dagegen etwas in diffuser Menge oder in nicht zerlegbaren Einheiten vorhanden ist, muss der
Artikel in seiner partitiven Funktion (als partitives de) stehen.

Die Formen des Artikels sehen aus wie folgt:

Der Teilungsartikel (Partitiv) im Französischen


bestimmter Artikel le la l' les
in Kombination mit de ergibt sich: du de la de l' des

Was haben Sie in der obigen Tabelle gelernt?


Sie haben bestimmt bemerkt, dass sich etwas verändert, wenn die Präposition de auf den Artikel le trifft.
Hier wird ein neues Wort „du“ gebildet.

Schauen wir uns diese Veränderung an einem konkreten Beispiel an:

Bitte übersetzen Sie den Satz „Ich trinke Milch.“ ins Französische.

Die Übersetzung lautet:


Je (dt. ich) – bois (trinke) – de + le (dt. von der) – lait (dt. Milch).
Das markierte de + le müssen Sie nun zusammenziehen zu einem du.

37 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Der Satz heißt nun korrekt:
Je bois du lait.

Hier ist eine Erklärung notwendig:


„Milch“ zählt zu den Begriffen, die unzählbare Mengen beschreiben.
In der Aussage „Ich trinke Milch.“ ist nicht klar, wie viel Milch ich trinke, sondern ich trinke etwas von
der unbestimmten Menge an Milch. Das kann ein Glas Milch sein oder ein ganzer Liter.
Hier steht der unbestimmte Artikel im Singular, denn ich kann nicht genau abschätzen, wie viel Milch
ich trinke.

Wenn ich aber hingegen Äpfel esse, so stelle ich mir vor, dass ich eine begrenzte Anzahl von Äpfeln
esse. Hier finden wir den unbestimmten Artikel dann im Plural.

Übersetzen wir wieder einen Beispielsatz: „Ich esse Äpfel.“


Auf Französisch heißt dieser Satz:
Je (dt. ich) – mange (esse) – de + les (dt. von den) – pommes (dt. Äpfel).
Das markierte de + les müssen Sie nun zusammenziehen zu einem des.
Der Satz heißt nun korrekt:
Je mange des pommes.

Die Äpfel liegen in meiner Vorstellung als einzelne Früchte vor mir. Aus diesem Grund steht hier der
unbestimmte Artikel im Plural (de + les).

Wann aber steht das „de“ in seiner Funktion als partitives „de“?

Ein partitives „de“ steht nach Verneinungen, wenn eine sogenannte Nullmenge bezeichnet wird.

Schauen wir uns den Unterschied zwischen partitivem „de“ und bestimmtem Artikel an einem Beispiel
an.

Mit einem partitiven de übersetzen Sie diesen Satz:


Deutsch: Ich esse keine Äpfel.
Französisch: Je ne mange pas de pommes.

Was ist hier gemeint?


Mit dieser Aussage meine ich, dass ich keine Äpfel esse, weil ich gestern schon so viele gegessen habe.

Nur mit einem bestimmten Artikel wird dieser Satz übersetzt:


Deutsch: Ich esse keine Äpfel.
Französisch: Je ne mange pas les pommes.

Was ist hier gemeint?


Hier ist gemeint: Ich esse nie Äpfel, weil ich sie nicht mag oder auf sie allergisch bin. Hier treffe ich
eine ganz generelle Aussage.

Lassen Sie uns das Gelernte nun anwenden und üben.

Übung zur französischen Grammatik: Übersetzen Sie diese Sätze!

38 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Übersetzen Sie bitte diese Sätze ins Französische:

1. Geben Sie mir bitte ein Kilo Bananen.


2. Gestern habe ich zu viel Sonne abbekommen.
3. Wir können Käse essen und Rotwein trinken.
4. Sie kauft keine Paprika, weil sie sie nicht mag.

Lösung zur Grammatik-Übung Französisch

Lösung zur vorangegangenen Aufgabe:

1.
Deutsch: Geben Sie mir bitte ein Kilo Bananen.
Französisch: Donnez-moi un kilo de bananes s'il vous plaît.

2.
Deutsch: Gestern habe ich zu viel Sonne abbekommen.
Französisch: Hier j'ai eu trop de soleil.

3.
Deutsch: Wir können Käse essen und Rotwein trinken.
Französisch: Nous pouvons manger du fromage et boire du vin rouge.

4.
Deutsch: Sie kauft keine Paprika, weil sie sie nicht mag.
Französisch: Elle n'achète pas de poivrons parce qu'elle ne les aime pas.

39 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 3: Übung zur niederländischen Grammatik
Lernen Sie gerade Niederländisch? Oder möchten Sie Ihre bereits vorhandenen Kenntnisse ein wenig
auffrischen oder vertiefen? Dann haben wir hier genau das Richtige für Sie!

Wir möchten Ihnen heute ein Teilgebiet der niederländischen Grammatik vorstellen, das deutschen
Muttersprachlern häufig einige Schwierigkeiten bereitet : das Passiv.

Zunächst werden wir Ihnen erklären, wie das Passiv im Präsens, Imperfekt, Perfekt und
Plusquamperfekt gebildet wird und worin hier die Schwierigkeiten für deutsche Muttersprachler
bestehen.

Anschließend können Sie gleich versuchen, das Gelernte in einer kleinen Übungsaufgabe anzuwenden.

Das Passiv im Niederländischen

Im Niederländischen bildet man jede Passivkonstruktion mit einer Form der Verben worden (dt.
werden) oder zijn (dt. sein) und einem Partizip.

Das Präsens (Gegenwart) und das Imperfekt (eine Vergangenheitsform) des Passivs werden mit
dem Hilfsverb worden gebildet.

Präsens:

ik word ich werde


jij/u wordt du wirst/Sie
werden
hij/zij/het wordt gezien er/sie/es wird gesehen
wij worden wir werden
jullie worden ihr werdet
zij worden sie werden

Achtung:
Viele deutsche Muttersprachler bringen das deutsche Hilfsverb worden mit dem niederländischen
durcheinander.

Das deutsche worden wird ebenfalls für Passivformen verwendet, jedoch nicht im Präsens, sondern im
Perfekt und Plusquamperfekt: ich bin/war gesehen worden.

Wie Sie später feststellen werden, gibt es bei der Passivbildung im Niederländischen keine
Entsprechung für dieses deutsche worden.

Imperfekt:

ik werd ich wurde

40 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


jij/u werd du wurdest/Sie
wurden
hij/zij/het werd er/sie/es wurde
gezien gesehen
wij werden wir wurden
jullie werden ihr wurdet
zij werden sie wurden

Achtung:
Auch hier besteht wieder die Gefahr, das deutsche Hilfsverb mit dem niederländischen zu verwechseln.
Im Deutschen wird werden zur Bildung des Passivs im Präsens verwendet (wir werden gesehen), im
Niederländischen hingegen für Passivformen im Imperfekt.

Das Perfekt und Plusquamperfekt des Passivs werden mit einer Form des Verbs zijn gebildet.

Beim Perfekt verwendet man die Präsensform von zijn:

ik ben ich bin


jij/u bent du bist/Sie sind
hij/zij/het is er/sie/es ist
wij zijn gezien wir sind gesehen worden
jullie zijn ihr seid
zij zijn sie sind

Achtung:
Im Niederländischen gibt es – anders als im Deutschen – keinen Unterschied zwischen dem
Vorgangspassiv und dem Zustandspassiv im Perfekt: Somit kann man de vuilnisbak is schoongemaakt
sowohl mit der Mülleimer ist sauber gemacht worden (Vorgangspassiv) als auch mit der Mülleimer ist gesäubert
(Zustandspassiv) übersetzen.

Das Plusquamperfekt wird mit der Imperfektform von zijn gebildet:

ik was ich war


jij/u was du warst/Sie waren
hij/zij/het was er/sie/es war
wij waren gezien wir waren gesehen worden
jullie waren ihr wart
zij waren sie waren

Wie bereits vorher erwähnt, existiert im Niederländischen kein Äquivalent für die deutsche
Hilfsverbform worden im Perfekt und Plusquamperfekt.
Achten Sie also darauf, dass Sie im Niederländischen nicht noch ein worden nach dem Partizip einfügen:
ik ben/was gezien worden hört sich für deutsche Ohren richtig an, ist aber falsch! Richtig lautet es ik
ben/was gezien.

41 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Nun noch ein letzter Hinweis:
Wird in einem Satz mit Passivkonstruktion der Handelnde genannt, so verwendet man im
Niederländischen immer die Präposition door:
Niederländisch: Ik werd gezien door mijn moeder.
Deutsch: Ich wurde von meiner Mutter gesehen.

Sie haben nun viel über das niederländische Passiv und seine Tücken erfahren. Versuchen Sie doch
gleich, das Gelernte in der folgenden Übung anzuwenden!

Übungsaufgabe zum Passiv im Niederländischen

Übersetzen Sie bitte folgende Sätze ins Niederländische:

1.Ich wurde von einem Hund gebissen.


2.Wir waren von ihm begrüßt worden.
3.Du wirst von uns empfangen.

Übersetzen Sie nun bitte diese Sätze ins Deutsche:

1.Mijn vader wordt opgebeld door zijn zus.


2.Zij werden daarover geïnformeerd.
3.Ik ben gezocht door mijn ouders.

Lösungen zur Übersetzungsübung Niederländisch

1. Aufgabe: Übersetzen Sie bitte folgende Sätze ins Niederländische:

Ich wurde von einem Hund gebissen.


=
Ik werd door een hond gebeten.

Wir waren von ihm begrüßt worden.


=
Wij waren begroeten door hem.

Du wirst von uns empfangen.


=
Jij wordt door ons ontvangen.

42 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


2. Aufgabe: Übersetzen Sie nun bitte diese Sätze ins Deutsche:

Mijn vader wordt opgebeld door zijn zus.


=
Mein Vater wird von seiner Schwester angerufen.

Zij werden daarover geïnformeerd.


=
Sie wurden darüber informiert.

Ik ben gezocht door mijn ouders.


=
Ich bin von meinen Eltern gesucht worden.

43 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 4: Übungen zur italienischen Grammatik
Frischen Sie gerade Ihr Italienisch auf ? Dazu gehören ja nicht nur das Wiederholen und Lernen von
Wortschatz, sondern auch ein wenig Grammatikkenntnisse ...

Um Ihnen einen Überblick und Hinweise zum sinnvollen Üben der italienischen Grammatik zu geben,
beantworten wir in diesem Kapitel die Frage:

„Was ist in der italienischen Grammatik leicht zu lernen?“

Was ist in der italienischen Grammatik leicht zu lernen?

Da das Italienische eine der fünf romanischen Sprachen ist und damit nicht direkt zur Sprachfamilie
des Germanischen gehört, gibt es viele Unterschiede zum Deutschen, hinsichtlich Wortschatz und
Grammatik.

Doch wie Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, gibt es auch ein paar Gemeinsamkeiten zum
Deutschen, die Ihnen das Erlernen der italienischen Grammatik erleichtern.

Eine Gemeinsamkeit ist z.B. die Satzstellung im Aussagesatz. Im Deutschen, wie im Italienischen,
unterliegt die Reihenfolge der Wörter dem folgenden Prinzip:

Subjekt – Verb – Objekt

Marco compra un libro. Marco kauft ein Buch.

Das Einzige, auf das Sie achten müssen, ist, dass im Italienischen das direkte Objekt, auch
Akkusativobjekt genannt, vor dem indirekten Objekt (Dativobjekt) steht.

Wenn Sie sich also einmal nicht sicher sind, können Sie sich das Objekt auch erfragen.
Anhand unseres nächsten Beispielsatzes müssten Sie nach dem Dativobjekt folgendermaßen fragen:
WEM gibt Marco ein Buch? Die Antwort darauf – Maria – lässt Sie nun wissen, dass es sich dabei um
das indirekte Objekt im Satz handelt.

Indirekte Objekte unterscheiden sich auch dadurch von den direkten Objekten, dass sie durch eine
Präposition an andere Satzteile angeschlossen werden.

Subjekt – Verb – direktes Objekt – indirektes Objekt

Marco da un libro a Maria. Marco gibt Maria ein Buch.

Übung zur italienischen Satzstellung:

Bilden Sie aus diesen Wörtern einen grammatikalisch korrekten Aussagesatz.

1) Sandra – è – di – Luigi – fratello

44 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


2) Marco – incontriamo
3) litigano – per – i - mie sorelle – giocattoli
4) una storia - a - racconta - mia bambina
5) dal – mio amico – compri - una giacca

Lösung zur Grammatik Übung Italienisch

Aufgabe:

Bilden Sie aus diesen Wörtern einen grammatikalisch korrekten Aussagesatz!

1) Sandra – è – di – Luigi – fratello


2) Marco – incontriamo
3) litigano – per - mie sorelle – i giocattoli
4) una storia – a - racconto- mia bambina
5) dal – mio amico - compri - una giacca

Lösung:

Sandra è il fratello di Luigi. Sandra ist Luigis Bruder.


Incontriamo Marco. Wir treffen Marco.
Mie sorelle litigano per i giocattoli. Meine Schwestern streiten um die Spielsachen.
Racconto una storia a mia bambina. Ich erzähle meinem Kind eine Geschichte.
Compri una giacca dal mio amico. Du kaufst eine Jacke bei meinem Freund.

45 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 5: Womit haben Deutsche beim Lernen der italienischen
Grammatik eher Probleme?

Leider – oder vielleicht auch Gott sei Dank – gibt es viele Unterschiede zwischen dem Deutschen
und dem Italienischen. Diese Unterschiede machen schließlich den Reiz aus, eine neue Sprache und
ihre Eigenheiten zu lernen. Es wäre doch langweilig, wenn alle Sprachen gleich wären!

Jedoch haben eben aufgrund dieser Unterschiede, deutsche Muttersprachler Probleme mit
bestimmten Aspekten der italienischen Grammatik.
Darunter sind auch diese Themenfelder:

Unterscheidung zwischen passato prossimo und imperfetto

Da wir im Deutschen keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen dem Imperfekt und dem Perfekt
machen, tun sich viele deutsche Muttersprachler bei der Unterscheidung dieser beiden italienischen
Zeitstufen schwer.

Als Grundregel kann man sich merken, dass das imperfetto immer bei gewohnheitsmäßigen, sich
wiederholenden Handlungen verwendet wird. Das passato prossimo hingegen benutzt man bei
einmaligen und abgeschlossenen Handlungen.

Übung zum Imperfetto und Passato Prossimo

Setzen Sie in die Lücken das imperfetto oder das passato prossimo ein!

1.Ieri sera, ________________(noi andare) cinema.


2.Mia sorella ____________(leggere), mio fratello ____________(guardare) la tv ed io
__________ (pulire) la cucina.
3.___________ (io stare) in Italia una volta.
4._____________ (io uscire) di casa, poi __________ (io comprare) il giornale e poi sono ritornata
a casa.
5.Mia sorella __________ (andare) in vacanze almeno tre volte all'anno.

Pluralbildung im Italienischen

Weitaus mehr Schwierigkeiten bereitet deutschen Muttersprachlern jedoch die Pluralbildung der
italienischen Substantive. Auf den ersten Blick erscheinen die Regeln sehr einfach:

• Wörter, die im Singular auf -o enden, bekommen im Plural die Endung -i.

• Des Weiteren bekommen Substantive mit der Endung -a im Plural die Endung -e und die
Substantive auf -e bekommen im Plural die Endung -i.

Jedoch gibt es im Italienischen viele Substantive, die Ausnahmen bilden und entweder keine

46 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Pluralform haben, sich nicht an die regelmäßige Bildung halten oder im Plural ihre Schreibweise
ändern.

Am Besten ist es, wenn Sie bei jedem Substantiv, das Sie lernen, immer gleich die Pluralform mit
dazulernen.

Übung zur italienischen Pluralbildung

Setzen Sie folgende Substantive in den Plural!

l'albero, la casa, il libro, la notte, il cane, la lettera, la camera, il film, la città, la valigia, l'amoca,
l'albergo

Lösungen zur 2. Grammatik-Übung Italienisch


Hintergrundwissen: Regeln zur Pluralbildung im Italienischen

Als grundsätzliche Regel zur Bildung des Plurals im Italienischen merken Sie sich folgendes:

•Substantive, die im Singular auf –o enden, enden im Plural auf –i.


•Substantive, die im Singular auf –a enden, enden im Plural auf –e.
•Substantive, die im Singular auf –e enden, enden im Plural auf –i.

Des Weiteren sollten Sie die folgenden wichtigen Ausnahmen kennen:

la città – le città
il caffè – tre caffè
il film – i film
il bar – i bar
l'albergo – gli alberghi
l'amica – le amiche
il tedesco – i tedeschi
la bocca – le bocche
il re – i re

Unser Tipp

Gehen Sie auch in Zukunft immer auf diese Art an Übungen zur italienischen Grammatik heran: Lösen
Sie zuerst die gestellte Aufgabe.

47 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Prüfen Sie Ihre Ergebnisse im Anschluss aber durch ein intensives Wiederholen der bereits gelernten
Regeln.

Aufgabe:

Setzen Sie in die Lücken das imperfetto oder das passato prossimo ein!

1.Ieri sera, ________________(noi andare) cinema.


2.Mia sorella ____________(leggere), mio fratello ____________(guardare) la tv ed io __________
(pulire) la cucina.
3.___________ (io stare) in Italia una volta.
4._____________ (io uscire) di casa, poi __________ (io comprare) il giornale e poi sono ritornata a
casa.
5.Mia sorella __________ (andare) in vacanze almeno tre volte all´anno.

Lösung:

Ieri sera, siamo andati al cinema.


Mia sorella leggeva, mio fratello guardava la tv ed io puliva la cucina
Sono stata in Italia una volta.
Sono uscita di casa, poi ho comprato il giornale e poi sono ritornata a casa.
Mia sorella andava in vacanze almeno tre volte all´anno.

Lösung zur Übung „Pluralbildung im Italienischen“:

Aufgabe:
Setzen Sie folgenden Substantive in den Plural!

l'albero, la casa, il libro, la notte, il cane, la lettera, la camera, il film, la città, la valigia, l'amoca, l'albergo

Lösung:

l'albero gli alberi


la casa le case
il libro i libri
la notte le notti
il cane i cani
la lettera le lettere
la camera le camere
il film i film
la città le città
la valigia le valigie
l'amica le amiche
l'albergo gli albeghi

48 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Kapitel 6: Übungen zur indonesischen Grammatik
Allen, die Indonesisch lernen, stellen wir heute ein interessantes Thema der Grammatik dieser Sprache
vor.

In diesem Kapitel lernen Sie, wie man die Mehrzahl indonesischer Substantive bildet.

Die Bildung der Mehrzahl in der Bahasa Indonesia

Die Bildung der Mehrzahl in der indonesischen Sprache gestaltet sich denkbar einfach. In der Regel
wird der Plural im Indonesischen durch eine einfache Verdopplung gebildet.

In der folgenden Tabelle möchten wir Ihnen einige Beispiele für die Pluralbildung geben:

Beispiele für die Bildung der Mehrzahl im Indonesischen:


Indonesisch Deutsch
anak, anak-anak das Kind, die Kinder
buku, buku-buku das Buch, die Bücher
orang, orang-orang der Mensch, die Menschen
kuku, kuku-kuku der Fingernagel, die Fingernägel
kata, kata-kata das Wort, die Wörter

Und jetzt sind Sie dran! Setzen Sie die folgenden Wörter in die Mehrzahl:

kaki (dt. der Fuß)


tangan (dt. die Hand)
mobil (dt. das Auto)
suami (dt. der Mann)
istri (dt. die Frau)

Aber bitte beachten Sie:

Es kommt in der Bahasa Indonesia nicht immer zu einer Verdoppelung in der Mehrzahl.

Die Mehrzahl erkennt man in diesem Fall lediglich aus dem Kontext des Satzes. Man muss also den
Satz im Ganzen verstehen, um die Mehrzahl erkennen zu können.

Dies sollen Ihnen die folgenden Beispiele zeigen:

Deutsch Indonesisch
In der Schule sitzen die Kinder auf den Stühlen. Di sekolah anak-anak duduk di kursi.
Erklärung:
Beim Plural von „Kind“ = „anak“ tritt eine Verdoppelung auf und bei „Stuhl“ = „kursi“ nicht!

49 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht


Wir werden in 12 Tagen in Surabaya ankommen. Kita datang di Surabaya dua belas hari lagi.
Erklärung:
Beim Plural von „Tag“ = „hari“ tritt keine Verdoppelung auf, aber durch den Kontext lässt sich der
Plural erschließen.
Im Geschäft kaufen die Eltern viele Bücher für Orang tua beli banyak buku untuk anak-anak di
ihre Kinder. toko.
Erklärung:
Beim Plural von „Buch“ = „buku“ tritt keine Verdoppelung auf.
Nach ungefähr 200 Metern sind Sie da. Setelah kira-kira 200 meter anda akan tiba disana.
Erklärung:
Beim Plural von „Meter“ = „meter“ tritt keine Verdoppelung auf.
Wir haben auch Salate. Kami juga punya salad.
Erklärung:
Beim Plural von „Salat“ = „salad“ tritt keine Verdoppelung auf.
Nach zwei Stunden kommen sie an. Dua jam kemudian mereka sampai.
Erklärung:
Beim Plural von „Stunde“ = „jam“ tritt keine Verdoppelung auf.

Aus den Beispielen können Sie sich noch einige Regeln merken:

1. Eine Verdoppelung beim Plural tritt nie auf, sobald sich eine näherbestimmende Zahl vor dem
Substantiv befindet.
2. Auch Mengenbezeichnungen wie „viele, alle, einige, mehrere, ...“ führen dazu, dass die Verdoppelung
entfällt.

3. Beim letzten Beispiel geht es um eine Zeitspanne. Hier entfällt ebenfalls die Verdoppelung.

Verdoppelungen gibt es aber im Indonesischen nicht nur bei Substantiven, sondern auch bei den
Adjektiven. Aber das ist ein anderes Kapitel der indonesischen Grammatik ...

50 Sprachenlernen24 – E-Book: Grammatiklernen leicht gemacht