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Börse für Anfänger

Vorab vielen Dank, dass Sie sich dieses Buch gekauft haben!
Dieses Buch ist bereits in die Jahre gekommen, aber gerade das ist, dass Gute
daran ! Damals hatte man mehr Ahnung von gewissen Dingen als HEUTE!

Verzeiht Begriffe wie z. B. DM (Deutsche Mark) und eventuelle Rechtschreibfehler bzw.


Begriffe die nicht mehr gängig sind, ich habe das Buch soweit überarbeitet, wie es mir
möglich war.

Ich habe die Rechte an diesem Buch von meinem Großvater erhalten, der damals
erfolgreich an der Börse tätig war und diesem Buch nun wieder neues Leben eingehaucht,
ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ganz Deutschland befindet sich zu Zeit im Börsenfieber – jeder will Aktien


kaufen, zu jeden Preis. Seit die Deutsche Telekom 1996 an die Börse ging, ist
in Deutschland ein regelrechter Ansturm auf Aktien, wie z.B.: Infinion, T-
Online, Web.de usw. ausgebrochen.

Doch Vorsicht! Nicht für jeden ist die Börse geeignet, Neuemissionen und
deren Erfolge in jüngster Vergangenheit, sind keine Garantie – dass die
Gewinne bei jedem neuen Unternehmen an der Börse auch sofort „sprudeln!“
– Wenn Sie zum ersten Mal an der Börse investieren möchten, benötigen Sie
neben dem Spekulationskapital auch wichtiges Basisinformationen, die Ihnen
die ersten Schritte zur erfolgreichen Anlage in Wertpapieren erleichtern.

Und als erstes müssen Sie natürlich wissen, wie Sie ein Wertpapierdepot
eröffnen, und wie Sie eine Kauf oder Verkaufsorder erteilen!
Wir wollen Ihnen in unserem neuen Report, das nötige Basiswissen
verschaffen, um erfolgreich an der Börse mit Aktien oder Optionsscheinen –
etc. zu handeln, und die ersten Gewinne einfahren zu können!
Grundlagen:

Wie eröffnet man ein Wertpapierdepot?


Bevor Sie an der Börse so richtig loslegen können, brauchen Sie neben einem
Konto natürlich auch ein Wertpapierdepot. Dies ist ein Konto, auf dem Ihre
Wertpapierbestände sozusagen „gelagert“ werden. Ein solches Depot können
Sie im Prinzip bei jeder Bank eröffnen, auch wenn Sie dort kein Girokonto
haben. Es bietet sich aber im Sinne einer unkomplizierteren Abwicklung an,
dass Wertpapierdepot bei derselben Bank zu eröffnen, bei der Sie auch über
ein Girokonto verfügen.
Alternativ steht Ihnen seit einigen Jahren auch die Möglichkeit offen, Ihre
Börsengeschäfte über einen sogenannten Discount Broker abzuwickeln.
Diese Art von „Banken“ sind in Deutschland besser unter den Begriff
Direktbanken bzw. Discountbanken bekannter Häuser zeichnen sich neben
verbraucherfreundlichen Geschäftszeiten insbesondere durch ein gegenüber
den „traditionellen“ Banken – wesentlich günstigeren Gebührenstrukturen
aus.
Die Gebühren variieren von Bank zu Bank, und sollten Sie beim jeweiligen
Institut separat erfragen.

Diese Vorteile müssen allerdings damit gekauft werden, dass Discount-


Broker in der Regel nur ausführend, aber nicht beratend tätig sind. Da der
Geschäftskontakt mit Direktbanken nahezu ausschließlich über Telefon, Fax
oder E-Mail erfolgt, muss auch auf das persönliche Gegenüber eines
Bankmitarbeiters verzichtet werden.
Wenn Sie als Kunde jedoch „wissen, was Sie wollen“, und bereits über
Börsenerfahrung verfügen, bieten sich mit Discount-Brokern
hochinteressante Alternativen zu herkömmlichen Orderabwicklung via
Hausbank.

Wenn Sie nun Wertpapiere kaufen, werden die Kosten hierfür von diesem
Girokonto abgebucht, dass auch „Korrespondenzkonto“ oder
„Verrechnungskonto“ genannt wird.
Beim Verkauf landet der Verkaufserlös dann ebenfalls auf diesem Konto.
Ein Tipp hierzu: Wenn Sie sich den Überblick über Ihre Gewinne und
Verluste einfacher gestalten wollen, bietet sich die Eröffnung eines weiteren
Girokontos an, auf dem nur die Zu- und Abgänge Ihrer Wertpapiergeschäfte
verbucht werden. Diesen Service an mehr Übersichtlichkeit muss man aber
natürlich mit einem Mehr an Kontoführungsgebühren bezahlen.

Neben Ihren persönlichen Daten und der Angabe des Korrespondenzkontos


benötigt der Wertpapierberater Ihrer Bank von Ihnen auch noch die
eindeutige Bestätigung, dass Sie zumindest über Grundkenntnisse des
Börsengeschäfts verfügen. Hierzu werden Sie vor Ort über wichtige
Grundlagen, z.B. das immer vorhandene Verlustrisiko aufgeklärt, über Ihre
persönlichen Ziele, Interessen und den zeitlichen Horizont Ihrer zukünftigen
Wertpapiertransaktionen befragt. Das wird protokolliert und Ihnen auch
schriftlich ausgehändigt.

Der Grund: Die Banken möchten verhindern, dass sich völlig unerfahrene
Anleger gleich in hochkomplizierte, riskante Transaktionen stürzen und sich
dadurch um ihre Ersparnisse bringen – verständlich!

Zudem: Schließt eine Bank für Sie Wertpapiergeschäfte ab, ohne sich vorher
über Ihre Vermögensverhältnisse, insbesondere aber Ihre
„Geschäftsfähigkeit“ für die jeweiligen Börsensegmente informiert zu haben,
ist sie laut deutscher Rechtsprechung – in der sogenannten Beraterhaftung, d.
h. eventuell entstehende Verluste können von Ihnen gegenüber der Bank
gegebenenfalls juristisch geltend gemacht werden.
Das Banken diese Risiken nicht tragen wollen, dürfe jedem klar sein!

Die Auftragserteilung:

Kaum eines kann ärgerlicher sein, als ein Fehler bei der Erteilung eines Kauf-
oder Verkaufsauftrages – denn so etwas ist immer und absolut vermeidbar.
Daher wollen wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie eine perfekte Order
erteilen!
Gleich der erste Ratschlag vorweg: Besorgen Sie sich am besten alle
erforderlichen Daten und Informationen, bevor Sie den Auftrag bei Ihrem
Wertpapierberater aufgeben!

Was brauchen Sie dazu?


Das wichtigste hierzu ist die Wertpapierkennnummer (WKN). Egal ob Aktie,
Anleihe oder Optionsschein – mit Ausnahme von Optionen und Futures ist an
der Börse alles durch eine eigene sechsstellige Kennnummer gekennzeichnet,
welche die Auftragsweiterleitung und – Ausführung vereinfacht, beschleunigt
und Verwechslungen verhindert.
Möchten Sie also zum Beispiel Aktien von Siemens kaufen, erfragen Sie
zunächst die Wertpapier-Kennnummer der Aktie – bei Siemens lautet sie
beispielsweise 723600.

Dann sollten Sie sich vorab entscheiden, wieviel Stück eines Wertpapieres
Sie haben möchten bzw. wieviel Geld Sie bei dem geplanten Auftrag anlegen
wollen. Als nächstes sollten Sie erfragen, an welcher Börse (Börsenplatz) das
gewünschte Wertpapier gehandelt wird.

Die Börse in Frankfurt ist zwar die größte deutsche Börse, aber bei dennoch
bekommen Sie einige Optionsscheine oder ausländische Aktien
beispielsweise nur in Berlin, Stuttgart oder München, bzw. werden an einer
anderen Börse liquider gehandelt.
Der nächste Punkt: Auf welche Weise soll die Order ausgeführt werden? Hier
gilt es drei Aspekte zu beachten:

Wollen Sie die Order limitiert oder unlimitiert aufgeben?

Ein Limit heißt – beim Kaufauftrag: Das Sie dem Auftrag die ausdrückliche
Bedingung beifügen, dass Sie nur einen Betrag X (Euro) pro Stück zu zahlen
bereit sind, und keinen Cent mehr. Will Ihnen aber zu diesem Kurs niemand
etwas verkaufen, gehen Sie leer aus.

Bei einem Verkaufsauftrag bedeutet Ihr Limit umgekehrt, dass Sie


mindestens X Euro pro Stück haben wollen, und die Papiere ansonsten lieber.

Dagegen:

Unlimitierte Kauforders heißen „Billigst Order“.


Mit einem Billigst Auftrag sagen Sie dem Händler am Börsenpaket, wenn
dieser Ihre Order zur Ausführung erhält, dass Sie die Papiere unbedingt und
so schnell wie möglich haben wollen – aber so billig wie möglich!
Ein unlimitierter Verkauf heißt „Bestens-Order“.
Auch hier lautet die Aussage Orderausführung so schnell wie möglich und
egal unter welchen Bedingungen – nur wenn möglich mit dem höchsten,
sofort erzielbaren Preis!
Auf diese Weise stellen Sie nahezu sicher, dass Sie die gewünschten Papiere
auch wirklich bekommen bzw. loswerden können.
Dabei gilt die Faustregel: Je weniger Umsätze in einem bestimmten
Wertpapier auftreten, desto größer ist das Risiko, dass Sie durch unlimitierte
Aufträge absolute Phantasiepreise bezahlen oder erhalten, während Ihnen
dies zum Beispiel beim Kauf der Siemens-Aktie, bei der täglich
Hunderttausende von Aktien umgesetzt werden, kaum passieren kann!

Orderführung zur Kasse oder variabel? Wenn Sie eine größere Anzahl an
Papieren kaufen oder verkaufen möchten, können Sie dies im variablen
Handel tun.
Variabel bedeutet, dass Ihre Order quasi eine Einzelbehandlung genießt. Sie
steht für sich allein an der Börse und wird dann ausgeführt, wenn ein
Gegenpart auftritt, der Ihre Bedingungen für Kauf oder Verkauf akzeptiert.

Die erforderlichen Stückzahlen für den variablen Handel sind je nach Art des
Wertpapiers, der Börse und dem genutzten Handelssystem recht
unterschiedlich.
Sie sollten daher bereits vorher zeitgerecht bei der Bank nach Bedingungen
fragen.

Umgekehrt: Erteilen Sie einen Kauf- bzw. Verkaufsauftrag mit nur geringem
Umsatzwert bzw. mit weniger als 50 Stück, so wird dieser zu einem von der
Börse ermittelten Einheits- bzw. Kassakurs abgerechnet. Von Börse zu Börse
schwankt der Zeitpunkt – dieser Kursfeststellung (in Frankfurt z. B. 12:00
Uhr), er bleibt aber auch für später an diesem Tag eintreffende Kleinorder
gültig.

Soll die Order nur für den heutigen Tag gelten, oder bis Monatsende gültig
sein?

Wenn Sie Ihre Order nur für den heutigen Tag erteilen, wird sie ersatzlos
gestrichen, wenn es innerhalb dieses Handelstages nicht zu einem Abschluss
kommen konnte – gleich ob kein Abnehmer oder Verkäufer aufgetreten ist
oder Ihr Limit nicht erreicht wurde. Wenn Sie dann am nächsten Tag
trotzdem noch kaufen oder verkaufen wollen, müssen Sie eine neue Order
erteilen.

Wenn Sie die Order aber bis zum Monatsende gültig (auch ultimo genannt)
aufgeben, bleibt sie bis zum Monatsablauf bestehen, bis sie gestrichen wird,
es sei denn, sie konnte bis dahin ausgeführt werden.
Das ist zwar sehr praktisch, aber Sie müssen dann unbedingt daran denken,
diese Order zu streichen, wenn Sie es sich doch anders überlegt haben!

In diesem Zusammenhang:
Sie können einen Auftrag natürlich jederzeit wieder streichen lassen oder Ihre
Bedingungen ändern, also etwa ein Limit eingeben und oder aufheben etc.!
Dafür berechnet Ihnen Ihre Bank allerdings einen kleinen „Obolus“!
Wenn Sie Zeit genug haben, sollten Sie persönlich zur Bank gehen und Ihre
Order vor Ort erteilen.

Ihre Angaben und Wünsche werden dann vor der Eingabe in den Computer
schriftlich aufgenommen, mit Ihnen durchgegangen und durch Ihre
Unterschrift in ihrer Richtigkeit bestätigt. Damit können Sie
Missverständnisse natürlich nahezu ausschließen (gegenüber einem
Orderauftrag am Telefon)!

Wenn es aber einmal sehr schnell gehen soll oder muss, kommen Sie an einer
telefonischen Order nicht herum. Dann sollten Sie aber unbedingt zuvor alle
notwendigen Daten und Angaben parat legen, und sich die Order vom
Bankangestellten wiederholen lassen, bevor Sie Ihr endgültiges O.K. geben.

Als letztes: Zu jeder Order erhalten Sie nach der Ausführung eine schriftliche
Abrechnung von Ihrer Bank.
Diese Abrechnung sollten Sie genau daraufhin überprüfen, ob alles auch
wirklich korrekt, gemäß Ihres Auftrages abgelaufen ist.
Denn die Zeit, Einwände bei fehlerhafter Ausführung zu erheben, ist
befristet.

Wenn Sie all diese Informationen vor der Ordererteilung vorbereitet haben,
ist das Risiko eventueller Missverständnisse so weit wie es nur möglich ist
reduziert. Denn wenn der richtige Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf
gekommen ist, sollte das ganze ja so schnell und reibungslos wie möglich
vonstattengehen – an der Börse ist Zeit wirklich Geld!

Anfängerfehler:
Es gibt eine ganze Reihe von Fehlern, die nahezu jedem unterlaufen, wenn er
sich zum ersten Mal an der Börse engagieren möchte. Wir wollen Ihnen dabei
behilflich sein, zu verhindern, aufgrund solcher, zumeist wirklich leicht
vermeidbarer Fehler gleich zu Beginn den Spaß an der Börse zu verlieren.
Daher einige Tipps, die man unbedingt beachten sollte!

Die Entscheidung, seine Ersparnisse an der Börse erfolgreich zu vermehren,


und sich so von der kläglichen Rendite eines Sparbuchs zu lösen, wird leider
viel zu oft blitzschnell in die Tat umgesetzt. So schnell, dass den meisten
nicht die Zeit zu bleiben scheint, sich vorher zumindest die Grundkenntnisse
anzueignen. Und dabei ist das noch gar nicht so schwer! Basisliteratur
erhalten Sie in unbegrenztem Umfang sogar bei den meisten Banken, darüber
hinaus gibt es eine ganze Palette in Literatur für Einsteiger ebenso wie für
Fortgeschrittene.
Das hierfür aufzuwendende Kapital und das bisschen Zeit zum Lesen stehen
schließlich in keinem Vergleich zu den vermeidbaren Kursverlusten, die
unerfahrene Anleger ansonsten bei ihren ersten Schritten im Börsengeschäft
erleiden können.

Ein weiterer Hinweis, den Sie unbedingt beherzigen sollten:

Kaufen Sie Ihre Wertpapiere bitte niemals auf Kredit! Oft bieten Banken
diese Möglichkeit an, wobei die erworbenen Wertpapiere dann als Sicherheit
für das geliehene Geld dienen. Aber Sie dürfen dabei nicht vergessen, dass
Wertpapiere anders als zum Beispiel Häuser, die als Sicherheit für einen
Hypothekenkredit dienen, schon von heute auf morgen starken
Schwankungen ihres Wertes unterliegen können. Und so könnte es passieren,
dass die Kurse fallen, die Kreditsicherung dadurch nicht mehr gewährleistet
ist und die Bank von Ihnen den Verkauf der Papiere verlangt. Dann stehen
Sie plötzlich ohne Wertpapiere, dafür aber mit hohen Restschulden da, weil
Sie die Aktien oder Anleihen mit Verlust verkaufen mussten. Und nicht
selten muss man dann auch wieder mit ansehen, wie die Kurse wieder kräftig
steigen, kam – dass man selbst hatte verkaufen müssen!
Und das führt uns gleich zum nächsten wichtigen Tipp:
Sie sollten nur einen Teil Ihrer Ersparnisse an der Börse Anlegen, denn Sie
wirklich in den nächsten Jahren nicht brauchen werden – oder anders
formuliert: Dieses Geld sollten Sie wirklich übrig haben! Denn eines ist klar:
Auf Sicht mehrerer Jahre erzielt sogar derjenige Anleger eine schöne
Rendite, die weit über anderen Anlageformen liegt, der sich einfach wahllos
einige Deutsche Standardaktien ins Depot legt und abwartet.

Ist der Anlagehorizont entsprechend langfristig und zum Beispiel auf Ihre
persönliche Altersvorsorge ausgelegt, kann man auch einmal einen
Börsencrash mit einem Achselzucken wegstecken. Das sieht aber ganz anders
aus, wenn man dann im Nachhinein plötzlich merkt, dass man das investierte
Geld doch eigentlich dringend braucht! Dann kann es in der Tat geschehen,
dass man ausgerechnet in dem Moment wiederverkaufen muss, zu dem die
Kurse gerade niedrig stehen.
Ihr Ziel sollte aber sein – billig zu kaufen und teuer zu verkaufen!
Also: Ihren Notgroschen sollten Sie besser nicht an der Börse anlegen!

Ein wichtiger Hinweis für dauerhafte, langfristige Erfolge klingt eigentlich


ganz einfach: Fangen Sie langsam an! Auch Rom wurde nicht an einem Tag
erbaut. Es ist natürlich richtig, dass man mit Optionen und Futures weitaus
mehr Gewinne erzielen kann, als mit normalen Aktieninvestments. Doch um
diese Chancen auch wirklich voll nutzen zu können, sollte man bereits ersten
Erfahrungen an der Börse gemacht haben und vor allem in der Lage sein, die
Märkte täglich zu verfolgen. Wer sich also nicht regelmäßig um seine
Engagements kümmern kann oder will, sollte nicht der Verlockung höherer
Gewinne erliegen!
Tipps:
Es gibt eine ganze Reihe einfacher Tricks, um den Erfolg an der Börse ein
wenig anzuschieben. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle einige davon
verraten!

Zum Beispiel:
Die professionellen Investoren arbeiten nahezu alle mit dem sogenannten
„Stopp und Shop-Buy-Limits“.
Was bedeutet das? Nun, es ist eine bekannte Tatsache, dass das Auf und Ab
an der Börse einen starken psychologischen auf die Marktteilnehmer hat.
Wenn die Kurse fallen, beschleicht die Anleger allesamt ein ungutes Gefühl
und verursacht die Neigung, auch lieber selbst auf die Verkaufsseite zu
gehen. Genauso verursacht eine stark steigende Börse allseits gute Stimmung
uns suggeriert das hervorragende Gefühl, dass es wohl ab sofort immer nur
aufwärts gehen dürfte!

Um sich von diesen „Fesseln“ zu lösen, legen die Profis bereits vor einem
Investment fest, wie weit ein Kurs zunächst steigen muss, damit man von
weiteren Kurssteigerungen ausgehen kann. Dazu bedienen sie sich zumeist
der Systeme der Chart und Markttechnik. Dieser vorab festgelegte
Einstiegskurs wird Stopp-Buy-Limit genannt und verhindert, dass man sich
von der guten Laune einer steigenden Börse mitreißen lässt, und zu früh
einsteigt!

Um andererseits zu vermeiden, aufgrund der allgemein bei Kursrückgängen


herrschenden Nervosität zu früh zu verkaufen, setzt man Stopp-kurse. Auch
dies sind zumeist durch Charttechnik erkennbare, markante Niveaus. Wenn
diese unterschritten werden, ist in der Tat von weiteren Kursverlusten in
größerem Umfang auszugehen. Das bedeutet: Wenn dieser Stopp-kurs
unterschritten ist, wird verkauft – aber nicht vorher!

Wichtig ist hierbei folgendes:

Bereits direkt beim Kauf eines Engagements sollte ein erster Stopp-kurs
gesetzt werden, und zwar am besten auf das Niveau der nächsten, unter dem
aktuellen Kurs liegenden, markanten Kursmarke – in der Charttechnik
Unterstützung genannt. Wenn die Kurse dann wie erwartet in die
Gewinnzone laufen, sollte diese Stopp-Marke dann ebenfalls nach oben
angeglichen werden, um die steigenden Gewinne effektiv abzusichern!

Eine für den langfristigen Erfolg sehr bedeutende Qualität, welche die alten
Hasen im Börsengeschäft auszeichnet, ist absolute Flexibilität. Die Börsen
sind voll mit interessanten Gewinnchancen – man muss sie nur sehen können.
Daher macht es wenig Sinn, sich auf einige wenige Bereiche zu
spezialisieren. Wer sich bei seinen Investments beispielsweise nur auf den
Devisenmarkt beschränkt, wird in ereignislosen Phasen und Seitwärtstrends
nichts verdienen.
Daher: Halten Sie Ihre Augen in allen Märkten offen und – auch das ist sehr
wichtig – in allen Richtungen. Es ist nämlich statistisch belegt, dass neunzig
Prozent der Anleger immer nur aufsteigende Kurse spekulieren. Das ist
schade, denn dadurch entgehen ihnen natürlich einige fantastische Gewinne!
Daher: Haben Sie ruhig den Mut, auch einmal auf die Seite der Baisse zu
setzten, wenn sie Zeichen auf Sturm stehen!

Psychologie:
Gerade an der Börse, wo eigentlich Besonnenheit, emotionsloses Kalkül und
Berechnung vorherrschen sollten, übernehmen oft die Emotionen der
Marktteilnehmer die Herrschaft über die Kursentwicklung. Der Grund ist
dabei eigentlich leicht nachzuvollziehen. An der Börse geht es um sehr viel
Geld – da ist es kein Wunder, dass Gefühle wie Angst, Gier oder Hoffnung
nicht selten die Kurse bestimmen. Doch auch diese Börsenpsychologie lässt
sich durchschauen und meistern, wenn man einige typische Verhaltensweisen
kennt und sie richtig einordnen kann

Dazu die erste Regel:


Psychologisch motivierte Reaktionen äußern sich zumeist durch schlagartige,
starke Kursbewegungen mit riesigen Umsätzen. Eine zügellose Hausse ist
ebenso ein Machtwerk der Börsenpsychologie wie ein Börsencrash. Wichtig
ist dabei zu wissen: Mittelfristig wird sich immer die Logik und
Besonnenheit durchsetzen, während die Emotionen an der Börse eine nur
sehr begrenzte Lebensdauer haben.
Und daher ist es wenig verwunderlich, dass ein Börsencrash für diejenigen
Anleger eine ideale Gelegenheit für riesige Gewinne darstellt, die sich von
der allgemeinen Panik abkoppeln können und in aller Ruhe die Wertpapiere
einsammeln, die andere angsterfüllt zu Schleuderpreisen verkaufen!

Und das führt gleich zu einer weiteren Regel der Börsenpsychologie:

Die Mehrheit der Anleger liegt immer falsch. Es ist belegt, dass nur ein sehr
kleiner Prozentsatz der Anleger zu den dauerhaften Gewinnern gehört. Und
dabei ist es gar nicht so schwer, wenn man weiß, wo das Problem liegt: Die
überwiegende Mehrheit kauft nun einmal erst dann Aktien, wenn die Kurse
bereits sehr stark und lange gestiegen sind.
Denn das gibt Ihnen das trügerische sichere Gefühl, dass es nun „ewig“ so
weiter geht. Und genauso sehen viele Anleger erst einmal Wochen oder
monatelang zu, wie die Kurse fallen, bevor Sie die Hoffnung aufgeben – und
am Ende entnervt verkaufen – meist kurz bevor die Kurse wieder steigen!

Richtig wäre es gewesen, schon bei kleinsten Verlusten auszusteigen, wenn


sich die Börsenlage verschlechtert – und dann einfach abzuwarten, bis der
Zeitpunkt zum Neueinstieg gekommen ist.

Es ist altbekannt, dass die Schwankungen an der Börse oft nur auf diese
Phänomene der Börsenpsychologie zurückzuführen sind: Angst, Gewinne zu
verpassen, Hoffnung, dass sich die Kurse wieder erholen werden, die Gier,
noch mehr zu kaufen um noch mehr Gewinn zu erzielen.
Das führt dann letztendlich dazu, dass auch bei weniger dramatischen
Ereignissen alle gleichzeitig kaufen oder verkaufen wolle. Doch für Sie sollte
das kein Problem, sondern vielmehr eine riesige Chance sein.
Ich empfehle Ihnen daher:
Alles, was Sie aus dem Bereich der Börsenpsychologie haben müssen, sind
genau die zwei Eigenschaften, die den anderen fehlen: Geld, auf den
richtigen Moment zum Kauf oder Verkauf zu warten und den Mut, etwas
anderes zu tun als die Masse der Anleger. Und diese beiden Eigenschaften
kann man lernen! Auch diese Weise können Sie mit der richtigen
psychischen Einstellung Gewinne erzielen, von denen andere ihr Leben lang
träumen werden!!

Markttechnik:
Unter dem Begriff Markttechnik versteht die Börse auf Formeln basierende
Systeme, Indikatoren genannt – die Auskunft über den momentanen Zustand
eines Index, einer Devise, Aktie oder des Rentenmarktes geben.

Ändert sich dieser Zustand eines Marktes deutlich, erzeugen die


markttechnischen Indikatoren entweder ein Kauf oder Verkaufssignal,
welches dem Anleger zeigt, dass ein Wert kaufenswert ist oder man ihn jetzt
besser verkaufen sollte. Die Erwartung nach einem Kaufsignal ist ein
weiterer Kursanstieg, im Gegenzug nach einem Verkaufssignal ein
Kursrückgang.
Die Indikatoren werden – je nach ihrer speziellen Aufgabe – in vier Gruppen
unterteilt. Wir stellen Ihnen nun diese Gruppen vor und nennen zu jedem
Bereich den jeweils bekanntesten, am meisten verwendeten Indikator als
Beispiel. Im Anschluss folgen einige interessante Tips zum optimalen
Umgang mit der Markttechnik!

Die für den Anleger sicherlich wichtigste Gruppe sind die


Trendfolgeindikatoren:

Sie messen, ob der auf oder Abwärtstrend eines Wertes noch intakt ist. Der
am häufigsten verwendete Trendfolge-Indikator ist dabei der sogenannte
MACD. Dieser Indikator setzt sich aus verschiedenen komplex berechneten
Durchschnittswerten des beobachteten Kurses zusammen.
Daraus entsteht der Indikator selbst und eine Signallinie – Überkreuzt der
Indikator diese Signallinie nach oben, liegt ein Kaufsignal vor. Damit wird
angezeigt, dass ein vorher bestehender Aufwärtstrend beendet ist und nun ein
Kursanstieg folgen wird. Fällt der Indikator unter diese Signallinie, wird ein
Verkaufssignal erzeugt.
Das heißt: der Aufwärtstrend ist zu Ende, ein Abwärtstrend kann beginnen!

Die Indikatoren aus der Gruppe der Oszillatoren zeigen an, ob ein Markt zu
weit nach oben oder unten gelaufen ist und daher eine Gegenbewegung zu
erwarten wäre. Die meisten die diese Oszillatoren bewegen sich dabei in
einer Werteskala, die von 0 bis 100 reicht.
0 bedeutet ein viel zu stark Gefallenen, 100 einen deutlich zu stark
Gestiegenen Kurs. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist der
Stochastik-Oszillator. Er besteht, aus einer zumeist durchgezogenen
dargestellten Indikator und einer in der Regel gestrichelt gezeichneten
Signallinie.
Diese beiden bewegen sich innerhalb einer Skala von 0 bis 100 – wobei
Werte über 80 einen stark gestiegenen – das heißt überkauften Markt
anzeigen, Stochastik-Werte unter 20 hingegen einen zu stark gefallenen,
überkauften Markt bedeuten. Ein Kaufsignal liegt beim Stochastik-Oszillator
dann vor, wenn der Indikator seine Signallinie nach oben kreuzt und zudem
aus der überkauften Zone unter 20 nach oben steigt.
Für ein Verkaufssignal gelten die gegenteiligen Voraussetzungen, das heißt
ein Überkreuzen des Indikators und der Signallinie nach unten und der
Rückgang unter 80.

Die Sentiment-Indikatoren auch Stimmungsindikatoren genannt, basieren auf


der immer bewiesenen Erkenntnis, dass ein Markt zumeist dann kurz vor
einer Trendwende steht, wenn die Stimmung einen Extremwert erreicht. Der
Grund ist eigentlich völlig logisch: Wer zum Beispiel optimistisch für den
Aktienmarkt ist, also steigende Kurse erwartet, hat natürlich bereits Aktien
gekauft.
Sind nun alle Marktteilnehmer zu Optimistisch geworden, bleibt niemand
mehr übrig, der noch Aktien kaufen könnte. Die Konsequenz ist, dass die
Kurse dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zurückgehen werden.
Umgekehrt ist es ein gutes Zeichen, wenn jedermann mit fallenden Kursen
rechnet. Hat auch der letzte Anleger wegen dieser negativen Meinung seine
Aktienbestände verkauft, sind keine weiteren Verkäufe mehr zu erwarten, die
Kurse können also wieder steigen.

Ein viel verwendeter Indikator aus diesem Bereich ist der TRIN. Er misst –
vereinfacht ausgedrückt – anhand der Umsätze in Calls und Puts im Bereich
des Optionsmarktes die Stimmung der Marktteilnehmer. Liegen zum Beispiel
die Umsätze der aufsteigende Kursaussichten Calls sehr hoch, ist das ein
Beleg für zu hohen Optimismus – und bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit
eines baldigen Kursrückgangs hoch ist. Werden umgekehrt sehr viele
auffallende Kurse ausgerichteten Puts gehandelt ist der Pessimismus der
Marktteilnehmer folglich bereits sehr hoch, die Börse kann also bald wieder
steigen.

Wichtig ist im Zusammenhang mit Stimmungsindikatoren zu wissen, dass


man sie nicht für sich alleine gestellt verwenden sollte, da sie keine
eigentliche Kauf- oder Verkaufssignale erzeugen, sie können aber durch
andere Indikatoren suggerierte Situation bestätigen. Wenn zum Beispiel der
MACD ein Verkaufssignal erzeugt und damit zeigt, dass ein Aufwärtstrend
zu Ende ist und der TRIN gleichzeitig einen sehr hohen Optimismus anzeigt,
ist die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Kursrückgangs besonders hoch.

Nachdem wir nun Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren kennen, deren


Kauf oder Verkaufssignale einen guten Anhalt für die zu erwartende
Richtung der Kurse geben – und diese Erkenntnisse noch zusätzlich durch
Hinweise der Stimmungsindikatoren untermauert werden, bleibt uns die
Markttechnik nur noch die Antwort auf die letzte, offene Frage schuldig:

Lohne es sich überhaupt, bei einem Kauf oder Verkaufssignal zu


investieren oder anders gesagt:
Existiert überhaupt ein Trend, der stark genug ist, um ausreichende Gewinne
zu erzielen? Denn die Börse bewegt sich nicht nur auf oder abwärts, sondern
manchmal auch träge seitwärts. Und dann wäre es sicherlich besser, sein
Geld in einen anderen Bereich zu investieren. Die Antwort auf diese Frage
geben uns die Trendintensitätsindikatoren. Der ADXR ist hierbei einer der
bekanntesten.

Er zeigt ausschließlich an, ob ein Trend vorliegt oder nicht. Die


Trendrichtung hingegen muß man danach zum Beispiel anhand des MACD
ablesen. Diese Interpretation des ADXR ist dabei sehr einfach: Steigt die
ADXR-Linie an, besteht ein Trend, fällt sie, ist kein Trendverhalten mehr
vorhanden, eine Investition – egal ab auffallende oder steigende Kurse ist
daher weih lukrativ. Die Kenntnis der oft sehr komplexen Formeln zur
Berechnung der Indikatoren ist für die korrekte Anwendung nicht
notwendigerweise erforderlich.
Es gibt aber bei den Anwendungsmarkttechnischen Indikatoren einige
einfach Tipps, die es zu beachten lohnt:

Wir hatten bereits angesprochen, dass man für eine Kauf oder
Verkaufsentscheidung nicht nur einen Indikator alleine heranziehen sollte.
Am besten ist es, jeweils einen Indikator aus jeder Gruppe zu benutzten und
das daraus entstehende Gesamtbild dann am besten noch mit der
charttechnischen Situation zu vergleichen.
Denn vergessen Sie bitte nicht: Indikatoren sind keine Zauberei und daher
niemals hundertprozentig treffsicher.
Aber je mehr Indikatoren die gleiche Aussage haben, desto höher ist die
Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf der richtigen Seite stehen werden, wenn Sie
den Signalen folgen.

So sollten wirklich immer erst dann aktiv werden, wenn die Indikatoren ein
Signal generiert haben. Viele Anleger greifen schon vor einem ihrer Meinung
nach sicher bevorstehenden Kauf- oder
Verkaufssignal zu, um nach Möglichkeit noch mehr Gewinn zu erzielen.
Doch oft setzt ein Indikator auf seiner Signalline wieder auf und dreht in die
Gegenrichtung. Sie stünden dann auf der falschen Seite, und müssten Ihre
Position mit Verlust wieder Verkaufen – Geduld und Gelassenheit machen
sich also wirklich bezahlt!

Jeder Indikator kann unterschiedliche Zeithorizonte aufweisen, ganz nach


Ihren Wünschen. So kann sich der Stochastik-Indikator zum Beispiel auf die
Tageskurse genauso wie auf Wochen oder
gar Monatskurse eines Wertes beziehen. Sie sollten für Ihre Zwecke am
besten nur den Zeithorizont verwenden, der Ihrem persönlichen Anlagestil
entspricht.
Sind Sie ein langfristiger Anleger, sind Sie mit einem Stochastik-Indikator
auf Wochen oder Monatsbasis am besten beraten, denn die Vielzahl von Kauf
oder Verkaufssignalen eines Tages-Stochastik betreffen nur jeweils
kurzfristige Trends!

Wichtig: Die Themen – Zyklen-technik, Charttechnik und Sentiment Technik


– behandeln wir in unserem Report nicht, da diese Bereiche für Sie als
Anfänger zu kompliziert und verwirrend sind, bevor Sie sich mit diesen
Themen beschäftigen, sollten Sie mindestens sechs Monate Erfahrung an der
Börse haben!

Trading:
Die sogenannten Trading-Regeln sind nichts anderes als die riesige
Kollektion von Erfahrungen, Regeln und Tipps vergangener und aktiver
Generationen erfolgreicher Börsentrader.

Die Zahl dieser Regeln ist natürlich nahezu endlos, darum beschränken
wir uns hier einfach auf die wichtigsten:

Bleiben Sie gelassen! Sobald es um Geld – und gerade an der Börse geht es ja
schließlich um sehr viel Geld – pflegen die Emotionen der Anleger
überzuschäumen! Doch da gibt es nur eines – beruhigen Sie sich, lenken Sie
sich ab, denken an etwas anderes. Denn nur wer einen kühlen Kopf behält,
kann auf Dauer erfolgreich ein!

Ein anderer Tipp:


Auch wenn es zunächst ein bisschen seltsam klingt, auch die erfahrenen
Trader können es Ihnen bestätigen:
Sie brauchen eiserne Disziplin, um mit Ihren Gewinnen und Verlusten richtig
umzugehen. Das Problem ist nämlich: Wenn Sie Buch-Gewinne erzielen,
bekommen die meisten Anleger sehr schnell das Bedürfnis, dass Engagement
zu verkaufen und sich diesen Gewinn so zu sichern, weil man fürchtet, dass
dieses schöne Plus schon morgen wieder verschwinden könnte. Doch das ist
natürlich ein großer Fehler! Denn so verpassen Sie wahrscheinlich den
gesamten Rest einer Kursbewegung und verschenken den größten Teil Ihres
eigentlich erzielbaren Gewinns! – Nur:
Ganz anders sieht das übliche Verhalten bei Kursverlusten aus! Denn da
scheuen sich viele Investoren, ihre Verluste durch schnelles und
konsequentes Verkaufen zu minimieren. Ganz im Gegenteil bestimmt dann
plötzlich die Hoffnung das Handeln! Die Hoffnung nämlich, dass sich die
Kurse schon beruhigen, und bald wieder in die richtige Richtung laufen
werden. Doch meistens ist die Börse nicht so gnädig! Finden Sie daher
unbedingt den Mut sofort zu verkaufen, wenn erkennbar wird, dass Sie falsch
liegen und tasten Sie diejenigen Positionen, die im Gewinn liegen und sich
auch weiterhin gut anlassen – nicht an! Denn sonst könnte Ihre
Börsenkarriere nur von recht kurzer Dauer sein!

Und das führt natürlich gleich zu einer weiteren,


altbewährten Regel:

Die Börse macht die Kurse, nicht die Meinung der Experten. Lassen Sie sich
nicht von der Unmenge unterschiedlicher Meinungen in den Medien nicht
durcheinanderbringen. Es ist ja ohnehin so: Für jeden Käufer an der Börse
muss es jemanden geben, der diesem Käufer auch etwas verkaufen will.
Es ist nur das ein wenig Auf und Ab schwankende Verhältnis zwischen
diesen beiden Gruppen und die Entschlossenheit, mit der die Anleger
entweder in den Markt hinein oder hinaus wollen, was die Kurse letztendlich
nach oben oder unten bewegt. Daher: Es ist sicherlich nicht die schlechteste
Methode, die Ohren zu verschließen und ausschließlich durch die
Betrachtung der Kursverläufe, anhand von Chart und Markttechnik in
nachvollziehbare Relation umsetzt, seine persönliche Kauf- oder
Verkaufsentscheidung zu treffen!
Wichtig auch: Computer-Gewinne im 400 MHz-Takt!?

Im Zeitalter immer schnellerer Computer, ausgefeilter Analyse Software,


neutraler Netze und immer neuer „technischer Indikatoren“ kann schnell das
völlig schiefe und praxisfremde Bild entstehen, dass die Börse nur durch den
Einsatz immer komplexerer Handelssysteme „bezwingbar“ sei, die
persönliche Entscheidung hingegen immer unwichtiger würde.

Das Gegenteil ist der Fall:


Nur Sie als Anleger können letztlich darüber befinden, wie die Signale Ihres
Systems, Ihrer Computer und der möglicherweise gegenläufigen Ergebnisse
verschiedener Softwareprogramme zu bewerten sind.

Einen Königsweg hierzu gibt es nicht, sicherlich jedoch einige „goldene


Regeln“:

Halten Sie Ihr System einfach! Die Anzahl der in ein Handelssystem
einfließenden Parameter sollte stets klein gehalten werden. Denn ansonsten
werden die zwischen den einzelnen Parametern entstehenden
Wechselwirkungen immer unkalkulierbarer auch wenn das „historisch
getestete“ Ergebnis erst einmal eine gigantische Trefferquote aufweisen mag.

Vermeiden Sie Überoptimierungen! Beim sgn. „curvefitting“


passen Sie Ihr System in exzellente Weise anhand Ihnen vorliegenden
Datenbestand an, der sich jedoch in dieser Weise niemals mehr wiederholen
wird.
Besser ist, es, wenn Sie Ihren Datenbestand in mehrere gleich große
Zeiträume unterteilen und Ihr System dann an diese unterschiedlichen
Kursverläufen testen.

Fehler von heute – Chancen von morgen:


ganz gleich, ob Sie an der Börse „aus dem Bauch heraus“, anhand
fundamentaler Daten – Chart oder Markt-technik oder unter Zuhilfenahme
von Computern handeln – Fehltrades werden immer wieder auftauchen – und
sie gehören zum Gewinnen, wie Schatten zum Licht. Nehmen Sie Fehler
niemals persönlich – die Börse behandelt Sie schließlich nicht ungerecht.
Vielmehr sollten Fehler stets als Ansporn verstanden werden, die Ursachen
entgangener Gewinne aufzuspüren und in der Zukunft zu vermeiden!

Der Ivate:

Schon seit langem gibt es an der Börse die Möglichkeit, in jeder


Kursbewegung – egal ob auf – oder abwärts – Gewinne erzielen zu können.
Wer sich ausschließlich auf den Erwerb von Aktien beschränkt, macht bei
steigenden Kursen Gewinn, verliert aber unweigerlich, wenn die Aktie fällt.
Die sogenannten Derivate, das sind Optionen, Optionsscheine und Futures,
geben Ihnen dagegen die Chance, auch dann Geld zu verdienen, wenn die
Börse nach unten geht. Doch nicht nur das: Beim Handel mit Derivaten
werden Sie noch zudem mit einem weitaus höheren Gewinn belohnt – als wie
bei Aktien. Allerdings wird ein Fehler auch mit höheren Verlusten bestraft.
Wir werden Ihnen nun kurz und übersichtlich gefasst erklären, was Derivate
eigentlich sind:

Optionsscheine (engl. Warrants):


Optionsscheine geben Ihnen die Möglichkeit, bei Aktien, Devisen, Anleihen
oder Indizes (z.B. DAX) aufsteigende oder fallende Kurse zu spekulieren,
und dabei gleichzeitig wegen des geringeren Kapitaleinsatzes weitaus höhere
Gewinne zu erzielen.
Und das funktioniert so:

Ein Optionsschein ist ein auf eine festgelegte Laufzeit zeitlich beschränktes
recht einen Basiswert zu einem ebenso von vornherein festgelegten Kurs zu
kaufen oder aber zu verkaufen. Sie können diese Optionsscheine genauso wie
Aktien bei Ihrer Bank kaufen, und jederzeit wiederverkaufen. Der Basiswert
kann dabei wie schon gesagt nahezu alles sein. Wir nehmen hier als Beispiel
die Siemens-Aktie:
Sie glauben, dass die Siemens-Aktie in der nächsten Zeit kräftig steigen wird.
Aktuell notiert sie bei 50 Euro.

Nehmen wir an, dass Sie Recht behalten:


Der Kurs der Aktie steht einen Monat später bei 60 Euro.
Hätten Sie bei 50 gekauft, könnten Sie dann einen ansehnlichen Gewinn von
10 Euro bzw. 20% verbuchen.
Nicht schlecht!
Aber was wäre wenn Sie statt der Aktie einen Optionsschein gewählt hätten,
der auf steigende Siemens-Kurse ausgerichtet ist?

Optionsscheine, die bei steigenden Kursen des Basiswertes mehr wert


werden, heißen „Call“. Wer von fallenden Kursen des Basiswertes profitieren
möchte, muss dagegen einen „Put“ wählen.
Anders gesagt: Um am Anstieg des Siemens-Kurses
weiter mehr als beim Kauf der Aktie zu verdienen, hätte man einen Siemens-
Call kaufen müssen. Diese Optionsscheine beinhalten, wie schon gesagt, dass
auf die sogenannte Laufzeit beschränke Recht, einen Basiswert zu einem
festgelegten Kurs zu kaufen oder aber zu verkaufen.

Dieser festgelegte Kurs wird „Basispreis“ genannt. Nehmen wir an, Sie
hätten einen Siemens-Call
mit Basispreis 40 Euro gekauft. Dafür hätten wir, 12 Euro bezahlt.

Wie kommt dieser Preis zustande?


Der Preis, den Sie für dieses zeitlich beschränkte Recht, einen Basiswert zu
einem, von vornherein festgelegten Kurs zu kaufen oder aber zu verkaufen
bezahlen müssen, setzt sich aus zwei Faktoren zusammen.
Zum einen der sogenannte innere Wert. Mit diesem Optionsschein haben Sie
das Recht, vom Herausgeber dieses Scheins – zumeist eine Bank – eine
Siemens-Aktie zu bekommen, und müssen dafür nur 40 Euro bezahlen.

Da Siemens an der Börse aber im Moment 50 Euro kostet, liegt der innere
Wert des Optionsscheins bei 10 Euro – die Differenz zwischen dem
Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs. Dazu kommt dann das sogenannte
Aufgeld. Das Aufgeld ist von der noch verbleibenden Laufzeit abhängig und
wird auch als Hoffnungsprämie bezeichnet. Denn je länger ein solcher
Optionsschein noch läuft, desto höher sind die Gewinnchancen.

Deswegen sind die Anleger bereit, bei einer längeren Laufzeit ein wenig auf
den tatsächlichen, inneren Wert „draufzulegen“.
Nun aber zurück zum Beispiel. Sie haben also 12 Euro bezahlt, als Siemens
bei 50 Euro notierte. Der Kurs ist dann auf 60 Euro gestiegen. Bei
gleichbleibenden Aufgeld würde der Optionsschein jetzt 22 Euro kosten –
errechenbar aus der vorangegangenen Formel: Börsenkurs 60 Euro minus
Basispreis 40 Euro sind 20 Euro plus eben zwei Euro Aufgeld gibt 22 Euro!

Mit derselben richtigen Einschätzung des zukünftigen Siemens Kursverlaufs


hätten Sie also auch in diesem Fall 10 Euro verdient. Das Sie aber für diesen
Verdienst weniger Kapital investieren mussten, ergibt sich daraus ein
prozentualer Gewinn von über 83 Prozent – statt 20 Prozent beim Kauf der
Aktie. Und wenn Sie nun denken, dass Siemens nach Erreichen dieser 60
Euro wieder fallen wird, verkaufen Sie einfach den Call und setzten mit
einem Put auf fallende Kurse.

Nachdem das Prinzip nun klar ist, noch einige Tipps zur Auswahl des
„optimalen“ Optionsscheins:
Optionsscheine gibt es für nahezu alles, und selbst innerhalb eines
bestimmten Wertes ist die Auswahl riesig.
Wenn Sie einen Optionsschein auf die Siemens-Aktie wünschen, können Sie
unter einer Fülle von Scheinen wählen, Optionsscheine auf den US-Dollar
sind sogar kaum noch zu zählen.

Daher müssen Sie bei der Auswahl auf folgendes achten:

Gerade kurz vor Ablauf der Laufzeit baut sich das sogenannte Aufgeld sehr
schnell ab. Sie sollten daher Optionsscheine wählen, die zumindest noch die
auch steuerliche „interessante“ Laufzeit von einem Jahr aufweisen.

Denn das Ende der Laufzeit bedeutet: Der Optionsschein „verschwindet“ aus
dem Handel. Daher
sollte man immer rechtzeitig vor dem Ende der Laufzeit wiederverkaufen.

Die Börse ist ein stetiges Auf und Ab. Daher gibt es immer auch
Optionsscheine, die überhaupt keinen inneren Wert aufweisen, da der
Basispreis über dem Börsenkurs liegt – Beispiel: Ein Call-Optionsschein hat
den Basispreis 60 Euro, der Kurs liegt aber derzeit bei 50 Euro.
Das heißt: Der zu zahlende Preis ist in diesem Augenblick geringer, und
besteht „quasi“ nur aus dem Aufgeld. Steigt der Börsenkurs auf 70 Euro,
haben Sie natürlich einen Riesengewinn erzielt.
Aber Vorsicht: Wenn Sie zum Beispiel einen Call gekauft haben und der
Basispreis fällt statt wie erwartet zu steigen, ist schnell das gesamte Kapital
was Sie eingesetzt haben verloren – vor allem, wenn dann auch noch die
Laufzeit endet.
Es gibt Optionsscheine, bei denen ein Schein zum Kauf (oder Verkauf) z.B.
einer Siemens-Aktie
berechtigt.

Es gibt aber genauso Optionsscheine, bei denen Sie zwei, fünf, zehn oder
mehr Scheine zum Kauf eines Basiswertes benötigen. Diese Relation heißt
Bezugsverhältnis und wirkt sich natürlich auf den Kaufpreis aus: Wäre das
Bezugsverhältnis bei einem Siemens-Call 10:1, läge der Optionsscheinkurs
natürlich nur bei einem Zehntel, also in unserem Beispiel 1,20 Euro. Auf den
möglichen Gewinn oder Verlust hat dies aber keinen Einfluss!

Vergessen Sie bitte nicht: Die Chance auf weitaus höhere Gewinne beinhaltet
natürlich auch ein größeres Verlustrisiko. Doch selbst wenn alles schief
gehen sollte: Der Investor kann nie mehr als seinen Einsatz verlieren, aber die
Gewinnchancen sind im Gegenzug immer „unbegrenzt“!

Trotzdem: Investieren Sie bitte immer nur einen Teil Ihres Kapitals in
Optionsscheine und setzten Sie auch dann niemals alles auf eine einzige
Karte!

Optionen:

Optionen gibt es an der Eurex auf die umsatzstärksten und am höchsten


marktkapitalisierten deutschen und schweizerischen Aktien, die
Aktienindizes DAX, SMI, Dow Jones, Stoxx 50 und Dow Jones Euro Stoxx
50,die Rentenbarometer – Boble-Bund und Euro-Bund-Future, sowie die
Schatz und Euro-Schatz-Futures.

Der Käufer einer Option erkauft sich damit das Recht, den der Option
zugrunde liegenden Basiswert innerhalb einer feststehenden Laufzeit zu
einem ebenfalls feststehenden Preis zu kaufen (Call) bzw. zu verkaufen (Put).
Dieses Recht kann der Käufer ausüben, er muss es aber nicht!

Der Geschäftspartner des Optionskäufers, auch Stillhalter genannt,


verpflichtet sich beim Call, dem Käufer innerhalb der Laufzeit der Option
den Basiswert zum vereinbarten Kurs (Basispreis) zu verkaufen. Bei der
Verkaufsoption (Put) übernimmt der Stillhalter die Pflicht, vom Käufer
innerhalb der Laufzeit der Option den Basiswert zum vereinbarten Kurs zu
kaufen.
Als Käufer einer Call-Option verdient man also, wenn die Kurse steigen. Wer
eine Put-Option kauft, erzielt bei Fallenden Kursen seinen Gewinn.

Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, Sie möchten sich in der Daimler-Benz-
Aktie engagieren, denn Sie glauben, dass diese Aktie bald erheblich
ansteigen wird. Anstatt die Aktie selbst zu kaufen, können Sie sich auch für
eine Call-Option auf Daimler Benz entscheiden. Der Vorteil: Die erzielbaren
Gewinne sind hier ganz erheblich höher und Ihr Kapitaleinsatz ist gleichzeitig
viel geringer.

Der Grund ist folgender:

Sie kaufen dieses Recht zu einem Zeitpunkt, an dem der Basiswert, also die
Daimler Aktie, sagen wir bei 50 Euro notiert. Sie bezahlen dafür einen
Kaufpreis, der dem Wert der Option zu dem jetzigen Zeitpunkt entspricht.

Das ist aber nicht der Kurs der Aktie, sondern ein niedrigerer Preis, denn es
geht hier ja nur um das Recht, Daimler zu einem bestimmten Preis zu kaufen.
Der wichtigste Faktor zur Ermittlung des Optionswertes ist dabei der
Basispreis. Wenn Sie das Recht gekauft haben, Daimler zum Basispreis von
45 Euro kaufen zu dürfen, beträgt der Wert der Option bei einem Daimler
Kurs von 50 Euro natürlich genau 5 Euro – bei einem Daimler Kurs von 60
Euro aber schon 15 Euro.

Das Heißt:
Wenn die Kurse dann tatsächlich auf 60 Euro ansteigen, läge der Gewinn bei
der Aktie 20 Prozent – bei der Option hätte sich der Einsatz aber verdreifacht
– das macht 200 Prozent Gewinn! In der historischen einmaligen Hausse des
deutschen Aktienmarktes während der vergangenen Jahre ließen sich jedoch
immer und immer wieder noch wesentlich höhere Gewinne erzielen!

Kaufen Sie jedoch ein Put-Option, bekommen Sie damit das Recht, den
Basiswert, nehmen wir hierzu jeder die Daimler Aktie, bis zum Ende der
Laufzeit an den Verkäufer der Option zu verkaufen – und zwar wiederum zu
einem von vornherein festgelegten Basispreis. Liegt dieser Basispreis bei 60
Euro, während die Aktie an der Börse gerade 55 Euro kostet, beträgt der Preis
für diese Option 5 Euro – plus ein kleines Aufgeld, welches mit der
Restlaufzeit der Option zusammenhängt.
Fällt der Daimler Kurs dann auf 45 Euro zurück, ist Ihre Put-Option 15 Euro
wert – schon wieder ein Gewinn von 200 Prozent. Während man als Besitzer
der Aktie in solchen Situationen nur Verluste einfährt!

Richtige Feststimmung kommt natürlich bei den Käufern von Puts immer
dann auf, wenn die Kurse nachhaltig ins Rutschen kommen. Dazu muss es
nicht gleich ein „Crash“ wie 1987 geben, an dem sich
binnen weniger Tage Zehntausende von Prozent Gewinn und mehr verdienen
ließen. Auch kleinere „normale Korrekturen“ können hier äußerst
interessante Profite generieren.

Vor die Wahl zwischen Optionsscheinen und Optionen gestellt, sollte der
Anleger bedenken:

Die Emittenten (Herausgeber) von Optionsscheinen, in der Regel Banken,


sind in der Gestaltung der
Konstruktion dieser Finanzderivate wie auch bezüglich des Emissionspreises
weitgehend unabhängig. Für den unerfahrenen Kleinanleger ist es daher
teilweise nahezu unmöglich, aus der Fülle angebotener Optionsscheine
wirklich fair bewertete Warrants herauszusuchen.

Die an der Eurex gehandelten Optionen hingegen sind streng „standardisiert“.


Das gilt sowohl für die Kontraktgröße, die Basispreise, als auch für die
Laufzeiten.
Damit herrscht bei allen Marktteilnehmern über die wichtigsten Eckdaten
ihrer geplanten bzw. laufenden Tradings jederzeit völlige Transparenz und
Sicherheit. Zuletzt noch ein Tipp zum Umgang mit Optionen:

Optionen weisen riesige Gewinnchancen auf, können aber auch Nachteile


haben: Optionen haben nun einmal nur begrenzte Laufzeiten. Wenn Sie mit
einer Aktie im Verlust liegen, können Sie sich hinsetzen und in aller Ruhe
abwarten, bis der Kurs irgendwann wieder steigt. Bei Optionen hingegen
verfallen am Laufzeitende alle Rechte und damit jede Möglichkeit, in die
Gewinnzone vorzudringen.
Andererseits:
Da der Käufer einer Option seine Position innerhalb der Laufzeit
börsentäglich wiederverkaufen kann, lässt sich jeder Verlust durch ein
intelligentes „Money-Management“ schon ganz frühzeitig eingrenzen.

Futures:

Der Name Futures steht für – vertraglich bindende, börsennotierte und


standardisierte Termingeschäfte, deren Erfüllungstermin in der Zukunft liegt.
Der im weiteren Text verwendete Begriff des „Future“ bezieht sich hier
ausschließlich auf sogenannte „Financial Futures“, daher – Finanzmarkt
Terminkontakte, die sich hauptsächlich auf Aktien und Renden Indizes sowie
Devisen beziehen. Diese Abgrenzung ist wichtig, da die Rohstoff
Terminmärkte (Commodities) teilweise erheblich anderen Regeln folgen.

Zur einleitenden Erklärung gleich vorweg:

„vertraglich bindend“ bedeutet, dass der zwischen zwei anonymen


Geschäftspartnern geschlossene Futures-Kontrakt für beide Seiten juristisch
verpflichtenden Charakter hat zum Vergleich: Bei Optionen ist die
Geschäftsbeziehung lediglich für den Verkäufer der Option (Stillhalter)
verpflichtend, während der Käufer sein Recht „optional“ ausüben, daher auch
verlassen lassen kann.

„Börsennotiert“ bedeutet, dass Futures an der Börse gehandelt werden. Im


Gegensatz zu den Aktien oder Rentenmärkten werden Futures-Geschäfte in
Deutschland an der Eurex getätigt!
Der Begriff der „Standardisierung“ definiert, dass sich Terminkontrakte stets
auf feste Vorgaben hinsichtlich Qualität, Qualität und Preis des
zugrundeliegenden Spekulationsobjekts beziehen. Festgelegt ist aber auch
der... Liefer- bzw. Erfüllungstermin des Geschäfts.
An diesem Geschäft muss der Verkäufer des Futers den dem Kontrakt
zugrundeliegenden Basiswert liefern, während Käufer zur Abnahme
verpflichtet ist. An der Eurex gibt es für Futures vier derartige Termine
(März, Juni, September und Dezember).

Bevor wir auf die Besonderheiten, die Chancen und Risiken von Futures-
Geschäften eingehen, noch einige Anmerkungen zum Futures-Handel an
der Eurex:

Die für den Privatanleger wichtigsten und umsatzstärksten Financial Futures


an der Eurex sind DAX, MDAX, SMI und BUND Future.
Warentermingeschäfte werden nicht an der Eurex abgewickelt. Mit der
Eröffnung der in Hannover ansässigen Deutschen Warenterminbörse im
April 1998 dürfte aber auch dieses Marktsegment zunehmend in den
Blickpunkt spekulationsfreudiger Anleger kommen.

Handelszeiten für den DAX, MDAX, und SMI Future sind börsentäglich von
08:30 – 17:00 Uhr, für den BUND Future von 08:00 – 19:00 Uhr.
Dank der strikten Reglementierung von Futures-Geschäften seitens der
Börsenaufsichtsbehörden hat der früher sicherlich einmal berechtigte,
negative Ruf von Futures-Geschäften heute einer objektiven Sichtweise Platz
gemacht, die den Blick auf die enorme Gewinnchancen in diesem
innovativen, hebelstarken Markt eröffnet!
Besonderheiten von Futures Geschäften!

Einschuss und Nachschuss:

Mit dem Kauf bzw. Verkauf einer Position am Futures-markt erfolgt noch
kein Transfer des Besitzers oder Eigentums am Kontrakt zugrunde liegenden
Basiswerts, da dieser Transfer ja erst zum Erfüllungstermin (Laufzeitende)
vereinbart wird. Daher ist es auch nicht erforderlich, beim Kauf eines
Futures-kontrakts den vollen Kaufpreis zu entrichten.
Stattdessen wird vom Käufer bei Vertragsabschluss lediglich eine
„Einschusszahlung“ (Initial Margin) hinterlegt, die sich im normalen
Sprachverständnis am besten als eine Art Anzahlung bezeichnen lässt. Diese
Einschusszahlung beträgt nur einen Bruchteil des Kontraktwertes: sie kann
aber von der Börse je nach vorherrschenden Schwankungsbreite der Kurse
(Volalität) täglich nach oben oder unten angepasst werden.

Der Verkäufer eines Futures hat die gegenüber dem Käufer genau
entgegengesetzte Markteinschätzung. Wie oben gesagt, beziehen wir uns nur
auf die „Financial Futures“, also Terminkontrakte auf Währungen, Aktien,
Indizien und Zinsen.

Nehmen wir als Beispiel das deutsche Zinsbarometer, den Bund Future:

Ein Anleger, der mit steigenden Zinsen, also einen fallenden Bund Future
rechnet, verkauft dieses (Fachsprache: er „geht short“) in der Hoffnung, den
verkauften Kontrakt, zu einem späterem Zeitpunkt günstiger zurückzukaufen
(eindecken) zu können. Genau wie sein Vertragspartner, der diesen Kontrakt
kauft („long geht“), muss er hierfür eine „Initial Margin“ einrichten.

Entwickelt sich die eingegangene Futures Position gegen den Anleger, wird
der geleistete Anzahlungsbetrag zu klein, daher entsprechend dem sich
vergrößernden Risiko oder Position muss vom Anleger noch einmal
„nachgelegt“ werden. In diesem Fall fordert die den Trade betreuenden
Institution (Bank oder Broker) vom Anleger einen Nachschuss (Margin Call),
der entweder in bar oder durch die Hinterlegung erstklassiger Staatsanleihen
(z.B. Bundesobligationen oder US T-Bonds) entrichtet werden kann.

Stopps und vorzeitige Auflösung des Futures:

Wie gleich zu Beginn gesagt wurde, sind Futures-Geschäfte für beide


Vertragsparteien juristisch bindend.
Und wie eben dargelegt wurde, muss im Fall einer nicht ausreichenden
Einschusszahlung vom Anleger weiteres Kapital zur Verfügung gestellt
werden.

All das erweckt bei vielen nur teilinformierten Anlegern den fälschlichen
Eindruck, dass Futures ungeachtet des strengen Regelwerks der Eurex auch
heute nichts anderes als ein Tummelplatz für Hasardeure, Zocker und
windige Finanzjongleure sind. Das ist schlichtweg falsch.
Denn: Zum einen werden mehr als 85% aller Futures-Geschäfte an der Eurex
von sogenannten professionellen Marktteilnehmern abgewickelt, also
Großbanken, Versicherungen und Fondsgesellschaften. Alleine dass, dürfte
jeden Zweifel an der „Zockermentalität“ von Futures-Geschäften ein für alle
Mal aus dem Weg räumen. In Deutschland ist es nur bei Futures-Geschäften
möglich, bereits bei Orderaufgabe (oder auch jederzeit danach) einen
verlustbegrenzenden Stoppkurs einzugeben, als einen Kurs, bei dessen
Über/Unterschreiten das eingegangene Geschäft von der Deutschen
Terminbörse automatisch „glattgestellt“, also beendet wird.

Dadurch kann – anders als etwa beim Kauf von Aktien, Optionen, Fonds-
Anleihen oder Indexzertifikaten, die maximale tolerierte Verlustschwelle
schon bei Beginn der Investition definiert werden – ohne dass sich der
Anleger dann noch um sein Engagement kümmern muss.

Einmal eingegangene Futures-Geschäfte, die wie gesagt juristisch


verpflichtend sind, müssen entgegen gängiger Vorurteile keineswegs bis auf
Gedeih und Verderb ausgesessen werden, was für den Anleger ja im
Extremfall den sprichwörtlichen Verlust von „Haus und Hof“ bedeuten
könnte.

Richtig ist:

An der Eurex getätigten Futures-Transaktionen können innerhalb der Laufzeit


börsentäglich durch ein „Gegengeschäft“ beendet werden. Das bedeutet z.B.:
Falls Sie einen DAX-Future gekauft haben (in der Börsensprache also „lang
gegangen sind), können Sie dieses Investment jederzeit durch den Verkauf
(also „Short-Position“ im DAX-Future) wieder neutralisieren.
Aber: Falls Sie wie oben ausgeführt bereits beim Einstieg in Ihren Futures-
Trade einen verlustbegrenzten „Stopp“ gesetzt haben, also einen Kurs, zudem
die Eurex Ihre Position automatisch auflöst („glattstellt“) müssen Sie sich im
Falle einer eventuell unrichtigen Markteinschätzung um nichts mehr
kümmern.

Das für Sie ohne das es einer weiteren Order Bedarf!


Gewinn und Verlustpotential, Steuern:
Gewinn und Verlustpotential sind durch die bereits bei Ordererteilung
mögliche Platzierung marktgerechter, enger Stopps eindeutig zugunsten der
Gewinnseite verschoben.
Da beim Futures-Handel lediglich die Margin (s. o.) für den Kontraktwert
hinterlegt werden muss, besitzen Futures eine enorme Hebelwirkung.
Ein Beispiel:

Trader X engagiert sich am 23. Januar 1999 auf der „Long-Seite“ im Juni-
DAX-Future, daher erkauft einen DAX-Kontrakt mit Fälligkeit Juni 1999, da
er auf weiter steigende Kurse hofft. Der DAX notiert zu diesem Zeitpunkt bei
4.275 Punkten. Für Engagement hinterlegt er seine Einschusszahlung in Höhe
von 23.000 DM.

Am 23 April 1999 – der DAX notiert bei 5.284 Punkten – gelangt der kleine
Trader nach Abhören der Options-Hotline, die er immer parallel zur Futurs-
Hotline abfragt, zu dem Schluss, dass es an der Zeit sei, Kasse zu machen. Er
gibt Order, seinen Juni-DAX-Future „Market“, also zum aktuellen Kurs zu
verkaufen.
Jeder Punkt den sich der DAX-Future seit seinem Kauf nach oben bewegt
hat, bedeutet für ihn ein Gewinn von 100 DM!
Bezogen auf seinen Einsatz von 23.000,DM bedeutet dies einen
unglaublichen Gewinn von 438,6% binnen 12 Wochen. Nirgends lässt sich
Schneller Geld verdienen, es sei denn im Lotto. Während die
Wahrscheinlichkeit steigende gegenüber sinkenden Kursen jedoch statistisch
1:1 verteilt ist, beläuft sich die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser im Lotto
auf weniger als 1:39,9 Millionen.

Theoretisch stellen sich auch die möglichen Verluste im Futures - Geschäft


ähnlich hebelstark dar. Durch die oben beschriebene Möglichkeit der Stops
und der frühzeitigen Glattstellung von Futures-Enagements sind diese
Verluste jedoch eigentlich blanke Theorie!

Für echte Profis gibt es zu Futures nur wenig Alternativen. Das haben Super-
Trader wie Paul Tudor Jones, Richard Dennis und Ed Seykota bewiesen, die
allesamt zu den erfolgreichsten Spekulanten der Welt gehören und ihre
Profite ausschließlich im Futures-Markt erzielten. Anders als früher
unterliegen Future-Geschäfte seit der Steuerreform der Steuerpflicht. Sie
können allerdings die Gewinne mit den Verlusten gegenrechnen.
Machen Sie nur Verluste, können Sie diese nicht von der Steuer absetzen. Da
in Deutschland gehandelte Futures kleinere Laufzeiten als 9 Monate haben,
kommt hier auch die 1Jahresfrist nicht zu tragen.
In den USA hingegen gibt es Futures mit längeren Laufzeiten!

Weisheiten: Objektivität:
Es ist ja irgendwie verständlich – sobald man aufsteigende oder fallende
Kurse gesetzt hat, hofft man inständig, dass sich diese Einschätzung auch
tatsächlich bewahrheiten wird. Aber diese Hoffnung sollte nicht übertriebene
Ausmaße annehmen.
Zu gerne nämlich neigt der Spekulant dazu, für das Engagement negative
Nachrichten aus dem Kopf zu verbannen, nur um nicht zweifeln zu müssen.
Aber wer so die Objektivität verdrängt, reagiert zu spät wenn es Zeit ist, die
Seiten zu wechseln. Man trifft jedoch auf viele – angeblich intelligente –
Leute, die ganz einfach „Bullish“ sind – weil sie Aktien besitzen.

Bleiben Sie flexibel! An der Börse gibt es niemals die Hausse oder die
Baisse-Seite – sondern ganz einfach nur die „richtige Seite“! Wer über eine
vorgefasste Grundeinstellung verfügt, also grundsätzlich dem Lager der
Bullen oder Bären anhängt, kann natürlich nur scheitern, denn die Börse ist
keine Einbahnstraße. Halten Sie Ihre Gedanken offen und nutzen Sie jede
Chance, die der Markt Ihnen bietet!

Pyramidisieren Sie Ihre Gewinne! Um unnötig hohe Verluste zu vermeiden,


sich im Gegenzug aber aufgelaufene Gewinne effektiv zu sichern, bietet sich
die einmalige Methode des Pyramidisierens an. Dabei wird zunächst nur ein
Teil der insgesamt für einen Wert vorgesehene Position gekauft.
Läuft dieses Engagement in die Gegenrichtung, ist sofort wieder zu
verkaufen! Der zeitlich nicht optimale Einstieg wird dann aber nicht zu teuer
bezahlt, da man zunächst nur eine kleinere Position gehalten (investiert) hat.
„Einstandsverbilligung“, also das Zukaufen, wenn die Kurse ins Minus
laufen, ist strengstens verboten! Zieht die Aktie dagegen wieder an, ist
jeweils beim Überwinden bestimmter, im Voraus festgelegter Kursmarken
eine Verdoppelung der Position vorgesehen, und zwar so oft, bis der
ursprünglich geplante Umfang des Engagements erreicht ist.

Der Clou: Da man beim Zukauf bereits über einen im Gewinn liegenden
Posten des Wertes verfügt, ist – im Mittelwert betrachtet – auch die gesamte
jetzt verdoppelte Position von vornherein im Plus. Kursrückgänge sind damit
ideal abgesichert, während man am weiteren Anstieg des Wertes nun mit
doppelter Menge teilnimmt!

Börsenbriefe:

Am deutschen Markt gibt es eine große Vielzahl, an durchaus hilfreichen und


interessanten Börsenbriefen.
Doch Sie dürfen nicht vergessen, nur anhand einer Empfehlung aus einem
Börsenbrief, sollten Sie nie eine Kauforder geben, Sie müssen natürlich auch
in der Lage sein – laufende Informationen über diese Aktie (Unternehmen)
am besten täglich verfügen zu können. Sonst müssten Sie bis zur nächsten
erscheinenden Ausgabe des Börsenbriefes warten, um dann weitere
Informationen was Sie Aktie betrifft zu bekommen.
Egal was in Börsenbriefen, oder auch Anleger-Magazinen, wie zum Beispiel
– Börse Online, Die Tele-Börse, Wirtschafts-Woche – etc. steht, Sie sollten
nur den Empfehlungen folgen, wenn diese auch Ihrem persönlichen
Anlageziel entsprechen. Nichts ist schlimmer, als einen Trend zu folgen, der
sich am Ende doch nicht durchgesetzt oder bewahrheitet hat!

Falls Sie trotzdem Empfehlungen aus Börsenbriefen folgen wollen, sollten


Sie sich aus dem großen Angebot, das richtige für sich aussuchen. Die
meisten Herausgeber von Börsenbriefen, bieten bevor Sie ein Abo
abschließen müssen, mindestens ein kostenloses Exemplar zum Testen an.
Erst wenn Sie sicher sind, dass gerade dieser Börsenbrief Ihrem Anlagestiel
entspricht sollten Sie ein Abo abschließen.

Auch über das Internet können Sie Börsennewsletter, die meist kostenlos per
E-Mail versandt werden, Abonnieren. Auch hier stehen meist sehr brauchbare
Informationen, zu aktuellen Themen und Anlagemöglichkeiten drin.

Schlussbemerkung:

Gehen Sie Ihren persönlichen Weg an der Börse, den Sie sich mit der Zeit
erarbeiten können und werden, egal welche Nachrichten Sie von wo auch
immer hören, reagieren Sie immer gelassen, egal ob die Stimmung an der
Börse gut oder schlecht ist. Bleiben Sie Ihrem Anlageziel immer treu, und
lassen Sie sich nicht von den „tollen“ Empfehlungen, die Ihnen jeder gebe
„kann“ verleiten, in Engagements zu investieren die Ihnen völlig unbekannt
sind. Beschränken Sie sich am Anfang auf den Handel mit Aktien –
Investments, wie zum Beispiel Optionen, Futures oder auch Optionsscheine
sind zwar sehr verlockend, sind aber auch mit viel größerem Risiko behaftet.
Auch wenn Sie mal daneben liegen, und Verluste gemacht haben, werfen Sie
die Flinte nicht gleich ins Korn, sondern analysieren Sie in Ruhe woran es
gelegen hat, und lernen Sie dazu.
Bevor Sie ans Eingemachte gehen, spielen Sie ruhig das ganze Geschehen,
von der Aufgabe der Order bis zum Verkauf der Aktien mehrmals
„theoretisch“ durch. Nichts ist schlimmer, als im richtigen Moment, wenn es
schnell gehen muss – nicht zu wissen, wie Sie vorgehen wollen, oder wo Sie
die notwendigen Daten herbekommen, um einen schnellen Ablauf zu
garantieren!

Zum Schluss nennen wir Ihnen noch ein paar interessante Internetadressen,
wo Sie börsentäglich, die neuesten Kurse und Daten kostenlos beziehen
können!

Internetadressen:
Ihre Anlaufstelle für Börsenkurse im Internet:
http://www.finanztreff.de http://www.boersefrankfurt.de
http://www.chartsystem.de
Eine große Auswahl an Börseninformationsanbietern finden Sie unter:
http://www.web.de (Unter Informationen – Rubrik Börse)!
Interessante Börsenberichte, News und Reportagen finden Sie unter:
http://www.handelsblatt.de http://www.wallstreetonline.de
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http://consors.de http://www.dresdnerbank.de
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Das beste zum Schluss:
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geordert haben, bekommen Sie
natürlich von dem Unternehmen selbst!

Jedes Deutsche Unternehmen, dass an der Börse notiert ist, oder einen
Börsengang in der Zukunft vor hat, bringt täglich die neuesten Zahlen und
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Von Unternehmen zu Unternehmen sind diese Angebote (Service) aber sehr
unterschiedlich.

Sie können sich die Pressemitteilungen kostenlos per E-Mail


zusenden lassen, oder müssen die Seiten der
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