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Entstehung der Autonomen Architektur

Analyse von und Kommentar zu Emil Kaufmanns

Von Ledoux bis Le Corbusier


Ursprung und Entwicklung der Autonomen Architektur

Seminar Klassizismus als überzeitliche Idee [SS 2011]


Institut IGMA – Institut Grundlagen Moderner Architektur
Dozent Dr. Hartmut Meyer
Referierender Evangelos-Johannes Papamatthäou / Mtr.-Nr. 2355795
Inhalt

1.0 Einführung

2.0 Claude-Nicolas Ledoux und das 18. Jahrhundert

3.0 E. Kaufmann: Von Ledoux bis Le Corbusier

3.1 Das Ende des Barocken Verbandes

3.2 Revolution und Klassizismus

3.3 Die Architektonische Autonomie

4.0 Von der Revolutionsarchitektur zur Moderne

4.1 Après le cubisme

4.2 Versuch einer neuen Klassik – Resümee

5.0 Bibliographie und Bildernachweis


1.0 Einführung

In folgender Arbeit sollen die Thesen Emil Kaufmanns zur Rolle der Revolu-
tionsarchitektur im Übergang von der historisierenden Ästhetik der vorrevo-
lutionären Zeit zur autonomen Ästhetik der Neuzeit und ihre Auswirkung auf die
Moderne diskutiert werden. Der Text, der dazu als Unterlage dient – Von Ledoux bis
Le Corbusier, Ursprung und Entwicklung der Autonomen Architektur – ist von Emil
Kaufmann in den 1930’er Jahren geschrieben, einer Zeit, in der eine junge Bau-
bewegung langsam ihren vollen Ausmaß angenommen hatte. Wie der heraldische
Name Internationaler Stil schon ankündete, beanspruchte die Moderne mehr als
eine Entwurfsmethodik zu sein; sie beanspruchte Universalität. Diese (eher geistige
als formale) Haltung ist es, die unter führenden Historikern und Theoretikern eine
rege Debatte entfachte, die heute noch ihre Kontroversen mit sich trägt.
Kaufmann beschäftigt sich in seinem Buch hauptsächlich mit Claude-Nicolas
Ledoux (1736–1806), einem Architekt der, obwohl sein Name mit der Revolutions-
architektur als synonym gilt doch keineswegs leicht einer Epoche zuzuordnen ist.
Zunächst wird anhand einer Zusammenfassung des Buches Von Ledoux bis Le
Corbusier auf Ledoux näher eingegangen. Sein Werk wird unter dem Aspekt der
Beziehung von Revolution und Architektur, sowie der Frage nach dem innersten
Wesen des Klassizismus und der Baukunst des 19.Jhd. untersucht. In einem zweiten
Teil der Ausarbeitung soll die Überleitung in das 20.Jhd. anhand eines ebenso beson-
deren Exponenten der modernen Baukunst erfolgen, Le Corbusier.
Einige Worte zu den herrschenden Tendenzen im 18. Jahrhundert und zur
Biographie von Ledoux geben eine Vorahnung auf seine Besonderheit.

2.0 Claude-Nicolas Ledoux und das 18. Jahrhundert

Die Sprache des internationalen Klassizismus entwickelte sich in der Mitte


des 18.Jhd. durch die Académie des Beaux-Arts von Paris. Die begabtesten unter den
Studenten wurden mit dem begehrten Prix de Rome und einer zweijährigen Reise
nach Rom in die Villa Medici belohnt, in der sie die alten Meister der Antike einstu-
dieren konnten. Maßgeblichen Ein-
fluss hatte auf die jungen Köpfe die
Kunst des Malers, Architekten und
Archäologen Giovanni Battista Pira-
nesi, dessen Perspektiven ein ideali-
siertes Bild der römischen Antike lie-
ferten. Der Import dieser Bilder nach
Europa durch die Studenten formte
das herrschende Schönheitsideal ei- Piranesi - Vedute des Pantheon
ner zunehmend bürgerlichen Klasse von Gelehrten, die die Ästhetik der Aufklärung,
dem englischen Picturesque und letztendlich der Revolutionsarchitektur prägen
sollten.
Étienne-Louis Boullée (1728–1799) ist der heute bekannteste der Heroen
der Revolutionsarchitektur aufgrund der außerordentlich prägnanten Ikonographie
seiner akademischen Entwürfe (wie dem Kenotaph für Newton) i. Was an seinem
Werk im Vergleich zum Barock und dem späteren Klassizismus direkt auffällt sind
die höchst atmosphärische Lichter und Schatten in die er seine Gebäude badet und
die Verwendung reiner, unverzierter geometrischer Körper, von denen er glaubte
sie sprechen direkt die menschliche Seele an.
Der Architekt war [zur Zeit der französischen Revolution] zu einem Visionär
geworden, der eine ganze neue Welt erschaffen, ein Priester der die Seelen der
Menschen verändern konnte. Eine gefährliche Rolle für einen Architekten; und
tatsächlich versuchte Boullée nie diese in der Praxis zu übernehmen. Der einzige
Architekt im 18.Jhd., der dies tat war der praktischer veranlagte und weitaus
ambitioniertere Claude-Nicolas Ledoux ii

Die Schaffensgebiete von Ledoux, der in den Jahren genau vor der Fran-
zösischen Revolution 1789 tätig gewesen ist, waren unter den vielfältigsten der
Architekten seiner Zeit. Neben einigen Privatvillen und wenigen Schlössern, baute
er ein hervorragendes Theater in Besançon, die Königlichen Salinen im heutigen
Arc-et-Senans, das Gefängnis von Aix, zahlreiche Zollhäuser in einem Zollgürtel um
Paris und sein magnum opus, ein visionäres Programm für eine Idealstadt namens
Chaux.
Ledoux unterscheidet sich von seinen Zeitgenossen in drei wesentlichen
Punkten: er war nicht in Paris und nicht in eine Architektenfamilie hinein geboren,
sondern einer bescheidenen Kaufmannsfamilie in Dormans-sur-Marne; er hat sein
Ausbildung nicht von der Französischen Akademie in Rom erlangt, obwohl er sich
für den Prix de Rome beworben hat und gescheitert ist; und er ist in seinem Leben
nie nach Rom oder Italien gereist. Man kann nicht anders als einen Zusammenhang
zwischen seiner von der herrschenden Norm der Zeit dermaßen abweichende
Formensprache, seinem entfernten romantischen Bild der römischen Antike und
seiner Vorliebe für die ländliche Umgebung mit diesen Tatsachen zu erkennen.

E. Kaufmann: Von Ledoux bis Le Corbusier

3.1 Das Ende des Barocken Verbandes

Die Zeit der Aufklärung, aus der das Bewusstsein der Architektur von Ledoux
entspringt, hatte vielfältige Äußerungen. Die ersten Neuerungen in der Architektur
fanden in Frankreich durch die Lehre und dem Bruch mit ihr statt.
Ledoux war Schüler des berühmten Architekten und Architekturhistorikers
Jacques-François Blondel (1705-1774), Enkelkindes von Nicolas-François Blondel
(1618-1686). Der alte Baumeister N.-F. Blondel war von Anbeginn misstrauisch
gegenüber den überschwänglichen Gesten des aufkommenden Barocks. Er pro-
pagierte in seinen Schriften einen Formenkanon, der aus dem Studium und der
Analyse der palladianischen Säulenordnungen entsprang. Diese mentale Einstellung
vererbte er auch dem jungen Blondel, der in seiner Lehre propagierte „vergessen wir
nie die Meisterwerke unserer großen Vorgänger nachzuahmen“.
Diese jeder Phase des Klassi-
zismus eigentümliche Orientierung an
die traditionelle Schönheitslehre –
Regelmäßigkeit, Symmetrie, Propor-
tionalität – entspringt keinem sklavi-
schen Zwang, sondern freiwilliger
Hingabe. Blondel sieht eine Gesetz-
mäßigkeit in den Proportionen und
leitet die Formen von der menschli-
J.F. Blondel – Vergleich architektonischer
ches Gestalt und der Natur ab. Darin Und menschlicher Profile
und in seiner Forderung nach Konve-
nienz als oberstes Gebot jeder gebauten Architektur nimmt er schon Ansätze des
Rationalismus des 19.Jhd. vorweg. Allerdings finden sich viele barocke Elemente bei
ihm: er hebt die Wichtigkeit der Verbindung von subalternen Elementen mit der
Gesamtmasse in richtiger Beziehung hervor, fordert, dass der Gesamteindruck gefäl-
lig und Abwechslungsreich sei, sodass ein malerischer, bildhafter Eindruck entstehe
und will die Hierarchie zwischen den einzelnen Teilen immer gewahrt wissen.
Kaufmann schreibt zur barocken Komposition:
Aus dem Zusammenwirken der beiden Motive des ästhetischen Zusam-
menschlusses und der sozialen Differenzierung ergibt sich die Gesamtform, die in
der Renaissance sich vorbereitet, doch erst im Barock zu reinster Ausprägung
gelangt, und die wir darum den Barocken Verband nennen. Die letzte Folge des
Verbandgedankens ist das aus dem Zusammenwirken der Künste entstehende
„Gesamtkunstwerk“. Renaissance und Barock geben sich als einheitliche Epochen
weiters darin zu erkennen, dass die gleichen, die Einzelformen bestimmenden hete-
ronomen Prinzipien, die Hingabe an das antike Vorbild, die Neigung zur Grenz-
überschreitung, beiden Phasen eigentümlich sind. iii

Ledoux, der sich schnell aus dem Bann seines Lehrmeisters entzieht um für
die hohe Gesellschaft, die dem talentierten jungen Architekten ihre Gunst zeigte zu
bauen, befindet sich an der Grenze zwischen der heteronomen und der nach-
revolutionären autonomen Epoche. Die formalen Auswüchse seiner Architektur sind
sonderbar. Diese provozieren oft mit der zu dieser Zeit sehr unüblichen Nacktheit
von Wänden. Barocke Motive tauchen in seinem ganzen Werk immer wieder auf,
jedoch ist die Logik der Komposition offensichtlich eine neue. Die Baukörper sind
nicht miteinander zu einem unzertrennbaren Ganzen verbunden, sondern fügen
sich nebeneinander; „aus der Einheit [wird] eine Vielheit der Teile […]“ iv.
In der Saline und Chaux ist von der lebendigen Bewegtheit eines barocken
Grundrisses nichts mehr zu spüren. Die Gebäude stehen unverbunden um den
zentralen elliptischen Platz nebeneinander. Anstelle des Verbandgedankes tritt nun
das Pavillonsystem, welches (ähnlich dem gesellschaftlichen Bild der Aufklärung) ein
Bauensemble als freie Vereinigung selbstständiger Existenzen versteht. Dieser Pro-
zess geschieht wohlbemerkt nicht un-
bewusst, sondern wird von Ledoux
auch schriftlich formuliert.
Bemerkenswert ist auch die
Auswirkung des neuen Denkens auf
den Umgang des Städtebaus mit der
Natur. Während im Mittelalter die
Straßen und Häuser sich an die Land-
schaft schmiegen, sucht man sie im
Barock und der Renaissance der Kom-
position zu unterwerfen und zu geo-
metrisieren. Bei Ledouxs‘ Plänen für Ledoux – Grundriss der Saline
die Saline wiederum bildet die natür- In Arc-et-Senans
liche Umgebung die funktionale Vor-
aussetzung für die Positionierung der Hauptverkehrsachsen:
Lage und Anlage waren durch praktische Gesichtspunkte bestimmt. Die Stadt –
Ledoux legt dies ausführlich dar – sollte ein Knotenpunkt des Verkehrs werden,
der vom Norden, von Besançon, zum Übergang über den Fluss Loue führt und in
westöstlicher Richtung aus der Verbindung der Orte Arc und Senans sich ergibt. v

Zusammenfassend:

Barocker Verband Pavillonsystem


Architekt baut für ein erwartetes Architekt baut in Hinblick auf die
Publikum, Gebäude fügen sich aus jedem zukünftige Nutzung, Gebäude fügen sich
Blickwinkel zu seinem inszeniertem Bild weder innerhalb, noch außerhalb der
zusammen Anlage zu einem Bild zusammen
Die Mitte der Anlage ist das Herz des Die Mitte der Anlage ist nur ein
Ganzen, von ihr strömt alle Bewegung geometrischer Ort, auf den sich die
und zu ihr kehrt diese zurück einzelne Teile beziehen
Alle Linien im Gebäude weisen Jeder Baukörper steht frei und
aufeinander hin eine Anlage wirkt wie abgetrennt nebeneinander, die Anlage
zusammengewachsen wirkt wie zusammengesetzt
Aus einem barocken Verband ein Teil Im Pavillonsystem gibt es keine Teile
herauszunehmen, heißt das Ganze mehr, es ist ein Verein unabhängiger
zerstören Elemente

Ein Teil ist über allen und dennoch sind Das Teil ist frei im Rahmen des Ganzen.
alle Teile eins
3.2 Revolution und Klassizismus

Die einzige direkte architektonische


Reaktion auf das revolutionäre Klima am Ende
des 18.Jhd. in Europa ist der monumentale
Klassizismus der französischen Revolutions-
architektur. Und da dieser weitestgehend auf
dem Papier blieb, ist das Werk von Ledoux die
wichtigste bauliche Äußerung des Geistes dieser
Zeit.
Tatsächlich ist er aber ein Anhänger der
Monarchie und keineswegs ein Freund der
französischen Revolution gewesen. Die Kunst-
formen entwickeln sich zwar parallel zur Gesell-
schaft, doch sind sie nicht immer von der
Staatsform abhängig. Die Zollhäuser, die einen
Gürtel von Kontrollstellen um Paris bilden
sollten, hatte Ledoux mit Enthusiasmus für das
Regime als neue prächtige Stadttore für die
Sturm auf die Zollhäuser
Stadt konzipiert. Sie gelten heute als seine Mei-
sterwerke, doch sind sie unter der Bevölkerung verhasst gewesen und wurden im
Aufruhr um 1789 gestürmt und bis auf wenige davon niedergebrannt.
Trotzdem kann man bei Ledoux wichtige Züge der Aufklärung ablesen. Man
findet sich oft an die Schriften des Reformers Jean-Jacques Rousseau (1712-1278)
erinnert. Seine Gebäude möchten ihren Nutzern dienen, diese dabei aber auch
erziehen. Vor allem die Gemeinschaftseinrichtungen, die in der Idealstadt Chaux
großzügig verteilt sind, haben die Aufgabe zur sittlichen Erhebung des Menschheit zu
führen. So sollen im Oikema – dem vielleicht eigentümlichsten Bau in Chaux: einem
Freudenhaus in der abstrahierten Form eines Phallus – die Männer durch den An-
blick der menschlichen Verwirrung den Weg zur Tugend und einer neuen, höheren
sexualen Moral finden.
Der Reformgedanke ist im Cenobile am besten ablesbar
[In] … der Waldsiedlung „Cenobile“ … sollte eine kleine Zahl von Menschen als
eine einzige Familie in der freien Natur und unter natürlichem Gesetz, ein glück-
liches Dasein führen. Alles was sie brauchte, ist vorhanden: Acker und Vieh, Weide
und Weinberge. vi
E. Kaufmann sieht eine Verbindung in der gesamten geistigen Bewegung in
Europa der Zeit und zieht in dieser idealisierende Rezeption der Natur und der grie-
chischen Antike Parallelen zu Sturm und Drang und auch dem englischen Pictu-
resque.
Bezeichnend für alle Romantik – denn so sollte man schon die leidenschaftliche
Unruhe des späten 18.Jhd. nennen und nicht erst die sentimentale Weltflucht des
beginnenden 19. – ist der Drang nach Steigerung, nach Erhöhung des Objekts: der
Wille zum Außerordentlichen. vii
Als Äußerungen dieses Willens sind auch Stimmungselemente, wie künstli-
che Ruinen, Grotten oder Tempel zu werten, ebenfalls der gigantomane Ausmaß der
Planung, der Eklektizismus, der sich die Pyramiden aus Ägypten heranzog, die
Vorliebe für einfache geometrische Körper und die Entwicklung einer neuen, funk-
tionalen Symbolik die sich nur an den autonomen Mitteln der Architektur bediente:
der architecture parlante.

Die Revolutionsarchitektur ist zwar formal vom Klassizismus der Académie


weit entfernt und bildet einen Sonderfall, jedoch führen die entscheidenden Brüche,
die diese Phase mit der bis dahin geltenden barocken Ordnung herbeiführt zu den
fruchtbarsten Elementen des Klassizismus im folgenden Jahrhundert. Der Orien-
tierung an die Zweckmäßigkeit folgt logisch auch der Prozess des schwindenden
Dekors, der in den Ländern Europas parallel zur Verbürgerlichung der Gesellschaft
graduell stattfindet, bei Ledoux aber in gewissen Fällen durch völlig nackte
Baukörper radikal zum Vorschein kommt. So auch der Typ des rechteckigen Grund-
risses, der wiederum in gleichmäßige Rechtecke unterteilt wird – entlehnt vom
griechischen Kreuz – und sich für eine rationalistische Organisation der Räume
innerhalb des Körpers anbietet.
Überhaupt darf man sich von der ‚antikisierenden Oberfläche‘ nicht in die Irre
führen lassen. Die Wiederkehr der klassischen – und vor allem der griechischen –
Antike als ästhetisches Idealbild hängt
maßgeblich mit der Entwicklung der
wissenschaftlichen Archäologie ab der
Mitte des 18.Jhd. zusammen. Dieses
Bild diente als Vehikel um eine Reihe
von neuen Ideen zum Ausdruck zu
bringen. Aufschlussreich ist hierbei die
Figur von Johann Joachim Winckel-
mann (1717–1768), der als einer der
ersten modernen Archäologen und
bedeutender Kunsttheoretiker der
Aufklärung viele Beobachtungen und Theater von Besançon im Blick des Betrachters
Behauptungen aufstellte, die sich spä-
ter als kunsthistorisch falsch erwiesen, ohne dass diese Ansichten auch im Gering-
sten ihre Prägnanz oder Wirkung einbüßen mussten.
Winckelmanns und Goethes Griechen, Victor Hugos Orientalien, Wagners Edda-
Personnagen, W. Scotts Engländer des 13. Jahrhunderts – irgendwann wird man
die ganze Komödie entdecken: es war Alles über alle Maßen historisch falsch, aber
– modern, w a h r! viii
So ist es also in dem Werk Ledoux’s nicht interessant die Erscheinung antiker
Formen an sich zu untersuchen, wie etwa im amphitheatralischen Theater von
Besançon, sondern die Absichten, die er damit hegt, ihre Hintergründe und vor
allem wie diese zum Ausdruck gebracht werden.
3.3 Die architektonische Autonomie

Hat man die Herkunft der Einzelformen, die Ledoux verwendet verstanden,
dann kann man diese leicht als Ergebnisse der dialektischen Prozesse, die seiner
geschichtlichen Periode eigentümlich sind identifizieren; Folgen des unvermeid-
lichen Untergangs des Barocks und des leidenschaftlichen Suchens der Romantik.
Was Kaufmann in seiner Analyse eher interessiert sind die Folgen der autonomen
Komposition auf die neu entstehende Architektur.
An vielen Entwürfen des Architekten fällt auf, dass sich Variationen
architektonischer Elemente baukastenmäßig zu immer neuen Lösungen zusam-
menfügen. Man sieht wie sich das Pavillonsystem – das egalitäre Arrangement von
individuellen Volumen – im Baukörper konsequent fortsetzt. Seine Teile Verselb-
ständigen sich, „bis es am Ende der Entwicklung keine Teile mehr gibt, sondern nur
unabhängige Einheiten“ ix.

Haus mit vier Belvederen (Chaux) Parc de Bellevue (Privatvilla)


Dass sich diese Einheiten wiederum ungezwungen zu so unterschiedlichen
Lösungen kombinieren lassen, signalisiert einen der wichtigsten Wandel in der
Baugeschichte. Der bis dahin geltende Kanon wird zunehmend durch eine Reor-
ganisation der architektonischen Gesetze unwirksam. Funktionale Beweggründe
bestimmen hier die Komposition, also entfremdet man sich von der antiken Form.
Dadurch ist auch die Abneigung gegen jeglichen Dekor verständlich, da dieser für
die Nutzung entbehrlich ist. An seiner Stelle treten nun neue ästhetische Gesetze. Es
wird eine Eigengesetzlichkeit des Stofflichen anerkannt, ein tektonisches Gefühl
entwickelt, zum ersten Mal stehen Elemente als bloße Bauelemente da und tragen
keinen symbolischen Wert, werden nicht anthropomorphisiert oder anderweitig
uminterpretiert. Die Bearbeitung der Materialien und ihr angemessener Einsatz
gelten als ausreichende Ausschmückung.
Diese Eigenschaften erscheinen im Fall von Ledoux in einer sehr ausgereiften
Form auf, um im Verlauf des folgenden Jahrhunderts erst zu verschwinden und sich
dann langsam im allgemeinen Bewusstsein zu entwickeln. Höchst erstaunlich ist,
dass seine Architektur wenig mit dem Klassizismus seiner Zeitgenossen gemeinsam
hat, dafür aber erstaunliche Übereinstimmung mit dem Bauhaus im 20.Jhd. aufweist.
Dass die Architektur nach der Revolutionszeit wieder nach dem traditionel-
len Kanon antikisierende Formen einsetzt bedeutet nicht, dass die Ideen der auto-
nomen Architektur verschwinden und sich nicht fortentwickeln. Diese Entwicklung
zeichnet sich im Wandel der Lehre ab.
Der Vulgarisator der neuen Lehre war der Boullée-Schüler Jean-Nicolas-Louis
Durand, dessen Bücher bald ins Deutsche und Italienische übersetzt wurden. Schon
kurz nach 1800 war es so weit gekommen, dass die Ideen, die bei Ledoux und
Boullée als elementare Ausbrüche leidenschaftlicher Naturen erscheinen, offiziell
gelehrt wurden. x
Tatsächlich ist ein Blick auf die
Lehre von Durand (1760-1834) auf-
schlussreich für das Verständnis der
Auswirkungen der Revolutionsarchi-
tektur auf die Nachwelt. Was diese
auszeichnet ist eine Typisierung aller
gängigen architektonischen Elementen
und Motive auf einem von ihm zum
ersten Mal eingeführten Raster. Du-
rands Schüler sollten diese wiederum
in einem Raster zu Entwürfen kombi-
nieren, die den jeweilige Nutzung an- Liste von Typologien in den
gepasst wurden. Es ist also eine voll- Lehrbüchern Durands
kommene Abkehr vom Gedanken der
Komposition in Ordnungen erkennbar, da diese nun bloß als tote Überlieferungen
reproduziert werden und sich nicht mehr logisch weiterentwickeln.
Ganz in diesem Geist lehrte Durand Architektur an der in der Ära Napoleons
gegründeten École Polytechnique, also einer technischen Schule und nicht der
Kunstakademie, wie es davor ausschließlich möglich gewesen ist. In seinem Unter-
richt hält er eine feindliche Haltung gegenüber kostspieligen Verzierungen. Wo
Blondel vor monotoner Planimetrie warnte, lehnt er nun jegliche Modifizierung eines
gut funktionierenden Grundrisses ab. Überhaupt habe sich ein Baukünstler nur mit
der Anordnung zu befassen. Um die richtige Anordnung zu illustrieren nimmt er
sich Negativbeispiele aus den klassischen Bauwerken, wie den Sankt Petersplatz in
Rom und den Pariser Pantheon, wahrt also auch nicht mehr den Respekt, den
Blondel den alten Meistern entgegenbringt. Er geht so weit zu behaupten, dass
Architektur ohnehin schön sei, sich also nicht zusätzlich darum bemühen müsse und
weist auf Mittel in der Konstruktion selbst hin um zu einem ästhetischen Ergebnis
zu gelangen.
Die Herangehensweise von Durand mag grob erscheinen, sein Werk typisiert
und steril, aber wenn man sich die Zeit um 1800 vor Augen führt und sie im
Vergleich zum Barock setzt, merkt man welche wichtige Neuerungen darin liegen.
Über Durands Interpretationen beeinflusste die Revolutionsarchitektur mit ihren
Ideen und ihrer rhetorischen Strenge maßgeblich den deutschen Klassizismus und
ferner die Moderne selbst.

Die Parallelen zur Modernen Bewegung sind naheliegend. Die Variationen


von Ledoux mit ihrer baukastenmäßigen Fügung erinnern an das Bauhaus, der
Entwurf auf einem Raster und die Entdeckung der Konstruktion als ästhetisches
Moment an Mies van der Rohe. Die Abkehr von den klassischen Schönheitsregeln
und die Unwirksamkeit der antiken Formen, alles Auswirkungen ohne die die
moderne Architektur nicht denkbar wäre. Kaufmann führt seinen Leser zu diesen
Feststellungen, spricht sie aber nicht aus, da er sich als Historiker nicht in der Lage
sieht aus dermaßen kleiner Distanz diese Behauptungen wissenschaftlich festzu-
stellen. Was er aber mit Sicherheit feststellt ist der endgültige Bruch mit der antiken
Form und ihr progressives verkommen nach der Zeit der französischen Revolution.

Von der Revolutionsarchitektur zur Moderne


4.1 Après le cubisme

Die Französische Revolution brachte einige der maßgeblichsten Änderungen


der Geschichte. Die Neuordnung der Philosophie, der Künste und vor allem der
Gesellschaft konnten nicht anders als eine Veränderung in der Architektur zu be-
wirken. Die aufkommende moderne Architektur des 20.Jhd. wurde durch einen
weiteren historischen Fakt gezeichnet: der Industriellen Revolution und dem ersten
Weltkrieg. Mit einer Welt in Trümmern und einer um das Mehrfache größeren
Änderung in den Maßstäben der Planung stellte sich das Problem der Masse dring-
licher denn je zuvor.
In diesem Klima erscheint 1918
der Text Après le cubisme. Es handelt
sich um das Manifest der kurzlebigen
Bewegung des Purismus, welches de-
ren Gründer Le Corbusier und der
Maler Amédée Ozenfant unterschrei-
ben. Die Moderne definierte sich von
Anfang an durch ihre aggressive Pole-
mik gegen den herrschenden Klassi-
zismus des 19.Jhd. mit Corbusier als
einen ihrer strengsten Kritiker. Inte-
ressant sind deshalb die Ansichten, die
in diesem Text ausgedrückt werden –
und schnell zum Emblem großer Teile Amédée Ozenfant - Ohne Titel
der Moderne wurden – in Zusammen-
hang mit der vorangegangenen Analyse der Thesen Kaufmanns.

Einerseits wird im Namen des Zeitgeistes verlangt, dass die abgestorbene


antike Form, die von der Académie nach wie vor reproduziert wird, der neuen
höheren Kunst weicht. Worin sich die hohe, echte Kunst zeigt, ist die Überwindung
der rein sensualistischen Komponente (die dem gastronomischen Vergnügen gleich-
gestellt wird) und das Streben nach intellektuellem Vergnügen durch die pure,
nackte Form. Andererseits wird aber wieder der antike Proportionskanon auf eine
sonderbare Art gefordert. Als Vorbild soll diesmal nicht mehr das idealisierte Bild
des griechischen Altertums dienen, denn Imitation wird als primitiv-anachronisti-
sche Methodik abgetan; stattdessen wird ein ebenso idealisiertes Bild der Wissen-
schaft eingeführt, welches Inhaltlich an romantische Interpretationen des Wesens
des griechischen Altertums angelehnt wird.
„Wenn“ sagte ein Mathematiker einst „die Griechen über die Barbaren trium-
phierten, wenn Europa, Erbe des griechischen Denkens über die Welt regiert, dann
ist es weil die Wilden grelle Farben und den Lärm ihrer Trommeln liebten, die nur
ihre Sinne anregten, während die Griechen die intellektuelle Schönheit liebten,
welche unter der sinnlichen verborgen liegt“ xi
In seinem Versuch einen positivistisch begründeten und dadurch gerecht-
fertigten Kanon herzustellen, beruft sich Le Corbusier auf eine andere Art und Weise
auf die Grundsätze des Klassizismus. Deren Erfüllung soll nun durch wissenschaft-
liche Methoden herbeigeführt werden. Harmonie bedeutet Ordnung und Präzision.
Die Gesetzmäßigkeiten der Ordnung können durch die Analyse der Naturphä-
nomene erforscht werden. Die Sinne sind Rezeptoren für diese Phänomene, die bei
korrekter Anregung nicht anders als zu ästhetischem Vergnügen führen können. Im
Grunde genommen werden die klassizistischen Prinzipien so dem Funktionalismus
untergeordnet. Die Proportionen sind keine abstrakte Norm, sondern das Ergebnis
wissenschaftlicher Arbeit. Am besten kann die anzustrebende formale Perfektion
durch die makellose mechanische Ausführung serieller Teile verbreitet werden. An
Stelle der Urhütte Laugiers tritt die industrielle Produktion.
Man darf nicht vergessen, dass sich diese Beobachtungen auf die Kunst
allgemein, nicht explizit auf die Architektur beziehen und dass die Sprache der
Manifeste am Anfang des 20.Jhd. immer gewagt und polemisch gewesen ist. Doch
bleiben diese Forderungen auch in späteren Schriften Le Corbusiers weitgehend
unverändert und tauchen verfeinert in der Zeitschrift L’Esprit Nouveau auch und vor
allem im architektonischen Kontext wieder auf.

Villa Stein, Garches, Le Corbusier – Ansicht der Eingangsfassade und Grundriss 1.OG
Bei der Umsetzung dieser Ansätze auf die Praxis werden einige Probleme
erkennbar. Die Zahlen mit den Seitenverhältnissen und der Goldene Schnitt, die er
in vielen Fällen demonstrativ auf seine Ansichten zeichnet erinnern an Palladios
Grundrisse. Doch wollen diese nicht ganz überzeugen. Wirft man einen Blick auf die
Eingangsansicht der Villa Stein in Garches und den Grundriss des 1. Obergeschosses
dazu, scheint die expressive asymmetrische Anordnung viel eher die Hauptrolle zu
spielen. Vermutlich dient ihm die Mathematik als nützliches System um Ordnung in
die neu errungene vollkommene Freiheit der architektonischen Komposition zu
bringen, ist aber praktisch als persönliche stilistische Wahl zu bewerten und nicht
als unvermeidbare Konsequenz der modernen Architektur.
Die Mathematik bringt die „tröstliche Wahrheit“ mit sich, und „man verlässt
seine Arbeit nicht ohne die Gewissheit, zur Objektivität gelangt zu sein“. xii

4.2 Versuch einer neuen Klassik – Resümee

Die Ansichten zur Kontinuität von Prinzipien und Einstellungen durch die
Kunstgeschichte hinweg sind von unterschiedlichen Theoretikern oft geäußert
worden. Heinrich Wölfflin (1846-1945) meint in seiner Wellentheorie zwei wieder-
kehrende Pole zu erkennen, die er durch einem Vergleich der Kunst in der Renais-
sance und dem Barock beschreibt. Die Analyse von Kaufmanns Text Von Ledoux bis
Le Corbusier zeigt eine Verwandtschaft der Revolutionsarchitektur zu der Moderne
auf – in diesem Fall durch den klassizistischen Pol. Zusammenfassend habe ich
folgendes zur Beziehung von Ledoux, Le Corbusier und dem Klassizismus zu be-
merken:
In einer zunehmend verbürgerlichten Gesellschaft erhoben im 18.Jhd. auch
Teile des Bürgertums einen Anspruch auf Repräsentation neben der Aristokratie.
Was aber Ledoux und die Revolutionsarchitektur der modernen Architektur vor-
wegnahmen, war die Vision die Architektursprache einer gesamten Gesellschaft zu
bilden. Wohlgemerkt waren ihre Intentionen damit diese neue Gesellschaft selbst
durch ihre Entwürfe zu formen, eine aus heutiger Sicht autoritäre und höchst
idealistische Einstellung (und der Grund dafür, warum diese Entwürfe dazu ver-
dammt waren größtenteils auf dem Papier zu bleiben). Diese war aber charak-
teristisch für die herrschende Aufbruchsstimmung und die noch lange nicht ausge-
reiften gesellschaftlichen Verhältnisse. Auch theoretisch waren die Gedanken der
Aufklärung – wie zumindest aus diesen baulichen Interpretationen hervorgeht –
noch lange nicht verarbeitet.
Die Situation war nach dem ersten Weltkrieg, in der Le Corbusier und der
Internationale Stil ihre Sprache entwickelten, gewisser Weise entgegengesetzt.
Während im 18.Jhd. die materiellen und geistigen Voraussetzungen noch nicht ge-
geben waren und die Architekten einen heroischen Gedankensprung nach vorne
versuchten, mussten sie in den 20’ern ganze Städte und Länder neu errichten und
suchten nach der Rechtfertigung in einem klassischen theoretischen Gefüge. Die
Praxis der Moderne hat mit diesem aber meist nicht übereingestimmt und musste
ihn letztendlich überwinden. Der Versuch in der Sehnsucht nach Zusammenhang
einen neuen, theoretisch fundierten Kanon mit Geltung in der Neuzeit – eine neue
Klassik – herzustellen ist letztendlich gescheitert.

Anmerkungen
i
In seinem Film “The Belly of an Architect” von 1987 stellt der Künstler Peter Greenaway wertvolle
Überlegungen zur ambivalenten Beziehung der Revolutionsarchitektur zu der Moderne anhand der
tragischen fiktionalen Figur des amerikanischen Architekten Stourley Kracklite an
ii Watkin, David: A History of Western Architecture. Laurence King Publishing; griechische Ausgabe

(freie Übersetzung) Athen, MIET; 2005, S.407f.


iiiKaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier. Ursprung und Entwicklung der autonomen

Architektur. Neuauflage Stuttgart, Gert Hatje; 1985, S.14.


iv Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.16.
v Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.17.
vi Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.37.
vii Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.25.
viii [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann, abgerufen am 02.10.2011, 19:47]

Bochmeyer / Salaquarda: Nietzsche und Wagner. Stationen einer epochalen Begegnung. 2 Bde.,
Frankfurt/M. 1994, Bd. 2, S. 1025.
ix Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.29.
x Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…, S.50.
xi Eliel / Ducros: L'Esprit Nouveau. Purism in Paris 1918-1925. New York, Harry N. Abrams, 2001,

S.157.
xii Rowe, Colin: Die Mathematik der idealen Villa und andere Essays. Birkhäuser Verlag; 1998, S.21.
5.0 Bibliographie und Bildernachweis

Bibliographie

- Watkin, David: A History of Western Architecture. Laurence King Publishing;


griechische Ausgabe (Zitate frei übersetzt) Athen, MIET; 2005.
- Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier. Ursprung und Entwicklung der
autonomen Architektur. Neuauflage Stuttgart, Gert Hatje; 1985.
- Eliel / Ducros: L'Esprit Nouveau. Purism in Paris 1918-1925. New York, Harry N.
Abrams, 2001, S.157.
- Rowe, Colin: Die Mathematik der idealen Villa und andere Essays. Basel, Birkhäuser
Verlag; 1998.
- [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann]
abgerufen im September 2011

Bildernachweis

- Piranesi - Vedute des Pantheon;


[http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Piranesi] abgerufen September 2011
- J.F. Blondel – Vergleich architektonischer und menschlicher Profile;
Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…
- Ledoux – Grundriss der Saline in Arc-et-Senans;
[http://de.wikipedia.org/wiki/Claude-Nicolas_Ledoux] abgerufen September 2011
- Sturm auf die Zollhäuser;
Philip, Klaus Jan: UM 1800: Architekturtheorie und Architekturkritik in Deutschland
zwischen 1790 und 1810. Berlin, Edition Axel Menges; 1997.
- Theater von Besançon im Blick des Betrachters;
Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…
- Haus mit vier Belvederen (Chaux)
Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…
- Parc de Bellevue (Privatvilla)
Kaufmann, Emil: Von Ledoux bis Le Corbusier…
- Liste von Typologien in den Lehrbüchern Durands
Thoenes, Christoph: Architekturtheorie. Von der Renaissance bis zur Gegenwart. Taschen
Verlag; 2003.
- Amédée Ozenfant - Ohne Titel
Eliel / Ducros: L'Esprit Nouveau. Purism in Paris 1918-1925…
- Villa Stein, Garches, Le Corbusier – Ansicht der Eingangsfassade und Grundriss 1.OG
Rowe, Colin: Die Mathematik der idealen Villa und andere Essays…