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1 Wahrnehmung - Aufmerksamkeit1
2 In diesem Abschnitt wird eine Auswahl von Themen
3 und Fragestellungen zum Thema „Aufmerksamkeit“
4 im Bereich der Wahrnehmung besprochen.
5 Der Mensch ist in vielen Situationen seines Lebens
6 einer enormen Menge an Reizen ausgesetzt. Wenn
7 das Individuum in allen Reizen jeweils eine
8 Information erkennen würde, würde das Ausmaß der
9 Informationsmenge die menschlichen Fähigkeiten der
10 Informationsverarbeitung übersteigen.
11 In der Psychologie bezeichnet man jenen Vorgang in
12 dem festlegt wird, welche der Reize bedeutsam sind
13 als „Aufmerksamkeit“.
14 Von grundlegender Bedeutung für die Steuerung der
15 Aufmerksamkeit ist das „Gehirn“ – dieses sorgt durch
16 eine für den Menschen weitgehend unbewusste
17 Auswahl bzw. „Filterung“ dafür dass NICHT alle Reize
18 in das „Bewusstsein“ gelangen.
19 Das Gehirn steuert das „Bewusstsein“ u.a. indem
20 dieses die Aufmerksamkeit auf momentane Reize bzw.
21 Informationen lenkt. Dies ist wiederum eine
22 Voraussetzung dafür, dass anstehende Aufgaben wie etwa beispielsweise das Überqueren einer Straße durch das Individuum bewältigt werden kann.
23 Mit dem Begriff „selektive Aufmerksamkeit“ bezeichnet man jenen Umstand, dass die Aufmerksamkeit durch das auf einzelne Informationen gelenkt wird.
24 Eine Voraussetzung für die Aufmerksamkeitsleistung des Gehirns ist die „Spezialisierung“ von Sinnesorganen wie den Augen und Ohren.
25 Als ein Beispiel in diesem Zusammenhang gilt das so genannte „Cocktail-Party-Phänomen“. Wenn ein Individuum sich in einem Raum voller Menschen mit
26 einer anderen Person unterhält ist dessen Aufmerksamkeit auf die / den Gesprächspartner / in gerichtet – die Gespräche der anderen Anwesenden werden
27 NICHT bewusst wahrgenommen. Wenn aber beispielsweise von einem der anwesenden Personen der Name des Individuums genannt wird dringt diese
28 Namensnennung in das Bewusstsein dieses Menschen. Eine Erklärung für dieses Phänomen ist, dass das Gehirn vorher schon Reize der anderen Gespräche
29 aufgenommen hat, aber nicht an das Bewusstsein weitergeleitet hat. Die Nennung des eigenen Namens führte dazu, dass diesem „akustischen Reiz“ eine
30 hohe Bedeutung beigemessen wurde und dieser Information Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
31 Weitere Beispiele für „selektive Aufmerksamkeit“ können u.a. aus dem Bereich des Sehens genannt werden. So machen etwa Psychologen / innen in
32 Experimenten die Beobachtung, dass Menschen anscheinend eine besondere Aufmerksamkeit für „Waffen“ in ihrer Umgebung haben – man spricht vom so

1 Der Text wird von Markus Oppitz unter der Creative Commons Namensnennung 3.0 Österreich Lizenz (CC BY 3.0 AT) bei pup.wirlernen.at bzw. wirlernen.at veröffentlicht.
zusammengestellt für den Unterricht an Österreichischen Schulen von Mag. Markus OPPITZ; www.wirlernen.at
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33 genannten „Waffenfokus“. Darüber hinaus kann anhand des „Sehens“ gezeigt werden, dass die menschliche Wahrnehmung durch für den Menschen
34 unbewusste Vorgänge im Gehirn unterstützt wird. So gibt es etwa im Zusammenhang mit „Blickbewegungen“ die „Fixation“ bei der für eine kurze Phase die
35 Augen stillstehen oder in einer bestimmten Art und Weise anhand von „Fixationsmustern“ Objekte wie Gesichter betrachtet werden. Unter dem Begriff
36 „Sakkaden“ versteht man die Bewegung der Augen. Derartige hier geschilderte Mechanismen des Gehirns sind Voraussetzungen dafür dass „selektive
37 Aufmerksamkeit“ ermöglicht wird.

zusammengestellt für den Unterricht an Österreichischen Schulen von Mag. Markus OPPITZ; www.wirlernen.at