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Die Groſſe
Gder Andere e-pelgi

Der Stände deſ König


reichs Böhenb/ſoden Leib ond das Blut
vnſers HEr envid Peylands IEſu Chriſtivn
ter Beyder Geſtilltempfahen.

Samptdendarzugehörigen
- Beyſagen–- -
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Außder Böheimiſchen Sprachin die Teut


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ſcheverſetzt /vidallen Eiebhabern der Haarheit


Teutſcher Alation zum beſten/auch zttſſ
xer Aachricht-vñd Haxnung inn
offenen Truck verfertiget.
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er Stände Sub-Utraque im Königreich
BöheimbAndere oder Groſſe
AP o Lo GIA-“ -

S. Emnach alle DreyStändedeßKönigreichs


Ä Böeimb ſo den Erbvd das Blutvnſers HErren vnd Hcy
Ä landesJEſu Chriſti Byder Geſtalt empfangen / vnd zur
- Ä Böhemiſchen Confeſſien ſich bekennen. zum endcircrvo
- *S - rigen Apologa ſich dahin expreſè rklärt daß ſie geſennen/
anderweitihrefergere Apoloag nach erhaſchung der Notdurfft zu publi
ken / vnd darörchjhre Vnſcuddergaßen wie Welt gnugamb vor
Augenzuſtellen: Als ſind ſie ſchon längſten ſolche püblicirurg ins Werck
unkten vorhabens geweſen abraanbiß a heromeckchen verhindert
wºrden. „Dann Sie nicht allein darunter / Ihre Käyſ: Mäjeſät gebü
reidermaſſenſtätgs / wie noch reſpectºren müſſen: ſondern man hat auch
darauff bißheromttgreſſem verlangen vndhertzitcher begierde gewartet / Ob
nctisſementſtandenen Vtheyldurchbequeme leidliche Mittel möchte ab
zhoffn/ vnd das Königreich widerumb in ſeinen vorigen ruhevndfrieden
ſind geſetzt werden. Darzu dann / wie Ibre Käyſ Majeſtät bald an
fangs ſich wo affectiontre befunden / vnd daherote Stände auſfeinean
ſcheche ſtattliche Commiſſion/ zu Ablinung kieſes Vnheyls allergnädigſ
daröſtet. Alſo auch haben etlicheanſchenliche Chur vnd Fürſtendeß Heiligen
Römiſchen Reichs/ſolches mittelhöchlichen apprdbirt / vnd den Ständen
dpartem, auß Chriſtlichem mitleyden/ ſelbſten vorgeſchlagen. So aber
feroniemals vordie Hand genommen/viel weniger effecturti Sondern
dargegen vielmehr im Werck befunden worden, daßgedachter Stände Fein
vnd Zerſtörerdcß Friedens vndallgemeiner Wolfart / nicht allein allerley
inderungen argliſtiger weiß einwerfen - darurch Ihrer Käyſ Maje
ſtvndder Herren Churfürſten/gnädigſte/auffrichtige Intention vnd Wol
ºnung zu verhindern / vnd ſo viel an ihnen iſt / ganz vnd gar zuruck zu
en: Sondenſierhunſichauchböchſtes fleiſſes dahin bemühen damit ſie -
ºIhrer Kyf Maiſät die Stände ſelängerjemehr verhaßt machen/vnd
ſºwolbayIhrerMajeſtalsauchbeyandern “-Fºtº vº,
4 Die anderApologia der Stände
faff betallen nahevn) weitanſeſſt den Criſtlichen Völckern vnd Ländern -
in dieſen verdacht bringen möchten/als wann ſie/ vndernſchein der Religion
allerleyverenderungen vRndnewerungen ſuchen/ vnºd durch ſo: jhr vorneh
men/ vielgewaltige ſchwere Erceß/ wider Ihrer Kayſ: Majeſtt/ ais ihres
Königsvnd Hee:ens Könglich: dgnºtet hoheit vndanſchen begangen het
ten. Damitaber dieſer derfeinde böſer Intention vnd vorhaben benziten
entgegengangen/vnd die Ständtebeymännig ich aus allenverdacht möchten
geſetz werden hat die euſſerKenoturftvnwiderlegtchen erfordert / dieſe An
dere Apologiavºrfertigenvnndinofntlichen Druck außgehen zu laſſen zu
dem ende / Auffdaß dißganze Werckdardurch deſto beſſrerleutert würde
vnnd die Stände wider ihr boshaftige/verkehrte V:räunbder/ſich gnugſamb
zupurgieren/vrſachhaben möchten. Derowegn/was ve:hin in der Erſten
Apologia/außmangel der Zeit/ auch anderer Vrſachen halber mehr mit ſtill
ſchweigen übergangen/dßwirdallhteröffentlch/vndaußdrücklichen/wees
dßmal die Notdurft erfordertgeſzt vndwie ins gemein alle Potentatndte
ſer Welt alſo auch ſonſtenmenniglichen/was Standes/ Dignitet vidWür
den deimmerſynmöchtennotificrtvadgleichſambve Augngeſtellt.
Erſtlichen/Daß dißalles/wasindieſer Sach von
obberürten Ständen vorgenommen worden / wegen
groſſer vndgewaltiger/ihneninjhrer Chriſtlichen Reli
gion zugefügten/vierträglichen drangſahlen vund be
ängſtigungen/außgedrungenernoht/zuverhütung ei
nes ärgernübels/ſokünftig daraußentſtehen können/
beſchehen müſſen. Zum Andern/Oaß von den
Ständen/auffeinigenewerung oder veränderung/ zu
verletzung Ihrer Königlichen Najeſt: Authoritet vnd
Hoheit/niemals gedacht worden.
Darben dann von embiben zu wiſſen, daßindeſm Carde die Än woh
ner/von Altershero/zveyer vnterſchiedichen Rigionen geweſen/ vnd noch
bß Dato ſind: deren ein heil Sub Vna, vad die andern Sub Veraque, ſich
YideinAlegn nnen. Derovrſachenhalber diß/noi ven alten Jarenherein der Cans
Ordnung agnugſam verſehen werden/ daßwas den Gauben S b Vna vnd
Seb Veraque anlangt/ſollfine Parthydt anderntugt bedrängnuß zufü
- ;
º - gen
"
-- -

deß Königreichs Böheimb Sub Utraque. 5


gen/ſondern als gute Freunde beyſammenvo: einen Mann ſtehen/vndein thil
den andern nicht ſchmähen noch etwas zur verachtung mahlen laſſe noch an
dern zu mahlenverſtatten. Welches bemedter Stände vs.fairen ſamptjhr t
nachkommenſtet vidveſtzuhalten/ vnd beyſsicher verordnung vnn) bewi
gung auffkánfftgeewgezeitbeſtändig ich zu verbleiben/enandrug ſagevnd
verſprochen. b Es leſkt auch der Königin Böheimbey ſeiner Crönung/afé b]N. z.
Ständen ins gemein/ohnevnterſcheid der Religion/ein KöngichesJuramét:
darinnen E ſich ihnen verpflichtet. Sie bey jhren Ordnungen/Rech
ten Privilegien/Freyheiten/Gerechtigkeiten/rndallen andern löb:
lichen Ä zu erhalten vnd verbleiben zu laſſen. Dieſem
nacy/haben die Vorfahren der Stände Sub Vtraque, die Sub-Vnaais ihre
Mitgider vnd Busverwandten zu allenzeiten gebürendermaſſen reſpečtºrt:
wie ſieſie auch noch heute zutage ungebärende acht nennentun. Vnd obwol
die Stände Sub Vtraque-ananzahl/ mach: vndgewalt den Ständen Sub
Vna weit überlegen: iſt doch von ihnen nichts dergleichen/was zu Caſſir vnd
auſhebung angedeuter LandsOrdnunz/ vd dem bemeldtentheil Sub-Vna
unſchaden vund nachteil gereichen mögen jemals vorgenommenworden.
Dargegen ſind ſie wie ihre Vorfahren Sub Vtraque, akzetinder gänzlichen
hoffnung geſtanden, es werde ihnenvon demtheil Sub Vna (ver Tögihrer mit
einander/inthilſo wolas das andee gleich bündendcn/auffgerichten vºreili
gung vnd v. rpflichtung) kein and:rsbegegnen/noch zugemeſſen werden. Wie
dankenzweiffeldermeiſtethelausjhnenden Ständen Sub Vna, beſonders
diejenigen ſo eines auffrichtigen herzens Gott voraugen haben/vnd mehr auf
den allgemeinen nuß deß gaß i Königreichs ſehen/düdaß ſie ſich ſtrengefa-
ſtengrollvndhaß gegen der Religen Sub-Vtraque ſoweit ſolten bewältigen
laſſen daß ſie darturchi Htwas wider die Religion vozuneinengedächten/sie
vdalleweg mit den Säude Sub-Vtraque wolsemeynt / vnne noch wol
mcynnfhun. - - - - 1.
Es ſind aber zuallenzeiten/etliche außdenen Sub-Vnavethanen getvo
ſen/welche außitet: vnzeitigeneyfervndrnverſtand doch vngegründter weiß
theilsauchauß purra:tºre: boßteit dieſer ign, ſo der Reigion Sub-Vtraque
zug than geweſen durch mannigfaltigeb dängnußvnd zuſtzung/ auffjhreſei
tenzuder Rigoa Sub Vna zu bringen ſit bearbeitet: vrndaſoberdurch
wcia.dzu:nenawaltigen vnozwaigärig wärenden Krieg vnd ſchröck.:
ihnblud vºrgt ſº (r. in bis Dao deras der Krisenvern Thin in
der Alten Stadt Prag aufger.d: K. hvnd S.,wert zu gew:fft; kennzi .
chen / daß dieſreyeiſſig dºß Andernteils deß Hochwürdigen Abendmas,
mit dem Scwºrtvºrtaldigtwerven ºf na ugſanks Documentum
- lii - Pld
G- Die Andere Apologiader Stände -
vndgedächtnußſeynd)vrſachgeben: Auch es damals ſoweitgebracht/daß die “
tände Sub-Vtraque dßfälsbyikret Köntgen/vmbCaution vndverſiche
rung in Religionsſachen wider die Catholiſchenanfangen müſſen. Wie Sie
. daſ auch vom KäyſerSaiſtnut do chechſeligſkerangedächtnuß imjahr 143 .
he üézreien gewiſſen Majeſtät Brefferlang/Daßnemlichen an denéotes/ º
damanz"ir ſelbézeitdie Communion Süb-Vtraque erhalte zu verhütung aller
hand Difficulteten vndvngelegenheit/kclner Sub-Vna gedultet vnd gelibten
dPN.4. werdëſolte. Den Prägern daberiſ ſolche befreyungmiteiré beſondern Maje«
ſtätbrieffconfirmirtvnd beſtättiget worden. Dieſem nachwenn jemand erſey
gleichwerer geweſen ſowolinder Präger, als auch in den anderntiſes König-
reichs Städte/das Burgerrecht begeretiſ derſelbe vor allendingen befragt wo!
den/welcher Religioner zugethanwºre: vnd wenn er ſich nun zu der Religion
Sub-Vtraquebekennet/vndferners ſeinerehrlichen Geburt/Herkommens vnd
verhaltens halber gebürlich Zeugnußvogewieſen / iſſhmealsdann/vndan-
derſ nicht/das Burgerrechtertheilt worden.
Dieſe gewonheit hat man von denſelbenzeitenherofaſ in allen Städten ?
beſtändigtfivnverrucktobſervirtvnd gehalten/vndalſo keinen Sub Vna zuei-
nem Mitburger angenommen: bißvo wenigjahre die Jeſuiferin dieſes Kö--
nigreich/ehn einige der Stände bewilligung/eingeſchlichen/vnd von ſich in der
Alten Stadt Prag ein anſehenlich Collegun(in welchemnitmºralcindergct-
chen Tuckmeuſſer vnd Gleißner/ſondern wo Königevnd Fürſtéihre Reſidenz“
habet köndten)auſgerichtet. Dieſehaben es beyKeyſer Maximiliano ſeltgſter
Ä dahingebracht daß auſ deß damals anweſenden Obriſké Eanzers/
JN. J. Wratislatvon Pernſtein Inteceſſöe SebaſtianAgricoa/derReligon Sub-
Vna zugethanimjahr 1f70 zum erſtenmal das Burgerrecht inder AltéStadt
Prag bekennen vnd darauſ Anno 179 zumKeyſerlichen Richter daſelbſt vºrsº
ordnet worden. Rachmals bey Keyſer Rudolpht Chriſtmtldiſter gedächtnuß
zeiteniſ A192 HansSferin welcherzuvovon der Regö Sub-veraque“
abgefallen geweſen/in der Rewen Stadt Prag in Rahtgeſetzt worden: da doch
von dieſem in einer vnd der andern Stadt/nicht nur allein niemand Sub-Vna
im Rahtgeſeſſen/ſondernſichauch keiner vnter der Burgerſchafft/eineravderf“
Religion denn Sub-Vtraque befunden.
Vondiſerzetthero aber/iftesin etlichen wenigjahren dahin gebracht wor
den/daß in einer jedernStadteinegrcſſeanzahl derenSub-Vna im Raht ſitzen/
vnd darinnen die vonembften Ampter vñStelleninnen habe. So hat auch erſT
von zweyenjaren/Heinrich Liebſteinsky von Kolowrath/damals beſtelter Haup-
man der Newen Stadt Prag/auß den Statuten vnd GemeinBüchern (mir
voewendung/es were Ihrer Keyß Maj: befelch)den Artickel: nemlich Daß in : ,
de M** -
deſ Königreichs BoheimbSub-Ueraque. . . 5
dem Kahtfeinheimiſche Bürger/welche in Glauben vnd Religion fFR:4.
Ä Sub-Utrag ſich verglichen/
vnd das Hochwürdige AbendmalinbryderleyGeſtalt gebrauchenf
enſollen durchſtreichenvndaußleſchenlaſſen. Obernundß Factum, zur
vngebürvndauß bloſſerchumkünheit nach ſchon erlangtem Majſtäbreffüber
das freye Religionis Exercitium Sub-Vtraq:„widerjre ſonderbare Frenzet
vnd Statuten vor ſich nemen ſollen/kanen jederliebhaber der gerechtigkit von
ſich ſelbſtenjudicirenvndvrcheile. Es haben aber gleichwoldi:Sub-Vtraque,
auch mit dieſenobbemeldten MajeſtätBrieffenvnd Privilegien/der Reigons
vntºrdruckung/voldenen Sub-Vna nit können allerdings überhobenvndg üb
rizetſeyn: Sondern ſich abermals nach vielen ſtrittigkeiten mit inznauffs
newevertrageng/vnddurchvermittelung vñvnterhandlung der Königer B3 g] N.7.
beimbeinen gewiſſen Eontract vnbihrerſicherheit willen/mit dem ganzen thetl
Sub Vnaauffrichten: Auch hernach Anno 1 12.auſfdemgemeinen Landtag:
Daßeinheilden andern in der Religion nit mehrbedrengen/ſchän
denvndſchmähenſolte:obangezognenvndvon alters heroverfaſtnAccoºd/
ſchtyiderumbgleichſam verncwern: vndbemelten Vertragſamptjher beyder
parcheyendarzubeſchehenen mündlichen bekantnuß in die GedächtnußTafel
einverleiben laſſen müſſen. -Gleichwolauch hierdurch etliche außdenboßhafft
genCatholiſchenmitgewinnen können.Sintemalſitjevndalweg/inſonderheit
vondſenjarenanda bemelter ſcheinheiliger Jeſuitiſcher Orden indiſcs König
reicheingeführt/vnterjnen Leutgefunden worden: Welche/weilſieaußdtr Je
ſutter Schulen vnd Orden bald anfangsberkommen/vnddaherinjrenſtudis,
mitjrergifftigen/vndallen Königreichen/Landen vnd Gemeinden hochſchädli
chenlehreinebrirevndangefüllet worden/dem Rechte/LandsOrdnung/Eon
traeten/vñder Leute gewiſſen gewaltthätigerweiſe widerſtrebet:die Sub-Vtraq,
mitgefängnuſſen/vnd ſonſt anderer geſtaltzuirer Religion gezwungé. Ja auch
der LandsOcdnung hvüdem KöniglJurament eine ſolchedeutung/ſambſich h] Nºt.
eines vnd das andere aufdie Stände Sub Vtraqniterſtrecktemachédöſſen.
- Daheroihre der Stände Sub-Veraque höchſgeplagte vndangefoche
ne Vorfahren/beyKeyſer Ferdinando vnd Maximiliano hochlöblichſerge
dächenußſchzumofftermalüberditCatholiſchen zu beſchweren / vnd im Rt
ligions Punct vmb beſſere Aſſecuration vndverſicherung anzuhalten/gedrun
genworden. - Daſie dann auch damals/durch die Gnade Ä
be Keyſer Ferdinando (ob ſie wolanfänglich/beyIhrer Majeſtät angehen
den R bedrengnußerlldten. Bevorauß die Prieſterauß der Brü
der Einigkeit ſowegen deſſen, daß breConfeſſion von den Theologen zu Wit
pbergAvndandanChriſtlichen Kirchenmchr/ſapprobirt vnd Ä
worden/
* -
& - Die AndereApologiader Stände
worden / zur ſelben zeitauß Böhmenrelegirt doch hernach widerätenom
- ig N. 9. men word:1) ſo vielerlangt vnd zuwegen g.bracht/daß außjºrern WR t ge
wiſſe vñbeſondere Defenſores über das 1 Conſiſtorium Sub Vtraque ſeynd
verztner geweſen. Nachna's by Kiyſe Maximilano ok 5ichſer
gedächtnußſtdurchfleiſſig sanhalten der S 3nde es daſ kommen / daß die
zu Baſel auſgerichte Comvactata (ſo zwiſchen den Stänzen ! rhin zerrüt
tung verurſacht/ vndendlichen zuwegen gebracht, daß ſie bald zu erzeltals,
der Böhmiſchen Stände A geſandten ſtigerweiſe arciſº gfzetwor
den jrervielauß denn Sub-Vtraque ſº darzuncht kºntex/ och d'ſel
kYN.10.
bensnnemen wollen)auff den genera Can tag kAnno 1567.caſfir/vrd auß
der Confirmation der CardsPºivilegie: außgetan vnd darauſ Anic 1 . 7 . .
1 Nr. die Städe byihrertöckflbenelter Kärf Majſ überreichten Confeſſige,
laſſen/vmddaßjhn nferners in jhrer Relgton kein Impediment oder Ve,
hinderung mehr beſchchen ſolle mit hohen Käyſerlche Wetten aſ currt
vneg wiſſe Prſonen auß allen drºyen Ständen / intJerr Käy Mäeſät
m}N.12. mallºrgnädig kenbewilligung / aitergewont nºch zu Deferſon über die
Preſt ſchafft vnd Religion Sub Vtraque, bygemeldtem Landtag erweile
vºd derutirt worden. Es hat aber auch dieſe Aſſeeurarten nicht lang gewärer.
Sinemal bald/vnnd nochbcy Ihrer Käyſ Majeſt:lebenszeiten die Stände“ x
hierinnen aufs newe velfältiger weiſe turbirt vnºd gefindert worden: -
u]N.13. n Nach Kyſer Maximiltaet tödlichen ableben aber hat man ſie / mitman--
cherleyſelzamen Practicken/aßb meldter Defenſion widerumbgführt./vnd"
vnterdeſſen ſich in alle wege ſoweit dahin bemühet vndbefliſſen wie die Stände
hinw'derumb vnterdte bemeldten albereituvor aufgehobenen vnndcaſſrten
Compactaea/vndvnter deß Prägriſche Erzbiſchofs Jurisdiction/gebrache
werden möchten. Vmbdiſer Vrſätzenwen/ſden-Pieſtern Sub-Veraq:
•IN:4 welche der Erzbiſchoff damals zutvyhenpfleget etaſºwer 6 firämentum
auffsedrungéwoºdendarinnenſebfeet: Daß ſie all dasjenig glaubé/
was die Römiſche Kirche/deſſen Haupt der Bapſt iſt glaube: Auch“
daß ſie in den Eheſtandnittrettëſondern Ä kein
däßdie Nieſſung des hochwürdige Abendmals Sub-Wn (weil Chris
ſius in einer jeden Hoſtien mit Leibond Seel ganz gegenwertig) ſo
vielſey/als inbeyderGeſtalt: wieſolches Jurament der damalige Erzbi-:
ſchoff ZbinkoBerka in offe.ttchen Druckkatau gekenaſſen. Welche aber
º
auß den Prieſtern Sub-Veraque, esſeyin Präger Städten oder anderſwo,
deſſelbentteilenwollenfindſeasbaldaußden Pfarrengedrungen vºnoch R
S
darzugeſtrafft worden. Bißesauthendachéſoweit kommen, daßandºhöherns
. . . . . . . . . . . i:f ſ: Stände-,
º
z
T- - - -

Deß Königreichs.Böheimb Sub-Veraque. s


Stände außder Böhmiſchen Cantzley von Anno 1 91. vielſcharpffe Bcfc.ch -
außgangerrinit ſtarckem verweiß: Warumbſie ſich vnterſtehen dürffen auffjh
ren Pfarren Peieſter zu halten ſo ſich zur Augſpurgiſchen Confeſſion bekennen/
vndſolche Prieſterſchafft in ihren Pfarren die mitfach den alten Sompactaten
ihr Ampt verrichten zu dulden. Da ſich dech weder die andeOrdnung noch das
Königliche JuramentauffItzbeſagteAugſpurgiſchein diſem Königreich niemals
angenommene neue/onbekanevñaußländiſcheConfeſſion mit erſtreckete Soalles
auffdcßobbemelten ErzbiſchofszuPrag ZbinkoBerkens vñGeorgi Bartholdi
Pontani, damals PobſtenauffmPräger Schloß/erdichtes anbringen geſchehen.
Asanchauffſolcheharte Bevel.ch/diejenigen an die ſie ergangen wide,
tumbſhre antwort gegeben/darbeyjhre Prieſterſchafft verfrekten/vnnd doch von
Caſſrung viel bemelter Compactaten keinemeldung gethan: haben die Friedens
feindemit anders vermeynt, es würde villeicht niemand mehr der hiervon einige
wiſſenſchafft trüge am leben ſein. Darauffſie alsbald Ihrer Kayſerlichen Maie
ſtär einen vngegründtenbericht gehindaß die Sub-Utraque ſchuldig ſeven/ſich
den Compactaten gemäß zu halten. Haben auch An. 16oz. Ä Ä
qer St tteñdur
ſtädahin beredt/ daß ſie Paufm Prager Schloßvndin Pr -
-

die Herolden init groſſer Pomp vnd Trommeten gewiſſe Mandaka wider die
Preſterſchafftauß der Brüder Einigkeit(ſo ſie auſ haß Pikharten nennen)vñd P]N J.
jhre zuhörer mit vernetverung Königs Wladislai Majeſtät Brieff publiciren
laſſen. Darmit Sie aber vndernſchein der Brüder ( Auffwelchedoch deß Kö
nigs Wladislai Mayeſtät Brieffſichnicht erſtreckt, ſondern nur blösauff die Pi
tarten alleine, wie ſolchs AEneas Sylvius, Hagek, vndandere Hiſtorienſchreiber
mehrbezeugen gerichtet geweſen:daheroman auch nachjnhaltgedachtenMaſt
ſº Brieffs gegen jnen mit der Ereution nichtverfahren können. Sinkemal der
König ſelbſten die erſten Mandata durch anderenachfolgend widerumb anni,
hirenndauffgehoben: Innaſſenſolches auf etlichen deß Königs Wladislat
beröamals Obriſten and Officirer vnnd KandRechts Beyſitzer auch anderer/
wider diejenigen/ſoetche Perſonen auf den Ständen deßwegen angetaſtet / ab
ganzené Schreiben bißauffden heutigen tag zu befinden. Ja das noch mehr iſt ſo
laufft ſolchernbilliche Publicirung gedachter Mandaten wider den Anno 1 7
gehaltenen Landtag: auffwelchem vom Kayſ Maximiliano/der Brüderſchafft
Confeſſion angenommen von den Ständen ratificirt vand gutgeheiſſen/vnnd
ſtdie Brüder damals neben andern Evangeliſchen Ständen / von Ihrer
Kayſ: Mayeſtätvnder Derſelben Protection ſchutzvnndſchirm angenommen
werden)Alle die Sub-Utraque, ſo ſich nicht nach den Compactaris vnnd der
Erzbiſchofflichen Prieſterſchafft hielten vnndachteten / vor Ketzer/vnnd Todte
gösaſſen der Chriftlichen Kirchen offentlich auſgeruffen: ºnndjhnen alle
Recht auch die Königliche Protectionvnndſchutz#tº als wann ſieärger
als Ju
4.»
r

1 S. Die AnderApologiader Stände


als Ä ehrbetten denn die allerverachteſkenleute / fs
ſich beyden Gemeinden in der Gerichtlichen Ercution brauchen laſſen / abge,
ſprochen. Daherofich ihrer viel / gegen Herrn Ritter-vnnd Burgerſtands
Perſonen wann ſie von denſelben esſey wegen ſchulden / oder ſonſten anderer :
vrſachen halber vor die ordenliche Rechtecitirt oder beſchickt worden, darmit
daß ihnen kein Recht dienegeſchützt vndauffgehalten auch deßwegen zu Recht -
nicht geſtehen wollen. Derowegen / als Anno 1603 die Kayſ: Mayeſtät,
den Ständen einen Landtag außſchreiben laſſen / vnnd von ihnen wider.
den Türcken hüffe begert haben die Stände ſich vber angeregte außgange--
ne Mandata zum höchſten beſchwert vnndauß ihrem einhelligen Schluß
deßwegen an Ihre Kayſerlich: Muytät eine gewiſſe Suppleation verfert-
genlaſſen. Derovrſach halber Wenceslauß von Bodova / daß er di
Gravamen im Landtag auf der Ständebegeren vorgebracht - udie Can-
ley erfordert / vnnd von dem Oriſten Canßer Soenko von Lobkowitz in
byſein Stefan Georgan von Sternberg, damals geweſenen Böhemi-
ſchen Cammer-Präſidenten / auf einen Handſchlag genommen / vnnd
darneben bedrohet worden / Es ſolte zuſehen - was ihm weiter darauſ
entſtehen würde / daß Er wider Ihrer Mayeſtätvol erwogen Randatare d
den dörffen. Als er aber Ihrer Kayſerlichen Maneſtät hiervon ſeinen be,
richtinvnderthenigkeit ſchriftlichen vbergeben / haben ſich Fre Majeſtäe:
gegen ihn in / durch gedachten Stefan Georgen von Sternberg - ſo
noch beyleben hieringnedigſt dahineriet - Sie weren / wie mit den
Ständen alſo auch mitde von Budowa Perſon/ingnadenwol zu
frieden lieſſen Ihr auch belieben/daß die Stände zu Ihrer Magſtät/
vmbabhelffungihrer Beſchwerungen/ihren Succursvnndzufuch
genommenhetten. Hierauß dann klärlich erſcheinet, daß alle dieſe Religi
onsbedrangnuſſen/welche zu allenzeiten Sub-Veraque zugefügt worden/nicht -

von den Königen in Böheimb/als der Stände gnedigſten von Gott vorgeſetzten -º
hohen Obrigkeiten ſondern von den böſen Rähtenvnnd zerſtörern deß allgemei-– n

nen Friedensvnder Ihrer Mayekätnahmen vnd Tittelherrühret. –


Danun ſolche drangſalen nicht gemindert ſondern von tag zutag/ie
lenger je mehr vnnd mehr gewachſen vRnd zugenommen auch die Stände zur
3N.6. abheung dieſer ſachºanderſ ºr ºngºtan auff
rN. 17. dem Anno 1603. außgeſchriebenen General Landtag / r bey Kayſer Rudol
pho hochlöblichſter angedächtnns/jhren damaligen König vnd Herrn/ vner s
ehänigſt ſolicittrt vadan zehalten damit ſie von Ihrer Kuyſ: Majeſtät durch
einen ſonderbaren Mujeſtät Brief wider alle diejenigen/ſs ihnenanfreyerv
bung ihrer Chriſtlichen Religion verhindecuug theten gewiſſe "Fºtº 8
}
„ Deß Königreichs Bsembsub-veraque.
entönten. Es haben aber auch damals Jetliche außdenen Sub-Vna, der
eſºter Werckzeuge / jhnen dißfalsallerhand Impedimenta mit eingeworf,
# Indem ſie die Stände voneinander zu trennen ſich vnderſtanden damit
Ihre Mayeftät von Ihrer guten Intention abgehalten/vnd der weg dardurch/
ÄgdfMayeſtät Brieffsmöchtej Wie
Sie es dann damals dahin gebracht, daß die Sjauffdieſem Landtag den
Mayefäe Brieffnicht erlangt / ſondern biſ auf den andern dieſes jahrs von
Ihrer Majeſtät außſchriebenen Landtagſ- verſchoben worden. Da Sie
dann vnder deſſen/ſoviel widerumberpraecij auch dieſer Landtag ſei,
Mºnfortgang nicht erreichen können ſj abermals ein anderer Landtag
das folgende 16o9.jahr von Ihrer Majeſtät angeſtele vnj zeit an
den Adminiſtratornvnd Prieſter Sub- Ä"eaußderBöhemiſchen Äj
ly(welcher doch die Inſpection vnd das Oberauffſehen.vberde Prieſterſchaft
niemals zuſkendig geweſen)ein gewiſſe Inſtruction / wider die von Ihrer
Kayſ. Majeſtät durch ºbcmelten Landtags Anno 18jdj Ständenge, S]N.1Z.
aneanſchenlºhevorſchung zugroffj nachehell vnd abbruch der Religions
Freyheit Sub-Veragasaußgefej Daſchnun die Sj zl.
Än andtag in groſſer anahverj Unnd viel wochen4Min(s»
den Präger Städten zubrachtvndvRder deſſen beyIhrer Mayeſtät vm
digſte Aſſecuration in Pünčörj gionis ifendiglichen angehalten ſind ſie
von ihren widerwertigen abermals derma ſſen tribulirt/vnndin ihren billichen
vorhaben verhindert worden, daß ſie Das allerwenigſteauffdieſem Landtag ſo
Ärichten können. Sj Landtag auffIhrer
Ächanichen auffºej Stände dimittirt jnd
von einander gelaſſen werden Derowegen die Stände zu der Königl: Ma,
flätin Dungarn ihren itzigen aergnedigſten Herrn ſo wolzu Chur vnnd
Fürſten deß H. Römiſchen Reichs Äufluch genommenj 4lf
digſte Interceſſion / zu beförderung Meſswercks an Ihre Kaj Mayeſtät/
durch gewiſſe aus allen dreyen Säj ºsefeigte Geſandten j Ihrer
Ä ºnd Ihren Shur-vnnd Fürſtichj Gnaden embſigen angehalten: T -
ch bald damals auff beneltem Landtag/eine andere Zuſammenkunff nach
Prag angefkelt darauffdie Geſandten ihrer "errichtung halber gehörj -

ººo den Ständen ſollen delibej Ähſchlagt werden. t)N. I9.

ºrthänigſt vberantwort:ynd 3leichwomit groſſermühjarbeit kaum da, yjN. j


hingebracht - daß Ihre Kayſ Maiät abermals einen j Landtag N
ºdemſelben so». Jahr dj * Mandatas auſſchreij jN 2 .
- RÖz ynnd /

--- ------ . . . . . .
e
G
Die AnderApologiader Stände
als Juden vnnd weniger ehr hetten denn die allerverachteſkenleute 1 fs
ſich bey den Gemeinden in der Gerichtlichen Ercution brauchen laſſen / abge, º
.
ſprochen. Daherefich ihrer viel / gegen Herrn Ritter-vnnd Burgerſtands
Perſonen wann ſie von denſelben esſey wegen ſchulden / oder ſonſten anderer :
vrſachen halber vor die ordenliche Rechtecitirtoder beſchickt worden, darmit
daß ihnen kein Recht dienegeſchützt vndauffgehalten auch deßwegen zu Recht .
nicht geſtehen wollen. Drowegen / als Anno 1éo3 die Kayſ: Mayeſtät,
den Ständen einen Landtag außſchreiben laſſen / vnnd von ihnen wider
den Türcken hüffe begert haben die Stände ſich vber angeregte außgange--
ne Mandata zum höchſten beſchvert / vnnd auß ihrem einhelligen Schluß
deßwegen an Ihre Kuyſerlich: Mytät eine gewiſſe Svplication verfert
genlaſſen. Derovrſach halber Wenceslauß von Bodova / daß er diF
Gravamen im Landtag aufder Ständebegeren vorgebracht - u die Can
ley erfordert / vnnd von dem Oriſten Canßer Soenko von Lobkowitz / in
byſein Stefan Georgan von Sternberg / damals geweſenen Böhemi
ſchen Cammer-Präſidenten / auf einen Handſchlag genommen / vnnd
darneben bedrohet worden / E ſolte zuſehen was ihn weiter darauß
entſtehen würde / daß Er wider Ihrer Mayeſtät wol erwogen Randatare
den dörffen. Als er aber Ihrer Kayſerlichen Majeſtät hiervon ſeinen besº
richtinynderthengki ſchriftlichen vbergeben haben ſich Fire Majeſte:
gegen ihn in durch gedachten Stefan Georgen von Sternberg ſo
noch beyleben hieringnedigſt dahin erkläret : Sie weren/ wie mit den
Ständen/alſo auch mitde von Budowa Perſon/ingnadenwol zu
frieden lieſſen Ihr auch belieben/daßdie Stände zu Ihrer Magſtät/
vmbabhelffungihrer Beſchwerungen/jhren Succursvnndzuflucht
genommenhetten. Hierauß dann klärlicherſehcnet, daß alle dieſe Religi
onsbedrangnuſſen/welche zu allenzeiten Sub-Veraque zugefügt worden/nicht
von den Königen in Böheimbals der Stände gndigſten von Gott vorgeſetzten
hohen Obrigkeiten ſondern von den böſen Rähtenvnndzerſtörern deßasgemei- -
nen Friedensvnder Ihrer Mayekät nahmen vnd Tittel/herrühret. >
Danun ſolche drangſalen nicht gemindert ſondern von tag zu tas / ie
lenger je mehr vnnd mehr gewachſen vRnd zugenommen auch die Stände zur
q]N. 16. abhelffung q dieſer ſachen kein andermittel vörig zu ſein gewuſt haben ſie auf
r]N. 17, dem Anno 1603. außgeſchriebenen General Landtag / r bey Kayſer Rudol
pho hochlöblichſter angedächtnns/jhrein damaligen König vnd Herrn/ vner
rhänigſt ſolicittrt vnd angehalten damit ſie von Ihrer Kuyſ: Majeſtät durch
einen ſonderbaren Majeſtät Brief wider alle diejenigen ſehnenanfreyerv
bung ihrer Chriſtlichen Religion verhinderung heten gewiſſe verſicherunga
benkön,
„. Deß Königreichs Bsembsub-veraque.
entºnte: „Es haben aber auch damals etliche auß denen Sub-Vna, der
eſüter Werckzeuge / jhnen dißfalsallerhand Impedimenta mit eingeworf,
ĺſe die Stände voneinanderzutrennen, ſich vnderſtanden damit
Ihre Mayeſtät von Ihrer gutenIntention abgehalten/vnd der weg dardurch/
ur behaubtung deß Mayeſtät Brij abgeſchnitten werden. Wie
Sie es dann damals dahin gebracht, daß die Ständeauffdieſem Landtag den
Mayeſät Brieffnicht erlangt / ſondern biſ auf den andern dieſes jahrsvj
JÄhriebenen Landtag verſej Da Sie
dann vnder deſſen/ſoviel widerumberpräcicirj auch dieſer Landtag ſei,
vºmfortgang nicht erreichen können ſj abermals ein anderer Landtag
das folgende 16o9.jahr von Ihrer Majeſtät angeſtelevnje zeit an
# Adminiſtratornvnd Prieſter Sub- WÄue, außderBöhemiſchen Caj
ky(welcher doch die Inſpection vnd das Oberauffſehen.vber die Prieſterſchaft
niemals zuſkendig geweſen)ein gewiſſe Inſtruction / wider die von Ihrer
Kayſ. Majeſtät durch obbemelten Landtags Anno 1503 den Ständj SN.12.
aneanſchenlºhevorſchung zugroſſem nºchrheilvnd abbruch der Rej
Fºhe Ägºsaußgeferij ſich nun die Ständen
den benanten letzten Landtag ingroſſeranzahlverſame ºnndviewochen in
den Präger Städten UbrachtvndvRder deſſen byIhrer Mayeſtät vmbgj
digſte Aſſecuration in Puncto Religijs ſeºiglichen angehalten ſind je
von ihren widerwertigen abermals dermaſſen tribulirt /9.indin ihren billichen
vorhaben verhindert worden/dge Ängſteauffdieſem j
langezeit vber nichtverrichten können Sondern iſt der Landtag auff Ihrer
Kayſ: Majeſtätbevelch genichen auffsehaben, die Stände dimittirtynnd
von einander gelaſſen werden Derowegen die Stände zu der Königl: MÄ.
ſäein Hungarn ihren itzigen aergnedigſten Herrnſ wolzu Chur.vnnd
Fürſten deß H. Römiſchen Reichs heuflucht genommen Pnndvmb gne
gſte Interceſſion / zu beförderung dieſes wercks an Ihre Kayſ Mayeſtät/
durch gewiſſeaug allendreyen Sºden abgefertigte Geſj bey Ihrer
Mayeſtätvnd Ihren Shur-vmnd Fürſtlichen Gnaden embſigen angehalten: - *
Auch bald damals auffbeineltem Landtag/eine andere Zuſammenkunff nach
Prag angeffelt darauffdie eänden ihrer verrichtung halber gehört vnd die
ſachen weiter von den Ständenſollen deliberirt vnnd berathſchlagt werden t]N. 1s.
Als nun die Ständet von Ihrer Königl: Majeſtät "auch von andern Chur, u JN2e

haben ſie dieſelbey Jhrer v } N. 21.


ºrthänigſt vberahwort: vnd gleichwo "groſſermübevndarbeiäum da y N. j
hingebracht - daß Ihre Kayſ Maiät abermals einj Landtag/ # N.
demſelben so7. Jahr durj *Mandalas auſſchreijjjJ.
- ZO z pnn. .

--- -------
12 Die andere Apologia Der Stände -
vnnddarinnen diß außtrücklichen menniglichen andeuten laſſen / das Ihre
Majeſtät gnedigſtaeönnen auffſolchen Landtag den Artickel von der Religi
on den Ständen zu provomiren auch mit ihnen einen enelsen keffendigen
Schluß zu mac en: Wienemlichen jedermenniglich / vndcfnjeder fn
ſonderheit ſowoldieSub Vna, als auch die Sub-Veraq;. welche ſich
zuder Ihrer Kay Mareſtätvor dieſem vergebenen Confeſſion be
kennen/ihre Chriſtliche Religion/ohn aller Menſchen/ſieſnd Geiſt
licheoder Weltliche cinige verhinderung vnnd bedrängnuß/freyvnd
offentlichenererciren/vnd hierinnen gebärendermaſſen aſſecurirtvnd
verſchen ſein möchten. Deſſen aber vngeachtet iſt man abermals bei
ſolchem Landtag ſehr liſtig mit den Ständen Sub-Utrque vmbgangen. Dfi
ſich der Obriſte Canßer Sönkovon Lobkewitz/auß blosangebornem havnd
neyd wider die Evangeliſche Religion ºbey werender Tractation vnterſtehen
dörffen auffsnewe Kayſerliche Mandata außder Canzley außzufertigen: da
rinnenden Prägernvnd Profeſſoren der Academiendaſebtenaußdrücklichen
beybarter ſtraffanbefohlen worden, den Proceſſionibusbeyzuwohnen: da doch
die Ständeallbereyt darwider/ven Ihrer Maveſtät auff dem Landstag 1éo8.
vnd in den zuvor publicirren Mandaten ihre genugſame Aſſecuration vnnd
b)N, 16. verſicherung erlangvndbekomen hatten.Vnterdeſſen aber vndehe die ve.mein
ten Prºceſſiones b widerumb angeordnet worden / hat man die Ständte
glimpffichtractirºvnöſemit lieblichen vndauffſchrauben geſetzten Worten
abſpeiſen wollen: Bißſie endlichen in zimlich verlängterzeit allgemachſam mit
groſſermühevndarbeit vnd mit nicht weniger beſchwerung wie auch mit auff -

wendung etlicher Thonnen Goldes (auſſerdeß anſchlichen vnd ſtattlichen Po


natiffs, welches Ihrer Kayſ: Mayeſtätvon den Ständen zuvnterthänigſter
danckbarkeitſbewilliger verehret vnnd eingehendigt worden) in gedachtene
1éo2 JahrDonnerſtag nach S. Procopi(da Gott der Allmächtige Ihrer
Kayſ: MayeſtätHerz von den böſenvnndbetrüglichen Rähten abgewendet
vnd zu den Ständen inclinirt vnd geneiget)den einmal gewünſchten Majeſtät
*N. 27 Brieff von e Ihrer KayſMajeſjer Derſenjgen Handſchrifft vnd
Inſgelauch mit des noch anweſenden Obriſten Burggrafens (dieweil der
rifteCanßler Sdenko von Kobkowitz ſo ſich darinnen / vngeachtes ihme
Ambtshalber gebürt, neben Ihrer Kayſ: Mayeſtät nichtvnterſchreiben wol
len)vnd Paul Michna vnterſchriften zu wegen gebracht / vnnd zu ihren
ſejjchem Ihre Kayſer
liche Mayefiät anfänglichen "bemelte vereynige Ständte Sub-Ultrague,
vor ihre getrºwe vmnd gehorſam vnter Ihrer Mayeſtät gndigſten ſchus
- - - -
- - - vrtd
. . -, - ---- - - - - -
- -
- -

4 . -
> /

Deß Königreichs Böheimb Sub-Utraque. 13


vndſchirm auch zu all n Ordnungen Rechten vnd Freyheiten dieſes König
reichs gehöree Vnterthaner auff welche ſich auch Ihrer Königl: Majeſtät
Jurament Reb: vnd LandsOrdnung erſtreckte erklären: vndnoeh weiter mit
anh ngen daß Ihre Maieffätinanſehung ſowolbeſagter anſeheñlichen Inter
teſfonen als auch jhrer der Stände Sub-Urraqueoffters vndenbſiges itten/
vad von ihnen Ihrer Majeſtät vielfältigimwerck erwieſenen getrewenmutzlichen
dienſten wolbedächtig vud mit gutem wiſſen / außKöniglicher Macht in Bö,
heimbrnd mit Rahder Ohrſten LandOfficirer, andRechtſzervnd
ſcdie Stände Sub-Urraque mit ſolchem Majeſtätbrieffnachfolgenderma
ÄT

- cn
aſſeuriren vnd verwahren: Alldieweil die Sub Una ihre Religion in
dieſem Königreich frey vnd vngehindert erereiren: vnd die Sub
Uraque ſoſch zur Bohemiſchen Confeſſion bekennen/ſie hierin
nen nicht binden/noch / wie ſie ſich darinnen verhalten ſollen/ziel
oder maßgeben: Damitnindißfalshierinnengleichheit gehalten
werde/derowegenſobewilligen Ihre Majeſtät hierzu/vnd geben ihnen
gewaltvnnd Recht/daß auch viel angeregte vereinigte Stände Sub
Utraque, ſowolder Herrn vnd Ritterſtand/als auch die Präger/
Kuttenberger vnd andere Städte/mit jhren Vnterthanen/vnnd in
Summa alle diejenigen/die ſich zu der angeregten Böhemiſchen/
weiland Kayſer Marimiliano löblichervndſeeligergedächtnuß/bey
gemeinem Landtag Anno 1575 vndjezoauffsnewe Ihrer Majeſtät
»berreichtenConfeſſion bekennetvnd bekennen/keinen hievon außges
ſchloſſen. Gleichsfalshre Chriſtliche Religion Sub-Urraque, nach
inhalt der Confeſſion vnndjhrervntereinander auffgerichten ver
gleich-vnd vereinigung / geraumb/frey/anÄ vnndjrden orthen/
reibenvndüben: beyiren Glauben vnd Religion/ſowol der Prie
ßerſchafft/vndbeyder Kirchen Ordnung/die vnterjhnen albereit iſt/
oder von ihnen noch künfftigauffgerichtet werden wird./bßzugänzlig
cher Chriſtlicher einhelliger vergleichung wegen der Religion im
Heyligen Reich/friedlich gelaſſen werden möchten. Ferners auch
ihnen den Ständen Sub-Uraqºº dieſe beſonderegnadethun/vnnd
geben ihnen allen dreven Sub-Irraque zudieſer Conféon ſich
innneten Ständen das Vndere Prägeriſche Conſiſtorium
widerumh in jhren Gewalt vnnd Protection, Benebensdarzu
- - - -B snesſ
4. ... … ÖAnda Aesgadº Sánde
gnedigſbewilligen, daß ſie/die gedachten vereinigten Stände sub
raque Conſiſtorium mit ihrer Prieſterſchaffenhadeco.
feſſiºnvnd ihrer vergleichung/vernewernvndjhre Prieſterſchaft/
ſowolin Bohemiſcher als Teitſcher ſprach/deren nach/ordj laſs
ſen/dded gºen/ºff ihre Collaturen, ohne alle verhinde,
rung deſ ErzbiſchoffenzuPrag oder jemandsandes/einſetzen /auff
tchinen nºtwengerauch die Prägerſche/vonaersej
Präguſgehºge Aedemienmitdächtigenvndjn
F
beſetzen gute öbliche Ordnung anrichten undüberdieſj
Perſonen auſ ihrem mittel/zu Defenſornverordnenmj
Ämfall auchºand aus den vereinigten dreyeněj
erne abermbeſsſen/vnddienenj
ſeichgeanºgeſchützt werden ſoejej
Ä
Ä Gottesdienſt/
Äfº/noch mehr Gotteshäuſer vund
oder aber auch Schulenzuvnterichtung
der Jugendaufbawenlaſſen wolte werdenſocesj
vnd üterſtand als ich die Präger Kuttenbj vnd alle andere
- - - - - - - -- - -- - -

Städeºcambºcºnjeder inſonderheit jedj


vndfreythinkönnen ohne menniglichen verhinderung. Vndweit
- öhcf in
* -

in Kºngº Är. May: der Kontän zu Wj


Städten/beyder Religionsverwandten / nemlchensbüjd
süb-Ütraque, # wºhnen/Alswollenvnd befehlen F:
Ä dºzerhaltungſiedvndeynigkjedjſje
elgenfººººachſenen Prieſtern ſich regulirenvndj
onndeinheitdem andern inſeiner Regioj rdnung keine auß
meſſungthun auch das Ercicium Religions.de Begräbnus der
odien Leichnambinden Kirchenvndauffden Kirchhöfej
daºlº Äſº Enrgeſtalt ſoll aucj
tigen Tageanniemand wieauß den Höhen Ständen alſo auch auß
- -
Ä
keit en/nochant
kººnº das Bawrsvölckwedj
ÄſºnºWelchen Stands Pj ſet
4 ---------

nºrMegionzuweichen gezwungen/vndzude gegenj


- Weder
Des Königreichs BöheimsubUrraque. 15.
weder mit gewalt/noch eyngewandern erdachten weiß
werden. Verſprechen Ihre Kayſ: Mayeſät mit Deroſelben König
lichen Worten:daßgedachte alle Dreyvereynigte/zugedachterCon
feſſion ſich bekennende/Stände deß Königreichs Böheimb Sub-
Ucraque,iztgevnd künftige/auch deroſelben Nachkommen/beyals,
lendem was obgenelt/von Ihrer Kayſ. MRayß. Deroſelben Erhen/?
vndkänftigen Königen in Böheimh/vollkomlichvndgänzlich ohne !
vtbrechung oder verſchmelcrunggelaſſen/vnd dabeygeſchützt wndges:
handhabt werden ſollen. Ihre Kayſ: Rapeſt: ſie auch in allem/bey
deß-H. Reichsauffgerichten Religions-Frieden/als ein vornehmes
Glieddeſſelbenverbleiben laſſe. Vnd ſoll ihnen/weder von Ihrer
Kayſerl. HRayſt. Deroſelben Erben vnd künftigen Königen in Bd.
heinb/noch jemandsandern/Geiſlichen oder Weltlichen Stands
Perſonen keine verhinderung beſchehen/zvnd zukünftigen ewigen
zeiten. Es ſoll auch wider obbeſtimbten/wegen der Religion aufges
richen Frieden/vndwiderte den Ständen Sub raque von Ih
rtr Mayeſtät beſchehene beſtändige verſicherung/kein Beſelch/vnd.
nichts dergleichen was ihnendatinnindem allerwenigſten Hinderung
ºverenderung bringen möcÄn
Erbenvnd künftigen Königen in Böheim/auch von keinem andern/
außgehen oder angenommen werden. Pndebaktchichtwas dargleis
chenaušgienge/oder von jemand angenommen worden ſein möchte,
daſſelbe doch keine krafft haben / vnndin ſolcherſachmit oder ohne
Recht/nicht mehr geurtheilet vnd geſprochen werden. Benebens. Ihre
Kayſ: May: allen Obriſten Land Officirern/Land-Rechtſizent
Ä Ständen vnd Inwohnern dieſes
vnd Deroſelben
Ä ti
vnd künftigen/gebieten gedacht-Herºn/Ritter
Kuttenberger vndallStädte alle dreºStändtedte
ſchafft/Präger
ſes Königreichs mit allenjhren VnterchannºndinSumma, das
gantetheil Sub Veraque, die ſich zuder Böhemiſchen Confeſsiºn
bekennen/bey dieſer Ä Verſicherung vnd Mayeſtät
Brieff/in allen Artickuln/Punkten und Clauſuln zulaſſen/ſedaby
rº " - . . . .
sºnst. - - - T - -


"alº 3
\--

,s - Die Aider Apologiader Stände -

andern züchun verſtaeten/bey verme Ihrer Kay Mayeſtſtraf.


jdVnddaſchicmºnds Geiſoder Weltlichen Stands/
js de gleichen zu verbrechung diſcs MayeſtätBricſson ſtünde
Soſolinvnd werden Ihre Kayſ: Mayeſ: Deroſelben Erbenvnd
künftige Könige in Böheim auch mit den Ständen dÄ)
Bsheim verpflichtet ſeyn/zueinemeden ſolchen/als zu einem Verz
beca deß allgemeinen guten Friedenszuſehen/vnddie Stände da
beyzuſchützen vnd zu beſchirmen aller geſtaltvndmaſſen/wie die
Attickel in der Landse Ordnung/ von beſchützung deß Lands/ der
Ordnungvnd Rechtſaußmeſſung thut wie ſolches alles der Land-
tagsBeſchlußn ſich weitläufftiger begreiffenchut. So haben Ihre
Kayſ: Mayeſtätnichtsdeſtoweniger überztangeregten Mayeſtät:
Brief mit allendreyen Ständten dieſes Königreichs/auffobbemcl
rem GeneralLandtag ſich inſonderheit dahinvereynigt vndgnedigſ
werwilligt/daß alle dreyvereinigte/vndzuder Bohemiſchen Confeſ
fionſchbekennende Ständte Sub-Veraque, denen von ihnen ver
sdneten Defenſorn dieſe Machtertheilen können: damit dieſelben/
auffalles was der Stände Religion SubVeraque, auch die verſor
gungdehConſiſtorijvndder Akademvanbelanget/wieſolches alles
in gutervnd friedlicher Ordnung beſtehen möchte / guteachtungge
ben: vnd daesſemals vonnöten/zwiſchen ihnen/dem TheilSub V
eraqie allein etwas zuordnen/hinzulegenoderzuverbeſſerung brins
genoasehnral Impedimentvndverhinderung/Ihre KayſMay
onzemolefrºverrichten: Auchwennesdienotdurfſterfordernthet/
hierzu die Obriſten Land-Officirer/Land-Rechtsſzcrvnd Ihrer
Kayſ: May: Rähte deſ HofvndCammerRechtens/ſowol andere
Ihrer May: Böheimiſche Rähte die daeynigder Religion Sub
Veraque zugethanvndfich;rr Böhemtſchen Confeſsion bekennen
darzu außjedem Kraſsbißauf Sechs Perſonen aus der Gemein/
aus allenbreyenStänden Sub-Veraqueingleicheranzahl zuerwe
gengvnd hinlegung ſolcherſachen in die Präger Stätt beruffen/mit
denſelben ſolches erwegen/ofi zu Reſtitution bringen mögen. Vnd da
fein ſolcher nnzahlewastergleichen nitſclbſten hinlegen vñzurecße
5,5 - bringen
Deß Königreichs Böheimb Sub-Veraque. 17
bringen könten ſollen ſie daſſelbe zudcnhiebeyderzubemelter Böhe
miſchen Confeſsion ſich bekennender Theil Sub-Veraque ſelbſt vºn
tereinander alleine/5:it dem mciſientheilauß den Gemeinen Stän
den/ſoſchdamals zu dem Landtag ve;ſamblet/dſeserwegen beſchlie
ſen/zu ortvndendebringen: Darinnen dann jhnen von der Königl:
May: vnd den künftigen Königen in Böhmen noch von dem Teil
Sub-Vna, keine verhinderung beſchehen ſoll. Sondern wo ſern zwiz
ſchendem Theil Sub Vaavnd dem Theil Süb Veraque, vmbzufel,
liger/deroſelben Religion betreffenderſachen wegen/eineſtrittigkeit
entſtünde/afſo daß eine Perſon die andere / ſicfeyen Geiſtlich odcr
Weltlich/vmbder Rcfigion willenſchmehenvndverachten/oder ei
nerdem andern/dendecem /vnd die zuſefner Pfarºenrechtmäſſig
gehörige Gülten/vorhalten/ in ſeiner Pfarºvnnd Collaturcintrag
thun oder aber beyübungſeiner Religion einigerley Impedimento
der Drangſal/widerobbcmelten Mayeſtätbrief vnnd die zwiſchen
dem Theil Sub-Vna vnnd Sub-Veraque bey angeregtem Landtag
auffgerichte vereinigung/ zufügen würde: Als haben Jßre Kayſ:
May: damit/vmbſolcher zufclligen drangſalen vnd ſtrittigkeitenwil
len/nicht vonnöhten/allweg einen Landtag zubcnenncn/ſich mit al
ſen Dreyen Ständen deſſen entſchloſſen vnd vercinigt auch vor ein
Recht angeſetzt: Imfall jemandsanßdem Theil Sub-Veraque von
dem Theil Sub-Vna verkürzung geſchehen oder etwas vorenthalten
woden/ daß die von dem Theil Sub-Veraque erwöhlete Defenſo
res, Erſtſtch ſolche zufclligeſache/mit den Obriſten Land-Officfrern
vnd LandRechtsſitzern/vndjhrer Kapſ, May, Rähtendeß Hofvnd
Cammer Rechtens/ſowoſ mit denen Perſonen auſ der Gemeinde /
allen Sub-Veraque, ſo ſiehierzuauß allen Eratſen inobbemelteran
zahl wie obgedacht beſchicken würden/erwegen: Hermacher ſolches
alles an Ihre Mayeſtät gelangen laſſen/vndvmb gewiſſe vorſehung
uhalten: Wie dann nicht weniger Ihre May.alſobald die Intereſ
ſiren Partheyen/auffs Präger Schloß in die Landſuken / wodie,
Landrecht gehalten werden/innerhalb ſechs Wochen von dem nech
ſien Taganda es Ihrer May, sº worden/anzunraiten/vorz
beſcheis.
/
»

18 Die andere Apologia Der Stände -

beſcheiden: die Relation wegen Verführungde Zengen zuder Landta


felthun/vſ alſo ein ordentlich Recht beſetzen ſollen. Zu welchem Recht
ſollen zwölf Perſonenauß dem Theil Sub-Utraqie, dicda/wie obs -
gedacht von den Deſenſoren/Obriſten Land Officirernvnnd Land
Rechtsſizern/auch Ihrer Kayſ: Majeſtät Rähten deß Hof-vnnd
CammerRechtens/von denen hierzu beſchickten Peſonen außderGe
mein/erwelet/vnd andere zwölf Perſonen deren Sub-Vna, welche/
dieSub-Vna außihrem Mittel den Ständen dieſes Königreichser
wöhlen würden ſich hierüberſetzen/den Partheyen ein gewiſſen Tag
ernennen/vñſie vor außgang der Sechswochen notwendig verhören/
vnd durch einen rechtmeſſigen Ausſpruch/obgeſchriebenen vorgelauf,
fenen vorgefallenenſacheneinendemachen: Zu diſer angeſteltenver
hör auch diejenigen / welche zuvor zu ihren Ambtern kein Juramen
vpndpflicht haben ein beſondern Aydtkaſten/die andern aber beyſh
rer vorigenpflicht Judikirenvnnd richten ſollen. Aller maſſender
Landtags Schlußdis mit mehrerminfichheltvndbeſagenthut.
Damals haben auch alsbald die Stände Sub-Veraque, bennoch we,
d] N 8 renden Kanda nicht nur dalleinvnder ſich ſelbſken / wie ihnen dann ſol
ches durch den Majeſtät Brieff verliehen vnnd zugelaſſen worden, eine gewiſſe
vereinigungauffgerichtet: ſondern auch gleichsfals mit denen Sub-Una, wie
°N-29: ſie ſich gegen einander in dieſem allen verhalten ſollen ganz vnnd garver
glichen vnd vereinigt. Vnndiſt ſolche Vergleichung vmb künftiger beſſerer
Vergewiſſung/vnndſowol einesvunddeßandern theilesgröſſerer Sicherheit
fN. 39. j beſondere Landtags Relationſ in die andt-Tafel einver
leibt vmnd eingeſchrieben worden. Daeroob man wolnicht verhofft ge
habt/daß ſich jemand würde ſo leichtlich vnderſtehendörffen/dasjenige was
alle Stände zugleich auff gemeinem Landtag (wie obbemelt) vor Recht er,
kant/vnndvnder einander einhelliglich geſchloſſen / auch die Königl: May:
auſchelichconfirmirthin widerumbzubrechen vnnd aufzuheben: viel weniger
- aher die allgemeine der Ständteanordnungen hindanzn ſetzen / vnd hierdurch
Dr Ober, die Königliche Dignitet vnd Hoheit nicht wenig zu verſchmelern: So haben
feCanzler ſich doch etliche befunden, ſoder Ständte hoffnung zunicht gemacht. Daruz
Sºereº ter vornenlichen
riº Meh-dacht begriffen. der “
Jeſuiten Zuchtvnd Werckzeug deren allbereytebenge-,
K - - -

zeliu. Denn alsbald anfangs etliche auß ihnen / weder berürten Königlichen
EN. 3. MayeflätBrieff noch die Vereinigung/vndallgemeine Amneſtiaing noch
Des Königreichs Böheimb SubUträque» 19
derStände Sub-Utraque,
Caution vnd Verſicherungwegen der damalsnoch
vnterſchreiben anfgerichten Defenſion
ſich als nun erlangte Der
alles miteinan, Ä Obri
fe
der in die KandTafet einverleibtwerden ſollen neben andern dieſes Königreichs º

geſambten Ständen in der Landtags-Relation (wie gebreuchlichen)bekennen


wollen vnd daheroklärlichantäg geben, da ſie den Mayeſtät Briefvndbemckte Slawata
Vergleichung/durch jhk pracktiken widerumbz) Caſſiren ſich in allewegebear, Äme.
beiten vnd befleiſſigen. Wie dann ſolchesdie Jeſuiter ſelbſten(mit denen ſie ſich Ä
auch damals/ daßſiehnen darzunicht rehten/entſchuldigt)bezeugen in dene Ä.
ſievnverhole ſchreibendörffen, daß der MayeſtätBrief deßwegen hvnvolkom jÄ“
men/weil er nicht von allen denen es gebürt/ſubſcribirt worden. Wie nun die h]Nºzz. -
Stände ſolches vermerckt / haben ſie bald damals aufm Land Tag 1 in beyſein ,
ihrer/offentlich proteſtirt. Da es dermaleins darzukömmenſofedaßſchje, i N°. 33
mandseder etliche wider den von Ihrer Kayſ: Mayeſtät den Ständen Sü8-
Uraqueertheilen Rayeſtär Brieff vnd bemelte Vereinigung ſetzen würde/
daß man alsdann zu denjenigen Perſonen die ſich der Subſcription in der
Annetia gewägert/vnd zu den Relationen nicht bekennen wollen als zu Fein,
dendes Friedensvnd Einigkeit ſehen müſte: Sie auch im Judicio der vier vnd
zwanzig Perſonen, ſo der Stände belieben nach/zuäufheb,9nd beylegung aller,
leh ſtrittigkeiten vnd mißverſtandes ſo zwiſchen beydenrheilen Sub-Unavnnd
Sub-Utaque, in Accidentalibus Negotiis oder zufelligen ſachen/fich erre
genvnddardurch die Partheyenbeſchwert zu ſein befinden möchten verordnet
nichtſolten geduldet werden. Aber Sie ſind hierinnen dermaſſenverhärtet.vns
vnd verſtockt geweſen, daß ſieſich ſo weit herauß gelaſſen vndan Tag gegeben
viel lieber Ähren König vnd Herºn/vnd dieſes Königreichſamptallen deſſelben
Inwohnern auch ſich ſelbſten in die héchſkegefahr zu ſetzen/vnd zugänzlichen
verderb vndvntergang zu bringen dañvon ihrem böſen vornehmen eines Fin
3ers breit zu weichen. Seynd demnach hierinnen alſo verfahrer wie Sie deſſen
von ihrenobbemelten Kehrmaſtern/den Jeſuiten (fo Sieauch zu Rectorenjh,
rer Schulen beſſerszutritshalber zuſicherwöhlet) täglich ſind inſormtrt vnd
vnterwieſen worden. Da dann anfenglichen ein jeder, der dieſer ſachen kündig
geweſen/vfigerviſt hat was vor bedrängnuſſenderer Sub-Una wider die Sub
Urraque vorherogangen gleichſambanfingern hat abzehlen können ) wäges
bald nach erlangtemobangeregten MayeſtäBrief über das frene Religions“
Exercitium, mit dem geworbenenk Paſſauiſchen Kriegsvock (ſo hernacher, k] N°. 34.
wider alle Ihrer KayſMay: hochlöblicher gedächtnus vnd der Obriſten Kand," 9

OFictrerhochbethewerlichengethanézuſagevndvereröffng auffgehaltes ge.


wiſſes vernehmen mit etlichen auslendiſchen vndeinheitäiſchen der Römiſchen“
Religion zugethanen Perſonen die ihnen hierin trewlich berſtand geleiſtet ge
waltſamer weiß in das Königreich
- - -
»Tºº-
ij
gar in die Ä
Städt
-
-
-

20 * - Die Andere ApologiaderStände - - - -


Städel eingefallen ſeine Tyrannen mit morden / rauben vndbrennen an den
Ständen vudderoſelbenGüttern verübt ſich der Städte Crumaw Buttweiß
Tabor Beraun Kleinfetten vñperConſequenciam auch des PrägerScbloſ
ſes/auffwelchem damals die Kromvndandere Kleinodien vnd Privilegiades
Hands geweſen/bemächtigt) vor eine meinung gehabt hat. Von Kayſer Ru
delpho hochlöblichſter gedächtnus haben ſie / wegen des den Ständen Sub
Utraqueertheilten Majeſtät Briefs zimlich ſidertebereden ausgegoſſen/vnd
dabey nicht allein das Gebot Gottes(Duſolt dein Fürſtcndenes Volcks
nicht fluchen)übergangen ſondern auch der erbarn Hendenerinnerung/daß
man der Todten nicht anderſt dann in beſtengedencken ſolle in windgeſchlagen.
Gedachten Majeſtät Briefhaben ſie einen Schalcks Briefgenennet: die Sub
Uleraque, wider angeregten Majeſtätbrief(in welchem ſie vor diejenigen, ſo der
Königlichenpflichtvnd Lands Ordnung fehig vndtheilhaftig ſein/erklerettver..
den)des Königs ja Gottes ſelbſten(als die ſo weder einen noch den anderntheil
zumfreunde hetten)beraubetfieaufs höchſte geſchendet vnd geſchmehetvorver
maledeyte Ketzer vndaufwügler wider die Obrigkeit. Ihre Priſter aber als vn,
ordinirte Betrieger vnd Seelmörder der menſchen (welchen in die Kirchen zu
gehen vnd die Thürſchwellzu betretten, keineswegesgebürte)in die hell zur ewi
genverdamnus vervrtheilt den Gottesdienſt vnd Predigten vor verfühiſchge,
halten: den Kirchſpielen ihre Bücher mit gewalt genommen vnd verbrenner:
von dem hochwürdigen Sacrament des Altars/welches bemelte Prieſter dem
Volcke Gottes Sub-Utraque diſpenſirenvndaußtheilen / als wenn es nicht
werthſey/daßmans von der Erde aufhebenſoteläſterlichen geredet. -

Die Leute in den Freyen Städten des Dritten Stands auch auf Ihrer
Kayß May: vnd Ihrer Mayeſtät der Kayſerin Herrſchafften in gleichen ihre
Vnterthanen / ſovon alters hers/ über Menſchen gedencken / Prieſter Sub
Veraque aus dem VndernConſiſtoria genommen vñnacherlangten Maye
Briefvber das freye Religions Exercitium, ſich zu der Böhemiſchen Confef
ſion bekennetvnd daheroalsbaldvnder der Ständeſchuß genommen worden/
vnd damit Sie gleichsfals ſolches erlangten Beneficijdesfreyen Religions
Exercitjgenieſen möchten / haben Sie ein gewiſſes Donativu m der Stände
Erempelnach / vntereinander geſamlet/vnd Ihrer Kayſ: May:verehret: ſo
dann auch von Ihnen in gnaden angenomen worden. Etliche aber/ſo hierüber
lenſtvor dem Maieſtät Brief/beſondereertheilte Privilegia gehabt haben ſie
von der Religion Sub-Uraque abgedrungen: Kirchen zu bawen / vnnd
die erbawten / zum Gottesdienſt / wie auch die newen erkauften Kirch
höfe 1 zugebrauchen / verboten: von denſelben die Schlüſſelgenommen
vnd
-
„“

Deß Königreichs.BöeimbSub-Urraque. 2r
vnd verpitſchire. Wann ſie zu Haußgebetet vndgeſungen/das ihnen die Köp.
fe zwiſchen die Füſſe gelegt werden ſollen bedrohet. Budermſchein Politiſcher
vrſachen wegen der Religion manche ins Gefängnußgeworffen/vndinen ver
geſchlagen wenn ſie erlediger ſein wolten das ſie abfallen ſolten: welche vber
rettenloß gelaſſenvndin vornemºbe Ambtergeſetzt. Die Vnterchancn beyder
Beche/daß ſie gutwillig von der Religionaberetten ſollen/zum Jurament ge
nötiget. Etliche zu beypflichtung jhrer Religion mit Geld gewonnen. Andere
ſo ihrem Gottgetrewer geweſen nach ihrem willen mit Gefängruß belegt ihre
- Gütter zuverkauffen anbefohlen/ vnd von Gründen verwieſen. Den Leuten
andecſk nicht zugelaſſen ehelich zu werden esſey dann/daß ſie zuvor vbertretten/ .
vnd Sub-Una Communieirt: auch dieſelben von grund vnd boden nicht eher
ziehen noch ihnen ihre Gerechtigkeit folgen laſſen/ſie ſein den zuvorhin Ch
tholiſch worden. Welche Sie außden Catholiſchen Vnterthanenloß gelaſſen,
ſind nicht anderer geſtalt verweglaſt worden ſie bleiben denn Sub-Una #
ffenſolte ihnen der LoßBrieffnicht gültig noch kräfftig ſein. Andern haben ſie
beygewiſſerſtrafauferlegtvnd befohlendaß ſie keines Evangeliſchen Prieſters
Predigt beſuchen noch ſichbey ihnen deß Heyligen Abendmals Kinderkäufe
vnd Copulation der ihrigen erholen viel weniger denſelbenden gebürenden De
cem reichen ſolten. Diejenigen ſovber ihr verbottin eine Evangeliſche Kar
chen zur Predigt aangen haben ſie alsbald mitgeldſtraffen belegt/ vnd zu ihren
Collaturen Sub-Una verwendet: Die Leute zur ProceſſionOpfferung/ vnnd
andern Ceremonienmitgcwalt angetrieben oder die verbrecher/auffs wenig
ſtevmbgeld geſtrafft. In den PrägerStädten haben ſie ſich diſer vorſichtig
keit gebrauchtdaß dieKayſer/Richter vnd RachsPerſonen Sub-Vna Proceſ
ſiones zu Oeſterlichenzeiten beyden Kirchen deren Sub-Veraquehaltenvnd.
darzu die Sub-Vna insgemein/auß denen Sub-Veraque aber allerley Maul,
Chriſtenvñ Schmeichler einladen müſſen zudem ende damit ſie ſich algemach
vnder die Evangeliſchen widerumbeinſicken / vnnd das gemeine Volck hier
WT
durch in die vorigen Ceremonien bringen/vnnd zwiſchen denen Sub-Veraque
allerley zerrüttungen anrichten möchten. Wie Sie dann auch noch ferners
ſich vnterſtehendörffen die Collaturenvnd Pfarren in den Prägern Städten/
aus der Defenſorn vnnd Gemeiner Städte macht j zureiſſen: indemeſie viel
Prieſterauß den vornembſten Kirchſpielen darzu angereitet / daß ſie ſich
Conſiſtoriivnd Defenſorngehorſambs entziehen / dargegeneinnewes Conſ
ſorium auffrichten dem Erzbiſchoffſichvntergeben/vnd von ihm zum andern
malordinirenlaſſen ſolten... Welches/wannesjhnenangangen weren die
Sändevmbdas Prägeriſche Conſiſtorium/vnd den Majeſtät Brieffe ſo ſich
auffdaſſelbe außtrücklich referirt/gebracht worden. Dann wann bei den
Krchſpielen die Erzbiſchoffliche Prieſter hetten ſein ſollen - wer würde der
Ciij Ständt

- Y.,
- -
- -
z2 DieAnderApesgaderSäntie
Stände Conſiſtorium in Prag ſuſtentirt vnd erhalten haben? In dieſen alleft
hat Kleſel der Canßler vnd Michnaan allermeiſten laborirajaj
den vornehmſten Aſtäter Raths Perſonenſolche Ä daß - '

fiediswerck wenn es ferner darzukommen were mit ſondern etnſfj.


ben/inbereitſchafftgeſtanden. Dannenheroſind die vorigen Kajj Richter
Sub-Utraque in den Präger Städten wolverhaltenevj einheimiſchen :
Seherfaº.ºohººngººſach ihrer Amber entſetzt vndnjº
Ambter verſtoſſen hergegen aberanjhreſtatt/anderepntüchtige Perſonj
# eingeſchoben worden. Dieſen hat manalsbalden eine new Inſtruction(.. r
darinnenalen Kirchſpielen Sub- ĺanbefohlen worden, ſhre Kircj
Capellond Altar Stiftungen in Originali den Kayſer Richtern vorzulegej S
damit ſie anſtatt der Vorſteher jeder Kirchenvber ſolchen Stiftungen vnid
– Kirchendienſten dahinſiegerichtet handhielten vnd den Kirchſpielen keineZ,
ſammenkunft nºcÄndsegenwart geſtatteten aus der Ä
ſchenCantzley zugeſtellt Darnach ſicauchverfahren vnd alles deſto leichtereffe,
ºuren können wilibºrhin von den Hauptleuten vnd NÄ 8
jeden Stadt/derweg darzupreparirºvndgepänt worden, Zu dieſem Zweck,
hatmanheyerlichen Kirchſpielen welchedoch alle Sub-Vejj ſind zu Ampt, :
leuten vndKirchen Vättern Pbſtiſche Perſonen Lerordnet auch dem Afftät,
er Richter anbefohlendaß Erſchauffder Defenſornvnd Ej (F1,
ordnung/wider niemands mit ſeinen Gerichtsdienernü einiger Execution
ſoltegebrauchen laſſen dadoch von altersheroeinjede Sj Richter daſſelbe
Ä ſo das Ä
Än habenſ Ä
gebracht vnd dieſelbe deswegen an Ihre Kayſ: MajSupplication
ÄÄaul Wºchnaej Sup,
"Ära Klegewieſen nachj Catheyſelb
ſten vbewantwortet)einer nach dem andern, wie ſie mir darzu haben beredj
den können/vnderſchrieben. Aber wie es dem vornembſten Prieſter /Matthaes
ÄarhºrnuS GÄ künffigen
Ärmeren Aºmºſºvo ſeinem tödlichenaj Gewiſſenber
ihm aufgewacht bekommen vndwieſchwerlicherm groſſen ſenſzenvndwehe,
tagenvberſcinedisíals wider Gottvnd die Stände begangeneſünde/ doch in
beſtendigerwahrer buß/reuheºdleid ſo er darübergehaj geſtorben, das iſt den
Änºcĺchen Perſonenſobj geweſen wiß,
Ändhabendej vnterthanen
verbotten in die Evangeliſche Städtezuhandejj darinne jhre Gewerbe
--- ---- * --

ºhn Di Piſtºnsab:UranasfiddiesjÄ
7'' ...“ . .
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. . .
-
-

- - srlders z
Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque. 23
geldern von alters zu raichen angeordente/beſoldungen eingezogen/vnd die mit
der LandTafelverſicherte Cathmerinßzuruckbehalten: dargegen die ſoſeein
mahnen wollen die ſteigen herabzuwerffen anbefohlen worden: da doch her
gegen die Stände Sub-Utraque, ihre Vnterthanen / ſo mit ihnen ei
ner Religion ſind (vnangeſehen, daß ſie ihre eigene Prieſter gehabt vnd dieſelbe
auff ihren rnkoſtenvnterhalten müſſen)den deccm zu den Pfarren Sub-Una
ganz völliglichenÄ Die Leute ihre arme Vntertha
zen haben ſie zu der Religion Sub-Una genöttigetvnndgezwungen/vnd dieje
wigenſo darvon nach erkandter warheit abgetretten / gleich den vbelthätern
aufffreyengaſſen auffangen in ſchweregefängnußwerffen vnnd an andere
érter damit ſie keinehälffvndrettung haben möchten wegführen laſſen. Her
4tgenaber wenn ſie einen Evangeliſchenauffjhreſeiten gebracht haben ſie mit
hmevber die maſſen geprangt in die Kirchen geführt / vnndauff den Canßeln
(gleichſam den Evangeliſchen zu einem Spectackel) viel dieentes darvon
gemacht. Auch die zumtode vervrtheiltevbelthäter,wenn ſie zu ihnen getretten
der verdienten ſtraffeinigvnnd allein darunb/damit ſie hierdurch auch andere
ujhrer Religion bringen könten entbunden. Die Prieſterſchafft Schul
diener vnd Studenten Sub-Utraque haben ſie auß den Schulen vnnd Kir
chengeſtoſſen vnndandere Sub-Una, wanngleich das ganze Kirchſpiel Sub
Utraque geweſi mitgewalt eingeſchoben.
Mit was vortugenden aber ſolche Geſellen gezieret geweſen / vnd wasſie
vor ein ärgerlich leben als faule verſchlaffenemänſte/inhurereyvnndvnzucht
geführt mit menniglichen ſich gebiſſen vnndgeancket dem Geißmehr als dem
Studiren ohgelegen/ja einesſolchen engen gewiſſens geweſen / daß ſie einen je
dern wieers begert das Abendmal/vnder Einer oder Beyderley geſtaltgereichs
et iſt vnnöttigalhierzu erſparung derzeit weitlcufftiger zu erzehlen. Soha
ben Sie ſich auch frembder Collaturenvnnd Pfarren angemaſet auch die ſo
andern ſchon in die LandTafel einverleibt waren/zuſich gezogen/vneid diejeni
gen/ſo ſich darwiderſetzen wollen mit Ruttenauß der Statt zu ſtreichen/vnd.
#ulen/d
Naſen vnd Ohren abſchneiden zu laſſen / vorhabens geweſen. In den
a SOfficialen beeder Religi von alters hero/v Gemei
on on der nvn,.
derhaltenvnndbezahlet auch die Jugend darinnen jede inſeiner Religion ab,
ſonderlichen in andern Artibus aber zugleicherinſtituireworden ſolchesh,
aſienicht mehr geſtatten wollen. Dem Theil Sub-LIrräque haben ſie die
Einverleibung in die LandTafel ihrer Geiſtlichen ſachenvnnd Stiffungen zu
den Kirchen gewesert: entgegen aber ſich ſelbſten/ Päbfliſche Indulgenzen/
und andere in die LandTafel nicht gehörigeſachen/ einſchreiben laſſen. Die
jenigen ſe von ihrer Prieſterſchafft nicht copulirt vnndzuſammen geben, vor
Pnchrliche: die Kinderaherſe von andern getaufft sº
- - ertere
- - - -

W
/
-

20 DeAndreApologaderStände
Städe eingefallen ſeine Tyrannen mit morden raubenvndbrennen an den
Ständen vudderoſelbenGüttern verübt ſich der Städte Crumaw Buttweiß
Tabor Beraun Kleinfetten vñperConſequenciam auch des PrägerSchloſ,
ſes/auff welchem damals die Kromvnd andere Kleinodien vnd Privilegiades
Kands geweſen/ bemächtigt) vor eine meinung gehabt hat. Von Kayſer Ru
delpho hochlöblichſter gedächtnus haben ſie / wegen des den Ständen Sub
Ultraqueertheilten Majeſtät Briefs zimlich ſidertebereden ausgegoſſen/vnd
dabey nicht allein das Gebot Gottes(Duſolt dein Fürſtcndenes Volcks
nicht fluchen)übergangen ſondern auch der erbarn Hendenerinnerung/daß
man der Todtennicht anderſt dannitn beſten gedencken ſolle in windgeſchlagen.
Gedachten Majeſtät Briefhaben ſie einen Schalcks Briefgenennet: die Sub
Ulcraque, wider angeregten Majeſtätbrief(in welchem ſie vor diejenigen, ſo der
Königlichenpflicht vnd Kands Ordnung fehig vndtheilhaftig ſeine kleret wer
den)des Königsja Gottesſelbſten(als die ſo weder einennoch den anderntheil
zumfreunde hetten)berauberfieaufs höchſte geſchendet vndgeſchmehetvorver
maledeyte Ketzer vndaufwügler wider die Obrigkeit. Ihre Priſter aber als vn
ordinirte Betrieger vnd Seelmörder der menſchen (welchen in die Kirchen zu
gehen vnd die Thürſchwellzu betretten keineswegesgebürte)in die helzurewſ,
genverdamnus vervrtheilt den Gottesdienſt vnd Predigten vor verführiſchge,
halten: den Kirchſpielen ihre Bücher mit gewalt genommen vnd verbrenner:
von dem hochwürdigen Sacrament des Altars/welches bemelte Prieſter dem
Volcke Gottes Sub-Utraque diſpenſirenvndaußtheilen / als wenn es nicht
werthſey/daßmans von der Erdeaufhebenſoteläſterlichen geredet. -

Die Leute in den Freyen Städten des Dritten Stands/auch auf Ihrer
Kayß May: vnd Ihrer Mayeſtät der Kayſerin Herrſchafften in gleichen ihre
Vnterthanen / ſovon alters hers/ über Menſchen gedencken / Prieſter Sub
Veraque aus dem VndernConſiſtoria genommen vñnacherlangten Maye
Briefvber das freye Religions Exercitium, ſich zu der Böhemiſchen Confef
ſion bekennet/ vnd daheroalsbald vnder der Ständeſchuß genommen worden/
vnd damit Sie gleichsfals ſolches erlangten Beneficijdesfreyen Religions
Exerciejgenieſen möchten haben Sie eingewiſſes Donatium, der Stände
Exempel nach / vntereinander geſamlet/vnd Ihrer Kayſ: May:verehret: ſo
dann auch von Ihnenin gnaden angenomen worden. Etliche aber/ſo hierüber/
lengſt vor dem Majeſtät Brief/beſondereertheilte Privilegia gehabt haben ſie
von der Religion Sub-Uraque abgedrungen: Kirchen zu bawen / vnnd
die erbawten / zum Gottesdienſt / wie auch die newen erkauften Kirch
höfe / zugebrauchen / verboten: von denſelben die Schlüſſel sº
- Pt.
e
- -

Deß Königreichs BöheimbSub-Urraque. 2f


vnd verpitſchire. Wann ſie zu Haußgebetet vndgeſungen/dasjhnen die Köp.
fe zwiſchen die Füſſe gelegt werden ſollen bedrohet Budermſchein Politiſcher
vrſachen wegen der Religionmancheins Gefängnußgeworffen/vndjnen vor,
geſchlagen wenn ſie erlediger ſein wolten das ſie abfallen ſolten: welche vber
rettenloß gelaſſenvndin vornemºbe Ambtergeſetzt. Die Vnterchancn beyber
Becht/daß ſie gutwillig von der Religionaberetten ſollen/zum Jurament ge
nötiget. Etliche zubeypflichtung ihrer Religion mit Geld gewonnen. Andere
ſo ihrem Gottgetrewer geweſen nach ihrem willen mit Gefängnuß belegt ihre
- Gütter zuverkauffen anbefohlen/ vnd von Gründen verwieſen. Den Leuten
andeck nicht zugelaſſen ehelichzuwerden esſey dann/daß ſie zuvor vberretten/ .
vnd Sub-Una Communieire auch dieſelben von grund vnd boden nicht eher
ziehen noch ihnen ihre Gerechtigkeit folgen laſſen/ſie ſein den zuvorhin Ch
holſchworden. Welche Sie außden Catholiſchen Vnterthanen loſ gelaſſetu
ſind nicht anderer geſtalt verweglaſt worden ſie bleiben denn Sub-Una ſoft
ffenſolte ihnen der oßBrieffnicht gültig noch kräfftig ſein. Andern haben ſie
beygewiſſer Krafauferlegtvnd befohlendaß ſie keines Evangeliſchen Prieſters
Predigt beſuchen noch ſichbey ihnen deß Heyligen Abendmals Kindertäufe
vnd Copulation der ihrigen erholen viel weniger denſelben den gebürenden De
cem reichen ſolten. Diejenigen ſovber ihr verbottin eine Evangeliſche Kººr
chen zur Predigt aangen haben ſie alsbald mitgeldſtraffen belegt/ vnd zu ihren
Collaturen Sub-Una verwendet: Die Leute zur ProceſſionOpfferung vnnd
andern Ceremonienmitgcwalt angetrieben oder die verbrecher auffsweng
ſte/vmbgeld geſtrafft. In den PrägerStädten haben ſie ſich Ä
keit gebrauchtdaß die Kayſer/Richter vnd RachsPerſonen Sub-Vna Proceſ
ſiones zu Oeſterlichenzeiten bey den Kirchen, deren Sub-Veraquehaltenvid.
darzu die Sub-Vna insgemein/auß denen Sub-Veraque aber allerley Maul
Chriſtenvi Schmeichler einladen müſſen zudem ende damit ſie ſich algemach
vnder die Evangeliſchen widerumbeinflicken / vnnddas gemeine Volck hier,
durch in die vorigen Ceremonien bringen/vnnd zwiſchen denen Sub-Veraque
allerley zerrüttungen anrichten möchten. Wie Sie dann auch noch ferners
ſich vnterſtehendörffen die Collaturen vnd Pfarren in den Prägern Städten/
aus der Defenſorn vnnd Gemeiner Städte macht zureiſſen: indemeſie viel
Prieſterauß den vornembſten Kirchſpielen darzu angereißet / daß ſie ſich
Conſiſtoriivnd Defenſorngehorſambs entziehen / dargegeneinnewes Conſ
ſtorium auffrichten dem Erzbiſchoffſichvntergeben/vnd von hm zum andern
lalordinirenlaſſenſolten. Welches/wann es ihnenangangen waren die
Stände vmbdas Prägeriſche Conſiſtorium/vnd den Majeſtät Brieffe ſo ſich
auff daſſelbe außtrücklich referirt/gebracht worden. Dann wann bey den
Kirchſpielen die Erzbiſchoffliche Prieſter hetten ſein ſollen / wer
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"Äände der
f
22 Die AnderApologia der Ständke
Stände Conſiſtorium in Pragſatentirt vnd erhalten haben? In dieſen alleit
hat Kleſel der Canzler vnd Michna an aller meiſten laborirtanehallerei je
den vornehmſten Altſtäter Raths Perſonenſolche Correſpendenzaj
ſie diswerck, wenn es ferner darzukommen were mit ſondern etnſtfortzuſchte,
ben/inbereitſchafft geſtanden. Dannenhero ſind die vorigen Kayſer-Richjr
Sub-Utraque in den Präger Städten wolverhaltenevnd der einheimiſj:
Rechte erfahrn Leute ohne einige erſachihrer Amber entſetzt vndingeringer
Ambter verſtoſſen hergegen aber an ihre ſtatt anderepntüchtige Perſonen Sj,
a, eingeſchoben worden. Dieſen hat m
haºanalsaden eineneweInFruction( .
darinnen allen Kirchſpielen Sub- traqueanbefohlen worden, ſhre Kirchen
Capellond Altar Stiftungen in Originali den Kayſer-Richtern vorzulegen:
damit ſie anſtatt der Vorſteher jeder Kirchenvber ſolchen Stiftungj
Kirchendienmºººººººdbeenvnd
Ä jhren willenvnd gegenwart geſtatteten)aus den Kirchſpielentj -
der Böhmi, H
ſchenCantº ugeſ. Danachſeauchverfahren vndallesdeſtoj
sturen können/weilihnen zuvorhin von den Hauptleuten vnd Rj
jeden Stadtderwºgdaº Parvndgepänt worden. Zudj
hatmanheyerlichen Kirchſpielen welchedoch alle Sub-Vejj Ä
leutenvnd Kirchen Vättern Päbſtiſche Perſonen Verordnet auch dem Afſtät,
ter Richter anbefohlen, daß Erſchauff der Defenſornvnd Ej
ordnung/wider niemandsmitſeinen Gerichtsdienernü Ä .

ſoltegebrauchen laſſen da doch von altersheroeinjederSj daſſelbe


zu thun ſchuldig geweſen. Der Prieſter aber ſodasj Csnſifforium)
wºnangººººººeen haben ſie ZwöÄ
gebracht. vnd dieſelbe deswegen an Ihre Kayſ Mayeſtäreine Sujon
ſtellen laſſen: darinnen ſie ſich in des Paul Michna behauſung (ſo ſolche Sup,
nication ÄaKegewieſennachmj zley ſelb,
in Ärnwieſen. Ä
ÄnºonenſjÄ
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nauſºººººº ſchwerlich ermij wche
ÄSände Ä
ÄrübergehäÄ
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# ºdhabenden Leutenjj vnterthanen
liehen. Weiterſind ſie
ÄÄÄÄdezuhandelnyndoj Gewerbe zu,
Kºhn DyPiſtºnsab-UranaefnddegäÄ
7. . . . . . . . . . . . - - selders
- - . -

- -
Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque. 23
geldern von alters zu raichen angeordente/beſoldungen eingezogen/vnd die mit
der LandTafelverſicherte Cathmerinßzuruckbehalten: dargegen die ſo ſie ein
mahnen wollen die ſteigen herabzuwerffen anbefohlen worden: da doch her
gegen die Stände Sub-Utraque, ihre Vnterthanen / ſo mit ihnen ei
ner Religion ſind (vnangeſehen, daß ſie ihre eigene Prieſter gehabt vnd dieſelbe
auff ihren rºkeſenvnterhalten müſſen)den deccm zu den Pfarren Sub-Una
ganz völliglichen abzuführen angehalten. Die Leute ihre arme Vntertha
zen haben ſie zu der Religion Sub-Una genöttigetvnndgezwungen/vnddieje
nigen/ſs darvon nach erkandter warheit abgetretten / gleich den vbelthätern/
aufffreyengaſſen auffangen in ſchweregefängnußwerffen vnnd an andere
érter damit ſie keinehälffvndrettung haben möchten wegführen laſſen. Her
ggenaber wenn ſie einen Evangeliſchenauffjhreſeiten gebracht haben ſie mit
ihmevber die maſſengeprangt in die Kirchen geführt / vnndauff den Sanßeln
(gleichſam den Evangeliſchen zu einem Spectackel) viel dieentes darvon
gemacht. Auch die zumtodevervrtheiltevbelthäter wenn ſie zujhnengetretten
der verdienten ſtraffeinigvnnd allein darunb/damit ſiehierdurch auch andere
zujhrer Religion bringen könten / entbunden. Die Prieſterſchafft. Schul
diener vnd Studenten Sub-Utraque haben ſie auß den Schulen vnnd Kir
chen geſtoſſen vnndandere Sub-Una, wanngleich das ganze Kirchſpiel Sub
Utraue geweſi mitgewalt eingeſchoben.
Mit was vortugenden aber ſolche Geſellen gezieret geweſen / vnd was ſie
vor ein ärgerlich leben als faule verſchlaffencyänſte/inhurereyvnndvnzucht
gefährtmitmenniglichen ſich gebiſſen vnndgeancket dem Geitzmehr als dem
Studirenobgelegen/ja eines ſolchen engen gewiſſens geweſen / daß ſie einen je
dern wieers begert das Abendmalvnder Einer oder Beyderley geſtaltgereichs
ettſ vnnöttigalhierzuerſparung derzeit weitleufftiger zu erzehlen. Soha
ben Sie ſich auch frembder Collaturen vnnd Pfarren angemaſet auch dieſs
andern ſchon in die LandTafel einverleibt waren/zu ſich gezogen/pmend diejeni
gen/ſo ſich darwiderſetzen wollen mit Ruttenauß der Statt zu ſtreichen/vnd.
nen Naſen vnd Ohren abſchneiden zu laſſen / vorhabens geweſen. In den
Schulen/da SOfficialen beeder Religion von alters hero/von der Gemeinvn,.
derhalten vnnd bezahlet auch die Jugend darinnen jede in ſeiner Religion ab,
ſonderlichen in andern Artibus aber zugleiche/inſtituirt worden./ ſolcheshge
baſienicht mehr geſtatten wollen. Dem Theil Sub-Uträque haben ſie die
Einverleibung in die LandTafel ihrer Geiſtlichen ſachenvnnd Stiffeurigen zu
den Kirchen gewesert: entgegen aber ſich ſelbſten/ Päbfliſche Indulgenzen/
und andere in die LandTafel nicht gehörigeſachen/ einſchreiben laſſen. Die
jenigen ſe von ihrer Prieſterſchafft nicht copulirt vnnd zuſammen geben /vor
Pnchrliche; die Kinder abtrſe von andern getaufft sº.
- - ertere
24 Die AnderApologaterStändte
erklertvndgehalten. Viel Kinder der Eltern ſo noch am Leben vnd Sub El
traque waren ſonderlich aber die verweiſten haben ſie wider jhren willen init
gewalt hinweggenommen / in die Schulzun Jeſuiten gegeben/ vnd zu der
Päbſtiſchen Religion/auffmancherley art vndwriſe endlich auch durchhar
te ſtraffe angehalten. In den Städten Sub-Una, haben ſie keine Perſonen
Sub-Utraqzu Burgern angenommen: noch denſelben eynige Gerichtliche -

Verſchreibung Kindertauffe vnd Copulation/geſtattet: viel weniger der ver


ſtorbenen Eörper in den Kirchenvnd Kirchhöfen zu begraben/noch denſelben
zuläuten/vergünſtiget: ſondern dargegen die todten Leichnambals Ketzeriſchef
vnd vnder denCatholiſchenzuruhenvnwürdigeauß den Gräbern nehmen rnd
anderſ wohinlegen laſſen/Welches dochbey Türcken vnd Heyden nicht erhört
worden/daß ſie derChriſtentodtenEörperaußjhrem einmal erlangten Ruhe
betlein/widerumbuemen vndanderff wohin ſoltentransferiren laſſen. Der
gleichen Proccßiſt auch mit auffhebung vieler ehrlichen vom Adelgrabſteinen
gehalten worden: Da doch dagegen in diejenigenſtätte / dazuvor kein eini
ger Sub-Vnajcmalsgewrſen/nicht wenig vndzimlich leichte Perſonen/ wider
den klaren buchſtaben der StadtRecht(Az.) gewaltſamerweis eingrdrun
gen/vnd die Burger in Städten, daß ſie ſolchevnter ſich annemen müſſen mit
gefängnuß darzugebracht worden: vnd gleichwoldie Ständte Sub-Veraque,
jhnen die Begräbnuſſen noch andere Chriſtliche Ceremonienmehr/ injhren
Kirchen niemals verwegert. *
Wie man die Juramenta zuallen Rechten/vonaltershers auf Römiſch
Catholiſch nemlich Gott der Hochgelobten Jungfraw Mariavndallen Hey,
ligen / pflegen zu leiſten f iſt in der Lands-Ordnung klärlichen zu befinden.
Weil ſich aber darbey die Stände Sub Vtraq, jederzeit in ihren Gewiſſen
hochbeſchwert befundenvnd daherovielfaltigerweisdarwider proteſtirt:alsiff
auff offenem Handtag Anno 1618 zwiſchen dem Könige vnd allen dreyen
Ständen der Kron Böheimb/dieſer einhellige Schluß gemacht/ vnd darauf
gänzlich verblieben worden: Daß den geſampten Stendten/vnd ihren
Vnterthanenfreyſtchen ſolte/entweder die alteform des Juraments
zu gebrauchen oder da es jemands in ſeinem Gewiſſen vnverant
wortlichſeinwolle/auſſerder Mutter Gottes / vnd aller Heiligen/
ſeinEyde/nurblos auffGott die Allerheiligſte Dreyfaltigkeit / zu
richten. Deſſen aber ſo anſehenlichen ſtattlichen LandtagsBeſchluß/vnge
V achtet haben ſich etliche auſ den Vnder Ampreuteney der Land-Tafelt
inſonderheit aber Adam Ryzmberßky von Janewitz darwiderſetzen dörffen/
vnndentweder kein Jurament auſſer der altenform angenommen oder die
ietigen/ſoiren gewiſſennach abweſendjhrer/Gott allein
-
sºnº.rçdf/
" . .

/
/
Des Königreichs Böheimb Sub-Urraque. 2
weder daß ſie von vorigen Eydsſchwur abgelaſſen/ vnd auffs newe/dem alten
Tandnach/jhre Eydſchwür verrichten müſſen. - -

Vngeachtauch deſſen, daß von Ihrer Mayeſtät die Buchdruckereyden


Ständen gantz vndgar/durch den LandtagsBeſchluß Anno 161o überge, sº -

benfohaben doch die Buchdrucker keineneweBücher drücken ſollen jesſy)N. 3r.


dann/daß dieſelben zuvor Ihrer Mayeſtät / vnd in Deroſelben abweſen, den "N36.
Stadthaltern in die Böhemiſche Canzley übergeben/vnd von dannen darzu"Nº. 37.
verwilliget würde. Dargegen ſie aber allerley Schrifften vollerbedrohungen 9N. 38.
vnd Ketzeriſchenaufflagwider die Sub-Veraque ausgehen zu laſſen / gute ſug PN. 39.
vnd macht gehabt. Darben ſie dann niemandsja der Evangeliſchen Kehr vnd 3]N4o.
Warheit ſelbſten nicht verſchonet: Sondern einen jeden Chriſten Sub-Vtra-r]N 41.
que, an Gewiſſen/Ehr/Leibvnd Leben angetaſtet/vnndals Ketzer verurtheilee *N 42
vndverdammet haben. Welches aber nicht etwanvon gemeinen Leuten ſeinen N:43.
vrſprung genoſſen: auffwelcherreden/thunvndſchriftenmanſonſten nicht "N: 44.
ſonderbareachtung zugeben pflegt. Sondern was die Prieſterl/ vnd Decani, V N. 4.
moderanderen dem ganzen Theil Sub-Ueraque ozum deſpeét vndverach, XN.46.
tung/pinden Predigtenvndſonſtengeredt / geſchrieben oder inoffentlichen yN. 47.
Druck qverfertiget darzuhaben die Pralatenr vnd Abteja der Erzbiſchoff?N. 48.
ſelbſten nicht alleins geſtimmct ſondern auch r durchjhreeygeneu Schreiben?N 49.
gleichſambeinentwe vfarbe angeſtrichen. Vnd x was dieſe inswercky ge-ÄN. o.
richtet das haben nachmals die Obriſten Land Officirer Ihrer Kayſ: Maye, cN Jr.
ſtät / Statthalter vnd Caminer-Rähte Sub-Una (die es doch ihrer pflicht dN 2.
halber nicht zulaſſen ſollen) ratificirt vnnddurchgewiſſe Befehlich hierinnen N. z.
hüffvndbenſtand geleiſtet. Wiez derjenigen à denenb ſolches geſchehen. N. 4.
vnddwiderfahrene ſchriftlichen den f den g Defenſoribush überreichte iFN Jr.
Gravaminakdislalles mvnan noch viel o ein mehrers kräfftiglichen dar, N. 6.
thun vnd beweiſen. - -- - - ]N. 7.
Dieſenunvnd dergleichen denen Sub-Uraque zugefügte drangſaln/da]N 8:
ßealthier wann von weme vnd durchwaſerley fündlein einempndemanden!]N 9:
etwas dergleichen begegnet vndwiderfahren / außführlichenfolten beſchrieben."]N. 6a.
werden würde diſe Apologia mehr einem groſſen Voluminipvnd Commen-"N: 6.
tario, als einer ſolchen kurzen Schrifft zu vergleichen ſein wird derowegen der 9N 62.
ſerbillicb mit weitleuffeigenerzehlen verſchonet/ vnd nur zu einem ErempelPN 63.
angezogen was ſich in dergleichen Occaſion, an zweyen oder dreyenorten in -
dieſer Cron Böheimbzugetragen. Daraus das Judiciumvon andernder
gleichen trübſeligkeiten leichtlichen kangenommen werden.
Als der Erbhou Panda Städten NºnSraſchu Ihq N64
er MºyeſtätHerſchafft qPürºgehörig nach abſchaffung des PrieſtersrjN
Sub-Ura4ue) dadochs by Menſchen
-". -
se daſlbſt kein anderer Nes.Su
-
- -

F2 6 - Die AnderApologiader Ständte -


-

Sub-Ultraque gerveſt auch noch beyerlangung deß MayeſtätBriefsalldäge


tN. 67. fundenorden)t über macht einen Prieſter u Sub-Una eingeſetztvnd der In-
uN. 68. ſkallirte Prieſterinitausleſehung vdes am Altar angemahlten Kelchs ſampt
vN. 69, feinem ſtetten ſchmähen vndſchenden/vnd andern zum Nachtheil der Reli-
> gion vndjhren Gewiſſen vorgenommenen weſen die Burger darzuverurſa-
chet, daß ſie vor jhme die Kirchenzugeſpertet die Schlüſſel zu ſich genommen -
x]N.7o. pndjhn ganz vndgar beurlaubet: iſt jhnen disx von der Cammer / vor den
höchſtenvngehorſamb/verbündnus Rebellion vnd Auffſtandeſ wider Ihre
Kayſ: Majeſtät deßgleichen für eine muhtwillige begangene Miſſethat/vnd
beshafftiges verbrechen (vmbdeſſen willen ſie in Kayſerlichevngnad / ſchwere
Peen vnd Straffe gefallen auch vmhallejhre Privilegia kommenf ſie verloh
ren/vnd Ihrer Kayſ: Majeſtät verfallen haben ſolten ) zugerechnet worden.
Derowegen man alsbalden zugefahren vndjhnenalle/weyland von Königen
in Böheimbertheiltevnd von der jetzigen Kayſerl. vnnd Königl: Mayeſtäe
confirmirte Privilegia/Stadtbücher, Regiſter/vnd StadtSigel genommen:
dem Primas Stadeſchreiber / Burgermeiſter / vnd noch einer Perſon ihre
Stadtgüterzuverkauffen/vnd harte Obligationes, beyverluſt des Lebens/auf
ſich zu machen/anbefohlen: ein armer Hausgenoſſe/gleichsſalsbeyverluſt ſei
nes Halſes/der Stadtverwieſen: andere mit Gefängnus geſtraffee/ vnd hin
widerumbdarsus auffgewiſſevrfedelosgelaſſen. Die Gemein aber hat bemet -

kem Rumoriſchen Pfaffen/etliche hundert Taler / ſchaden vnd vnkoſken/ als


wann ers/ſeinem vorgeben nach in dem hin vndwiderreiſen/nach Prag vers
zehret hette erlegen müſſen. Die Privilegia/objhnen zwar auf der KatRiner,
Rähte Interceſſion(wiemansjzobremen wil)widerumreſtituirt ſind doch die
allernüßlichſten über das Bierbräwen hinderhalten vnd hierdurch dieſe arme
elende Leute vmbjhre Nahrung kommen/vndinseuſſerſte verderbengerahten.
- Der Abt zu Brauna hat noch vor dem MajeſtätBrieffdurch offentli
yN. 70. che an demRahthaußydaſelbſt angeſchlagene Patenten alle ſeine Vnterthéan.
zur Beicht/rndempfahung des Abendmals in Einer geſtalt/ genötiget: vnd
ſchdarbey Expreſsèvernehmen laſſen welcher nicht gehorſamen würde der
ſolte auch nicht in der Gemein gelitten nºch auff dem Kirchhof/nach ſeinem
Todfe ſondern im freyen Feld/ohne Geläut vnd Geſäng/vndandernChriſtl
- chen Ceremonien mehr begraben werden. Nach ereheltem MajeſtätBrief
*]N 72. aber hat er außder zBöhmiſchen Canzley ein Befechaußbracht darinnen
den Braunauerngebotten wird ihren Prieſtern Sub-Utraque zu dimittiren:
vndalsfieauffihren Vnkoſten eine Kirchenzubawenangefangen hat er ihnen
alN 73. ſolchen Kirchen-Bawgewehret an Ihre Königl: May: a deswegen ſuppli
feirt/vnd bey der Böhmiſchen Cammer im Namen Ihrer May: einen Be
ech/daß ſie davon ablaſſen ſollen darüber erlange. Wie nun die von
- . . .
-,
. . d 1 Braunai
\

Des Königreichs BöheimbSubUeraque. 27


Brauna denverlauffdieſeshandelsden Defenſoribus zuerkennen gegeben
vnd die Defenſores hinwiderumb mitzuziehung vndberahtſchlagung der O,
briſten Land OfficirerIhrer Kayſ: Majeſtät Rähte des Hoffvnd Eammer,
Rechtens/vndanderer Perſonen mehr von der Gemein aus allen Craiſendie,
ſes Königreichs Böheimbb Sub-Utraque, den Braunauern zugeſchrieben, b]N,74
daß ſie in ihrem Kirchengebewde ſicher fortfahren köndten: in anſehung / daß
es in den MajeſtätBrieffalſo verſchenſey: Daß/wann gleich ein Be
felch(er komme auch / woher er jmmer wolle) zu verhinderung deß
freyen Religions-Exercicijaußgienge / derſelbe keine Krafft noch
Macht haben/auch in dieſer ſachen / auſſer oder durchs ordentliche
Recht/weiter nichts ſolte geurtheilet noch geſprochen werden: Hat
der Abt daheroanlasgenommen ſich deſſen wtoer die Defenſores c ben IhcN. 7.
rer Kayſ: Mayeft: zu beſchweren. Darauffabtr die Defenſores, Ihrer
Kayſ: May: dinvnterthänigkeit richtige antwort gegebey: vnd darinnen ſo d]N. 76.
vieldargethanvndbewieſen/daß der Abt denen von Brauna den Kirchenbaw
einzuſtellen nicht befugt/viel weniger den angeregten Befelch wider ſie bey der
Cammer erpractictren ſollen. Wo ferner aber ja vernehnteesſey jhme in
Religionsſachen jemand vnrecht vnnd zu wider / ſolte Er dißfals dem im
Landtag außgemeſſenen Proceß nachfolgen. Da nun der Abt dieſem ge
thanen vorſchlag nachkommen ſollen/hat er ſolchenübergangen/vndes dahin -
gebracht, daßauß der Stadt Brauna gewiſſe Perſonen vor IhreKayſ: May:
citrtwarden. Welche (weil Ihre May: eben damals mit Deroſclben Hoff,
ſtat/auß den Präger Städten verzucken wollen) Deroſelben biſ nach Keuto
miſchlvnd Padubitznachziehen/vnd ſich daſelbſt mit groſſen vnkoſten etliche
Tag lang auffhalten müſſen biſ ſie endlichen kurz vor Ihrer Mayeſtät auff,
bruchvnd verlaſſungin Mähren zu dem Obriſten Canzler Sdenko von Koh
kowitz in der Nacht beruffen/vnd daſelbſt jtnen im bcy eyn Wilhelm Slawa,
tavnd Heinrich Kibſteinsky von Kolcwrat von Canßern mündlichen per,
meldet worden. Es were Ihrer Kayſ: May: endlicher Befclchvndmeinung
daß ſie zu ihrer widerumbnachhauß zuruckkunfft alſobald ihre Kirchen dem
Abteabtretten / die Schlüſſel darvoneinantworten vnnd von Abt ein Teſt
monium in die Cantzley Perſönlichen bringen ſolten, daß ſie dieſe Ihrer Ma,
yeſtät gnedigſteanordnung gehorſamlichen vollzogen hetten. In deme nun
die Gemeindiſem Befelch nachzukommen vnd dieSchlüſſel von ſich zugeben
bedencken getragen ſiudabermals Acht Perſonen in die Canzley beſcheiden/
vndals ſie ſich geſtellet alſobald ins Gefengnuß geworffen / vnnddarinnen
faſt ein halbes Jahr / bißzu fetziger der Ständte Sub-Uraque auffgerichten
Defenſion, behalten worden. Vnter e hat vilgedachter Abt ſich an diſen
/ A- > noch
2s DieAnderApcogaderStändee
noch nicht begnügen laſſen; ſondern bey Jhrer Kayſ: May: Commiſſaren
ausbracht, welche vemelte Kirchenſperten die Schlüſſel von der Gemein ab
fordern vndvon dannenden Prieſter Sub-Urraque abſchaffenſolten. Da
- -
nun die Statthalterauß Befelch Ihrer Kanſ: May: zuſolcher Commiſſion
neben Wentzeln Heraldt Cibſteinßky von Kolowrat Chriſtoffem Wratislarven
von Mitrowiz vnd Bartholomeum Brunnern alle der Religion Sub-Una,
auche zwoandere Perſonen Sub-Utraque, nemlichen Ladislaum Seidl.
von Schönfeldt Hernſtands/vnd Niclaſſen Gerßdorff von Gerßdorff vnnd
Malſchwitz Ritterſtands gebrauchen wollen: haben ſie beede Sub Utraque,
„gedachte Commiſſion auff ſich zu nemen bedencken getragen / mit vorwen
dung/daßes diſifals ihr Gewiſſen antreffen wolte. Darauff iſt ihnen zurant
. . -, wortgeben worden: Es gienge allhier das Gewiſſen durchauß nicht an /ſon
-dern allein Ihrer KayſMayſt: gnedigſten Befelch welchem ſie nachzuleben
ſchuldigweren: Gleichſambals wann bey ſolchen vnd dergleichen der hohen
- Obrigkeit Mandatis keinen Reſpectauff das Gewiſſen zu haben ſich gebüren
wolte. Wie dann auch ihrer vielſolchesredendörffen: Es were in den Polls
Liſchenſachenvnvonnöten/das Gewiſſen fn acht zuncmen. Darun
ter dann Paul Michna vor andern ſich hervor gethan vnd zu den Commiſſa
rienſagen dörffen: Sie ſolten ſich nur mit dem Gewiſſen nicht excuſ
ren,denn ſolches Ihrer Mayhöchlich zuwiderwcre Weiſe aber von
ihrermeynung nicht weichen wollen hat man ſie darbey gelaſſen. Vnd iſt durch
die übrigen drey Eatoliſchen teils dieangeſtelle Commiſſion verricht
worden. " " “. -,

Gleicher Geſtalt ſeynd die Inwohner deß Städtleins Kloſtergrab (wel


ches als einfreyes Bergſtättlein in dieſer Cron Böheimb/ wie in allen an
dern Politiſchen ſachen alſo auch vornemlichen in Punéto Religionis,jevnd
allwege über andere groſſe Freyheiten gehabt) von vielen Jahren hero/eynig
vnd allein darumbdaß ſie der Röm: Catholiſchen Religion nicht beypflichten
wollen ſehr angefochten vnd geplaget worden. Dann ſchon vor ſieben Jah
ren, der vorige Erzbiſchoff Carl von Lamberg(der hernacher durchGottesve
hengnus ſeines verſtandes/ zu mercklicher ſtraff/bis an ſeinende beraubet ge
weſen) dahin getrachtet die Kloſtergräber zu ſeiner Religion gewaltſamerweiſe
zu bringen/vnd dahero ihnen etliche hundert Mann Kriegsvolck in die Stade
gelegt. Daraufffich viel auſ ihrem Mittel hin vnd herauff den Feldern ver -

ſtockt: denen auch alsbald darüber die Häuſer verpitſchirt worden. Andere ſo
zu Haus betreten hat man auOſſegk geführt in ſchwere Gefängnusgeworf
fen/vnd dermaſſen geängſtigetvndgquelet, daß etliche darüber geſtorben/ vnd
-- . - MTB
- . -
-
-
Deß Königreichs BöheimbSüb-Veraque. 29
arme Wittibenvnd Wayſen/ſoſchbiß Dato vom Bettelſtab nähren/hinder
ſchverlaſſen. Derzige Erzbiſchoff aberfIohan Lohelius hat die armenfN 7t.
Leute ebenermaſſen / durch ſeinen Ambtman Benedict Meußkönig / mitge
fengnußvnndſonſten/zumabfall von ihrer Religion anhalten laſſen: ihnen die
Kirchenverſiegelt: vnmdeinen jedern/ der in den Evangeliſchen Kirchen ſeine
Kinder tauffen laſſen ſowol zu Prag in dem Erzbiſchofflichen Hanß/als auch
zu Oſſegk im Kloſter nicht nur etlichtag / gſondern vielwochenlang / ingt g]N.79,
ſänglicher verhaftung gehalten. - Einenewe Kirchenzubawen/hat er ihnen
durchauß nicht geſtattenh wollen: Die widerſen willen aufgebawte/geſper, h]N. zo.
retvnd verpitſchirt: den Gottesdienſt abgeſchafft: In die Kirchen Sub-Una
yugehen ernſtlich anbefohlen: dargegen dem Prieſter Sub-Utraque ſeinen
grundvndboden verbotten. Vnd als Ergedachte Cloſtergräber vor ſeineErb
vnderthanen angezogen iſtes dahingedyendaß ſie in die Canzleycitirt/auffiei, i] N°.gr.
ne Commiſſion gewieſen/vnndjhme/ohn alles erdenliche Reche/ vor Vnder, -

hanen zugeſprochen vnd von dem k Obriſten Canzler im beyſein deſ Er-kN. 3.
Biſchoffs / befohlen worden - ſie ſollen endlich ihrer Kirchenmäſſig ſtehen.
Hierauff iſtalſo bald vom ErzBiſchoff / durch D, Fabium Bonzon, einen
Welſchenvndſonſten ſchädlichen Menſchen (der ſie vortrewloſe/meyneidige
leibcigneleutvnnd Sclaven deß Etºiſchoffs / geſcholten)hnen dieſe bedro,
hung geſchehen. Werden ſicdem Erzbiſchoffin Religionsſachen nicht
gchorchenwollen/ſowürde der Hencker zu thun bekommen. Hat ſh
nen auch zugleich alle ihre/von den vorigen Obrigkeiten ertheilte / Privilegia
vnd Freyheiten hinweggenommen. Vºdals er denſelben nur etliche daron
widerumbreſtituirt/von jhnen ein ſolchen Revers welchenobbenanter Bonzon
geſchmider erzwungen dardurch er ſiejhme/zu gehorſambin der Religonauff
ewig verbunden: vnd dem von ihmeeingeſetzten Prieſker Sub-Una(welchen ſie I]N. 8.
zwar niemals gebrauchet) die Beſoldung zu beſſern/ vnd die Opfferung mitbe, -

ſchwerung resGewiſſens zu vernichten ja auch noch zu dieſem/daßjenige Sala


rium, welches ſie ihren Prieſtern Sub-Veraque zu jährlichem vnterhalt depu
trt zu entrichten aufferlegt. An Burgermeiſter vnd Rathhater / beyverluſt
Tauſend Taler einen ernſtlichen Befelchergehen laſſen guteauffacht zu haben
damit niemand auf den Nachbaren vnd Inwohnern ſo in Ehcſtande zu retten
geſonnen, von den Prieſtern Sub-Veraque zur Ehe gegeben ſondern alle an den
Sub-Vna gewieſen würden. Die Bürger ſo er vorſich ins Kloſter beſchickt,
hater mit einem ſonderbaren Eydſchwur dahin verbunden / niemand zu eröf
nen warumb ſie befraget / vnnd was ſie zur antwort geben. Dem armen
Prieſter ſo er diFortsverjagt / hat er auch die albereitverdiente Beſoldung ab,
geſtrickt vnd zu bezahlen verbotten: Bind Heg vorgewendet./esſeyjhme
- - - - iii - Pºtz

>.
2s º2 DieAnder Apologiader Stände.
„FW Y
- von Ihrer Kauf : May: ihreneweerbawte Kirchen rechtlich zu geſprochen:
-
diBuger auch dahin angehalten, daß ſie dieſelbe widerumb ſelbſten niderreiſen
/
vndeinſchleiffenſolten. Da Sie es aber gewiſſens halber nicht thun können/
ſondernjhn/von ſeinem vorhaben abzulaſſen/demütigſterſucht vnndgebetten:
hat er in abgewichenem 1617. Jahr 1 ſolche Kirchen 1 ſomit der armen Leute
groſſen vnkoſten/vnd vieler Chur-vnnd Fürſten deß H. Römiſchen Reichs/
«W T
auch anderer vornehmer Leute mehrhülffevndbeyſtewr/erbawet geweſen/drey
-
kag aneinander/nemblich den 11. 12. 13. Tag Monats Decembris mitgan
zermachtvndgewalt einreiſen in grundierſtören vndzeſchleiffen laſſen: das
holz darvonauff die Pfarr dem Prieſter Sub-Vna zuverbrennen gegeben: vnd
den Altar ſambt dem Beichtſtulvnd Meſſingen vergüldten Kirchenknopff, der
-
Kirchen ſeiner Religion zugeeignet: denen Prſonen aber / ſo der Religion
7 Sub-Uuanicht beypflichten wollen ihre Güter zu verkanffen ernſtlichen auffer
legt: vnd in den verwichenen Creutz Tagen in der Proceſſion zu gehen genötti
get: vnndernſtlichen gebotten, daß ſie keinen Evangeliſchen Prieſter wedertag
noch nacht/bey ſich herbergen noch auffhalten wolten: da einer aber darinnen
ergriffen würde ſolte er Funffzig Taler ſtraff geben darzudreytagvnndnacht
im Halſeiſenam Pranger ſtehen oder wolendlichen durch den Nachrichter
geſtrafft werden. Auff dieſe formvnd weiſe iſt er auch mit andern ſeinen Vn
derthanenauffn Dörffern vmbgangenynd ſie auffs hefftigſte in der Religion
tribulirtvndgeängſtiget.
Der Äbtim StrohoffzuPrag / hat den Prieſtern Sub-Utraque, die
toden Leichen von ſeinen grundvnndboden in der Obern Stadt Prag auffn
DRahtſchinabzuholen verwegen/vnd die Leichnam der verſtorbenen hinderdcn
ſchranckenauff die Scheidwege hinauß tragen laſſenvnnd einen jedern vnder
- hanen von denen Leuten / der nur die Schüler Sub-Uraque zum Conduce
vnd Begräbnuß der ſeinigen erbeten die Gütterſoer vnderjhm gehabt zuver
kauffenaufferlegt. - - - * - -

Was heiſt denn nun einen von ſeiner Religion abdringen / zuder
drigen nötigen vnd den Majeſtät Brieff(durch welchen alle der gleichen O
fenſiones totaliter verbotten)caſſirenvnndauffheben:wosdynicht iſt ſo
allhier nach der lenge beſchrieben vnderzilet werden?
Bnndobwo die Defenſores beyzeven/vnndeheangedeute vnnd gleich
mäſſige/wider die Religion begangene Exceſs noch ſoweit kommen ſolches an
Ä 3Äfänalich den Stadthalternm Anno 1614. nachmals den geſºmbten Stän
"]N“.8 den auffm Generaln Landtag Anno 161.zuerkennenaeben: Auch zu gleich
Ihrer Mayeſtät/durch gewiſſe Perſonen außihrem mittc beyerlangter Au
dienz mündlichen nebenenzendigung einer außführlichen Deduction ſchriffe
aller dieſer abgeloffenen Religionshändcl/vndert.ängſt vorbringen vndvnb
ſchleunige
- v -

*
-

- - -
-

Deß Königreichs.Bökelbsub Ueraque, z»


ſchleunige Remedirung vnndabſchaffung diſes übels anhalten: auch gedachte - 3 Y i -

Stadthalter ſelbſtentvmhgehorſame Interceſſion bey Jhrer Mayeſtät zu be


förderung dieſer ſachen/bittlich erſuchen vnnd anlangen laſſen: Mit angeheng
ter Proteſtation Jmfallbeyzeiten dieſem vnheil nicht geſtewret werden ſolte/
daß die Defenſores dann außgedrungener noht / anſtatt der Stände auf die
mittelvndwegebedacht ſein müſtendardurch der Majeſtetbrieffin ſeinen Eſſe
erhalten/vud gegen meñiglichen ſeinem klaren buchſtaben pnd inhaltnachver
cheidigt werden möchte: So haben doch die Defenſores, wie fleiſſig vnd etabſig
üt auch nach dem General andtagbey Ihrer May:darumbangehalten keine
antwort danals erlangen können. Den ſie daran von etlichenauß den Stadt
haltern Sub-Vna verhindert worden/welche ihr dürſtigesvorhaben inswerck
zuſe R nachfolgenden Modum darinnen gebrauchet. Erſtlichen/Als ſie
vernerckt, daß das ganze Collegium der Land Officirer vnnd Stadthalter in
dieſem Negocionicht mit ihnen durchauß in einhornblaſen würden: haben ſie
fichalsbald Anns 1611.beyanfang deß Kirchenbawes in der Stat: Brau
nau von andern Stadthaltern abgeſondert. Vfndals Ihre Majeſtät von
allen Officirernvnnd Stadthaltern zugleich / in dieſer ſachen Ihformation
gnedigſt begert/ſeind ſie zugefahren/vnd haben Ihrer Mayeſtäteinen abſonder
ichenbericht odarvongethanvnndſich darinnen einer vngewöhnlichen vnndo] N. 84.
rechtblinden Subſcription gebrauchet/dergeſtalt: Obriſte Land Officirer
deß Königreichs Böheimb/ſovmbjtzt gedachter vrſachen beyſam
menſeynd. Mit welcher abſonderung von den übrigen Stadthaltern ſiege
nugſanbju verſtehen geben das ſie dißwerckallein führen vnd Ihrer Mavſt:
einen blawen Dunſt gern für die augen machen wolten. Sodann auch geſche
hen. Denn ihr berichtſtdeßinhalts geweſen/daßnemblich dievnderthanen
verm& deß MºyeſtätBrieffs zu auffbawungnewer Kirchen keine gerechtig
keithetten. Welches Judiciumvnndgutachten/Ihrer Kay: May zugeben
ihnen als Privat Perſonen keineswegs gebüren wollen. Sintemal IreMay:
aufgehaltenem Landtage/An 161o. außtrücklichen dahin mit den Ständen
geſchloſſen vndeins worden, daß alle vndjede ſtrittigkeitenvnnd Mißverſtänd
ſo zwiſchen den beeden Religionsverwandten in Negotiis Accidentalibus
oder beyfelligenſachen entſtehen möchten ſolter vor dem Ordinario Judicio
der vier vndzwanzig Perſonen ſo darzumitfleißauß den geſambten Ständen
inscheranzahl Sub Vnavnd Sub-Vrraque erwöhlet vnnd deputirt werdent
müſſen angehört / erwogenvnnd verglichen werden. So aber dieſe Winckel
Rätheweniginacht genommen: ſondern in ihrem Propoſitio(weiljhnen ihre
Practicken zuvorhin zimlich wolabganzen) fortgefahren/vnndeinen Befelch
außder Böhmiſchen Sammer ihrerbelichung nach / andte von
- - x
Ä
auge,
\
-

-
-

32 Die AnderApologia der Ständte –


FN, 87..außgefertigevnddarinnendenp Bawder Kirchendaſelbſten biſ aufffer.
nere Ihrer KayſMayanordnung ganz und gar eingefleet. Wnnd da
gleichſamballe hoffnung zu erlangung Ihrer Majeſtät gnedigſten Reſolution/
durchantrieb gedachter Winckel Räthe/verloſchen haben Ihre Majeſtärvber
alle zuverſicht (als Sie gleich damals auß dieſem Königreich verrucken wol,
len) Heinrich Mattheſen Grafen von Thurn 1 damaligen Burgrafen zu
Carlſtein nach Brandeißbeſcheiden/ vnndjhme / ihm beyſein Vlichen von
Gersdorff Kand-Rechtsbeyſizern/vnnd Simeon Kohauts von Lichtenfeld Ap,
pellation Raths(ſo dem Grafen von Thurn als Defenſores ausm Ritter,
vnd Burgerſtändezugegeben worden)gnedigſkmündlich angezeigt: Das jhre
May: der Stände Sub-Veraquebeſchwerrnnd bitten/der billigkeit
gemäßzuſein/bey ſich nicht befinden: Hettenaich albereit auffjhren
ZHerrſchafftendem Erzbiſchoff alle Collaturen vbergeben: Derwe
gen Ihre May: mitdergleichen anklagen ferner nicht behelliget ſein
wolten. Wienun dieſe Ihrer May: endliche Reſoluticn dadurch den Stän-
den Sub-Utraque bey Jher M:in ſolchenfällen alle hüffvndſchuh abgeſtrickt
vnd den widerſachern dargegenzufernerer vnderdruckung vnd verfolgung deß
Thels Sub-Utraq (ſo nachmals imwerckſelbſten alſo erfolgt)ThürvndThor
auſgethan worden/nicht allein den oberwehnten Perſrnen auſ dem mittelder
Defenſorn/ſondern auch andere außden Ständen nach gethaner Relation/
beliebet vndangenembſein können / daskan die ganze Weltleichtlich djudi
- Majeſtät die Collaturnauff den Königlichen Herrſchafften mit dem Reler,
gN 88. vatwiefiebeym Landtag Annº S. befinden worden ºnnd die auffae-
- richtevereinigung zwiſchen beeden Theilen/Sub Unavnnd Sub-Vtraque auß-,
weiſt abgetretten nicht weiter als ihm zugelaſſen/aeſchritten/vnnd den Leuten
auſ den Herrſchafften/vnd anderſwo nicht ſo greſſebcdrängnuß injhren frcy.
Religions Exºtºaghaneºrey Ihrer Mayſät widerſine.
Perſon keine einzigekag niemals einkommen.“
Wndebwo die Feinde der Evangeliſchen Religion vermeiner es wür.
den die Defenſores durch Ihrer Mayeſät dem Grafen von Thurn gethanen,
ſtarcken verweiß/yndabſtrickung aller hülffſchußes vndſchirms ſchabwei.
ſen/vnd dißwerckgankyndgar erſten vnd ſtecken laſſen. So haben ſie es doch
Gewiſſens halber nicht thun können. Denncserſtichen nicht bloßalhier.
vmbdeß Erzbiſchoffswütenvnndtoben wider die Religion zu thun geweſen:.
Sondern esſeindauch von andernorten hero t allerley Grayamina äglicher
- miteinkommen:ßſchauſhdrmaſſn(welaerzutritt denſelben abzuhelfen
- - - - „ . * R ſc lo
- - -

-
Deß Königreichs Böheimb Sub-Veraque. 33
verſchloſſen geweſen ) geheuffet / da die Defenſores dareb / aus ron den
Parthey:n voel trac:irt vnd angelaſſen worden. El cle hebn in ihren ein,
gebrachten ſchifft n verºege en / da die Deſen/o es diejenien ſo ihre zi,
flucht in ihren bedränznuten zu ihnen hetten / nur zurleſſen aduld anman,
ten vnddarmit gleichſamba.ſpeiſten. Andere haben offentlich tagen dörffer/
Sie könen vnd möchten auf der Defenſorn zuſagenit in hr lawen: ſendern - -

dadeſclocn ihrevfi ihren nicht heſſer in acht nennen würden/müſten ſie als hilf,
loſe Leute auf Deferaton sdExtrema geraten: Welches gedacte Tefeſ3
resbey Go:t vnnd der Welt ſchwerlick zu verantworten hetten auch dar durch
zweifelsfrey allerleyſtraffen Gottes ſich auf den halsziehen trürden. Dero,
wegen ſind die Defenſores gedrungen worden / krafft jhnen von den Ständen
auffm Landtage errheilten gewaltsvnd den vorigen Exempeln/ſoſchin anwe,
ſenheit Ihrer Mayſt: im Lande zugetragen zufolgé / die Obriſten Land Offi,
circrvndr Rechtsbeyſiker/Ihrer Majeſtät Räthe / vnnd von der Gemeinen rN.89.
Landſchafft außjedem | Craß zu ſechs Perſonen in Kayſer Carldeß Vierten s]N. 90,
Cellegium in der Alten Stadt Prag gelegen zu convociren/vnnd mit ihnen zu - sº
berathſchlagen wie dieſem vnheivorzukommen/ vnd Sie ſelbſten vor allerley -

beſchwerlichen auflagen vndvnverſchuldten böſennachreden in ihren Gewi,


ſenverſichert ſein könten. - » W.

Als ſich nun der tage angeſetzter Zuſammenkunfftherbengenahet/ha, -


benzuvorhinauff Königlichen Befclch die Haubtleute - vnd Ihrer Mejeſtätt]N. 91.
Richter in den Präger Städten in den andern - aber der HofRichter vſchuN.92.
treflichen bey dem dritten Stande dahin bemühet vnndbearbeitet / damit ſie vºn.gz.
auß ihrem mittel niemand zu deſer der Stände Zuſammenkunfft ſchicken
auch die auß den Prägern aufffreyem Landtage erwöhlte Defenſores ſelbſten
nit kommen, ſondern einjederauß der Defenſion ſich begebenvnndreſigniren
ſolten. Da dochbey ſelbiger Zuſammenkunfft nichts anders vorgeloffen noch
tractrt worden, denn daß man zwo Sºpplicatones verfertigt / vnnd die einex]N. 94.
denStadthaltern * vbergeben die andere aber Ihrer May: nach Wien) zuge, yN, 9.
ſchickt: darinnen aber nichts anderſt geſucht noch gebetten worden / denn die “
abſchaffung dieſer ſo ſchweren langwirigen bedrängnuſſen in Cauſa Rel
lgtonis, vnd der armenleute von Braunawloßlaſſung außgefänglicher hafft
auffm Präger Schoß / darinnen ſie eine geraume zeit verbleiben müſſen.
V. nd nach dem bey den Stadthaltern in dieſem fall nichts zu erhalten geweſt/
ſºndern von ihnen die antworterfolger: Siegedächten den MajeſtätBrif
mitzuerkleren/zhetten auch weder dem Erzbiſchoff/noch dem Abt zu zN 96.
Braunaw/jchtwas zubefehlen/viclweniger / daß ſie die gefangene
- E von
-
-
34 Die Ander Apologiader Stände –

von Braunaw/als Ihrer Mayeſtätgefangene auffſreyenfufſtellen.


/
können: So haben mehr ermelte Defenſºres, mit den Obriſten Land Oſſi
cirern Kand, Rechtsbeyſizernvnd andern Perſonen/auß den Sändcn Sub
Veraque, an die löbliche Stände deſ Marggrafthunbs Mšhrern vind die
Ä Fürſten vnnd Stände in Obervnnd Nider-Schleſien deßgleichena in
ber, vnd Nide - Laußnitz von ihrigem jßtgen zuſtande zu ſchreiben vnd vmb
vnderthänigſte Interceſſion an Jh. Majeſtät zu bitten/conſultirt vnd geſchloſs
ſen: auch nicht weniger ein andere Zuſammenkunfft in mehrgedachten Collegio/
auff den Montag pg/ Ragationum deß verſchienen 1618 Jahrs angeſteltda
mit wofernhierunder von Ihrer Kayſ: May: auff ihr vnderthänigſks ſu
chen einegnedigſte Antwort erfolgte ſie dieſelbe vernehmen vnndferners dar
von ſich miteinander vnderreden, vnd in weitere berathſchlagung ziehen möch
een: Der gänzlichen hoffnung vnnd zuverſicht / Ihre Kayſ: Majeſtät würde
der amenleuteweheklagen vnd ſeuffzen zu Gott auch der Stände ſehnlich vnd
demütiges bitten zu herzen nehmen: Ihres Königlichen den Ständen beyan
N. gt. gehender Regierung ertheilten Reversdannen Ihre May: die Stände by
jhren b Rechten Freyheiten Satzungen Mayeſtäten Landtags Bſchüſſen!
Contracten ſonderlichen aber Vergleichung in den ReligionsAticken zuſchſ
zenallergnedigſt zugeſagt vnd verſprochen ſich erinnern: ob Ihren vndwey
and Kayſers Rudolph. Dero herzliebſten Herrn Bruders hochlöblichſteran
gedächtnuß von ſich gegebenen Königlichen wort ſteiffvndveſt halten: daſſelbe
niemand zum Deſpect Ihrer Majeſtät Authoritet vnd anſehen zu verkleinern
geſtatten ſondern ihnen viel mehr auß Kayſer.vnnd Königlicher macht)ver
mög Ihrer Mayeſtätibeydero Krönung 1 den S Ä vnnd der ganzen Ge
mein dieſes Königreichs geleiſten Evde)mit wircklicher hülff beyſtehen: vnnd
dardurch ihrem vnd der Ständevorſtehenden übel vnrd vnfall kräffiglichen
abhelffen. Aber es iſt den Ständen hierauffenvnverſehenes begegnet. Denn
als die Obriſten Land Officirer vnnd andereauß den Craſen erforderte-Per
ſonen neben den Defenſorn auf dem zu ihrer Zuſammenkunft angeſetzten ta
geerſchienen verenit allein kein Antwortſchreiben von Ihrer Mayeſtitim Col
legiozubefinden geweſen: ſondern haben viel mehr ſanbeltche Sänd mit
höchſte hetzens beſchwerde ſo vielvernehnenm ſen daß Ihre Kayſ: May:
auß an kiffungofft berürter jrerfeinde andeo Sudhalterin Böheim ein
sºw, 99. ſehr ſcharffesvnd hartes ſchreiben ergehen laſſen / vnnde ſolches den Defens
rb“ zu inſinuiren anbefohlen: darinnen antrücktcb dieſe nachfolgende
Puncten zu befinden. Erſtlichen daſ dieſe Zuſammenkunfft / Ihrer
Kay: vnd Königl: May: eigenen Perſºn zuwider/außgeſchrieben.
Zum Andern daſ außIre M-rechtmeſſigen Beſelch/demErzb: zu
Prag dienewerbawe Kirchen in der Stadt Koegrab eingeau

Deß Königreichs Böheimb Sub Urraque. 35
met/ſowol die außder Stadt Braunaw / vnderdeß Kloſtersdaſelb,
ſten Jurisdictiongehörige Vnderthanen/geſirafft worden.
Dritten/daß ſie weiter als der Mayeſtät Brieff/vnd die zwiſchenden
Ständen Sub-Unavnnd Sub-Urraque auffgerichte vergleichung/
mit ſich brächten gegriffenhetten. Zum Vierdten/daßſie/zuwider
Ihrer Kayſ: May: Reſolution/frembder vnderthanen/ invnbilli
ehenſachen/ſich anmaſſen/vndihren offentlichen vngehorſamb vnnd
auffſtand wider Ihre Kayſ: May: vertretten/ vnndgleichſamb wie
Vorſchubdarinnen geben wolten: Vnd weil ſie Ihrer Kayſ: May:
mildigkeit alſo mißzubrauchen/vndweiter alsjhnen gebührt zu greif
fin vermeinten ſowoſten auch Ihre Mayeſtät nicht vnderlaſſen des
ſachenferner nachzufragen/vnnd ſich alsdann gegen einen jedeken/
ſcinem verbeechen nach/gebürend zu verhalten. Da dann zugleich
auch den Defenſoribu befohlen worden / dergleichen Zuſammens
kunfften/biß auffjhrer May:widerzuruckkunfft in dieſes Königreich
oderfernere anordnung nicht auszuſchreiben/oder da es geſchehe/die
erforderten Perſonen darauff nicht erſcheinen ſolten. Was hat nun
den Ständen Sub-Veraque ſchmerzlichersſein vnd vorfallen können als daß,
ſe(anſtatt der vollziehung res demütigen/billichen/vndvorGottrechtmeſſigen
begerens)von Ihrer Kayſ: Mayeſtätjhrem König vmd.Herrn ohnallenver
dienſt/rnd zur außvervrſachung vndanſtifftung ihrer feinde/ohn alle verhör
ſo ſchwer vervrtheilt haben werden ſollen Ä errvegung/wann dem alſo were/
was ihnen durch gemelde Ihrer Kayf: Mayeſtät ſchreiben zugemeſſen wird
daß ſie dadurch die ſchwärſte ſtraffe / ſoſch/vermög der Recht vnnd Lands,
Ordnung dauffverluſt (ebes vnd der Ehren erſtrecker verdienethetten?
Da aber weder die Defenſores, noch andere Perſonenauß den Ständ] N.1oo.
den hierinnen die geringſte ſtuld nicht tragen wird ſolchesauß denen vorher,
gehenden berichten leichtlich können ermeſſen werden. Erſtlichen dieweil
(wie oben gedacht)den Defenſern durch den Landtags Beſchluß zugelaſſen
daßſie allenal vnndſoofft ſie es vor eine notdurfft zu ſein erachten die Obri
flen and Officirer Land Rechtſter/Ihrer Kayſ: May: Räthedeß Hofvnd
Cammer Rechtens ſo wolandere Böhemiſche Rähte mehr / alle Sub-Vera
4u,vnnddarneben außjedem Eraiß zu ſechs Perſonen auß der Gemein aller -
draen Stände 1 zu berähtchlagung deſ Religionsweſens / in die Präger
Sädt berufen mit ihnen erwezen / vnndſolchem abzuhelffen macht haben.
Zum andern ſind vermöge deß Landtagsbeſchluß dergleichen
-

E j -
36 Die Ander Apologia der Stände
kunfften oßgeſeßtermaſſen in gegenwart vºnd aweſenheit Ihrer Mayeſtät in
dieſem Königreich)in Präger Städten gehalten worden. VorsDritte/
hat man auff der Zuſammenkunfft darauff ſich das ſo harte vnd ſcharffeſcizei,
ben Ihrer Mayeſtät erſtrecket/nichts anders gethanvnd vorgenemmen dann
daßobangeregte zwo Supplicatione", vnnd andere ſchreiben an die Incorporºr
ten Länder vmbvnderthänigſte Interceſſion bey Ihrer May:ſtät außgeferti
get. Woher iſt dann diß kommen, daß man mit ſovuverſchemble ſtirn vor
geben dürffen als ſey dieſe Zuſammenkunft darauf die Feunde ſo ein wachend
auge gehabt / wider Ihrer Kayſ: Mayeſtit eigene Perſon angeſtellt geweſen?
Da doch dieſer Convent nach den Landtags Beſchluß vnd vorigen Erempeln
einig vnd allein in Religionsſachen / darinnen man ſich über die maſſen be
ſchwert befunden / ausgeſchrieben worden. Heiſt das wider Ihre Kayſ.
May: ſündigen/vnd ſich an Ihrer hohen Königlichen Perſon vergreiffen wfi
man auffſolchen Tagleiſtungen notwendige Supplicatione vnnd Schrifften
an die hohe Obrigkeit vnd Ihre Stadthaler verfaſſet vmbabheffung allerley
beſchwerungen vnderthänigſkvnd demütigſt anhelt ja andere benachbarte Kan
dezubeſſerer beförderung derſachen/vm) Interceſſones vmnd Vorbitt zur O
brigkeit erſuchevnndanlanget? So iſt auch menniglichen bewuſt / daß die
Stände Sub-Veraque, beywehrenden jhren handlungen / niemals weiterge
gangen/vnnd noch nicht gehenthun als was ihnen der Majeſtäbrieffvnnd die
tviſchenbecdentheilenauffgerichte Vereinigung zulaſſen. Daherowirdnie
mandsmitwarheit ſagen können, daß ſie ſich der Cloſtergräber/vnd deren von
Braunaw/jemals höher angenommen / dann ſoweit ſie zu ihnen / als dieſich
miteinander zu der Bohemiſchen Confefſten bekennen vnd daherojhrestheils/
auffgemeinen Landtag vnderdenſchutz der Stände angenommen worden/in
Religionsſachenzuflucht gehabt : Mit dieſer außtrücklichen erinnerung:
*N°". Sie ſollen ſich friedlich ehrerbietigvnnd gebürlichen gegen mennjºchen
- verhalten: keinen Menſchen Sub-Vma, viel weniger ihrer Oörigkeit vnnd Herr
ſchafft ſelbſten mitvbelnachredenſchelten ſchmehen leſternvnnd dergleichen
(in erwegung daß ſolches ohne das bey höchſter ſtraffe verbotten) die geringſte
vrfach zu einigen widerwillen zorn vnndvngnad geben:ſondern vielmehr der
Obrigkeit / vnndjhren vorgeſtz en Ambtleuten als getrewe Vnderthanen in
allen Weltlichen vnnd Politiſchen ſachen / gebührenden gehorſam leiſten.
Deſſen haben ſich die Defenſores, wegen der Cloſtergräber vnnd Braunawer
ſoweitwolanmaſſen/vnd ihnen erwehnten Beſcheid auff ihr anſuchen geben
dörffen. Sintemaljhnen ja einmal laut deß Landtags Beſchluß / von den
Ständen die volle macht vndgewalt eingeraumbt/auffalles vnnd jedes/ſo viel
die Religion Sub-Veraque betrifft ein ſonderbare auffachtezuhaben. So ſte,
hetauchim MayeſtätBrieff Textualter vndauſführlichen: Das in
-
Ä.
Kß ſº,
>.
Des Königreichs BöheimbSub Urraque. – 37
ma alle diejenigen/ſoſich zuder Böhemiſchen Confeſſion bekennet/
vnd noch bekennen niemandsdavon auſgeſchloen)bey jren Glau
benvnd Religion friedlich vnd ruhiggelaſſen: vnd niemandsauß den
Ständcn/wie auch das arme Baursvolck ſelbſten nicht / von ihren
Obrigkeiten oder andern Geiſtlichenvnd Weltlichen Perſonen/von
ſeiner Religion zu weichcn/gedrungen/ vnndwiderſeinen willen/deß
Gegenthcils anzunehmen/genöttiget werden,olte. Dieſen allen zuwi
der hat der Erzbiſchoff zu Prag den Clokergräbern ihre newerbaute Kirchen
widerumb eingeriſſen: der Abt aber zu Braunaw ſeinen Leuten die Kirchenda»
ſelbſten verpitſchiren laſſen. Ob nun ſolches mit billigkett geſchehen / vndob
auch Ihrer May: darüber auff böſe Informationes ausgangener / Befelch
darzu Sich dieſelbe in ihren ſcharffen Sehreiben bekennen) dem Majeſtät
Brieffrnd Landtags Beſchluß auch Ihnen ſelbſtertheiten Confirmation bws,
nicht zuwider lauffe, wolle ein jeder liebhaber der gerechtigkeit das Indiciumda
von bey ſich ſelbſten felkn. -

Daß man aber dieſem anbeginnen der Geiſtlichen jßoein ſolche farb
anſtreichen will ſamb die Vnderthanen nicht berechtiget weren / oder macht
hetten Kirchenzubawen iſt ſolches eine vergebene außflucht. Geſetzt anch/
daß es den Vnderthanen nicht zugelaſſen ſey/ ſo ſind doch die armen elenden
Leute auſſerhalb deſ Kirchenbaws/ dermaſſen in Religionsſachen anderweit
geängſtigetvnnd geplaget worden, daß die Defenſoro ſich ihrer nehtwendig
annemenmäſſen. Vnd daß ſie ſolches nacht gehabt / auch noch macht ha“
ben/wenn nichts anders zum beweiß vorhanden were: ſo iſt doch discin ge
mugſames Argument: daß der MayeſtätBrief nicht allein den Ständten/
ſondern auch den Batversleuten/ das freye Religionis Exercittum an allen
vnd jeden Orten zuläſk. Was iſt aber das vor ein Exercitium Religions
da weder Kirchen noch ſtelle den Gottesdienſt darinnenzuüben/ vorhanden?
Zudeme bringens die Rechte mit ſich / daß ein jeder / ſo überichtwas eine be
willigung erlanget/zu gleich auch deſſen fehigvndtheilhaffig iſt/ohne welches
dasjenige nicht kan genoſſen noch gebrauchet werden / ſo concedrt worden.
Sowerden auch aller hohen Potentaten Privilegiavnhd begnadungen n;chs
reſringert, ſondern vielmehr Interpretando extendrtvnnderkleret. Hier
key iſt auch dißwolzumerekendaß in derzwiſchen den Ständen Sub Utraque
des Königreichs Böheimb/an einem vnd den Fürſten vnd Ständen in Schle,
fen anderntheilsauffgerichter Coniumëtion vnd Vereinigung dieſe wort zu
befinden ſind: Wo aber auſſerhöchſtgedachter Ihrer Kay, May Pers
ſenſonſten jemandsweswürden oderherkommens / Geiſtlich oder
E. iii- Welt,
38 - Die AnderApologiader Ständte
Weltliches Stands erſey/niemandsaußgeſchloſſen, von dem höchſts
bißauffdennidrigſten/ſichentweder in J. Kayſ: Ma: nahmen/oder
für ſich oder inwes Namenesjmmer beſchehen köntcoder möchte/vns
derſtehen wolte/die-Herrn Evangeliſchendrey Stände der Kron Bös
heimb/oder die Herrn Fürſtenvnnd Stände in Schleſien Augſpur
gtſcher Confeſſion / oder allerſeitsvnderthanen vnd Glaubensgenoſs
ſen/nemlich ſie ſind vnder Geiſtlichen oder Weltlichen/Catholiſchen
oder Evangeliſchen geſeſſen / injhrer Chriſtlichen Religion/ Kirs
chen / Schulen / Conſiſtorien/zu turbiren vnnd zu verhindern c.
Darauß erſolget / wo fernſchen in dem Mayeſtätbrieff etwas Generalter
geſetzt ſo iſt es doch in dieſer Vnionſfeefice genugſamberkleret / daß es auch
auf der Catholiſchen Geiſtlichen vnderthanen deutlich gemeinet worden. Di
ſe Vnien aber iſt von der jßigen Kayſ: May: ſowol durch dero Könial: zweyr
vnderſchiedliche Reversals Haubt Confirmation aller Privilegen approbarer
vndratfictrt worden: Daß alſo dieſes da auch gleich nichts anders were
für ſich / as AManfeſa Aſſecuratio. fundirt vnd mit beſtandproéncire
werden mag. Es wird aber vber dis - auch / in der geſambten Stän
de Sub-Vma vnnd Sub-Vtraque auffaerichten Vereinigung / mit klaren
außtrücklichen worten geſetzt: Daß/in welchen orten oder Städten/
anchauffIhrer May: onndder Königin Herrſchafften/diejenigen,
Sub-Utraque, ſo ihre eigene Kirchen oder Begräbnuſſen nicht has
ben/Kirchen zu erbawen /ſo wolanch Kirchhöfe / oder gewiſſe örter
zun Begräbnuſſen/ außzuſetzen vnd anzurichten macht haben ſollen:
Der Geiſtlichen Gütter aber in dieſem Königreich / ſind vermög der Lands
fN. oz. Ordnung A. 1 fKönigliche Cammergüter. Darmit auch der Obriſten
g]N 103. and, Offeirererweyland Kayſer Rudolphoſteliäſterggedechtnuß / in dieſer
ſachenvbergebens gut beduncken hiermit vbereinſtimmet. Vnd werden al
ſo in bemelter Vereinigung / vnder dem Namen Ihrer Kayſ: May: Herr
ſchafften/verfaſt vnd begriffen. Sind demnach viel gedachte Cloſtergrä
bervnnd Braunawer/vber welche der Erzbiſchoffvnnd Abt keine Erbgerech
tigkeit hat, ſondern nur bloß der ein geraunbten Gütter / ſo lang es dem Kö
neggefellt / Vſufruêtuarj ſeind auch vnder dieſen Namen mit eingeſchloſſen.
Wie könnennun der Erzbiſchoffvnnd andere Ordensleute(weiln Siein die
ſein Königreich kein Stand ſeynd / den gemeinen Schluß der Stände en
dern/vnd ſich daraußziehen wollen welchem der König vnd dieStände zugleich,
vnderworffen ſein müſſen? Kan demnach den Cloſtergräbern / vnnd
denen von Braunaw daß ſie ihre Chriſtliche Religion nach inhaltofftvnnö
viel gedachten dem ganzen TheitSºb-Ytra“eertheiten Majeſtätbrieff/frey
e
-

Deß Königreichs.BöeinbSub-Veraque. , s»
vnd vñverhindert zu treiben begert/vnd zudem ende Kirchen / darinnen Gott
udienen mit groſſenvnoten(dochchn allen abbruch der zu den Kirchen
Sub-Vma gehörtgen einkommen)aufferbawetvorvngebürliche beginnen oder
vor einen öffentlichen pngehorſamb vnndauffſtand wider Ihre Käyſ: May:
nitantezogen werden: ſo wenigals man den Defenſoribºu, vnd andern Stär
den Sub-I'tragze, indem ſie ſich ihrer / als Mitgliedmaſſen ſo weit es das
Religionsweſen betrifft angenommen zumeſſen kan / daß ſie dardurch wei
ter dann ihnen der Mayeſtätbrieff vnd die Vereinigung zuläft gegriffen vnd
frembden Vnderhanen in auffſtand wider Ihre Kayſ: May: vorſchub geben
haben ſolten. Derowegen die Ihrer Majeſtät bedrawung / daß gegen einen
jedernnach verdienſtrechtmäſſig verfahren werden ſolle vnnd das Verbott we- -
sºnderangeſtelen Zuſammenkunfft in ReligionsPunct 1 keine Krafft noch
Micht haben kun. Denn es nicht allein bloß nur zu Caßrung deß Maye,
ſtäbrieffs vndauffhebung der Königlichen zuſage geſchehen:ſondern auch im
Mayeſtäbrieffäußtrücklichen precavurt, daß keine dergleichen Befelch von
Ihrer Majeſtät Dero Erben vnnd nachkommenden Königen in Böheimb/
noch keinen andern Menſchen ausgehen/ vnd da ſie gleich außgiengen, nicht
angenommen werden ſondern alle vnnd jede ganß kraftloß ſein ſollen. Die
ſem ex Diametrs zuwider, haben offgedachte der Stände Sub Vtrague, Fein
de Ihrer May: ernſtesvmdſcharpffes Schreiben zu der Stände.euſeſten
verachtung ſchimyff vnndſpott in der Cantzley öffentlichen verleſen laſſen:
Sich auch darauff als ſie ſolches Schretben inhänden gehabt dahin erkleret/
daß ſie zwiſchen Ihrer Maneſtät vnd den Ständen nicht würden vnderhändler
ſein können ſondern was Ihre May : wider dieſelbe durchjhr Schreiben auß
geſprochen vnd ſie darinnen rechtum ſſiger weißvervrtteilet / daftvollen ſiebt
kräffrigen vnnd mit ihrem fernern vrtheil beſtertigen. Daheroſie dann ferner
in dieſen Lyrinthgerahten. Vngeachtſie Ihrer May; hßigesvnndynge--
gründes Schreiben ſofievorhinvndereinanderſellſte verfaſt haben ſie doch vor
gutanaeſeh n daß es nicht in ihren ſondern Ihrer May:namen ſolte außge
hen. W ches ſie da unbgethan: damit ſie künfft e zeit der Stände udices
oder Rchter ſein vnndvnder dem ſcheinvnnddeckeldeß Rechtens rnnd Ge
rech:gkett (weil ſienech zurzeit / auß gefaſtem groll vnndbesheit gegen den
Sänden öffentlich vnnd mit gewaltauff ſie nicht greiffen dörffen ) rinb Leib
vnd Eor bringen: außden Mayeſtätbrieff vnnd freyem Relgoni Exercito
ſºn: jhnen die durch dem Mayeſtäbrief zugelaſſene vand zur Defenſion deß
Religionsverck angeordnete Zuſammenkunfften benemen: mit den Ständen
nich ihren volqefallen gebahren: mit den bedranaten mitleiden zu haben vnnd
mit den nidergetrettenen zu trawren/verwehren möchten Darauß aber end
ichenuchts andersais eine grauſame Tyranney vnd wütender
-
sºn.ic
--
40 Die Ander Apologia der Stände -
die Ständte erfolgen müſſen/wann niemand geweſen were / der ſich ihnen in
dem geringſten widerſetzigmachendörffen.
Dieweil dann die Stände Seb-Ultraque , gegen Gott vnd vntereinan
der ſelbſten ſich verpflichtet befunden/ſolchen allereyr weit verloffenen übevnd
- vnheyl/ſozwar ſeinen anfang in Böhmen genommen / aber mashinals bißtn
- - die Schleſien wie auſ denen zum ende dieſer Apologia angeheffen Gravami
iibus zuſehen gedyenvnd eingeſchlichen (Vngeacht man auch ſchreiben vnd
vorgebendörffen daß ihnen in ihrem Mayeſtätbrieff etwas mehrers dann den
Böhmen zugelaſſen were ſº iſt doch den Schleſiern ſo wol als den Böhe
/ / men nichts behalten worden) dermaleins gentlichen abzuhelfen ſonderlichen
- weil ſie im werckleyder erfahren, daß ſie auß verhinderung böſer Rähtevnddeß
Theils Sub-Utraquefeindet wederbey Ihrer Kayſ: Man noch den Stadt
halkern/nichts erbitten/erſchreyen noche langen können: Auf der vrſach ha
ben ſie mit beyſtanddeß Allerhöchſten ihnen vorgenommen, ſich ſelbſten auß
dieſen übermachten vnd überheufften Religiens Beſchwerungen / zureiſſen./
vnd dermaleins den vnauffhörlichen böſen Anſchlägen vnd Practtcken wider
fie/einende zu machen. Vnd weil Wilhelm Slawata von Ehlum vnnd
Koſchenbergkvnd Jaroslaw Borzmitavou Martinitzſonſten Smecziansky
genandt /ſampt andern ihren mithelffern faſt an allen obbeſchriebenen Co
legio Carolino verſamblet geweſen mit einander in die Böhmiſche Cattley
verfügt/vndnachgenugſamer vorgehenden reiffenberahtſchlagung 1 dieſe ber
de / neben andern anweſenden Perſonen vnd Statthaltern als Adam von
Sternbergkvnd Diepolt von Lobköwitz/befragt: Ob ſie zu dem höchſtnach
rheiligen/vndim Namen Ihrer May: außgangenem Schreiben gerahten?
Darauffweil ſieſich den andern gleich nicht verantworten noch ihre onchuld
- gmugſamen abführen können vor offentliche zerſtörer deſ Gemeinen nutzes er
YideſprºkerjDarauffasbald gegen jhnen / als vorhin (vermöge der vfm Landtage
*". 33 eingewandten Proteſtation) durch den Mayeſtäbrief vnd Kands-Ordnung
verurtheilten Perſonen/ würckitchenverfahren/ vnd ſie / jhrem wider Ihre
Majeſtät vnd die Ständte verdienſt vnd hohen verbrechen nach./ſampt ein in
Secretario A1 Thilippo Fabricio, ihrem Adulatore vnd Vnderheimbd / in
der Böhmiſchen Canßleyvffm Prager Schloßals diſes OrtsvndAmps (de
renſiezueuſſerſtem Defekt Ihrer Kayſer vnd Königlichen Maeſtäthchetr
vnd vntergang deß ganzen Königreichs höchlich mißbraucht) vnwürdige vnd
vntüchtige Perſonen nach altem gebrauch vnd Exempel / ſo in dieſer Kron
- Böheimb vnd Präger Stätten mehr zu befinden/außm Fenſter geworfen.
4. Rºg. 9. Inmaſſendergleichen Exempel an der Verfolgerin deß Volcks Gottes Köni,
- - gin Jeſabel/in Heiliger Göttlicher Schrifft vorhanden / vndſonſtenÄ den
- - - Romern
× - - – -

SOeß Königreichs Böheimb Sub-Veraque. 41


Römern/vndandern vornehmenVölckern mehrjevndallzeit gebräuchlichen Plurarch,
geweſen, daß Sie ihre Turbatores Publice Pace, vber Felſen vnnd andere ho, in Samillo:
heörter/herunder geſtürzt haben. AMamer
Diß Fačkum iſt zwar bißhero/invnnd auſſerhalb deß Rémiſchen Reichs/tinus in
von vielen Nationenpro & contra ventilirt, vnd ſchon mancherley Tudicia Panek.
darüber gefeilt worden. Es wölleaber der gutherzige Leſer die nachfolgenden Seneca lib,
wichtigen vrſachen mit fleißbedenckenvnd beherzigen. Wird er darauß Sen 1. de Ir«.
nenklar befinden / daß man vnymbgenglicher weiß / andern dergleichen Livius.
Friedenszerſtörern zur mereklichen abſchew vnd Exempel ſolche Execution vor
die hand nehmen müſſen nach dem alten bewerten Sprichwort / Extremis
morbisextrema remedia ſunt adhubenda. Dann Erſtlich iſt es nunmehr r
Kandfündig daß deß Slawatavnd Smczianskytichten vnnd trachten einig
vndallein dahingeweſen, damit das freye Kelgtons Exercitium den Stän
den Sub-Veraque entweder niemals möchte zugelaſſen noch bewilliget / oder
doch da es gleich geſchehe(wie Gott Lob vor augen) widerumb könte gemach
ſambcaſſirt vnndauffgehoben werden. Dahero ſie ſich allerley Practicken/
vom erſten kagandeß Majeſkätbrieffs bis auf die letzte ſtundejres Außwurffs/
wider die Stände heimlich vnndoffentlich befliſſen vnndjhrmütlein an ihnen
zukülen vnderſtanden: vnndex hoc fundamento, daß Sie zerſtörer vnd nicht
auffrichter vnndfortpflänzer deſ Religions Friedens ſein bald anfenglichen
die Vergleichung zwiſchen den Ständen Sub-Vma vnd Sub-Veraque vnd dar
aufferlangte Amnyſiam, nit vnderſchreiben noch ſich zur Landtags Relation
bekennen wollen. Darwider obwo/zum Andern die Ständevfm and, z.
tage 161o-ſolenniterproteſurt, vnnd die Execution gegen einem jedern ver
brecher ſich vorbehalten/vnddardurch ihnen abermals gnugſamen zu verſtehen
gegeben / daß ſie ſich ihres ferneren practicirens wider die Religion genß
lichenentſchlagen ſolten: So haben ſie ſich doch / deſſenvngeacht/ in
allen Rahtſchlägen / wie zuvorhin / wider die Religion gebrauchen laſſen:
vnd auß der vrſach / dasverbot wegen nicht auffbawung der Kirchen zu,
Braunawapprobiren vnnd beförderen : deſgleichen Ihrer Maywider die
Defenſores vnndgeſanbten Stände Sub-Vtraque außgangenes ſcharffes
Schreiben / ſelbſtencencipiren / berahtſchlagen vnnd außfertigen helffen.
Als auch / zum Dritten / Ihre HochFürſt Durchleuchtigkeit / Erzher, z.
cg Ferdinandur, vor DeroKöniglichen Krönung in Béheimb/einen Re
vers wie gebreuchlich den Ständen vbergeben / vnd darinnen den Mayeſät,
breff neben andern dieſes Königreichs Privilegienconfirmiren ſollen vnd wol,
kn ſind ſie abermalsaußizrer Rott die vornembſten Redelsführer geweſen/
ſºßchauff öffentlichen Landtag darwiderſten/ vnd mit vnverſchembterſtirn
- - -
F vogebers
42 Die AnderApologiader Stände – -
-

vorgeben dürfen daßſ(verſtehe als Friedenszerſtörer vnd Erzfeind der Ev.


angeliſchen Religion, keines Mayeſtätbrieffs noch dergleichen Aſſecuration in
der Religion bedürffen: alſo daß dercnthalben der Optiſte Burggraf Adame
von Sternberg / die Stände zum andern mal hat müſſen votiren laſſen.
Nachdem auch / zum Vierdten / Herr Peter Weck von Roſenbergk / ſee
ligergedächtnus/ein ordentlich Teſtament aufgerichtet/vndin ſolchen alle ſeine
Haaberndgüt.rdem lölichen Geſchlecht deren von Schwanberg(vermöge der
alten zwiſchen beedenHäuſºn zuvorhin aufgerehtenErbeinigung vnd darauf
ferners erfolgten newen vnd in die Landtafel einverleibten Vertrags) erblich
enverteſtirt vnndverſchrieben: Vnd darbey/in ſolchem ſeinen letzten willen/die
ſefernereanordnung gethanvndbedinget: Daß erſtlichen in der StattSobiß,
law eine Evangeliſch Schulſolauffgetitet vnd von jedem ErbenvnndIn,
habern aller Roſenbergiſchen Stammgütter Jährlichen mit 4ooe. Talern
vnderhalten werden: nachmals, da das ganße Geſchlecht deren von Schwan
bergk(durch Gottes ſchickung)abgiene / vnd niemands mehr/außderoſelben
rechten vnnd natürlichen geblüt im Geſchlecht vorhandenwere/ſolten als dann
die gedachte Roſenbergeriſchegüter ſanbtlichen auffniemands anders als die
drey Stände Sub-Veraque, fallen noch transferirt werden. Vermög nun
diſes Roſenbergiſchen Teſtaments, vndandernobbemelten Erbeinigungen vnd
Verträgen gemäshat Hans Georg von Schwanberg derzeit Obriſter Kand
Cammerer/nachdeß von Roſenbergkſeeligen tode alle ſeine hinderlaſſene Güt
ter als damals der Elkiſte im Schwanbergiſchen Geſchlecht ordenlicher weiß
nachzulaß der Böhemiſchen Recht eingenommen: dieſelbe / ohne einiges
menſchen anſpruchſvber verhärung ruhiglichpoſedirt vnndjnnen gehabt biß
er ſie endlichen / wegen ſeines hohenalters / vnnd vielfeleig auß geſtandenen
Kranckheit mehrerruhe halber / ſeinem Sohn Petern von Schwanbergk
gutwilligencedirt vndvbergeben. Da aber dieſe bede/ Slawata vnd
Smetziansky vermerckt vnd geſehen, daß bieauffrichtung der Sobislawtſchen
Schul/vnd die Subſtitutrung der Stände Sub-Veraque, nach abſterben deß
ganzen Schwanbergiſchen Geſchlechts zu groſſen vnndmercklichen abbruch
der Römiſchen Catholiſchen Religion ſeyn möchte: haben ſie auffmittel vnnd
wege getrachtet, wie ſie die Stände auß mißgunſt / vmb dieſen Anfall vnnd
Erbſchaft bringen möchten. Darzujhnen ein gewündſchtegelegenheit durch
Theobalds Hacken Perſon an die handgegeben worden. Denn wie Hack
beym Landrecht als hette Er daß Roſenbergiſche Teſtament verfälſcht/ange,
klagt vnndvervreheilt worden: haben Sie Lucain Ottyltam Slawatin / eine
geborne von Reuhauß/vnnd Wilhelmbden Jüngern von Cookow dahin an,
getrieben vnd bereder/ daß ſie wegen aller dieſer Gitter Petern von Schwan,
bergvors Richtladenſolten mit vorwindung, daß ſie die rechten Erbenº den
- Koſºft
Deß Königreichs Böeimb SubUteaque 43
Roſenbergiſchen Güternweren. Damit aber Wilhelm Slawata erwehn,
ter Kuci-e Detyl-e Ehegemahl damaliger Obriſker Kand-Richter dieſer Recht,
ſachenbeywohnen die Partheyen vrtheilen/ vnd wie zuvörderſt das ganze Ge
ſchlecht deren von Schwanbergk alſo auch die Stände Sub-Veraque, vmb
dieſenanfall deſto leichter bringen helffet konte:hat die Slawatin mit rahtjh
res Herrn vnd deß Smetziansky/mit dem von Lobkowitz einen Vertrag ge
macht/vndjhine darinnen alle ihreanforderung an den Roſenbergiſchen Güt
terndergeſtalt vbergeben, daß er auffgleichejhevnkoſten das Recht führen vnd
nacherlangten Vrtheil diehelfte der Gütter ihr vnverweigerlichen abzutretten
vnadeinzuraummen ſchuldigſein ſoll. Dieſen Schlußaber deſto beſſer zu be
haubten / haben ſie mit ihren Rathſchlag gezogen den Obriſten Burggra
fen vnd etliche andere Beyſitzer im Land. Rechten mehr. Was meint nifn
aner wol/wer würde alhier das Recht erhalten haben, wann der Ehemann ſei,
nesWeibes/als einer Partheyen, Richter ſein vnddi Rathgeber mit im Rech,
ten/vndbcy Deliberation dieſer ſachen hettenſitzen ſollen? Nun iſt es aber in
Rechten alſo verſchenbDaß kein Mann ſeinem Weib/kein Precurä
torſeinem Clienten noch ein Theildem andern/ſomiteinander Ju- b] Niss
dicialiter zu thun haben/zeugnuß geben kan. Wie vielmehr ſoller nicht P. 23.
im fudzeio geduldet werden, vor welchem das Weibjhren Rechtlichen Pro P. 24,
eeßangefangen? Wie denn auch die Lands Ordnung/aus der einzigen vrſach/
den Partheyenbcy dem Recht nicht zulaſſen will./daß ſie ihres gefallens(wie es
ſonſten mit andern fudicubºvndBeyſitzern in Land.Rechten wolſeinkan)den
Obriſteu BurggrafenCand-Cammerern vHnd Land Richtern/ auß den Ge- -- *
richtsbänckennehmen / die vor ihre Freunde vnnd Beyſtande erbitten mögen:
weil ſie alle miteinanderauß ſonderbarerPflicht/im Recht ſitzen,vnd darinnen
gegenwertig ſein müſſen. Zugeſchweigen hiermit daß auch albereit darauffge,
ſtanden daſ man ſolche Gütterauß gedachtes Petern von Schwanbergshan, . R x
dennemen vnd in die Sequeſtration geben wollen. Welchesda es geſchehen
werehetten ſie anderer geſtaltjrenanſchlag nicht verbringen vnd dieſachenvers
drehen können ſo würden ſie doch auffs wenigſteentweder mit der verhör dieſer
Rechtfertigung aufgezogen oder finta Lite das Vrtheil(jhrem leider böſen
vnd in dieſenfällen üblichen gebrauchnach)ſolangnft haben ergehen laſſenbiß
der Tod darein kominen/ vnd einen nach den andernauß den Parkheyenvnnd
Erben hingeraft hette:dardurch dann nimmermehr kein ende in dieſer ſachen
zu erwarten gweſen. Interimaber hetten ſie durch Dritmanſhenverordneten
Sequefer, vndzutütlern der Güttergenoſſen die Schulzerſchlagen/ vnd dar,
by wolle den vnd gedulden können daßGegentheil das nachſehen gehabt herke.
Zum Fünfften/hatSmeziansky noch vor dem Maäeſtätbrieffbald als Erſeine
Fij Gicker.
44 Die Ander Apologia der Ständte
Güter bekommen / vnd zu regirenangefangen/alle ſeine Bnderthanen auſ
wunderbare weiß vnd Manier [darzu jhme auch/ wie man glaubwürdig vor
gibt die Engliſche Hunde ſoer an die Leutgehettºvndgewaltſameauffſperrung
der Mäuler/dienen müſſen) zu ſeiner Religion / vnd den gebrauch deß Sacra
ments vnter Einerleygeſtaltgenötiget vnd gezwungen: vnnd an ſtatt eines
verweiß ſich noch darzuein gewiſſes Schreiben im Namen Ihrer Mayeſtät
N 1o. auß der Böhemiſchen Cantzley/zu wegen igebracht: darinnen nicht allein die
ſesſein herzliches beginnen höchlich gerühmet vnd gelobet ſondern noch darzu
ermahnet wird, daß er in ſeinem löblichen Propoſto fortfahren vnd continui
ren wolle. Nach erlangtem MKayeſtätbrieff aber/als er Tauſchweiß von
den Prelaten Sanct Veitauffm Prager Schleß das Dorff Tuchlowitz be
kommen : hat er den Mayefärbrief/vnd die darinnen begriffene Peen(als
einen Dorn in ſeinen Augen vnndtedten Buchſtaben/ſeiner meynung naeb)
hindangeſetzt: vnddarwider die armen Vnterthanen vnauffhörlichen geäng
ſtigetvnd dermaſſen durch ſeine Pfaffenvnd Dechant ihnen zugeſetzt / biß ſie
endlichen jhr Religion/darinnen ſie erzogen, verlaſſenvnd der Römiſchen Ca
tholiſchen beypflichten müſſen. Dergleichen/hat er ) auf denvom Friderich
Burggrafen von Dohnawerkauften Gut/ Weiſſen Augezdgenandt mit den
armen Leuten vorgenommen. Bngeachtet die vngetheilten Brüderſolchen
kauff nicht zulaſſen, ſondern das Gut ſelbſtenannennen wollen ſind ſiedoch von
}N es ihn kl. vnd ſeinen Gehülffen davon abgeſchreckt vnd geſtoſſen worden. Vnd
#]M. ey. dasnoch mehr iſt als ers durch ſeine Practicken/mit vorſchub ſeines Schwe..
her Batters deß Obriſten Burggrafen/ dahingerichtet/daß Graf Heinrich
Matthes von Thurn Burggrafzum Carlſtein / vnſchuldigerweiſe ſeines
Ampes/wider den klaren Buchſtaben / der LandsOrdnung (darinnen auß
W. 9. 3, drücklichen geſetzt wird: Daß ein jeder Burggraf/zeit ſeines Lebens/bey
ſolchem Ampt gelaſſen werden ſoll)entſezet/vnder dargegendarzuinſtal
lirt worden: hat er alsbald / auß angeborner vermeſſenheit mit dem andern
Burggrafen von Adel (dem die Verwaltung vnd einkommen deß Schloſſes
vnd Herzſchafft Carlſtein zugehörtg geweſen) wider alten brauch vnndher
kommen / einen ſolchen Accordgetroffen / daß er jhme das Schloß zu regi
ren/vnddeß Genießvnd Intrada von der ganzen Herſchafft/ bey Lebzeiten
abgetretten pnnd volltchen eingeraumbt. Darauff er in kurzer zeit her
nach angefangen / die zum Carlſtein gehörige Vnterthanen zum abfall von
jhrer Religionallgemachſam zudringen : vnd ſich zudeß Kandes Privilegien
einfreyenzutritt zu machen: vielleicht zudem ende/damit er den über das freye
Religionis Exercitium erlangten Mayeſtätbrief/ auffdieſeytenſchaffen oder
wolgar liſtiger weiß vertuſchen mögen: So er dann mehr vor einen
z
Ä
Deß Königreichs BöheimbSub-Urräque- 45
dienſte/als eineſ inde würde gehalten haben. Dargegen aber iſttenniglichen
bewuſk/daß die Ständte ſchon zuvorhin dem Slawata (als neben jhme Sme
ziansky die Vergleiehungder Stände vnd Amneſtamnit vnterſcheiben, noch
ſich zur LandtagsRelation bekennen wollen) den Mayaſtätbrieff zu vertrauenK
groſſes bedenekengetragen.
Dieſesſeines Vorfechters/zum Sechſten/fußſtapffen/hat Wilhelm, C.
Slawata faſt von einen Jahr hero/ nachgefolget: indemeer ſeinen Vnter
thanen Swb-Veraque, auffallen ſeinen Gütern vnd Hereſchafften / in ihrem
freyen Religionis Exercurio allerley verhinderung angethan: auch durch die
Jeſuitenthun laſſen: welche auch dißzuwegengebracht, daß denen/ſonicht ab.
ſalen wollen/die Tauffe/Ehegab/vnd Begräbnuß abgeſtrickt worden. Ju
der Stadt Reuhauß hat ers/durch wunderbare ſelzame Practicken/dahindt
rigiert/daß etliche vornehme Bürger ſo ſeiner Religion nicht ſeyn wollen/jhr.
Güterverkauffen die Behauſungen verlaſſenvnd die Stadt mit dem Ruckau
anſehen müſſen. Andern/. ſo entweder zugleich / oder nur eines darunter
Sub-Veraque geweſen hat er zu heyraten nichtzulaſſen wollen. Den Vnter
thanen ſämptlichen auff ſeinen Herzſchafften allen hat er durch ſeine Ampt
leute anbefohlen/daß ſie nirgend anderſtwohin zur Predigt gehen noch ſich der
Copulation vnd Tauffean andern Orten als bey ihren vorgeſetzten Prieſtern/
erholen ſolten. Da auch verſchienen Oſtern /etlich hundert Mann auß den
Vnterthanen zu jhmenach Newhauß kommen / vnnd demütigſtgebetten/er
wolle ſie doch zur Catholiſchen Religion nicht zwingen, ſondern bey derjhrigen
verbleiben laſſen haben ſie doch beyjhmenichts erhalten können.
Diß ſind die vnwiderſprechlichevndvnauflöſliche Motiven vnndvrſa
chen geweſen dadurch dieſe zwenevornehme Feinde der Evangeliſchen Religi
on die Stände dahin bewogen / daß ſiezuwürcklicher Erecution gegenhnen
greiffen müſſen. Dann manjhnen anderer geſtalt nichtſtewrennoch wehren
können: wievnden bey widerlegung der falſch erdichten Evangeliſchen Erklä
rung kräfftiglichen ſoll dargethanvnd erwieſen werden.
Was die Politiſchen Gravamina, darmit diß Land gleich wie mit einer
Sündfluht überſchwemmet geweſen/anlangt : ſind die Stände zwar niemals
dºßvorhabensgeweſen/auch noch nicht dieſelben weitleufftig vndnach notdurft
unotiffciren. Jedoch damit dievnermeſſene Boßhettjhrer Religions Feinde
der ganzen Welt ſonderlich aber vornehmen Völekern darinnen möge bekandt
werden: So ſollen nur etliche außdem ReligionsPunct herrürende/ erzehlet
vnddem gutherzigen Leſer vor Augen geſtellet werden.
Wie das Paſſawiſche Kriegsvolck/defſenallbereyt oben gedacht auf die
ſein Königreich mit Gotteshülſfaußgeſchafft / vnddardurch der Feinde An
ſchläg zunichtgemacht: dargegen aber jzige sºFiij May-wider der Feinde In
LIN.
46 Die Ander Apologia der Ständte *
kent vnd willen zu einen Böhemiſchen König gekrönt/vnd Deroſelben alsbald
das Gubernoin dieſem Königreichcedirt vnd eingeraumbt worden hat zwar
nenniglich wolgewuſt / daß ſie Ihre Mayeſtät zuvorhin vmb die Deſigna
"tion zum künftigen Königin Böheim (darzudoch Ihre Mayſt: mit gnädig
ſten Conſens / vndauffInterceſſion Kayſer Rudolphi / von allen Dreyen
Ständten durch einhelligen KandtagsBeſchlußvndden Freyheiten dieſes Kö
nigreichs ordentlicher weiß kommen vndierwöhlet worden) ja vmb das König
reich ſelbſten bringen einen andern an Ihrer May: ſtelle ohne der Stände be-
willigung zum König einſchieben wollen. Welchesweiles wider die Lands,
Ordnung geweſenhetten Sie dardurch die euſſerſte ſtraff verdienet. Aber
wie dem allen / haben ſie mit ihren Practicken es dahin gebracht/daß ſie ohn
allen Reſpectjhres vorigen verbrechens ſo bald nur Ihre Mayeſt : ins Regi,
mentkommen widerumbauffsnewe / in die vornembſten Ampterdeß Kandes
vnd Böhmiſche Cammer ſind geſtet worden: elche auch außjhnen nicht
ohneſonderhare verkleinerung aller anderer Stände/beym Kayſer Rudolpho
vortreffliche Zeugnus ihrer vorigen trewgeleiſtendienſte halber außgebracht
vnd vonjziger Kayſ: Mayſt: bekräftigen vndnachmals in die Landtafel (vn-
geacht dieſelbedarzunichtgewiedmet) zu ihrem ewigen ruhmvndehren / ein
verleiben laſſen. Dannenheroals ſie mit etlichen andern wenig Perſonen/
allevnd jede Expeditionen beyalkn Ambtern dieſes Königreichs vnterſch ge-
bracht:haben ſie auch einer dem andern zu den vornemiſten Amptern (zuwel
chen ihr viele wann nichts anderstmwege geweſen, doch ihrer jugendvnd vn
erfahrenheit halber von Rechtswegen keinen zutritt nicht haben ſollen) beför
dert vnd geholffen: dagegen andere anſehenliche vnd vmb das Vatterland wol
verdiente Leute ſo ihnen am alter/erfahrenheit / vndandern Qualiteten mehr
weit vorzuziehen geweſen darumben/weil ſie Sub-Uraque waren übergangen
worden. Sie haben auch b yallen Rechten vnd Gemeinen Landtagen / den
Vorzug/Direction/vnd Verwaltung ſich ſelbſten ugeeignet/ vnd mit allen
andern ſachen nach ihrem willen geparkt. Die Obriſten Land Officirer/
andKandRechtſitzer/wann ſieſich zu wider deme was ſie hiebevorn in dem Ge,
- heimbſten Raheſe entweder bey den Cardinal Klee / Pragerchen Erzbi,
ſchoff/Jeſuitern oder jemand andern auß den Prelaten / in winckeln vnter
einander beſchloſſen ſetzen wollen/trefflichen angeſahren: gegen den Perſonen
auß den Ständen geſchnarchet: die Keut von ihrem ordentchen Recht abge,
trieben/vndauffCommiſſion/ohne bewilligung der Partheyen aewieſen: auch
zuallerhand Commiſſionen faſt mehrerthels Perſonen Sub-Una auſ ihren
Zuträgern vnd Vºrrähtern (damit andere Sub-Utraue keiner Kondſachen
wiſſenſchafft haben möchten) gebraucht: die Leute ihre Dºcumenta, briefliche
» Wrkundtenvnd Majeſtätbriefin Originalauffzuweiſen (weilnfieanordengli,
“ . .» cher
Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque. 47
den Uidimus ſich nicht wollen vergnügen laſſen) wider Recht genötiget
Auff de Canzley habenſie verhöre derenſachen ſo zum ordenlichen Recht ge
hörigante kellet: dardurch der Leutevnglück geſucht: ſchwere Ctkationen/wi
der die Perſonenauß den Ständen ſelbſten ſchrifftlich verfaſſet: vor der Ver
hör vnd ehe ſie etwas zum Recht remitttrt / (ſo dann gemeiniglichen nur Prº
ferma geſchehen)den Ausſpruch vnter ſich ſelbſten angeſtellet/vndalſozugleich:
Kläger vnd Richter geweſen.
Grund vndboden haben ſie Leuten ſo dieſelbe über Menſchen gedencken/
von hundert vnd mehr Jahren hero/ruhlich beſeſſen/vnd zuvorhinordenlich an
orth vndſtellen da ſichs gebürt/ einverleibt vnd verſchrieben gehabt / ab: vnd
durch Ihre Receß/ohn Ihrer May: Vnderſchrifft/Ihren Ordensleutenvn
blichjugeſprochen: mvnd diejenigen / ſoſich mit verſchreibung vnd handvem] N. tot,
flenbey Recht zu verthetdigen gewuſtſolangvmb dieſ echten herumbgeführt.
bißſie zw:y oder dreyfach mehr als die alten Zinsausgetragen den Ordens
leuten zugeben bewilligt. Wegen der Schulden / ſo etlicheverſtorbene Pers
ſonen hinder ſich verlaſſen / vndden Jeſuitern / vndandern Ordensleuten
mehr darvon gewiſſe Legatateſtirt vnd verordnet haben ſie andere Glaubiger/
ſohr Intereſſevnd liquidirte Schuldendarbey gehabt vor ſich erfordert ſich
ſelbſten zu Commiſſarien auffgeworffen / vnd es dahin vermittelt / daß die
Glaubigeran ihrer Sunna etlich Hundert nachgelaſſn/damit den Ordens
Leuten Ihre Legata vor voll ſind bezahlet worden. Auff die Abbteyen/ vnd
andere Geiſtligkeiten haben ſie den Landtägen zuwider Ausländer befördert:
welche auch dahero (weil ſie nicht im Lande geboren) deſto khüner wider den
Mayeſtärorteff vnd der Stände Vergleichung ſich ſzendörffen. In der
Böheimiſchen Eammer (darinnen der Slawata Pºeſident / vnd der Sine
ziansky der vornenbſte Raht nach ihme / gweſen) haben treffliche vnd
merckitche veränderung vorgenommen / vnd ſo viel müglichen ihrer Religion
Rihte hinein befördert. Diealten Hauptleute vnd andere nützliche Die
ner auf Zhrer Ray: Herrſchafften ſind mteſhimpff vnd ſpott/ wenn ſie zur
Catholiſchen Reiigion weder mit guten noch böſen worten zu bringen geweſen
wiewe vnder einem andern Preer abgeſchafft/vnddargegen andere Sub-U
na, offkermals geringevnüchtige Perſonen ſo in Ihrer May: Einkommen
manchmalbißvber die Elbogen gegriffen / ſubſtituirt. ... Den Gemeinden
Sb-U:raquº haben ſie in die Landtafeleinverleibte Grundvnndboden abge
ſprochen. Den Jeſuitern zu Erummaw/vmb viel Tauſent Taler Landgüt
tervnderlich hundertſeßhaffte Baderthanen(vnder einem blinden Tittel vnd
namen einer Colltur / Pfarrhofs vnd Crplaney) mit aller ſeiner zugehörung
desverſchienen 1514.iahrs/anſtatt Ihrer Maneſtät Erblichen abgetretten.
Da dech Kayſer Rudolphhochſcl8ßergedächtnusſolche Güter "Ä 1 I(R/
48 DieAndere Apologa der Stände
thanen / von weyland Peter Wocken von Roſenberck mit der Herrſchafft -
Crumawerkaufft zwölffJahr Ruhelich beſſeſſen/vndbey Ihrer Mayeſtät Leb
zeiten(weil Sie deſſelbenkauffs kündig geweſen ) niemand auß den Jeſuiten
ſich darauffziehendörffen: bißallererſt beyjziger Ihrer Mayeſtät Regierung
Da ſie abermals zweiffelsfrey(wie ihr artiſt) vor Ihrer Mayeſtät meiſterlich
werden verborgen haben, daß ſie dis Pfarr Kehen mitſeiner darzu gehörigen
Pertinenz / niemals inpoſſeſſone gehabt: ſondern die einverleibung deſſen
beydes in die Landtafel / darzuſie ein anſpruch zu haben vermeinet/ von dem
von Roſenbergkbey der Kandtafel widerſprochen worden. Welcher wider-
ſpruch auch auf Kayſer Rudolphenſambt denverkauffder Gütter / transfe
rirt,vndbißauffabſterbendeß von Roſenbergks inder Landtaffelnotirt verbliº
bn. Sie auch nochbeyizgerIhrer Maneſtät nicht vielgeſchreyesda von
würden gemacht haben wann ſie ſich nicht befürchtet dadis Knabenſtück an
tag käme würde Ihre May:ſchwerlich darzu bewilligen. Sintemaſienur
vmbeinen Pfarrhof vndboſſes Gebewdeſämbt der Collatur angehalten vnd
doch durch ihre Sophiſtereyſtatliche Landgütter mitvmrecht vndbetrag erlan
getvnnd bekommen. Im Land Recht vnndin der Canzley haben ſie zu
ſchaden der Creditorn wem ſie gewolt/jhre zahlterminerlängert die Execution/
nacherlangten Brtheit gefellten Sentenzvnd auſſpruch eingeſtellet: die ein
mahlbeym Recht zuerkantevnndzugeſprocheneſachen zum andernvnnd woll”
zum drittenmahlwiderumbauffs Recht zu djudieren gegeben: auch da ſie *
vermeinetdaß im erſten Außſpruchesſeye auch in was ſachen es immer wolle
etwas vberſehen wordenauffsnew zu erwegen vorgenommen/ vndeinem an-
dern außgunſt zugeſprochen. Die Vnder AmbtLeute/wie auch den Vn-
dern Burggrafendeß PrägerSchloſſes haben ſie dermaſſen in zaum gehalten
vnndzuregiren gewuſdaß dieſelben nicht leicht zu einiger Rechtlicten Execu
tion(ſotderlichen wenn es hrefreunde betroffen)ohne ihren Conſensvnndzu-
kaß bewilligen dürfen. Beyden Landtägen haben ſie mit fleiß die able-
ſing der Propoſition vnnd Tractation mit den Ständen von einem tag zum
andern aufgeſchoben die Stände dadurchin groſſevndvergeblichevnkoſtenge
führet/ vnd da ſieim geringſten vermercket/daß die Sub-Veraque ihre Grava
mina im Religions Punct Ihrer Kayſ: May: vorbringen wollen / ſo lang
vmbdiefechten herumber führen helfen/bißſiemüdewordenvnd vom Land,
Tage gezogen. Nachjhrem abreiſen aber haben die Catholiſchen ſelbſten/
mit etlich wenig Perſonen außjhrem mittel(ſoſieofftermasauffn gaſſen vnd
in den Herbergen zuſammengeklaubt ) nachjhren willen / wasſie ſelbſtenge
woltauffm Landtag beſchloſſen: groſſevnd vnerträgliche Contributiones vnd
Stewer(vnerhörter/vnnd vngewöhnlicher weiſe) auffs Landegebracht: vnndº
aufvieljahr nacheinanderzugänzlichen verderb vnd message:
Pnnè
-
Deß Königreichs Böheimb Sub-Veraque. 49
vndjhrer armen Vnderthanen/bewilliget. Solche vnd dergleichen anſehe,
liche bewilligungen ſeindjhnen nachmals reichlichen von Ihrer Mayeſtät re»
eompenſirevnderſtattet worden. Ihrer viel auch außihnen haben ſelbken
die bewilligten Stewer nicht geben. Deſſen ein Exempel an dem Obriſten
Canzler zu befinden: Welcherſanbt ſeiner Gemahlin/ſieder Anno 16o1. an
Stewer vnd Zappengelder vber die 8oooo Schock Meißn: (ſo er doch von
den Vnderthanen ſovielprorat«parte aufſiekommen ſchenlengſfeingenom sº * *
men)reſtiret vnndhinderſtellig verbleibet : dargegen die armen inwohner alles
richtig machen oder dereinführung in die Gürter gewertig ſein müſſen. Die
abzahlung der Kayſerlichen Schulden / welche ſie ſelbſkenvnder einanderge
machtvnd nunmehrſanbt den hinderſtelligen Intereſſen in die Fünffchalbe
Million außeragen:vnnd man gleichwoll nicht wiſſen kan/daß ein Pfennig
darvon dieſem Königreich zum beſten were angewendet worden ſinkemal das
Kandohne das vor ſich vndanſtatt derartien Bnderthanen groſſevndſchwe
reStewer auff den Landtágenſtettigs bewilliget)haben ſie auff die Stände ge
leget. Darzu keine außden Incorporirten Provinzen (ebman ſchon auff „ . . V.
das Erempel der Böhmengewieſen) gebracht werden können. - Das
Replicirenauffden Landtägen haben ſie altem löblichen gebrauch zu widerals
ein hochſchädlicheswerckvnd verderb andvnd Leute eingeführet denjenigen/
ſo ſich in ihren votiren deßgemeinen nutzes angenommen, pnndauffs wenigſte
die Freyheit des Vatterlandesvertheidigen wollen / beweglichen zugeredt:ihre
Yotavnd Stimmen(ſaauff den Landtägen zwarfreyaber4leichwolinderge
heimbgehalten werden ſollen)bey Hof außgebracht: dardurch die Perſonen
bey Jhrer Kayſ: May: verfeindet/vndſich dargegen durchſolch heucheln vnd
ſchmeicheln ſelbſten erhaben. Andere haben ſie ihrer Ambter entſcßet/pnnd
ſchimpflich davongedrungen vngeachtet es in der Lands Ordnung / ynnd
Landtags Beſchluß Anno 161o genugſamen verſchen: Daß keinem ſein
Ambt/ohne genügſamevrſache (deren ähier die wenigſtenicht zu befinden
geweſen wider ſeinen willen/bey febezeiten ſoll genommen vnd entzo
den werden. Andere wann ſie ſich ein wenigihren vnbefugten vornehmen
opponirº/haben ſie alsbalden heftig bedrawetvnd ſprechen dörffen: Sieſols
entrol zuſehen/damit es ihnen nicht wie Georgen Popcln eräteng.
Nich:s wenigerſind / durch ihre vervrſächung groſſernnd Newt Schulden
vber diß Kötzigreich / wider dcß Landtages verbott / eingeführeſ die Gel
der manchmahl vnder ſie reichlichen außgethelet, die Böhmiſchen ſa
chen mit Außländern deliberirtvndberathſchlaget vnnd n ihnen die Se. m] N. tog
creta oder Heimligkeiten vnd Frenciten dieſes Königreichs offenbarettrorden.
Dargegen wann jemand beym Landtagvmb ges sei sº (lº/
-
-
-

ſo - Die Ander Apologia der Stände


halten/vnd ſolches zudenende gethan damit Ihme vnd menniglichen außben
Ständen alstrewen Patrioten vnd Sönendeß Vatterlands dieſelben bekand
würden vnd laut ihrer,deſto beſſer das Vatterlandvertretten könten iſt er alſo
balden bedrowet/vnd weiter ſeine vindafiderebezeren zuvrgiren abgeſchrecket
worden. Bey Außſchreibung etlicher Landäge haben ſie durch Mandata pre
favire,daß man keine gemeine Landesſachen ? damals/vorbringen noch tracti,
•]N. uo. ren dürfen. Welches ſie darmit beſcheinen wollen ais wann Anno 17.etwas
dergleichen were orgeloffen: Darinnen ſich doch ein gewaltiger vnterſcheidb.
findet. Denn Anno 174 war albereit einhellig geſchloſſen / daßauff fol
gendem Kapdtag Anno 1.7. vor allen andern dingen der anfang gemacht
werden ſolte von den Publicis Gravamenhut deß Landes / die man damals
propontren / erwºgen / vndmiteinander ingeſambtem Rathesörtern ſollen:
darauff das folgende Mandat daß man auf dem andern Landtage gedacht
1f7. jahrs nichts anders denn von einer ſachen nemblich Kudophil
Krönung eracttren ſoltehlichen erfolgen können. Vndwann auch g
diß nichwereſoiſtig einmal vfm Landtag 69 außdrücklichen #
worden. Daß den Ständen/aufjedem Landtagſreyſchenſo de
Landes beſchwerungen vorzubringen vnnd zu betrachten - Wei,
ter iſt auch dieſes kund randoffenbar daß was öffeermals vffm Kandage
richtig beſchloſſen worden ſie Ihrer Ky: May anderſt vorgebracht den
Landtag einverleibt/vnd diealbreit nach gehaner Relation zur Landtafel ge-
ſchloſſene Landtage rauſst w.revitirevsüdöffentlich haben drucken laſſen.
Vnnd das endet andern das gröſeſt/ vnnddahero höchlichen zu beklagen/
daß ſie die Stände dieſes Kºnigreichs Böheimb/ vmbdie Vier namhafften
Artickel daran deßgänßen Landes Wolfarth gelegen auch Ihre Kamſ: May:
durch den voDeko Crönun den Ständen erhellten Revers bekräftiget
vnd zuderoſelen abhandlung vudratſcirun Kauff den zu Böhmiſchen Bud
weiß Anno 14A4 gehaltenen Handtag 8nedigſt bwtget vorſticher weiß
bringen helfen. Windſind nemlichen dieſe Confederatioder Kron
r Böheimb mit den Incorporiten Ländern/item Vngernvnd Ocſer
Z,
sreich. Auf htung einer General Defenſondiſes Königreichs mit
gedachten Ländern/vnd Werbung des Kriegsvolks Krais Zuſam
tmenkunfften welche das Marggraſtumb Mähen Schleſien/Ober
vnnd Nieder Laußni/alle ambt dieſes Königreichs Incorporire
---
- -
Gliedmaſſen wie auch etliche Ihrer May: ErbLänder ſelbſtenhass
-
ben/vnndderenſichrühelich gebrauchen. Vernewerung der alten
4 Eingssanitärnºg
vºlº - enesis Cºrnºs f(sº
Deß Königreichs Böheimb Sub-Uträque». 54
ßen des Reichs. Hie zugeſchweigen anderer ihrer Practicken damit
ſie dieſes Königreich zu ruiniren vnnd in euſſerſte dienſtbarkeit zuführen
ſind vmbgangen. Doch wofern es die Notturfft erfordern wird, ſoll dar,
vod zu ſeinerzeit / vnndbeyfernerer gelegenheit auch nicht geſckwiegen wer
det. Inmittels aber iſt nicht vermutlichen / das ein Ä auf der
Welt ſein wird, der in erwegungobbemeltes hres beginnen vnd fürnehmenſo
zuendlicher außtilgung vnd vndergang der Stände Swb-Veraque, angeſtellet
geweſen einander vrtheitfällen könne. Dann daß man ſich zu den außgeworf;
fenen Perſonen / ſoanallen dieſem vnheil/vbelthatenvnd bedkangnuſſen/mit
vwdhöchſt intereſſrt geweſen (weil man damals kein andermittelbeyhanden
gehab)alſo wie geſchehen verhalten müſſen. Iſt auch ferner recht vnnd bil,
ich das man ſich der erſtattung allerſchäden, die daß Königreich Böheimb
ihrenthalber von vielen Jahren heroaußſtehen vnd leiden müſſen/vnd noch diſe
ſtundempfindet, widerumban ihnen vndjhren Mitconſorten erhelen möge.
Endiichen vnndzum Befhluß/wolle der gutherzige Leſer auch dieſes hier,
init berichtet vnnd erinnert ſeyn daß vor etlichen abgewichenen Monden eine
Deutſche Schmeſchrifft. Die Evangeliſche Erklärungvber die Böhe
miſche Apologiagenandaufgungen: darinnen der Autor vnd Tºchter ſo
ſich in einen Evangeliſchen Schafsbezverkleide/nwennigabereinreiſender
JeſuitiſcherCatholiſcher Wolff iſt mit ſeinen ſcharffenzehnen gedachte Apolo
Fiamanzañet der Ständeauffrichtig warhaſtemeinung ſeines gefallens ver.
drehetgloſſrevnd mit ſolchenvnverſchemben (ſºgenvndleſkerungen dermaſ
ſenauäſpicketſdaß es auch vnder den Ecbarn Heydn wilgeſchweigen frommen
Chriſten nicht bald geſehen noch gehört wºrden. Damit abermenniglichen der
Säudevnſchudvoraugengeſteleevnd dieſes Eaummanter Gedichtemöge
gebürend widerleget vnnddievnerweißlichebezüchtigung auſ ſeinen eigenen
halsrekorquietvnd Sonnenklar erwieſen werden, daß erpnd ſeine Rottgeſel
len alle dasjenige wider Gott die hohe Dörigkeit/vnnddas liebe Vatterland
bßheroſelbſtenpraccirtynndzuweckgerichtet haben Ä dieſer ſeiner
vºn Evangeliſchen Schrift verduncklung vndverfelſchung der Apologiaper.
meſſener weiß von den Ständen ſchreiben divulgirenvndin öffenen Druck
verferigen dürfen als ſtvorgutangeſehen worden der gebürnach darauff
kürzlichenvndgründlichen zu antworten: Zuverſichtig der vnparteyiſche
Leſer werde ohnepaſſion einiger Religion dieſe der warheit zu Stewer angeſtel
Refutationmitſcßvberſchen/erwegen/vnndnacherlangter gnugſammer
Jnformation- ſelbſtenjudicren - was von ſolcher Faſnosſchrifft zu halten
ſº darinnen der Tichter ſeinen TauffNamen nicht vnderſchreibendörf,
g. Da Eingangdir ſaßhshantin sº Erklärung at glö
- - - - * * * * * - - . . . . . . .” 2 »
- -
52 - Die AndereApologiaderStände -
Wirdie Hochvnd Nider Standts Perſonen die Wirvnszuder
wahrcn/rechtEvangeliſchen vnd Apoſtoliſchen Religion/auch zudem
wahren Leib vnd Blut Chriſti Jeſuindem-H. hochwürdigen Sacra,
ment des Altars /e. wie auch zu deme bekennen/ daßvermögdes.H.
Evangeli/alle Obrigkeit von Gott eingeſetzt/vndmanderſelbenal,
lengehorſamb/Reſpect vnd Libe gewiſſens halben/zucrzeigenſºul
dig ſey: darunderkraft des H.WortsGottes/auch die böſen Obrig
keiten mit ausgenommen/ſondern für die alle embſig zu bitten/vnsvns
ſer Chriſtlicher Glaube vermahneuvndweiſenthut:wer auch der Ob
rigkeit ſich widerſetzt/daßderſelbig Gott ſelbſten widerſtrebetSievers
achtet/Gottverachte/vnddaß Gottin denen Perſonen der Obrigkeit
praeſentirt werde: Wir alle/dievnſer Eydvnd Pflicht./ſowirvnſer
Ordentlichen Obrigkeit geſchworen/wie Bidersleit/in achthaben/
dieſelbe bis in den Todtzuhalten gedencken/zumfriedenvndeinigkeit
der Evangeliſchengedult/vndwieChriſtengebühret/dergerechtig:vnd
billigkeit geneigt ſein/ auch nicht wöllen durchvngehorſambvndh ins
danſetzung oder ausrottungvnſerer von Gott fürgeſetzten Obrigkeit
mit Fewrvnd Schwert/Blutvergieſſen/auchverwüſtung Landvnd
Leut/vnderdruckungvnd verderbung der armenvnſchuldigen/vndals
lenandern vngelegenheiten/ſo aus dem Kriege folgen/vnſere Particus
lar Paſſionen rechen/oder pnsvon dem Obrigkeitlichen gewaltſrey
machen. Sondern vielmehr nach der Lehrder-H. Evangelüdurch die
- Predigt ſeines heiligen Worts/Gebet, Sanftmuth/Gehorſambvnd
dult/oftberärte Evangeliſche Lehr/ vnnd den lieben Frieden/wis
Wir ſolchepon Chriſtovnd ſeinen H. Apoſtelngelernet/vnd bis auf
vns gebracht in der warheit befördern: Entbieten N. allenvndjeden/
was Standvnd Würden dieſeind/vnſerdienſtvnd alles liebsvnnd
guts/Thun kundtvnd zu wiſſenmenniglich/ daßvnsnewlich eine in
Böhemiſch vnd Teutſcher Sprache gedruckte Apologia (wie ſie ſich
intituliert)oser Entſchuldigungsſchrift / diſes Tituls(Auswas fäv
vnvermeidlichen Vrſachen alle Drey Ständdes Löblichen König
reichs Böheimb Sub. Veraque, ein Defenſionwerck anſtellen müſ
ſen)zukommen. Welche Wirmit allem fleiß/ohne Paſſion vndPrae
occupation.vherleſen/pnddarüherbillich geſeufzcynd
-
mgf (QIGH
/ -
v

Deß KönigreichsBöheimb Sub-veraque. 53


tragen/ es auch für eine ſonderlicheſtrafvndverblendung Gottesgés
halten/daßdiſe/welche ſich zu den Beydengeſtaltendesallerheiligſten
LeibesvndBluts Chriſtide Böhemiſchen Confeſſion nach/bekeñcn/
eine ſo ſchendliche erſchrecklichevndvnerhörtechat begangen/derglei
chen Attentata fürgenommen/vnd dannoch Rechthaben/auch für
Ehrliche Leit/vndgute Patrioten auch getrewevndgehorſamevnden
hanen/wollen gehalten werden. . - º - - - - - - *
Hier wolle eintretves Evangeliſches herz/alsbald anfenglichen die augen
aufchunivndin fleiſſige erwegung nehmen/aus was Geiſtesantrieb dieſer ver-
mcmte Eoangeliſt ſeine Evangeliſche Erklerung angeſtellet/vnd zu was Zweck
dieſelbegerichtetſey. Wird daraus befinden/daß dardurch nichts anderſkgeſ
chet wird dann die Ständ beymenniglichen in den Verdachtzubringen, daß
ſievnder dem ſchein des freyen ReligionExercuej, merckliche verenderung im
Regiment ja der hohen Obrigkeit ſelbſten Ruin/Vndergang vnd verderbenſit
chen:Daheroer auch die Stände/wicwolnicht alle ins Gemein(damit er nicht
jedermanjhmeaufnhalszugleich ladenmöchte)ſondern die wenigeranzahl aus
denſelben in dieſer ſeiner Famosſchrift mitleſterlichen ehrenrürlichenworten/
vnverſchembter weisantaſten vnd beſchreiben thut. Einstheilsnenneter fie
Redelsfürer/Tyrannen/Mörder Paſſioniſten/Verleuñder/Meut
macher/ Betrieger/Tumultnanten/falſchevnwarhafte Leute/ſojhr
vnbillich vornehmen/gantzvormeſſen/vnd leichtfertigbementlen vnd
bedecken. Anderstheilsmiſt Erjhnen zu/ Daßjhre Kriegswerbung
zueinem weit andern ende/als ſie vorgeben/(ſo zu ſeinerzeit ſchon auss
brechen wird)mußangeſehen wordenſein. Item/daßesjhnen nicht
vmbdie Religion/ſondern vmbs Regiment zu thunſey/ſolchesjhres
gefallenszubeſtellen/nach ihren willen zudominiren/ſich alſo anjhren
Feinden zurechen/jhre Paſſionendardurchzucuriren/Ihre Kayſ:
Mayeſtät vnd Deroganzes Hauß Oeſterreich/ dieſes Königreichs
zu entſetzen. Vnd was dergleichenertichte Auflagen mehr ſind. Esſey aber die
ſem Diffamanten hiermit der trotzangebotten/daß er ſeinen namen(daanderſ:
ein ehrlicher Blutstropfen in ſeinem Leibzubcfinden)antag geben wolle. Sol
knjhmegewißdieſe erdichte Erklügen/wider in ſeinen halshinein/ daraus ſie
gefahren/geſchoben/vnddarbey war gemacht werde, daß vornemeehrliche Pa
motenvhraltes Geſchlechtes Stammen vnd Namensſodieſer leichte geſel
Redelsführer nennet)jhrer Voreltern Krufften in Böheimh wol werden . .
- - - - - - - G. ti
G" . . . egen,
\
- -
-

-- -
-
-
54 DieAnderApologiader Stände“
eigen können. Dargegen aber ſeiner VorEltern Gräber 1 wer weißanwas
leichten vnd geringenorchenvnder dem freyen Himmel nächten zu finden ſein.
Es vnderſtehe ſich aber dieſer Evangeliſche der Böhmiſchen Arolog- Auß,
leger ſeine Gloßvnd falſch vermeinte Erklärung mit vier Hauhtgründen zu
betreffligenvnd zu beſteigen. DannErſtlichen/ſprichtEr befindet ſich
in dieſer vermeinten Schutzſchrifft/daß ſicjhren Matürlichen Herrn
rnd König/demeſieoffentlichen einen leiblichen Eyddcß gehorſams
-
Ä ordenlich zum König publicirt./allein mit dem
Munde vndworten ehrenvndwas Sie dißortsvnbillich fürgenom
men / daß ſolches Ihre Mayeſtätzum beſtengeſchehen ſein ſoll/an
vielen pnderſchiedlichen orten ſolcher Schrifft / ganz vermeſſen
wnnd leichtfertig bemcnteln vnnd bedecken. -Dißvnderſtetſch
dieſer Evangeliſche Tichter per Congeriem Caſarum & Exemplorum,
durch faulezuſammengeraſpelte VrſachenvndExempeln darzuthun vndzube,
z, weiſen. Gibt demnachalsbald anfentlichen vor. Daß drch antrieb etlis
cher Redelsführer/wider Ihrer Kayſ: May: außdrücklichen willen
vndverbot/die außden Ständen Sub-Veraque, in groſſeranzahl/
in das CollegiumweylandKayſers CaroliIV genPrag beſchrieben/
wnnd zuſammen gefordert worden. Darauſfwird dieſe richtige
Antwortgegeben / daßzwar die verordneten Defenſorn ſanbtlichen(ſodieſer
Calumniant Redelsführernennet)vermögihrervffm Landtag 61o ertheil
stenvollmachtlauß den Ständen die gebärende anzal der Perſonen außallen
dKrayſen/euſſerſter erheiſchenen notturfft nach/ins Collegium zuſammen fer
dern laſſen. Daß aber vber die anzahljemandsmehrauß den Ständen we,
reberuffen worden iſt nimmermehr zu beweiſen. Sondern vielmehr mennis
lichen bewuſt daß vielvornehmer Landsleute vor ſich ſelbſten(als ſie erfahren
daß die Zuſammenkunft verboten in groſſeranzahlanhero kommen. / vnnd
iſolchen Conventtrewlichen vndeyfferigenbeygewohnet. Was darff dann
ºdiſer Kaffereralhier vorgeben, daß die Stände in gröſſerer Anzahl als ſichs g«.
büret hat, ſind erfordert worden?oder daß ſolche Zuſammenkunfft wider Ihrer
May: außtrücklichen willenvadverboegeſchehenſey? Sodochalhier nie diſput
- tirt wird: Sondern manßch daran genügen läſtdaß der König in Böheimk
nit macht hatjchtwas wider den Landtags BeſchlußaußſeinerCanzley zuvor
bieten vnd zuverendern. Sonſten müſſen die Inwohner diß Königreichs nicz
vor Freye Stände ſondern vor Sklaven vndeibeigene Leute geachtet werder
dçR tg
* - - - -

Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque, ºs


dtittag vor der Zuſammenkunfft in den Evangeliſchen Kirchen gehalten/
vnd darinRen Gott vmbſegen vnndgedeyen zu der vorſtehenden Berahtſchla
gung/auchinclinirung Ihrer Maveſtät herzens zu den Ständen als Ihren
trewen vnderthanen demütigſtangerufen worden. Rochmuß ſolch Chriſta
lich Intent der Stände / von dieſem Calumnianten / vor eine auffrüh
riſche Vermahnung vtnd auffwiglung deß gemeinen Vocks / außgeleget
werden . Was ihnen die Stände vor einen Acceßvffs Prager Schloßge, z!
nommen vnd durch wasgelegenheit ſie in die Cantzleykommen/vnnd was da
ſelbſten ihre verrichtung geweſen/ſolvnden an einen gelegern orth(dahin es
der Tºchterfelbſtenremittirt)vermeldet/ vnd dieſer Einwurff mit ſattengrund
acglhnet werden. Die SchloßGuardia iſt nicht zu dem enden die
Pflicht genommen worden/darduch die vorgen damit ſie Ihrer Maneſtät
verbunden zure rjren ſondern nur bloß zur Aſſecuration der Stände Sub V
traue, «b/ue Prejudice der Stände Sub-Una: in anſehung daßauff den
Pºger Schlöſ die Landtafel dieſer Kron Böheimbhohes Kleinod vnndan
dere LandsAchiven verbleiben. Daherobillich geweſen dieſe Landſachen
Ihrer M iyetät zuvorderſt hernacher dem Lande mit einer trewen Guardia
zuverſehen. - Die Verbündnuſſen/ ſo die Stände vnder einander inof
facher Zuſammenkunffvffm PrägerSchloßauffgerichtet ſind niemands
zu ſchaden ſondern Ihrer May: vnd dem Lande zum beſten geſchehen/vielwe
nger einiger Menſch darzugenötigetworden. So werden auch die Päger
(auſer etlicher Heuchler vnd Nikodemiſten) gewiſſens habernicht ſagen dürf
fen daß ſie durch vs hereingejagten ſchrecken / bedrohung vnd allerhand ge
waltſamkeit zu jchtwas ſind gebracht vnd gezwungen worden. Sondern ſie ha- ,
benfrey willig aus ihren Mittel vornehme Perſonen / zu den Obern zwcycn
Ständen v?fs P iger Schloßabgefertigetvndgebetten ſtevnter ſich als ihre
Glaubensgenºſſen wider anzunemen. Hette demnachdieſer Fukmeuſer mit
dieſer erdachten Auflag wider die Präger wolſtillſchweigen oder da er ihme ja
getrawet/hr ſelbſteygenrwort ſo ſie von ſich in der Apolonia drucken laſſenre
ſuiren können. Indemeſie vnter andern ſetzen vnd ihre Verführer vndauff
wiger mit lebendigenfarben alſo beſchreiben: Auch von den beygeſetzten
vorgeſtelten Perſonen Sub-Una,wie auch andern vnsdtsfalshinde
derung ondeinhaltge han: in deme Ihre Kayſ: May verordneten
Richtern allzie/o allerſeyts S.b-Una, vor abreiſung Ihrer Maye
ſtätwider allenvorigengebrauch / ſolche Änſtruction gegeben wors
j daß ſie ſich nſerer Kirchen SbVerage ſundung vund
ſtiftung desgleichen allerhand
- "V - -
derſelben
- -- -
- -.
einkommen
- - - -
anmaſſen
pnd
56 Die AnderApologiader Ständte -
vnnd ohne gedachten Kayſ: Richter keine Kirchſpiel auch in ſeinen
eigenenſachen / anderer geſtalt zuſammen kommen / vnd ſolches
zuverſorgen / nicht macht haben ſolle. Welches denn wider die
Befreyung/Mayeſtätbrieffvnd Vereinigung lauffet ſovnderande
len dieſes vermag: Sovielderer Sub-Utraque ſelbſt eigene ſachen/
auch Kirchenvnd Religion betrifft daß Ihre Kayſ: May: mit ſol
chen nicht beläſtigetwerden / ſondern ſie die Stände Sub Utraque,
ohnebemühung Ihrer Kayſ May:ſolcheſelbſtenrichtenvndſchlich
ten ſollen: Vnd ſind doch dahin von ihnen beredt worden/daß(nach
demvnsjzo zuletzt/dic-Herren Defenſores, zu zweyen vnderſchied,
ichenmahlen/ ordentlich durchſchreibenvnder ſie erfordert)wir kcis
nenvnſersmittels/vorgehendemgebrauchnach/nicht geſchickt: Sonst
dern neben denen Perſonen/Sub-Una, welchevnſerm Theil Sub
Utraque allein zuſtehendeſachen/invnſere Rahtſtelle (ſo nicht ſein
ſollen nebenvnsberathſchlagetvnd Ihrer Kayſ: May:vnſerm Al
ergnedigſten Königvnd-Herren zugeſchrieben: Daßwirſolches ins
Cellegium nicht ſchicken/vorrechtſprechen vndbiklichen: Auch weis
er dieſes hinzugeſetztdaß wir ſambtvnſeren Gemeinden/auſſer Ihrer
Kayſ: May: niemandsandern vor einen Defenſoren erkennen
noch bedörffen. Außwelchenwasbeyjzigenzeiten(als ſolches ſo hie
durch wider alle die Sub-Veraque vorgenommen hat werden wollen/
antag kommen)auchvnsbegegnen können/ein jeder vernünftiger
leichtlich bey ſich befinden kan. Dieweitwir aber wasmaſſen wir
verführet/wargenommen/darnebenvnſeregefahr erkennet/auchvnns
gewieſen worden was anbelangt die höchſte Defenſion vnnd Schutz
wbervns Stände dieſes Königreichs/daß in der Vorrede vnſerer tn
druckverfertigten Confeſſion/zuvorhindieſes außdrücklich zu befin
den: Daßalledrey Stände Sub-Veraque, vberjhres Glaubensbe
kantnus/auchder Adminiſtratornvnd Conſiſtöriſ, keinen andern
Defenſorem endbeſchützernechſt Gott haben wollen / als aller
Ihre Kayſ: May:vnſern Allergnedigſten Königvnd Herrnynn
di/welchemiteinwilligungvnnd wiſſenſchafft Ihrer Kay May
von allen dreyen Ständen Sub-Veräqüe zur Aufachtrnd blieb
- po, ſo
r
Deß Königreichs.BöheimbSubUrraque. 57
vorſorggemeldes Conſiſtorij, erwchlet würden. Außdſenvndan
dern erheblichen vrſachen haben wir vorobgedachten Herrnhöhern/
an jzo auffdem Prager Schloßverſambleten Ständen wie auch
vorvnſern Gemeinden(ſovon der zuverchaidigungvnſerer Religion
verordneten Defenſion niemals abgewichen/noch abwendig ſich mas
chen laſſen wollen wegen gedachtesvnſersan Ihre Kayſ: May: in
dieſer ſacheabgangenen ſchreibens/vnſere gebärliche Entſchuldigung
gethan: auch hierdurch ſo viel erhalten/ daß ſie vnns wider vnderfich
auffvnd angenommen. Mit welchen allen wir vns/jtzt vnd künfftig/
zuerhaltung mehrgemeldes Maycſtätbrieffs/vndwas demſelben ans
hcngig(ſintemal alles dermaſſen zuſammengefaſſet / daß eines ohne
das andernicht beſtehen kan)mitbewilligung Ih:er Kayſ: May:ans –
geordnet/getrewvnndauffrichtig/vnſermcuſſerſten vermögen nach
ſehen vnd demſelben nachkommen wollen.
Außdieſem der Prägeroffentlichen vndniemals widerlegten Bekandnußr
welle die ganze Weltvrtheilen/werden Prägern ein ſchrecken eingejagt wer
ſiebedrawetvndgewaltſamer weiß zu fchtwas gedrungen? Antwort. Nicht
die Stände ſondern ihre vnd der Stände Feindevnd Widerſacher. Darun,
der ſich Paul Michna vor andern ſeinen Rortgeſellen hervorgethan/vnd wie
ein raſender Hund vor der Stände Zuſammenkunfft/vnder der Bürgerſchaffe
herumbergelauffen/vnnd mit harten Drauworten es dahin gebracht, daß ſich
eintheil deß Rahtsvnnd Statt Verombten der Prager (wievngerne auch)
den den Obern Ständentrennen müſſen. Sodann, da es ferner vonnöhten
ſein wird - genugfamen ſollerwieſen werden. Daß die Stände Ährer
Maſ:ſtät Rähtenvnd Dienern ſollen nachgeſteller/vnd ihre Habevnd Güter
eingenommen vnnd geplündert haben iſt ein bloſes vnwarhaftes Gericht dieſes
vnverſchembten Scribenten. Kan er auch künftig nur einen Menſchen
namhafftmachen dem dergleichen begegnet ſei ihm«Redevnnd Antwort der
gebürnach darauffgegeben werden. Vnd zuwasendehetteman nur ſolches
vor die handmehmen ſollen? Sintemal die trewen Patrioten vndliebhaber deſ
Vatterlands/neben vielen Heuchlernauß den Evangeliſchcn) im Landever
blieben dieRedelsführer aber vnd verfolger der Religion vor ſich vnbegrüßt der
Stände beytagvnd Naehttheils wolmit Fackeln vnd Windlichten außgeriſ
ſºn. Vnd gleichsvolſind ihre Gütter(auſſer Paulen Michna außgeliehenes
Geldes: darvon vnden weiter bericht erfolgen wird)btß auffdieſeſtund nicht
eingezogen worden./ſondern werden von ihren Regenten vnd Beambten jhnen
zum beſten/verſorgt als méglichen. Daß Ihrer Maycſtät Herrſchafften
ſotea von den Ständen eingenommen worden / iſt durchauß nicht bes
%, Ry(R.
: 3s Die Andere Apologia der Stände -

weiſen/ Sondern bleiben dieſelbe allerſeits in ihrem alteneſſE- vnder den


Guberno der Böhmiſchen Cammer: Gehen auch IhrerMay: gefällevndein
kommen darauff/einen weg wieden andern/vorkohne einige verhinderung der
8. Stände. Den Eingriff ſoin Ihrer Mayſtätvnnddes Landes Centribu
r]Äruz.tion geſchehen verantwortet r der Landtag 1615 ſelbſten: darinnen austrück.
lichen dieſe Exception zubefinden. Davnruhe(welche dißmal die Religions
Feindevervrſachet)im Lande entſtünde / ſollen die Stände mach
haben/allerhand bewilligte Stewcrhinder ſich zubehalten/vnnddas
3. anddarmitzubeſchütze. Von denen mit der Ständebewilligung verord,
neten Stewer Einnehmern / iſt keiner entſcßet, ſondern nur an flat deßflüch
tigen Sezymaz Wrdby/ein anderer erwehlt/vndzujnen noch drey Perſonen
- auß den Ständen zu leichterer Erpedirung derſachen/ſo beyin Sewer Ambr
10. täglichen vorlauffen/zugeben worden. DemObriſten Burggrafen iſt anfangs
eine Guardivorſem Hauß/mehrerſicherheit halber vor dem gemeinen Pöbel
II- geſtellet/vnd ſchon vorlängſtwider abgeſchaft worden. Die vbrigen anweſenden
Statthalter ſind zwardahin anermanetworden,daßſie außden PrägerStäd
tenvnd Landenit weichen noch Winckelrahtſchlegewider das Land weiterhals
ten/ſondern vielmehr darauffbedacht ſein ſolten, weil durch ihreConniven vnd
verwarloſung/dißvnheilvnndvbel im Lande entſtanden / damit es auch wider
umb möchte geſtillet werden. Auſſerdeſſen daß man ſie ihrer Stadthalterey
de Faéo entſetet ihnen ihre Gutachten ſo ſeinſachen Ihrer May: zugeben
pflegen abgeſtreeket/vnddarbey auffIhrer May;gnedigſtesbegeren zu erſchei
nen ernſtlichen inhibirt vnndverbotten haben ſolte/tſteine handgreifliche vnnd
bloßerdichtevnwarheit. Jnmaſſen es das Exempel deſ damals anweſenden
Kayſerlichen Geſandten Euſebij Kantc anßweiſet / der alle tage / ſo langer
× zu Prag geweſen/zu den Stadthaltern auf die Canzleyvnndin ihre bchauſun
- - genkommen / vnnd mit ihnen / ihrer ſelbſt eigenen belebung nach / Rºth
Iz ſchläge gehalten. Aus was vrſachen das Defenſen werck auffgerich
tet worden 1 iſt albereit darvon in der Erſten Apologia genugſame mel,
dung gethan. So iſt auch vberdis Legitim« Defenſe nicht allein natür
lich/vnd benallen Rechten zugelaſſen ſondern ein jeder mag auch zuvorhin al
leOccaſſowes ſeinem Feinde abſchneiden / dardurch er jhme künfftigen hette
ſchaden zufügen können. Durbeyaber die Stände alsbald Ihrer Mayeſkäs
vnderthänigſt zuerkennen geben daß dieſe auffgerichte D:fenſion/wider Ihre
Kayſer: vnnd Königl: Muy: (von welchermenniglichen wol bewuſt daß ſie
ihrentrewen vnd 4ehorſamen Viderthanenſchaden vndnachrheil zuzufügen/
niemals geſonnen geweſen)nicht gemeinet/ſondern allein wider denjenigen ſo
den Sändenvºluthungedäch. Vaderdeſnaberwil Ihre *#
- -
Deß Königreichs BöheimbSub-Ueräque- 39
nicht imKönigreich geweſen Sie auch den hinderſtelligen/der außgeworffenen
Perſonen Mitconſorten(ſonichts weniger als ſie/jhresanbefohlenen Ambts
vnddeß ſich anvertrawtenorts zueuſſerſtemverderbvnd vndergang dieſes Kö
nigreichs höchlichenmißbrauch)nicht mehr trawen dürffen/ vnnd gleichwol
allebeyſammen in lecoftetigs nicht verbleiben können: haben ſie anderſt nicht
zuthun gewuſt dann den vorigen Erempeln nach ein Directoriumauß gewiſ
ſen Standes Perſonen / bißzu Ihrer Mayeſtät glücklichen vnnd längſt ge
wündſchten widerumbzuruckkunft ins Königreich / ſowol hinlegung vnndbe
fricdigung aller derer bißhero verloffenen ſachen/zu beſtellen. Welche Perſos .
nenſie auch alsbald in Ihrer Mayeſtät vnnddeßganten Landespflicht genom
men: darinnen ſie auch noch würcklichen verbleiben thun.- Vnd diß iſtge
ſchehen zudem ende/damit dardurch / vnder dem gemeinen Pöffel / allerley
AMotu 6 Seditione Domeſtice.ſalva authoritate Regin, LegbucrPrivi
lºgii Kegni, Ä in Böheimbºvnnd
ſowoldie auffrichtigen Stände. Sºb-Vm« & Ytraque, ſambtihren Mayeſtät
Brieffen/Privilegien, Freyheiten/Recht vnndGerechtigkeiten vor allenfeind--
ſeligenthätligkeiten manuteuiret würden: Inmaſſen bey lebzeiten Kayſers
Rudolphi hochſelt3fter angedechtnuß gleichmeſſiges Directorium vndDefen,
ſonwerckauffm. Alt Städter Rahthauß Anno 16.11. von den allgemeinen
Ständen dieſer Kron Böheimb beſtellet/vnd von hochgedachter Ihrer May:
beliebet vnd vor guterkandt worden: . Als auch die Stände im Marggraf
thumb Mähren auß gleichförmigen vrſachen, vnder ſich ein Direction vndDe
ſenſionwerck angeordnet ſind Ihre jßige Kayſ: May: zu einen Marggrafen
vnd Herrn des Landes angenommen/vnd bey nochwerender Direction / zu
einen Königin Böheimberwehletvnndgekrönet worden, Es ſind aber
die Stände bey dieſer gefaſten Direction / niemals deßvorhabens gewe
ſen/Ihrer Mayeſtätdardurch das Regiment zu entziehen oder in Ihre König
iche HRegalien zugreiffen. Dann wann Sie dißdarunder(darvor Gott gnä,
dabehüten wolle)emals geſchethetten iſt leichtlich zu ermeſſen daß die D
rekorer, nicht Ihrer Mayeſtät zuvorderſt ſondern nur bloß dem Lande/vnnd
ihnen ſelbſt würden haben ſchweren laſſen. So haben ſie ſich auch keiner ei
nigen Expeditioneder Embter angemaſſet. Sondern bleibt alles in der Böh
miſchen Canzley-Cammer/Appellation vnnd Buchhaltereyenſo wolbeyder
andtafel Cammer RechtenvndBurggraf Ambt in ſeinem alten Vigore vnd
Weſen. Deßgleichen werden die Obriſten Land Officirer/vnnd Rechtsbey--
hervndalle andere Ihrer May: verendigte Perſonen/beyihren Offeisvnd
Verrichtung ruhlichen gelaſſen. In ſummat das Juſticienweſen iſt niche:
verendert die Officirerntche abgeſchafft. Sondernſobald Privatvnd Par--
-
ſhey Perſonen/ etwas fremhdts/ynnd der
-

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je ve-Ä
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- -

- -
6e DeAnderApologiaderStände
ſuchen werden ſie ab, vnd zu den Embtern dahin ſie gehörig / verwieſen.
Noch gleichwoldarff dieſer Geſell von den Ständcn offentlichen auſgeben./
als wann ſie ſich deß Regiments angemaſſet hetten. Jhrer Kayſer
lichen Mayeſtät ins Königreich geſchiekte Patenta ſind den Ständten auf
danahliger Zuſammenkunffe(ſo wegen nengevnd groſſer anzahl der anwe
ſendenStände billichcnhette der gröſtenLandtagsnem können verglichen wer
den) offentlichen vorgeleſen vnd publicirt worden. Daß man ſie aber nicht
hat angewönlichen orten / wie ſonſten gebreuchlichen/affigiren vnndanſchla
gen laſſen iſt Ihrer May: (wie billchen) zuvnterthänigſten Reſpect vnd ver
meydung allerhand Gedancken vnd Judicien/ ſo darüber entſtehen können?
verblieben. Scnſken da manperſ , ohne Ihrer Mayeſtät intereſſe -, mie
dieſem Betrieger oder Concipiſten der gedachten Mandaten ſimpleiter
hette zu thun gehabt ſolte jhmeabermals für die Naſen gehalten worden ſeyn/
, was vor ſchwere vnnd bey Chriſtlichen Völckern faſt vnerhörte Attentats
den Ständten darinnen beygemeſſen worden, die dieſer Erzlügner über die
Ständte erdichten/vnndwider Gott Ehrvnd Gewiſſen auſgieſſen helffen.
Darbey dann ganz lächerlichen zu hören geweſen / daß man die Patent
den Ständen über ihreneygenen Halspublicirenzulaſſen/zugeſchickt vnd be
14. fohlen. Wie es mit Ihrer Mayefkät vnterſchiedlichen / vnnd nach Tiruli
--
rung dieſes Scribentengantz Vätterlichen Ermahnungsſchreiben / bißhero
bewandt geweſen/auchvnder was Prºetert/vndauffwas weiß man den ſchul
digen Gehorſamb/Submiſſion/vnd hinlegung der Waffen vorlengſt geſucht:
K
köndtebey dieſer Gelegenheit nach derlengemiegrund der warbeiterehtvnd
dermaſſen außgeführt werden / wie betrüglich abermals die ReligionsFeinde
(vnder dem ſcheinvnd Namen Ihrer Mayeſtät) mit den Ständten vmbgan
gen/vndnoch heute zu Tag vmbgehenthun Zuverhütung aber weitleufftigkeit/
vnderhaltung abermals gebürenden Reſpects / gegen der keben hohen Obrig
keit wolle der gutherzige Leſer dieſes darvon kürzlichen wiſſen: Daß zwar Jh
reMayeſtätſich anfangs zu gütlichen mittelngnedigſt anerbotten ſo auch von -
den Ständten vnterthenigſt angenommen/vnd zu Ihrer Mayeſtät fernerm
gnedigſten wolgefallen anheimb/pnd dochvtyb vollziehung derſelben ſtetigsge
horſamſ angehalten geſtelt worden: Als es aber zum zug kommen haben Ihre
Mayeſtät (durch antrieb böſer Leute)ſich in Ihrem letzten Schreiben dahner,
fleret/daß Sie Ihr Volckmußernvnd die Ständte mitgewehrter Hand über
ziehen laſſen wollen. Wie ſolches die hinvnd wider ergangene Schreiben/vnd
1. was den Chur-vnd Fürſten darvon in Schriftencommunicirt/ gnugſamen
darthun vnd beweiſen. Die Kriegswerhung (bezeugen die Stände vor
Gottim Himmel)hettenfie/Ihrer Mayeſtär ſelbſt eygener Perſon halber nie
was vornehmen wollen: ſºndern wegen der böſenhochſhädlichen Rähte Ä
(
Deß Königreichs.Böheimb Sub-Veraque. SI
ihrer ReligionsFeinde, ſonochmchremstheilsbey Hofeſſoriren/thun müſſen.
Dann als ſich die Stände bald anfenglichen vor Ihrer Mayeſtät als ihrem
gnedigſten Königevnd Herten vmterchenigſt dahin erkläret / Sie ſeyen vnnd
bleiben Ihrer May ſtär allzeit erewevndgehorſame Bnterchanen die ben Jh
rer Mayeftät Letbvnd Leben/Gut vnd Blutbiß auf das euſſerſte vermögen/
zuſetzen wºlten: hat doch ſolches ihr demütigesanerbieten wegen ihrer zu Ho
feanweſenden ſtareken Opponenten, bey Ihrer Mayeſtät nichts fruchten noch
helffen wollen. Sondern anſtatt der anſehlichen/vndzuhinſtellung dieſes vn
weſens lengſtvertröſten Commiſſien / hat man alsbalden Volckgeworben
ein anderes aus Fryaul vnd von den Vngriſchen Grenithäuſern abforderen
laſſen vnnddadurch allererſt die Ständtezufernerervndſterckererwerbung
vnndgegenverfaſſung verurſacher. Als nun ſolch Volck zu Roß vnd Fus
benſammengeweſen hat es alsbaldanzweyenorten einen feindlichen einbruch
in die Kron Böheimb gechan: etlicher Städtevnd Orterſichbemechtiget: ei,
nangutentheil deß Königreichs verwüſtet/verheeret vnd in die Aſchengeleget:
gegen der Böhmiſchen Natten/ohnevnterſcheid Mannes oder Weibes Per
ſonen tyranniſirt: vielvnſchuldig Blut (darunter die kleinen an ihrer Mütter
Brnſten hangende Kinder nicht verſchonet worden)vergoſſen: ein groſſean
zahl Leute nicht allein außdem Bawersvolck ſondern auch aus den Ständen
gefangengenommen: mit den Weibs Perſonen Sodomitiſch gehauſet: Iſt
auch kein zweiffeles würde dis Volck noch ergerin das Böhmiſche Geblütſ
virt haben,wannjhme Gottſelbſten wunderbarer weiß nichtgeſtewert/vnnd
die Stände durch ihre angeordnete Defenſionvnnd Kriegsvolckbeyzeitenge
wehrt hetten. Wie nun dieſes/vor Gott vnd der Welt werden verantworten
fönnen diejenigen, ſodarzugerahten / wolle ein jederbey ſich ſelbſten erwegen/
der nur eine einige empfindlichkeit über ſolchen leydigenvnnderſchrecklichen
fällen in ſeinem Herzen hat. Sonderlichen wann man dargegen heltvndbe,
demcket/daß die Stände mit jhrem Volck biß Dars nur in den Termini De
ſºfeºi-verblieben/ vnd keiner Perſonenauß den Catholiſchen ſie ſen Geiſt,
lich oder Weltſicheynigen ſchaden zugefügt, ſondern ſie vielmehr vor demge,
meinen Pöfel (der ſonſten ohne das zur empörung ineinirt) geſchütvndge,
handhabt. Woher dannvndaußwas grund/darffdieſer Schweſter vorge,
bon. Die Werbungſeyzuviel einem andern ende/als zur Ä
des Landesſozuſeinerzeit ſchon außbrechen wird) angeſehen? Dann
ºn dem alſoware wie dieſer erdichte Evangeliſt darvon plaudert hetten die
Sände nicht bald anfangsalsjhr Volck bewerter / vnnd nicht weit von de
ºnzengendebyſammen war in ein oder das anderanſtoſſende Landau -
ſº die Muſterplätzerſchlagen/dasvnbewehrte Volckvoneinander trennen
WR/d alſo lieber den Feind anderſwo º; 1 dann zu ſich erwarten *.ber
-
-
G2 Die AnderApologiader Ständte
Aber es iſt dißalles verblieben. Sintemaldie Stände niemals deßvorhabens
geweſenjchtwas gegen einen Menſchen der ihnenſchaden zuzufügen nicht bes.
gert/vorzunehmen: viel weniger ihrer Mayeſtät als ihrem König vnd Hern
ſich widerſetzig zu machen: daß alſo/nicht die geringſten Vrſachen darzu geben
worden, darumbenman das Land mit ſo groſſer Heerstrafftüberziehen vnd
auſſseuſſerſte verderben ſollen. Weil es aber leyder geſchehen, ſo muß man
auch im gegentheildarmit verliebnemen/daß man die Hof-Poſt zum theil in
tercipirt vnd eröffnet die Päß an den Landes Gränzen eingenommen vnd ge
ſperret/jelenger je mehr Kriegsvelck zu Roß vnd Fußgeworbenvndangenom
menvnd daherodas Königreich vnd deſſelben Inwohner mitnewer Stewert
darlehen/einloſierung deß Volcksauffmahnung zur bereytſchafftanordnung
deß auſfgebotsvndalſo auf vielvnterſchiedliche weg/zum höchſten bedrenget
vndbeſchwere. Dannja einmalſolche vnd dergleichen Inconvenientia deßof.
fenen Kriegs (zudemeesleyder nunmehr gerahten)eygenthümbliche Proprie
seten vndeygenſchafften ſind.
14. - Das Königliche Schloßvnd Stadt Krumau iſt niemals auffgeſor,
dert viel weniger feindlichen vnd gewaltſamer weiß angriffen worden. Son
dern man hat den Hauptman deſſelbigen ortsgebetten, dasſrembde bey ſich
habende Kriegsvolckabzuſchaffen vnddardurch alles Mißtrauen gegen den
Ständen zu benemen. Vngeacht: man/ vermöge vnterſchiedlicher Kand
s] NuragsBeſchluß befugt geweſen einengröſſern ernſtzugebrauchen vnd das
--- frembde Kriegsvolckauß dem Kaudegewaltſamerweißzutreiben: ſo iſt es doch
verblieben. Auch da der Ständebegeren ſeinen Effect erlangt hat man weiter
nichts vorgenommen, ſondern Schloßvnd Statt ohnebcſatzung in des
Hauptmansverwahrung vnd Adminiſtration gelaſſen. Dergleichen Pro
reß iſt auch mit der Stadt Budeweiß vorgenommen worden. Daß aber Graf
Heinrich Matthes von Thurn fieſoltebedrawet/jhnen auch ſelbſt vermeldet
vndzuentboten haben: Im fall ſie ſich innerhalb dreyen Tagen den
Ständen nicht ergebenwürden/ErſiemitFewer vnd Schwerdt (ak
ſodaß man die Stadt mit Beſen zuſammenkehren ſolle) verfolgen /
auch weder deß Kinds im Mutterleib noch ſeines leiblichen Vatters
wann de ſelbevnter ihnen/ve ſchonen wolte: iſt eine erdichte Erhlugen.
Werdens auch die Budweiſer nicht war machen können viel weniger über die
Stände im geringſten ſich jchtwas zu beſchweren haben. Dargegen man aben
über ſie zu klagengnugſamen befugt were. Dann ſie den vmbligenden Nach
baren ohne eynige gegebenevrſachgroſſen ſchaden angethan in ihre Güter ein
gefallen seplündert die Leute weggeführt/ Reß / Viehe Getreyde ſannp
-A -
allerhand andern Qauraht 1 zu ſich gegen 1 vnnº zu l das Fen
-
Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque, 6,-
ĺ- in die Stadt genommen / darinnen es auch noch verblci
benthik. - ----- -
Vnd wann die Pilſner / deren dieſer Author in ſeiner Evangeliſchen
Erklerung (darüber ſich nicht wenig zuverwundern) durchaus nicht gedenckt
ihrer ſchriftlich gegen den Ständtengethanenerklerung nach ſich verhalten:
die Stadt vor ihnen nicht geſpernet : dieſelbe mit geworbenct/ſowol Landvolck/
nicht beſetzet: mit den Avten vnd Prelaten/auch etlichen anderen Politiſchen
Perſonendarinnen nicht verwahret vornehme Ritterſtands Perſonen nicht
gefangen: vndauff die vmbligende Nachbaren gleichsfalls keine Ausfälle ge
than ſienicht beraubet/vndſich ihnen hierdurch ſelbſten zu Feinden vorgeſtel
lethetten: würden die Inwohner deſſelbigen Craiſes keine vrſach gehabt ha
ben / alſo ſehr darauffzudringen/ damit Herº Graf von Manßfeld mit ſei,
nem Volck ( mit welchem Er/vermöge ſeiner empfangenen Ordinath/albe
rent von der Stadt abgezogen war) widerumb zurückkemmen / vnd Stetuie
gewalt einnehmen müſſen. Doch iſt ihnen nach der eroberung keinleyd wider
fahren: Sondern ihr Kriegsvolckdimittirs, vnd Siebey ihren leben/Haaß
vnd Gütern erhalten worden. Alſo daß Ihre Kayſ: May: nicht nur allein
Kriegsvelck ins Land zuſchicken ſondern auch daſſelbe werben zu laſſen 1 keine
vrſachgehabt hat. Sonderlich wann man erweget wieofft die Stände nur
gegen Ihrer Mayeſtät ſich aller vnterthänigſt dahin erkleret daß Ihrer Maye
ſtät wegen der aufgerichten Defenſien kein gefahr zu beſorgen ſey. So iſtauch
kein Exempel zu befinden / daß die Böhmiſchen Stände an ihren König vnd
Herten jemals weren trewlos worden. Hettenderowegen die Rähte Ihrer
Kanſ May: (daſieanderſt ihre trewgegen Sieerweiſen wollen) zudemerah
ten ſollen, was dieſem Ihrer Mayeſtät Königreich vnd allen andern Incor
porirten vnd vmbligenden Ländern erſprießlichen / nutz gut vnd dienſtlichen
geweſen were: darinnen ſie aber (weil ſie zum Krieg vnnd nicht zum Frie
dengerahten) gröblichen verſtoſſen. Vmnd wo fern ſie auch gleich noch vers
meinen mit Kriege vnd verderbung dieſes Königreichs Ihrer Kayſ: Mayfk:
Reputation vnd Authoritet zu erhalten / irren ſie abermals trefflichen. Denn
was werden Ihre Kayſ: Mayſt: durch dieſen Krieg gewinnenvndzuwegen
ringen? Vielleicht das Königreich Böheimb? Iſt es doch vorhin Ihrer
Mayeſtät zuſtendig. Vndwas iſt beſſer? Einverwüſtes Königreich dahin es
nachitziger darin geübten Tyranney / vnd entblöſung der Stände ihres euſ
ſerſten vermögens / endlichen gedeyen muß/dann ein vnverwüſtes zu haben?
Kigt dann die erhaltung Ihrer Maycſt: Reputation mehr an verderb dann
erbawung deſ Landes? Mehr an Vngnaddann an Barmherzigkeit ? Mehr
an Caſſirung deſ Mayeſterbriefs Kayſer Rudolph hochſeligſten angedecht
Aus/vnd ihrer Mayeſ; ey4enen darüber ertheilten Confirmation/ *
s« Die Ander Apologia derStändte
ſteiffvndveſkeranhaltung dererbeydendinge/vnddeßKöniglichen gefeiſten Ju
vaments? Warumb haben ſie es nit dahingerichtet damit anſtat deſ Kriegs
voleks/vielmehr die anſehlichen Perſonen / deren in den Patenten meldung
geſchichtwerenanhero zuabhelffung vnnd Componirung allerhand vorgeleſ
fenenſachen zu Commiſſarien abgefertigt ? Warumbhaben ſie Ihre Kayſ:
May: als Chur Pfalzvnnd Sachſen ſich interponiren wollen, darvon abge
halten/vnd noch heutigentagefellig darzt zu tretten nicht geſtatten? dargegen
aber die Stände ſowolauchbendehoch anſehenliche Churfürſten nur bloß mit
vertröſtungen/vnd hierzu mit fleiß erdachten gefehrlichen/ vndanzunemenvn
möglichen Conditionen auffgehalten vnd vnder dem ſcheinvnd deckel / gleich,
wolallerley eigenevortheil vnndmerckliche verderbung deß Kandes geſuchet?
Daheroſieein Schreiben in Jarer Mayeſtät namen/ an Hanſen Aulner
Haubeman zu Budweißgethan/vnnddarinnenanbefohlen Daß er bey den ?
wmbligenden Nachbaren/den Fünften Mann aufbieten/darmitvnd
andernſcinengeworbenen Knechten/die Stände vberziehen / ſich in
ihre Gütter impatroniren/dieſelbe innehaben/die einkommen darvon
zuſich nehmen/die Vnderthanendeßgehorſambsgegenjhrer Obrig
* N"f keitloßzehlen/vnndſiedargegenzuhanden Ihrer Kayſ: May:ch ulz.
Ka E.

digen laſſen wolle. Ebenermaſſen iſt ein Schreiben an weiland Felir


"At? Dornhan wHaubemanzuPilſenabgangen mit dieſem begeren Er ſoll ſich
dahinbefleiſſigen/damit er jemandsauß den widerwertigen/oder den
vermeinten Defenſoribus, weiljene offtermalsdiß Ortsdiejhrigen:
hinvndwiderſchickten/dieſe aber ſelbſten biſweilen in ihren geſcheffs
endurchzügen/beym Köpffnemenvndanhalten köndte: Icvorne
mere Perſonen ſie alsdannweren/jelicber es Ihrer Mayeſtätſeyn
v] N17. würde. Hans von Molar ſetzt vnterwandern in ſeinem an Hauptman
Dornhangehanen Schreiben. Er ſolle die Munition/ſoin Böheimge“
führt wird/ſovielmüglichen intercipiren, auch auffdicvorüber reis
ſenden ins Reich/guteachtung geben / vnnd allerhandmittel vor die
„Handnemen/damit er jemandsvornehmes/auff dieſer offmcn Land
wN 11t. ſtraſſen ins Reich/bekommen köndte Deßgleichen ermahnex Paul
/ Michnaermelten Dornhan in einem Schreiben. Er ſolte ja fleißanwen“
den/etliche aus den widerwertigen Inwohnern zu Pilſen/ aufzuhals
ten. Wie er eben mitkerzeit die Pilſnerwider die Stände angefriſchet ſolckes
weiſen gleicher geſtalt ſeine Schreiben auß / ſoer angedachten Dornheinb/
Primas Wolffinger / vnd Stelender ergehen laſſen, Gleichs
- - EHlsicss
-

Deß Königreichs Böheimb Sub-Ueraque. 65.


Gleichsfals haben die Religions Feinde auffverwichenen Schleſiſchen
Fürſtentag den Fürſten vnnd Ständen(dech nur ſie dardurch abzuſchrecken)
offentlichen andeuten laſſen. Sie ſollen den Ständen in Böheimb/ver
mögder Conjunction/darmit beyde Länder einander verbunden/vnd
ſolche verbündnuß/vorjhre höchſte Aſſecuration in der Religion hals
ten/die ſchuldigehülff nicht zuſchicken. Dann Ihre Kayſ: May gez
dächte die Böheimb zuſtraffen. Nichts deſto weniger aber
laſſen ſie jhr Kriegsvolckjelenger je mehr ſchadenthun. Welches ſich dann/
wann jhnen der ChurFürſtenangebottene Interpoſition herzlichen were nicht
wolyuſammenreimenwil. Dann zu der Tractation ſchreiten vnnd ſtraffen
wollen/ſeynd zwey Contraria. Sie ſprechen aber ferner/ Sie nehmen
die Interpoſition an, doch alſo: Wann die Stände zuvor hero/jhr Volckab
dancken/vud von dem allgemeinen Auffbott/Defenfonvnnd Direction ablaſ
ſen: den vorigen Ihren Kayſ: May: Stadthaltern/hinwiderumb/daß Regi,
tmentſofie jhnen dschniemals genommen / abtretten /vnnballes in den veri
genſtand bringen: hinwiderumbauch das Volck(ſo ſie Kayſeriſch nennen)im
Kandelaſſen/vnd mit Munition vnd Proviandgenugſamen verſehen werden.
Was kan doch von ihnen vngereimbter vorgebracht werden? Dann worzu
würde der Chur Fürſten Tractationſeyn / wann jßtgedachte Exceptiones vor,
hinſoltenvollzogen werden? Was were das vor eine Aſſecuration vndverſi,
cherung der Stände ſein volokabdancken/vnnd das frembde auffm halsbehal,
ken? Ey das iſt ein billieher vnndleidlicher vorſchlag: Sie wollen einen andern
ſchlagen doch daß er ſich nicht wehren ſelte. Daß nun aber der Allmechtige
getrewe Gottſolche vnbilligkeit die Chur-vnndFürſten deß Heyligen Römi,
ſchen Reichsſowolauch die Fürſtenvnnd Stände in Schleſien hat gnedigſt
Ä laſſen/darvorſcy ſeiner Allmacht/ Lob / Ehr vnnd Danckgeſagt in
ewigkeit- -

Diß iſt der Erſte Haubtgrunde, dardurch der Author erzwingen wollen/
daß die Stände Ihre Mayeſtat nur mit worten ehren / darbeyaber ihrvnbe
fügtes vorhaben daß esnemblichen Jrer Mayeſtät zum beſten geſchehen ſein
ſoll ganz leichtfettig vndvermeſſen beinenten vnd bedencken. Welcheroberwol
verhoffentlichen zur gebürwiderlegt iſt./fokan er doch noch ferner durch nach
felgenden Slogfnum-abgelehnet / vnndauff die Religions Feindereforquire
werden. Allediejenigen ſojhren Kötig vmnd Herren bißherodahin verleitet
vnd verführet daß Er aufgerichte Revers / Confirmationer, den Mayeſtät
brieff vmnd Privilegien/ LandtagsBeſchlüßja ſein Königlich Jurament ſelb
Ken/auß den augen ſtellen/vnddargegen im Reginnt alles was jhnen belicb
bct/thun vnnd vornehmen müſſen, dieſelbigen ** jhnuur mit worten/vnnd
vermen
ss . . Die AnderApologiaderStändte
vermenteln vnd bedecken ſelche ihre Attentata, als wie ſie dem Könige um
beſten geſchehen ganz vermeſſen vnd leichtfertig. Die böſen Räthevnd Fein
de der Evangeliſchen Religion in Böheimbaben biſherohren Kºniaennd
Herrn dahin verleitet vnd verführet daß Eranffgerichte Revers / Confirma
tiones, den Mayeſtätbrieffvnnd Privilegien LandtagsBeſchlüſſe/jaſein Kö
niglich Jurament ſelbſten außdenaugenſtellen/vnnddargegen im Regiment
- alles, was ihnen beliebettunvnndvornehmen müſſen. Ergo. Die böſen
Räthevnd Feinde der Evangeliſchen Religion in Böheimb 1 ehren ihren Kö
nig vnd Herrn nur mit worten/pndvermenteln vndbedecken ſolchejhre-Atten
tata, als wann ſie dem Könige zum beſken geſchehen/vermeſſen vnnd leichtfer:
„tig. Die AMajor dieſes Syllogiſmi iſt vor ſich ſelbſtenjuß vnnd richtig / wird
auch von dieſem Meiſter Klügling ſchwerlichen diſputirtwerden erwolte dann
vorhirnlos geachtet vndgehalten werden. Die Mºnar aber ſoll baldvndenanº
einem füglichernorcherkleret vndaußtrücklichen erwieſen werden./daß Ihre
Mayeſtät nicht die Evangeliſchen Ständein Böheimb/ſondern ihre Feinde
vnd widerſacher deFačkoabſetzen/vnd das Regiment ihres gefallensberauben.
Fürs Andere(ſpricht dieſer Tichter) Kan ja nichts vngerechters
ſeynvndfürgenommen werden als dieſer Leute ſogrober Erecß Vn
Evangeliſche Faéta, vndauffrühriſche Attentata, Beweiſs?
in ſeinem Sitn ſtattlich / miteinführung vieler Exempel vermeinter Erceß.
ſo die Stände ſollen begangen haben. Welche wir auch nacheinander beſehen/
vndein jedes vnEvangeliſch Faäum vndauffrühriſch Attentamtum(wie ers
in ſeiner Mutterſprachnennet)richtig beantworten wollen.
- -
Erſtlich bezüchtige Erdie Stände DaßSie deFactovnd mit dem -

I werckIhre Kayſ: May: in Ihrem Königreich vnd ChurFürſten, C

thumb Böheimbdeß Regiments entſetzet. Welches Erauch nach Red.


ner Kunſtanſehlichen herauferſtreichet mit bewehrter Allgirung der Reichs
abſchieden/vndgüldenen Bullen ſowoldcßgeminen vndBöhmiſchen Rech
tens/zweiffelsfrey den einfeltigen zum beſten ſoſonſten vor ſich ſelbſten derglei
chen hohevnd wichtigeſachen/ohne zuthun eines ſolchen Goſſatsris, nicht ver
ſtehen noch begreiffen können. Da es aber zum beweißkompt/bleibt er ganz be.
beſtecken/vnd gründet ſich nur bloßauffſeine ſelbſt eigene vorhero gefaßte Gp-h
mienvndmeinung. Vnndſcß ferner: Dann ob ſie wol Ihrer Kayſ:
May: den Namen gelaſſenvnndgeben/haben ſie es doch im werck
weit anderſterzeigt / als die euſſerlichen farben mit ſich bringen:
weil ſie wol gewuſt / im fall ſie die wort mit den Wers
cken verheyratet / beylehrlichen aufrechten vnnd vºn Ä
Reuten
Deß Königreichs.Böheimb Sub-Ueraque. 6>
Leuten / ſie ihre ſachen nimmermehr ſo weit würden bringen/
vnnd ſie bethören / verblenden vnnd Ä können. Nun
wolteſichalhlergebühren / daß man dieſem der Stände abgeſagten Feinde
vnndvnwarhafften Scribenten / ohneeinige anſchung der Religion vnnd
PrivatAffecten/mitvnerſchrockenem herben entgegen gienge/vndmie gnug,
ſamen ſattengrundeewieſe / wievngütlich den Ständen abermals / durch
dieſe ſchwerevnnd vnerweißliche aufflage geſchehe. Weil aber nun,
mehr allen Chriſtlichen Potentaten der Weltwitchen / auch der Gemeine
Mannlauß voriger vnd jetziger Böheiniſchen Apologien / Inſonderheit der
HarnFürſten vnnd Stände in Schleſien an Ihre Mayeſfät ergangenen/
vndmunmehr in Druckverfertigen Cenſurſchrerben/Warvorfie nemlichen/
das entſtandene Böheimiſche vnweſen halten / handgreiflichen vernehmen
tun, daßesalhier nicht vmbdie Region ſondern Religion nichtvmb Ihrer
Mayeſtät hohe Königliche Perſon / ſondern vmb verbeſſerung deroſelbenbö,
ſºnRegiments zu thun ſey:ſaachten die Stände gar vnnötig, ſich mit dieſem
Wäſcherin einige fernere weiteufftigkeit/ vnndvnnötigen beweiß / in dieſem
Punet einzulaſſen. Sondern wollen vielmehr den vnwiſſenden Leſer mie
3 und der Warheit durch offentlichen Druck voraugenſkellen/wievnd durch
was mittelIhrerMayeſtätRegiment bißhero beſtelletvortgeſetzt vnderhalten
worden-Darzu dann Melchiori Kºſelli, Ihrer Mayeſtät Geheimen Raths
geweſenen Directºris, hoch anſehliche Fürſtliche Perſon ſehr dienſtliche..
Auf deſſen Directionaler Goßorum beyHofe man leichtlichen wird die
rechnung ferners machen können, wie es mit den übrigen Rähten/ſeinen Col -
legen beſchaffen vind weſſen Geiſteskinder ſie ſambtjhm wolmüſſen geweſen
ſeyn.- Alsfige Ihre Kayſerliche Maneſtätzu einem König in Böheimb
haben ſollen gekrönt werden hat Sie den Ständen zuvorhin/wie gebreuchli,
chen einen Revers von ſich geben: darinnen vnder andern auch dieſer Punce
mit einverleibt zu befinden: Was aber andere Gemeine/vnndvon den
Ständen Vnsvberreichte Artickel/welche außnamhafften vrſachen
auffdißmafnicht können decidirtwerden/anlangt dieſelben werden
bißarfferſkünfftig gemeinenden Ständen von Vnns außgeſchries
benen Landtage verſchoben. Vnd daß dieſelben auffſolchen Landtas
ge/vor allen anderen ſachengeſchloſſen werden ſollen haben Wir mit
vnſerm Königlichenmindezugeſagtvnd verſprochen. Darauffſich
alle dreyStändegenßlichenvelaſen/vnddeſſenverſichertſenſollen/
daß es von Vns/als einem Chriſtlichen Königvnnd-Herrn/ſoſeins
Zſage in achtniſſtſeiffvnd veſſoll seºrºntº:
- - - i --
es . Die Ander ApologiaderStändte -

Dieſen Revers hat Kleſelals der nicht im Backhaußwie etlichemeynen/ſott


dern in der Vralten Machiavelliſchen Schul1 erzogen worden, treulichen be
fördern helffen: auch den Ständen noch mehres zu begehren anlaitung geben/
mit vermeldung daß die Gefrºrene der Länder (vnter den Gemeinen
Artickeln/wiebald hernach folgen ſoll begriffen) ein rechtesmittelweren/dar
durch Land vnd Leutwüchſen vnd unemen / die hohe Obrigkeit aber bey ihrer
Reputation/ Dignitet vnd anſehen köndte erhalten werden. So were auch
Jhre Mayeſtätshne das geneigt der Kron Böheim vor allen andern Ländern
vielgnadevndgutes zuerzeigen/Auch was Ihre Mayeſtät mit dem Munde zu
ſagtwere vielkräfftiger als warüber andere Briefvnd Siegel geben oder ſon
derbare Diplomata vnd Inſtrumenta Publica auffrichten lieſſen. Dißhat ge
dachter Machiavelliſt den Ständten leichtlichen promittiren vnd verſprechen
können. Dann Er ſchon vorlengſt in ſeines Lehrmeiſters Schulen diß
&#au«ſtudiret: Wann ein groſſer Herºineinfrembdes Landkompt/
ſollEranfenglichenden Inwohnern deſſelbenorts viel zuſagen/aber
wann Erin das Regimentallbereykommen/auffmittel vndwegbes
dacht ſeyn / wie Er ſie widerumbvmbeins oder das anderbringen
möge. Dis hat der Her: Melchior/ſampt ſeinen Mitgehülffen den Ständten
redlichen gehalten. Dann als Ihre Mayeſt: den Ständen einen Landtage
Anno 1614. nach Budeweißaußſchreiben laſſen 1 haben die obgeſetzten Ge
meinen Artickel darauff(deren in der Anzahl Viere geweſen/vndoben fol.ro.
auffgezeichneter zu befinden)proponirt/erwogen/vnd geſchloſſen werden ſollen.
So ſind ſie aber in der Königlichen Propoſition mit ſtillſchweigen übergangen
worden. Dargegen hat man einen Türckenkrieg fingirt/vnd die Ständtevmb
hülſfewider den ErbFeinde angelangt: da doch menniglichen wolgewuſt/ daß -

der Türckdamalſtillgeſeſſen/ Auch die Vngern nicht mehrersals Frieden be


gehret haben. Da man abermals auff dieſem Landtage nichts richten kön
nen/iſt darauff Anno 161. ein General Landtagvffm Prager Schloßange
ſtellet worden: DarzuauchauffIhrer Mayeſt: erforderung die Incorporir,
ten Länder wie gebreuchlichen ihre ſtattliche Abgeſandten geſchicket vndabge,
ordnet. Vndobwolauffſolchem Landtage dem vorigen Budeweiſiſchenge,
mäß / ermelte Vier Artickel dem Buchſtaben nach der Königlichen Propoſ
tien einverleibet wºrden - ſo iſt es doch ein lauter Spiegelfechten vnd wie dieſe
Trºikation ſolte zerſchlagen werden in dem Geheimen Raht vorhin ein abge
droſchenes ding geweſen. Dann die Vngern/haben darumben niemands aus
ihrem mittezum Landtag depººrt gehabt, weil ſie darzuvon Ihrer Maye,
ſtotnichtbeſchrieben waren. Die anweſenden Oeſterreichiſchen Girº
- Rhſ
Deß KönigreichsBöheimbSubtleraque es,
aber ſind bey Hofe/vndſonſten/dahin ermahnet worden / daß ſie beyn Stän's
den vor ſich ſelbſtenrehtsſuchen ſelten. Dargegen hat ſich der Obriſte Burg
graf / neben andern Catholiſchen ſolangdahin bemühet/biß ſie endlichen eine
greſſeanzahl Perſonen/ihrer Religton(die ſie zum theilin Wirzheuſern/ zum
fheilbey Hofe / zuſammengeklaubet/vnnd zwar eben in der weil als mehrer
theils die Evangeliſchen Ständeinmeynung es werde deſſelben Tags Richts
beſonders gehandelt werden 1 auch allbekeyt ebenſpaht geweſen/voneinander
gängen) in die LandStubengebracht: da dann per Majora, drr Erſte Arti
ekel alsbaldauffgehobenvndzunichtgemacht worden. Ob auch woldie Incor
Forwten Länder ihre Abgeſandten mit gnugſamer vollmacht vfm Landtag
abgefertiget: ſo hat man doch ad Partem mit ihnen gehandelt /daß ſie das je
nige was ſieſimpliciter mit den Ständen wegen deßallgemeinen Defenſion
wercks haben ſchlieſſenvndabhandlen können / ad Keferendum ihren Herrn
Principalen genommen/vndalſo abermals die Ständeauß dieſem Artickel/
argliſtiger vndvnerbarerweiſe durch die ſchädlichen Rähte geführet worden.
Deſſen aber vngeachtet hat man gleichwol (dieeinfeleigen/ vnndvnwiſſenden
darmitzubetriegen) in den Landtag ſetzen dürffen, daß obbemelte Geſand
kenauß den Ländern/keine Vollmacht auffzuweiſen beyſich gehabt
hetten. Den dritten Artickel haben die Catholiſchen ſelbſten vnter einan
der verfaſſet/vndin den Landtag Ihres gefallens abermals per Majora ein
verleibet. Wegen vernewerung der Erbvereinigungen mit Chur, vnd Fürſten
im Reich / (welches der Vierte Artickelgeweſen) hat es zwar dem Landtagsbe
ſchlußnach anfenglichen einen feinenſchein gehabt, daß ſie darzuvff fernere
Ihrer Mayeſtätgnedigſteansrdmung durch die darzuverordnete Cemmiſſari
en würden alsbald vor die Hand genomen vndrenovire werden. Somuß man
aber ins gemein von mehrerstheils der Böhmiſchen Land Officirer Procedere
in dieſenfällen ſo viel wiſſen: Wanngleichvffn Landtägen von den geſampten
Ständen/etwas nukliches vnnderſprießliches dem Lande geſchloſſen wird./ ſo
zeucht darnach die Cantzley die Erpedition derſelbenſachen (woferneſie den
Officirn zu wider)ſolangauffbiß es widerumbin die langeTruhen geleget vnd
vergeſſen wird. Diß iſt die erſte gute Freundſchafft vnd beförderung ſo Kleſel
wº der Kron Böheimbauſf zweyen nacheinander gehaltenen Landtägen/be
wieſen/vnd darvor zur ſchuldigendanckbarkeit vndewigen gedächtnus/Zwan
ig Tauſent Thaler verehrt bekomen. Darzu dannjhme der Obriſte Burggraf
ſampt etlichen andern vornembſken Catholiſchen Officererntrewlichen geholf
fen vnd darvon ebenermaſſen gute Ausbeuthen neben andern erlanget. Deren/
wie auch ihrer vorfahren/tichten vndtrachten einigvndallein dahin geweſen/
vnd noch iſt die Kren Böheim/ihr Vaterlande auſfallerley weiß vndart zu
*- - - - - - - - - J fij --- - . drucken
... » - - - -" *

zo - Die Ander Apologtader Stände


drucken / vnnd niemals zu keinem wolgefaſten Regiment kommen zuſaffert.
Dannenhero auch / damit ſie die Ständte wider vnter jhr altes Jochbrina
gen/vnndjhres gefallens/auſſerhalb Landtags/Traºiren möchten: haben ſie.
aufferzehltem General Landtag die Fünfjährige groſſe Contribution über das,
Land eingeführet: diegemeine Eaſſa allein zu ſich gezogen / vnd mit derſelben
(wie ihre Außgaben bezeugen)jhresgefallensgehauſt. Da nun dieſes alles
miteinander glücklichen vnd wolabgangen/vnd das Land (wie man vermeint).
in ſeinen alten zuſtande vnd gehorſam gebracht worden: hat man aufs newe
die Religion vorgenommen/vnnd darauffvinbgangen/wie man die Stände /
wo nicht Totalter, doch AMajor exparte, vmbdas freye Kelgiens Exerci
tiumbringen köndte. Darvon bald in Refutatione Terti Argument ſoll
ſatſamer bericht einkommen / vnddieſem Schweizer ſein groſſer eingebrachter
Syllogiſmus zur gebürwiderlegt werden. Sind das nun trewe/auffrichtige
DRähte eines groſſen Potentaten? Iſt das gut Catholiſch ſeyn? Vnndgebüre.
ſolches denen die Chriſtum ſeinem Himliſchen Vatter täglichen auffopffern/
jhnen mit Seel Leibvnd Blut Sub-Un« genieſſen vnd gebrauchen ?Heiſt das -
Ihrer Mayeſtät Authorite erhalten ein beſſer Regiment anſtellen? Laſſen wir
nicht allen gutherzige fromme auffrichtige Catholiſche Herzen ſºndern auch,
alle erbare Heyden vrtheilen vnd erkennen. Hier ſoltebillich dieſe Fragean r
geſtelle weden: Weil dieſer Evangeliſtalier die Stände offenſtchen beſchul
dige / als wann ſie Ihre Mayeſtätdeß Regiments enſect auch zuvorhin r
im Exorde ſeiner Evangeliſchen verkehung/ der Vntertanen ſchuldige
pflichtvndgehorſamb gegen der Obrigkeit zwar gebührender weiß beſchreibet/
aber gleichwolauff die Stände ſolche beſchreibing Tacité dahin appliciretr
gleichſamb Sie Gottes Ordnung vnd Gebot übergangen ſich atjhrer hëch
ften Obrigkeit/König vnd Herºn vergriffen/vndauſ allen ſchuldigen gehorſa
men Reſpect vnd vnterthemigkeit ſollen gezogen haben: Was es doch wol mit
Obrigkeit vnd Vnterthanen auffdieſer Welt vor eine gelegenheit habe? Ob
die Obrigkeit keinen Legibavnterworfen, ſondern nur alles vor ſich Abſºlute
gegen den Vnterthanen vornehmen könne ? Dargegen aber die Vntertha
nen ohne Reſpecteyniger Freyheit allen Geboten vnd Verbotten der Obrig,
KeitestreffeSeel/Leib vnnd Leben. Habevnd Gätteran nachleben vmdver,
richten müſſen? Nachdem ſich aber dieſer Scribent/nech zurzeit darmit
nicht ſo weit herauſſer gelaſſen auch rebºs ita ſantibes ſchwerlichen thun
wird; bleibt es dißmal darbey billichen. Jedoch / da er oder ſeinesgleichen
über kurz oder lange wider die Stände etwas dergleichen würde publiciren
vndauſgehenlaſſen ſolleime nach erheiſchender notturft gebürende dar,
auſ Theºlºgic?vnnd Politicº geantworte Änd nie gnugſamengrunde er
wieſen werden, daßbeyde Stände ſelbſtenvön Gott geordnet vndmitgeteif.
- - ſet
Deß Königreichs.BöheimkSub-Ueräque z.
ſen Conditionibus vnd Salzungen eircºmſerbirt vndbeveſtiget ſein: Alſ
daß keiner von dem andern getrennet / ſondern in ihrer Relation gegen ein
ander vnverruckt verbleiben müſſen. Vnder deſſen concedirt man allhier
ganz gerne: 1. Daß alle Obrigkeit Gottes Ordnungſey. 2. Daß man derſel
ben/Gewiſſens vnd Straff halber zu gehorſamen ſchuldig. 3. Vor ſie betten
vnd bitten: vnd ſich darbey aller der Tugenden/ſo darzu gehörig vnd von dem
Authore allhier erzehlt werden / befleiſſigen ſoll. Aber was dient diß zur ſa
chen? Weſſen werden hiermit die Stände zugleich bezüchtiger vnnd überwies
ſen? Nichts überal. Danntmanaähier nicht vom Ampt der Obrigkeit vnd
Interthanen zureden vnd zu ſtreiten hat wie weit einer dem andern / ſeiner
Relation nachzugethanvnd verwandtſty/vnndwie fieſich Reſet vé gegen
einander zu verhakenſchuldig. Sondern das iſt die Frage: Ob die von den
Ständen aufgerichteDefenſionauß rechtmeſſigenvndvnvermeydlichen Vr
ſachen geſchehen ſey: Vnnd da dem alſo/ obdardurchdie Stände als Vn
terthanen von den Obrigkeitlichen (wie ſie fälſchlich bezüchtigt worden) ge
walt ſich frey machen / vnd das Regimentdardurch an ſich ganßvnndgarzie
hen oder nicht? Daraufhaben die Stände beyvnerſchiedlichen Oecºſ
entbus bißheroihre richtige antwort gegeben / vnd darbey kräfftiglichen dar
gethan vnd erwieſen, daß die Deſenſion nohtwendigerweißhat auffgerichtet
werden müſſen Auehnunmehr durch Gottes hülffe ſo weitgebracht, daß alle
vnparteyiſche Chriſtliche Potentaten/darvor gentlichen achtenvnndhalten/
daß es durchaußnicht vmbdas Regiment ſondern nur blos/vmb erhaltung/
dcßfreyen Regions Exereit zu thunſer Inmaſſen in der Herºn Fürſten
vnd Stände in Schleſien dißfalsanjhre Mayeſtätvnterthenigſt ergangenem
Schreiben ſºlche der Stände Intention ſtattlich außgeführet vnddargethan
wird. Wedarff dann dieſer Meiſter von hohen zinnen den Statum 28sſi
onisſoſchendlichen vmökehten/vnd den Ständen dasjenige antichtenſohn
niemalsin Sinn kommen?
Weiterſetzter in ſeinen beweisvnd ſpricht: De facto haben Sie ſich z,
indie Königliche Canzleyvnd Rahtſtuben eingedrungen: vnd wie die
Wort ferner lauten. Da Er dann die Erceß ſo darinnen begangen ſein ſol
lj mit vielen weitleufftigen vmbſenden / doch vnwarhafter weiß beſchreiben
thut. Die aber nachfolgendermaſſen den autherzigen Leſer zum beſten/hternit
rekfeirt ſind vnd darvon, wie dieſer Aºkſch angefangen vnd abgeloffen/
rhaffterbericht gethan wird. Als die Stände vordem Außwurff den 22
May Anno 14.12. in Collegio Caranºbeyſammen geweſen/ haben Sie ſich
folgendestages nemlich den 23. May mit guten vorgehenden Bedacht vRnd.
eigensingera - - " - - * sº issestens 7
- - -- - *- , - - - Pl!

>
yz e Die Ander Apologiader Stände - -

vmnd Impetu verfüget: bey den Stadthaltern Audienz geſichevnnderlanger:


vnd darauffin die Canzleygangen:vnnd durch eine darzu Deputirte Perſon
ihres mittels Premſspremittendis an die damals anweſenden Stadthal
ter/Adam von SternbergkSlawata Smetzianſky/vnnd Diepolt von Lobko
- wiz dieſe Frage thun laſſen: Ob Sie in dem Raht auch geweſen, da das ſchwe
revnd nachehelige Kayſerliche Schreiben Conſultert vnnderwogen worden?
Vnndob Sie ihre ſtimmen darzugegeben/ vnnd daſſelbe aºpreburen helffen?
Darauſf Siebillich Ja oder Nein antworten ſollen. Aber Sie ſind allege
genwertig geſtanden wie die Gebadten Meuß nicht gewuſt wo außnoch ein.
Biß endlichen der Obriſke Bnrggraf/gnugſamb erſchroeken/vnnd nicht wie
jhmeſonſten auffn Landtägen die Zunge leitfig gnug iſt anfangen zu reden/vnd
ſeiner alten Lewer nach allerley außflücht geſuchet. 1. Erſtlichen vorgeben/
Das Corpus der Stadthaltern were nicht beyſamen. 2. Die
ſo in den Präger Städten gegenwertig / wolte Er zuſammen
fordern laſſen. 3. Bethe vmbauffſchub/ bißvffn andern Tage:
vnndwas dergleichen lame entſchuldigung mehr waren. Darauf iſt der
Ständevffm Landtag 161o.publicirte Proteſtation (ſovnder den Allegaten
Num.33. zu befinden(offentlichenverleſen/vnnd darRach gegen einen jeden
Stadthalter oben angezogene Fragauffsnewekurklich widerholet aber keine
Antwort darauff erfolget / ſondern alles mit ſtillſchweigen vbergangen wor
Dé!!. Da haben die Stände als dann ſelbſten angefangen den Obriſten
Burggrafen / vnnd Diepolt von Lobkewitz / dergeſtalt zu entſchuldigen, daß
Sie zwar beyberahtſchlagung dieſes Schreibens geweſen - aber zur außfertl
gung deſſen nicht bewilliget: Darauffzum überfluß noch einma/Slawata
vnnd Smetzianſky angeredet.vnnd von ihnen begeret/ Sie ſolten ſich Cavega
ricé erkleren/Obſie zu dieſem Schreiben gerahten oder nicht. Da haben Sie
abermals ſtilgeſchwiegen. Vndiſtauff der Ständevielfaltigesanhalten vnd
widerholung der angeftelten Frage/ nicht einwörtlein zu ihrer entſchuldigung
außjhnen zubringen geweſen. Als nun die Stände geſehen / daß ferneres
ſollicituren vnnd ſºrgtren vmbriehtigeantwott bey denen beiden vmbſonft vnd
vorgebensſen haben Sie den Obriſten Burggrafen vnnd Diepolt von Lob.
kowitz/mit höchſter beſcheidenheit angeſprochen dnndgebetten außder Cantzley
zuweichen/vnd ſich ineinander gemachzubegeben. Darzu. Sie endlichen
- nach dem deß Burggrafen Außflucht nichts mehr helfen wollen / bewilliget
vnnd ſie darauff in das grüne Zimmer durch anſchliche ihresgleichen Herrn
Stands Perſeuen/geführt / vnnd inmittels/ Slawatavnnd Smetzianſky
(ſambt dem Philipp mit welchen man ſich zu verhin in kein Diſputat wie
dieſer Lügner vorgibt / eingelaſſen) zum Fenſter hinäuß geworfen *# M3

. *
Deß Königreichs Böheimb Sub-Utraque. 73
Daß man aber dieſe zwo außgcworffene Herzen Standes Perſonen / beywe
render Tractation mit groſſem Geſchrey überfallen, allerley (andere) ſpitzige
Fragen an ſie thunvnnd ihre Antwort (deren nie keine gehört worden) dar.
gegen verlachen vnd da ſie ſich aufs Recht beruffen / vnd zuvorhin zu beich
enbegehret (welches beydes doch wann es gleich begert worden / ſchon zu
ſpat geweſen were) nicht hören wollen iſt ein erdichtes Comment dieſes vnnd
ſeinesgleichen Geſellen ſo quid pro quo hineindeauffklauben/ vnnd darnach
vorwarheit bey einfcltigen Leuten außgeben. Wie dann auch zweiffelsfrey
die Pächſen, da außmanzuinen als von Got Miraculose beym eben er
haltenen Perſonen geſchoſſen mit getödtem Pulver haben müſſen geladen
ſeynnweil kein Schuß an ihnen hafften ſondern Smcßtansky davon auffdem
rechten Arm nur zweyblawe Mählerauffgeloffen: da doch ſonſten wann Prä
geroder Tabor Pulver gegen ihnen were gebraucht worden / Sie ſich ge
ſchwinde überwerffen vnd die zincken in die höhekehren ſollen. Die Bar
bariſche Tyrannen ſo an Slawatains Obriſten Canzlers Haus / vnd Sme
anſky (von den Minnbißauff die letzteſtunde ſeiner entrinnung vnd fle,
hung halber auſſin Lande nicht engentlichen gewuſtwohin Erſch verkrochen
oderbeywem Erſich auffgehalten)Graf von Thurn weiter üben wollen iſt eine
erdichte Ertzügen. Sntenal gedachter Graf (welchen dieſer vnverſchembre
Calumniant zuvnterſchiedlichen nalen einen Haupt-Redelsführer nennet)
niemals zum Sawata kommen were wann Erhne zu ſich nicht erbetten/vnd
alsbald mit demſelbentractirethefte / die Stände zu bitten, damit Er/ auffei
nen gewiſſen Rºvers/ vnter Sie widerumb möchte auffvnnd angenommen
werden. So Slawata ſeinem Gewiſſen nach ſelbſt wird bekennenvndauß,
ſagen müſſen. Die Guardy ſodamals vor der Obriſten Canzlerin Be
hauſung eine zeitlang aufgewartet iſt eben der meymung wie oben bewm Obri,
ſten Burggrafen beſtellet worden. Vnd bleibt daher auffgleichmcſſiger Ver,
jwörung. So wird auch das HeyligeEvangelium/ Bcfcht Chri
ſtivnd ſeiner Apoſtelſampt der Natur vndaller Billigkeit (wie sie
ſerhöniſche Vogel unodium der Evangeliſchen Stände ſoartlichenzubeſchreie
benweiß) nicht ſein dardurch ſo hoch verletzet worden, daß die Obriſte Cantzle
rinein zeitlang zu Prag verpauſirenvndjhrem Herrn vnd Gemahl ihrer ehe,
lichenpflicht nach nicht bewwohnen können. Dann da Cantzler das Evangeli.
um in ſeinem verenden Ainpt mehr befördern als vnterdrucken helffen, würde
esgewiß zu dieſem jetzigem rnheyl vnd verderbedeß Landes nimmermehr kom,
menſein Von Conſſerung deß Smczianſky Gütern iſt in der Apologia Ex
preſs richten Buchſtaben zu befinden. So werden auch ſolchebißvffnheut,
gen Tage von ſeinen Amptleuten adminiſtriet beſtellef.. Dºjº
". -» RPks
- -

74 Die AnderApologia der Stände


Anbts Carlſtein hat ſich Snßianſky ſelbſten entſeßet der geſtalt. Dann
qls Ee heimlicher weiß auf dem Haide enºrunnen vnnd wider ſeine gethane
pflicht das Hauß Carſten (welchesjmcPrin pauer ex Pato, ſo er mit den
ander Burggrafen auß den Ritter Stande / weiland Adan Hrzan von
Haraſaw ſeligen wider Caldes gebrauch wegen der Einkommen aufſgerich
".

tet zu verwalten gebüre)verlaſſen haben Ihrer Majeſtät Stadthalter den


Kehnleuten daſelbſten ſolch stn verwahrung zin.hnenanbefohlen: Welches
ſie auch ein zeitlang innen gehabtvnndmitwach vnndandern auffs beſte als
pºglichen verſehen. Nachdem man ihnen aber den gebreuchlichen vnderhalt
auf Roß vnd Mann nicht reichen wollen haben ſie es an dieStände gelangen
laſen/vnddarneben proteſkºrtdaß ſie das Schloß der geſtalt enger nicht ver
wahren könten. Darauff haben die Stände nicht anderſt zuthun gewuſt /ſon,
dern in erw:gung deſſen daßvſfin Schloß Carſten(ſo den Ständen. Imme
datº vnndaleinzugehörig)die Cron vmud Landes Privulgta ligen / ſolches
Gafen von Thurn unterim zuverwahren widerumb eingeraumet. So ſie
zu thun wolbefugt geweſen. Dann wen hette doch dieverwahrung deſ höch,
ſten Schaßes der Cron B heimb / inizigen gefehrlichenzeiten beſſer vnnd
ſicherer anvertrawt werden können/als eben demjenigen, der ſein aufrichtig
keit groſſe Kieb vnd Trew gegen dem Vatterland bißherobeſtendiglich erwieſen
vnd demezuvorhin das Burggraf Ambt auff gedachtem Schloß Carlſtein/
wider recht vnnd billigkeit entzogen worden ? Dß iſt die Beſchreibung der
verlauffs / wie man invnndauſſerhalb der Enßey / mit den außgeworffen
zweyen Perſonen Slawata vnnd Sincßanſky/vmögangen. Was aber die
vrſachen deß Außwerffens / deren zwar alhier(weil ſie in diß Evangeliſchen
Reformatoris Kram nicht dienen)kenemeldung geſchicht / anlanget / ſind
dieſelben albereit obenfolis 4. Tºſue 4 J. nach derlenge erzehet worden: auch
ſonſten in der an die Schleſiec/auffjrer Mayeſtärbey ihnen ein gewandte Be
ſchwerung wider die Stände außgangenen Deduction Schrifft zu befinden.
Iſt alſoalhier in dieſem Punct nichts mehr vberig dann auffdieſe zws
Objeäkiones zu antworten. 1. W rumb man ſie nicht mit ordentlichen
Recht(darauffſie ſichin der Sanßey berufen haben ſollen)beſprochen. 2. Ob
nichtſey ein andermittel vorhanden geweſen / dardurch man ihren practicken
hetteſtewrenvnndwehren können. Darauffiſk diß die richtige antwort.
Der Rechtliche Proceß ſo vor ſich ſelbſten billich/vnd dadurch vornemblichen
die heilſame juſtitia befördert wird, hat durchauß gegen dieſen zweyen Perſo
nennicht ſollen noch können vorgenommen werden. Dann erſtlich iſt nans
gegen ihnen als offntlichen erklerten Turbatºribºpublic-Paciº, zu thun
nicht ſchuldig geweſen. Sondern man hat vermögdeß Mayeſtätbrieffsvnd da
rinnen begriffenen Landesordkung D. 4é. alſo wider ſie procediren müſſen.
Sintennal
Deß Königreichs.Böheimb Sub Uraque. 79
Sintemalkeinander Mittelin Böhemiſchen Rechten ausgeſetet noch ver
tanden/dardurch man die offen iichen vnd vberwieſenenSören Friede auß
rotten vndausm Lande ſchaffen kan.- Zitdem hat man kein Competens Fo
rum gehabt ſie anzuklagen. Dann da man ſie hette ſolkn vors Rechtcitiren/
müſtees entweder vor deſ König:seigene Perſon oder vºr das LandRechtge
ſchehen ſeyn. Vor deß Königs Perſon / hat es füglichen nicht ſeyn kön,
nen. Dann ſie albereit Ihre Mayeſtär ganz vnd gar eingenominenvnd auff
ihre Seiten gebracht/dargegen aber den Ständen bey Deroſelben allen Schutz
vnd Beförderung in Religionsſachen abgeſchnitten. Daß nun dem war,
hafftig vnnd gewß alſöſey kann dieſen einzigenvnauflößlichen Argument
confirmiret vnd beſkettiget werden: Nemichen daß Ihre Mayeſtät von den
tageanals ſie ins Regiment getreten bißauff dieſe heutige Stunde / keinen
einzigen Gravament in Religionsſachen abgeholffen: Ja(das noch mehr iſt)
diedrey Evangeliſche Stände Jhre altzeit gehorſame/rewe auffrichtige vn
derthanen auf dem abgewichenen General Landtag (darauff die Stände zu
gleich alle von Dato an der aufgerichten Defenſion eingebrachte Religions
Pavamina zuſammengefaſtſüpplicandoernewert/ vnnd Ihrer Majeſtät.
durch gewiſſejhresinittels darzu Deputrte Perſonen in tieffſter demut aller,
vnterhengſt vorbracht(keiner einigen Reſolution gewürdiger ſondern dieſes
bebißauffdie letzte Stunde ihres jüngſten Auffbruchs aus Böheimb auffge,
ſchoben. Da dann Ihre Mayeſtät allererſt Heinrich Matthes Grafen von
Thurn nach Prandeiß beſcheiden/vnndjhm beygnedigſt ertheirer Audienz
gar kürchen verabſcheidet defirhalts wie ebenfalo zozuleſen)Ihre Ma
yeſtät befindender Stände Sub-Utraquebeſchwervndbitten/derbitz
ſigkeit nicht gemeßzuſeyn/ Heten auch albereit / auffjhren Herr
ſchafften dem Erzbiſchoff alle Collaturenvbergeben/derowegen Ihre
May: mit dergleichen anklagen ferner nicht behelliget ſeyn wolten.
He wolle der gutherz evnpartheyſche Leſer / ſonderlichen derjenige, ſo der
Böemiſchen ſachen nicht kundig deſſen vergewiſſert ſeyn / daß in dieſer
Kron Böheimb / daß liebe Wort Gottes allzeit anſtöſſe haben / vnnd
ſich niemals recht hervor thun können biß Gott ſelbſten vnderſchied
lichen mal per longa temporis Intervalle darein gegriffen / den Reiz
gtons Feinden gleichſam ein gebiß ins maul geleget / ſie in ihren Prac,
ticken confundºrt, vnnd dahin offtermils wunderbarerweisgebracht / daß ſie
die reine Kehr deſ Evangeliſoſie ganz vnndgar zuvorhin vnterdrucken wols
len/widerizren wºllen befördern vndpropagire» müſſen. Welches billichen
nach der Schrifft bey dieſer gelegenheitalhter / nicht zuverſchweigenfondern
d(mAllmechtigenda:vor Lob/Ehr/danck ºr zuſagen iſt. Diß wolle
- der .
-
68 Die Ander Apologia der Ständte
der A4ther dieſer Evangeliſchen Deformirungauß den Böhniſchen Anna
bi“ (da es ihn gelüſtet) außleſchen. Außdem gedechtnus frommer Herzen
vnd trewer Patrioten wird ersja nimmermehr(ſolang noch ein vralterBöhe,
miſcher Blutstropffen verhanden ſein wird) außreiſſen können. Vnnd
gleichwol dürfen die Jeſuitiſchen Patres, injhrer vermeinten Apolegia (die
durch Gotteshülffauch bald ſollwiderlegtvnnd ihnen nach Hauß zugeſchickt
werden) ſolche Aéku, ſonichtein Menſchliches thun / ſondern ein werck Got,
tes ſind vor Rebelliſche Attentaten anziehen vnd dardurch die Leute perſua
dieren wollen gleichſamb wann der Stände Vorfahren durch Rebellion ihr
Religtonis Exercitium fortgeſetzt vnd erhalten. Da doch Gott die Religions
Feindeharzugebrachtvnd mannichmalin die enge dermaſſen getrieben, daß
ſie/wider ihren willen vndvorſatz / Gottes Ehrhaben promovirenvnderhal
ten helfen müſſen. Bey dem LandRecht mit ihnen ein Action anzuſtellen, iſt
abermalsvergeblich vndvmbſonſtgeweſen. Dann das judictum, durch ſie
vnndjhresgleichen partheyiſche «dices , hette müſſen erſcßet werden: daſie
doch zugleich Parteivnd fudces nicht ſeyn können. Were auch von jhren Mit
Conſorten kein anders Brcheil gefellt worden / als dasjenige ſo ſie in den be
wuſten Kayſerlichen Schreiben ſelbſten angedeutet. Geſetzt auch man hette
ſiepropter Competentiam For, zu Recht anklagen können, warumben haben
ſie dergleichen Proceß/auch ſelbſten nicht vorgenommen? Warumb haben
ſie eher die Stände verurtheilet als anklagen helfen / vnnd in ihrem Vrtheil
gleichſambmitfingernauffetliche Defenſºres gewieſen: Dahero ſich der O
briſte Burggraf/mit dieſen Formalibu-offtermals verlauten laſſen Wir
Wir haben den Kayſer auffvnſererſeyten. Item: Ihre Mayes
ſtäthaben die Ständerechtmeſſiger weiß verurtheilet vnd Wir (ver,
ſtehe die Officirer wollen das Vrtheil beſtetigen. Daß man kein ander
Remedium, dardurch ihren Practicken wider die Religien zuſtcwernvnnd zu
wehren gehabt iſt allein daraus vmbſtendlich abzunehmen vnnd zu ermeſſen/
daß dieſe Jahr über ſo Ihr Mayeſtätreairet/vnnd ſie wider die Stände auffs
newezupracticirenangefangen keine gütliche vermahnung/hartebedrawung/
Königliche Revers Confirmatione der MayeſtätbriefvndPrivilegien Land
agsBeſchlüſſe auffgerichte Verträge / ja die auffm Landtag wider ſie einge
Äde Proteſtationſlºſen an ihnennivefangennoch haffen wollen. Son.
ºernjemehr man ſich gegen jnen verwaretjemehr ſie ſich ºpport den Stän
den alle gute Occaſionesinirenſachenfortzukomen/verhindert die Audienz bey
Ä : das groſſe Wort zu Hofe/vnd im Frawetzinſer allein ge
jüber die andern Böhmiſchen Officireriren gefallen nach deFaſº Ä
- - - - ºf :
--

Deß Königreichs.BöeimbSub-Ucraque. 77
chek: Wannjhnen in einer ſachen / deß ganzen Collegii in der Canzley
Guterachten nicht belichet haben ſie nach gehaltenen Raht / daſſelbe neben
Michna geendert: vnd vorgeben. Ihre Mayeſtä(verſtehe Kleſel)hettens nicht
alſo haben wollen/ſondern die ſachenfey in Geheimen Raht geben, daſelbſtan
derſt befundenvnnd beſchloſſen worden. Darbey es dann auch geneiniglich
verbleiben müſſen. Vnnd damit ſiejhre Musvolmachten haben ſie ſich vor
hrer Mayeſtät abreiſen vnderſtanden bey Hofe durchs Frawenzimmer / die
jüngſt angeordnete Stadthalterey daſelbſten zubeſtellen: darein jhres gefal
lens Perſonen ſo jhnen angenembgeweſen zuſetzen: Vnnd dargegen außden
alten Stadthaltern diejenigen, die ihnen zuvortſetzung ihrer gifftigen Raht
ſchläge vermutlich nicht würden gedienet / noch alles neben jhnen approburt
haben auszulaſſen. Weildann die Stände vermercket / daßanjhnen alles
vorgehendevnbſonſtvnndverlohrenſen auch daman ihrer Inſolenz Practi
cken vnndabſonderlich angemaſtem Regiment nicht beyzeitch würde ſtewern
vnndwehren/ daß dardurch ein rechte Tyranney von gleichen Stands Perſo
nenvber die andern in dieſes Kande eingeführer werden möchte: als haben ſic/
dieſer ihrer Feinde Extremit Altionbus realutervnndfinalter zu begegnen
ein Extremem Remedium hervor ſuchen/vnndſich ihres jochs vnndpracti,
cirensinº NegotioReligions, vnd demeanhengigen Politiſchenſachen/genz
lich entſchüten müſſen. Darzu ihnen nicht Bartolusnoch Baldu, viel weni
ger die ſpitzfindige Rednerkunſt/ſondern jre Heroiſche Adeliche Impetusanlaß
gebenvndgeholffen ſo ſie auch vor Gottvnd der Erbarn Welt(wann das Ex
tremum Deléum gegen dem Extremo Remedio gehalten wird) wol verant
worten können. Man wolte dann garſinfréjudicando, einen eheil der Vn
terthanen in Himmel erheben / vnd den andern in die Helle herunder ſtoſſen.
So einer Chriſtlichen vndgerechten Obrigkeit nicht gebüren wil.
Ob der Obriſte Burggraf De Faéo abgeſetzt ſey/ mag Ersſclbſten be 3.
antworten. So hat auch ſeine Gemahlin niemals vmbihren abzug auß
Praginſtendig angehalten. Dann Sie als eine Gottsförchtige eingezogene
Friedliebende Matron/wolgewuſt / daß Sie zu Pragtuitjhren kleinen Kin
dern viel ſicherer als auffjhres Herrn Gütternſey. Eben dieſe gelegenheit
hat es mit deß Obriſten Landhofmeiſters Perſon/welchem am beſten bewuſt
ſein wird, wer mit jmetračirt, vnd ihn durch vngebürliche ſchreiben bedrohet/
durch allerlyverheiſſungen vnnd ſperanzdahin perſiadirn wollen daß Er
von ſeinem Herrn dem Kayſer vnd Königin Böheimbab,vnd zu den Stän,
den fallen ſollen deſgleichen da Erbey ſeinem Herrn beſtändig verharren/vnd
nicht weichen wollen allerley vngelegenheit vndgefahr darüber auſſtehen müſ
ſºnſich auch noch teglich mehr beſorgen muß. Darvon haben dieStändekeine
wiſſenſchafft/haltens auch vor entssº- Calumnianten,
/ ll.

/
7s Die Andor Apologia der Stände
Was die Stände vom Paul Michna in ihrer erſten Apologia drucken
laſſen, iſt war:kan auch über ihn De are & faio erwieſen werden. Erſt,
lichen iſt ja allen Land Officirern/Ihrer Mayaſtät Rähten/vnd andern bey der
Canzleyverambten Perſonen vnd ſonſtvffm Land menniglichen bewuſt daß
Er ſich in alle ſachen die ihn als einen Seeretarium, mannichmal nicht an.
gangen eingedrungen / vnd überaldas Pre haben wollen. 1 Er hat ſich De
falte deß Durečkori in der Canzley angemaſſet. 2. Die Vota der Böhemi
ſchen Officirer dem Kleſelio verrahten. 3. Was im Böheimiſchen Raht ein,
hellig geſchloſſen worden/ vnd Kleſel uvor darzu nicht verwilliaet ( darüber
vielOfficirer offtermals geklaget) widerufnbendern helffen. 4. Manche Par,
theyen ſo noch beyleben / in ſeinem Hauß verabſchiedet / ſeines gefallens.
- Den Officirern in ihren Häuſern Information geben / was ſie bisweilen in
ſachen votirenſollen. 6. Dem Preſidenten vnd Appellation Rähten mit be
drohung zu verſtehen geben / Sie ſolten nach den überſchickten Decreten vr,
theilen. Sonſten würde man ihnen in der Cantzleyeingut Capitelleſen. 7. Die
Erſtedeutung vndGloß über den Mayeſtätbrief/ Daß die Vnterthanen
auff den Geiſtlichen Güttern/weder Kirchen noch Schulen bawen
dürffen machen helffen 8 Vom Grafen von Thurnvndarde nanſehlichen
StandesPerſonen nach Hofe geſchrieben, was ihm gefallen: kaid einen gelo,
bee/den andern verachtet. 9. Beyvielen Defenſorbus auf dem Ritter vnnd
Burgerſtand ſich da tº bearbeitet vnd durch allerley Perſºaſſones vnd bedro
hungen bey etlichen erhalten vnd dahin gebracht, daß ſie entweder ihren Ab
ſchiedausm Collegio geneminen oder nicht mehr in Raht kömmen, 1o. Aus
dem Engen Rahtvnnd Cantzey Kieſeli G relquorum Catholicßmoruzz
hat er wider ſeinepflicht(ſo nur blos auf die Böhemiſche Eanßey gerichtet)die
an die Prägerabgangene Königliche Schreiben (darinnen ihnen anbefohlen
worden von denen über das Collegium vnd Conſſorium verordneten Defen
ſoribus abzulaſſen/vnd einigvndallein Ähre Mayeſtät vor ihren Obriſten De,
fenſoren zu erkennen) außfertigen helfen: vndjhnen widerumbheimlichen an,
gedeutet, was ſie zur antwort geben ſollen. 11 Vner der Burgerſchafft zu
Prag/allerleytrennungen wegen der voraeſ zenDefenſoren anzurichten ſich
vnterſtanden mit vorwendung. Ihr Mayeſätwere allein jhreyniger
Defenſor/Wolten auch keinen andern neben ſich duldennoch wiſſen.
12. So offt eine Zuſammenkunft im Collegio geweſen, hat Erzuvorhin in die
Würzheuſer vnd Ceſamenter der Freyen Städte vnd dritten StandsPerſo,
nen geſchickt / vndfleiſſig nachfragen laſſen / welche Stadt zum Convent je
mands außjhrem mittelabgefertiget/vnnd wer die Perſonen ſeyn. 13 Durch
ihn iſt der Hofrichterinn die Königliche Städte verſchickt worden binden
Rähts
Deß Königreichs Böheimb Sub-Uträque . »2
Rahts vernewerungen einen gewiſſen Revers von jeder Stadt zu erzwin
en Daß ſie Ihre Mayeſtät/ vnndſonſten niemands/ vor jren
Defenſoren hielten. 14. Er iſt der Inventor der Königlichen Inſtru .
con ſo man Ihrer Mayeſtät Richtern in Päger Stätten eingehend gt
darinnen ſie zu Oberaufſehern über die Evangeliſchen Kirchſpiel / gleich
wieder Bock zum Gärtner verordnet. 1ſ. Er hat das Concept deß ſchweren
vpblichen Königlichen Schreibens (deſſen inhalt fol. 34. zu befinden) geſtel--
l:vndeher es noch an Tag kommen alsbald de Effeäu eits nach Hofe ge
ſchieben 16. Inmittels vor vielen ehrlichen Leuten ſich hineindein Prä
gr Säden verſauen laſſen: Die Defenfores anß den höhern Stäns
den / würde der Königliche Procurator, die außdem Burger
Sande/ die Königlichen Richter/bey einem jeden Rechten/ das
hin ſie gehörig/ anklagen. 17. So bald auch der Rewe König wür
de anfangen zu regieren müſte ein gewieſe anzahl Kriegs-Volck zu Roß vnd
Fußſtets ſonderlich in Präger Stätten gehalten werden/ neinlich ein Regi
mºn Keht vnd 1ooo. Pferd. 13 Er wolle es darzubringen, ehe ein halb
Ä genge / daß die Burger in den Präger Stätten alle müſten
atholiſch werden dardurch Er ſich ein ewiges Gedächtnus bey ſeinen Re
ligionsverwandten/ (daers effeetuiret) zuweg zu bringen gedächte / dergle
chen vorhin keinerthun können. 19. Als jhme auch von einem vornehmen
Mann vnnd Adels-Perſon in einem Privat Gosquio vorgehalten das De
fnionwerck beyder Religion ließ ſich nicht ſo leicht wider den Landtagsbe -

ſchuß auffheben hat Ee geantwortet Esſey wol an dem/Aber das Haus


Oeſterreich habe nunmehr Ä geſchloſſen / das in dieſen Landen
kin andere Religion/als die Catholiſcheſolte geduldet werden.20So
wolle auch Klaſelius nicht eher widerumb ins Land kommen noch
ſeinen Kopffſanft legen / es ſey dann die Defenſion im Collegie
aufgehoben. Vmdwas dergleichen ſeiner ehrlichen thaten vnd beginnen wie
der die Stände m:hr ſind. Wlches alles miteinander / durchlebendige Zeu
8eſ / aus Herrn, Ritter-vnnd Burgerſtandes Perſonen / zu jederzeit kan
dargethan vnnderwieſen werden. Noch dannoch ſoll man ihn nicht mit ei
nem ſchelen Auge anſehen noch mit denen farben/wie Er an ſich ſelbſten/be,
ſchreiben. Sondern ſich zuvorhindeß Rechtens gegen ihme wie auch andern
ausgeworfenen Perſonen/gebrauchen ſollen: Dajhinedochvynd ſeinen Con
ſorten (alsſie in Flore waren)nichts mehrers zuwider geweſen / als wann
man ſich auf das ordentliche Recht beruffen hat. Vnd was darffes in Attro
efºn-, Fºblicis, G. Notoris Belitis, gegen einer eintlichen Perſon/ſo ſich -
(inkt
ZO Die Andere Apologiader Stände
einem ganzen Königreich vndſoanſchligen Ständen widerſetzen darff ei.
nerrechtlichen Außführung? Sucfficit, frerum teſtimonia adſünt. In,
maſſen dann da dieſer Michna ſo ſeiner ankunft ein Bauers Sohn von QBu,
din were damals von Ständen wieFaber in der Canzley ergriffen worden
ſoltejhme eben das, was ſeinen Spießgeſellen begegnet widerfahen ſein. Da
Er ſich dann ſeiner vnſchuld wie Chriſtus vnnd die Heiligen Apoſtel (die al,
hiervon dieſem Theologiſtenzur vngebürangezogen werden nicht würde haben
tröſten können. Von welchen der Herr ſagt im Evangelio: Seligſeyd jhr
wenn euch die Menſchen vmbmeinetwillenſchmehcn vnd verfolgen/
vndreden allerleyvbels widercueh/ſo ſie daran liegen. Seid frölich
vndgetroſt/Es wird euch im Himmclwolbelohnet werden. Sondern
ErvnndFaber hetten mit dem Schächer am Creutz müſſen bekennen: Wir
ſind billichingleicher verdamnuß. Dann wir empfahen was vnſere.
thatenwerth ſind: - º -

Was die Jeſuiter vor ein hochſchädliche vnnd allen Königreichen vnnd
Landen hoch verderbliche Secktſey iſt Weltkündig. Daheroſch die Stände
jhrenthalber mit dieſem ihren Diſcipelynnd Wortſprecher in keine Diſputa
tion einzulaſſengedencken. Wer von ihren Paſtparthenſoſiehtn vnd wider tn
denen Landen / darauß ſie vertrieben bekommen 1 etwas gründliches wiſſen
wil/mag etliche vnder den Franzöſiſchen Niederländiſchen vnd Venedſchcn/
ſoin offenem Druck ſeyn/auffſchlagen. Wird darauß befinden, daß ſie das ein
zige Inſtrument ſeyndardurch der BäpſtKche Stulerhalten / vnnd darüber
viel Land vnd Leute/Obrigkeit vnd Vnderthanen wo nicht ganz vnnd gar ein
büſſen müſſen doch in groſſer zerrüttungen zwiſpalt/haß vnd neid mit andern/
vndvnder einander ſelbſtengerahtenvnndgedyen ſind." Der vrſachena
ber/warumben fieauß dieſem Königreich abgeſchafft worden ſind vielvndvn
derſchiedlich. Erſtlichen ins gemein daß ſie Perturba: ores Pacis P-blice
Religionemcº Poitiam Concernenti ſein: wie ſolches der Stände / wider
ſie außgefertigte Patenta, mit mehrenbezeugen auch in gedachter Länder ih
I«. nenertheilten Paßparthen begriffen. Darhachinffecte in dieſem König
reich vornemlichen dieſe: Ihre Auffrühriſchegethane Predigten deren Axio
maiſt gegen den Evangeliſchen Chriſten/Hereticis non eſt ſervanda Fider,
Weil der Babſt zu Rom den Mayeſtätbrieff nicht bekreffeiget. Ergo ſo iſt den,
ſelben die Weltliche Obrigkeit ihnen zuhaltenmucht ſchuldig. Ihre Traga
dien vnnd Comadien, ſo ſie in Odium der Evangeliſchen Stände jährlichen
zu halten gepflogenvnd dabeyallezeit zu verſtehen geben Fides Evangelica gſ
.. ex/irpanda. Jhres vor jahren leichtfertiges blutdürſtiges beginnen zu
Commutaw/bey Regierung Georg Popels: Darüber auffruhrºrreget / rn
ſchuldig
Deß Königºn WºhnkºvhBraque. B
ſchuldig Blut vergo die San -- --von dannen getrie
ben worden. Ihre täg nſtiftungwfudanfriſchunghey Hof/vnndfon
ſºnderlichen Obrigkeit gegen den Evangeliſchen wie insgemein/ alſo inſon
Ä a da S## Ä
Sie allesvbels vrſacherſeynd
-
Ä
fromme Chriſten Ä
bedrengen helffen:

ÄClvhält. A (3CMR3éſ. A: Ähr


derlichen # Ä a # Ä wider D.
tlich außgangene meſchriftenſen

Helvicum Garthium: darinnen Erzum Fewer vnd Schwerd/alle Evangelt


ſche Ä vndſiefür Infame vnd Ehrenloſe Leutaußſchreyenthut. Ir 6,

Ä#legtrte Vatverſitekäufbringen dörffen: Da doch wo Vºi,


wider die vhralte Pragerſhe/auſffrenewauffgerichte Je
Älºgi“
verſikten an einem orth nichtſynköhnen. Alles zum Deſpectvind vnder,
gang der Evangeliſchen Religion. Die Information / ſo Pater Lanoia 7.
Ihrer Mayeſät Kayſer Rudolpho: der Rathſchlag zſo Kºſhº Zbinkoy]AY 119.
Berken, damals Erz Biſchoffengegeben: das Gutbedincken / ſonewlich die ZN2o.
«proſºrpt Ä ºgie zu Prag, inder ſich verlaſſen alles zu dem «N, 21.
ndauffgerichtet vndgerähten damit in der Ä#
Agon vorgeſetd Ä ndergedruckt werden möge. Das Z»
Aufrühriſche Ehrenvergeſſene Schreibenſo Pater Gregorius Rumer, Rektor
za Paſſaw / an Pater Refor Guilhelmum Lomarnºani zu Grätz gethan:
da Erinjetzigenwerenden Turbis, vnnd ihre Ejeäion auß dieſem König
reichſchreibenvyd ſcßen darff: Intelligdfc-bi militem prº Ceſare contra
Beems. Smilie gatur, es brev benefero. Item: Sadeemperie
nem ventumfuerirrimeone maneama feris,Acutex Venetia. Start
eertémononadmittent,nivicoaºki Item : Deuº der noris Principi
beu benem animum. Nunquamerat majºr occºffe erpiend Boemie
mnia Privilegia, queßnt in detrimentum Kelgönis,Litteras May/kats
ºrseºperanditeºple. Item: Hietameº magnº nimeº“ erit ua
Satuelitunturſe beremilirem continu, Tinameum Venetiſpºz,6
iÄg. # / Ä - - -- -Ä -

iſoſke ägenug Vnddasnunmehr den Fajarden Bedena


ſagen ſie in ihrer außgangenen wider die Ständen Apologia außdrücklichen 3
er Mayeſtätbriefdaruñenvnkräfftigſey. „Weiler vom B
zuRomnibeſeitige ÄVom Kaſjudolphoerzwungen
itvon allen/denamesgebüre/vnderſchrieben worden. Dars „3
wenigwertenjuantworten dieſe Errhengſchicht den Ständer eine
wcfiglichen gewaltvndvnrecht/daßſeitwas von der Röm: K“ Ä
. . .. . . . . . . .. . . . . .. . . „uyß Mapfrem
eſ, Könige
Ä /ſk
auch ſchon mit mehrerm oben angedeutet wievnderrhenigſtIhre Kayſ: May:
die Ständevmbden Mayeſtätbrieff angelanget vnd gebeten vnd weſſen Ih
reMayeſtät ſich auch hierinnen bald damals Anno 28 gegen den Ständen
-allergnedigſterbotten: vnd durch den Ä dergleichen
(wiehernach deßkünffigen JahrsmitdenMayeſtätbriefgeſchehen) Conſtr.
nation mitgethelet: vand was veranſchliche Intereſſieres, viel Chur
Ärtende ReichsbehIhrer Kayf Mal vor die Stände eingewendet.
Daherodann auch Ihre Känſ May:in den Maveſtäbrieff dieſe wort ſetzen:
Eshetten IhreMayeſtätinanſehungbeſagter anſehlichenInterceſ
ºten, der StändeSub-YÄg embſgesvnnºvnaufhörliches
fchenvndbitten/vndjhrerielfeliggetrewen/nuzlichen Ihrer Ma
yeſtätgeleiſtendienſte aus Königlicher Macht in Baheimb / mit
Nahtder Obriſten Land Offieirer/Land Rechtſservnidderoſelben
Nähte/den ReligionsPunctbevgehaltenem gemeinen Landtag mit
leudreyen Ständen dieſes Koigreichster
ſenvndbeſettiget. Ws nun Irekäºf Man wäÄ

ſeloſ
er mach
Ä in in ihrer Aſegaſe
ken)eines ergern zu befahrenſyn?wickandas vor ein Gewalthetigkeit ange
zogen werden, was durch groſſe Intercefone, vnnd yclintendigesbitten / ält
wegen gebrachtvnd darvor auch Ä !'tragte einegewi 1

anſchenliche Geldes verwilligung zur Recompensſ zidiger dänc bärkete


Ä Ihre Ä ven den Ständen alé Droſtet gerewin vnder
aneningraden zu groſſem dänckangenenmen? Soll das jepige was von
der Königlichen Mayeſätaufm Landtag beſchloſſen vnnd als vor ein ſender
bares?“ oder Rechteingeführet durch ſolcher betrieger ſubtilevndfalſcheAuß
Zºº legunaunichtgemachtvnndcaſirwerden? Sollwegen einer zweyer/Oder
Ä dener Perſonen ſo ſchºn etwas nicht bekennen noch vnderſchreibeñºolen,
li- deß Königes mit den Ständen ällgemeiner chluß nicht in ſeinen? Ä
- Tº
AMenze bleiben ſondern darumben zu kuckgeſ werden? Hat Ä
May angeregten Manitärbrieffsind den einmal wegen der Religion im Ä.
su Seer“
Kayſ

*** migreich Böheimb auffgerichten Frieden den Ständen mehr dann auffine
weißvndformanſchenlich.confirmiret auch Ihre Känigliche Wärden Kö
nº, Fernºu, ſeinen Reversdaraffrefereevnndgeozei Welches dann
IhreWayeſtät/vnnd Kängttchigairdemann bemer fMayeſtätbrieff
vondenvºgem Königin Böheimntarechtmeſſigerweiſe were ausgebrachs
worden nºmehr würdengethan haben. So wird auch nicht vermuhteer
daßÄhrt Mayeffnoch Königliche Würde(ſo byderſeits bei enÄ
- -

Deß Königreichs Bsheim Sub-Ceräque». 83.


denjenigen bekennen würde ſomit dr warheit nicht vbereinſtimmet / oder
darzuj wie hier zur Cenfirmation, von jemanden ſolten genötiget worden
ſon. So gilt auch dieſe Einſtein durchaußnicht. Der Römiſche Bis
ſchoffſchreibt ihme macht rund gewaltvbe die Potentaten dieſer
Welt/vnrechtmeſſgerweißzu ErgoSo dürfe ſie in jhren Land
denvnd Königreichen ohneſeinzulaß/vberihre Vnderthanen nicht
erſchen. Der Rºmiſche Biſchoffthut die Bemiſche Ständ/oder
andere ſodochºndrſeinemjanichſein in Bann: Krgo, ſindſie
ſeine Fºndſ Hatſ ſoDrahaue nicht. Es iſt noch vorhanden
dePabſ Glmetſchweile welches er an Kayſer Rudolphum Anno 198e
gethan/vnd darinnen mitfarcken Verweißgegen IhrerMayeſtät/die Geiſtli»,, ... -
jwider Gott rechtvnndbilligkeit vornanſpruch deſ Rechensberren "PNº
wollen. Aber er hat damit nichts erhalten. Sondern der Königiſt mit den
Ständenheydengewinnlichen Retaidcß Landes verblieben: snaſ
Ä dens Leute ſie danauſuus vºn
wergewandtDer Könighähakeine Rechtnoch Rache der Geiſtl
chen Güter ohne vorwiſſendeß Pabſts zu verkaufen. Weil aber die
Kandesordnung dieſes Königreichs hiervon das gegentheil ausweiſer: als ha
bende Obriſten Kºngoſſerowietºol Wºſamheden Dörfch Ä
lerbemelde Ordensleutevnndten Pardcºvyn abgewieſenſvnndſtärck das
cºurarien widerzenqouſkºdºº Dºſe wenratgeiegene Rednſfir
ſo der Pabſtmeſetter Gterſeyin Böheimb bekommen / ſind ein kräfftiger bei
weiß daß Ervber die Stände dieſes Königreichs viel weniger vber ihren Hers'
rm den Königfelsſten (anderer Länder Könige vnd Potentaten/ſoſchſchon.
längſt von ſeiner vermeinten erſionvnöBodmeſſgkeitloßgewirckethier,
mitzugeſchweigen)weder in Geiſtlichenhoch Weltlichefſachen keine macht.“
noch gewalt hat: auch ſein Bann als ein rechtes Fºlmem Serammenºm, der
Böhmen durchauß nicht ſchadertan Eswitaberaherjenemjedwedernber
ſkendigen zuerwegen vonnöterſeyá waswovnter ſolchen geſuchten außffich.
tan verborgen ſein müſſe? Nichts anderſt denndiß. Daßnemchen in der S.
ganzen weiten Welt nichts kam nochmagalſo bekräftiger./mt-Siegel vnnd
Brieffen Juramentenviselaerergeſst beſeitiger ſein welches man durch
dergleichen hinderliſtige betriegliche end vorteihafte Außlegungen nicht köns,
tewiederumb unvereiren, durchſtreichen vºnnd zu nicht machen. Was würde
aber dardurchvor gutes Geblüt zwiſchen Obrigkeit vnd Vfiderhanen erwecket*
vnd zuwegengebracht? wann die Bnderthanen Ihrer Kayſer Königenvnd
Herrn Worten, Brieffpnd SiegelHandvnterſchriften vnd Juramentenf .
wicht eher glaubſn geben vnd trawen ºfieweren dann zuvorhin vom
- - f - a-º -"
S4. - Die AndereApologiade-Gründe”
Pabſtconfirmrevndbeſtertige º Noebgleichweiſelmandis heilloſe Geſind.
chvndaufrühriſche Reevnderſich duldenvndleiden ſolte gleich Land vnd
Heute darüber zugrundvndboden gehen auch wo mancher mit einem weiſs
ſenSäbel BerſenGºldgebesºndharvonziehen müſſen. rtr Fºtº:
Lande darumben ÄsinBöheimbam erſten eingeführtgeſ #
Eswillaber deſ Großſprecher die abſchaffung der Jeſuiten auſn
zach/Kayſer Ferdinand
halten erkennen: Ä
vnd
Ä
fien Ä welchen die LandtäſcÄöſin, von al -

Ä ungÄ Maytrodabeyſir auch


Sºnthtºwfi
bledºn.n Ana
beſſert wordent ayers
ſeither Awºhrt, - -

wort. „Man iſt garaerneudaß d Geſchmeiß von Kliſer Ferdinande


- am erſten in die Kron Böhrmbeingeführt IrCollegium darauffAnno 1.67"
fundirrnispielen Eintonmenvndºrvigºbºsnadet vndvon volgenden
Ä auffizige Ä vnd beſettiget wor fyn H.
ALW. d
den Ständen ſeiſcher Ä
dolphus) vor dem&andlägersds, jhnenbiß auffºbcö8 andgüter zur
kauffen Ä bepfgefºndweSie anfangs nur vmb127eoſ Güter
anſchbrach von den Ständenvfin andtag Anne 1é19.ferners zugelaſſen
wordeyymbdeüberg173oo.ſſ vollende Landgüterzuerkauffºn, Aberda
rauß( Ä vid Gütternder Landtafel haben) tan
nicht erzwungen werde, daß ſeardurchvºIhnehner deſ Landesange
- nommen/vnd aler Rechten Privilegienvnd Freyheitenfähigvnndtheilhaffe
A- kig ſein. Dann erſtlichen ſo ſind ſie niemals aufeinigem Landtagſeder Anno
15 von den Ständen vor Inwohner erkleret worden. Daß Sie aber Kö
nig Ferdinandus vor ſich ſelbſten ins Königreich eingeführet iſt dieſer Actus
den Ständenvnverſenglich. Dann kein König jemals die machtgehabt das
Jugeºtatie Nasraltete AuſländernesſwGeiſtlichen oder Welt“
lichen Perſonen(Sieſeyen dann zuvorhin vom Lande angenommen (u eº
erren. Wer nun das von Ständen nicht hat der iſt auch nicht Cºpax B-“
z- ngfeiern & Peſeſſeniº. Weiter wird die Fºundation vnnd Verſchreibung
beyder andtafellºß raus angezogenen vrſachenvorſche Ä
loߺndºngg gsºººººº jemg, tratºrenjÄ
Jßerº"Pºs*. Wer nicht sie so faeben-etwas im andebeſerkan
nachmals keine Prºßrºte“ oder Verjährung beyder andafejendrej
vnd verwenden. Deſſen ſind viel Erempel an denen gebornen Inwohner
verhanden: da mancher wann man ihn in richtiger Poſſe eines fnd nicht
... befindet ſeiner einverleibung in der Landtaſel nicht sº effen kan/viel weniger
* MA/sda Zdmvernas auch die andaſ Ände Fºlie
3 : Ptttd
-- - - -- s»A .“ --T- *

Deß Königreichs.BöeinbSubürraque, … - sº
vnd Eugenthumblichkeit dcß Vatterlandes / wider des Landes Privilegium
ulitzutheilen. Zum Erempel: Einer der im Lande nicht angenommen/kaufft,
ein Gut/ vnud läſtfichs in die Landtafeleinverleiben. Deſſen vageachtet
wird er wegen ſeiner vnfehigkeit des Guts gegen dem König vnnd Landever
luſtigt oder muß ſich ſodann noch eine groſſe gnade iſt ) mit dem König dar»,
umbenvertragen vndabfinden. Eben dieſe gelegenheit hat es auch mitob“,
bemelter Conceſſion oder bewilligung der Jeſuiten, ſo ſie Anno 1610. auffºn,
Landtag von dem Könige vnd Ständten erlangt vndbekommen. Dann dic
ſºr Conſens ihnen nichts mehr zucygnet noch im Lande zuwegen bringt dann
daßer 1 als ein Landtagsbewilligung/ in Landtag geſetzt / vnnd zum gedechte,
mus/ vnd mehrer Ordnung halber mit in die Landtafel Relations wels eine
vertibet worden. Doch über dißalles miteinander wann man ja der ſae,
chenſo genau nachgehen/ vndallesauff dieGoldwaa legen will: 1. So ſind
die Jeſuiter De Faäe ins Land eingeſchoben, 2. TV- Fate aus der Cantzler
privilegirt. 3. De Faſejhre Einkommen in der Böhmiſchen Cammer
angeordnetvndpermehrt. 4 Pe Fals ihre Fundaienvnd Privilegia, von
König zu Königeconfirmirt. . De Faé-Kayſer Rudolph zuerkauffung
etlicher Landgütter/vmbeine gewiſſe Summa Geldes beredet. 6, De Faés,
die Stände Anno 161o.vnwiſſend/zuremprung der 3oooo. ſF. ankauffs
übriger KandGüter/hinders liecht vndebreptitiégeführet Sie aber dargegen
de†ure Divino & Humans ausm Lande verjaget vnd abgeſchaffet worden.
Da dann abermals zu ihrem behelff nichtkanangezogen werden / deß Grafen
von Thurn vnddeſſen von Felsertheilte kundtſchafft daß man Anno 1611 in
ihrem Collegio keine Armatur befunden. Dannſich ja jhre verweiſung ausm)
Lande / auſfdrſesertheilte Teſtimonium,oder wie es allhiergetaufft wird auſſ
gerichte Inſtrumentum, nicht erſtreckenthuk. Zudem wann Sie auch gleicb.
etwas von allerhand Kriegswaffen bey ſich damals gehabthetten/iſt ſich niehe.
zuverwundern, daß man gleichwolhey werender nachſuchung nichts bey ih,
nendergleichen gefunden. Dann ſie ſolchedurch ihre iſt vor den Soldaten
die ſie viſittrtvndgleichwoljhre Schlupflöcher nicht gewuſt leichtlich in gehei,
me örter verberaen können. Deſſen zu mehrerbeſtertigung haben die jüngſt
verordneten Commiſſarien ſonach ihrem Ausgebott zu verwahrung ihrer hin
derſteigen ſachen im Collegio; angeordnet geweſen einen Schlüſſel gefun
den daran ein Zettel von Pergament gehangen und darauffgeſchrieben sº
weſt Dißtſ der Schlüſſel von der Capellim Garten / darinnen die
Waffen zu befinden/ dadschin ihrem Garten über der Erden kein Capes
noch Thürzuwelcher diſer Schlüſſel gehörig/nicht geſehen wird. Daraußdañ
abzunemen/daß dieſe Cape etwa an einen Fº“ vnter der ErdenÄ.
/

/
-

*. -
- -
B6. Die AnderApologia der Stände - - -
muß. Dargegen hat man über der Erden in deß Magnific Reloris Orate
ro, zwene Hebammen Stütvnd etliche Küßlein darauffdiekrenſtenden Jeſui
tiſchen Damen/nacherlangter Abſolution zu ſitzenpflegen gefundé.Sofein mit
ihrem Vot- Caſitaeisübereinkömpt. Dann ſollen ſie als ſolche heilige Patres,
ſtetterſbung/zuchtvndkeuſchheit verbleiben ſo iſt auch billich, daß ſie auch ſol
che Inſtrumenrabeyſich haben/dardurch ſie auffm Notfalledemjrigen im Co
lºgie zur Geburtnahenden Jungfräwlein/beyſtand leiſten können / vnd nicht
allererſten»mbein Hebamme aufdie Gaſſen ſchicken müſſen:
Daß die Stände Fabium AMaximum Ponzon in gefängliche hafft ne
unen/vnd darinnen eine zeitlang behalten kaſſen deſſen ſeynd ſiegar wol befugt
geweſen haben ſichauchdehalben mit dieſem Schweizer zuvorhin nichtbeſpre
chen noch berahtſchlagen dürfen. Dann ja menniglichen bewuſt, daß er auch
einer ausdeß Michna Rottgeſellen derentichten vnd trachtentynig vndale,
medahingangen/damit in dieſem Königreich die Evangeliſche Religion vnter,
druckt vnnddargegen die Catholiſche möge quequemºde entporgehebewer,
sen. Daher iſts kommen: 1. Daß er die Coſtergräber anſtatt deß Ert.
oſchoffs mit abfall der Religion am meiſten tribulirt auch ihnen mit
dem Henckergedrohet. 2. Erhae Theobald Hacken das erſte mal im gefeng,
nus eramnirt vndbenſolchem Examine, Expreſſèvff Chur, vnd Fürſten des
Reichsſragen anſtellen dürffen / obſie mit den Ständen wider Kayſer Ru
dolphumin verbündnus geweſen'vnd miteinander conſpirrthetten? Wel,
ches doch in den Böhmiſchen Rechten hochverbotthäuchlechtlich dtStän,
de bey gedachten Potentaten in einen ſolchen argwohn bringen können als
wann diß Examen mit ihrem willenwere angeſtet worden. Dürch ihn
ſind beyHofdte Practicken wider die Roſenbergiſchen Stammgüter am mei,
Kengetrieben worden. Dahero Er ſich auch vielmals öffentlich verlauten laſ
ſen/daß dieſe Gütter ſchon Ihrer Mayeſtätanheim gefallen: da jhme doch die
Parte 7wdicamdin Böheimniemals auffgetragen worden. 4. Er hat rnter
andern in Schleſien geſchrieben: Vomnewen wüſeereiteroken Per
ſonnichts anders zuvermelden, denn daßdte Defenſores allgemach
ſam ſich voneinander trennten: Es werenjhrer ven Dreiſſig nicht
mehr als noch Neune übrig die würden auch bald von einander täf
ſon/vndalſo die auffgerichteDefenſioninCollego einendenemen
- Vnd das noch mehr iſt ſo hat Ernicht gewuſt wie er die Stände anngſatz
ſchimpflich halten und von ihnenverächtlichen redenfellen Einsmals hat E
geſagt. Kayſer Rudolph habe etlich Million StraffGelder bekom
men/Der jetzige Kayſer werde noch zu wegen bringen/vndſolt
umanchmbadgeſagwerden VEN HuCKOMB 2Ä
RWTI
Deß Königreichs Boehms Subtlersee sy
-

Bndwas dergleichen wider die Stände ſeines Ehrenvergeſſenen hochmüti,


gen redens beginnen vnd vornemen/mehr geweſen. Welches doch alles mit
einander ehrliche Patrioten vornemeanſchliche Standes Perſonen/Adeliche
Herzen vnd Gemühterin wenigſten nicht empfinden noch mit worten viel we»
niger der that ſelbſten gegen einen ſolchen Außendiſchen leichtfertigen ſeiner
Geburt nach vnechtigen Mann 1 nicht anden noch eyffernfallen. Sondern
man hat noch mit hine vnd ſeinesgleichen (wie dieſer Scribene aähier/beyrus
Beſchluß ſeines andern Hauptgrundsvorgiebet) rechtliche Proceß anſtellen
vnd darüber jewtentipnirr werden ſollen. Sonſten wolten dieſe Rottgeſels
tnſelbſten warmachen, daß der Stände wider ſie eingewandte ent
ſchuldigung purlatterefalſcheauflagenerdhtungen/oppinionen.
vngegründtevermuhtungenvndlautere paſſionesſeyn. Aber man iſt.
Gottlob dieſem jhren erbieten zuvorkommen/ vndverhoffentlich genugſam6
bißhers erwieſen, daß die Attentate dieſer verbrecher viel gröſſer ſeynd/als das
jenige was man hißher gegen ihnen in einem oder den andern Fall / vorge-,
nommen. Sawert auch kein Recht zufinden geweſen, vor welchen man Sie
hettſicher können vorneyh. Dann das Ohrozur Audienz zu Hofewarallbe
bereytverſtepffet vnd verſperret/vndſtunde alles in ihren Händen. So hetten
fe auch das Recht herumber gedrehetwieſe ſelbſten gewoltet. In ſumma/an
dieſen Leuten iſt alle chr/rechtvndredligkeit/verloren geweſen. Daß aber all
hier gleichwovoſ gewandt wird Ponzoniſey vieler anſchlicher Reichs Fürſten
Rabt vnd Agent am Kayſerlichen Hofe geweſen ſolches ſtellet man an ſein
ort wie billich. Wird auch dardurch der Ständeſachen weder beſſer noch erger
gemacht. Dann jhnte ſeine gnedigſte vndstedige Herſchafft nicht anbefoh
len Fines Vocations zu übertretten ſondern in Terminiejuſdem vielmehr zu
verbleiben. So hat man auch theils ſeiner ſchrifften überſehen/ vnd nichts der
maſſen denckwürdigesbefunde daraus zu ſchlieſſen geweſen, daß er vmbChur
vnd Fürſtenheimlichkeiten viel ſolte gefruſt haben. Sondernman hat ihn ge
braucht als einen Zeitungſchreiber/vnd Atskundtſchafter aller ſachenſobey
Hofvorgeloffen: Kurßzuſchlieſſen; Wann er ſo ein anſchlicher Agent/vn
ſchuldigerMañvnd Ä von reinem Gewiſſenwere warumb iſt er nicht
wie andere auffrichtige Catholiſche Herzen zu Prag in ſeiner behauſung ver
blichen ſondern ächtig worden, daß manjhn beyn Capuzinern im Kloſter
ſuchen vnd äußeinemvngewöhnlicheu ort hervorziehen müſſen da die Fleder
mäuß im Sommerzuhecken pflegen? ::... Y
Ebenen ſolcher Geſellift auch Jacob Tepen geweſener Hauptmann der
Herſchafft Menck welcher den armen Bºterthanen vfm Lande wie auch
den Bürgern in der SadMinect(ode Deiten Standes ſind) viel *#
** DieAge«Arcegads Städte- ,
növerdriesinde Religionangestoff die Patien sº bag“ prie
ter Sub-Una eingeſetzet: den gebrauch der Heiligen Ä vnd Copulation
beyden Ketzern verboten: dieſodarwider gehandelt / geſtrafft
r die Leute zur
Proteſten ins Kloſtervndandern Päſtiſchen Gökendienſt mehr genötiget:
und ſonſten Tyranniſch mit ihnenvmgangen Ä
sene ſich dieſeroffentlich vernemenlaſſen. Wann der newe König ins
Kegiment kommen wird, müſſen dievnCatholiſchen Böhemballe
übertfetten/Damals dañvil Petriſtenſeyn werden. Als man medarge
genvermeldet. Warfürhette daſ der KönigdenStänden ein Jurament
gethan? Darauſ hat er geantwortet: Wcil Erſeinen Erb-Ländernden
Eydſchwurzuhalten nicht ſchuldig geweſen/(verſtehe nach der Jeſuite
Gloſſen) viel weniger iſt or bey den Böheimb ſolchen nachzukommen
ſchuldig. Zugeſchweigen was er in dergleichenfällen als ErHauptman
vff der Acbtiſſin Gründen bey S. Görgen/vffm Präger Schloßgeweſen/vor.
genommen damit diswerck nicht ſolangvnnd gar zuweitſchweifig werden
möchte . . . Iſt nun abermals dis alles Chriſtlich-Jeſuitiſch Cahoº
ſchauſfrecht vnndbidermänniſch gehandelt wöllemänniglich vºmpaſſionirt
vrtheiten? . . . . . .. . . . . . . . .
z Zum dritten (ſagt Er) Iſt zu einem Fundament ebenfalls bey dieſer
ihrer Apologiawozumerckenſdaß dieſelbevoümit vngrundevnwarheit vnd
Exaggeration den gemeinen Mann zu bewegen/vnd vernünftigezuberhören
Wennglehaber zu ihrer falſchenmeynungzuperflairen: Welches mit wente
folgendem Erempeln beweßlich. Dieſ ſeine Dritte Grundveſt der vn
Evangeliſchen Erklärungvnterſtehe erſt mit vielen Erempeln vnd Kate:
"ºbwºzu erweiſen: Darunder aber allerley Tautologie, oder widerholung vor,
Merdinge vnnötige Exaggeratiowes vergebene Jeſuitiſche Amplfe«tone,
mitvnterlauffen- So aber mehr in die Schulen gehörig/ dann daß Sie
ºPoliſchenſchenfüglichen ſelten zugebrauchenſern Bºendlichen
erauffnzverkkompt daher ein revndſpricht: Die Hauptklagbe
ſehetauffdiſemeynigen: Daß man ſie (verſtehe die Stände) nemli
ken/vmb Ihre Mayeſtätbriefvnd die dardurch erlangte Religions
Freyhey bringen wollevndwas Siedarwider/in vielweg/ſonderlich
mit Pemrehrung der Neuen Kirchengebäuzu Braunau vnd Kloſter
grab / darvonhiermitten in ſpecie weitermeldung beſchieht höchlis
chenbeſchwert worden. Dieſe Hauptklagevmbzuſtoſſen vnd dargegen zu
beweiſen, daß die Stände durchaus niemals befugt geweſen noch ſind derglei
ºhm Attentata, (wievor Augen)vorde Hand uº;
- - -

*
-
---

Deß KönigreichsBöheimb Sub Utraque. 89


ſtarckvndhefftig vndargêmenrt ferners alſo: Demeſeyaber/wiejhme
wolle./ſo können die Sub-Urraque jhre obangezogene Hauptklage
wider niemandsandernführen/als entwederwider ihren allergnedig
ſten Kayſer/Königvnd-Hernſelbſten/oder wider andere ihre Mit
ſtände vnnd Particular Perſonen in dem Königreich Böheimb.
Eheer aber dißſein Dilemmaeeºfirmrº vnnd beſtcetigethelfer ſich in den
Preparatoriis zimlichen lang auffdarmit die Freyheit der Religion anzudeu
tenvnd die dargegen erlittenetrangſal/enzftigung vnd beſchwerung deß Ge,
wiſſens(als ein erdichtesdinge von den Ständen)auffzuheben vnd ſich vnd ſei,
neRottgeſellen beymenniglichen allerhand agwohn zu entſchütten. Anfengli,
chen führter ein zum BeweißConfuſionem Religionum: gleichſamb wann die
Böheimballerley Religionen oder Glauben zugethanweren. Welches Er
dochim herzenvictanderſtweiß. Daheroſeuffet Er auch darüber(ſo das
wörtlein (EIDER mit ſich bringt: Daß leider ein jeder in Böheimb -
glauben mag.was erſelber will. Als wolteErſagen. Ob woldie Römiſch
Catholiſchen ohnevnterlasbißherodahingetrachtet/ die Evangeliſche in der
Exon Böheimbauß zutilgen/ſo habenſie ſich doch leideralzeit darwidergeſetzet/
auchjhre Religion Sub-Utraq"e, durch Gotteshilff / mit dem Schwerd(wie
deſſen Ehren Gedechtmusan der Theiner Kirchen voraugen)ftetigs vertediget/
gedenckensauch noch mitbeyſtand deß Allerhöchſtenzuchun/ſoltegleich der
Pabſt zu Rom darüber zuberſten/vndaußzorn/alle ſeine Clerſey vñGeiſtligkeit
aus dem Landeabfordern.Ein ſolche Autonomia Religioni, iſt in Böheimb
niemals geweſen/noch begeretworden. Sonſten müſtemannicht allein Gott
ſondernauch das Geſtirn/vnnd die WildenThier(wievorzeiten in der Heiden
ſchafft)anbeten. Die Erbawung der Neuen Kirchen in den Präger. Sowolan z.
dern Königlichen Städtenvffm Landemehr iſt ein ſchlechter beweiß einer ab
ſonderlichen Religionsfreyheit. Dann was Ihre Mayeſtät/krafft des Ma.
yeſtätbrieffsvnd Libertet deß Dritten Standesohne das zuzulaſſen ſchuldig/
wiekanman das vor eine ſondere Gnade achten vnnd halten?Darben ſich
aber dieſer Evangeliſttrefflichen vber den Pickarden luſtig erzeiger: da doch
dieſelben in Böheimb durchaus nicht zubefinden ſondern mit den Adomiten
vorlengſtaußdem Lande ſind abgeſchafft worden. Daß in allerley Emb
lernesſey nun beim Rechten Landtafel/Canzleyen/ Böhmiſchen Caminer
Appelation auff den Rahtheuſſern/Königlichen Herrſchafften/vnndſonſten
beyandern Expedirienbumehr darvon dieſer Weſcher ein groſſes Dicent
macht/Perſonen der Religion Sub-Utraqueſo wolals Sub-Una, von Ihrer
Mayeſtätgebraucht werden/dardurch wird# Religions Freyheit *# Ilk
-

W
20 DeanderApologia der Stärke
nicht beſtettiget. Dann dißgeſchichtzumtheilpropter Formam, die Gemeine
aus den Evangeliſchen Ständen darmit etlicher naſſen zu contentüren:
zumtheilvnnd vielmehr außmangelderleute vnder den Catholiſchen / dar
durch dieſe Stellen könten erſetzet werden. Sonſken da der Catholiſchen
einegnugſameanzahl vorhanden würde gewiß kein Evangeliſcher Er ºßar
frte dann / oder werevffs wenigſke ein Heuchlerzu einigen Anbt befördert
werden. Vnndwas ſind die Evangeliſchen Ständedeffen gebeſſert, daß et
liche außihrem mittelin Embtern vnndbeym Rechten fitzen? Haben doch die
Catholiſchen in allen Expeditionbus die höchſten Offe« occupirt vnndein
genommen; dardurch das Land regiert / vnnd die Ständemzwang gehalten
werden. Der Catholiſche Burggraftribulirt die Ständevffn Landtage als
ein TDirektor deſſelben ſeines gefallensbald mit Repliciren bald mit Auſfſchub
deß Landtags: alſo was man in wenig tagen verrichten könte / darzu werden
viel Monatgebrauchet. Gelückshmenun / daß er die Stände entweder auſ
vorhineinmalrichtigvnnd wolbeſchloſſenenſachen(wie An 161 gechchen)
widerumbbringen / vnnddargegen / neben ſeinen Gehülffen in beſchwerliche
Landſtewrenvnd vergeblichevnkoſten führen kan/wird er darumbennoch höch
lichen begnadet Welches dann dem jetzigen Obriſten Burggrafen ennd Land
Schreibern eingefundener handel geweſe. Was auch der Burggraf auffm
Landtagofftermals allerdings ( wegen groſſeranzahl der anweſenden Stän
de/ſo ihn mit ihrenvotis vberſtimmer) nicht verrichten noch verwirren kön
nen / darzu läſt ſiehnochmals der Catholiſche Canzler auſſerhalb Landtags
gebrauchen. Der ſchreibt darnach/vnndbefielt immer Kandein/ſeinem gefallen
nach Gott gebe es ſeye der Landesordnung/Privilegien / Freyheiten / vnnd
Landtagsbeſchlüſſen gemäß oder nicht. Wie an dem jßigen vnglückſeligen
Mann vnd verwüſter ſeines Vatterlandes zu ſehen. In der Böheimiſchen
Cammer iſt meiſten theils der Preſident Catholiſch/wegen der Königlichen
Stette die Erde Fa-ſeines gefallenstrahrt, wie es die zeitvnd der Jeſuiten
vnnd Pfaffenanſchlägein Religionsſachen mit ſich bringen. Eben dieſe ge
legenheit hat es auch mit dem Schloß Haubtman / Haubtleuten / Königs
Richtern in Präger Städten / ſowolden Ambeleuten auff den Königlichen
Herrſchafften/ſoaſemiteinander(auſſer Johann Kedetzky zum Chlume 1 ſo
zwar nachgehaltener Reformation vnnd außmuſterung der HaubtKeuhte/eine
zeitlang daſelbſt verblieben / aber doch endlich wegen Smetziansky vngeſtüme
men vnndſteten anhalten die Religion zu verendern / ſelbſten ſeinen Abſchied
genommen)Catholiſch ſind vnnd zu dem ende dahingeſetzt worden damit Sie s
in den Städten die arme Burgerſchafftvnnd in den Dörffernauffden Herr,
ſchafften die einfeligen BawersLeuthe durch allerley fündlein/Canzley-vund
Eaymer Befehl in der Religion kürbirnbdringen/vnd(wo sººº Is
-
Deß Königreichs BöheimbSub-Ultraque. 91
denMayeſtätbrieffin die vorige dienſtbarkeit der Compactaten führen möch
ten, Inſumma/dte Catholiſchen haben bißheroin allen Embtern die Ober
handgehabt auch keinen auß den Evangeliſchen zu ſolchenOfficiis kommen
laſſen dardurch die Religions Freyheit befördert vnderhalten werden können.
Es were dann diß vor eine ſonderbare Religions Freyheit zu achten vnRd zu
hakendaß Ihre Mayeſtät dieſes Scribenten vorgeben nach keinen einigen
Land Mann(daruner Hern/ vnd vom Adelſovffm Land wohnen/verſtan,
denwerden)der Religion halber geenfitget/gedrungen/vndperturbiret
hat. Daß dißbißheroverblieben hat es den Feinden der Religion nit an gutem
willen/ſondern an der Oeeſenvnd gelegenheitgemangelt. Iſtdaran gnug daß
manden anfang hineinde in den Stätten / vnnd vnder den Bawerseuten
auf den Dörffern gemacht ja endlichen durch abſchaffung der Stände Zu
ſämmenkünfft im Collegio Caroline, den Mäyeſtätbrieffauffheben/ vnndzu
nichtmachen wollen. Welchesda es geſchehen / würdennachmals die Kand,
Mannen eben in die Anguſias, wie die armen bedrangten Chriſten in
Steyermarck Cärnten/vnnd Craingedyen vnnd das Freye Religions Exer
ettium verlohren haben: So aber dieſer Scribent/mit vnverſchembter ſtirn/
von der Obrigkeit Perſon ablehnen / vnndauſfdie Stände herumber bringen
vndtransferiren will: Gleichſamb wann Sie jhre Mayeſtät Kayſer
vnd Königlich Gewiſſen nichtverſchonet/viel wenigerder Böheimt
ſchen Confeſſion ihrenfreyen lauffgelaſſen/ſondern theils den Reli
gionszwangauffihre Gütter einführen wollen. Darunder auch wei
länd Herr von Smirziß ſeliger / im Grab vor ihm nicht mit ruhe bleiben
kan ſondern wird(wiewomit höchſtervnwarheit beſchuldiget /daserauffal
len ſeinen Gütterenvnd Collaturen, die Prediger Sub-Veraabſchaffen vnd
Pickarden einſetzen laſſen: Da doch kein einziger Prieſter Sub-Una (welche
vnd keine andere denen Sub-Uraqae ºpponirt werden können)ſondern alle
miteinander Sub-Veraque, der orten zu befinden. Wie darff dann die
ſer &ügner vorgeben, daß die Prieſter Sub-Uraque abgeſchafft/vnddargegen
Pickardiſche eingeſetzt worden, weil dergleichen im Conſiſtorio der Stände
mcheverhanden noch ſonſten in rerum nºtara vorzuſtellen? 2. Weiter gibt
ervoresſcyediehöchſtevnwarhe:tvndvngrunde/daß man die Stän
devor Keßer geſcheiendenen keintrawnochglauben zuhalten/were
jhnenheimblich nach Leib/Gut vnnd Blutgeſtanden. 3:Esſeyn
ertichte Furien, Opinionen vndvngrunddieanzüge der Particular
Perſonen welcheſe(dieStände)in dieſerApologiaehrloſe ehrenver
geſſene Lºuveräte/zerſtörer deſ friedens 7 ſo allerley Practicken
- e. - - - M ij, - -- ºhldey
* -
93 Die Andre Ayooga der Stände
widerdas Vatterland/vndgetrewe Patrioten gehabt/nennen. 4. Es
ſey einpur lautergeticht/vndin ewigkeit nicht zu erweiſen/daß etliche
denen Sub-Veraque das leben neben der ehr abgeſprochen/darbey die
Obrigkeit dieſer Welt zu denen Sub-Veraque, mit Schwerdvnnd
Fewer außrottung angeſtiftet vndangetrieben. 5. Esſeyecinpur laus
terevnwarheit/daß Ihre May.die Defenſores abgeſchafft. 6. Es
bleibe ein verdechtigervngrunde der Gerechtigkeit aufſzug/wann je,
mands Sub-Veraqueinterſsire, daß man auß dem Schwarzen
Weißvndaußdem Weiſſen Schwarz gemachthette,7. Esſey eine
groſſe Falſchheit vndvngrund/daß diß ein Religionsaufſſtandeſey/
ſondern eine pur lauter Rebellion/ſoauß Irer May: Patentenvnnd
Schreiben E, F, G. zu ſehen. s. Sie(die Stände)heiten nichtjhre
(deraußgeworffenen) Richtervnnd Executores ſein / ſondern be
ſetzung eines ordendtlichen Rechtens erwarten ſollen. Vffdieſe angezo
dene Einwürffeſolte man ſich ſowol als vffden erſten in dieſen prºpºrate
„ris begriffenen / vnndalbereit widerlegten Einwürff Categorice erkleren.
Weil aber die meiſten albereit vorhergehende in dieſer Apologia zur gebür/mtt
ſattem grunde abgelehnet auch die vbrigen volgende an einem gelegneren
Orth/vnden beantwortet werden können: als wird es dahingeſtelt vnndin
mittelſt(das obgeſetzte Dilemma zurefuerten widerholet, welches alſo lautet:
Die Sub-Veraque können ihre Haubtklagewider niemands anderſ
führen/als entweder weder ihren allergnedigſten Kayſer/Königvnd
Hernſelbſten/oderwiderandere ihre MittſtändevndParticularPers
ſonen in dem Königreich BöheimbDaß die Hauptklagewider IM: nit
kömegeführetwerden vnderſteher Erſch mit einem Slogfºne der geſtalt zu
beweiſen: Welcher von denjenigen/widerdemeer etwas zuklagen oder
praetendiren hat/einſolcheErklerung bekommet/daßEr mit einigem
Rechtoder Fugenmehrers nicht begerenkanderſelbe hat nichtv ſach
wider denjenigen/deſſenthalben etwasweiters/bevorabvngütlichs/
de Faétafürzunemen. Nun haben von der Röm:Kayſ auch zu Hunz
gernvnd Böheimbe. König May: dero Vnderthanen Sb-U
traque injhrem Königreich Böheim/auffobverſtandenejhre-Haubte
klag/vndwasderſelbenanhengig/ein ſolche erklerung albereit vor die
ſem/vndanjzowider vomnewen/ſchrifftvnd mündlich empfangen/
daß ſie mit einigen Rechtoder Fug/einmehrers nicht begeren köns s
# Derowegen ſie einige befugte vrſach nicht gehabt / Ä
Deß Königreichs.Böheims Sub-Utraque, 93
noch Haben/angeregtjhrer vermeinten Klaghalben/jchtwas weiters
wider Ihre Kayſ: vnd Königliche Mayeſtät zu attentiren. Die
Major dieſes Syllogiſmi(ſpricht Er)iſt für ſich ſelbſten/der vernunft
vnd billigkeit vndiſputirlich gemeß/vnndbedarffderowegen keiner fer
nern Probatiº. Die Minor aber wird mit dieſem erpieſen/daß
Ihre Kayſ: May: ſiehaußdrücklichenerklerethaben/vndbey Ihren
Kayſerlichenworten nochmals bezeugen/daß dieſelbige niemalenge
ſinnct geweſenden mehr angezogenen Mayeſätbrieff/vnnddarüber
auffgerichten Vereinigung/jchtwas zuwiderzuhandlen oder zu vers
ſatten/Sondern was Siedenen Sub-Vna & Sub-Veraque mit
handvnd Siegel einmal zugeſagt vnd verſprochen haben/ſolchesge
dencken Sie Kayſer vnd Königlichzuhalten/vndcinentheil/wie den
andern/dabey zu ſchützenvnndhand zu haben: was auch hineinde
ſür beſchwernuſſen/ſtrittigkeiten vnd mißdeutungen beſagtes Mayr
ſtätbrieffs/vndvereinigung/ſichalbereit ereignet haben / oder noch
entſtehen möchten/ſolchesſeind Ihre Kayſ: May: vhrbietig/durch
rechtvnndordentlich erkantnus, wie man ſich deren auffſolche fällin
dem Königreich Böheimbalbereit verglichen/erörternvnd entſchei
denzulaſſen. Daraußſchleuſt Erſeiner meinung nach einevnfehlbare
Conſequenzvnndſtarcke folgerey/dardurch bey menniglichen zu erhalten/
Daß alle dasjenige/weſſener die Stände/in ſeinem erſten Funda
ment/wider ſie beſchuldiget/ſolche Attentatavnnd verbrechenſeyen/
die wider niemand anderſt dann einigvnndallein auffIhrer Kayſ:
vnd Königl: May: Perſongerichtet ſeyn ſollen. Darauffaber albereit
folio r3-“ſue 64. geantwortet/pnddaſelbſten ausm grunde findwiderlegt wor
den. Dahin auch der gutherzige Leſer verwieſen wird. Da aber(ſche Erin
ſeinem Dilemmateferner) die Sub Vrraque in Böheimb/mitobver
ſtandenerjrer Haubtklage/IhrKayſ: vnd Königl: May: nicht ſons
dern nur etliche Particular Perſonen(darunder er/Slawata/Martinity
die Jeſuiter Michnavnd Fabern/namhafft mache)zu beſchuldigen vers
meinten/hettenſiedergleichen Proceßgegenjhnen nicht vornehmen
ſollen. 1. Dannwaskönten Ihre Kayſ: May: oder das ganze
Königreich deſſen entgelten/was Privat Perſonen auseiffergethank
Sonſten würde das alte Sprichwort invertir werden müſſen/Ni
- M it. - LYNiSUTTR
94 Die Andere Apologia der Stände. -

mirumquoddelirant Archivi, plečtuntur Reges. 2. Zu dem


were bey Ihrer Mayeſtät niemandsmitwarhafſter beſchwereinkon
: men/nochwas ordentliches vorbracht. 3. Sohette man auch wide
obvermelte/ vnd andere Particular Perſonen in Böhemb/dcrc.
man allzeit mechtig ſeyn können/kein Volck werben dürfen. Di
iſt der inhaltdeßganzen Arguments dardurch Ihre Mayeſtät/oder vielmeh
derſelbenböſeRähte (darunter erwehnte Particular Perſonen auch gehörig
von der Hauptklaggantzvndgar extmirt/vnnd alles nur blos auf die Ständ
geſchoben/vnd diß darmit angedeutet werden will, daß es den Ständen nich
vmb die ReligionsFreyheit zu thunſey / ſondern vnter derſelben ein andere
: Phen ſtecken müſſe ſo zuſeiter zeit ſchon außbrechen würde. Aber deſſen a
lesvngeachtet / wird dieſer Schluß wider die Stände vor bekandt angenom
men/vnddargegen mit ſteiffem veſtengrunde dermaſſen widerleget, daß Tich
ter nicht ein Wort wird darwiderauffbringen können / ſondern mit ſchandet
von ſeiner zum endeangehenckten Promiſſion ablaſſen müſſen.
Was nun Ihrer Mayeſtät hochanſehliche Kayſerliche vnd Königlich
Perſon ausvnd vor ſich ſelbſtenanlanget ſo iſt.freylich Ihrer Mayeſtät(ohn
- masgebung dieſes Seribenten) NaturCondition vnd Eygenſchafft/mennig
lich bekandt/daß Siegüttig/ſanftmütig vnd mehr zu gnadenalsſcherffe ge
neigt ſey. Daheroauch Ihre Mayeſtät diegeſambten Stände der Cron
Böheimb/vor Jahren mit herzlichen frewdenvndfrolocken zu ihrem Könie
vnd Hernauff vnd angenommen auch niemals eynigegedancken dahinge,
habt Ihre Mayeſtätin dem geringſten zu ºffen diren / viel weniger wider die
ſelbejzige Defenſion vnd Werbung anzuſtellen, wann nicht die ſchädlicher
giftigen Rähtevnd Erzfeinde der Evangeliſchen Religion/ Kefluºvnd ſei
te Rottgeſellendas Regiment zu ſich gezogen/vnnddis Königreich jhresge
fallens in Politiſchen vnnd Gewiſſensſachen adminiſtrirthetten: Dener
man ſich ja billich (weil ſonſten allerſchutzvndſchirm abgeſtrecker geweſen
opponirenvnnd zur Gegenwehr ſtellen müſſen. Dann daß dieſer Evan
geliſcher Verkehrer zur beſcheinung Mºeris Prºpoſitioniſeines Slºgfºni
vorgiebet: Ihre Kayſ: May: hetteſich außtrücklichen erkleretont
beyIhren Kayſerlichen Worten nachmals bej ſelbig
niemahlen geſinnet geweſendem mehrangezogenen Mayeſtätbrief
vnddarüber aufgerichten Vereinigung/zuwiderzuhandſen/ ode
zu verſtatten ſondern was Sie denen Sub-Vna & Sub Veraquº
mit HandyndSigel einmal zugeſagetyndperſprochen haben/ ſo

-
Deß Königreichs.Böheimb SübUeräque- 95
ches gedencken Sie Kayſer-vnd Königlich zu halten/vndeinenthel
wieden andern dabeyzuſchüßen vnd handzuhaben: was auch hinc
inde für beſchwernuſſen/ſtrittigkeiten/vnnd mißdeutungen beſagten
Mayeſtätbriefsvndvereinigung ſich allbereytereygnet haben./oder
noch entſtehen möchten/ſolches ſeynd Ihre Kayſ: May: vhrbietig
durchrecht vnd ordentliche Erkantnus/ wie man ſich deren auffſol
cheFältnden Königreich Böeimballbereyt verglichen/erörtern
vndentſcheiden zu laſſen: Iſt ein purlauter Gedichtdardurch den Leuten
enbawendunſt vor die Augen zu machen/end die einfcltigen dahin zu bereden/
dJrer Mayeſtät böſe Rähte (ſobißh rodas Regiment allein geführt) alles
thdargegen aber die Stände nichts eingehen wollen. Dann da dieſe Kay
ſichernd Königliche Prºjßen jemals vorgeloffen 1 hat es entweder vor
oder nach dem Auswurffgeſchehen müſſen. Daß es vor dem Auswurffge
ſchehen ſeyn ſolte darüber iſt nicht ein einziger Buchſtaben auffzuweiſen. Dann
Ihre Mayeſtät[wie ebenfotº 30: G 7?- angedeutet von den Tag an als ſie
ins Regiment kommen niemals keinem einzigen Gravamun in Religions
ſchºn abgeholffen ja die Stände nicht eynger antwort auffm General Kand
aggewürdiget ſondern durchantrieb deß Obriſten Canßlers/ die Reſolution
nach Brandeisverſchoben: Dahin Grafvon Thurn beruflen/ vnd mit
jWorten verabſcheidet worden. Ihre Mayeſtät befinden der
Stände Sub-Utraquebeſchwer vnd bitten (verſtehe alle Gravamuna,ſo
analseinkommen) der billigkeit nichtgemäß zuſeyn/ Hetten auch alls
bereyt/aufihren Herſchafften dem Erz Biſchoff alle Collaturen
übergeben / Derowegen Ihre Mayeſtät mitdergleichen anklagen
ferner nicht behelliget ſeyn wolten. Das heiſtjakeinezuſagethun vielwe
niger dieſelbe halten, ſondern alles was vorhin zugeſagtvnd verſprochen./vbern
hauffenwerffencaſirenvndaufheben. Nach dem Außwurff als der Obriſte
Böhmiſche Cantzler/vnd andereſeines Packtsanweſende Rähte zu Wien/ve
merckt daß ihre Conſilie, einen böſen außgang gewinnen möchten hat. Er ſich
widerum etwasneher zum zielgelegt / vndallererſtpoſ Feßum, vnderIhrer
Mayeſtät Namen/(weil Deroſelben Subſcription in den angezegenen Patent
vnd Antwort Schreibenſºbtera E. F. G nicht zu befinden)groſſe Promißs
ne vnnd Zuſage gethan/Vber den Mayeſtätbrief/Landtagsſchlüſſen/
vnnd Verträgenzuhalten dieſelbe zu ſchützen vnndhandzuhaben:
dochdaß zuvor das geworbene Volck abgedanekt/das Auffgebot abs
zſchafft/pnd einer gegen dem andern ſich deß Rechtens rº#
Sclchs
-
- -

-
º
-

96 - Die AnderApologia der Stände -


Welchesda es geſchehen/vnd der Cantzler/neben andern anweſenden Räthen
vnd Scribenten zu Wien/widerumblufftbekommen/hetten ſie ſich auffsnewt
widerumbauff die alte Geigen geleget / die Stände ihres gefallens tribulirt/
vnd darüber abermals die Revers Mayeſtätbrieff / auffgerichte Verträge
General Confirmationen der Privilegien Landtagsbeſchlüß / ja das Königli.
cheJurament ſelbſten ganz vnd gar vergeſſen vndauß den augen geſetzt. Im
fallauch dergleichen Königliche Promiſſowes (ſo doch nirgend vorm Auß.
wurffzubcfinden)verhanden geweſen warumb ſind ſie niemals effekt«irt
worden? Warumb hat man nicht gleichenſchutzvber beyden Religtons ver.
wandten gehalten? Sondern den einen theilerhebenden andern aber ganß vnd
gar vnderdrucken wellen ? Es were dann vor keine drangſal / engſtigung vnd
beſchwerung deß Gewiſſenszuhalten: 1. Wenn man Kirchenvnnd Schulen
auffzubawen verweigert. 2. Dieneweauffgebawten verpetſehirt vnndſperret
oder wolgar einwerffenvnndzerſchleiffen läſt. 3. Die Leut zur Communion
Sub Uma nöttiger. 4. Die Tauffe Ehegab/Begräbnuſſen / bey denen Sub
Veraque nicht zuläſt. . Fromme Chriſten zur Hellen verdammet. 6. Die
Freye Städtevnd den Dritten Stande von den obern Ständen zu trennen
chbemühet. 7. Die auffm Landtag bewilligte/vnnd von Königen beſtettigett
Zuſammenkünfften/verbeutvnndhindert. g. Ein Newcs Canßterium, wt
der das den Ständen abgetretenevndvffsneueprivilegirte auffrichten will.
# Die Leute zu den auffgehobenen Proceſſionibus wiederumb nötiget. 1o.
ºfruitiones zuvnderdruckung der Religion außfertiget. 11. Den gewöhn
lichenJährlichenvnderhalt den Prieſtern Sub-Vtraque entzeucht. 12. Die
gewerbe den Vnderthanen in dieEvangeliſche Städteverbeut. 13. Die Leu
te zu einem Jurament ihrer Religion zu wider/ erzwinget / oder vffs wenigſte
beredet. 14. Die Collaturen wider den Mayeſtätbrieff dem Erzbiſchoff ein
raumet/vnddardurch viel Tauſendt Seelen der Vnderthanen betrübet. 15.
Die Länderſseinander/ vermögederauffgerichten / vnnd von Königlicher
Mayeſtät beſtettigten ConjunctioR/in Religionsbedrengnuſſen beyſtehen wel
len/voneinanderzutrennen ſich vnderſtehet. Vnd was dergleichen Attenta
ta, vnd in dieſer Apologia vorhero ſchon angedeute Religtons Gravamina,
mehr ſind auch nochalhierzumvberfluß können durch etliche wenig Exempel
erkleret werden. Dann warumbhakman dem Grafen von Thurn / wider die
LandsOrdnung/vndvhraltengebrauch vndherkömen dieſer Kron Böheimb/
das Burggraf Ambtauffm Carlnſteingenommen? Maximilian Hoſſrialek/
deſ Primas Ambts zu Satz entſeet? M. Valentin Kochan / Stadtſchrei,
bern in der Rewen Stadt Prag / wider der Gemeindaſelbſt willen vnd Pri
vilegien in der Canzleyenevrlaubt?vnnd den Elteſten Rathsherren in der
Alten Stadt Prag/Melchierens Hadium, einen alten/verlebten/vnndvmb
Deß Königreichs BöhenbSub-Urraque. g»
die Stadt ſeiner Experien vnd rev gelºſten dienſthaber/ wo verdienten
Mann auſ den Riht geſtoſſen? Antwort: Daß Ste Defenſºres geweſen
vnd über der ReligioneFreyheit frewlichen gehalten. Inmaſſen ſolches
Kleſelu, dißfalsan die Gräfin von Mansfeld wegen Grafen von Thurner,
gangenes Schreibene außweiſe. Auch dieſer Scribert in ſeiner vn Evangel eAz. 2;
ben Erkterung allhier ſelbſten beseige: Daß zwar Ihre Mayeſtät die
Defenſores (verſche 9fentlich) nie abgeſchafft./oder deſwegen
ihrer Dienſt abgeſesto5 Sie gleichwollieber geſehen (Welches wozu
mercken/ondmiede Kº? Schreiben übereintrifft) daß die ſo in dero
würcklichen Dienſten geweſen/dergleichen Schutzwaltung ſich ent
haltenhetten. Hinwiderumbwarum iſt BohuchwalWalfaun von Adla,
ruins Sammer Recht geſetzt / Seyma Zwribyzur Newſtädter Hauptman,
ſchafft in die Steuer vnd ins Land Recht befördert? Friederich von Tollen,
berg zum Appellation Prºtesten verordnet? Vnd Hans Sſrepl zum
Kayſer Richterin der Newen Stadt Paß gemacht worden? Keiner anderer
vrſachen halber dann daß ſie von der Evangeliſchen DReligion abgefallen/ vnd
jhre verge Religionsverwandten verfolgen beengſtigen vnd betrüben helfen.
Wann man nun allhier die anſehlichen ſtattlichen Kayſerlichen vnd Königli,
cben Promißgºes vnd Zuſagen damit dieſer Schweizerin beweiß AMtners
Prºpeſtions ſeines Skºgtſſºn ſo hoch daher prangt anſiecht vnd dargegen das -
Falamvndvnbeginnender Canzleyvnd Böhmiſchen Rähte/ vnd darunter
begriffenen ReligionsFeindehelt vnd betrachtet befindet man / daßentweder
dergleichen Promißlones niemals geſchehen / oder darwider vielfältiger weiß
(vielleicht ohne Ihrer Mayeſtät bewuſt) muß ſeyn gehandelt worden.
Was aber die Mitſtände (wie dieſer Aathornennet) vnd Particular
Perſonen betreffenthut kunvndſol.freylichen Ihre Mayeſtät vnd das ganze
Königreich deſſen nicht entgelten / was ſie vor ſich ſelbſten zur vngebürgegen
denen Sub-Veraq“e vogenommen Ä auch niemals der Stände mehnung
geweſen. Ihre Mayeſtät öarmitzubehelligen/vtel weniger gegen derſelben jcht,
was thärliches vorzunemen. So geſtehet man auch an ſeinem ort gerne daß
man Ordinari einen zuvorhin/bey oder auſſerhalb deß Rechts/beſprechen vnd ?
hören dann verurtheten ſoll. So iſts auch gewiß, daß man dieſer Perſonen
aäzeit mächtigſeyn könnenvnd daheroreſeäjhrer kein Vockwerben noch
eynige Defenſion(wieferñers folgen wird) nicht auffrichten dürfen. Dar-
auffift diß diertchtige antwort. Daß die Stände mit dieſen Perſonen keinen
Rechtlichen Proceß vornemenſollen noch können auch alle bey Jhrer Ma
zſtätanklagüberſt wertvmſonflynd
T* * * * - - - - - - - -
ga-
geweſen / ift
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dro
h(!!! -
-98 Die Ander Apologia der Stände
benerwieſen: besgleichen gnugſam außgeführet worden / aus was vrſachen
man die Defenſion auffrichten/vnnd Volck werben müſſen. Darbey verbleibt
es dann billich. Wird auch von dem gegentheilvol vnwiderlegt verbleiben:
man wolte dann alteswiderumb vor newes hervor ſuchen / vand Petitionen
A - flußauch
Prunepj(ſo niemalsmit
dieſevrſach
nochman anhengen-W
geſtanden)be anns neinblichen
gehen. Doch kannan wenig
dieſe Vber
vmb zum

Perſonen were zu thun geweſen würde jrenthalber / weder Direction auffge


richtet noch eintges Krigsvolek geworben worden ſeyn. Aber man hat diß
fals nicht bloß auffſie/ſondern auffſie vnd ihre Bundsgenoſſen ZuHofe vnd
ſonſten hin vnndwider im Lande/zugleich ſehen müſſen. Deren richten vnnd
erachten einigvnndallein dahin geweſen/die Stände zu pndertrucken/vnnd
„vmbdaßfreyeReligtons Exercitium zu bringen. Vnnddaß diß ihr In
tent vnd meinung geweſen iſt nicht allein auß den vorigen angezogenen Er
empeln/vnd vieler Perſonenaußgegoſſenen bedrawungenvnnd in der that vn
befügten vornehmen handgreiflich abzunehmen: Sendern kan auch noch
ferner/durchnachfolgende etlichervieler Perſonenblutdürſtige vnnd rachgie
rige offentlich außgeſprengtereden vnd anſchläge / confirmirt vnd bcſkettiger
verden. Der Obriſte BurggraffVice Kevind Stadthalter deß Käni,
ges in Böheimb hat vor der Stände letzten zuſammenkunfft im College, ſich
bey vielen Perſonen mit hefftigen drauworten dahin bearbeitet - dieſelbe zuver,
hindern. Als er aber damit nichts außrichten können/ſondern gleichwol-dar
über die Stände in gebürender anzahl zuſammen kommen ſind:hatter dar,
nachſin Collationsbuvndſonſten/ohneſchew offentlich geſagt: Ihrt May:
hetten die Stände rechtmeſſigerweißvervtheilet: Sie(verſteheer vnnd
ſeine Mittconſorten)wolten das Vrtheil bekräfftigen helfen. Deß,
gleichen als er in einer vornehmen Königlichen Stadt benachtet / vnnd vom
Rahtdeſſelbenorts mit einem Preſent verehret/vnnddarbey ein Convivium
gehalten werden hat es darauffallerley gute Geſprech gegeben/vndvnderan
dern einer zuhmegeſagt: Gnediger Herr Ewer gnaden ſind nunmehr
alt/vnndvmbdaß Königreich einwol verdienter Mann/Sieſolten
ſich algemach zu ruhegeben/vnndandere jüngere Perſonen arbeitten
laſſen. Hat er darauffgeantwortet: Esſeye alles wahr/hette auch ſelbe
ſtenbey Jrer May: vmbvrlaub vnderlaſſung deß Burggraf Ambts
angehalten/vnd darauffdieſegnedigſte vertröſtungbekommen Erſol
tedimiccirt werden/wann zuvorhin diß Königreich widerumb bekref,
tiget / vnnd in ſeinen vorigen zuſtande geſetzt würde. Aber ich weiß
ſpicºrdaßrveldarwiderſ Vauthnicher er. k{hfº.
DeßKönigreichs Böheimb Sub Utraque. 99
lichen außjhnen die Köpffherunder ſpringen werden. Iſt das von einem
WIGE-RE nicht zuvielauff einen biſſen genommen, ſo iſt es ja genug. Als ein
Jeſuiter mit einem Burger ſo zuvorhin zu Crumau gewöhnet / aber wegen
deßen3eführten Religionszwang ſich von dannen gewendet in Präger Städ
teniſzuſammenkommen/vnd Ihn gefragt. Warumb er von Crumau -
weggezogen hat ergeantwortet. Wegen außtilgung der Evangeliſchen
Religion deſſelbenorts/darbey Ich auch allezeit bin angefochten wors
den. Daraufhat der Jeſuitergeſprochen: Habt Ihrſonſten keine erheb
ichere Vrſachengehaberres auslauffenshalber/dann die e/hettet
Ihrdarſelbſten wolwerbleiben /vnnd euch nicht nach Prag begeben
dürfen. Dann eh fünf Jahr verlauffen wird es zu Pragebenden
zuſtande gewinnen. Der Obriſte Münzmeiſter Wylim Wreſowetz(ſobiß,
hero ein ſonderbarer Liebhaber vnd Beförderer der Evangeliſchen Religionge,
weſen)hat das offentlich zuvnterſchiedlichen mahlen geredet: Es würden et-
ichen die Köpffeherundermüſſen: auch darunter alsbald Vier Per
ſonen namhafftsemacht nemlichen Grafen von Thurn/ Ziegen
Badt (Wazlawvon Budowa) Grafen Schlicken/Wilhelm von
Lobkowitz: Item: Es würden etlicher Güter andern in die Hän r

dekommen. Item. Dem Michna würde eben das begegnen/wjº Wi-4.


Grieſpeckenbeyzeiten Ferdinand, Item: Mancher arme Geſeld“N -r.
würDees damals Ä derMayeſterbriefiſtekrafftloß als
einerzwungending“ ºa auch nurKönig Ferdinand in Böhemb ... ... - -
anlanget/wirds anderſ werden: Novus Rex, Nova Lex: Einſ Ni26.
Newer König ein New Gebott. Dahin auch zweifelsfreyfdie7efij
in ihrer Orato zu Melzheimbim Elſaß gehalten, zielen, da ſie vorgeben
König Ferdinand habe ſich bey angchender ſeiner Regierung in ſei
nenErbländern bald anfangsdahin erkleretEr woltelieber ſein
Leben verlieren, ehe er ſolte den Ketzern etwas in Rel
gonsſachenbewilligen Item. Die Münchevnd Jeſter
würden noch nden Evangelthen Kirchenpredigen. Wer ken
andere Mäuetöoffgeſagt: Der KöniglicheProcurator würde nichtſo
vielzeit haben / daß er nur die StraffGelder einnehmen möchte,
Hans Seffern der vornembfleRahtsher in der Newſtatt ſagte kurz vorm
Auswurff zu vornehmen Leuten: Ihr Herrn/die Häuſer wer
denwolfeilerſeyu/dannjzo/chenoch Wenceſla ºr .
-

-1 oo - - - - Die Ander Apologia der Stände


Von den Defenſorn hat Erdiß ſpöttiſche Sprichwortgenachet N. N. N.
; Konſyſore wen/ Heraus / Heraus/das Conſiſtorium iſt nun auß.
Vndwasderaleichnaußgeſprengteziffttgereden vndbedrurvtngenmerhr ſind
der Feindevnd Verfolger der Chriſtlichen Evangeliſchen Religion. - Was
meymt nun ein frommes auffrichtiges Hetz want zu dieſen Geſellett/ noch die
andern mehrersthetts / blutdürſtigewütende Hunde ſo die Stände in jüngſt
abgewichener zuſammenkunft mit Roter Dinten aufzeichnen / vnd in ihren
allgemeinen Schluß mit einverleiben laſſen ſtoſſen vnd über die Stände ein
allgemein Conflie oderRhtſchlag halten vndſchieſſen ſolle? Dürfte nicht
daraus ein rechtes Blutbad vndPrºſics Maiäesen ſºnden ſeyn? Noch
- gleichwolſoll vſf.der Obrigkeit vnd ihrer Gottloſen Rä5eſehten alles richtig
vnd wogethat ſein vnd vor heiligthumb gehalten werden. Dargegen aber
müſſen die Stände alles übelallein anrichten / vnd das Kallia die Augen ge
ſchlagen haben. Es trette aber nun dieſer Eoangeliſche Tuskmäaſſer iſt er
luſtig hervor/vnd bezeuge / daß den außgeworffenen Perſonen im geringſten
vnrecht geſchehenſey? Erbeweiſe daß man nicht nohtwendig die Defen
ſonauffrichten vnd Volek werben müſſen? Weil nach deſ Obriſten Burg
grafen Ausſag/nicht mehr (vff vnrechtiyeſſiges Königliches vrthe) denn
Kopffabhawen überig geweſen. Heiſt das nicht die Ständtevor Ketzer ge
ſcholten denen keintraw noch glaubzuhalten? Heiſtdasnicht nach Leib Gut
pnnd Blut ſtehen? Sind das nichtige anzüge der Particular Perſonen
. welche die Stände (inihrer erſten Apologia) Ehrloſe Ehrenvergeſſene Leute/
Verrähter Zerſtörer des Friedens ſo allerley Practicken wider das Vatter
landvndgetrewe Patrioten gehabt / nennen? Heiſt das nicht die Weltlich
- Obrigkeit zu außrottung derer Sub Virºgue mitſchwerdvnd Feveranſtiff,
tenvnd antreiben? Heiſt das nicht die Defenſºres abſchaffen die Gerechtig
- keit auffziehen/außdem Schwarzen Weis vnd außdem Weiſſen Schwarz
machen? Heiſt das ein Rebellion ſeyn / vndſchauß dem gehorſamb vnnd
Bottmeſſigkeit der vorgeſetzten Obrigkeit ziehen wann man das frene Relgie
niº Exercitim-verthediget/vnd ſich von ſeines gleichen Feinden nicht wilvne
terdrucken laſſen? Wofle Gott im Himmel als ein gerechter Richter falle
Chriſtlichevnpartheyiſche Potentaten dieſer Welt jämenniglichen/denen be;
wuſt iſt wieweit man in Gewiſſensſachen Gottwnd der Weltlichen Obrigkeit
verbundenſey/judieren vtid vrtheilen. Noch dennoch ſollen den Eatholi
ſchen, die Evangeliſchen in dieſer Cron Böheimb in allem nichts ausgenom
menßnfomº Keſſeä-/vntern Füſſen iigen vnd dargegen ihr thun vnd vor,
haben/vor höchſtevnwarheit vnd vngrunde.eygene Pßones, erdichte Feri
ºn vnd. OPinienen
e“ . .
vor falſchheit vndbetrug geachtet vndgehakenſeyn,
* * - - - - - - Der
r, er - - - -- - -- - * * . . - - ». . . . . ." T

: "... ff. 8 . . . . . . . .. . . . . .“
fº . - - -
Deß Königreichs.BöheimhSah-Ueraque. * 191
Der Vierte HaupPunct//ſpricht dieſer Author zum Beſchluß) 4.
bey dieſer ganzenſachen / iſt die Kirchen zu Brannawvnd Kloſters,
grab/die eine dem Erzbiſchoff/die ander dem Abezugehörig. Algier -
ctufe er dieſe HauptFrage: Ob die Vneethanen auf den Geiſtlichen Güren! - -
in Städten Fecken vud Dörfee wohnende Macht haben Kirchen vnd Schi- ... .
enbawen oder nicht? Die Catholiſchen verneinens hefftig vnd werden vor.
Daß im ganzen Mayeſtätbriefmit keinem Vortzubefindendäß
Kirchen zu bauenden Geiſtlichen Vntertanen wie ſie allhier titulirt
werdcn) erlaubetſey. 2, Zden/were die Vergleichling zwiſchen des
nen Cathºliſchen vnd denen Sub-Ultrague verhanden / in welcher
autºrſürgeſehen, daß der TheiSub-Vnbev allen ihren Kirchen/
Goitesdienſt/Ceremonien/Collaturen / Klöſtern/Collegien/Auſſa
sungen/Begabungen/Zehenden/Gülten/Zuſelligkeiten/ Einkom
men/vndalte herkommenden gebreu:hen / ohne verenderung jhrer
Religion/verbleiben ſolle. 3. So were auch grundvnndboden der
Geiſtlicheneygenchund vnd hetten das Geiſtliche vnd Weltliche
Regiment darüber: Hindereſieauchgarnicht, daß die Klºſter/
vonelichen CammerGütergenandtwürden derei auch die Stät
tevnd viel andere Cammergüterſenen aber doch ihre abſonderlich
Freyheiten haben vnddarbey gelaſſen werden gar aber Ihrer Mayr
ſtät andern Heranſchafften nicht gleich ſehen, sº Dargegen prº
tendren die Evangeliſchen/daß die feßhafften Vnterthanenanſf den Geiſ
kchen Gütern ſowolasauffIhrer Mayeſtätvnd der Königin Hertſchafften
nacht haben / Kirchen vnnd Schulen zu bawen. In anſehung / daß die
Geiſtlichen Güeroder Klöker. Abſolute ein Cammergut ſeyn: darüber der
König Tlenum Dominium hat. Somit dieſem einzigen Argument kan
erweſen/vnd der Catholiſch:nvnarundvnndzunötung zu den Evangeliſchen
Ständen unfringert vnd vºn geſtoſſen werden. Ein jeder der in einem Land
gende Gründvnnd Böden mag«eniren / dastſt/ der verkaufen / hy- >

potheeiren / wegſchencken / vnnd damit ſeines gefallens als ſeinem engen


thumb verfahren vund vºn gehen/der iſt deſſelbet Grund vnd Bödens Herz.
Der Königin B3heims mag ligende Gründe vnd Böden (deren die Geiſtli
chen nur blosUſefrºökºaxijſeyn)«emºiren dasiſt ſeines gefallens verkaufen --- -

erheerenwegſcenckenvnndaſodarnte wie mit ſeinem engenchuan „Ä


verfahren vndvmbgehen: Ergº der Königin Böheimbiſt derſelben Grün ,
devnd Böden Herz. Oder alſo Wer die Güter/foerin Poſſeßhat, darff
siewelren/vnddarmitſeines gefallen verfahren vnd vmbgehender iſt derſelben
R iri Güter
o2 º DieAnbe-ApologiaderStände
: Güeter Erbherr. Die Geiſtlichen in Böheimb/dñrffen die Güter ſo fiebe,
ſitzen nicht «lieniren. Ergo ſind die Geiſtlichen derſelben Güter nicht Erb,
Fa. 3s.l, hern. - A4-erperſeeſmanfºſta. Die AMnariſtallberentdroben durch
ar. & tz. die Landes Ordnung A. u. vnd der Offeirer guterachten ecºfirmiret vnd be-
14.1. ſtetiget, Daraußfolgetvnwiderleglichen/daß die Geiſtlichen Güter nichts we
niger als die Herſchafften/dcß Königes in Böheimbey4enthumb ſind / dar
mit Ihre Maneſtät diffanren mögen ihres gefallens. Darbeydann nur diſer
einzige vnderſcheid zumercken / daß der König etliche Güter Abſolute innen
hat vnd zu ſein:tneygenennutzgebrauchet: etliche aber außKöniglicher macht
vnd ſonderbarer gnadevndgüte / den Geiſtlichen zu gemeſſen eingeraumet/ſo
Ihre Mayeſt:aber allzeit widerumbeinziehenvndin jhe Cammer verwenden
" kan... Wider dieſen vnauflößlichen Schluß iſtes ein ſchlechter Behelff der
allhier mit eingebracht wird. Daß die Königlichen Städte/ſowol als die
Geiſtlichen Güter(verſtehe in der Landsordnung) ein Cammergut.
genenntwerden/So aber ihnen amjhren abſonderlichen privilegiis
nichtverfänglichſey/ſondern dabeygelaſſen würden. Darauff iſt zu
wiſſen/daß zwiſchen den Königlichen Städten / vnd den Geiſtlichen Catholi
ſchestheils in Böheimbgavein groſſerrnterſcheid ſich befindet: vnnd dahers
miteinander keinesweges nicht zu vergleichen. 1. Dann erſtich ſind die Kö
niglichen Städte einfreyer Stand in Böheinb/dteſhte Wörá auf den Landrä
haken vndaler Landes Privilegtenvnd Freyheitenf wiedeObern zweene
Ä fehlgvndtheilhaffig Dargegendie Geiſtlichekkeinen abſonderlichvielen
Stande vor ſich wie in den andern Incorporirren &ändern praeſentiren
weniger in Landesfachen ugtiren können ſondern weſſen ſich der Köntg mit
den Ständen vergleichet demſelben müſſen ſie/wte andere gemeine Vntertha
nenvnd Bawerleutenachtvmmenvndaltebewilligte Contrºbutiones, den an
dern gleich verrichten vndabführen. 2 Ss mögen die Städtenitallerntheils
ohne andere auffRelation Ihrer Moyeſtät zur Landtafetéand vnd Erbgüter
kauffenſendern dieſelben«lieniren ihres gefallens: ſo dargegen den Geiſtlichen
in der Landesordnung höchlichen verkotten: 3- Zum dritten kan der König
ſich nicht auffjhre Güter wie auffder Geiſtlichen einſchulden, viel weniger die.
ſelbe verkaufen verpfenden/vndwegſcheneken: 4- So ſind auch die Städte
Perſevnd de?"re, vor kein Cammergüeter zu halten ſondern gehören in Drit,
tenfreyen Stand der Bürger... Daß Sie aber in der Kandesordnung alfd.
Landse
gemennet werden geſchicht de Fe&ovnd ſind vornemlichen vom Kayſer Ferdi
ordnung;
nands darzugebracht worden als ErAnno 1 47: das Kand mit Heersfrafft
ZÄ überzogenvnd in groſſedienſtbarkeit(daraus man ſich noch nicht allerdingsloß.
würcken können) geführt. - Sonſten gehören die Städte zurverhöre wie die
z: 2 --- z. - . . . . . ſgader)
»- --- --
7, i - . .
deß Königreichs BöheinbSub-Veraque. IO3
añdern zweene obern Stände in die Eanzley. Dahin ſie auch erſcheinen
müſſen ſo offt ſie erfordert werden. Die auſfgerichte Vergleichung zwi
ſchen denen Sub-Una Gr Sub-Utragwe, deren allhier gedacht wird/patre
emirt vnd hilft den Geiſtlichen durchaus nicht ihr Intent vnd meymung dar
durch zu beweiſen. Dann erwehntevergleichung iſt zudem endeangeſtellte
vndauffgerichtet damit zwiſchen benden Religionsverwandten gute Corra
ſpondenz Kieb/Vektrewligkeit vndFreundſchafftmöze auffgerichtet vnderhal
fen werden. Wiches dann beſſer nicht geſchehen können/damrdaß ein jeder
eheil wie er damals befunden worden/inkünftigen verbleiben ſolle. Daherodie
KloſtergräbervRd Braunawer ſich ihrer Cacholiſchen Stadtkirchenmitan
nennen viel weniger den anweſenden Prieſtern jhre einkommen entziehen kön -

nen ſondern es bey der Ständeeinhelligem Schluß müſſen verhleiben laſſen!


Utpºſsetis, tapeſ de«tis. Wie ein jede Kirchen iſt ergriffen worden, dar“.
bey ſoll Sie auch rühlich gelaſſen werden. Iſt aber dardurch den andern Reli
gionsverwandten dieſer oder anderer orten mehr (ſieſeynd Catholiſch oder E
vangeliſch) vor ſich Kirchenvnd Schulen auffzubawen/vnd Prieſterauffjhre
vnkoſtenzuhalten nicht verbotten worden. Der Schleſiſche Maheſtät
brief wird wederin der Erſten noch allhier indiſr Andern Apologia zu dem
ende angezogen dadurch wie dieſer Schweßerfichdamit küßelt / vndin ausle
gung deſſelben zimblich lang auffhelt) principalter erbauung Kirchen vnd
Schulen pffdenGeiſtlichen Gütern zu behaupten(Jſt daran gnugſambdaß die
Geiſtlichen Güter Immediate dem König vnterworffen damitEr/wiemitan
dern Herrſchafften mehrthun vnd laſſen kam ſeines gefallens) Sondern iſt ex
Abundantiſºfficientium Probationun, noch zum Vberfluß/fber andere ge-,
nugſameerehlte Documenta, geſchehen vnd darmit ſovilangedeutet worden:
Weilden Schleſiern in ihrem Mayeſtätbrief nichts mehr als den Böhmen
in ihrem bewilliget worden, ſo iſt ja auch billich/daß Sie ex Identitate Luters
rum AMajeſtatis einerley Außlegung vnd Effelt haben mögen.
Getzt aber / daß dieſer Punct wegen deß Kirchenbawspff Geiſtlichen
Grund vnd Boden zwiſchen beyden Partheyen ganz richtig were / ſo wildoch
dieſer Calumntant darmit dismal noch nicht zufrieden ſeyn / ſondern beſchul
dgetdte Stände zuforderſt aber die Defenſores daß ſie dieſer zweyer Ä
haber in AMode Agend verſtoſſen vnd gegen JM ſich höchlichen vergriffen
haben Erſtlich ſetzt Er: Der ErzbiſchoffhatÄ
gehende Commiſſion vnnd Königliche Reſolution beywelcher beyde
Parteyenverblben/erhalten darauffmit ſeinen Vnterthanenaccor
dire. Was das vereine Commiſſion vnd Königliche Reſolution geweſen ſeyn,
mußiſtoben albercifol 28 notirauchſanften anfingern **# -

\
RO4. * Die AnderApologia der Stände 3,3
Erßbiſchoff war Kläger der Obriſte Sanßler Richter; Fabiu-Powzsn, Cozz
muſſ ertes:deſſen Abſchicds der Heicker ſelte Executorſern. Eine erbare Com
mſon, darbey ſich einec lieber alles vrrzeyhen als den hals verlieren folleR.
Daß Ihre Mayeſtät/vnd vornemungdcß zwiſchen Abten vnd
* Bürgern zu Braunawentſtehenden ſtritts ein mehres nicht ge:
than dann den Braunawern die fortſicllung deſ Gebewdes nur ſo
lang inhibirtpnd eingeſtellct/biß ſie ferner ſich vnterrichten könden
laſſen. Ob nemlich ſie die Braunauer durch den Mayeſtätbrief zu
ſolchen Kirchengebewzugelaſſen vnd befugt ſeyn/ oder nicht: iſt die
ºde 4xºnwareDann Ihr Mayfähnen Ärº anbefehlen laſſen
N, z. * Sieſoltendeß Bawes(weilſiedarzukeine Gerechtigkeit hetten)als
baldmüſſigſehen/vnnd weiter biß auff Ihrer Mayeſät fernerer
gnedigſte Reſolutionvndanordnung darinnen nichts vornehmen.
- FÄ / da es auſſerdeſſen geweſen
ände auffm Generalandtag
hettengewiß die Defenſºres noch die
/ ſich ihrer nicht angenommen / ſondern
Ä Reſolution zu erwarten ſie an ermahnet. Weil ihnen aber
alles Cäthegorice abgeſtrecket worden f auch die Reſolution eher nicht als ad
ºendº Grecº zu erwarten geweſen, haben die Defenſºres, ſambt den
Ständen auffangezogenem Landtag daß ihre darby tun / vnnddcn Maye,
ſäbrieff (wteoben weiteuffigfel 6. uſue ºftem zoz 32.33. 34. Not
fezéÄ73 aufgeführeOverheidigen müſſen. ,
Weiter vnd # ſich dieſer Serient
Ihrer Mayftätvnbilliches ennd
vnrechenieſſiges Schreiben ſeines gefallens zugeſrenvnnd einen verkehrten
verſtandeanzutichten: dardurch dann die einfeltigen zu bereden/daß es darmit
nichts zu bedeuten gehabt. Sinternaldaßjenige was darinnen den verſanble,
ten Ständen in Gelegie angedeutetworden zu keinen Effenteigswürde
kommennochgedynſein i.Gb demnach erſtlichenvor Das ſchreiben
habe ſich nur bloßauff die Defenſores erſtrecket. Wann nun dem alſo,
iſt: warumbh.tmar denen Statthaltern anbefohlen zugleich auch in die Kreiß
zuſchreiben daß niemand auf derDefenſorn erforderung außden Ständen"
Cºllegio erſcheinen ſolle? Warum hat man Perſonenauff die Cattley vnnd
Ra
0:
oter
rtynndjhne
t - n ernſtlich
* -
Ä
lern
- - Co. -

vnnd # iás Ä
R heben andern Hen ehlern Subºrenque, ohne ewnſt
eine die oben angezogeneSchreiben rvon den Prägern expreäcrº :
t)N 91. de(r -

darinnen ſie ſich der Defenſorn verzeihen vnddargegen Ihre Mayeftät alleine
vorjhren Defenſoren(welches in Politiſchenſachynbillich)zu achten vrnd zu
“ - - hallent
-

Der Béfmiſchen Stände fub Vrraque. 165


halten verfprechen müſſen? Welches daß es ntin widergeändert dieſer Klüg
ing vor einen abfall der Präger anziehen thut. Warumb hat der VnterCam
merer durch den Hof Richter faſt in allen Ständé/dergleichen Revers mit
hochbedraulichen worten ziwegen gebracht/vnd in der Canßey eingeantwor
tet? Jmfall auch diß ſchreiben nur bloß auf die Detentores were gerötetge
weſen:ſoliendaunib die andern auf den Ständen ſie als fre P ncipaſenſe
cken bleiben vnd gleichſambim ſich gelaſſen haben - weil der Obriſte Burg
graff ſtets mit Ceofira a on deß Königlichen vrtheils vnd der Executooge
drawet. 2. Nochmals wendete vor Jyre Majeſtat hete die zuſammen
kunfft zwar mit ernſt aber nicht Sinöpleiter verboten, ſondern rtr ſo
lang bißſie wider ins Land kämen oder ſich deßwegen weiter felolvirt
inhibirt vnd eingeſtellt. Wahr iſts/daß die Wortalſo lauten: Aber weſi
hette man refulation drüber erlangt/wenn die zuſammenkunfft werzerſchlagen
worden? Nimmermehr. Dann zu Brandeis war ſchon einmal geſchloſſen:
Ihre Majeſätköttenſºmºtorgleichen Sachen nicht mehr behelli
gentaſſen. Jem/Ihre Majeſtät wolten von den Defenſorn (ſöSie
doch ſelbſten eonfirftitt vnnd beſtetiget) weder wiſſen noch hören.
z. Die ſcharffen Wotſon dem Königlichen Schreiben gebraucht worden
geſehet dieſer Serben außdrücklich: Dreher aber Ihnen gar einen andern
Verſtand an/ais die deutlichen Wort mit ſich bringen. 1. Prxſupponirr
er die Verhörvndbiliche Erkantnuß der Sachen. 1. Darauff ſetzt er aller,
erſt den Sentenz/oder Condemnation, wie ſonſten in állen Actionbus Ci
vilibusvid Criminalbus gebräuchlich. Diß amphficirer vnd ſchmückets
mit Worten ſovielimmermüglich: Einstheils Daß Ihrer Majeſtät
Cofidition vnd Cgenſchafftmänniglichenbekantey daß Sie Gü
tig Sanfftmütig vnd mehr zu Gnaden dann Schäffegeneigt: An
derstheils: Daß niemand mit Warheit ſagen könne daß Ihre May.
jemals wider einen einige auß Ä deß Königreichs Bös
men/vnverhérter Sachen de Fačto procediten, oder exequiren,
ja vielmehr die Verbrecher vnd zwar wider Ihre eigne Perſon zuv
Rechtlichen Verhör mitzulaſſung aller Recticen Notdurffikom
men laſſen: Vnd wenn ſie gar durch einen oder mehr Sententcon
denn nirt, dero angebsrnen Miſte nach ihnentocd Gnaie erzeiget
vnd bewieſen. Vnd was dergleichen Jeſuitiſche Amplificariones vnnd
Exaggerariene mehr ſind deren ſich der gutherzige Leſer in der EvaRßelis
ſchen Erklärungſebſten erholen wollt, - -

- P Dbſ
Fes Die andere Apologia -

Daß Ittn dieſe meinung Ihrer Majeſtät halber richtig ſeyenetiten die
Stände verbekant an / Wiſſenſch auch ſelbſtenbeyregierung Ihrer Kayſ.
May feines Erempels zu erinnern, daß nicht J. Käy May, den ſo Gnad
gehretauchbeyhöchſter offenſion heten verziehen Weinstraich Ihrer
Majeſtät Rihte Stadthalter vnd andere Officirer bey Hofe kehrderney,
ºng geweſen. Es iſt aber albereit oben vermeldet/daß der obriſte Burggraf
als Vice-Re, diß Schreiben dem Buchſtaben nach verſtanden/vnnd ſolcher
geſtaltgeſret hat. Wir haben den König aufwnſererſeiten Ihre Mas
jeſtät haben die Stände rechtmäſſigerweiſe veruntheit : Wir wollen
baſſelbe bekräfftigen. Wem iſt nun allhie mehr zu glauben vndzk trawen?
Dieſem Evangeliſchen Tuckmaufer ſo ſeinen namentcht vnterſchreibendör
fen oder dem Vice-Re, welchem alle Heimligkeiten ſeines Hernvnodeß an.
deswßltchen. Der obriſte Münzmeiſter (deſſen auch albereitzuverhin ge
dacht worden) hats bißheronicht viel beſſer gemacht ſondern ſeinen Gifftvber
die Defenſores vud Evangelſche Stände außgeſchüttet/wo er nur gekont/vñ
darztgelegenheit gehabt hat. Zu Kuttenberg hat er vor anſehenlichen Leit
Nº. 14. tenofftmals geſagt: “Den Defenſorn werden müſſen die Köpffheruns
»- -
der ſpringen vnd Ihre Majeſtät werden innerhalb vierzehen Tagen
nach Prag kommen vnd etliche hinrichtenlaſſen. Item/Dao Gräfe
fichen(verſtehe der Graffvon Thurn)ein Außländeriſtauchnumch:
in Böheimbeingeſchlitchen/vnd wilübervns Böhmen herrſchenlabor
Nº. 12. er wird bald gedämpfft werden. Im abgeloffenen Jahr den Don
nerſtagnachLarare, als er von Prag gefahrn/vnd zum Böhmiſchen Brod
benachtet hatervnter andern im Wirtshauß daſelbſten gefragt: Sind auch
die Kuttenberger auffder jüngſten Zuſamenkunft zu Prag geweſen?
Daranffman geantwortet: Nein. Dargegen hat er widergeſagt: Sie ha
ben recht gethan: Ich hör es gerne. Ich ſchwere Gott einen Eyd
ſiehettendreyſſig Tauſend Thaler müſſen zur Straffgeben. Weiter
hatervorgeben. Ihr werdet bald ſehen wie es andern gehen wird. Daſ
ſie ſind alleverzeichnet ſo drinnen geweſen/ vnd werden vmb Geldge
ſtrafft werden. Mit denen aber, ſo die Zuſammenkunft außgeſchrie
ben/ vnd die Braunawer zur Rebellion vñnd zum Aufſtand wider
Ihre Majeſtät angefriſchet wird man wunderſetzamvmbgehen. So
ſind auch vnter den Defenſorn ſechs Perſonen die werden jze Köpf
von Prag nicht wegbringen. Es iſt nicht allzeit deſ Kayſese
-
- * -
-
* '

-
*

Der Böhmiſchen Stänbeſab Veraqae, 1e7


pi Landtag darauffmantrußenvndpochen kam. ItemIhr werdet
dad wunderſachenhörn von Bethlehem. Die Pickauſer werden nicht
langdrinnen ſyn. Gilt doch der Mojeſtatbrieff nichts mehr dañesiſ
eingroß Loch dreingemacht. Iten/Aiffeinanderzeithat er offentlich ge
ſagt. Die guten Herzen haben abermals einrewe Ztſamenkunfthal
tenwellen aber ſie ſind ſchon anders Rahtswoden. Sie haben dieſe
Woche ein Schreiben vom Kayſer bekömen, welchsjhn allerdings nie
geſellt ſie hengen die lange Naſen/vudgehngar beſtürzt daher. Der
Grafvon Thurn iſt dietag auſ dem Landrechtſöriffener geſeſſen mit
niderhangende Hauptgangen. Vndn: mehr wird man in alle Krajß
ſchreibci daß ſie nitztfamen kommen ſollen. Item / Auſfeinanderzeit
hat er zu Kuttenberger;ehlt: Man warte nur auffdie Braunawer. So
bald daſelbſt ein anfang geſchehe/würde man mit andern auch alſo vers
fahrn. Item Dominica Jadica, obgeſetztes Jahrs/ſagte ergegen vielen
ehrlichenéeuten: Etlichen Braunakreºn/vndoenen Defenſoren/ſoſis
vertreter müſſe die Wöpf herunter. Widerumb zur andern zeit: Gras
fen von Thurn Ziegenbart Waslawvon Budowa Grafen Schii
ckenrſ Wilhelm von Lokowitz müſſen die Köpff noch herunterſprin
gen. Wiewo weil Gaffvon Thurnein Soldat/ vnd Wilhelm von
obkowitz ſich bald auffdieſe bald aufeinanderemeynungfürcxläſt
köntesjhten noch zu Hofgeichenck werden aber die anderzwenemüſe
ſenfortſind rechte GeſeLen. Item/Erſagt vom Gravcn von Thurn: Der
Teuffet hat definelementiſchen Deutſchen vntervno gebrachter hat
vns viel ſchaffen wollen wir jm aber bald das Cantate gelegt werde.
Ferners/ da ihm ward angezeigt/ Ihrer May. Reſolution were wegen d Kirs
eben zu Bethlehem ankommen hat er ſich darüber hocherfrewet/end vorgebe:
Hiew being itet Afang von Hauptgemacht àJove principium
Jte mit den Majeſtatbrief hat er vielfältigerweiſe das Manlaxßgeſchweift/
vndgeſagt: Er ſey Krafſtoß als eine zwungeneſache: Sobald auch
tur Röng Ferdinandus ins Land koºp wird es anderſ heiſſen: No
vus Rex, Nova Lex. Item Her Graffvon Thurn/ekevier Wou
chen vergeha/werde er ſeines Kopffs für zerſeyn. Vnd was dergleichen
ſolcher tyranniſchen außlegung vnd erklärung der blutdürſtigen vndrachgie
rige böſen Leute mehr ſeynd. Noch dañoch ſollen die Evangeliſchen den Catho
liſchen vnterligen/vnd ſie dargegen ºr, Butter/emporſchwiffen.
-

108 - Die andere Apologia


4. Die Anodtn!ng deß Judicii, von vier vºndzwanzig Perſonen/iſt auch
gin ſchlechter Beweiß wider die Stände ſtb LIetaq; daß ſie dadurchichtwas
ſolteninrettung der Kloſtergräber/vnd Braunawer Knchenbaus vberſehen
haben. Dann dß Judicium den alten vnd jetzigen Catheliſchen niemals an,
genem geweſen. So offtes auch vºr dieſem begert worden./beſitzen zu laſſen
iſt es allzeit verhindert/vnd mit fleißpraterie worden Vnd wozu hettemans
begeren ſollen/vnd frucktbarlichen genieſſen können? Dann zwölffJudices.
weren Catholiſch geweſen perfe, andere zwölffe außdenen ſub Uraq; meh
rerstheils von Heuchlern vnd Jaherten zuſamengeklaubt worden. Der Kö,
nigherte den Auſſchlaggeben ſollen. Wer ſolte wolanders in dieſem Judicio
gerecht blieben ſeyn/dann die Tatholiſchen ſelbſten,
. Eben dieſe gelegenheit hat es auch mit der audienz bey Jhrer Majeſtät/
ſo zwar niemanden vorſätzlich abgeſchlagen aber in Reiigionsſüchen niemals
etwº fruchtbarliches gewürcket. Sondern was Ihrer May. vom Kieſel/
- -
obriſtem Canger/vndandern vorgeſagt worden das haben ſie den Abgeſand
ten zur Antwort geben oder inngenere darbeyverblieben nemlich: Daß
ſie das Anbringenhetten angehö.vnd vernommentvolte ſie ferners
darauf zu reſolviren wiſſen. So aber niemaln geſchehen ſondern allzeit
zwiſchen den Friedhäſſigen Rähten vnd Religions Feinden erſten blieben."
. . . An guten Freunden zu Hoffemöates war auch nicht gemangelt ha
ben/ die ſich der Stände (wenn man ſie darumb erſucht hette) würden zweif
felsohentrewlich angenommen/vnd derellen Anliegen Ihrer May vorge
tragen haben/ſed line Effect". Dann s es züberaltſlagen/würde doch
in der Feinde Hände widerumbkommen ſyn. Darunter were Keſel das
FacTotum geweſen. Vnd weil er das ganze Regment anſtatt Ihrer May.
in allen Landes an ſich gezogen vnnd allein gefhrer würde man ſich dahers
nicht Ihrer May, ſondern gedachtes Klete vd ſeiner Colleger vnd Ad u
latorn Reſelurion, znverſehen gehabt haben: So dß Inhalts zu Brandeiß
geweſen/Daß Ihre May. dr Sá9. atſuche, nicht »or bºt er
kenten weltenderowegen fiskünftige niedergleichen voor zeivns
behelligt ſeyn. Wer wolte ſich dann darwidergeſetzt und Ihre My weiter
od auch beſſer zu informiren; (wie es allhier auch vor eine Mºtiv geſetzt wird)
vnterſtanden haben? Sintemal Ihre May vor ſi ſehen; hin nichts
vermocht, ſondern in allem vom Kisſelio dº erdiren niſſen Darüber das
Römiſche Reich vndalle andere Landemehr bißhero herzlichen geſeſſe/
pnd ſchmerzlich empfunden. - -

2„nor. Diß iſt die beſchreibung deß Proceſs, ſo die Stände er verheidung
der Kirchen zu Braunawvnd Kloſter Grab vor vndaliſdºm generalººd“
» --
-
-
-
„ . .
lä3 in
Der Böhmiſchen StändſubUtrag. ko9
tag/in acht nennen ſollen. Welches/weil es nicht geſchehen/oder viel weniger
nicht ſein können noch ſollen/thut es dieſer Ehrenſchänder vor einen Trez vñ
verſchimpffung Ihrer May. Perſon 1 wider Gett»ndſeyn Gewiſſen/anzie
hen. Solches aber dem vnpartheytſchen Leſer zu discersiter hiemitanheims
geſiclletſey. Darguff wderholet dieſer Scribent, wie allbereit vorhin/zum öff
erngeſchehen der Ständ(wie er ſieriuliet) begangene Attentata.vndvers
brechen wider Ihrer May ſelbſt eigene Perſon exaggerrt, dieſelbe auffsheff
ngſte, doch ohneinigen Grund end Beweiß: wie dergleichen Sophiften vid
eſiliciſchen Clamanten gebrauch zu ſeyn pflegt deren proprium iſt in Quar
to Modo, Lügen/Trügen/ Laugnen vnd Leſtern. So aber albereit im erſten
Punct dieſer falſcherdichten Evangeliſchen Erklärung gebürlichen abgelehs
net / vnd darbey difmal biätchen gelaſſen wird. So ſind ascf sie Materia
len vnd waruiRb es allhie zwiſchen den ReligionsFeinden vnd StörenFric
den ſowolden Ständen/zu thunſky geweſen vndnochtſk/nunmehr der gan
genweiten Welt bekantpund von allen vnpartheyſchen Chur vnd Fürſten
deß Reichs auch andern außländiſchen Königen Pecntaten vñHerſchaf
ten/approbirr: ſo vol den Fürſten vnd Ständen in Schleſien durcheinſon
derbares Schreibta a Ihre Majeſtät confirmirt vnd beftettiget worden: ſo
dieſer Serben weder mit Federn Dinten Papyrnochcyſern Griffeln/auß
ihren Herzen wirdreſſen können, ſondern dabey wolbß an jungien Tag ver
bleiben laſſen muß. Daß es nennt - den Böhmetti: vwd die Regi
or, oder vºn Di Religion zu thuner/die maajnen dic ab 58f
f- jhrer ſyza Zujar ne kufft im Collegio Carolino, wide
ZKirgths Revers, confirmation des Privilegien vno Laidtags
tºj, erndſeerider a sie alte Dienſtarkeit der Compa
&.cz fºhre vo"en. Dannendaß man ſich den ReligionsFenden wi,
derſeet end gegen ihnen fondren müſſen: Ji der Lehre deß J. Evans
geli (wie dieſer Schwäser uhe abermals höniſch vorgibt) daetºnter nichts
b:nonnen, wº ºrage :: Chriſtliche Gjauoel Gewiſſen Frieden!
Sasffmut Gehorſam GesuitvñReſpect der Obrigkeit dadurch
aufgehoben werden. Sintermalinden Evangelo auch dieſesgeſchrieben,
ſtehet: Daßrn - in Gewiſſens vnd Glaubens Sache. Gott mehr
als den Re-tº-gehorden muß. So die frommen Chriſten in derer,
ſten Kirchen wolinach genommen /vnd dahero dieſen einhellsen Schluß
miteinander gemacht vnd der Kirchen Gottes als eine Edle Beylage durch
S.Petrum hinderlaſſen haben: Man muß Gott mehr gehorchen als
hen,
den Menſcjeh - Oij -
Dieſem -

-
re Sie andere Apologia - - -

Teſt Esslichen Schlüß nach werden alle Chriſtliche Obrigkeiten


Hºchve Fädiguvrthelen vndiljuderer wiſſen was von.dieſes vnver
ſchämºl. 2 ffamanten infectivvid Beſchuldigung der Stände ſo erbey
dem Beſci ſeiner Evangelichen Erklärung mit anhengetznachten vnnd
zu halten ſey. Die alſo lautet: Darbey aber haben alle Chriſtliche Ob2ig
keiten wolinackt zu haben daß ſie ſich dieſer Rebellenvnd Tumultu
antennistanemºnjocken favoriſiren, vndbercdenlaſſen als were
bis ein Reizstsſach vdzettet dieſe vagehorſame Vnderthanen
fes . cijdant ſei ick durcjoice Connivenz zuſchen vnd Aſi
ften jhren eigiefriediceg Laºder dergleiche AufſtandTumult
v:2 Rebellion verurſachen vfb alſo küſſtigvmb Landvhd Leutge
brast werden. Dann obwoi das Königreich Böheimbein Particu
ars geht doch daſſelbe alle Chriſtliche Obrigkeitenan/vnd iſt ein
fürº: es Curfürſs ihuiſ dºß H. Reichsdar vöes auch zu Lehenge
ht. Dann wird diß orts die iriſolenz nicht geſtafft ſchlecht geacht
zugſte: vnd diſſimulirr: ſo iſt kein Obrigkeit nicht ſicher, daß jhre
V-Fechten sterbenſchein der Religion, oder vdler Beſtellung
de# Reg zittseder auch jhrer Rähte rºd Dienervind andererver
meyttºn 'rac : k.ſeauffſehen ſich conungiren,jrer Herzen
Rä2 ernd Dittº zum Fenſter außwerfen die Herten von Land vnd
Leute: verjagett/ vnd ſich deſſchct mit Gewalt bemächtigen, atch stz
tic ſovrºvert gibt vemuſivdoine Singe. Den Saßſic färge
geben dörffen ſolches alles geſchehe denkt Lºbrigkeiten zum beſten zu
Ehrenerhaltung Frer Authorcet, vndſey: die techte Mater/das
Regiment zu verbeſſern: witauß dieſer Béknicken Apologia abzu.
nemer. Diß ſoll nun in dieſer Farºosfchrifft der Garauß ſeyn/dadurch die
Böhmen in der ganzen Welt vor Rebellen vnd Tarnnltuantenznerklären,
Welches aber dieſem Käſerer vnd Verleimbderzt beweiſen in ewigkeit vnmö,
glichen: auch albereit darch Gottes Enad/in dieſer Apelogie vnndſonſten
andern Schrifften nichr (derobangezogenen Hoher Potentaten vnd Hert,
ſchafften Zeugnus zugeſchweigen) vberfläſſig widerlegt worden. -

Wellen demnach hin widerumb vnd im gegentheil/alle Potentaten vñ


Häupter dieſer Welt trewherzigen ermahnetvndgebetten ſeyn ſich in ſolchen
vnd dergleichen fällen zu erinnern/daß die Vnderthanen/ſorvol als die Obrig.
keiten Gottes Ordnungſeyn/vndeinander in Perpetua Relatione dermaſſe
zugethanvnd verbundendaßkcinthe von dem andern ohne
- - - - -
nº IuÄo2
- --
Der Böhnchen StädfabUltraé. 11
fuſion/ſchaden vnd nachthett kam geriffen noch getrennet werden: Sie wollen
als Göttert Kinder deſ Allerhöchſten / vnd Sägammen der Chriſtlichen Paz ...
Kirchen in Ihren Königreichen vnd Landen Thor ond Thür anffhun/da. Eº“-3.
mit der König der Ehrenbeyjhnen einziehen/ vnd das Wort Gottes an denen Ä
erten da ſie regieren/reichlich wohnen möge: Sie wollen ſich erinnern daß ſie Csºfz
ſo wol als andere Leute auch ſterbliche Menſchen ſeyn/vnd wo ſie ihr Ampt
nicht fein recht führen als die gewaltigen ven Gott gewalkglich geſtrafft wer,
den. Sie wollen ihren vnzeitigen böſen Cyffer vnd drawen in vtbefugten ſa, Pſelus. ksº
chen beſeitsſezen/vnd wiſſen/daß die armen Vnderthanen auch einen HErn sºpien. .
im Himmel haben bey dem kein anſehen iſt der Perſon / Sondern die Obrig zyk/s.
keiten in ihrenvnbillichen Vorhaben ſowol als die Vnderthanen/mit einem Pfº.º.
Eiſern Scepter zuſchlagen/vnd wie Töpffenzuſchmeiſſenia wolgangsfigarº“-*
abſegen/ia vmbéand vñéeute (wie dorten Rehabeam/vmb die zehen Stätſief
bringen kan. Sie wollen ſich in ihrer Regierung nichts mehrers vnd höhers
angelegen ſeyn laſſen/dann verihren Promiflionibus vnd Zºſazen ſteiff vñ
feſtzuhalten/vnd ſich Ihre Rähte darwider keines andern bereden auch Ihre
Aempter vnd Rahtſtellen mit ehrlichen redlichen Leuten beſtellen laſſen /vnd
ſich ſonflen in allem ſovielmöglichen dermaſſen verhalten wiejnendeſſen ein
Abries der frommen Gottsfürchtige Regent vnd König David hinderlaſſen. –
Wenn man nun das alſo von den Obrigkeiten dieſer Weltgeſchicht ſo ſind E/alstar. -
die Vnderthanen hinwiderumb/jhren Pflichten nach/vor ſie zu beten vnd zu „ -

bitten ſie zu lieben vnd zuehren/jhnen Gehorſam zu leiſten Schoß vñZinß ***
zugeben/alchauff den äuſſerſten Fall/Leib vnd Leben/Gnt vnd Blut für ſie Ä.
on neben ihnen zuzuſegen für Gottvnd der Welt ſchuldig. Welches der ge“*
frewe/barmherzig Gott alle Chriſtliche Gottſelige Obrigkeiten/ſowol getrewe
vndgehorſame Vnderthanen/wolle erkennen vnd beherzigen laſſen damit ſie - -
dermaleins vor dem Richterſkul Jeſu Chriſki beſtehen / vnd von ihren anbe-
fohlenen Aemptern/Beruffvnd Gehorſam b/gate rechenſchafft geben mögen.
Vnddißhaben die Stände zuvettung jhrer Ehrenvnndguten
Namens (ſoeinem jeden nach der Seligkeit am höchſten angelegen -
ſaſol) dißmal inoffentlichen Druckverfaſſen/vnd der ganzen weit
ten Welt zu judiciren vorſtellen. Der vngezweiffelten Hoffnung
vnd zuverſicht der Allmächtige werde ſeine Snade darzuverieyhen
daß alle diejenigen, denen dieſe Apologia zuhanden kommen wird
darauß nicht weniger (als allbereit andere Chur-vnnd Färſen dºß
Reichs/vnoverneme Ständeindenincorporirten Landen)jhrevn
ſchuld akennen vndjhnenbeypflichten werden. Daß ſie "s
-
\
- -

II Z Die andere Apologia


vieleriºtenen DragſaAsgſt, Nothvid YVderwertigkeit in Reli
- giens Sachen Eben dieſenvntkeitenattern Pocßwderjhre Reli
gousFeindevd Friedenszerſörer vorrem: ksanen: Vnd doch das
durch Ihrer Majeſtät Hoheit Digniter vnd Anſehen im werigſten
nicht verletzet haben: Das auch all diejenigenjocußder Böhmiſcé
Nation ſind rü Jrer Majeſtät geraten jochſchädiese Volck
in die Cror Bögernd einzuführen oder eifen hereingechickt vºnd
berºffen jres Eirfaßsficerfewt/ſolces befördert vn roch mit
derſelben biſ auffn heutigen Tag ein gutes Vºrenen haben vor -

Verähter beß Vaterlands zu achten andhöfic zu ſtraffen ſeyn.


ÄÄPÄÄÄÄÄÄÄÄÄTTTÄTÄTºº
ÄFFFFFFFFFFFFFF FÄFFFFFFZIFIF
Folgen nun die Bºlogen dabey alwege am Rand verzeichnet
antretchtm Bahlevornen derſelben gedacht wird. -

##############
An den Leſer.
Obzwar wol/freundlicher lieber Leſer/vber dieſe
noch viel andere vielfältigebeſchwerungé der Leut/we
gen allerhand vielfältiger Religionsſachen/jhnen zu
gefügten Bedrangnuſſen vorhanden, ſo hat man doch
vor gut angeſehen/alhier nur etliche Allegara, vñzwar
mehrestheils extračtsweis zur confirmation derer din
geanzuziehen/vnnd das vbrige/zukünfftigerfernerer
Notdurfftvndpublication hinterſtellig zulaſſen,
- -

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s
Da BönickenStändefabvers
- -
---
-
n -

- -
Numero primo. - - -
Außmeſſung der Landes Ordnung.
Vom Glauben vntereiner vnd beyderley Geſtalt.
- A XXXll. - -

Sº viel den Glauben vnter einer vnd beyderley geſtalt betrifft./ſollé wir ein
-ander nicht bedrengen/ſendern als ghtefreunde vor einen Mann beyſatné
ſtehen. Im fall aber ein ſtreit wegen der Prieſterſchafft oder ſonſteningau
bensſache entſtände ſodaſſelbe der Königl May.den Herren vñ Ritterſchaft
im Landrecht fürgebrachtwerden / vnd ein jedwelcher jemand ein bedrangnus
angethähet iſt ſchuldigshneladiig vor déLandrecht zuſtehe/vnd ſind ſchuldig
die Herten vnd Ritterſchafft bemeldten Landrechtens/kin ſolcheſachzurecht.
bringen. Vnd da wegen einer ſolchenſachejemand zum Landrechten/vndauf
deß Kénigs vnd der Herten befclchnitgeſtehen wolte ſo ſollen wir wider einen
jeden alle zuſamen halten vnd einander verhülflich ſeyn. Ein theil ſolle den an,
dernnieſchmehen noch zum depectvnd verachtung etwas mahlen laſſen. .
Würde aber ein theildem andern etwas zu verachtung mahlen laſſen den
mag man darüb wie mit weniger wegen der angehanenſchmehling zu Recht
laden. Vndwelcher Prieſter den anderntheit ſchänden vndſchmehen würde,
derſelbe ſolle für die Herzen vſ Ritterſchaft im Landrecht geſtellet werden. Bſi
wie die Königl.May die Herzen vnd Ritterſchaft wideinen ſolchen verfahren/
dasſtcheevndverbleibt beyirem willenvndwo gefallen. Vnd die Königliche
Maeſtat hat beyden hellen verſprochen ſiebeyjhren gewonheiten zu erhalten.
Sooten auch wir vnſere Poſternevnd Nahkommen bey dieſer verordnig
vnd bewilligung verbleiben vnd beharten/jejovndin künfftigenzeiten.“
"-
Num. . -

Vide/pr-s
- . . . Die Landes Ordnufig A. l . . . . . . P«, f
Dß Könixst Bösem urament, ſo Ihr Majeſtat
º.-A"-“ beyder Erönung zu leſen ſchuldig . . .
HWÄÄ dem H Ern 1 der Mutter Gottes vndallen Heiligen/
auff dieſem heiligen Evangelio / daß wir die Herſchafft Ritterſchafft
vnd die vom Adel / Präger / vnd andere Stärke auch die gansegemeindeß
Königreichs Böheim ſollen vnd wollen beyihren Ordnungen Rechten Pri
vilegien, Außfaßungen/Freyheiten vnd Gerechtigkeiten auch alten löblichen
gewonheiten erhalten/vnd von dieſem Königreich Böheim ucht veralienis.
entfrembden vnd verſeßen/ ſondern viel mehr vnſerm vermögen nach daſſelbe
vermehren vnnd erweitern/ vnndalles dasjenige thun was zu dieſes König
reichs Ehrvnd Wolfahrt gereichet, Darztverhelffevns Gott vnd alle He.
geſ. - "P" - "Nur,
- - - "

- - - - - - - - - - - - - *** ..." u“
-

"X
"4 Dylagen dewandern Apelogia.
UIT. 3
Ä“ Kayſers sgemund, den Ständen in Böheimbvnd
6-K,
Mehrere ºrtheilter MajeſtatBrieff vber die Religion.
RSIr Sigmund von Gottes Gnaden Röm. Kayſer/ zu allenzeiten
mehrer deß Reichs/zu Hungern / Böheimb/Dalmatien/Croatien
König/c. Dieweil vnſer HEr Jeſus Chriſtus Gott vſ verſöhner
deſ Menſchlichen Geſchlechts außbefehl deſ allerhöchſten vmb der Menſché
ſeligkeit forg getragen dahero auch den ſchmählichen toderidten damit er ſie
beyde vereintgen/of in eins zuſamen ſehen möchte. Deſſen als deß allerbeſten
Meſkerslehrers vndführers/erempelnach/iſkauß Kayſ vns von dem All
mächtigen vertawten vñverliehenen Hoheit als wir vnsguten Frieden einige
keit end Verträwligkeit belieben laſſen/vnd man nach etlichen zwiſchen deß
heiligen Baßliſchen Synodi Legaten, vnd zwiſchen dem Königr. Böheimb
vnd Marggraffthumb Mehrern zu Prag geſchriebenen vnndauffs Papyr
gebrachten Compactaten, dasſ Verträgen hierauſ verblieben.
Dieweil alle Vnſere Sachen in guten Friedenſtand gebracht ſind./das
mit auch die außführung deß Königreichs Böheimb vnd Marggraffthumbs
Mehrern/durch den heiligen Synoduen zu Baſel / vnd Vnſern Kayſerlichen
Verſtand/auffs allerbeſte verſorget vnd verſehen werden.
Vnd aber zwiſchen den Legaten deß H. Synodi zu Baſel an einem datin
den Wolgebornen Herºn vnd Rittern/wienit weniger den Prägern den Ge
ſtrengen/Ehrnfeſten/Erbarnvnd Weiſen vor dieſem zuvns nach Brinnim
namen deſ Königreichs Böheimbs abgefertigten Geſandten/anders theils
noch viel VneinigkeitenvndWiderwillen geweſk/vnd zum öfftern entſtanden.
Derowegen ſo haben wir vnſer Her/Sinnvnd Muth dahingerichtet/
fleiſſigemühevndüberauß groſſe ſorgt den Laſt deß Tagesvnnd dieſer Landen
anffvnsgeladen/auffdaß wir die zerrütte ſachenvereinigten/die widerwärtigé
inwillige die ſchärffen in glatte/vnd dasjenige ſo fern von einander/in ein
ſampfliche heiligvndſeligmachende Einigkeit bringen möchten. Sinternal
Wirnun die Ruhevnd befriedigung deß Königreichs/ſo Wir allzeit geliebtt/
vndin Ehren gehalten/von herzen begierig auch deß willenskünftigen Wis
derwertigkeitenvndzerrüttungen dadurch die Vnderthanen/es beſchehe wie
es wolle ſich leichtlich entpören könten/dann etlichen nach hinderſtelligen Sas
chen von denen vermeynewird daß ihnen in den Compactaten bey befriedi
gung deß Königreichs/kein rechtes benügen beſchehen ſey/mit billichen Mit
teln vorzukommen. Als ſind wir hierauffentſchloſſen/bemeldte Geſanten deß
Königreichs.Böheimb/vnd Marggrafthumbs Mehrernheylſam zuverſeht.
SVndhaben zu Gottes Lob vnd Ehrvndbefridigung bemeldtes Königreichs
ſowogersndern vmblgenden Welcker/vndaler Chriſtenmenſchen Ä
T

Der Böhmiſchen Ständſub Utra. k:


z vieler vñchlichen Seelen heyl vndſeligkeit dieſen Brieffverfertigt. In
Ramen Gottes Amen. Thun hiemit allen in gemein/vndeinem jedeninſon
derheit/kmdvnd offenbar/daß wir zu denen hernach beſchriebenen vnd inge
ſampt beſchloſſenen Punetenvnd Artickeln verwilliget vndkrafft dieſervnſe
rer Verſchreibung verwilligen thun.
Erſtlichdaß dieämpervnd geiſtlichen würdigkeiten mit vergeben werden
ſollen durch die Außlänt im Köntar. BöhmenvñMarggraſthuñ Mehrer.
Jtem diejenigen ſo den Leib Chriſtivnter einerley geſtaltenpfangen/ſol
leninofftbentedten Königreich vnd Marggraffthumb zu verhütung ſchädlt
cher vermiſchung widerjhren ſonderbaren willen vnd freyheit nicht geduldet:
ſondern allein an denen orten/wohiebevor die Cemmunion ſubUrraqi nicht
im brauch geweſt gelitten werden. Geben Brinn/An. 1435. Vnſerer Reiche/
deß Vngeriſchen im o.deß Römiſchen im 26. deß Böhmiſchen im 16. vnd
deß Kayſerthumbs im vierten, - - - -

Uth. 4. - -
Kayſer Sigismundi den Prägernertheiltes. Ä“
Privilegium. . .
Im Namen der H. vnd vnzertheilten Dreyfaltigkeit Amet
WI Sigmund von Gottes Gnaden Röm. Kayſer/zuallenzeiten mehrer
deß Reichs zu Bngern / Böheimbvnd Dalmatien/1c. König/Graffe
zu Cußenburg/c. Thun hiemit dieſemvnſerm Brieffe allen ingemein kundvñ
offenbar, daß wirvns voraugengeſtellt,/ die groſſe vorſorgvndvielfaltigeml
he vndarbeit deſ weiland Allerdurchleucrgſten Fürſten vnd Herrn Herrn
Carls Röm, Kayſers vnd Königs zu Böheimb/Vnſers geliebten Herrn vnd „“

Vatters hochlöblichſter Gedächtnuß/welcher die Alte dann hernach die Rew


Statt Prag erweitert/begnadet vnd erhebt mit Rechten nemlich/mit Privi-
legien Verſchreibungen vnd Freyheiten allermaſſen ſolches in vielen ſeinen
Brieffen/mit mehrerm dargethan vndgewieſen wird. Nunehr aberhernach ».

durch tägliches begeren dahin bewogen worden, damit durchbliche Mittet dz


der ſo da geben hat glückltchenanfang vndvermehrung / auch das gute ver- -

leyhe/welches verhülfflich iſt zu der Seelenſeligkeit dem gemeinengnten/der


geſampten einigkeit/anch brüderlichen vereinigung miteinander verſehen/vñ
alſo ſolchen hoffnungen anſehenlich verholffen werde. - - - -

Als nun vorviſerer Kay. May. erſchienen namhaffte Geſandten/da, - -


enmalweltlichen Stands/auß der Alten Stadt Prag Häuß Welwar/Sig- .
mund Chotenſchi Wenzel Hedwig vnd Riclas Humpolez: Außder New -

Stat/Paul Huldich/Valentin Kaba Benedic Cucknanſky/vñDaniel/e.


beyder Präger Stätte Mitbürger. An den ** aber M.Joh. Ä ,

"- - S. - -
." - "-- . .
* - --- - -

«- " . . T "> ". . .. - --.. *“ a«-- .


-

es Bºgºnda Andan Apologiz . - -


2.
Blrich Baealaureus vöZnam/Martin von Chrudim/Prieſter Jehan.ven5.
Stephan außdem Teichlein/vndBohuneck von Chem/vndvns im Name
der Burgermeiſterauß beydengemeinde jetzt benanter Stätte der Profeſſoren
der Prägeriſchen Asademia,dergleichen ander Pfarrer/Prieſtervñaller Stil,
dentenjrembſigesbegeren vorgebracht/vnd mit viele inſtändigen anhaltende,
mütigſterſucht vndgebeten/d wir denjenigen Majeſtatbrieff welchen wird?
'ganzen Königreich vnd Marggrafehübingemeinerthelet zu befriedigung vñ
ſtillig dieſer Stäteaucherviger aöſervarióvñerhaltung auch jnenabſondlich
gnädigſt erheiten wolten Biwirjnen nach anhörungjres vorbringens dieſe
antworterheilt. Dieweilwir allbereit dem ganzen Königreichvnd Marggraf
thum bemelten Majeſtatbrieffingemeinerthcilet ſcheineres einvberflußſeyn/
eucßdeuſelbčabermalsinſondheit zu gebe: Dañdieſe Statiſtdieallervornem,
ſie vn die Hauptſtat. Sie aber verweiterseinkomcnes wereinen vmbetlicher
gewiſſen motivévndvrſachen/vnd dariñen angezogenerpunctéhalber ſolches
*** -
anbefohlen worden. Vns alſo widerum vnauffhörlichen vnd am allermeiſten
Fºx vmbeinen Artickelvnnd Punet bittende/jhnen denſelbigen deutlicher zu erklä
-
renvndin einen beſſeren verſtand zu bringen: Nennlichen/daß diejenigen ſo
das hochwürdigeAbendmavnter einerley geſtaltzuempfahen im gebrauchha.
ben/anderswo auſſerhalb den Prägerſtätten (in welchen manvnterbeyderley
geſtaltzneoñunieren pflegt) derwegen damit nie etwa hierauß eine ſchändli
chevermiſchügentſtünde. Vmb welcher will den beyſamwonendenvrſachzu
zanckvndzwytracht gegeben würde/wohnenſolten auſſerhalb deren/welchéſie
daſelbſt zu bleiben außguten willen zulaſſen wolten: Der gutenhoffnung zu
nêſie würden mitlerzeit zurbeſſeremvnterricht gelangen/vnd die Cömunen
fub Vera;nie ſchänden oder ſich deren widerſeendörffen. So habewir noch
etliche beſondere vndjhnenanbefohlene Artiekel/darinnen wirvns vor dieſem
dem Herzen vñ Stätten verpflichtet vſ verſchriebe/denebeygefügt vñzugeſetzt.
» Erſtlich dieſen Articke: Daß der vnter Cammerer der Königlichen Stät,
teder vorgeſetzt wird werden ein Bürger zu Pragſeyn/ vnd den Leihvß Blut
Chriſtivnter beyder geſtalt würcklich empfahen ſolle. - - - -

D. Wofern zu Prag oder vmb Prag herum Münché wohnen ſolten/ſollen ſie
den Prieſtern beyden Pfarrenten verhinderung ihn die Todenniebegrabe
noch die Sacramenra dem gemeinen Mann adminiſtrien, ſondern alſoleben/
wieireOrdensregeln außweiſen. Der Noſien oder Mönchen Söfler darifen
die Communion lub Veta gehalten worden auch ſich noch alſo in künffel
genzeitenverhalten/vnd kein Prior oder Aebiſſn/ſolab Vna communicºr
evber andere Nonnenregiren vnd herſchen.
F. ÄDierº an Prägerſchoººººº Mäſionarijvnd Altariflé,
wenn welcheaufhäen wºrzuruckkolicn/ſsendenendictad vºr
man aci
- - -
-

Der Böhmiſchen Stände ſubVtraque, 117


munisiré keincverhinderung anthun/vnd ſie weint noch auſſerhalb deſ Kö.
nigreichs nicht vor Keeraußſchreyen noch an ihren Ehrenantaſten / ſich
auch weder mit adminiſterung der H. Sacramenten noch vernichtung des
Begräbnuſſen/die ihnen nicht zugelaſſen keiner wegenmengen. -

Der Wiſcherad(den ſie mitgewalt erobert)ſo ſich mit ſeinen Jnwohnern


in empfahügdeß HAbendmals mit den Präger Stättenvereinigen vndver
gleichen ſowoldie ſo auffm Hratſchin vor der Prägerbruckwonhaftig ſind.
Deß Spitalsbey der bruckeneinkommen/ſoden armenvndkranckenver
teſtrt worden./ſontt durch die Außländer ſondern durch der Präger Ampt.
mañregrer demetreulich vorgeſtanden vfi dilpenſir werde/wie ſolches albe
reit von vielenjahren hergebräuchlich geweſ/vndalſo noch gehalten wird.
Der Collegiaten Güter/ſoda verwendet worden/ſollenvmb verbeſſerung 6.
der Srndien willen zu Prag widerumbreflitsirr werden / vnd die Magiſtri die
jenigen ſowtderkommen wollen/ſowoandere Außländer die ub Veraque
roman uniºren, nicht ſchmähen ſondern vor gute Chriſten/ vnd Kinder der
heiligen Chriſtlichen Kirchen halten vndſchützen. - -

Kein Außländer der vnterbeyderley geſtalt miteommunieiren wolte/ſol


an denen örtern in Rahtſtulgezogen oder eines geſchwornen Amptmanns
Pflichtjhme gegeben werden. -
Es ſolte auch in bemelten Stätten kein vngewöhnliche Geldſteuerauffge
brachtvnd gegeben werden. -

Die Kirchenſo zu den Pfarten gehörig/vñzinßbaren Capellen den Creu: 90 -


heren onnd anderen ſollen in allewege ewig befreyetſeyn/deßgleichen die auff
den Häuſern zu Prag verſchriebene Prieſterliche Cammerzinß nicht mehr ge
reichtvnd bezahlet werden. - -

1O
Das geiſtliche Recht/welches beydeß Prägeriſchen ErgBiſchoffs Córadi
zeiten in beyden Prägerſtätten außgeſezetvndmitertheilung eines Sigelsbe
kräftigetiſk/dz ſolle alda vñankenéandnert wie biſ dato im gebrauch gehal
tevndalda die ſtrittigen Ehe ſowol andere zu dieſem Amytgehörige ſachéent
ſchieden vñabgehandelt werden. Weñwir dann angeregte Puncten jüöfftern
widholet/angehörethaben wir ſie acceptºrtynd von vns abzuſchaffen nitver,
ſtatten wollen/vnd dißvornenlich darumb/damitnit etwa durch etliche ſchäd
liche zertrennungen der albereit auffgerichteten verträgvnd deren ſo noch auf,
gerichtet werden ſelen/entſtehe vnd alle mühevñarbeit die wirin den vorigen
jahren mit beſchwergehabt darobehnefruchtvndgutesende zunichtgemacht
werde. Derwegen ſo geben wir mitreffen Raytvnſerervnddeß HKayſer
humbs vnd vnſers Königreichs Böheim Fürſtenvá Herentauchedlen Rit
terſchafftyndAdenitauß irºthuübcdervnbedachtſam ſondnmitgutvnſern
vorbedacht
--
Gewiſſen vndwiſſe
.
nFinº
. , A7 ... º2
impernſ
iij
ºmºxºng
iſ -----
- --
º
Marge
I18 Beylagen der andern Apologia -

Marggraffthumbingemeinertheilten Mayeſtetobbenandten beyden Präger


Stätten hiemitauß Keyſerlicher macht als Königin Behntengnädigſt bewil
ligen verſichern/vernewrenvnd confirmiren/auch die andern in der Anzahl
zehen gebettene Artickel: meynen/ſeen vnd wollen daß ſie den vitalle darinen
inlernteſachen/ſambt den anderen zehen erbettenen Phncten haben vndhalté
ſollen vor eine kräfftigevndvnbewegliche Macht/jegt vñInkünfftigen ewigen
zeiten. Wir ſind auch bedacht/dem Raht vnd der Gemein/auſ der Newſkat/
wegen deſ mangels vnd verluſts ihrer genötigten Gerichtsvnd Grundbrteffe/
deſſen ſie vns mit betriebtem gemüth vnd anſehen berichtet/geliebts Gott zu
vnſerer glücklichen ankunfftgen Prag/einenewegnadan denſelben Rechten
vnd anderen notturfftenzte thun. Gebürt demnach von billigkeit wegen keinem
Menſchen dieſes vnſers Brieffs bekrefftigung vnd begnadnng in keinerley
weiſe zu brechen noch ſich denſelben durcheinigen vorwizvndFrechheitznwi
derſeßen Solte ſichaber jemand deſſenvnterſtehen/derſey gewiß/daß er ohne
alles erlaſſen invnſere Kayſerlichevngnad/vndvnſers Königreichs Beheim
in gemelter Stäke Privilegien inſerirte ſchwere ſtraff gefallen Zn Vhrkund
vnd bekrefftigung deſſen haben wir bevohlen dieſen brieff mitvnſerem Käyſer
lichen anhangenden Mayeſkatzn confirmiren vndznbefeſtigen. Geben Briñ
An 1435. den 6. Tag Monars Iulij/vnſererReiche/deß SBngeriſchenin funf
-
zigſten deſ Römiſchen in ſechs vndzwanzigſten vñdeß Behemiſchen ins
Sechzehenden/vnd deß Kayſerchumbsſin Vierten Jahr.
Yas/pr
Pºg, C. Nurn. 5. - -
r- -

In dem Roten Buch der Alten Stadt Prag Statt


-
Rechte efidt ſich. Fol:71. .

D Sebaſtian Agricola auſ Ihrer Gnadendeß Hern/Herrn Wratſs


la von Pernſtein/ R. K. M. Rachs vnd Obriſken Caners im König
reichBehembi ond anderer gutter Herrn sorbit /vom Herrn Burgermeiſter
Hnd Raht/ daß Burger Rechtſeyertheit/ vnnd die Bürgerliche Nahrung
vergönnet worden: Doch der geſtalt/daß er mit einem Hautfchlag/dem Herrn
Birgermeiſter vnd Raht angelobt vnd verſprochener wolle ſich in der erlang
ten Burgerſchafft Ehrlich vnd gebürlich wie einem frommen Nachbarn vns
Mann gebüret verhalten. Ä Relator außdem Rahtiſt geweſen /Herr
Wenzel von Wlkanowa. Aéam in Cenfilio Donnerſtags nach S. laeobi
deß Apoſtels An. 157o. Beym BurgermeiſterAmpt Herrn Paul Kapper/
von Kapperſtein. Dem Sebaſtianic.iſknachordnung vnd gewohheit/auch
altem gebrauch das Burgerrecht gleich wie anderen auf Bürgſchafft nicht
ertheiler werden außvrſachen/daß er ſich in der Religion mit vergleichet/vnd
in empfahung deſ Abendmels/deß HErnChiſtiebvñBlutsvntºbeyder,
lysſaislich andern Bürgern nicht empſet, Nass
Pozºsmiſchen Ständeſbytrag: u9
Num: 6. Vid-fpre
Außden Statuten/vnd Gemeinem Statt Buch/der Ä“
Nwen Stadt Ä anvehlung der Rathos
(IOtt.
AÄg ſollen die Einheimiſchen Bürger ſo in der Statt/vnd nicht
auſſerhalb der Statt Masper angeſeſſengutes vermögens/eines vralten
herkommens verſendig/an ihren Ehrenwolverhalten/vndis der Stattge
boren oderviel Jhar mit der Statt gutes vnd böſes gelideen haben/“im glaus
benvndin der Religion mit dem H. Bshemiſchen GlaubeſuhVtra
queſch vergteichenvädeßhochwürdigen Abendmals ſub Vrraq ge
brauchen."zu Raths Perſonen oder in den Rathgºwchlet werden.
Numero 7. "de/pre
LandsOrdnung A 3;. P4-7

AÄ 1 51 z. Mitwoch nach S. Marcideß Evangeliſten/iſkauffgemeinen


Landtag zwiſchen Ihren Gnadenden Herten/der RitterfchafftvñStät.
ten/ſoden Leib Chriſkivnter einerley geſtaltempfangen/an einem: Vnd dann
Jhren Gnadenden Herten/der Ritterſchafft Prägern Kuttenbergern/Ma
gitern der Prägeriſchen Academie vnddeß Königreichs Böheimb Stätté/
die den Leib vnd Blut Chrifttin beyderley geſtaltempfahen / an andern eheil/
eine vergleichung beſchehen. Demnach ſie vmballerhand Religionsbedräng
nußvndſchmehung eines vnd deß anderntheils/hiebevor mit ihrer Königlf
May. auffgerichte verträg/vntereinander vnd beyderſeits/ſo wol(ub Uaaals
lubUltraq: in die GedächtnußLandtaffeleinverleibt habe. Wie ſie ſich dañdar
zu auffbeydentheilen/Ihre Gnaden die Herzen/Ritterſchafft Präger/Kut
enbergervſiandere Stätte bekennet/daß ſie ſolche (maſſen bemeldte Verträg
vnnd ihre von beydenſeiten/darzugethanevndin der GedächtnnsLandtaffel
verſchriebene bekäntnnß mit mehrermvndvollkönlicher bezeugen) halten vñ
handhaben auch ſich nach außweiſung deren gegeneinander verhalten ſollen
vnd wollen / vnd dieſe verträg ſollen von vnſerbeyden theilen getrewvndauſfº
recht gehalten vnd handgehabt werden zukünfftigenzeiten.
, Num: 8. Är
Außeines Prieſters Sub Vna Anno 1535in Druckvn- **7“
ter einem erdichten Namen Vicolidis Poskoka außgans
WÄ auchhirvon
-- - Ä
vnsführes auch öffjugemmfierdzit zu deren keinem
helwelchsIhre Kay. May als Königin Böhmen/in Ihren Schu
genoms
º ... Belegende Änden Äpologie.
genºmmengehörigºannirvon der Röthiſchen ſowoldenenfabvra ſic
nach den ÄPºétººnsgurendem heilabgeſondert/vndderhalben im Kö,
nigreich Böheim/gleich wiedie Genſeervnterdem Bock Gottesſyet.
Wideſºpra . . - Num. 9.
*-** - AußdeßM. Danielis HiſtoriCalenderparte 4»4.
A. 154. FreytagsanS.Matthsitag hat König Ferdinandus zuPar'
**dowi auſ den Ständen deſ Königreichs Böheitn dieſe Perſonen zu
Defenorn vnd Beſchäern deſ Prägerſchen Conſiſtoriſub Vira;erweh
let/Hanſen den ältern von Waldſtein/Obriſten Landrichter deß Königreichs
Böheim. SdcucoMeſerſchizky von Lomnis auffetſch. Hanſen Salawa
von der Leippe/anff Maleſchoff. Hanſen von Leßkoweg/ auſ Eerckw / vnd'
die Präger der Altenvnd Newen Stätte.
-

Yale /Spr«. Num. 1e. * -

Ä“
- - Indemroten Quarernbergemeinen andäge Anno 1:47.
-

- Montagsnachdem Sontagoealiſabit.l f.
- TKM ſelben andtagsbeſchluß iſt vnterandern Artickeln auch dieſer (fub lie
I. z begriffen: Vnd nachdem auch alle drey Stände lub Vtrag Ihre
Kay May demütigſt vndvnterthänigſt gebeten, daß die Compacar in der
Fre
olten.
deß Landes Privilegivbergangen/ vnndaußgelaſſen werden
- - - " - ----
-

Als bewilligen
anderſwo außzulaſſen.
z, sº - -

May darüſelbe anßbeutelten Privilegiovni


-

rº-
Faß. Je Der Ständeſub Veraq
- 11.
Nurm. Aſſecurati on vber ihre
Confeſſion..
AÄ 1f75. FreytagsnachS.Afgydi haben der aſerdurchleuchtigeFärſ
vnd Her/Her Maximilian Römiſcher Keyſer auch zu Hungernvnnd
Böheimb König/?c allen dreyen Ständen deß Königreichs Böheimb fab
Vráč: auffderoſelben demütig-vndvnterthänigſtesbitten / wegen ihrer vºr
ſicherungin Glanbensvnd Religionspuncten/anßdero eigenem Keyſerliché
-- Munde durch hernach benante Perſonen/Hern Bohuslaw Felirvon Ha
ſenſtein vnd Lobkowitz auff Litfchkau ond Comutau Obriſten Landrichter deß
Königreichs Böheim/ Herºn Jaroſlars Smirztzky von Smiri auffKö,
ſtele5/Röm. Key. MayHoffmarſchalcken/dero Hoffsim Königreich Bö,
heim: Herin Hanſen von Waldſtein auf Sedſchi/Hauptmann der kleinern
»Statt Prag/Herºn Heittichen Kurzbach "ººº ºººre:
. . . . . . . .. . . . . Oern
- - v. \
-

Der Böhmiſchen Ständtſubvtrad, 12


ach von DrachenbergkauffStolinka 1 Herºn Carln von Biberſteinauff
Diewinlauß dem Herrn Standt: Vnd Herrn BurianTrtſchka von der Leip-
peauff Swetlaob der Saſawa 1 Vnter Cammerern deß Königreichs Be
hembHerºn Hanſen von LeſkowetauffZereckwiß/Herin Michael Spanow
ſky von der Lißa auffPatzow der Römiſchen Käyſerin als Königin zu Be
hembVnter Cammerern / Herºn Sebaſttan von Wrzeſotvitzauff Tauchos
wißvnd KiſtrzelHerin Wenzeln von Wrzeſowiauff Biſchitz/folgendegnä,
digſte Antwort ertheiler. . . .
Zum erſten Anfangs hetten ſich Ire Käy:May: der Stände geſtrigesan
bringengnädigſkerinnert welches in zwey Artickeln beruhe thu.Erſtlichwegs
der Schmehung darmit ſie die Stände der Her: Hans von Waldſtein alſ
Hradeck ob der Saſawa/Obriſter LandCammerer deſ Königreichs Behemb
belegt. JZutnandern betreffent die Antwort die die Ständevber den Arti
ckel ihrer Religion begehren/vnd derſelben erwarten. " -
Soviel nun den erſten Punctanbelangt/vernehmen IreKäy Maygan
vngerneldaß Wir miteinander in ein ſolches vnvernehmègerahtéidarvorJre
May:die Ständejevñalleweg gewarnetvndvermahnet ſich miteinanderin
vnnotwendigen vñvergeblichen ſtritt mit einzulaſſen Deſimancher bißweilen
ſovielredès vorbrechte, daßweñman es alles beantwortéſolte vielvberflüſſige
moleſtation vñbeläſtigung darob entſtehêköñten. Wie daſ die Stände deſſer
an Hertn KandCammerervnd auch an jnen ſelbſten ein Erempel zunemen/vfi
was darauß vor verbitterüggegeneinander koffengarwol zuſehéhetté: Wel»
ches Ire Käy-Mayinder Warheit dieſen Königreich zugroſſem ſchaden zu
ſeinerkeñenvnöerachten. Jedoch nichts deſto minderidieweil Jre KäyMay:
gewiſſen berichterlangt der Stände Beſchwer befinde ſich reiveriratenitan
derſt deñwie ſie dieſelbe an Jre Käy Maygelägëlaſſen/Als trügeIreMay
hieran ein groſſes mißfallêerkentëauch, daß ſie die Stänöe höchlich angegrif
fen Vndwañdeme alſo ſein ſolte könkemandeme keinen andern verſtand ge
ben. Denn daß ſie die Stände vor dergleichen Leut außgelegt werden müſten
Weil aber der Her: LandCañerer nichts mehr denn nur eine Privat Perſonr
vnd kein König noch Landes Fürſt der RechtvñOrdnung außſetzen!jemandt
vervrteln federan ſeiner gerechtigkeit verkürzékönte ſolche ſeine verbrachteres
den auch keinen grundvñkrafft hab die Stände zu dergleichen Leufzumacher
vñdaheroihnen zu keine ſchade vñmachtheilgereichékéſiennoch ſolléſintemal
Jre Käm: May.vnndalle andere ehrliche Leutgarwolwiſſen werdie Stände
ſehen. Daßnemblich dieſelbenvnter Irer Käy May:gnedigſten Schuond -
uallen Ordnügenvñ Rechten dieſes Königreich gehörig ſo Jre Käy May:
vorderogerreweVnterthanehaltenvñhaben. Als ſoltéſichderhalb die Stän
ddeß HernéandCañerersreden sº
- - -
laſſen:bevorauß weilÄ
2. Beylagen der andern Apologia
hinwiderum eine gnugſame Antwort darauffgegebe. Es woltéaber Jre Käy:
May:gleichwolnitvmbgehenjhme Heren LandCamerernſolches vorzuhalte
vnd zuverweiſen damit Er künftig wüſte wasjme zureden gebürte vſ darob
abnemen mög/Jre Käy: May:tragen daran ein mißfalléer ſich auch in künf
eig in dergleichſachenzumäſſigen wiſſe Vnd alſo Jre Käy: May:ſelbſt gnä
digſt darob ſein damit diß weſentubillichenvergleich gebracht werde.
Betreffent aber den andern Artickelköñten Jre Käy:May: den Ständen
mit Warheit vermelden Sie hettenenſerffermögligkeit nach mit denStän
den ſubVna, ſowslmit denenandern tračirt, auffdaß der Ständebegehren
nach die verſicherung jrer ReligionsArtickel entweder in den Landtag oder in
die Landtaffel eingebracht werden möchtèbeyjnen aber nichts erhalten köſien.
Sondern were Jrer Käy:May: vonjnendiſe Antwort erfolger Sieſeyen in
diſerſachen ſchon vorlengſt durch alteverträge vñvielLandtagsbeſchlüßverei
nigetvñgegeneinäder ſo hart verbundeſdzes faſt vnmöglich hieriñeneintheil
dander deſſen ledigzuſprechëodwz zuendern: Bett derowegéweñJre Käy:
May:das alles zuhaltlauch mit höchſterpflicht verbund. Sie woltès doch zu
keiner mutation vnd verenderung koſten laſſen ja ſie hettennit die macht hier
innen was vorzunemen oder zuendern. Hierdurch ſie dann Ihrer Käy: May:
mit dergleiche ſchweren worten anderopflicht faſt ziemlich ſchwerlich zuzuſpre
chen ſich vnterſtehédörffen: hetté dahero die Stände außdiſer Antwort leichfe
lich zuvernemejelengerdiß weſenaufffernerem auffſchubberuhe/je mehr vnd
mehr werde sftritt vñmißverſtädzwiſchëden Stände ſich vermehrê. Vñwere
dem vorzukomen/Ihrer Käy: May: nichts annemlichers den Ständen aber
nichts nützlichers allein daßmans verbleibéließ; Vñ deſſen köiiten die Stän
de auch anſnenvñdé HernandCaffiererjezigerzeit ſelbſt ein Exempelmemº.
Wegen irerder Ständeverſicherungſwiſſen ſich Ihre Käy Mayaller deſ
wegen mit den Ständen beſchehenervnter:edung vñzuſag gutermaſſen zuer
innern, was geſtalt vñ mit was worten ſelbſt beſchehenſeyen auch Ire May:
nachmals keinerandern als derſelbe vñgleichmeſſige meinung damit die ver
ſicherung auffs höchſtes nurjiſter möglich beſchehëmöchte. Neimenderowegé
Jre Mayeſtet wie zuvor alſo auch an jezoauffjhreSeelvndgutenglauben ſie
weinen es mit den Ständen trewlich vndauſfrichtig / ſolten ſich auch Ihrer
May: Wort vñſoofftere zuſagügégänzlich verlaſſen: Sintemales Jre Käy:
May:auffgut Teutſch vnd Behmiſch auffrecht viiherglich meinen: Vñwöl
lenden Ständen in ihrer Religion nit allein vorjre Perſon keine verhinderüg
mitzufügen ſondern auch durchauß vnker keinerley geſtalt anderen zuthun nie
geſtatten. Vnd dasjenige was Ire May:den Ständenzuſagenivnd verſpre
chenſeyen ſie geſinnet feſt vnd vnwandelbarzuhalten darauffſie ſich zuverlaſs
ſen. Deñdie Ständewiſſendaß Ire Mayeſtetjhnenvorire Perſon niemals
fen verhinderü3 sävñobeyasvorgtlaufſoſysdec mit IrerMay!
Der Böhmiſchen Ständeſubutraq. 143
willennit beſchehen das aberjhnen den Ständenvberdtſes verhindernngbe,
ſchehen/vnd ſolches ihre beſchwerung/vornemblich vñmeiſentheilswider den
Herin ErBiſchoffvñdas Conſiſtorium in Prag: Was ſie die Ständevnd
ire Prieſterſchafft vorbedrengnußvon jnen dulden vñleiden muſſen außwet,
ſenſolten ſich die Stände deßnit mehr befahren/Jhre Käy: May:wolten die,
ſelben vor ſich erfordern/vnd beyjhnen wie auch andererorten dergleichen für
ſchung thundaß ſie ſich deſſen in keinen wes mehr vnterſtehen würden jaäuch
nenbey wircklicher Peen vſ ſtraffe dißalles ernſtlich verbiete Vñimfallzwi
ſcheneiné vñdem andern Theilhieriñeneinzanckvnd ſtrittigkeit vorſtele das
mans an Jre Käy: May: eigene Perſon gelangen laſſen ſoltevnd Ire May:
wolten darauffbedacht ſein, damit kein Theilin nichte beſchwert werde. Denn
Jre Käy: May:woldarein zutreffen/vnd ſie dermaſſen inzaumzuhaltëwiſſen
werdendaß Sieſich in dieſem allen der gebürnach verhalten müſten.
Fernerſe bewillige Ire Käy: Mayjrer vorigen zuſag noch gnädigſtdaß ſie
die Stände ihnen ein gewiſſe anzahl Perſonenvberirer ReligionSchutz vnd
handzuhaltenvntereinander zu dem ende wehlëmögen. Wañjemands/erſey
gleichwerer wölle den Ständenin jhrer Religion einen Eintragthun wolte/
gedachterwehlte Perſonendariñeneineinſehen haben gewiſſe vorſogthun/ſie
ſchützen/vnd daſſelbe hernach an Jre Käy: May: freyvndficher gelangelaſſen
ſolté. Vberdiſe Aſſecuration vñverſicherügkëntenvñwiſten Ire Käy May:
nichts höhersnutzlichers vñkräfftigerszuallerſeits zwiſchen den Stände be
ſendig verbleib den guten Friedsvnd Liebe zugedeckendeñnur deroſelbe eigne
zuſag-Dañwofern die Stände Jrer May: reden vnd wortennittrawenvnd
glauben wolten/ſoverſtünden Ire May:ntt wie ſie ſich auffderoſelben Brieff
vñhandſchriften ein mehrers verlaſſen könten. Hiergegen auch weñJreKäy:
May:anderſt deñſiegeredetgedächtenvndthäten ſie ſich ſtetig deſſen ſchemé.
vnd vonjr die nachrede,daß fiejhrewort vñzuſagung nit hielten hören ja ſich
ſelbſten vor einen leichten nichtswerten Mann vervrtln/ vnd vor einen ſolché
halten würden müſſen, der nicht würdig, daß man ihm etwas trawen vnnd
glauben ſolte dafür Sie aber der liebe GOtt gnädiglich behüten wolle.
Werde demnach kein andere höhereverſicherügnttfeint noch ſchwerlich ein
andere weiß die Stände in liebvnd einigkeitzuerhaltierfunde werdenköfen:
DeñJre Käy: May:nievmb.wasgröſſerevorſorge getragen als eintz allein
darum/wieſie alle deroſelb? Landvñéeutebiß an jrende in guten Friden erhal
tenmöchten: Vndſteltenjr hieriñendeſſen ein Exempel vor an den Obrigkei
tenfrembder Völcker Königreiche vnd Lande diejrezuſagungen mitgehaltë
trawen vñglaubengebrochenvñderoweg von Gottſchröcklich geſtraffet wor
denſeind. Welche Exemplaſie nun auch auff ſich ſelbſten ziehen wañfitihren
Glauben vnd gethane zuſagnithielten, daß ſie kein anders als eben dergleiché
* : Ä2 ; ſtraffen –
24 Beylagen der andern Apologia
ſtraffenauſfſichgewärtig wurden ſein müſſen. Wolten aber lieber deß Todtes
ſein denn ihren Glanben vndzuſagung nicht halten/oder verendern.
Hierauffguädigſt begehrétobbemelte Perſonéfolten denenvnten verharz?
ten Ständen/diſe Irer Käy: May:gnädigſte zuſagvñtmeynang der notturſt -

nachzugemüt fürenvñmit weitleuftiger widerholung Irer May:indiſerſa


chengegenden Ständen wegen der verſicherung im ArticklReligion vñglau
bensgewißanßganz getrewéauffrecht vñvnverfeſchte dem Königreich Be
heimbzuauffnehmung in allerwolfart volgemeintemherzen/tragendéguten
affection,ſie dahin vermögen ſich hieran begnügen zulaſſen/ vnd zu abhand
lung Jrer Käy: May:eigene Propoſitions Punctězuſchreite.SintemalIhre
May: niedeßberuffs einer anderen gemeinen Perſon gleich ſondern in einem
viel höhernſtandgeſetzet vnd daheronit nur alleineine Perſon/ſondern auch
ferneregelegenheit zuallerſeitserhaltung frieds vñeinigkeit in acht nehmen
müſſen. Beyders Sohn aber wolten ſie diſe Fürſehungthundamitdieſelbe
ebenermaſſen wie Ihre Käy May:den Ständen verbunden bleibe.
Vndobzwar Irer Mayeſtät Söhnejetzigerzeit Catholiſch ſind/weren Sie
doch Irer May:in allem ſogehorſam daß ihre May: deſſen verſichert ſie wür
den widerjhrer May:willenvndanorduung nichtes ſich vnterwinde oder vor
die hand nehmen. Ob auch gleich von jhnen außgeſprengt worden/ſampt Sie
etwas dergleiché/wider den Marſchalck Oeſterreich/vñden von Pappenheim/
darumbſiehetten hingericht werden ſollen vorzunehmen deſ willens geweft:
kündten Jre Käy: Maybeydere Warheit vnd guten gewiſſem hievonſoviel
berichtendaßinen hieriñvnrecht beſchehenſey ſie deſwegévnſchuldig insge
ſchreykofftenvñſich nichts dergleichéimwerck befinde. Deſ Leute verhanden
die nichts anders zuthun vnd zugedenckenhette/Alswieſejnen durch der Lett
tezwitrachtvñeinigkeit einenu ſchaffen könrêjedoch ſo lebté Jre Käy: May:
zu den Ständen dergenzlichen zuverſicht vndhoffnung 1 Stewerden dieſes
rechterwegenzuheizenfaſſenvñſich mitnichten mehr auffreden noch es dar
zukoffenlaſſen daßſievber diſe Irer May:den Ständen gethane zuſagvnnd
verſicherung etwas anderſ vnd mehrers begerenſolten: Daſ Jre Käy: May:
in der warheit darvorhielten die Stände würden mit dem verſorgt vor Ihrer
May: vnd einen jedwedern zur genügvndgarwol verſichert vnd vorgewiſſee
ſein Bnndmöchtedermaleins eine bequemerezeitkommen in deren Stein
dem mehrere beſtertigung haben vnd erlangen kündten. - - - -

Nach dieſem Irer Käy May gnädigſtem mündlicherheit beſcheidſte,


benañten Perſonen gleichsfals mündliche mitgegeben worde alles das was ſie
von Irer Mayangehört vfivernoffen/dievbrigen darauffwartende Stände
mitſouderm fleißzuberichten. Welches ſie von Ihrer May: mitſonderbarer
Kibungqngenommen dafür gegen Ihrer Käy Maygan
-
- -
"alsº G kr
«* 4“
Der Böhmiſchen Ständeſübutrag. 125.
Allervnterthänigſt ſich bedancket mit dem fernerern vermeldenjhnen könte
nichts annemlichers ſeyn / Als wann die vbrigen Stände ingeſambt dieſe
gnedigſte Vätterliche Antwort außjhrer Majeſtät munde ſelbſt anhören het
ten mögen jedoch wolten Sie nichtsdeſkominder Ihrer May:gnedigſte Er
kerung ſo weit ſies nur in Gedecbtnnßtragen könten den Ständen mital
lem fleiß vorbringen. HierauffIre Mayeſtet gnedigſt geantwortet. Sie
ſoltensthun/ vnnddoſiedißfals etwas injhrer gedechenuß nicht behalten
weiln Her: Wenzel von Wrzeſowitz einer außjhrem mittel / dasjenige was
von Jrer Majeſtet geredt wordenauffgezeichnet würde Erſiedeſſen Ivnnd
Was den Ständen anzuzeigen vonnöhten erinnern können. Aétum ut ſu
pra, Anno & die. Num, I2 Vide ſupra
- - Pag 3,
J; jetzo gedachtem Quatern Anno 1553, den erſten“
Montag in der Faſten ſubLit.f19. befindet ſich ir den damaligem
Landtag dieſer Artickel.
Temder Fürſt vnd die Stände bieten IrFürſtl. Durchleuchtigkeit
-

- dieſelbe woltengeruché/bey Jrer Königl: May:zuintercediren, oder


anſtatt Jrer Majeſtet darzugnedigſkzuverwilligen damit dieHern/
Ritterſchafft vnd Präger deßtheils ſub Utraqi außjedem Stande wo
Perſonen außjhrem mittelf (ſolche wie zuvor bräuchlich geweſen/dem Ad
miniſtratorivnd Confiſtoriozu adjungiren)wehlen könten/vnd Erder Ad
miniſtrator vor ſein Perſon ohnejhreberachſchlagung vnd deß Conſiſtorii,
nichts dergleichen vor ſich nemeſbeſonders betreffend die Pfarren den Hernt
denen außder Ritterſchafftvndin die Stättevnnd Märckt oder wo es die
notturffterforderte keinen Prieſterin die Pfarren einſetzeloder ohne erhebliche
vrſachen abſchaffelanchSie keinesweges vber die gebür/vndauſſerderenjme
zugeordneten Perſonenvnddeßganßen Conſiſtorij Rathvnndgewiſſerer
wegungnit beſchwere Vnd da es dermaleins dienotturfft erforderte das
Conſiſtorium zuendern oder Prieſterſchaffteinzuſetzen das es gleichwol
dem altengehrauch nach/vnd nicht ohne der Hernvnd obbeſchriebener Pers
ſonenvnd der Prägerbewilligung beſchehevnd keiner anderngeſtalt. Wideſ
- - - - Ä 3: Är"
Das Schreibenſo ihrer SMajeſtet Keyſer SMaximilia“
ethan
novon den Dofenſoren der ReligionſubUtraq;g worden,
- Sind damals dieſe Defenſ ore s geweſen:
Herr HerBehußlaw Felixvon Haßenſtein Obriſter LandRichter deſ
Königreichs Böhaimb. -

- Der Herr Heinrich von Waldſtein auff Dau


Qbra
iii
wit. -
- Die

-
126 Beylagen der andern Apologia
Die Edlen Her Michl Spanowſky l Ihrer Mayeſtet der Königin Vnter
Cammerer. vnd
Her! Wenzel Wrzeſowiß. - -

lerdurchleuchtigſter vnd vnvberwindlichſter Römiſcher Käyſerlauch


-
A zu Hungernvnnd BehembKönig/Allergnädigſter HerEwer Käyſ
May:ſeindvnſere demütigevnterthänige dienſtlnebenwünſchung von
Gott dëHerºnguté geſüdsvñauffviel Jar langwürige glückliche Regierüg.
Allergnädigſter Käyſerlauß beſonders groſſenhochwichtigen/vndvns ſehr
angelegenen vrſachen haben Wirnitvmbgehen könnenanEwer Käy May:
in aller vnterthänigkeit dieſes Schreiben abgehen zulaſſen bitten Ewer May:
Siegeruchens von vns mit gnadenzuvermerckenvnd anzunehmen.
Nach demEwer Käy: Maybeynechſtauffm PrägerSchleß gehaltenège
meinen Landtag AllendreyenſubVtraq: communicirenden Ständen deſ
Königreichs Beheimbdteewer Käy: May:die Bekätnuß jresaltë Chriſtli
chenglaubens in aller demut ſchriftlichèvbereichtgnädigſt bewilliget/vñmit
jrem Käyſerlwort bekräfftiget vnd vorgewiſſet. Es ſollejnen injrer Religion
weder vom Heran ErBiſchoff dem Conſiſtorio,noch jemand?andern/keine
verhinderügbeſchehênoch nachjren Pfarrern gegriffenvñin den PfartäEin
traggethan werde mit fernerm gnädigſtezuſaß die Stände möchte auch ge
wiſſe Perſon außjhrêmittl/vber ihrer Ordnung vñPrieſterſchafftſchutzvnd
handzuhabédamitinen nichts widerwertiges begegne/Erwehlévñverordné
jawañwelchéein Eingriff von jemanden begegnen wolte/Ewer May: ſolches
alsbald(wie dann Ewer Käy: May:diß allesſonderallenzweiffelingnädiger
vnndgutergedächtnuß tragen) zuberichten: Als haben Krafft jetzt gerne der
Ewer Käyſ: May: gnädigſten bewilligung alle drey Stände außjrem mittl
vnſere Perſonen hierzuerkieſenvnndditverwaltung deſſen ſolanges vnsge
fällig ſein wird mit ſonderbarer bittvns aufgetragen. -

Wirſeindauchzwardeß will es geweſkeinezuſañenzuhalte/ vñetwas von


denen ſachen was geſtalt dieſerzeitvnſere Prieſterſchafft in Chriſtlicher guter
vñ AndächtigerOrdnung ſtehen/vfigeregirr werden ſoll, zuverordnen dagegë
allevnordnügenvñ Gettloſes weſen/ſoſch noch etwobeyetzliche Prieſtern be
finden möchte abzuſchaffen doch gleichwol mit dem bedug das zuvorher das
allesewer Käy: May:berichtet vnd mitderowillenväwiſſen es beſchehe ſolce.
Als Wir aber allergnädigſterKäyſerallhiergenPrag kommen iſt vns von
vielen Perſonenauß allen dreyen Stände beſonders von den Prägernvñeg,
lichenandern Stätteganz erbärmlich vnd mitbeſchwert vorgebracht worden:
SWie das Ewer Käyſ May:Mandatain die Kreiſſe/deßgleichEgewiſſebefelch
in alle Städt deß Königreichs Beheimbersehêhetklaſſen die vorigem Ewer
Käy: MayallºdreyšStändignedigſgethanºverſogüberireChriſtlicheReli
--- - gon
Der Böhmiſchen Ständeſubvtraß. 127
glon ſehr zufviderlieffen: beſonders aber bey den Städten die anordnig beſche
henſey beyvermeidung der vngnadvñwürckitcher beſtraffung ſich in dem al
lennach Enver Käy:May:zurichten. Da doch allergnädigſter Käyſer Ewer
Käy: May: Wir mit gutem gewiſſen berichten köſien das Wirvon niemand
wiſſen/der ſie zu etwas andern als allein auffener Käy: May:jren reſpečt zu
haben anführenſolte/vnddoſich auch jemand etwas dergleichenvnterſtunde
vndesvns zu ohrenkäme daß Wirs Ewer Käy: May: vorvnſere Perſonen
ſelbſt zuberichten nicht vnterlaſſen wolten. -

Fertuerallergnädigſker Käyſerbeſchweren ſich mit wenigezliche Kirchſpiel


Nembltchenbey S.Egidt/S.Adalbert vñ S. Michaeldaß der Her Haupt
man der Newen vnd der Rew Erwehlte Rath in der Alten StadPrag / jh
nen ernſtlich befohlen haben die bey S.Adalbert:ſollenjren Pfarrer der ſonſt
wegen ſeiner reinen Lehr vnd andächtigen wandelbey allen frommen Leuten
einen gutennamen hattvndvns deßmeiſkentheils allen von viele Jarenhero
weiln Er ſich zuvor auch in den Präger Städten auffenthalten wolbekandtt
iſt ins Conſiſtorium geſtellen / mit bezüchtigung / Erſey einvnordentlicher
Prieſter/vmb.willen Erein verehliches WeibhabVñob ſie ſich zwar hieriñeu
auffEwer Käy: Mayallen dreyen Ständen gnädigſt gethanč Verſorgberuf,
fenhabſolches keineſtadt gefunde 1 ſondern ſeyennoch darzu mit gefänglicher
hafft belegt dariñen vieltag gehalten letzlichen auch gemelterjr Pfarrer durch
den Richter vnd Pittelauff der Pfar 1 zu außſtehung gleichmeſſiger ſchand/
ſpottvnd beſchwert geſucht worde. BeyS.Egidi will man gleichfals einen or»
denelichenviiGottsfürchtige Prieſternit zulaſſen allein darumbdaß er vereh
licht iſt dagegen aberjnen einen vnannemblichen keines guten wandels wider
allé willévñmitgewalt vñzwang einſetzen. Obgeſchriebenem Kirchſpiel aber
bey S. Adalbertſdaß ſichje auff Ewer Käy: May: beruffenhteriñender hoff
nung ſie werden ſich mehr auff Ewer Käy: May: wortalsauff dieergangene
befelchverlaſſenküſien etwasgeſaumetſ iſt vergangenem Freytag ernſtlich be
folen wordejren Pfarrerver der Sonnenvntergang außden Präger Stätté
abzuſchaffen/Anders vſ doesnit beſchäch das nit alleiner der Pfarrer ſonder
auch ſie ſoltenauffgehebt/vndezltché die Köpffvor dieFüßgelegt werde. Die
ſevfi noch viel anderevnverhoffte gefehrlicheſachen mehr nimbt man für dené
Wirmit warheit keinen glauben geben köſien/dases bey ſo beſchaffene weſen/
mitewerKäy:May.wuſtvñwillen beſchehe. Wañdañallergnedigſter Käyſer
Wirbeyvns leichtlich erachten köien/was hieraußentſtehen mag beſonders
in dem ſich etliche auß den vornembſten Perſonenverlauten laſſen/vfi vorgebé
dürffen/EwerKäy: May:Camerſey derzeitgararm/doch ſehr hungerig/viel
leicht dahingemeinetals ob ſie hierdurch zu gröſſerm Einkomengerahté küñte
zit weniger auch von viele gußgegebé wird ſie verlaſſe ſich auf ºsº
- P!
128 Beylagen der andern Apologia –
vnd deroKöniglicheswort ond glauben demegan vnbeweglich vnd doſic
jemandjhre Prieſter vnd Pfarrer anzutaſtenvnterſtünde 1 ſo wolten ſie es
nichtgeſtatten ſondern darüber Leib vnd Leben zuſetzen. -

Dieweilnaber allergnedigſter Keyſer. Wir entgegen diejenigen ſeyn/die


Wir dieſenlaſt keiner andern geſtalt angenommen als allein zuallerſeits in
acht netnung vndaufferbawung Chriſtlicher Ordnung eintgkeit vnd guten
vernehmenzuforderſt Ewer Kay: May: vnd dann dem ganzen Königreich
zum beſten. Gleichwoldoch durch ſolche verhinderung nichts hierzu dienſtli
ches vor die Hand nemon können: vnter dieſem praetext auch noch wolan
dere vrſachen mehrdieweilnman bereit einen anfang gemacht/vndjhre Prie
ſter verjage/Sie mit den Richtern vnd Dienern auf den Pfarren geſuchtvñ
alte zum Kirchſpiel gehörigeehrliche Keut mit Gefengruß beget hat erfolgen
mögen. Jnſonderheit in demealſo der anfang am dritten Stand beſcßtchtf
möchte ſich villeicht jemand anders außdenhöhern Ständen eines ſolchen
vnterfangen darob dergleichenerfolge oder aber jemand mit fleiß eine vrſacb
auß begierddarzugebendamtt nur dieſes einem alles gutes vnnd friedlieben
dem Menſchen obden Hals liegend verbleibe.
Dieſer vrſachen willenallergnedigſker Keyſer befinden Wirbervns die
möglichetr vndſicherheit nicht ſeyn/einen ſo ſchwerenvñgefehrlichenlaſt len
gerzutragen/Allermaſſen Wirs dann bereitetzlichen vnſern Herrn Freunden
zu wiſſengethan Ewer Key: May: auch vuſermallergnedigſten Herºn jetzo
tnaller vnterthänigkeit zuberichtennitvmbgehen können. Bitten demnach
Ewer Kay: May: demütigſk/ Siegeruhen das von vnsin allem guten zu,
vermerckenvnd keiner andern geſtaltauffzunehmen als allein daß Wir vns
in warheit deſſen außfeinen andernvrſachen mehrers vnterfangen vnd deme
ſenger vorſtehen können anßallermeiſter forchtlinfallhierauß was ſchädli
ches entſtehen ſolte damit Wirnit etwoeinvbelendanck dafür haben vnder
warten müſten Wirtragen auch keinen zweiffel Ewer Kay: May: werden
nach vernehmung dieſes vnſeres auß ſonderbarer auffrechter vnterthänig
keitthuenden berichtevndentſchuldigung/gmedigtſt wolwiſſen hierinnen eine
gutevorſchungzuthun/damit Ewer Käy: May:hochheit vndwoten nichts
benommen werde vnnddero handlungen oder begehren in künfftigtn dieſemr
Königreich vnd andererorten keinehinderung beſchehe. -

Wir aber allergnedigſter ZKeyſer/deroſelbengetrewe Vhterthanen wöllen in allé


Was zu auffnemnng'Ewer Mayeſtet wolfahrtdienſt: vfferſprißltch iſt in aller demuth
an vuſern Perſoneu nichts erwinden laſſen / Ewer ZKey: May: allervnterthenigſt zur
gucdlgſtemſchutzvns hiemitbevehlend. Geben zu Prag am Montag der gedechtnuß
der H-Jungfraw Mariae Opfferung. Anno 1 75,
Ewer Kay. May. - *

Gorewe Vnterthanen . . . - - - -

AuffEwer Kay. Mayſonderbarebewilligunganß allen dreyen Ständen


-- deſ Königreichs Behaimbſubvtraque zuvorſtehern vuſerer Prieſter
- - ſchafftvnd Religiongewehlte Perſonen Nun I.
DerBöhmiſchen Ständ ſübVtrag, ideſ

- - Num. 4. / Är
Das lurament der Prieſterſchafft deß sntern Prägeri
ſchen Conſiſtoriſovon dem Erz Biſchoffordinirt worden: Wels
ches Siebiß zur renovation deſ Conſiſtorijvon den Herrn Ständen
deß Königreichs BehembſubVtraq: Anno
- 16.09.leiſten müſſen. - -

Im Nahmen GOttesdeß Vatters Sohnes vnnddeß Heiligen Geiſtes


fl(.. f

ChN. Prieſtertc.Glaubevñbekenneveſkiglich alles dasjenige win


ſonderheit innbekanntnuß deß Glaubens, deſſen ſich die H. Römiſche
Kirchgebrauchet begriffen Nemblichen Ich glaube an einen All
mächtigea GOtt den Vatter vnd Schöpffer aller ſichtbarervñvnſichtbarer
dinge. Vnd anvnſern einigen HErnJeſum ChriſtumGOtteseingebornen
Sohn/vom Vatter gezeugetvor der ganzen Welt anfang/warhafftigeGott
von warhafftigem Gott geboren/nit geſchaffen mit dem Vatter eines weſens
dardurch alles geſchaffentſt/Welcher vmbvns MenſchëvñvmbvnſererSee- -
ligkeit willen vom Himelgeſtiegen durch den heiligen Geiſt Menſchliche Na
turangenoñien von der Jungfrawc MariavñMenſch worden. Auch für vns
gecreuzigetvnker Ä Pilato/gelittenvübegrabé vß am dritten tage Auf
ferſtandenlaufgefahren gen Himmelfiet zur Rechten deß Vatters/vñwird
widerkeñten in der Hertligkeit zu richten die Lebendigenvñdie Todten deſſen
Reich keinende werd ſein. Vnd an den Heiligen Geiſt, den lebendig machendé
Hernder vom Vattervñdem Sohnaußgehet mit dem Vatervñdem Sohn
zugleich angebetet vndgeehret wird vnd durch die Prophetengeredet hat. Vnd
bekenne eine allgemeinevfi Apoſtoliſche Kirchenvñeineeinige Tauffzurver
gebung der Sünden vüwarteauffdie Aufferſtehung der Todten/vndeint -
bender zukünfftigen Welt,
Ich laſſe zuvñnehmeanveſtiglich die ApoſtoliſchevñKirchenEinſetzung
ſowolandere der KirchenBeſchlußvndanordnung Item die heilige Schriffe
laſſe ich in dem verſtandvider der heiligen Schrifft außlegung vnd will ſolche
mit anderſt befürdern oder anßlegen als allein der heiligen AltVätter einhelli
genbeſchlußgemeß. Deßgleichen bekenne Jch warhafftigvñeigentlich ſieben
Sacramenta von JEſudem Herrn Chriſto eingeſetzer/vndznerhaltung deß
Menſchlichen Geſchlechtslauch eines jedwedern Seeligkeit hochnotwendig,
Nemlichen die Tauff/Firmung/dz Sacrament deſ Altars die Buſſeſdiele
ke Oelung/Prieſter Weyhlvñden Eheſtand:die alleſampt gnademit ſich brin
gen. Das auch außdieſen Sacramenten weder der Tauffvnd Firmung noch
auch der Prieſter WeyhOpffer ohne
-
sº -
nichtgeſchehen"F -
so Beylagender andern Apologia
Ole vs. der Catholiſchen Kirchen ratificirteſatz: end Ordnungen in läß,
ſicherübung oberandter Sacramenten nimme Jchan vndzulaſſe dieſelben
clevnnd Ä g!! Was inſonderheit Ä Li! Niddér
Rechtfertigung auf dem Heiligvnd Heiligſten Üöncilioji Trident beſchloſ,
ſenvnd erleutert worden das acceptirevnd beliebe ich gleichfals.
Jchbekeñe auch daß bey der Meßdas waareeigetliche ſchmerzliche Opffer
vor die Lebendigen vnd vor die Todten/auffgeopffert werde vñin dem allerhei
ligſten Sacrament deſ Altars der waare weſentlichevñvollkoffene Leib vnd
Blut mit SeevñGottheit/vnſers HErn Jeſu Chriſtidaſey. Vnd das alſ
# beſchehe eine verwandlung der ganzen ſubſtantz,deß Brodtsinn den Leib.
nd der ganzen ſubſtantz deſ Weins in das Blut welche verwandlung die -
Catholiſche Kirch Tranſubſtantiationem nennenthu-. - - - - " -

Wir bekeñen in gleichem das vnter einerley geſtalt der ganze Chriſtusjvñ
das waare Sacrament empfangen wird Vſ ich halte beſtediglich darvor, daß
ein Fegfewrſey.SVnd daß die dariñverbleibčde Seelen durch verbitt der glau
bigen/von daſien einer hiffe genieſſen. Gleichsfals daß die mit Chriſtoherſch?
den Heiligengechtet werden ſollen. Nie weniger bekeñe Ich beſtendigſtdaß deß
Herrn Chriſti der Mutter Gottesvnd ſtets reinen Jungfraw Maria ſowo
anderer heiligen Bildnuſſen ſollen geehretinacht genoñien/vndjnen gebürti,
odereverenz vnd Ehrerbietung bewieſen werden. Den Ablaßvñſeine Gewalt
daßervſ deſſen gebrauch von Chriſtodem Herrn zu obſerviren hinterlaſſen
zu groſſer Seligkeit diene vorgewtſſeich. Die heilige Apoſtoliſche vnd Catholi
ſche Römiſche Kirchenaller Kirchen Mutter vñ Meiſterin zu ſein bekeñeich.
Dem Römiſchen Papſt vnd Biſchoff deßheilige Peters Fürſtliche Apoſtoli,
ſchen Nachfolger vnd deß Herrn Chriſti Statthalter ſchwerevndgelobe ich
rechteviiwaaren gehorſam,Alles anders durch die heiligevñallgemeine Con
cilia vñínſonderheit was von dem heiligſtëConcilio zu Trident außgangège
ſchloſſenvndpublicirt worden: das acceptic pnd bekenne Jchvnzweiffelbar
vnndverwerff verfluch entgegen alles was demezuwider laufft deßgleichen
allerhand vonder Kirchen verworffene/verachte vnd verdampte Kezereyen.
Dieſen rechten Catholiſche Glaubčauſſerdeſſen niemand ſelig werde kan
Pnd den ich jeoauß gutemfreyen willen bekennevnd warhafftiglich haltewil
ich ganz vnrerverſehe/bißauff die letzte ſtundemeines Lebensauffsbeffendigſt
mit der hülffeGotteshalten vi bekennen. Meine Vnterthanendeß gleich an,
derevnter meine Juriſdiction gehörige den zuhalten/vnndinacht zunehmen/
dahinvermögen auch ihnen das Predigen ſoweit Ich darzuverbunden bin.
Jchobbemelter Prieſter verſprechevñverbinde mich hieriñen miteinkEydt
vndhierzu verhelffemir Gott vnd dieſes HeiligeEvangeliſilich Johannes N.
habemein Glaubensbekeñtnußvermög der EinſezügdeßConcilijzu Trident
gethanviſagezuldaß ich deßheiligéingroſſerverſamblunglamtage S.VVen
9
*

Der Böhmiſchen Ständtſübvtrad;. 13


eeflai, Anno so. angefangenen vſ geendeten Synod verordnung/ vnd was
mir gebüren wirdt fleiſſig vndgetrewmich verhalten daſſelbe würcklich erfülle
vnndſoweit nurmüglich helfen will damit allevnder meinen verſpruch gehö,
rige ebenermaſſen deme gleich ſich verhalten. Daßverhelffe Goitvndalleheilt,
gen. Im Nahmen deſ Vatters Fvnd deſ Sohnes..vnnddeß Heiligen
Geiſtes - Amen. « . .
Num, 15.
Das außgangene Ediét wider der Brüder Prieſter
- ſchafftvndjhre Zuhörer. -

Jr Rudolffder Ander von Gottesgnadenerwöhlter Römiſcher Käy


KI"tienvnnd Eroatien/?c-König e. Erzherzog zu Oſtereich Marggraff
ſerzuallen zettten mehrerdeßReichs zu HungernBehemb/Dalma

zu Mehrern/Herzog zu &ußenburg/vnd in Schleſie Marggraffzuaußitzle.


Entbitendem Hochgebonenden WolgebounèGeſtrengèErnveflen/Erbaut
vnd Vorſichtigen N.Herren/Rittern vom Adel/Prägern vñStettëanchal,
len anderen Inwohnern vñvnſern Vnterthanenlaußallen Stendenvnſeres
Königreichs Beheimb/vnſernliebe getremen Vnſere Käyſerl.gnadvndal,
esguts. Liebe getretven/ Wir fügen euchzu wiſſen, daßvns gewiſſe Nachrich
tung vnd berichtvorkoffen. Wasmaſſen wider nit eines hiebevor Irer May:
vnſers Herrn GroßVatters vnd Hern Vattersſowokanderer vnſerer Vor
fahren Könige zu Behembhochlöblichergedechtnuß Ernſtlich beſchehenèvſ
durch die gemeine Landtäge publicirtenverbot Jrviel hohévñnidrig?ſtands
Perſonen im Königreich Behembineneinčanhang an diePickhartëſonſt die
Waldenſer Sectoder wie ſie ſich Brüdernennengemachtvnd denſelbennie
allein auffjhren Gründen in Schlöſſern Veſten Sien Stätten Märck,
ten/Dörffern vnd Höffen: Sondern auch allhie in den Präger Stätten/bey
vnſerer Käyſerlichen Reſidenz vñingegenwart vnſerlanvnterſchiedlichëör
tern in den Häuſern diezuſañenkünſten vñverſañlungengeftaten vñzulaſ
ſen:vñdarbey mit allein das gemeinevſ Bawern Volckſondern auch Hern/
Ritter/vnd Bürgers Stands Mannes vnd Weibs Perſonen eine groſſe an,
zal ſich verſanälen einejrtige Lehrmit Predigen Singen vñanderen dem H.
Glauben widerwertigen adminiſtration exerciret vnd gebrauchet: hierdurch
dann die ſchädliche durch die Compaëtata, Cands Ordnung vñgemeineKand
tägelengſtverortheilte Pickartiſche Sect/vontag zittag zu verfürung deßgte
meinen Mannesjelenger je mehr mächtig zunehmen wachſen/ vnd widerin
ſchwang gebracht werden wolte. Vnd Wirvns nun zu denjenigen Perſonen
die ſich deſſen vnterfangen auch zu anderen ſovber ſo ernſthaffte befehlch/vnd
zu etlich mahlen außgangene Mandata ihre verſamblung gehalten oder
---- - Ri zuſam»
132 Beylagen der andern Apologia
zuſammenkommenſeindaß ſie ſich hierinnen in einem ſolchen vngehorſamb
hetten betretten laſſen ſollen keineswegs verſehen. -

Wanndandergleichen Secten durch angezogene Landts Ordnung höchli.


ºchen verbotéſie die Pickharten oder Brüder dahere zudem ordentlichen Richt
mitgehörigvñjnenals abgetreſten von der im Land zu Behembangenommen?
Y Religion daſſelbe keineswegs dienen kannoch mag: nit weniger dieſe zuſam
menkunfftenvñ Predigten außtrücklich Königs VVladiſlaiperſchreibung vñ
der Könige mit den Stände beſchehene gewiſſen beſchlüſſen auch pnſermbey
vnſerer CrönungeGott dem Herrn der Jungfraw Mariatalen Heiligenvñ
den gehorſamen Ständen/vnſern lieben getrewégsleiſten Jurament: daß Wir
vber guterordnung/vñderheiligen Ä deren die ſub VnavñſubVtraq:
communicirn handhalten dieſelben defendiren vñſchüen/ vñanderejrrige
vñPickhartiſcheSectentnvnſerem Königreich vnd Landen nie dulden ſollen
mächtig zu widerſein vndlauffen. Vnd alſo nit mehr zulößlich daß durch vn.
ſernachſehen/ſoerdachte Jrºthuſſten oder Ketzereyentneingröſſers zunehmen
gerathen ſich erweitern vñvermehren ſollen. Derowege erinnern Wirbemelte
Ständevnſere liebe getrewelinſonderheit diejenigédie mit dem Pickhartiſché
gifft angeſtecket wordégnedigſkſich zu dem vralten heiligen Chriſtliche Glau
ben/vndjhrerlieben Vorfahrer Einheimiſchen Religion widerum zu bekehré
von der verführiſche Brüderſchafft abzutrette abzuwendenvñmit anderëge
trewenvigehorſame Kindernder Apoſtoliſche Kirchen ſich zuvereinigvñzu
vergleich. Ferners aberbefehlenWiringemein allendaßihr von dem heutige
-
tag an ſolchezuſaffienkunftévñwinckel verſatilumgedaß Singen vſ andere
adminiſtration wederheimblich nochoffentlichauffeweren Gründénitgeſtat
tenhalten oder ſich deſſen gebrauchen noch jemandsandermzuhaltenvnd zu
gebrauchéverſtattendvn.vberſehen/Benebensallejre hierzugebrauchte Häu
-
ſertalsbaldſperten verſchlieſſen/vñmiePfalen verſchlagé: Vñim falletwa in
den Kirchenſolche PickhartiſchevñBrüderiſche oder ein andere verwirreéeht
würde vermerckt vfigepredtgetwerden dieſelbe von dañenabſchaffenvñdage
genalldahinordêtliche von dem ErzBiſchoffzuPrag oder von dem Admini
ſtratore deſ Conſiſtorijlub Vtraqsgenoffene Prieſter Einſetzen ſowolewert
Vnterthanen mit ernſtanhaltëſollet/von bemelterjrigen Lehre der Pickarti
ſchen oder Brüderiſche Seckt zu weichen davon abzuſtehéjrezuſañenkunff
tenvñverſañlungélauchallejrervnordentliche PrieſterPredigtéin den Heu
ſern vñanderſtwo abzuſchaffen dieſelben nie mehrzuhalten ſondern zudem in
dieſem Königreich angenomenenvñdurch die Landsordnung ratificieten,vñ
beſtertigt glaubenvñReligion lub Vna,oderzudenenſovermögder Compa
&tatenlub Vtraq: communicirnzutretten darnach ſich zu reguliren - auch
entlichen hierinnyndin dieſem allen ſich alſo vndnit anderſ alſ FÄ
---- A -
Der Böhmiſchen StändſübVtraq, 133
WVladiſlai Mayeſketbrieff (welcher in Originaliauffm Schloß Carlſtein
neben anderen Landes Privilegien vndſachen verwahrt behalten wird pnnd
deſſen glaubwürdige Abſchrifft allhiebey dieſenvnſeren Patenten zueinesje--
dern wiſſenſchafftlauß gewiſſen vnſeren Käyſerlichen Befehltchgedruckt wor
den)in ſich heltvndbeſaget in allen vndjeden Punctenvnd Clauſeln vnver
brüchlich zuverhalten/beyvermeidungvnſers Käyſervnd Königlichen zorns
pnd Vngnadidann ſoferne jemand dieſenvnſern gewiſſen Befehlich gemeß
ſich nicht verhalten denſelbenvbertretten/vndbemelte zuſammenkunfftenicht
einſtellen ſondern Sie auffſeinen grundvnnd Boden esſey heimblich oder
offentlich verſtatten/vnd die Außmeſſung dieſes Mayeſtetbrieffs in dem aller
geringſten Artickelbrechen würde gegen deren einem jeden werden Wirvns/
als gegen vbertretternguter Ordnung zerſtörern der Rechten/vndvngehorſa
men wiF vnſer Käyſ vñKönigl: Befehl!ja als Feinde gemeines Landes wo
fartwiſſen wie zuverhalt gegen jnen zu procediren/vfanden zum Exempel
mitwircklicher ſtraffverfahrezulaſſen. Hiernach ihreuch nun allevfieinjeder
inſonderheit wiſſent das es vnſergewiſſer endlicher vñernſtlicher Befehlich/
auchgnädigſte warnungſey zuricht vñvor fernerer beſchwer ſowir niemand
göñentvoltélzuhütë. Zuvrkundhabéwir vnſer Käyſ: Sigill in diſemvnſeren
Mandat auffdruckëlaſſen. Gebenauffvnſerm SchloßzuPrag/Montagsam
S.Maria Magdalenartag. Anno 16oz. Vnſerer Reiche deß Römiſchen im
27.deß Vngeriſchenimzovnddeß Böhmiſchen im 27.

Mayeſetb
König Vºdiſanen/Welch rieffvon den Pickhartendie„
ſich Brüdernen er ſich in der KauffquaternderAb j
ſchrifften einverleibt befindet Anno45. Mittwochs
vor Sanct Dorotheen Tag. -

JrVVladiſlaus von Gottesgnaden zu Hungern Behembvnd Cro


WI
-
atien König Marggraff zu MehrernlHerzog zuéußemburgvnndin
Schleſien Marggraffzu Lauſitz/tc. Thunkund mit dieſem Vnſerm
Brieffmäñiglich. Als Wirvermercketdaß ſichlinvnſerm Königreich Be
bembſowoldem MarggraffchuñMehren mächtige Pickhartiſchejrthuñer
außgebreitet.vontagzitag/jelenger je mehrzunemévñgröſſer werdč: Vñdo
Wir demelenger zuſehe/ſolcherjrthnn nit allein nur Vnsvnſeren Erbevnd
diſem Königreich ſondern villeicht auch der ganzen Chriſtenheit zu ſchade ge-
reichet möchte. So haben Wir nicht gewolt damit diſer vnd dergleichen -
Pickhartiſcherjrzthum zu fernererfortpflanzung vnd Ä
widerGoet/ſeineliebeMutter/vnd ſeine heiligenlauch wider den OChriſtlich?
Glauben: Angeſehen/Vinſerer »sºziºrs erºsz T
«

23- Beylagen der andern Apologia


reichBehemhin groſſehoheit vnd würdegeſeztigereichen vnd kommen. Wol
lenauchnitverſtattendaß dieſes in allen Landen in Ehrvñdigniteten ſchwe
bende Königreich) inzeitenvnſerer Regierung zum abnehmen vnnd Deſpect
ſeines guten kobsgerahrenſoll in betrachtung vndfleiſftger erwegung Vnſerey
Pflichevnd Eydiſo Wir Gottvnd ſeinen Heiligenbeyvnſerer Krönung in
allen Landen geleiſtet:haben alſo auſ der vmbligende Chriſtliche FÄ
lich: vnnd Weltlichen Standsermahnung in Vnſermganzen Königreich
Behembeinen allgemeineandtag auf den Dienſtag S.Jacobi außgeſchrit
bendarzu die Würdtgen vñvnſere Batterin ChriſtoJohanſen weylandBi
ſchoffen zu Wardeinvnd Staniſlaſ Biſchoffen zu Olmitz/vnſere Andächtige
liebe getrewe geordnetvndjnenkrafft Vnſers Brieffs völligen Gewalt zuab
handlüg/fchliſſung allvñjeder notturfft auch abſtellügaler vnordnung in ge
melte Königreich gleich als ob wirvnsin eigener Perſon ſelbſt dabey befündé
gegeben. JAuff das nun was Krafft ſolchen gewaltsbemelte Biſchoffe mit
-- Rath der Herzen/Ritterſchafft Prägervñanderer Städtacceptirn, beliebt -
vñſchlieſſe alles ſteevñvnverbrüchlich von alle Stände gehaltëvñhandgeha
bet werde. $ Sothun wir außKöniglicher macht als König zu Behembimit
jrem Rathvñſamtliche der Stände Einwilligévondé Pickhartiſchëjrthuñ
nachfolgédeverordnügvñaußmeſſung wolle auch daß es vnſere Vnterthané
zu Ewigenzeiten endlichen alſo halten ſollen. Vor das Erſte das alle Pickhar
tiſche offentliche vfheimliche zuſamenkunft vñverſamlungëabgeſchafft/ein
geſtellt/vnd dagegen die ort mitgetretvenfroñien Leuten erſetzt. Vnd ſo Sie in
Kirchen oder Klöſtern ihre zuſaffenkunfftengehaltéſdieſelben geſperrvndal
ſo allen ihren offentlichen zuſammenkunfftenesſeyan denen ortenda. Sie ſonſt
gewöhlich ſich verſamlen oder in den Heuſern vnd Stätten/nweggetretten
vnd durchaußjnen ſolches an keinem ort mehr zugelaſſen werdéſolle.Jtem alls
heimlichevndoffentliche Lehrvñſchrifften jhresjrthumbs ſollen abgeſchafft,
eaſſirt,allejre geſchriebenevit gedruckte Bücherverbreñtwerde Vñkein Hertf
- Ritterſtands Perſon noch Stadtnitgeſkarten dergleichen Büchervñtraéta
ten,in irengebieten weder zuſchreibenſzudrucken noch zuverkaufen: würde
es aber jemandt jegends wohin bringen 1 vnnd es ſich bey jhme befinden
der ſoll nach der Herenvnd Land Rechtsſitzer erkenntnuß würcklich geſtrafft,
werden. Itévon dem heutigetage anſolljnenalle adminiſtration vñreichüg
deß Abendmals wie ſie es halten auch die Tauff vnd Ehliche Copulation ein
geſtellet vñmindert mehr zugelaſſen ſein: Sondern ſolches die Prieſter welche
ſiejnen beederſeits belieben verzichten. Item allejhre Lehrer vnd Vorſteher ſo
jhnen Predigen/vſ ſolchejrzthumer Lehren vñFühren die ſollengletchsfalszu
rechte gebrachtvübeederſeits Prieſterſchafft vorgeſtelt werden vf zu welchem
theißenuntrettéſich nachdeſſelbentheils Prieſterſchafft Regulirnvñrichtë
- - ºtzd
Der Böhmiſchen Ständeſubutrag. 135.
vnd deme alſo bald würcklich nachkommen. Wolten Sie ſich aber durch die
jhnenvorhaltentevnterricht vberdiß nicht weiſſen laſſen. Als denn ſollen Sie
in dte gewaltvnd beſtraffung zuhanden dem Obriſten Burggraffen zuPrag/
indeß Königsmachtvberantwort werden/vnd der Herº Burggraffzt Prag
wird ſich gegenjhnen nacherlangterbelernung von den Herrn vnd Adelaußm
Land.Rechten hierinnen verhalten wie in einer andern ſachdavon der Köni
glichen Mayeſtet verordnung außmeſſung thut.
Item alles dasjenige was obgeſchrieben ſoll von allen Ständen den Herº
ren Ritterſchafft Prägern/Kutenbergern vñandern Stette vollzogen deme
ſatisfaction geleiſtetrñnoch vor Weyhnachten gewißlichen effe&tuirt werde.
Vñob ſich jemand außallen dreyëStände deß Königreichs Behem mit diſer
vollziehung nachleſſigerzeigen obbeſchribenen vnraths nochmals vnterfange
vndesauffjneoffentlich dargethan würde derſelbe ſoll von dem Heran Obri
ſten Bnrggraffen zuPrag einmal beſchickt vñſich diſerverordnung gemeßzu
verhalten ermattet werde. Da ersaber nach vermahntung in den nechſké 14.tg
gen nicht theteals dann wird Ern von dem Ampt ſchrifftltch zum andern mal
eitirn laſſen. Vnd ein jeder Herº oder vom Adel Mannes oder Weibes Per
ſon/oder auch eine Statt wird ſchuldig ſein/vor den Hernvnnd denen vom
Adelhierauffauff das nechſtQuatember nach der beſchickung ſich zugeſtellen.
Jtem/wann jemandeinen Pickhartiſchen Lehrer oder Pickharten/Mañes
oder Weibes Perſon zu ſich auffnehmevnd denſelben ſeinem Hernnitwolte
folgen laſſen mag derſelbe Her deſſen Er geweſen iſt den andernder Straffe
halber vor das Land Rechtſampt den beklagtenſehen als wie wegèvorêthaltüg
eines Vntetthamengebeuchigladen. Welcher dann die erlegügder Straffvſt
folgung deßauffgehaltenen ſchuldig ſein ſoll. Würde aber ein ſolche Perſon nit
gefolget/ſokan manjhn noch einmal ſolcher Peenhalber ladenvñſie ſo offeer
haltembißeinderaleichen Pickartiſche Manneseder WeihesPerſon herauß
gegebéwird. Jédas gemeinePickartiſche Volckaußallen Stände Mañs
vá Weibes Perſonéſol zu Rechte gebracht vñvon ſolchen Pickartiſchenjrt
huñdurchbeyderſeits Prieſterſchafftverſtediglich abgemanet werde Vüdie
Herten/vom Adel/Prägervñandere Stätte ſollen die Pfarren mit Prieſtern
beſetzen/vfijhnen die Nutzungevon den Pfartengöñen.Köüten ſie aber nit zu
allen Pfarten Prieſter bekommen ſomag ein Pfarrer gleich 6 weniger odermehr
farenaſiemen/ſoweit es nur beſtreiten kan/vñein jederſollzu den Pfarten
eine eingepfarte beſchriebéhabädte Kirch Kinder aber in dieKirchen gehe zur
PredigtvñderPrieſtervnterzichtinglaubensſachen Gebietendemnach allen
vnſern diſem Königreich einverleibten Vnterthanen Geiſtlichenvi Weltli
chen Städes dieſe vnſere beygemeine LandtagmitRath der Hermèvom Adel
Prägervnd anderer Stettedeß Königreichs Behemblauffgericht anordnüg
- - aller
-
j36 Beylegenderandern Apologia -

allerſeitsjrtraußmeſſung nacheinvollkoffenes genügezuchun/vhb.dastnän


niglich deme gemeß ſich verhalte bey vermeidung vnſerer Königliche Straff
- vñeinfallung invnſern Königlichen zorn vñvngnad. Wir befehlen vfgebie“
ten auch den HertnvñOfficirern, denen von der Ritterſchafftvnd den andt
Rechtsſternöenen Wtr mit Rath die geſambten Stände/vnſere Vntertha
nendeß Königreichs Behemb/vnſer Königreich vñ Land zu Beheimb/invn
ſerer Abweſenheit zuregirätauffjrgeleiſteEydvñPflicht die ſie zuföderſtGott
Vns den Herrn vnd derRitterſÄ allen Ständen vügemeinčdendeß
Königreichs Behernbgethan zu adminiſtriren anbefolenvñvertrawetauff
orſchunguthun damit wie
ſolchenjren Eydean Bnſer StatesmitfleißdievInſge
anderejnen von Vnsvntervnſermvñdeßéandes lvertrauteanbefoh
lene Vnordnungen abgeſchafft zugleich auch der Pickartiſchejrtthuñgenzlis
chen eingeſteltvñcaſſirt vñzu weitern auffkoffienjmekeinraum gelaſſen wer
deallermaſſen Wirjnen diß gentlichèglauben. Zuvrkundhaben Wirvnſer
Königlich Inſigelandteſen Brieffanhengenlaſſen. Geben zu Ofenamtage
S.aurentiAnno 168 Vnſerer Reich deß HungeriſchenimAchzehenden
vnd doß Behemiſchen Sieben vnddreiſſigſten,
vide ſupra Der KäySNay: Befehl/andenvnter Caſſierer/wegen
Paß9. Erſetzung der Raths Perſonen in den Stätten,
Dem Geſtrengen Burckhart Totſchnick vonvnndauff Krſchimi vnd Pro
ſtibor 1 vnſerm Rath1 Vnter Cammerern deſ Königreichs Beheimb
vndliebengetrewen. „
Rudolffºe.
(º Eſtrenger lieber getrenwer: Wir ſind berichtet worden, daß in vielen
-

Städten diſes Königreichs auſſerdeßvhralten Glaubens deren die


ſub VnavndſubVtraq; communiciren, die Pickartiſche oder Brüs
deriſchevnd Calviniſche Secten auch viel anderer newenéehrſrºthumberers
wachſen/vndſolches meiſten theils daherodzdergleichen verjrrete Perſonen in
den Rathvñandere Embtergezogen werden. In welchen ſie alßdann nit nur
allein die Einfeltige von der indiſem Königreich gebreuchigen altenvñerkans
ten Religion jrem böſen Exempelnachtabführen, ſondern auch ſich auffjhre
Pflichten vnd Empker verlaſſene 1 denen von dem Conſiſtoriobeyjhnen ein»
geſetzten ordentlichen Prieſterninjrem beruffteingriffvndaußmeſſungehun
wie ſie es bey den Kirchenhalten was ſie predigen vnd zu welcherzeit die von
der Chriſtlichen Kircheneingeſetzte Feſttagefeyern ſoltendörffen ſich auch nie
wenigervnterſtehen die Schuldiener vñ Rectores,jrem belieben nachdeßgleis
chen die Pfarren mit herumb vagirendenvnordentlichen Prieſtern/welchevon
keinem ordentlichen Biſchoffnitordinirt,darzukeinenformata haben Vnd
- ds
A -
Der Böhmiſchen StändſübVtrag. f37
die entweder Ehelich/oder eines böſen vnexemplariſchenlebensſeinſzubeſtellé.
Bñdtßalles wider derStändegewiſſeverträge wider deß KönigsVVladiſlai,
durch die Landtaffel Confirmirte Mandat, wider die Landts Ordnung der
hochlöblichen Vorfahren beſchehenes verbott Vnnd dannzuwidervnſern
newlicherzeit in dieſer ſach außgangenem Mandat. -

Wann Wir dañkeinesweges geſtatten wollen, daß dergleichen jrthuſſen


vñSecten/dadurch nur allerhand zerüttungévñvbel herkomen zum verderb
vnſerer Vnterthanévñverführung jrer Seelen/weiter einreiſſen ſollen. Dere
wegen ſo befehlen Wlr dir hiermit gnedigſt dn wolleſt hinfüro/wañdu inVn
ſeren Königlichen Stettenesſeyin welcher es wolle den Rath vernewrêoder
andeiner ſtat durch den HoffRichter vernewrêlaſſen wirft mit ſondern fleißin
acht nennen damit diejenigen Perſonen dienitentweder ub Vna oder den vr
altenglaubč ſubVtraq zugethanvnd ſich mitwie vor altersgebreuchtg/nach
den ordentlichen von den Bifchoffen ordinirten Prieſtern richten in den Rath
nitgezogen ſondern venjrenjrthumenabzulaſſenvñſich mit anderenfroffen
Chriſten im Glauben zu vereinigen ernſtlich vermahnet werde. Benebensjnen
auch keine wtnckel Predigtévñzufaffenkunfft geſtatterſondern daß ſie ſich in
allenStettenvnſerennewlicherzeit außgangenen Mandatengemeßverhalt
notwendig verordné So wolob deme/was von dem AdminiſtratorevñPrä
geriſchen Conſiſtoriolub Vtraq bey denenvnterjhre Jurisdictiongehörigen
Kirchen Ä von Vns befehlich beſchehen zugutemver
ordnenabſchaffen vnd widerumbinden alten löblichen ſtande bringen wird
würcklichenſchutzvndhandhalten. Bndwie du dieſachen befindeſt auch was
du hierinnen(wie Wirandeinem fleißnitzweiffeln)verzichteſtvñverordneſtº
deſſen wirſtuvnsvnverzüglich durch dein Schreibèvnterhenig zuberichtënie
vnterlaſſen. Hieran vnd in dieſem allem/vollbringeſtu Vnſern Käyſerlichège»
wiſſen vndendlichen willenvndmeinung. Gebenauffvnſerm Schloß zu
Ä Mitwoch nach dem Sontag in der FaſkenJudica, 16oz- Vnſerer
eiche deſ Römiſchen im 23.deß Vngeriſchen tmz.vnnddeß Böhmiſchen
m28.Jahr. -

Rudolff/tc. - -

Sdenco Adalb.PoppldeLobcovicz
- : S, R. Boh: Cancellarius. -

- - - - --- - - - - - Admandatumsse: CeßMajeſta


- tisºproprium
einrich von Pißni
Johann Menzel- ,
- - S Num.
Fideſupra 38 Beylagenderandern Apologia - .
Pag vo. \ Num, I6.
DieGavinina, welche Änjder Römiſchen Kayſ
May: Rudolpho/von dem Theilſüb Vtraqzvbereicht
worden.
F, AK» Rſtlichthut die LandsOrdnung ſublit: A. dieſe außmeſſung. Daß ein
E theilden andern nicht ſchändenvndſchmähen ſollbeyvermeidung der
*- ſchmehung halber/darinnen außgeſetzten Straff. - -

Item. Welcher Prieſter den anderntheilſchmehen würde 1 der ſolle beim


LandRecht vorgeſtellt werden. Dieſer außmeſſung zu wider werden diejenige
Prieſterſoda keine Biſchoffliche Weihe haben oder ſich nach dë ErBiſchoff
mit richten:doch gleichwol von vornehmen Academien ihre Ordination vñer
langter Prieſterſchafft halber genugſame Zeugnußvorlegenvorvnordentlich
irrent verführer der Menſchen Seelenoffentlich erkleretvñthut ſich der theil
fub Vna,vnddeß Conſiſtorij Prieſterſchafftjhrer ſo weiteuſſern vnd entſchla
gen/ſampt Sie etwooffentliche Ketzer vnd vnehrliche Leute wehren. Wollen
auch mit ihnen keine gemeinſchafft halten.
F Als Anna 197Her Jareſawvnd Anno 1608,Herr Sigmund beyde
Herºn von Smirzstodes verblichenvndjhre todte etchnam auſ denPräger
Städten geführetvnd begleitet werden ſolleda haben die hierzu erbettene Prie
ſtervñ Schulerauß den Präger Städten/bemeltes Herrn von SmrzzPrie
ſterſchafft mit vnd neben ihnen zugehen mit dulden wollen. Ä vber das iſt
Her Hans von Widaule in der Newen Stadt Prag auffm Roßmarck/nur
allein vmbdeß willédaßeraufferſuché deß Herz von Smirz; Prieſtern in
ſeinéHauß zuſamen zukomenviiallda auffjres Herrn CollatoristodLéeichnä
zuwarten vergünſtigetin die Canzleyerfordert/vſijmeſolches als ob er etwan
pneheliche Leutbey ſich auffgehaltëmit ſchwerer bedrohügſtarck verwtſewordé,
Daniel Pleßniwetz ein Prieſter deß Pfarrers vnd DecanizuHorſchigEhe
leiblicher Sohnliſ darumbdaß er in den Ehſtand getrettéindte Cangleybe
ſchickt vndalßer ſich geſtet daſelbſt vor einen Vnordentliche Prieſter erklärt
auch von dañende ErzBiſchoff in ſeinen gewaltvñgefengnußvbergebëwor
den: Deſſener anderſt nitledig werdeköſien/biß eine Reſolutiöauß der Cant
leyergangen/daß er ſich verreverſirnvñverſchreiben ſoll erwelle ſich deß Pri
ſterlichen Amptslin dieſem Königreich vnnd denen darzugehörigen Landen
weiter nicht gebrauchen. Wie gemelte Reſolutionſubdatoden 6. Oétobris
Anno 16.o2.diß mit mehren bezeuget.
Die Herten von Smirzt/habenauff der Hereſchafft Koſtelezeine Colla
tur darzuauch deß HEren Probſteder Thum Kirchenauffm Präger Schloß
Pnterthanengehörig: Entgegehatauchgemelter Her: Probſt eine Collatur.
--- * - - daht
W.

Der Böhmiſchen Stände ſubvtrad. Y39


dahin deß Herten von Smirzi Bnterthanengleichsfalsgehörig. Wienun
der alte Herz Jaroſlawvon Smirziz verſtorben iſt vom Herºn Probſt ſeinen
Vnterthanendeß Herrn von Smirziß Prieſtern den Zehenden zu retchenf
verbotten worden/vnd hat ſich mitſeinenabgangenen Sendſchreiben auffdie
Compaétata gezogéAls aber Herº Sigmund von Smirzitzgleichsfals ſeine
Vnterthanendeß Probſten Prieſtern den Zehenden zugeben abgeſchafft hae
bemelter Probſtſolches an Ihre Käyſ May: gelangen laſſen.
VñobwolderHer von Smirzt mit ſeiner entſchuldigügvñgegenantwort
darwidereinkoñienvñvorgebracht der HerºProbſtſey deſſen ſelbſt vrſachge
weſtbenebens verwilligetiwañſeinem Prteſtern von deß Probſten Bntertha
nendiebezalung erfolgedaß er bey ſeinem Vnterthanengleichmeſſige Verord,
aungthuntvollen jedoch hat gleichwoldeß Herrn Erkieren nie ſtattgefunde
Sondern der Probſt wider dieſe Antwort ſeine Replicam in dieCanzleyvber
geben vnd dariñdeß Herrn von Smirztz Prieſter vor einen Vnordentlich
Verführer der LeuteSeelen/vñeinen ſolchen der deß Prieſterlichen Ampts d
Baal nach ſich anmaſſebezüchtigetdaneben ſich auch klerlich angegeben. Er
ſeynitgedacht ſeinen Bnterthanégewiſſens halber wider Gott vñſeine Obrig
keitzubewilligendieſen oder einem andern(Prieſter)der vnterm Biſchoff oder
dem Conſiſtorionitiſt den Zehend zureichen. Daranffhernacher dem Herun
von Smirzt anbefohlen wordèſdieweildeßProbſten Ableinen billich/deß von
Smirzi Entſchuldigungaber nicht gültig were Alsfolte er derowegen eines
wegs als deßandern/nach außweiſung ſelbenbefehlsbey ſeinen Vnterthanen
verordnendeß Probſten Prieſtern den Zehendenabzuführen.
Hat der vorige Erz Biſchoff wie er ſeiner verwilligung nach Prieſterſub
Vtraq: Ordinirn ſollenvnd ſich darzuetliche gelehrteStudioſ bewegen laſſent
jnen zu verachtung deß Wort Gottes vnd der Religion ſub Vtraqi ſo ſchwere
vnd zuvor niemals obſervirte Artickel/darüber ein Juramentzuleiſten vorge
ſchrieb. Daß ſie dtſelbégewiſſeshathenitannenenköñenſonden von der be
gerten Ordination habe ablaſſenvñdeßwegen andererortenirezuflucht nemê
müſſen. Iſt der Adminiſtrator zuPrag Prteſter VVenceſlauseinalterver
lebter Mann dem Erzbiſchoff in ſeinen gewaltviigefengmußvbergeben dann,
hernach ſeines Adminiſtrator Amptsentſetzet worden deſwegen, daß er ſeine
Tochter Sieſeykein Panckhart entſchuldiget. 3
Seind alle drey Ständehiebevorinſtrittigen Eheſachen im vntern Con 7.
--

ſiſtorio Entſchieden worden an jetzo aber wird es mehrerntheils alles an den


ErzBiſchoff remittirr. -

Hat man das Feſt der altégedechtnußJohan niHoſſ HieronymiimCa


lenderanßgethä vñferner dareinzuſetzèverboten. Da dochvnte geſetzté dato, 3.
diſtsFeyertagsvilſtatlichevſ wichtige Fasº die Landtaffeleinven-t
leibe
-

".
z-O Beylagen der andern Apologia -

leiberfindivñdamit es nur von diſer gedecktnußgantvidgar abketten mäcb


te/werden Järlichen ohne alle erheiſchende notturfftleben an den tag die Prº
ſterin den Präger Städten auffs Schloßvnd in die Cangley ſich zugeſtellen
citirt, vnddaſelbſt biſ nach Mittag zuverhinderung deſ GOttesdienſts vnd
Predigens aufgehalten.
Wird das Wort Gottesfub Vtraq oder von den Evangeliſchen Prieſtern
2.
in Teutſcher ſprach zu Predigénit allein nurtnden PrägerStädtet ſondern
auch gar in den Dörffernnte Ä deſſen iſt ein Exempel an der Fraw
Hoffmannin welche außdem Dorff Libeſmiteinéalten verlebten Prieſterab
ſchaffen müſſen Dadochentgegen die ſub Vuºtnezlichen Kirchen ihren Got
tesdienſtvñPredigtennt nur allein in Teutſcher ſondern auch in Welliſcher
ſprachvnvorhindert gebrauchenvnd ihre Kirchen wie auch gar die Judenjre
Synagogenvnd Schulen befreyeter habenderowegëſe ſolten ja auch die Teut
ſchen/ nemblich die Schleſier vnd Laußnter als incorporirte Glieder dieſes
Königreichs/weüſielwieoffters beſchichtigenPragan Jrer Käy: May: Hoff
oder zu dem Landevndnitalleiñſie ſondern auch die Fürſtenvi Stände deſ
Heiligen Römiſchen Reichs in deroſelbennotturfftenvereſſenvnndbißwei
lenden ortenviel Monatlaygrerharten: mit mehrer Gerechtigkeit vndbillig
keit injhrer ſprach ſich deradminiſtration deſ Wort Gottesvnd der Kirchen
dienſte zugenieſſen/vndzugebrauchen haben. -

IO
Mitwaßerleygewaltvnndbedrengung 1 etliche Obrigkeiten ſubVnajhre
- - -
Bnterthanenwegender Religion/wider die Landtsordnung litA, z.D.34
Sodaaußweiſet dasauffdie Pfarrenlub Vtraq: kein Prieſter ſubVnaein
geſetzt werden ſollt&contra. -
- -

Daß die abgeſetzten Prieſteraußden Pfarenesſeywelches theilses wolle


nicht mehr in ſelbe Pfarien eingelaſſen werden ſollen belegt deſſen ſind Ercm
pelvorhanden. - - - - " " - -

An Herrn Georgen Lobkowitz mit denen zu Commetau.


An Herrn WenzelPleßeylals derſelbBurggraffiu Carlſtein geweſen.
Ay Herin Jaroſlaw von Martinider auch hierinn durchein ergangenes
ſchreiben außder Canzleydarumbgerühmbtvndgelobt worden.
f Herin Heinrich von Pißni Vice Canzlern vnndan den Geiſtlichen
(lſ (Wfl.“ -- - - - - - -- - -- - * .

Denn wieder Abtu Brauna ſowolderauffm Strahofftmit den Vnter


thanenvmbgangen iſt kundt vnd offenbar.
Sohat der AbtzuKönigs Saal keinem ſeiner Vnterchanen die Ehezu
I, Ä ÄÄ
Werden auf Ihrer Käyſ May:Herſchafften faſt meiſteneheils
eheiſs Prieſt (F

Kºyaanseſtädarüber ſich die Wüterhanen umhöchſimbeklagen JK


Der Böhmiſchen Ständ ſubVtraqz. 14r
I2»
Iſt männiglich wiſſentlwasergeſtalt das Prägeriſche Conſiſtorium ſub /

Wyaq; renovirr vnd was vor einPerſon zum Adminiſtratore verordnet wor,
den does doch dem verwicheněčandtagsbeſchlußnach/nit hette beſchehêſollé.
Haben Anno 1603. am PalmSontag die Prieſter zu Pragauffder Can I .
zelvermeldetiſiehetten von Irer Käy:May: Befehlich das Stevon demſel
bentage an ditnachfolgende Tag/bißauff Quaſimodogenitiden erſten Son
ta3 nach Oſtern mit ſonderm fleißabiehlen ſolten was voreinanzahl Volcks
bcy allen Pfurzen ſich zur communion einſtellen werde: Was man damit ge
meinet iſt leichtlich zuermeſſen.
Hat das Kloſter zu Emaus in der newen Stadt Prag/zuvorjevndallezeit I4
dem Theilfub Vtraqszugehöree 1 dißorts der Adminiſtrator ſeine wohnung
gehabtjezoaber bewohnts ein Apt lub Vna.
Iſt die Kirch zu S.Eliſabethauffm Wiſchertadt ſovon alters heroderen
ſub Vtraq geweſen von denen ſub Vnaerſt vor 4 oder 5 Jahren entzogenvnd
hinweggenommen worden/vndals die benachtbartenauſſm Wiſcheradtan
gefangen ſich darüberzubeklagen/vnddeſſen anzunehmen haben Sie nicht ge
ringe beſchwert derentwegen anßſtchen müſſen. .

Hat der Jaroßlawvor Smirzi welcher vor 12 Jahren geſtorbent durch


ein Teſtamentvñabſonderlichéauſfgerichten Brieffwegëſeiner Kirche einer
engewiſſe verordnung gethan/die neben dem Teſtament in die Landtaffelein
vorleibt werden ſollen. Nachdeß HErrn Tödtlichenabgang aber/iſks dazu nit
zubringen geweſtdodoch die ſubVna vieldergleichenſachen ihnen in die Land
taffelein vorletben: vnd diß durch verhinderüg weyland Herrn Wenzel Berka
Obriſtë CandCarſterersvñ Herrn Georgen von Martini ObriſkéCantzlers.
Was vor beſchwervndmühe Her: Stampach wegen der Collaturn, Hert 17.
Lang: Herr Caſpar Belwitz/vnd die zu Cadenjhrer Kirchenhalberaußgeſtan
den das ſtinjhren Supplicationen vnd beſchwerungen zubefinden.
Anno 1éo.den 23. Auguſti,dann hernach Anno 1éo2. den 8. Julij,iſkauff 13.
deßvorigen Herrn ErzBiſchoffs einbringen an Herrn Caſpar Belaizéauß
der Böhmiſche HoffCanzleyvnter Irer Käy. May: Namen vñhandvnter
ſchrifft in Teutſcher ſprach ein ſehr ſchweresſcheibenabgangen: Aus was vrſa
ehen Erohne Jrer Käy: May: vnddeß Herrn ErBiſchopffsconſens, auff
ſeinen gründen zu Königſpergeine Newe Kirch den Rechten der Landtsord
nung vnd den Compaëtaten zuwiderauffbawen laſſen ſolle demnach dieſelbe
alsbaldbeyvermeidung Ihrer Käy: May:vngnad widerumbniederreiſſen.
Ä ſimilibemeltes 1éo2. Jahres den 6. Sept. wegen dererbawten new 19.
en Kirche in Dorff Sagetſchitz außgenañter Böhmiſche HoffCanzleyauff
ebenmeſſgedeß vorigen Herrn Erbiſchoffsanklag/ einſchreiben an Hern
Hans Fridrich angin Teutſcherſprach abgegangëmit wasgerechtigkeit er
Sij wider
242 Beylagen der andern Apologix -

wider das Geiſtlich Recht / vnnd wider die außdrückliche compaëtata dieſes
Königreichs ſich vnterſtehen dürffen auffſeinem grundvndboden einenewe
Kirchenzubawen/vnnd dieſelbe durch Sectiſche Prieſterweihen zulaſſen hat
Sie hernach ſperren müſſen.
Anno 1éo7.am Dienſtag vorJacobi iſt ebenmeſſig an Hertn Caſpar Bele
wiß außder Böhmiſchen Cantzley ein ſtarcker Befchlich inn Böhmiſcher
ſprach mit Jrer Käyſ May: Namenvñhandvnterſchrifft (aberauffweßbe
richt nichtgeſetzt worden) ergangen: Daß Erdtevorwichenerzeit gewiſſervre
ſachen willen im Dorff Sagetſchi geſperrte Kirchen ohne zulaß:vndvortvile
ligung widerumberöffnen/vnd einen Prediger ſo ſich nach keinem dieſes Kö»
nigreichs Conſiſtorio regulirt darein introduciren, denſelben Predigen vnd
auch ſonſten andere adminiſtrationes darinnen gebrauchen habe laſſen.
Dieweilndeñ Jr Käy: May: wider die Landsordnung ſowo auch wider
Jrer May:vndderoſelben hochlöblichen Vorfahren Mandata vñVerbot auſ
ſerdeß Vhraltenglaubens/vnd ReligionſubVnavſ ſubVtraq;, eine andere
im Land zu Böhmen nie angenoñienenebenéehr denen die wedereinem noch
dem andern Conſiſtorio, nemblich deren die ſub Vna oder ſubVtraq: cñu
niciren,nit zugethan/Widerbemelte Landserdnung vñjrem bey der Krönüg
geleiſté Eyd nachzuſehen/zuleiden vſ zuzulaſſennit gebüre. Derewegen ſo be
fehleten ſiejmebey vormeidung wircklicher ſtraff ernſtlich obbenañten Predi»
tanten alſobald abzuſchaffen/ vnd denen hierzuverordneten Perſonen an der
ſpert:vnd verpetſchierung ſolcher Kirchökein verhinderungzu hunnit weniger
warumbergemelte Kirchen ohne anmelden wider zu öffnen ſich vnterfangen
in die Böhmiſche HoffCanzleyPerſönlich ſich zugeſtellévñdeſſen außzufürê.
zI. Seind hiebevorn die Hauptleutin den Präger vnd die Vnter Cämmerer
der Königlichen Stättejevſ alleweg wie die Stätte ſein/ſubVtraq geweſen
anjo aber werde von vik Jaré heronur allezeit die ſubVna dazugebrauchek.
34, Seinhiebevorndieproceſſiones in den Präger Stätten einem jedenjevñ
allewegefrey geſtand? Von vielen Jahren herohat man entgegen die Bürger
anß der Canzleyzugleich auch durch die Hauptleut mit ſcharpffen verachtli
chen bedrohung dazu gezwungen/vñvor 4.oder ſ. Jaren zwo Ehrliche rüder
Gemeinwolvorſtehende Raths Perſonen in der kleinen StatPrag Fridrich
Dtringen vnd Adam Zdrawy/Darumb daß ſie der Proceſſion mit beywohnč
wollen/mit ſpottalißm Rathgeſtoſſen entgegen anderean jreſteilen eingeſetzt.
Alle Druckern iſt verbote auſſerdeß Erz Biſchoffsbewilligügnichts zu im
primirn, Vñdaß die Prageriſche Impreſſores, Martini Philadelphider Aug
ſpurgiſch?Confeſſion gemeßetwa vor 1-Jarenin Mehren gedrucktePoſtill
wideuñauffsneweauffgelegtſeinddeßwegézwecneaußjnenneñlich Geog,
DatſchitzkyvñDanielSedltſchanſkyingeſengliche hafftgenomenvidartn-
nen eine geraumeieitenthalten worden. Werden.
Der Böhmiſchen StändſubVtrag. 143
Werdenbeyvernewerung der Embterbevorauß in den PrägerStätte die 24.
gelehrten vorſiendigen der Rechte vnd anderer Politiſchenſachêerfarnevnd
der Gemeinnnvñdinſthaffte Perſonengeborne Böhmen nur vmb derRe
lision willenriu keinen Amptspflichten gezogéſondern die Erupter mit andere
vngeſchickten, wenn ſie nur der Religion ſubVtraq mitzugethan obesgleich
auch Außlendervnd der Böhmiſchen ſprach nicht kündigerſetzet. Wie deſſen .
in der Alten vnd Kleinern Stadt Prag genugſame Erempel vorhanden.
Send die vorigen Obriſten Land officirer zum Predigten in deren ſub V 25.
raq Kirchenkontenvñhabenden Tauffen/Begräbnuſſenvñ Ehgabé Wie
hergegen die lub Veraq: jrem Religions Exercitiobeygewonet: Wienemblich
beºbjeiten Herrn Wilhelm von Roſenbergs 1 Herin Ladiſat von Lobkowitz
Hoffmeiſters Herrn Adam von Nervhauß/Hern Hanſen von Walſtein/vnd
Heren Jaroſlawen von Smirzizbeſchehen vndiſt nie eine ſolche abſchew der
Religion deß TheilsſubVtraqsalswiejeobeſchicht/geweſ. -

So hat man auch damals niemand in der Religion einigevorhinderügvñ


bedrawung angerhan/ vnd die Prieſterder Augſpurgiſchen Confeſſion nicht
verachtet 1 bißnachmals do die Aldtenvnd andre abgeſtorben von ſelbiger
etttan hat man deſſen einen anfanggemacht.
Solangbey der Canzley der Vice Cantzlervnnd andere officianten deß
Theils ſub Vrraq geweſen ſendt dazumalbeyde Religionsgenoſſeninjhren
ſachen dermaſſen befördert worden. Das kein rheil ſich rechtmeſſgerweiſezu
beſchweren vnd zubeklagen.vrſach gehabt, dergleichen beſchwerliche Decreta
aich wie dieſe Jahr hero nichtaußgegangen. - -
27.
Iſt den Stätten mehr denn den höhern Stendenwegender Religionſu
geſezet worden. Denn weil die höhenStände auffjhren Schlöſſern vñSizen
zuinformation vndexercirung derjugendt/ in den freyen Künſten vnd in
den Theologia keine Schulen haben: Müſten dahero die Stände inkünfftig
(waan die Stätte zu derReligionſubVna gebracht aus mangelerlangungan
dererorttenheroderPrieſter vſi Gelehrtenliren Kindern zu Przceptorn aus
denStetčdieſer Religionsverwañte gebrauchévñalſoſelbeſtjre Kinderdar
zu fürévñleite. Iſt dëMehrernvñ Schleſiern ſo doch nur deß Königreichs
Beheimbmitgliederſein wieauch de Vngern die Religion freygelaſſen ja es
werdčauchin SchleſiefubVtraq:EvangeliſchePriſterordiniret:wievilmche
dan/ſoldiſes Königreich als das Haubt ſolcher freyheit genieſſen.
Iſt Anno 186. Idibus Mareij, deß Pabſks Gregorij dieſes Namens deſ 29.
13 zu Rom außgangene Excommunicatiooder Bannwider die Huſten
VVigleviten Lutheraner ZwinglianerCalviniſten Hugonotenvñalle vije
dandere Keervom Martiao ErzbiſchofuPrag/vner
-
ſºÄ
1(
44- Beylagender andern Apologia
Tittelin Lateiniſcher ſprachgedruckt vndauffm Prager Schloffe an die Kr
chen Thürauch in den Präger Städten an der Jeſutter Collegio vnd an der
Kirchbey S. Jacob deßgleichenanderſtwoléffentlich angeſchlageuwordent
darinnen alle obbenandte auch die beförderer ihrer Lehre vor offentliche Ketzer
benendtſexcommunicirt,vndverbandt ſein. -

Hat Anno 1599.Herr Erzbiſchoff Irer Käyſ: Maywiter Herºn Caſpar


zo. Capler ein Supplicirn vbereicht: Daß wie man alten Chriſtliché Catholiſch?
gebrauch nach Gott dem Hernzu Ehren eine groſſe vüanſehé the Proceſſ
ongehalten denen die Hauptleut deß Präger Schloſſes vermögjrer Ampts
pflicht jederzeit beygewohnetvüſich deſſen keiner von Mannesgedenckëhero
verwegert bißanjezodiſer Kaplerldeme die Hauptmanſchafft anbefohle dafi
wederer noch auch ſein Ampts verwalter mit den Thorſchützen vſ der Schloß
Guardiſichdarbeynitfinden habe laſſen. Derowegégebetten/Ire Käy May:
wolte doch vmb der Ehre Gottes deßgeweyheten Gotts Hauſes vnd vmbder
H. Königlichen Leichnam auch anderer Heiligthuñerwillen/ſolch ärgernuß
vnd Ketzereylan dieſem Heiligenort abſchaffen/vnnd das Ampt mit einer an
dern Catholiſchen Perſon Erſetzen
Supplicirt Anno 1603 den 6. Juni, der vorige HerErtBiſchoffan Ihre
3 Le Käy May:vber Herrn Adamen Bercka vñFraw Eliſabeth von Warteberg
in der Stadt Ceype ſovon alters hero Catholiſch geweſen ſeye von ihnen als
derſelben Poſſeſſornvider Catholiſchen Religion widerwertigen eine verede
rung beſchehenvndein Newerlallhie in diſem Königreich vnbekañtervñfreñt
der Glaube den ſie die Augſpurgiſche Confeſſion nennen darein eingeführt
worden: Welches der Landsordnung/vnd den Landtagsbeſchlußznwider/dafi
Sie einigvndallein Ordentliche Prieſter ſub Vnavndſub Vtraq; vndnieder
Augſpurgiſchen Confeſſion auffjren Pfarren haben ſolten/vm5 Gotteswil
len bittent Ihre Käy: May:wolten doch eineinſehen haben was vor vnrecht
den Catholiſchen von den Newglaubigen Teutſchen Sectent die nichtsgues
dann nur lauter vnordnungen, Gottloſigkeit vndzurüetung mit ſich bringen
beſchehe/vnd ein ſolches weiter nicht zulaſſen oder geſtatten. :: "..
Supplicirtjeztbemelter ErzBiſchoff an Jre Ä May:in ſimilivndbe
33. ſchwert ſich wider IhrGnaden Herrn Herºn Wilhelm von Lobkowitz mit vor
geben, daß jhme der Herr im Erzbiſtumbvnd andern Pfarteneintragthuivnd
ob er auch gleich dieſelben in der Landtaffel haben möchte diewein Ihre Käy:
May:vber die Catholiſchen fub Vaa vornemblich ſchutzvnndobachtzuhalten
haben gelebter der Hoffnung Jrt Käy: May: werden jhme Herºn Wilhelm
von Lobkowitz nicht nachſehen-benandte Catholiſcheven dem Glauben zuei
nerjrigen Religion abzuführen. Noch in der Stadt Biſchoff Teinzdie Prz
dicanten, wofern noch etliche alldaverhanden wie zuvorzuhalten. Ni -

- - mb.
>
Der Böhmiſchen StändſübVtrag. M45
Nimbt ſich der ErBiſchoff der leibeigenenvnterthänigen WeibsPerſons 33.
anvñwill dieſelbenohkt bewilligung der Obrigkeit vñoneloßlaſſung Ehelich
Copulirn,jmen auch das Ehegeliebt aufftringen viizuſprechê daherovielleib,
eigenevnterrhänige Mägdeauß der Herangewaltgefürtvñentzogëwerdémü
ſº JDem Burgermeiſter vñRath der Stadt Komerauſeindzuwider Jrer 54
Käy May:jnen in die Lädtaffeleinverleibte KauffsContračkºvondé Pfarter
bey der Pfar KirchenſübVna mitzuhtiffnemung der Jeſuitäbeyleiſtügdeß
Gottesdienſtsdhellige Tauff Ehegabèvñbegrebnuſſen/groſſevnerträgliche
impedimenta zugefügt worden das geleit hat man jnen mit vergüſien wollen,
ſeveracht vor Ketzer geſcholtenderowege in die BöhmiſcheCanzleygenPrag
cirirt: von dannen Sie ſich auch widerumb mit ſchweren bedrohungen wegen
obbemelter Gottesdienſte/nirgêd anderſtwohin deſ zu den Prieſtern ſab Vna
hrezuflucht zunehmeanheimbs begebemüſſen. Die bemelte einverleibung iſt
fufinden inndemnewen Schwarzengedechtnuß Quatern, ſubdato Anno
1606. Montags nach Pauli bekehrung. N. 23. " --" =% - -

Bringen die Burger zu Prix fub Veraq, deren daſelbſt;éo. Perſonen ſich 35.
befinden vor, daß ſie ſich von alters herovñvber Mañsgedenckéideß Begräb,
mußvñgeleitsgebrauchetbißjhnenauffdeß Herºn Erz Biſchoffs zuPrag im
Rathan Ihrer Käy:May: Herºn Richterabgangenenbefelch/dasgeleitvnd
die Schüler verboten worden ſeind hermacher wann ſie einer Leich mitdem
Creuzvnd ſingen vorhergangenharder Scherchin den Gaſſenſdaß ſie es nie
ehunſoltenvernufft dannenhero zwiſchen etlichen Perſonenetn Mißverſtande
erwacsſen etliche beyder Obrigkeit angegeben/vnd in die 18. Wochenlangge
lich enthalten worden ſeins.
Jf die Beſchwerung der Burgerzu BraumaſübVeraq, was der Apeöa.»
ſelbſt mit jnen von AñosozbißÄño 16gſwegenſrer Religion vorgenoffen!
dſes: Nemblich das gemelterApr wegen der abſonderumgvon ſeiner Religion,
vñnit empfahung deß Heiligen Abendmals ſub Vna,wolverhaltenervber 6c.
Jahraltgeweſener Leutetodre Cörperntrauff den Kirchhoff begraben wollen
Raſſen : Sondern haben Sie innjhren Gärtten begraben müſſen I die
jenigen aber ſo keinegärtégehabtſeindbeyden Straſſen begrabeworden. Deß
Mattheſen Theodolt Eheweibeines gute Namésvñbey70.Jaréaltiſbey
einêvierel Jarvnbegrabé im Hauſe behaltëwordéweilſiederAprnit wollébe
grabelaſſen. Vitals deßwegen ein befehlch auſ der Böhmiſchen Cañer ergä
gen/vnd den Aprendenſelbenbenañten Mattheſen TheodoltszweeneSöhne
vberſchicket hat. Er Steingfänglichehafft werffen/vnd deren nicht eher erlaf
ſenwöllenbißeiner außihnen(Jacobgenandt)zu Communicirndem Apten
bewilliger, Gemelten Jacobs Vatter aber vnd der Eheman hat müſſen ents
chin die 8, wochenlang verbor
ch n/vndſßch
weiche - T. gen auffhalsen. - Jten:
-
4s - Beylagender andernApologia
Jtem als daſelbſt eines vornemen MannesEheweib 46. Jahr alt/Todtes
Herbſtchenvnd man ſie begraben auf den Kirchhofftſtjhr Mann vnd Sohn
bald darauff in die Böhmiſche Canzley citirt,vñallda jhnen von den Obrifté
Cantzler angezeigt worden: Die weil Sie ſich jrer Obrigkeit widerſezetſolten
Sie mit dem Weiſſen Thurn geſtrafft ſein. Vſ ob Sie zwar zuwiſſen begeret/
Was ſie verſchuld?So haben ſie doch alſo ohne alle verhör vorvnrecht erkañtt
in den Wetſſen Thurn gehen vnd dariſien neben einen ſo jhnen nur bloß eine
Supplication an den Hern Abbten gefertiger 10. Wochenlang ſitzen müſſen
Seind zwar endlich auffgroſſevorbittvñeine Revers bey 3ooo. Talerſtraff
ſich wider zugeſtellenloßgelaſſen aber gleichwol bißdatonit ledig geſprochen.
Den Schloß Hauptman Herrn Mofchen haben Sie mit eine geringe Sum
ma gelts geben Ä was Sie darneben vber die zoo.Taler verzehrer.
Vber diß ſind noch zwene andere verlebte Nachbarn/vmb.willen: ſampejre
Söhne bey diſer begräbnußherten ſingen vñleiten helffen: So man aber auff
ſenit dargethanvnderwiſen/vbersjarin gefºngmuß enthalten worden. Letzli
chen da die Eltern anderſt der gefengnußſedig ſein wolle habe ſie an jre ſtellbe
meltejreSöhn(welche gewiché geweſen)einſtelle müſſen die man dañgleichs
fals ein halbes Jahr carcerirt,hernach nebé der gefängnuß noch mit einer gelt
ſtraffe belegt/vñletzltchen mit der Condition, daß ſie die gefängnußmit nicht?
antten wollé loßgelaſſen. Der Stadtſhretter iſt weg?er ſubVnant cofhuni
eira wolle ſeines Ampts entſetzt vñ3.wochfingefcnglichéhafft behate word.
Extra&außdeß Herin Abbten zu Brauna Anno 1603 in
7. Dominica Judica in der Kirchenauffder Canzclpublis
circen Mandats.
Siſthieriñenſo wolder allerhöchſten Geiſtlichen als auch der Weltlte
G cbc Obrigkeit Irer Käy:vñKönig: May vñdañauch deß Herrn Abbts
*“ befehlch: Das allevnd jedevnſere Vnterthan? In den StettenvñDörf
fern keinen anßgenoñenen/Mañes vnd Werbs Perſonen zuderinnſtehčden –
heiligenzeit vor viauff die Oſtern ein jeder wascondition Er ſein mag/bey v
ſeiner Kirchenvñ Seelſorger dahin ErgepfaretrechtCatholiſch Betchtëvñ
darauff bald mit der waaren Seelen Speißſich verſorgen laſſen ſoll.Da ferne
aber dieſe vnſerm notwendigen befelch jemand vngehorſamlich vf verächtlich
vbertretten würde gegen denen wollen Wirvns öffentlich erklärt haben Sie
ſollenin der gemeinntt duldet vnd wann Sie ſterben nit auff den geweichten
Kirchhoffſondern insfeld begrabé werdčohnegeſang geleitvñCeremonien.
Extract deſ publicirten Mandatsauß Befelch deſ Hertn
Abblendaſelbſt/beygehaltenem Stadtgeding zu Brauna/
Anno 16oz.
V
Der Böhmiſchen Ständt ſubvtrac. 47
Ernewerung Irer Käy:vnd Königl:Mayeſt vorigen ernſtlichen be
- felchs: Dab ſich ein jeder vmbvndauff die Oſterliche Heilige zert zur
Catholiſchen Beichtbuſſe vnd kommunion entweder in das Kloſten
oder in diePfarrkircheneinſtelle. Anderſ wann ſich jemand deme gemeßnichs
verhielt der ſoll außdengemeinen EmptenvndZunfftengeſtoſſenſverbannet/
zu Tauffvnnd Trewung oder Heyrath nicht zugelaſſen auch aufgeweichtem
ohrt vnd ſtellmttnichten begraben werden, -
Extract deß Abbten zu Brauna.publicirten Mandats ſovon
ſeinen Prieſtern auffder Cantzelinnder Dorffſchafften
Kirchen abgeleſen worden.
ErHer Abbt hab von Jres Käy May:ſe wolmändlich als auch her
nach ſchriftlich ernſtlichtm befehl bey dieſes Stiffts Erbvnterthan?
in Stadt vſ Land alle Ketzereyen/bevorauß die ſchädlichen Piekharti
ſchen Conventicula alſo bald mit ernſt abzuſchaffenvñalle zu den rechté waa
ren GottesdienſtiwaarerCatholiſcher Religton vñ Coñunion mit fleißanzu
halten mit den verbrechern der gebühy ſich zuderſichern die Redelführer nach
Pragvordte Böhmiſche HoffCanzleyzugeſtellen hiertñen der Scherffvñan
derermittel/ſoznerhaltügſchuldige gehorſams vonnötéſein werde ſich allent
habézugebrauché. Er Her: Abbt auch ſey zu deſſen/vf Ihrer Röm: Käy:vnd
Kön: May:endliche willers vñmernung vollziehüg/bey eigene gewiſſenſchule
vñpflicht höchlich ermanet. Den Rathaber hat man ernſtlich zugeſpochivben
ſolchem befelch handzuhalten auff das in künftig bey Jrer Käy:May:vber ſie
keinekagvorfielewordurch Ire May:gebürlichen zum ernſt bewegt ſieanéeib
vnd Gut ſtraffen laſſen müſten. Vnddtewetlen ſie bißanheroalle miteinan
der die gnädigte Königliche vermahnung vbel oder bößlichgemißbrauchet/vſ.
ſich faſt niemand zur Beichtvß Communion finden wollen ſondern vielmehr
letchtfertigereden vndjhr viel das geſpött daraußgetrieben. Als wird derowegé
anßgewalt vñim Namen deſ Römiſchen Königswelchen das ganze Römi
ſche ReichaleChur:vñFürſtenvnterworffenthiemitanbefolen. Das alsbald
vermögdeß Königlichen Befelchs von dato dieſes Mandatsan/alle armvnd
Reich Alt vſ Jungun Städvñ Dörffern zurCatholiſchen BeichtvßCom
munion ſich einſtellen/vnd weilnvnfere Vorfahren von vielhundert Jahren
heroidas Hochwürdige Sacrament in einer geſtaltempfang?rfidie Eatholi
ſche Kirchenin Ehren gehabt, daßanch ſie ſich alſoverhalt vñdariñennver
iäßlich wandlenſolten. Denn das were der ſicherſte weg vñauſſerdeßwürden
ſein «efahr ſtehen/vf den heiligen Saeraméten eine vnehre anthun Vñ vber
dißfoherten die allerhöchſten Potentaten Ävſ. Ä
r/Köaig/Fürſtenyß Graffen/tm Heiligen Abendmal ſich einer geſtalk
sººººººººººr - - - - - - - ".
gebrauchet?
-
4s Beylagenderandern Apologia
gebrauchet vnd die empfangen. Bevoranß aber das Hauſ von Oeſterreich
welches GOtt alſo geſegnet, das es in dieſer Hoheit deß Römiſchen Käyſer
thumbs nunmehr 340. Jahr verbleiben thpt. Wofern ſich nun jemandvber
diſes alles diſem widerſetzen wird dieſelben ſollen nicht nurallein ihrer Empter
vnd Ehrenentſetzt keines weges geduldet, ſondern auch an Leib vnd Gut dar
zugeſtrafft werden. - - -

Num. 17.
Videfpua
pºg a. ReligionsArtickel/außdem Landtagsſic
ſchluß/Anno 16.08.
Q Achdem alle drey Stände deß Königreichs Beheimb/ſoden Leibvnd
das Blutvnſers HernvnterbeederleygeſtaltempfangébeyderKäy:
May:als Königen zu Beheimbl demütig vndvnterthänig anſuchen
gethan/damit ſie beyderallgemeinen/bey demgemeinen Landtag Anno 157ſ.
beſchriebenen Böhmiſchen Confeſſion, welche von etzlichey Augſpurgiſch ge
nandt wird nicht wenigerauch der vntereinander auſfgerichten vergleichung
in der vorzede gedachter Confeſſion, der Irer Käy May: Käyſer Maximili
anohochmilteſtergedechtnußbeim ſelben Landtagvbergebener vnd der Con
fºſſion mit beygelegter Supplication gelaſſen werden keine andere außgehen:
Vñderſelbengemeß die Prieſterſchafft ſowolinn Böhmiſcher als Teutſcher
Spracb/ſich verhalten/vnd dann der Hernvnnd Ritterſtand ſowolauch die
Städohne verhinderung deß Erzbiſchoffs oderjemand anders Ihre Colla
turn erſetzen möchten/Dargegen nach den Compaétaten die Anno 1Y 67.bey
gemeinem Landtag auß den LandsPrivilegien außgelaſſenvnnd die Stände
deſſen, daß ſie ſich denen gemeßverhalten ſoltenenthebel ſich zurichten nicht
ſchuldig ja wider dieſe Confeſſion,vnd der Ständevnterbeederley geſtalt ver
einigung die Befelch welcher ohrten dieſelben außgehen möchten wider die
Ständeſub Veraqnicht gltig ſein ſolten: Das auch Ihre Käy:May gemel
1e Confeſſion vndvergleichung der Stände Ihnengnedigſt in die Landtaffel
einzuverleiben geruhen wolten/Sintemaldie Stände dieſer ohrten beyIhrer
Känſ May: gar nichts newes ſondern nur dasjenige ſo Ihnen vom Kayſer
Maximiliano hochlöblichſtervndſeligſtergedächtnuß beygemeltem Landtag
Anno 17 gnädigſt bewilliget worden ſuchenvnndbegehren, welches auch in
die ndtaffel kommen wann Jre Käy May: ſovnverſehens von GOtt dem
Herºn durch den zeitlichen Todtauß dieſer Welt nicht abgefordert worden wc
ren: Jnmaſſen dann bißauffdatoauß der Ständemittel nicht wenig im Le
benvºrhanden welche Ihrer KäyMay zu dieſerConfeſſion vnd der Stände
ſubVerºq auffaerichte vergleichung auch alles deſſen künffeiger bekrefftigügt
jnen erfolgterbetenangehört ſo ſie auch mitjren guten gewiſſen bezeuge mögët
Pºrvatºrium der andtaffeldſtrſachenhalbzeugnufgegebhab
-
- DerBöhmiſchen StändfubVtraei. K49
Jtem die Ständegleichsfalsan Jre Käy May: demütig begehrt haben
daß Stevermögſolchen Anno75. gehaltenen Landtagsbeſchluß außihrem
mittel Defenſoreszngubernirung deß Conſiſtorijjeovndinkünffrigezeit
wehlen vnd verordnen möchten. . . . . . . . . . .
Vnnd das auch Ebenergeſtalt die Prägeriſche Academia in der Stände
vnkerbeederleygeſtalt verſorgung verbleiben nicht weniger zur Religion wie
die hohenfreyen Stände alſo auch die Städte vund Städlein ſowoldas
Bawern volck wieder die klare Landsordnung von jren Obrigkeiten oderje
mand andern nicht gezwungen das leutten vnd begrabentaufferbauung der
Gottshäuſer niemandgewehret werden, ſondern daß Sie alleſampt alsdie
ſo im Nahmen der Heiligen Dreyfaltigkeit ſo welvnter einer als beyderge
ſkalt getaufft ſein gleiche freyheit zur Liebeſner von den andern/vnnd zu erhal
tung der heiligen Einigkeit vnd éieb genieſſen:vndſintemal Sie ſich ohnean
ſehen der Religion miteinander befreundten/vndeinem GOtt vnnd König
dienenlalſo auch alle für einen Mann beyſammenhaltentvnndein Theildas
andernicht verachten ſolte dannes von denen ſub Vtraq; niemals beſchehen
daß ſiejemandvnter einerley geſtalt zur Religion gezwungenhetten wiſſent
der Glaube ſey eine Gabe GOttes. " . . .“ . . . . .
Deßgleichen daß die Bürgerinn den Städten an vbungen ihrer Religion
Pnndbegrabungjhrer Todten Cörper ferner nicht gehindert werden vnnd die
Königlichenſe wol Ihrer Mayeſtet der Königin Städtevermögobbeſchrie
bener Confeſſionjhre Predicanten vnterbeyderley geſtalt ſowolin Böhmi
ſcher als Teutſcher vndanderer Sprachhalten möchten, weilnſolches denen
ſub Vna gleichsfelsfrey ſtehet Inmaſſen dann die Artickel dieſes mehrers
vad weiter außweiſen. Vndobwol Ihrer Käy: May: nichts angenehmers/
als daß die Artickel die Religion betreffentganz vollkomlich wie es die Noth
turfft erfordert berahtſchlagt vnd bey dieſem Landtag zum endvndort hettes
gebracht werden mögen die Ständeauch invnterthänigkeit gewtßlich gehof
fet/vnd diß zum héchſtenindemut begehretdaßjhnen diſer fürnembſtrhaupt
Artickel wegen der Chriſtlichen Religion derer ſub Vtraq: Communicanti
um vollkommentlichin allen Puncten Artickeln vnnd Clauſelnt wie er der
Kayſ: May: ſchriftlich vbergeben iſt bewilligevnnd der Ständebegehrenge
meß ohne weitere dilation bey dieſem gemeinen Landtag von der Käy May:
Alldieweil Sie die Stände allda nichts newes ſuchen, ſondern nur dasjentgel
was ihnen beygemeinen Landtag deß 175.Jahrs von der Käy: Ray: Käy
ſer Maximilianohochlöblichſter gedächtnuß Ihrer Käyſ Mayeſtartebſten
Herrn Vattern in der jetzigen Käy May:jhresallergnädigſten Herºnkeywe
ſenbewilligt verſprochen
Zu der Käyſerl: Mayeſtet Sanº --------
vnd angenommen
die worden/Confirmirt würde.
- X 1 - k
* 15'o Beylagen derandern Apologia
ken zuverſicht. Sie werden nicht darwiderſein daß Sie beygedachter Con
feſſici vnd neben derſelbenvbergebenen vergleichung welche beinelte Stände
fub Vtraq;beyaedachtem Anno75 gehaltenem gemeinem Landtagvnterein
ander mit der Käy: May: Käyſers Maximiliant hochlöblichergedächtnuß
*snedigſter bewilligung auffgericht nicht ſollen gelaſſen werden.
* Dasaber die Käm: May: wegen dieſerjoeingefallenen groſſen Notwen
ºdigkeiten derenthalben dieſer gemeine andtag außgeſchrieben worden, vnnd
keine dilation leidenwollen dieſes auffdißmal nicht haben Confirmiren kön,
- nen ſondern einen aufſchub auffkünfftigen Landtag zu fernerer dieſer gan
erſachenbeſchlüſſung4nedigſt begehrt welchen aufſchub dte Stände ange
nommen vnnd dißbißauffdennecbſtkünffigen gemeinen Landtag auf den
Pfingſtagvor Martini/(welcher durch dieſen Landtag von der Käyſ May:
hierzu benennt vnd beſtimmet wird) verſchoben. . . . - -
Vndvnterdeſſen haben die Käyſ May:mit den Ständen dieſes Kšnig
reichs ſich verglichen: Im fall aber bey ſolchem Landtag die Arttckel die Reli
Vgion.berreffentnicht zuorch vndend gebracht würden ſo thun die Käy: Mayr
ſie alſo verſehentdaß die Stände ſubVeraqntcht ſchuldig ſein ſollen zu keinen
in der Käy: Maypropoſition begriffenen Artickeln zuſchrettten/vnd dieſelben
znetwegen oderetwas ja gar nichts zu hondeln esſey dann ſachdaß duſer Ar
tickelwegen der Religion zuvor zu gewiſſem orthvndende gebracht werde.
Enzwiſchen aber vnd biß ſolang ſolcher ReligionsArtickelbeim gemeinen
Landtag nicht erörtert würdet vnndtn allem ſeine endſchafft er etcht,ſoll jeder
manarß allen Dreyen Ständen deß Königreichs Beheimbſub Vuraq: wie
auch die Stände ſub Vma Communicirende(nhalt vnd vermöge der gnädig
ſtenanzeigungſwelche die Käyſerl: May:bey dieſem gemeinen Landtag durch
den Obriſten Burggraffengethan) einjetweder keinen außgenommen - alſo
auch die Vnterthanen/bey ihrer Chriſtlichen Religion verbleibenvhd von kef
nem Weltlichen oder Geiſtlichen Menſchen/ auch durch keinen befelch vnnd
* durch kein andererdachte weiß vndwege davongedrungen oder bedrängtſon
-dern gemelte Stände beyferner Exercirung Ihrer Chriſtlichen Religion oh
ºne verhinderung mennigtchen gelaſſen werden Vnd weil es billich das vnter
den Ständen dieſes Königreichs ein billiche gleichmeſſigkeit gehalten werde
Als follen zuverhütung allerhand hieraußbeſorgenden zerrüttung vndvnheil
auch die Ständevnd Inwohner ſubVna Communicirende wie die Stände
ſub Vtrae; mit Ihren Vnterthanen/Pfarten Kirchen vnd Collaturen, bey
Jhrer Chriſtlichen Religionvnndruhigem exercitio derſelben Aſs auch bey
jhren Kirchen Ordnungvnd gebräuchen genltchvndvollkommentlich ohne
hinderung verbleiben vnd ſolljhnen von keinem Menſchen auff keine ereichte
peißvndweghinderung leintra3vndbedrängnußbeſchehenvnd würdetern
-
-

Der Böhmiſchen StändſübVtrag. 1§r


oder der andertheil bey künfftigen gemeinen Landtag bierinnen ferner was
vorbringen wollen (doch mit dieſem beding/was wieder dieſe der Käy: May:
gnädigſte durch den Obriſten Burggraffen denenfab Vtraq angezeigten
reſolution,vnd der Stände darüber beſchehenen vergleichung nicht were)das
würdet injhrem gefallenſtehen.
Num. 18. - vide ſupra
S- I.

Käyſerlichelnſtruáien andasconſiſtoriumſbvtraden"
23.lanuarij, 16op.außder Canzleyabgangen.
Nſtruêtion von Vns Rudolpho den Andern von Gottesgnadenerwehl
tea Römiſchen Käyſer zu allenzeiten Mehrern deß Reichs zu Hungern
Behemb1 Dalmatien vnd Croarten Körnig Erzherzogen zu Oeſteretch
Marggraffen zu Märhern/Herzogen zu Luzemburg vnd in Schleſien, Marge
grafen zu Lauſnitz/tc. -

Dem Ehrwürdigen Prieſter Thomas SobleſlawſkyPfar ernbey S.Ni


claustn den Kletnern Stadt Prag Adminiſtratorn deßvnter Prägeriſchen
Conſiſtorijſub Vrraq vnd denen Würdigen Prieſtern Peter Hubka Han
ſen Zikaden Andreas Gſelnf Heinrich Kozian Peter Mielnizky Hanſen -
Franckonio Mattheſen Nigrino, Nicklaß Reiſky / Hanſen VVczelin, Mi
chael Krulen. Hanſen Schlutizkn/vnd Clementen N.von Vnserwehltenvñ
jhme Adminiſtratorn zugegebenen Conſiſtorianen, vnſern liebengetrewen:
Was ſie in dieſen ihnen anvertawten Ampt thunvñwie ſie ſichverhaltëſollen.
Erſtlich ſollen ſie ſich denen hernach beſchriebenèvndjnen zuvor durch die
Oberſten Land officirer vnſers Königreichs Behembvñ Vnſere Rähtein der
Böhmiſchen HoffCanzleymündlich angedeutenArtickeln gemeßjevndall
zeit geborſam iſt vndvntethänigt mit nur allein ein jegttcher vor ſeine Perſon
verhalten denſelben ein genügenthun/vnd darauß (wie wir der vngezweiffelré
hoffnunglehenſvñdißfals in ſie das gnädigſte vertrawenſezen)keiner erda té
weiß nit ſchreiten: Sondern auch beyandernallhierin Vnſern Prager Städe
renrñtnvnſerm ganzen Königreich in Stäten)Märcktëvñ Döffern dené
den Dechende ErzPrieſtern Pfartern vñPrieſtern der notturfft nach gleich
meſſigeverordnügthü öbbemelé Adminiſtratornallerhädgebürliche reſpect
vñehrerbietung in gehorſanerietgen: Vntereinander friedlich lebenvätn der
alten Lehrvñ denen von der het iaen allgemeinen Kirchenverordneteordnun
genvnd Ceremonien einig ſein. Vndſin'ema Wir, Vnſeren dem Thelhub
Veraq geleiſtenJurament würckicke ſatisf.tion letſken ſie ebenmeſſig auſfire
pflichtgedencken/vnd in allem erfüllen auch von ihrer vorfahren Ceh diejhnen
bey bewilligügdeß Kelchs gutgeheiſſen vñvor Catholiſch angeºoien werdč
in keine Weg abweiche Sondern Wieſie es ſelbſtverjhre eigene Perſonchal
/ - LU/

– ----------
IfT. Beylagen der andern Apologa -
tenwürckliché darob ſein, damit demenit nur allein wie gemeld/allhierin der
Präger Städten ſondern auch in partibus in den Creiſen von allenvnterjhre
verwaltüggehörigenvfiverbleibédèPrieſtern ohne abbench nachgelebet werde.
Dann diejenigen, welche in dieſer ordnygvnndvralteneinhelligen Lehre
nicht verharten wolten: Sondern im glauben verwirklanderen nebenjrthum,
- men/vnndertichten newenſrembdenvnnd Sectiſchen Lehren beyfallen. Wie
auch die ſo jhre ordination von keinen ordentlichen Biſchoff empfangen in
vorige Pfarren nicht einſetzen noch vnter ihnendultenvndleiden.
Jtem ſollen Sie die Faſken zu QuatemberszeitenlandenFreytagenvnnd
Sambſtagen auch die 40-tag vor Oſtern die Vigilienvñandere von der heis
ligen Kirche eingeſetztevnd von Alters hersgebreucblicheFaſtagehaltëvñſich
hieriñnach dem hieſigen Erz Biſchoffliche Stilrichten/vñdemenachkonten.
- Item die Beichte ſo man ein zeitherovbergangen follen ſie widerum bin
gutegewonheit vndvbung bringen/vnd das Volckdamit es gerne darzugehe
dieſelbe verſtehe/vnd die heiligeabſolution empfahe mit fliß im Werck vnter
richtenvndlehren auſſerdeſſen das Heilig Abendmahlniemand reichenf das
gemeine Volckzuallen gutenanweiſen vndvermahnen. Auch ſelbſten Gortse
fürchtig leben/vndanjhnen ſelbſt/wisſichs Geiſtlichen Perſonen geziemet vnd
gebühreteingut Erempelgeben.
Item ſie ſollenvnter ſich keine verehltchte odereoncubinen haltende Prie,
ſfer(maſſen von altersheroinderheiligen Kirchen/vnter der ordentlichenPºie,
- ſterſchafft alſo breuchlich geweſen)geduldenvndleiden. Daneben allerhande
offentliche Sündvndexceſs,ſo ſich anjhrer Prieſter einem / Erſey gleichwer
er wollezueiner ärgernuß den gemeinen Mann befinden möcht/wircklichen zu
Recht bringe n vnd ſtraffen.
Jternbeyden Kirchen ſollen ſie den Gottesdienſt niemäden zugefallenver
-

endern die Kirchen Ordnügennitvbergehêvñverlaſſen: Sondern ſolche ohne


ſchmellerung deß Prägeriſchen Erzbiſtumseinſetzung gemeßbeſonders in rei
chung der heiltgen Sacrament würcklich haltevñdaauß keineswegs ſchneität
Vnd wofern von jemanden esſey gleich von wehme oder an welchëortes wolle
in den Präger Städten heimliche zuſammenkunfften vnd verbotene Predigten
Pickhartiſcher/Calviniſcher oder wie ſie ſich neñen der Bunzler Brüderleh,
wegemeßgehaltëwürden daſſelbe nachvberkomener wiſſenſchafftalſe bald an
vns gelangen laſſenvnd in Vnſere Böhmiſche HoffCanzley berichten/wore
auffwir dañnach deſſenvernemügdieſemweſen weiterabzuhelffé wiſſéwerdä..
Jtem ſo ſollen die Pfarrer bey den Schulmeiſtern vüCantorn in den Schu
len fleiſſige Inſpection halte: Vorserſte/damit ſie diejugend in keiner andern
Lehrvnterweiſe als in derjenige deren ſich die alte BehembſubVtraqijevñall
Kit gehalte. Zum andern daß ſie in den Kirché die altögewönlichë Cantiones,
Y..." Introitus
Der Bsmiſchen StändfuhVeraq 15
aureitus, Profen vñHymnos zujhren beſtimbtenzeiten oder detempere,Al
ſowie die Prägeriſche Rubrica äußweiſet der alten gewonheit nachſingen/vik
darüber durchauß nichts Mewes zuvornte obſervirtes in Kirchenſachen ein
führen. Waſ ſich aber jemand deme gemeßnit verhaltewolte ſo werde bemelte
Pfarter ſchuldig ſein ſolches alsbald dem Burgermeiſter vñRatheiner.jeden .
gemein verzeichneterzuvbergebčvñimfalles der Burgermeiſter vñ Rath wie
auch die Schulmeiſter mit zu Recht bringévitverſorgêthete hernacherinvnſe
te Böhmiſche HoffCanzleyzubertchtendeme Wiraldañweiterdergebühr
nachvorzukoñtennft vmbgehen wollen. Letzlichen ſollen ſie in den Kirchenden
Gottesdienſtvñalle Ceremonien wie ſievon alters herverordnetvñgehalten
worden/vſinoch bißaufföen heutige Tag von den glaubigenaltë Behmen ſub'
Veraq gehalten werdëmit allem fleißvñohne Minderüg obſerviren vñhalter
Wüinſuña allen dieſen Arttckeln wieobgemeldgehorſamlicónachkomenvä
dariñenalſoverfahren damit ſie ſich wegen vollziehung dieſerjrer Pflicht vor
BOttvñ der Obrigkeit verantworten können. Hieran vñan dieſem allenvoll
bringen ſie Vnſern Käyſerlfcbégewiſſen vndgnedigſten willen vnd meinung.
Gebenauf Vnſerm Königlichen Schloſſezu Prag Freytagsan Sanct E
aerentij Tag/ſoda war der 23. JanuarjAnnoréoy Vnſerer Reichedeß Rö
miſchen in vier vnd dreiſſigſtendeß Vngeriſchen im Sieben vnd dreiſſigſten
vnºvß Böhmiſchenimviervnddreiſſigſten
Rudolfſ/t, -

- Sdenco Adalbertus Peppſ.de


- - Lobcovicz S.R.Bohemias
Cancellarius.
Ackmandatum Sac; Caſ Maß
proprium. –

- N Johann Menzl.
- - " Nurf, 19. Wäsſer

- -
Der Königlichen
Interccſſion.
ºft zu Hungern Ä
Der Römiſchen Käyſerlichen auch zu Hungern vnns
BeheimbKöniglichen Mayeſtet/tº. Meinen freundlichen
geliebten Hernvnd Brudern
Klerdurchleuchtigſter GroßmechtigſterRömiſcher Käufer EwerRän
KäyſMayynd&ſein meingehorſambFreund: vnd Brüderlicher?
usedienſjedersitzuvor: sºs es Herzynnd *
-

- -
-

I%- - Beylagender andern Apelogia


Außdem Einſchlußhtebeyhaben Ewer Käy: May: vnd C. zuerſehen was die
drey StändſübVtraq;in Ewer Käy: May: vnd C. Königreich Beheimbbey
Mir ſchafftlichen angebracht. Nun habIchvmbdeßrſo ſich zwiſchêewer Käy:
May:vnd & vſijhnen gemeiten Ständen die vorgangenezettvber verloffene
nige etgerlichenachrichtüz/hab mich auch deßzwiſchêerer Käy: May:vñmir
jüngſt auffgerichten Vertrags noch wolzu erinnern welchem wie Jch bißhe
roauch hinfürters Brüderlich nachzukommen mich euſſerſtbefleiſſen will.
Weil aber gemelte Ständſoinſtendigbey mir allein vmb Interceſſion an
gehalten/vüſonſte anders nichts fürbracht hab ich ihnen dieſelbhiemtterthei
len wöllen/nitzweiflent demnach mir wie oben gemelt derſacheneigëtlichebe
ſchaffenheit vnbewuſk Ewer Käy May:vnd C werden hierinnen als Ihr Kö
nigvnnd Her ſich gegen denſelben ſoviel ſichthun läſt gnädigſt zu reſolvirn
wiſſen/vndthu Ewer Käy: May: vnd C. mich zu Brüderlichen huldenvnnd
"
Trewenalesfleißbefehlen. Gebenin der Stadt Wienden 23. Aprilis, Anne
I6 o 9. -
x

Ewer Röm: Käy: May:vnd L.


gehorſamer Bruder -

SNatthias/tt,
MidsKpa. Num, 2o. - -

Pºgº
Churfürſt Friderichen Pfatzgraſens
Interceſſion,
Dem Allerdurchleuchtigſten Großmächtigſten Fär
ſtenvnd Herºn Hern Rudolffen dem andern Erwehlten Römiſchen
- Käyſern zuallenzeiten mehrern deß ReitszuHungern Böhmen Daima
tienCroatienvnd Schlavonien Königen/Erzherzogen zu Oeſtereich c.Her
zogen zu Burgund vnd Brabantc. Graffenzt Habſpurg/Flandern
vnd Tyrol:c. Meinem Allergnädigſten Hertn/tc.
Klerdurchleuchtigſter Großmächtigſter Fürſt Römiſcher Käyſeriewer
Käy: May:ſelnd meinvnterthäniggehorſam vnd ganz willige dienſtjes
derzeit mit fleißzuvor Allergnädigſter Hert. Ich hab ſowolauß denen
einzeit heroeinkommenen gemeinen zeittungen als auch ſonſten von vnterſchtds
lichenorten hero erlangtemgewiſſem vñbeſtendigebeicht vernomen. Welcher
geſtalt Ewer Käy: May:dendreyenChriſtlicherEvangel: Religion zugethanE
Ständen der löbliche Kron Behemb/die freyevngehindertevñſicherevbung
derſelbenlohngeachtet ſie mit der im H. Reich zugelaſſenerEvangeliſcherCon
feſſionallerdingessinſtimmig ihnen auch auffjüngſtëtnAnnoiéo8,gehalte
- - Q3

-
-

– - - * - - - G -

Der Böhmiſchen Ständtſubvtraſ. 15;


een Böhtüiſchen Landtag darzuſtarcke vertröſtungen welche noch damaln
der Landtaffeleinverleibt worden widerfahren zuzulaſſenvnnd zu confirmi
ren bedenckensgekragen haben, derentwegen auch der ohntangſt vorgeweſens
Landtag zu Prag ohnverrichterfachen aufgehaben worden ſein ſolle,
Ob ich nun wol ganz in kein zweiſfel ſetze EverKäy:May:als ein hochver,
ſendiger erfahrnerRegent werden der ſaché wichtigkeit ohnmeinertndernvor
ſich ſelbſten wolvñreifflich nachſinnen vſ was zu wolfart anffnehmen viiges
deyender Löblichen KronBeheimb vñ deren getrewëStänden vñ Vntertha
nenvñ dañdeßgemeinen weſensjmmer gereichen mag. Was auch hingegen
außobangeregterverwegerung da ſie widerverhoffen vnd zuverſicht von Ewer
May:behaweet werden ſolte fürvngelegenheiten gefahrvſ ſchaden entſtehévñ
erwachſen möchte alle gnädigſt betrachte: So habich mich doch außtreweyfe
riger wofmeinung viivorſorgfürden wolſtand gemeiner Ruhe vnd Friedenßt
auch tragenden Churf: Ampes halbenſchuldig vñverbundé erkañtewerKäy:
May:hteruntervnterthänigetrewherzige eriñerung einzuwende der vntorthe
nigégetröſtězuverſicht wie es von mir trewlichlauffrichtigvü einzig zu Stifft:
vndfortpflanzung gedeylichen Friedensvndeinigkeit angeſehen vndgemeint
alſo werde auch Ewer May:ſolches von mir in gnadenwolanvñauffneñien.
Vndiſtanfeglichsindem/ vn meines vnterthenigen ermeſſens wolzubedès'
cken das gleichwolobgedachter dreyerEvangel: Ständ der Köbliché KronBe
heimb Religion vnd glaubčs Bekañtnußſwieſe dieſelbe im Jahr 157.Ewer
May:geliebte Herrn Vatern Käyſer MarimilianoChriſtlöbſeligſter gedecht
nußvbereichtvñderen freyes vndohngehindertes extrcitium ſie aniezkenſo
notrengich ſuchenvñbegeren eben diejenige ehrvñConfeſſioniſt/welcheim
H. Reich vblich vü durch den hochbetewerte Religionfriedeſicherzuübeizuge
kaſſen wordé. Da nun Ewer Käy: Mäyder Krçn Behmen Stände die doch
nit weniger als andere ein vornehmes glied beß H. Reichsiſtſolcher Religion“
ſteyevbung gentlich abſchlagenvndverwegern würde. Haben Ewer Mayeſt:
bey ſich allergaädigſtzuermeſſen/Wases bey den Evangeliſchen Ständen im
Reich fürvtgleiches vnd mißtrawiges ſonderlich aber dieſes nachdenckéver
vrſaché möchte. Als ob man ſich zuhaltung deſ Religionfrides/der doch mit ſo'
goſſermühevñſorgvnter den Ständevmbdeßgemeinčwolſtandsvñſriedes
wºllen auffgerichtet vſſowol von Käy-Ma:ſelbſten als auch den Ständen ſo
hochbetewert worden faſt nit mehr verbund halten wollelgeſtaltdañeinevnter
Ewer May:namen den dreyen Evang: Ständé in Beheimbbeyjetzige Land
tägertheilte Reſolutiö dahin nit wenig verlautet Wiewoktch mich allerdings
mit bereden laſſen kandasſolcheantwortauß Ewer May:befelch hergefloſſen!“
weniger es bey derſelbe angelegtemeinung haben werde ſonſten kšndtenjadarº
Ä ban s sº et;
- - - ii
-

s 5. Beyfagen der andern Apologia "

deſ Rekhs biſ anheronschbey einander erhalten worden durchlöcherung vß


genzche anſflöſung. Nachfolgends auch die euſſerſte Bnruhevſ höchſtſted
iche Confuſion, erfolgen: Zuverhütung deſſen aber Ewer Mayeſ.ct Ich biß
heroeinſorgfeitig vnd wachendes Haupterſpühret habe die es auch nochmg
enverhoffentlich darzunimmermehr werden kommen laſſen.
Neben deme So befindchauß allendennachrichtungen die mir biſ daher
beſtëdig vorkoñenanderſtnichts als das mehbemelte drey Evangel:Stände
der KronBehembebendaß jentgeſuchen vüallervnterthänigſt bitten/ſojnen
allerhöchſtgedactter Ewer Mayeſtet Her: Vatter Käyſer Maximilianus Löb
ſeeligſten angedenckens im Jahr 75 daſiejhrer May: wie drobangeregt wor
den ihre Confeſſion vbergeben bewilligetrnd zugelaſſen/Dannenberichdgä
mitverhoffen will, daß Ewer May: ſohochbedenckenstragen werde daßjeni
gewas deren Her Vatterin ſeinem gewiſſen verantwortlich befundé vñber
Mechſt den Böhmiſchen Ständenperſprochen ihres eheilsachzubewilligevñ
zu confirmiren vngeachtet was etwan andere zu ruhevndfriedenvngeneigte
éeut Ewer May einzubildenvävon den fußſtapffenderogeliebſte Herrn Va
tersabwendig zumachenvnterſtehen möchtèſintemal doch dadurch der wars
heit Evangel. Religion kein auffhaltsderhinderung geſehen kan wie dann
Ewer May: als ein nunmehr alter Regentzweiffelsohnauß der erfahrung ſo
vielgeſchendaßvngeachtet man allenthalben euſerſtevñmöglichſte bemühüg
auch der höchſtegewalt von den mächtigſte Potentate zu verhinderügjagelt
cher außtilgungder Evangel: Religion angewendetvñgebraucht dañoch dar
mit wenig außgerichtetja noch wolvrſachvnd wegweiſung zu deren mehrerin
zuneffen geben wordenneben dem ſie ſich offtmalsingefahr verluſts Landvnd
Leut geſetzt habéDaß alſoewe Maybeyſicbalegnedigſtzubedenckéobſolche
DReligion dem Rath Gamalielisnachnit vielmehrvngedrucktyndvnverfolgt
zulaſſen als dergeſtalt ſich vielvnd vergeblich aber nie ohneſäädlichévñver
derblichennachtheldeßgemeinen beſten zubemühen. Zu mehrerbetrachtung
zwañdiſe Evangel:éehrvnd Bekaſienußnit außGottſievor ſich ſelbſten wol
fallenim wideigen aber allerdingsvngedempfftvñvnaußgetilgetbeſtehe wür
det: Vndtragtchhiebeydtevorſorgnievnzeitig da ſichewer Mayeſtetauß ver
anneltcher einbildung andererfrembdervndaußendiſcher Leitzufernerer vn
verhoffterverwegerung deßverſicherten exercitij Evangeli: Religion in Bö
heimb/bewegenlaſſen/vidarbey noch naſsvnberucktes gemütsbeharté wel
redaß neben dem Ewer Maybeydergleichwolzimblichenmengder Evangel:
StändinBeheimbdie abſchaffung ſolcher Religion inswerckzu:ichteſchwer
ºnd faſtvnmüglich fallen würdet ins gemein daraußallerhandgloſſe vndver
derblichevngelegeheiten entſtehen vierwachſen köntenwelche dergleiche auß
Foſheiurlangſghrszweckvilatenviechting sºr
DerBöhmiſchen Ständfub Veraq, 17
ettwann das fewer angezündet weres hernechſt widerumbdespffel oder weü
es am meiſten betroffen vii heimgeſusht habe da doch ſolchen Leuté deren Con
ſilia zu auffnetnung deßgemeinen wolſkandgvnderhaltung friedvnd einigkeit
nttgerichtet/ſo wenig gehörvñbeyfaſgegeben, daß vilmehr dahin getrachtet
werdèſolte wie ſie von jhéſchädltchévo habčvá intent abzuhaltëſeintuöht.
Solchem allênachliſt vñgelangt anewer Käy: May: meinvnterthänigge
horſames vii treweyferges birten/Ewer May:geruhëſolche dinginreiſfecon
ſideration zuziehen vñdenjenigen, ſo ſie ingegenwertigefallauff andere weg
zuleiten begeren kein gehörzugeben, ſondern meiner zu Ecver May:habenden
tröſtlichëhoffnung nach afftvñvielberürte Evangeliſche Béhmtſche Ständ
mit einer gewürtgenReſolution zuerfrewenivñſiede ßjenige genieſſenzulaſſen
vor
daßſie deñoch bey nec hſter im Kön igr eich Böh eim geweſenerohtgelegëheit
zukelnčandern als bey Ever May: beſtendigzuverharteninitzubewegenge
weſen. Dadurch werden Ewer May: gedachte Stände mit einen ſolckenvn
aufflößltchen band zu ſich ziehe daß ſie mit darſetzung Leibsgutsvñblätsdar
paſſe ſich ohne das anerbütig gemacht ſowolfür Ewer May: Perſonals auch
deren Königreich vnd Land alles wagen/vnd ſich alſo gegen deroſelben für die
jhnenerzeigte gnad zumeuſſerſtëdanckbarerzeigen werde. Soſeind auch ewer
ſorg/vnruhevndvngelegenheitentübrige
May: ſelbſten in ſolchem fall vieler
dad wird allenthalben vnter den Ständengutes vertrawenfriedvñeinigkeit -
ſowoltm heiligen Reichalsauchinderlöbliche Kron BeheimbzuewerMay:
höchſtem vndvaſterblichem Rhum gepflanzt vndauſfdiegeliebteNochkonien
gebracht -Biniches auch für mein Perſon vmb Ewer May: alles gehorſams
zuverdienen ganz willig. Dieſelbe damit in den gnadenreichen Schuldeß All,
mächtigen zu langwriger friedlicher Regierung Vnd deren michzu Käyſer:
znadenvnterthänigbefelent.Datum Heydelberg den 9.Aprilis,Anno 1699.
Ewer Käy: May: .. -

Vnierthänfzergehorſamer
-
Churfü
Chu rfürſt
r - - –
Friderich Pfalzgrafbey Rhein
vnd Herzogin Bayern,
Churfürſt Chriſtian voNu m. 21. V1deſ:
n Sachſen durch ſeine damals Ä“
-
- –

zu Prag gehabte Geſandtenbey Ihrer Käy: May:inden


Religions Punctgethanesanbringen.
Er Durchleuchtigſte Hackaekehrne Fürſt vnd Her 1 Her Chriſtian
der Ander Herzogiu Sgſſen i
Heiligen Römiſchen Ä
-

-
-
VCré
1- –
- -
-

15s. Beylagen der andern Apologia -


ErzMarſchallvñChurfürſtléandgraffin Düringen Marggraff zu Meiſſen
vñ Burggraff zu Magdeburg c.erinnert ſich gnädigſt/was die löblichen drey
Stände der Kron Böhunewaarer Evangel: Religion durch derovornehme
abgeordnetevnterthänigſt vor:vndanbrachtſchiffeltchenvbegeben/vndend,
lichen gehorſamſtgeſuchet vnd gebeten. Es haben auch höchſtgedachte Ihre
ChurfGndasan S. ChurfGnad von den Ständengethanevñvbereichtes
ſchreiben durchleſen/ vnndderognädigſten beſchehenenerbieten nachinnoth.
türſfeige deliberation vnd conſultation ziehen laſſen . . . „"

Vñwie höchſtgedachte Ire ChurfGnder drehen Ständewaarer Evans


geliſcher Religiözuentborenevnterthänigſèvñgehorſame diéſte mit gnädigſté
vñdanckbarngemütauff: vñannemen vñheranßangeregter Ständerrewe
vnterthänigſke äffečtion vermerckenvñſpüten/Alſoſcind ſie ganz vngern von
den Ständen verſtendigt wordildaß der von der RömKäy:auch in Vngern
vñ Böhmen Kön: May: außgeſchriebene vnd gehaltene Landtagvnvertchter
ſachen auffgehabenlange:egten Ständen das liberüReligionisexercitiü„der
weiland Käyſer Maximiliano höchſtſeliger gedechtnuß von ihren Vorfahren:
- vbergebenenvfibey jetziger höchſtgedachter Irer Käy Maywiderholte Con
feſſiongemeßnitverſtattet vñirenvnterthänigſt dßfals eingewantſchen:
vnd ſuchen beyfallgegeben werden wollen -
Nun nehmen zwar höchſtgedachte Jre ChurfGn:inmaſſen auch von den
Ständegeſchichtdie Röm: Käy: May:dernfridlibendesvñgeaëden Stäns
dengnedigſtes gemüt/meh deñgnugſam bekañt ganz wolentſchuldigt ſchei
benauch alles das, was vorgelaufen ſein mag/vf Ire May:zu auffhebiig deß
Landtags bewegenden Jeſuitiſchëfridheſſigen Catholiſchézuderertichten vñ
erachte nur dahingerichtet wie ſie Käyſerthuñidf Königrevber einen hauffen
werffen/Religion:vñ Landfriedſowolandere erlangte Privilegia auſfhebevß
durch angeregtevnruhe die waareChriſtliche Religion vñAargſpurgiſcheCon
feſſion dempffenltilgen/vñdetoſelben waare Bekennere außretten nëcbté, Es
hoffen aber höchſtgedachte ChurfGnzu Gott den Allmächtigées werde ſeine
Göttliche Allmacht wie bißhero augenſcheinlich beſchehe alſo auch forthin alles
regifftigevñverderblicheanſchlägen nicht machen auch wolmittel zufinden
wiſſendardurch ſeineChriſtliche Kirche vñſein allein ſeligmachendes heiliges
Wort erhalten/vndauff die wertheliebepoſteritet,jhmezulobynndehrhfden
wütenden Catholiſchen aber zu ſchmachvndſchandtransferirt vnnd gebracht:
werden möge. Deſſen ſich denn die löblichen Ständewaarer Evangeliſcher
DReligion auch zugetröſten alles dasjenige was ihnenjezo begegnet mit ge
dultzutragen/vnd GOtt dem Hertnanheimzuſtellen. - -

VñobwolhöchſtgedachteIreChurfGn:derſelbégant vñgarkeinéiweiffel
machtes werdedie RömKyMayals ein ChriſtivüvernünftigeObrig
- -- kit/
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- Der Böhmiſchen StändſübVerag 159


keietaufffernervnterthenigſt der Stände anſuchen ſich injrenanligen alſo al
lergnädigſkerzetgen vierweiſen/daß ſie es die Stände ſo wolderopoſteritet
mitvnterthänigſterdanckbarkeit zurühmévñdahero S. Churf: Gn:die von
den Ständengebetene vñgeſuchte Interceſſion vorvnnötig erachtet. Dieweil
aber mehrerwente Stände zuſeiner ChurfGn: eine vnterthänigſte zuverſicht
haben vfitragédas ſuché billich vñChriſtlich/S.ChurfGn:vor ſich nit allein
geneigt/ſondern auch ſchuldig mit derſelben Mit Chriſten in jhren anlegen ein
mitleiden zuhabenrüdenſelbe durchgebürliche vñzugelaſſenemittel alle beför
derung zu erzeigen, vnd ſolcbevnterthänigſte geſuchte Interceſſion Jrer Käy:
May:zum beſtégereicht. So wollen Ihre ChurfGn:der Ständewaarer Eve
angel: Reigionvnterthänigſten bitten gnädigſt ſtatt vndraum geben/vnd bey
der Röm. Käyſ auch in Vngern vñ Böhmen Kön.May.deroſelbéallergnä
digſten Käyſervi Herneinevnterthänigſte interceſſion, ſobald es mfiglich
vor die Ständeeinwenden. Der vnterthänigſten hoffnung/weil hierunter von
S ChurfGn.ſowolden angeregten Ständen nichts anders als Gottesdeß
Allmähtigen Ehrelaußbreitung ſeines Göttlichen Worts/vnderbawung der
Chriſtlichen Kirchen geſuchtes werde höchſtgedachte Ihre Käy. May. ſolche
S.ChurfGn.vorhabende Interceſſion nit vbelauffnehmen/S. Churf. Gn.
auch, daß ſich dieſelbeſeiner raaren Religionß verwandten Intercedendoan
ni umetinit verdºncken ſondern viel mehr gnädigſt conſiderirn, daß alles das
jenige was von Seiner Churf. Gn.geſchihe zu Fried vnd Ruheim Heiligen
Römiſchen Reich vnd den benachtbarten Königreichen auch erhalten Ihrer
Mayeſkee Hoheit Ehte vnd Reputation angeſehen.
Hierbeyrühmëaber höchſtgedachte IreChurfGnderStändewaarenEv
angel. Religion bißhero gebrauchte moderatiövñvnterthänigſten gehorſam
mitvnbillich in dem ſie alles dasjenige was bißhero vorgelauffen nicht Ihrer
Käy.Mayſondern der vnruhigen Geiſtligkeit vñetzlichenweuigen hochſched
lichen Politiſchen Perſonen zuſchreiben die Röm. Käy.May.vorderoſelbčei
nigſte von Gott vorgeſagte höchſte Obrigkeit achtêehen haltenvñreſpectirn.
auch darbenebenſchanerbietig machenvorfallender gelegeheit nachleibſehr
gutvñblut beydeſeben zuzuſe? Eszweiffeln auch höchſtgedachte IreChurf
Gngarnities werden angeregte Stände beyſolchemjren löblichenpropoſite
vndlobwürdiger moderation verharren vnd bleiben/Jnmaſſen dañhöchſtge
dachte Ire Churf. Gn,außgnedigſtentrewengemütſofie zu den Ständêtra
genhiemitdieſelbegnädigſt anermanées wolteſich die Ständezu keiner eini
gen widerwertigkeit aider höchgedachte Ire May:bewegklaſſen ſondern hier
(inne ſich denGöttlichen gebotenvnd ſchuldigerpflichtuntt ehrerbietung vñvn
terthänigſten gehorſam gemeßerweiſen/vnd dieſe hohevnd Gewiſſensſachen
4uförderſ GOtt dem Allmächtigen als deſſen Ehrvnnd ehres betrifft vnd
\ da!!!!
*
-

69 Beylagenderandern Apologia
daſ der Röm: Käy: Maytals vorgeſagter Hohen Obrigkeit befehlen. Der zu,
verſichtles werde die Göttliche Allmacht ſoviel gnade verleihendaßjrChriſtl
ehcsſuchen/vngeachtet aller practicken, ſodarcpföervorgenoment ein Chriftlf
des vnd gewünſchtesende ereiche auch der Röm: Käy: May: Chriſtlichest
froñesltrewes vnd Gottfürchtiges her, dahin dirigirn, daß ihrem der Stän
deſuchen ſtattgegeben friedvndruhe erhalten. Chriſtliche Gewiſſen nicht be
fchwertiſondern alle zu GOttes deß Allmächtigen Koß Ehrvnd Preißfvnb
höchſtgedachter Ihrer Mayeſket zur Hoheit vnd reputation gereichen möge.
Vnd diß haben S, ChurfGndenlöblichendreyen Ständen waarer Evº
angeliſcher Religion zur gnädigſken antwort erfolgen laſſen wollen / denen
Sie wie auch den Herrn Abgeordneten mit Churfürſtlichen gnadenwolzu
gethan vnd gewogen Signatum Dreſden am 14. Aprilis, Anno 6c2. -
-

Chriſtian Churfürſt
Num. 22
Wie fips
"g ls
Deß Churfürſten von Brandenburg
Interccſſion.
A Cler Durchleuchtigſter Großmächtigſtervnd vnvereinslºser Römt
Vfcher Käyſer Ewer Käy May:ſcind meinevnterthänigſkelgehorſamſte
1” vndſchuldigedienſte jederzeit bevorn. Allergnädigſter Hert. Es haben
mich diedrey Stände der Löblich. Kronen Beheiñwelche ſich zugleicherRe
ligion, mit mir bekeñenkurt verwichenertage durch eine anſeheliche ſchickung
vñLegation erſuchen laſſen mich jhrerbey Ewer Käy: Mayanzuneñen/vſt
fieſoweitvnterhänigſtzuverbieten. Damitjnen die Freyheitjhresgewiſſensf
nebensdemoffnéexercirio vnd gebrauch der Religion, wie dieindenſchriften
der ProphetenvñApoſteln auch in derAugſpurgiſchen Confeſſion,vñderſel
ben Apologien gegründet vnd fundirt, Allermaſſen ſie eine Notell derſelbenf
Ewer Käy May auffiungſtgehalten? BöhmiſchëLandtage zu derëKäyſert
- Händenarenterthänigſgelieffert hinfürovnverſtrecker vndvngewehret
bleiben möchte.
Vnd habe Jch ſolchemjhrem bittenaußallerhand erheblichen bewegenden
vrſachen. Bevorab aber weil mich GOttes Wort ſelbſtvnterweiſe einem je
den allermeiſt aber meines Glaubensgenoſſen / guteszuthun. Dann auch
daß Jchs dahin ermeſſendaß daſſelbe Ewer Käyſerl May:nicht zuwider ſein
könntebilltchraum vnd ſtattfinden laſſen müſſen,
Bittederowegen ganzvnterthänigſt EwerKäy Mayalsein alter fürtref
fentlicherlöblicher Potétat dem Gott das Daupt der Chriſtheit uſeinane
diglich verlieh Woléallergnedigſt beherzigenvübtracht Wttgarni ñier
vnd
*
T

Der Böhmiſchen StändſübVtraqz. - I6.


viu keinenzelten es doch fortgewolt. Ob die gewiſſen der MenſchéinGöttli,
chenſachen etwas zuſchliſſenivñzubilligen gedrügenvü gezwungëwerdèwol,
knſo ſiebey ſich vnrecht vſ Gottes Wort vngemeßbefundévñvrtheile müſ
ſen. Daheroesdañauch von allen löblichen Regenten dahin erachtet, daß das
Regimêtvber die gewiſſen niemand anders als Gott allein zuſtunde Vñdas
es dahingeg?von dem rechtëſtaturregiminis viel zu weit abgeſchrittêhieſſe.Ob
ſich jemandwerder auch wertvber die gewiſſenzuherſchëangemaſkvñvnte
ſangen ja das auch dieſelb? die ſich dergleichen etwas durſtiglichvnterwunde
wie hoch ſie ſichs auch angelegen ſein laſſen deſocß nach außgeſtandene Land
vnd Leuteverluſtvnſäglichem verderben vñverhergen derjhnen von Gottan
vertrawten Provincien, vieles groſſen Blut vergºſſensvndallerhand vnauß
ſprechlichen geſtiffterenjammers vielendes dannochentlich abgelaſſen/ vnd
Wievngern ſieauch immer gewolt nichtsdeſtomiuder den gewiſſen jre Frey
hettproextremo günnenvndeinreumen müſſen. -

Ä die Religion, auffdieſeohrt zu dämpffenvndzutilgengeweſenwere


es alſoforteinanfang vnd zuzeiten der vmbdieſelben erſten perſequutionen,
vndverfolgungen der Kirchenvnd alles wasGottesdienſt heiſſetgeſchehen
vndgethan geweſen. Aber es muſken vielehealle Tyrannen/vnnd alle derſelben
heffervnndhelffershelfferznboden gehen ehedenn da auffgehörethetten die
die Göttliche warheit mit dem herzen geglaubet / vnnd mit dem Munde of
fentlich vor jedermanbekennethetten. - - –
Dahingegen aber darffes keiner außführung wie es gegrünerfgewachſen!
wolzugenommen vnd gediegen vnd wie dieſchrifferedetgütevndtreweeinan
der begegnet Gerechtigkeit vnnd Frieden ſich geküſſettrewaufferdengewach
ſtnvnd Gerechtigkeit vom Himmel geſchawer auch auff Erden im ſchwange
gangen 1 Obderlieben Religionvnnddem GOttesdienſte ſeingebührlicher
raumvndſtelle verſtartet worden. - - -
Vnd damit ich anderer exempelvorjetſovnterthänigſt geſchaetze. Bitticſ
alleinvnterthänigſt dieſes allergnedigſtzuerwegen in was gutemrwolſtandet
proſperiter wachsthumb/vnd flore, Ewer Käy Mayfelbſeigene Königrei
che LändervñProvinciézuzeiten deß allerweiſeſte Käyſers Marimiliant deſ
andernºc: S. Käy May Herºn vñVaererstallerhochlöblichſten Chriſtlichſtë
angedechenußvñalsallerhöchſterwehnte Ire Käy Maydeß Teuffelsvñſet
ner Schupen/Würen vñTobenſdſiedarwidergetrieben vngeachtetjrer von
Gorkanbefohlner Vnterthanen gewiſſenfinntchtsverſkickt Sonderndenen
vielmehrdenfreyenvngehinderten öffnengebrauch ihrer Religion, ſo der Auge
fºurgiſchen Confeſſion vndvorberürten Äpologien derſelbengemeſſau
Käyſermtldenvndgåtenſnachgebenvñeinwilligten gelebetvñgeſchwebet
Bnd Wiedahingegen alles in einem andern g" warnte beſſern ĺ
--

Y
62 Beylagen der andern Apologia
rahtévñgefalléſobald dieſelbe Käyſer: Conceſſionen geendert werdéwolk.
Ich ſtelle vorjetovnterthänigſt zugedencken zuruckwas künffrig darauf
entſtehenvñ werde wolte. Ob dem wegen verweigerten offné gebrauch der Re
ligion vor Augen ſchwebendvnheil/nitin zeiten fürgerachtet vü entgegège
bawet werdëſolte. Hierüber ſo mag auch Ewer Käy: May:wteichsvnterthä
- nigſt genzlich halte/noch vnvergeſſen ſein, was die Stände der Evangeliſchen
Confeſſion, der Löbliche Kron Behemb/Ewer Käy: May:vorvnterthänigſt
erewkurz abgelauffnerzeit erwieſen/vi was vor vnwiderbringlicher nachteill
EwerKäy:May:ganz leichtzuſtehen köſien/Wañſich dieſenitauff das Käy
ſerl: Wort vñzuſageſoauß Ewer Käy:May: hochgeehrtem mundegangen
dasnemblichtn nechſtfolgendeméantage derPunct der Religion zujhrergus
ten Satisfaétion, erlediget werden ſoltefeſtiglich verlaſſen/vñdahero noch wei
tersauff Ewer Käy: May:ſeiten zuhalten bewogen werde. Kan Ich darumb
nimmer glauben das Ewer Käyſ Mayeſt in die harte dieſes der Stände der
Löbltchen Kron Beheimb ſoflehentlichsembſiges ja ängſtliches ſuchenvnd
bitten/vnerhöret laſſen werden, - -

Dañ iſt diejenige Religion, deren Conceſſion vndzulaß die Stände ein
igſuchen falſch/Ketzeriſchvñ Gottes Wort vſ willen (Wieesewer Käy:
May:vnzweiſlich von friedheſſigen Leuté diejhr glückvñwolfartlauß dé ſcha
den vñverderb der Lände ſuchen vorbracht werdémag)zuwider ſo wird jedeſ
ſelbevnverbleiblich vmb ſo viel mehr außdem offenêexercitio derſelbenkundl
vß offenbar werden einem jeden auch reizen vñvrſache ſich vmb ſo viel mehr
vorſolchem falſchen GottesdienſtvñKetzereyenzuhütenrñdieſelbe zu meidi
vñzuſlihê Vñdarumb iſtvmb ſoviel weniger einige vrſachda daß die der wie
drige Religion zugethane ſich alſo hefftig widerjetzt angezeigte Conceſſion vñ
einwilligung deßfreyenexercity der Religion ſperren/rn legen Vin auffmgt
gentheil da dieſe der Religion widerwerttaejhrenſachen ſelbſt nit trawenſon
dern ſich deßabfals vonjnen beſorgê (Wieaußdem, daß ſie dem öffnéexer
ritio der vnſerigen Religion alſo ſtarck contradiciren,teinanderszuſch lieſſ
Sintemaln numergeſehen gehöret oder erfahren, daß ſich die warheit vor der
vnwarhete gefürchtet oder geſchewet) Willje abermalnjhren vnrechten wahn
beyzupflichten/vnd daß dem anhengigdte Göttliche Warheit an jhrem ſtar
ckenlauff zu hemmen ſich gar nicht thun laſſenvnd noch viel wenigerwercts
dermaleins gegen GOttzuverantworten. " - -

Demnach muß ich diezuanfang meinevnterthänigſte gethanebitt auch


nochmals hiermit erholèvñ Ewer Käy: May:allervnterthänigſt erſuchen ſie
wolten mit alleine dieſe meinewolgemeinte getrewe Interceſſion, vnd vorbitt
Welche ich als eingefrewer gehorſamer Churfürſt deßReichsdemetrageder
Ehurfürſtl Würtenhalber die wolfahrt ſeines Käyſers rñ Hernvñ deb H.
Römiſchen Reichs/vndale deſſelben Mitgliedervnd Anverwandten getren
-
Der Böhmiſchen Ständtſubvtrac. I63
ſicheyferiglbillich hoch angelegéſein ſoll vnderthenigſtthuevñe inwendetn
Käyſerlichen gnadéauffnehmen vñvermercke Sondern auch zugleich vmb.
diſervii anderer vornehmer ReligionsverwandterChur vñFürſtenlebenmeſ
ſiger Verbitſchriffté willémehr angeregte Evangeliſche Stendte der Löblich
Kron Behaimbauß KeyſerlichèvñKönigliche gemadévñmiltégüté ehedeſ
dieſelauß Dekperation etwa auffandere mittelfallémöchtëmtltiglicherhöre
vñſolchen zufolge ſie mit Käyſelichègewirigëallergnädigſte beſcheit der hell
klar vñgewir ſein möge allergnädigſ verſehen. Daſſelbwie ſie mich gentlich
verſichert/vnſere Evangel: ReligionvndConfeſſion, auch kein anderszuleſkt
werden ſie mit allen ſchuldigen trewengehorſam invnterthänigkeit vñgewer
tigkeit, ob es auch gleich mit darſetzung leibesgutesvnndblutes zugehen ſolte
»mb Ewer Käy May:htnwiderzuverdienen ſtets für vii für höchſt geneigt
gewtlt/vndgefieſſen erfunden werden.
Jch aber habe es alßdann meinestheils billich das Ewer Käy: May: dieſe
meine erſte bittdie Jch für meine Mitchriſteallervnterthänigſt eingelegetal
ſomiltiglich zuerhörn geruhet vor eine beſondere Käyſ gnadauſfzunem?vñ
hochlich zu preiſen Verdiene es auch mit allem vermügentlichévnterthänigſté
gehorſamendinſten vmb Ewer Käyſ May: vmb ſovielmehr ſtets hinwider.
Gebenauffmein Hauſe zum NewëHoffelam 14. Aprilis.deßJahrs 16o3.
Ewer Käy: May: - - -"

Allervnterrhänig: Gehorſambſfer
* Johann Sigißmund Marggraffzu Brans
denburg deß H. Röm: Retchs ErzCamme
rer vnnd Churfürſt in Preuſſen zu Jülich
Clevevnd Bergc. Herzog. -
Num. 23. Ära
Philipp Ludſvig Pfalzgraffen Interceſſion.“
Klerdurchleuchttgſter Großmächtigſtervnvberwindlichſter Römiſcher
Käyſer, Ewer Röm: Käyſ May ſein meinvnterthänigſt gehorſamb
ſchuldig vnd willig dienſtallzeit mit fleißzuvor Allergnädigſter Her.
Die drey Evangeliſche Stände dero Löblichen Kron Beheimbhaben mir
ſowcl durchſchreiben als auch eine ſonderbare ſchickung mit etwas anziehung
was bey vorgeweſener Böhmiſcher Landtagstraétation zwiſchë Ewer Käy:
May:als dero Allergnädigſte König vñHernvñjnen den geſagtéStänden
in punctoreligionis vorgeloffe zuverſtehe gegebé vñendeckt. Ob ſie wolln vn
werthäniaſt gehofft, ſie würdévonewerKäy:May:in dem ſie vmbdas liberum
religionisExercitiü„wie ſolches weilandderohöchſtgeehrêgeliebtéHerºn Va
tern
-
Käyſer Maximiliano höchſtſell
- A
sººn
; j / Nelten es (IP
64 - Beylagenderandern Apologia,
ſten Hernvbergeben worden/vnterthänigſt vndgehorſambſangehalten und
verhoffentlich hierfidenmodumtractandinichtvberſchritt gnädigſte vßge
wehrlichereſolution erlangen ſo were doch ſolches widerall beſſers verbaffen
verblieben/vñder Landtagvnverlichterſachenauffgehobé worddeſſen ſie doch
EwerKäy:Mayalsderovon Gott vorgeſetzten höchſten Obrigkeit die ſchuld
per ſenitzumeſſen thetenvndweren alſovervrſacht worden etlicher Chur: vß
Ä deß Reichsvnd darunter auch meiner Intercefſien vndFürbitt bey
Ewer Käy May zuerlangung dero abgedachten Intentszubegehren Inmaſ
ſen auch durchſchzeibenvnd ſchickung wie obvermeldanjezobeſchehen.
Wiewolichnungarnitzuzweiflen/Ewer Käy May: als ein hochverſtän
digergerechter KeyſevñRegent werde vor ſich ſelbſtévñohne mein erinnern
derſachéwichtigkeit der geſtalt in Acht zunemé gemeint ſein das dardurch die
wolfarth/Rhuvndauffnehmenderoéöblicher KronBehaimb/vnd derſelben
getrewerStendevndVnterthanen erhaltenvndvortgepflanzt werten möge.
So habIch doch auffiher derStendebeſchehenesſoinſkendiges anhaltëauß
getrewemeyferigemgemüttvñdem allgemeinen weſenzum beſtënitvnerlaſs
ſen wollen ihnen mit der gebetenen Interceſſion zuwilfahrendeßvnterthentg
ßengehorſambſtenverhoffens/Ewer Käyſ May: werden ein ſolches von mir
anderſt nicht als wie es vmberhaltung Fried Rhuevnd Etnigkeit willenan
geſehen in allen Käyſerlichen gnadenallergnädigſkauffnehmenvñvermercke.
Vnd weil ich dañauch verſtehe das mehr angedeute Evangeliſche Ständ
in Beheimblein mehrers nitals die freyevbung der Religion wie ſolche ihnen
inÄño 7 beydamalspbergebener Confeſſion vonobhöchſtgedachtemdero
geliebten Herrn Vatternbewilligtvñzugelaſſen worden ſuchenvñbitten. So
iſt dieſen allénach an Ewer Käy:May meinvnterthänisſtesvñgehorſamb
ſtes anlange die geruhen dieſes der Ständaller onterthänigſtes ſuchen vñbe
gehrêin Käyſer gnadenzubeherzigevñjnendasjenigeſödenſelbe von dero
hochgeehrten Vorfahren Allergnädigſtvñmilciglich verwilligt auch ohne das
durchden hochbethewrtëheilſambliche Religionfriedéſicher zugelaſſennital
lein allergnädigſtzugeſtattenvndzuconfirmirn, ſondern ſie auch dabey Käy
ſerlich handzuhabenvndzuſchigenpnd den allgemeinenwolſkandt dieſeréöh
lichen Kron Beheimb Ä - - -

. Hierdurch werden Ewer Käyſ Mayvielbemelte Stände als welche ders


- - * -

ſelbenohnedas mitdarſtzung ihresenſerftenverbunden ihrenochmehermie


Leib Guevnd Blutzüjmmerwerenderdanckbarkeit devincirn, ſich ſelbſten
auch vielermühevndvngelegenheitenthebenivndjhreinen ewigen Nahmen
dnd Lobhierdurch erlangen.“ . " - >

„So bin vmb Ewer Käy May:iches auch ſelbſtenallesgehorſambsenſer


ſtemmeinemvermögennachtzuverdienen ſchuldigvndwillig sº
« N
--
Der Böhmiſchen StändfubVtrag, I6 $
ulchynddle meintgezu Käyſerlichen gnadenhiemitvnterthänigſbefehlent. "

Datum Neuburg an der Thonawden 1. Aprilis, Anno 10».


EwerRöm: Käy: May:
Wnterthänigſtergehorſamer Fürſt
PhysLudwig Pfalzgrafie
Brau24-nſchweigaerfen
Deß HerzogenvonNum.
- Videfupta
Pag, 4.,

Klerdurchleuchtigſter Großmächtigſkervndvnvßerwindlichſter Röm:


- Käyſer EwerRöm: Käy: May:ſeind meinevnterthärtgſtegehorſame
pflichtſchuldige dienſte jederzeit zuvor. Allergnädigſter Herl was die
drey StändeſubVeraq im KönigrBöhmen ſowolſchriftlich als mündlich
durchjredeputirte demütig geſucht wii gebeten das habe ewerKäy: May:auß
dem beyſchlußmit mehrermzuvernemé Ob ich mir nun wolkeinézweiffelma
cht das ewer Käy:May:alsein löblicher gütiger Chriſtlicher Käyſer ohne das
ſich gegen obgeſagte Stände auffihrfernersdetmütigsvnd meines erachtens
Chriſtliches vñbilliches ſuchéallergnedigſt vñwillferig zu erkläréwiſſen wer
den wie ſie deñzu EwerKäyMaydas allervnterthänigſt vertrawen tragêvñ
dieſelbigedaß ſie mitgewünſchterRelolution bißherontt verſehe werde mögen
vnterthänigſt vorjre ſelbſt eigene Käyſerl:Perſon wolentſchuldiget nemen/ſo
habe ich dochweilobſpecificirteStändeeine ſolche weitéweggereiſſetvñjnen
die tröſtliche hoffnunggemacht das meine Interceſſion jnenzuſtatten komen
möchte/dißlpterceſſion ſchreiben mitfuginſolchébilligmeſſigéſuchénit abzu
ſchlage gewuſt. Bitte demnach ganzvnterthänigſdasewer Käy:Mayſolches
daß ich es jnen mitgetheiletinvngnaden mit vermerckëſondern als wolgemet
„netvñdaß ichs miterverKäy May außvntethänige getreweraffectiótrew
lich vñgutynetnevndgern alles ſo ohne deßindiſenſchwürgêzeitéewer Käy:
May:fernerzlinachtheilvñvnruhige Regirſiganlaßgebé möchtt/removirer
ſehe verſteheoiſich indiſernChriſtliche billigeſuchénitallein anßangeboner
KäyſeltchetgütevñmtligkeitſondenauchvmbdieſemeinevntethänigeIn
terceſſion will gegeobgedachte Stände allergnädigſterklärenvñjnengeſuche
termaſſen das liberüExercitiü Religionisfrey laſſen/pſignugſamcöfirmiré
wollen. An diſem allen verzichteEwer Käy May ein Chriſtlich vñGottwolge- -
fälltges löbliches werckvñwerde die Ständewtebißhero geſchehen/vmbewer
Käy:May mitdarſtrecküglebesgutes vñblutes vnterthänig zuverſchuldigé
wiſſen Vñichbinsvmb Ewer Käy Mayvnterthänigiuverdienewillig/die
Ich Sottes eines sººººººº "Ä
l W9flºh.
-
--

16c. Beylagender andern Apologia


wolfarth getrenolich/vnd mich deroſelbenvnterthänig befehlentht. Darum
- auffmeinen Hauſſe Heſſen den 18. Aprilis, Anno 16oo.
Ewer Röm: Käy: SYay:
Allervnterthänigſtervnd Gehorſambſfer -

Fürſt weil Ich lebe - "

-
Heinrich Julius H.Z. B. V.L.
Videſºpra Num. 2ſ- -

- Das Nefve Käyſerliche außgangene SMandat/darin


nen Ihre Mayeſtet den 20. Mai zu einer Zuſammenkunft benennen
vndbefehlen die Stände ſollen ſich zum Landtag anffs Präger Schloß
verfügen dann Ihre Maneſtet beymſehen ſie verſorgen vor -

Ihre getrewe Vnterthanen hatenvnd beyjrer Re


ligion verbleiben laſſen wolten.
Vdolffder Ander von GottesgnadenerwelterRömiſcher Käyſerzir
-
"

AK. allenzeitémehrerdeß Reichs auch zu Hungern/Beheimb Dalma


tien vñ Croatičnc.Königºc-Erzherzog zu Oeſtereich Marggrafin
Merhern/Herzog zu Lutzenburg vnd in Schleſien, Marggraf zu Laußnitz/c.
Entbieten dem Hochgebornen/Wolgebornen/Geſtrengen Ehrnveffen vñ.
fürſichtigen Herzen Rittern/Edlleuten Prägern Städten vñallen andern
Inwohnernvnndvnſern liebengetrewen Vnterthanen außallen Ständen
vnſers Königreichs Beheimbivnſere Käyſerltchevnd Königliche genadvnd.
alles gutes Liebe getrenen. Demnach wir durch Vnſereverwtchener Tag inn
dieſem Königreich außgeſchriebeneivnndinn alle Kreißverſchickte Mandata
Euch zuwiſſengethan, daß wirderauffdas Rathaußder NewëStadtPrag/
auffverwichenen Montag nach Philipp Jacobt angeſtellten Zuſamenkunfft
außdeneningedachten Mandatis begriffenen vrſachen keine ſtattgebenvñdaß
wir Vnßin Vnſere Königliche machtvndin dasjenige was Vns als Ew
rem König vnd Herzn/inhalt vndvermög der Landsordnung/vnnd von allen
löblichen vblichengewonheiten zuſtendig keineswegs eingriff zuthun geſtat,
ten wöllen gnädiglich befehlende daß ihrzu ſolchen angeſtelten Tag nichtzu»
ſammenkommen Euch nicht verſamblen/vnd nichts ſolches fürnehmen vnd
handlen ſollet dann das wir an keinen andern ſein als einen gemeinen Land,
tag allen Ständen dieſes Königreichsinn kurzerzeit allhierauff das Präger
Schloßzulegenvnndaußzuſchreiben wie ſolches gedachte Vnſere Mandata
derer Datum auffdem Präger Schloß 1. Montags nach dem Faſten Son
tag der Todten Sontag 1 oder Judica genannt - dieſes inſtehenden 16.09.
Jahrs ſolches mit mehrerminhaltenvndaußweiſen. AlldieweilnaberWir - -
- - W9
- -
Der Böhmiſchen Ständſub Veraq. 167
von euch Herrn Rittern Prägern auch außder Gemeinvnndandern abge
ſandten von Städten ſub Vtraq:Communicantiim die ihreuch ſolchen Tag
angeſetzt, vndanjezoallhier in den Pfäger Städten anweſent ſeit durch ewre
demütige entſchuldigung/die ihr Vnß als Köntgentn Behemb/vnndewrem
Herenvbergeben gewiſſen vnd genugſamen berichtempfangen, daß ihr ſolche
Tag nur allein zu berathſchlagung der bereitſchafft zu Vnſerer als Königs zu
Beheimbals auch ewrvndewrer Weib vnd KinderDefenſion für allerhand
gefahr da ſich eine auf dieſes Königreich welgen wolte/gutermeinung Vns
vnd diſem Königreich zu gutem benennt vnd ſolches auffeinem freyengenei
nent von Vnß zuvor außgeſchriebenen Landtag außewrengeſambteuerwe
gung gethan vnd gar nicht willens geweſen/Vnßinvnſere Königlicgmacht
einzugreiffen mtt Gott dem Allmächtigen ewrengutem gewiſſen betewrende
daß ihr Vnſer getrewe vnd gehorſame Vnterthanen verbleibet vndeuch auff
dasNewſtädter Rathhauß zweyer vrſachen halber/Erſtlichen damit jhr Vns
ewrentſchuldigung thun/ vnndfurs andere ewte an gewiſſeörter abgeordnete
geſandte anhören möchtet, verfügethettet mit demütigſtervnndvnterchänig
ſteranmeldung daß ihr ſolche berathſchlagung der bereitſchafft auff den Ge
metaen Landtag(weltenhrauß wichtigen vrſachen alsbald vnndohne auff
ſchubaußzuſchreiben bittenthut) verlegen wöllet unmaſſen ſolche ewre durch
ein wettlaufflige ſchrifft zu Vnſern eigenhanden eingeantworte entſchuldi»
gung mit mehren in ſich halenthut welche ewre entſchuldigung vnd bittWir
gnädigſt annehmen ihr ſtattgebenvnd mit euch allen dreyen Ständen dieſes
Königretchsvnſern getrewen Vnterthanen/in diſem allen allerdings wolzu
friedenſein vnd weil Wir erkennendaß ihres mit Vnßtrewlich vndauffrich
fig meinet auch ſolche trew vnd vnterthänigkeit gegen Vnß jederzeit erwieſen
habe, welches Wir alles mit Vnſern Oberſten LandtOfficirern Landrechtſ,
ernvnd Rähten/in fleiſſiger beratſchlagung gehabt/vnd ſo wollen Wrals
vor Erſte die von euch zur Landtaffel am Mittwoch nach dem Sontag Laetare
wegengedachter Zuſammenkunft gelegteſchrifft in den Articke/ſoviel die er
wegung der bereitſchafftbetrifft 1 der allbereit von euch biß zum nechſkünff
eigen Landtag verlegt vnndsuch deſſentwegen mit dieſen Mandaten allbe
reie vorſehung beſchehen - auffgehebtvnnd Caſſirt haben. So laſſen Wir
auchven vorigen Vnſern Mandaten gnädigſt ab 1 heben dieſelben auff
vnd begehrn derſelben um wenigſten nicht zugenieſſen/ vnndverſichern euchal
ledrew Stände. Vnſere getrewe Vnterthaneninn dieſem gnädigſt das be
rührte Mandata . uch die ihr euch den Tag zu berathſchlagung der bereits
ſchafft benennetvnnd angeſetzt vnndjetohieheroin die Präger Städtesſey
vor oder nach außgang gemelter vnſer Mandaten kommen t euch auffm
Rathhaußder Newen Stadt Prag findenlaſſen allenin geſambi º ill
- -- - - - - 99
">.

168 Beyſagen der andern Apologia


ſonderheit niemanden außeuch zu keinem wenigſten nachehelloder prxjüdi
eioewrertrewgehorſambsvnndvnterthänigkeit/vnndewrsguten Nahmens
nichtſeln noch ſein ſollen vnd dann von Wnsals König zu Beheimbl vnnd
von niemand anderſkesſey Geiſtlichen oder Weltlichen euch gar in keinem
argengedacht noch erwidert werden ſolle jetovndinkünfftige ewigezeiten daſ
Wir haben vnd halten euch alle DreyStändediſes Königreichs für Vnſere
getrewengehorſamevnrevvnſern gnädigſten SchuvndSchirmjauchzual
en Ordnungen Rechtenvnnd Gerechtigkeiten dieſes Köngreichsgehörende
Vnterthanenlauffwelche ſich Vnſere Königliche Pflicht erſtreckenthut.
Vnd nach dem Wirzuvor gänzlich vorhabens geweſen einen gemeinen
Landtägaußzuſchreiben der Stände aber begehren vorbillicherkennenvnnd
in anſehung der groſteanzahl der Stände allhier in den PräzS tädtenauff
dißmalzugegen iſt, welche das Landtags erwarten wöllen. Derowegenlegen
Wir ſchreiben außvñbenennen im Rath deß Allmächtige Gottes euch allen
DreyenStänden dieſes Königreichs/Vnſern getrenwenvntetthanen ſolchen
gemeinen andtagauſgroſſenvnvmbgenglichen vrſachenauffnechſtkünfft,
gen Sontag Rogationumallhero auff das Präger Schloßr beywelchemger
meinem Landtag zuvorderſt der Articklwegen der Religion zu entlichem Btr
ſchlußvnnd verörterung in die Handtagspropoſition gelegt werden ſollvnnd
welcher geſtaltjhrſamptlich ſo wollen jeder beſonders wie die ſub Vna alſo
auch die ſub Vtraq, vnd diejenigen diejhr eucß zu der Vnszuvor vbereiche
ten Confeſſion bekennetewre Religion ohne verhinderungvnndbedrangnuß
von allermänniglich Geiſtlichervnd Weltlicher Perſonenvben möget Wik
euchgebürlichen verſorgen wollenvnterdeſſen euch gänzlich vndvollkommlic
beyder beim gemeinem Anno 16o8. am Montag nach dem Sontag Exaudi
gehaltenem Landtaggethanen verſicherung verbleiben laſſen. Wir wollen auch
dieſen Landtag ſolanggemelter Artickl von der Religion ſowolandere ger
meine beim vorigen im 1&o3 gehaltenen Kandtag verlegte Artickltvtenichtwes
niger diejenigen, welche dem gemeinem weſen zum beſten vorgebracht werden,
möchten nicht beſchloſſenvnnderörtert ſein nicht auffgeben laſſen auch allen
dreyen Ständen dieſes Königreichs daneben befehlende Idaßjhrſamptlich
vndeinjederinſonderheit kein Kriegsvolck Knecht Soldatenvnnd andere
Kriegsleutnicht werben nicht auffnehmen/inn das Königreich nicht einfüh»
renoder andern hereinzuführen vnd zu Werben nicht verſtatten ſollet dann
Wir Vns hierinngnädigſtangebenvnderbitten daß Wirgleichsſalsnirs
manden zulaſſen wöllen Kriegsvolckauffnehmen Werben herein ins Land
führenvndauffhaltenzulaſſen 1 Befehlenderowegen euch allenvnndeinem
jrtwedern beſonders gnädigſt I daßihrauffobberürten Tagewrervor Eltern
beyvnſerglückli Ä Erempelnachlallerſeits friedlichÄ WM
- DerBöhmiſchen StändſubViraq. ers-
keiner andergeſtalt ohne alle verhinderungvnndenſchuldigungzen Prag *
kommen vnd Morgens früe am Montag ohnverzügbey Vnsauffm aal
im Präger Schloßzu anhörung der Landtagspropoſition, altem vblichen
sebrauch nach findenlaſſen ſollet. VeForma&e. :
- , - Num. 26. :: Videfapn
Decreta an die Präger vnd die AcademiaſübVeraq: Paß d.

der Proceſſion beyzuwohnen.


A -

Vff der Röm. Käy auch zu Hungernvñ Beheimb König:May.V


ſers allergnedigſten Hernignedigſtëverordnung den Erbarn Burger
meiſter vſ Rathmafien der alten Stadt Prag hiemitanzudeuté, Die
weiln ſich die zeit der gedechtnuß deſ Feſts Corporis Chriſti herzunahee vnd
Jre Käy.May gnädigſkinſondere acht nehme damit der Gottesdienſtbeyder
Proceſſion von den Rathsverwañtenden Zechenvndgemein allerſeits reche
vñmit aller gebürwte von Alters heroin der Kirche Gottes gebräuchig geweſk
vñnoch verzichtet dagegen hierbeynichts leichtfertiges weder von dergemeiné
Pöfel noch auch von den beambten vorgenoſſenwerde, daß derowege höchſter
melte Jre Käy.May den Präger Altſtättern Ernſtvñ Endliche befolévñge
bieten das vermögſolöblicher Chriſtlicherbeſcheheneverordnügzuforderſtalle
Rathsverwafite dañdie 6. vñro. Hern/vñinſuñha alle diejenige Perſonen
ſomit Pflichten beladenvñbeatubtetſein niemädhievon außgeſchloſſen ſelbſt
der Proceſſion beywohnen/vñniemanden wie vormals beſchehen zuvereeſſen
daheimbzubleibenauß den Fenſtern zuzuſchawen oder mit geringe Entſchul
digungen einzukomen verſtattendeßgleichenbeyallen MvñCollegiaten auch
andern Schuldienern ſich dabey findenzulaſſen/vnd mitzugehen beſonders . . .
aberbey allen Zunfften Zechmeiſtern würcklich anordnèvñverſchaffen ſolle “ e,
damit ſiehre Fahnenéiechtvndanderedarzugehörige Kirchenziert zu Ehren
demdienſtGottes dem altengebrauch nachdarbeyeragen MeiſtervñElteſte
dºßgleiche andereinenzugehörige ſelbſt mitgehen/vñſich hierbey allerſeits mit
Chriſtlicher Ehrerbietungerzeige beyvermeidügwürcklicher beſtraffung eines
jeden/der ſich einiger verachtung vnterſtehenwolte. Welches ſie dañauffzutrg
genderfall Ihrer Käy May.zuberichten vnd die Rachs vnd andere Perſo
nendiebeyderPröseſign nicht geweſen verzeichneter in die Böhmiſche Can
ley zivbergeben wiſſen werden auffdaß Ihre Käyſ May gegen dergleichen
vnandechtigen Leuten diejhnen ſowol die Ehrvnd Lob Gottes als auch Ih
rer Käy.M.verordnung wenig in acht nehmen mit gebührender ſtraff andern
Ä verfahren laſſenkändten. Hieran beſchicht Ihrer Käyſ May.
P sa llen,»Decretum
gnädigſkerwi - - Praga e J. Anno
rºs- 16.Junij, 16o9.
Sdeiko
: von -Lobkovi- ?-
--- - P Die
Iyo Beylagender andern Apologia
Är- Kay auch zu Hungernvnd Beheim Königl: Ma Vnſ
D JeallergnRön.ädigſte r HeribertchtendieGelerten viErbare/der Prägeriſch
Academia Rectorn, Decanum vnd Directores gnädigſt daß ſie ver
wichenertagen durch jre Decretain alle Präger Stättérweſſen ſich Burger
meiſtervñ Rähteſampt der ganzengemein/bey vollbringung nechſtkünftigen
Donnerſtags der Proceſſion deßvberthewriſten Leibsvñ Bluts deß Sohnes
Gotteszuverhalteverordnüggeehan beſonders aber den Alt Stättern befoh
lenhettenijnenden Collegiaté, Irer Käy: May:gewiſſen willézu inſinuiren,
vñdas Jre May:haben wölledasebenmeſſigſie nebé den Prägeroljrer Vor
farenaherkoffene gebrauchvñandacht nach der Proceſſion beywonen ſo
mit zweiflentles werde hierinnen von inen deme gemeßnachgelebt worden ſein.
Es haben aber Ihre Käyſ Mayauchnitvmbgehen wollenangeregten Re:
étori, Decanovnd DirectoribusobbeſchriebenerAcademix ſelbſten durch diß
Jrer May:Decret abſonderlichêzubefehlenlauffbeſtimbten tagohne alleauß“
redder angedeuten Proceſſion, nit alleinvorjre Perſonen beyzuwonen dieſel
befeyrenvñvollbringenzuheffen. Sondern auch beyallen Dočtoribus.Ma-
iſtris, Baccalaureis,Studioſis vñ der Vniverſitet mitgliederntimwerckzuver
chaffen das ebensfalsein jedweder keinen hievon außgenommen hierzu mit
Chriſtliche eifer vſiandacht ſich geſtelle in der ordnung vndProceſſion, wiegt
bräuchig mitgehedem Hochwürdige Sacramét gebürède Reveréz vñ Ehrer
beunganthuevñIhrer Käy.May: Vnſersallergnädigſten Herin in dieſen
fachenbeſchehenéanordnung ſich deßſchuldigévnterthänigé gehorſambsver
halte. Hieran vollbringen ſie Irer Käy May gnädigſten willen vſmeinung.
Decretumper Imp.MainConſilio BohemicoPrage 16.Junij Anno 14o9.
vielen Extrahirte Artickelauß der Käyſ SMay: Burgermeiſter
*“ vndRathinder Alten Stade Prag bey vernewerung deſ Raths
2 Anno 16o8, den „tag Septembris gegebenen -
*
- Inſtruction. "
Röm: Käy auch zu Hungernvñ BeheimbKönigliche Ä
#eraller
-
gnädigſter Herbefohlen den Erbarn Burgermeiſter vn R
der Alten Stadt Prag bey dieſer jetziger Rathsvernewerüggnädigſt
daß ſie ſich inhaltsdſeriefohlenachbeſchriebenenrñirenvermög Käy:
Manzanordnung viibefelchdurch die Wolgeborne Adamen von Sternberg
auff BechinvñGrünberg/Röm: Käy: May: Rath/vñ Obriſte Burggraffen
zuPrag ChriſtoffvonLobkowiauffPatekvñDiwi Räm:Käy May:Ge
heimen Raths/Elteſten Cañerern/Obriſten Landhoff: vñ Camermeiſter deß
Königreichs Beheimb: Adamévon WalſteinauffHradekvber der Saſawa
vñéowoſil Obriſten LandRichterdeſ Königreichs BeheimbvñIrerÄ
ſt
Der Böhmiſchen Ständtſubvtraj. 17.
May: Obriſten Stallmeiſter/vñSdentek von Lobkowitz auffChlume vñGi
ſebni/Obriſten Canzlerdeß Königreichs Beheimb Irer May: Rähtebe
reitmündltchangedeuté Artickelnjevñallezeit gehorſamblich vñvnterthäni
(wie Ire Käy: May:dervngezweiffelten zuverſicht zujnenſeind)verhalten vñ
keinesweges daraußſchreiten ſollen. Erſtlichen ſollen ſie die Winckelzuſam“, z.
menkunfft derverbotenenPickhartiſchen Religion oder wie ſie ſich die Bunz,
lerBrüder nennen keinen erdachten weiſezulaſſenvnd dergleichen Perſonen
deß Hernvnnd Ritterſtandsvngeſchontmenniglechen verzeichneter vberge
ben würde es aberjhren Mitburger einen betreffen ſich mitjhmevorgewiſſen
vndgleichsfalshievontndte Canzley berichten.
Wann die Proceſſiones gehalten werden ſollen auffdieſelbentäg ſich alle a.
Raths Perſonen ohne außred geſtellenvñderProceſſion beywonen am Son:
vñFreytagen zu Kirchengehenſvnſer liebe Frawen vñ der Apoſtel Feſt fleiſſig
ſeyern vnd die von der Heil. Kirchenverordnetevnd eingeſetzte Faſtenhalten. . .
tem Sieſollen ſich derverwaltung der Pfarten Kirchenvnd Schulen z.
nicht anmaſſen. Sondern was den Gottesdienſtvnnd Lehr in Kirchenvnnd
Schulen anbelangt ſich nachjhren Pfarrern richten. Item/Weiln die Pfar- 4.
rtrihreslohns werth ſoll dieſelbe ehrlich nach erheiſchung ſeines Stands
benannt vndfrey gelaſſen ſein, damit Sie nicht bettelnlauffenmüſten.
Item die Pacealaureivnd Schulmeiſter ſollen ſich in Schulen vnd Kir ſº
chen nach dem Pfarrerrichten. - -
Item ſollen ſie den Pfarrern die Schuldienerwiderjhren willen nicht ein- .
dringen oder einen ſolchen der einem andern gefiel mitgewalt einſetzen ab
ſchaffenvnd anderswohin befürdern. Decretumperlmp. Mlajeſt; in Conſ
loBohemicoPrºgx .Septembri-Anno 16os - -

Num. 27. Videfpua


KeyſersRudolffhochlöblichſergedechtnuß denStän.“
den im Königreich Beheimbſub Vtraqzvberdasfrey Exerci-" º .
tium Religionisertheilter Mayeſterbrieff. - - -
KI IrRudolffder Andervon GottesgnadenErwölter Röm: Käyſzu
allenzeiten Mehrer deſ Reichslzu Hungern/Beheimb/Dalmatien
Croatien:c. Königºc. Erzherzog zu Oeſtereich MarggrafzuMäh
rern Herzoginäuzenburgvñin Schleſie Marggraffzuauſºe Thunkund.
züEwiger gedechtnnß mit dieſem Brieffallermäñiglich. Nachdem alle drey
Ständevnſers Königreichs Beheimbſodenéeibvñdas Blut deß HermJeſu
Ehnſtvnterbeydeley geſtaltempfangévnſereliebegetrewébey dem in verwie
chenem eintauſent ſechshundertvndachten Jahr am Montag nach Exadi,
auffm
- -
Präger
-
Schloß
- - - - >
- . P amj FreytagnachJohannisBaptiº
gehaltenen/vnd ºr . .- - - gemelten
. . .
73- Beyſagen der andern Apologia
zaeiten Jahre geſchloſſene Landtag beyvns als Königin Beheimbinale
t derart vnterthänigkeit anſuchungg:than: Damit ſie bey der gemeinen
Béhatſche von etlichen Augſpurgiſch geneñten beim amtitenandtagAn
no 17 beſchiebenenvnd der Käyſer: May: weiland Käyſer Marimiliano
vnſern geliebſten Herrn Vattern löblichſter vñſeligſtergedrchtnußvbergebené
Confeſſion (die ihnen bald damals wie Wir gewißlich beichtet vndauß den
ſchreihenviſes geliebſten Herrn Vatterneigenenhandl auch andern bey der
Landtaffelverhandenengedecktnußvernomen von Ihrer Mayºſtet verwilligt
Ä jhrervntereinander auffgerichtervñinder vorzedeingebrachter
ergleichung ſowolandernjhren im ſelben Landtagnamhafft gemachtéjre
«T Religion antreffentenbittvndfreyem Exercitigjrer Chriſtliche Religionſub
Veraq;vngehindertmeñtglich gelaſſen. Solches alles auch von wnsjhnenden
Ständen(inmaſſen derſelbe Artickvñjhringemeltem Landtagvñderland
tagtn die Landtaffeltn die grüne Quaterndergemeinen LandtägAnnoiéo3.
am MontagnachExaudivnter dem Buchſtabe K 2 von wortzuwort einge
lebtvñInſerirt Begehren alles mehrersinſichheltvñaußweiſet)genugſam
cónfirmirt werdémöchte. Wir aber ſelbezeitwegéandererwichtiger notturf
tenderenthalben der Landtag damals außgeſchrieben worden.päkeinen auf
ſchub leiden kšnen ſolches zu confirmirn, bißzukünffttgéauffm Don
vor Martin pnd ſelbmalsnechſtkünfftig beneüten Landtag zuallerdiſerſache
fernern beſchlußzuverlegé gnädigſt begehretvñvnterdeſſen ſolang dieſes bey
Ä dtagnitvollzogen würde die Ständeſub Vºraq alſo verſorget
daß ſieihre Religionfrey üben vivor erörterung vñgewiſſer endung gemelte
punctsfiu keinen Artickn/was alſo von Vns ihnen in derPropoſition vorges
bracht werden möchte zuſchreiten zu berathſchlagen ja garnichts zu handen
ſchuldig ſein ſolt Wiedißvnſer gnädigſtbegehrenvñverſorgung mehrers in
#edenhaltéthut. Wie nun voriger Landtags verbleibügnachderauffobbeſchrie,
Tag nemlich den Doſierſtag vor Martini angeſetzte Landtag von vns.
gewiſſervrfach halber auch verlegt vñnachmals ein anderer Dieſtages nach
Ä bekerung durchvnſere Mandataaußgeſchriebévíauffdz Prägerſchloß
eneñet wordèpfigemelteStände ſubVtraq;vnsauffs neweangeregteCon
feſſion vñeinhellig gethane Vergleichügdabeyvbereicht auch vnnachleßlich
beyvnsjéKönig vñHernnitallein durch jrembſiges/vnterthäniges/demä
eigesbittèſondern auch durch anſeheliche vornemeIntereeſſiones angehaltk
dimiriu angeregterStändeſubVeraqvnſerergetrew?vñliebëVnterthanen
begregnedigſt bewilligéwolten Dzwir nachgehabterfleiſſigervnſerKäyſer
ºf Königlerwegig mitvnſernObriſtëandOfficirernandRechtſizernvñ
Wºhdeſ KönigrBeheimhales deſinitvnterlaſſenauffgemelter Hern.
Ritter Prägervñanderer Abgeſandtéaußden Stät aller Dreydenéeibvñ
das Blut deſ Herin Chriſtivnter beiderley geſtaltempſägëderváſich zu dieſer
-
-

Bººmſa Ständ ſubVtrag. 1>3


ÄS ÄÄ ÄÄ ng Beine nſerº rgere wête
Äs“ . . . ,gen Greven Äänden dieſes Königr:
vºje Hºëºr Felig ... ägäiſ der Atoitagnat Rogatio
nun anderſ der Krºnwocêdieſ, o; durch vifere Königliche Mandata
außz uſ benauffm Prager Siloß anzuſtellen in gemeltenoffentlich auß
gingenè Mandat Ä auch dieſes außdrücklich zuſetze: Daß beydte
ſim Landtag der Artickl von derRigion zur erörterügrñemrbringüggelägen
ſo vi wirfoiches in die andtagsPröpoſitionſeffauch welcher geſtattalein
geſonſt ſo wollen jeder beſonders wiedie ſub Vna,als auch dieſ bVtraqi vñ
dieſe ſich zudervnshiebevorvbereichte Confeſſôbekeñenfre Religion onge
hindertmeñiglich ſowoGeiſtlicher als Weltlicher Perſonévbe Ä ks
che verſorgthuntºöl Inmaſſen dieſes alles beſagtevnſereMandata deren
Datunauffm Schloſ PragSamſtags nach Jöbilate dieſes 699.Jarsin
dem Punkt mehrers außweiſe Vfalszuſolche von rnsäußgeſchriebenége
meinč Landtag ſich alle drey Ständesleichfals ſich gehorſamlich viivnterthä,
nig eingeſtellt. Wirauch vnſerm gethanenvndinvnſermMandatinſerirten
anerbieten nach den Arick wegen der Religioninvnſerer Propºſition mit
eingebracht:habenoffthÄ dreyvereinigte Stände ſabVtraqihr
vorigevnsinſchriftenvber entb geht renovirt, vnd vmbgenuzfamever
ſicherung auch deſſet Ä mit der Landtaffelvnerthänigſt gebeten.
- Dieweiln dañvnſergenzlicherwillen das indiſem Königreichvnter allen
dreyèStändéſo woldenenſub Yna,als denéoffbeſagtéſübVeraqi allenvn
ſern gerewivñlieh Vnterthanéjezevinkünfftigezeitalterſeitsflebeinig,
keit/vnd gut vernehmen zu erweiterung vierhaltung deßgemeinen gutenfrie»
denserhaltëwerdevñjedestheil ſeine Religionſdariñenesſeneſeeligkeit vere
hofftfreyvñohne alle bedängnuß eines von den anden/vben müge das auch
(wie billich iſt)dem Landtagsbeſchluß Año 608.wienit weniger vnſermof
fentlich außgangene Mandat(in welchem wirangeregtevereinigtevndzuder
Confeſſionſich beteiende StändeſbVtrag vor diejenigen dieſejederzeit
geweſt nemlich vorvnſere getrewevñgekorſamevnter vnſerngnedigëſchutz
zu allen Ordnungen Rechten viiFreyheiten dieſes Königreichs Beheimbge
hörende Vnterthanenlauff die ſich vnſere Königliche Pflicht die Rechernnd
LandsOrdnung erſtreckt erkläretvñjezonschmals erklerenthun)einbenügé
beſchehe. Als haben Wirin anſehen ſowol beſagteranſehenlicher Interceſſio
sen,als auch der Stände ſubVtraqembſigereffter bittvñirervielfeleisen/
getrenwennützlichen vns die ganzezeit herovnſererglückliche Regirungvber
ſiewfircklich geleiſtendienſt: vñvieler anderervrſachen halberwolbedeuchtig
mitvnſerm guten wiſſen/auß Königlicher Macht in Beheimb/vnd mit Rath
der Qörfléandoffici-er andR
-- -- -
andRechtſe rvnſererRähte
P li * *
den
*..
cº.deon
ArtiReligi
174. Beylagen derandern Apologia -

Religion bey dieſem auffmPräger Schloß gehalten gemeine Landtag mit al


endreyenStände dieſer Krondergeſtalt erörtertvñbeſchloſſevñdie Stände
fub Veraq mit dieſenvnſern Mayeſterbrieff verſorgt vñthunſiealſo verſorgt.
Anfangs nach dem hiebevor mit der Landsordnung A 3 z.ſoviel den Glau
benub Vnavndfub Vtraq; betrifft außgeſetzt iſt daß Sie einander nicht be
drengen ſondern vor einen Mann als gute Freunde beyeinander ſtehen: Auch
keineheit das anderſchmehen ſoll. So wird es hierinnentn dieſem Articklbey
der LandsOrdnung vollkomlich gelaſſen/ vnndſollen damit beyde Theilgegen
einander itkünfftige zeitl beyvermeidung deren in der Landsordnung außge
ſetztenſtroffverbundenſein vnd bleiben. -

Vñſintematdie ſubVna ihre Religion in dieſem Königreichfrey vñvnge


hindert in vbung haben/vfidie ſubVttaqſo ſich zu dieſerConfeſſion bekefien/
jnen hieriñen keine hunderung nach außmeſſung thun: So bewilligé Wirbier
zu vñgebengewalt vñrechtzuerhaltung hierinnen einer billiché gleichheit das
gleichsfalsviel angeregtevereinigte Stände ſubVtrag ſowolder Herin vnd
Ritter Skandals auch die Präger Ä andere Stätte mit jren
vnterthanévñinſuña alle diejenigédie ſich zuder BöhmiſcheweilandKäy,
ſer Marimilianovnſerngeliebſké Herrn Vattern lö tchervñfeligergedäcbt
nuß beimgemeinen Landtag/157vnd Vnßjezoauffsnewevbereichte Con
feſſion(darbey Wirſiegnädigſt bleibelaſſen)bekennervſ bekeñen keinen hie
von außgeſchloſſen ihre Chriſtliche Religion lüb Veraq;nachtnhalt der Con -

feſſion vnd ihrer miteinander auffgerichten vergleichung vñverbändnuß ge


raumfreyan allen vnd jedenorten treibenvñvbenbeyfrem GlaubenvfiRe
ligion ſowolder Prieſterſchafftvñbeyder KircheOrdnügdiejeovnternen
iſt oder angerichtet werdémöchte bißzugenklicher Chriſtlichereinhelligerver,
gleichung wegen der Religion im Heiligen Reich gelaſſen werden: Nach denen
allbereituvor beim Landtag Annº 1:67 aufgehebtéindeß Lands Privilegi
envñſonſt außgelaſſenen Compaëtaten aber ſich weiterzurichten nicht mehr
ſchuldigſein ſein werdénoch ſolle. Ferner ſoehunwirdenStändeubvera,
dieſe beſondere Gnadvñgebeninen allen dreyenfub Vrraq, zu diſer Confºf.
fon bekeüenden Ständédas vntere Prägeriſche Conſiſtorium widerumbin
jrengewaltvñverſorgung vñbewilligen darzugnedigſtdaß ſie die gedachten
vereinigten Ständenſub Vtraq: das Conſiſtorium mit ihrer Prieſterſchaff
inhalt der Confeſſion vñirervergleichſig/vernewern vñire Prieſterſchaffe ſo
wolin Böhmiſcher als Teutſcherſprach/derënachordnélaſſen oder die geord,
neten auffire Collaturn ohne alle verhinderügdeßPrägerſchëErz Biſchoffs
oderiemandsanders einſetzenauffnehmen: Mit weniger auch die Präzeriſche
von Altershero denen fub Vtraqizugehörige Academiam, die wir den Ständz
ſamptaler jrerzugehörebsſals gnädigſt in jren sººººººººº l
Der Böhmiſchen Ständſtb Vera 175
ſie dieſelbegleichermaſſen mit tauglichenvndgelerten Leuten beſeen gute Möb
iche Ordnung anrichten/vndvber dieſen beiden gewiſſe Perſonenanßihrem
mitte zu Defenſorenverordnen mügen. Vnterdeſſen aber ſolangvnnd viel
ſolches von ihnen nichtinswerck gerichtet wird, ſollen die Stände nicht weni
gerſamptlich bey deme was obbeſchrieben iſt, daß Sie ihre Religionallent
halbengerautnvndfreyvben mögen/gelaſſen werden.
Vñſo viel Perſonen die vereinigte Stände lub Vtraq ihres mittlszuDe
fenſornvber gemelt ihr Conſiſtorium vü Academiam,nachjrer einhelligëver,
gleichunglauß allen dreyen Stände in gleicheranzalverordné/vñdieſelbèvns
als ihrem König vnnd Hertnvbergeben werden dieſelben alle vns nahmhaffe
gemachte vſivbergebene Perſonen keinen hievon außgelaſſen/wëllenvñſollen
Wirinnerhalb zweyerwochen von dato der vnsvbegebenéverzeichnuß darzu
beſtetigen/vñſie für Defenſores erklären/dochvber der Ständéjnen gegebené
pflicht vnd lnſtruction in keine andere Inſtruötion noch pflicht ſie ziehen. Do
Wir aber anderer verhinderungëtoder allerhand anderer vrſachen wegen inoh
bemeierzeit dieſelbennitbeſtertigen küſten oder würden: So ſollen ſie doch ein
wegs als deſ anderuvber beiden Defenſores verbleiben alles das thun vñver
richten/alsweñſie von vns Confirmirt vnd beſtertigt wären. Vnddo auch ei
neraußjnen ſtürbe werde die Stände ſub Vtraq; anſtatt deſſelbé beimnechſt
daraufffolgende Landtageinen andern in denen noch vbrig im leben verbliebe
nenwehlenvizugebéküñen. Welches alſo in künftig alle eitlobbeſchriebener
geſtalt wie von onsvnſern Erbčvñ Ä Könige zu Beheimblalſo auch
von jnenden Ständélub Vtraqsvñden Defenſornobſervirtvñgehalte wer
den ſog. Jmfall auch jemand außdenvereinigtédreyé Stände diſes König
reichsubVtraqvberdie KirchenvndGottshäuſer derenſiealbercitimbeſi
ſein/vidiejneninvorzuſtºdig(darbeyſiefriedlich gelaſſevñgeſchütztwerdëſol
en)esſeyin Stätten Märcken/Dörffern oder anderswo noch mehr Gotts
häuſer vñKirchézum Ä aber auch Schuluvnterzichtügder
Ä aufbaw
tädals
enlaſſen wolte oder wolten werd?ſolchesſowolder Hernvñ
die PrägerKuttenbergervñalle andere Stätte geſamt
ieterſ anch
vñſondersjeszeit gerautnvñfreythunköñenone alle allermeñigliches verhin
dern. J Vidpeln in etlichen Vnſern Königlichen/vndin Irer May: der
Königin als Känigin zu Behetmb Städten beyder Religionen zugethane
memblichen lub Viavndlub Veraq;beyſammen wohnen. Als befehlen Wir
inſonderheit und wollen zuerhaltungfriedvieinigkeit daß jedesthelſcineRe
ligionfreyvbennachſcinen Prieſtern ſich Regulirnvndrichten mögevndein
thel dem andern in ſeiner Religion vnd Ordnung keine außmeſſung thu/das
execitiucn Rºlgomis, die begräbnuß der Todten leichin den Kirchen/ vnnd
"fºnsºsia sººººººººººººº sº
“ie
* - - - ºx 3.6.- - - - - - - - ---
176 Bytagen derandern Apologia -
Ebenergeſtalt ſoll auch döndem Heueigentag anzurechnen niemand wie
auß den Höhern Ständen alſo auch außden Städten Märcktenvnns das
Baursvolckweder von ihren Obrigkeiten noch andernGeiſtlichenvi Welt
lichen Stands Perſonen von ſeinerReligion abgewendet vñzudeß gegenteils
Religion mit Gewalt oder einiger anderer erdachten weißgedrungen werden.
- Das nun alles was obbeſchiebe zu erhältügliebvñeinigkeit von vnsereº
lich gemeint vñverordnet ſeySo verſprechen wir derowegen mitvnſerm Kö
niglichem wort das gedachte alle dreyvereinigte zugedachter Confeſſion ſich
bekeſienteStändevnſers KönigreichsBeheimbjtzigevñkünftige auch deré
Nachkomen/beydieſ allem was obgemelt von Bnsvnſern Erben/vfikünff
tigen Königen zu Beheimbvollkerſentlich vñ gentlich ohne verbrecügoder
ſchmelerung gelaſſen, vnd dabey geſchützt werden ſollen. Dann Wir ſie auch
in dieſem allem bey dem friedendeß Heiligen Reichs wegé der Religion auff
gericht den Religtonfried genañtalsein vornemes Glied deſ Heiligen Reichs
bleiben laſſen. In welchem ihnen weder von Vns noch vnſern Erbevñkünff
tigen Königen in Bcheinb noch jemandsandern Geiſtlichen oder Weltlt
chen Stands Perſonen keinehinderung beſchehen ſoll.inkſinfftige ewigezeit.
Es ſoll auch widerebbeſtiñten wegen der Religion auffgeichtéfrieden vſ.
wider dieſe den Ständen fub Vtraq; von bns beſchehene beſtëdigeverſicherüg
kein befelch/rf nichts dergleichen/wasjnen dariñin dem allergeringſtëhinde,
rung oder verenderung bringen möchte/von vns/vnſern Erben vñkünſtigen
Königen zu Beheimbauch von keine andern auſgehen oder angenoſſen wer
den. Vß da auch gleich jchtesſolchesaußgfenge oder von jemanden angenom
men worden ſein möchte daſſelbedoch keinkrafft haben viiinſolchekſache mit
oder ohne recht nichts mehr gevrtheilervñgeſprochen werdé.Vfi dieſer vrſaché
halberthun wir hiemit allevi jede/wide dastheilderen ſubVeraqi vñdiejeni.
gen/die ſich zuſolcher Confeſſion bekeñen hievor außgangene befechvñMan
datawelcherohrten die immer erfolgt ſein möchten auffhebelcaſfirntunichts
machévñerkeſen ſie tedt vñnulſein: Alſodasdieſes alles auch diejeigevnd
vorige von den Ständen beyvns dieſes Artickels halbergeſuchteConfirmati
onvñwasen zwiſchen vnd biſ daher ſich verloffenermeltendreyenvereinigté
Ständen dieſes Königreichſampeltchederſonderlich zukeinenachteivfab
bruchjresgutéleymutsvñzu Ä die Namen habe möchte iſt
vügereich daſſelbe tichinen von vnsvñkünfftige Königen zu Beheimhin
keine böſen gedachteñgeantet werden ſolljezovñukünfftigen erbigenzeiten.
Daneben allen Oberſten Landofficirern (andRechtſizernvñvnſernRäh
ten auch Ä diſes Königreichs jetzigevñkünſfeige
# eigedachte HetºnRitterſchafft PrägerKutten
begervffalleStättelalledreyStändediſes Königreichs mitällejren Vier
- - thanen
-
– – – –
-

Der Böhmiſchen Ständfub Veraqz. 1>7


ºhanenvñinſumaalleſub Vtraq; die ſich zu der Böhmiſchen Confeſſion be
kefien/bey dieſer vnſererverſicherügvñMayeſterbrieff in allen Artickln/Punc-
tenvñ klauſuln verbleiben zu laſſen ſie dabey zu ſcbüßé/vñkeine hinderung/ed
eintrag jhnen zuthun/noch jemands andern zuthun zuverſtattéiſolieb euch iſt
vnſer zornvnd vngnad zuvermeiden. Vfi da ſich jemand Geiſtlichéod Weltli
chen Stands weßdergletcherzuverbrechung dieſes Mayefketbrieffsvnterſtün
deſo ſollen vü werden Wirmit vnſern Erben vü künftigen Könige auch den
Ständc deß Königreichs Beheimb verpflichtet ſein gegen einem jeden ſolche
als eine vorbrecher deſ allgemeine guten Friedens zu verfahrédte Ständeda
beyzu ſchütze vñzubeſchirmélallergeſtalt vñmaſſe wie der Artickl in der&ands -
Ordnügvon beſchüßung deſ Lands der Ordnügvfi Rechtaußmeſſung thut.
Endlich befehlen Wir den Ober vnd VnterAmptleuten bey der Landtaffel
deß Königreichs Böheimb/daß Sie künfftiger gedechtnuß willen dieſenvns
ſern Mayeſterbrieffauff die LandtagsRelation, die bey dieſem Landtag von al
len Dreyen Ständen deß KönigreichsBeheimb zuréandtaffel beſchehen ſoll!
in die Landtaffeleinverleiben einſchreiben vndnacher dieſes Original zu den
andern Freyheiten/vñ Privilegien deſ Landsauffm Carlſtein legen laſſen ſol
len. Deſſen zuvrkund haben Wirvnſer Käyſerlich Inſigelandieſenvnſern
Brieff vnd Mayeſtetanzuhangen Ä -

Gebenauffvnſerm Königlichen Schloß Prag, Donnerſtagnach S. Pro


copj. Im Jahr deß Herºn 1609. Vnſerer Reichedeß Römiſchenith Vier
vnd Dreiſſigſten deß Hungeriſchen im Stebenvnd Dreiſſigſten. Vnd deß
Böhmuſchen auch im Vier vnd Dreiſſigſten.
Rudolff/tc.
Adamus de Sternbergſupremus Burg
gravius Pragenſis.
- Ad Mandatum Sac: Carſ:
- Maj: proprium A

Paulus Michna.
/ X

Artickl von Gewaltgebung den Defenſoribus vber das


vntere Conſiſtoriumvnd die Prägeriſche Academiam. --

Achdem Ihre Käy May als König zu BeheimbdurchderoKäpſer, Ä


N lichen ond Königlichenallendreyen Ständen dieſes Königreichsfub Ät
Veraqſo ſich zur Böhmiſchen Confeſſion bekeñenvber das freyeex-Ä “
ercitium Reijserheilten Mayeſterbrieffvnter andern in ſolchen Maye."
ſterbrieffgeſetzte Artickln hierzugnädigſt bewilliger. Das gleichsfas die verei
nigteStändevberdijneninjrengewalt gegebene PrägeriſcheConſiſtoriä vñ
- Z Acade
-
/
178 Beylagen der andern Apologia
Academiam,außihrem mittl gewiſſe Perſonen zuDefenſorn verordnémöch
ten/mit dieſenanhang: So viel Perſonen außjhrem mittel die Stände ſub
Veraq zu Defenſornvber diß jhr Prägeriſch Conſiſtorium vnnd Academi
am außjhrem geſambten beſchluß von allen dreyen Ständen in gleicheranzal
ordnen/vnd Ihrer Käy: May: als ihrem König vnd Herºn/mitnamen auff
gezeichnetvbergeben würden, daß Ihre Käyſ: May: dieſelben Perſonen alle
welchealſo auffgezeichnetvbereicht werden keinen außgenommen ohne zit
hung in anderepflicht oder Inſtruêtion vber diejenige ſojhnen von den Stän
den anvertrawet werden wird von dem tag der vbereichten verzeichnußanzu
rechnen/innerzweyer wochen daraufffolgend hierzu bekräfftigen/vnnd ſie zu
ſolchen Defenſorn publicirn wollen vnd ſollen Inmaſſen gedachter Maye
ſketbrieffin dieſem Artickl weiters außweiſet. Welchemnach nun die Stände
vnterbeydergeſtalt bey Jhrer Käyſ May: dieſes in allervntertänigkeit ge
ſucht damit Ihre Käyſ May: hierzugnädigſt bewilligen wolten, daß Sie die
Stände ſubVtraqi ſolchen Defenſoribus,ſo von ihnenverordnet würden die
vertrettung vnd beſchützung ihrer Religion/vnndverſehungerwentes Conſ
ſtorijvnd der Academien, in ihrengewalt geben kündten. Als haben Ihre
Käyſ May: mit allendreyen Ständen dieſes Königreichs ſich vergleichen
vnd hierzu gnädigſt bewilliget. -

Erſtlichen das alle dieſe dreyvereinigte/vndzu erwenter Böhmiſchen Coa


feſſion ſich bekennende Stände ſub Vtraq: den angeregten Defenſoribus wer
den dieſe macht geben können, daß j alles dasjenige ſojhrer der Ständt
Religionſub Vtraq, ſowoldie verſehung deß Conſiſtorijvnd der Academi
en betrifft wiealles in gutervnndfriedlicher ordnung erhalten möge werden
gutachtung geben/vnnd da es vonnöten/vnter denen fub Vtraq alleinjrgent
was anzuordnenlzu componiren, oder zu reformiren, daſſelbe ohnalle hin
dernußvnd ohne Ihrer Käy: May:bemühungehun. Deßgleichenobes die
notturfft erforderte hierzu die Obriſt LandOfficirer, Landrechtſitzer vnd Ihr
Käy: May: Rähte deß HoffvndCammerrechtensſowolandere Ihrer Käy:
May: Böhmiſche Rähte nur allein die ſovnterbeydergeſtalt vnnd ſich zur
Böhmiſchen Confeſſion bekennen vndaußjedem Kreißbey ſechs Perſonen
auß der gemeinſvon allen dreyen Ständen vnterbeydergeſtalt in gleicheranº
zahlzu berahtſchlag:vnd erörterung derſelbenſachengen Prag erfordern/ſol
chemitjhnen erwegen/vnd zu ohrt vndende bringen ſollen. Im fallſie auch in
ſolcheranzahl jrgent was ſelbſten nicht erörtern künnten 1 ſollen ſie diejenige
ſachbißauſ den nechſten daraufffolgenden Landtag vorſchieben/vndalßdann
beyſolchem Landtag die vnterbeydergeſtalt ſo ſich zur Böhmiſchen Confeſ
ſion bekennen ſelbſten vntereinander in mehreranzahlauß der gemein/welche
beyſolchem Landtagſchverſamblenwerden brathſchlagen ſchlieſſen Äzls
- 38
---- - -
-
--- -
- -

- -

DerBöhmiſchen Ständtſubvtra, 179


einefnend bringen. Darinnen nunjhnen weder von Ihrer Kön: May: künff
tigen Königen zu Beheimbnoch von dem theil ſub Vna, einige hindernuß zu
gefügt werden ſoll. Jedoch beyſolcher berathſchlagung vndanordnung ſollen
die ſub Veraq; in dem ſie hre eigene fachen erwegen nichts dergleichen berath
ſchlagen noch ſchlieſſen ſowder Ihr Käy: May: als Königen zu Beheimbl -
ſowol wider die ſub Vua noch wider den deren ſub Vtraqzerrheilten Mayeſtet,
brieffvnd die zwiſchen beyden theilen auffgerichte/vnnd in die Landtaffelein
verleibtevergleichung ſein möchte. Sondern wann zwiſchen denen ſub Vna
vnd ſubVtraq; in für fallenden die Religion betreffenden ſachen jrgendein
ſtreit entſtünde alſo das ein Perſon die andere auß den Geiſtliche oder Welt
lichen wegen der Religion ſchmehen vnd verachten oder einer dem andern die
zu ſeiner Pfar billicher weiß gehörige Zehenden vnd Zinſen entziehen oderin
ſein Pfar vnd Collatur irgetteingriffthun/oder aber in ſeinem exercitioRe
ligionis einigehindernuß oderbedrangnußwtderofft gemeltéMayeſtetbrieff
vnd die bey dieſem Landtag zwiſchen denen vnter einer vnd beydergeſtalt auff
gerichte vergleichung zufügen würde: ſo haben Ihre Käy: May; damit man
wegen ſolcher verdrengnuſſenvnnd fürfallenden differenzen nicht allzeit dem
Landtag legen dörffte mit allen dreyen Ständen ſich dahin entſchloſſenvnnd
zurecht ſtatuirt 1 wann jemandenauß den ſub Vtraq: von einem ſub Vnajr
gente widerwertigkeit zugefügt oder was hinterhalten werden wolte, daß die
von denen vnterbeyder geſtalterwehlte Defenſoreserſtlichen ſolche fürgefalle
neſach mit den Obriſten and Officirern Landtechtſizern/vnnd Ihrer Käy:
May: Rähtendeß Cammer Rechts deßgleichen denen Perſonen außderge
mein allenauß deren ſub Vtraq welche Sie hierzuauß allen Kreiſen in der
zahl/wie eben berührtbeſchickethetten anfänglich berathſchlagennacherIh
rer Käy: May:vorbringen vnd vmbverſorgung bitten/Jhr Käy May:auch
alsbald die Parthen welche es angehen wird auff das Prager Schloß in die
Landſtuben wo man das Landrechthelt von dem Tag deß Anbringens
ſechswochen veranlaſſen ein Relation wegen zeugen verführung zur Landtaf
#
felthun vnnd hierzu ein ordentlich Recht von zwölff Perſonenauß denenfub
Vtraq; ſo die Defenforenvnnd Obriſten and Officirer Landrechtſizer auch
Ihrer May Räthebey Hoffvnd Cammer Rechtenſampt denen außderge
mein erforderten Perſonen dazu erwehlen: Dann andern zwölffPerſonen des
renlob Vna, welche die Ständevnter einerley geſtalt dieſes Königreichsvnter
ſich gleichsfalserwehlen werden beſetzen den Parthen ein gewiſſezeit benen
nenvoraußgangder ſechswochen verhöten/vnd auch ein rechtliche entſchied
vmbobgeſchriebene zufälligeſachen ein end machen ſollen.
Gleicher geſtalt 1 da jemanden auß denen ſub Vna, von einem wer der
wer außdenenlub Vtraque in dieſen
- -
-ſachen zu kurz geſchehe o-
der - -
-
1 so Beylagenderandern Apologia
der was vorenthalten würde ſollesebenermaſſen von den Officirern,vnnd
Landrechtſitzern deren vnter einer geſtalt Ihr Käy. May: vorgebrachtvnnd
- dißfalsmitbeſetzung deſ Rechts/vnd Rechtlichen endſchiedlallermaſſen wie
obgedacht/gehalten werden.
Auch ein jeder erſey Geiſtlichen oder Weltlichen Standes ſchuldig ſein
vorſolchem recht ſich zugeſtellen vnnd dene/ was jhme allda zuerkennt wird
genug zuthun vndnachzukommen. Wolte aber zu ſolchem Recht jemand ſich -
nicht geſtellen/vnnd dem außſpruch gnug thun ſoll alßdann gegen jedwederm
ſolchem verfahren werden, wie die LandsOrdnung D.49. außweiſet. Vnd zu
ſolchem recht ſollen diejenigen, welche vorhin kein Pflicht zu ihren Ampt vnnd
Dienſt nicht hetten ein ſonderlichen Eydthun. Die andern aber auffjhrvo
rig Juramentvrtheilenvndrichten. Doch werden beyſolchem Rechtſwannes
gehalten wird alle Rechtſizer daranſfwolachtung geben, daß Sie nichts der
gleichen beſchlieſſen oder außſprechen, welches im geringſtem wtderoffterser
went Mayeſketvnnd derendarinnverfaſtenvereinigung alſo auch wider die
mit den Ständen ſub Vna getroffenevergleichung ſein möchte: Sintemaln
in ſolchem Mayeſter vnrer andern Artickeln auch dieſes geſetzt iſt. Daß dieſem
oberwentem von der Religion gemachtenfried/vndjhnen den Ständen vnter
beyderley geſtalt von ihrer Mayeſtet erfolgtenſtarcken verſehung zu wiederkei
nebefelch auch nichts dergleichen ſojhnen in dem geringſten zur vorhinder
nußloder deſſen verenderung gereichen wolt weder von Ihrer Käy: May:de
ren Erben oder künfftigen Königen zu Beheimboder jemand andern außge
hennoch angenommen.
Vnndob auch gleichwasergiengel odervon jemanden angenommen wür
del es doch kein macht haben auch in ſolcher ſachen weiternichts esſeyrecht
lich oder auſſer deſſen/gevrtheilt noch geſprochen werden ſoll. Dabeyes nun
dißfalsgelaſſen wird.
Videfupra Num. 28.
Fag, 13.
Der Stände ſübVtraqvntereinander ſelbſten auff,
gerichte Vergleichung, -

Ach den der Allerdurchleuchtigſte Fürſt vñHer/Her Rudolffder II.


N méle König/tc.vnſer allergnedigſter Hertanffvnſer demütig vivn
vonGOetesGnadenerwölter Röm: Käy:auch zu HungernvñBöh
terthäniges bitte wie auch auffſtattlichevñanſehelichebey JrerMayfür vns
vorkoffene Interceſſiones vns alle dreyêvereinigt?Ständédiſes Königreichs
Böhmevnterbeyderley geſtaltdurch Ihrer KäyſvñKönig Mayeſterbrieff
gnädigſt verwilligt Recht vñMacht darzugegeben, daß wirbemelte vereinigte
Ständevnterbeyderley geſtalt wie die Hernvnd Ritterſchafft alſo auch die
Präger
-
DerBöhmiſchen Ständflbvrag. IZI
Präger/Kuttenbergervñandere Stätte ſamptfren Vnterthanen/vñinſum
ma alle die welche ſich zuermelter weiland heiligſter vnd löblichſter gedechtnuß
Käyſer Marimilianoauffallgemeinem Landtag/Anno 175 vñjetzund der
auchießregirende Käy Maywbergebenen Böhmiſche Confeſſion bekañtha
ben/vñnoch bekeRenikcinčaußgenoiſtenvnſere Chriſtliche Religion vnterbey
derley geſtalt laut derſelbëConfeſſion.vüvnſerervntervis auffgerichtègleich
ſiñendenveretnigung freyvñvngehindert an allen Orten verbringe beyvn
ſerm Glauben vſ Gottesdiëſtaubbeyvnſerer Prieſterſchafft vä Kirchéord
nung wie wir dieſe an jetzohaltêtoder tnskiinſftigevntervns auffrichtèmöch
ten friedlich gelaſſen werde Kirchen vñ Gottshäuſer zum Gottsdienſt ſo wol
Schulêzuvnterweiſung der Jugend vor meñigt hvngehiuseetauffzubaw
enmacht habe. Rach den Compaétatis aber welche allbereit auffgemeinéLand
taz Año 167.auffgehört/vñauß den Landprivilegjsvñanderſtwo außgelaſ
ſen/ſich zu reguliren gar mit verbundeſeinnoch ſein ſollen BetebenJre Käy.
May:auchvns dieſe beſondere Gnad erzetgt vñvns allen dreyenStändevn
terbeyderley Geſtaltiſoſich zu dieſer Böhmiſchen Confeſſion bekennen das
vnter Präger Conſiſtorium invnſern Gewalt vñ Verſorzvider geben 1 vnd
darzuallergnädigſt bewilltgedaß wirdie vereinigte Ständvnter beyderley ge
ſtalt bemelt Conſiſtoriümitvnſern Prieſtern/nachvnſerer Cöfeſſion vñder
vergleichü3 vernewrévnſere Böhmiſchevnd Teutſche Prieſter nach derſelben
ordinirêlaſſen oder welche alſoordinirtſetnohue einige verhinderügdeß Prä
geriſchëErz Biſchoffs oderjemandsandesauffvnſeCollaturênemévñdie
ſelbé darmtt erſetze ſollen wie auch die Präzeriſche von vhralten Zeitenherden
Ständévnter beyderley geſtaltzugehörêde Academiam mit aller zugehör von
Jrer Käy: May:vns eingeraumt alſo daß wir dieſelbe mit tüglichévíigelehr
ten Mäñera beſetzégutevñlsblicheordnügánffrichtëvñvber dtfes beydesge
wiſſe Perſon außvnſerm Mittel zu Defenſornvñ Beſchützern anordnºſol
tenvñmögen: Mit verſprechungingemelten Mayeſterbrieffdaß Ihre Maye
ſetvastn dieſe allenbeyderim heiligen Römiſchen Reich in Religionsſachen
auffgerichtépacification, ſo der Religionsfriedgeneñet wird als ein vornemes
glied deſſelbéauch gnädigſt ſchützenvñverlaſſen wolte:Inmaſſen dañſolches
der Mayeſterbrieff deſſen Datum auffm Prager Schloßt Donnerſtag nach
S.Procopij, Anno 1609. welcher auch auffeinſondere Landtags Relation in
die Landtaffeleinverleibt mit mehrerm in ſich begreifft vnd beſaget.
Was aber belangtvnſere Chriſtliche Vereinigügvertrag oder vergleichüg/
von welchernobbemelt? Käyſer: Mayeſketbriffofftmals meldung geſchehéiſt
dieſelbe wie mäñtglichingemein bewuſtvñJrKäy: May:auch invnſern vn
terthänigſtëſchiffté wol berichtet ſein zwiſchevns Ständevnter beyderley ge
Kaltſoſchzuder Böhmiſche Confeſſion bekeñen welche etliche die Augſpur
Ziii Äſche
182, Beylagen der andern Apologia
giſche nennen für Eins: vnd vnſern lieben Heren Freunden welche ſich aaß
der Brüder Enigkeit genannt aber doch zu dieſem H.Chriſtlichen Glauben
ſo in dieſer Confeſſion begriffen wie dañauch re Vorfaréſich bekañt habèvñ
noch bekefien/andentheils beſchehèvſ ſolches vermeldet mit allein die Vortcds
oder Supplication/welche dieStände ſubVtragsdifes Königr. Año 157.hei
ligervñlöblichergedechtnußwetland Käyſern Maximiliano by dieſer ihrer
Confeſſionvbergebenvñin offenen Druck verfertigt(arff welchen bemelter
Vortedebegriffene vergleichüg ſich auch ebgedachter Käyſerl. Mayeſterbrieff
erſtreckt klar vñoffêtlich)daßnit allein alsbald damals im 157ſ. Jahreinan
fang deß vertrags vndvereinigung zwiſchen vnserfolgt ja das auch vber diſes
wirbeyſamentlicherſuchung bey Jrer Maydeß Mayeſterbrieffs mit Jnen vñ
ſie mitvns eine gewiſſevergleichügvñvereintgig aufgelichtet daß wir im hei
ligen Chriſtlichen Glaubenſvermög dieſer Confeſſion-Anno 1 75. hochlöbli
chergedechtunß Käy: Maximiliano wie auch an jezovnſern allergnädigſten
Käyſer von Vns Ständen vbergebëwordèvor einen Mann beneinander an
jezovñinskünfftig ſtehêvñhaltë wöllewtewir daüJe Kä: May:invnſen
vnterthenigéſchriffté vñantwortékterlich angezeigt was ſie belangt dieweit ſie
mit vns nachgemelterConfeſſion eins ſein wir auch zuvor vfi jetzt geſambrrß
einhellig bey Jhrer Käy: May: vnſerbegehren vorbracht. Ihre Vorfahrena
ber mit den vnſern vñvnsauffbeſchehene Vergleichung vbereingeſttfitznvns
ſich bekaüt/vñdaß Sie mit Vnsvnd dieſer Confeſſion, welche wir hochlöbli
chergedechtnußweyland Käyſern Marmilianto 1575. auch jetzt regirender
Käy:Mayeſtet vbergebengleichgeſinnetſein vnd nebenvnsbeyderſelbenſte
henvnd ſich darzubekennen/erklärethaben-
Zu welchem hernachauch dißkomen, daß der gröſſer Theil der Prägeriſche
Prieſtervnter beyderley Geſtalt welchenochallzeitjre Prieſterſchafft von dené
vntereinerley Geſtalt das iſt von den Römiſche Biſchoffe oder Prägertſchä
Erzbiſchoffempfangéhattégutwillig zuvns den vereinigte Stände getrette
ſich zu dieſer Böhmiſchen Confeſſion auch bekañtivñgebeten, daß wir ſie diß,
falszulaſſen woltèdaſ ſie dieſelbe für hetllg/vñaußdem grund der H. ſchrifft
zuſammengetragenerkeüten:verſprechendedaß ſie dem Volck Gottes wetch?
ſie vorgeſtellt ſein oder ſein werdéebensfals ſolche heilſame Lehre in der Chriſt,
lichen Kirchenfürgetragédie Menſchenfazungë dem Wort Gottes vñdieſer
Confeſſion zuwiderlauß dem Wegraumen/die Leut durch das Wort Gottes
davon abführen/vnd in dem allem ſolche Ordnung, welche dem Wort Gottes
gemeßvnd gleichſtimmig halten vnd ſich darnachreguliren wolten: Derent,
wegen wir ſie gern invnſer Vereinigung auffvndangenommen. -

Vñdieweil ſehr viel daran gelegédaß in der Kirchen Gottesvntervns alle


vereinigte Ständevnter beiderley geſtaltſo wolzwiſch den Prieſtern vit Kir
chenbic
- /
-
*-

Der Böhmiſchen StändſübVtrag. 183


chendienern als den Volck vndzuhorernrechte Liebvnnd Einigkeirerhalten
vnd fortgeſetzt werde: welcheschnegute Ordnung mit geſchehen kan wieder
Geiſt Gottes die ganze Chriſtliche Kirche(in der 1. Corinth.4.)fleiſſig darzu
ermahnetalser ſagt: Es ſollen alle ding bey eucherbar vnd ordentlich zugehen:
So haben wir bemelte im glauben allehreyvereinigte Stände wie vorhinal-
ſo auch jetzt/vns hierinnaufffelgende weiſe verglichen:
- Erſtlich was belangt vnſeroſftbemelte vereinigung durch welche wir invn
ſerm Chriſtlichen glaubeneins worden ſind bey demſelben ſollen vſ wolle wir
durch Gottes hülffvnſerer Seelen Seeligkeitzum beſten trewlich verharren:
Gott vnſera Hertenvber alle dinglteben/tach ſeine heiligé wortwelches in die
ſer Confeſſion begriffen vnſer Leben richten in Chriſtlicher Liebbey einander
halten einer den andern zu allem guten befördern/vſ beſchützen: damit wir al
ſo durch ſolche Anfäng mit welchen wir allhier in dieſer ſtreiktenden Kirchen
Gott lobenvndpreiſen/deſkogeſchickter werden viel herzlicher vnd vollkomme
ner, mit der ganzen triumphirenden Kirchenſolcheſ in den himmliſchen woh
nungen vollbringen/vndalſo alle miteinanderauß gnadenGottesdeßhimm
liſhen Vatterswegendeßverdienſts JEſu Chriſt ſeines lieben Sohns/vnd
der Gütigkeit deß H. Geiſtes die Ewige Seeligkeit erlangen mögen.
Rach dem auch vor dieſem mit wenig ärgernuß noch Mißverſtandzwiſchen
den Partheyen durch höutſche ſchmachwort wider die Landsordnung auch
durchvngereimte Naméſich hergeſpoñen. Damit ſolche forthin abgeſchafft vii
eingeſtellt würdéſo habe wir vns dahin vergliché: Weiln wir vns alle zu einer
Confeſſion bekefienvnd im glauben vereinigt ſein, daß ſich hinfürter von dats
anbeygebürlicher Straffnachdem einem ſolche zuerkañt werdémöchte kei,
ner mehr deſſenvnterſtehe ſondern daß wir alle miteinandervnsChrtſtévnter
beyderley geſtalt nennen davor außgeben/vndalſo nach Göttlicher Ordnung
in Chriſtlicher vnd Brüderlicher Liebeinmütiglich miteinander verbleibe ſollé.
Was aber belangt die einſetzung der Prieſterſchafft in das Conſiſtorium,
vndweihung derſelben haben wir vns alſo miteinander beredt vnd verglichen:
Daß wir außvnſerer Prieſterſchafft ſub Vrraq; einen Gottsfürchtige gelehr
tentüchtigen erbaren lebensvñwandels wie auch guterempelgebende Mañ
zu einem Adminiſtratore kieſenvnnderwehlen:hernach andere fünff Prieſter
vnter beyderley geſtaltjhme als Conſiſtoriales zugebenvndeinſetzen wollen.
Item von den Prieſtern ſo ſich außder Brüder Einigkeit genennet einen
zu einem SeniorevñElteſtender ſeine ſtellbaid nach dem Adminiſtratoreha
beſampf noch andern zweyen welche außvñvon denſelben Prieſterſchafft ge
wehle ſein. Diſer Adminiſtrator,ſamptallen bemelten Prieſtern nebénoch an
dern drey Perſonen außden Profeſſoribus der PrägerſchëAcademix, welche
auch insConſiſtorium geſetzt werden ſollen zugleich miteinander im Prägeri
ſchem
-

64 Bºylagen der andern Apologia -

ſchem Conſiſtorioſſen das Gericht in Ehevnd andern Geiſtlichen Sachen


hegenvndhalten, wie ihnen dann deſſen eingewiſſe Iaſtruction nach deren ſie
ſich reguliren ſollen wirdertheilt werden.
Ferner belangent die Prieſterweyhung hierbey ſollman folgende Ordnüg
halte. Er Adminiſtrator ſelbſt neben ſeiner Prieſterſchafft ſoim Conſiſtorio
nebejmſitzèſoll die Perſončwelche von jren Collatoribusauß dendrey Sten»
den beruffenivü darzutüchtig erfundewerdévermögdiſer Böhmiſchen Con
feſſion,ſovns von Irer Käy: May:beſtettiget/examtnirenjrer Lehrvñ Leben
fleiſſig nachforſchevfi alſo dielwelcheinſpecievnterſein Jurisdiction gehörig/
zum Prieſterampt weihenvnd die Händaufflegen. Vndauſfſolcheſoll auch
der Eltiſte ebensfals die Hände aufflegen.
Vüwo jemand außallendrey Ständen diß Königreich Böhmć von dem
Adminiſtrator vnd ſeiner Prieſterſchafft begerte, daß er ihm oder ihnen einen
Prieſter ſeines Ordensvndweyhensauffſein CollaturvñPfar einſetzte ſoll
erſolches thun:beywelchemjme der offtgemelte Eltiſte keinen eintragthun ſoll.
So ſoll auch der Adminiſtrator keinem außallen dreyen Ständé wider deß
Collatoriswiſſen vndwillen einigen Prieſterntteindringen noch wegnemen
oder ſonſt irerPrieſterſchafft wie dieſelbe ein jeder auffſeinerCollatur hat oder
inkünfftig habéwolteintrag zufüge. Entgege ſoll auch der Eltiſte die Prieſters
ſchafft ſo ſichauß der Brüder Einigkeitgenandt mit ſeinerPrieſterſchafft die
Perſon? welche zu ſeiné Orden oder auffſetneſeiten gehörig ſich zum Prieſter
ampt begebenvñvon jnen für würdig vñtüchtig darzuerkañt würden, daß ſie
ſich der Lehre ſo diſe Confeſſi5in ſich begweifftgemeßverhalté woltéeramtnt.
ren ſich nachart vñordnügſovnterjnenbreuchlich zu Prieſternordinirenvñ
weihen: Vndgemelter Adminiſtrator auch die Hände auffſie legen. Solche
Prieſter welche auſfgemelteform Ordinirt ſollder Eltiſte mit Rath der ans
dern Prieſter ſeines Ordensauff die Pfar vnd Collatur deren ſoes begeren
oder wo ſie es ſelbſt beyjren Zuhörern vor nötig erachten/htngeben vü einfüre.
Hierbey ſoll jene ebenermaſſen der Adminiſtrator vfi alſo einer dem andern/
uff was für weißes wolle keine verhinderungthun ſondern ein jeder bey ſeine
Ordnungen Ceremonten vñgebräuche verbleibévüalſo einerdem andern/zR
Chriſtlicher Liebvnd Einigkeit in einem friedfertigen Leben vnd Wändelauß
pflichtſojnen derentwegen auffgelegt als diewelche ſich zu einem Glauben vft
der Böhmiſchen von Irer Käm: May:vnsbeſtertigté Confeſſion bekeſien/vñ
darinnen vereinigt worden/förderlich vii dienſtlich ſein. Derowege ſoll von we
gen der Ordnung vnd Ceremonien wte auch von wegen härterer diſciplin, ſo
ſich etwa bey eine oder dem andern Theilderer Prieſterſchafft befundegarkei
ne verkleinerung oder verachtung einer deſ andern im geringſte geſtattet werdé.
Die Prieſter aber welche vorhin ordinirt oder noch im DReich pü Ä
Möchten
DerBöhmiſchen StändſübVraq, 185
möcßten ordinirt werden vn in dieſem Königreich der Kirché vñGottesdienſt
vorzuſtehen begehrten ſollen ſich bey dem Adminiſtratore vñConſiſtorioein
ſtellen zu der Böhmiſchen Confeſſion bekennen/ vnnddaß ſie derſelben nach
lehrenvndleben/Einigkeit.Liebvndgehorſam ſuchenvnnd leiſten wollen ver
ſprechen vñzuſagen:Darauff iſt der Adminiſtrator ſchuldig ſie in das Buch
vnnd Album Conſiſtorijeinzuſchreiben in welchemjhme auch von den Hers
ken Defenſoribus eine gewiſſe Ordnung vorgeſtellt vnd gegeben werden ſoll.
Dieſe vorhergezeichnete Artickl/habé wir alle dreyvereinigte Stände vnter
beiderley Geſtaltbeydes ſo jetzobey dieſem allgemeinen Landtaggegenwertig
vndanſtatt der abweſenden zukünfftigervnndewigergedechtnußmit eignen
Händenvnterſchrieben/vnnd dieſelbetn das Buchvnſers Conſiſtorijetnzu- -
verleiben befohlen. So beſchehen am Montag welches da war derTag deß Ge
dechtnuß deß Heiligen Wenceſlaideß Böhmiſchen Erben im 16.09.Jahr.
Num. 29. Widefhpra
Die vergleichung / ſo zwiſchen denen ſubVnavndſübV-"**
traqz ohne nachtheildeß Mayeſtetbrieffsbeſchehen / vnd in die Land
taffel in die Silberfarbe Kauffquatern Anno 1609 am Sambſtag
- nach Egidij O. 9. eingeleibt worden. -

Etreffent den ReligionsArtickelwelcher auff der Käy:May.als Kö


ntgenzu Beheimb gnädigſtesbegeren beim gehaltené Landtag Anno
16o8.am Montag nach dem Sontag Exaudi,bißauff den necbſt dar
aufffolgenden Landtag zu deſſen allenfernerem beſchlußverkgt wordèalldie
weiln denſelbenhöchſtermelte Ire Käy May:mit allen dreyen Stände dieſes
Königr.bey dieſem Landtag beſchloſſenvñdem theitſoden Leibvñdas Blut
deß Herrn JEſu Chriſtijub VeraqzempfangetdurchderoKönigl: Mayeſtet“
breſfeine gewiſſeverſicherüggethandaß ſie ſich deß Exercirijihrer Religion
inhaltsjhrer Böhmiſchen der Käy:MayvbereichtëConfeſſion,vivnterein
anderauffgerichtëvereinigügvñvergleichügoffentlich vñfrey ohne alle verhin“
derunggebrauchémögenſvber das auch das vntere Conſiſtoriüvñdie Präge
riſche Äcademiáſampederen zugehörijnenden Ständſub Vtraq (Inmaſ
ſenbeſagterauff eine beſondere LandtagsRelation in die Landtaffeleinverleib“
ee Mayeſterbrieff deſſendatum Donnerſtags nach S, Procopij dieſes lauffen“
den 1éo9. Jahrstalles mehrers in ſich heltvndaußweiſenthut) in deren ver“
ſorgvndgewalt gegeben. So wird es dißfalsbeygemelten Mayeſterbrieff vnd
"derangeregtenverſorgung gentlichen gelaſſen. ,- , -
Vffſettematſch das theitſubvna mit der Stände lub Vtraq verordneten
ſonëhteruñvntezedervñverglichèdas die Ständeſubvtrag die ſubvna
jren Kirche der Gottesdienſt Eertmone Collaturk/Klöſter #
v
1
Es Beylagendºandern APÄ iteneinkomº zoº -
ÄuºÄ
uéhen ohne verenderº ihrer Religiºn gen ich pearP
jehinderº oderb ß zufügen) ater
jAuſſagungengebräu
jeherkomm"
Ä edrengº -

jaſſen auch? ÄÄ ren Änwiejeº - a" -

ſelb eroin poſſeſſiº ſinver Ä laſſen wollen vº ſollen,


ÄDeßgleich" auchwamº Ihre
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adaſcº
Der Böhmiſchen Ständeſubvtra. 189
ken oder Stätten aber entweder in den Königlichen Ihrer Mayeſtet der Kö
nigin oder aber auffIrer May:Herſchafften diejenigen ſo lub Vtragſein
freeigene Kirchen vnd begräbnußnsch auch geſampt vnd zugleich mit denen
ſabVna nicht haben die mögen nach außmeſſungobangeregten Mayeſter
beleffsjhnen Kirchenvnd Gottshäuſer den dienſt GOttes darinnen zuvoll
ichenterbawen auch gewiſſe ohrtiuihrenbegräbnuſſen außſetzen.
Ob auch jemand mit dem andern wegen einerCoüatur vor einem Ordentli
cheti Recht dieſes Königr bereit vor dieſer vergleichung in einem anhengigge
machten Rechtsſtrit gedigenwerevñderſelbéanff gerichtlichererkañtnußbe
ruhereſo ſolle die Partendariñen öeß Rechtliche Enöſchtedserwartêdoch die
jenigen vnd ein jeder der von dem andern eine Collatur oderPfarerrechten vñ
erhalten will dem beſitzerin derſelben Pfar oder Collatur kein Eintragthun/
oder ſich inmiſciren / esſeyjhme dann zuvor durchs Recht (inmaſſen beeder
theilauffgerichte Vereinigung mehrers außweiſen thut)jugeſptochen worden.
Sintemaln dann mehrangeregtervon Jrer Käy: Mayden Ständen ſub
Veraqgegebener Mayeſterbrieffdiſervon behöétheilen gemachtëvergleichüg/
dagegen die Vergleichung dem Mayeſterbrieffnitzuwidervñſolche verſorgíig
dertheillesſeywelchen es wölle die rechte Ä deßandern
Theils nicht verbrüchlich iſt.Alslaſſen Ihre Käy: May:dteſub Vna nichtal
lenbeyderjenigenverſorgungſoihnen durchobmehrbeſagten Mayeſterbrieff
Ä bey dieſer obgeſchriebenévereinigung in allen vollkäfinlich
alſo das wieder Mayeſketbrieff dieſer vergleichung alſo auch die vergleichung
dem Mayeſketbrieffnitzuwiderſey noch ſein ſoll bewenden/vnd bewilligegne
digſt damit einebefigelte Abſchrifftvnterdeß LandsInſigl diſes Königreichs
ſowolangeregten Mayeſterbrieffs als dieſes Landtags Artickelsdenen ſubV- -
nºwie ebensfalsauch denen ſub Veraqvon der Landtaffelgegeben werde. A
étum am Donnerſtagnach S. Procopij Anno 16os. Wideſpu
- ---
-É - - TA -- -
Num. 36-
- - -
-

Pag, 13.
Artickelauß dem Landtagsbeſchluß Anno 160,
- von der Religion. -

Hvielben Artickl von der Religion deſſentwegen dieſer Landtag attß


geſchrieben worden betrifft dieweil Jre Käy:May:als König zu Be
hemballédrey den Leibvñ Blutvnſers Herten Jeſu Chriſtivnterbey
dergeſtaltempfangendenvñſich zu derBöhmiſchen weiland hochlöbliche: vá
ſeliger gedechennß Irer Käy MayKäyſerMarimilianoauffm gemeine Läde
tagAño 175 vñjtauffsnew Jr Käy:Mayvbergebené Confeſſióbekeñen“
den Ständébeydieſem gemeinen Landtag mit Irem Käy Mayeſterbrieffern
gewiſſevorſehüggethanſdaß ſiejre Religion diſer Confeſſis vñjrervnterein
anderbeſchehenenvereinigung vnnd vergleichung gemeßl frey/ vnverhindert
-- Aa fſ treiben
183 Beylagen der andern Apologia
treiben mögen: Vnd daneben das vntere Conſiſtorium,vnd die Prägeriſche
Academiam, mit aller ihrer zugehörung den Ständenvnter beydergeſtalt inn
ihre gewaltvndverwahrung gegeben.Vber diß auch vnter denen fub Vnavnd
ſübVrraq, wie ſie ſich gegeneinanderverhaltenſollenbey dieſem Landtage
ne gewiſſe vergleichung welches beydesauffcine beſondere Landtags Relati
on in die Landtaffel gelegt/vndengeſchrieben worden/beſchehen. So wird die
ſes allesgentlich vnd vollkommlich darbey gelaſſen.
/
Vide ſupra Num,31. "

Pag-18.9.
Verſorgung wider die angeordnete Defenſion.
Emnach alle drey Stände dieſes Königr. Beheimb/vnterbeyderley
geſtalt beyjetzige Landtag eine gewiſſe Defenſian bewilligtvñange
-D ordnetvñPerſonen außallendrey Ständen zu Directorn darüber
eſetzetauch ſie gegenjhrerverſchreibung hierzu wie der Artickl von gemelter
Ä gedruckt wordévñdie von den Stände gegebenevoll
helevñbegrei
macht alles mehrerstn ſich fftigevollmächtigt. Vermög deſſelbe
nun gemeltegevollmächtigte Perſonéeine gewiſſe analKnechtſowol Reuter
werbenlaſſendeßwegenzuhandé der Ständen ſich innitgeriñgeſuña einge
ſchuldet/vfi in den Kreiſen durch offene Patent die mit der Defenſiöbewilligte
bereitſchaffriſowsldiecentributiö, vñéandshülffen die Año 1596. bewilligtt
darauffauch die Defenſion gerichtet wordéangeordnet. Weil aber Jre Käy:
May:als König zu Beheimb/tmitdero KäyſvñKön:allbereit in die Landtafel
einverleibten Mayeſterbrieffrdasfrey vñſicherexercitium der Religion allen
dreyenvnterbeydergeſtalt vñſich zu der Böhmiſche Confeſſion(beyderen ſie
gelaſſen worden)bekennenden Ständen deß Königreichs Beheimbzugleicht
wie denévnter einerley geſtaltbewilligt dasConſiſtoriüvñ Prägeriſche Aca
demiam in ihrengewalt gegeben ſieanch ſonſt weitergewißvñgenugſamblich -
in allen andern notwendigen die Religon betreffenden Artickln verſorget. Ent
gegen an die Stände von ſolcher Defenſion,werbung deſ Volcks zu Roßvſi
Fußlder Directionderer Perſoné ſodarzugewehltvñalle weiternProceſsab
zuſehgnädigſtbegerenlaſſen. DarbeyſcherbottédieStände beyjrer Religiº,
onlſo wolbeydengegebene Mayeſketbrieffallen Privilegte FreyheitéRechte
vñéandsOrdnügvorallergefehligkeit vñvormäñiglich GeiſtlichévñWelt
lichen Standsdajnen welcher außdenſelben entweder ſelbſt vor ſein Perſon
oder durch andere Leute worinnen waßerley geſtalt das erdacht werden möch
teſchaden oder ſich an Ihnen rechnen wolt ſelbſt zuvertrettenzuſchüzen/vnd
vermögder LandsOrdnung zu defendirn.
So habenauffſolch Irer Käy.Mayerſuchung vñbefehl angeregtealedrey
Ständevnterbeyderley geſtalt von gemelter Defenſion, Direction,werbung
-
Der Böhmiſchen StändfuhVtraq, 18s
vndhaltung deß Kriegsvolcks abgelaſſenvnndesauß dem Landtabgefertigt."
Thun dagegen Jre Käy Mayſicalledreyvnterbeyderley geſtalt zurBöhmi
ſchen Confeſſion bekeñende Stände ſo ſolche Defenſion bewilligevndange
ordnet mit gewiſſer berathſchlagung der Obriſten LandOfficirer,èand Recht,
ſizer vnd Räth dcßgleichen aller dreyer Ständevnter einerley geſtalt vertra
gung vnd verbleibung der geſtalt vorſehen vnd vorgewiſſen. Daß ſieerſtlichen
jhnen allen drehen vnterbeyderley geſtalt zur ſelben Confeſſion bekennenden
Ständen deß Königreichs Beheimbſampeltchvndenen jedt abſonderlich
wie auch denen/von jnen zu der angeordnete Defenſi» verordnetenvñgevoll,
mächtigen Perſonen deßgleichen denen die ſich bey ſolcher Defenſion entwe
der in kriegs oder andernſachen wie die ſein mögen haben gebrauchen laſſen.
dasjenige was vºn ihnen den Ständen ub Vergzvner der angeo rdneten,
loſſen
Defenſion,bey den Articklwege der Religton vorgeauffenvñgeſch wor- "

denmitvngnad oder vngunſt nicht gedencken/vnd niemand Weltlichen oder


Geiſtliche Stands wie in jren Käyſerltchénamen alſo auch jemand anders/
wederoffentlich oder heimblich jetzovñiuewigen Zeiten derowegëanjnen ſich - -

zurechnëmit wortenvfiwerckëaniren guténamentleibgut Vºb Ktndern -


vñandern erdachtenvrſachen zu ſchadenvü inſuma ſiehterunb ſo vieldiean
geordnete Defenſion,vñdenverlauffbißzum beſchluß dieſes Landtags betrifft
mit keinenladungébeſchickungéveranlaſſungébefelchenvü widerwertigkeité
beſchwerênoch anh Kriegsvolckesſey von wem es wöllevü vnterwaſſerley
farbformvndvrſach/wie es Menſchenliſterdencken möchte ohne wiſſen vnd
willendeßganzen Lands ſich dißfalszurechnenanzunemen zu werben vñzu
halten nit geſtatten wollen. Dann Ihre Käy May:mieinen allen dreyenvn
terbeyderley geſtalt zur Böhmiſchen Confeſſion ſich bekennenden Ständen
alsderogecrevengehorſamen/vnterdero Käy: Schutz zu allen Rechten/Ge-
rechtigkeitenFreyheiten/Privilegien dieſes Königreichs/ſotvolzü der Lands-
Ordnung gehörigen Vnterthanenfinalen wolvnd gnädig zufrieden ſein."
Vñwoferne jemandesſey gleichwererwölle dieſer Jrer Käy: May:gnä
digſkenverſorgung zuwider etwas dergleichen (wie obgemelt) ſich vnterwin
denwürde ſoll ſolches alles derogeſtalt angebracht vorgenommen vnndgevr
theitewerden wieder Artick von Macht der Defenſornvber das Conſiſtori
um vnd die Prägeriſche Academiam, deßgleichen vom Recht wegen der für
fallendenſachen in bedrangnuß der Religion ſowol wie ſolches Recht gehal
ten/vnd werdeſſen Richter ſein ſollen alles mehrers in ſich heltvnd begreifft.
-
Num, 332- - videſpn
In der Jeſuiter Lateiniſchenz wieder die Böhmiſchen ***
Stände außgangenen/vnd zu Wien gedruckten Apologiabe
findet ſºndm-Earrºßes Wor

-
J9O Beylagender andern Apologie
Erhat Rudolphum den Andernauffm Päger Schloſſ Gefänglic
WI vermei
gehalten? Vnd den löblichen Mayeſterbrieff(vermög deſſen Sie nun
nen es gebührt ihnen alles) wieder ſeinen willen/vnbaußbloſ
„!

ſerfurchteines ärgern hierauß entſtehendenvbelserwungen? -

Vnd wiöerumbinden 8.Capitl fol:7.


Jchgeſchweigej KäſſerRüdolphohochlöblich
ſkergedächtnußmitgewalt abgedrungen worden/vns nicht von allen denen es
gebührt hat ſubſcribirr worden iſt, -

- Jnden8. Cap: fol:74


Wireertiren vtindſtreitendeßwegen nichriwas Käyſer Rudolffhochlöb
lichſtergedächtnußinſolchernothida Ervenden Heran Ständenſub Vtraq:
vmberlangung bemelten Mayeſterbrieffsauffallen ſeiten mit gewaltbelägere
# zuverhütung eines ärgern Vbels damals hettezulaſſenvnndbewillt
gen mögen. - - - --

v.de ſpra Num:5. -----

**** Der Stände Proteſtation wider den Slawata vnnd


Smetzianſky/außden Acten Anno1669, 6.Očtobris.
Nöhierauffhaben diejenigen ſonach der Amniſtya abgeſandtgewe,
§§ ſendieſelbeauffs Rathhaußvnter die HertnStände gebrachtVnd
benebensangezeigetnachdem die Amniſtya von Ihrer Käy: May:
.

auch von den Herrn Landgrafen von Leichtenberg/Herin Obriſten Burggra


fen Hernvon Dohna Obriſten Hoffrichter Obriſten Herin Candtſchrei,
berHerºn Tiburtio von Sdar vnnd Herin Hanſen Lukafſky vnterſchrie
ben worden haben der Obriſte Her: Eanzler Her: Wilhelm Slahatavnnd
Her Jaroſlawvon Martint ſich nichtvnterſchreiben wollen hkabermalt,
gervorwendung Sie könnten ſolchesmitjhren guten Gewiſſen nichtehun:
Wienun die Hernaus der Gemeindißvernommen 1 hat ſich seßwegenein
ſehr groſſes faſt vnglaubigs gedreſcherhoben. Sind hernach zuſammgetretten/
vnd haben durch den Herºn Przech von Hodfegowa den HerºnDirectornan
meldenlaſſen: Ob Sie zwar bereit auffdeß Obriſten Canzlers begehrtes da,
bey bewenden laſſen wöllen/daß Er Canzler verbleiben ſollen. Jedoch weil
ſich derſelbemitobbemelten zweien Perſonen den Ständenſub Vuraq zuei
tennunmehr recht offentlichen Feind ſtellenthut : Dergeſtalt das was der
König den Ständen verziehen vnnd ſie darinnenanffervig verſorgt dieſe
drey Perſonen durch verwegerung ihrer ſubſcription deme keineſtaet geben
Sondern ſich als öffentliche Feinde wenn Sie nurvrſachdarzuhetten wie
wieder dieſe Amniſtyam, als auch wieder den Mayeſterbrieff vnd die Stände
-
- - - lub
-,

Der Böhmiſchen StändſubVtrag. 191


ſub Veraq: aufwerffenthun: Daheroweder der Canzler noch dieſe Landes
Officirer die Stände innjhren Gerechtigkeiten nicht befordern, ſondern ſich
allezeit mit ihren Gewiſſenaußreden vndeines beſſern Gewiſſens dennvnſer
König vnd Der vnd andere ſo neben ihrer Mayeſt: dieſe Amniſtyamvnter
ſchrieben wºrden ſein wollen. Spwüſten auch die Herzn Stände lub Vtraq;
nicht wie Siejhre Privilegiaſoſchauff Sie erſtreckenjhme Herrn Slawa
tatdem nun nicht mehrzutrawen auffm Carlſtein zu verwahren geben könn
fen.Soltenderohalben benannte Perſonenaller Empterentſetzt/vndin keine
mehrgeiogen werden mitbietſdißaſes Ihrer Käy May eignen Perſonvor
zubringen.
A- 17. O&obris,
Itemfam Samßſtag haben ſich die Herrn Ständein groſſeranzahlin
Landtag finden laſſentvnndiſtallda außallerdrey Herºn Stände ſammentli
chen Schlußt durch den Herrn von Budowa eine Fragan Herºn Wilhelm
Slawata Burggrafen zum Carlſtein vnnd Herºn Jaroſlaw Borzita von
Martini LandsOfficirerbeſchehen: Aus wasprſachen Sie die Amniſtyam
darinnen ſich Ihre Käy: May:ivnd die Obriſten Land Officirervnndéande
rechtſitzer ſub Vnaſubſcribirt auch nicht vnterzeichnet Sintemal ſich dieſe
fachauff den Politiſchen Frieden Einigkeit vnd Kieb nicht referirenthue. So
herten die Heren Stände lub Veraq von Ihrer Käyſ May: gemelte Amni
ſtyam keineswegs begehrt ſampt Sie beydieſem Landtag wider Ihre Käy
ſerliche Mºyeſtet (darvor Ste Gozz in Ewigkeit behüten wolle etwas ver
wirckt ſondern das, was zuförderſt zur Ehrendéob GOttes zu Ihrer Käy
ſerlichen Mayeſtet langwürigerglücklichen Regierung objhnenvnnd zur ich
vnnd Einigkeit zwiſchen den Thetlſub Vnavnndſub Ä dienſtlichenge
ſucht auch deßwegen vmbdie Amñiſtyam gebeten, damit künftigerzeit die
friedheſigen Leute dieſe der Ständegetrewynndauffrichtige Intention nicht
anders dann wie ſie an ihr ſelbſten iſt explicirnvndaußlegen möchten. Hier
auff der Her: Slawata von ſich vnndanſtatt deß Hern von Martiniſ dieſe
Antwort gegeben: Dieſe Politiſchefachenfämenauß den Geiſtlichen hervnd
gebühre den Weltlichen Perſonen als Leyengarnicht davon ein Judiciºus
machen. Sie glaubten auch der Glaubeſey ein Gab GOttes, welchen keiner
dem andern geben könnevnd ſolle darzuniemandgenötigetwerden . Jedoch
wasznerhaltung Lieb vnd Einigkeit dienſtlich wolten auch ſie allerſeits darzu
behäfflich ſein: Aber ſich zuvnterſchreiben das könnten Sieben ihnenvndin
ihren Glauben nicht befinden. Nach anhörung deſſen haben die HernSän
depurch den Herrn von Budowajhnen dieſe Antwort geben laſſen. Der Her
SlawatavñderHervon Martintfchliegen ſich mitihren eignenden denn
wo Siemeiden das den Weltlichen Perſonen von Geiſtlichenſachenºº
dicium
- -

92 - Beylagenderandern Apologia
diciumzufellen nicht gebüreder Glaube einegab Gottesſeyden Glauben kei
ner dem andern geben könne auch niemand darzugezwungen werden ſolte:
Sondern vielmehr einjeglicher ſchuldig zudemjenigen zuverhelffen was zur
Liebvndeinigkeit auch zum frieden erſprießltchen hettenderowegen ſie ihrem
jetgeneygenem fürbringen nach mit der verweigerten ſubſcription ſelbſten
"Inwider gehandeltvndſolches darumbdaß die von Ihrer Käyſ May:vnnd
den Döriſten Land Offtcirern vñ Landrechtsſitzern ſubſcribirte Amniſtyajh
*ren vrſprung habe außden Mayeſketbrieffvnndauß dem zwiſchen dem Theil
ſübVnavnndſabVtraq auffgerichten vertragſobeydes verbieten thuer den
Weltlichen Perſonen in Glaubensſachen ein vrtlzufcllenlalſo auch niemand
zu'n Glaubender ein gab Gottes zunöttgen ſondern vielmehr zu Liebvndei
nigkeit verhülfflich zu ſein. In dieſen Politiſchenſachenvndhandlungen nun
allen/wiederſetzten S: die zayeen Herºn ſich öffentlich vnd woltenjhnen hier
innein beſſer gewiſſen(da doch allhie niemand zum Glauben genötigetlonden
bey ſeiner Freyheit vnd vnter Ihrer Käy: May: verſorg/auch bey deß König
-reichs Behembvorigen rndanjkovon Ihrer Käy Mayerheiten begna
dungen gelaſſen wird)als Ihrer Käy May:rnd andere Herºn and Officirer
vnd Landrechtſizer zuſchreiben vnd dißhetten Sie auch in dem bewieſen, daß
Siebey der Relation nicht ſein wollen, wie Ihrer Käyſ May: den Ständen
errheilter Mayeſterbrieff ſowoldie Vereinigung zwiſchenden Theilfub Vna
vndlab Vtraq: in die Landtaffeleinverleibt worden.
Daherodie Herrn Stände lubVeraqindiegedancken gerathendaß ſoviel
an denen Herndieſich nichtvnterſchreiben wollen gelegen Sie ganz gerne
wollen diegane auffgerichteheilige Vereinigung zwiſchen denen ſübVnavnd
fub Vtraqz, vornemblich aber bemelten Mayeſterbrieffcafſirnvnndzunichte
machen vnd ſich gleichſelbſt dem Theilſub Vtraq vor öffentliche Feinde vor,
ſtellen: Thäten derowegen die drey Herºn Stände ſubVtragſampeltchbey
jetzigen gemeinen Landtag dieſe offentliche Proteſtation im falles dermaleins
darzukäme(welches GOtegnediglich verhüten wolle) daß ſich jemand wider
dem Theilföb Vtrag; von Ihrer KäyſMayerheilten Mayeſterbrieffrvnnd
die bemelte Vereinigung ſehen wolte das man zu denen Perſonen die ſich der
Vnterſchrifft in der Amniſtyagewegert/vnnd zu den Relationen nicht beken
nenwollen wirdeſehen müſſen als zu den Feinden deß Friedensvnndderei
nigkeit. Sintemal Sie ihren Reſpe&vielmehraufffrembdevndweitabgele.
gene Prieſterſchafft ſowolandere Potentatenvnndfrembde Völckerhaben
als auffIhrer Käyſ May:jhren König devogeliebtes Varterandonnd die
Böhmiſche Nation, Vberdißnachdem mangeſchloſſen wannzwiſchen dem
-- The ſub Vñavndſub Vtraqinzufelligen ſachen ein Mißverſtand eniſkün
devndeinem rhei von dem andern verkürzung vnd vnrecht beſchäch Ä 12
- - Judiccs
» -
- -

Der Böhmiſchen StändſubVeraqz. I92


Judicesfub Vna,vnd 12.ſub Vºraq zum entſchied ſolchen ſtritts gewehleewer,
den ſollen. Alſo ſolten die nichtvnterſchriebenen in der anzahl der Richter nicht
gedult vnd gelitten werden.
. Oermacher hat der Herº von Budowa dé ObriſtëHerºn Cand Richter/Herºn
von Haſenburg/vnd Herun Vnter Cammerer zugeſprochendamtt auch Siet
als die zuvor bey der Suplcription nicht gegenwertig geweſen ſich in der Am
niſtya vinterſchreibéwoltè HieranffderHerz ObriſteéandRichter Her: Adam
von Walſteingeantwortet: Gott wolle jhndarvor behiiten/daßer hierinnetwa
ein bedenckentragenſolteiſamptalhier ſeinen guten gewiſſen etwas zum nach
theilbeſchäch/eshetten auch Ihre Käy May vñandere Herten Herten Obriſe
KandOfficirerrñLandRechtſizergleichsfals mit guté gewiſſen gerhä:Ebener
weiß haben auch die andern geantwortet. Hierauff der Herº von Budowa den
Obriſten Herzen LandOfficirern vnnd Land Rechtſizern ſo ſich in bemelter
Amniſtyavnterſchrieben/vnd zuvnterſchreiben bewilligetdanckgeſagt. Herz
Slawata vnd Her von Martinz aber Sie beyjhreranmeldung verbleiben
zulaſſen begehrt. - Die Herrn Stände durch den Herrn Herºn von Budowa
ebensfals ſich angegeben. Sie lieſensgleichermaſſen beyjhrerantwortbewen
den
- Num. 34. A
Vide ſupra
Paz 19.
Artickelſobey gehaltener gemeinen Zuſammenkunft
auffdem Prager Schloß Anno 16II.Freytags nach Pauli Bekeh
rung inbeyweſendeß Allerdurchleuchtigſten Fürſten vnd HerºnsLHerin Ru
dolphi deßandern erwehlten Römiſchen Käyſers zu Hungern vnd Behemb
Königsals Königs zu Behemb von allendreyen Herrn Ständen deß Kö
nigreichs Behembverwilliger vnd beſchloſſen/vnd dann nachgethanenfeinde
ſeligeneinfalldeß Paſſauiſchen KriegsVolcks in die Kleinere Stadt
Pragſauff dem Rathhauß der Alten Stadt Pragver
- netverktvordet.
Emnach der Allerdurchleuchtigſtevnd Vnvberwindlichſter Fürſtvñ
D Herz Her. Rudolff der Il.von Gottesgnadenerwehlter Röm Käy
ſerzu Hungern vñ BehembKönig/vnſerAllergnädigſter Hertlallen
dreyen Ständédeß Königr. Beheimbſderoſelbe getrewë Vnterthank einge
wiſſe Zuſamenkunft auffdas Prager Schloß zum FreytagnachPanlibeke
rung Anno 16.11. anſtellenivüaußſchreibérBenebensjnenden Ständégnä
digſtvorbringelaſſedaß dieſe Zuſamenkunfft von Irer Käy: May:den Sten
den vmbdiſereinigen vrſachwillen angeſetzerſey wasgeſtalt Ire Käy: May:
als Königs in Behembſelbſteigene Perſon vnd dieſes Königr vorallerhand
gefahr ſovonvnterſchiedlichen örterniesſey gleichwoheres wolle komgnvnd
ßchauffdiſes KönigrBehembwelzé weiſser ſein mºteStº:
194 Beylagen der andern Apologia
dabeygnädigſt vñVätterlich ermahnentauffſolche wegevñmittlmitſondern
fleißbedacht zu ſein wie Ire Käy:May:vnd dieſes Königreich ihr liebes Va
kerland in friedvndſicherheit/inzeit vorfallendernoth/wider allerhandfeindli
che einfallverbleiben könnten deßwegen auch mit Ihrer Käy: May:ſichvnter
thänigſt zuvntereden/vnnd zu entſchlieſſen Maſſen ſolches alles Ihrer Käy:
Mayden Ständen vbereichte Propoſition weitläufftgeraußweiſenthut.
Als nun die Stände deß Königreichs ſolches mit Ihrer Käy: May:inbe
rathſchlagung vñerwegung gezogeIſt hierunterobbenanntes vor dieſem von
Jrer Käy May: (doch ohne Rathvñwillen des Lands)geworbenes Kriegs
volck ins Königreich feindſeligerweißgeruckt hat ſich der Stadt Budweiß
Tabor vnd anderermit Blutvergieſſen benächtiget/dieſelben eingenomenvñ
an den Inwohnern ſeinenTyranniſchenvndRauberiſchen mutwillévervbet.
Vnd da in gleiche auch ſolch vornemen von den Ständen dieſer Kron Jh
rer Käy: May vorgebrachtvñgebeten worden: Diewetln Jre Käy: May: den
Ständen jederzeitgnädigſt verſprochen zugeſaget vnd ſowol durch Fürſtliche
vñHeren Stands als andere anſeheliche Perſonen/inderoſelbe Käy: vñ Kö
nigl:May:Namen ſie deſſen verſichert. Daß das Paſſauiſche Kriegsvolck in
das Königreich Beheimb durchauß vñkeinesweges nicht rucken werde. Daii
das Ihre Käy Maybey verwichenen Landtag ſich mit den Ständengnedigſt
dahin entſchloſſen. Wañetwa dergleiche Kriegsvolcktn das Königreich rucké
woltelwaſergeſtalt daſſelbe hinauß getrieben vnd verjagt werden ſoll: Das ſol
chem nach Ihre Käy May gedachte Irem Käyſervnd König verſprechen
vnd den Landtagsſchlüſſen nach ſelbes Volckauß dem Lande ſchaffen wolten.
Haben darauß Ihr Käy: May:den Ständen durch vorneme Perſonenvñ
deroſelben geheimen Rätheoffentlich andeuten laſſen. Ihre May: empfinden
deß Paſſawiſchen Volcks vornehmen mit ſchmerzenvñvngnad Vñbezeugté
hieriñvor Gott Jrer Käy: May:metnügſey niemalsgeweſedaß ſolch Volck
in dieſes Land eingefürt werden ſollen. Derowegen dann Ihre Käy May: die
mittelvor die handzunemennitvnterlaſſen wolten/wardurch die gefahr abge
trieben werde: Mitgnedigſte begehren an die Ständeſintemaln ſie hiebevorje
vñallezeit bey Jrer Käy: May:ſtandhafftig vñgetrewgebliebe/Siewoltéauch
aniezo Jr Käy: May: alsjrenaltverlebtéKäyſer/König vñHerteninſo
genwertigergefahrnit verlaſſe ſondern darauffbedacht ſein/auff wasweiſe #
Käyſ: May: ſowoldie Stände ſelbſt vor ſolchen vnheil geſichert ſeinkändten.
Wañdañalle dreydamals auffm Prager Schloßinanſehenlichervñgroſſer
anzahlverſamblete Stände deſ Königreichs Beheimb/Ihr Käy:May:gnä
dgſººnſchuldigung vnd begehr/berathſchlaget vnderwogen. Als haben Sie
ſich mit Ihrer Käy:May:einhelliglich entſchloſſen vnd verglichen.
Inmittelsaberehe dieſer beſchlußipoffentlichédruckkoffien/hat das Paſ
ſawiſcht
Der Böhmiſchen Ständtſubvtracz, I95
- ſawiſche Volck ſampt deſſen Führern/vnangeſehenIre Käy: May:jhnen In
hibition vñbetrohunggethan wofern SieneherauffPrag zurucken würde
daß Ihre Käy: Mayfievorſeinevnddeßandesoffentliche Feindeaußruſſen
Vnd in die Achterklären laſſen wolten. Hindangeſetzt deſſen vnd mit vorgeben
ſampt ſie von Irer Käy: May einen andern befehlich hette den Dienſtagnach
Eſtomihi dieſes 161.Jahrsfrü morgens tn die Kleinere Stadt Prag einen
feindlichen einfallgethan/ſetne Tyranney mit mordranbenvndbrennen an
vnſern lieben Freundenvideroſelben Gütern vervbet dergenzlichen meinüg
wurdéſich gleichsfals auch der Altenvñ NewenStadt bemächtigen könen
eme gleichwomit der hülffe Gottes widerſtand beſchehen vnd darüber dem
Feinde/Mördervñoffentlichen Landsverderber/auch nicht einegeringe Anzal
gebliebenbiß ſieendtlich benañte kleinere Stadt Prag eingenomen ſich darin,
nen verſchantzetvndbißauffdato mit vollziehungjres Tyranniſchen willens,
an den armen von jnen noch nit ermordeten Jnwohnern zujrem euſſerſtëver
derballda verbleiben. Durch welches vngebürliche beginnen es nochmals das
hin kommenlobzwar die von Ihrer Käy: Mayvns allendreyenStänden die
ſes Königreichs außgeſchriebene Zuſammenkunft bißdato vorüber geweſtvnd
ſeine endſchafft er etcht gehabt, das jedoch durch dieſe jre einnemung der Klei
nern Stadt Prag etzliche außJren Gnaden den Herrn Obriſte Land offici
rern,vñéandRechtsſitzern Jr Käy: May: Rähtenſamptezliche Perſon? auß
der gemein/auff dem Prager Schloßverbleiben der meiſtetheil aberauß den
Stände ſich auffdas Rathhauß in der AltéStatPrag wendévñbegebëmüſſe.
Daneben auch nachjetzt bemelten KriegsVolck verbrachtenTyranniſchen
einfall von Jr Käy: Mayjhnenvñvns Ständen durch Ihrer May:Ernhol,
denbeederſeits gegeneinanderntchtsfeindliches vorzunemengebottévñbald
darauffbefolen worden wir ſolten mitangeregtenPaſſawiſchen Volckzuſamt
menſtoſſen/vnd Ihre Käy: May: gegen allerhand Feinde widerſtandznthun
verhüfflich ſein als nun die Stände bey ſich befunde es ſeyjnen nit müglich
nechthunlicbdaß ſie mitgedachten Paſſauiſchen Volckals mit ihren offenk
lichen Feinden/vnd Landverderbern zuſammenſtoſſen oder vereinigen vnd ſo
ſchrecklichervñtyranniſcher von ihnenbißdato nit nur allein anderſwo/ſon
dern auch in dieſem Königr. begangenen Mordervſ Raubertſch? Thatenvñ
anderervngebür beſonders der ſtraffe GOttes ſichtheilhafftig machen ſolten:
Vornemlichéindem es offentlich der Landsordnügden Landtagsbeſchlußvñ
allen natürlichen vi beſchriebene Rechten/ja auch obbemelter von Jrer Käy
May:denStänden dieſes Königreichs beſchchener zuſagvñverſprechk zu wt
derlauffe:darzuwañſie darein bewilligen/vñzujnen (da ſie doch von JrKäy:
May:zuvor fürderovñdeß LandesFeinde erkläretfie es auch das ſiesſein im
werck erwieſen)ſolten ſtoſſenvñein Heer darauſ werden ſie die allerſchwerſten
- -
Bb j - ſtraffen
96 Beylagen der andern Apologia
ſtraffenlals derberuſ Leib Ehrvnd Gut auf ſich ziehen würden müſſen das
heroſich gegen Ihrer Käy: May:warnmb Ste ſich mit ihnen nicht vor einige
kündten entſchuldiger. Vnd weil Steven keinen andern Feind wiſſenſchaffe
haben auch biſ dato nicht wiſſen als allein von dieſem Paſſauiſchen Volck ſo
feind Sie entſchloſſen ſich ſelbſten auch Ihr Weibennd Kindivnnd alſojhr
ganzes Vatterland wider daſſelbebiß auffihreuſerſtesvberwinden zu retten
vnd jhnen widerſtand zu thundarbeyes auch nachmals biß dato verbleibt.
Kaſſen derowegen alle deeyanjezoungroſſeranzahlauffm Altſtätter Rath
hauß verſamblete Stände deß Königr. Beheimb die anweſende auch anſtatt
der abweſendêin diſerſachen alles beyobgeſchriebener bewilligung ſo vermög
Ihrer Käy: May den Ständen außgeſchriebener vnd nochwerender Zuſam
menkunffelauffm Prager Schloß beſchehen vollkommentlich verbleibenvnd
verbinden darzuſich ſelbſt ingeſambt/deßgleichen alle andere StändevndIn
wohner der Kron Behemb welche Liebhaber deß Vatterlandes ſein/vnnd die
ſchwere durch die LandsOrdnung wegen nicht beſchützung deſ Landes der .
Ordnung vnd Rechttanßgeſetzte Straff nicht auffſichziehen wollen.
Alldieweil dann der Feind nicht allein ins Land gefallen ſondern auch Ihre
Käy: May die Königliche Kron/dte Privilegia,Freyheiten vnd Landtaffelbe
legertyvnd ſolches alles durch verhülff böſer Räthe in ſeiner gewaltvnd macht
gebracht/vnd daherodem Königreich vß ſeinen Inwohnernes vmballeslauf
fenthut. Wann auch zu forderſt Gottes hülff vñdarnach die mitteldardurch
man zur genügeinen rechtmeſſgé wideºſtand thun kan/mit verhandenvñmü
ſtedergeſtalt dasſo anſehenliche Königr. zugentzltchenvntergang (dafür der
BarmherzigeGott gnädiglichčbehüten wolle)gebracht werden.Derowegëtc.
Widefupra Num,35.
Pag-2ſ.
An Ezechiel N. Predicantenzu Neüersdorff,
A Vßbefehlchdeß Ehrwürdigen Herrn Dechantsinn der Graffſchafft
Glatzliſtbeymir die anordnung beſchehen allen denen diejneneinfal
ſches Rechtſvbermeinen EingepfartéIhrer König Maydeß Königs
zn Beheimb/vndallerdurchleuchtigſten Collaroris Erbvnterthanézumeſſen
zuzuſchreiben/vnd zuverbieten, daß Sie niemanden außihnen Tauffen Ehe
lich zuſammengeben zur Communion zulaſſen oder ſonſt in andere weg mit
jhrendienſt zuſtatten kommen ſollen.
Dieweiln dann auch du einer außderſelbenanzahlbiſt der meine Geiſtliche
Kinder weißnit außwas vorwitz zur Beichtvnd deinerCoñunion zugelaſſe
hat micbs vor gut angeſeheldir ſowolalsandern deinesgleichélernſtlich zuver
bieten hinfürokeinenmenſché zu Grundoder Winckersdorffwonhafftlerſey
auch gleichweßſtandslampts vnd geſchlechtserwol/nit mehr Ehlich zu “Ä
R
Der Böhmiſchen StändſubVtraqz. 197
lirn zu abſolvirnvnd der Communion zuzulaſſenſintemanſiejren vorgeſe,
ten ordentlichen Pfarrer haben/vfzujmeſichverfügen ſollen. Wirſkuaber ein
andersthunſo wiſſedaß dirs der Her Dechant/uit allein außdiſen vrſachen
ſondern auch darumendaß du den SchäferSchuleſſen zu Schreckendorffei,
nenCatholiſchévnter meinen verſpruch gehörigen Mann verwichenéHerbſk
verſtolener weiß zuſammengeben/vñwie mir gemelter Hirt geklagt hernacher
der Catheliſchen Religion halber verdampt vnd dem Teuffelta ſeinen gewalt
vbergeben nicht alſo ſchlecht hingehen laſſen wird du leichtfertiger Menſch
wirſt alsdann ſehen/ob dir dißgebühret/vnnd von deinen Herºn meinen Ein
gepfarten der geſtaltzuſchmehen befohlen worden. So Jch dirzurnachricht
vndwarnung nicht verhalten wollen. Gehabdich wol. Gebenauff der Pfart
zu Grund den letzten Februarij, Anno 1613.
- M. Andres Schwarz Pfarrerdaſelbſt.
Nurn. 26. - - Vide ſuprc

An Tobias N. Predicanten zu Landeck. „“


8 Ergangene Wochen hab Jchauß Befelch deß Herrn Dechants zu
Glaß/als Ordentlichen Richters in Geiſtlichëſachen dem Predicanté
zu Newſtädtl/mit verbot daß er keinen Menſché weßwiirdenſtands
vñgeſchlechtsſieauß meinen eingepfarten zu Grundvnd Winckelsdorffſein -

möchten zur Beichtvü ſeinerCoñhunion, durchaußnit mehr zulaſſenſoll/wel- -


ches ich dann auch draußſchuldigkeit anzudeutënit vmbgehen wollen in ver
merckung/daß du gleichsfalsohne alle darzuhabéde Gerechtigkeit ganz vor
witzigmeiner eingepfarten Seele durch deine falſcheadminiſtration
Gottvndmirabſttleſt/da ſie doch Irer Maydeß Königs zu Beheimbeige
vñ Erb Vnerthanevñmir alleininglauben vñgewiſſensſachéanvertrawet
ſein. Verbitederowege gleich wiedeandern alſo auch dir mitErnſtfeineeintzis
gePerſon mehr /Sieſey gleich von Grundoder Winckelsdorff/we
deroffentlich noch heimblich auffdeine weiſe zu abſolvirn/vndbeyder
Communion zuzulaſſen. Geſchicht aber von dirwas andersſowird der
Her Dechant wolwiſſen was er ſich hierinnen dir zu ſchaden zu verhalte. Du
magſt dich deines Vorfahren erinnern/welcher nur deſwegen abgeſetzt werden
ſollen/daß er ein Par Volckzuſamen gegeben/darzuerkein Recht gehabt hatl
Es kandirebensfalsbegegnen/woferne du an deinen werck nicht genügen ha?
ben/vndin eines andern beruffeingreiffen wirſt. Vber diß ſo der Hochwürdige
vnnd Erleuchte Fürſt Her ErzBiſchoff zu Pragmochingedenck der ſchmach
vndſpottlden dievon Landeck von zweyen Jahren mitjhrerleichtfertigen Pre
Bhi ceſſion
198 Beylagen der andern Apolegia"
ceſſion allen Catholiſchen angethan innerwegung wann manauff den Ra
buſch mehr auffſchneiden woltzubefahren werdamit die letzern ſachen nichtär
ger wurden als die erſten SoJch dir zur nachricht vnndwarnung vorgewiß
zuſchreiben wöllenvnd verbunden geweſt. Gehabdich wol. Geben auf der
Pfar zu Grundden letzten FebruarijAnno 1418.
V.
M. Andreas Schwartz Pfarrerdaſelbſt.
videfspra Num. 37. -
PºLºſ,
An Johann Vrſin Predicanten zu Newſtädl.
Chhab nicht vmbgehen können darzumich dann auch diejenige heil,
gezeit bewogen, daß ich dich nicht hette erinnern ſollen ſo wolmetner
faſt von zweyen Jahren von dem Richter zu Landeck gethanen anklag!
daruntendaß du außfreyen willen dich vnterwtudendörffen deß Herrn Sche
neckendorffs(ſovnter meine Pfar gehörig) vumündig s Kindlein zu tanſ
fen als in gleichemdeßauffdeinſchreiben vnd begehr erfolgten verbotsdarin
nenduanßbefelch der Herrn Officialen erinnert vnnd dir daneben geſchafft
worden / hinfüro keinen mir zu meinen Rechtengehörigen Menſchen nicht
mehr zu Tauffen/Ehelich zuſammenzugeben/ zu Abſolviren / noch
bey der Communion zuzulaſſen/ oder mit anderer adminiſtration
nach deiner artbey verluſt der Pfarºvnndgewiſſer ſtraffgebrauchen
zulaſſen/wiedudann alsbaldallem demenachzukommen zugeſagt. Dasa
ber hierinnen nichts gehalten worden ſondern duvber meingethanes verbote
Melcher Blovnnd die Wittib gemelten Schenckendorffs Mägdauß Mä
phern zuſammengeben / vnd bißauffdato/alls meine eingePfarrte weiß nicht
mit was gewiſſenvndfreyheit zur Communionzuläſſeſt habtch genugſame
vrſachgewonnen / vor den Ehrwürdigen Herrn Dechant 1 der Grafſchafft
Glatz 1 als ordentlichen Richter in Geiſtlichen fachen dich zum andern mal
anzuklagen, welcher mir befohlen, ich ſolte dich ſelbſt noch einmal verwarnen
in dieſenſachen das ziel nichtzuvberſchreitten. Verbitten dirderowegen krafft
habenden Amps nocheiniſtvnndendlichen/daß du keine einzige Perſon was
Standsgewerbsvnndgeſchlechts Steaußmetner Pfar? / zu Grundoder
Winckelsdorff ſein möchte zur Beichtvnd deiner verſäuertenvnd vngeſalze
nen Communion nicht mehr zulaſſeſt fintemaln Siejren ordentlichen Pfar
ren zu Grunde haben Wofernedudementcht nachkommen wirſt ſoſey deß
gewißldaß ich dich als einen Dieb vnd Rauber/(der du ganz vnrechtmeſs
ſig einen andern in ſein Ampteingreiffeſtvndauß Ihrer May:deß Königs in
Beheimbeigene Collatur GOTT ſo viel Seelenabſttleſt ermördeft vnndin
dte
Der Böhmiſchen Ständſub Vtraq. - 199
die Hölle verführeſt)bevIhrer Kön: May: anklagen will/Vnndöbdu
auch gleich vermeiden möchteſtlichſeye dirzuſchlecht ſowerde ich doch wiſſen -
neben dem Herrn Dechanthierzu einen ſolchen gehülffenzufinden. Nemblich
den Hochwürdigen vnd Erleuchten Fürſten Herrn Erzbiſchoffen zu Prag
der dich nicht alleinvon der Pfar verjagen ſondern auch inneine ſolchege
fahrdeßlebens bringenwird darauffdu keineswegesgedencken können. Diß
hab ich dir der ſchuldigkeit nachzurwarnnngohneſcherz/vnd gutermeinung
uberichten nicht vmbgehen wöllen. Gehabdichwol Gebenauff der Pfar zu
Grund den 24. Februarij,Anno 1613.
- M. Andreas Schwartz Pfarter daſelbſt.
Num.38. Wideſtpre

An Jacob Horſchitzkyvon Tepenetz/Hauptman “


- zu Melnick.
Z Wölffauß den Rebelliſchen Burgern noch vbrig geweſkevertretter der
Ketzer hat man vnſerer Stadt Crumawverwieſen welche nach verkaufs
fungihrerſachen von dannen weggegangen nemblichen den Schi
manek 1 der alte Funckenauer 1 Wilhelm genandt der Singer / der vnter
dem Hertn Peter von Roſenbergl den Teutſchen inn Zeughauß angefangen
offentlich zu Predigen der Riemer vntern Thoren gegen dem Schloßzu der
Plattner, der Buchbinder der Paule in der Fiſchergaſſen der Weißgerbert
der Feäfärber Sebaſtian vnter der Brucken gegen Kagaw zu 1 der Beck ne
bender Kirchenthür wohnent / vnndmetn Nachbar der Vhrmacher/esge
ſchtchtallhiervtelgutes / vnndwechſteineneweart der Alten Religion vnnd
GOttes Furcht vnter den Leuten bey dieſemnewen Primaſſendeß Edlen
Herrn Mattes Helderla eines Manns der gelehrtvndeingut gewiſſen hat.
Allhiernemen wir keinen in die Gemeinerſey dañlub Vna,darzudañauch
diejenigen ſo Burgerrecht begeren oder ſich verheuraht? wöllentrettëmüſſen/
daheroes nun ſowett kommen dasin dieſen anderthalben Jahren ſolang ich
allhier bin nit ein einziger Menſch zum Burger angenommen worden auſſer
die lub Vnageweſt/Es iſt viel dergleichen zu vermehrung der Ehrvñ Lob Got
tes vorgelaufen. O köndten wir nur ebenergeſtalt das vbrige thetlder Oert
ſchafft Crumawbekehren wieofft führe ich mir zugemüt, das bey den Herrn
als eines rechten Catheliſchen befundeneauffrichtigvndtrewe gemüt/O köñ
ten wir ſeine Perſon oder einen andern ſeines gleichen zu einen Hauptmanve
berkommen wirwoltenyns daraufffür glücklichevnndſeelige entſ*# itz
- I.
2OO Beylagen der andern Apologia
kürzen würde ſich die ganze Herſchafft zurCatholiſchen Religion widervmbe
wenden Datum zu Crumawden 12. Septembris, Anno 1617
. Riclas Element Erzdechank im Becht
ner Kreiß Dechant zu Daudleb vnnd
Pfarrer zu Ernmaw.
Ir
vide ſupra Num, 39,
Pag. 2ſ. Jtem/iwiderumban jetzogemelten Hortſchitzky.
S) werEr Prieſter Mattes Gradius Pfarrer zu Telna hat Ihr Fürſtlichen
gnadendem Herrn Erzbiſchoff zugeſchrieben das eine weiß doch nicht
oder welche Ketzeriſche von Adel/die ernicht nennet verſtor
benſey/die man in einer vnter ſeine verwaltung gehörige Kirchenbes
- - grabenwolte.Iſt demnach hierauffIrer Fürſtlichen gnaden begehranewer
gnaden. Sie wolten gemeltem Pfar erznTelna verhülflich ſein/vnndſoweit
mitſchutzbeyſpringen damit Erzu ſolcherbegräbnuß vonntemanden gezwun
gen werde Sintemalnes Ihrer Fürſtlichen gnadenlanß wichtigen vrſachen
bedünckt ſie ſollein keinerCatholiſchen Kirchenvnd von keinemCatholiſchen
Prieſterbegraben werden dieweiln Siebeyjhrem leben niemals zu Kir
chenkommen/ſondern allezeit zu den Predicantenjreznflucht gehabt/
auch wegen verzichtung einer Tauff einen Predicanten in gemelte
PfargenTelna gebracht hab. Pragr 6. Octobris Anno 167.
Prieſter David Drachowſkylllu;& Rever:
Principis Theologus.
WAdeſspra - - Num:4o.
Pag2ſ. Jtein/Angemelte Perſon.
Ch bitteuch höchlich darumbdaß jhr die zwey zumeiner Pfar gehört,
ge&ehenlentzt Kwaſegowtt zwingenwolt meinerdienſtvnd nicht der
Keeriſchen in zett erheiſchenderjhrernothſicbzugebrauchen,
M. Matthias Gradius von Etbietin
Pfaren zu Werben.
- Videfupra - Num: 4 I
Pag. Bſ. An Paul Wictorin Hacken,
SID Er Landtagtſ GottlobvberMenſchliche zuverſichtwolgeſchloſſen
rñſeind IrDurch: Erzherzog Ferdinand nach der Propoſitiöba
- - - - - H
Der Böhmiſchen StändſübVtraq. zor
deßanderntages zum Königin Beheimbgewehtet vnndaugenommen wor
den Die Krönungſollbeſchehen den 29. dieſes Menats: Allein iſt es noch
wegendeß Revers zwiſchen denen ſübVtraqzdarumdzuthun/ daß ſie
den Rauberiſchen Mayeſtetgerne damit einbringen evolten: Außet
nem groſſen Gewülckein kleiner Regen. Datum 9. Junij, Anno 1617.
--- Matthias Smetzjanſkiſcher vornehmer
vnd geheimer Diener.
42.
Extraëtauß einer Oration,Num,
welche >
Wldeſupm.
JozeffMacarius Canonicus Pag-zſ. - 4

deß ThumbsſtifftszuPrag/inder Kirchenauffm Präger


Schloß gehalten vnd dem Smetſchanſky -
- dedicirt hat.
- Je Wigleſiſken Lutherianer Calviniſten vnd Pickharten/ vnndir
ſumma mit einem wort zu melden allein deren anzahl vnd Orden/
ſeind verdampte Ketzer vnd bringen ſich ſelbſtvnd diejhrigen zu E
wigem verderb vnd verdammnußinabgrund der Höllen.
Nennet weiter Deß Luthers Lehr Gottloßvnnd wunderliche Lügen/ſeinen
Glauben auch deß Teuffels Glauben: vnd das alle Religionenvnndjhre Be
fänntnuß oder Confeſſiones,falſchſchedlich inficirlich vnd vom Teuffelſei
nenſtiffterzuverführung der Einfeltigen herkommenſein zuwider dem allein
einigen Römiſchen glauben. –
Jtem. Die Lutheriſche Religion kam der Rechten Chriſtlichen Kirchen
nahmen nicht führender Lutherſey einfliffter vnd Vatter der vergiſſten Infe
étion in der Kirchen Item/ſonennet Erihn auch einen Diebvnnd Raubert
deßgleichen einen verloffenen vnglückſeligen Apoſtata, der Teutſchen Länder
vngezweiffelten verderber der billich bekennen ſotte. Er habe mit dem Teuffel
mehr als eine Kuffen Saizes verzehrtvndſey mitjhmeinguter Geſellſchaffe
geſtanden. Endlich ermahnet Erſeine Zuhörer. Sie ſollen das gegentheilver
ſagen vnd die verächterzuboden werffen. Dann ſagt Erijhrſchet wie das gan
e Batterland in der Ketzereyerſauffet iſt. /
Gedruckt in der Alten Stadt Pragbey Caſpar Cargeſſ Erben Anno 164
Extractauß dem Tractatſovnter dem Titteleines freüd
kchen Schreibens der Dennemarkiſchenvnd Norwendiſchen Stus
denten mit bewilligung deß Erzbiſchoffen zu Prag Anno 1610. in
- - -
- der Alten Stadt Prag gedruckt. -
- C c Jus
292 Beylagen der andern Apologia
Jm 4. Capts.
Nfangs haben wir befunden daß dieſe vermewerung ihren anfang ge
nommen durch D. Martin Luthern einen vorwitzigenvnd ſeinerpfliche
führ vergeſſenen einfcltigen Münchéidenderbleſſeneydallein darauffange
(k, -

Jm 6. Capie. -

Zum dritten befindenwirimwerckdaß dieſe Newrung ſowolder Kirchen


Gotteslals auch allen Chriſtlichen Ländern ſehr ſchädlichen. Dañes die Vn
terthanen widerjre Fürſten vſ Hernaufgewickelt vñin Harniſch gebracht.
Den Teutſchen Fürſtenhatesanlaßgegeben widerden Käyſer: den
Böhmen wider König Ferdinandum:den Bawren an vielen Ortendaß
Sie ſich ihren Obrigkeiten widerſetzt die Hugonoten in Franckreich hats auff
gerührt wider den König/deßgletchen die Schotte wider die Königin:die Nie
derländer wider den König die Schweden wider ihren Königvnd Erbhern.
Jahat nit dieſer Newrung authorvnd Obriſter Meiſter LutherusdenTür
cken zum Krieg wider die Chriſten erweckt/vnd ſelbſtgeichſamb ermge
ſchlagen/daergeſchrieben wider den Türckenzuſtreitéſey ebenſo viel als wañ
man ſich Gott widerſetzen wolte.Jtem der Türck vnd ſeine Herrſchungſeybey
weiten beſſer als die Chriſtlichen Fürſten vnd ihre Regierung. Was er aber mit
ſeiner Lehr denſeinigen vor eine guténutz geſchafft hat das werckanime ſelbſt
erwieſen. Seine nachfolger fürwarhabe etzliche vorneme Chriſtliche Vö
ſtungen dem Türckenverlahten/vnd dienen deren bißauffdatonitenge
ringeanzahl dem Türcken wider die Chriſtenia esſeindjhrer noch ein gröſſe
rerhauffdieſeiner mit allen Frewden in Teutſchlandterwarten.
Jm 11. Capitel. - -
-

Zutn Ä wir befundendaß dieſe EvangeliſcheNewkeiten nicht


ſein der Evangeliſche Glaube ſondern habe eingeführt einen Newen zuvor nie
geweſkenvnſtandhafften wackenden durchaltelangſt verdampte Ketzeriſche
rthumb beſchmitztynnd befleckt ja alſozugerichtet daß Sie allerhand Kee
reyendiebißanherogeweſt oder noch erdacht werden möchten/Thürvnd Thor
öffenenvndenengeraumenwegdarzubereiten.
Jm 14. Capitl.
Wirds genandt die Evangeliſchevorlengſten mit alten Kegeriſchenve
worffenenjrzthummen zuſammgeflickte Lehr.
Ä 15. Eapitel.
Die ſehr der Evangeliſchen Eröfftertalenaydern Kerry die Thüren.
z - Zum
Der Böhmiſchen StändſübVeraq, - 2D3
Zum Beſchluß deſ Tractats
Jm 1. beweiß.
Kein Lutheraner Calviniſt Widertauffer oder deren Seetenanhangen
derkan nicht haben den Chriſtlichen Glanben. -

- Im 3.7.8. beweiß,
Stehet Cutherianer Calviniſten Ketzer,
Jm 4. beweiß. -

Die Lutheriſche/Calviniſchevnd anderenach altem Chriſtlichen gebrauch


vngeweihere Predicanten ſein ſchlechtlich keine Prieſter vnnddeßnahmens
nicht würdig/vnnd weiln ſie alſo ihr Ampt von Herrn durch die Kirchen nicht
empfangen ſo reichen Ste:könnenanch beyjhren (wie ſie es nennen) Abendt
mahl den Leuten nichts mehr geben vnd dareichen als ſchlechtes Brodtvnnd
Wein
Jm 8. beweis.
Die Lutherianer vnd Calviniſten handlen leichtfertigvnd Gottloß,
Iteminnobbeſchriebenenvnter den erdachten Nahmen
Witolidis Poſtoka Anno1613. auffsnewgedrucktentfaétat befinde
ſich ein Zuſaetzlicher notwendiger vrſachen/warumbenes nicht ſicher
in der Augſpurgiſchen Cenfeffionvnderfundenen Glauben .
- ſein Ende zuſchlieſſen,
-- - Erſtlichen: d

Aß die Augſpurgiſche Confeſſion im Wort Gottes keinégrund habe


vnd davon nirgends in der ganzenheiligen Schrifft keinemeldung be
ſchichtwievon dem vhralten Catholiſche Römiſch Glaubenbey S.
Paulo an die Römer im erſtivfileztenCapitkEwerglaube der erſchallein der
ganzen Welt. Vndobzwar die Nervlingender Schrifft zuzeiten anziehen ſo
beſchicht doch daſſelbe nur darumbenvnd zu dem Ende damit ſie (aller Keer
gebrauchnach)nur etwas habémögk/damit jtenewigkeit vfvermeintéglatz
benzubementeln. Dieſes fürwar hab auch die Zwinglianer CalviniſtèPick
hartenvñWidertauffer mit anziehung der ſchrifft im gebrauchvñſchmucken
vnd zieren damit ihre Abwegs gehende vndwidereinander lauffende Confeſ
ſion, welches doch kein gewiſſeszeichen iſt, daß ihre Confeſſion recht gerecht
vnd warhafft Evangeliſchſey. –

Hernacher Daß die Augſpurgiſche Confeſſion dem ApoſtoliſchéGlauben


vndjrenvereinfaungenſtracks zu wider/dieweilnwirChriſten im Apoſtoliſch
glaubénitſprechéIch glaubtn die AugſpurgiſcheConfeſſiöſondern ich glaub
eine Catholiſche odallgemeine Kirchen. Esſelnd aber dienewe Confeſſionarij
miteinädervneinignitbeſtidig/vñwöllnitCatholiſches allgemein ſondern
C j beſonders
204 Beyſagen der andern Apologia -
beſonders newvnd Evangeliſch genennet werden haben der Apoſtelglaubens
bekänntnußverändert das wörtlein Catholicam, daß iſt die allgemeine ganz
leichtſinnig darauß genommen vſ dagegen anſtat deſſen(wie außdeß Luthe
riCatechiſmovnd dem Concordibuch zuſehen)liſtig vnd betrüglich Chriſti
anameingebracht. Ob nun diß ein Chriſtlich vnd Erbarcsſtuckkaneinjedwe,
der der trea vnd Ehrligkeit liebet leichtlich vernehmen.
Alle Ketzerwöllengewißltch Chriſtengenennet werden vierdencketjmeein
jedweder Keizer/vermögdeſſen was vnſer HertvñHeiland an jenéohrtgeſagt
ſich hier iſt Chriſtus ſich dort iſt Ereinen newen Chriſti die Lutherianerfeiné
Lutheriſchen die Calviniſten einen CalviniſchedieZwtnglianer einen Zwing
liſchen die Pickharten einen Pickhareſchen die Widertauffer einen Wider,
taufferiſchen die Schwenckfelder einen Schwenckfeldiſchen: Allein alle dieſe
betrygeriſche vnd erdachte Chriſti ſein wie der H.Auguſtinuslehret: Die Ke
zer (ſagt Er )predigen Chriſtum, wie ſie ihnen den erdencken/ vndgarnit wie
die Warheit außweiſetoderzeuget. Du Ketzer wtlt du daßdeinnahmegroß
werde ſo haltedtch allein an die ſachen. Die Catholiſche Kirchhat vndheit al
lein die ſachvnd den nahmenvnſeres Heylandes Chriſt JEſu. -

Zum drittedaß die Augſpurgiſche Confeſſion anſfeinen mitmächtigerver


ſamblung zu Augſpurg Anno 15zogehalten Reichſtag alſo bald wie ſievber
geben/von KäyſerCarln vñden Römiſchen Ständen ſtattlich vfzur genüge
mit dem Wort Gottes zu bodengeſchlagen vñverworffen wordéwie die Käyſ:
wortaußweiſen: Ob wir wol(ſpricht er) nach zuvorhergepflogenerberathſchla
gung mitgelehrten viiin der Schrifft wolerfarnenleutenvnterſchiedlicheNa
tionen ihre Confeſſion durch die H. Schrifftvnnd Evangeliumſverworffen.
So haben Wir doch beyihnen ſoviel nicht erhalten köüendaß ſie ſich mit vns
den Chur vnd Fürſtenauch andern Ständen verglichenhetten darin ſich nie
weniger Philippus Melanchtonebenergeſtaltbekeſietdaergeſchrieben: Triſti
acatrociſententia damnatiſumus,lib.1.Epiſtad loannemObernburgium.
Das iſt: Wir ſelnd durch einen trawrigen vnd grauſamen Abſchied verdampt
worden. Hierauß nungenugſambam tag) was es vor ein ſicheres weſen ſein
mag in einer dergleichen Confeſſion, welche durch die H.Schrifft vñ Evange
liumvberwundélauch von Känſer Carln ſowovon allen Stände deßReichs
(darzuſich Philippus ſelbſtbekeñet)verworffen darniderzulebenvfzuſterbé.
Vierdtendaß die Augſpurgiſche Confeſſion,ſamptjrempraſidio,mielaus
terlugen vnd vnwarheit außgefüllet alſo daß die Kugen dariñengleich wie die
Würmerin einen alten Käßherumbengriebeln:wie diſes der Lindanus inſei,
ner Käyſer Maximiliano zugeſchriebenen Entſchuldigung gar voraugen ſtel
lenthut. Es ſetzen auch Peter Hanzon ein Sachs/vnd Andreas Fabricius/die
Pnbeſammenheitabſchewliche jrthumbvnndgrewliche Augen in vergleichung
der
A
-
-

. . ?

Der Böhmiſchen Ständſub Vtraq. 2Gy


der Confeſſion garanstages liecht. Was muß dann nun lieber das vor eine
Confeſſion ſein, die allejhre hoffnung aufféigen gründet ? Welche mit vn
warheit vndlugenſchſercketvndwehret : Da doch der H. Prophet David
ſagt Dn verdammeſt alle die da lügenreden. Palmo .
Zum fünften Daß ſie liſtig vnd betrieglich beſchrieben ganz verdunckelt
vnd evetffelhafftig von vielen Artiekeln auffzetchevnnd darinnen alles ſo vor
ſichtig zu einenfallſtrickgertchtet iſt demefaſtein jedervnterkriechen ſich da
mit bedecken vf bemänteln kan. Dahero Käyſer Maximiltanus nach vermer
ckung daß ſich die Calviniſten mit derſelben berühmen ſie einem Gauckeſack
vergleichekandere aber ein gemeines Wirtshauß nennen darinnen alle Keizer
vnd Schwermerjhre zuſammenkunft haben vnd halten. Joesſeind vielmehr
die vornembſten Punct darumben an jezoder gröſteſtritt darinnen gar artig
vbergangenverſchwiegen vndaußgelaſſen: Nemblich vom höchſten Biſchoff
vnd den Geiſtlichen Concilijs, vom Krieg wider den Türcken vom Eheſtand/
von den Ceremonien, von den heiligen Sacramenten oder hinderlaſſungen
von der Reverenzigegen dem heiltgen Sacrament deſ Altars: von deranzahl
der heiligen Sacrament/vndanderndergleichenſachen.
Vor das ſechſteIſt in der Augſpurgiſchen Confeſſion zu leben vnd zu ſter
ben nichts anders als alle vnſereltebe Verfahren alle heilige Märterer heilige
vnndaußerwehlte GOttes ganz leichtſinnig vnd leichtfertigin Abgrundt der
Höllen zuverdammen diewetln ſieſich darzuniemals bekennet : Sondern
dem heiligen Catholiſchen vnd Apoſtoliſchen Glauben gehabt.
Siebenden/inder Angſpurgiſchen Confeſſion zu ſterben iſt ebenſo viel als
ſtºrbenvñverderbeningrauſamenſchendlichenjrthumen vñleſterungen aller
chwermer vñKetzer die da ſchon vor lengſt von offentliche Concilienvi H.
Vättern mit dem Wort Gottes einhelliglich vervrtheilt verworffen auß der
gemeinſchafft der Chriſtliche Kirchen abgeſondert vñabgeſchafft wordf gleich
wie Simon derZauberer Arrius, Eunomius,Vigilanciusvñanderejnengle
chevnfläter. Dißheiſt nun nit ſteigen hinauff gen Himmel zu Gott ond ſeinen
Heiligen ſondern herunter fliehen zu allen verfluchten vü verdampté Keßern
dafür GOtt der Allmächtige einen jeden frommengnädiglich behüten wolle.
Achten/Daß die AugſpurgiſcheConfeſſion,darauff das ganze Lutherthum
ſein ganzes fundament geſetzt bald noch Anno 1530. wie Muſculustm Herº
bergiſche Colloquio vorgewiſſetzwölffmal anderſ formirt,vermehretgemin
dert/vñallzeit vbellärgervñſo ſchlimb gemacht wordédas eine mit der andern
ſich nit verglichen. Wo iſt dañnun lieber die beſtändigkeit? in welcher befindet
ſich die Warheit der grundvndſicherheit?Iſtdañdie letzte Recht vñwarhafft!
wie werden ihr viel beſtehen ſo die erſte vor die beſtegehalten? Oder Lügen! O
der newrungvngewißheit vävnbeſtendigkeit! Wann wirſt du jemals ein En
de nehmen? Cc it Reundº
-- - -- - - - - - -

2O6 Beylagen der andern Apologia


Nenndten: Das im ganzé Reich von Anno1ſzo.bißauffAnne1572.keine
rechte Augſpurgiſche Confeſſion ſich befunden/noch außgegangé. Darob dañ
augenſcheinlich, daß das ganze Teutſcheutherthuñigantzer43-Jahr die rech
tewarhafftevnverfelſchteConfeſſion, wie ſie KäyſerCarln vbereicht worden
niegehabt ſondern eineandere(vnangeſehêſie auch Philippus Melanthon be
ſchrieben)dervortgen ganz zuwider im Reich außgeſprenget worden. Dañdie
rechte Augſpurgiſche Confeſſion in der Mainziſchen Canzley vonAnno 13o.
biß Anno 17z. verhaltener ligend verblieben/welche damals der New Bran
denburgiſcher Churfürſterhebt vnd hernacher in die Brandeburgiſche Agen
dam gezogen/imdruck außgehen laſſen 1 Chytreüs auch ſelbedem verlauf der
Augſpurgiſchen Confeſſion angeklebt. Andreas Fabricius aber hat SieAnno
1572. in Lateiniſcher Sprachin offentlichen druckaußgeben, -

Vñhat alſo außden Lutheriſchen allenvberezlich vßvierzig Jahr der recht


Augſpurgiſchen Käyſer Carln vbergeben? Confeſſion niemands eingerechtes
Eremplar weder in Schulen noch Kirchenauff den Predigſtülen noch in den
Häuſern noch indé Trückereyênoch in Colloquiéod Conventéniemals ges
habe oder geſehen: Sondern es iſt eine andere geendetevntermengkenschmals
vomPhilippo ſeitwarts beſchriebenevbereicht wordémit denen man ſich vber
alſamptesdiewere die man dem Käyſervbergebe berühmet damitgepuchet
daranſfgeſchworen mit derſelben dem PabſtCardinalen Erzbiſchoffen Bt
ſchoffen Käpſervñ Königen ja der ganzen Weltvngelegenheit die Welt ver
fürtvñjrinen aber die Naſenvmbeine ſpannenlengergemacht:bißherunter
jrvnbeſoñenheit der ganzen Weltamtag koñien/vñſie ſich jrer eucheſſigkeit
vor Gott vñden Leuten ſchemêmüſſen. Das heiſt ganzervierzig Jahr ohne al
lengrundvnd wiſſenſchafft auff Gottesberath in den Lufft glauben von einen
jedweden windgetrieben vnd von den Preditantébeydernaſen herumbgefüh
ret werden. Vmdwärin warheit billich, wann die Teutſchen ihrenvngeweich
ten Predicanten die Stealſo verführtvnd zu Zeitlichervnnd Ewigerſchans
vnd Spott gebracht nach deß Luthers den Fürſten wider die Judengegebenen
Rath die Zungen zum nacken heraußreiſſen/ vnd die Fingerabhawenlüſſen
darmit Sie ſo betrüglich geprediger vnd Eugenhafftgeſchrieben.
TO. Zehenden Daß die ColleStores der Augſpurgiſche Confeſſion nichtsgüt
tige monſtrageweſen. Der Luther ein meineidiger außgeſprungener/
außgekappter Münch : ein zorniger vnndſtolzer Limmel: der Hei
ſigen Schrifft Spötter einvnverſchämbter Menſch: eingrewlicher Eug
Werder das felbſt in dem herzen nicht geglaubtwas Erandern geprediget vn
ſauberer Sewiſchergeylheit i ſolangezeit einer Nonnenvnverſchembrange
bengt. Sie geſchwengert auch endlichen geehlget/vnnd alſo mit groſſerärger,
nuß auch ohne alle Rewvnd Buß bißin Todtmitjhrſein Leben "sºººº TJ.
- -
- --

Der Böhmiſchen StändſubVtrag. 20y

Der Philippus aber nur ein Schulkehrer/Graſñatiſt/vnbeſtend


gervndwanckelmütigarlapp/beydenitwürdig daßmanjnen einen hund
geſchweigendetnt Seel vertrawen ſollen. Lutherus wie Mattheſius von
meſchreibethatindereylſiebenzehenArtickel zuſamengeklaubt/dteſelben gen
Ausſpurg geſchicket darauß der Philippus vngeſchmacheabſchntelingzuſam
mengeflickt/vndſolches die Augſpurgiſche Confeſſion genennet.
Haben dann nun dieſe zween Lottersbuben das man glauben ſoll außjren
tygenengehirn der ganzen Welt vorſchreiben ſollen ederkönner 2
RT.
AilfftenIn der Augſpurgiſchen Confeſſion zu lebenvnnd zu ſterben das
heiſkleben vnd ſterben in einem ſolchen glauben von deine der Auther vnnd
anfengerdeſſen Philippus Melanthon ſelbſt abgetretten ſich hernach an die
Calviniſten gehengt/vnterjnen auch verrecket. Warutmb ſolte dann ein Ehr
licher Mann in den glauben ſterben inn welchem jr anfengernit verblieben
darinnen nit geſtorben noch ſterben wollen? Oder blindheit? Oderthorheit!
wie biſtuſoabſchewlich.
Zwölften Jſt mit einerzubefinde oder geſehen word?der davnter denPaº L&r
piſtenvbelgelebt vºnd darauffzu Augſpurgiſchen Cönfeſſion getrette ſich ge
beſſert habSondern man weiß von vielen welchein der Catholiſchen Religi
on ein guteslobwürdiges Leben geführet im Lutterthumb vnter der Augſpur
giſchen Confeſſion vmballe güte vñandacht komen. Der Glauben von Gott
gegeben führet vom böſen leben zugutem: die Augſpurgiſche Cönfeſſion aber
vom guten zu böſen. Soll nun zu dieſer ein Liebhaberſeine ſeeligkeit greiffen.
- Zum dreyzehenden Kan niemand gefunden oder namhaft gemacht wer
denderingemeldter Confeſſion Gott gefiel heilig vndſelig werde. Es iſt ein
weg/ſagt die ſchrifft der den Menſchen bedunckerrechtzuſeyn aber ihr Ende
führet zum todt. Die Augſpurgiſche Confeſſiä iſt derweg der den Menſchébe
dunckt wieder weiſe Mann ſchreibt (Proverb. 14.esp.) Esſey der rechte al
kein zuletzt führet Sy den Menſchen zum kodt vnd in die ewige Verdammuß,
Vorsvierzeh eude.Iſt die Augſpurgiſche Confeſſion nichts anders als 14;
Ä geflickter hader vnd Pettlers Mantel von vielen alten
verworfenen vnd verdampten Keereyen vnd Irrthumben zuſamengeſtückt:
die Bettler wann ſie in den kehrig heuffen vmbwühlëſobefinden ſie darinnen
allerleyhin außgeworffeneſeckleinweisgrün/gelb/rottvüſchwartzerfarb die
flicken ſie zuſamen/vnd machenjhnen entweder ein Mantel oderrock darauß.
Garrechtebener geſtalt iſt dte Augſpurgiſche Confeſſion auch zuſaffen geftü
ckelt.Lutherus hat alte verlegene verworffene verdampte verſcharte vnnd
vntererettene Kezereyengleich wie im kehrig auffzewühlet/vnd dem Philippo
gen Augſpurg geſchicketwelche er Philippus wie ein Altreißruſaffengenähet
vndhernach darauß die angegebene Augſpurgiſche Confeſſion gemacht. Mit
diſemgeruchvñlump haben die wene abgeriſſene lumpenleuteLuthcrusvñ
zOZ Beylagenderandern Apologia -

Philippus, der ganzen Welt zu ſchand vüſpott/die Teutſchen bekleidet. Käyſer


Cariſmp andern Catholiſchen Fürſtenvi Ständen deß Reichsbabenden
zuſamengeitckten geſchmack wolerkcñetgetrewllchvñVäterlich davon abzu,
laſſen gerahten vü gewehret den Catholiſchen Theologen ſich darinnen zuerſe
hen Sie zuerwegenzuverwerffen befohlen auch vor jrzig vnnd Keßeriſch auß
ruffen laſſen. Aber es hat nichts helfen wollen, weiln ſieetlichen Fürſten vfd
Reichs Stättengefallendaß Sie darinnen gleich wietn der Faßnacht heruñ
ziehen könnten ziehen auch(leyder GOtterbarms)vnd werden noch darinnen
herumbziehen/ſolang der Gerechtezorn GOttes nicht geſtillet wird.
Iſ. Fünffzehende Die Augſpurgiſche Confeſſion iſt dem Babiloniſche Thurn/
vnd deren Confeſſionarijdeſſen Bawleuten gleich: Welche als Klügling:vber
die Catholiſche Warheitvñden rechten gen Hiñelweiſenden wegetwasſon
derlichers/kurzes vñbeſſers befunden/vñzufinden vermeinet Nembliche die
AugſpurgiſcheConfeſſion, deß willensjnen damit eine ewigegedechtnußzuer
haltenvñ Gott gleichſpotten. Aber der Allmächtige hat mit ſeiner weißheitjre
vermeinte kleine verſtändle zertiſſe vñſie in eine ſolche groſſevnbeſoñenheit vfi
blindheit gefürettdaß ſie als vnbeſonnene Bawleuteiner den andern mithöreet
mit verſtehet noch gehorſamen thut. Sie gehen einenſchlipfferig?vnſkandhaff
ten weg. Auf vielding bedencken ſie ſich anderſ/rahtenanderſtvnnd meinens
andeſt. Es willaberdeñoch alles nichtshelffen. Hier ſich nun ſtehen ſievordene
Rechtmeſſigen Gericht Gottes/vnd ſeheneinander an wiedienaren mit ver
wunderung, daß die alte Catholiſche oder (wie ſies nennen) Bäpſtiſche Reli
gion die rechtewaare Chriſtliche Confeſſion, ſtandhafftvndvnbeweglich ver
bleibin Jndtavñder newen Welt auch wechſ vñ Ä jr New
gebewnit höher vberſſchwachſen will. Vnd muß alſojr Babiloniſcher Thurn
die AugſpurgiſcheConfeſſion mit der Newen Religion deßnicht vollentauff
gebawten Thurns ihnenzu ewigenſpottſtumpffvüvnaußgebawter verbleibt.
SechzehendéDie AugſpurgiſcheConfeſſion vergleichet ſich eine Labirint,
jrtet vñgehetabwegs:dann wañjemand außderCatholiſchen Religion im ge»
ringſte einen fehltritthut ſo bekomptergeſtracksS.Veitstanzkan keineruhe
habêverbleibt auſ den wegnitſondern ſpringt jmmerjelenger jeweirer aber
jewetterer ſpringetje mehrers wird er verjrter rüverwirrterfehlet deß Endes
vnd befindet ſeinen jrzthumbnit. Wie wir dißvorangen habenſdaß die ſo vom
alten Catholiſche Glauben abgewichévñſich ans Lutherthumb gehenckerher.
machergarin die Calviniſterey gerahren von dannen in den Arrianifenurº,biß
ſie endlich gar vnter die Türckenvnd MachometanerkoñenvñftchauffTür.
ckiſch beſchneiden laſſen: Welches der Schmid dem Calviniſchen Damee vor,
wirfftvnd die augen damit außreibt meldent/jhr Calviniſkenhabr mit allein
mitewrer Lehr der Arianiſché Kezereyden weggebahnet ſondern esſeind auch
ewrer gar viel in den Arrianilaumvndium Türckiſchen Glauben gefallen.
» - -

-
Der Böheimiſchen Ständ Sub-Ueraque. 2es
Sbenzehenden. Diejenigen ſo die Augſpurgiſche Confeſſion, arceptir ſend 17.
as Bolck/darüber ſichGott imPropheten Eſaie am 2. Capitelbeklaget, welches
Bo:t vnd ſeine Catholiſche Kirche als den lebendigen ſtrom allerhand gaben vnd
naden verlaſſen vndcincCiſtern die Augſpurgiſche Confeſſion außgegraben die
ecb das Wiſſer der gnadenGottes vnd Chriſti verdienſtnichthelt noch halten
an Derewegé daß das Wort Gottes in jren Büchern anvilenerté/betrüglicher
ºnd vortlhaftiger weiſe geändert: Vber diß auch dteneuekern die Röhren der
Sieben Sacramenten darvon die verſchlagenen geſellenfünff deren röhren/das
ſtfünff Sacramenta abgehawcn/die übrig verblieben: zwo Rñenaber/Nemb
ich die Tauffvnd das Abendmal deß.Herrn wegenjrervneinigkeit zerklobenvfi
erſpalten jnen keine hülff noch troſt bringen: Diewetln ihre Predicanten zum
Prieſterthumb wedergewehet noch beruffen ganz abgedorrtvndin geſchmack
verwelckt keine macht haben weder Sünde zuvergcbé noch mit dem warhafften
Sacramen: deß Altars, das iſt mit dem Leib vñBlutvnſers Herrn Jeſu Chriſti
udinen. Vnd kombt hierauß dieſes, daß diejenigen diejné gehorchennenbeich,
tenvnd das Sacrament deß Altars von jnen empfahen/niemals ruhein ihren
gewiſſen haben vnderlangen können: Wegen ihrer ſtets werenden zerrüttung in
der Religionverbleiben ſie vngeſichert im glauben leiden darinnen anfechtung/
tragen ſchweregcdanckenvnd gewiſſen Vndin Sumamit einem wortjumel,
den/ſstruckt, engſtiget vnd beiſet Sie jr gewiſſen ohne Pnterlaß/ dermaſſen das
fie invnſinnigkeit vnd verzweiſflutig fallen/bißjnen auch ihr vil mit dem ſtrick
ſchwerd Pnd ſonſt anderer geſtalt mit vergewaltigung ſelbſt vom leben zutn todte
verhelffen in die Brühnenvnd Bäche ſpringen vnd ſich darinnen erſeuffen. *,
Zum Achtzehenden Iſtvnd ſo die Augſpurgiſche Confeſſion ſehr verdechtig
gehalten werden darumben das Martin Luther ein Sokn vñ trefver gehülff deß I8.
Teuffels ſein incubwvndherkámblina geweſt vſ (wie AM. PetruSylviusbezich,
le)garvilvndefft mit megeſſen, converfrt vnd geſcherztiavonjmeüberſtrit,
en überwunden vndſewet: abgerichtet worden, daß er nachmals wie Lutheus
ſelbſt bekennet, einen Tenfiſchen beweiß wider die Heilige Meß/anruffung der
Heiligen/das Fegfewer wider dtcPrieſterweihvnd den ganzenCatholiſch êGlau
engebrauchet. Sobekennet Er auch wie in ſeinen Tiſchreden zubefinden, daß
rmitime gelegen vnd ſich gleich wieſeiner Catharina im hindern zu küſſen vnd
ulecken geheiſſen mit fatzen von ſich abgefertigt/vndvilliebergewolt habe waſ
Ervem Teuffel als vom Kayſer hingerichtet werden ſellen/allermaſſen Aurfe
berin Tiſchreden vnd Titul vom Teuffelvnd ſeinen werckenmeldung rhut da
Erſetzet: Ich wolte lieber(ſagt Martin Luther)das mich der Teuffelſelſtals der
Kayſer hinrichtete dann Jch von einem groſſen Herren hingerichtet worden
bäre. Auſ welchem allen zur genüge antage / daß die Auſpurgiſche Confeſſion
xd das ganze Teutſche Lutherchumb vom Zº ſeinen aufangyºnd Ä
5 tà Beylagen der Andern Apologie
menhak/der ZwingliſchevñCalvinicheSchwarm auch vom ſelbenfrüchtlein
herkomme/darzuſich Zwinglins in ſeiner ſchrifft ſelbſt bekennet / Es ſyjhme
in der nacht einEngelzuhülff kcmen/wüſte aber mit ob Er weißeder ſchwarz ge
weſen. Das er ſchwarz geweſen iſt daran nichts zu zweiffeln.diewelm Erden
klaren deutlichen vñzur genügverſendiglichen worten deß Herrn zuwiderſei
ner waren gegenwart im Heiligen Sacrament deß Atars ſich gar zu grob wi
derſzet/daſſelbe gelaugnet/auch zulaugnen gerahten vnd gelehret.
Zimneunzehenden Die AugſpurgiſcheConfeſſion iſt einem Vnkraut gleicht
I9. weiches geſchwindauffgehet vnd ſehr wechſkwie dann die AugſpurgiſcheCon
feſſion Anno 13».badin aufnehmen kommen/ vnd alle ort durchkrochen das
faſt nie müglich geweſt deren einen widerſtand zuthun AA:in wie ſie geſchwind
auffkomenvnd überaldurchwandert/alſo gehetfie wider vnter den aité ſprich,
wort nach: Was gäling wechſt das verdirbt bald ſie verdor:st in jr ſelbſt man
fragt ſelten nach ihr: Sie iſt ſchon auſfderuege/vnd verſawert wie ein Bier.
Zum Zwanzigſten/Iſt die Augſpurgiſche Confeſſion nichts anders als
2. Q Menſchlicher Erdachtvndetnepflanzung deſſen: datron Chriſtus ſagt das es
von Gott nicht gepflanßetſey derowegen darinnen auch nichts beſkendiges ſein
künne. Vnd daheroverlaſſen ſich dieCatholiſchen noch recht auffdteWarheit
bekutnern ſichnichts dringen vilfveniger mit derſelben mit gewalt zu ſtreitken/
dann die verfaulte vnd von den Würmern durchfreſſenepflanzung wird von
ſich ſelbſt verwelcken/v nd mit ſpott fallen.
Zum einendzwanzigſten/In der Augſpurgiſchen Confeſſioxſkerben iſt in
einer ſolchen Lehrſterben dtevor Luthert/Melanchtonts vnd Calvint der drey
irrigen vnbeſkendigen geſellenzeiten / zuvor nie geweſen: davon die Heiligen
Lehrervnndvnſere liebe Vorfahren nichts gewuſt: in den Kirchen Conciljs
keine meldung beſchicht, die kein Kehrer verworffenheit die keine Zeichen vnnd/
Wunderwerck beftettigen kein Land keine Stadt keine SchulkenP.edigſtul
keine Kirchehnvnd kein Tiſ chniemals geſehen.
Es iſt auc nit in derBibel nºch im Alten oder Ruen Calender oder einein,
ziger Heiliger ubcfinden dderAugſon uſchen Coºfeſſon geweſen dariñen Het,
lig 4elebt/vñdieSceligkeit erlanger hat Solte dannua hierüber mit einem das
herzzitern/welcher wolte in diſem neuen »ndon zewifen glauben ſterben? Dañ
cstn Warheit einnewer/vnd der rechte Ehriftenheit einvnbekander: vnd ſo
noch erger ein dnbeſkendiger zerriſſenervſ zettelte Gau iſt DeAugſpuzziſche
Goºfsſon hat weder Jahr noch zeit: Sie hat nicht die enigkeit. Sie hat auch
mit das reine WortGottes: dieweiln ſievtlganz Bucher an der Schrifft auß,
gekratzet/vnd denüberreſt leichtfertigzuirem behelfserändert ſit hat keine Het,
gen/ſie hat keine Zeichen vñWunderwerck keine Kirchen Concile: Stebat
nit die mündlichñºergebene Lehr/Sie hat keinen gewalt: keine einfügtettke
tie
DerBöheimiſchen Stände Sub-Utraque. 2t .
nebeſkendigkeit keine gewiſſerichtſchnur keine ſtraffrñWanheit. Behüte Gor
das einfrorſter ſeine Seeligkeit liebhabender Chriſt in einer ſolchen Coºfeſſon,
Sieſey gleich Lutheriſch oder Calviniſch/Böhmiſch oderTeutſch/Pickharſch
sder Widertaufferiſchſterben ſolte. Diejenigen, welche den Heiden vnd effent
kchen Sündern gleich ſein /vnndim Reich Gottes weder hoffnung noch theil
haben die mögen in dieſer Confeßson verrecken/vnvd nicht die denen es vom
Hmliſchen Vatter mit Chriſto erworben iſt.
Vnd im zu Ende dieſes Tractats geſetztem Geſang ſtehet:
Ihr Abendmal iſt nicht anders als einſtuck Brotvnd Wein.
Extract anßdem Büchl vnter dem Titleiner Maſcara ſo
M. Johannes Ctibor Kowavon Freyfeldt/deß Biſtumbs zu Oll,
muß vnd der Pokſtey zu Brin Canonscu, deß Stnetzanſky Dechant/
mitbelichung der Obrigkeit/Anno 161f.
- auſgehen laſſen,
GÄ Enddeſſen
&J gewiß daß gar bald wo ihr am allerfrölichiſteninewerer
chrifftfrolocket ihr mit dem allergröſten ſchmerzen kranek ſein vnd
Auwehſchrewen werdet es habt wöllen einen Haſen ſchreckenesever,
det ſcena empfind«ifvascs "#
atºßvorwitherausgeſagt gehabt.
(EN,
Sehet zu das euch der Compilator nicht werde zu einem Expilator.
Vndwiderumb. - -

Es habt wegen ewer feſten lugen ſo wolwie ewer Vorfahren/euchglet,


che Kuaner verdient beym Pranger aufgeſtricken zu werden.
V diſtdiß Bñehlen durchauß der leichfertigen wörter ſovoll, das es
genug wann deſſen Auther mcht ein Prieſter / ſondern ein leichtſinniger
Menſch wer.
Num. 43.
Beſchwer/ das man die Kirchenbücher in einem zur Wasſer
-Herrſchafft Pirglitz gehörigen Dorff / Pfaffendorff genandt Pºg. *J.
- --- erhebtvmdzu Smetſchen verbrenthab.
An Cribor Kotwa von Pilſen voriger Dechant zu Smetſchenießs
aber Canonicuauffm Praaer Schloß iſt mit dem Prieſter Johan
Än von Straſchitz an dem Mitwoche vor Oſtern ins DorffPfaffen,
derſfkommen habenjnen die Kirchen eröffnen laſſen / darauß zwey
vnd zweinzig Laciniſcher Bücher welche Sie ihnenvndeinjedes auffs
"
- Dd j.
- gKing
2 12 Bcylagender AndernApolegix
geringſtenur zudrey Talernſchitzen mit hinweg genommen/vnd dieſelben
Bücher hernacher als ſicwidergen Smetſchen ankommen/denSam
ſtag darauf verbrennet.
Adam Kappler von Sulewſ
Videſºpra v auff Mileſchaw.
Pºg- * J. Num. 44.
DeßStädtleins Malinabeſchwer/vider Bartlme
Picum Abbten zu Sedles.
SA Gemein zu Malina mitnamen vnd rechter ware vorgebrach
tebeſchwerungen / wider den Herrn Bartlme Picam Abbten der
Cléſker Sedlc vnd Skalt befinden ſich vornemblichinhienachge
ſchten Pnncten.
Erſtlich hat er ſich allerdrey Stände deſ Königreichs Böheimb Schluß
der ſo anſchenlichen Herzn/Jhrer Gnadenverordnung beſonders der in der
Parheit recht erkandten Chriſtlichen Religion widerſetzet/ſolches alles verworf
fen / errättung vnd vneynigkeit in dem friedlichen Crayßangerichtet die
Schlüſſelvom Gottshaußvnsgenommen mit ſich ins Cloſter getragen/ vnd
vns den Gottesdienſt abgeſtrickt,
Zum andern haben wir beyvermendung auffgelegter ſtraff in ſeine Kir
chen genötigtergehen vndimealerhand vnordnungen ſeinem willenvnd wol
gefallen nachverftatten müſſen.
Zutu dritten/Jſks faſt mehr übers Jahrſdaservns ins Geſicht geſagtes
Z. werden onsgar bald die Köpffſpringen 7 mit angehengten ruhm/erkönne es
leichtlich thun / wann er einen vnd den andern in Gefängnus werffen / bey
nächtlicherweil heraußführen/vnd den Hals herabſchmeiſſen laſſe.
Seynd wir in beyweſen Ehrlicher anſehenlicher Herºn deß Ritterſtands
vndandern genetten Volcks/von jhme vor Sehelumen vnd Verähter außge
ruffen worden.
Hat er am Tag Martini in einer Sontagsnacht gegen dem Montag über
vnſern Nachbarn einen derinvnſerer Gemein zu Malina/neben andern Mit
brüdern/bey nachſuchung vnd entſcheidung der Leue Gerechtigkeit/ein beaydter
beyſißer iſt/vngefehrzwo Stundin die Rache neben ſeinen Mitgehülffen eine
vom Garten in den Hofgehende Thürenſampt der Schwellen vnd hernacher
die andereinsvorhauß(vnangeſehen ſie zinlich ſtarek/vnd mitEyſernen anleg
Ketten verſehen geweſt)mit einem Eychenen Hoßauffgerennt vndauffrennen
laſſen/jhmebeym Halserwiſcht/vnd gedroſſelt/den andern aber/wormitfie kön
nénemlich mit jren Säbeln in jnzuſtechen befohlen. Als nun ſein hochſchwan
ger gehendes Weih/ſolchen überfall vud verübten gewalt an ihrent Mann
-
nicht
Deß Königreichs BöheimbSub-Utraque. . . .
ticht zuſehen können ſondern vmbder Keut rettung vndhülſfſchreyen vnd bit
en müſſen iſt ſie durch ihmevnverſchont deſſen was ſie vnter ihrem Herzenge
ragen zu einem ſolchenfall gerahten/dasSieſichauff dieErden geworffen/vnd
mit ſchmerzen erbärmlich geſchrey machen/darauff auch das ſo groſſe geſchrey
onker den nechſten Nachbarn erſchollen/vnd jeder vermeint gehabt, es ziehe ein
Feind daher / mit den Glocken von ihnen Sturm geſchlagen werden müſſen
E§iche aus den benachbarten haben zwar ſein Weibgelabt/vnd was vorgelauf
fenſich befragt. Er Abbt aber/tft nach ſeinem verbrachten anlauffvndgeftſften
vnraht nicht deren ortenauß dem Hauß/wo er ſich hinein gebrochen / Son
dern von oben herabvnterm Dach in Garten entſprungen,vndallda etzliche ſei
neſachen zum zeichen hinder ſich verlaſſendt (welche zu fernerer erkündigung
dar Gerechtigkeit vor Gericht aufgelegt bezeugetvndbevvnſerer Gemeinver
handenſemn) entlaufen.
Will erdie Teſtament den Weibern ſo ſich nach Irer Männer todtalters 6.
halber nicht mehr verheyrahten wöllen nicht zulaſſen / ziecht die verfallene Ge
rechtigkeit an ſich ob ſie gleich nichtworvon zu leben hab/vnd diß iſtmit den ver
ſchreibungen in Burgrechtsbüchern zubeweiſen.
Wanner die Wayſen zu ſich in Hofnimbt/ſo beſchwert er ſie dermaſſen
daß ſie entlaufen müſſen / dagegennimbter den lebenden Eltern ihre Kinder
vwdziecht alſo der Waiſen Gerechtigkeit an ſich 1 hat auch ſchon was in der
Waiſen truhelgeweſt/darauß erhebt.
Den Weibern die ſich anderwerts verheyrahten / ſchlegt er eine mehrere Z
Summa auf die Nahrung / vndzeuchts hernach an ihrem theilabſchreibt
das übrige ihm zu vnd überſetzt den Grund daß ſich ein anderer hernach dar,
aufnicht erhalten kan
Hatervns wie er die Wittibaußdem Hofbeyvns abgeſchafft vnd die
Mählzu Habrkowz zu ſeinen Händen eingezogen nachdenbeſitzern alle abrhet,
ungen ſowolvom Hofals der Mühlen/dcßgleichen alle Zinßen/ vnd Contriº
buonen zuvnſerer beſchwerd/vnd den Cammergut zu nachtheilauffn Hals
geladen/ der Gemeinzuerhaltting der Soldaten vndauff andere gemeinenot
durffténtenichts bezahlet dem Cloſter aber nitvilja gar nichts damit geholffen.
Vom Treſchenſeynd wirvon dreyen Jahren hero nicht bezahlt heurigen IG»
Jahrs hat er vns gleichfals von der Weiz Gerſtenvnd Haber Erndt vnd dem
aufbinden ſowoandere vielJahr von vten Roboten die alung vorgehalten
Wmn wirihmevnſere demütigeSupplication es überreichen ſowtlervns nie
ºrnſchlegevndwirffvns offiermalsingefengnus vnverhörterdinge Ober
ich auch nunmehr von zwey Jahren hero wegen deß Treſebens von jedem
chzuzahlen mit vns ein geding gemacht ſo alt er doch ſolangesjhmege
nur etlich Wochenvndieucht bald eine
-
z“ ſtrafan/entweder das wir
d it in
214. Beykagen der AndernApologias
in ſeine Kirchen nicht gehen / oder durch vnrechemeſſge bezichtigung jaits
Summa/erthut ſchlechtlich auch die vrſachenofft nicht vermelden.
GF Die Felder vnd Weſen hat er etlichen außvnſerm mittl genommen/vnd
eingezogen, wann wir vns deſſen vor vnſerm LRichter beſchweren begehren da
mit Ihrer May.CammerGüter nicht etwa zu ſchmälerung gerahten wir auch
ſambt Weib vnd Kindern warbeyvns zu nehren haben méchten ? ſo gibt der
DRiche als der mit vnſerer Gemeinnicht mitleidig iſt diejenige Perſon ſo das
treibtvnd ſuchtbenjhin an vnd verfahre hernacher gegen dem ſelben nach ſei
nen wogefallen. In maſſen er ſich berühmet er habe einen Richter nach ſeinem
willen gemacht dem verleiheter die Cloſter-Feder vnd Wiſendoes doch zuror
die Nachbarn gehalten haben dienet dem Hetzn wie es ihme gefcllt / vns aber
treibt er zu groſſen Robotten- -

Die Gemein zu Malina / auſſerde»


- ren bey denen er ſein Nacht-Käs
N ger pflegt zuhaben. - -

-- -- - ſum. 4ſ.
feg
Yºº- 7"/s Extraët auß deß P. Andreae Predigt. - -

P Andreas Jeſuitiſcher Tuſcher Prediger / hat ohne gefafr Anher


16.12. als er das Evangelium explicurt, von der cnetuldt-Ungdern die
mit auff die Hochzeit kommen wolten dieſe AMatertam alſo appicure, daß nºch
heue zu Tag viel ſolche entſchuldigungen vorwenden wenn ſie ſelten Catheltſch
werden vndvnter andern dieſe excuaetow dilairt, nemlich daß die Leut ſagten/
es müſte ja die Evangeliſche Religion nicht vnrechtſ in weil ſie der Kayſer
durch den Mayeſtätbrief gebilliehet/vnd zugelaſſen. Darauſ hat er alſo reon
dire: Es were ein anders wasder Kayſer zuließ ein anders was der Kayſer be
ſtehl. Nicht alles were war vnd gutwas er zuließ/aber alles were warrnd quer
was er gebiete oder verbiete. Der Kayſer hette den Mayeſfetbrief zugelaſſen /
nit gebotten ſonſt wolter daß die Jeſuiter auch Evangeliſck würden / Er hat es
aber müſſen thun damit gröſſer Blutvergieſſen verhütet were werden. Exempl:
Es lieſſe der Kayſer zu, daß die frenen Hurenſalvá venia wider alle Rechtall
hiezu Prag gehauſet vnd gelitten würden / vnndoffentlich dieſe Laſter treiben
dürften vielleicht darumbdaß anderer Ehrlicher Leut Häuſer / Weiber rnd
Kinder von böſen Buben mitfrieden blieben. Daß es aber der Kayſer aebok
tenhette das wärenicht ſonſt würden vtlehrliche Keut zu ihnen wandern. Wie
wenignun diſer Huren Prºvlegiarecht vnd ſie ſich dararffen zu verlaſſen ſo
wenig herte man ſich auch auf den Mayeſtetbrief wie dann auch auf den
Religionsfrieden/im Reich zu verlaſſen. Wie denn veydemit Spicſſºn
vnd Stanßen wern erlangt wordM. - -

- - - Dieſes
Der Böhmiſchen StändeSub Utraque. 21
. Dieſes iſt von Pater Andreas nach den 10. Predigten die er dem Herrn
Grafen von Leiningen ſo Catholiſch werden ſollen de Controverſes Fidei
offentlich zugefallen/gehalten in der letzten Predigt faſt von wortzuwortgeredet
RPOFHR. Num, 46. ##
Deß Erzbiſchoffs Vnterthanen bedränguns.
Ander Exempl.
P Ks der Erzbiſchoff auffſeinen Grunden die Vnterthanen durch allerley
nittel als durch Gefengnus Geldtſtraffen 1 Eheverbietungen vndan
dern attentaten zu der Päpſtiſchen Religion zwingen wollen / hat er
auch im Ampt Stier durch ſeine beampten dieſes vorgenommen / daß da die
Bawern im Winter ſich nicht bekehren wollen hat er im Somer denBalvern/
wann ſie nicht in die Catholiſche Kirche gehen/vnd Communicirn wollen die
Viehtrifftverbotten alſo daß ſie etliche Wochen weder Schwein/SchafKühl
Kälber oder Ochſen/für den Hirten treiben dürfen, weil dann das Viehe kein
Fütterungen vnd das Geſchrey deſſelben in den Höfen / wegen hungersnoht
groß geweſen haben ſie viel lieber das Viehe als ihre Seele ſich kauren laſſen
vndſeynthetls Catholiſch worden. Dannenhero etliche Bawren ein Sprich
wort drauſ gemachtvnſere Kühe Schwein/Ochſen vnd Säw/ſeynd gelehr
ter als die Jeſuiter vnd Pfaffen denn ſie haben nun viel Jahr invns vergebens
gepredigt habenvns abernicht können Catholiſch machen/welches vnſer Kühe
Ochſen vnd Schweinis 4. Wochen außgericht. - -

Num. 47. - - - wieſ


s s ideſ prº
DeßErzbiſchoffs Schreiben an Hauptman
zu Pardubitz, -

Johan von GottesgnadenErzbiſchoffzu Prag/Fürſt/


deſ Stuls zu Rom Legat/Röm: Kay: May: Raht/c.
Der Geſtrenger ſonders lieber. Wir kommen in gewiſſe erfahrun4 daß
vnangeſehen auffIhrer Kay: M: vnſers allergnedigſten Heran Herz
"ſchafft vnd Stadt Pardubitzauffderoſelbenvns allergnädigſten überge
bener Cola wr/ von vnsen ordentlicher Dechant vnd Pfarher geſtz: 'owie
wir nicht zweiffen ſeinen dienſtvnd Ampt der Prieſterlichen gebühr nach ver.
ſihet 1 nichtsdeſtoweniger durchewer als Catholiſchen dahingeſetzten Haupt
mans zuſehen vnnd conn vºren/dteverführiſche Pickarden einſchleichen das
ſelbſteninprºvathäuſern ihr Predigen vnd andere verführiſcheſachen treiben
welches wir ons zuewrem Catholiſch gerühmbtemeyffernitverſchen ſondern
-
Por
s1s Beylagender Andern Apologia
vor dieſem gehsffet wie auch noch das ihr ſolchem übel als einem einfreſſenden
Krebsſtewrenvnndwehren ſollet/warzuwir euch dann hiemitgnediglich ernſt,
lich ermahnet vndauffaemundert haben wéllen, das ihr ſolchen rndandern ver
- führiſchen vnordentlichen Seelmördern den zutritt in die Herrſchafft vnnd
Stadt nicht verſtattet damit, weilIhrer May: allergnedigſte Vätterliebe vor
ſorgvnd will iſt die Vnterthanen Ihrer Herrſchafften in der geliebten Catho
liſchen eintgkeit zu erhalten wir in verbleibung deſſenvnsbey dem Herrn Cam
mer Pºeſidenten zubeſchweren zubeklagen nicht vrſach haben mögen.
Wir haben auffdeß Pardubtßer Dechandts Interceduren dem Würdi,
gen Georgio Pleſniwet die Przelanczer Pfarrgnedigſt conferurt/vnnd ſeiner
smſekion ihn vntergeben, der ihn dann neben euch zu vergichenerzeitunfall
ren ſoll werdet ihn alſo den Vnderthanendaſelbſten in nahmen Irer MaycKät
pndvnſerwiſſen als einen ordentlichen Pſarherrn vorzuſtellen/vndzugebieten
daß Sie jhn darfür erkennen verehrenvnndhalten/vnndwas Sieihm ange
horſamb / Ze enden / vnndandern alsihrem Seelſorger zu thun ſchuldigt
leiſten vnd gern ratehen aushjhn klagloßhaltenſauffvnverhoffen widrigenfall
ihr dem erwehnten Pleſniwetzallerechtliche verhülffliche aſſenz leiſtet. Das
ran wird Ihrer Kayf: May: allergnedigſter/vndvnſergnedigerwilvollzsaent
dnd wir ſendeuch mit gnaden gewogen. Geben in vnſer Erzbiſchofflichen Re
fiden zu Prag den 13. Aprils Anno 1613. -

Johann Erzbiſchof
Num. 48.
Ärr“ Decret an die Präger Altvnd NewStetter/wegen der
*“ Buchdrucker/daßſie keine Newe Büchertruckenſollen man
habe ſiedann zuvor in der Canzley überſehen.
º Rbare liebe Freundt/auß gewiſſen vndwelerwogenen vrſachen zu er,
haltung gutterordnung/befehlen wir euch im nahmen vnndanſtade
OS Jrer Kayſ: May: vnſers allergnedigſten Herrn / bey allen Impreſ
fornvnd Buchdruckern damit ſie keine Newe Bücher/Geſeng / oder Zeit
tungen im Druck verfertigen, fieſeyen dann ehernd zuvor euch im Raht von
euch aber Irer Kayſ: May: oder in deren abweſenheit Irer Mayeſtet Sat
haltern in der Böheimiſchen Canzley vorgewiſſen/gezeigt / vnnd von dannen
darzubewilligung erfolgt der notttrffe nachgebürliches verſehenzuchunvnnö
zuverſchaffen / deßgleichen auch das Singen in den gaſſen der Weltlichen
Lieder vnndzeitungen, deſſen ſich müſſig gehende Keut gebrauchen zuverbieten
vnd einzuſtellenvnndimfall jemandt davon nit abſtchen wolte / andern um
Exempelzuſtraffen/Heran vollbringen Sie Ihrer Kayſ: gncdigſten#
- -
A

Der Böheimtſchen Stende Sub-Veraque, 2 17


Datum auffm Schloßzu Prag / am Montag nach dem andern Sontag im
Advent/Anno 1617. R.N. Obriſte Land Officirervnd -
Kandrechtſitzer der Röm: Kayſ:
May: Rähtevñverordnete Statt
halter im Königreich Böheimb.
Num. 49.
Ertliche Articklaußder Inſtruction/welcheim nahmen vººr
der Kayſ: May: durchvrſachungezlicher beſer Räht/Ihrer Ma pag... .
yeſtät Richter in der Altenvndvolgends den andern Präger Stedten zu höch,
ſterverachtung vnd Caſſirung aller Freyheiten beſonders deſ Mayeſtätbrieffs
über das Freye Exercitiwm Religioni, auch gentlicher vnderdruckung
-dcßgeſambten Freyen Burgerſtands gegeben /vndauffden
- - Rahtheuſern in der Alten vnd KlcinernStatt
Praa pubert W0rden. - - -

SNatthias. c. -
Airwälieu dem Erbarn Johann Albrechten von Trnitſche onſernicßt,
gen ſowolauch künfftigen Richtern in der Alten Stadt Prag weſſen er
ſich beyſolchenjhmeanvertraweten Anubt allerſeitszuverhalten vnd was
Erdarbeynach außweiſung hinach geſetzter Artick verrichten ſoll.“
Erſtlichen Rach dem Wires vnſere ſonderbare hohenotturfft zuſein beſin
den/damit jederzeit von allermeñiglichen gegen vns/vnſern Erben vnndnach,
koinenden Königen zu Böheimbein rechte vndgebürende Trevvnterthenig
keltvndgehorſamberzeigt werde: Als wöllen wir zuvorkotnungvndabſtellung
allerhand vnordnungen das ſowolder jetzige als auch künftigevnſere Richter
in der AltenStatt Prag/VnsvnſernErben/rñkünftigen König zu Böheim/
mit eine urament verbundenſeyvnd in allen vnd jeden fürfallender Juſtizſa
chen/nachvnſerer Böhmiſche Canzleyſchrichten dahin ſeinen reſeävndzu
ſucht nehme: Deßgleichen ſeine feßen vnter den Rahtsverwandten vnd zu
deſto mehrern anſehen gemelden Ambts die Obriſteſtellobjnen habe nit weni
ger der Burgermeiſter vndPrimas auch jederzeit mit jmeguten vernemen vñ
correfodenz verharre in nichten ſich vorjhmeverbergen oder von meabſon,
dern ſondern gegen ſeiner Perſon allerhand gebürendeEhrerzeigen hiezu auch
andere Mitburger fichebener geſtalt gegenjme alſo zuerzeigen anhalten.
Ferners ſoll gemelder vnſerRichter der verhör aller ſtritige Rechtsſachen ſo z.
wol allen andern allerhandgemeinen handlungévndberahtſchlagungézu was
zeit vndwañ Burgermeiſter vndRaht gedachtervnſrer Statt, was dergleiché
verhören entſcheiden abhanden oder vorſich nehmen würden ſelbſt in eigener
Perſon beywohnen alles mºrgenſ *-InsºPrö)
. (!!?"
v

/
1 18 Beylagen der Andern Apologiac
allenthalben/ſowolinGeiſtlichen als auch in allen fürfallendenſachen(auſſerde,
rendarinnen er von wnſentwegen eines Klegers ſtellhilken nüſte)haben allerſeits
vnſern/vnſern Erben vnd nachkommenden Könige zu Böhetin beſtes betrachten/
handlen inswerck ſetzen/ vnd gegen vns ſeinem Kayſer König vnd Herin ge
tretv/auffrecht vnd gehorſam ſicherzeigen vnd verhalten.
Jngletchem ſoll der Burgermeiſter vnd Raht nit macht haben dieGemei
ne welcher vrſachen halber zuſammenzufordern oder eine zuſonficnkunft auſſer
der Rathaußzuhalten. Sondern allein vnſer Richter zuberuffung der Gemein
bewilligen doch auch mit eherbiß Er es entweder vnſerer ſelbſteygenen geſchefft
oder ihrer gemeinen einheimiſchen vnvmbgenglichen hohenhaſſten wegen not
wendig zu ſein erachten / wird ſelbſten auch bey allen abhandlungen in eigener
Perſon gegenwertig ſein. -

D:ßaletchendiewetln beſondere Kirchenſpiel vnd vnterſchidliche Geiſtliche


vnd WeltlicheGericht bey diſer Alten Statt Prag ſich befinden ſollé diſelbenvi.
jre Inwoner, ſie gehören gleich vnterdeß Rahts gemelder Stattſchutzodernit/
ebensfals mit berechtigt ſein zuſamenkunfften zuhalten oder jre Nachbarn darzu
zuberuffen/Sondern wañesdte notdurfft erfordert das die dazugehörigen we
gen einer ſachen eine zuſammenkunfthalten wolten/ein ſolches allemal zuvorher
pnſermRichter deſſen vrſachen/vnd was ſie handlen oder tračirn wollen/anzei
gen/vndjne erbiten/daser ſich gleichsfals dabey finden laſſen wolle auffſolchen
fall wird ſich vnſer Richterzuverhalten vnd ebenergeſtalt wiebey der Alt Stet
terGemeinzuſamenkunfften/auch allein deme/was man beygemelden Kirchſpi
len handlenviithun wied/doers dernotdurfft zuſein befindet ſelbſt beyzuwonen/ -

fleiſſig zuvernemen/Vnd im falldabey/vns/vnſern Erben vnd nachkotmenden


Königen zu Böheimbwas zu ſchaden/oder ein mehrers dann jhre Freyheiten/
Privilegia begab - vnd begnadungen außweiſen vor die handgenommen wet
den wolte daſſelbe nie zuverftatten./ſondern vnns alsbald in die Böheimiſche
Canzley zuberichten wiſſen damitſolcher srten eine gute Ordnung erhalten wet
de/vnd wnsinvnſernrechtenGerichtigkeitenvndEinkommen auſſerdeſſen was
jhnen gebüret von niemanden kein Eingriff beſchehe.
Dieweil dañ berürter vnſerRichter wie obbeſehliebenbeyallenſachen ſitzen/
Perſönlich dabey ſein/vndallesanhören wird ſo ſoller abſonderlich fleiſſig ſein/
gcht vndaug dahingerichtet haben/im fallbeygemelder Statt ein Anfall oder
ſtraffan vns verfiele oder ſonſt einvns von Rechtswegenzuſtendiges Intereſſe
ſich Ereigne e/das es mit verſchwigeneder vntergedruckt werde/Sondern wann
er was dergleichen erführvnnd vernemb/es alsbaldVns/oder anvnſererſtade
vnſerer verordneten Böhmiſchen Cammer(ſinternaln ſich vnſereStette in Kö
nigreich Böheimb jederzeit in ſolchen vndandern das Einkoſten betreffenden
ſachen zuvnſererBöheimiſchen Cammer gehörig geweſtvnd noch gehörig ſein)
* -
- -

Deß Königreichs Böheimb Sub-Ueraque. -2-1 9


Was geſtalt mit was verlauff vñvon weme deranfallanvnsbeſchichtberichte
daneben auch mit vnd neben den Raht die gewiſeverodnung thun davon nichts
zuverwenden bißauffvnſern oder vnſerer Rähte der versrdnetenCamer inBé,
heimb/wie man ſich hierinnen zuverhalten ferrnern bevelch oder verordnung
- Damit es auchin diſer Statt allenthalben vnter meñiglichen beſonders den \
Rahts PerſonederGemeinEltiſten vndgantzerGemein von allerhand mißven,
ſtandabkomen/vnd deſto gröſſere vertreuligkeit lieb/gutesvornehmen/fiedvnd
einigkeitwachſen/viiingemeinzunetmen möchte/Soiftvnſergnedigſter will dz
vnſerRichterbeyauffnemung überſehung vndewegung aller vnd jeder Gemei
ner KirchenvndSpital auch anderer Reitungen deßgleichébeyaußſtellung der
menglallezeitgegenwertig ſein dieſelben ſampt andern dazu verornten Perſonen:
überſehen/vnd damit weder derGemein/noch denédieReitungen abflihºtenPet,
ſonennitvnrechtbeſchehe, ſondern man allenthalben getreu vñaufrichtig damit
vmbgehefdie Reitungen auch zeitlichen von jedermenniglichen ordentlich abge
führet werden fleiſſig in acht nemenvndverhüfflich ſein ſolle. Wolte ſich aber
jemand demegemeßnitverhalte ſeineReitungevnordentlich abführen/oderei
nes votls dabeygebrauchen denen ſoll erdeentwegenzuſprechen vnd da ſie ſich
mit verbeſſern würden diſelbenvns oder anvnſerer ſtattvnſerer Böheimiſchen
Cammer vnſaumlich nebenbericht namhafftig machen, damit ſolchem vnraht
zeitlichen abgeholffen werden kündte die Gemein auch nicht zu ſchaden könne.
vndinkünfftig nicht vrſach habe ſich hierüber mit fug zubeſchweren.
Wann dann auch in den PrägerStedtetºglichen vübeſonders auffderBra
cken vnd Schloßſtigen ſowolandrerorten eine groſſe menge allerhand Petler
MannsvndWebsPeſonen jungvndaltda doch gar vilaußjnenjrBrotgar
wolgewinnen könten ſich ſehen laſſen/diſes auch eine vnordnung vndnit die al
lergeringſtebey einer ſo anſehlichèStadt iſt, welches man anderswo im Reich
noch in diſem Königreich vndandern Lendern bey den Stetten nit befindet. Als
wird offegedachtervnſer Richter ſchuldig ſein mit hülff deß Haubtmans in gute
ache zunemen damit detgleichen jungevndgeſunde Betler vndfaulemüſiggen,
ger keineswegs gelitten, ſondern zurarbeit angetriben/oder wañſienitarbeiten
wolten der Statt verwieſen wrden. Andere aber ſo da alters oder leibsſchwach
heit vnd anderer vnvermögenheit halber ihr Brot mit erwerben kößen/ vnd ſich
vom beteln erhalten müſſen, die/vmndzwar auch nur diejenigen ſo genugſambe
kundſchafft haben ſoll man in die Spitaler nennen/vnd neben fleiſſigemzuſehen
zu jnen ſie der notdurfftvñgebürnach verſorgen auch nit geſtattef/wiebißhers
mit Sündenvor Gottvnndgroſſerſchande vor den Leuten(alsobalhier in den
PrägerStetten über den armen nechſte kein Chriſtlich liebvndBarmherzigkeit
zuerzeigen voñöten)beküñierlich zuſehngeweſt das dergleichen armeleutwann
ſie kein hüffvndverſorgung erlangen köienauffdengaſſen ſich herum weißen
- -
- - - Eeij, - müſſen.
22 o Beylagen der andern Apologie
müſſen auchofftermalsaußhunger vndnoht geſtorben: Andere aber die keine
kundeſchafften haben/vndofftermals muhtwilliger weiſezugebrechen/vnd an
dern ſchaden am geſund ſelbſtvrſacherſeyn/an Ort vnd Endevon wannen Sie
kommen verweiſen. Auff daßauch hierinnen eine gute Ordnung vnnd Sau
berkeit ſey/die Almoſen wolvndrecht außthelen/vnd nicht etwa dergleichen fau
le herumb ſtreicher den recht armen das Brodtauß dem Maul reiſſen. Vnd
weilngar vielauß den Bettlern/wann ſie gleich in ein Spittal kommen/darin
nen nicht verbleiben wölen mit vorgeben./ſamb Sie darinnen weder zu eſſen
noch zutrincken/ja gar keine warttung hetten/Sondern ſich viel lieber auff die
Gaſſen legen in der Stadt herumblanffen/vnd eher zu jhrem vnterhalt etwas
erbetteln/Da doch mehrgeneldte Spitaler/vnd alle andere Sechhäuſer von
den erſtenfew dators geſtifteterbauet vñverordnetſonderzweiffel auch mitge
wiſſen/notwendigen vnd wie berichtvorkompt reichlichen Einkomen/zuvnter
halt der armen Leut/veſehen vnd begabet ſein. Als iſthierinnen vnſeregnedigſke
verodnung/daßvnſer Richter beymBurgermeiſter Ampt vñ den Amptleuten
aber der Spitalervnd Siechhäuſer Einkonenſchgründlichen nach allernot
durfterkündige WerſolchesSpitals oderSiechhauſesfeudarer geweſen was
vo"Einkommen von altersherodarzugehörig/wievñ wohin/was davon entzogen
worden/was vor Einkommen ſich jetzigerzeit darbey befinden / vnd wohin Sie
verwendet werden/diſes alles fleiſſesaußjrenRegiſtern Extr«hirn laſſe/vñvns
mit dem chiſten zu bandenvnſerer Böhemiſchen Canzleyberichte nicht weniº
gerin künftig jederzeit den Rattungsabführungen beywohneSie ſelbſt fleiſſig
überſehe/vnddo Erwasvngebürliches darbeybefindet das abſchaffe oder vns
hievon in mehrgedachtevnſere Böhemiſche Canzley berichte.
26. Demnach auch invnſern PrägerStädten von altersherovil fremeEyf
ferige Chriſten vom Herrn: Ritter: vnd Burgerſtand/Gott dem Allmechtigen
zu Cobvnd Ehr/vnd zu Ewiger ihrerlöblichen Ehrlichen Geſchlechter gedecht
/nikgeringe/ſondern anſehenliche Einkommen zuvilen Kirchen/vnd beſon
ders den Altarn darinnen/auffewigevñgewiſſemaßwas dagegen bey den Kirs
ehen/vnd beſonders den Altarndarinnen auſfewig vndgewiſſemaßwas dage
gen bey den Kirchenvnd Altarn gleichsfalsauffewig verrichtet werden ſollen/
verordnetvndverteſtiret. Sinteman es dann billich vndRecht/das ſolchefu"
datieren nitabkommen/Sondern vermögjhter verſchaffung aufſrecht getrew
vñrechtmeſſig/an dieort wohin ſie gehörigond nirgendanderswohin verwen
det werden zu dem Ende damit wie Gott den Heran/alſo auch denen nunmehr
in Gottruhenden Perſonen eine recht gebürendegetrew/indeme was jnenge
lobt/zugeſagtvndverſchrieben iſt/vnverbrüchlich gehalten werde. In welcher ſo
wichtigen anſehenlichenvnd Gott wolgefelligen wie auch in allen andern ſaché
dann/vnsals König vnd Herºngebürtwiſſenſchafft zuhaben. Ob auch der der

\
DerBöheimiſchen StändSub-Utraque. EL
Raht als Coatore-ſolcher Kirchenvnd Siechhäuſer / eynige auffacht dar
auffgebe. Iſt derowegen vnſergnedigſkerwillenvnſer Richter ſoll von bemeld
ten Gelatern/nemlichenden Rahtsverwandten in der Alten StadPragdeß
gleichen von den Amptleuten vndvorſtehern aller ſolcher Siechhäuſer/vnd von
andern Perſonen die deſſen wiſſenſchafft haben möchte/genugſamen berichtein
ziehen/was vorfºndationes beyjedweder Kirchenvnd Altarenſeyen/von weme
Sie herkommen/wievileinkeſſiens darzugehöre auffwas Gondition vnd weiß
ob man denſelben Genditionen ein benügenthu/vndwohin beſagte Einkommen
verwendet werden: Hernacher außſren Kirchenbüchern deſſen eine glaubwür
dgeabſchrifftzufichnemen/vnsdieſelbe in die Böhmiſche Canzleyvyverlenge
überreiche dann auch in künftigwann die Raitungen von deren darzuverord
neten Perſonenabgeführet werden ſoll man vnſern Richter darzuerbieren/vnd
Er denſelben ſelbſt beywohnen/ daneben fleiſſig in acht nemen/auſfdaßin dieſer
ſachen alles ordentlich wol vnd gebürlichen zugehe/vnnd dergleichen Geiſtliche
Zinßvnd Einkommen auffnichts anders als allein auffdas, worauf Sie ew
gentlich verſchafft vii verſchrieben ſeyn verwendet werden. Vnd die Golatores.
als die Rahtsverwandten/deſgleichen die Amptleut vndvorſteher deren Geiſt
lichen Einkommen/werden ſchuldig ſeyn/vnſerm Richter nichts zuverhalten
Sondernjhre Bücher vnd alle verſchreibungen/überale vnd jede Geiſtlichebe
gabungen in Original vorzuweiſen/vnnd den rechten grund der warheit zubi
richten. Gebenauff vnſerm Schloßzu Prag/am Freytag nach Aller Heili
gen/Anno 1617. Vnſerer Reichedeß Römiſchen im 6. deß Hungeriſchen im
y. pnd deß Böhmiſchen im 7.
Matthias/zc.
Sdenco Adalbertus Poppl de Lobcovicz
S. R. Bohemiae Cancellarius.
Ad Mandatum Sac: Caeſ: Maj: proprium .
Welcher geſtalt vnd worinnen aber jetzt angezogene In
ſtructiondemertheilten Majeſtetbrief über die Religion zu wider/iß
auß nachfolgender / damals von einem Kirchſpielbeſchriebener
Schrifft zuvernemen.
Er Burgermeiſter vnd Rahtsverwandte günſtige liebe Hern/ Was
vor eine Schrifſtvnddarinnen Inſerirte Puncten von der Röm. Kay.
May. Herun Richter vnd Ew: Gn: nechſtverwichener Tigenvnsin
vnſer Kirchſpielüberſchickt worden die haben wir nach notdurfft vernommen/
daneben befunden/daß gemeldtevnterſchiedliche Artickelvnd verordnung vns
den Eingepfarten in der Gemein in der Alten Stadt Prag / die wir vnns deß
dritten Standes gebrauchen zunichteinem" abbruchan vnſernÄ
(R.
222 Beylagen der AndernApologiz
heiten gereichen will: haben demnach nicht vmbgehen wöllen-/ Ewer Gnaden
die vrſachen, warumben wir dißgentlich vndvoſkömblich nit eingehen können
(doch hiermit Jrer Kay: May: anderorputation vnd-Authorite nichtsbe
benommen)vorzubringen. - " :
Erſtlich/wovnsbald anfangs befohlen wird nach verordnung vndpubli
eirung der gewehlten Amptleut vor das 1617.Jahringegenwart J. Kay M:
Herrn Richters auch derenauß Ewer Gnaden Mittel deputrten Perſonen
Ordentliche Raitung zuthun: billichen wir zwar dieſen Artickel in dem/daß die
abführung der Raitungen altem üblichen gebrauchnachbeſchehe. Daß aberJ.
Kay: Mayſt: Richter/vnd andere der Römiſchen Religion zugethane Rahts
Perſonen derſelbenbeywohnen/pnd die Rechnungen in ihrerpreſenzauſiges
nomen werden ſolten: Vermeynen wir/dißſeywas newes, vnd zuvor niemals
im brauch geweſen/vnd ſolte billich dastheil ſo vnsinvnſerer Religion zuwider
(ſinkemaln wir vnsinjh?enſachen nit einmiſchen) fich hierinnen nicht eindrin
gen. Bitten derowegen E.Gn.Herº Burgermeiſter vnd Rahtsverwandte. Sie
wollenvnsbeyvnſerer alten gewonheit verbleiben laſſen/ vnd es alſo verſorgen
vnd verſehen/damit trievor Altersgebreuchig die Raitungen in gegenwart der
Eingepfarten vnd deren von Ewer Gna: außjhrem mittel/ der Religion ſub
T/trazugethanen verordneten Perſonen/nachmals hinfürs abgeführet wer
den/vnd wir wöllendarbey nichts anders vor die Hand nemen oder traturen,
als waszuvnſers Kirchſpielswolfahrt vnd nußgereicbenthut. -,

. ... In dem andern Artickel dabefelchgeſchicht/Wir Eingepfarteſolten hin


füro auch nicht vmbderakergeringſten vrſachen willen ohne Ih: Kay: May:
Hern Richterswiſſenvnd willen in den KirchſpielzuſamenkemenSendern
wañesdienotdurfft erfordert/vf die Amptleut eine zuſamenkunftanſtellen wol»
ten/daß ſolchesſowoldie vrſachen deſſen vñwas zu traëttren vonnöten/zuvor,
herI.Kay M. Richtern angemeldet, vnd Er diſem allem beyzuwohnenerbetten
werden ſolle.Gereichetvnsdiß gleichsfals als einenewerung zum nschtheilvnd
verachtung vnſers guten Namens vnd der Ehren. Denn wir dardurch in ver.
dacht gezogen ſam Wirvorhininvnſeren zuſamenkunfften was vngebürliches
vorgenonien hetten/vndmüſie indiſemfallbeyſolehen verſamblungen hinfüro
einereynigen Perſon vnd Ihrer K: Ma: Richtern nur alleine mehr dennvns
Eingepfartenallen die Wirvnsan Ehrentrew vndwolverhalten ime gleich
achten glauben gegeben werden. Iſt nun jemands eine zuſamenkunft von vns
angeſtellt worden ſoiſts dochvmb.nichte anderswillenasſovieldievorſchung
vnſers Kirchſpiels der Kirchen/Pfart vnd Schulen rñdergleichen vnſerer der
SEingepfarte ReligionſubUtra betreffenderſachen halber/vſtaarnitdaß wir
vnsinPolitiſchenſachen in etwas einmiſchen wolébeſchehen Bü da es hievón
abkoñienſoltkünternshierguß nichts anders erfolge als böſereutübelsnach
.. . - - - : Y(d(R),
DerBöhmiſchen Stände Sub Ueraque. 22 3
-redenſamb Wir vns rndvnſere Vorfahren bißdato nicht alſo wie ſichs gebü
, ret verhalten möchten auch allerhand Rechtsſtritt vnd anderevngelegenheiten
darauß gar leichtltchen erwachſen. Vber diß folnüſte deß dritten Stands Frey
heit wann wir vnshterinn nach Irer Kayſ. Mayſt. Richtern (der doch nicht
„vnſere Obrigkeit, ſondern vºms gleich/ja auch in der Religion zuwider iſt)rich
tenſolten geſchwecht werden. Vnd Wir würden auf einen ſolchenfall vielge
ringer denn die Leibeygnen Vinterthanen/denen von jhrer Obrigkeit ohne dere
wiſſen vnd willen in der Gemeinzuſammenzukominen/vndfichjrerſachen hal
„ber zuvnterreden/nicht verwehret wirdzuhalten ſein. Es laufft auch wider alle
vernunfft, wann das gegentheilvnſerer Religion/ invnſeren Religionsſachen
herumbwühlen/vndſelbeerwegen helffenſolten. Stellen demnach Irer Kay:
May: Richter/vndallen der Römiſchen Religion zugethanen/in freerwegung
anheimbwas daraus vor eynigkeit vnd vergleich zuhoffen.
Dann wann Wir vns in jhreſachen miſchen/vnd ihnen in weseine auß
meſſung thun wolten kündtevns ſolches(billich vndrecht)vor einen Frevel vnd
vorwitzzugerechnet/vnd von keinem verftendigen Menſchen gebilliget werden.
Vnddieweilnvnsvnſere Vorfahren die Freyheit/alle Kirchenſachen/wo
hinein jede gehörig gutem gewiſſen nachzubeſtellen vnd zuverſorgen hinderlaſs
ſen/keine Falſchheit vnd Vntrefvbeyvnsnte erfunden worden/auchobGott wil
nicht erfunden werden wird. Als ſeynd Wirzu IrerKan May, vnſenales -
gnedigiſten König vnd Herºn/der demütigſten zuverſicht Jre Kay. May.wer
den geruhenvnsalsfreyevnd deſ dritten Stands ſich gebrauchende Leut/bey
denen vns von vnſern Vorfahren hinderlaſſenen alten Ordnungen/ Rechten
vnd Freyheiten gleich wiederoſelben hochlöbliche Vorfahren gethan/gnedigſ
verbleiben zulaſſen: ſintenmal ſich auch Irer Kay. May. allen dreyen Ständen
diſes Königreichs geleiſtes urament darauff erſtrecket. -

Wañdann mit weniger bey diſem Punctmitvorkomptdaßbemeldtem J.


K. May Richter/wann Ersvon pnſern Amptleuten vnd den eingepfarten be
geren wird allevndjede Originalavnſerer Kirchenſtiftungen in gleichem al
leKirchenbücher vnd Regiſter vogelegt vnd derſelben glaubwürdigeabſchriffté
ertheilet werden ſollen. Erſtrecket ſich diſer Artickelebensfalszuabbruchvnſerer
Ehrenvnd guten Namens/vnd zeucht vns in einen verdachtſanbweren Wir
mit den verordneten Einkomenadpas anfasnitauffrecht viigetrewlich vmb
gangen/vnd hetten dieſelben zu einem andern End dennSietn guter Intentiºn
„vndmeynung geſtiftet verwendet. Dasſey nun ferne von vns Sondern Es
wird ſich anſtatt deß mißtrawens viel eher befinden / daß Wir Eingepfarten/
wann Wiroffters mit vnſern Kirchen Einkommen auff vnterhalt der Prieſter
vnd Schulerbeſſerung der Kirchen auch Pfarrhauß vnd Schulen nicht auß
- kommen können bißweilen ſelbſten von vnſeren eygRen Gelteinanlag machen/
vnddas Kirchſpiel zuverlegenverhüfflich habenſinmüſſen: Vnd
- - -

»- - -

224 - Beylagender Andern Apologia


Bndob wir zwar vor billich vndrecht erkennen ihre K. M. als ein König
vnd HerrdcßLandesbeſchützer vnd Obrigkeit aller Kirchenſpielenſeyenberech
tiget nachzufragen/wie man mit der Kirchen Einkomengebaret vnd ob man
ſie zu dem Ende wie fiegeſtiftet anlegt jedoch weilngemelniglich die geſchwor
nen Rahts Perſonen ſambt dem Stattſchreiber/beyabführung ſolcher Reit-
tungen gegenwertig ſein/hievonim vollen Raht Relationthun/vnd deren Ab
ſchrifft vorlegen.
So laſſen wir vnsvnſermeinfeltigenverſtand nachbeduneken/man köñedi
ſen Perſonen eines guten ehrlichen gewiſſens(ohne bemühungJK M Rich
ers der ſonſt mit andernſeinen Ambtsgeſchefften beladen)trauen vnd glauben
geben. Inſonderheit weil wir Eingepfarte keine Kirchengelder hindervnns/
Sondern nur die Inſeäion über dieAmbtleute habe damit ſie keine vergebliche
vnkeſten/ohne bewuſt der gröſſernAnzalauffwendé noch die Kºchengelder vn
nuzlich ſpendirn: Wodurch wir eingepfartealſo alles verdachts entledigt ſein.
Daß wir auch ferners dem Kayſer Richter vnſere Geiſtliche Stiftungen/
wo auffſie ſich referiren, von weme/vñzawasEndediſelben beſchehen/wißlich
machen vndderen abſchriften geben ſolten: Erkefien wir abermals diſer Arti
-
ckelſeywider dieRecht die Kands Ordnung vnd wider den erthetltenMayeſter
brieffallendreyen Herrn StendenſubUtrag, deßgleichen wider die Landtags
beſchlüß: Sintemalnewr Gna: vndvnſere Vorfahren außſonderbaren vnd
ilichen vrſacheninerwegung verenderung derzeit auffjhºbey voigen Könige
zu Böheim hochlölichſter gedechtnußembſigesanſuchen ſo vielerhalten. Daß
jnen alle Collaturn in der Alten Statt Prag/ohne vorbehaltene exceptioner,
weder vor jre Mayeſtet/noch dero Richtern der Römiſchen Religion/ hierin
nen was zuendern, Erblichen abgetrettenvnd gegeben in die Landtaffel einver
leibtvmndvon der jetzigen Kayſ: May:vnſerm allergnedigſten König vnnd
Herrngleichsfaseefirmrt worden ſein.
Dieweili dann alſo deſſenvolkommenes Rechtauffeuch Herrn Präger vnd
die Gemeindarunter auch wir vns befinden/komen wirs Ererbet mit Recht
vnd über vorjärtezeit(damanvorigerjahr kein dergleichen verſorg in Religiº
onsſachen wie an jetzoiſtgehabt)inruhigempºſſeſ erhalten: Vnd keine E
empla verhanden, daß Ire Kay: Mayderohochlöbliche Vorfahren vndKö
mige in Böheimbjemals wann Sie jemanden außden Ständen diſes König
retchs etwas ins Erbgeſetzt / oder eine Collaturohne Exception abgetretten
ſich nach vergebung vnd verzeyhung ihres daran gehabten Rechten widerumb
auffsnewedeſſelben angemaſſet haben ſolten. Vber diß auch der Anno 157
wie auch andere Landtagsbeſchlußaußmeſſung thun / daß niemand auß den
Ständenſchuldig jemanden vor derzeit ſeine Gerechtigkeit zu entdecken: Er
amnamºsernaienraaºrarº AStädterII, Ä.
Der Böheimiſchen Stende Sub-Veraque. 22%
ren Stands ſich gebrauchenden Gemein zugethanevns mit obligirtzuſein/irer
K: M. Richtern ſolchevnſere Kirchenſtifftungen vnd habende Gerechtigkei,
ten als dem gegentheilvnſerer Religion zu offenbaren. Sondern leben zujhrer
K. M. der gentlichen hoffnung. Wir werden vermögobbemelden/allen dremen
Stendenertheilten Mayeſtätbrieffs (darinnen ſich auch dißbefindet dasein
Theil den andern in deme was die Religion betrifft / keine außmeſſung thunk
+noch in etwas widriges ziehen ſoll)in friedvyd'ruhe gelaſſenverbleiben. -

Wir wiſſen zwar das jreK M mit allein obemelter Collaturn, ſondern auch
deßganzen Königreichsvndvnſer aller Obrigkeit/König/vnnd Herr iſt. Es
will aber auch entgegen zu wiſſen gebüren, das jre K. M. außallendreyenSten
den daßjenige wozu er Recht hat/ohne ordentliche verhör vnderkandhuß nicht.“
nehmen iſt auch keinen verbotten/nochübel außgelegt worden. Wann welcher
invorfallenden gelegenheiten vnd vrſachen/dajme was zum nachtheil ſeiner ge
rechtigkeit beſchehen ſeine demütigeentſchuldigung(gleich wie wir)gethan hat.“
Letzlich beflchtman wir ſollen keinen Prieſter oder Pfarrer/ohnewer Gna:
Wiſſen vnd willen bevrlauben noch einen andernañemen. Wiewolnun diß ein
neuer Punctº jedoch geſetzt vnd demeſey wieim wolle, wolté wir auch in demfält
vnsnit laſſenzuwider ſein das dergleichen auffnehmung oder bevrlaubung der
Prieſterſchafft mit E. Gnaden als der Herrn Collatorn(die auch wir zu ſein,
vermeinten)wiſſen mit beſchehen ſolte/ wann der ganze Raht vnſerer Religion“
fieb Utra, zugethan were. Nach demevnder E. Gn: mitfaber die helfft ja ehe
mehers dann weniger/deß andern Theils der Römiſchen Religion ſich befindet.
Als willvnsbeſchwerlich vorkommen das vnshirinnen die ſovnſerer Religion
zuwider Regirn ſolten. Dann es iſt ein gewiſſeſach vndſoClar wie dieSonnen
am Himmel das weder der Kayſer Richter noch die ſoes mit mehalten keines
zegs dazurahten werden beyvnſerm Kirchſpiel ſolchePriſker/welcheſch nach
der Stende Conſſorio Sab Utrag, regulirn einzuſetzen vnnd einzuführen.
. Wann wir nun dazu bewilligten / würdesabermals lauffen wider Kayſers
Rudolphi hochgedechtnuß Mayeſtätbrieffauch wider die zwiſchen dem Theit
fºb UnavndſebUtrag aufgerichtevereinigung: Darinnen ſo vifzubefinden."
däß alle dreyStändbeyirem Glauben viReligion ſowol bey der Priſterſchafft
vnd Kirchenordnung deren ſieſich bereit gebrauchen oder von jnen nochäuff,
gerichtet werden möchten friedlich verbleiben daneben macht haben ſollen ihre
Prieſterſchafft ſowolin Böhmiſcher als Teutſcher ſprach Inhalt derſelben zu
Ordiniren/vnd die geordinirten auffire Collaturnsohn alle verhinderung deß
Prägeriſchen Erzbiſchoffs oder jemandsandern zu imitirn, allermaſſen diß - - - -

allesin bemeten Mbrſterlichgeſetztvnddernotdurfft nach dabey verſchéiſt


weſſen man ſich gegen denen die etwas dawder zu retireſch vnderſtehen
wolten zuverhalten. Verſchenvnsaiſozu
" -
Fs : die ſelhiſt "Äer
- -
2,2 6 Beylagen der Andern Apologix
ſolcher Peen vnd Straff/vnad vnſerer der Stende Sub-Utraque ſo hochan,
ſehnlicher verſorgung wiſſenſchafft haben, ſie werden vnns darzu nicht rahten/
das Wir in ſo ſchwere ſtraff fallen ſolten. -

Wir ſein auch der demütigiſten hoffnung vnd zuverſicht zu rer K. M. wann
diß allesjrer Ma:alſo wie es an jm ſelbſt beſchaffen vorgetragen wird vñdaß es
der Orten den Mayeſtätbrieff, der mit Kayſer : vnnd Königlichen Worten be
krefftiget angehenthut ihre May: werden mit geſtatten wider denſelben einige
newe außmeſſung obbeſchriebenerſachen halber/vns zuzumüten. Vnndobwol.
zwar vom Gegentheil vorgewendet werden möchte/ angeregter Mayeſtätbrieff
erſtrecke ſich nit außdrucklich auffvns die Kirchſpiel, ſondern nur allein auff die
Präger/ſey auch dabey der Kirchſpil keine meldung beſchehen. So iſt doch auß.
dem zwiſchen dem Theil Sub-Utr« auffgerichten vergleich fol. 67. der mit
Ihrer Mayeſtät Kayſers Rudolff dochlöblichſter gedeihenuß bewilligung ge
ſchehen/ vndin die Landtafelin die Siberfarbe Kauff Quatern Anno 1éo3.
am Sambſtag nach Egid O. 2. einverleibet auch in das Newe Conſter-,
Buchfol: 31.inſerirt worden/klärlich zuſehen das vnter dem wörtlein, Präger
die Gemeinden/vndin denſelben die Kirchſpilverſtanden werden. - -
Derowegen vnd inhaltsjczoerwehntervrſachen nehmen. Wir vns deſſen
billichander demütigiſten zuverſicht zu Irer Mayeſtät. Sie werdenvnnsſol
ches vor keinen vorwitz oder vngehorſambaußlegen vnd deuten.
Vndſintemalwir nit weniger vernehmenobangezogene/vndinvnſer Kirch
ſpielüberſende Artickel haben ihren vrſprung außderercheilten Infºrwlionjrer
K. M. Richters. Als bitten Ewr Gna: den Herrn Burgermeiſter vnnd die
Herrn Rahtsverwandten wir in gebürender Reverenz jrer K. M. dieſe vnſer
demütigte entſchuldigung zu überſenden vnd beyirerMay: vor vns zu Inter
eedern, Jre May: woltengnedigſt geruhen/(angeſehen. Wir derorten anders
nichtsdenn Kieb vndeinigkeit ſuchen dem Theil Sub-Una als Chriſtenvndvn-,
ſern Nechſten alles guteswünſchen invnſernReligionsſachen auch nichts an
ders begehren/dañwas vnsvnſere Vorfahren hinderlaſſen: vñvonjrer KM.
confirmirt worden)von ihrem vornehmen abzuſtehen /vnndvnns den dritten
Standtbeyvnſern alten gewonheitenvnd Ordnungen gnedigiſtvnndgeruhig
verbleiben zulaſſen. Auf das Wir Ä Kayſ: Mayeſtät Schus lebende
Gott dem Herrn dienen/daneben ihrer
pndſchuldig volziehen mögen.
Ä
Pad-/pr
Num. o.
*-F. 2 F. “Deß Münzmeiſters
ſche es W Wºchenvon WreſowzSend
iſ ſ S awata getan Weiln R t »

- / - -
- Der Böheimiſchen Stände Sub Utraque. 227
Ein geſtern die Creuztäge geweſen/vnnd die Chriſtliche Pflichter,
- fordert / Gott dem Herrn vor alle Leibes vnd der Seelen notdurfft,
ten zu bitten: Als ſind wir außdemCloſter Sedletz in der Proceßon
mit dem Creutz vnd Fahnen durch die Statt Kuttenberg über den Marck in
den Welſchen Hof darinnen ich wohne gegangen/vnndhaben darbey Böhei
miſche Oſterlieder/vnndvmbein Regen Wetter andechtig geſungen. Vom
Volckhatſchindeweyhundert Perſonendarbey befunden. Hernach als wir,
in S. Ladiſlaides Königs in Vngern/vnd S. WenzeſlaiCappelen komen/iſt
die Heilige Meßgeſungen/vndeine ſchöne Predigt mit der Muſica/ſogutmans
alhier im Craiß haben können / gehalten worden. Sobald wir in die State
eingangen hat es angefangenzuregnen/vnd 12.ſtundnacheinander geregnet
darüber wir vnsallenit wenig erfrewet- Vndman ſagt esſey von So. jahren
heroalhier kein Proceſſion gehalten werden, /

Wann ich dann geſinnet mit der hilffe Gottes / auffden Tag Corpori
Chriſtialhie eine Proceßen zuhalten/vnnd die darzugehörigen Altariabereit,
fertig habe ich mit etlichenauß den vornembſten deſwegen geredet/vndgroſſes
anerbieten erlanget/ daß ſoviel die friedliche verbringung deren anbelang/hie
rinnen notwendigeverordnung beſchehen ſoll. Jch will hierauffnit ein ſchlech
tes wenden/vnd die benachbarten Herrn Catholiſchen als Ihrer Kayſ: May: -
vmbligende Hauptleute darzu einladen/Bitte derhalben/ewer Gnaden wollen.
wegenerzeigung gröſſererandacht gegen Gott dem Hernden Schöppmeiſtern
seinfreundlich ſchreiben zu thuenbefehlen/daß ſiezu erzeigen gröſſer Ehrvndan
dacht gegen dem Fronleichnamb Gottesdamals alhierleuten laſſen;
Ich habe albereit vorgebawet/ allein das ſchreiben muß glimpflich ſein
miterinnerung der verwichenerzeit beſchehenen vertröſtung Ihrer Kayſ: M.
künffrigen Gnaden ich weiß es wird ſeinen fortgang haben. Vnndſolch ſchrei
benüberſchicken Ewer gnaden nur mir/ich wilszurechter zeit abgeben doch
muß es in geheimzugehen, daß es die adverſarj nicht erfahren. Nocheinan
dex Schreiben bitt ich dienſtlichen wöllenewer Gnaden an dieſe zwo Perſonen
nettötch fan Herrn Niclaſſen Wodnianſky Primatorn/vnnd Herren Han,
ſen Schultiſſen von Felßdorfflautendt/auß zu fertigen befehlen / ihnen beyden
dieſe expedition zu vertichten aufftragen/vnd nur mit gnadengegen ihnen ſich
anerbietet. /. -

Hieran vollbringenewer Gnadenſo woljr Gnadenöer Herr Burggraf


zum Carlſtein / (deme meine gehorſamedienſt vnbeſchweret zuvermeldenich
dienſtlich bitte(ein ºpus Sančiumjºſum, 6 Catholicozelum habentsprºpri
em, Gott wirds belohnen/vndtch verdiene es vmbbeydeewr Gnaden dienſtlich
ymbaptwort bittendt. Datum Kuttenberg den 23. May, 161.
„ Wilhelm von Wrºſow
* - - Ff i z Äſam:
228 Beylagender Anden Apologs
Videfºpra -
Num. 5.
Pºgºf Grayamina der Stadt Leutmeritz.
Jrhaben anſtatevnſerer Gemein wichtige vnd billiche Politiſche
vrſachen gehabt / warumben wir Nicklaſſen Mraſken der Geburte
von Budin einen verReverſirten Mann vnd Bartlme Kolenium
beyde dieſer deß Cloſters Doxan/vnd der Erſte verwichener Jahren der Hert
-ſchafft Budin geweſene/doch niemals Quittrt vndloß gezehlte Amptleute / zur
Bürgern dieſer Gemeinnicht annemen vnd denſelben das Burgerrechterche
len können Abſonders aber inſondere acht genommen damit wir nichtsder
gleichen was den gemeinen alten Schluſſen/vnd in dieſer Gemeine über Men
ſchengedenekengehaltenen auch von Ihrer Kay: May vnſerm allergnedig
ſkenjczoregierenden König vnd Herin neben andern Ständen dieſes König
reichsvnsbekräfftigte Statuten zuwider laufft invnſer Gemein einführenfo
der einzuführengeſtatten. Als wir nun deſwegen ſowoldenen Perſonen die von
ſie Intercediretalsauchin Jrer Kay: May: Bhmiſche HofCanzleyvnſere n
vnterſchiedliche bericht überſendet/vnd bey den entſchuldigungen/darinnen wir -
billichevnd rechtmeſſgevrſachen / welcher willen obbemelten Perſonen das <
Burgerrecht nicht erfolger angezogen gelaſſen zu werden gebeten/Iſtauß der
Böhenuiſchen HofCanzley ein Decree erfolgt mit welchem in Ihrer Kayſerk
Mavcſt: Namen der Edle Geſtrenge Ritter'Herº Burckhart Totſchnik von
Krſchintz/vnter Cammerer deß Königreichs Böheimb / wegen ertheilung deſ
Burgerrechts/ obbenandten beyden der Religionſºb Una zugethanen Perſo
nen/ vnd vnverraiten Amptleuten hieheroin die Stadt Leutmeritzabgefertigt
eworden der dann auch auffm Capitel zu S. Stephan in der NewenStadt bey
Leutmeritz angelangt: Vnd vns alle dahin/als an ein vngewöhnliches/ vnd zu
Politiſchen geſchefftenvnbequemesort vorgefordert vnnd das Original deſ in
Ihrer Kayſerlichen Mayeſtat Namenabgangenen Decret nicht Communi
ºrm wollen/ſondern nur eine abſchrifft davon erthelt auchobbemelten Per
ſonen/eyntgvndallein darumb daß Sie der Religtonfub Una, vnd einer auß
ihnen nemoltch Niclas Meaſeck mit dem Paul Michna befreundet das Bur- . .
f ger Recht zugeben anbefohlen Vnnd da wir ohn wiſſen vnd willen der Ge
mein darzu nicht verwilligen/vyndjhnen das Burger Recht daſelbſt auffm
Capitel (wie es dervnter Cammerer haben wollen) nicht bewilligen können/
hatbemelter vnterCammerer deß Königreich Böheim/gegen vns als dama,
ligen AmptsPerſonen ohne allen refelt der Ampts Pflichten ſowol vor den
gemeinen frembdenvnndeinheimiſchen Leuten / als auch vor den Geiſtlichen
Perſonen bloß dieſer einigen vrſachen willendoßwir ihnen alſo balddaſelbſt
- - - - wié
-
. DerBöhmiſchen StändeSübUeraqis. 2 LP
wie gemeldt das Burger Recht nicht gegeben mit ſcharpffen Worten verfah
ren/vnsbey dem gemeinen Mañin verkleinerung geſetzt/vorvngeſchickte Ré
mäuler geſcholten/vnd mit vns/wie damals alſo auch zuvor dermaſſen / gleich
als ob er vnſere Erbliche Obrigkeit were / proceduret. O5 ſiehs zwar auch
auffvns nicht befunden, daß wir ihnenvmbder Religionwillen das Burger
Recht nicht geben können / ſind doch gleichwol alsbald nach deß Hernvnker
Camerers von dannen verreiſen im Namen IhrerKay M. durch einen befelch
mit Ihrer Gnaden deſ Herrn Obriſten Canzlers Hand vnterſchrifft drew
darinnen benandte Perſonen außvnſerem minel/ſampedem Obern Stadt
ſchreiber in die Canzley citire worden/auß welchen wie Sie ſich darauffneben
vnſerem Primator, als der vornembſken Perſon/ ſo damalsinn den P:äger
Städten der Steuer Reſtanten halber ſich auffgehalten/geſtellet/ Zvo Per
ſonenauß ihnenvnſern abgeordneten dieſerennigenobgeſetzten vrſachen wil
len / Neun Tage auffm Präger Schloß im Arreſt genommen worden vnnd
wann vor dieſelben Ihre Gnaden der Herº Obriſte Burggraf nicht wterce
dºrt, hetten Sie gar in den Weiſſen Thurn gehen/ vnd darinn ſolanq verblei
ben müſſen/bißobbenandten Perſonenauß zwang allein daß Sie der Religion
ſºb Unadas BurgerRecht von vns verliehen wordenwere. - - - -
-

Wieſe dann deſ bemedten Arreſts keineswegs eherbſſ wir ihnen alſo
gezwungenervnndgenöttigterweiſe / das Burger Recht bewilliget/ erlediger
werden können/ Zu was zielvnd ende aber ſolchesgericht geweſen, das thus
an jetzo die eygene erfahrung außweiſen/ vnnd an Tag bringen: In den
beynechſker vernewerung deſ Rahts vnnd der Sechs Herten / einer auß
dieſen zweyen/nemblich Nicklas Mraſeck deß Paul Michna Freund von
dem Herrn Hofrichter der Königlichen Stätte im Königreich Böheim zu ei
nem Rahtsverwandten / da er doch noch nicht einhalb Jahr in der Bur
gerſchafft geweſen wider alle gemeine Schlüß / vnadvnſerealte lösliche ge
wohnheiten /verm53 deren keiner in den Rahtsſtul/ oder der Sechs Herrn
Pflicht der nicht zuvor ein gemein Elſter geweſen / gezogen wºrden ſoll
Ja auch wider die Gerichtliche (in den Stadt-Rechten A 2 . dfunk:2.)
klärliche außmeſſung / vnangeſehen. Er auch ohne das bey dieſer vernwrung/
von den wehlenden kein Votum erlangt / noch eynige zu ſolcher Pflicht gehö.
rige Expertentz gehabt, ſondern nur darumbdaß er der Religionſºb Vº«zt
geehan/eingeſetzt worden iſt Vnd zuvollziehung deſſen allen was man nuna
»mehr in dieſer Gemeinwürcklicheffelturet, iſt Ihrer Kunſ. Mayſ: Richter
Matthias Schiſchka von Czeynawnicht der letzte Werckzeug geweſen/welcher
biſweilen durch offenbarung der geheimnus außm Raht oder durch vorhaſk
machung der Perſonen / zuzeiteuauch mit bedrohungen die Gemeind von
* - - Ff it. guteſ
- 2 3e Beylagen der Andern Apologie -
gutem dengemeinen weſenzufriede dienendenſatz vndordnungen abgehalten
allvnſer gutevndlöbliche gewohnheiten auch ſeiner alten gewohnten liſtigkeit
nachzunichte zu machen ſich allerſeytsbearbeitet.
- Fernersſo berichten Eweren Gnaden wir auch dieſes / daß dazumal wie
vnſere Abgeſandten auff dem Präger Schloſſe vnſchuldigerweiſe mit Arreſt
belegt geweſen/vnsvnſervnmündigerWaiß einer genommen/vnd faſt ohnvn
ſer als der ober Vormündern wiſſen / ja wider vnſeren/vnddeß Waiſens von
vnsverordneten Vormünden/ſowolſeiner deß Waiſen befreundten willenvnd
dem Landtagsbeſchluß/einem Schreiber der Religion Sub-Una/mit Namen
Chriſtoff Kaytl / zu der Ehe in der Cantzleyin Angeſicht vnſerer Abgeſandten
gegeben worden: Eynig vndallein/ wie ſolchs der Verſtandt mit ſich bringt
deſwegen damit nur auffsmeiſte der ReligionſºbUna zugethane Perſonen in
diſe Gemein/deſſen wir zuvor geübrigt geweſen/eingeführt/vnd ihre Eheweiber
zu der Religion Swb Un« wie Sie es dannalbereytthun/vonjhnengenötiger
vnd bezwungen werden möchten. Wann nun dieſem allen nicht beyzeiten be
gegnetvndgeſtewrt werden ſolte/iſt zubefahren (welches doch Gottgnediglich
verhütenwolle)daßdiſſoſchauffallenvnſernlöblichen gewonheiten/vndgemet
menſchlüſſen zuverbrechung gereichendevorgenommeneanfeng nicht etwa ein
böſesend/vnddiſerGemeinverderbvndvntergang.wienicht weniger dievnter
druckungvnſerer Religion Keligionſºb Veraque mit ſich bringt. -
- - - Burgermeiſter vnd Rahtlauch die Gemein Eſ
tiſten/vndanſtatt der ganzen Gemeinder
Stadt Leutmerit an der Elbe. º

Videfpre
-

S -
Num, z. -

ÄT Deß von MartinitzIndulgentz. "

" .
Inden Gulden -
auſ Guate Anno: Montags nach
dem Sontag Quaſimodo genici. Nr.
Clement Pabſt derAchtediß Namens.
- - -
Z Ewigergedächmuschunwirauß Väterlicher Kee / vndemöſiger
rſorgvmballer Menſchen Seeligkeit/vnter andern vielen anſehenliches
M

CYGottſeligendienſten welchevnstragender Ampts Pflicht nachzuverrich


engebüren zuzeiten auch die Heiligen örter mit ſonderbaren Privilegien zie
renauffdaßdardurch den Glaubigen Seelendeſto vollkomener geholffen wer
den möchte. Derowegen vnd damit nun die geweichte Capel/dem Heiligen A
poſtel Andrea in der Schloß Kirchen zu Prag/vnd der darinnen von vnſerrt
sein Sºhn Jaroſlaw Borſa von MartinsenmBºmbºs
Lºké
DerBöheimiſchen StändSub-Utraqne. 231
richte Altar mit dieſer ſonderbarer begabung deſko mehr erleuchtefondgezieree
werde. So haben wir angeſehen bemelten Jaroſlai / vns durch den geltebten
Sohn/den Edlen Reynmund de Turre der Kay: Mayſt: Oratorºbeyvnsde
mütigiſt vergebrachte bitte / vnd verleyhen jhme in der barmherzigkeit Gottes
deſ Allmächtigen/vndin verlaſſung auffdenverdienſt ſeiner Heiligen Apoſtel
Petrz vnd Paulauß dervns von dem Herrn gegebenen macht ſoviel: Wann
vndzwas zetten ein Prieſter beyobgemeltem Altar vor einesglaubigen Men
ſchen Seele welche mit Gott in der liebevereyniget/auß dieſer Welt abgeſchic
den eine Meßvor die Todtenhalten wird, daß dieſelbe Seele außdem ſchatz der
Kirchen Ablaß erlangen/vndaſovnſers Herrn Jeſu Chriſti/vnd der allerſee
ligiſten Jungfraw Marsevndaller Heiligen verdienſtjhrzuſtatten kommenf
vnd dieſtraff.deß Fegfewersenthebt ſein ſolle. Datum zu Rombey S Peter
fºb «wwnlº Piſcators den 17. Martj, Anno 1éoa Bnſers Biſtumbsin
Neundten Jahr. >

Welche gnadvnd ſo überflüſſig hiligakhie in Böhem/ſelten jemand ver


liehenen Ablaß ich mir nicht wenig ſondern hochachte / ja auch aus Chriſtli
cher Pflichtvndfiebe/vornemblich haben will auffdaßmitſolchem heiligen Ab
laß nicht gefeyret: Sondern durch öfftere Gottesdienſte den armenelenden in
dem Fegfewerlendenden /vnd vielleicht etlicher meiner lieben vorfahren in der
qualverharrenden Seelen / zur erledigungaußjhrer groſſen Pein / in die ewi- -
geſeeligkeit getrewlichvndauffrecht geholfen werde/derowegen habe ich dieſen
ltarc. auffrichten laſſen?c. -

-
Num. 533. - %

Der Prager NewStädter Beſchwerüberjhren Är


„Hauptman Scſima von Wrtby: P4 *.
Cs der Wolgeborne Her! Her Seſima von WrtbyauſfWrchtowich
Janowitz/Röm: Kay: May: Naht vnd Hauptman der NewenStade.
Prag/Dienſtags nach dem Sontag Mºſericordias, den 11. Aprils
verwichenen 1617. Jahrsnachp«bleirwºg ſeiner Perſon zum Hauptman/
zum SrſenvntervnsinRahtkomen/vndzuſitzen angefangen haben Wir zum
öffkern/wiebißweilen die vrſachen vnd zufälle ſich getroffen: allerhand verhin- ,
Derungvndſtrittigkeiten gehabt. Welches alles aber zwiſchen wenewarumbé
waß/vnd in welchem termins daſſelbe beſehehen iſt zugedenckenvnmöglich ein
ſolches auch weder vns noch vnſern Vorfahren von den vorigen Herzn Haupt
leuten niemals begegnet. Daſ manvnstnzeit erheiſchender wichtiger mächti
gervnd ſehr nutzlicher notdurfft der Gemeindezehen Herºn oder DecemVires
vñ der gemein Eltiſtevnſere geſchevorne invilenſachen fürſichtige beſcheidene
FH.derfahrnt Männer als die RechtehandderRahtsPerſonen "rºber-,
- - Md.
2 32 - Beylagen der AndernApologiae
ſtand vnd den Rahtſchlegen beyzuwohnen zu erfordern/verweigert. Es hat ſich
aucher Herr Haubtman offentlich vernehmen laſſen, ſolang Er indiſerpflicht
der Haubemanſchafft verharren werde, wolteers darzudaß ſie beſchickt werden
vrndin der gemeine wasregirenſolten/nit kommen laſſen: Da doch sfftermals
hochbeſchwerliche diſer Jaren von vnsnit erhörteſachen vorgefallen welche ei-
ner groſſen vnd wichtigen deliberation eines rechten entſchidsvñfleiſſiger erwe--
gung bedüfftig geweſt:Sondern weilnetliche außvnsinzimlicherjugend vom
newen in Rahtkommen dievinbvnſere alte Ordnungen/ gewonheitſatzungen,
Privilegiavnd Freyheit wegenoffter der Ambter verenderung gar wenig wiſ
ſenſchaft gehabtiſt daheroſolcheſachenzu beſtreiten vnns vnmöglich ja gefer
lich vndder ganzen Gemeinſchedlich geweſen.
Derowegendañ/bemelte 1o. Herrn vnd der GemeinEltiſten, wann Wir ſie.
zu den wichtigſtenſachen nit gebrauchendörffen: in andern geringern beyſtand
zuleiſten bedenekengetragen ſich deſſen beklaget/biß ſie auch bey den Zuſamen-,
kunſftenvnsdeſtwegen mit eineſt hart zugeſprochen/inſonderheit aber mit höch
ſterbeſchwerempfinden: Das er den Obern Stadtſchreiber/demedie Cantzley.
vnd dieBücher ſambt den Privilegien/ als der Gemeinvornembſten Cleinod/
mit den andern Schreiben/zuverwaren vertrauet: der jevndallezeit anſtatt der
gemein votirnvnddiegemeine Wolfahrt zu nuß der ganzen Gemeine/ſamber.
einenGewaltsBrifdarüber hette befödern kan: auch eingelehnter anſehnlicher,
Ehrlicher vnd geſchickter Mann zuberahtſchlagungvnd verlchtung der gemei
nenſachen dienſtlich beſcheiden/dem Herrn Burgermeiſter vnd Raht vnd der
Gemeine getrew ſein ſoll/widervnſerer Vorfahren pralte über menſchengeden
cken obſervirte Statuta vndSatzungen ja auch wider den May:brieffiñwel--
-. chem ſolche Wahldeß ObernStatſcheibers einer ganzen gemeine verlihen iſt
ohne votirnerweg: vnd beruffung dazu der zehen Herrn vndGemein Eltiſten
einemJungen der gemeinen ſachen ganz vnd gar vnbewuſt: vnd zu diſerpflicht
vnd verrichtung vngeſchicktem Menſchen derCatholiſchen Religion eingeſetze/?
vnd daß hierinnjre K. M. gewiſſer vndgnedigſter willealſo ſey vorgebendar
gegen allvnſere entſchuldigung/vnd damals eingwendtebillichevrſachen. Wa-,
rumben. Wir denſelben ohne der gemeine bewilligung damit er nit dermaleins
dteſelbe gefehrlich verführe/nicht annemenkönteninn windgeſchlagen. Stellen
derowegen Ewr Gnaden zu günſtiger erwegen anheimb was geſtalt Wir übri
gen/nach ſo außtrucklicher benennung Irer Kayſ May: gncdigiſten willens/
daß es albereit ſeiner Perſon halber (ſo durch etlich wenig deſwegen Sonna
bends nach aller Heiligentag Anno 16 i7. in die Canßleyauſſerhalb deßRahts
beruffene Perſonen beſchehen alſo concludrondbeſchloſſen worden vnsdeme
widerſetzen vnddeſſen verwegern können. Wir hetten dann bey J. K. M. ange
geben werden/ynnd ſelbſten prſachen zuzornynndyngnad an die handreichen
wöllen, . .
ſº » . Nach-,
-

-
Der Böheimtſchen StändSub-Urraque. 2 33
Nachmals damchr gedachteZehen Herrn vndvnſerer GemeinElkiſten auff
dcß Herrn Haubema: befclch. Wegen ihrer K M. gnedigiſten Schreibens
(darinnen J. KM.vnſere nicht geſtellung/vor Jrc Gnaden die Herrn Defeu
resins Collegium KayſerEarls deſ Viertenſeligſter gedecbenuß gutheiſſen)vor
vnsauffn Dinſtagnachdem Palm Sontag diſesgegenwertigen 1618 Jars
cstirt: Sie darauffin groſſer Anzalzuſammen kommen fjnen bemeltes ſchrei,
ben daneben der Herrn Präger der Alten StadPrag IrerMayeſtetauff der.
gleichen Schreiben gegebene Antwort zu deſto gewiſſer ihrer davon abhaltung
verleſen worden: Gemelte Zehen Herrn ſambt der Gemein Eleiſten aber/vcn
ihren Stellen auffzuſtchen vndfichſamentlich/was ihnen zuhun miteinander
zuvnterreden vnd zu erwegen/ dann hernachihren Schluß durch eine Perſon
alter gewonheit nach vorzutragen begert, hat mehr gedachter Haubtman ſolches
nicht verſtattet ihnen hinwiderumbzuſitzen/vnndeinen jedwedern in ſeiner ge
genwart mit heller ſtimoffentlich ſeine meinung vorzubringen befehlen, welches
zuvor niemals im brauch geweſen bißesd:ßmals darzugebracht worden. Mit
ferrnermvorgeben eswerdenicht mehr darzu kommen, das ſie ſich auſſerhalb
deroffentlichen votirung, die er Herr Haubtmananhören müſſe, weſſenweis
tervndereinander vereinigen vnd entſchlieſſen ſolten.
Hiebeyiſt Erweiter darauffgegangen. Wir ſoltenvnſer Antwortſchreiben
an J. K. M. eben indenen Worteninhalt vnndnichtanderſ, denn wiees die
Herrn Präger der AltenStattabcopirnlaſſen verfertigen/vnd daſſelbe ſelbiger
geſtalt vns belieben laſſen:biß es dahin koriten/daßinvnſrerAntwort nur vnker,
ſchidlichevnd verenderte Wort damit nitall«sauff eine formgewirckt/geſetzet
worden ſind/von der AMaterie vnd demſenſ - aber hat man nie abweichendörfé.
Vndals etliche Perſonen ire vora herumb gehn laſſenvnd gebetenman wolte
in bemeltem K. Antwortſchreiben etwas Corrigirnvnnddiſe Wort darinnen
einbringen. Nemblich: daß diſes nicht ſolte gereichenzucaßr;vndauffhebung
dcßüber die Religionertheken Mameſtetbrieffs wie auch der auffgerichtenver,
einigung hat ſich obgedachter Herr Haubemangemeldetdawiderrepeirt,vnd
ihnen hierauff eine explcasion gemacht das es alhie nicht vmb den Mayeftet,
briefvnd die Religion zuthunſey auch einen vnter ihnen zum ſtillſcheigen mit
vorgeben das jmezu votirn nicht gebühren'thet/angehaken. - -

Nicht weniger nach erlangter abſchrifft von vnſern jüngſten Rahtsſchrei,


ber/auß dem Rahts Protocol deßjenigen/ſs man dazumal amDinſtag in diſer
ſachen im Raht traºrt gehabt ohnallevnterſcheidung derHFeyrtagvndge.
dechtnuß/dcßvnſchuldigen Leidens vnd ſterbens JeſüChriſtdeß SonsGottes
noch am GrünenDoñerſtagnachvnſerm Burgermeiſter damals M Veneef
laum Vlaºverin in die CapellCorporé Chriſti, der daſelbſt neben anderen from,
menChºiſten das hochwirdigt Abendmal
- -
Tºgºes-
3
RahtgPerſo,
l(!!/
234 Beylagen der AndernApologie -
nentalsbaldkzujme ins Hauß zukoiengeſchicket/neben zu ſichziehung Ähker
K M Richters/vndetlicher derCatholiſchen Religion zºgethanen RahtsPei
ſonen mit jnenwegen etlicher in bemelter abſchrifft geſetzten Artickeſanbſenit
alſo geredt worden weren/hefftig geſtritenfdiſelben durchſtreichelaſſen vnd was
anderenſtätt geſchrieben ſolte werden bemeiten Rahtſchreiber darein zu ſcßen/
auch rein vmbzuſchreiben anbefohlen/vnd ſonder allenzweiffelder geſtalt sorr
grter, ihrer Kayſ: May:ſamtvnſerer Antwort geſchicket haben wird.
-
Burgermeiſter vnnd Raht der Neuen Stadt
Prag/ſe den Leibvnd Blut Jeſu Chriſtin
-
beydergeſtalt empfahen. -
Vide/pr- -
Num. 54. –
pºx.j." Noch andere der Präger New Stetter Gravamina: .
-
Asvns vnſere Gemein von dem Theil Sub-Un«verwiderwertig
keiten zugefügt worden./dasthun wir eweren Gnaden zu fernerer
erwegung vnnd remedurwºg anheim ſtellen. » Nemblichen das
vnſer Burgermeiſter vnnddeß Rahts der Zehen Herren / vnndder Gemein
Etiſten Macht/Recht/gewaltvund Freyheiten durch die newen/vngewöhnli
chen ſchweren vnd zuvor niemals erhörten auch in vielen Artickeln dem hoch
löblichen über das freyeexercitiemºvnſerer Religion Swb Utraqueertheilten
Mäyeſtatbrieffzuwiderlauffenden Ihrer Kayſerlichen Mayeſter Richter er
eheilten Inſtruktionen dermaſſengeſchwechtworden: Daß wir ohne derſelben
wuſt vnd willen faſt nichts handlen/vnnd niemanden einigepflicht geben/noch
derſelben laſſen können. Bnſer in groſſeranzahl beſchehene ſchfuß haben
wir retraëtirn vndendern müſſen. Vnnd hatjhrenthalben niemand khänlich
votirndörffen, wann aber welche jhrem gutachten zuwider was vorgebracht -
ſind ſie mit bedrohung man werde ſie anklagen irgemacht/ vnnd davon abge
halten worden.