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Shri Guru Gauranga Jayatah

Begegnung mit der


Wirklichkeit

Shri Shrimad Bhaktivedanta Narayana


Gosvami Maharaja
Bitte wenden Sie sich an uns, wenn sie weitere Informa-
tionen wünschen. Zu Lesungen und Veranstaltungen unter
den nachstehenden Adressen sind sie herzlich eingeladen.

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Weitere Veröffentlichungen Ôræmad Bhaktivedânta Nârâyaëa


Gosvâmæ Mahârâjas finden sie auf shop.harekrischna.de

ISBN: 978-1-935428-17-6 1-935428-17-9


© Gaudiya Vedanta Publications 2009 (Herausgeber)
Photo Ôræmad BV Nârâyaëa Gosvâmæ Mahârâja © Subala das
Artwork Cover und Seiten 12, 18, 22, 32, 35, 38, 40, 43 © BBT
International (www.krishna.com). Benutzt mit Erlaubnis
Inhalt

Auf der Suche - 1

Der reiche Mann - 3

Die Sache mit der Seele - 6

Preis des Klagens - 8

Kannst du mir Gott zeigen? - 13

Die Frage nach dem Warum - 24

Krishna verschluckt den Waldbrand - 30

Maha-Mantra Meditation - 36
Shri Shrimad Bhaktivedanta
Narayana Gosvami Maharaja
Shrila Bhaktivedanta Narayana
Gosvami Maharaja, spiritueller
Meister und geistiger Führer der
Gaudiya-Vaishnavas, gehört zu
den einflussreichsten Lehrern
Vedischer Kultur unserer Zeit.
Er ist Schüler Shri Shrimad Bhakti-
Pragjana Keshava Gosvamis und
Weggefährte und Freund des
Pioniers des Krishna-Bewusstseins
im Westen, Shrila Bhaktivedanta
Swami Prabhupada. Als Sannyasi
(Mönch im Lebensstand der Entsagung) seit mehr als fünfzig
Jahren, bereist er fortwährend den Globus, um gläubigen
Menschen die Botschaft der Veden nahezubringen. Er ver-
öffentlichte bisher mehr als einhundert Bücher über
Theorie und Praxis der Bhakti-Wissenschaft und offenbart
sich Suchenden als ein unerschöpflicher Quell von Hoffnung,
Inspiration und spiritueller Verwirklichung.
Auf der Suche

Jedes Geschöpf sucht nach Glück. Ob Mensch


oder Tier oder Baum, alle trachten nach Glück, und was
immer sie tun, tun sie für dieses eine Ziel – glücklich zu
werden. Was ist der Grund dafür? Woher rührt dieses
niemals endende Streben nach Glück und Erfüllung?

Alle lebenden Wesen sind Teilchen des Höchsten


Glücks, Kinder des Nektars. Die indischen offenbarten
Schriften, die Veden, nennen dieses Höchste Glück ânanda-
brahma – ein anderer Name für die Höchste Persönlichkeit
Gottes, Krishna. Gott ist Glück, und Gott ist auch der
Ursprung allen Glücks. Deshalb, weil unser gemeinsamer
Ursprung Glück ist, liegt es in unserer Natur, Glück und
Freude zu genießen. In der Taittiriya-Upanishad, einer
Vedischen Schrift, liest man den folgenden Vers:

1
yato vâ imâni bhûtâni jâyante, yena yâtâni jævanti, yat
prayanty abhisaç-viôanti, tad brahma tad vijijñâsasva

„Ihn, von dem alles ausgeht, der alles erhält und in den
am Ende alles eingeht, kennt man als Brahma.“

Wir sind Teilchen jenes Brahma, jenes Höchsten


Glücks, und darum ist es natürlich für uns, nach Glück zu
streben, kein Mensch mit klarem Geist versucht, unglücklich
zu werden. Aber warum ist Glück so schwer zu fassen?
Warum begegnen uns Schmerz und Kummer, Probleme,
Tragödien und Leid? Jeder, ob groß oder klein, berühmt
oder unbedeutend, fühlt sich unerfüllt. Selbst die Reichen,
Begehrten, Gelehrten, Berühmten und Mächtigen suchen
nach mehr Glück und Erfüllung; Präsidenten und Könige
der Vergangenheit und Gegenwart, Napoleon Bonaparte,
die Könige von England, die deutschen Kaiser – sie waren
oft tief unglücklich.
Es gibt Glück in dieser Welt, aber dieses Glück ist
von kurzer Dauer und nie unvermischt. Es hält nicht lange
an und es ist nicht vollkommen und nicht rein. Gleichgültig,
welchen Ort der Welt man aufsucht, man begegnet einer
endlosen Vielfalt von Leiden und findet nirgendwo immer-
währendes Glück. Um das anschaulich zu machen, führen
die Upanishaden das Beispiel Yagjavalkyas an.

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Der reiche Mann
Yagjavalkya war ein selbstverwirklichter Weiser,
der am Hofe des großen Maharaja Janaka diente. Yagja-
valkya war als Philosoph und Schriftgelehrter berühmt.
Er hatte zwei Frauen geheiratet, Maitreyi und Katyayani,
und als er seinen Lebensabend näherrücken sah, sprach er
eines Tages zu ihnen:
„Viele Jahre habe ich meine Ehepflichten erfüllt;
ich habe es zu Vermögen gebracht, besitze Gold und Vieh
und habe Kinder großgezogen. Ich möchte jetzt meinen
Besitz unter euch aufteilen, so dass ihr den Rest eures
Lebens sorglos verbringen könnt. Ich möchte euch um
die Erlaubnis bitten, mich von der Welt zurückzuziehen;
es ist mein Wunsch, in den Wald zu gehen und mich ganz
in die Meditation über Para-Brahma, die Höchste Persön-
lichkeit Gottes, zu vertiefen.“
Katyayani zeigte sich willig und verständig. „Geh
in Frieden“, sagte sie. „Du möchtest über den Höchsten
Herrn meditieren; das ist ein edles Ziel. Als mein Mann
warst du stets für mich da und hast für mich gesorgt, wie
könnte ich dir jetzt im Wege stehen?“

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Maitreyi dagegen antwortete: „Bitte erlaube mir
zuvor eine Frage. Warum, so sag mir, zieht es dich in den
Wald? Bist du nicht zufrieden mit all dem Gold und Besitz,
die du dein Leben lang erarbeitet hast? Bist du nicht
erfüllt inmitten deiner Familie, Freunde und Verwandten?
Haben dich diese Dinge nicht glücklich gemacht?
Yagjavalkya sprach darauf: „Deine Frage erfreut
mich sehr! Du bist wahrhaftig eine keusche Gattin. Diese
Frage ist dasselbe Thema, mit dem sich all die Veden und
Upanishaden befassen. Gold und Besitz sind ungeeignet,
uns glücklich zu machen. Geld und was man sich damit
kaufen kann, können unsere wahre Sehnsucht nicht stillen.
Wir sind Teilchen des Höchsten Herrn, des Ursprungs aller
Freude, und darum finden wir Glück und Zufriedenheit nur
bei Ihm. Der Höchste allein schenkt uns Erfüllung; darum
verlangt es mich danach, Ihn zu erreichen.“
Yagjavalkya erklärte: „Dienst zum Höchsten ist
wahres Glück. Na alpam sukhaç, bhûmâ eva sukham –
‚Die Freuden dieser Welt sind unbedeutend und flatterhaft.’
Raso vai saå – ‚Der Höchste Herr aber, Shri Krishna, ist die
Quelle aller Freude, Er ist das Glück in Person.’ Deshalb
möchte ich mich Ihm zuwenden.“

Materielles und spirituelles Glück sind vollkommen


gegensätzlich. Im materiellen Bewusstsein versucht man

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materielle Dinge für sich zu genießen, die eigene Person
steht im Mittelpunkt. Im spirituellen Bewusstsein hingegen
schenkt man Krishna Freude und erfährt dadurch selber
spirituelle Glückseligkeit. Wahres Glück, spirituelle Freude,
stellt sich erst dann ein, wann man den Höchsten Herrn
zufriedenstellt. Die Vedischen Schriften beschreiben Gott als
Liebe. Das echte Glück entsteht aus Liebe. Ohne zu lieben
gibt es keine Möglichkeit, glücklich zu sein, und anders-
herum, wenn wir rein und selbstlos lieben, das heißt, wenn
wir unsere Liebe und Zuneigung auf den Höchsten richten,
werden wir ganz von selber glücklich.
Wir leben heute im Kali-Yuga, dem „eisernen“ oder
„Industriezeitalter“. Es ist das Zeitalter neuer Erfindungen
und Entdeckungen, in Telekommunikation, Fahrzeugbau
und anderen Industrien. Wir können in wenigen Stunden
um die Welt fliegen, wir greifen nach dem Mond, dem
Mars und dem Jupiter. Wir sehen im Wohnzimmer, was
auf der anderen Seite der Welt geschieht, schauen das
Fußballspiel live aus Australien und hören die Rede des
Präsidenten aus dem Weißen Haus. Wenn unsere Augen
ihren Dienst nicht mehr tun, kann ein Chirurg sie durch
andere ersetzen.
Aber ungeachtet dieser denkwürdigen Errungen-
schaften kämpft die Menschheit mit immer mehr Pro-
blemen. Wir werden materialistischer und gieriger. Die

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Wissenschaft kann uns nicht davor bewahren, alt zu
werden und zu sterben. Die Politik sieht sich außerstande,
Krieg und Terrorismus einzudämmen. Neue Krankheiten
und Seuchen tauchen auf, wie Aids und SARS, die die
Menschen dahinraffen. Und wir leben mehr und mehr in
Angst.
Warum hat die Wissenschaft versagt? Sie hat ver-
sagt, weil nur dem Namen nach fortgeschrittene Wissen-
schaftler nicht die Seele verstehen, das transzendentale,
eigentliche Selbst. Zuerst einmal sollten wir wissen, wer
dieses „Ich“ ist, dieses Selbst, das sich nach Liebe und
Zuneigung sehnt.

Die Sache mit der Seele

Es gab einmal einen König mit Namen Sujagja.


König Sujagja war ein mächtiger Monarch, der nicht nur
der Herrscher über die Erde sein wollte, sondern auch
Herr über die Elemente: das Feuer, das Wasser und die
Luft. Aber er fand einen plötzlichen Tod und seine Frau

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beklagte und beweinte sein Ableben, und mit ihr klagten
und trauerten auch seine Söhne und Töchter und der
ganze Staat. Zu jener Zeit geschah es, dass ein Sadhu, ein
Heiliger, hinzutrat und nach dem Grund für die Trauer
fragte.
„Der König ist von uns gegangen!“, wurde ihm
geantwortet.
„Der König ist gar nicht fort“, wunderte sich der
Heilige. „Er liegt hier vor euch; ihr könnt ihn ansprechen.“
„Nein, nein, er ist tot!“, kam die Antwort. „Die
Seele hat den Körper verlassen!“
„Nun, vielleicht kommt die Seele bald zurück“,
schlug der Sadhu vor.
„Das ist unmöglich. Sie wird niemals zurück-
kommen; deshalb sind wir ja so unglücklich!“
„Dann beweint ihr also nicht diesen Körper,
sondern die Seele?“, fragte er.
„Ja, wir weinen um die Seele, nicht um diesen
Körper.“
„Dann könnt ihr mir, liebe Leute, sicher berichten,
wie die Seele aussah, die den Körper verlassen hat? Welche
Farbe hatte sie, und wie groß war sie und wie dick? Wie
war sie beschaffen?“
„Wir wissen es nicht. Wir haben sie nie gesehen.“

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„Ihr habt sie nie gesehen?!“, rief der Sadhu jetzt.
„Ihr habt sie nie gekannt?!“ Welchen Sinn hat dann euer
Klagen? Wie viele Menschen sterben Tag für Tag, die ihr
nie gesehen habt und die ihr nie gekannt habt, und ihr
weint ihnen keine Träne nach! Und wenn ihr um den
Körper weint, welchen Sinn hat dann euer Klagen? Ist es
nicht der Lauf der Dinge, dass Körper geboren werden,
altern und sterben? Kann jemand das Schicksal aufhalten?“

Preis des Klagens


Er sprach weiter: „Kennt ihr die Fabel von den zwei
Tauben? Ich will sie euch erzählen. Ein Vogelpaar, zwei
Tauben, die ein halbes Dutzend Junge in ihrem Nest groß-
zogen, flogen jeden Tag auf Futtersuche, um die hungrigen
Schnäbel zu füllen. Einmal kamen sie in einen idyllischen
Wald, in dem ein Flüsschen plätscherte und grünes Gras
in Fülle wuchs. Sie setzten sich auf einen Ast, schauten
herum, und die Taube sah im Gras blinkende, lockende
Reiskörner. „Mein Gemahl“, gurrte sie. „Hier ist das Essen
für uns und unsere Kinder. Worauf warten wir noch?“

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Ihr Mann zögerte: „Etwas stimmt hier nicht,
Liebste. Es gibt kein Reisfeld in der Nähe und auch keinen
Händler. Vielleicht hat ein Jäger eine Falle gestellt. Besser
suchen wir uns anderes Futter.“
Aber sie wollte nicht hören. Sie drängte und stieß,
und als ihr Mann partout nicht kommen wollte, flog sie
endlich alleine los, ließ sich bei den Reiskörnern nieder und
begann zu picken. Der Jäger aber, ein stämmiger finsterer
Kerl, der sich hinter den Bäumen versteckt hatte, frohlockte,
zog an seinem Strick, und die Taube saß in der Falle.
Wie war da der Schrecken groß! Die Taube schrie
und klagte und der Täuberich, der alles um sich herum
vergaß, flog zu ihr, klagte ebenfalls und sie rieben ihre
Schnäbel aneinander. „Wer soll jetzt unsere Kinder groß-
ziehen“, jammerte er. „Was ist ein Vater ohne die Mutter?
Ich wünschte, ich wäre im Netz und du in Freiheit, dann
wären die Kleinen gerettet!“
Natürlich half sein Jammer nichts. Der Jäger, der
zusah, wie die beiden Vögel, vor allem der männliche, vor
Klagen blind und wie von Sinnen waren, frohlockte. Er
nahm Pfeil und Bogen auf und durchschoss mit einer raschen
Handbewegung das Herz des Täuberichs. Der Vogel war
auf der Stelle tot, und der Jäger kam schnell gelaufen und
tötete auch die Taube im Netz, band die Füße der beiden
aneinander und machte sich auf den Heimweg.“

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„Ihr gleicht diesen beiden Vögeln“, tadelte der
Sadhu. „Ihr trauert und klagt, aber ihr seht nicht, dass der
Tod auch hinter euch steht. Eure Ahnen, Großväter und
Väter sind tot, aber ihr benehmt euch, als könntet ihr ewig
leben. Essen, Trinken und Genießen, das ist euer Leitsatz.
Alle eure Aufmerksamkeit gilt dem Körper und ihr ver-
schwendet keinen Gedanken daran, die Seele zu verstehen.“
Mit diesen Worten verschwand der Sadhu.

Zuerst einmal müssen wir also verstehen, dass wir


als Seele vom Körper verschieden sind. Die Seele hat ihren
Sitz im Herzen und ist vom physischen und psychischen
Körper bedeckt. Man darf sich mit diesem materiellen
Körper nicht identifizieren. Die Seele ist von gänzlich anderer
Natur als die Materie, sie ist von ihrem eigentlichen Wesen
her Krishnas ewiger Diener. Moderne Wissenschaft besitzt
keine Vorstellung von der Seele und ihrem transzendentalen
Körper, sie hat es nicht einmal geschafft, die Psyche und den
Verstand richtig zu erfassen und zu erklären. Obgleich sie
sich damit brüstet, fortschrittlich zu sein, hat sie die Bedürf-
nisse des Körpers ins Uferlose getrieben und die Seele kom-
plett vernachlässigt. Das eigentliche Problem ist, dass die
Menschen Gott nicht länger lieben: darum kennen sie auch
keine Liebe und Zuneigung untereinander. Jeder ist sich
selbst der Nächste.

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Ehepartner leben nicht länger miteinander, Schei-
dung wird zur Alltagsangelegenheit. Eltern trennen sich
von ihren Kindern und Kinder verlassen ihre Eltern. Wir
verschreiben uns sorglos dem Genießen und dem Spaß-
haben. Aber keine Seele wird je im materiellen Körper glück-
lich werden. Das menschliche Leben ist dafür gedacht,
einen Ausweg aus dem Gefängnis des Körpers zu finden,
dem es bestimmt ist, alt zu werden und zu vergehen. Die
Seele dagegen ist ewig. Wir verstehen das Offensichtliche
nicht und verschwenden daher unsere Zeit mit Unsinn wie
Fleischessen, Trinken und der Befriedigung unserer Lust –
wir jagen dem Glück hinterher, aber laufen in die Arme
des Alters, das uns kläglich degradiert. Wir bilden uns ein,
Glück zu kosten, aber schlucken im Grunde die bittere Pille
des Leids.
Wenn die Wissenschaft von heute sich auf ein
wahrhaft fortschrittliches Niveau erhebt, wird sie dem
Altern und dem endlosen Kreislauf von Geburt und Tod
Einhalt gebieten können, vorher jedoch nicht. Dafür muss
sie bei der zeitlosen Vedischen Kultur Anleihe nehmen. An
vielen Stellen der Veden und Upanishaden wird erklärt,
dass wir von der ursprünglichen Persönlichkeit abstammen,
dass wir winzige Teilchen Gottes sind.

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Kannst du mir Gott
zeigen?
Wer ist eigentlich dieser Gott, dieses urerste höchste
Wesen? Die drei verschiedenen Buchstaben im Wort Gott,
G-O-T, stehen für G-enerator, O-perator und T-erminator:
den Schöpfer, Lenker und Vernichter. Dieselbe Schluss-
folgerung findet sich auch in den Veden wieder: athâto
brahma jijñâsâ; janmâdy asya yataå. Man sollte Gott als
die Höchste Person verstehen, vollkommen in Seiner trans-
zendentalen Gestalt und Seinen transzendentalen Eigen-
schaften. Er ist Einer ohne einen Zweiten, oder, mit anderen
Worten, es kann keine verschiedenen Götter geben; einen
in Amerika und einen in Indien. Der Gott der Christen, der
Gott der Muslime und der der Hindus sind nicht verschie-
den, Gott ist Einer. Je nach den verschiedenen Sprachen,
Kulturen und Gesellschaften kennt man Ihn unter unter-
schiedlichem Namen. Atheisten glauben nicht an Gott,
sie glauben an die Natur – dass alles aus ihr entstanden
ist und alles in sie eingeht –, aber diese Natur ist im
Grunde Gottes Energie. Und das Formlose, Unerklärliche
und Alldurchdringende, das die Buddhisten verehren, ist
der Schatten dieser Höchsten Person. Gott aber ist Einer.

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Es lebte einst ein König, der Freude daran fand,
über Psychologie, Soziologie und Philosophie zu diskutieren.
Er unterhielt an seinem Hof eine Anzahl von Ratgebern
und Brahmanas, die ihm in Regierungs- und allen anderen
Fragen zur Seite standen. Eines Tages suchte er die Antwort
auf die Frage: „Wo ist Gott und was tut Er?“ Er bat einen
seiner Minister, ihm den Sachverhalt zu erklären, doch
dieser geriet in Verlegenheit. „Wo ist Gott und was tut
Er?“ Das war eine schwierige Frage. Er bat den König um
Aufschub: „Majestät, bitte gebt mir eine Woche Zeit.
Dann werde ich euch antworten.“
Der Minister vergrub sich in seine Bücher. Zwei, drei,
vier Tage vergingen, und er konnte nicht mehr schlafen.
Dunkle Ränder standen unter seinen Augen und bald
konnte man ihm die Besorgnis am Gesicht ablesen. Nach
sechs Tagen bekam er es mit der Angst zu tun, denn er
hatte ja versprochen, am nächsten Tag zu antworten. Er
hatte einen kleinen Sohn von sechs Jahren, dem seine
Sorgen nicht verborgen blieben. Der fragte: „Lieber Vater,
was bereitet dir solchen Kummer?“
Der Minister seufzte tief: „Ich habe dem König
versprochen, nach sieben Tagen auf seine Frage zu ant-
worten, aber immer noch weiß ich die Antwort nicht.
Morgen muss ich am Hofe erscheinen.“

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„Wie lautet denn die Frage, Vater?“
„Wo ist Gott und was tut Er.“
Da hellte sich das Gesicht des Kleinen auf. „Ach
Vater, mach dir keine Sorgen. Wenn du morgen zum König
gehst, dann nimm mich mit und erkläre: ‚Eure Majestät,
warum stellt ihr mir so eine leichte Frage. Das ist keine
Herausforderung für mich. Etwas Anspruchsvolles wäre
mir lieber. Vielleicht kann ich euch in Astrologie oder
Vedanta-Philosophie behilflich sein, oder in Sanskrit-
Grammatik? Eure Frage ist so einfach, selbst mein kleiner
Sohn kann sie beantworten.’“
Der Minister, der die Antwort nicht wusste, fügte
sich in sein Schicksal. Am nächsten Tag nahm er den Jungen
mit an den Hof, wo die Gesellschaft schon versammelt
war. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden,
neugierig, die Antwort zu hören.
Es war sehr still, als der Minister und sein Junge
vortraten und der König mit lauter Stimme die erwarteten
Worte sprach: „Mein lieber Minister, wo ist Gott und
was tut Er?“
„Majestät, eure Frage erstaunt mich“, entgegnete
dieser beherzt. Ich hatte erwartet, ihr würdet mich über
Astrologie befragen, oder über Vedanta und Sanskrit-
Grammatik. Etwas Schwieriges. Aber eine einfache Frage

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wie diese bereitet selbst meinem kleinen Sohn kein
Kopfzerbrechen.“
Der König staunte. „Euer Sohn kann antworten?“
„Oh ja!“
Der Herrscher schaute interessiert von seinem
Thron herunter. „Tritt näher, kleiner Brahmana. Bitte gib
uns Antwort auf unsere Frage.“
Der Junge erwiderte: „Ich werde Euch antworten,
aber lasst bitte zuvor einen Krug voll Milch bringen.“
Der König gab seinen Dienern einen Wink und das
Gewünschte war gleich gebracht. „Mein verehrter König,
befindet sich in diesem Krug Butter?“ fragte der Junge jetzt.
Der Angesprochene grübelte. Das war eine schlaue
Frage. Nach einigem Überlegen gab er sein Urteil: „Gewiss
gibt es Butter in diesem Krug!“
„Wo ist die Butter, mein König?“
„In jedem Molekül dieser Milch existiert Butter.“
„Aber ich kann sie nicht sehen. Könnt ihr es mir
beweisen?“
Der König war um die Antwort nicht verlegen.
„Nun, alles was nötig ist; man muss die Milch ausrahmen
lassen und dann den Rahm abschöpfen und buttern. Jetzt
kann man die Butter nicht sehen, aber wenn der Rahm
lange genug geschlagen wird, kommt die Butter zum
Vorschein und es wird ersichtlich, dass sie die ganze Zeit

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über darin gewesen ist.“
„Damit, mein König, habe ich eure erste Frage
beantwortet.“
Derselbe schaute betreten: „Verzeih mir, aber ich
verstehe nicht, wie das meine Frage beantwortet?“
„Ihr habt gefragt, wo sich Gott befindet, und die
Antwort lautet: In jedem Molekül des Universums. Gott
ist überall. Und wenn ihr einwendet, dass ihr ihn nicht
sehen könnt, so erwidere ich, dass ihr dem nötigen Vorgang
folgen müsst, um Ihn zu erkennen. So wie die Sahne
gequirlt werden muss, um die Essenz, die Butter sichtbar
zu machen, so muss die Welt gequirlt werden, damit sich
die Essenz allen Daseins vor uns zeigt. Wenn euer Ziel darin
besteht, Butter zu bekommen, dann ist der geeignete Vor-
gang das Quirlen von Sahne. Wenn euer Ziel darin besteht,
Gott persönlich zu begegnen, dann ist der geeignete
Vorgang das Chanten (Lobpreis, Singen, Beten oder Auf-
sagen) Seiner Namen: Hare Krishna Hare Krishna Krishna
Krishna Hare Hare, Hare Rama Hare Rama Rama Rama
Hare Hare. Dieser Mantra ist unbegreiflich mächtig und er
ist der Weg, durch den der alldurchdringende Herr sich
uns offenbart.“
Der König war gefesselt. „Eine wunderbare
Antwort. Aber bitte beantworte auch die zweite Frage.
Ich bin begierig zu wissen: Was tut Gott?“

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Da wurde der Junge ernst. „Ich belehre euch
über spirituelle Wahrheit und handle als euer Guru, euer
spiritueller Lehrer. Unsere Vedische Kultur befiehlt, den
Guru zu ehren und sich ihm unterzuordnen, ihr aber sitzt
auf eurem hohen Sitz, während ich hier unten stehe.“
Augenblicklich stieg der König von seinem Thron
herunter und bat mit gefalteten Händen den Brahmana,
dort Platz zu nehmen. Dann schaute er zu ihm herauf und
fragte demütig: „Wenn ihr mich für qualifiziert erachtet,
dann gebt mir bitte Antwort auf meine Frage.“
Der Junge lächelte und sagte: „Genau das!“
„Wie… Was? Was meint ihr damit?“ Der König
war verwirrt.
„Wer heute König ist, wird morgen zum gewöhn-
lichen Mann, und wer heute Bettler ist, wird morgen
König! Wer heute im Himmel wohnt, geht morgen zur
Hölle, und wer heute in der Hölle lebt, kommt morgen
in den Himmel. Die Armen von heute sind die Reichen
von morgen und die Reichen von heute sind morgen arm.
Die Jungen werden alt und die Alten werden wieder
jung – das nennt man Karma, Schicksal. Jeder in dieser
Welt muss wandern, von einem Umstand zum nächsten,
vom höchsten Gipfel bis zum Grund. Aber wer sorgt
dafür? Wer koordiniert dieses gewaltige Zusammenspiel?

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Wer sorgt dafür, dass jeder genau die Früchte seiner eige-
nen Handlungen erntet, nicht mehr und nicht weniger?
Das ist Gottes Werk. Gott ist der höchste Lenker, Ishvara,
und Er stellt sicher, dass es eine universale Gerechtigkeit
gibt. Alles bewegt sich in vollkommener Harmonie, wie
ein Orchester, in dem der Höchste dirigiert.“
Der König war hochzufrieden; seine beiden Fragen
waren damit beantwortet.

Der Höchste Herr ist Einer, Er ist derselbe Gott für


Christen, Muslime, Hindus und alle anderen. Es kann nicht
verschiedene Götter geben. Genau wie die gleiche Sonne
und der gleiche Mond auf die ganze Welt scheinen, so
gibt es einen Gott für alle. Wie sollte es anders sein?
Wenn es viele Götter gäbe, hätten sie ein Problem mit
Gebiets- und Herrschaftsansprüchen. Es gibt einen Gott,
aber entsprechend der Sicht des Gottgeweihten erscheint
Er unterschiedlich.
Man könnte ja behaupten, es gäbe verschiedene
Monde. Fünfzehn Tage lang nimmt der Mond allmählich
zu und wird zum Vollmond. Dann nimmt er wieder ab
und ist am Neumondtag überhaupt nicht zu sehen. Die
„verschiedenen Monde“ sind in Wahrheit nicht verschieden,
nur die Namen – Vollmond, Halbmond, Mondsichel und

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Neumond – sind unterschiedlich. Genauso gibt es nur
einen Gott, obwohl es viele zu geben scheint, weil unwis-
sende Verehrer nicht über die Grenzen ihrer jeweiligen
Kultur und Sprache hinauszuschauen vermögen.
Krishna ist diese Höchste Persönlichkeit, der urerste
Gott. Er manifestiert sich in Formen wie Rama, Nrisimha,
Jagannatha, Baladeva und Narayana, doch all diese Formen
sind nicht voneinander verschieden. Der, den die Bibel
als Gott beschreibt, ist ebenfalls Krishnas Manifestation,
und so sind es auch Allah und Jehova. Manche dieser
Manifestationen offenbaren mehr Füllen und Macht als
andere. Der Vollmond, der Neumond und die verschie-
denen Mondphasen dazwischen gehören alle zum selben
Mond, obwohl wir von unserer Perspektive aus Unter-
schiede sehen. Letztlich ist der Mond immer voll, aber wir
nennen ihn “zunehmend” oder “abnehmend”, je nachdem,
wie er sich uns zeigt.
Es gibt also einen Gott, Krishna. Seine Manifes-
tationen sind ungezählt, aber dennoch sind Sie alle Er
selbst. Wir, die Lebewesen, gehören zu Krishnas Teilchen;
wir sind nicht Gott, obgleich man zur selben Zeit auch
nicht behaupten kann, dass wir von Ihm verschieden
sind. Beide Aspekte wirken, die Einheit und zugleich auch
die Verschiedenheit. Um sich eine Vorstellung davon zu

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machen, kann man das Beispiel von der Sonne und ihren
Strahlen heranziehen, oder das vom Feuer und seiner
Glut. Die Sonne und ihre Strahlen, oder das Feuer und
seine Glut sind ebenfalls verschieden voneinander und
in einem anderen Sinne auch nicht. Dieses erstaunliche
Phänomen der gleichzeitigen Einheit und Verschiedenheit,
das jeder Wahrheit zugrunde liegt, wurde von Shri Caitanya
Mahaprabhu erklärt.

Der eine Höchste Herr, die ursprüngliche höchste


Persönlichkeit, erscheint von Zeit zu Zeit persönlich in der
materiellen Welt, und manchmal schickt Er Seine Gefährten,
um das reine Wissen zu offenbaren, dass alle Seelen Diener
dieser höchsten Person sind. Wir mögen das glauben oder
auch nicht – die schlichte Wahrheit ist, dass wir Krishna
seit Anbeginn der Schöpfung vergessen haben. Deshalb,
damit die bedingten Seelen von Ihm und Seinem Dienst
angezogen werden, erscheint Er in unserem Universum
und vollführt bezaubernde und unnachahmliche Taten.
Manchmal kommt Er in Form des Kuhhirtenjungen Krishna,
manchmal als der König Rama und manchmal als die Bild-
gestalten Jagannatha, Baladeva und Subhadra.
Man kann Krishna nicht verstehen, solange das
Herz voll ist von Zweifeln, materiellen Wünschen, Lust,

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Gier und allem möglichen anderem Unrat. Er wird nicht
im Herz erscheinen, bevor nicht die Unreinheiten dort
beseitigt sind. Auf dem Pfad der Hingabe bleibt kein Platz
für Zweifel. Keiner wird zweimal überlegen, ob es eine
Sonne gibt oder nicht; warum sollte man dann am Schöpfer
von Millionen von Sonnen zweifeln? Er kann Milliarden
von Universen in einem Atemzug erschaffen und im nächsten
wieder vernichten. Er steigt zu uns herab, weil Er uns retten
und uns eine Gelegenheit geben will, Ihm zu dienen. Es
gibt keinen anderen Weg, um in dieser und der nächsten
Welt glücklich zu werden, als Ihm zu dienen. Es gibt einen
Gott – und Ihn zu missachten, ist der Ursprung unseres
Unglückes.

Die Frage nach


dem Warum
Manchmal hört man Einwände wie: Es gibt soviel
Grausamkeit auf der Welt, Quälerei, Folter und Mord.
Wenn es einen Gott gibt, warum ist Er dann unbarmherzig?
Warum lässt Er es zu? Selbst gläubige Menschen fangen
an, zu zweifeln. „Wenn Gott existiert, warum greift Er

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dann nicht ein? Soll Er doch nicht so hartherzig sein!“
Weil man Leuten Glauben schenkt, die selber kein Vertrauen
in Gott haben, entstehen solche Gedanken und man schluss-
folgert: „Es gibt keinen Gott! Er ist nicht barmherzig! Er
kann nicht eingreifen; Er besitzt keine Gestalt, keine
Hände und kein Bewusstsein. Er ist eigenschaftslos, uner-
klärbar – Er ist Leere oder Nichts. Weshalb eigentlich soll
man Ihn verehren? Weshalb soll man überhaupt an Ihn
glauben? Wir wollen nicht mehr glauben! Warum konnte
Er das Böse nicht abwenden?“
Diese Fragen werden in den Schriften beantwortet.
Hätte Krishna das Böse nicht abwenden können? Natürlich
hätte Er, denn alles bewegt sich unter Seiner Aufsicht. Wir
dagegen sind diejenigen, die nichts beeinflussen können; wir
sind wie Puppen in den Händen des Herrn. Die Bhagavad-
Gita beschreibt uns diesen Sachverhalt so (18.61):

æôvaraå sarva-bhûtânâç
hîd-deôe ‘rjuna tiõøhati
bhrâmayan sarva-bhûtâni
yantrârûãhâni mâyayâ

„Der höchste Herr weilt in jedermanns Herzen,


oh Arjuna, und lenkt die Wege aller Lebewesen, die im
Körper wie in einer Maschine sitzen; einer Maschine aus
materiellen Elementen.“

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Gott, in Form der Überseele, ist der höchste Zeuge, und
die Lebewesen wandern auf ihrem Karma-Cakra, dem Rad
ihres Karma. Ähnlich wie ein Töpfer die Töpferscheibe
dreht und die verschiedensten Töpfe darauf entstehen,
sitzen wir auf den Reaktionen unserer vergangenen guten
und schlechten Tätigkeiten. Diese sind zu unserem Karma-
Cakra geworden.
Krishna mischt sich in den Ablauf der Dinge nicht
direkt ein, Er ist nur der Beobachter. Was wir genießen
oder erleiden, haben wir durch unsere vergangenen guten
und schlechten Handlungen selber verschuldet. Krishna
ist dafür nicht verantwortlich zu machen. Wenn in einem
Land ein Mensch einen anderen tötet, kann man dann den
Präsidenten des Landes dafür zur Verantwortung ziehen?
Der Präsident hat Gesetze in Kraft gesetzt, die Mord und
Totschlag regeln, und er hat es so eingerichtet, dass jeder
darüber Bescheid weiß, dass Töten verboten ist. Aber wer
sich nicht an die Gesetze hält, für den gibt es Polizei und
Gerichte. In gleicher Weise hat Krishna in den Veden, in
den Schriften und durch Seine Geweihten bekanntgegeben,
dass bestimmte Dinge nicht getan werden sollten. Wenn
wir es trotzdem tun, werden wir auf das Karma-Cakra
gehoben und müssen die Reaktion darauf erfahren. Krishna
ist nicht schuld, denn Er hat uns zuvor gewarnt. Die Lebe-

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wesen haben eine gewisse Freiheit, nach eigenem Belieben
zu handeln, aber sie müssen die Früchte ihrer Handlungen
in Kauf nehmen.

Es gab einmal eine Witwe, die einen Sohn von


zwölf Jahren hatte, einen geschickten, wohlerzogenen
Jungen, an dem jeder sofort Gefallen fand. Diese alte Frau
verehrte Bildgestalten von Narayana in ihrem Haus. Jeden
Morgen ging sie in den Wald Blumen pflücken und ver-
ehrte dann mit einer Arati-Zeremonie den Herrn. Eines
Tages, als sie anderweitig beschäftigt war, schickte sie statt-
dessen ihren Sohn: „Mein Junge, geh und pflück Blumen.
Aber kehr gleich zurück!“
Der Morgen brach gerade an und Wolken zogen
über den noch dunklen Himmel. Der Junge kam in den
Wald und sammelte verschiedene Blüten von den
Bäumen und Büschen: Beli, Cameli und andere. Als er so
pflückte, biss ihn eine giftige Schlange – eine schwarze mit
Haube und großen Giftzähnen. Die Haut des Knaben lief
schwarz an, er sank zu Boden und starb. Ein Jäger, der
zufällig in der Nähe saß, wurde Zeuge, wie das Reptil
ohne Grund den Jungen ums Leben brachte. Weil er einen
Mantra kannte, mit dem sich Schlangen beschwören ließen,
fing er die Schlange in einem Tontopf, nahm den toten

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Körper des Jungen auf die Schulter und ging zum Haus der
alten Frau. Diese hatte schon ungeduldig gewartet und
dachte erst: „Jetzt kommt mein Sohn zurück!“ Aber es
war nicht ihr Sohn, der da kam, sondern nur ein toter
Körper, und als sie dies verstand, rief sie entsetzt: „Oh Gott,
was ist passiert?“ Sie brach in Tränen aus und begann,
sich auf ihr Herz zu schlagen. „Oh mein Junge, was ist nur
passiert. Du warst die einzige Stütze für mich alte Frau.
Was ist nur passiert?“ Sie war wie von Sinnen. Der Jäger
wartete, bis ihr Weinen etwas weniger heftig wurde und
erklärte dann: „Mütterchen, ich kam aus dieser Richtung.
Dein Junge pflückte Blumen und hat nichts getan, aber
diese schwarze Schlange hat ihn gebissen. Befiehl mir, und
ich werde sie auf der Stelle töten und verbrennen.“
Er wiederholte diese Sätze zweimal, dreimal,
doch die Frau weinte und klagte nur. Schließlich sagte sie:
„Jäger, wenn du die Schlange tötest, wird mein Sohn
davon wieder lebendig oder nicht?“
Der Jäger dachte nach: „Nein, dein Sohn wird
nicht wieder lebendig werden.“
„Was ist dann der Sinn, sie zu töten“, sagte sie.
„Lass sie frei.“
Der Jäger brauste auf: „Ich kann sie nicht freilassen!
Schlangen sind böse und heimtückisch. Ohne Grund beißen
sie andere Lebewesen. Es gibt viele Kreaturen dieser Art,

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Schlangen, Moskitos, Skorpione, Ratten, die nur Schaden
anrichten. Oder weiße Termiten. Sie fallen über dein Haus
her, Millionen von ihnen, bis es zusammenstürzt, und sie
fressen alle Vorräte und Kleider. Solche Tiere sollten getötet
werden. Ansonsten werden sie morgen jemand anderes
beißen und übermorgen noch jemanden. Also muß ich
diese Schlange beseitigen.“
„Tu es nicht, laß sie frei“, sagte sie noch einmal,
doch er war nicht umzustimmen: „Nein, ich werde sie
töten. Warum hat sie deinen Sohn gebissen?“
Er hob den Arm, um sie zu erschlagen, als das
Reptil plötzlich zu sprechen begann: „Warum willst du
mich töten? Ich bin unschuldig! Ich habe niemals jemand
anderen gebissen, nur dieses Kind! Die Zeit, Kala, der
allesbeherrschende Tod hat mir eingeflüstert: ‚Du musst
ihn beißen’, und dann musste ich es tun!“
Der Jäger entgegnete: „Das könnte dir so gefallen!
Deine Ausflüchte werden dir nichts helfen! Der, der getötet
hat und der, der zum Mord angestiftet hat – beide sind
schuldig! Du musst bestraft werden und dieser Kala auch!
Aber ich werde dich töten!“
Zu dieser Zeit erschien die allesbeherrschende
Zeit, Kala, in Gestalt eines Menschen am Ort und sprach:
„Oh Jäger, beschuldige mich nicht!“ An die Schlange
gewandt, erklärte er: „Ich bin nicht der Grund, ich habe

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dich nicht angestiftet. Hört mir zu, wie ich euch den
wahren Grund nenne. Dieser Junge hat in seinem letzten
Leben getötet, und seine Taten haben sich zu seinem
Schicksal geformt. Ich habe dich jetzt angewiesen, ihn zu
beißen, aber es sind seine eigenen Handlungen, die durch
mich ihre Bestimmung finden.“

Die spirituelle Seele ist ewiglich Krishnas Diener,


aber sie hat diese Tatsache vergessen, und dies ist die
Ursache ihres Kummers und ihres Leids, Geburt für Geburt.
Wir sind dafür bestimmt, Gott zu dienen, und wir leiden
deswegen, weil wir Ihn jetzt vergessen haben. Man kann
Gott und Seine Barmherzigkeit verstehen, wenn man
Seinen Namen chantet, sich Ihm ergibt und die Zweifel
aus seinem Herzen verbannt.

Krishna verschluckt
den Waldbrand
Einmal waren Krishna und Seine Freunde damit
beschäftigt, ihre Kühe zu hüten. Mit Tausenden von Kühen
zogen sie zum Bandiravana, einem der zwölf Haupt-

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wälder Vrindavanas. Sie durchquerten einen Wald nach
dem anderen, und als sie Bandiravana erreichten, begannen
sie dort zu spielen. Balarama und Krishna, und Ihre Freunde,
wie Dama, Sudama, Shridama, Vasudama, Lavanga, Stoka-
krishna und viele andere, vertieften sich in kindliches Spiel.
Obwohl Krishna als die ursprüngliche Höchste
Person (in einer Erweiterung Seiner Erweiterung) die mate-
riellen Universen erschafft, hat Er persönlich mit dem
Schöpfungswerk nichts zu tun. Alles geschieht einfach durch
Seinen Willen. Obwohl Er der Höchste Herrscher und
Lenker ist, vergnügt Er sich ununterbrochen in Vrindavana,
Seinem eigenen Reich, und vollführt zauberhafte Spiele
mit Seinen Freunden, den Kuhhirtenjungen und Kuhhirten-
mädchen, Seiner Mutter Yashoda, Seinem Vater Nanda
und Seinen anderen Gefährten. Sein bloßer Wunsch lässt
jeden erzittern. Aus Furcht vor Ihm bläst der Wind und
aus Furcht vor Ihm folgt die Sonne ihrer Bahn. Aus Furcht
vor Ihm unternimmt Brahma die Schöpfungsarbeit,
zerstört Shiva die Universen und bewacht Durga dieses
Gefängnis der materiellen Welt. Man darf nicht denken,
Krishna sei ein schwächlicher Knabe gewesen, unwissend
wie ein gewöhnliches Kind. Und dennoch erschien Er
jetzt als ein gewöhnlicher Junge in Gesellschaft von ande-
ren Kuhhirtenjungen.

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Krishna vertiefte sich also in Sein Spiel mit Balarama,
Shridama, Subala und den anderen, so sehr, dass die
Knaben gar nicht bemerkten, wie ihre Kühe langsam
davonwanderten. Für gewöhnlich ließ Krishna nie die
Augen von Seinen Kühen, und auch die Kühe hatten Krishna
ihre Köpfe stets zugewandt und blieben in Seiner Nähe.
Doch dieser Tag war anders. Die grasenden Kühe sahen
ein Stück weiter noch saftigeres und grüneres Gras, und
ein Stück weiter noch grüneres, und so wanderten sie
davon. Schließlich blieb das Weideland hinter ihnen zurück

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und sie verirrten sich in einem Feld von hohem, hartem,
trockenem Riedgras und wussten nicht ein noch aus.
Krishna und die spielenden Kinder hörten plötzlich
von ferne lautes, qualvolles Muhen, ganz als ob die Kühe
von Feuer bedroht wären. Als sie ihre Tiere nirgendwo
sehen konnten, erschraken sie. „Die Tiere sind unser Lebens-
unterhalt“, dachten sie furchtsam: „Wie können wir ohne
sie vor unsere Eltern treten?“ Die Jungen sprangen auf, ohne
sich mit Krishna und Balarama abzusprechen. Sie folgten
den Hufabdrücken im Boden und kamen schließlich zu dem
Feld, in dem die Kühe eingeschlossen waren.
Krishnas Herde bestand aus drei Arten von Kühen:
solchen, die noch nie ein Kalb zur Welt gebracht hatten,
solchen mit Kälbern und schwarzen Kühen, und jetzt stießen
die Jungen zu ihnen. Menschen und Tiere verspürten eine
Gluthitze, und da verstanden sie, dass das Feld in Brand
geraten war. In Sekunden breitete sich das Feuer aus und
hatte sie eingeschlossen, aus dem trockenen Gras schlugen
mächtige Flammen. Den Tod vor Augen, ohne Aussicht
auf Entkommen, beteten die Kinder: „Krishna, Balarama!
Ihr seid allmächtig! Rettet uns, rettet uns, wir sterben!“
Im dem gleichen Moment, wo diese Worte über
ihre Lippen kamen, standen Krishna und Balarama schon
neben ihnen. Krishna rief: „Habt keine Angst! Habt keine
Angst, Ich bin bei euch! Schließt jetzt alle eure Augen!“

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Warum wollte Krishna, dass sie die Augen schlossen?
Er erinnerte sich, dass einmal, als Er etwas Lehm gegessen
hatte, die Jungen das Seiner Mutter erzählten, und dass
diese Ihn darauf gezwungen hatte, Seinen Mund zu öffnen,
um hineinzuschauen. Er dachte sich: „Wenn sie jetzt sehen,
wie Ich Feuer verschlucke, werden sie Mich wieder bei
meiner Mutter anschwärzen.“ Ein anderer Gedanke Krishnas
war: „Wenn sie Mich so sehen, könnten sie aus Angst um
Mich sterben.“ Deshalb bestand Er darauf, dass sie Ihm
nicht zusahen. Dann, einen Moment später, verkündete
Er: „Es ist vorüber! Ihr könnt eure Augen wieder öffnen!“
Sie schlugen die Augen auf, und was sahen sie? Sie saßen
wieder dort, wo sie am Anfang gespielt hatten, im kühlen
Schatten des Banyanbaumes am Ufer der Yamuna. Die
Kühe lagen um sie herum und wiederkäuten friedlich, als
ob nichts passiert wäre. Der ganze Zwischenfall erschien
ihnen fern und unwirklich, und sie fragten sich, ob sie das
Ganze nicht etwa geträumt hatten.

Die Moral dieser Geschichte ist sehr tief. Diese


Begebenheit hat sich tatsächlich zugetragen, aber zugleich
steckt sie voller Lehren für uns. Die Kühe werden im Sanskrit
Go genannt, das Wort Go steht aber auch für Sinne. Krishna
ist der Meister der Sinne. Solange alle Sinne in Krishnas

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35
Dienst aufgehen, sind wir glücklich. Sobald wir Krishna
vergessen und unsere Sinne selbstisch genießen, können
wir kein Glück erwarten. Diese Welt besteht aus einer Kette
von Problemen. Unsere Taten in vergangenen Leben
haben unseren Geist, unser Wesen geprägt, und dement-
sprechend haben wir unseren jetzigen Körper erhalten,
der jeden Tag älter wird und uns ständig Schwierigkeiten
bereitet. Doch inmitten all unserer Schwierigkeiten halten
wir uns für glücklich.

Maha-Mantra
Meditation
Wer immer Krishna dient, dessen Welt ist in
Ordnung. Wer seine Hingabe nicht Krishna, sondern seinen
Sinnen gibt, wird sich nur schmerzhaft verbrennen, aber
niemals Erfüllung und Zufriedenheit finden. Die Kühe und
Kuhhirtenjungen litten unter der Glut, aber sobald sie
Krishna sahen, vergaßen sie ihr Leid. Wer nicht seine Sinne,
seinen Körper, seinen Geist und seine Zunge Krishnas Dienst
weiht, dem bleibt am Ende nur der Tod. Seine Angehörigen

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werden ihn zum Krematorium bringen und er wird zu
Asche werden. Das ist gewiss. Und dann wird er erneut
geboren und dasselbe beginnt von vorn. Seit unvordenk-
lichen Zeiten durchlaufen wir Geburt und Tod, wieder
und wieder, eine endlose, niemals abreißende Kette.

Der barmherzige Höchste Herr, Shri Krishna gibt


uns unseren menschlichen Körper, damit wir ihn für Ihn
verwenden, Seinen Namen chanten und uns an Ihn erin-
nern. Wir jedoch tun so, als ob die Welt für unseren
Sinnengenuss bestimmt wäre, und daraus resultieren die
Probleme unseres Lebens. Alles, was uns in unserem Leben
lieb ist, Ehemann oder Ehefrau, Kinder, Stellung in der
Gesellschaft, Geld und selbst unseren Körper werden wir
mit dem Tod verlieren. Warum also nicht unsere Hingabe
Krishna geben? Warum nicht lieber über Ihn sprechen
und uns an Ihn erinnern? Wenn wir das tun, werden wir
merken, wie die endlose Kette von Geburt und Tod
sogleich abreißt, mitsamt den materiellen Mißständen.
Wir werden in Krishnas Reich, in Goloka Vrindavana,
leben und dort wie die Kuhhirtenjungen und Gopis
Krishna glücklich dienen. Und das ganze Schauspiel der
materiellen Welt wird uns wie ein Traum vorkommen –
als ob wir niemals dort gewesen wären.

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Man braucht seine materiellen Umstände nicht
ändern, man kann bei seiner Familie bleiben und sich um
sie kümmern – aber man darf Krishna nicht vergessen!

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Zusammen mit Frau, Mann, Kindern und Eltern, morgens
und abends, kann man Krishna-Kirtana abhalten, das heißt
Krishnas Namen singen, vor allem den Hare Krishna Maha-
Mantra, den „Großen Mantra“: Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare, Hare Rama Hare Rama Rama
Rama Hare Hare. Man kann den Kirtana mit Instrumenten
begleiten, wie Harmonium, Trommeln und Zimbeln, oder
einfach in die Hände klatschen und den Hare Krishna-
Mantra chanten.

Gegen Abend rief Krishna die Kühe mit Seiner


Flöte zu Sich. Dhavali, Shyamali, Tungi, Kalindi und die
anderen kamen rasch gelaufen und Krishna nahm sie mit
Sich nach Vraja. Mutter Yashoda und die älteren Gopis
warteten auf Krishnas und ihrer Kinder Heimkehr und nun
nahmen sie Krishna auf ihren Schoß und liebkosten Ihn.
Sie waren völlig in Seinen Anblick vertieft; wann immer
sie Krishna bei sich hatten, erschienen ihnen tausend
Jahre wie ein Augenblick, und in Trennung von Ihm glich
ein Augenblick vielen Zeitaltern.
Das Besondere an den Gopis ist ihre Zuneigung zu
Krishna. Sie tun ihre Hausarbeit, aber sie denken unablässig
an Ihn. Beim Fegen und Staubwischen singen sie Krishnas
Namen und versinken in Gedanken an Seine lieblichen

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und unnachahmlichen Spiele: „Govinda, Damodara,
Madhaveti.“ Ihr Kopf und Geist ist nicht leer, noch ist er
voll von materiellen Gedanken. Wenn sie ihre Kinder in
die Wiege legen, summen sie nicht „Schlaf Kindlein, schlaf“;
sie singen „Govinda, Damodara, Madhaveti.“ Sie kirnen
Butter nicht für ihre Familien, sondern für Krishna und

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denken dabei an Ihn: „Wie schön Krishna ist! Selbst ohne
Schmuck, selbst ohne Kleider, ist Er wunderschön!“ Dann
versinken sie in Gedanken an Seine süßen Spiele, buttern
und singen „Govinda, Damodara, Madhaveti.“

Warum soll dasselbe nicht für uns möglich sein?


Wer so denkt und liebt wie die Gopis, der wird in diesem
und den nächsten Leben glücklich werden, das ist garantiert.
Wäre dem nicht so, würden die Veden, die Upanishaden,
das Shrimad Bhagavatam und die Bhagavad-Gita allesamt
lügen.
Wer sein Geld nicht für Krishnas Dienst benutzt,
dessen Kinder und Enkel werden es für ihren Genuss
ausgeben. Geld für Krishna-Bewusstsein zu verwenden
bedeutet, es für sein Selbstinteresse zu verwenden. Man
kann Gottgeweihte zu sich nach Hause einladen und mit
ihnen gemeinsam Kirtana singen: Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare, Hare Rama Hare Rama Rama
Rama Hare Hare. Wenn wir für alle Zeiten glücklich sein
wollen, sollten wir diesem einfachen Vorgang folgen.
Man soll sich von Drogen, Fleisch und Alkohol fernhalten
und sein Essen Krishna weihen. Man kann mit seiner Familie
Krishnas Namen chanten und sich an Krishna erinnern,
und das wird uns glücklich machen.

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Die Offenbarung des Maha-Mantras und die
Methode, es zu verwirklichen, verdanken wir Shri Caitanya
Mahaprabhu. Jedes Zeitalter hat seinen ihm eigenen wirk-
samen Vorgang der Gotteserkenntnis. Krishna ist die höchste
anziehende Person, Er ist Schönheit, Liebe und Charme
selbst und es gibt für uns nichts Wertvolleres, als unsere
schlummernde Beziehung zu Ihm wiederzuerwecken.
Caitanya Mahaprabhu ist der gleiche Krishna, und Er
erschien vor fünfhundert Jahren auf der Erde, um zu
zeigen, was es bedeutet, Ihn zu lieben. Weshalb tat Er das?
Aus Mitleid mit uns, Seinen Teilen. Er will uns glücklich
sehen und uns abbringen von unserem Irrweg, ins Zeit-
weilige vertieft zu sein: in Sinneslust, materielle Pläne und
unseren Körper. Caitanya Mahaprabhu lehrte eine Liebe
zu Gott, wie sie die Welt nie zuvor gesehen hatte. Für
Neulinge machte Er den Vorgang einfach, und für
Fortgeschrittene brachte Er die höchste nur mögliche
Form von Gottesliebe: Liebe, wie sie Krishna mit Seinen
engsten Gefährten im eigenen Reich genießt. Zu Recht
nennt man Caitanya die Inkarnation der Barmherzigkeit,
Sein Großmut war grenzenlos: selbst Tiere erfuhren gött-
liche Ekstase, wenn Er sie in Liebe umarmte.
Wir geben heute dieselbe Botschaft weiter, die
Shri Caitanya lehrte. Die Botschaft ist tief, und um sie zu
verstehen, müssen die Menschen Gottes Heilige Namen

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chanten. Der Vorgang des Krishna-Bewusstseins ist wissen-
schaftlich. Die Praxis selbst ist nicht schwer, und allmählich
wird man sein Bewusstsein mehr und mehr erweitern,
weil man eine systematische Entwicklung durchläuft.
Am Anfang steht Vertrauen. Vertrauen bewirkt, dass man

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die richtige Gemeinschaft sucht (Gemeinschaft mit Gott-
geweihten), in der man sich dann im Chanten übt. Nach
und nach verfliegen falsche Konzepte und Anhaftungen
und man wird gefestigt; weiter wird man echte Freude
empfinden, Krishna zu verehren und schließlich nicht mehr
davon lassen können; als nächstes wird man Krishna wahr-
haft lieben lernen, und endlich wird diese Liebe sich voll
entfalten und zu hingebungsvoller Ekstase erblühen. Das
Beten von Krishnas Namen wird uns Seine Gnade sichern.
Irgendwann kommt der Tag, an dem uns vergönnt sein
wird, Ihn persönlich zu treffen. In früheren Zeitaltern war
der Geist der Menschen friedvoller, sie meditierten Hunderte
von Jahren und begegneten so dem Herrn – aber das ist
heute nicht mehr möglich. Unser Geist ist flatterhaft; zwei
Stunden ruhig sitzen und chanten ist schon schwierig genug.
Wer kann sich vorstellen, Essen, Trinken und Schlafen ein-
zustellen? Wer kann sich für zwölf Stunden in Meditation
vertiefen? Oder wenigstens sechs? Oder auch nur eine?
Aber man braucht deshalb nicht den Mut verlieren.
Shri Caitanya hat uns versichert: „Finde einen echten
spirituellen Meister, bitte ihn um Einweihung und chante
Krishnas Namen! Pflanze den Samen der Liebe in dein
Herz und verehre den Herrn – und bald schon wird dieser
Vorgang dich zufrieden machen und dein Herz mit Glück
überfluten! Liebe zu Krishna ist die höchste Wahrheit –
nichts geht darüber hinaus.“
Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare