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Presse und
Öffentlichkeitsarbeit

Statement

Karl-Heinz Lust

Vorstandsmitglied des
ZVEI-Fachverbandes AUTOMATION

anlässlich der Pressekonferenz


zur SPS/IPC/DRIVES
am 26. November 2002 in Nürnberg

- Es gilt das gesprochene Wort -

Telefon (0 69) 63 02 - 2 85
Telefax (0 69) 63 02 - 3 51
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Guten Tag meine Damen und Herren,

die letzen Tage und Wochen waren in der Politik und in der Wirtschaft von Pessimismus und
Mutlosigkeit, aber auch von Ratlosigkeit und Unverständnis beherrscht. Noch auf der
Jahrestagung des Fachverbandes Automation in Bremen vor etwa 2 ½ Monaten sprachen
wir hoffnungsvoll von Reformen, von Wandel und von Mut zur Veränderung. Für unsere
Industrie ist das eine Selbstverständlichkeit, sind wir doch als eine der innovativsten
Branchen aktiver Motor der Veränderungsprozesse und haben uns umgekehrt permanent
auf diese Anforderungen einzustellen. Das konjunkturelle und politische Umfeld sieht leider
anders aus.

Trotzdem müssen wir in unserer Branche den Anspruch als technologischer


Weltmarktführer auch in Krisenzeiten verteidigen und ausbauen. Wie wir das tun, werden
Ihnen die Aussteller in den nächsten Tagen wieder zeigen können. Ich hoffe, dass wir in
diesen drei Tagen Optimismus tanken und uns nach einer erfolgreichen Messe mit Mut und
Energie den Herausforderungen unserer Kunden stellen können.

Ich freue mich, Sie hier und heute bei der Pressekonferenz des Fachverbandes Automation
im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie begrüßen zu können. Lassen Sie
mich, bevor ich auf technologische Trends und die wirtschaftliche Lage eingehe, ganz kurz
noch etwas zum relativ neuen Fachverband AUTOMATION sagen.

Der Fachverband AUTOMATION ist mit mehr als 350 Mitgliedsunternehmen mit einer
Produktion von über 25 Mrd. Euro der größte Einzelverband im ZVEI. Er ist die Plattform in
Deutschland für alle Unternehmen der Automatisierungstechnik, der industriellen
Informations- und Kommunikationstechnik sowie der zugehörigen industrienahen
Dienstleistungen. Neben den führenden Systemanbietern gehören ihm überwiegend
mittelständische Anbieter von Produkten und Systemen für die elektrische Automatisierung
an. Für uns alle ist Nürnberg ein exzellentes Podium, unsere Leistungsfähigkeit unter Beweis
zu stellen.

Nun zur wirtschaftlichen Lage. Wir können heute – Ende November - die Marktentwicklung in
diesem Jahr einigermaßen verlässlich überblicken und eine vorsichtige Vorausschau auf das
kommende Jahr versuchen.
Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich auf die aktuelle Entwicklung des Automatisierungsmarktes eingehen.

Zunächst das wichtigste in Kurzfassung:

1. Die deutsche Automatisierungsindustrie hat am Weltmarkt einen unverändert hohen Anteil


von zwölf Prozent . Dies ist deutlich mehr als der Bedarf des deutschen Marktes, der bei
rund neun Prozent des Weltmarktes liegt.

2. Die Produktion ist in den ersten neun Monaten 2002 deutlich geschrumpft.

3. Der Export ist unverändert eine Stütze unserer Industrie in Deutschland. Fast die Hälfte
der Ausfuhren gehen in den EU-Binnenmarkt. Zunehmend erfolgreich ist die
Automatisierungsindustrie in Mittel- und Osteuropa sowie Südostasien, wo wir heute zwölf
Prozent unserer Exporte hinliefern.

4. Beim Import erfahren wir einen kräftige Rückgängen aus fast allen Regionen. Leichte
Zuwächse verzeichnen lediglich die Einfuhren aus Mittel- und Osteuropa. (Vermutlich Vor-
und Serienprodukte)

5. Die schlechte wirtschaftliche Lage hat zu einem Abbau der Beschäftigung um mehr als
vier Prozent geführt, nachdem im letzten Jahr im Saldo noch über einen
Beschäftigungsaufbau zu berichten war.

6. Für den Rest dieses und den Beginn des nächsten Jahres gibt es noch keine Anzeichen
für eine Belebung. Auch 2003 wird die Produktion in Deutschland noch einen leichten
Rückgang aufweisen, gegenüber 2002 jedoch weniger stark.

Lassen Sie mich nun ein wenig weiter ins Detail eindringen.

Wie hat sich die Produktion in Deutschland - eine für unsere Industrie wichtige Größe –
entwickelt?

Der allgemeine Konjunktureinbruch ist auch an unserer Branche nicht spurlos vorüber
gegangen. Nach dem Produktionswachstum im Jahr 2001 von drei Prozent, das allerdings
überwiegend im ersten Halbjahr erzielt wurde, verzeichneten die Unternehmen ab der zweiten
Hälfte des vergangenen Jahres einen deutlichen Rückgang. Im ersten Quartal dieses Jahres
verstärkte sich der Rückgang noch einmal um gut acht Prozent. Das zweite und dritte
Quartal 2002 entwickelten sich etwas besser. Insgesamt fiel die Produktion der heimischen
Automationsindustrie bis September um rund fünf Prozent auf rund 18 Mrd. Euro.
Die Exporte stagnierten auf dem Vorjahreswert von 13 Mrd. Euro. Die Exportquote der
deutschen Automationsindustrie liegt damit auf nunmehr 71 Prozent. Der Markt in
Deutschland verzeichnete, auch auf Grund der deutlich nachlassenden Importe, einen
Rückgang um mehr als 13 Prozent.

Bei den Ausfuhren zeigt sich eine regional recht uneinheitliche Entwicklung: Während die
Ausfuhren in die EU, in die USA und den Rest der Welt zwischen zwei Prozent und vier
Prozent zurück gingen, nahmen die Lieferungen nach Südostasien fast 13 Prozent und nach
Mittel- und Osteuropa um fast vier Prozent zu.

Betrachten wir nun die einzelnen Teilsegmente der Automation. In den ersten drei Quartalen
dieses Jahres nahm deren Entwicklung einen recht unterschiedlichen Verlauf: Die
Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen mussten einen Rückgang um drei Prozent
hinnehmen. Noch stärker nahm die Produktion der Elektrischen Antriebe mit minus vier
Prozent ab. Am kräftigsten wurde die Messtechnik und Prozessautomatisierung von der
schlechten Konjunktur getroffen, sie verzeichnete eine Abnahme der Produktion um über
neun Prozent.

Eine Besserung dieser Situation ist nicht in Sicht. Wegen des Basiseffekts könnte sich das
vierte Quartals 2002 zwar optisch etwas besser darstellen. Aufs Jahr gerechnet erwarten wir
aber einen Rückgang der Produktion in der elektrischen .Automatisierungstechnik um fünf
Prozent auf rund 24 Milliarden €.

Deutschland ist nicht nur hinter den USA das bedeutendste Export-, sondern zugleich auch
das zweitgrößte Importland. Zwischen Januar und September führte Deutschland
Erzeugnisse der Automation im Wert von 6,4 Mrd. Euro ein. Das sind über zehn Prozent
weniger entsprechenden Vorjahreszeitraum, ein deutliches Zeichen für die schlechte
deutsche Binnenkonjunktur. Besonders kräftig nahmen mit minus 28 Prozent die Importe aus
den USA ab, während aus Mittel- und Osteuropa noch einmal ein Zuwachs um vier Prozent
erzielt wurde. Auch aus zwei der wichtigsten Lieferregionen EU und Südostasien gingen die
deutschen Importe mit minus sechs Prozent und minus 14 Prozent deutlich zurück.

Meine Damen und Herren,


die folgenden Zahlen für die regionale Verteilung des Automationsmarkts und die jeweiligen
Anteile unterscheiden sich von denen, die wir im Vorjahr genannt haben. Neuere und
präzisere Daten, als wir in der Vergangenheit zugrunde legen konnten, haben ergeben, dass
der Weltmarkt für Automation sich im Jahr 2001 auf etwa 210 Mrd. Euro belief. Im
vergangenen Jahr hatten wir 180 Mrd. € genannt und kamen daher auch auf einen höheren
Anteil der deutschen Automatisierungstechnik von. Die jetzt geringen Prozentsätze sagen
also nichts aus über einen Verlust an Marktanteilen, sondern sind rein rechnerisch bedingt.

Demnach hatten die USA einen Anteil am Weltmarkt von genau einem Drittel, die EU von 26
Prozent und Japan von 17 Prozent. Der deutsche Markt fragt neun Prozent der weltweit
produzierten Automationstechnik nach. Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren der
Anteil der übrigen Länder auf mittlerweile fast ein Viertel des Weltmarktes. Betrachtet man mit
den USA, Japan und Deutschland die drei wichtigsten Länder auf diesem Markt, so fällt auf,
dass sich die jeweiligen Märkte sehr unterschiedlich aus Produktion und Außenhandel
zusammensetzen. Während die USA mit dem mit Abstand höchsten Produktionswert eine
fast ausgeglichene Handelsbilanz ihrer Automationsindustrie aufweisen, erzielen Deutschland
und Japan hohe Exportüberschüsse.

Welche Entwicklung erwarten wir für 2003?

Die Auftragseingangszahlen der Automation lassen noch keine Erholung in den kommenden
Monaten erwarten, aber der starke Rückgang seit Anfang 2001 scheint zumindest etwas
abzuflachen. Für die wichtigsten Abnehmerbranchen Maschinenbau, Fahrzeugbau und
Chemische Industrie lassen deren Auftragseingangszahlen hoffen, dass der Tiefpunkt
zumindest nicht mehr in weiter Ferne liegt. Mit dem bekannten Zeitverzug von ca. einem
halben Jahr könnte eine Verbesserung in deren Geschäft positive Rückwirkungen auf unsere
Branche haben. Für die kommenden Monate ist jedoch für uns zunächst derzeit keine
Besserung in Sicht. Wir hoffen, dass sich Produktion und Umsatz auf diesem niedrigen
Niveau stabilisieren - sicher sind wir aber nicht.

Es liegen zwar einige vorsichtig positive Produktionsprognosen für das kommende Jahr
zumindest für die Automobilindustrie und die Chemische Industrie vor. Diese scheinen aber
von dem Motto, ‚irgendwann muss es ja wieder aufwärts gehen’, also von Zweckoptimismus,
geprägt zu sein.
Nachdem schon in diesem Jahr das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes nahe der Nulllinie
verlief, wird im Herbstgutachten der sechs führenden Wirtschafts- Forschungsinstitute auch
für 2003 nur ein sehr verhaltener Zuwachs erwartet. Die lang anhaltenden Stagnationsphase
in Deutschland hat in fast allen Industriebranchen zu einer nur noch schwachen Auslastung
der Produktionskapazitäten geführt. Dies dämpft die Investitionsneigung der Unternehmen
weiter, so dass die Institute bestenfalls einen leichten Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen
Ausrüstungsinvestitionen voraussagen. Ein nur wenig besseres Bild ergibt sich in den
anderen Industrieländern, für die aus heutiger Sicht ebenfalls nur leichte Zuwächse der
Investitionen vorhergesagt werden können.

Aktuellen Konjunkturprognosen zufolge ist auch in keiner für die deutschen Exporte wichtigen
Abnehmerregionen in diesem und im nächsten Jahr mit hohen gesamtwirtschaftlichen
Zuwachsraten zu rechnen, so dass die Exporterwartungen ebenfalls nur sehr gedämpft sind.
Einzig in Südostasien wird im kommenden Jahr mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum
gerechnet. Die deutsche Automationsindustrie liefert jedoch bisher aber nur etwa ein Zehntel
ihrer Exporte in diese Region. In den vergangenen Konjunkturtälern waren es aber gerade die
Ausfuhren, die der Konjunktur in Deutschland die benötigten Wachstumsimpulse gegeben
haben .

Wir schauen deshalb mit Sorge auf die kommenden Monate.

Lassen Sie mich nun zu den Trends in der Automation ein paar Stichworte anfügen.

Die Zukunft der Automatisierungstechnik ist unbestreitbar eng verbunden mit dem Thema
Internet und Web-Technologien. Diese Technologien sind vielschichtig und für den einzelnen
schwer einschätzbar. Um Fehlinvestitionen zu vermeiden ist es dringend erforderlich, den
Einfluss von Standards und Technologien richtig einzuschätzen. Denn wie die Vergangenheit
gelehrt hat, verschwand die eine oder andere aufkeimende Technologie aus dem Blickfeld -
nicht ohne Irritationen zu hinterlassen. Hier leistet die SPS/IPC/Drives mit den
Podiumsdiskussionen und den Kongressen einen wesentlichen Beitrag. Auch der ZVEI liefert
seinen Mitgliedern durch die Erstellung von Markt- und Technologiebewertungen wertvolle
Unterstützung.
Welche technischen Trends bestimmen nun die nächste Zeit, welche Trends wird uns die
Zukunft auf dem Gebiet der Automation bringen?

Die Automatisierungsindustrie in Deutschland und weltweit setzt heute auf verteilte


Automatisierungsstrukturen, durchgängige Kommunikation und den Einsatz offener IT-
Standards. Diese Mega-Trends in der Automation bedingen letztendlich den steigenden
Einsatz von Web-Driven-Technologies und Ethernet in der Automation. Zunehmend
verschmilzt die heutige Automatisierungstechnik mit der Informationstechnologie (IT) und
deren Standards.

Parallel dazu gewinnt im Zuge der Einführung unternehmensweiter Informationsnetzwerke die


vertikale Datenintegration - also die transparente Datenkommunikation von den Leit- und
Steuerungssystemen bis hinunter auf die Produktionsebene - immer größere Bedeutung. Die
vertikale Integration eröffnet die Anbindung des Automationsbereichs an die weltweite
Kommunikation via Internet. Und in der Tat haben Automatisierungssysteme und das Internet
starke Ähnlichkeiten. So basieren beide letztendlich auf verteilten Rechnersystemen und
Applikationen, die über Datennetze miteinander kommunizieren und auch die Mensch-
Maschine-Kommunikation hat in beiden Fällen eine große Bedeutung.

Gibt es auch markante Differenzen hinsichtlich Echtzeitfähigkeit, Ausfallsicherheit und


Zuverlässigkeit, so ermöglicht die vertikale Integration in Verbindung mit der Anbindung an das
weltweite Internet doch drastische Kosteneinsparungen. So werden beispielsweise die
Möglichkeiten der Fernwartung und Diagnose über Internet und die Einbindung der Anlage in
die Logistik der Ersatzteilbestellung bis hin zu modernen e-Business-Strukturen in
zunehmendem Maße in moderne Automatisierungskonzepte einbezogen. Grundlage hierfür
ist der zunehmende Einsatz von Ethernet mit dem TCP/IP-Protokoll als gemeinsamer
Kommunikationsstandard in der Automatisierungstechnik. Auch wenn die derzeitigen
Ethernet-Ansätze unterschiedlich sind und viele Experten bereits nach dem „Feldbuskrieg“
eine erneute Auseinandersetzung auf Ethernetebene befürchten, bietet Ethernet durch das
TCP/IP-Protokoll in allen Konzepten die Anbindung der Automation an den Office-Bereich und
ermöglicht so vertikale Integration. Da Ethernetkomponenten Massenmarktprodukte sind, die
bereits heute im IT-Bereich standardmäßig in großer Stückzahl eingesetzt werden und hohen
Anforderungen hinsichtlich Zuverlässigkeit und Stabilität unterliegen, erwartet man durch den
Einsatz dieser Basiskomponenten auch in der Automation deutliche Kosteneinsparungen.
Der Einsatz des TPC/IP-Protokolls ermöglicht darüber hinaus die Verwendung der im Umfeld
des Internets entstandenen Technologien, was ein echtes Rationalisierungspotential darstellt.
So bieten Web-Browser eine einheitliche Benutzeroberfläche zur Visualisierung. Zudem
lassen sich Informationen auf den unterschiedlichen Plattformen abrufen, wie z.B. PC,
Laptop, Palm oder ein sonstiges mit einem Browser ausgestatteten Bedienpanel. Durch
Nutzung dieser Web-Driven-Technologies (WDT) stehen vor allem einheitliche Werkzeuge
zur Verfügung. Dies ist ein wesentlicher Vorteil, da sich hiermit in Zukunft erhebliche Zeit- und
Kosteneinsparungen bei der Projektierung und dem Betrieb der Maschinen und Anlagen
erzielen lassen.

Wie sieht es auf der Komponenten- und Produktseite aus?

Naturgemäß steht hier neben physikalischen Verbesserungen die zunehmende Intelligenz


und die Integrationsfähigkeit in das Automatisierungsumfeld im Vordergrund. Lassen Sie mich
aus Zeitgründen nur einige Beispiele nennen.

Wir haben die industrielle Bildverarbeitung neu in das offizielle Programm der SPS/IPC/Drives
aufgenommen. Ähnlich der Entwicklung elektrischer Antriebe hin zu dezentralen
Automatisierungssystemen mit zusätzlicher Steuerungs- und Prozessfunktionalität
entwickeln sich auch die "Vision Sensoren" zu kompletten de- zentralen Bildverarbeitungs-
Systemen. Sie werden mit der notwendigen Auswerteelektronik - und Software ausgestattet
und können direkt in das de- zentrale Steuerungssystem integriert werden. Damit werden
auch hier aus vormals komponentenorientierten Herstellern Anbieter von Sub-Systemen.

In der elektrischen Antriebstechnik sind austauschbare Funktions- und Steuerungsmodule


schon fast Standard. Nun tauchen erste Umrichter mit integrierten Sicherheitsfunktionen auf.
Damit schließt sich langsam der Kreis mit Sicherheitssteuerungen, sicherer
Datenübertragung durch Sicherheitsbussysteme und nun auch bald sichere Antriebe im
Sinne des Gerätesicherheitsgesetzes.

Es lässt sich noch vieles mehr aufzählen: Sensoren mit noch mehr Auswerte- und
Diagnosefunktionen, intelligente Klemmen mit Speichermedien und Servicefunktionen,
drahtlose Kommunikation bei Sensoren und Bedienpanels, 3D- Visualisierung und direkter
WEB- Zugriff auf Feldgeräte für Diagnosezwecke.

Ich möchte die Aufzählung an dieser Stelle abbrechen. Sie werden ohnehin in den
kommenden Tagen die Gelegenheit nutzen, Neuentwicklungen und Trends zu erfassen und in
gewohnter Weise zu publizieren. Gestatten Sie mir aber noch einen kurzen Blick in die
Zukunft.
Wo könnte die Reise hingehen?

Auch ohne die berühmte „Glaskugel“ einer Wahrsagerin befragt zu haben, wissen wir, dass
sich die Kunden von Automatisierungslösungen zunehmend eine flexibel gestaltete
Automation wünschen. Dies betrifft zum einen die Hersteller unabhängige Austauschbarkeit
von Automatisierungsgeräten, wie z.B. im Falle von Antrieben, Umrichtern und Steuerungen.
Zum anderen wird aber auch von der zukünftigen Automation in ihrer Gesamtheit eine enorme
Flexibilität erwartet.

Aber auch völlig neuartige Technologien, die derzeit noch im Entwicklungsstadium sind,
stellen vielleicht einmal wichtige Lösungsansätze dar, um die Flexibilität in der Automation
und den Kundennutzen weiter zu erhöhen. Bereits heute arbeiten am Europäischen
Kernforschungslabor CERN in Genf Wissenschaftler am Internet der nächsten Generation.
Das sogenannte „Grid“ soll hauptsächlich auf die Verteilung von Rechenleistung ausgelegt
sein, wodurch die Auswertung riesiger Datenmengen auf individuelle Anfragen ermöglicht
wird. Wenn auch die Auswirkungen dieser Technologie derzeit noch nicht exakt absehbar
sind, so lässt sich dennoch voraussagen, dass dies auch in der Automation für die
Beherrschung der Informationsströme für Asset Management, Data-Mining und die flexible
Gestaltung von Produktionslinien völlig neue Möglichkeiten eröffnen wird.

Beschäftigen werden uns sicher auch die funkgestützte Datenübertragung, die 3D-
Visualisierung und last but not least Umwelt- und Sicherheitsaspekte.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Entwicklung der Produktionsautomatisierung hat noch große Potenziale. Besonderen


Einfluss werden dabei die Standards und Technologien haben, die die Beherrschung der
Datenströme organisieren und die Flexibilität von Automatisierungslösungen erhöhen. Die
neuen Ideen werden also so schnell nicht versiegen und dafür sorgen, dass auch die
nächsten Automatisierungs- messen spannend bleiben.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.