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University of Applied Sciences

Fachrichtung
Bauingenieurwesen
Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Nagel

Fachhochschule Mainz

Das erfolgreiche Ingenieurbüro


Einordnung dieses Moduls in Ihr Studium

Semester 5. 6., 7. oder 8.


Das erfolgreiche Inge-
Modul
nieurbüro
Praxissemester
A: Büroentwicklung
Inhalte B: Bürosteuerung
C: Projektsteuerung
Praxissemester (auf Antrag
Voraussetzungen auch vorher möglich)

Hinweise

Rechtsgrundlagen und Verfahren unterliegen einer sehr schnellen Entwicklung. Deshalb ist insbesondere darauf zu achten,
dass

• bei praktischer Anwendung nach dem Studium die Denk-, und Arbeitsprinzipien weitestgehend genutzt werden kön-
nen, eine Anpassung an die aktuelle Rechtsprechung unbedingt notwendig ist.

• die aktuelle Entwicklung sich auch im Inhalt der Lehre darstellt. Deshalb unterliegen die Lehre und diese Unterlagen
der Überarbeitung (mindestens 1 x im Jahr). Sollten Sie am Ende eines Semesters nicht an der Prüfung teilnehmen
können und diese erst später absolvieren, wird Ihnen dringend empfohlen, die aktuellen Entwicklungen zu berücksichti-
gen.

• unabhängig von dieser Dynamik versucht wird, grundsätzliches, langzeitig nutzbares Praxiswissen zu vermitteln.

Inhalt Seite
Literatur 3

Teil A: Büroentwicklung 4

A-1 Strategieentwicklung 4
1.1 Marketing 6
1.2 Kundenstruktur und Kundenbedürfnisse 8
1.2.1 Portfolioanalyse 14
1.2.2 Qualitätsindex 22

A-2 Rechtsformen, 33

A-3 Finanzierung des Büros (+ BMWi Softwarepaket) 35

Teil B: Bürosteuerung 36

B - 1. Eigene Leistung 36
1.1 Leitbild 36
1.2 Struktur + Formen der Arbeitsteilung 36
1.3 Mitarbeiterführung 39
1.3.1 Grundsätze der Mitarbeiterführung 39
1.3.2 Funktionenmatrix, Verantwortung und Stellenbeschreibung 40
2
B-2 Auftragsbeschaffung 43
2.1 Werbung 43
2.1.1 Werbemöglichkeiten und Werbeverbote 43
2.1.2 Der Werbebrief 45
2.1.3 Internet – Auftritt 48
2.2 Ausschreibung von Ingenieurleistungen (VOF + VOL) 48
2.3 Akquisition oder Auftrag? 50

B–3 Ingenieurvertrag 52
3.1 werkvertragliche Grundlagen (Wiederholung) und Konsequenzen für die Ingenieurtätig- 52
keit, Haupt- und Nebenpflichten
3.2 Erfolgsdefinition, Leistungsstruktur 53
3.3 Honorar, System der HOAI 55
3.4 Ingenieurvertrag, Beispiel 60
3.5 Abrechnung von Ingenieurleistungen 69

B-4 Arbeitsvorbereitung der eigenen Arbeit 71


4.1 Leistungskennzahlen und Aufwandsbestimmung 71
nicht be-
4.2 Koordinierung der Projekte legt

B–5 Steuerung der eigenen Arbeit 71


5.1 Leistungsstand 71 a
5.2 Integration fachlich Beteiligter 71 a

B–6 Wirtschaftlichkeit des Büros BMWi Softwarepaket + 72


6.1 Liquidität, Rentabilität 72
6.2 vorausschauende Finanzplanung BMWi Softwarepaket 74

B-7 Haftung 75

B-8 „Werkzeuge“ der Ingenieurarbeit 79

Teil C: Projektsteuerung (nur Bauingenieure)

C–1 Empfehlungen an den Bauherren


1.1 Projektsteuerung und Rechtsberatung
1.2 Bauvertrag des Bauherren (Struktur und Typ)
1.3 Mitwirkung bei der Vergabe

C-2 Terminsteuerung
2.1 Die Aufgaben des Planers
2.2 Terminplanung (gleiche Werkzeuge andere Maßstäbe)
2.3 Aufgaben und Grenzen der Vollmacht

C-3 Kostensteuerung durch Planer

C – 3.1 Phasenüberblick - Baukosten


C – 3.2 Thesen zur Ausgangssituation – „Kostensicherheit“ / „kostengünstig“
C - 3.3 Finanzierungshilfen
C – 3.4 Kostenplanung als Grundlage der Kostensteuerung – Methoden der Kostenplanung
3.4.1 Ziele und Grundlagen der einzelnen Kostenermittlungsarten
3.4.2 Preisindex – eigene Bestimmung
3.4.3 Fehler und Abweichungen bei der Kostenermittlung
3.4.4 Kostenermittlung: Systematische Qualitätsverbesserung
C - 3.5 Methoden der Kostensteuerung
C - 3.6 Ausgewählte Musterbriefe zur Kostensteuerung

C-4 Qualitätssteuerung
4.1. Zieldefinition
4.2. Hierarchie der Forderungen
4.3. Probleme der Steuerung bei Einzelvergabe
4.4 Abnahme

C-5 Gewährleistungssysteme

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Literatur
( Für das Selbststudium ist möglichst immer die letzte Auflage zu nutzen. Deshalb sind hier häufig keine Jahreszahlen an-
gegeben)

Bauer,H.: Baubetrieb , Berlin + Heidelberg: Springer Verlag

Biermann, Manuel; Der Bauleiter im Bauunternehmen; Wiesbaden; Berlin 1997

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Frikell, E.; Hofmann, O.; Die VOB in Formularen, Stamsried 1997

VOB/B – Beck´scher VOB-Kommentar; Hrsg. Ganten u.a. München 1997

Glatzel, L.; Hofmann,O.; Frikell E.


Unwirksame Bauvertragsklauseln nach dem AGB-Gesetz, Stamsried 1998

Heiermann, W.; Linke.L.;VOB-Musterbriefe für Auftraggeber

Heiermann, W.; Riedl, R.; Rusam, M.; Handkommentar zur VOB, Wiesbaden und Berlin 1997

Hofmann, O.; Koppmann, W.; Die neue Bauhandwerkersicherung, Stamsried 1994

Kapellmann, K. D. ;Schlüsselfertiges Bauen, Düsseldorf 1997

Kapellmann, K. D.; Schiffers K.-H.


Vergütung, Nachträge und Behinderungsfolgen beim Bauvertrag (Bd. 1 + 2) , Düsseldorf

Kleine-Möller, N. u.a.;Handbuch des privaten Baurechts, München 1997

Locher, H.; Das private Baurecht, München 1996

Löffelmann, P.; Fleischmann, G.; Architektenrecht, Düsseldorf 1999

Minckwitz, U.v.; Die ersten 100 Geschäftstage eines Architekten, Berlin 1999

Nagel, Ulrich; Baustellenmanagement, Berlin 1998

Nagel, U. u.a.: Baustellenorganisation, Berlin: Cornelsen

Nagel, Ulrich; Zahlungsforderungen sichern und durchsetzen – 16 baupraktische Wege ISBN 3-934369-34-0, Verlag Bauwerk

Pfarr, Karlheinz ; Grundlagen der Bauwirtschaft, Essen 1984

Pfarr, Karlheinz; Handbuch der kostenbewußten Bauplanung, Wuppertal 1976 (Dt. Consulting Verlag)

Quack, F. ; Grundlagen des privaten Baurechts, Köln 1994

Softwarepaket für Gründer und junge Unternehmer, Hrsg. BMWi, Berlin 2002
(dort auch weitere Literaturstellen im Volltext im Bereich „Literatur“ gespeichert.

Speer, U. : Bauaufträge mit Gewinn, Köln: R. Müller – Verlag

Strauß, Hartmut; Bauabwicklung ohne Risiko, Köln 1994

Theis, St.; Architekten- und Ingenieurverträge; Köln 1997

Bauleitung und Projektmanagement für Architekten und Ingenieure,


Herausgeber: Rösch, Wolfgang, Augsburg 1996

Verdingungsordnung für Bauleistungen; Beck-Texte, München 2001

Vergaberecht, Beck – Texte im dtv

Zentralverb. des dt. Baugewerbes, BAUORG, Unternehmerhandbuch für Bauorganisation, Berlin

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Teil A: Büroentwicklung

Aufgaben- Steuerungs- Zeithorizonte


bereiche größen

Substituti- Neue Zukünftige


Strategische ons- ◄ technische ► Kundenproblem ► Erfolgs-
Führung Zeit Lösungen potenziale
▼ ▼
Heutige
Erfahrungskur-
► ► Marktposition ► Erfolgs-
ve potenziale

Aufwand
Operative Bilanz ► + ► Erfolg
Führung Ertrag

Einnahmen
Operative + ► Liquidität
Steuerung Ausgaben

1 – 1,5 Jahre
bis 6 Monate

2 – 5 Jahre

3 – 8 Jahre
Gesamtübersicht: Büroentwicklung und Bürosteuerung (nach Speckle)

Strate- Die Wahl des richtigen Schiffes


gie:
Taktik: Der Kampf um den besten Platz auf dem falschen
Schiff

A – 1 Strategieentwicklung

Eine richtige, bezahlbare Strategie ist um so wichtiger:


• je schlechter die Marktbedingungen sind,

• je schlechter die eigene Position im Markt wird,

• j
• e mehr die Leistung gesetzgeberischen Beschränkungen und Auflagen unterworfen ist,

• je besser die eigene Leistung mit anderen Leistungen vergleichbar ist,

• je mehr Abhängigkeiten zu anderen „am Bau“ bestehen,

• je mehr sich die Rahmenbedingungen der Wirtschaft verschlechtern.

Wenn man glaubt, eine Strategie zu haben, sollte man prüfen:


• Ist es wirklich eine Strategie oder nur eine lose Sammlung von Vorstellungen und Ideen ?

• Wenn es eine Strategie ist, ist sie richtig oder falsch ?

Bearbeitungsstand: Juli 2002


5
• Wenn die Strategie richtig ist, ist sie bezahlbar ?

• Wenn die Strategie bezahlbar ist, wurde der „point of return“ bestimmt ?

Eine Strategie kann man nicht kaufen; man muss sie sich erarbeiten!
Die Strategiearbeit kann Ihnen niemand abnehmen.
Methodische Hilfe sollte man nutzen ... das spart Zeit und Geld.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Gesamtstrategie Marktstruktur

Kundengruppen

Kundenprobleme

Lösungstechniken

Strategische
Geschäftsfelder

Struktur Formen der Arbeitsteilung


▼ ▼
Organisation Rechtsform

Übung:

Gesamtziel Marktstruktur (auf welchem Markt will ich mich bewegen?)


Kundengruppen


Kundenprobleme

Strategische Geschäftsfelder

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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1.1. Marketing
Marktwirtschaft heißt,
dem Zufall möglichst nahe zu kommen.

Im gesamten Bauwesen vollzieht sich derzeit ein grundlegender Wandel im Verhältnis zwischen
Bauherren, Architekten und Unternehmern. Während in den zurückliegenden Jahren den Bauher-
ren mehr oder weniger vorgedachte und vorgefertigte Lösungen verkauft werden konnten, differen-
ziert sich die Struktur der Bauherrenwünsche immer weiter. Damit entsteht eine neue Füh-
rungsdisziplin für Büros und Unternehmen gleichermaßen.
Das Marketing ist das Führen des Büros bzw. Unternehmens vom Markt aus.
Diese Denkhaltung, die sich letztendlich durch Handlungsweisen auszeichnen muss, ist dadurch
gekennzeichnet, dass alles, was in einem Unternehmen oder Büro geschieht, auf den Markt und
damit auf den Kunden ausgerichtet sein muss.
Es müssen deshalb die Wünsche und Anforderungen des Kunden so tiefgründig und genau wie ir -
gend möglich analysiert und definiert werden. Mit Hilfe dieser Analyse, der Analyse des Umfeldes
des Unternehmens (Konkurrenzanalyse) und der Analyse der eigenen Stärken und Schwächen,
können sinnvolle Geschäftsfelder für die nähere und fernere Zukunft abgegrenzt werden. Dieser
Klärungsprozess bereitet Mühe, sollte aber sorgfältig und intensiv betrieben werden, um daraus
später die Strukturen ableiten zu können. Diese grundsätzliche Kundenorientierung muss sich in
den täglichen Handlungs- und Verhaltensweisen der Mitarbeiter letztendlich niederschlagen. Dabei
muss deutlich werden:
1. dass der Kunde die wichtigste Person für das Unternehmen ist, unabhängig davon, ob er per -
sönlich vorspricht, ob er schreibt, oder ob er anruft.

2. dass nicht der Bauherr von dem Unternehmen oder Büro abhängig ist, sondern dass diese Ab -
hängigkeit gerade umgekehrt besteht.

3. dass die Wünsche des Bauherrn mehr oder weniger genau von ihm artikuliert werden. Die Auf-
gabe ist es dann, diese Wünsche gewinnbringend zu erfüllen.

4. dass der Bauherr kein Außenstehender ist, dem man einen Gefallen tut, sondern der dem Un-
ternehmen oder Büro mitunter nur einmal die Gelegenheit gibt, für ihn tätig zu sein.

5. dass der Bauherr mit Vorurteilen und Irrtümern behaftet ist. Deshalb gilt es in allen Phasen der
Arbeit für den Bauherren Klarheit und Eindeutigkeit zu erzeugen. Dies beginnt bereits bei der
Abgabe des Angebotes, reicht über die Vertragsgestaltung, über die Vorbereitung des Bauvor-
habens, bis zur Abnahme bzw. Betreuung nach Fertigstellung.

Neben der Analyse der Kundenbedürfnisse, der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit der Kun-
den, ist die Analyse der Mitbewerber, des Marktumfeldes und der Marktgröße von besonderer Be-
deutung.

Neben dieser Mitbewerberanalyse ist es notwendig, die Marktgröße so genau als möglich zu er-
kunden. Dies ist mit allgemein zugänglichen Informationen möglich. Zum Beispiel können hierfür
die in den letzten Jahren erteilten Baugenehmigungen einen guten Anhaltspunkt geben. Mit dieser
Marktgröße verglichen werden muss der eigene Marktanteil, der sich aus dem Leistungsvermögen
des Hauses (bezogen auf die Marktgröße) ergibt.
Hat dieser Marktanteil eine Größe von ca. 5 % oder kleiner, wird der Wettbewerb auf diesem
Geschäftsfeld erfahrungsgemäß nur über den Preis zu gewinnen sein. Es gilt nun, im Rah-
men der Marketingentwicklung eigene Stärken herauszuarbeiten, die das eigene Leistungs-
spektrum so unverwechselbar machen, dass mit gleicher absoluter Leistungsgröße, ein hö-
herer Marktanteil erreicht werden kann. Insbesondere Marktanteile über 60 % gestatten es,
sich von einem Preisvergleich völlig abzukoppeln.
Unterscheidungen zu Mitbewerbern lassen sich qualitativ auch mit Hilfe einer Imageanalyse erfas-
sen.
Auf der Grundlage dieser nur grob umrissenen Analysetätigkeit gilt es, in einem nächsten Schritt
Geschäftsfelder und ihre Entwicklung darzustellen. Dazu werden die internen und externen Fakto-
ren so miteinander kombiniert, dass nach Möglichkeit die Marktnachfrage und die Bonität der Kun-
den sowie das eigene Leistungsvermögen in qualitativer und quantitativer Hinsicht miteinander
kombiniert werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Nach Positionierung der vorhandenen Geschäftsfelder in dieser Portfolio-Darstellung, sollten unter


Berücksichtigung der vorhandenen Mittel und Reserven, Entwicklungsschwerpunkte abgeleitet und
Maßnahmen zur Geschäftsfeldentwicklung festgelegt werden.

Unter Nutzung der formalen Darstellung des Deckungsbeitrages ist zu bestimmen, welche maxi-
male Investition überhaupt möglich ist und zu welchem Zeitpunkt über einen Abbruch eines ent-
wickelten Geschäftsfeldes zu entscheiden ist.

Marketing-Fehler

Bei der Analyse von Entwicklungen hat sich gezeigt, dass sehr häufig die gleichen Fehler gemacht
werden. Dazu gehören:

1. Die Bedürfnisstruktur und die Bedürfnisveränderungen der Bauherren werden nicht aufmerk-
sam genug analysiert (ein Dialog mit dem Bauherren findet häufig gar nicht erst statt).

2. Die externen Kennzahlen (Marktgröße und Mitbewerber) werden nicht real genug eingeschätzt.
Verschiebungen der Marktanteile der Mitbewerber werden häufig nicht zur Kenntnis genom-
men.

3. Das eigene Leistungspotential wird in qualitativer Hinsicht nicht kritisch genug überprüft.

4. Innerhalb der Strategieentwicklung werden keine Schwerpunkte gesetzt. Bei der Umsetzung
der Marketingstrategie werden keine kontrollierbaren Ziele gesetzt (Verantwortlichkeiten, Ter-
minsetzungen und Budgetangaben fehlen oder sind nicht klar genug).

5. Ein schriftlich festgelegter Maßnahmekatalog ist nicht eindeutig.


Sind die Entwicklungsschwerpunkte unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel
und Reserven fixiert, geht es darum, eine Gesamtstrategie in einzelne Teilstrategien nach Ge -
schäftsfeldern zu zerlegen.

externe Faktoren interne Faktoren


qualitative und quantitative
Kundenbedürfnisse
Stärken
Analyse Marktgröße Marktanteil
Unterschied zu Mitbewer-
Mitbewerber
bern
Ziel- Ist – Vergleich und Steuerung

Umfeld Reaktionsmöglichkeit

Strategische Geschäftsfelder

Positionierung ▼

Entwicklungsschwerpunkte

▼ ▼

Strategie Gesamtstrategie

▼ ▼

Maßnahmen Unternehmensorganisation

Marketing - Prozess

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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1.2 Kundenstruktur und Kundenbedürfnisse

Arbeitsblatt: Qualitative Beschreibung der Kundengruppe

Für welche Auftraggeber wollen wir arbeiten?


Kundengruppe (genau be-
schreiben)

Kundenprobleme

von uns erwartete Problem-


lösung

ist das Problem einmalig


oder dauerhaft ?

Vermeidungsmotive der
Kundengruppe

Gewinnmotive der Kunden-


gruppe


Kundengruppe (genau be-
schreiben)

Kundenprobleme

von uns erwartete Problem-


lösung

ist das Problem einmalig


oder dauerhaft ?

Vermeidungsmotive der
Kundengruppe

Gewinnmotive der Kunden-


gruppe

Bearbeitungsstand: Juli 2002


10


Kundengruppe (genau be-
schreiben)

Kundenprobleme

von uns erwartete Problem-


lösung

ist das Problem einmalig


oder dauerhaft ?

Vermeidungsmotive der
Kundengruppe

Gewinnmotive der Kunden-


gruppe


Kundengruppe (genau be-
schreiben)

Kundenprobleme

von uns erwartete Problem-


lösung

ist das Problem einmalig


oder dauerhaft ?

Vermeidungsmotive der
Kundengruppe

Gewinnmotive der Kunden-


gruppe

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Beispiel einer Konkurrenzanalyse
(für jeden Mitbewerber anzulegen)

Mitbewerber:

Geschäftsumsatz/Jahr:
Anzahl der Mitarbeiter:
Gesellschaftsform:
Erkennbare Strategien:
Nr. Welche Leistung ... ... mit welchen Kunden
Tätigkeitsbereiche: 1)
(3 wichtigste 2)
Standbeine) 3)
Stärke Schwäche

Ausstattung:

Image (Ruf):

Werbeaktivitäten:

Finanzkraft:

Qualität des Personals:

Serviceleistungen:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Warum ist er erfolgreich?

Seine wunden Punkte:

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Beispiel einer Image-Analyse

Bewertung
Imagefaktoren
trifft nicht zu trifft zu
-2 -1 0 + 1 + 2

• führt die Arbeiten in hoher Qualität aus

• führt die Arbeiten termingerecht aus

• verfügt über hohes Fachwissen

• arbeitet zuverlässig und genau

• bietet gute und fachgerechte Beratung

• hat sehr freundliches Personal

• bietet ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis

• hat kompetente Partner an der Hand

• bietet Finanzierungsberatung
• bietet auch Service nach Beendigung der Arbei-
ten (Nachbetreuung)
• bietet korrekte Angebotslegung

• hat ansprechendes Erscheinungsbild

• hat einprägsamen Firmennamen

• hat ein originelles Firmenzeichen

• erscheint seriös

• ist kooperationswillig (verhandlungsbereit)

• ist wirtschaftlich leistungsfähig

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Arbeitsblatt: quantitative Erfassung

Kundengruppe

Woher bekomme ich Informa-


Ⓐ Ⓑ Ⓒ Ⓓ
tionen zur Kundengruppe?

Größe der Kundengruppe


(Bauleistung)

Größe der Kundengruppe (An-


zahl der Entscheider)

Welche Veränderungen im Be-


darf sind möglich?

Wovon sind diese Veränderun-


gen abhängig?

Worin bestehen die regionalen


Unterschiede im Bedarf ?

Analyse der Konkurrenz

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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bezogen auf die Kundengruppe


Ⓐ Ⓑ Ⓒ Ⓓ
Woher bekomme ich Informa-
tionen?

Quantitative Leistung
Konkurrent ①

Quantitative Leistung
Konkurrent ②

Quantitative Leistung
Konkurrent ③

Wie stellt sich die Konkurrenz


dar? ①

Wie stellt sich die Konkurrenz


dar? ②

Wie stellt sich die Konkurrenz


dar? ③

Was bleibt für uns, wenn wir


nichts tun ?

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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1.2.1 Portfolioanalyse /Strategieentwicklung

Einführung
(Zusammenstellung nach Ausarbeitungen von Stoss, K. - Management-Zentrum St. Gallen)

Marktwachstum, Wettbewerbslandschaft, Kundenverhalten und -bedürfnisse, aber auch die tech-


nologischen Rahmenbedingungen ändern sich schnell.
Der Markt rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Als Alternative zur ursprünglich
spartenorientierten Strukturierung setzt sich heute eine Aufteilung in dezentrale, auf die Bedürfnis-
se des Kunden ausgerichtete Einheiten immer mehr durch. Neben den Kundenbedürfnissen müs-
sen aber auch in zunehmendem Maße die unternehmenseigenen Stärken und Schwächen, das
Verhalten der Wettbewerber und nicht zuletzt Rentabilität und Risikogehalt der Geschäfte in das
unternehmenspolitische Entscheidungskalkül einbezogen werden.
Langfristiges Überleben und gewinnbringendes Wachstum müssen allein aus dem Erkennen und
systematischen Fortentwickeln der „Erfolgspotentiale“ erreicht werden.

Vom strategischen Management zum Portfolio-Ansatz

Die komplexe und dynamische Umwelt zwingt Unternehmen zu einer Bewältigung des Unerwarte -
ten. Dafür genügt nicht die Extrapolation von Erfolgsrezepten der Vergangenheit. Andere Prioritä -
ten müssen gesetzt, andere Methoden und Instrumente zur Bewältigung der veränderten Umwelt -
bedingungen eingesetzt werden. Dazu notwendig ist auch eine Entwicklung des Managements in
Richtung eines strategischen Managements, das durch unternehmerische Flexibilität der zuneh-
menden Beschleunigung der Veränderung der Entscheidungsparameter und dem daraus resultie-
renden vermehrten Risiko Rechnung tragen kann.

Als Grundlage zur effizienten Entwicklung zielgruppenspezifischer Strategien dient die systemati-
sche Analyse des relevanten unternehmerischen Umfelds. Von besonderer Bedeutung ist auch die
Analyse der Kundenproblemstruktur. Hieraus lassen sich Kundenbedürfnisse unmittelbar ableiten,
deren Kenntnis wiederum für die Gestaltung des Leistungsverhaltens unabdingbar ist. Einzubezie -
hen in die Umfeldanalyse ist weiterhin die Konkurrenzsituation in den verschiedenen Zielgruppen,
da auch von dieser Impulse auf das Leistungsverhalten im Markt ausgehen. Würde man die Kon-
kurrenzanalyse vernachlässigen, wäre es kaum möglich, eigene Stärken und Schwächen zu erken-
nen.

Als Konkurrenz im engeren Sinne gelten dabei Unternehmen, die im gleichen Markt- bzw. Leis-
tungsbereich tätig sind. Eine mögliche Reaktion auf das Konkurrenzverhalten wäre beispielsweise
die Nachahmung oder Übernahme eines ähnlichen Markt-Leistungsangebots bzw. eines verbes-
serten Leistungsangebots oder aber, falls keine eigenen Stärken im entsprechenden Segment er-
kannt werden, die Reduzierung des Geschäfts und die Verlagerung des Potentials auf andere, für
die Unternehmung erfolgreichere Leistungs- und/oder Kundenbereiche.

Als erster Schritt zum Aufbau eines strategischen Managements erscheint die Portfolio-Analyse
zielführend, da sie nach einem Überdenken der außer- und innerbetrieblichen Gegebenheiten eine
intensive Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmensbereiche initiieren kann und soll.

Der Begriff „Portfolio“ entstammt der Banksprache, wo man im Zusammenhang mit der Kapitalan-
lage von einem Wertschriften-Portefeuille spricht.
Portfolio-Management heißt für die Unternehmung, ihr Portefeuille von Geschäftstätigkeiten in der
Weise so zu gestalten, dass sie auch in einem größeren Zeit- und Wirkungshorizont in der Lage ist,
ihre Aktivitäten finanziell und personell mit Erfolg durchzuhalten. Der Portfolio-Ansatz beruht auf
dem Gedanken, dass die Unternehmung eine optimale Mischung von Geschäftsaktivitäten (Pro-
dukt-/Marktaktivitäten) und zwar im Hinblick auf vier Kriterien haben sollte:

1. Risikostreuung
2. Ertragschancen (Rendite)
3. Wachstumschancen
4. Finanzierbarkeit

Grundlagen der Portfolio-Analyse

Jedes Unternehmen analysiert mehr oder weniger systematisch seine Umwelt und das eigene Un-
ternehmen. Aus der Umwelt- und Konkurrenzanalyse ergeben sich über die Chancen und Gefah-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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ren Hinweise für die Attraktivität der einzelnen Märkte. Werden die aus dieser Analysephase resul -
tierenden Informationen über die Wettbewerber mit in die Unternehmensanalyse einbezogen, so
können nicht nur Aussagen über die eigenen Stärken und Schwächen des Unternehmens gemacht
werden. Es ergeben sich darüber hinaus durch die relativen Stärken und Schwächen auch Hinwei -
se auf die Wettbewerbsposition des Unternehmens in den einzelnen Märkten. Verbindet man nun
die Aussagen zur Marktattraktivität mit denen der relativen Wettbewerbsposition, so ergeben sich
daraus Anhaltspunkte für die Positionierung der strategischen Erfolgspotentiale.

Die ersten Portfolios, die zur Geschäftsfeld-Analyse eingesetzt wurden, waren


Marktwachstums-/Marktanteils-Portfolios. Das Erstellen eines solchen Portfolios ist relativ einfach
und erfasst zwei wesentliche Dimensionen des Markterfolges eines strategischen Geschäftsfeldes.
Die Schwächen bzw. die Grenzen des Marktwachstums-/Marktanteils-Portfolios liegen jedoch dar-
in, dass eben nur zwei auf den Markterfolg eines strategischen Geschäftsfeldes wirkende Einfluss-
faktoren erfasst werden.

Marktwachstums-/Marktanteils-Portfolio

Markt-
h
(wachstum)
attraktivität
Question Marks Stars

Dogs Cash Cows

n h
Marktanteil
Wettbewerbsstellung

Darin sind:

1. Stars (Hoher Marktanteil bei hohem Marktwachstum - Idealposition)

2. Cash Cows (Hoher Marktanteil bei niedrigem Marktwachstum)

3. Dogs (Ungünstige Konkurrenzposition durch niedrigen Marktanteil bei niedrigem Marktwachs-


tum)

4. Question Marks (Niedriger Marktanteil bei hohem Marktwachstum, worin sowohl gute Chan-
cen als auch hohe Risiken bestehen. Zur Verbesserung dieser Position sind meistens zusätzli-
che Finanzmittel erforderlich. Die Unsicherheit besteht hier darin, dass sich das strategische
Geschäftsfeld sowohl in die Position eines Stars als auch in jene eines Dogs entwickeln kann.)

Um die Beurteilung der strategischen Geschäftsfelder objektiver zu gestalten und die Nachteile des
Marktwachstums/Marktanteils-Portfolios zu kompensieren, wurde das 9-Felder bzw. Marktattraktivi-
täts-/Relative Wettbewerbsvorteil-Portfolio entwickelt.

In der einen Dimension (üblicherweise als Ordinate der Matrix dargestellt) geht es darum, die „At-
traktivität“ eines Marktes zu beurteilen, wobei in gleicher Weise Wachstums, Ertrags- und Risikoge-
sichtspunkte zu berücksichtigen sind. Die Attraktivität ist weitgehend durch externe Kriterien be-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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stimmt, d.h., hängt vom allgemeinen Marktwachstum, vom Verhalten der Wettbewerber und der
Kunden, vom Ertragspotential im Markt usw. ab.

Zur Beurteilung der Marktattraktivität sind folgende Kriterien möglich.

• Marktvolumen
• Marktwachstum (Sättigung)
• Ertragspotential im Markt (Ertragskraft der Branche)
• Wettbewerbsstruktur
• Kundenstruktur
• Technologische Entwicklungen (Substitutionsgefahr)
• Preispolitischer Spielraum
• Eintrittsbarrieren für neue Anbieter
• Abhängigkeit von der Gesetzgebung
• Abhängigkeit von konjunkturellen Einflüssen

Während die Marktattraktivität von einer Unternehmung im allgemeinen nicht beeinflussbar ist,
kann mit Hilfe verschiedenster Kriterien die Position der Unternehmung bzw. des strategischen Ge-
schäftsfeldes beurteilt werden. Die Wettbewerbsposition wird dabei in Relation zu der der stärksten
Konkurrenten im jeweiligen Marktsegment gesetzt; auf diese Weise lassen sich Relativitäten ermit-
teln. Diese „relativen Wettbewerbsvorteile“ werden üblicherweise auf der Abszisse der Matrix ange-
geben. Als mögliche Kriterien gelten:

Relative Wettbewerbsvorteile

• Relativer Marktanteil
• Relative Ertragsstärke
• Kostenvor- und -nachteile
• Preispolitische Flexibilität
• Leistungsbereitschaft
• Preis-/Leistungs-Verhältnis
• Image und Bekanntheitsgrad
• Innovationsfähigkeit und technisches Know-how
• Standortvor- und -nachteile
• Relative Qualifikation der Mitarbeiter und Management-Know-how

Der Grundgedanke dieses Analyseverfahrens besteht nun darin, durch möglichst objektive und
realistische Bewertung und Gewichtung der einzelnen Schlüsselfaktoren ein Geschäftsfeld zu posi-
tionieren. Aus der Positionierung der strategischen Geschäftsfelder in der Matrix können drei glo-
bale Grundstrategien abgeleitet werden.

Entscheidungsfelder der Marktattraktivitäts-/relative Wettbewerbsvorteil-Matrix

Marktat-
traktivi-
tät 7 8 9

4 5 6

1 2 3

Relative Wettbewerbsvorteile

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Felder 8, 9, 6
Wachstums- oder Investitionsstrategie
Wachstum, Expansion und Investition sind in diesen Feldern der Portfolio-Matrix anzustreben.

Felder 7, 5, 3
Selektive Strategien
Ist ein strategisches Geschäftsfeld in Feld 7 positioniert, liegt die Marktattraktivität weit über der
Wettbewerbsstärke. Hier ist zu prüfen, inwieweit durch Investitionen die Marktattraktivität durch
Steigerung der Wettbewerbsstärke genützt werden kann. In Feld 5 sind vor allem Segmentierungs-
und Profilierungsstrategien zu prüfen. Im Feld 3 liegt die Wettbewerbsstärke weit über der Marktat -
traktivität. Hier ist zu überlegen, inwieweit durch Rationalisierungsinvestitionen der Deckungsbei-
trag maximiert werden kann; falls in diesem Feld allerdings kein Geschäftspotential mehr steckt, ist
zu prüfen, ob Mittel freigesetzt werden können, die dann beispielsweise im Feld 7 investiert wer-
den.

Felder 1, 2, 4
Rückzugsstrategien
Soweit noch Deckungsbeiträge erzielt werden, kann noch geerntet werden.

Der didaktische Wert des Portfolio-Managements liegt darin, dass der analytische Denkprozess
strukturiert wird und das sich ergebende Resultat bei richtigem methodischen Vorgehen in der Re-
gel zu einem relativ treffenden Abbild der realen Unternehmungssituation führt. Ein wirksamer Ein-
satz der Methode bringt insbesondere folgende Vorteile mit sich:

1. Die im Rahmen der Portfolio-Analyse erhobenen Daten und die bei ihrer Aufarbeitung gewon-
nenen Erkenntnisse stellen einen wichtigen Fundus an Informationen für ein Strategiefindungs-
prozess dar.

2. Der Prozess der Erstellung des Produkt-/Markt-Portfolios ist für die Beteiligten ein wichtiger
Meinungsbildungsprozess, der für das gemeinsame Verständnis der Unternehmung und ihrer
Märkte außerordentlich förderlich ist.

3. Erfahrungsgemäß wird durch die mit der Erstellung der Portfolios verbundenen Datenerhebun-
gen und Beurteilungen der Informationsstand der Beteiligten stark erhöht, was sich dann einer
größeren Sicherheit bei der Suche und Beurteilung von Strategievarianten niederschlägt.

Um Strategien zur Verwirklichung der Unternehmensziele zu definieren bzw. eine strategische Un-
ternehmensplanung aufbauen zu können, bedarf es einer systematischen Vorgangsweise. Dabei
sind grob skizziert folgende Schritte einzuhalten:

1. Bestimmung und Auswahl von strategischen Geschäftsfeldern;

2. Bestimmung, Definition und Gewichtung der Kriterien für die Beurteilung der Marktattraktivität;

3. Bestimmung, Definition und Gewichtung der Kriterien für die Beurteilung der relativen Wettbe-
werbsvorteile;

4. Analyse und Bewertung der definierten strategischen Geschäftsfelder;

5. Erstellung eines Ist-Portfolios;

6. Ableitung von strategischen Stoßrichtungen bzw. Strategien zur Realisierung eines Soll-Portfo-
lios.

In der Portfolio-Analyse werden aufgrund der Informationen über die Unternehmung und de-
ren Umwelt (insbesondere solche über die relativen Stärken/Schwächen und Chancen/Ge-

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fahren) sowohl ein Ist-portfolio- als auch, auf der Basis der Kenntnis über das „IST“, ein an-
zustrebendes Ziel-portfolio- formuliert. Dieses „ZIEL“ hat den Charakter einer unternehmeri-
schen Zielsetzung. Aufgabe des strategischen Managements ist es nun, den Weg von „IST“
zum „ZIEL“ durch Erarbeitung von strategischen Stoßrichtungen, Grundstrategien,, Zielpo-
sitionierungen und Realisierungsmaßnahmen zu finden.

Ziel der Portfolio-Analyse ist die Erarbeitung von Optionen pro Geschäftsfeld. Dies kann beispiels -
weise heißen: Verbesserung der Wettbewerbsposition der einzelnen Geschäftsfelder innerhalb der
bestehenden Gesamt-Geschäftsstruktur; Ausschöpfen von Synergien zwischen den Geschäftsfel-
dern, Geschäftsausweitung in verwandte Märkte bzw. völlig neue Märkte oder auch Aufgeben ei-
nes bestimmten Geschäfts.

Bei der Festlegung strategischer Zielsysteme in den einzelnen Kundenbereichen sollte versucht
werden, realitätsnahe und motivierende Ziele zu setzen, um ein möglichst hohes Maß an Zielkon-
zeption bei den Mitarbeitern zu erreichen. Bei der Erarbeitung muss deshalb versucht werden, eine
widerspruchsfreie Zielkonzeption zu entwerfen, die die Zielbeziehungen deutlich macht, die dann
mit Hilfe des Aktionsprogramms und organisatorischer bzw. operativer Maßnahmen umzusetzen
sind und gleichzeitig zur Zukunftsproblemlösung beitragen sollen.

Eines ist jedoch nicht zu unterschätzen. Bei den einzelnen Zielvorstellungen spielen oft die vielfäl -
tigsten persönlichen Interessen der Entscheidungsträger eine wesentliche Rolle. Somit ist der Ein-
fluss subjektiv-normativer Vorstellungen der Entscheidungsträger, die die Prognoseergebnisse und
die Zukunftsprobleme der Unternehmung möglicherweise ganz unterschiedlich bewerten, nicht zu
unterschätzen.

Nutzen und Gefahren des Portfolio-Managements

Für die Anwendung der Portfolio-Analyse sprechen eine Reihe von Vorteilen, wie u.a.:

1. Differenzierte Darstellung der Ist-Situation unter strategischen Gesichtspunkten;

2. Durch die visuelle Darstellung erhält man einen Überblick über das gesamte Unternehmen;

3. Die unterschiedliche Positionierung der einzelnen strategischen Geschäftsfelder führt oft zu


ausführlichen Diskussionen;

4. Die Portfolio-Analyse gibt erste Hinweise für marktbezogene Strategien;

5. Durch die Erarbeitung sind die Entscheidungsträger gezwungen, sich mit der Marktentwicklung
und dem Wettbewerb aktiv auseinander zusetzen;

6. Zwang zur Prioritätensetzung.


Neben diesen aufgezählten Vorteilen müssen aber auch ganz klar die Grenzen der Portfolio-Analy-
se gesehen werden. Dies sind wie folgt:

1. Portfolio-Management ist kein Ersatz für unternehmerische Entscheidungen, sondern liefert le-
diglich die Entscheidungsgrundlagen;

2. Aus der Ist-Position der einzelnen Geschäftsfelder dürfen nicht automatisch Strategien abgelei-
tet werden;

3. Portfolio-Darstellungen sind nie als 100 %ig genau zu definieren (Gefahr der Scheingenauig-
keit, Manipulierbarkeit);

4. Zumindest im Ist-Portfolio werden nur die vorhandenen Produkt-/Marktkombinationen eingetra-


gen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


20
Nach der Abgrenzung geeigneter Geschäftsfelder und der Bewertung der eigenen Leistung muss
nun eine Strategie entwickelt werden, die es erlaubt, sich möglichst dem reinen Preiskampf zu ent -
ziehen. Als Hilfsmittel besonders geeignet hierfür ist die Nutzung von Portfoliodarstellungen, da sie
einfach und anschaulich sind. Das Grundprinzip besteht darin, dass zwei Merkmale bewertet wer -
den. Unten und links im Ursprung des Achsenkreuzes steht „wenig“ oder „schlecht“. Die jeweiligen
Achsen führen dann zu „viel“ oder „sehr gut“. Zuerst wird die Kundenanalyse mit den Merkmalen
• Baubedarf
• Finanzkraft des Bauherren
als Beurteilungskriterien herangezogen.

Beispiel:

Es hat wenig Sinn, wenn zwar ein Baubedarf erkennbar ist (z. B. Lehmbau), die potentiellen
Auftraggeber aber entweder eine zu schwache Finanzdecke haben, oder die Arbeiten vor-
zugsweise in Eigenleistung ausführen.

In einer zweiten Portfoliodarstellung werden die gleichen Geschäftsfelder unter dem Aspekt des ei-
genen Leistungsvermögens ( Qualifikation der eigenen Mitarbeiter, Ausstattung mit entsprechender
Technik, Leistungsumfang) dargestellt.

Die Kombination der Kundenanalyse und der eigenen Leistungsfähigkeit wird aus den beiden vor -
angegangenen Bildern entwickelt. Der Bedarf und die Finanzkraft werden auf einer Achse, das ei -
gene qualitative Leistungsvermögen und die Leistungskraft werden auf der anderen Achse erfasst.
Die gleichen Geschäftsfelder wie in den vorangegangenen Darstellungen werden nun hier wieder
positioniert. Nun sind für jedes Geschäftsfeld die Maßnahmen zu erarbeiten, die entweder ein Posi-
tionieren in der rechten oberen Ecke erreichen lassen, oder es sind geeignete Rückzugsstrategien
zu entwickeln. Die beste Strategie nutzt jedoch nichts, wenn nicht die Maßnahmen zu ihrer Umset-
zung festgelegt werden, ein Budget zur Verfügung steht und eine Abbruchstrategie (bei Misserfolg)
festgelegt wurde.

Übung Portfoliodarstellung

1. Analyse der Zielgruppe

Bedarf hoch

gering

schlecht gut
Zahlungswilligkeit/Zahlungsfähigkeit

Bearbeitungsstand: Juli 2002


21
2. Eigene Angebotsstruktur

Leistungsvermögen hoch

gering

schlecht gut
Qualität der eigenen Leistung

3. Ist Situation: Bauherr / Leistungsvermögen

Bonität und Nachfrage hoch

gering

schlecht gut
Fähigkeit und Leistungsvermögen

4. Entwicklung; Grobmaßnahmen

Bonität und Nachfrage Sehr


gut
hoch

schlecht
gering

schlecht gut
Fähigkeit und Leistungsvermögen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


22

Entwicklung eines Maßnahmeplanes (Übung)

Termine/
Verantwor- Zwi- Kontrolle der Abbruchbedin-
Aufgabe Ziel Budget
tung schenter- Wirksamkeit gungen
mine
Stun-
den Geräte
€ der u.a.
Mitar- Ress.
beiter

Vorgaben für das Marketing:

Gewinnmotive Vermeidungsmotive
Zielgruppe

Umsetzung

Bearbeitungsstand: Juli 2002


23

1.2.2 Qualitätsindex

So lange in Deutschland restriktive Regeln (HOAI) für die Ingenieurhonorare gelten, reduziert sich
die Analyse der Kundenbedürfnisse auf den Qualitätsindex. Mit einfachen Mitteln sind diese Infor-
mationen auch durch den relativen Preis zu ergänzen. Hier interessiert zunächst nur der Ansatz,
der zum erfolgreichen Marktauftritt führen soll. Erfolgreiche Planer bereits vor Jahren eine Arbeit
geleistet, die je nach Sparte und Größe des Büros 4 Stunden bis 4 Tage dauert. Sie haben die re-
lative Qualität für ihre Leistungen bestimmt und damit die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale
visualisiert. Die Frage nach der Qualität stellt sich nun aber nicht nach eigenen internen Qualitäts-
vorstellungen, sondern nach der vom Bauherren wahrgenommenen Qualität.

Jeder muss sich die folgenden zwei wesentlichen Fragen stellen:

1. Wie nimmt der Auftraggeber unsere Wettbewerbsvorteile wahr ?


2. Warum soll der Bauherr gerade uns den Auftrag geben ?

Es geht über die Kraft eines kleinen Büros, eigene Vorstellungen so am Markt zu platzieren, dass
offensiv ein Markt dafür neu geschaffen wird. Punktuell gelingt dies zwar mitunter. Die Geschwin -
digkeit mit der die Idee kopiert wird ist erfahrungsgemäß so groß, dass der investierte Aufwand
nicht zurückfließt. Vielmehr gilt es, die wesentlichen Entscheidungskriterien des Bauherren heraus-
zufinden und offensiv anzubieten. Das Erscheinungsbild vieler Büros ist im folgenden Bild darge-
stellt. Diese Graphik ist so zu lesen, dass die Merkmale der Leistung die für den Bauherren unbe-
deutend oder selbstverständlich sind mehr oder weniger gut (im Vergleich zu den Mitbewerbern)
erfüllt werden.

Typische Verteilung der Leistungsmerkmale von


Planungsbüros
▄ ▀ hier wären Leistungs-
merkmale wichtig !
besser als der ▄ ▀ ▀ ▄
Durchschnitt
▀ ▄
▄ ▄
schlechter als ▄ ▀ ▀ ▄ ▄
der Durch-
schnitt
unbedeutende selbstverständliche für den Bauherren wichti-
Merkmale Merkmale ge Merkmale

Entscheidungsmerkmale der Bauherren und ihre Erfüllung durch typische Planungsbüros (nach
Speckle)

Was ist zu tun ?

Das angebotene Leistungsbild ist von vielen technischen Sachverhalten und Honorartatbeständen
geprägt, die der Bauherr nicht versteht oder nicht möchte. Eigentlich wollte er sich einen Traum
oder Wunsch erfüllen und keine Leistungsphasen der HOAI bezahlen. Es gilt also immer stärker
die wirklichen Entscheidungskriterien herauszufinden und danach zu prüfen, ob man den Anspruch
mit vernünftigem Aufwand erfüllen kann. Das Ergebnis vieler Analysen kann bereits vorweggenom-
men werden:
Es sind zum überwiegenden Teil Entscheidungskriterien, die sich nicht im Produkt niederschlagen
(und gerade bei der Vermittlung dieser tun wir Techniker uns schwer).
Bei den nun folgenden Schritten kann ein Außenstehender bestenfalls methodische Unterstützung
geben. Die eigentliche Arbeit sollte jeder (ob Architekt oder Unternehmer) selbst tun. Nach Seg-
mentierung des eigenen Marktes und grober Bestimmung der Marktanteile ist die zielgerichtete Be-
fragung einiger weniger kritischer Bauherren sinnvoll. Der Fehler vieler Befragungen liegt in der
Vorgabe der Entscheidungskriterien. Der Bauherr hat selbst die Kriterien zu nennen, die für ihn ent-
scheidend sind. Danach kann er insgesamt maximal 100 Punkte zur Wichtigkeit verteilen und zum

Bearbeitungsstand: Juli 2002


24

Abschluss die Bewertung der eigenen Leistung und die der Konkurrenz vornehmen. Das ganze
dauert 20 bis 40 Minuten und liefert die wesentlichen Ausgangsdaten ... wenn man es nur versteht
zuzuhören. Planer und Bauunternehmer waren immer wieder überrascht, wie die Nennungen aus-
sahen.

Nr. Entscheidungsmerkmale aus Bedeutung für Erfüllung der Anforderungen (Bewertung)


Bauherrensicht den Bauherren
(Summe 100 Mitbewerber
%)
eigenes
A B C D
Büro
1. Vertrauen bei der Vertrags-
10 % 8 6 7 8 9
verhandlung
2. Ortsansässiges Büro 5% 10 10 10 0 0
3. Termin- und Kosteneinhaltung 8% 7 8 6 8 8
4. Qualität der Bauleiter 4% 7 6 6 - -
5. andere Bauvorhaben 8% 10 5 5 - 8
6. bekannt für wenig Skandale 12 % 8 7 6 - 6
7. Betreuung nach Bauab-
10 % 4 3 3 6 5
schluss
8. : :

Einfache Erfassung der Entscheidungskriterien des Bauherren (nach Speckle)

Auf den folgenden Seiten wird die Methode der Ermittlung des Qualitätsindexes Schritt für Schritt
geschildert.

Anleitung zur Bearbeitung und Auswertung der Arbeitsblätter


zusammengestellt nach Informationen des MZSG

1. Definition der Aufgabe

Hinweis: In diesem Arbeitsschritt sind nicht einschränkende Wünsche zu definieren, sondern im


weitesten Sinne die Aufgaben zu beschreiben.

Beispiel: Die Aufgabe ist nicht eine Mensa zu bauen, sondern preiswertes Essen in großer Menge
in geringer Zeit in der Nähe der Hörsäle.

Die "funktionale" Beschreibung hilf später ganz erheblich bei der Ausschreibung der Vertragsge -
staltung. Dort wird dann nicht eine Anzahl von Decken und Wänden gefordert, sondern die Erfül-
lung einer Aufgabe.

2. Segmentierung des Marktes

2.1. Bauherrengruppen /Mietergruppen /Nutzergruppen

Die handelnden Gruppen sind nun so genau als möglich zu beschreiben, um eine zielgerichtete
Entwicklung vornehmen zu können.
Beispiel: Es nutzt nichts, von einem Bauherren eines Einfamilienhauses zu sprechen. Vielmehr
müssen z. B. definiert werden:
► Eigennutzung oder Vermietung
► Geldanlage oder Einsparung von Mietkosten;
► Zeitweilige Nutzung mit geringer Ortsbindung oder bodenständig
► "Einmalbauherr“ oder "Wiederholungstäter"
► Preisobergrenze

Für Bauherren eines Gewerbeobjektes gelten z.B. völlig andere Kriterien


► Betrieb an nächste Generation weitergeben ?

Bearbeitungsstand: Juli 2002


25

► Denkmal für den eigenen Namen oder kurzfristiger Platzbedarf

2.2. Konkurrenten bezogen auf die Bauherrengruppen (sachlich + regional)

Hinweis: mindestens 3 Wettbewerber aufnehmen

Die Konkurrenten müssen nicht nur Anbieter des gleichen Spektrums wie das eigene Angebot sein,
sondern es kann auch völlig fremde Konkurrenz sein (Generalunternehmer mit Planungsabteilung,
Fertighausanbieter usw.)

3. Wer bewertet das Angebot ?

Hier ist der tatsächliche "Entscheider“ zu definieren (bei einem Einfamilienhaus ist es häufig die
Frau)

Hinweis: mit diesen sollte auch die Erhebung der relativen Qualität (Arbeitsblatt 1) erfolgen. Der
Bewertende kann auch selbst andere Konkurrenten gem. Punkt 2.2. zusätzlich nennen. Das ist be-
sonders aufschlussreich.

Die folgenden Arbeitsschritte sollten einmal im Büro bearbeitet werden und außerdem von
potentiellen Bauherren/ Mietern. Ergeben sich Differenzen in den Ergebnissen, sind die Be-
wertungen der Bauherren/Mieter vorzugsweise heranzuziehen

4. Definition der entscheidenden Produkt- und Dienstleistungsmerkmale

(Eintragen in Arbeitsblatt 1)

5. Bestimmung der Wichtigkeit für den Auftraggeber /Bauherren / Mieter

Hinweis: allen Kriterien (Produkt- und Dienstleistungsmerkmale zusammen) werden Prozentsätze


zugeordnet. Wichtige Kriterien erhalten höhere Prozentsätze, unwichtige erhalten niedrigere. Die
Summe muss insgesamt 100 % sein.

6. Bewertung, inwieweit die Qualitätsmerkmale (Objekt 1 Dienstleistung) erfüllt wer-


den

Hinweise:
1. Die Bewertung erfolgt gem. Skala (Arbeitsblatt 2) von 0 (nicht vorhanden) bis 10 (in keiner Weise
verbesserungsfähig)
2. Die Bewertung wird für die eigene Leistung und die Leistung der Konkurrenten vorgenommen

Hinweis: In der Nummerierung gibt es bewusst einen Sprung, da die Honoraranalyse hier wegge -
lassen wurde, die gleichen Arbeitsblätter aber auch für Bauleistungen benutzt werden können.

8. Ermittlung der Wettbewerbsvor- und nachteile


Hinweise:
1. Sie bilden in Arbeitsblatt 7 den Durchschnitt aller Bewertungen (0 - 10) aus Arbeitsblatt 1 (ein -
schließlich der eigenen Werte)

2. Danach ermitteln Sie die Differenz der eigenen Leistung zum Durchschnitt (besser als der
Durchschnitt = + , schlechter als der Durchschnitt = - )

3. Die so gefundenen Werte werden über bzw. unter der "Nulllinie" in Arbeitsblatt 8 eingetragen.
Der Abstand von der linken Seite ergibt sich aus der prozentualen Bewertung („Gewichtung") in Ar-
beitsblatt 1.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


26

9. Auswertung der Wettbewerbsvor- und nachteile

Arbeitsblatt 8 + 8 a
Die gewonnene Übersicht ist wie folgt zu bewerten:

Feld 1: Für den Bauherren/Mieter weniger wichtig, Position mit geringem Mitteleinsatz halten

Feld 2: Für den Bauherren/Mieter weniger wichtig, wenn möglich mit geringem Aufwand verbes-
sern (Zukauf ?)

Feld 3: Für den Bauherren/Mieter mehr oder weniger selbstverständlich Position muss mit vertret-
barem Aufwand gehalten werden (ggf. für Werbung nutzen)

Feld 4: Für den Bauherren/Mieter selbstverständlich. Position muss mindestens auf Durchschnitts-
niveau gehoben werden.

Feld 5: Besonders wichtig, Position halten und weiter ausbauen, beobachten, ob langfristig diese
Position bleibt, oder ob sich Veränderungen abzeichnen.

Feld 6: Dringender Handlungsbedarf ! Eine für den Bauherren wichtige Eigenschaft wird nicht er-
füllt. Die Veränderung in Feld 5 hat höchste Priorität.

10. Bestimmung der Qualitätsindizes

Der Qualitätsindex wird für jeden Konkurrenten als auch für das eigene Angebot ermittelt. Folgende
Schritte sind in Blatt 9) notwendig. Grundlage sind die in Blatt 1 erfassten Werte.
1. Für jeden Konkurrenten wird ein Blatt angelegt

2. Jedes einzelne Merkmal wird bewertet, ob es aus Kundensicht besser oder schlechter als die
Konkurrenz erfüllt wird. Sie zählen die Anzahl der Konkurrenten, die im Vergleich zum jeweilig zu
Bewertenden (z.B. auch zur eigenen Leistung)

• besser (Punkteabstand gleich / größer +2)


• gleich (Bandbreite + 1 / -1 )
• schlechter (Punkteabstand kleiner / gleich -2)

sind und tragen die Anzahl der Bewertungen in die Spalten 2 (Blatt 9a) ein. Diese Eintragungen
werden für alle Produktmerkmale und Dienstleistungsmerkmale vorgenommen.

3. In der Spalte „Summe aller Bewertungen" (3) wird die Anzahl der Konkurrenzunternehmen ad -
diert. Es muss in jeder Zeile die gleiche Summe stehen (Zwischenkontrolle der bisherigen Arbeit).

4. Die % - Sätze der Wichtigkeit für den Bauherren / Mieter werden aus Blatt 1 übernommen und in
Spalte 4 „zu verteilendes Gewicht" eingetragen.

5. Die „Gewichtsanteile pro Bewertung" (Spalte 5 in Blatt ergeben sich aus dem „Gewicht" (Spal -
te 4) dividiert durch die Anzahl der Konkurrenten (Spalte 3).

6. Die Werte „Anzahl der Bewertungen" (Spalten 2) werden nun mit den "Gewichtsanteilen" (Spal-
te 5) multipliziert und entsprechend in die Spalten 6 (Blatt 9) eingetragen.

7. Von den Spalten BESSER und SCHLECHTER wird nun zuerst die Summe gebildet

8. Die Differenz von BESSER und SCHLECHTER ergibt den Qualitätsindex, den Sie in Feld 8 ein -
tragen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


27

Arbeitsblatt 1:
Erhebung der relativen Qualität aus Sicht des Auftraggebers

Geschäftsfeld / Aufgabe:
Beurteilt aus der Sicht:

Konkurrenten:
A:
B:
C:
D:

Entscheidungsmerkmale aus Sicht Wichtigkeit für Bewertung (0 - 10 Punkte)


den Auftragge-
des Auftraggebers ber (in %) Konkurrenten
(Bauwerk / Unternehmen /Dienstleister) wir A B C D
1. %
2. %
3. %
4. %
5. %
6. %
7. %
8. %
9. %
10. %
11. %
12. %
13. %
14. %
15. %
Summe 100 %

Marktanteil

Bearbeitungsstand: Juli 2002


28

Arbeitsblatt 1: Erläuterungen
Erhebung der relativen Qualität aus Sicht des Auftraggebers

Geschäftsfeld / Aufgabe:
Beurteilt aus der Sicht:

Konkurrenten:
A:
B:
C:
D:

Entscheidungsmerkmale aus Sicht Wichtigkeit für Bewertung (0 - 10 Punkte)


den Auftragge-
des Auftraggebers ber (in %) Konkurrenten
(Bauwerk / Unternehmen /Dienstleister .) wir A B C D
1. %
2. %
3. %
4. %
5. %
6.
Arbeitsschritt 4 %
7. %
8. % Ar-
9.
10.
% beits-schr
%
11. % itt 6
12. %
13. Arbeitsschritt 5 %
14. %
15. %
Summe 100 %

Marktanteil

Bearbeitungsstand: Juli 2002


29

Arbeitsblatt 2
Qualitätsnoten für Arbeitsschritt 6

(einzutragen in Arbeitsblatt 1)

Wert Beurteilung der Qualität Eigene Struktur

10 exzellent, in keiner Weise verbesserungsfähig

9 ausgezeichnet

8 sehr gut

7 gut

6 ganz gut

5 zufriedenstellend

4 halbwegs zufriedenstellend

3 schwach

2 sehr schwach

1 ungenügend, indiskutabel

0 nicht vorhanden

Bearbeitungsstand: Juli 2002


30

Arbeitsblatt 7
Ermittlung der Wettbewerbsvor- und nachteile

Grundlage sind die in Arbeitsblatt 1 ermittelten Werte

Konkurrenten einschl. der eigenen Leistung Abweichungen


Merkmal Nr. Summe der Be- Anzahl der Be- Durchschnitt positiv negativ
wertungen wertungen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


31

Arbeitsblatt 8
Darstellung der Wettbewerbsvorteile und Wettbewerbsnachteile
(auch im Vergleich zur Konkurrenz)

nach Gablers - Magazin Jan. 1994

Wettbewerbsvorteile
+5
überlegen
+3

gleich 0
Grad der Über-
oder Unterlegen-
heit

-3
unterlegen

-5
Wettbewerbsnachteile
6 12 18
nicht so wichtig wichtig sehr wichtig

Bearbeitungsstand: Juli 2002


32

Arbeitsblatt 8 a Erläuterungen
Darstellung der Wettbewerbsvorteile und Wettbewerbsnachteile
(auch im Vergleich zur Konkurrenz)

nach Gablers - Magazin Jan. 1994

Wettbewerbsvorteile
Feld 3: Für den Bau- Feld 5: Besonders
+5 Feld 1: Für den herren/Mieter mehr wichtig, Position halten
Bauherren/Mieter oder weniger selbstver- und weiter ausbauen,
überlegen weniger wichtig, ständlich Position beobachten, ob lang-
+3 Position mit gerin- muss mit vertretbarem fristig diese Position
gem Mitteleinsatz Aufwand gehalten wer- bleibt, oder ob sich Ver-
halten den (ggf. für Werbung änderungen abzeich-
nutzen) nen.
gleich 0
Grad der Über-
oder Unterlegen-
Feld 4: Für den Bau- Feld 6: Dringender
heit Feld 2: Für den Handlungsbedarf !
herren/Mieter selbst-
Bauherren weni- verständlich. Position Eine für den Bauherren
-3 ger wichtig, wenn muss mindestens auf wichtige Eigenschaft
möglich mit gerin- Durchschnittsniveau wird nicht erfüllt. Die
unterlegen
gem Aufwand gehoben werden. Veränderung in Feld 5
verbessern hat höchste Priorität.
-5
Wettbewerbsnachteile
6 12 18
nicht so wichtig wichtig sehr wichtig

Bearbeitungsstand: Juli 2002


33

Arbeitsblatt 9
Qualitätsindex je Mitbewerber (und eigener)

Für jedes Unternehmen ist ein Blatt zu verwenden

Qualitätsindex von Anbieter ..............................................................

Anzahl der Bewertungen Merkmale einschl. Ge-

Gewichtsanteil je Bewertung
Summe aller Bewertungen

Zu verteilendes Gewicht
wo ..... wichtung, wo....

schlechter

schlechter
+/-1gleich

+/-1gleich
besser

besser
als die jeweilige Kon- als die jeweilige Kon-
kurrenz kurrenz

Spalten 2a 2b 2c 3 4 5 6a 6b 6c
Nr.
Rechenre- Summe % - Sätze Spalte 4 Spalten 2 multipliziert mit Spalte 5
gel der Spal- aus dividiert
ten 2 Blatt 1 durch
Spalte 3
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
besser gleich schlechter
Summen

Qualitätsindex
(Summe „besser“ minus Summe „schlechter“)
Feld 8 ►

Bearbeitungsstand: Juli 2002


34

A – 2 Rechtsformen

Charakter Vorteile Nachteile


Freiberufler
Einzelbüro
Bürogemeinschaft

„Objekt“ – GbR
auch ARGE
GbR

GmbH

Holding

Freiberufler Bürogemein- „Objekt“ – GbR GmbH Holding


Einzelbüro schaft GbR
auch
ARGE
Anzahl
Ing.-Personal
1
1- 3
4 - 12
12 – 20
> 20

Übernahme vorhandener Büros

1. Bürowertermittlung
• Substanzwertverfahren ► ohne Bedeutung
• Ertragswertverfahren (wie im Bauunternehmen) ►zu wenig aussagekräftig, da bei kleinen Bü-
ros extrem personenbezogen.
• größte Vorsicht bei der häufig genannten Formel
Wert des Büros = 1 Jahresumsatz
• „externer“ Bürowert: Wert der Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil des bisherigen Kundenstam-
mes auch mit dem Nachfolger des ausscheidenden Geschäftspartners die geschäftlichen Be-
ziehungen fortsetzen wird“; Altersstruktur AG – AN beachten !
• „interner“ Bürowert: Differenz aus dem Zukunftserfolgswert des Büros und dem Einkommen
bei nicht selbständiger Arbeit.

2. Arbeitsrechtliche Konsequenzen

3. Haftungsrechtliche Konsequenzen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


35

Möglicher Aufbau eines Vergütungsmodells für freiberufliche Bauleitertätigkeit


Beispiel (keine direkte Rechtsgrundlage)

Grundgedanken:

Grundlage der Vergütung sind nicht Anwesenheits- oder Leistungsstunden, sondern die abgerechnete
und bezahlte Leistung. Der Bauleiter soll direkt davon profitieren, wenn es ihm gelingt das Baustellen-
ergebnis über den vorgesehenen Rahmen hinaus zu verbessern. Hierzu kann er einerseits die Kosten
senken oder auch die Erlöse (z.B. Nachträge für Mehrleistungen und Zusatzleistungen) erhöhen. Bei
der erreichbaren Honorarhöhe ist zu berücksichtigen, dass der freiberufliche Bauleiter die Lasten der
Lohnnebenkosten (Versicherungen) selbst trägt. Der freiberufliche Bauleiter muss sich (leider) im Rah-
men der Zwänge des Bauunternehmens, nämlich zwischen durchsetzbarem Preis und notwendigem
Aufwand, bewegen und dabei noch neben den Fixkosten sein eigenes Honorar verdienen. Dies ist
eventuell unabhängig von seinem Aufwand dafür. Stundenhonorare für Bauleiter haben sich als un-
wirksam erwiesen.

Rechenmodelle:

Variante 1:
Anlehnung an die HOAI an § 15 (Gebäude) und Nutzung der Leistungsphase 8. Dabei ist so vorzuge -
hen, dass die „anrechenbaren Kosten“ je Baustelle zu ermitteln wären, da sonst der Bauleiter erheb-
lich benachteiligt würde, wenn der Gesamtumsatz des Jahres als Grundlage genutzt wird. Aufgrund
des Leistungsprofils wäre die Honorarzone II (Obergrenze) oder die Honorarzone III (Untergrenze)
anzusetzen. Die Bauleitertätigkeit wäre mit 31 % des Honorars gem. Tabelle (für Leistungsphase 8 )
anzusetzen.

Variante 2:
Anlehnung an die Honorare für Projektsteuerung
Baukosten werden aus o.g. Grund je Einzelbaustelle als Grundlage benutzt. Üblich wären hier (gem.
Tabelle in Löffelmann / Fleischmann) 2 bis 3 % der jeweiligen Bausumme.

Variante 3:
Aufteilung des Deckungsbeitrages zwischen Bauunternehmen und Bauleiter. Grundlage ist
• Bestimmung der Deckungsbeiträge (Ziel) je Auftrag
• Festlegung welche Kosten von wem getragen werden (Büro, Telefon, Auto usw.)
(danach richtet sich das Honorar des Bauleiters 30 ... 50 % des Deckungsbeitrages)
Danach kann der Deckungsbeitrag (Sollgröße) aufgeteilt werden. Erzielt der Bauleiter darüber hinaus
einen Gewinn, sollte er überproportional am zusätzlichen Gewinn (z.B. 60 % des Zusatzgewinnes
nach Abrechnung) beteiligt werden. Die beste Lösung wäre der jährlich Bezug. Bei Gewinnbeteiligung
ist auch eine Honorarschmälerung z.B. von 20 % üblich, wenn die vorgesehenen Ergebnisse nicht er-
reicht werden.

Achtung: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

Derzeit wird die Überlassung von Arbeitnehmern durch Gesetzt sehr stark eingeschränkt. Gleichzeitig
durch dieses Gesetz geregelt ist die „Scheinselbständigkeit“ (d.h. die Beschäftigung in einem abhängi-
gen Arbeitsverhältnis). Hierfür hat der Gesetzgeber eine „Vermutungsregelung“ erlassen. Es wird das
Bestehen einer Beschäftigung vermutet, wenn mindestens drei der nachfolgend genannten fünf Merk-
male zutreffen:

1. Im Zusammenhang mit der Tätigkeit wird regelmäßig kein versicherungspflichtiger Mitarbeiter be-
schäftigt, dessen Arbeitsentgelt aus diesem Beschäftigungsverhältnis im Monat die Grenze der
„Geringfügigkeit“ überschreitet.
2. Die Erwerbsperson ist auf Dauer und im wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig.
3. Der Auftraggeber (oder vergleichbare Auftraggeber) lässt derartige Tätigkeiten von fest angestell-
ten Mitarbeitern verrichten.
4. Die Tätigkeit der Erwerbsperson lässt typische Merkmale unternehmerischen Handelns nicht er-
kennen.
5. Die Tätigkeit der Erwerbsperson entspricht dem äußeren Erscheinungsbild nach der Tätigkeit, die
sie zuvor für den selben Auftraggeber aufgrund eines Beschäftigungsverhältnisses ausgeführt hat.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


36

A – 3 Finanzierung des Büros

Übung mit BMWi – Softwarepaket für Gründer und junge Unternehmer

Ergänzung

KfW- und DtA - Programme

Grundgedanken:

Es handelt sich bei KfW- als auch bei DtA - Darlehen um Kredite, die im rechtlichen Sinne aufgrund
der Konditionen als (staatliche) Subvention einzustufen sind und deshalb der Kreditnehmer für eine
programmgemäße Verwendung haftet. Sie sind so ausgelegt, dass die Konditionen besser sind als
auf dem freien Kapitalmarkt. Die Begeisterung vieler Banken hält sich deshalb in Grenzen, solange die
laufenden Geschäfte sicher bedient werden.

KfW - Programme richten sich im Regelfall an die Unternehmen,


DtA - Programme an die handelnden Personen.

Beide Institutionen haben den Auftrag, das Unternehmertum zu fördern. Dies soll derart geschehen,
dass alle Beteiligten einen für Sie verkraftbares Risiko übernehmen. Es ist als nicht Sinn der Program-
me, dass einseitige Risikoverlagerungen erfolgen. Deshalb wird auch ausgeschlossen, dass z.B. bei
DtA - Programmen sich die Hausbank vordergründig in ihrem Engagement (Risiko) entlastet. Die Risi-
ken sind also vom Unternehmer, der Hausbank und der DtA gemeinsam zu tragen.

Die Beschreibung der Risikoübernahme durch die KfW und die DtA sind in den Unterlagen recht ge -
nau beschrieben:

„Im Falle der Insolvenz haftet das Darlehen wie Eigenkapital. Die Ausgleichsbank stellt keinen An -
spruch an die Masse“.

„ Der Eigenmittelcharakter ist insbesondere durch den Verzicht auf Sicherheiten ... gewährleistet.“

Derjenige, der Beteiligungen übernimmt muss sich verpflichten, dass die Mittel nicht für völlig andere
Vorhaben eingesetzt werden. Typischer Missbrauch ist:
- Zuwendungen an die eigene Frau, ohne dass diese für das Unternehmen tätig ist.
- Finanzierung völlig anderer Vorhaben
Hierfür haftet der Antragsteller.

Die einzelnen Programme sind formal an Rahmenbedingungen gebunden und haben Höchstbeträge.
Diese rühren aus vernünftigen betriebswirtschaftlichen Überlegungen und gesetzlichen Rahmenbedin-
gungen (derzeit vor allem der EU). Um nun einen Kapitalbedarf zu decken, der die Höchstbeträge
übersteigt, ist die Kombination vieler Programme möglich. Es handelt sich hier also nicht um eine
„Grauzone“ sondern um eindeutig vorgesehene Möglichkeiten. Eventuelle ausschließende Wirkungen
sind eindeutig in den Programmen gekennzeichnet.

Die Auswahl und Kombination der Programme richtet sich nach dem Ziel, Zweck und den vorhande-
nen Rahmenbedingungen. Da der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt sind, ist es also notwendig,
die entsprechenden Kombinationen zu entwickeln.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


37

Teil B: Bürosteuerung
B – 1 Eigene Leistung

Unternehmenskultur

Es ist eine Kultur, der Effektivität der Leistung; sie fragt nicht nach der Motivation, sondern nach dem
tatsächlichen Verhalten; nicht nach den Anstrengungen, sondern nach den Ergebnissen; nicht nach
den Gründen, sondern nach den Resultaten.

1.1 Leitbild

Übung zum Leitbild


Erklären Sie mit jeweils maximal drei Schwerpunkten das Leitbild Ihres Büros

einem Kunden einem neuen Mitarbeiter einem Kreditgeber

Zweiter Teil der Übung:


Gibt es Unterschiede in den Aussagen der Spalten? Wenn ja, wie wollen Sie damit umgehen? Wenn nein, waren Sie ehrlich?

1.2. Struktur und Form der Arbeitsteilung

Ziele und Anforderungen an effektive und effiziente Organisationsformen

effektiv = richtig
effizient = wirtschaftlich

• Der Wandel im Unternehmen ist die Konstante


• Das Unternehmen muss um den Kunden organisiert sein
• Reaktionszeit ist wichtig (wie lange dauert die Bearbeitung von Kundenwünschen ?)
• Projektorientierung der Geschäftsfelder
• "Führungsspanne" beachten. (direkte Führung von 7 + 2 Mitarbeitern)

Die Struktur muss der Strategie folgen.


(leider folgt die Strategie der Unternehmung fälschlicherweise oft der Struktur)

Thesen:
• Durch entsprechendes Verhalten kann die beste Organisationsstruktur unbrauchbar gemacht wer-
den.
• Durch kollegiales Verhalten kann selbst eine - auf dem Papier - schlechte Organisationsstruktur
noch brauchbar bleiben.
• Eine schlechte Organisationsstruktur züchtet auf Dauer schlechtes Verhalten.
• Der Mensch liebt den Fortschritt, aber er hasst jede Veränderung.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


38

SGF - Arbeitsblatt:

Geschäftsfeld
Kundengruppe Abgrenzung

zu lösendes Kundenproblem
Region
eigenes Leistungsangebot Leistungen Art der Leistungserbringung Konsequenzen

Charakter des Vertrages Werkvertrag, weil ........ Dienstleistungsvertrag weil ....... Honorarberechnung

Dokumentation der Ergebnisse ?

Markterschließung Wege Hilfsmittel Aufwand (p.o.r.)

Organisation allein / im Verbund ? Umsetzung, Maßnahmen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Allgemeines Büromodell (nach MZSG)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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1.3. Mitarbeiterführung
1.3.1 Grundsätze der Mitarbeiterführung

Hauptirrtum:
Management sei primär eine Sache der Psychologie.

Beziehungsebene + + - -
Sachebene
(Ziele, Struktur, Abläufe)
+ - + -
Bürogröße

Organisation – Eisbergmodell

Formale Organisation
• Organigramm
• schriftliche Geschäftpolitik
• Stellenbeschreibung

informelle Organisation
• Einstellungen
• Verhalten
• Wertvorstellungen
• Gefühle
• Rituale

Grundsätze wirksamer Führung (nach Malik)

Es kommt (im Zweifel) nur auf das Resultat an ► Output-orientiertes Handeln

Es kommt darauf an, einen Beitrag für das Ganze


zu leisten ► Nutzen entstehen lassen

Es kommt darauf an, sich auf Weniges, aber dafür


Wesentliches zu konzentrieren. ► Führen mit Zielen

Es kommt darauf an, bereits vorhandene Stärken unser Gehirn ist negativ und destruktiv einge-
zu nutzen ► stellt

Es kommt auf das gegenseitige Vertrauen an. ► Systeme müssen robust für viele Fehler sein.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Organisation und Selbstorganisation

Aufgrund der Komplexität der Prozesse und der vielfältigen unvorhergesehenen Einflüsse ist es
nicht möglich, durch formale Weisungsstrukturen eine effektive und zielgerichtete Baustellen-
steuerung zu ermöglichen. Alle Mitarbeiter müssen deshalb ein Minimum an Selbstorganisati-
onsfähigkeit entwickeln, da bei einer ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstorganisation viele Stö-
rungen nicht nur frühzeitig erkannt werden, sondern auch das Handeln so eingerichtet wird,
dass die Auswirkungen gering bleiben oder überhaupt keinen Einfluss auf das Ergebnis haben.
In der Literatur wird häufig die Forderung nach Selbstorganisation erhoben, ohne dass dazu
praktische Handlungsanleitungen gegeben werden. Deshalb werden zuerst einige Grundsätze
aufgeführt. Voraussetzungen für eine wirkungsvolle Selbstorganisation sind:

• Selbstorganisation erfordert vorausschauendes Denken


• alle Beteiligten müssen das Gesamtziel und die für sie geltenden Teilziele kennen
• das gemeinsame Ziel muss akzeptiert sein
• die Aufgaben, die zu lösen sind um das Ziel zu erreichen, müssen nicht nur bekannt sein,
sondern auch die Verantwortung für die Aufgabe
• ein möglicher Weg muss beschrieben sein (Ablaufmuster / Ablaufplan), um Abweichungen
erkennen zu können
• Störungen sind möglichst mit Voraussicht zu erkennen und rechtzeitig Voraussetzungen für
ein kontinuierliches Arbeiten zu schaffen
• für die Zusammenarbeit müssen Regeln vereinbart werden (z. B. Informationsweitergabe)
• die Befugnisse für Entscheidungen müssen klar sein
• jeder Beteiligte muss eine ausreichende Flexibilität in seiner Tätigkeit entwickeln, bei Verän-
derungen zielführende Arbeiten zu machen,
• die notwendigen Informationen müssen zur Verfügung stehen oder einfach zu beschaffen
sein
Führen mit Zielen

• Führen mit Zielen erfordert ein ernsthaftes Auseinandersetzen mit der gewollten Zukunft
• Ohne Ziele kann man nicht mit den im Bauablauf notwendigen Selbstkontrollen arbeiten
• Führen mit Zielen zwingt zu einem Verständigen über die erwarteten Ergebnisse (Das ist
auch unbedingt mit dem Bauherren notwendig.)
• Die Koordination der Beteiligten ist einfacher
• Selbstorganisation ist ohne klare Ziele nicht möglich
• Gute Ziele motivieren ( nur wenn Ziele definiert sind, können sie erreicht werden; erreichte
Ziele sind ein Erfolg; Erfolg motiviert)

Damit das Führen mit Zielen funktioniert, sind folgende Grundsätze einzuhalten:

• Es müssen Ergebnisse und nicht Tätigkeiten beschrieben werden.


• Es dürfen nur wenige Ziele (2 bis 3) vereinbart werden
• Die Ziele müssen möglichst klar und messbar sein.
• Die Ziele müssen (mit Mühe) zu schaffen sein.
• Kein Ziel ohne Termin.

1.3.2. Funktionenmatrix, Verantwortung und Stellenbeschreibung

Immer dann, wenn es um Unternehmensorganisation geht, werden die bekannten „Organigram-


me“ (der Chef ist ganz oben und dann folgt eine mehr oder minder komplizierte Hierarchie) ge-
zeichnet. Auf die Frage, ob man denn glaubt, dass ein Unternehmen so funktioniert, folgt
Schweigen. Auch Stellenbeschreibungen im herkömmlichen Sinne erweisen sich als untaugli-
cher Versuch, schlüssig die Leistungsprozesse zu organisieren. Ein sehr altes Prinzip, die Or-
ganisation für alle transparent und schlüssig darzustellen und eine Stellengestaltung vorzu-
nehmen ist die Funktionenmatrix.

Für den Aufbau gibt es einige einfache Schritte, die in 2 - 4 Stunden erledigt sind

1. Zuerst werden untereinander die Arbeiten aufgelistet, die unbedingt notwendig sind, um den
werkvertraglichen Erfolg zu erreichen und den Zahlungsfluss zu sichern. Beim Aufstellen sollte

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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man sich auf die wirklich zielführenden Aufgaben konzentrieren. Nicht direkt zielführende, aber
durchaus notwendige Arbeiten (z. B. Post sichten, Baustellenberatungen) werden nicht aufge-
führt. Bewährt hat sich eine grobe Gliederung in Blöcke für

• Akquisition
• Angebotsbearbeitung
• Vertragsverhandlung und Vertragsabschluß
• Arbeitsvorbereitung und Einkauf
• Baustellensteuerung
• Abrechnung und Dokumentation.

Je nach Unternehmensgröße werden in den einzelnen Blöcken weitere Differenzierungen sinn-


voll. Auf alle Fälle sollte die Matrix nicht größer als 1 bis 2 DIN A 4 Seiten sein, um noch die
Übersicht zu behalten.

2. In einem zweiten Schritt werden Spalten für einzelne Funktionen (nicht Namen) angelegt.
Also eine für Poliere, Bauleiter, Oberbauleiter, Geschäftsführer usw.

3. Der dritte Schritt sieht eine Kennzeichnung der Felder (z. B. durch kleine Kreuze) vor, in de-
nen Tätigkeiten notwendig sind. Leider enden hier viele Anleitungen in der Literatur und man er-
hält so nur eine unbrauchbare Tabelle.

4. Im vierten und wesentlichsten Schritt sind zu jedem „Kreuz“ sind nun folgende Informationen
zu geben:

Was geschieht an dieser Stelle ? Das muss zumindest in allgemeiner Form (besser konkret)
erfolgen; z. B. E = Entscheiden, A = eigentliche Arbeit machen, K = Kontrolle.

Welchen Handlungs- und Entscheidungsspielraum bzw. welche Kompetenz gibt es für die-
ses Feld? Es ist ein Grundprinzip der Führung von Bauunternehmen, dass eine rationelle Bau-
stellensteuerung nur möglich ist, wenn neben der Aufgabe auch ein Handlungsspielraum ver-
einbart wird. Dieser Spielraum sollte so bemessen sein, dass Fehler in diesem Bereich nicht zu
existentiellen Problemen für das Bauunternehmen führen können.

Welches Budget steht zur Verfügung ? Gleich welcher Art die Aufgaben sind, Organisation und
Selbstorganisation sind nur möglich, wenn über Ressourcen (Zeit, Maschinen und Geräte) ver-
fügt werden kann.

Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung ? Unter Hilfsmitteln sind für das Baustellenmanage-
ment hauptsächlich rechtssichere Textkonserven, Musterbriefe, Handlungsanweisungen, For-
mulare und Checklisten zu verstehen.

Im Ergebnis entsteht eine Übersicht die folgenden Zwecken dienen kann:

als Instrument für die


- klare und anschauliche Darstellung von Aufgaben und Kompetenzen
- Überprüfung des Zusammenwirkens der einzelnen Stellen
- Lokalisierung von Organisationsdefekten (unklare Verantwortung,
- Doppelspurigkeit von Aufgaben, mehrere Verantwortliche)

als Methode
- um mit weniger Zeitaufwand eine klarere Aufgabenbeschreibung zu erhalten
- zur Formulierung von Leistungsstandards.

Ist eine solche Funktionsmatrix mit den Beteiligten erstellt, sollte sie verbindlich eingeführt wer-
den. Stellenbeschreibungen müssen die für die entsprechende Funktion notwendigen Arbeiten
(Spalte in der Funktionsmatrix) enthalten.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Übung: Funktionenmatrix

Funktion

Aufgabe Aufgabenkomplex

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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B- 2 Auftragsbeschaffung

2.1. Werbung
2.1.1. Werbemöglichkeiten und Werbeverbote

Aus der Rechtsprechung


Beispiel für zulässige und unzulässige Werbung in einem Urteil
Die Werbung eines Hessischen Baubetreuungsunternehmens mit dem Slogan „Planung-Kosten-
schätzung-Bauleitung: Alles in einer Hand“ ist auch dann nicht irreführend, wenn dem Baubetreu-
ungsunternehmen weder ein Architekt noch ein Ingenieur angehört, so dass die Bauvorlage nicht
unter Leitung eines Architekten oder Ingenieurs dieses Unternehmens verfasst werden kann. Denn
es genügt die „Billigung“ durch einen (auch externen) Architekten oder Ingenieur, der zur verant-
wortlichen Übernahme gegenüber dem Bauamt nur herangezogen zu werden braucht.
OLG Frankfurt, Urteil vom 14.03.1991 - 6 U 16/90; BauR 91, 629; NJW-RR 92, 302
UWG § 3

Problem/Sachverhalt
Bauträger und Baubetreuungsunternehmen müssen damit leben, dass ihre Werbung immer wieder von
Wettbewerbsvereinen kontrolliert wird.
Entscheidung

Das OLG Frankfurt hält eine solche Werbung für zulässig. Nach der Hessischen Bauordnung ist es näm-
lich nicht zwingend vorgeschrieben, dass die Genehmigungsplanung von einem Architekten oder Inge-
nieur verfasst sein muss, der in die Architekten- oder Ingenieurliste eingetragen ist. § 91 Abs. 5 BauO
Hessen sieht jedoch für Unternehmen, also auch für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, vor,
dass diese die für eine Vorlage bei einem Bauamt erforderliche Anerkennung abgeben können, wenn die
Vorlage entweder unter Leitung eines berechtigten (Architekten oder Ingenieurs) aufgestellt oder von ei-
nem solchen gebilligt worden ist. Selbst nach den Vorschriften der HBO ist es somit nicht erforderlich, die
gesamte Planung einem Architekten oder Ingenieur zu übertragen. Ein solcher muss lediglich zur Billi-
gung, d.h. zur verantwortlichen Übernahme gegenüber dem Bauamt, hinzugezogen werden. Daher geht
das OLG davon aus, dass die angesprochenen Verkehrskreise nicht erwarten, dass ein Baubetreuer
oder Bauträger, der auf diese Art wirbt, als Architekt oder Ingenieur in die jeweilige Liste eingetragen sei.
Praxishinweis

Das Urteil wird der Praxis gerecht. Gerade im Baubetreuungs- und Bauträgerbereich wird oftmals eine
Planung aus Kostenersparnisgründen von einer Person erstellt, die nicht vorlageberechtigt ist. Lediglich
für die „Abzeichnung“ der Pläne wird sodann ein Architekt hinzugezogen. Den maßgeblichen Verkehrs-
kreisen ist diese Verfahrensweise nicht unbekannt, weswegen von einer Irreführung des Verkehrs gem. §
3 UWG nicht gesprochen werden kann.

RA Dr. Alfons Schulze-Hagen, Mannheim


aus: IBR

unzulässige Werbung (gleiches Urteil)


Die Werbung eines Baubetreuers mit dem Angebot einer „kostenlosen Beratung“ ist unzulässig,
weil es sich um die Werbung mit einer Selbstverständlichkeit handelt.
OLG Frankfurt, Urteil vom 14.03.1991 - 6 U 16/90; BauR 91, 629; NJW-RR 92, 302
UWG § 3

Problem/Sachverhalt
Ein Baubetreuer erhält die Abmahnung eines Wettbewerbsvereins, künftig die Werbung "Wir beraten Sie
gerne kostenlos" zu unterlassen.
Entscheidung

Nach Ansicht des OLG Frankfurt ist diese Werbung irreführend, den Besonderheiten der HOAI auseinan-
dersetzen. Danach steht nicht nur den Architekten und Ingenieuren, sondern allen Personen, die Archi-
tekten- und Ingenieurleistungen erbringen, auch ohne Honorarvereinbarung grundsätzlich ein Honorar
nach den Mindestsätzen zu. Eine Unterschreitung der Mindestsätze kommt nur in Ausnahmefällen bei
schriftlicher Vereinbarung in Betracht. Dennoch - so das Gericht - sei die Unterschreitung der Mindestsät-
ze bei der Beratung gem. HOAI nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Hinzu komme, dass es sich bei
der „kostenlosen Beratung“ um eine akquisitorische Tätigkeit im Vorfeld jedes Vertragsschlusses hande-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


45

le. Die Kostenlosigkeit einer solchen ersten, generellen Beratung sei eine Selbstverständlichkeit, die in
einer Werbung nicht als eine besondere Leistung herausgestellt werden dürfe.
Praxishinweis

Das Urteil entspricht ständiger Rechtsprechung. Auch die Werbung mit „kostenloser Handwerkerbera-
tung“ ist unzulässig. In gleicher Weise ist die Preiswerbung „inkl. Mehrwertsteuer“ zu beanstanden, wenn
der Mehrwertsteuerhinweis werbemäßig betont wird (BGH, IBR 91, 152).(wey) aus: IBR weil es sich
um eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten handele. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen,
muss sich das Gericht mit

„Von der Projektidee bis zum Planungsauftrag“ – Übung zur Werbung

Ziele angestrebtes Ausmaß zeitlicher Bezug


Bereitstellung baulicher Ka- Übereinstimmung mit den Er- Übereinstimmung mit den Er-
pazitäten fordernissen in zeitlicher Hin- fordernissen in qualitativer
sicht und quantitativer Hinsicht
Wirtschaftlichkeit Ausreichende Rendite Berücksichtigung einmaliger
und laufender Kosten
Nach Pfarr

Bauaufgaben auf dem Analyse der Chancen und


Bestimmung der konkre- ► Markt suchen

Risiken
ten Ziele

• Zielgruppe
Eigene Ideen für Bauauf- Projektentwicklung
• Kaufkriterien ►
gaben entwickeln
• Wirtschaftskraft

Wirtschaftliche Simulation ver-
schiedener Varianten

Werbe- und Verkaufskriterien

Beispiel
Bestimmung der konkreten Ziele Bauaufgaben auf dem Markt suchen Analyse der Chancen und Risiken

• Zielgruppe
► ►
• Kaufkriterien

• Wirtschaftskraft

Eigene Ideen für Bauaufgaben entwickeln Projektentwicklung


Wirtschaftliche Simulation verschiedener Varianten


Werbe- und Verkaufskriterien

Bearbeitungsstand: Juli 2002


46

2.1.2 Der Werbebrief


nach Vögele

• Briefumschlag
• Brief
• Leistungsangebot
• „Antwortelement“

Alle Elemente müssen aufeinander abgestimmt sein und zueinander passen.

Empfänger:

1. Phase

Entscheidung: Was mache ich mit dem Brief ? (Dauer ca. 20 Sekunden)

1.1. Lesen der eigenen Adresse


1.2. Lesen des Absenders ca. 8 Sekunden
1.3. Öffnen des Briefes

►keine bunten Briefumschläge, keine „Freistempler“


2. Phase

Öffnen, Auseinanderfalten + erster Eindruck (ca. 5 Sekunden)

3. Phase

erster schneller Lesedurchgang in S – Kurve (ca. 8 Sekunden)

① Absender oder eigene Anschrift (wer schreibt mir ?)


② Eigenen Anschrift oder Absender (s.a. ① Umkehrung)
③ Datum (nicht immer gelesen)
④ Überschrift
⑤ Anrede ( bin ich es überhaupt ?) – nicht sehr geehrte Damen und Herren ...

⑦ drei Fixpunkte im Text

⑨ Unterschrift
⑩ PS: hat häufig Schlüsselfunktion und wird mitunter zuerst gelesen.

4. Phase

Detailliertes Lesen des Textes

Im Werbebrief keine Standardeinstellung für :


• „Ihr Zeichen ...
• Gerichtsstand
• Bankverbindung

Bearbeitungsstand: Juli 2002


47

Bezeichnung des eigenen Büros


xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
① Absenderangaben

Im Anschriftenfeld die Absenderangabe xxxxxxxxxxxxxxx

Anschrift des Empfängers


(richtig!)

③ Datum


unnötige Kosten vermeiden xxxxxxxxxxxx (oder auch Vorteile)

Sehr geehrter Herr xxxxx,



Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,
Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,
Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,

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Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,
Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,

• Schwerpunkt ⑥
• Schwerpunkt ⑦
• Schwerpunkt ⑧

Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,
Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,
Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text, Text,


Unterschrift

Dipl.-Ing.(FH) xxxxxxxxxx

PS: Eventuell entscheidende Botschaft ⑩


Anlagen:
Kurzübersicht zu meinen Leistungen
Anforderungsblatt

Bearbeitungsstand: Juli 2002


48

Rückantwort

bitte per FAX oder im Fensterumschlag

eigene FAX – Nr.


ausreichend groß und genügend Abstand, damit nach Ein-
zug noch lesbar

Eigene Anschrift
für Fensterumschlag

Senden Sie mir bitte kostenlos und unverbindlich

 Ihre Übersicht xxxxxxxx


 Ihre Objektliste / Referenzliste
 xxxxxxxxx
 xxxxxxxxxxxxx

 Bitte rufen Sie mich am ..............um .......... Uhr an.

 Ich habe kein Interesse an weiteren Informationen.


Bitte streichen Sie mich aus Ihrem Verteiler.

Absender bereits einfügen

Auf der Rückseite nochmals die eigene FAX – Nr. aufkopieren

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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2.1.3. Internet – Auftritt

Übung:

Analysieren Sie die Internetdarstellung ausgewählter Büros

• auf den erste Blick gute Beispiele


• schlechte Beispiele – warum ?
• etwas humorvolle Bemerkungen unter http://www.karzaunikat.com/goldhtm
• grundsätzliche Empfehlung

2.2. Ausschreibung von Ingenieurleistungen (VOF + VOL)

Vergabe von Dienstleistungen im System des Vergaberechts


(nach TU – Berlin – Baubetrieb)

BKR LKR DKR SekRL ÜwRL SekÜRL

EG- EG- EG- EG- EG- EG-


Baukoordi- Lieferko- Dienstleis- Sektoren- Überwach- Sektroren-
nierungs- ordinierungs tungskoor- richtlinie ungsricht- überwach-
richtlinie -richtlinie dinierungs- linie ungsricht-
richtlinie linie

GWB (Gesetz gegen


VOB / A VOL / A VOF
Wettbewerbsbe-
schränkungen,
Abschnitt 2 Abschnitt 2
4. Teil)
intelektuelle
Dienstleist. VgRÄG (Vergaberechts-
änderungsgesetz,
Teil 4, §§97 ff GWB)

Lieferleist.,
beschreibb. E-BVO ( Verordnung über
Dienstleist. öffentliche Beschaffung, Art.
Abschnitt 3b Verordnung über die
Abschnitt 3 u. 4 Vergabe öffentlicher Aufträge)
Bauleistung
3 u. 4 Entwurf, Stand Juni 2000

Auftragsarten

Freiberufliche, nicht Alle sonstigen


Bauleistungen eindeutig und erschöpfend Lieferungen und
beschreibbare Leistungen Leistungen

oberhalb der
EG- Schwel-
lenwerte

VOF
ggfs.
VOB/A VOL/A
Haushalts-
ordnung

Die EU-Vergaberichtlinien gehen in den entsprechenden Richtlinien: Bau-, Liefer- und Dienstleistungs-
koordinierungsrichtlinie von drei Auftragsarten aus: Aufträge für Bau-, Dienst- und Lieferleistungen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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Das deutsche Recht hat diese Dreiteilung nicht vollständig übernommen. So deckt die VOF nicht den
gesamten Dienst- oder Lieferbereich ab, sondern nur einen Teil. Der Rest wird in der VOL geregelt.
Die VOF regelt nur einen kleinen, eng begrenzen Bereich des Vergaberechts, nämlich die Vergabe
von freiberuflichen, nicht eindeutig und erschöpfend beschreibbaren Leistungen mit einem Wert ober-
halb der Schwellenwerte. Sämtliche anderen Leistungen, die weder der VOB/A noch der VOF unterlie-
gen, werden nach der VOL/A vergeben, mit Ausnahme der freiberuflichen Leistungen unterhalb der
Schwellenwerte, welche überhaupt nicht von den Verdingungsordnungen erfast werden.

Um die freiberuflichen Leistung näher zu definieren, ist im Anhang IA und IB der VOF eine Tabelle mit
verschiedenen Leistungen (z.B. Buchführung, -haltung und -prüfung, Gebäudereinigung und Hausver-
waltung, Abfall- und Abwasserbeseitigung, etc.) aufgeführt. Alle dort genannten Bereiche fallen unter
die Bestimmungen der VOF.

Anwendungsbereich
Die Bestimmungen der VOF sind anzuwenden, sofern der Auftragswert die folgenden Werte ohne
Umsatzsteuer erreicht oder übersteigt:
- 200.000 € für Dienstleistungen nach §2 Abs. 2 VGV (Vergaberecht), Dienstleistungen der
Kategorie 8 des Anhangs IA und Anhang IB.

Ausgenommen von dem Anwendungsgebiet der VOF sind


- Eindeutig und erschöpfend beschreibbare freiberufliche Leistungen sind nach der VOL/A
zu vergeben.
- Aufträge für Schiedsgerichts- und Schlichtungsleistungen, etc.

VOF - § 5 Vergabeverfahren

1. Aufträge über freiberufliche Leistungen sind im Verhandlungsverfahren mit vorheriger Vergabebe-


kanntmachung zu vergeben. Verhandlungsverfahren sind Verfahren, bei denen der Auftraggeber
ausgewählte Personen anspricht, um über die Auftragsbedingungen zu verhandeln.
:

Die VOL/A teilt sich ähnlich wie die VOB/A in 4 Abschnitte:

Abschnitt 1 Basisparagraphen
Abschnitt 2 Basisparagraphen mit zusätzlichen Bestimmungen nach der EG-Liefer- und der EG-
Dienstleistungskoordinierungsrichtlinie
Abschnitt 3 Basisparagraphen mit zusätzlichen Bestimmungen der EG-Sektorenrichtlinie
Abschnitt 4 Vergabebestimmungen nach der EG-Sektorenrichtlinie (VOL/A-SKR)

Die Basisparagraphen regeln die nationale Vergabe von Dienst- und Lieferleistungen unterhalb des
“Schwellenwerts” von 200 000 €.

§ 1 Leistungen
Leistungen im Sinne der VOL sind alle Lieferungen und Leistungen, ausgenommen
− Leistungen, die unter die Verdingungsordnung für Bauleistungen - VOB- fallen (VOB/A §1)
− Leistungen, die im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit erbracht oder im Wettbewerb mit
freiberuflich Tätigen von Gewerbebetrieben angeboten werden, soweit deren Auftragswert den
Wert nach §1a Nr.1 Abs.1 oder §1b Nr.2 nicht übersteigt; die Bestimmungen der Haushalts-
ordnungen bleiben unberührt,
− Leistungen oberhalb des Wertes nach 1a Nr.1 Abs.1, die im Rahmen einer freiberuflichen Tä-
tigkeit erbracht oder im Wettbewerb mit freiberuflich Tätigen angeboten werden und deren Ge-
genstand eine Aufgabe ist, deren Leistung nicht vorab eindeutig und erschöpfend beschreiben
werden kann; diese Leistungen fallen unter die Verdingungsordnung für freiberufliche Leistun-
gen – VOF-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


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2. 3. Akquisition oder Auftrag ?

Leitgedanken

• Ein Ingenieur/Architekt kann Vorarbeiten zum Vertrag leisten und erhält dafür kein Honorar. Er er -
bringt in diesem Falle die Leistung freiwillig (nicht aus einer Verpflichtung) und kann sie deshalb je-
derzeit abbrechen.

• Grundlage eines Honoraranspruches ist ein Vertrag.

• Der Vertrag kann


- mündlich,
- durch schlüssiges Handeln,
- schriftlich geschlossen werden.

• Eine Beauftragung ohne Entgeltlichkeit gibt es im Wirkungsbereich und der Wirkungszeit der HOAI
nicht.

• Wettbewerbsleistungen können als Akquisition eingestuft werden und unterliegen damit nicht der
Mindestsatzforderung der HOAI.

Konsequenzen

Im Streitfall ist bei fehlender Vertragsurkunde das schlüssige Handeln des Auftraggebers darzustellen:
„ ... AG hat den Architekten/Ingenieur gebeten ...“
Eine Möglichkeit des Auftragsbeweises ist die Erteilung von Vollmachten zur Verhandlung mit Dritten.

Mindestsätze

Mindestsatzunterschreitungen sind der Ausnahmefall und nur an konkrete Bedingungen gebunden.


Eine Beschreibung der Bedingungen enthält die HOAI § 4 Abs. 2 nicht. Es kann davon ausgegangen
werden, dass objektive und subjektive Gründe für Mindestsatzunterschreitung ausschlaggebend sein
können.

„ Wenig aufwendige Leistungen“ (bei voller Haftung !)


„verwandtschaftliche Beziehungen“ (nicht Freundschaft !)
Eine formularmäßige Vereinbarung zur Mindestsatzunterschreitung verstößt auch gegen BGB § 305 ff
und ist damit unwirksam.

Aus der Rechtsprechung

Zur Abgrenzung unentgeltlicher Akquisitionsleistungen des Architekten von entgeltlicher Architek-


tentätigkeit kommt es maßgeblich darauf an, welchen Veranlassungsbeitrag der mögliche Auftrag-
geber hierzu geleistet hat und von wem die Initiative hierzu ausging.
OLG Frankfurt/M., Urteil vom 13.02.1998 - 25 U 74/97;

Problem/Sachverhalt
Wieder einmal hat ein Architekt Schwierigkeiten, seinen Anspruch auf Architektenhonorar durchzusetzen,
nachdem das Bauvorhaben, für das er Leistungen erbracht hat, nicht realisiert wurde. Der Bauherr wendet
ein, dass er dem Architekten keinen Auftrag erteilt habe; er sei vielmehr in dem Bestreben, von ihm beauf -
tragt zu werden, auf eigene Rechnung tätig geworden.
Entscheidung
Das Gericht billigt ebenso wie die Vorinstanz dem Architekten das Honorar für die Leistungsphasen 1 - 3
gem. § 15 HOAI zu. Der Abschluss eines Architektenvertrages erfordert die Erklärung des Auftraggebers,
der Architekt solle Architektenleistungen gegen Entgelt erbringen. Diese kann ausdrücklich oder auch kon-
kludent durch schlüssiges Verhalten abgegeben werden. Erfolgt keine ausdrückliche Erklärung, so sind
die Handlungen der Kontrahenten aus objektiver Sicht des Erklärungsempfängers unter Berücksichtigung
aller relevanten Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Dabei kommt es für die Abgrenzung unent -
geltlicher Akquisitionsleistungen des Architekten von in Auftrag gegebenen entgeltlichen Architektenleis -
tungen maßgeblich darauf an, welchen Veranlassungsbeitrag der mögliche Bauherr hierzu geleistet hat

Bearbeitungsstand: Juli 2002


52

und auf welcher Grundlage des gegenseitigen Kontaktes der Parteien dies erfolgte. Dabei sind die objekti-
vierbaren Indizien, die für oder gegen eine entgeltliche Architektentätigkeit sprechen, herauszuarbeiten.
Dabei obliegt dem Architekten der Beweis solcher Umstände, die aus objektivierter Sicht des Architekten
für seine Beauftragung seitens des Auftraggebers durch schlüssiges Verhalten sprechen. Als entschei-
dend sieht es das Gericht an, dass der Bauherr den Architekten auf das Bauvorhaben angesprochen hat
und nicht umgekehrt. Auch legen die Umstände von einzelnen Besprechungen, in deren Anschluss vom
Architekten Planungsleistungen vorgenommen wurden, die Annahme nahe, dass der Bauherr den Archi-
tekten mit dem Bauobjekt vertraut gemacht hat und nicht etwa der Architekt aktiv war, um Informationen
für umfangreiche Arbeiten zur Akquisition des Architektenauftrages zu gewinnen.
Praxishinweis
Wer den Dienst eines Architekten in Anspruch nimmt, schließt regelmäßig - zumindest stillschweigend -
einen Architektenvertrag ab und muss demgemäss mit der Verpflichtung zur Zahlung einer Vergütung
rechnen. Allerdings kann von einer vergütungspflichtigen Tätigkeit nicht ausgegangen werden, wenn eine
Zahlungspflicht nur unter bestimmten Voraussetzungen entstehen soll. So kann der Erwerb des Grund -
stücks ebenso vereinbart sein wie eine Förderungszusage.

RA Alfred Morlock, GF der Architektenkammer Baden-Württemberg, Stuttgart


Nach IBR 1998 /394

1. Gegen eine stillschweigende Vereinbarung einer entgeltlichen Architektentätigkeit spricht, wenn


sich Bauvorhaben im spekulativen Bereich der Anbahnung befinden und dem Architekten bekannt
ist, dass der Bauherr bei Angelegenheiten von größerer finanzieller Tragweite auf schriftliche Ver-
einbarung nicht verzichtet.
2. Ein Honoraranspruch ist dann verwirkt, wenn der Bauherr davon ausgehen durfte, dass es sich
um einen unentgeltlichen Freundschaftsdienst handelt und zwischen der Erledigung des Auftrages
und der Abrechnung ein Abstand von fünf Jahren besteht.
OLG Oldenburg, Urteil vom 10.04.1997 - 8 U 151/96
BGH, Beschluss vom 16.04.1998 - VII ZR 156/97 (Revision nicht angenommen)

Problem/Sachverhalt
Ein Architekt fertigte für einen befreundeten Geschäftsmann für mehrere Projekte Planunterlagen. Nur bei
einem Teil bestanden schriftliche Architektenverträge. Nachdem es zwischen den Parteien zu einem Zer -
würfnis kam, rechnete der Architekt alle von ihm erbrachten Architektenleistungen ab. Die nicht schriftlich
erteilten Aufträge werden vom Bauherrn nicht bezahlt.
Entscheidung
Teilweise ohne Erfolg. Soweit es den Honoraranspruch ablehnt, begründet dies das Gericht damit, dass
wegen eines außergewöhnlich hohen Akquisitionsinteresses des Architekten nicht auf eine stillschweigen -
de Einigung über eine entgeltliche Tätigkeit geschlossen werden kann. Die Realisierung der Projekte war
ungewiss, so dass dem Architekten bewusst war, dass man sich noch im spekulativen Bereich der Anbah-
nung eines von zwei in Betracht kommenden Projekten befand. Da die Parteien, wie andere Vorhaben zei-
gen, zumindest bei Angelegenheiten von größerer finanzieller Tragweite auf schriftliche Vereinbarung
nicht verzichteten, durfte der Architekt nicht davon ausgehen, dass er ohne nähere Absprache mit einer
entgeltpflichtigen Tätigkeit zu Preisen von ca. DM 200.000,-- beauftragt werden sollte. Umgekehrt brauch-
te der Geschäftspartner gerade wegen seines besonderen und seinerzeit freundschaftlichen Verhältnisses
zum Architekten nicht damit rechnen, dass dieser sich ohne weiteres als honorarpflichtig beauftragt anse-
hen würde. Aufgrund der potentiellen Verdienstmöglichkeiten ist deshalb aus Sicht des Geschäftsführers
von einer größeren Bereitschaft des Architekten zu unentgeltlichen Vorleistungen aus Akquisitionsinteres -
se auszugehen. Das Gericht führt dann noch aus, dass der Anspruch im übrigen auch verwirkt wäre. Auf -
grund des Verhaltens des Architekten sei das Vertrauen genährt worden, dass es sich um einen unentgelt-
lichen Freundschaftsdienst handele. In zeitlicher Hinsicht konnte er davon ausgehe, dass nach fünf Jahren
seit Erledigung der Angelegenheit keine Honorarforderung gestellt werde.
Praxishinweis
Kommt kein schriftlicher Vertrag zustande, entscheiden die Gerichte jeweils aufgrund der Umstände, ob
durch schlüssiges Verhalten ein entgeltlicher Architektenvertrag zustande gekommen ist. Bei einem
schriftlichen Architektenvertrag geht der Architekt dieses Risiko nicht ein. Zumindest sollte er sich eine
Vollmacht unterschreiben lassen, aus der hervorgeht, dass er z.B. die erforderlichen Verhandlungen für
die zuständigen Behörden und Stellen sowie den Nachbarn zu führen hat, weil damit bereits eine vertragli -
che Bindung der Parteien eintritt.

RA Alfred Morlock, GF der Architektenkammer Baden-Württemberg, Stuttgart

Bearbeitungsstand: Juli 2002


53

nach IBR 1998/393

Bearbeitungsstand: Juli 2002


54

B – 3 Ingenieurvertrag

3.1. Werkvertragliche Grundlagen

„Rechtsumfeld“ der Planerleistung (Wiederholung)

Öffentliches Baurecht Privates Baurecht Vergaberecht Preisrecht Strafrecht


Werkvertragsrecht • EU – Vergaberegeln HOAI • Betrug
• „Erfolg“ • Vergaberechtsgesetze • Korruption
• VOB / A • Unfallschutz

• Hautpflichten
AG

AN

• Nebenpflichten

Bearbeitungsstand: Juli 2002


55

3.2. Erfolgsdefinition, Leistungsstruktur

Werkvertraglicher Erfolg der Architektenleistung ( Leistungsphasen nach § 15 HOAI):

(nach Löffelmann / Fleischmann; Architektenrecht)

Leistungsphase Erfolgsdefinition
1 Der Erfolg dieser Leistungsphase ist eingetreten, wenn zum einen
Grundlagenermitt- der Bauherr in die Lage versetzt wurde, die Tragweite des in Aus-
lung sicht genommenen Bauvorhabens abzuschätzen und die im folgen-
den notwendig werdende Beauftragung von Sonderfachleuten vor-
nehmen zu können; zum anderen der Architekt über die Vorstellun-
gen des Bauherren so weitgehend unterrichtet ist, dass er in das
Stadium der Vorplanung eintreten kann.
2 Der Erfolg dieser Leistungsphase ist eingetreten, wenn der Archi-
Vorplanung tekt ein weiterentwicklungsfähiges, den wirtschaftlichen Vorstellun-
gen des Bauherren entsprechendes Vorplanungskonzept nebst
Kostenschätzung nach den Anforderungen und der Gliederungstie-
fe der DIN 276 dem Bauherren vorgelegt hat.
3 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Überlassung tech-
Entwurfsplanung nisch und wirtschaftlich mangelfreier, genehmigungsfähiger Ent-
wurfszeichnungen nebst Objektbeschreibung und Kostenberech-
nung nach den Anforderungen und der Gliederungstiefe der DIN
276.
4 Als Erfolg dieser Leistungsphase schuldet der Architekt die Einrei-
Genehmigungspla- chung einer genehmigungsfähigen Planung.
nung
5 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Erstellung bauaus-
Ausführungspla- führungsreifer Pläne nebst textlicher Erläuterung. Die Unterlagen
nung müssen dem Bauherren einen nahtlosen Übergang in die Ausfüh-
rungsphase (beginnend mit der Zusammenstellung der Ausschrei-
bungsunterlagen) ermöglichen.
6 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Zurverfügungstel-
Vorbereitung der lung aller zur Ausschreibung in technischer Hinsicht erforderlichen
Vergabe Unterlagen, geordnet nach Leistungsbereichen. Es darf nur noch
die Ergänzung um die rechtlichen Vertragsbedingungen notwendig
sein, damit der Bauherr im Besitz vollständiger Verdingungsunter-
lagen ist.
7 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Zurverfügungstel-
Mitwirkung bei der lung von technisch, wirtschaftlich und rechtlich einwandfreien Ver-
Vergabe gabeunterlagen sowie einem Kostenanschlag nach den Anforde-
rungen und der Gliederungstiefe der DIN 276.
8 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in dem Entstehenlassen
Objektüberwa- eines plangerechten, technisch und wirtschaftlich mangelfreien
chung Bauwerks.
(Bauüberwachung)
9 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht analog zur Leistungspha-
Objektbetreuung + se 8 in dem Entstehenlassen eines mangelfreien Bauwerks, jedoch
Dokumentation für einen längeren Zeitraum unter Wahrung wirtschaftlicher Belan-
ge.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


56

Beispiel: Leistungsphase 8

Der Gesamterfolg der Leistungsphase 8 besteht im Entstehenlassen eines plangerechten, tech-


nisch und wirtschaftlich mangelfreien Bauwerks.

Zeitlicher Aufwand der Überwachung

Entscheidend ist nicht, wie häufig kontrolliert wird, sondern, ob sich der Architekt/Ingenieur sicher sein
kann, dass

• das Bauwerk entsprechend der Detailplanung erstellt wird,


• die Anordnungen eingehalten werden,
• die Ausführung den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Erhöhter Kontrollaufwand, wenn:

• Bauunternehmer auch mit einfachen Arbeiten offensichtlich überfordert sind,


• Bauabschnitte mit erhöhter Anforderung an die Überwachung ausgeführt werden (Bewehrung, Ab-
dichtungs- und Isolierarbeiten, Dränagearbeiten, Unterfangungsarbeiten, Anschlüsse an das Ent-
wässerungssystem, Verankerungen von Dächern und Fassaden, durchgängige Fugen, Schall-
schutzmaßnahmen) ausgeführt werden,
• Eigenleistungen des Bauherren vorgesehen sind,
• Änderungen der Ausführungsplanung erfolgt sind,
• unbekannte Bauunternehmer verdungen wurden.

Grundsätze

• Der Architekt/Ingenieur schuldet „Erfolg“ und nicht Anwesenheit.

• Der Architekt/Ingenieur muss die Überwachung nicht selbst durchführen; er kann sich der
Leistung Dritter bedienen.

Wie der Architekt/Ingenieur die Überwachung organisiert ist seine Sache.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


57

3.3 Honorar, System der HOAI

Im Schema Beispiele für Leistungen bei Gebäuden, Freianlagen und raumbildenden Ausbauten. Sinn-
gemäß auch für andere Ingenieurleistungen.

„anrechenbare“ Kosten
Honorarzonen
als Grundlage der (z.B. § 11)
Honorarermittlung (Ihre Leistung:..............)
(§ 10 HOAI)
(Ihre Leistung:..............) Objektliste
(z.B. § 12)
Bezug ändert sich je (Ihre Leistung:..............)
nach Leistungsphase !

Honorartafel
(z.B. § 16)
(Ihre Leistung:..............)

Bewertung der Grundleistungen


(z.B. § 15)
(Ihre Leistung:..............)

Auszüge:

§ 6 Zeithonorar
:
(2) Werden Leistungen des Auftragnehmers oder seiner Mitarbeiter nach Zeitaufwand berechnet, so kann
für jede Stunde folgender Betrag berechnet werden:

1. für den Auftragnehmer 38 bis 82 €


2. für Mitarbeiter, die technische oder wirtschaftliche Aufgaben erfüllen, soweit sie nicht unter Num-
36 bis 59 €
mer 3 fallen
3. für Technische Zeichner oder sonstige Mitarbeiter mit vergleichbarer Qualifikation, die techni-
31 bis 43 €
sche oder wirtschaftliche Aufgaben erfüllen

§ 10 Grundlagen des Honorars


:
(2) Anrechenbare Kosten sind unter Zugrundelegung der Kostenermittlungsarten nach DIN 276 in der Fas-
sung vom April 1981 (DIN 276) zu ermitteln.
1. für die Leistungsphasen 1 bis 4 nach der Kostenberechnung, solange diese nicht vorliegt, nach der
Kostenschätzung;
2. für die Leistungsphasen 5 bis 7 nach dem Kostenanschlag, solange dieser nicht vorliegt, nach der
Kostenberechnung;
3. für die Leistungsphasen 8 und 9 nach der Kostenfeststellung, solange diese nicht vorliegt, nach dem
Kostenanschlag.
(3) Als anrechenbare Kosten nach Absatz 2 gelten die ortsüblichen Preise, wenn der Auftraggeber
1. selbst Lieferungen oder Leistungen übernimmt,
2. von bauausführenden Unternehmen oder von Lieferern sonst nicht übliche Vergünstigungen erhält,
3. Lieferungen oder Leistungen in Gegenrechnung ausführt oder
4. vorhandene oder vorbeschaffte Baustoffe oder Bauteile einbauen lässt.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


58

(3a) Vorhandene Bausubstanz, die technisch oder gestalterisch mitverarbeitet wird, ist bei den anrechenba-
ren Kosten angemessen zu berücksichtigen; der Umfang der Anrechnung bedarf der schriftlichen Vereinba-
rung.

§ 11 Honorarzonen für Leistungen bei Gebäuden

(1) Die Honorarzone wird bei Gebäuden auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt:

1. Honorarzone I:
Gebäude mit sehr geringen Planungsanforderungen, das heißt mit
- sehr geringen Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
- einem Funktionsbereich,
- sehr geringen gestalterischen Anforderungen,
- einfachsten Konstruktionen,
- keiner oder einfacher Technischer Ausrüstung,
- keinem oder einfachem Ausbau.

2. Honorarzone II:
Gebäude mit geringen Planungsanforderungen, das heißt mit
- geringen Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
- wenigen Funktionsbereichen,
- geringen gestalterischen Anforderungen,
- einfachen Konstruktionen,
- geringer Technischer Ausrüstung,
- geringem Ausbau.

3. Honorarzone III:
Gebäude mit durchschnittlichen Planungsanforderungen, das heißt mit
- durchschnittlichen Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
- mehreren einfachen Funktionsbereichen,
- durchschnittlichen gestalterischen Anforderungen,
- normalen oder gebräuchlichen Konstruktionen,
- durchschnittlicher Technischer Ausrüstung,
- durchschnittlicher normalen Ausbau.

4. Honorarzone IV:
Gebäude mit überdurchschnittlichen Planungsanforderungen, das heißt mit
- überdurchschnittlichen Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
- mehreren Funktionsbereichen mit vielfältigen Beziehungen,
- überdurchschnittlichen gestalterischen Anforderungen,
- überdurchschnittlichen konstruktiven Anforderungen,
- überdurchschnittlicher Technischer Ausrüstung,
- überdurchschnittlichem Ausbau.

5. Honorarzone V:
Gebäude mit sehr hohen Planungsanforderungen, das heißt mit
- sehr hohen Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
- einer Vielzahl von Funktionsbereichen mit umfassenden Beziehungen,
- sehr hohen gestalterischen Anforderungen,
- sehr hohen konstruktiven Ansprüchen,
- einer vielfältigen Technischen Ausrüstung mit hohen technischen Ansprüchen,
- umfangreichen qualitativ hervorragendem Ausbau.

(2) Sind für ein Gebäude Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen
deswegen Zweifel, welcher Honorarzone das Gebäude zugerechnet werden kann, so ist die Anzahl der Be-
wertungspunkte nach Absatz 3 zu ermitteln; das Gebäude ist nach der Summe der Bewertungspunkte fol-
genden Honorarzonen zuzurechnen:

1. Honorarzone I: Gebäude mit bis zu 10 Punkten,


2. Honorarzone II: Gebäude mit 11 bis 18 Punkten,
3. Honorarzone III: Gebäude mit 19 bis 26 Punkten,
4. Honorarzone IV: Gebäude mit 27 bis 34 Punkten,
5. Honorarzone V: Gebäude mit 35 bis 42 Punkten.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


59

(3) Bei der Zurechnung eines Gebäudes in die Honorarzonen sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad
der Planungsanforderungen die Bewertungsmerkmale Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung,
konstruktive Anforderungen, Technische Ausrüstung und Ausbau mit je bis zu sechs Punkten zu bewerten,
die Bewertungsmerkmale Anzahl der Funktionsbereiche und gestalterische Anforderungen mit je bis zu
neun Punkten.

Darstellung der Punktetafel zu § 11 Abs. 3 HOAI


(so nicht in der HOAI)

V
sehr
Planungsanforderungen an das Gebäude IV hoch ab 35 Punkte
überdurch-
III schnittlich ab 27 Punkte
durch-
II schnittlich ab 19 Punkte
I gering
ab 11 Punkte
Bewertungsmerkma- sehr
le gering ab 10 Punkte
Einbindung in
die Umgebung 1 2 3 4-5 6
Konstruktive
Anforderungen 1 2 3 4-5 6
Technische
Ausrüstung 1 2 3 4-5 6
Ausbau 1 2 3 4-5 6
Anzahl der
Funktionsbereiche 1-2 3 4-5 6-7 8-9
gestalterische
Anforderungen 1-2 3 4-5 6-7 8-9

Honorartafel zu § 16 Abs. 1 (alles in €)

Anrechenbare
Honorarzone I Honorarzone II Honorarzone III Honorarzone IV Honorarzone V
Kosten
€ von bis von bis von bis von bis von bis
25.565 1.984 2.413 2.413 2.991 2.991 3.855 3.855 4.433 4.433 4.862
30.000 2.325 2.826 2.826 3.497 3.497 4.498 4.498 5.169 5.169 5.670
35.000 2.719 3.299 3.299 4.075 4.075 5.236 5.236 6.012 6.012 6.593
40.000 3.101 3.762 3.762 4.647 4.647 5.968 5.968 6.853 6.853 7.513
45.000 3.494 4.234 4.234 5.221 5.221 6.702 6.702 7.689 7.689 8.429
50.000 3.881 4.697 4.697 5.780 5.780 7.413 7.413 8.496 8.496 9.312
100.000 7.755 9.278 9.278 11.311 11.311 14.360 14.360 16.393 16.393 17.916
150.000 11.635 13.753 13.753 16.578 16.578 20.818 20.818 23.644 23.644 25.761
200.000 15.510 18.115 18.115 21.586 21.586 26.792 26.792 30.263 30.263 32.868
250.000 19.385 22.384 22.384 26.380 26.380 32.373 32.373 36.369 36.369 39.368
300.000 22.484 25.983 25.983 30.650 30.650 37.643 37.643 42.309 42.309 45.808
350.000 25.060 29.131 29.131 34.561 34.561 42.700 42.700 48.131 48.131 52.201
400.000 27.272 31.922 31.922 38.127 38.127 47.432 47.432 53.637 53.637 58.287
450.000 29.144 34.382 34.382 41.362 41.362 51.840 51.840 58.820 58.820 64.059
500.000 30.671 36.488 36.488 44.243 44.243 55.876 55.876 63.631 63.631 69.447
1.000.000 55.293 65.535 65.535 79.193 79.193 99.682 99.682 113.340 113.340 123.582
1.500.000 80.167 94.804 94.804 114.317 114.317 143.592 143.592 163.105 163.105 177.742
2.000.000 105.005 124.033 124.033 149.401 149.401 187.455 187.455 212.823 212.823 231.851
2.500.000 129.845 153.271 153.271 184.503 184.503 231.352 231.352 262.584 262.584 286.006
3.000.000 155.660 182.183 182.183 217.541 217.541 270.581 270.581 305.940 305.940 332.462
3.500.000 181.605 211.053 211.053 250.321 250.321 309.221 309.221 348.488 348.488 377.937
4.000.000 207.550 239.927 239.927 283.101 283.101 347.856 347.856 391.030 391.030 423.407
4.500.000 233.491 268.798 268.798 315.877 315.877 386.495 386.495 433.574 433.574 468.881
5.000.000 259.435 297.672 297.672 348.656 348.656 425.135 425.135 476.119 476.119 514.356
10.000.000 518.870 589.823 589.823 684.426 684.426 826.334 826.334 920.937 920.937 991.890
15.000.000 778.305 877.041 877.041 1.008.690 1.008.690 1.206.165 1.206.165 1.337.814 1.337.814 1.436.550
20.000.000 1.037.740 1.159.131 1.159.131 1.320.989 1.320.989 1.563.771 1.563.771 1.725.629 1.725.629 1.847.020
25.000.000 1.297.175 1.442.062 1.442.062 1.635.242 1.635.242 1.925.012 1.925.012 2.118.192 2.118.192 2.263.075
25.564.594 1.326.470 1.474.024 1.474.024 1.670.759 1.670.759 1.965.861 1.965.861 2.162.596 2.162.596 2.310.145

Bearbeitungsstand: Juli 2002


60

Honorarübersicht zu den Grundleistungen des § 15 HOAI

Hinweis: Die Verteilung der Honorare innerhalb einer Leistungsphase erfolgte nach: Löffelmann, Fleischmann; Architekten-
recht.
Die Verteilung innerhalb einer Leistungsphase ist nicht einheitlich geregelt. Andere Autoren nehmen andere Verteilungen vor.
Öffentliche Auftraggeber benutzen z.B. häufig die “Steinfort - Tabelle”

1 1- I Aufgabenstellung 0,75
1- II Leistungsbedarf 0,75
1 - III Fachlich Beteiligte 0,75
1 - IV Ergebnisse 0,75 Summe 3 %
2 2-I Grundlagen 0,7
2 - II Zielvorstellungen 0,7
2 - III Zielkatalog 0,7
2 - IV Planungskonzept 0,7
2-V Fachlich Beteiligte 0,7
2 - VI Klären und Erläutern der Zusammenhänge 0,7
2 - VII Vorverhandlungen zur Genehmigungsfähigkeit 0,7
2 - VIII Freianlagen 0,7
2 - IX Kostenschätzung 0,7
2-X Zusammenstellen der Ergebnisse 0,7 Summe 7 %
3 3-I Planungskonzept 1,37

3 - II Integration fachlich beteiligter 1,37

3 - III Objektbeschreibung 1,37

3 - IV Zeichnerische Darstellung 1,37

3-V Verhandlungen zur Genehmigungsfähigkeit 1,37

3 - VI Kostenberechnung 1,37

3 - VII Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit der Kos- 1,37
tenschätzung
3 - VIII Zusammenfassung der Entwurfsunterlagen 1,37
Summe 11 %
4 4-I Genehmigungs- und Zustimmungsvorlagen 2,85

4-2 Einreichen 0,3


4 - III Vervollständigen und Anpassen

2,85
Summe 6 %
5 5-I Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 + 4 6,25

5 - II Zeichnerische Darstellung 6,25

5 - III Integration fachlich Beteiligter bis zur ausführungsreifen Lösung 6,25

5 - IV Fortschreiben der Ausführungsplanung während der Objektausfüh- 6,25


rung

Summe 25 %
6 6-I Ermitteln und Zusammenstellen der Mengen 3,33

6-2 Aufstellen von Leistungsbeschreibungen 3,33

6-3 Koordinieren mit fachlich Beteiligten 3,33

Summe 10 %
7 7-I Verdingungsunterlagen 0,5
7 - II Einholen von Angeboten 0,5

Bearbeitungsstand: Juli 2002


61

7 - III Prüfen und Werten der Angebote 0,5


7 - IV Fachlich Beteiligte 0,5
7-V Verhandlung mit Bietern 0,5
7 - VI Kostenanschlag 0,5
7 - VII Kostenkontrolle durch Vergleich des Kostenanschlags mit der Kostenberechnung 0,5
7 - VIII Mitwirkung bei Auftragserteilung 0,5 Summe 4 %
8 8-I Überwachen der Ausführung 10

8 - II Überwachen der Ausführung von Tragwerken 1,5

8 - III Koordinieren fachlich Beteiligter 1,5

8 - IV Überwachen von Fertigteilen 1,5

8-V Zeitplan aufstellen und überwachen 1,5

8 - VI Bautagebuch 1,5

8 - VII gemeinsames Aufmaß 1,5

8 - VIII Abnahme 1,5

8 - IX Rechnungsprüfung 1,5

8-X Kostenfeststellung 1,5

8 - XI Behördliche Abnahmen 1,5

8 - XII Übergabe des Objektes 1,5

8 - XIII Auflisten der Gewährleistungsfristen 1,5

8 - IV Überwachen der Mangelbeseitigung 1,5

8 - XV Kostenkontrolle durch Überprüfung der Leistungsabrechnung im Ver- 1,5


gleich mit Vertragspreisen und Kostenanschlag Summe 31 %
9 9-I Objektbegehung 0,75
9 - II Überwachen der Mangelbeseitigung 0,75
9 - III Mitwirkung bei Freigabe der Sicherheiten 0,75
9 - IV Zusammenstellung 0,75 Summe 3 %
gesamt : 100 %

Entwurf, Zeichnung, Konstruktion

Integration fachlich Beteiligter

Kostenermittlung / Kostensteuerung

“Organisation”

Idee der Darstellung: Arch. Loeper, Karlsruhe, Jahnstr. 1


( Büro Nagel, Disk , Architektenbriefe 1, “Leistung”.doc)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


62

3.4. Ingenieurvertrag (Beispiel)

nur für Lehrzwecke – kein rechtsverbindlicher Vorschlag

Ingenieurvertrag/ Architektenvertrag mit Bauherren

Vertrag
zwischen
....................................................................................................................Bauherr (Auftraggeber)
(Rechnungsanschrift)

und
................................................................................................. Ingenieur/Architekt (Auftragnehmer)

§ 1 Gegenstand und Grundlagen des Vertrages:

(1) Gegenstand dieses Vertrages sind die nachfolgend im einzelnen vereinbarten Leistungen für das
Bauvorhaben: .........................................................
auf dem Grundstück ........................................ in ......................................, Flurstück ..................
(2) Der Bauherr ist Grundstückseigentümer .................................................................. ja / nein *)
(3) Es handelt sich bei dem Bauvorhaben um:

❏ Neubau
❏ Erweiterung
❏ Umbauten
❏ Modernisierung
❏ raumbildende Ausbauten
❏ Instandsetzungen
❏ Freianlagen

(4) Bestandteile und Grundlagen dieses Vertrages sind in folgender Reihenfolge:


a) Die Vereinbarungen in diesem Vertrag einschl. der Anlagen ....... bis .......
z.B.
Anlage 1: Vom Bauherren definierter Rahmen ( wenn nicht in § 2 definiert )
Anlage 2: Vollmachten des Auftragnehmers
Anlage 3: Vereinbarung zur stufenweisen Beauftragung
Anlage 4: Vom Bauherren zur Verfügung gestellte Unterlagen ..................
Anlage 5: Übersicht wesentlicher Entscheidungen des Bauherren
Anlage 6: Zahlungsplan für das Auftragnehmerhonorar
Anlage 7: ..............................................................
b) Die allgemein anerkannten Regeln der Technik beschrieben durch .....................................
c) Die Bestimmungen über den Werkvertrag BGB §§ 631 ff.
d) Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) in der bei Vertragsschluss geltenden
Fassung.

§ 2 Leistungen des Auftragnehmers

(1) Die vom Ingenieur/Architekten nach diesem Vertrag auszuführende Leistung wird durch den Inhalt
dieses Vertrages bestimmt, wobei alle Leistungen geschuldet sind, die zur Herbeiführung des werk-
vertraglichen Leistungserfolges ( s.a. § 2 (6)) erforderlich sind, auch wenn sie nicht einzeln aufgeführt
sind.

(2) Der Leistungserfolg bestimmt sich auf der Grundlage der vom Bauherrn nachfolgend genannten
Zielvorstellungen für die in § 1 beschriebene Baumaßnahme:
a) Zielvorstellungen zur Nutzung / Funktion: .........................................................................
b) Zielvorstellungen hinsichtlich der Ausnutzung des Baugrundstücks: ................................
c) Gestalterische Zielvorstellungen: ........................................................................................
d) Vom Bauherrn bekannt gegebener Finanzierungsrahmen: ...............................................

Bearbeitungsstand: Juli 2002


63

(3) Wegen der Zielvorstellungen gem. a) bis c) vereinbaren die Parteien,


dass der Auftragnehmer eine Bauvoranfrage einreicht. .......................................................... ja / nein *)

(4) Die Parteien sind sich darüber einig, dass die hier aufgeführten Zielvorstellungen nur realisiert wer -
den können, wenn keine öffentlich-rechtlichen Hindernisse entgegenstehen, die Forderungen anderer
an der Planung Beteiligter erfüllbar sind und der vorgegebene Finanzierungsrahmen die Erfüllung der
Zielvorstellungen zulässt (keine grundsätzlichen Zielkonflikte). Der Ingenieur/Architekt übernimmt inso-
weit nur die Haftung für die rechtzeitige und ordnungsgemäße Unterrichtung des Bauherrn, sowie die
Berücksichtigung der vorgegebenen Zielvorstellungen im Rahmen der objektiven Realisierbarkeit.

(5) Der Bauherr überträgt dem Auftragnehmer die im folgenden abschließend aufgeführten Grundleis-
tungen.

1. Grundlagenermittlung ......................................................................... ja / nein *)


2. Vorplanung ........................................................................................... ja / nein *)
3. Entwurfsplanung .................................................................................. ja / nein *)
4. Genehmigungsplanung ........................................................................ ja / nein *)
5. Ausführungsplanung ........................................................................... ja / nein *)
6. Vorbereitung der Vergabe .................................................................... ja / nein *)
7. Mitwirkung bei der Vergabe ................................................................. ja / nein *)
8. Objektüberwachung ............................................................................. ja / nein *)
Nach Abschluss der Objektüberwachung wird gesondert beauftragt:
9. Objektbetreuung und Dokumentation ................................................. ja / nein *)

(6) für diese Leistungen wird der werkvertragliche Erfolg wie folgt definiert:
(nach Löffelmann / Fleischmann; Architektenrecht)
Leistungsphase Erfolgsdefinition
1 Der Erfolg dieser Leistungsphase ist eingetreten, wenn zum einen der Bauherr in die Lage
Grundlagenermittlung versetzt wurde, die Tragweite des in Aussicht genommenen Bauvorhabens abzuschätzen
und die im folgenden notwendig werdende Beauftragung von Sonderfachleuten vornehmen
zu können; zum anderen der Architekt über die Vorstellungen des Bauherren so weitgehend
unterrichtet ist, dass er in das Stadium der Vorplanung eintreten kann.
2 Der Erfolg dieser Leistungsphase ist eingetreten, wenn der Architekt ein weiterentwicklungs-
Vorplanung fähiges, den wirtschaftlichen Vorstellungen des Bauherren entsprechendes Vorplanungs-
konzept nebst Kostenschätzung nach den Anforderungen und der Gliederungstiefe der DIN
276 dem Bauherren vorgelegt hat.
3 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Überlassung technisch und wirtschaftlich
Entwurfsplanung mangelfreier, genehmigungsfähiger Entwurfszeichnungen nebst Objektbeschreibung und
Kostenberechnung nach den Anforderungen und der Gliederungstiefe der DIN 276.
4 Als Erfolg dieser Leistungsphase schuldet der Architekt die Einreichung einer genehmi-
Genehmigungsplanung gungsfähigen Planung.
5 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Erstellung bauausführungsreifer Pläne
Ausführungsplanung nebst textlicher Erläuterung. Die Unterlagen müssen dem Bauherren einen nahtlosen Über-
gang in die Ausführungsphase (beginnend mit der Zusammenstellung der Ausschreibungs-
unterlagen) ermöglichen.
6 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Zurverfügungstellung aller zur Ausschrei-
Vorbereitung der Ver- bung in technischer Hinsicht erforderlichen Unterlagen, geordnet nach Leistungsbereichen.
gabe Es darf nur noch die Ergänzung um die rechtlichen Vertragsbedingungen notwendig sein,
damit der Bauherr im Besitz vollständiger Verdingungsunterlagen ist.
7 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in der Zurverfügungstellung von technisch, wirt-
Mitwirkung bei der Ver- schaftlich und rechtlich einwandfreien Vergabeunterlagen sowie einem Kostenanschlag
gabe nach den Anforderungen und der Gliederungstiefe der DIN 276.
8 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht in dem Entstehenlassen eines plangerechten,
Objektüberwachung technisch und wirtschaftlich mangelfreien Bauwerks.
(Bauüberwachung)
9 Der Erfolg dieser Leistungsphase besteht analog zur Leistungsphase 8 in dem Entstehen-
Objektbetreuung + Do- lassen eines mangelfreien Bauwerks, jedoch für einen längeren Zeitraum unter Wahrung
kumentation wirtschaftlicher Belange.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


64

(7) Um den Erfolg herbeiführen zu können, sind folgende besondere Leistungen (in Ergänzung zu §
2 (5)) notwendig, die hiermit beauftragt werden:

Leistungsphase beauftragte besondere Leistung


1
Grundlagenermittlung
2
Vorplanung
3
Entwurfsplanung
4
Genehmigungspla-
nung
5
Ausführungsplanung

6
Vorbereitung der Ver-
gabe
7
Mitwirkung bei der
Vergabe
8
Objektüberwachung
(Bauüberwachung)
9
Objektbetreuung +
Dokumentation

(8) Wird der Ingenieur/Architekt nach Abschluss der Leistungsphase 8 mit der Leistungsphase 9 be-
auftragt, vereinbaren die Parteien, dass zuvor für die Leistungsphasen 1 bis 8 eine Abnahme und
eine Schlusszahlung durchgeführt werden.
ja / nein *)
(9) Wird dem Architekten die Objektüberwachung (Grundleistung 8) nicht übertragen, vereinbaren die
Parteien das Überwachen der Herstellung des Objektes hinsichtlich der Gestaltung (künstlerische
Oberleitung).
ja / nein *)

(10) Der Auftragnehmer verpflichtet sich, weitere Leistungen zu übernehmen und auszuführen, wenn
der Bauherr dies rechtzeitig gegenüber dem Auftragnehmer anmeldet, die Leistungen im Zusammen-
hang mit den bisher beauftragten Leistungen zur Erreichung des Leistungsziels erforderlich werden
und der Auftragnehmer hierfür qualifiziert ist. Andere Leistungen kann der Bauherr dem Auftragneh-
mer nur mit dessen Zustimmung übertragen.

(11) Der Bauherr beauftragt den Auftragnehmer von den in § 2 (5) und § 2 (7) genannten Leistungen
zunächst mit folgenden Leistungen (stufenweiser Auftrag):
....................
.................... .
Die weiteren Leistungen werden dem Auftragnehmer rechtzeitig schriftlich in Auftrag gegeben, wobei
der Auftragnehmer jeweils verpflichtet ist, die Leistungen auszuführen. Der Auftragnehmer ist nur
dann von der Verpflichtung, weitere Leistungen bei stufenweiser Beauftragung zu erbringen, frei,
wenn zwischen dem Abschluss der zuletzt beauftragten Leistung und dem Anschlussauftrag ein Zeit-
raum von mehr als .................... Monaten liegt.

§ 3 Leistungen und Mitwirkung des Auftraggebers

(1) Der Auftraggeber verpflichtet sich, seine Zielvorstellungen so rechtzeitig dem Auftragnehmer zu
benennen, dass keine Behinderungen der Arbeiten entstehen oder Mehrfacharbeiten notwendig wer-
den. Um dies zu erreichen wird binnen ............. Wochen nach Abschluss dieses Vertrages eine Über -
sicht der notwendigen Entscheidungen des Bauherren vom Auftragnehmer vorgelegt. Diese stellt
einen ersten Rahmen dar und enthält nicht Detailentscheidungen während des Bauablaufes.

(2) Der Auftragnehmer unterbreitet dem Bauherren bis zum ................. einen Vorschlag, welche Son-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


65

derfachleute in welchem Umfang zusätzlich vom Bauherren zu beauftragen sind. (Das betrifft z.B. Bo-
dengutachten, Statik, Technische Ausrüstung). Der Auftragnehmer koordiniert fachlich und zeitlich die
notwendigen Leistungen der Sonderfachleute und arbeitet deren Ergebnisse in seine eigenen Leistun-
gen ein.

Der Bauherr gibt diese Leistungen direkt in Auftrag. ..................................................... ja / nein *)


oder
Der Auftragnehmer beauftragt nach Abstimmung mit dem Bauherren die Sonderfachleute direkt. Der
notwendige Aufwand (Honorare und Nebenkosten) wird dem Bauherren zusätzlich zu der Vergütung
aus diesem Vertrag in Rechnung gestellt. Die Berechnung der Honorare erfolgt auf der Grundlage der
preisrechtlichen Bestimmungen der HOAI.
ja / nein *)

(3) Um Konflikte durch missverständliche Aussagen gegenüber den Bauunternehmern während der
Bauausführung zu vermeiden, werden vom Bauherren Weisungen an die am Bau Beteiligten nur nach
vorheriger Abstimmung mit dem Auftragnehmer erteilt.
ja / nein *)

(4) Die Abnahme der Bauleistungen (auch Teilabnahmen) führt der Bauherr erst nach Beratung mit
dem Auftragnehmer durch.
ja / nein *)

§ 4 Termine / Vertragszeit

(1) Für die zeitliche Abwicklung der Leistungen des Auftragnehmers sind folgende Zeiträume vorgese-
hen.
a) Vorplanung .................... Wochen nach Vertragsschluss
b) Entwurfsplanung .................... Wochen nach Zustimmung zu a)
c) Genehmigungsplanung .................... Wochen nach Zustimmung zu b)
d) Ausführungsplanung ....................
e) ....................
f) ....................
Diese Fristen können nur dann eingehalten werden, wenn der Auftragnehmer in seiner Leistung nicht
von Dritten behindert wird. Sollte es zu Verschiebungen kommen, die der Auftragnehmer nicht zu ver -
treten hat, wird dies dem Bauherren unverzüglich angezeigt und ein neuer Termin vereinbart.

(3) Kann nicht wie vorgesehen mit der Bauausführung begonnen werden, bzw. verlängert sich die
Bauausführung über den vorgesehenen Zeitraum von ......................... Monaten, und fällt die Bauzeit -
verlängerung in den Risikobereich des Bauherrn, bzw. ist die Verlängerung vom Bauherrn zu vertre-
ten, ist dem Auftragnehmer
- der nachweislich entstandene Mehraufwand zu ersetzen ........................................ ja / nein *)

oder
- pro Verlängerungsmonat der Prozentsatz der LPh 8, der sich bezogen auf die vertragliche Bauzeit
pro Monat errechnet, zusätzlich zu vergüten (§ 5 (3)).
ja / nein *)
oder
- die Vergütung regelt sich nach den Regelungen in § 5 (5) dieses Vertrages ............. ja / nein *)

§ 5 Vergütung

(1) die Ermittlung der Vergütung erfolgt auf der Grundlage der Honorarordnung für Architekten und In-
genieure in der jeweils gültigen Fassung.

(2) Es werden folgende Grundlagen für die Honorarermittlung vereinbart:


a) Honorarzone, der das Objekt nach §§ 11, 12 HOAI angehört: ....................
b) Die anrechenbaren Kosten werden unter Zugrundelegung der jeweiligen Kostenermittlungs-
arten gemäß § 10 Abs. 2 HOAI ermittelt (DIN 276 in der Fassung vom April 1981)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


66

(3) Die Vergütung wird mit folgendem Honorarsatz vereinbart (§ 4 Abs. 1 HOAI): ....................
- Mindestsatz .................. ja / nein *)
- Mittelsatz ..................... ja / nein *)
- ¾ Satz ........................ ja / nein *)
- Höchstsatz .................... ja / nein *)

(4) Die übertragenen Grundleistungen werden auf der Grundlage von § 15 Abs. 1 HOAI anteilig vom
Gesamthonorar wie folgt vergütet:
1. Grundlagenermittlung 3%
2. Vorplanung 7%
3. Entwurfsplanung 11 %
4. Genehmigungsplanung 6%
5. Ausführungsplanung 25 %
6. Vorbereitung der Vergabe 10 %
7. Mitwirkung bei der Vergabe 4%
8. Objektüberwachung 31 %
- sofern zusätzlich beauftragt:
9. Objektbetreuung/Dokumentation 3 %.

(5) Verlängert sich die Planungs- und / oder die Bauzeit wesentlich durch Umstände, die der Auftrag-
nehmer nicht zu vertreten hat, um mehr als .................... Wochen / Monate *), so steht dem Auftrag-
nehmer für die daraus resultierenden Mehraufwendungen eine Erhöhung der Vergütung

a) für die Leistungsphasen 1-7 für jede / n Verlängerungswoche / Monat *)


um .................... € / % *) zu (§ 4 (3)). Dies betrifft nur Leistungen, die nicht bereits abgerechnet und be -
zahlt wurden.

b) für die Leistungsphase 8 für jede / n Verlängerungswoche / Monat *)


um .................... € / % *) zu (§ 4 (3)).

(6) Soweit auf Veranlassung des Bauherrn Mehrleistungen des Auftragnehmers erforderlich werden,
sind diese Mehrleistungen zusätzlich zu honorieren.

(7) Für die gem. § 2 (7) beauftragten besonderen Leistungen werden folgende Honorare vereinbart:

besondere Leistung Honorar

(8) Zeithonorar
Ist keine Vereinbarung über die Honorierung einzelner Leistungsteile getroffen worden, oder ist
diese nicht möglich, werden folgende Zeithonorare vereinbart (§ 6 HOAI):
für den Auftragnehmer ................................................................................................. € / h
für Mitarbeiter, die technische oder wirtschaftliche Aufgaben erfüllen ......................... € / h
für den technischen Zeichner/Mitarbeiter mit vergleichbarer Qualifikation ................... € / h.
Die Übersichten zur notwendig gewordenen Zeit werden dem Bauherren
monatlich / quartalsweise *) zugestellt.

(9) Soll vorhandene Bausubstanz technisch oder gestalterisch mitverarbeitet werden, wird diese ge-
mäß § 10 Abs. 3a HOAI mit folgendem Wert (ortsüblicher Preis x Baumasse ggf. Abzüglich einer
Wertminderung gegenüber einem Neubau) als angemessen vereinbart: .............................. .
Bei Änderungen des Umfangs der mit zu verarbeitenden Bausubstanz ist der Wert entsprechend an -
zupassen.

(10) Zuschlag für Umbau und Modernisierung (§ 24 HOAI) .................... %. ja / nein *)

oder
20 % Mindestzuschlag für durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad ja / nein *)
oder

Bearbeitungsstand: Juli 2002


67

Anstelle des Zuschlages nach § 24 Abs. 1 HOAI vereinbaren die Parteien für die Leistungsphasen 1, 2
und 8 abweichend von § 15 Abs. 2 folgende Honorarsätze:
a) Grundlagenermittlung statt 3 % .................... %
b) Vorplanung statt 7 % .................... %
c) Objektüberwachung statt 31 % ..................... %. ja / nein *)

(11) Zuschlag für Bauüberwachung bei Instandhaltung und Instandsetzung


(§ 27 HOAI) .................... %. ................................................................................. ja / nein
*)

(12) Vorplanung oder Entwurfsplanung abweichend von § 2 Abs. 5 des Vertrages als Einzel-
leistungen (§ 19 HOAI) .................... %.
ja / nein *)

(13) Leistungen für den Wärmeschutz nach § 77 Abs. 2 Nr. 1 HOAI werden nach § 78 HOAI vergütet.
ja / nein *)

(14) Dem Architekten1 wurde in § 2 (5) die Objektüberwachung (Grundleistung 8) nicht übertragen.
Deshalb wird für die künstlerische Oberleitung gem. § 2 (9) ein gesondertes Honorar in Höhe
von ............................ € vereinbart.

§ 6 Nebenkosten

Nach § 7 HOAI werden die Nebenkosten berechnet:


- Insgesamt mit einer Pauschale von .................... % des Nettohonorars. ................ ja / nein *)

oder
- Post- und Fernmeldegebühren pauschal mit .................... €*) / % *) des Nettohonorars.
Die übrigen Nebenkosten auf Nachweis. ................................................................ ja / nein *)

oder
- Kosten insgesamt auf Nachweis, wobei folgende Berechnungsgrundlagen vereinbart werden:
Fahrtkosten bei Benutzung des eigenen Pkws .................... € /km
Tagegeldpauschale von .................... €
Übernachtungskosten auf Nachweis .................... €
.................... .

§ 7 Zahlungen

(1) Die Parteien vereinbaren für die vereinbarten Leistungen Abschlagszahlungen nach folgendem
Zahlungsplan: (Anlage .... dieses Vertrages)....................................................... ja / nein *)
oder
Abschlagszahlungen werden entsprechend Arbeitsfortschritt auf Anforderung binnen .............. Werk-
tagen, Schlusszahlungen binnen ................. Werktage nach Vorliegen der Schlussrechnung geleistet.
ja / nein *)

(2) Eine Aufrechnung gegen den Honoraranspruch des Auftragnehmers ist nur mit unbestrittenen oder
rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig.

(3) Sollte während der Dauer dieses Vertragsverhältnisses eine neue HOAI in Kraft treten, mit der die
Vergütungssätze verändert werden, so gilt für die Leistungen, die nach Inkrafttreten dieser neuen
HOAI erbracht werden, die zu diesem Zeitpunkt geltenden Honorartafeln und Stundensätze. Dies gilt
jedoch nicht, wenn zwischen Vertragsschluss und Inkrafttreten der neuen HOAI weniger als 4 Monate
liegen.

§ 8 Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird gemäß § 9 HOAI zum Honorar und den Nebenkosten in Rechnung gestellt.

1
nur für Architekten sinnvoll

Bearbeitungsstand: Juli 2002


68

§ 9 Unterrichtung des Bauherrn und Vollmacht des Auftragnehmers

(1) Der Auftragnehmer ist zur umfassenden Unterrichtung des Bauherrn verpflichtet. Er hat dem Bau-
herrn auf Verlangen unverzüglich und unentgeltlich Auskunft über alle wesentlichen Umstände, die mit
seiner Leistungserfüllung zusammenhängen, zu erteilen. Diese Pflicht erlischt nicht mit der Vertrags-
beendigung.

(2) Soweit es seine Aufgabe erfordert, ist der Auftragnehmer berechtigt und verpflichtet, die Rechte
des Bauherrn zu wahren und die notwendigen Weisungen zu erteilen.

(3) Der Auftragnehmer hat keine rechtsgeschäftliche Vollmacht. Finanzielle Verpflichtungen für den
Bauherrn darf der Auftragnehmer nur eingehen, wenn Gefahr im Verzug vorliegt und das Einverständ -
nis des Bauherrn nicht rechtzeitig zu erlangen ist. ............................................. ja / nein *)

oder
um Behinderungen im Bauablauf wegen fehlender Entscheidungen (insbesondere zu bautechnischen
Sachverhalten) zu vermeiden, hat der Auftragnehmer das Recht,
Teilaufträge bis zu einer jeweiligen Nettosumme von .......................... T €
und einer maximalen Gesamtsumme (netto) von .....................T € direkt zu erteilen.
ja / nein *)

(4) Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber darüber unverzüglich, wenn eine Auftragserteilung
gem. § 9 (3) notwendig wurde.

§ 10 Vergabe der Bauleistung an einen Generalunternehmer

Entscheidet sich der Bauherr nach Vorliegen der Genehmigungsplanung zur Vergabe der Bauleistung
an einen Generalunternehmer, so vereinbaren die Parteien, dass für die folgenden Leistungsphasen
nur noch die folgenden Grundleistungen erbracht werden und die genannten besonderen Leistungen
an die Stelle der Grundleistungen treten bzw. zusätzlich bearbeitet werden.

Leis- noch zu bearbeitende Grund- besondere Leistungen anstelle Honorar hierfür


tungs- leistungen der Grundleistungen oder zusätz-
phase liche besondere Leistungen
5

Hinweis: in jeder Leistungsphase sollten getrennt die restlichen Grundleistungen und die besonderen
Leistungen (sowie die Honoraranteile hierfür) ausgewiesen werden. Deshalb ist in der Tabelle jedes
zweite Feld gesperrt.

§ 11 Haftung/Gewährleistung/Verjährung

(1) Für Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche gelten die Regelungen des Werkvertrags-
rechts §§ 633 ff BGB.

(2) Die Verjährungsfrist beginnt mit der Abnahme der nach diesem Vertrag zu erbringenden Leistun-
gen, spätestens mit Abschluss der Leistungsphase 8 und Übergabe des Bauwerks an den
Bauherrn. ................................... ja / nein *)
oder
Es werden folgende Vereinbarungen getroffen :..................................................................

Bearbeitungsstand: Juli 2002


69

(3) Für Leistungen, die der Auftragnehmer danach noch zu erbringen hat (Leistungsphase 9), beginnt
die Verjährung mit Abschluss der letzten Leistung. ..................................................... ja / nein *)

(4) Zur Abdeckung der vorbezeichneten Risiken hat der Auftragnehmer eine Haftpflichtversicherung
abzuschließen und bis zum Ende seiner Tätigkeit zu unterhalten, deren Deckungssummen sich min-
destens belaufen auf:
bei Personenschäden € ....................
bei Sachschäden und Vermögensschäden €.................... .

(5) Zum Nachweis ist der Auftragnehmer verpflichtet, seinem Bauherrn einen Versicherungsschein
vorzulegen, den er bei Abschluss seiner Versicherung vom Versicherungsunternehmen erhält.
ja / nein *)

§ 12 Vorzeitige Beendigung des Vertrages

(1) Die Kündigung des Auftraggebers und des Auftragnehmers richtet sich nach den gesetzlichen Be-
stimmungen.

(2) Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.

(3) Hat der Auftragnehmer die Kündigung durch den Bauherren zu vertreten, hat er nur Anspruch auf
Vergütung der bis zum Kündigungszeitpunkt erbrachten Leistungen, wenn diese für den Bauherrn ver-
wertbar sind (s.a. Erfolgsdefinition in § 2 (6)).

(4) In allen anderen Fällen der Kündigung durch den Bauherren steht dem Auftragnehmer das vertrag -
lich vereinbarte Honorar zu. Er muss sich auf diesen Honoraranspruch Aufwendungen anrechnen las-
sen, die er infolge der Aufhebung des Vertrages erspart, oder durch anderweitige Verwendung seiner
Arbeitskraft erwirbt, oder zu erwerben böswillig unterlässt.

(5) Eine Kündigung durch den Auftragnehmer ist nur unter den in § 643 BGB genannten Bedingungen
zulässig oder wenn die Arbeiten für mehr als ..............Monate unterbrochen sind, ohne dass dies der
Auftragnehmer zu vertreten hat.

§ 13 Urheberrecht

(1) Der Auftragnehmer ist berechtigt, auch nach Beendigung dieses Vertrages das Bauwerk oder die
bauliche Anlage in Abstimmung mit dem Bauherrn zu betreten, um fotografische oder sonstige Auf-
nahmen zu fertigen.
.ja / nein *)

(2) Der Bauherr ist zur Veröffentlichung des vom Auftragnehmer geplanten Bauwerks nur unter Na-
mensangabe des Auftragnehmers berechtigt.
.ja / nein *)

(3) Vom Auftragnehmer gefertigte Unterlagen, einschließlich der EDV-Unterlagen dürfen nur für das in
§ 1 des Vertrages beschriebene Bauvorhaben verwendet werden.

(4) Beabsichtigt der Bauherr wesentliche Änderungen eines nach Urheberrechtsgesetz geschützten
Werkes, ist er verpflichtet, zuvor die Genehmigung des Auftragnehmer einzuholen. Die Genehmigung
darf nicht versagt werden, wenn die Änderungen und Ergänzungen notwendig, wirtschaftlich sinnvoll
oder aus technischen Gründen vorgeschrieben sind.
.ja / nein *)
§ 14 Erfolgshonorar

(1) Der Bauherr kann den Auftragnehmer nach Abschluss der Leistungsphase 2 (Vorentwurfsplanung)
oder Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit besonderen Leistungen im Sinne des § 5 Abs. 4a
HOAI beauftragen. Leistungen und Honorar werden wie folgt vereinbart: ....................

(2) Der Auftragnehmer erhält hierfür ein Honorar in Höhe von .................... % der durch die zusätzli-
chen oder besonderen Leistungen des Auftragnehmers ersparten Kosten zzgl. Umsatzsteuer nach

Bearbeitungsstand: Juli 2002


70

§ 9 HOAI. Als Berechnungsgrundlage für die ersparten Kosten werden die vom Bauherrn geneh-
migte Kostenschätzung / Kostenberechnung *) zugrunde gelegt. ....... .ja / nein *)
oder
Grundlage für die Bestimmung der Einsparungen ist ................................................

(3) Der Honoraranspruch besteht nur, wenn


- die Kostensenkung eintritt und diese Kostensenkung mindestens eine .................... % -ige
Senkung der Gesamtbaukosten in Höhe von € .................... bewirkt,

- die Kostensenkung auf der vereinbarten besonderen Leistung beruht,

- die vom Auftragnehmer aufgezeigte technische/wirtschaftliche Lösung nicht den durch Gesetz,
technischen Regeln oder nach dem Vertragszweck vorgeschriebenen Standard verändern
bzw. nicht ohnehin geschuldet war.

(4) Die Beweislast trägt der Auftragnehmer.

(5) In der Honorarschlussrechnung ist die vereinbarte Kostensenkung durch eine nachvollziehbare
Vergleichsberechnung anhand der Schlussrechnungen der am Bau Beteiligten nachzuweisen.
Bei dem anzustellenden Kostenvergleich nach DIN 276 werden einbezogen:
300 Bauwerk - Baukonstruktionen, Auftragnehmer
400 Bauwerk - technische Anlagen,
Baunutzungskosten nach DIN 18960 Teil I.

......................., den .............................. . ......................, den ..............................

.............................................................. .............................................................
Auftraggeber Auftragnehmer

Bearbeitungsstand: Juli 2002


71

3.5. Abrechnung von Ingenieurleistungen

Prüffähigkeit von Architekten-/Ingenieurrechnungen


Teil: Schlussrechnung

notwendige Angaben:

• Leistungsbild nach Leistungsphasen mit jeweiligen Prozentsätzen


• zugrundegelegte anrechenbare Kosten
• maßgeblich Honorarzone
• angewendete Honorartafel
• Nachweis und Begründung für Zuschläge bei Mehrfachplanungen und anderen Zuschlägen
• erhaltene Abschlagszahlungen

Ein Nachweis der Grundleistungen ist nicht erforderlich, wenn der „Erfolg“ eingetreten ist.

aus der Rechtsprechung

1. Der Prüfbarkeit einer Honorarschlussrechnung eines Architekten steht nicht entgegen, dass
die Rechnung unrichtig ist.
2. Der Auftraggeber kann die Beifügung von Abrechnungsunterlagen zur Schlussrechnung
nicht verlangen, wenn deren Angaben bereits im einzelnen bekannt sind.
OLG Hamm, Urteil vom 24.06.1998 - 12 U 5/98;

Problem/Sachverhalt
Der Architekt klagt sein Resthonorar ein. Der beklagte Bauherr verteidigt sich mit der Begründung,
die Rechnung sei nicht prüffähig, es fehle die Aufstellung der anrechenbaren Baukosten. Zudem be -
mängelt er falsche Rechnungsansätze. Der Architekt hält entgegen, dass er die anrechenbaren Kos-
ten bereits zu früherer Zeit zusammengestellt und dem Bauherrn übermittelt habe.
Entscheidung
Die Klage hat Erfolg. Das OLG Hamm betrachtet die Schlussrechnung als "prüffähig" im Sinne des §
8 HOAI. Sie enthalte alle für den Bauherrn wesentlichen Angaben und ermögliche eine Überprüfung.
Sein Verlangen, die Kostenermittlung müsse nochmals beigefügt werden, sei „als bloße Förmelei"
nicht gerechtfertigt. Dem Bauherrn seien diese Angaben im einzelnen bekannt gewesen. Unter Hin-
weis auf die Rechtsprechung des BGH betont das OLG: Die Prüfbarkeit einer Architektenrechnung
ist kein Selbstzweck. Auch auf die inhaltliche Richtigkeit der Honorarschlussrechnung komme es für
die Frage der Prüfbarkeit und damit der Fälligkeit der Vergütung nicht an. Die Prüfbarkeit sei nämlich
unabhängig von der Frage der sachlichen Berechtigung der geltend gemachten Vergütung zu beur -
teilen.
Praxishinweis
Die Entscheidung liegt auf der Linie der BGH-Rechtsprechung zu der Frage der Prüfbarkeit einer Ar-
chitektenhonorarschlussrechnung. Dort tritt der BGH einer bei den Untergerichten weitverbreiteten
Tendenz entgegen, Honorarklagen des Architekten schon mit dem Hinweis auf mangelnde Prüfbar-
keit der Abrechnung gem. § 8 HOAI als derzeit unbegründet abzuweisen. Dagegen betont der BGH,
dass das Kriterium der Prüffähigkeit in § 8 HOAI kein Selbstzweck ist. Deshalb bestimmen sich die
Voraussetzungen der Prüffähigkeit nach den individuellen Informations- und Kontrollinteressen des
jeweiligen Auftraggebers. Der Architekt ist berechtigt, die anrechenbaren Kosten zu schätzen, wenn
er die notwendigen Informationen nicht zu beschaffen vermag, weil der Bauherr sie ihm vorenthält.
aus IBR - RA und FA für Verwaltungsrecht Mathias Preussner, Konstanz

Bearbeitungsstand: Juli 2002


72

Die Honorarschlussrechnung eines Architekten ist prüffähig, wenn ihr eine Kostenermittlung
zugrunde liegt, aus der ersichtlich ist, ob und ggf. welche Kosten gem. §§ 10 HOAI voll, gemin-
dert oder gar nicht Grundlage der Honorarberechnung sind.
BGH, Urteil vom 08.07.1999 - VII ZR 194/98;

Problem/Sachverhalt
Ein Bauherr beauftragt 1991 einen Architekten mit sämtlichen Architektenleistungen zur Errichtung
eines Hotels. Während der Leistungsphase 8 kündigt der Bauherr den Architektenvertrag. Der Archi-
tekt erteilt seine Honorarschlussrechnung, und zwar für die Leistungsphasen 5 - 8 aufgrund des Kos-
tenanschlags. Dieser besteht aus einer Auflistung nach "Pos./Bauleistung/Firma/ Netto", unterteilt
nach Baukosten ohne Haustechnik, Haustechnik und Gesamtkosten. Der Architekt macht eine restli-
che Honorarforderung von DM 1,269 Mio. geltend. Das OLG weist die Klage als zur Zeit unbegründet
u.a. mit dem Argument ab, der Kostenanschlag erfülle nicht die Anforderungen gem. § 10 Abs. 2
HOAI; weil es sich um eine reine Aufzählung handele, seien die anrechenbaren Kosten im Sinne des
§ 10 Abs. 3 - 6 HOAI nicht erkennbar.

Entscheidung
Der BGH hebt das Urteil auf. Denn entgegen der Ansicht des OLG liegt eine den Anforderungen der
HOAI entsprechende prüfbare Kostenermittlung vor. Die Anforderungen an die Ermittlung der anre-
chenbaren Kosten dienen allein der Überprüfung der Rechnungsstellung. Dazu genügt eine Aufstel-
lung, die ersichtlich macht, ob und ggf. welche Kosten nach § 10 HOAI voll, gemindert oder gar nicht
Grundlage des Honorars sind. Mit den nach "Pos./Bauleistung/Firma/Netto" aufgelisteten sowie zwi -
schen Baukosten ohne Haustechnik, Haustechnik und Gesamtkosten unterscheidenden Aufstellun-
gen war dem Informations- und Kontrollinteresse des Bauherrn unter Berücksichtigung seiner Ein-
wendungen Genüge getan. Zunächst hatte er auch selbst die Prüfbarkeit der Rechnung nicht in Fra-
ge gestellt. Ob die Kosten zurecht in vollem Umfang, nur teilweise oder gar nicht angesetzt werden
durften und in der angesetzten Höhe richtig sind, betrifft nicht die Prüfbarkeit, sondern die Richtigkeit
der Schlussrechnung.

Vors. Richter am OLG Dr. Friedhelm Weyer, Viersen


aus IBR

Beispiel für eine Honorarrechnung auf den Folgeseiten

Bearbeitungsstand: Juli 2002


73

B - 4. Arbeitsvorbereitung der eigenen Arbeit

Beispiel: Zeitaufwand (Übung)

Einfamilienhaus, Zone III; anrechenbare Kosten: 150 T €


Mindestsatz gem. § 15 : ........... für Lph. 1 - 9
bei durchschn. Umsatz von .......... € / Std. = 220 Std.

Grundleistung (Lph.8) Zeitbudget


1 Überwachung Ausführung 22,0
2 Überw. Tragwerk.ausf. 3,3
3 Koord. Fachl. Bet. 3,3
4 Überw. Herstellung Fertigteile 3,3
5 Zeitplan + Überw. 3,3
6 Bautagebuch 3,3
7 gem. Aufmaß 3,3
8 Abnahme 3,3
9 Rechnungsprüfung 3,3
10 Kostenfeststellung 3,3
11 beh. Abnahmen 3,3
12 Übergabe 3,3
13 Gewährleistungsfristen 3,3
14 Mangelbeseitigung 3,3
15 Kostenkontrolle 3,3

Gesamt: 68 Std.,
Baustellentermine 35 Std.

Grundleistung (Lph.2) Zeitbudget


4 Planungskonzept 1,5
9 Kostenschätzung 1,5

Grundleistung (Lph. 3)

1 Planungskonzept 3,5
4 Vorentwurf + Entwurf 3,5
6 Kostenberechnung 3,5

B- 5 Steuerung der eigenen Arbeit

5.1/5.2

Beispiel aus dem Büro Loeper Karlsruhe auf den Folgeseiten

Bearbeitungsstand: Juli 2002


74

B – 6 Wirtschaftlichkeit des Büros

6.1 Liquidität, Rentabilität

Liquidität

Erste Aufgabe ist es, ständig den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die Zahlungsfä-
higkeit (Liquidität) ergibt sich aus einem ausgewogenen Verhältnis von Zahlungseingängen und Zah-
lungsausgängen. Die Liquidität ist hinsichtlich des Betrachtungshorizontes in die Zukunft gerichtet und
im Vergleich zu anderen Kennzahlen (Rentabilität) mit den kürzesten Zeithorizont. Die Liquidität wird
durch Liquiditätsgrade ausgedrückt.

Anzustrebende
Größe
Zahlungsmi ttel
Liquidität 1. Grades = x 100 = in % 60 %
kurzfristigeVerbindl ichkeiten
Zahlungsmi ttel + kurzfristigeForderun gen
Liquidität 2. Grades = x 100 = in % 150 bis 200 %
kurzfristigeVerbindl ichkeiten

Break-Even-Point

Die kumuliert entstehenden Fixkosten werden nach einem Zeitraum von 12 Monaten (reguläres Ge-
schäftsjahr) auf den Beginn des Geschäftsjahres projiziert, da davon ausgegangen wird, dass bereits
von Anfang an über den zu realisierenden Preis anteilig Fixkosten mitzudecken sind. Dieser grafische
„Trick“ erlaubt dann eine kontinuierliche Beobachtung des Geschäftsverlaufes. Wenn die variablen
Kosten nun auf den am Jahresanfang entstehenden Punkt „aufgesetzt“ werden, entsteht eine Diffe-
renz zwischen Kosten und Erlösen (die Erlöse werden im Nullpunkt beginnend aufgetragen).

Ein „gesunder Geschäftsverlauf“ ist dadurch gekennzeichnet, dass die Erlöskurve kontinuierlich auf
die entstehende Gesamtkostenkurve zuläuft und spätestens im 11. Monat des Geschäftsjahres einen
Schnittpunkt erreicht (Break-Even-Point). Selbst wenn dieser Schnittpunkt nicht im laufenden Ge -
schäftsjahr erreicht wird, sind die Geschäftsverläufe noch so lange zu tolerieren, solange in absehba-
rer Zeit dieser Break-Even-Point erreicht wird.

Besondere Aufmerksamkeit für den Zahlungsfluss muss dann gelten, wenn über sehr lange Zeiträume
Parallelität zwischen der Kosten- und Erlöskurve entsteht. Neben einer straffen Gestaltung des Rech-
nungs- und Mahnwesens ist hier dann insbesondere auf eine schnelle Rechnungslegung zu achten.

Die Bewertung des Zeitraumes für den Break-Even ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich.
Die produktiven Kosten können nach
- Zeitpunkt des Entstehens,
- Rechnungslegung und
- Fälligkeit
aufgetragen werden.

Für die Erfassung der Erlöse gibt es wiederum unterschiedliche Möglichkeiten. Die in vielen Büros zur
„Selbstberuhigung“ praktizierte Erfassung der Erlöse einschließlich der unfertigen Leistungen,
drückt sicherlich die Gesamtleistung des Büros aus. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass ständig
ein gewisser Anteil unfertiger Leistung notwendig ist (der nicht zu groß werden darf), um geschäftsfä -
hig zu bleiben. Es ist je nach Branchen- und Marktlage ein Anteil unfertiger Leistungen zu bestimmen,
der von einem Wochenumsatz bis zu maximal einem Monatsumsatz reichen kann. Ziel muss es sein,
diesen Anteil unfertiger Leistungen so gering als möglich zu halten. Unter diesem Aspekt ist bei sinn -
voller Größe der unfertigen Leistung der Erlös nur noch durch Rechnungsstellung und Zahlungsein-
gang gekennzeichnet.

Die Praxis hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, hier eine Differenzierung zwischen Rechnungslegung und
Zahlungseingang vorzunehmen, um Rückschlüsse für die organisatorische Qualität ziehen zu können.
Deshalb wird empfohlen, die Erlöskurve als Kurvenschar darzustellen und die Rechnungsstellung und
den Zahlungseingang einzeln zu erfassen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


75

Gibt es erhebliche Differenzen zwischen Kostenentstehungsprozess und Rechnungslegung bzw. auch


zum Zahlungseingang, lässt dies unmittelbar Schlüsse auf das mangelhafte aber notwendige Zusam-
menwirken mit der kaufmännischen Abteilung schließen. In dieser Form wird auch der häufig nur ta -
bellarisch erfasste Forderungsüberhang drastisch deutlich. Kombiniert man nun den Verlauf der pro-
duktiven Kosten nach ihrer Entstehung und die Erlöse nach unmittelbarem Zahlungseingang, hat man
die mit Abstand „härteste“ aber auch sicherste Erfassung des Break-Even-Point vorgenommen. Es
wurde bereits mehrfach die These vertreten und akzeptiert, dass ein Geschäftsverlauf, der einen
Schnittpunkt dieser beiden Kurven im 11. Monat des Geschäftsjahres ausweist, die größte Sicherheit
gibt.

Rentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität gibt an, mit welcher Rate sich während eines Geschäftsjahres das einge-
setzte Kapital verzinst. Die Eigenkapitalrentabilität hat im Bauwesen nur eine geringe Aussagekraft, da
sich durch häufig sehr geringes Eigenkapital falsche Beurteilungen ergeben

Die Umsatzrentabilität ist eine gute Vergleichszahl (auch für den Betriebsvergleich).

Im Bauwe-
Anzustrebende
sen übliche
Größe
Größe
Jahresüber schuss
Eigenkapitalrentabilität = Eigenkapit al
x 100 = in % Nicht üblich
Jahresüber schuss
Umsatzrentabilität = Jahresbaul eistung
x 100 = in % 0,5 bis 2 % 4%

Auslastungsgrad

Der Auslastungsgrad lässt in seiner Größe sowie auch in seinem Verlauf gute Schlussfolgerungen auf
die organisatorische Qualität und Geschäftsfähigkeit zu. Deshalb wurde bereits vor mehr als zwanzig
Jahren von führenden Betriebswirten vorgeschlagen (ohne das es bisher ausreichend Beachtung
fand), nicht mehr den Umsatz als Hauptbewertungskriterium heranzuziehen, sondern den Kapazitäts-
nutzungsgrad bzw. den Auslastungsgrad. Dieser Auslastungsgrad ist der Quotient aus genutztem Po-
tential und vorhandenem Potential.

genutztes Potential
_________________________________
Auslastungsgrad (a) =
vorhandenes Potential

So wie die Ermittlung des Break-Even-Point für jede beliebige Geschäftseinheit möglich ist, so ist auch
dieser Auslastungsgrad für unterschiedliche Geschäftseinheiten sowie auch für das gesamte Büro zur
Bewertung heranzuziehen.

Zusammenfassung der Bewertung

Die Kombination von Auslastungsgrad und Zeitpunkt des Break-Even-Point führt zu den ent-
scheidenden Aussagen über die Bewertung eines Unternehmens/Büros.

Auf diese Art und Weise werden einerseits die wirtschaftlichen Vorgänge transparent und andererseits
das flexible Reagieren auf äußere Marktbedingungen möglich. (Kombinationen).

Stark vereinfachte Kombination von BEP und Auslastungsgrad

Kombination BEP Auslastungsgrad


1 früh niedrig
2 früh hoch
3 spät niedrig
4 spät hoch

Bearbeitungsstand: Juli 2002


76

Die Kombination von Auslastungsgrad und Zeitpunkt des Break-Even ist einerseits für das Gesamtun -
ternehmen möglich, als auch für die einzelnen Geschäftseinheiten sinnvoll. Bei der Analyse einzelner
Geschäftseinheiten werden die insgesamt entstehenden Fixkosten anteilig berücksichtigt.

Die Kombination 1
(BEP früh, Auslastungsgrad niedrig) ist dadurch gekennzeichnet, dass bei einer niedrigen Auslastung
der vorhandenen Kapazität sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielt werden. Diese Situation ist tat-
sächlich nur sehr selten anzutreffen, da in Hochkonjunktur-Zeiten, in denen ein früher BEP zu errei-
chen ist, erfahrungsgemäß auch der Auslastungsgrad extrem ansteigt. Sie zeigt aber eine große Re-
serve in jeder Hinsicht.

Die Kombination 2
(BEP früh, Auslastungsgrad hoch) ist insbesondere in Hochkonjunktur-Zeiten bei sehr guter Marktlage
und hohen Preisen zu erreichen. Wie die langfristige Marktbeobachtung zeigt, sind derartige Spitzen
nur kurzzeitig im Vergleich zu langen Zeiten des Niedrigpreisniveaus zu erreichen. Sie sollten aber
durchaus ausgenutzt werden. Das wesentliche Hilfsmittel und Kernstück ist hier, neben der Nutzung
des aktuellen Preisindex, die unmittelbare Marktbeobachtung.

Die Kombination 3
(BEP spät, Auslastungsgrad niedrig) ist ein typischer Verlauf für schlechte Auftragslage bzw. mangel-
hafte Qualität bei der Auftragsbeschaffung. Hier ist insbesondere nach Möglichkeiten zu suchen, au-
ßerhalb der angestammten Region Aufträge zu akquirieren oder besser noch, die Marketingstrategie
zu überprüfen. Es zeigt sich bei überregionaler Betrachtung, dass im europäischen Raum wechselnd
unterschiedliche Hochpreisgebiete von Einzelnen zielgerichtet ausgenutzt werden.

Die Kombination 4
(BEP spät, Auslastungsgrad hoch) lässt auf eine kritische Entwicklung schließen. Trotz extremer Aus-
nutzung des vorhandenen Potentials gelingt es nicht, in einer angemessenen Zeit den Break-Even-
Point zu erreichen. Hier sind die gesamten Geschäftsgänge auf rationelle Art und Weise zu analysie-
ren, um die Schwachstellen herauszufinden.

Art und Weise der Erfassung und Darstellung

Die betriebswirtschaftlichen Übersichten sollten so zeitnah wie nur irgend möglich geführt werden.
Deshalb ist nach Wegen zu suchen, wie diese unabhängig von einer detaillierten Buchhaltung erstellt
werden können. Im einfachsten Falle können die Daten auch durch Schätzung gewonnen und monat-
lich von Hand in eine Grafik eingetragen werden. Es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass auch
die Verwendung von Rechenprogrammen für diese Übersichten eine Finanzbuchhaltung nicht erset-
zen können. Der Wert einer betriebswirtschaftlichen Übersicht ist insbesondere darin zu sehen,
dass Informationen zu einem Zeitpunkt gewonnen werden, zu dem überhaupt noch ein Steuern
möglich ist.
Würde man Schlussfolgerungen für das laufende Geschäftsjahr nur aus einer abgeschlossenen Bilanz
ableiten wollen, wäre das viel zu spät und außerdem ein untauglicher Versuch, Dinge ändern zu wol-
len, die bereits ihre betriebswirtschaftlichen Auswirkungen gezeigt haben.

s.a. Graphik zur Einführung zu Teil A

6.2 vorausschauende Finanzplanung

Übung mit BMWi – Softwarepaket für Gründer und junge Unternehmer

Bearbeitungsstand: Juli 2002


77

B – 7 Haftung des Ingenieurs / Architekten

Haftung auch ohne Vertrag ► Verkehrssicherung


(kraft Gesetzes)

► fehlerhafte Beratung

► arglistig verschwiegene Hinweise

► Gefälligkeitsaussagen

Haftung aus Vertrag ► (insbes.) Hauptpflichten

ohne Verschulden
► Qualität
• aus Vertrag (Erfolgsdefinition) (ver-
einbarte Beschaffenheit + nach
dem Vertrag vorausgesetzte Ver-
wendung)
• aus anerkannten Regeln der
Technik

► Kosten
• aus Vertrag
• aus rechtlich toleriertem Rahmen

► Termine ???
häufig kann hier zumindest eine Verlet-
zung der Nebenpflichten dargestellt wer-
den

mit Verschulden ► häufig Nebenpflichten


(Pflichtverletzung und Organisationsver-
schulden)

► Hinweise vor und bei Vertragsab-


schluß

► Hinweise nach Vertragsabschluß


(auch auf eigene Fehler !)

► Beratungsmängel (in allen Phasen)

► Überwachungsmängel

► Koordinierungsmängel

Bearbeitungsstand: Juli 2002


78

Haftungsrisiken / Schadenersatz

• Grundsätzlich besteht im Werkvertrag ein Nachbesserungsrecht des Auftragnehmers

• Die Nachbesserung ist jedoch in vielen Fällen der Architekten- /Ingenieurtätigkeit nicht mehr mög-
lich.

Beispiele:
Verlust der Nachbesserungsmöglichkeit

durch Zeitlauf Hinweis auf Fördermöglichkeit und zinsgünstige


Kredite kommt nach Baubeginn zu spät.

durch nicht mehr rückgängig zu machende Verwendung von durch den Architekten empfoh-
Handlungen des Bauherren lenen Klauseln im Vertrag zwischen Bauherren
und Bauunternehmer

nach Fertigstellung der Bauleistung Bauherrenwünsche nach wirtschaftlicher Pla-


nung

Vorschlag:

1. Pflichtenkatalog aufstellen
2. Lösung rechtssicher gestalten
3. Hilfsmittel zusammenstellen
4. Verantwortung (projektbezogen oder allgemein) definieren
5. In den Gesamtablauf sinnvoll integrieren

„Haftungskette” in Anlehnung an § 15 HOAI : ausgewählte Beratungs- und Hinweispflichten

In der folgenden Übersicht sind ausgewählte Beratungs- und Hinweispflichten zusammengestellt. Die
Übersicht dient vor allem der Gestaltung rationeller Abläufe im Büro. Sie ist nicht abschließend und
vollständig. Ergänzungen für das konkrete Bauvorhaben sind unbedingt notwendig.

( SZ = Aufbewahren bis zur Schlusszahlung der Honorarrechnung )

Lph. Pflichten Form zwingen Zeit (a)


/ empfohlen (Haftung /
( ... zur Beratung, Hinweise usw.) Entlastung)
vor eigener Status (wenn nicht Architekt) - / schr SZ
Ver- - / schr
Durchführung selbst /im Verbund (Anschein ?)
trag
wer ist Vertragspartner als AN
eigenes Leistungsvermögen - / schr
grundsätzliche Zielkonflikte Vertrag ableh-
nen
Genehmigungsfähigkeit sehr zweifelhaft stufenweiser
Auftrag
Schäden an vorh. Bausubstanz mit Tendenz zur Ausbreitung - /schr. 30 (10)
Gefährdung von Leben und Gut schr/schr 30 (10)
+ Einschrei-
ten

Bearbeitungsstand: Juli 2002


79

bei wenn nicht bereits vor Vertragsabschluß schriftlich erfolgt,


Ver-
spätestens hier (Kopie von „vor Vertrag” z.T. aber mit Form-
trags-
abschl vorschrift
. eigener Status (wenn nicht Architekt) schr/ schr SZ
Durchführung selbst /im Verbund (Anschein ?) schr/ schr
wer ist Vertragspartner als AN
eigenes Leistungsvermögen - / schr
grundsätzliche Zielkonflikte - / schr
Genehmigungsfähigkeit sehr zweifelhaft stufenweiser
Auftrag
oder bzw. Bauvor-
von Ausnahmegenehmigung abhängig anfrage
Schäden an vorh. Bausubstanz mit Tendenz zur Ausbreitung - /schr. 30 (10)
Gefährdung von Leben und Gut schr/schr 30 (10)
+ Einschrei-
ten
Ziele des Bauherren - / schr SZ
beauftragte Grundleistungen oder Teile davon - / schr 30 (10)
notwendige besondere Leistungen + Honorar schr/schr
Eigenes Honorar schr
wenn nicht
( Verweis auf HOAI + Honorarzone + Zuschläge) Mindesthono-
rar
Vollmacht des Architekten (originäre + zusätzliche) - / schr SZ
Urheberrecht des Architekten - / schr
Öffentlich rechtliche Lasten + Erschließungsbeiträge ? - / schr 5
Vorschlag
insbesondere wenn BH noch nicht im Besitz des Grundstückes
Unvereinbarkeit mit Bauplanungs- oder Bauordnungsrecht

1 Rechtliche Beratung
Bauplanungs- und Bauordnungsrecht -/-?
Genehmigungsverfahren + Zeitdauer - / schr SZ
Betriebserlaubnisse schr/schr 10
behördliche Befreiungen und Ausnahmegenehmigungen schr/schr 30 (10)
Baulasten / nachbarliche Zustimmung schr/schr
wirtschaftliche Beratung
Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens - / schr 10
+ wirtschaftliche Optimierung ?
Zuschüsse und Förderung (Grundsatzberatung nicht Beschaf- - / schr 10
fung)
Zuschüsse und Förderung - daraus abzuleitende Termine - / schr
Aufklärung über Unmöglichkeit bei zu geringen finanziellen Mitteln
notwendige Versicherungsstruktur - / schr 5 empf.

notwendige Sonderfachleute - / schr SZ


nicht zu viele ➨ Schadenersatz
nicht zu wenig ➨ nur Schadenersatz wenn sonst andere Entschei-
dung des BH - keine Haftung für ”Sowieso - Kosten”

2 Hinzuziehen eines Steuerberaters - / schr


Hinweis auf neue Zielkonflikte - / schr
Hinweis zu Einwänden der Behörden (Wertung vermeiden) - / schr
Möglichkeiten der Bauvoranfrage erläutern
Hinweis auf mögliche Nachbarwidersprüche - / schr
Hinweis auf Ungenauigkeit der Kostenschätzung (30 %) und Kon- - / schr
sequenzen im Grenzbereich der Wirtschaftlichkeit bzw. Finanzier-
barkeit.
Keine Gefälligkeitskostenschätzung !!!

3 Notwendigkeit eines Bodengutachtens - / schr


Hinweis zu neuen Baustoffen und Konstruktionen (riskante Pla- - / schr 30 (10)
dringend
nung)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


80

restliche Genehmigungsrisiken - / schr


Beratung zu Voraussetzungen für Ausnahmen und Befreiungen - / schr
einschl. der darin enthaltenen Risiken (Verzögerung durch
Rechtsstreit, neue vergütungspflichtige Planung)
Hinweis auf Kostenveränderung aufgrund von nun geäußerten - / schr
Bauherrenwünschen
Hinweis auf Ungenauigkeit der Kostenberechnung - / schr
(20 %)

4 Hinweis zu verbleibenden Genehmigungsrisiken - / schr


Hinweis zum Risiko bei fehlender nachbarlicher Zustimmung und - / schr
zu möglichen Konsequenzen
Hinweise zu möglichem Vorgehen bei Amtspflichtverletzung der
Behörde
Hinweis bei unzureichender oder falscher Auslegung bauord-
nungsrechtlicher Bestimmungen durch die Behörde
Hinweise zu Auflagen und Behördenauskünften
Hinweise zu Rechtsmitteln bei Verweigerung der Baugenehmi-
gung + Abschätzung des Streitrisikos (mit Anwalt)

5 Hinweis zu Konsequenzen aus der Abweichung von den allge- 30 (10)


mein anerkannten Regeln der Technik einschließlich neuer Kon-
struktionen
Hinweis zur Kostenwirkung von Bauherrenwünschen und -ent- SZ
scheidungen
Hinweis auf eigene Fehler 30 (10)
Hinweis auf zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen in Vor- 30 (10)
schriften und Normen
6 Hinweis auf Verhalten nach VOB / A oder Ausschreibungs- und -- / schr mind.
10
Vergaberegeln
Hinweis zu Verletzung von Ausschreibungs- und Vergaberegeln - / schr mind.
10
Hinweis auf zeitliche und regionale Baupreisschwankungen + - / schr 5
Empfehlung !
Hinweis auf notwendige Neubearbeitung bei Änderung des Um-
fanges der Nebenleistungen

7 Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten des Vertrages mit den BU im Vertrag 10


oder schr.
• Vertragstyp
• Unternehmereinsatzform (Vor- und Nachteile)
• Gewährleistungssysteme
• Sicherheitsleistungen
• Abnahmeformen
• Vertragsstrafen
Hinweise zu unwirksamen Bauvertragsklauseln und ihren Folgen - / schr mind. 10
Bedenken zur Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit einzelner - / schr
Anbieter
Hinweis zu möglichen Preisabsprachen
Hinweis zu Abnormitäten im Preisspiegel
Aufklärung über Risiken in Alternativangeboten - / schr 30 (10)
Hinweis zu möglichem Handlungsspielraum im Ausschreibungs-
verfahren

8 Hinweis zu Risiken bei vereinfachten Genehmigungsverfahren


Hinweis zu Risiken von Eigenleistungen (Gewährleistung der BU) 30 (10)
Beratung zu Konsequenzen der Abnahme 10
Beratung zu Konsequenzen der Abnahmeverweigerung
Hinweis zu Risiken beim Einsatz spezieller Bauunternehmer
Hinweis zu eigenen Planungs- und Überwachungsfehlern 30 (10)
Hinweis zum Vorgehen bei Mängeln 30 (10)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


81

B – 8 „Werkzeuge“ der Ingenieurarbeit; allgemeine Charakteristik

Werkzeug Anwendung wofür auf keinen Fall anwenden Vorteile Nachteile


für...
• allgemeine Werkzeuge
Brief
FAX
E – mail
Telefon
Präsentation
Foto
Protokoll

• spezielle Werkzeuge des


Ingenieurs
Skizze
Zeichnung
Berechnung
Modell
Ablaufplan - Balken
Ablaufplan – Zyklogramm
Ablaufplan – Netzplan
Video - Simulation

Bearbeitungsstand: Juli 2002


82

Sitzungen und Beratungen – die am meisten missbrauchten Werkzeuge


... einige Hinweise

Grundsätzliche Fragen Braucht man diese Sitzung oder gäbe es bessere Möglichkeiten

zur Problemlösung? (Was würde ohne diese Sitzung passieren?)

Ist die Beratung nur deshalb notwendig, weil es Organisations-


► fehler gibt?
(Substitution des Gehirns durch das Gesäß?)

Woraus resultiert der Abstand von Routinesitzungen? (wären



auch weniger Sitzungen ausreichend?)

Ist der Aufwand (Arbeitszeit aller Beteiligten) für den erreichbaren



Effekt angemessen ? (Ist die Sitzung „wirtschaftlich“?)

Automatismen, die zu noch mehr Sitzungen führen, unter Kontrol-


► le halten ! (Folge einer Sitzung  Bildung von Arbeitsgruppen 
weitere Sitzungen)

Ziel der Sitzung ? • Sitzungen nur, wenn etwas in Bewegung kommen soll.
• Ist die Sitzung nur für den Sitzungsleiter oder für alle Teilneh-
mer von Wert?
• Welche Ergebnisse werten erwartet?

Vorbereitung der Sitzung • Sitzungsthema, Schwerpunkte bestimmen


• Ziele schriftlich festlegen
• Vorgehen und Mittel bestimmen
• Verantwortung für die Vorbereitung einzelner Punkte klären
• Welche Teilnehmer sind nötig ?
• Muss jeder Teilnehmer bei jedem Punkt anwesend sein ?
• In der Einladung deutlich machen, bei welchem Punkt was
geschieht
− Informationen geben
− Meinungsbildung
− Entscheidung

Organisation der Sitzung • Teamarbeit heißt nicht sitzen im Team


• Zweiergespräche sind auch Sitzungen. Wer ein solches Ge-
spräch wünscht, muss sich vorher im klaren sein über:
− Thema
− Ziel
− Zeitdauer
− Wie müssen sich beide vorbereiten
• zuerst Ziele klären
• keine Telefonate während der Sitzung
• Visualisierungshilfen nutzen
• Protokollführer einbeziehen und unterstützen
• Wichtige Entscheidungen nicht unter „Diverses“

Sitzungsleitung • Zeitgewinn durch klare Sitzungsleitung


• Ziel im Auge behalten
• Zeitbudget im Auge behalten
• Nebensächlichkeiten vermeiden – roten Faden durchsetzen
• keine Zwiegespräche bei größeren Teilnehmerzahlen zulas-
sen
• Konsens anstreben (ein 6: 5 löst das Problem selten)

Ergebnisse / Protokoll geeignete Protokollform wählen (Ergebnisse oder Weg des Dis-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


83

kussion im Protokoll?)

Baustellenberatungen

Bei Vollmond kann man Warzen besprechen;


der Erfolg ist unsicher.
Das „Besprechen“ eine Baustelle
hilft weder am Tage noch bei Vollmond.
Das Problem

Gesagt bedeutet nicht ➨ Gehört

Gehört bedeutet nicht ➨ Verstanden

Verstanden bedeutet nicht ➨ Einverstanden

Einverstanden bedeutet nicht ➨ Angewendet

Angewendet bedeutet nicht ➨ Beibehalten

Typische Fehler

• zu Beginn der Beratung noch Tagesordnungspunkte erfragen. Die spontan genannten Punkte
werden mitunter nur vorgebracht um sich hervorzuheben. Kein Teilnehmer ist vernünftig vorbe-
reitet und so ufert der Beratungspunkt erfahrungsgemäß zu einer ergebnislosen Diskussion
aus.
• Informationen geben, die genauso auf dem Postwege verteilt werden könnten (z. B.: dass eine
Teilbaugenehmigung beantragt worden sei)
• spezielle Abstimmungen nur zwischen zwei Personen vorsehen, die die anderen Partner nicht
interessieren (das kann vorher oder im Nachhinein zwischen diesen Partners erfolgen.)
• Besprechungszeit in Stunden bemessen (es genügen für viele Punkte wesentlich kürzere Zei-
ten). Dies hilft letztendlich der Straffung des Ablaufes.
• spezielle Verantwortung für die Vorbereitung vergessen.
• nicht zu konkreten Festlegungen kommen.
• als Verantwortliche „alle“ eintragen (...dann fühlt sich kein Teilnehmer konkret angesprochen).

Einladung / Protokoll

Neben den Inhalten sollte vor allem der Charakter jedes Besprechungspunktes vorher klar sein. In
diesem Sinne muss jede Baustellenberatung gut vorgeplant werden. Dazu gehören folgende Fest-
legungen:
• inhaltliche Schwerpunkte,
• zu erreichende Ziele,
• notwendige Teilnehmer.

Jeder Teilnehmer erhält mit der Einladung eine tabellarische Übersicht der zu behandelnden
Schwerpunkte . Für Probleme die nicht vorhersehbar waren und tatsächlich beraten werden müs-
sen, sollten Reserven vorgesehen werden.

Das Protokoll der Beratung wird nun gleich direkt in die Tabelle eingetragen. Im einfachsten Falle
erhält jeder Teilnehmer gleich im Anschluss eine Kopie dieses Protokolls. Nur bei sehr schwierigen
Sachverhalten und einem größeren Zeitaufwand für die Formulierung werden später die ergänzen -
den Protokollteile erstellt. Protokollant und Empfänger des Protokolls sollten sich darüber im klaren
sein, dass das Beratungsprotokoll den Charakter eines „kaufmännischen Bestätigungsschreibens“
hat. Deshalb sollten Übersichten zu den Beratungen und Protokollen geführt werden die auf

Bearbeitungsstand: Juli 2002


84

Wunsch auch den anderen Vertragspartnern zur Verfügung stehen. Wesentliche Feststellungen
und Vereinbarungen werden in den Bauablaufplan eingetragen.

Baustellenberatung : Einladung *) / Protokoll *)


Baustelle: Seniorenheim
am: 3.7.1998 Ort: Baustelle Seniorenheim Beginn: 9,00 Uhr Ende 12 Uhr

Einladung ➨ ➨ Protokoll
Uhrzeit Tagesordnungspunkt Teilnehmer Vorberei- Ziel Festlegungen, Erledigung
(Dauer) tung durch Ergebnisse, wer / Termin
Vereinbarungen
9,00 Abgleich des Schriftver- Bauherr, GU gleiche Ak-
(10´) kehrs seit dem Architekt tenlage
18.6.1998 GU
alle NU

9,10 Auswirkung der Hoch- Bauherr, GU Verände-


(30 `) wasserschäden auf die Architekt NU Estrich rung der
Bauzeit GU Bauzeit
alle NU oder Be-
schleuni-
gung

9,40 Notwendige Bemuste- Bauherr, NU Fliese verbindliche


(15 ´) rungen durch Bauher- Architekt NU Sanit. Termine
ren GU
• Fliesen NU Fliese
• Sanitärkeramik NU Sanit.

usw.

Baustellenberatung : Einladung *) / Protokoll *)


Baustelle: Seniorenheim
am: 3.7.1998 Ort: Baustelle Seniorenheim Beginn: 9,00 Uhr Ende 12 Uhr

Einladung ➨ ➨ Protokoll
Uhrzeit Tagesordnungspunkt Teilnehmer Vorberei- Ziel Festlegungen, Erledigung
(Dauer) tung durch Ergebnisse, wer / Termin
Vereinbarungen
9,00
(10´)
Abgleich des Schriftver- Bauherr,
kehrs seit dem Architekt
GU gleiche Ak-
tenlage
• Architekt
GU / 6.7.98

18.6.1998 GU bekommt
alle NU Kopie der
Behinde-
rungsanzei-
ge vom
25.6.1998 alle NU
• NU prüfen
gemeinsam
übergebene
Übersicht
9,10 Auswirkung der Hoch- Bauherr, GU Verände- GU und Bauherr gemeinsamer
(30 `) wasserschäden auf die Architekt NU Estrich rung der prüfen Übernah- Termin
Bauzeit GU Bauzeit me der Be- 9.7.98
alle NU oder Be- schleunigungs-
schleuni- kosten durch
gung Versicherung

9,40 Notwendige Bemuste- Bauherr, NU Fliese verbindliche Bauherr bemus- Fliesen


(15 ´) rungen durch Bauher- Architekt NU Sanit. Termine tert 16.7.98
ren GU (gemeinsam mit Keramik
• Fliesen NU Fliese Architekt) 21.7.98
• Sanitärkeramik NU Sanit.

usw.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


85

Bearbeitungsstand: Juli 2002


86

Protokoll

was ist bei einem Protokoll, gleich welcher Form, zu beachten:

• betreffendes Bauvorhaben,
• welche Leistungen/ Gewerke
• Ort der Sitzung (bei Baustellenterminen auch deutlich machen, ob Baustelle begangen wurde
oder nur im Büro getagt wurde)
• Beginn, Ende
• Teilnehmer (ggf. Funktionen und Vollmachten)
• Protokollführer
• Empfänger des Protokolls (z.B. auch nicht anwesende Dritte einschl. Festlegungen zur aus-
zugsweise Zustellung)
• Gesprächsinhalte (hier besteht Auswahlmöglichkeit -> selbst schreiben)
• Charakter der Gesprächspunkte (z.B. Information, Vereinbarung, Billigung, Vorbereitung ei-
ner Entscheidung)
• welche Unterlagen standen zur Verfügung bzw. wurden in die Beratung (vorher oder bei der
Beratung) von wem eingebracht
• Ergebnisse mit Unterscheidung:
− einvernehmliche Lösung
− Beschluss /Ablehnung durch Mehrheit
− kein Ergebnis, da unterschiedliche Auffassungen nicht überwindbar
− Ergebnis durch Anweisungen
• gegensätzliche Auffassungen (ggf. auf Aufnahme in das Protokoll bestehen)
• Festlegungen mit Ziel, Termin, Verantwortung

Bei Protokollführung durch eine Person und Versand wäre im kaufmännischen Geschäftsverkehr
eine Zeit von zwei Werktagen bis zum Versand ideal. Der Einspruch der Empfänger wäre (theore-
tisch) auch binnen zwei weiterer Tage geltend zu machen.

Bei gemeinsam zu unterschreibenden Protokollen (z.B. Verhandlungsprotokoll und Abnahme-


protokoll)

• muss klar werden, wie viele Seiten das Protokoll hat


• ist auf jeder Seite ein Unterschriftenkürzel einzufügen
• sind leere Bereiche durch Strich zu sperren. (keine nachträglichen Einfügungsmöglichkeiten).
• Unterschriften (wer unterschreibt in welcher Funktion, ggf. in leserlicher Schrift die Namen an-
geben, wenn nicht durch Teilnehmerbezeichnung am Anfang klar.)

Generell

• eindeutige Formulierungen
• Abgrenzung (was ist im Ergebnis geklärt und was nicht)
• Termine mit Datum und ggf. Uhrzeit z.B. nicht „binnen drei Tagen"
• Bei Verwendung von Formularen und Vordrucken durch Streichung oder Kennzeichnung im-
mer Eindeutigkeit herstellen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


87

Verteiler:
Anschrift
Auftraggeber (nur zur Information)
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................

Baustellentermin:
Vereinbarungen und Festlegungen zur weiteren Abwicklung
(Bitte Kopie dieses Schreibens als Rücklaufexemplar benutzen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

am ................................ um ............................führen wir eine Beratung zu Ihrem Einsatz durch. Of-


fene Fragen zu den Plänen, Details und Informationen, die Sie noch benötigen, können geklärt
werden.

Zu diesem Zweck bitten wir Sie, zu einem gemeinsamen Termin

❏ auf die Baustelle


❏ in das Büro
❏ .............................................................
❏ .............................................................

zu kommen.
Den Ablauf können Sie beiliegender Tabelle entnehmen.
Wir bitten um Rückbestätigung bis spätestens .................... .

Falls Ihnen noch Pläne, Angaben, Bestellinformationen und sonstige Unterlagen oder Entschei-
dungen fehlen, bitten wir Sie, uns dies bis zum .................... mitzuteilen.
Ebenso bitten wir zum gleichen Termin eine Information, falls Sie weitere Beratungspunkte wün -
schen. Geben Sie bitte dazu kurz an:
• Inhalt
• Ziel
• Vorbereitung durch
• Dauer

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift
...................................................................................................................................................
Bestätigung:
Wir werden zu dem o.a. Termin mit dem für die Baustelle Verantwortlichen pünktlich kommen.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift

Mit freundlichem Gruß

Bearbeitungsstand: Juli 2002


88

Zustellung von Schriftstücken:


Häufig mangelt es im Streitfalle an einem Zustellbeweis der einzelnen Schriftstücke. Eine sehr rationelle und
sichere Abstimmung ist möglich, wenn durch das eigene Sekretariat eine Übersicht der Schriftstücke , die an
den Empfänger dieses Schreibens seit der letzten Beratung gegangen sind, durch das eigene Sekretariat vor-
bereitet wird. Auf diese Art und Weise werden auch teilweise überzogene Formen (z.B. Einschreiben / Rück-
schein) vermieden werden, die nur unnötig Spannungen in die Kommunikation bringen.

Verteiler:
Anschrift
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben:......................
Gewerk:..............................

Übersicht zum Schriftverkehr

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit ............................. (Datum) haben Sie von uns folgende Schriftstücke erhalten:

Postausgang Sachverhalt / Datei zur Kenntnis mit der Bitte per Fax nur per Briefpost Übergeben
bei uns um Rückäu- vorab Fax durch
ßerung
bis ..................

Bitte prüfen Sie Ihre Bauakten auf Vollständigkeit der Unterlagen. Sollten Ihnen einzelne Schrift -
stücke fehlen, kreuzen Sie diese in der Übersicht an und geben uns diese Seite per Fax durch. Sie
erhalten umgehend eine weitere Kopie des fehlenden Schriftstückes. Sollten wir
bis ................................. keine Nachricht von Ihnen bekommen, gehen wir davon aus, dass alle
o.a. Schriftstücke bei Ihnen vorliegen.

Verstehen Sie dieses Vorgehen bitte um gleichen Kenntnisstand zu erreichen und Streit zu vermei-
den.

Mit freundlichem Gruß

Bearbeitungsstand: Juli 2002


89
C – Projektsteuerung
C – 2 Terminsteuerung

Während der Ausführung treten erfahrungsgemäß eine Reihe von Veränderungen ein, die
nicht nur durch das Bauunternehmen zu vertreten sind. In diesen Fällen hat der Bauunterneh-
mer das Recht, Bauzeitveränderungen und Kostenveränderungen geltend zu machen. Die
Ankündigung von Mehrkosten und Terminverlängerungen aufgrund von Anweisungen des Bau-
herren soll dem Schutz des Bauherren dienen, damit dieser sich ggf. nochmals seine Anweisun-
gen überdenken kann. Der Bauunternehmer muss also sehr schnell (unverzüglich) die Ansprü-
che auf Bauzeitverlängerung und Mehrkosten ankündigen.

Die Ansprüche auf Mehrkosten und Terminverlängerung können sich u.a. ergeben aus:
− Behinderungen im Bauablauf (z.B. auch fehlende Ausführungspläne)
− Mehrleistungen
− geänderten Leistungen.

Im Regelfall haben derartige Ursachen Auswirkungen auf die Kosten und den Termin. In der
täglichen Praxis ist man häufig froh, wenn aufgrund einer Behinderung der Bauarbeiten eine
längere Bauzeit zugebilligt wird, und wenn bei Mehrleistungen auch eine höhere Vergütung er-
zielt wird. Die jeweils andere Wirkung wird häufig vergessen.

Wirkung,
Ursache
Ansprüche des Auftragnehmers

Durch den Auftraggeber zu vertre-


Verlängerung der Bauzeit.
tende Behinderung der Arbeiten

Vom Auftraggeber geforderte Veränderung (häufig Erhöhung)


Mehrleistungen der Vergütung

Ursachen und Wirkungen von Störungen und Leistungsänderungen


(Ansprüche entsprechend den roten Pfeilen werden häufig vergessen)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


90

Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer


+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte

Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Bauvorhaben: ...............................

Leistungsabruf

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir rufen hiermit, die im Werkvertrag vom ...................... vereinbarten Vertragsleistungen ab.

Der Abruf betrifft folgende Leistungen.

Beschreibung Vertragsfristen: Beginn/Ende

.............................................................................. ...........................................................
.............................................................................. ...........................................................
.............................................................................. ...........................................................

Wir bitten Sie, die im Vertrag und in der Vertragsfristenvereinbarung enthaltenen Vereinbarun-
gen einzuhalten und die Baustelle mit Arbeitskräften und Geräten ausreichend zu besetzen.

Behinderungen durch bzw. Mängel an Vorarbeiten melden Sie bitte unverzüglich und jeweils
vor Arbeitsaufnahme durch schriftliche Anzeige; sie können rückwirkend nicht geltend gemacht
werden.

Bitte informieren Sie die Bauleitung auch unverzüglich über Unterbrechungen, Verzögerungen,
Wiederaufnahme und Beendigung der Arbeiten sowie über die Gründe dafür.

Mit freundlichem Gruß

Bearbeitungsstand: Juli 2002


91
Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer
+
GU an NU

Terminsteuerung:
Viel Streit gibt es regelmäßig über den Leistungsstand der Arbeiten. Gründe hierfür sind u.a.
• die eigene Leistung kann nicht richtig eingeschätzt werden - es fehlt die Erfahrung,
• das eigene Leistungsvermögen wird (oft unbewusst) überschätzt,
• es werden zu hohe Leistungsstände angegeben, um den Auftraggeber zu beruhigen.
Eine rationelle Terminsteuerung ist am einfachsten durch diese „Eigenmeldung” möglich.

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte

Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Dokumentation des Leistungsfortschrittes


Leistungsmeldung

Sehr geehrte Damen und Herren,

zwischen Ihnen und uns ist ein Werkvertrag zur Ausführung ................................... geschlossen
worden. Dazu gehört auch unsere Überwachung der termingemäßen Ausführung durch die ein-
zelnen Unternehmen. Um dies für alle Beteiligten so rationell wie möglich zu gestalten, bitten
wir Sie uns täglich / wöchentlich *) den Leistungsfortschritt per Fax mitzuteilen. Dies geschieht
so, dass die für Ihre Arbeiten vorgesehene Bauzeit nicht nur als Balken dargestellt ist, sondern,
dass eine Teilung in Tage / Wochen*) auf beiliegendem Blatt vorgenommen wurde. In diesem
„vergrößerten Balken” ist Ihr notwendiger Leistungsfortschritt über die Zeit verteilt. Bitte tragen
Sie in die mittlere Zeile Ihren Leistungsstand ein und versehen Sie diese Leitungsstandmeldung
mit Ihrem Unterschriftenkürzel.

Sollten Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, (die Bestandteil des von Ihnen zu führen-
den Bautagebuches ist) steht Ihnen in unserem Büro Frau / Herr ....................
unter Tel. Nr. ........................... zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Anlagen:
Erläuterungsblatt mit Beispiel
Formular für Ihre Leistungsmeldung

PS. : Dieses Prinzip des ”Mitlaufenden Soll - Ist - Vergleiches” hat sich seit 1920 auf vielen Baustellen
auch zur Produktivitätssteigerung für die eigenen Mitarbeiter bewährt.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


92
Beispiel
FAX an: Büro ###
0049 - ### - ###
Baustelle: Sanierung St. ...........
Bauunternehmer: Bausanierung xy GmbH
Werkvertrag vom: 2.3.2001

Leistungsmeldung

Beginn der Arbeiten: 23.4.2001


Auf der Grundlage Ihrer Anforderung melden wir mit unten angegebenen
letzten Datum folgenden Leistungsstand:

1.
Tag /
Kalenderwoche 17. 18. 19. 20. 21.

2.
notwendiger Leis-
tungsfortschritt 20 40 60 80 100
in %
3.
notwendige Sendeter- 24.4. 30.5. 8.5. 15.5. 22.5.
mine für dieses Fax
4.
tatsächlicher Leis-
tungsstand in % 25 50 60
5.
Meldedatum
24.4 30.5 8.5.
6.
Unterschriftenkürzel
des Auftragnehmers

Hinweis:
Sie können dieses Blatt immer wieder für die Leistungsmeldung benutzen, so
daß sich eine kumulierte Entwicklung des Baufortschrittes darstellt.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


93

FAX an: .............................................

Baustelle:
Bauunternehmer:
Werkvertrag vom:

Leistungsmeldung

Beginn der Arbeiten:

Auf der Grundlage Ihrer Anforderung melden wir mit unten angegebenen
letzten Datum folgenden Leistungsstand:

1.
Tag /
Kalenderwoche

2.
notwendiger Leis-
tungsfortschritt
in %
3.
notwendige Sendeter-
mine für dieses Fax
4.
tatsächlicher Leis-
tungsstand in %

5.
Meldedatum

6.
Unterschriftenkürzel
des Auftragnehmers

Hinweis:
Sie können dieses Blatt immer wieder für die Leistungsmeldung benutzen, so dass sich eine ku-
mulierte Entwicklung des Baufortschrittes darstellt.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


94
Auftraggeber (bzw. Planungsbüro des Auftraggebers nach vorheriger Genehmigung durch
Auftraggeber) an Auftragnehmer
+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Ihre Behinderungsanzeige vom ............................


hier: Verlängerung der Ausführungszeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund Ihrer schriftlichen Behinderungsanzeige vom .................... verlängern wir hiermit die
vertraglich vereinbarte Anzahl der Werktage von .......... auf .......... Werktage.
Somit werden zusätzlich .......... Werktage für die Ausführung der Leistungen vereinbart.

Darin ist sowohl gemäß VOB/B § 6 Nr. 4 ein Zuschlag für die Wiederaufnahme der Arbeiten,
wie auch eine etwaige Verschiebung in eine ungünstige Jahreszeit berücksichtigt.

Mit freundlichem Gruß

Hinweis: Die Verlängerung der Ausführungszeit liegt nicht in der durch den Planervertrag ge-
deckten Vollmacht. Handelt es sich um objektive unvermeidbare Umstände, ist unbedingt
gleichlautend eine Information an den Bauherren zu geben. Sind die Umstände nicht eindeutig,
muss vorher die Zustimmung des Bauherren eingeholt werden. Dieser sollte in diesem Zusam-
menhang nochmals über die werkvertraglichen Grundlagen informiert werden. Außerdem ist es
notwendig den Bauherren darüber zu informieren, ob die betreffende Verlängerung sich insge-
samt auf die Bauzeit auswirkt, oder ob dies unkritisch ist.
s.a. Folgeseite

Bearbeitungsstand: Juli 2002


95

Planungsbüro an Bauherren

Verteiler:
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................

ggf. erst diese Bestätigung des Bauherren einholen, bevor der Brief auf der vorangegange-
nen Seite verschickt wird.

Bauvorhaben ........................................................................................
Behinderungsanzeige des Bauunternehmers .........................................
hier: Verlängerung der Ausführungszeit
Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bauunternehmer hat mit Schreiben vom .................... eine Behinderung seiner Arbeiten ange-
zeigt. Wir halten dies für gerechtfertigt, da die hindernden Umstände

❏ dem Risikobereich des Auftraggebers zuzuordnen sind, *)


❏ durch Streik oder eine von der Berufsvertretung der Arbeitgeber angeordnete Aussperrung im
Betrieb des Auftragnehmers oder in einem unmittelbar für ihn arbeitenden Betrieb verursacht
sind, *)
❏ durch höhere Gewalt oder andere für den Auftragnehmer unabwendbare Umstände verursacht
sind. Das sind hier .......................(z.B. Witterung) *)

und schlagen vor, die vertraglich vereinbarte Ausführungszeit von .......... auf .......... Werktage zu
verlängern.

Darin ist sowohl gemäß VOB/B § 6 Nr. 4 ein Zuschlag für die Wiederaufnahme der Arbeiten, wie
auch eine etwaige Verschiebung in eine ungünstige Jahreszeit berücksichtigt.

Nach den uns vorliegenden Terminübersichten wird sich der Fertigstellungstermin des Gesamtob-
jektes
❏ nicht verändern, da diese Arbeit nicht auf dem kritischen Weg ist *)
❏ um die o.a. Zeit hinausschieben *)
❏ ..................................... *)

Wir bitten um Rückbestätigung, ob wir in diesem Sinne den Bauunternehmer informieren sollen.

Mit freundlichem Gruß

*
) zutreffendes kennzeichnen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


96

Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer


+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Ihre Behinderungsanzeige (Witterungseinflüsse)


vom .....................................

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre schriftliche Behinderungsanzeige vom .................... haben wir erhalten.

Wie Sie selbst wissen, gelten gem. VOB/B § 6 Nr. 2. Abs. 2 Witterungseinflüsse während der Aus-
führungszeit, mit denen bei Abgabe des Angebotes normalerweise gerechnet werden musste, nicht
als Behinderung. Dies trifft nach unserer Auffassung hier zu.

Sollten Sie der Meinung sein, dass es sich bei den Witterungseinflüssen um ungewöhnliche Ereig-
nisse handelt, bitten wir Sie entsprechende Nachweise von neutraler Stelle beizubringen. Ohne
diesen Nachweis kann Ihre Behinderungsanzeige nicht anerkannt werden.

Mit freundlichem Gruß

Bearbeitungsstand: Juli 2002


97

Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer


+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Wiedervorlage am: .......................

Kapazitäten verstärken gemäß VOB/B § 5 Nr. 3


(Kopie dieses Schreibens bitte für Rückbestätigung nutzen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Arbeitskräfte / Geräte / Gerüste / Bauteile *) sind so unzureichend, dass die Ausführungsfristen
offenbar nicht eingehalten werden können (siehe Messung des Leistungsstandes und daraus ab-
geleitete Simulation).

Wir bitten Sie, in Übereinstimmung mit der VOB/B § 5 Nr. 3 unverzüglich Abhilfe zu schaffen (s.
Vertrag vom .................... und Verhandlungsprotokoll).
Bis zum .................... ist die Baustellenbesetzung wie folgt zu ergänzen bzw. auf den vertrag lich
vereinbarten Stand aufzustocken:

a) Arbeitskräfte: ................... / zuzüglich zum Aufholen des Rückstandes ..............................


b) Geräte: ........................................................................................................................
c) Baustoffe: ........................................................................................................................
d) Bauteile: ........................................................................................................................
e) Gerüste: ........................................................................................................................

Wir erwarten, dass Sie diesem Verlangen nachkommen, um weiteren Schaden zu verhindern.

Hochachtungsvoll

Unterschrift

Die Bestätigung, dass die geforderten Maßnahmen durchgeführt werden, ist spätestens
bis .................... zurückzusenden.

Anlage
Leistungsstand und Simulation *)

Bestätigung:
Die Kapazitäten werden bis zum ................... auf den geforderten und vertraglich vereinbarten
Stand gebracht (vom AN auszufüllen und zurückzusenden).

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


98

Variante zur vorherigen Seite mit Androhung von Konsequenzen


Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: .......................

Überschreitung der Fristen gemäß VOB/B § 5 Nr. 3


(Kopie dieses Schreibens bitte für Rückbestätigung nutzen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erfüllen Ihre Vertragsleistung nicht fristgerecht. Das betrifft:


1. ..............................................................................................................................................
2. ..............................................................................................................................................
3. ..............................................................................................................................................
Wir setzen Sie hiermit in Verzug und fordern Sie auf, unverzüglich (s. Vertrag vom ................. und
Verhandlungsprotokoll) die o.g. Leistungen mit der vertraglich vereinbarten Anzahl von Arbeitskräf-
ten zu erbringen / beginnen. *)

Die Arbeiten sind unverzüglich, spätestens am .................... , zu beginnen / weiterzuführen. *)


Die Ergänzung der Belegschaft hat bis spätestens .................... zu erfolgen. *)
Sollte die Ergänzung der Belegschaft / der Arbeitsbeginn *) nicht bis zum angegebenen Datum er-
folgt sein, werden wir
❏ den Auftrag gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 ganz oder teilweise kündigen und die Leistungen auf Ihre
Kosten durch eine Drittfirma ausführen lassen *)
❏ unter Aufrechterhaltung des Vertrages Schadenersatz nach VOB/B § 6 Nr. verlangen. *)

Weitere Ansprüche aus Schuldnerverzug werden ausdrücklich vorbehalten.

Hochachtungsvoll

Die folgende Bestätigung, dass die Ausführungsfristen eingehalten werden, ist spätestens
bis .................... an uns zurückzusenden.

Bestätigung:

Die Arbeitskräfte werden bis zum ................... auf den geforderten Stand gebracht.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Hinweis : Bei den Forderungen und Sanktionen ist durch Auswahl der Textteile (ggf. durch Strei-
chung) unbedingt Eindeutigkeit zu erreichen. Schadenersatz sollte in dieser Phase immer vorbe -
halten werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


99

Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: .......................

Variante
Nachfrist zur Kapazitätsverstärkung gemäß VOB/B § 5 Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind unserer Aufforderung vom .................... nicht / nicht ausreichend *)


nachgekommen.

Wir setzen Ihnen in Übereinstimmung mit der VOB/B § 5 Nr. 4 zu der mit Schreiben
vom ....................... verlangten Kapazitätsverstärkung eine angemessene Nachfrist, die
am .................... endet (s. Vertrag vom .................... und Verhandlungsprotokoll).

Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist werden wir Ihnen den Auftrag entsprechend VOB/B § 8 Nr. 3
ganz oder teilweise entziehen.

Die Leistungen werden dann auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausgeführt.

Hochachtungsvoll

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


100

Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: .......................

Variante 2 ( andere Konsequenzen )

Nachfristsetzung zur Kapazitätsverstärkung gemäß VOB/B § 5 Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,


*)
Sie sind unserer Aufforderung vom ................... nicht / nicht ausreichend nachgekommen.

Wir setzen Ihnen in Übereinstimmung mit der VOB/B § 5 Nr. 4 zu der mit Schreiben
vom .................. verlangten Kapazitätsverstärkung eine angemessene Nachfrist, die
am .................... endet (s. Vertrag vom .................... und Verhandlungsprotokoll).

Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist werden wir

❏ Ihnen den Auftrag gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 ganz oder teilweise kündigen und die Leistungen auf
Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausführen lassen *)

*)
❏ unter Aufrechterhaltung des Vertrages Schadenersatz nach VOB/B § 6 Nr. 6 verlangen.

Weitere Ansprüche aus Schuldnerverzug werden vorbehalten.

Außerdem werden wir solange keine Zahlungen mehr leisten, solange Sie Ihren vertraglichen
Pflichten nicht nachkommen.

Hochachtungsvoll

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Hinweis: Bei den Sanktionen ist durch Auswahl der Textteile (durch Streichung) unbedingt Eindeu-
tigkeit zu erreichen. Schadenersatz sollte in dieser Phase immer vorbehalten werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


101
Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer (per Fax vorab
+ Einwurf – Einschreiben)
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

*)
Fristloser Auftragsentzug/Teilentzug gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 wegen
❏ Verzug
❏ Nichterfüllung
❏ Leistungsverweigerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Schreiben vom .................... ordnungsgemäß


❏ zum Beginn
❏ zur Wiederaufnahme
❏ zur Kapazitätsverstärkung
Ihrer Vertragsleistungen aufgefordert worden. Sie sind Ihrer Pflicht gemäß VOB/B § 5 Nr. 3/4 *)

nicht nachgekommen.

Am .................. wurde Ihnen deshalb eine weitere angemessene Nachfrist gemäß VOB/B § 5
Nr. 4 bis zum .................... gesetzt. Es wurde Ihnen angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf
dieser Nachfrist der Vertrag
❏ ganz
❏ teilweise
gekündigt und die Leistungen auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausgeführt wird. Außerdem
wurden Schadenersatzforderungen angekündigt.

Da Sie auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen sind, kündigen wir nunmehr die Ausfüh-
rung der Gesamtleistung / folgender Teilleistungen *) durch Sie ..............................................
und werden wie angekündigt, eine Drittfirma mit der Durchführung der entzogenen Leistungen /
Leistungsteile *) auf Ihre Kosten beauftragen.
Weitergehende Ersatzansprüche behalten wir uns vor, insbesondere auch die Forderung der
Vertragsstrafe wegen Verzug gemäß VOB/B § 11 sowie Schadenersatzforderungen aus Verzug
des Gesamtvorhabens.

❏ Bitte räumen Sie die Baustelle bis zum ........................ *)


❏ Entsprechend VOB/B § 8 Nr. 3 Abs. 3 werden wir für die Weiterführung der Arbeiten Gerä-
te, Gerüste, auf der Baustelle vorhandene andere Einrichtungen und angelieferte Stoffe und
Bauteile gegen angemessene Vergütung in Anspruch nehmen. Bitte belassen Sie folgende Ge-
räte, Gerüste, Stoffe und Bauteile auf der Baustelle: ..................

Bis zur Vorlage der Schlussrechnung der Drittfirma und der zu fertigenden Aufstellung über die
Mehrkosten werden wir keine Zahlungen mehr leisten.

Die Drittfirma wird am .................... mit der Fertigstellung der Arbeiten beginnen.

Wir bedauern sehr, dass sich die Angelegenheit aufgrund Ihres Verhaltens so entwickelt hat.

Hochachtungsvoll

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


102
Planungsbüro an Bauherren

Verteiler:
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................
Wiedervorlage am ........................

Verzug des Bauunternehmers ....................


Gefahr der Fristüberschreitung

(Kopie dieses Schreibens bitte für Rücklauf nutzen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aufgrund der Leistungsmessung müssen wir feststellen, dass das Bauunternehmen ................
folgende Vertragsleistung nicht fristgerecht erfüllt:
.............................................................................................................................................
Eine entsprechende Aufforderung zur Kapazitätsverstärkung wurde von uns bereits an den Un-
ternehmer gerichtet (Kopie anbei Brief ..... ). Sollte der gesetzte Termin fruchtlos verstreichen,
sind weitere Schritte notwendig, um nicht einen größeren Zeitverzug zu riskieren. Das Androhen
möglicher Konsequenzen und ggf. auch deren Vollzug liegen nicht in unserem Befugnisbereich.
Hierzu haben Sie als Bauherr die Entscheidungsgewalt. Sollte der Bauunternehmer der Auffor-
derung nicht folgen, schlagen wir Ihnen vor:

❏ den Auftrag gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 ganz zu kündigen *)


❏ teilweise zu kündigen *)
und die restliche Leistungen auf Kosten des Bauunternehmers durch eine Drittfirma ausfüh-
ren zu lassen *)
❏ unter Aufrechterhaltung des Vertrages Schadenersatz nach VOB/B § 6 Nr. 6 zu verlangen *)

und in jedem Falle weitere Ansprüche vorzubehalten.

Dies begründen wir wie folgt ..................................................................................................

Wir bitten unter Verwendung dieses Blattes um Rückäußerung, ob Sie o.g. Vorschlag folgen.
Da die Terminsteuerung ein zügiges Handeln erfordert, bitten wir um Nachricht bis...............

Mit freundlichem Gruß

Rückfax an:
...................................................................................................................................................
Ich / wir

❏ bitten um weitere Erläuterungen zu den Konsequenzen Ihres Vorschlages,

❏ sind mit Ihrem Vorschlag einverstanden. Bitte handeln Sie entsprechend.

❏ bitten Sie wie folgt zu verfahren : ..........................................................................................

Unterschrift

Bearbeitungsstand: Juli 2002


103
Planungsbüro des Auftraggebers
nach vorheriger Genehmigung durch Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Bauherr z.K.
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Variante zur Aufforderung zur Kapazitätsverstärkung


Zustimmung gem. vorangehender Seite vorher einholen

Überschreitung der Fristen gemäß VOB/B § 5 Nr. 3


(Kopie dieses Schreibens bitte für Rückbestätigung nutzen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erfüllen Ihre folgende Vertragsleistung nicht fristgerecht. Das betrifft:


a) ..............................................................................................................................................
b) ..............................................................................................................................................
Wir setzen Sie im Auftrag des Bauherren hiermit in Verzug und fordern Sie auf, unverzüglich (s.
Vertrag vom ................. und Verhandlungsprotokoll) die o.g. Leistungen mit der vertraglich ver-
einbarten Anzahl von Arbeitskräften zu erbringen / zu beginnen. *)

Die Arbeiten sind unverzüglich, spätestens am .................... , zu beginnen/weiterzuführen. *)

*)
Die Ergänzung der Belegschaft hat bis spätestens .................... zu erfolgen.
*)
Sollte die Ergänzung der Belegschaft / der Arbeitsbeginn nicht bis zum angegebenen Datum
erfolgt sein, wird der Bauherr

❏ den Auftrag gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 ganz oder teilweise kündigen und die Leistungen auf
Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausführen lassen *)

*)
❏ unter Aufrechterhaltung des Vertrages Schadenersatz nach VOB/B § 6 Nr. 6 verlangen.

Weitere Ansprüche aus Schuldnerverzug werden vorbehalten.

Außerdem wird der Bauherr solange keine Zahlungen mehr leisten, solange Sie Ihren vertragli-
chen Pflichten nicht nachkommen.

Hochachtungsvoll

Die Bestätigung, dass die Ausführungsfristen eingehalten werden, ist spätestens


bis .................... zurückzusenden.
____________________________________________________________________________
Bestätigung:
Die Arbeitskräfte werden bis zum ................... auf den geforderten Stand gebracht.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Hinweis: Bei den Forderungen und Sanktionen ist durch Auswahl der Textteile (ggf. durch Strei-
chung) unbedingt Eindeutigkeit zu erreichen. Für die angedrohten Sanktionen sollte unbedingt
vorher die Zustimmung des Bauherren eingeholt worden sein (s. Brief auf vorangehender
Seite). Schadenersatz sollte in dieser Phase immer vorbehalten werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


104
Planungsbüro des Auftraggebers
nach vorheriger Genehmigung durch Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Bauherr z.K.
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: ...................

Variante
Zustimmung des Bauherren vorher einholen

Nachfristsetzung zur Kapazitätsverstärkung gemäß VOB/B § 5 Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,


*)
Sie sind unserer Aufforderung vom .................... nicht / nicht ausreichend nachgekommen.

Wir setzen Ihnen im Auftrag des Bauherren gemäß VOB/B § 5 Nr. 4 zu der mit Schreiben
vom.................... verlangten Kapazitätsverstärkung eine angemessene Nachfrist, die
am .................... endet (s. Vertrag vom .................... –und Verhandlungsprotokoll).

Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist wird der Bauherr Ihnen den Auftrag entsprechend VOB/B §
8 Nr. 3 ganz oder teilweise entziehen.

Die Leistungen werden dann auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausgeführt.

Weiterer Schadenersatz wird vorbehalten.

Hochachtungsvoll

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Hinweis: Für die angedrohten Sanktionen sollte unbedingt vorher die Zustimmung des Bauher-
ren eingeholt worden sein (s. Brief ..........). Schadenersatz sollte in dieser Phase immer vorbe-
halten werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


105
Planungsbüro des Auftraggebers
nach vorheriger Genehmigung durch Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Bauherr z.K.
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: ...................

Variante 2 ➨ ( andere Konsequenzen )


Zustimmung des Bauherren vorher einholen

Nachfristsetzung zur Kapazitätsverstärkung gemäß VOB/B § 5 Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,


*)
Sie sind unserer Aufforderung vom ....................... nicht / nicht ausreichend nachgekommen.

Wir setzen Ihnen im Auftrag des Bauherren gemäß VOB/B § 5 Nr. 4 zu der mit Schreiben
vom ................. verlangten Kapazitätsverstärkung eine angemessene Nachfrist, die
am .................... endet (s. Vertrag vom ................... und Verhandlungsprotokoll ).

Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist wird der Bauherr

❏ Klage auf Vertragserfüllung gegen Sie erheben *) und *)

*)
❏ bei Aufrechterhaltung des Vertrages / Schadenersatz nach VOB/B § 6 Nr. 6 verlangen.

Weitere Ansprüche aus Schuldnerverzug werden vorbehalten.

Außerdem wird der Bauherr solange keine Zahlungen mehr leisten, solange Sie Ihren vertragli-
chen Pflichten nicht nachkommen.

Hochachtungsvoll

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Hinweis : Bei den Sanktionen ist durch Auswahl der Textteile (ggf. durch Streichung) unbedingt
Eindeutigkeit zu erreichen. Schadenersatz sollte in dieser Phase immer vorbehalten werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


106
Planungsbüro an Bauherren

Verteiler:
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................

Auftragsentzug / Teilentzug *) für Bauunternehmer ............... wegen


❏ Verzug
❏ Nichterfüllung
❏ Leistungsverweigerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Bauunternehmer .......................ist mit Schreiben vom .................... ordnungsgemäß


❏ zum Beginn
❏ zur Wiederaufnahme
❏ zur Kapazitätsverstärkung
aufgefordert worden. Er ist seiner Pflicht nicht nachgekommen.

Am .................. wurde ihm deshalb in Abstimmung mit Ihnen eine weitere angemessene Frist bis
zum .................... gesetzt. Es wurde ihm angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist
der Vertrag
❏ ganz
❏ teilweise
gekündigt und die Leistungen auf seine Kosten durch eine Drittfirma ausgeführt werden. Außerdem
wurden Schadenersatzforderungen angekündigt.

Da er auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen / nicht ausreichend nachgekommen *) ist,


schlagen wir Ihnen nun vor, die Ausführung der Gesamtleistung / folgender Teilleistungen *) kündi-
gen :
a) ..............................................................................................................................................
b) ..............................................................................................................................................
c) ..............................................................................................................................................
und eine Drittfirma mit der Durchführung der entzogenen Leistungen / Leistungsteile *) zu beauftra-
gen.

Wenn Sie mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind, bitten wir Sie um Unterzeichnung des
beiliegend vorbereiteten Kündigungsschreibens. Für ergänzende Auskünfte und Erläuterungen ste-
hen wir selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Folgeseite als Anlage :


3 Exemplare

1 x Bauherr
1 x Bauunternehmer ( per Fax vorab) + Einwurf - Einschreiben
1 x Akte

Hinweis: Die Kündigung sollte immer schriftlich erfolgen. Der Bauherr sollte das Kündigungsschreiben un-
terzeichnen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


107

Bearbeitungsstand: Juli 2002


108

Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer (per Fax vorab
+ Einwurf – Einschreiben)
Akte Bauleitung
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

*)
Fristloser Auftragsentzug/Teilentzug gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 wegen
❏ Verzug
❏ Nichterfüllung
❏ Leistungsverweigerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Schreiben vom .................... ordnungsgemäß


❏ zum Beginn
❏ zur Wiederaufnahme
❏ zur Kapazitätsverstärkung
Ihrer Vertragsleistungen aufgefordert worden. Sie sind Ihrer Pflicht nicht nachgekommen.

Am .................. wurde Ihnen deshalb eine weitere angemessene Frist gemäß VOB/B § 5 Nr. 4 bis
zum .................... gesetzt. Es wurde Ihnen angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist
der Vertrag
❏ ganz
❏ teilweise
gekündigt und die Leistungen auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma ausgeführt wird. Außerdem wur-
den Schadenersatzforderungen angekündigt.

Da Sie auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen sind, kündigen wir nunmehr die Ausführung
der Gesamtleistung / folgender Teilleistungen *) durch Sie
a) ..............................................................................................................................................
b) ..............................................................................................................................................
c) ..............................................................................................................................................
und werden wie angekündigt, eine Drittfirma mit der Ausführung der entzogenen Leistungen / Leis-
tungsteile *) auf Ihre Kosten beauftragen.
Weitergehende Ansprüche behalten wir uns vor, insbesondere auch die Vertragsstrafenforderung,
wegen Verzug gemäß VOB/B § 11 sowie Schadenersatzforderungen.

❏ Bitte räumen Sie die Baustelle bis zum ........................ *)


❏ Entsprechend VOB/B § 8 Nr. 3 Abs. 3 werden wir für die Weiterführung der Arbeiten Geräte,
Gerüste, auf der Baustelle vorhandene andere Einrichtungen und angelieferte Stoffe und Bauteile
gegen angemessene Vergütung in Anspruch nehmen. Bitte belassen Sie folgende Geräte, Gerüs-
te, Stoffe und Bauteile auf der Baustelle: ..................

Bis zur Vorlage der Schlussrechnung der Drittfirma und der zu fertigenden Aufstellung über die
Mehrkosten und o.a. Forderungen werden wir keine Zahlungen mehr leisten.

Die Drittfirma wird am .................... mit der Fertigstellung der Arbeiten beginnen.

Wir bedauern sehr, dass sich die Angelegenheit aufgrund Ihres Verhaltens so entwickelt hat.

Hochachtungsvoll

Bauherr
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


109

C – 3 Kostensteuerung

„design by cost“

Varianten:

1. Maximalprinzip der Wirtschaftlichkeit

Für eine fixe Summe Geld soll ein Maximum an Bauleistung geschaffen werden.

2. Minimalprinzip der Wirtschaftlichkeit

Ein durch die Planung fest umrissenes Bauobjekt soll bei der Planung, Erstellung und Nutzung
möglichst wenig Kapital verbrauchen.

aus der Rechtsprechung

Muss Architekt die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes optimieren?

Ein Mangel des Architektenwerks kann vorliegen, wenn, gemessen an der vertraglichen Leistungsver-
pflichtung, übermäßiger Aufwand getrieben wird oder wenn die geschuldete Optimierung der Nutzbar-
keit eines Gebäudes, beispielsweise Verhältnis Nutzflächen / Verkehrsflächen nicht erreicht wird. Vor-
gaben des Bauherrn insoweit sind auch dann verbindlich, wenn sie erst im Laufe des Planungsprozes -
ses gemacht werden.

BGH, Urteil vom 22.01.1998 - VII ZR 259/96;

Problem/Sachverhalt

Ein Planer soll Architektenleistungen für ein Büro- und Geschäftshaus erbringen. Während der Planungspha-
se kommt es zu Differenzen, weil die vom Bauherrn im Interesse der Rentabilität des Objektes geforderten
Einsparungen nicht realisiert werden. Es kommt zum Prozess. Das OLG verneint einen Planungsmangel,
denn der Kostenrahmen des Bauherrn von DM 7 Mio. sei eingehalten worden. Dieser sei Vertragsgrundlage
der Planung gewesen. Vor diesem Hintergrund seien mangelhafte oder unbrauchbare Planungsleistungen
nicht ersichtlich.

Entscheidung
Das sieht der BGH ganz anders. Er verweist zurück und gibt folgende Hinweise:

1. Ein Mangel des Architektenwerkes könne auch dann vorliegen, wenn die Planung technisch funkti -
onstauglich sei. Die Planung eines Büro- und Geschäftshauses sei eine komplexe Aufgabe, die schon in ei-
nem frühen Stadium die Klärung von Zielkonflikten erfordere. Die vorrangigen Ziele habe nicht der Archi-
tekt zu entscheiden. Er müsse vielmehr die Vorgaben des Bauherrn verwirklichen. Diese seien auch dann
verbindlich, wenn sie erst im Laufe des Planungsprozesses gemacht werden.

2. Der Bauherr habe den Architekten über längere Zeit zu spürbaren Kostensenkungen aufgefordert, denen
der Architekt nicht nachgekommen sei. Die Optimierung der vermietbaren Nutzflächen zu Lasten der Ver-
kehrsflächen habe der Architekt nicht unberücksichtigt lassen dürfen. Ferner gebühre die Entscheidung
für geringere Geschossflächen im Rahmen des technisch Möglichen und bauordnungsrechtlich Zulässigen al-
lein dem Bauherrn. Sofern die Nutzflächen und Geschosshöhen nicht den Vorgaben entsprächen, könne die
Planung mangelhaft sein. Das gleiche gelte, wenn bei der Wärmedämmung oder der Dachkonstruktion
überflüssiger Aufwand betrieben worden sei.

3. Eine unwirtschaftliche Planung könne auch dann mangelhaft sein, wenn sie sich im Rahmen der
vorgegebenen Kosten halte.

Praxishinweis
Mit aller Deutlichkeit misst der BGH den Vorgaben des Bauherrn, selbst wenn sie erst im Planungsprozess
gemacht werden, Verbindlichkeit zu. Sie bestimmen die vertragliche Leistungspflicht des Architekten, soweit
sie sich im technisch möglichen und bauordnungsrechtlich zulässigen Rahmen bewegen. Ein Abweichen von
der Sollbeschaffenheit (Vorgaben, z.B. Kosten oder Flächenoptimierung) kann also selbst bei Einhaltung
des Kostenrahmens einen Planungsmangel darstellen.

IBR 1998, S. 157; RA Dr. Rainer Knychalla, Neumarkt

Bearbeitungsstand: Juli 2002


110
C – 3.1 Phasenüberblick - Baukosten

Auszug aus VOB/A (Fassung 2000)


§ 25 Wertung der Angebote (Nr. 3, Abs. 3, 2. Satz)
Unter diesen Angeboten soll der Zuschlag auf das Angebot erteilt werden, das unter Berücksichtigung
alter Gesichtspunkte, wie z. B. Preis, Ausführungsfrist, Betriebs- und Folgekosten, Gestaltung, Rentabili-
tät oder technischer Wert, als das wirtschaftlichste erscheint. Der niedrigste Angebotspreis allein ist
nicht entscheidend.

Bauaus- Erhaltung/
Idee ► Planung ► ► Nutzung ► ► Abriss
führung Sanierung

In allen Phasen: Varianten


• erarbeiten
• prüfen
• bewerten
• vergleichen

Finanzierungszusammenhänge im Phasenmodell
(aus Pfarr- Handbuch 76)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


111

C – 3.2 Thesen zur Ausgangssituation – „Kostensicherheit“ / „kostengünstig“

• Die Baupreise haben in den letzten Jahren ein Niveau erreicht, bei dem die Wirtschaftlichkeit und Fi-
nanzierbarkeit vieler Vorhaben nicht mehr gegeben ist. Die Folge sind sinkende Nachfrage und damit
einhergehend ein Preisverfall.

• Die Ursachen für die relativ hohen Baupreise zu Beginn der 90 er Jahre lagen in der Ausnutzung der
konjunkturellen Entwicklung in Deutschland (insbesondere auch durch den Baubedarf nach der Wie-
dervereinigung Deutschlands).

• Gleichzeitig mit den Preisen sind jedoch auch die Kosten überdurchschnittlich gestiegen, so dass
trotz hoher Preise nur mäßige Umsatzrenditen erzielt wurden.

• Die Kostenentwicklung hat vielfältige Ursachen, die bei genauer Analyse erkennen lassen, dass diese
Ursachen ohne Qualitätsverminderung abgestellt werden können. Dies betrifft gleichermaßen die
funktionelle, gestalterische und konstruktive Qualität.

• Wenn nun eine allgemeine Offenheit für preiswertes bzw. kostengünstiges Bauen entstanden ist, dür-
fen darunter auf keinen Fall die Qualität und Dauerhaftigkeit der Gebäude leiden.

Ausgewählte Ursachen für die Kostenentwicklung

Die hier dargestellten Ursachen stellen bewusst eine Auswahl der Ursachen dar, die zwar kostentreibende
Wirkung haben, aber ohne Qualitätseinbußen (ja manchmal sogar mit verbesserter Qualität) beseitigt werden
können. Letztendlich haben viele Ursachen ihre Begründung in einem mangelhaften Ausbildungs- und Kennt-
nisstand der Beteiligten. Dies ist der wesentliche Ansatz und gleichzeitig die Chance für die Entwicklung.

1 Schlechte gestalterische und funktionelle Qualität

Die Architekturformen lösen sich in neuerer Zeit (beginnend etwa mit der Bauhausarchitektur) von den be-
währten Baumeistertugenden. Ein Haus, das in seiner Dachform durchaus in Nordafrika funktioniert ist nicht
ohne Mehraufwand in Deutschland schadensarm zu bauen. Architekturformen, die sich gegen vorherrschende
Witterungsbedingungen durchsetzen wollen, erfordern zusätzliche Vorkehrungen, die letztendlich zu einem
Mehraufwand für den Bau (und häufig auch für die Unterhaltung und den Betrieb) führen.

Bauwerke, die zudem vordergründig nur nach dem äußeren Erscheinungsbild oder dominanter Räume ent-
worfen werden, führen zwangsläufig zu schlechten (mitunter unerträglichen) Raumzuschnitten und damit zu
unerträglichen Grundflächenpreisen. Eine hohe funktionale Qualität ist mitunter nicht mehr selbstverständlich.
Gestaltungsexzesse werden vom Bauherren häufig als unnötige finanzielle Belastung empfunden, wenn ihm
die kostentreibenden Wirkungen offenbar werden. Im Ergebnis der notwendigen Veränderung wird nicht auf
eine industrielle Monotonie gezielt. Vielmehr lässt ein hoher Industrialisierungs-grad gerade eine Vielfalt zu,
dass heute kaum Wünsche offen bleiben.

2 Missachtung der Baugrundverhältnisse

Das gedankenlose Entwerfen (oder vielleicht Mehrfachnutzen eines einmal erstellten Entwurfes ?) führt zu
den eigenartigsten kostentreibenden Auswüchsen, die häufig dann nicht einmal konstruktiv beherrscht wer-
den. Ist im Hochwasserbereich eines Flusslaufes wirklich eine Unterkellerung sinnvoll? Muss in ein Fels ge-
sprengt werden, um einen Hobbyraum einzuordnen? Ein undifferenzierter Umgang mit den örtlichen Gege-
benheiten führt regelmäßig zu ganz erheblichen Mehrkosten, ohne dass damit eine bessere Qualität für den
Bauherren entsteht. Die Ursache ist hier also zuerst in schlechter oder schlampiger, wenig einfühlsamer Pla-
nung zu suchen.

3 Unbedachte Grundstückseinteilung

Bei der Vermessung und Teilung neuer Bauflächen werden zu oft die Einteilungen aus der Vogelperspektive
vorgenommen (Wie viel Prozent der Menschen erfreuen sich an einer schönen Draufsicht aus 500 m Höhe?).
Elementare Grundsätze der Einhaltung einfachster Maßreihen (Steinmaß) werden systematisch verletzt. Mit
der Begründung, dass man ja jeden Stein sägen könne, werden die aberwitzigsten Gebäudemaße (bei Rei-
hensiedlungen) entwickelt. Gleichzeitig werden auch häufig noch schiefwinklige Grundrisse erzwungen, die
eine spätere Möblierung und Nutzung erheblich erschweren.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


112

4 Unzweckmäßige Gebäudekonzeption

Die innere und äußere Gebäudekonzeption wird zu häufig nicht mehr nach altbekannten und elementaren
funktionellen Anforderungen, sondern nach nicht nachvollziehbaren Intensionen („man kann alles...“) entwi-
ckelt Die ohnehin häufig schon teuer bezahlten Grundflächen sind nur zu einem Bruchteil nutzbar und damit
eigentlich noch teurer. Es kommt also nicht vordergründig darauf an, nur eine bestimmte Menge an Wohnflä-
che zu planen, sondern sie muss auch benutzbar sein! Fehlplanung in der äußeren Gebäudekonzeption sind
häufig nicht nur im Bau, sondern insbesondere in der Pflege und Erhaltung teuer.

5. Unzweckmäßige und falsche Gebäudekonstruktion

Wenig durchdachte Gebäudeentwicklungen in der Höhe führen zu sehr aufwendigen Konstruktionslösungen.


Nur weil die Räume nicht in ihrer Lage zueinander (von Etage zu Etage) geplant wurden entstehen Versätze
in der Lage der tragenden Wände und der vertikalen Installation, die zwar (im Notfall !) ausgeführt werden
können, jedoch trotz des betriebenen Mehraufwandes nicht zur Verbesserung der Wohnqualität beitragen.
Unterzüge in Decken sind technisch kein Problem, kosten aber mehr und sind zu vermeiden durch überlegte
Gebäudeplanung.

Installationen in Fußböden zu führen, erfordert eine unnötige zusätzliche Koordinierung zwischen dem Instal-
lateur und dem Estrichleger, führt häufig zur Schwächung der Estrichdicke und damit von vorn herein zum
„geplanten“ Bauschaden. Darüber hinaus ist die Lebensdauer der so verbundenen Baustoffe und Bauteile so
unterschiedlich, dass im Falle der Erneuerung der Rohrleitungen auch der ganze Fußboden mit herausgeris-
sen werden muss (zu einem Zeitpunkt im Lebensalter des Bauherren, zu dem er eigentlich seine Ruhe haben
wollte). Veränderungen in der Qualität der Baustoffe und Bauelemente werden von anderen am Bau Beteilig-
ten häufig gar nicht wahrgenommen. So ist es heute auch völlig unverständlich, warum der überwiegende Teil
der Heizflächen noch unter dem Fenster angeordnet wird und nicht (wie wärmephysiologisch wesentlich bes-
ser) an einer Innenwand.

6. Unvollständige Erfüllung der notwendigen Architektenleistungen

Die nach dem Werkvertragsrecht geschuldeten Leistungen des Planers werden häufig unvollständig oder gar
nicht erbracht (und trotzdem dafür ein Honorar berechnet). Dies führt zwangsläufig dazu, dass Bauunterneh-
mer mit einem entsprechenden Koordinierungsaufwand und mit Baustellenverlusten von vorn herein bewusst
oder unbewusst rechnen, die durch mangelhafte oder unvollständige Planung entstehen. Dies macht nach
praktischen Beobachtungen ca. 6 bis 15 % der Bausumme (in Extremfällen bis zu 30 % ) aus. Diese Mehrauf-
wendungen werden, wenn sie nicht im Preis schon enthalten sind, relativ sicher über Behinderungen und
Nachträge geltend gemacht. Das mitunter sehr vordergründige Abwehren durch Architekten hat, wie die
Rechtsprechung zeigt, immer weniger Erfolgsaussichten. Aufgeklärte Bauherren werden sich hier zukünftig
immer häufiger an den Architekten mit Schadenersatzforderungen (wahrscheinlich sehr erfolgversprechend)
wenden. Ein anderer vorgezeichneter Weg hin zum Generalunternehmer stellt den Berufsstand des Architek-
ten insgesamt immer mehr in Frage.

7. Hohe Maklergebühren

Es erscheint durchaus logisch, dass es schwierig ist, schlechte, teure Gebäude zu verkaufen. In diesem Sinne
sind die ständig steigenden Maklerpreise erst einmal zu verstehen. Der Aufwand jemanden im schlechtesten
Sinne des Wortes zu überreden zu viel Geld für eine schlechte Leistung auszugeben steigt unbestritten. In
diesem Sinne führt eine Verbesserung der Bauqualität bei sinkenden Preisen hoffentlich hier zu einer Umkehr
der Entwicklung.

8. Unsinnige und unbedachte Vorgaben an die Bauunternehmungen

Diese kostentreibenden Ursachen beziehen sich auf die Bauumstände (Zeit für Vorbereitung, Zeit für Durch-
führung, räumliche und organisatorische Bedingungen) und die Details der Bauausführung (Bauinhalt) glei-
chermaßen. Die beobachteten Zeitvorgaben (und hier soll nicht in Abrede gestellt werden, dass vieles sehr
viel schneller möglich und wirtschaftlich für alle Beteiligten wäre) sind für einen Unternehmer häufig nicht
nachvollziehbar. Er reagiert wieder bewusst oder unbewusst mit Preiszuschlägen für ungewöhnliche Bauum-
stände, ohne dass das Bauwerk dadurch besser würde. Die schlechten, nicht durchgearbeiteten Details füh-
ren zu einem erhöhten Aufwand, der direkt oder indirekt an den Bauherren weitergegeben wird. Dies beginnt
bei so primitiven Grundlagen wie der Berücksichtigung von Steinformaten bei der Planung (nicht einmal viele
CAD - Programme haben diese wohl selbstverständliche Funktion) und reicht über einfachste Systemzusam-
menhänge für Schalungen, Fenster, Türen bis zur Unterdecke. Die Konsequenz auf der Baustelle ist eine
Handwerkelei mit eigentlich industriell vorgefertigten Elementen bei steigenden Kosten und sinkender Detail-
qualität.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


113

9. Missachtung elementarer Marktmechanismen

Die Möglichkeiten des Marktes werden bei Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen (gerade bei priva-
ten Bauherren) in einem Maße missachtet, dass bei konsequenter Anwendung der elementaren Prinzipien
hier Ergebnisse erzielt werden, die für einen Außenstehenden unglaublich sind. Bei ausreichend intensiver Er-
zeugung und Nutzung von Marktspannungen entstehen Einsparungspotentiale von bis zu 30 %, ohne dass es
dabei zu Verlieren auf der Unternehmerseite oder schlechterer Qualität kommt. Bequemlichkeit, gepaart mit
mangelnder Fähigkeit und unterentwickeltem Bewusstsein für kostentreibende Forderungen führen mehr zu
einem Gegeneinander von Architekt und Bauunternehmer (das letztendlich vom Bauherren bezahlt wird) als
zu einer vernünftigen Kooperation.

10. Baustellenverluste durch mangelhafte Arbeitsvorbereitung

Immer noch werden viele Baustellen ohne vernünftige Arbeitsvorbereitung begonnen. Die Folge sind vermeid-
bare Unterbrechungen und Stillstandszeiten, die in den Bauunternehmungen zu erheblichen Produktivitätsver-
lusten führen und damit sich kostentreibend auswirken. Wenn man im Wohnungsbau heute mit einer durch-
schnittlichen Umsatzgröße je produktivem Mitarbeiter von 60 € / Stunde (einschl. Material, Maschinen- und
Fixkosten) rechnen muss (also 1 €/Minute), wird sehr schnell klar, wie verheerend sich auch nur kleinste Ar-
beitsunterbrechungen auswirken. Bei einer derzeitigen Umsatzrendite von unter 4 ... 6 % hat der Bauunter-
nehmer bei schlechter Arbeitsvorbereitung nur die Wahl zwischen eigenem Untergang oder ungerechtfertigt
hohen Preisen. Ein hoher Baupreis ist hier nur der Ausdruck mangelhaften Vordenkens des Bauablaufes und
unzureichender Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter auf der Baustelle. Improvisatio-
nen, von wem auch immer verursacht, treiben die Kosten in die Höhe und verschlechtern häufig die Bauquali-
tät.

11. Baustellenverluste durch schlechtes Baustellenmanagement

Auf den Baustellen entstehen regelmäßig erhebliche Verluste an Arbeitszeit durch Behinderungen, Nachbes-
serungen, Zerstörung bereits erreichter Qualitätsstufen, Handwerkelei und Improvisation. Der Versuch, Bau-
stellen zentralistisch zu steuern führt zu zusätzlichen Verlusten durch ständiges Warten auf neue Anweisun-
gen. Auf den Baustellen gibt es dabei eine verheerende Differenz zwischen (zu bezahlenden) Anwesenheits-
stunden und Leistungsstunden. Nur wenn es gelingt, dass alle auf der Baustelle Tätigen das zu erreichende
Ziel kennen und ihr eigener Beitrag bekannt ist, kann die Differenz zwischen Anwesenheitsstunde und Leis-
tungsstunde reduziert werden. Elementare Prinzipien der Baustellenorganisation und der Selbstorganisation
der gewerblichen Mitarbeiter werden nicht oder nur unzureichend genutzt. Dieses nicht genutzte Potential,
wirkt sich kostentreibend auf den Baustellenbetrieb und damit auf den Baupreis aus, ohne dass dadurch für
den Bauherren dadurch das Bauwerk besser wird.

Maßnahmekette für nachhaltige Kostensenkung - Beispiele

Käufer- / Mieterwünsche genau und spezifisch ermitteln

• Nutzergruppen abgrenzen
• wirkliche Motive erkunden
• Prioritäten erkunden (Gebäude / Raum / Element)
• Kunden da abholen, wo er steht
• Zusammenhang von Kosten und Qualität einführen
• Varianten auf „Nebenschauplätzen“ (Eingriff in das Grundkonzept vermeiden)
• mit Gewinn- und Verlustmotiven arbeiten
• unvergleichbar mit Mitbewerbern werden ( Beratung, Verkauf, komplexe Leistung, Wartungsangebote
nach Bauabschluss)

Städtebauliche Gliederung - Standortbedingungen - Gelände

• Wohnwege mit Ruhe vor Durchfahrtstrassen


• auf aufwendige Wendeschleifen verzichten ( Müllfahrzeuge können überall auf der Welt rückwärts fahren
nur in einigen deutschen Städten nicht)
• Parkplätze versetzt anordnen
• Straßenbeleuchtung so, dass sie nicht belästigt (eine höhere Dichte bringt nicht mehr Sicherheit)
• Erschließungsstränge kurz aber mit Reserven
• nicht gegen Umweltbedingungen bauen (Grundwasser)
• Geländeformen vorteilhaft ausnutzen
• vorhandene Baugrundverhältnisse vorteilhaft ausnutzen
• traditionelle regionale Bauformen analysieren und weiterentwickeln
• keine Kaltluftseen durch Modeerscheinung „Wall“ bauen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


114

Baukörper - Räume

• Bauform (Reihenhaus / Doppelhaus) nach regionalen Bedingungen und Verkaufbarkeit


• kompakt und gedrungen (Verhältnis BRI / WF) z.B. 4,5 für Reihenhaus
• „Grund“ - Baukörper sollte Normen (Schall-, Wärme-, Feuchte-, Brandschutz) mindestens erfüllen. Hier
keine vordergründigen Einsparungen !
• Keller nach regionaler Sitte, nicht gegen Bauherrenwünsche bauen
• Ergänzungselemente mit durchgängiger Gestaltung, konstruktiv getrennt
• Klare Funktionsordnung im Haus (Ruhe / Geräusche)
• keine Wandlänge in einem Wohnraum, Schlafraum, Kinderzimmer unter 3 m
• keiner der o.g. Räume unter 10 m2 Grundfläche
• tragende Wände übereinander
• Baukörper und Wandmaße aus Steinformaten (Modulordnung) - Systemmaße
• Bündeln der Installationen in einem Schacht
• Möglichkeit des Ausbaus (Dachraum) durch Konstruktion vorsehen

Bauteile / Bauelemente

• Treppen gerade als Standardelement (mindestens im MFH), 2 x 7 Steigungen


• Installationsschächte ausreichend groß (Verkleidung raumhoch abnehmbar)
• Heizungsleitungen nicht im Fußboden
• Heizung als Strahlungsheizung in „Ideallage“ (nur bei max. Raumabmessung von 6 m )
• Typenlösungen für nicht sichtbare Bauteile („Entflechtung“ der Gewerke, Dauerhaftigkeit, gute Wartung)

Gesamtorganisation der Vorbereitung und Abwicklung

• „Bauteam“ - Idee genau prüfen (besser Gesamtverantwortung mit vorvertraglicher Korrespondenz)


• Elementehersteller als Entwickler einbeziehen
• Aufgabe des Architekten „Dialog mit Fachgewerken und Fachplanern beginnen, führen und beenden“

Ausschreibung

• LV - Texte klarer um Ausschreibungsrisiko der BU zu reduzieren (Preisabschläge mit gutem LV anfragen)


• Sondervorschläge / Alternativangebote nicht nur zulassen, sondern ausdrücklich anfragen (selbst eine
Umprojektieren spart Geld)
• Preisabschläge in Abhängigkeit von der Bauzeit und Fertigstellungszeitpunkt abfragen
• unnötige Zwangspunkte (technische und organisatorische) entfallen lassen (Nutzen für Bauunternehmer
deutlich machen). Wenn Fertigstellungsdatum nicht zur Disposition steht, nur diesen Zwangspunkt einfüh-
ren.
• „Entflechtung“ der Prozesse durch kluge Details
• fertigungsgerechte Konstruktion (ohne Monotonie)
• Marktmechanismen im guten Sinne wirken lassen (zeitlich und regional bedingte „Hochpreiszonen“ ver-
meiden)
• „öffentliche Information“ über Ausschreibungen (nicht nach VOB / A wo nicht notwendig !) aber öffentlich
• In der Vergabeverhandlung „Angstzuschläge“ erkunden und abbauen

Vertragsverhandlung / Vertragsabschluß

• eindeutige Zielvereinbarungen in jeder vertraglichen Richtung


• auf tatsächliche Bauherrenwünsche konzentrieren (diese müssen aber bekannt sein ... s.o.)
• Verkürzung einzelner unbestimmter Fristen der VOB / B durch Individualvereinbarungen
• Skonti und Nachlässe für schnelle Zahlung und andere Vorteile
• Vermeidung von 1 x Grunderwerbssteuer
• eindeutige Vertragsinhalte

Baustellensteuerung und Abrechnung

• Zielvereinbarungen im Detail ergänzen


• Abweichungen im Leistungsumfang vor Ausführung erkennen und Varianten (Mehrvergütung / ursprüngli-
cher Vertrag) vereinbaren
• Bei Sonderwünschen eindeutige Prozedur (ggf. Varianten anbieten)
• schnelle Rechnungslegung

Bearbeitungsstand: Juli 2002


115
• sicheres Forderungsmanagement

Erste Zusammenfassung der Kosten

Kosten Erträge Risiken / Risikogröße


Einmalige Kosten Einmalige Erträge
Grundstückserwerb (einschl. Verkauf
Nebenkosten)

Erschließungsbeiträge

Planungskosten

Baukosten

Kosten für Abbruch

Laufende Kosten Laufende Erträge


Erhaltungskosten

Bearbeitungsstand: Juli 2002


116

Kostenblöcke und Ihre Beeinflussbarkeit (nach Pfarr)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


117
Erste Übersicht zur Finanzierung

Beispiel: .........................................................

Finanziert durch: Kosten und Risiken der Fi-


nanzierung
Einmalige Kosten

Laufende Kosten

Summe laufende Kosten Summe laufende Einnahmen

Rückverfolgbarkeit der Einzelkosten bis zum Ursprung (nach Pfarr)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


118

C 3.3 Finanzierungshilfen

Hinweis vor Vertrag bzw. in Leistungsphase 1

Anschrift:
Bauherr
Kopie: Akte
vAd: 10 Jahre

Bauvorhaben: ...............................................

Hinweis zu eventuell möglichen Förderungen Ihres Bauvorhabens

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Europäische Union, der Bund und die Länder fördern eine Reihe von Maßnahmen, die auch Ihr
Bauvorhaben betreffen können. Es handelt sich hier um unterschiedliche Programme und Arten
der Förderung (zinsgünstige Kredite, Zuschüsse usw.). Da die Förderprogramme und -bedingun-
gen einer ständigen Veränderung unterliegen, ist es notwendig, dass sich der Bauherr die aktuellen
Programme beschafft und prüft, ob diese für ihn zutreffen.

Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass der Antrag auf eine Förderung grundsätzlich vor Vor-
habensbeginn zu stellen ist. Bitte prüfen Sie deshalb unbedingt vor Einreichen der Genehmigungs -
planung, ob Sie eine Förderung in Anspruch nehmen können und möchten.

Von folgenden Institutionen ist uns bekannt, dass Sie entsprechende Informationen, Merkblätter
und Formulare kostenlos zur Verfügung stellen:

Kreditanstalt für Wiederaufbau ( KfW ), Palmengartenstr. 5 - 9 , 60325 Frankfurt / Main


Tel. (069) 74 31 - 0, Fax (069) 74 31 29 44, Internet: http://www.kfw.de

Niederlassung Berlin, Charlottenstr. 33 / 33a, 10117 Berlin,


Tel. ( 030 ) 20 26 4 -0 , Fax. (030) 20 26 4 -188

Deutsche Ausgleichsbank ( DtA ) , Ludwig Erhard Platz 1- 3, 53170 Bonn


Tel. (0228) 831 - 0, Fax (0228) 831 - 22 55, Internet: http://www.dta.de

Niederlassung Berlin, Sarrazinstr. 11 - 15, 12159 Berlin,


Tel. ( 030 ) 85 0 85 - 0, Fax ( 030 ) 85 0 85 - 299

Auskunft zu Regionalprogrammen erteilt Ihnen Ihre Hausbank oder eventuell auch :


: ( z.B. Landeskreditanstalt)

Wünschen Sie, dass wir zusätzlich zu dem uns erteilten Auftrag für Sie die Unterlagen beschaffen
und Vorschläge unterbreiten, bitten wir um entsprechenden Auftrag. Es sei uns der Hinweis gestat-
tet, dass Mitwirkungen bei der Prüfung und Beschaffung zusätzlicher Förderungen nicht zu den
Grundleistungen gehören und deshalb gesondert zu vergüten sind. Auf Wunsch unterbreiten wir Ih-
nen ein entsprechendes Angebot.

Mit freundlichem Gruß

Bitte per Rückfax Ihre Entscheidung


❑ ja ich wünsche ein Angebot
❑ nein, die Sache trifft für mich nicht zu / ich habe kein Interesse/ ich mache es selbst.

Hinweis: ab 1.1.2003 haben KfW und DtA gemeinsame Antragsvordrucke.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


119

Leistungs- / Honorarangebot zur Prüfung der Fördermöglichkeiten Ihres


Bauvorhabens .....................................

In Ergänzung des Architektenvertrages vom ................................. zur Erbringung der Leistungs-


phasen ......................... für das Bauvorhaben .................................................
bieten wir Ihnen folgende besondere Leistungen an:

1. Leistungsumfang

1. Beschaffung der Informationen von den fördernden Institutionen ja / nein

2. Analyse der Programme und Durchsprache mit Ihnen ja / nein

3. Erstellung der Kreditantrages (ohne Anlagen) ja / nein

4. Erstellung zusätzlicher, vom Kreditgeber geforderter, Unterlagen (z.B. Verkehrs- ja / nein


wertgutachten, Wirtschaftlichkeitsnachweise)

5. Teilnahme an Verhandlungen ja / nein

2. Vergütung

Da sich der Aufwand nur sehr schwer abschätzen lässt, schlagen wir Ihnen vor, dass die Abrech-
nung nach den tatsächlich notwendigen und geleisteten Stunden
erfolgt. Die Stundensätze betragen auf der Grundlage der Preisvorschrift der HOAI:

1. für den Auftragnehmer 40 bis 80 €

2. für Mitarbeiter mit technischen und wirtschaftli- 40 bis 60 €


chen Aufgaben

3. für Technische Zeichner und Mitarbeiter mit 30 bis 45 €


vergleichbarer Qualifikation

Bitte teilen Sie uns durch Kennzeichnung im o.a. Teil „ 1. Leistungsumfang“ mit, welche Leistungen
Sie von uns wünschen.

Mit freundlichem Gruß

Ich / wir haben gekennzeichnet, welche Leistungen wir zusätzlich als besondere Leistungen wün -
schen. Über die bereits benötigten Stunden bitten wir um Information:
❏ monatlich
❏ 1 x im Vierteljahr ...........................................
Datum / Unterschrift

Bearbeitungsstand: Juli 2002


120

C – 3.4 Kostenplanung als Grundlage der Kostensteuerung – Methoden der Kostenplanung

Begriffe der DIN 276

Kostenschätzung
Die Kostenschätzung ist eine überschlägige Ermittlung der Kosten.

Kostenberechnung
Die Kostenberechnung ist eine angenäherte Ermittlung der Kosten.

Kostenanschlag
Der Kostenanschlag ist eine möglichst genaue Ermittlung der Kosten.

Kostenfeststellung
Die Kostenteststellung ist die Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten.

Kostenkontrolle
Die Kostenkontrolle ist der Vergleich einer aktuellen mit einer früheren Kostenermittlung.

Kostensteuerung
Die Kostensteuerung ist das gezielte Eingreifen in die Entwicklung der Kosten, insbesondere bei
Abweichungen, die durch die Kostenkontrolle festgestellt worden sind.

Mit diesen zitierten Definitionen kann der Praktiker zunächst nicht viel anfangen. Es ist jedoch dar-
aus eine Rechtsprechung entwickelt worden, die einen rechtlich tolerierten Grad der Ungenauigkeit
abgrenzt (Bild 5.1)

Tolerierte Ungenauigkeit von Kostenermittlungen (mit Hinweispflicht des Planers gegenüber dem
unerfahrenen Bauherren) und erreichbare Genauigkeit (nach Neddermann)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


121
C – 3.4.1 Ziele und Grundlagen der einzelnen Kostenermittlungsarten

In diesem Kapitel werden zunächst die Inhalte der DIN 276 (Fassung Juni 1993) grob zusammen-
gefasst. Diese Aussagen reichen für eine praktische Tätigkeit nicht aus. Sie sind deshalb durch
weitergehende Informationen ergänzt.

Kostenschätzung

Die Kostenschätzung dient (nach DIN 276) als eine Grundlage für die Entscheidung über die Vor -
planung.

Die Kostenschätzung kann benötigt werden als: (nicht DIN 276)


• Entscheidungsgrundlage bei verschiedenen Lösungsmöglichkeiten für ein Planungskonzept
• Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung
• erste Grundlage für einen groben Finanzierungsplan /Kreditverhandlung,
• Mittel zur Kostenbegrenzung durch Festlegung des Kostenrahmens (mit Toleranzangabe)
• Instrument der Kostenkontrolle und Kostensteuerung
• Grundlage für die Honorarberechnung des Planers (Leistungsphasen 1 bis 4 solange keine
Kostenberechnung vorliegt)

Grundlagen für die Kostenschätzung sind: (nach DIN 276)


• Ergebnisse der Vorplanung, insbesondere Planungsunterlagen, z. B. versuchsweise zeichneri-
sche Darstellungen, Strichskizzen,
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen, z.B. Grundflächen und
Rauminhalte nach DIN 277 Teil 1 und Teil 2,
• erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen, Vorgängen und Bedingungen,
• Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung.

Die Kostenschätzung wird vorzugsweise durch Verwendung vergleichbarer Bauvorhaben durchge-


führt. Als Bezugsgrößen haben sich für den Hochbau bewährt:
• Flächen,
• Rauminhalte,
• Nutzungseinheiten.

Voraussetzung für diese Methode ist das Vorhandensein geeigneter Vergleichsobjekte und eines
realistischen Preisindexwertes. In der Kostenschätzung sollen- die Gesamtkosten nach Kosten-
gruppen mindestens bis zur 1. Ebene der Kostengliederung nach DIN 276 ermittelt werden.

Unter der „1. Ebene“ versteht die DIN 276 folgende Gliederung:

Nummer der Bezeichnung der Erläuterungen und Beispiele


Kostengruppe

100 Grundstück Erwerbskosten und Nebenkosten des Erwerbs (z.B. Vermessungsgebühren,


Notarkosten, Provisionen, Grunderwerbssteuer, Wertermittlung)
200 Herrichten und Er- Kosten aller vorbereitenden Maßnahmen, um das Grundstück bebauen zu können
schließen (z.B. Schutz vorhandener Bauwerke, und von Bewuchs, Roden von Bewuchs, Be-
seitigung von Altlasten, Erschließungsbeiträge für Medien und Verkehr, Aus-
gleichsabgaben.
300 Bauwerk – Bau- Gesamte Baukonstruktion ohne technische Anlagen der Kostengruppe 400. Auch
konstruktion enthalten: feste Einbauten, Baustelleneinrichtung)
400 Bauwerk – Techni- Alle Technischen Anlagen, die angeschlossen oder mit dem Bauwerk fest verbun-
sche Anlagen den sind (z.B. Wasserversorgungsanlagen, Abwasseranlagen, Gasanlagen, Feu-
erlöschanlagen, Wärmeversorgungsanlagen, Lufttechnische Anlagen, Stark-
strom- und Schwachstromanlagen, Förderanlagen; Auch: Baustelleneinrichtung
für diese Arbeiten.
500 Außenanlagen Soweit noch nicht in Kostengruppe 200 enthalten. Geländebearbeitung und Be-
pflanzung, Befestigung von Wegen und Straßen, Zäune, Mauern zur Einfriedung,
Technische Anlagen in Außenanlagen (z.B. Kläranlagen) Auch: Baustelleneinrich-
tung für diese Arbeiten.
600 Ausstattung und Bewegliche Sachen zur Ausstattung(z.B. Möbel, Wegweiser, Werbeanlagen),
Kunstwerke Kunstwerke, künstlerische Gestaltung einzelner Bauteile.
700 Baunebenkosten Kosten für Bauherrenleistungen (z.B. auch Honorare für Dritte, die diese wahrneh-
men), Kosten für Voruntersuchungen zum Bau, Kosten für Wettbewerbe, Architek-

Bearbeitungsstand: Juli 2002


122
ten- und Ingenieurleistungen, Finanzierungskosten, Gebühren für Prüfung und
Genehmigung, Betriebskosten während der Bauzeit, Kosten für Baufeiern.
Kostenberechnung

Die Kostenberechnung dient (nach DIN 276) als eine Grundlage für die Entscheidung über die Ent-
wurfsplanung.

Die Kostenberechnung kann benötigt werden als: (nicht DIN 276)


• Entscheidungsgrundlage ob das Bauvorhaben, wie geplant durchgeführt werden soll, oder ob
Vereinfachungen notwendig werden,
• Grundlage der Bewertung von Alternativen der Ausführung (Bauinhalt und Bauumstände)
• Bestandteil einer Wirtschaftlichkeitsberechnung,
• Grundlage für die Kreditbeschaffung,
• Grundlage für die Bestimmung der Finanzierungsraten auf der Grundlage des Bauablaufplanes
• Instrument der Kostensteuerung durch Bildung von Abschnittskosten,
• Instrument der Kostenkontrolle (durch Vergleich mit der Kostenschätzung)
• Grundlage der Honorarberechnung für die Leistungsphasen 1 bis 4.

Grundlagen für die Kostenberechnung sind: (nach DIN 276)


• Planungsunterlagen, z.B. durchgearbeitete, vollständige Vorentwurfs- und/oder Entwurfszeich-
nungen (Maßstab nach Art und Größe des Bauvorhabens), gegebenenfalls auch Detailpläne
mehrfach wiederkehrender Raumgruppen,
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen,
• Erläuterungen, z. B. Beschreibung der Einzelheiten in der Systematik der Kostengliederung,
die aus den Zeichnungen und den Berechnungsunterlagen nicht zu ersehen, aber für die Be-
rechnung und die Beurteilung der Kosten von Bedeutung sind.

Für die Kostenberechnung werden vorzugsweise als Bezugsgrößen verwendet:


• Gewerke
• Bauteilleistungen
• Bauelemente

Voraussetzung für diese Methode ist das Vorhandensein geeigneter Stammdaten und eines realis-
tischen Preisindexwertes.

In der Kostenberechnung sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur 2.
Ebene der Kostengliederung nach DIN 276 (siehe diese) 2 ermittelt werden. Gegenüber 7 Kosten-
gruppen bei der Kostenschätzung sind nun die Kosten von 40 Kostengruppen zu ermitteln.

Kostenanschlag

Der Kostenanschlag dient (nach DIN 276) als eine Grundlage für die Entscheidung über die Aus -
führungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe.

Der Kostenanschlag kann benötigt werden als: (nicht DIN 276)


• Instrument der Kostenkontrolle durch Vergleich mit der Kostenberechnung,
• Entscheidungsgrundlage für die weitere Detailveränderung,
• Grundlage für die Auftragserteilung und die Auswahl von Neben- und Alternativangeboten,
• Grundlage für die genaue Festlegung von Finanzierungsraten (in Verbindung mit dem Ablauf -
plan),
• Grundlage für die Honorarberechnung für die Leistungsphasen 5 bis 9 (wenn Kosten noch
nicht festgestellt wurden).

Für den Kostenanschlag werden vorzugsweise als Bezugsgrößen verwendet:


• Firmenangebote
• Gewerkeschlüssel
2
Da die DIN – Normen ohne Genehmigung des Beute – Verlages nicht vervielfältigt werden dürfen, ist der Kauf beim Beute
–Verlag, Burggrafenstrasse 6, Berlin bei Bedarf notwendig.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


123
• Kosten von Bauteilen
• Kosten von Bauelementen

Grundlagen für den Kostenanschlag sind: (nach DIN 276)

• Planungsunterlagen, z. B. endgültige, vollständige Ausführungs-, Detail- und Konstruktions-


zeichnungen,
• Berechnungen, z.B. für Standsicherheit, Wärmeschutz, technische Anlagen,
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen,
• Erläuterungen zur Bauausführung, z.B. Leistungsbeschreibungen,
• Zusammenstellungen von Angeboten, Aufträgen und bereits entstandenen Kosten.

Im Kostenanschlag sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur 3. Ebene der
Kostengliederung nach DIN 276 ermittelt werden.

Kostenfeststellung

Die Kostenfeststellung dient (nach DIN 276) zum Nachweis der entstandenen Kosten sowie gege-
benenfalls zu Vergleichen und Dokumentationen.

Die Kostenfeststellung kann benötigt werden als: (nicht DIN 276)

• Bestandteil der Objektdokumentation


• Instrument zur Überprüfung der Kosten-Nutzensanalyse
• Grundlage für die Gewinnung von Kostenkennwerten
• Grundlage für die Honorarabrechnung der Leistungsphasen 5 bis 9.

Grundlagen für die Kostenfeststellung sind: (nach DIN 276)


• geprüfte Abrechnungsbelege, z.B. Schlussrechnungen, Nachweise der Eigenleistungen,
• Planungsunterlagen, z. B. Abrechnungszeichnungen,
• Erläuterungen.

In der Kostenfeststellung sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen bis zur 2. Ebene der Kos-
tengliederung nach DIN 276 unterteilt werden. Bei Baumaßnahmen, die für Vergleiche und Kosten -
kennwerte ausgewertet und dokumentiert werden, sollten die Gesamtkosten mindestens bis zur 3.
Ebene der Kostengliederung nach DIN 276 unterteilt werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


124

Bewertung der Methoden der Kostenermittlung

Methode z.B. Bezugsgrößen Vorteile Nachteile Anwendung


Ratemethode Gerüch-
temethode

Vergleichsgrößen Flächen

Rauminhalte

Nutzungseinheiten

Zusammenfassung Gewerke
von Stammdaten

Bauelemente

Gewerkeschlüssel

Zusammenfassung Firmenangebote
von Marktdaten

Kosten von
Bauteilen

Kosten von Bauelementen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


125
C – 3.4.2 Preisindex – eigene Bestimmung
nach Pfarr

1. Auswahl von Hauptpositionen, die für

• den Rohbau
• die Ausbau- und Technikgewerke
• das eigene Gewerk (bei Spezialunternehmen)

typisch sind und einen großen Teil der Leistungen ausmachen.

Hinweis: ca. 12 bis 18 Positionen wählen. Diese Hauptpositionen als Vergleichspositionen


möglichst lange beibehalten.

2. Basispreise zum Beginn der Ermittlung (aus mehreren Vergleichsobjekten) bilden

Hinweis: Um Schwankungen der Mehrwertsteuer nicht berücksichtigen zu müssen, können


vorzugsweise Nettopreise verwendet werden.

3. Der Eintrag aktueller Preise und der Vergleich mit den Basispreisen ergibt einen Index für die
einzelne Position.

Hinweis: Dieser „Positions“-Index sollte nicht zur Preisbestimmung genutzt werden, da die
Unternehmen häufig unterschiedliche Zuordnungen der Aufwendungen vorneh-
men.

4. Der Mittelwert der Positionsindizes ergibt den Preisindex für das neue Objekt.

5. Von mehreren typischen Objekten kann durch Mittelwertbildung die lndexentwicklung abgelei-
tet werden.

Vergleichsobjekt A B C
Hauptpositionen Einheit Basispreis
Veränderung Veränderung Veränderung
(100 %) € € €
% % %
netto €

① ② ③

Durchschnittliche
Veränderung des
Preisindex
④ ④ ④

Bearbeitungsstand: Juli 2002


126

Bestimmung des Preises/der Kosten mit Hilfe von Vergleichsobjekten


(„Einwertverfahren“)

(nach Pfarr)

Bezugsgröße: Bruttorauminhalt

anwendbar für:
• Wohngebäude aller Art (Auswahl der Vergleichsobjekte aus einer Gruppe !)
• Bürogebäude
• mehrgeschossige Gewerbebauten
• Schulen

nicht anwendbar für:


• Hallen
• Tiefbauwerke
• Linienbauwerke (Tiefbau)

Sinngemäß nach Anpassung anwendbar mit Bezugsgröße „Brutto – Grundfläche“

neues Objekt Preis alt x BRI neu x Index neu


• Bruttorauminhalt
• Aktueller Index BRI alt x Index alt

Vergleichsobjekt
3
Vergleichsobjekt
2
Vergleichsobjekt
1

• Bruttorauminhalt Tabelle der Vergleichsobjekte


• damaliger (alter)
Index
• Unterschiede ? Objekt 1 2 3
Preis
(aus o.a. Formel)
.............
+ Mehrkosten
- Minderkosten
bezogener Ge-
samtpreis
neuer Angebots-
preis
(aus Durchschnitt)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


127

Fehlermöglichkeiten der „Einwertverfahren“


(Beispiel nach Seifert, Praxis des Baukostenmanagements)

Planungsorientierte Mehrwertverfahren

Bauteilmethode

Beispiel:
Außenwand
(nach Geuther)

Außenputz

Bearbeitungsstand: Juli 2002


128
Beispiel Decken
(nach Geuther)

Zusammenfassung der Elementekosten aus dem Produkt von Menge und Kostenkennwert
(aus: Seifert, Praxis des Baukostenmanagements)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


129
Mischverfahren

Der Übergang von der planungsorientierten Kostenermittlung zur ausführungsorientierten Koste-


nermittlung birgt eine Reihe von Fehlermöglichkeiten in sich. Mit Mischverfahren wird versucht die
Fehlermöglichkeiten zu reduzieren.

Beispiel aus Seifert, Praxis des Baukostenmanagements

Variante eines Mischverfahrens

1. Gesamtkosten über planungsorientiertes Verfahren ermitteln


2. prozentuale Aufschlüsselung in Teilkosten der Leistungsbereiche, Gewerke oder Ver-
gabeeinheiten

Anwendung insbesondere, wenn in der Kostenkontrolle die Kosten des Kostenanschlags mit den
Kosten der Kostenberechnung verglichen werden sollen.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


130
C – 3.4.3 Fehler und Abweichungen bei der Kostenermittlung

Formale Fehler • Verwendung unzutreffender Führen nicht zu falschen Ge-


Begriffe samtkosten; ggf. zu falschen
• Nicht genormte Kostengliede- anrechenbaren Kosten für die
rung Honorarberechnung
• Nicht ausreichende Gliede-
rungstiefe
• Fehlender Bezug zu Pla-
nungsunterlagen
• Falsche Zuordnung zu Kos-
tengruppen
Ermittlungsfehler • Rechenfehler Resultieren häufig aus falschen
• Kostenschätzung und • Vergessenen Kostenansätze Beschreibungen des Standards
Kostenberechnung • Falsche Bezugsmassen
• Falsche Kostenkennwerte
• Kostenanschlag und • Falsche Leistungsbeschrei-
Kostenfeststellung bung
• Fehlende Leistungsbeschrei-
bung
• Vergessene Schnittstellen
Unvorhergesehene Kosten „Fluch der ersten Zahl“ • Keine Kosten ohne Ermitt-
lung nennen !
• Dokumentation jeder Er-
mittlung
Verursacher der Kosten be- • Auftraggeber
stimmen • Architekten
• Fachingenieure
• Umstände des Projektes
• Systemimmanente Faktoren
der Kostenermittlung
Arten • Quantitative Mehrungen
• Qualitative Änderungen
• Änderung der Bauzeit
• Verschiebung der Bauzeit
• Fehlerhafte Leistungen der
Planer
Fehler der Planer:
• Fehler in der Detailplanung
• Fehler der Kostenplanung
• Falsche Mengenermittlung
• Vergessene Bauleistungen
• Nachlässige Rechnungs-
prüfung

aus der Rechtssprechung

1. Bei der Kostenberechnung ist dem Architekten ein Toleranzrahmen von mindestens 15 % zuzubilli-
gen, wenn zwischen den Parteien nichts besonderes vereinbart ist.
2. Eine Kostenerhöhung, die sich aus einer Bauzeitverzögerung ergibt, welche der Architekt nicht zu
vertreten hat, wird in den Toleranzrahmen nicht eingerechnet.
OLG Hamm, Urteil vom 29.03.1990 - 21 U 139/89;

Problem/Sachverhalt
Nicht jede Bausummenüberschreitung führt zur Schadensersatzhaftung des Architekten. Üblicherweise wird
ihm bei der Kostenermittlung ein gewisser Toleranzrahmen zugebilligt. Dieser ist davon abhängig, in wel-
chem Stadium die Kostenermittlung vorgenommen wird. Die Kostenberechnung gehört in die Leistungspha-
se 3 des § 15 HOAI (Entwurfsplanung).

Bearbeitungsstand: Juli 2002


131
Entscheidung
Das OLG Hamm hält einen Toleranzrahmen von 15 % bei der Kostenberechnung für angemessen, weil erst
in der Leistungsphase 7 (Vergabe) die Kosten und teilweise bei einzelnen Gewerken sogar erst die konkrete
Ausführung endgültig festgelegt werden. Die Kostenberechnung im Rahmen der Entwurfsplanung ist daher
notgedrungen gröber, was den Toleranzrahmen rechtfertigt. Hinzu kam, dass es sich bei der Kostenberech-
nung hier um eine erste grobe Kostenermittlung gehandelt habe, an die keine allzu hohen Anforderungen ge-
stellt werden dürften.

Praxishinweis
Die Entscheidung ist architektenfreundlich. Das Gericht hat unter anderem darauf abgestellt, dass die Kos-
tenberechnung hier eine erste grobe Kostenermittlung gewesen sei, an die keine allzu hohen Anforderungen
gestellt werden dürften. Man kann auch anders argumentieren, nämlich dass der Architekt, der entgegen sei-
nen sich aus der Leistungsphase 2 (Vorplanung) und der Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) ergebenden
Verpflichtungen keine ordnungsgemäße Kostenermittlung fertigt, sich so behandeln lassen muss, als ob er
sie gefertigt hätte, und sich folglich nicht auf Ungenauigkeiten berufen kann. Sonst würde der Architekt, der
seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, gegenüber demjenigen, der sich vertragstreu verhält,
privilegiert. Zum anderen bezieht sich die im Zusammenhang mit dem zuzubilligenden Toleranzrahmen zi-
tierte Kommentar stelle auf ältere, zur GOA ergangene Entscheidungen. Man könnte auch die Auffassung
vertreten, dass in den einzelnen Leistungsphasen der HOAI wirtschaftlichen Fragen eine weitaus höhere Be-
deutung zukommt. In der Leistungsphase 2 (Vorplanung) ist von Erklärung und Erläuterung der wirtschaftli-
chen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen, in der Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) von der Be-
rücksichtigung wirtschaftlicher Anforderungen die Rede, ebenfalls in der Leistungsphase 5 (Ausführungspla-
nung). Die Leistungsphase 7 (Vergabe), in der der Kostenanschlag zu erbringen ist, geht davon aus, dass
die konkrete Ausführung schon festliegt, und in der Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) ist die Kosten-
kontrolle erwähnt. Die Erläuterungen zur DIN 276 gehen ebenfalls in diese Richtung. Daraus ist zu folgern,
dass an die Kostenermittlungen des Architekten weitaus höhere Anforderungen als bisher zu stellen sind und
der Toleranzrahmen enger gezogen werden muss.

RA Dr. Klaus Saerbeck, Hamm - IBR

1. Fehlt eine ordnungsgemäße Kostenberechnung, so ist die weitere Planung des Architekten un-
brauchbar und nicht zu vergüten.
2. Eine unbrauchbare Kostenberechnung kann den Auftraggeber zur fristlosen Kündigung des Archi -
tektenvertrages berechtigen.
OLG Köln, Urteil vom 19.01.1996 - 19 U 185/94

Problem/Sachverhalt
Nachdem der Architekt eine „ungefähre Kostenschätzung" gefertigt hat, wird er mit dem Neubau einer Fabri-
kationshalle beauftragt. Mittlerweile in der Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) angelangt, übersen-
det der Architekt zunächst eine „I. Grob-Etatplanung" mit veranschlagten Baukosten von rd. DM 1,3 Mio. und
wenige Tage später eine „Netto-Kostenzusammenstellung", die mit DM 1,437 Mio. endet. Die Einzelansätze
der beiden Kostenermittlungen differieren teilweise um DM 10.000,-- und mehr. Hinzu kommt, dass zum da-
maligen Zeitpunkt bereits Angebote zu einzelnen Gewerken eingegangen sind, die jeweils um mehrere DM
100.000,-- über den Kostenansätzen des Architekten liegen. Der Bauherr fordert eine Kostengarantie, die
vom Architekten abgelehnt wird. Die Parteien lösen daraufhin übereinstimmend das Vertragsverhältnis auf.
Im Prozess verlangt der Architekt ein Resthonorar von DM 30.319,--, die auf Schadensersatz gerichtete Wi-
derklage des Bauherrn geht über DM 112.941,--.

Entscheidung
Das OLG Köln weist die Klage ab und gibt der Widerklage überwiegend statt. Dem Architekten stehe ledig-
lich ein Honorar für die Leistungsphasen 1 - 3 nach § 15 Abs. 1 HOAI zu. Die gesamte weitere Arbeit des Ar-
chitekten sei unbrauchbar, weil die Kostenberechnung nicht ordnungsgemäß erstellt worden sei. Der Bau-
herr habe daher - in Unkenntnis der tatsächlich zu erwartenden Kosten - weder den Architekten zur Umpla-
nung auffordern, noch von der Durchführung des Bauvorhabens insgesamt Abstand nehmen können. Die er-
stellten Kostenermittlungen seien „unrealistisch" und grob fehlerhaft. Dies berechtige den Bauherrn zur frist-
losen Kündigung ohne eine Vergütungspflicht nach § 649 BGB. Zudem hafte der Architekt auf Schadenser-
satz: Schon geleistete Abschläge seien ebenso zu erstatten wie nutzlos aufgewandte Kosten für Statik, Ver-
messung, Bauverzögerung und Baumaterial.

Praxishinweis
Der Architekt bringt sich, folgt man dem OLG Köln, in größte Gefahr, wenn er dem Bauherrn nicht bereits in
der Planungsphase ordnungsgemäße Kostenermittlungen vorlegt. Er riskiert, dass ein erheblicher Teil seiner
Leistungen nicht vergütet wird. Darüber hinaus haftet er dem Bauherrn für den gesamten Umfang der Auf-
wendungen, die mit der Realisierung des Vorhabens zusammenhängen. Dies ist um so schmerzlicher, als
der Architekt hier nicht versichert ist: Es greift der Ausschlusstatbestand in A IV Nr. 2 BBR Berufshaftpflicht-
versicherung.
RA Mathias Preussner, Konstanz

Bearbeitungsstand: Juli 2002


132
C – 3.4.4 Kostenermittlung: Systematische Qualitätsverbesserung

Formale Fehler vermeiden • Begriffstruktur der DIN 276 verwen- In Deutschland ist man
sehr kleinkariert und hängt
den sich beim Honorarstreit so-
• Gliederung der DIN 276 verwenden gar daran auf - leider
• Gliederungstiefe je Stufe einhalten

• Planungsbezug herstellen (in allen Wichtigster Teil zur eige-


nen Absicherung. Doku-
Phasen) mentation des Kenntnis-
standes als Grundlage
Stammdaten verbessern • Nur im Notfall mit fremden Stamm- Wichtige jedoch ungeliebte
Arbeit im Büro, mit der
daten arbeiten man kein Geld verdienen,
• Stammdaten langfristig strukturie- aber bei schlechter Basis
ren viel verlieren kann. Unan-
genehme Arbeit standardi-
• Kostenkontrollen zum Anlass der sieren (z.B. Anlage von
Selbstüberprüfung machen Vergleichsobjekten)
• Stammdatenpflege und Weiterent-
wicklung zur Aufgabe aller Mitarbei-
ter machen

Kostenermittlungsverfahren • Ist die Bezugsgröße richtig ausge- Intelligente Arbeiten sollte


man intelligenten Men-
richtig auswählen wählt ? (z.B. für Hallen nicht m3 umbauten schen übertragen
Raum)
• Ist die Bezugsmenge richtig be-
stimmt ?
• Welche Korrekturen sind objekts-
pezifisch notwendig ?

„Richtige“ Ausschreibung • Ausschreibungsart richtig auswäh- Am Anfang einmal den


richtigen Weg gefunden,
len spart viele Schrammen
• Klarheit in der Ausschreibung an- und kann Grundlage zur
ständigen Verbesserung
streben (Planen mit Worten) werden – manche lernen
• Risiken durch rechtssichere Verträ- es nie
ge vermeiden (incl. AGB´s)
• Fairer Wettbewerb als Grundsatz
• Alternativen zulassen – Optimie-
rung vorsehen („Schleife“ von Lph.
7 bis 5)
• Kostenreduzierung immer zuerst
bei den Bauumständen versuchen;
nur im Notfall im Bauinhalt
• Angemessene Qualität zur Funkti-
on (differenzieren und dies deutlich
machen)

Abweichungsdokumentation • Grundlagen der jeweiligen Ermitt- Eigene Lebensversiche-


rung
führen lung (s.o.)
• Verursacher
• Zielkonflikte deutlich machen
• Hinweise an AG

Bearbeitungsstand: Juli 2002


133
C - 3.5 Methoden der Kostensteuerung

Änderung der Bezugsgrößen (nach Neddermann)

Geld Veränderung aufgrund


von Bauherren- ent-
scheidungen

HINWEIS Nachträge der Bauun- Ab-


ternehmer zu „Sowieso rech-nung
– Kosten“ s- summe

Kostenziel

Auflagen der finanzie-


renden Bank

Kostenentwicklung ständig prüfen, ob der Leistungsentwicklung entspricht

Zeit

Planungstoleranz

Bearbeitungsstand: Juli 2002


134
aus der Rechtsprechung

Einseitige Kostenvorgaben des Auftraggebers nach Vertragsschluss sind vom Architekten bei der Pla-
nung zu beachten. Über Kostensteigerungen bei Änderungswünschen hat er den Auftraggeber aufzu-
klären.
BGH, Urteil vom 24.06.1999 - VII ZR 196/98;

Problem/Sachverhalt
Ein Autohändler und ein Architekt schließen einen Vertrag über die Planung und Objektüberwachung für ein
Autohaus. Dem Vertragsschluss vorausgegangen war eine Vorplanung, die mit einer Kostenschätzung von
DM 3,63 Mio. endete. Unmittelbar nach Abschluss des schriftlichen Vertrages gab der Autohändler Baukos-
ten in Höhe von DM 3,6 Mio. schriftlich vor. Aufgrund einer geänderten Konzeption reichte der Architekt den
Bauantrag ein. Er war von einer Kostenschätzung über DM 4,3 Mio. begleitet. Danach kam es zu einer Be-
sprechung über Änderungswünsche. Diese mündeten in einer Kostenermittlung in Höhe von DM 4,8 Mio.
Daraufhin forderte der Autohändler den Architekten unter Fristsetzung mit Kündigungsandrohung auf, eine
genehmigungsfähige Planung vorzunehmen. Als daraufhin eine Kostenermittlung in Höhe von DM 4,15 Mio.
überreicht wurde, bei der Ersatzteillager und Annahmeplätze noch nicht berücksichtigt waren, kündigte der
Autohändler den Vertrag aus wichtigem Grund. Der Architekt macht den Anspruch aus § 649 BGB geltend.
Die Kostensteigerungen beruhten auf Änderungswünschen. Das OLG gibt seiner Klage statt.
Entscheidung

Der BGH meint, auch dann, wenn eine feste Kostengrenze nicht vereinbart sei, sei der Architekt verpflichtet,
die ihm bekannten Kostenvorstellungen des Bauherrn zu berücksichtigen und ihn auf etwaige Kostenmeh-
rungen hinzuweisen. Das OLG habe dies nicht berücksichtigt. Ohne nähere Begründung könne es auch
nicht als realitätsfremd angesehen werden, wenn der Bauherr behaupte, die Kostenfolge der Änderungswün-
sche sei ihm nicht bekannt gewesen. Dies umso weniger, wenn der Bauherr, wie vorliegend, behaupte, die
Änderungswünsche dienten allein der Kostenersparnis. Das OLG muss also weiter aufklären, ob die Kosten-
vorgabe mit Willen des Autohändlers überschritten wurde.
Praxishinweis

Eine vertraglich vereinbarte Kostengrenze ist einzuhalten. Ist eine solche nicht vereinbart, so kann der Bau-
herr auch nach Vertragsschluss einseitig Vorgaben machen, die der Architekt zu beachten hat. Damit wird
die Rechtsprechung des BGH zu den nachträglich einseitigen (gleichwohl verbindlichen) Änderungswün-
schen in den Tatbestand der Bausummenüberschreitung fortgeschrieben. Wird eine solche Vorgabe nach-
träglich gemacht, so hat der Architekt zunächst zu prüfen, ob er sich in diesem Rahmen hält. Das Ergebnis
hat er dem Auftraggeber mitzuteilen. Bei Überschreitung der Vorgabe hat er die weitere Entscheidung abzu-
warten. Diese kann, da er bis zur Vorgabe nicht an diesen finanziellen Rahmen gebunden war, durchaus in
einer vergütungspflichtigen Änderung der Pläne bestehen. Auch die Handhabung von Änderungswünschen
muss transparent erfolgen. Zunächst ist - vor Ausführung kostenträchtiger Planungsarbeiten - der Auftragge-
ber von der voraussichtlichen Kostenfolge zu informieren. Sinnvollerweise sollte sich der Architekt dann eine
Freigabe der Weiterplanung erteilen lassen. Anderenfalls drohen bei nachfolgenden Streitigkeiten Beweis-
nachteile.

RA Dr. Jürgen Lauer, Köln - IBR

Bearbeitungsstand: Juli 2002


135
C - 3.6 Ausgewählte Musterbriefe zur Kostensteuerung
Verteiler:
ausgewählte Bieter,
Bauherr z.K.
Akte (Vergabe)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................
Unternehmer:................................
Bitte Kopie dieses Blattes als
Rücklaufexemplar verwenden

Vorbereitung der Auftragsverhandlung


Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem die Auswertung der Angebote erfolgt ist und die Unterlagen geprüft wurden, sollen mit ei-
nigen Bietern Auftragsverhandlungen geführt werden. Zur Vorbereitung der Gespräche bitten wir
Sie, die folgenden Fragen zu beantworten und uns eine Kopie dieses Schreibens als Rücklaufex-
emplar bis zum ........................ zurückzusenden.
Falls Sie hierzu noch Fragen haben, rufen Sie bitte Frau / Herrn ................................
unter Tel. ..........................an.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1. In welcher Höhe sind Nachlässe beim Gesamtpreis oder den Einzelpreisen möglich?
Nachlässe möglich ja / nein *) Höhe ca. .......... %
und unter welchen Bedingungen können diese gewährt werden ?

Welche Nachlässe sind möglich, falls


❒ Vorauszahlungen gegen Bankbürgschaft geleistet werden?
Vorauszahlung sinnvoll: Ja / Nein Nachlass ca. .......... %
❒ Zahlungsziele zu Ihren Gunsten verkürzt werden ? Nachlass ca. .......... %
❒ Die Terminabstimmung mit Ihren internen Abläufen koordiniert wird ?
Nachlass ca. .......... %
❒ Weitere Vorschläge von Ihnen.

2. Welche Referenzobjekte (max. 4-6) mit Tel.-Nr. der Bauherren oder Architekten, können Sie
aus den letzten 2-3 Jahren angeben? (Angaben bitte auf gesonderter Liste)

3. Der Bauherr wünscht evtl. eine Ausführungsbürgschaft gemäß VOB/B § 17.


Ist die Stellung einer solchen möglich? ja / nein
Wen schlagen Sie als Bürgschaftsgeber vor ? ...................................................................

5. Mit welcher Hausbank arbeiten Sie hauptsächlich zusammen?


....................................................................................................., Tel.-Nr. ..........................

6. Haben Sie zu der ausgeschriebenen Leistung gleichwertige Alternativvorschläge, die eine


Preisreduzierung ermöglichen? Ja/Nein (Anlage bitte beifügen)

7. Die Leistungen können mit ca. .......... Arbeitskräften in ca. ............. Werktagen / Wochen er -
bracht werden.

8. Die Leistung ist kleiner/größer als ein durchschnittlicher Monatsumsatz unseres Unternehmens.
Hinweis: Die Frage 8 soll Auftraggeber und Auftragnehmer davor schützen, dass ein zu
großer Auftrag übernommen wird und Störungen im Bauablauf zu existentiellen Problemen
beim Auftragnehmer werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


136

Verteiler:
Auftragnehmer
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Änderung des Pauschalpreises wegen Wegfall von Leistungen / geänderter Bauum-


stände *)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben von mit Vertrag vom .............................. die Leistung .............................. zu einer Pau -
schalsumme beauftragt bekommen.

Folgende Leistungen sind abweichend von der Leistungsbeschreibung / den Vertragsunterlagen


nicht oder nur in geringerem Umfang auszuführen:
...................................................................................................................................................

Der Änderung liegt zugrunde


❒ die Änderung der Bauumstände ............................................................................................ be-
dingt durch ............................................................................................................................

❒ die Änderung des Bauentwurfs ...............................................................................................


bedingt durch .................................................................... am ............................................

❒ Unsere Anordnung / die Anordnung des Bauherren*) vom..................


Inhalt der Anordnung ....................................................................................................................

Infolge dieser Änderung haben sich auch die vertraglichen Grundlagen des Pauschalpreises geän-
dert. Das Festhalten an der Pauschalsumme ist für den Bauherren deshalb nicht mehr zumutbar.
Er hat einen Anspruch auf Änderung des Pauschalpreises, der sich auf VOB/B § 2 Nr. 7 Abs. 1
Satz 4 stützt. Diese Regelung verweist auf die Anwendung von VOB/B § 2 Nr. 5. Der neue Preis ist
danach unter Berücksichtigung der Mehr- oder Minderkosten zu bilden (VOB/B § 2 Nr. 7 Abs. 1
Satz 4 in Verbindung mit § 2 Nr. 5). Die neue Preisbildung sollte nach dieser Regelung vor der
Ausführung erfolgen.

Bitte unterbreiten Sie bis zum .............. ein Nachtragsangebot für eine neue Preisvereinbarung.
Sollten Sie die Frist nicht einhalten, werden wir die Neuberechnung im Auftrage des Bauherren
vornehmen.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


137

Verteiler:
Auftragnehmer
Bauherr z.K.
Akte Bauleitung
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................
Ihre Rechnung vom ...........................................................
Fehlende Prüffähigkeit der Abschlags-/Schlussrechnung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Rechnung für o.g. Objekt haben wir erhalten. Nach VOB/B § 14 Nr. 1 haben Sie Ihre Leistungen prüfbar
abzurechnen. Da diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann sie nicht bearbeitet werden. Sie weist insbe-
sondere folgende Mängel auf:
❒ unvollständig
❒ nicht prüfbar (z.B. ....................................................................)
❒ nicht mit der notwendigen Anzahl von Durchschlägen versehen
❒ die Rechnungsschrift ist falsch (siehe Werkvertrag)
❒ keine nachvollziehbaren Aufmaße vorhanden
❒ keine Abrechnungspläne vorhanden
❒ Sonstiges ........................................................................................

Sie erhalten deshalb Ihre Unterlagen zur Ergänzung / Berichtigung / Vervollständigung *) zurück.
Bitte erstellen Sie die fehlenden Unterlagen und senden uns diese mit Ihrer Rechnung bis
spätestens .................... zu.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Verteiler:
wie vor
Erstellung der Schlussrechnung gem. VOB / B § 14 Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß Werkvertrag vom .................... ist die Schlussrechnung nach Abnahme vorzulegen.
Nachdem die Abnahme am .................... erfolgte und Ihre Schlussrechnung noch nicht vor liegt, for-
dern wir Sie hiermit auf, diese bis spätestens .................... prüffähig, mit nachvollziehbaren Aufma-
ßen belegt und in der im Werkvertrag vereinbarten Anzahl von Exemplaren vorzulegen.

Sollten Sie dieser Aufforderung nicht oder nur unvollständig nachkommen, werden wir die Annah-
me der Schlussrechnung von Ihnen verweigern und selbst eine Schlussrechnung aufstellen. Die
dabei anfallenden Kosten gehen zu Ihren Lasten und werden von der Restzahlung abgezogen.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift

Der unterzeichnete Rücklauf ist spätestens bis .................... zurückzusenden.


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bestätigung

Die Schlussrechnung wird ordnungsgemäß prüffähig aufgestellt und bis spätestens ....................
vorgelegt.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN

Bearbeitungsstand: Juli 2002


138

Verteiler:
Auftragnehmer
Bauherr
Akte Bauleitung / Buchhaltung
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................

Verweigerung der Annahme der Schlussrechnung

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom .................... wurden Sie aufgefordert, gemäß VOB/B § 14 Nr. 3 + 4 Ihre
Schlussrechnung für das o.g. Objekt innerhalb einer angemessenen Frist, welche im Verhand-
lungsprotokoll des Werkvertrages vom .................... mit .................... Wochen vereinbart war, ein -
zureichen.

Die angemessene Frist ist am .................... abgelaufen.

Wir verweigern nunmehr die Annahme einer Schlussrechnung von Ihnen und werden diese selbst
aufstellen lassen. Die dabei anfallenden Kosten gehen zu Ihren Lasten und werden von der Ihnen
evtl. zustehenden Restzahlung abgezogen.

Hochachtungsvoll

Unterschrift
## Bauherr ##

Bearbeitungsstand: Juli 2002


139

C–4 Qualitätssteuerung

Auftragnehmer an Auftraggeber + Planungsbüro des Auftraggebers


+
NU an GU

Hinweis: Es ist möglich, dieses Schreiben zunächst nur an das Planungsbüro zu richten. Wird von
dort direkt Abhilfe geschaffen, braucht der Bauherr hierzu keine Information. Antwortet das Pla-
nungsbüro nicht oder nicht ausreichend, muss der Bauherr informiert werden.

Verteiler:
Auftraggeber
Planungsbüro des Auftraggebers
Akte

Ort, Datum

Prüfungspflichten gemäß VOB/B § 4 Nr. 1 Absatz 4 und § 4 Nr. 3


Schäden an eigener Leistung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir beziehen uns auf das o.g. Bauvorhaben und müssen Ihnen gemäß VOB/B § 4 Nr. 1 Absatz 4
bzw. § 4 Nr. 3 unsere Bedenken
❏ gegen Ihre Anordnung *)
❏ gegen die Art der Ausführung *)
❏ gegen Güte der gelieferten Stoffen *)
❏ gegen Leistungen der Vorunternehmen *)
❏ gegen die getroffenen Unfallverhütungsmaßnahmen *)
mitteilen, um Schaden von unserer Leistung und dem Gesamtobjekt abzuwenden.
Begründung
...................................................................................................................................................
Dies gilt für folgende von uns zu erbringende Leistungen
...................................................................................................................................................
Wir bitten Sie um schriftliche Anweisung, ob die Leistungen trotzdem nach Ihrer Vorgabe aus-
geführt werden sollen, oder ob auch Ihnen eine Änderung, wenn ja welche, notwendig erscheint.
Wir bitten um Ihre Anweisung bis spätestens zum ...................., damit die Arbeiten termingemäß
und ohne Verzug weitergeführt werden können.
Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass wir von der Gewährleistung frei sind, falls Sie unsere Be-
denken zu Unrecht zurückweisen und daraus ein Mangel entsteht.
Bis zu Ihrer Mitteilung zum weiteren Vorgehen werden wir unsere Leistung
❏ einstellen
❏ am ................... einstellen
❏ fortführen
Die vertraglich vereinbarte Ausführungsfrist verlängert sich entsprechend, einschließlich eines et-
waigen Zuschlages, um .................. Werktage.

Mit freundlichem Gruß

*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


140

Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer


+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Entfernen von nicht den vertraglichen Vereinbarungen entsprechenden Baustoffen und


Bauteilen gemäß VOB/B § 4 Nr. 6

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben festgestellt, dass Sie entgegen den vertraglichen Vereinbarungen Stoffe und Bauteile
verwenden, die nicht den vertraglichen Vereinbarungen / den von Ihnen vorgelegten Proben *) ent-
sprechen.

Wir fordern Sie deshalb auf, diese nicht vertragsgemäßen Stoffe und Bauteile bis
zum ...................................... von der Baustelle zu entfernen. Dies betrifft insbesondere
...................................................................................................................................................

Sollten Sie diese Frist nicht einhalten, werden wir diese gemäß VOB/B § 4 Nr. 6 entfernen. Den da-
durch entstehenden Aufwand werden wir Ihnen in Rechnung stellen.

Mit freundlichem Gruß

Bearbeitungsstand: Juli 2002


141

Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer


+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Mängelrüge gemäß VOB/B § 4 Nr. 7

Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind am ................................... folgende Mängel nach VOB/B § 4 Nr. 7 festgestellt worden:


...................................................................................................................................................
...................................................................................................................................................
Wir fordern Sie auf, die mangelhaften oder vertragswidrigen Leistungen auf Ihre Kosten durch
mangelfreie zu ersetzen, und setzen Ihnen dazu folgende angemessene Fristen.

lfd. Nr. Mangel Beginn bis Ende der Beseitigung


........... ................................................................ .....................................................
........... ................................................................ .....................................................
........... ................................................................ .....................................................

Ihre Haftung für Folgeschäden, die durch die mangelhaften oder vertragswidrigen Leistungen ent-
standen sind, wird durch die Mangelbeseitigung nicht berührt.

Mit freundlichem Gruß

Anlage
Rückinformation
(Folgeseite beilegen)

Bearbeitungsstand: Juli 2002


142

Anlage zum Schreiben ... : Auftraggeber bzw. Planungsbüro des Auftraggebers an Auftrag-
nehmer
+
GU an NU

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
(bei Versand durch Planer zusätzlich Bauherr z.K.)
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Rückinformation : Anlage zur Aufforderung zur Mangelbeseitigung

Mängelbeseitigungserklärung
(bitte dieses Schreiben als Rücklaufexemplar benutzen)

Bitte bestätigen Sie durch Ihre Unterschrift, dass Sie die im Schreiben vom ...............gerügten
Mängel bis zum geforderten Termin beseitigen. Senden Sie uns diese Erklärung bis
spätestens ............................. zurück.

Erhalten wir Ihre Willenserklärung nicht zum vorgenannten Termin, gehen wir davon aus, dass Sie
sich weigern, den Mangel zu beseitigen.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift

Bestätigung:

Die im Schreiben vom ......... aufgeführten Mängel sind in der geforderten Weise behoben bezie-
hungsweise werden wie gefordert behoben.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN

Bearbeitungsstand: Juli 2002


143

Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: .......................

Fristsetzung zur Mängelbeseitigung - Nachfrist


(VOB/B § 4 Nr. 7)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Mängelrüge vom .................. ordnungsgemäß zur Mängelbeseitigung aufgefordert
worden. Sie haben entgegen Ihrer Pflicht nicht mit der Beseitigung begonnen.

Wir setzen Ihnen eine angemessene Nachfrist für die Mängelbeseitigung.


Nachfrist .................... Werktage Ende der Nachfrist ....................
Diese Nachfristen sind keine Vertragsfristen und befreien Sie nicht von eventuellen Schadener-
satzansprüchen.

Nach fruchtlosem Ablauf der Frist werden wir ohne weitere Ankündigung
❏ Ihnen den Auftrag entsprechend VOB/B § 8 Nr. 3 ganz oder teilweise entziehen *)
❏ Klage auf Vertragserfüllung gegen Sie erheben*)
❏ auf Ihre Kosten eine Drittfirma beauftragen*)
❏ Schadenersatz verlangen*)
Außerdem werden wir keine weiteren Zahlungen mehr leisten, solange Sie Ihren vertraglichen
Pflichten nicht nachkommen.

Mängelbeseitigungserklärung
Bitte bestätigen Sie durch Ihre Unterschrift, dass Sie die gerügten Mängel bis zum geforderten Ter-
min beseitigen. Senden Sie uns diese Erklärung bis spätestens .............................. zurück.
Erhalten wir Ihre Willenserklärung nicht zum vorgenannten Termin, gehen wir davon aus, dass Sie
sich weigern, den Mangel zu beseitigen.

Hochachtungsvoll

Unterschrift

Die Bestätigung der Mängelbeseitigung spätestens bis .................... zurückzusenden.

Bestätigung
Obige Mängel sind, soweit bis jetzt erkenntlich, in der geforderten Weise behoben bzw. werden vor
Ablauf der Nachfrist behoben.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


144

Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Entziehung des Auftrages


Fristlose Verweigerung der Mängelbeseitigung gemäß VOB/B § 8 Nr. 3 , Abs.1

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Fristsetzung vom .................... ordnungsgemäß zur Mängelbeseitigung Ihrer Vertrags -
leistungen aufgefordert worden. Sie haben entgegen Ihrer Pflicht nach VOB/B § 4 Nr. 7 die Mängel
nicht beseitigt.

Am .................... wurde Ihnen deshalb eine Nachfrist bis zum .................... für die Mangelbeseiti-
gung gesetzt. Es wurde Ihnen angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist die Mangel-
beseitigung auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma durchgeführt wird.

Da Sie auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen sind, verweigern wir nunmehr die Män-
gelbeseitigung durch Sie und werden, wie angekündigt, eine Drittfirma auf Ihre Kosten beauf-
tragen. Weitergehende Ersatzansprüche behalten wir uns vor.

Bis zur Vorlage der Schlussrechnung der Drittfirma und der zu fertigenden Aufstellung über die
Mehrkosten werden wir keine Zahlungen mehr leisten.
Außerdem behalten wir uns Schadenersatzansprüche gemäß VOB/B § 6 Nr. 6 vor.

Die Drittfirma wird am .................... mit der Mängelbeseitigung beginnen.

Wir bedauern sehr, dass sich die Angelegenheit aufgrund Ihres Verhaltens so entwickelt hat.

Hochachtungsvoll

Bearbeitungsstand: Juli 2002


145

Auftraggeber an Auftragnehmer
+
GU an NU
Bei Schriftverkehr durch Planungsbüro zunächst Vollmacht durch Auftraggeber einholen
und Musterbriefe für Planer aus dieser Sammlung nutzen

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

TERMIN : spätestens 12 Werktage nach Vorliegen der Rechnung des Unternehmens, das
nun tätig wurde, zuzustellen.

Mängelbeseitigung durch .................................................................................


Ankündigung des Abzugs der Kosten bei Ihrer Schlussrechnung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem nun die


❏ Mängelbeseitigung
❏ Restarbeiten
❏ Nacharbeiten
❏ Reinigungsarbeiten
❏ Ersatzvornahme

❏ ganz
❏ teilweise

am oben genannten Objekt durchgeführt ist, liegt uns

❏ der Regiebericht
❏ die Rechnung (Anlage 1)

über den Aufwand, der dadurch entstanden ist, vor. Gemäß VOB/B § 8 Nr. 3. Abs. 4 erhalten Sie
diesen Regiebericht bzw. die Rechnung zur Information.

Außerdem ist bisher folgender Schaden entstanden, den wir Ihnen hiermit

❏ dem Grunde nach anzeigen:.............................................................................................


Die genaue Höhe werden wir Ihnen mitteilen, sobald uns das möglich ist

❏ wie folgt benennen (s.a. Schadensaufstellung als Anlage 2).

Den daraus resultierenden Betrag (Aufwand Dritter und Schaden hier) werden wir bei der

❏ nächsten Teilzahlung an Sie


❏ Schlusszahlung

in Abzug bringen.

mit freundlichem Gruß

Anlage 1: als Kopie


Regiebericht der Firma.............................................
Rechnung der Firma................................................
Anlage 2: Schadenszusammenstellung

Bearbeitungsstand: Juli 2002


146

Bearbeitungsstand: Juli 2002


147

Planungsbüro an Bauherren

Verteiler:
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................
Wiedervorlage am ........................

vor Absenden der „Nachfrist - Briefe” auf den Folgeseiten diese Zustimmung des Bau-
herren einholen

Fristsetzung zur Mängelbeseitigung - Nachfrist für Bauunternehmer ..................

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Bauunternehmer ............................. ist mit Mängelrüge vom .................. ordnungsgemäß


zur Mängelbeseitigung aufgefordert worden. Er hat nicht mit der Mangelbeseitigung begonnen.
Wir müssen nun nach den Regeln des Werkvertragsrechtes eine angemessene Nachfrist set-
zen, die am ................... endet.
Nach fruchtlosem Ablauf der Nachfrist sind Handlungen notwendig, die nicht durch unsere Ar-
chitektenvollmacht gedeckt sind. Wir brauchen deshalb Ihre Bestätigung zur weiteren Vorge-
hensweise. Wir schlagen vor, dass nach fruchtlosem Versteichen der Nachfrist ohne weitere
Ankündigung
❏ der Auftrag ganz oder teilweise entzogen wird *)
❏ Klage auf Vertragserfüllung erhoben wird *)
❏ die Mängelbeseitigung durch den Bauunternehmer ................. abgelehnt wird *)
❏ auf Kosten des Bauunternehmers .....................eine Drittfirma beauftragt wird *)
❏ Schadenersatz verlangt wird*)
Dies begründen wir wie folgt ..................................................................................................

Wir bitten unter Verwendung dieses Blattes um Rückäußerung, ob Sie o.g. Vorschlag folgen.
Da ein zügiges Handeln notwendig ist, bitten wir um Nachricht bis...............

Mit freundlichem Gruß

Rückfax an:
...................................................................................................................................................
Ich / wir

❏ bitten um weitere Erläuterungen zu den Konsequenzen Ihres Vorschlages,

❏ sind mit Ihrem Vorschlag einverstanden. Bitte handeln Sie entsprechend.

❏ bitten Sie wie folgt zu verfahren : ..........................................................................................

Unterschrift

Bearbeitungsstand: Juli 2002


148
Planungsbüro des Auftraggebers
nach vorheriger Genehmigung durch Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Bauherr z.K.
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Wiedervorlage am: ...................

Zustimmung des Bauherren vorher einholen

Fristsetzung zur Mängelbeseitigung - Nachfrist

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Mängelrüge vom .................. ordnungsgemäß zur Mängelbeseitigung aufgefordert
worden. Sie haben entgegen Ihrer Pflicht nicht mit der Mangelbeseitigung begonnen.
Wir setzen Ihnen im Auftrage des Bauherren eine angemessene Nachfrist für die Mängelbeseiti-
gung.
Nachfrist .................... Arbeitstage Ende der Nachfrist ....................
Diese Nachfristen sind keine Vertragsfristen und befreien Sie nicht von evtl. Schadenersatz-
ansprüchen.

Nach fruchtlosem Ablauf der Frist wird der Bauherr ohne weitere Ankündigung
❏ Ihnen den Auftrag entsprechend VOB/B § 8 Nr. 3 ganz oder teilweise entziehen *)
❏ Klage auf Vertragserfüllung gegen Sie erheben*)
❏ auf Ihre Kosten eine Drittfirma beauftragen*)
❏ Schadenersatz verlangen*)
Außerdem werden keine weiteren Zahlungen mehr geleistet, solange Sie Ihren vertraglichen
Pflichten nicht nachkommen.

Bitte bestätigen Sie durch Ihre Unterschrift, dass Sie die gerügten Mängel bis zum geforderten
Termin beseitigen. Senden Sie uns diese Erklärung bis spätestens .............................. zurück.
Erhalten wir Ihre Willenserklärung nicht zum vorgenannten Termin, gehen wir davon aus, dass
Sie sich weigern, den Mangel zu beseitigen.

Hochachtungsvoll

Die Bestätigung der Mängelbeseitigung ist spätestens bis ................... an ......................


zurückzusenden.

Bestätigung
Obige Mängel sind in der geforderten Weise behoben bzw. werden vor Ablauf der Nachfrist be-
hoben.

........................................................... ...........................................................
Ort, Datum Unterschrift AN
*)
Nichtzutreffendes bitte streichen

Bearbeitungsstand: Juli 2002


149
Planungsbüro an Bauherren

Verteiler:
Bauherr
Akte Bauleitung
......................................................
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................
Gewerk: ........................................

Entziehung des Auftrages an den Bauunternehmer .................... und


Verweigerung der Mängelbeseitigung durch ihn

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Bauunternehmer .......................ist mit Fristsetzung vom .................... ordnungsgemäß zur


Mängelbeseitigung aufgefordert worden. Er hat die Mängel nicht beseitigt.

Am .................... wurde ihm deshalb eine Nachfrist bis zum .................... für die Behebung
des Mangels gesetzt. Es wurde Ihm angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist der
Auftrag entzogen wird und die Mangelbeseitigung auf seine Kosten durch eine Drittfirma durch-
geführt wird.

Da er auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen ist, sollte nunmehr die Mangelbeseitigung
durch Sie verweigert und eine Drittfirma beauftragt werden.

Wenn Sie mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind, bitten wir Sie um Unterzeichnung des
beiliegend vorbereiteten Kündigungsschreibens. Für ergänzende Auskünfte und Erläuterungen
stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.

Vor Vergabe der Leistungen an eine Drittfirma sollten wir unbedingt eine beweiskräftige Doku -
mentation erstellen. Hierfür unterbreiten wir Ihnen noch gesonderte Vorschläge mit separater
Post.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift

Anlage: vorbereitetes Kündigungsschreiben

Folgeseite als Anlage :


3 Exemplare

1 x Bauherr
1 x Bauunternehmer ( per Fax vorab) + Einwurf - Einschreiben
1 x Akte

Eine beweiskräftige Dokumentation des Zustandes erscheint sinnvoll, damit später eine qualifi-
zierte Auseinandersetzung möglich wird. Bei schwerwiegenden Mängeln oder Mängeln großen
Umfanges muss ggf. ein selbständiges Beweisverfahren eröffnet werden.

Bearbeitungsstand: Juli 2002


150
Auftraggeber an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer (per Fax vorab
+ Einwurf – Einschreiben)
Akte Bauleitung
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

Entziehung des Auftrages


Fristlose Verweigerung der Mängelbeseitigung gemäß VOB/B § 8 Nr.3 (1)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind mit Fristsetzung vom ................ ordnungsgemäß zur Mängelbeseitigung Ihrer Ver-
tragsleistungen aufgefordert worden. Sie haben entgegen Ihrer Pflicht nach VOB/B § 4 Nr. 7
Mängel nicht beseitigt.

Am .................... wurde Ihnen deshalb eine Nachfrist bis zum .................... für die Behebung
der Mängel gesetzt. Es wurde Ihnen angekündigt, dass nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist die
Beseitigung auf Ihre Kosten durch eine Drittfirma durchgeführt wird.

Da Sie auch dieser Fristsetzung nicht nachgekommen sind, verweigern wir nunmehr die Män -
gelbeseitigung durch Sie und werden, wie angekündigt, eine Drittfirma auf Ihre Kosten beauf-
tragen.

Bis zur Vorlage der Schlussrechnung der Drittfirma und der zu fertigenden Aufstellung über die
Mehrkosten werden wir keine Zahlungen mehr leisten.
Außerdem behalten wir uns Schadenersatzansprüche gemäß VOB/B § 6 Nr. 6 vor.

Die Drittfirma wird am .................... mit der Mängelbeseitigung beginnen.

Wir bedauern sehr, dass sich die Angelegenheit aufgrund Ihres Verhaltens so entwickelt hat.

Hochachtungsvoll

Bauherr

Bearbeitungsstand: Juli 2002


151

Planungsbüro des Auftraggebers an Auftragnehmer

Verteiler:
Auftragnehmer
Akte
Bauherr z.K.
Ort, Datum
Bauvorhaben: ...............................

TERMIN : spätestens 12 Werktage nach Vorliegen der Rechnung des Unternehmens, das
nun tätig wurde, zuzustellen.

Mängelbeseitigung durch .................................................................................


Ankündigung des Abzugs der Kosten von Ihrer Rechnung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem nun die


❏ Mängelbeseitigung
❏ Restarbeiten
❏ Nacharbeiten
❏ Reinigungsarbeiten
❏ Ersatzvornahme

❏ ganz
❏ teilweise

am oben genannten Objekt durchgeführt ist, liegt


❏ der Regiebericht
❏ die Rechnung (Anlage 1)

über den Aufwand, der dadurch entstanden ist, vor. Gemäß VOB/B § 8 Nr. 3. Abs. 4 erhalten Sie
diesen Regiebericht bzw. die Rechnung (als Kopie) zur Information.

Außerdem ist bisher folgender Schaden entstanden, den wir Ihnen hiermit

❏ dem Grunde nach anzeigen:.............................................................................................


Die genaue Höhe werden wir Ihnen mitteilen, sobald uns das möglich ist

❏ wie folgt benennen (s.a. Schadensaufstellung als Anlage 2).

Den daraus resultierenden Betrag (Aufwand Dritter und Schaden hier) wird der Bauherr bei der

❏ nächsten Teilzahlung an Sie


❏ Schlusszahlung

in Abzug bringen.

mit freundlichem Gruß

Anlage 1: als Kopie


Regiebericht der Firma...........................................
Rechnung der Firma..............................................
Anlage 2: Schadenszusammenstellung

Bearbeitungsstand: Juli 2002