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OMICRON PTL

Prüfvorlage PTT

Distanzschutz
ABB REL316 R23 V6.6a

Benutzerhandbuch

V1.101

© OMICRON electronics GmbH


Inhaltsverzeichnis

1 Allgemein ...................................................................................................................................................1
2 Kurzanleitung ............................................................................................................................................1
3 Verwendung der Prüfvorlage ...................................................................................................................2
3.1 3.1 Prüfobjekt .......................................................................................................................................2
3.2 3.2 Hardware Konfiguration ..................................................................................................................2
4 Systemvoraussetzungen ..........................................................................................................................5
5 Funktionsumfang ......................................................................................................................................5
6 Einschränkungen ......................................................................................................................................6
7 OMICRON Prüfphilosophie ......................................................................................................................6
8 Aufbau der Prüfvorlage ............................................................................................................................7
8.1 Verdrahtungsprüfung ............................................................................................................................8
8.2 Erste Auslösung ...................................................................................................................................8
8.3 Distanzschutz .......................................................................................................................................8
8.3.1 Überstromanregung L1-L2-L3 (I-Start) ...........................................................................................8
8.3.2 Impedanzanregung .........................................................................................................................8
8.3.2.1 Impedanzanregung (3I0min) ...................................................................................................8
8.3.2.2 Impedanzanregung (3U0min) .............................................................................................. 10
8.3.3 Überstrom-/Impedanzanregung L1-L2-L3 (Imin) ......................................................................... 10
8.3.4 Prüfung der Distanzcharakteristik ............................................................................................... 10
8.3.4.1 Distanzschutz Richtung ........................................................................................................ 10
8.3.4.2 Distanzschutz Auslösezeiten ............................................................................................... 12
8.3.4.3 Distanzschutz Reichweiten .................................................................................................. 14
8.3.4.4 Rückwärtsstufe ..................................................................................................................... 16
8.4 Überstromzeitschutz (Notfunktion) .................................................................................................... 16
8.4.1 Anregung ..................................................................................................................................... 16
8.4.2 Auslösezeiten .............................................................................................................................. 16
8.5 Zuschalten auf Fehler ........................................................................................................................ 17
8.6 Scharfe Auslösung ............................................................................................................................ 18

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OMICRON PTL Benutzerhandbuch Distanzschutz-Prüfvorlage für den REL316

1 Allgemein
Die Distanzschutz-Prüfvorlage für den REL316 dient zur Prüfung der Hauptschutzfunktionen der ABB
REL316 R23 Relais. Die Vorlage umfasst verschiedene Module zur Prüfung der wichtigsten
Schutzfunktionen mit der OMICRON Test Universe Software TU 2.22 SR2. Sie wurde speziell für den
Gebrauch mit dem darin enthaltenen ABB REL316 R23 V6.6a XRIO-Konverter entwickelt und konfiguriert.
Weitere Informationen zum Konverter finden Sie im entsprechenden Handbuch.

Die Prüfvorlage wurde mit dem folgenden Relais getestet:


Hersteller: ABB
Relaistyp: REL316 R23
Firmware-Version: V6.6a

Hinweis: Diese Prüfvorlage wurde speziell für Relais des Typs REL316 mit der Firmwareversion V6.6a
entwickelt. Sie kann aber eventuell auch zur Prüfung ähnlicher Relais eingesetzt werden. Weitere
Informationen zum REL316 finden Sie im Relaishandbuch.

Die OMICRON Prüfvorlagen PTTs (Protection Test Template) sind ausschließlich für fortgeschrittene
Anwender gedacht, welche sowohl mit dem Umgang mit der Test Universe Software, als auch mit der
XRIO-Technologie vertraut sind (Informationen über Schulungen finden Sie unter
http://www.omicron.at/products/training/).

2 Kurzanleitung
Gehen Sie für die Prüfung mit der REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage wie folgt vor:
1. Öffnen Sie die ABB REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage.
2. Öffnen Sie das Prüfobjekt.
3. Geben Sie die Relaiseinstellungen unter Relaiseinstellwerte ein oder importieren Sie diese mit
dem Importfilter (für nähere Informationen siehe XRIO-Konverter Handbuch).

Abbildung 1: Die Relaiseinstellwerte im XRIO-Konverter

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4. Geben Sie die Zusatzeinstellungen unter Zusatzinformationen ein (für nähere Informationen
siehe XRIO-Konverter Handbuch). Klicken Sie anschließend auf OK.
5. Öffnen Sie die Hardware-Konfiguration.
6. Geben Sie in den folgenden Registerblättern die erforderlichen Informationen ein und klicken Sie
anschließend auf OK:
• Allgemein
• Analogausgänge
• Binär- / Analogeingänge
• Binärausgänge
• DC-Analogeingänge
7. Folgen Sie den Anweisungen zur Verdrahtung.
8. Starten Sie die Prüfung.
9. Beurteilen und archivieren Sie die Prüfergebnisse.

3 Verwendung der Prüfvorlage


Die REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage ist in drei Sektionen unterteilt: das Prüfobjekt (enthält den XRIO-
Konverter), die Hardware-Konfiguration und eine Reihe von Prüfmodulen zur Prüfung der
Schutzfunktionen des Relais.

3.1 3.1 Prüfobjekt


Das Prüfobjekt enthält den REL316 XRIO-Konverter mit allen Einstellparametern der modellierten
Schutzfunktionen des REL316. Der XRIO-Konverter mit seinen Relaiseinstellparameter ist eine
Nachbildung der ABB CAP2/316: V6.6a Software. Weitere Informationen finden Sie im Benutzerhandbuch
des XRIO-Konverters.

3.2 3.2 Hardware Konfiguration


Die Hardware-Konfiguration bietet verschiedene Möglichkeiten für die Konfiguration der Spannungs- und
Stromausgänge. Verwenden Sie zur Prüfung mit der REL316 PTT, die in der folgenden Abbildung
dargestellten Hardware-Konfiguration.

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Abbildung 2: Konfiguration der Spannungs- und Stromausgänge

Hinweis: Falls für die Prüfung höhere Ströme benötigt werden (z.B. für Relais mit IN = 5 A), kann die
Konfiguration der Stromausgänge entsprechend angepasst werden (z.B. durch Einstellen der
Konfiguration 3 x 25 A).

Im Registerblatt Analogausgänge muss die Zuordnung der Spannungs- und Stromausgänge zu den
Bezeichnungen bzw. Anzeigenamen vorgenommen werden. Abbildung 3 zeigt die Konfiguration im
Registerblatt Analogausgänge.

Abbildung 3: Konfiguration der Analogausgänge

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Konfigurieren Sie im Registerblatt Binär-/Analogeingänge die Signale entsprechend der nächsten


Abbildung!

Hinweis: Die Voreinstellung für die Binäreingänge ist "potenzialfrei". Ändern Sie diese Voreinstellungen
nach Bedarf entsprechend der vor Ort benötigten Werte.

Abbildung 4: Konfiguration der Binär-/Analogeingänge

Hinweis: Die LS-Hilfskontakte werden für die scharfe Auslösung benötigt.

Wichtig: Bitte nehmen Sie keine Änderungen in der globalen Hardware Konfiguration vor, da es
ansonsten zu Fehlfunktionen in den Prüfmodulen und deren Triggerbedingungen kommen kann.

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Der Prüfaufbau ist entsprechend der nachfolgenden Abbildung vorzunehmen.

Prüfaufbau REL316

UL1
UL2
UL3
E
E
IL1
IL2
IL3

Anregung

Hand-Ein
LS-Hilfskontakt
Auslösung

Abbildung 5: Anschluss des CMCs an das Relais REL316

4 Systemvoraussetzungen
Um die REL316 Prüfvorlage benutzen zu können, benötigen Sie eine gültige Lizenz für die OMICRON
Test Universe Software Version 2.22 oder höher mit den folgenden Prüfmodulen:
• Control Center
• QuickCMC
• Advanced Distance
• State Sequencer
• Überstromzeitschutz

5 Funktionsumfang
Die Prüfmodule sind entsprechend der zu prüfenden Schutzfunktion gruppiert. Die REL316
Distanzschutz-Prüfvorlage enthält OMICRON-Prüfmodule für folgende Schutzfunktionen:
• Distanzschutz
• Überstromzeitschutz (Not-Funktion)

Die Prüfmodule werden automatisch aktiviert und deaktiviert, da sie über die LinkToXRIO Funktion mit
dem XRIO-Konverter verknüpft sind. Sie sind somit stets ein Abbild der aktiven Schutzfunktionen im
XRIO-Konverter. Weitere Aktionen zur Aktivierung und Deaktivierung der Prüfmodule sind nicht nötig.

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6 Einschränkungen
Folgende Funktionen des REL316 Relais werden von der REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage nicht
unterstützt:
• Pendelsperre
• Spannungswandlerüberwachung
• Empfindlicher Erdfehlerschutz für isolierte und gelöschte Netze
• Wiedereinschaltung
• Abhängig verzögerter Erdschluss-Überstromzeitschutz
• Abhängig verzögerter Überstromzeitschutz
• Unabhängig verzögerter Überstromzeitschutz
• Überstromzeitschutz mit Scheitelwertverarbeitung
• Abhängig verzögerter Überstromzeitschutz mit Richtungszusatz
• Unabhängig verzögerter Überstromschutz mit Richtungszusatz
• Über-/Unterspannungsschutz
• Leistungsschutz
• Übertemperaturschutz
• Synchronisationscheck
• Schalterversagerschutz
• Verzögerung
• Entprellen
• Plausibilität - Strom 3-phasig
• Plausibilität - Spannung 3-phasig

Die REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage kann vom Anwender entsprechend erweitert werden, um eine
Prüfung der standardmäßig nicht unterstützten Schutzfunktionen zu ermöglichen. Hierfür können
beliebige Prüfmodule hinzugefügt werden, die die Funktionalität der bestehenden Vorlage nicht
beinträchtigen.

7 OMICRON Prüfphilosophie
Die in der REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage enthaltenen Anrege- und Auslösezeitprüfungen erfolgen
standardisiert. Bei der Anrege- und Rückfallwertprüfung wird für die Beurteilung des Einstellwertes die zu
prüfende variable Größe solange entlang einer Rampe erhöht, bis der Anregewert erreicht ist. Die
Prüfung von Rückfallwerten erfolgt auf ähnliche Weise durch Verringern der zu prüfenden Größe, bis der
Rückfallwert erreicht ist.
Die Auslösezeiten werden durch Simulation eines Fehlerwertes größer dem Anregewert und der
jeweiligen Toleranz geprüft. Dies führt zu einem Auslöse-Kommando der geprüften Schutzfunktion. Die
Zeit zwischen dem simulierten Fehler und dem Auftreten des Auslösesignals wird gemessen und
bewertet.

Hinweis: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die automatische Bewertung der Prüfpunkte.
Überprüfen Sie die Plausibilität aller Prüfergebnisse manuell um eine größtmögliche Zuverlässigkeit der
Prüfergebnisse zu erreichen.

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8 Aufbau der Prüfvorlage


Der Aufbau der REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage ist in der folgenden Abbildung gezeigt.

Abbildung 6: REL316 Distanzschutz-Prüfvorlage

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8.1 Verdrahtungsprüfung
Bei der Verdrahtungsprüfung wird die Verdrahtung der analogen Signale vom CMC-Prüfgerät zum Relais
überprüft. Hierzu werden mit dem OMICRON-Prüfmodul QuickCMC asymmetrische Spannungs- und
Stromwerte eingespeist. Die Spannung UL1-E wird auf 95% der Nennspannung eingestellt, die Spannung
UL2-E auf 100% und die Spannung UL3-E auf 105%. Der Strom IL1 wird auf 95% des Stromnennwertes
eingestellt, der Strom IL2 auf 100% und der Strom IL3 auf 105%.

Hinweis: Bitte stellen Sie vor dem Prüfungsstart die Anzeigeart der Analogausgänge unter Ansicht –
Einheiten entsprechend der Messwerte im Relais ein. Folgende Einstelloptionen sind möglich:
• Relativ- oder Absolutwerte
• Sekundär- oder Primärwerte.

Sind alle Verbindungen korrekt, lassen sich dieselben Werte auch am Relais auslesen. In diesem Fall
kann die Prüfung manuell als OK bewertet werden.

8.2 Erste Auslösung


Bei der ersten Auslösung wird der Anschluss des Aus-Signals vom Relais zum CMC überprüft. Dafür wird
das OMICRON-Prüfmodul Advanced Distance verwendet. Mit einem Schuss bei 50% der Leitungslänge
wird ein dreipoliger Fehler simuliert, der vom Relais abgeschaltet werden muss.

8.3 Distanzschutz

8.3.1 Überstromanregung L1-L2-L3 (I-Start)


Die Prüfung des Anrege- und Rückfallwertes der Überstromanregung erfolgt mit dem OMICRON-
Prüfmodul Rampen. Geprüft werden Anregung und Rückfall für die folgenden Fehlerschleifen:
• Fehler L1-L2-L3

Während der Prüfung mit dem Puls-Rampen Prüfmodul wird der Fehlerstromwert so lange erhöht bis der
Anregewert überschritten wird. Umgekehrt wird bei der Prüfung des Rückfallwertes der Fehlerstromwert
so lange verringert bis das Anregesignal zurückgesetzt wird.

8.3.2 Impedanzanregung

8.3.2.1 Impedanzanregung (3I0min)


Die Prüfung des Anregewertes des Summenstromes 3I0min erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul
Rampen. Geprüft werden Anregung und Rückfall für die folgenden Fehlerschleifen:
• Fehler 3I0

Während der Prüfung mit dem Puls-Rampen Prüfmodul wird der bei gleich bleibenden Stromphasen IL2
uns IL3 und bei gleich bleibender Fehlerspannung 3U0 (alle 3 Spannungsphasen symmetrisch) der
Stromwert der Phase IL1 so lange erhöht bis der Anregewert überschritten wird. Dabei muss der aus den
3 Stromphasen resultierende Summenstrom 3I0 immer unterhalb des Imin Ansprechwertes liegen, siehe
Abbildung 7.

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Abbildung 7: Logik der Impedanzanregung Z<

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8.3.2.2 Impedanzanregung (3U0min)


Die Prüfung des Anregewertes der Summenspannung 3U0 erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul
Rampen. Geprüft wird die Anregung für die folgenden Fehlerschleifen:
• Fehler 3U0

Während der Prüfung mit dem Rampen Prüfmodul wird der Fehlerspannungswert 3U0 in der Phase UL1
so lange erhöht bis der Anregewert überschritten wird. Simultan wird ein Fehlerstrom größer Imin in der
Phase IL1 erhöht.

8.3.3 Überstrom-/Impedanzanregung L1-L2-L3 (Imin)


Die Prüfung des Anregewertes der tief eingestellten Stromfreigabe erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul
Rampen. Geprüft werden Anregung und Rückfall für die folgenden Fehlerschleifen:
• Fehler L1-L2-L3

Während der Prüfung mit dem Puls-Rampen Prüfmodul wird der Fehlerstromwert so lange erhöht bis der
Anregewert überschritten wird.

8.3.4 Prüfung der Distanzcharakteristik

8.3.4.1 Distanzschutz Richtung


Für die Prüfung der Richtungscharakteristik wird das OMICRON-Prüfmodul Advanced Distance
verwendet. Jede Zone kann Vorwärts oder Rückwärts eingestellt werden. Die ABB REL316
Distanzschutzfunktion besitzt 4 Richtungsgeraden, welche überprüft werden müssen.

1 X

27°
Vorwärts
4

27°
27° R

27° 2
Rückwärts

Abbildung 8: Richtungsgeraden

Zur Prüfung der Distanzschutz-Richtung geben Sie manuell an jeder der 4 Richtungsgeraden einen
Prüfpunkt innerhalb der Zone und einen außerhalb der Zone ein, siehe Abbildung 9.

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Abbildung 9: Prüfung der Distanzschutz-Richtung

Hinweis:
• Die Distanzschutzstufendarstellung in den OMICRON Prüfmodulen Advanced Distance kann
Unterschiede zum Distanzschutzstufenaufbau im Relais aufweisen. In der Relais-Software
werden die Auslösestufen bei aktiver Anregestufe von dieser bei Überschneidung abgeschnitten,
während in den Prüfmodulen es zu einer Überlappung dieser Stufen kommt. Diese Überlappung
hat keine Auswirkungen auf die Auslösezeiten- oder Reichweiten-Prüfung. Ein weiterer
Unterschied ist in der Darstellung der Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen zu sehen. Die
Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen sind entsprechend ihrer Erdfaktoren rückgerechnet.
• Ist der Modus der Erdfehlererfassung auf I0 und U0 eingestellt, besteht die Möglichkeit, dass
Distanzstufen mit sehr großen Impedanzen nicht mehr mit den OMICRON Prüfmodulen
Advanced Distance getestet werden können. Das Prüfmodul benötigt zur Generierung großer
Impedanzen eine hohe Spannung in der Fehlerschleife. Die Erdspannung (U0) beträgt ein drittel
der Spannungsdifferenz der gesunden Phasen und der Fehlerphase, während die Spannungen
der gesunden Phasen mit Nennspannung generiert werden. Sollte dieser Erdspannungswert
kleiner als der Einstellwert 3U0min sein, werden die vom Prüfmodul generierten Fehlerströme
und Spannungen, das Relais nicht anregen. Somit kommt es auch zu keiner Auslösung mehr.
• Bei der Prüfung Distanzschutzstufen mit sehr kleinen Impedanzen, kann die vom OMICRON
Prüfmodulen Advanced Distance generierte Fehlerspannung kleiner als Umin sein. In diesem Fall
kann es zu Fehlrauslösungen des Relais kommen. Entfernen Sie in diesem Fall die LinkToXRIO-
Verknüpfung des Prüfstromes und stellen Sie diesen manuell ein. Beachten Sie dabei, dass der
Prüfstrom immer größer als der eingestellte Anregestrom der Unterimpedanzschutzfunktion sein
muss.

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8.3.4.2 Distanzschutz Auslösezeiten


Die Auslösezeitprüfung für die Distanzschutzfunktion der Stufen 1 bis 4 erfolgt mit dem OMICRON-
Prüfmodul Advanced Distance. Die Auslösezeiten werden für folgende Fehlerschleifen geprüft:
• Fehler L1-E
• Fehler L2-E
• Fehler L3-E
• Fehler L1-L2
• Fehler L2-L3
• Fehler L3-L1

Die Prüfung der Auslösezeiten der Distanzschutzstufen erfolgt durch einen Prüfschuss bei 90% jeder
aktiven Distanzschutzstufe sowie bei 110% der größten aktiven Distanzschutzstufe. Diese Schüsse
werden entlang der Leitungsgeraden gesetzt. Es besteht die Möglichkeit diese Testpunkte jederzeit zu
erweitern.

Abbildung 10: Auslösezeiten der Distanzschutzfunktion

Hinweis: Möglicherweise enthalten die Prüfmodule mehr Prüfschüsse als erforderlich (siehe Abbildung
11). Löschen Sie in diesem Fall die unnötigen Prüfpunkte. Unnötige Prüfpunkte sind durch sehr kleine
Impedanzwerte von annähernd Null oder Null zu erkennen (z.B. 8,333e-10 µΩ).

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Abbildung 11: Nicht benötigte Prüfpunkte

Hinweis: Der Prüfstrom des Prüfmoduls ist auf das Zweifache des Nennstromes eingestellt. Ist der
Prüfstrom zu hoch, kann das Modul die Prüfung nicht ausführen. Dies gilt für die in Abbildung 12
dargestellten pinkfarbenen Prüfpunkte. Entfernen Sie in diesem Fall die LinkToXRIO-Verknüpfung des
Prüfstromes und stellen Sie diesen manuell ein. Beachten Sie dabei, dass der Prüfstrom immer größer als
der eingestellte Anregestrom der Unterimpedanzschutzfunktion sein muss.

Abbildung 12: Nicht geprüfte Punkte wegen zu hohem Prüfstrom

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Hinweis:
• Die Distanzschutzstufendarstellung in den OMICRON Prüfmodulen Advanced Distance kann
Unterschiede zum Distanzschutzstufenaufbau im Relais aufweisen. In der Relais-Software
werden die Auslösestufen bei aktiver Anregestufe von dieser bei Überschneidung abgeschnitten,
während in den Prüfmodulen es zu einer Überlappung dieser Stufen kommt. Diese Überlappung
hat keine Auswirkungen auf die Auslösezeiten- oder Reichweiten-Prüfung. Ein weiterer
Unterschied ist in der Darstellung der Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen zu sehen. Die
Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen sind entsprechend ihrer Erdfaktoren rückgerechnet.
• Ist der Modus der Erdfehlererfassung auf I0 und U0 eingestellt, besteht die Möglichkeit, dass
Distanzstufen mit sehr großen Impedanzen nicht mehr mit den OMICRON Prüfmodulen
Advanced Distance getestet werden können. Das Prüfmodul benötigt zur Generierung großer
Impedanzen eine hohe Spannung in der Fehlerschleife. Die Erdspannung (U0) beträgt ein drittel
der Spannungsdifferenz der gesunden Phasen und der Fehlerphase, während die Spannungen
der gesunden Phasen mit Nennspannung generiert werden. Sollte dieser Erdspannungswert
kleiner als der Einstellwert 3U0min sein, werden die vom Prüfmodul generierten Fehlerströme
und Spannungen, das Relais nicht anregen. Somit kommt es auch zu keiner Auslösung mehr.
• Bei der Prüfung Distanzschutzstufen mit sehr kleinen Impedanzen, kann die vom OMICRON
Prüfmodulen Advanced Distance generierte Fehlerspannung kleiner als Umin sein. In diesem Fall
kann es zu Fehlrauslösungen des Relais kommen. Entfernen Sie in diesem Fall die LinkToXRIO-
Verknüpfung des Prüfstromes und stellen Sie diesen manuell ein. Beachten Sie dabei, dass der
Prüfstrom immer größer als der eingestellte Anregestrom der Unterimpedanzschutzfunktion sein
muss.

8.3.4.3 Distanzschutz Reichweiten


Die Prüfung der Stufenreichweiten für die Distanzschutzfunktion der Stufen 1 bis 4 erfolgt mit dem
OMICRON-Prüfmodul Advanced Distance. Es werden folgenden Fehlerschleifen geprüft:
• Fehler L1-E
• Fehler L2-E
• Fehler L3-E
• Fehler L1-L2
• Fehler L2-L3
• Fehler L3-L1

Die Prüfung der Reichweite erfolgt durch Prüfschüsse bei 95% und 105% jeder aktiven Stufe. Für alle
vorwärts gerichteten Stufen werden diese Schüsse bei 90° und 0° gesetzt sowie alternativ bei 180° und
270° für alle rückwärts gerichteten Stufen.

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Abbildung 13: Prüfung der Distanzschutz-Reichweiten

Hinweis:
• Möglicherweise enthalten die Prüfmodule mehr Prüfschüsse als erforderlich (siehe Abbildung 11).
Löschen Sie in diesem Fall die unnötigen Prüfpunkte. Unnötige Prüfpunkte sind durch sehr kleine
Impedanzwerte von annähernd Null oder Null zu erkennen (z.B. 8,333e-10 µΩ).
• Der Prüfstrom des Prüfmoduls ist auf das Zweifache des Nennstromes eingestellt. Ist der
Prüfstrom zu hoch, kann das Modul die Prüfung nicht ausführen. Dies gilt für die in Abbildung 12
dargestellten pinkfarbenen Prüfpunkte. Entfernen Sie in diesem Fall die LinkToXRIO-Verknüpfung
des Prüfstromes und stellen Sie diesen manuell ein. Beachten Sie dabei, dass der Prüfstrom
immer größer als der eingestellte Anregestrom der Unterimpedanzschutzfunktion sein muss.
• Die Distanzschutzstufendarstellung in den OMICRON Prüfmodulen Advanced Distance kann
Unterschiede zum Distanzschutzstufenaufbau im Relais aufweisen. In der Relais-Software
werden die Auslösestufen bei aktiver Anregestufe von dieser bei Überschneidung abgeschnitten,
während in den Prüfmodulen es zu einer Überlappung dieser Stufen kommt. Diese Überlappung
hat keine Auswirkungen auf die Auslösezeiten- oder Reichweiten-Prüfung. Ein weiterer
Unterschied ist in der Darstellung der Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen zu sehen. Die
Distanzschutzstufen für Erdfehlerschleifen sind entsprechend ihrer Erdfaktoren rückgerechnet.
• Ist der Modus der Erdfehlererfassung auf I0 und U0 eingestellt, besteht die Möglichkeit, dass
Distanzstufen mit sehr großen Impedanzen nicht mehr mit den OMICRON Prüfmodulen
Advanced Distance getestet werden können. Das Prüfmodul benötigt zur Generierung großer
Impedanzen eine hohe Spannung in der Fehlerschleife. Die Erdspannung (U0) beträgt ein drittel
der Spannungsdifferenz der gesunden Phasen und der Fehlerphase, während die Spannungen
der gesunden Phasen mit Nennspannung generiert werden. Sollte dieser Erdspannungswert
kleiner als der Einstellwert 3U0min sein, werden die vom Prüfmodul generierten Fehlerströme
und Spannungen, das Relais nicht anregen. Somit kommt es auch zu keiner Auslösung mehr.
• Bei der Prüfung Distanzschutzstufen mit sehr kleinen Impedanzen, kann die vom OMICRON
Prüfmodulen Advanced Distance generierte Fehlerspannung kleiner als Umin sein. In diesem Fall
kann es zu Fehlrauslösungen des Relais kommen. Entfernen Sie in diesem Fall die LinkToXRIO-
Verknüpfung des Prüfstromes und stellen Sie diesen manuell ein. Beachten Sie dabei, dass der
Prüfstrom immer größer als der eingestellte Anregestrom der Unterimpedanzschutzfunktion sein
muss.

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8.3.4.4 Rückwärtsstufe
Die Prüfungen der Auslösezeit und der Reichweite der Rückwärtsstufe für die verschiedenen
Fehlerschleifen ist wie die Prüfungen der Distanzschutzstufen 1 bis 4 aufgebaut.

Hinweis: Da die Rückwärtsstufe zusammen mit dem überreichenden Übertragungssystem mit


Sperrsignal und der Energierichtungswechsel-Logik verwendet wird, muss für diese Prüfung vorher
überprüft werden, ob der Signalsausgang Messung Rückw mit dem Binäreingang 7 des CMC verbunden
ist.

8.4 Überstromzeitschutz (Notfunktion)

8.4.1 Anregung
Die Prüfung des Anrege- und Rückfallwertes erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul Rampen. Geprüft
werden Anregung und Rückfall für die folgenden Fehlerschleifen:
• Fehler L1-E
• Fehler L2-L3
• Fehler L1-L2-L3

Während der Prüfung mit dem Rampen Prüfmodul wird der Fehlerstromwert so lange erhöht bis der
Anregewert überschritten wird. Umgekehrt wird bei der Prüfung des Rückfallwertes der Fehlerstromwert
so lange verringert bis das Anregesignal zurückgesetzt wird.

8.4.2 Auslösezeiten
Die Auslösezeitprüfung der unabhängig und abhängig verzögerten Überstromzeitschutzelemente und der
Überstromzeitschutzelement mit Scheitelwertverarbeitung erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul
Überstromzeitschutz. Die Auslösezeiten werden für folgende Fehlerschleifen geprüft:
• Fehler L1-E
• Fehler L2-L3
• Fehler L1-L2-L3

Die Prüfschüsse für die einzelnen Fehlerarten sind relativ zu den Anregewert-Einstellungen definiert. Es
wird die Zeit des Auslöse-Kommandos gemessen und bewertet.

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Abbildung 14: Auslösezeitprüfung der Überstromzeitelemente

8.5 Zuschalten auf Fehler


Die Prüfung der Funktion Zuschalten auf Fehler (SOFT – Switch onto Fault) erfolgt mit dem OMICRON-
Prüfmodul State Sequencer. Es werden folgenden Fehlerschleifen geprüft:
• Fehler L1-L2-L3

Während der Zuschalten auf Fehler Prüfung wird überprüft ob nach einem Hand-Ein-Signal nach
Distanzschutzstufenzeit oder in Schnellzeit eine Auslösung erfolgt. Die Zuschalten auf Fehler Funktion ist
nach Erkennung des Hand-Ein-Signals für 1s aktiv. Dieses Relaisverhalten wird durch Verwendung von 7
State Sequencer Zuständen simuliert.
• LS offen 1: Dieser Vorfehlerzustand mit LS-Zustand offen wird so lange gehalten, bis ein Hand-
Ein Signal erfolgt (0->1). (Hinweis: Achten Sie darauf, dass das Hand-Ein-Signal mit dem
Binäreingang 5 des CMC verbunden ist.)
• LS geschlossen 1: Dieser Vorfehlerzustand mit LS-Zustand geschlossen wird so lange gehalten
bis das Hand-Ein-Signal wieder zurückgesetzt wird (1->0). Anschließend läuft ein eine
Nachfolgezeit von 800ms ab, bevor der Fehlerzustand erfolgt. In diesem Fall wird die Schalten
auf Fehler Funktion aktiviert.
• Fehler 1: In diesem Fehlerzustand wird ein 3-poliger Fehler bei 110% von Stufe 1 simuliert.
Dieser Fehler sollte bei aktiver Zuschallten auf Fehler Funktion in Schnellzeit vom Relais
abgeschaltet werden. In der Messwertansicht des State Sequencer Prüfmoduls wird diese Zeit
dann gemessen und bewertet.
• LS offen 2: Auch dieser Vorfehlerzustand mit LS-Zustand offen wird so lange gehalten, bis ein
Hand-Ein Signal erfolgt (0->1). (Hinweis: Achten Sie darauf, dass das Hand-Ein-Signal mit dem
Binäreingang 5 des CMC verbunden ist.)
• LS Geschlossen 2: Auch dieser Vorfehlerzustand mit LS-Zustand geschlossen wird so lange
gehalten bis das Hand-Ein-Signal wieder zurückgesetzt wird (1->0). Anschließend läuft ein eine
Nachfolgezeit von 1200ms ab, bevor der Fehlerzustand erfolgt. In diesem Fall wird das Schalten
auf Fehler Funktion nicht aktiviert.

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• Fehler 2: In diesem Fehlerzustand wird ein 3-poliger Fehler bei 110% von Stufe 1 simuliert. Da in
diesem Fall durch die 2 vorangegangenen Vorfehlerzustände das Zuschalten auf Fehler Funktion
deaktiviert ist, sollte dieser Fehlerzustand mit der Stufe 1 nachgeschalteten
Distanzschutzstufenzeit (meistens Zeit der Stufe 2) abgeschaltet werden. In der Messwertansicht
des State Sequencer Prüfmoduls wird diese Zeit dann gemessen und bewertet.
• LS offen 3: Nachfehler mit simuliertem LS-Zustand offen

Hinweis: Zur Prüfung der Zuschalten auf Fehler Funktion gibt es folgende Einschränkungen:
• Es muss mindestens eine Stufe in Vorwärtsrichtung aktiv sein. Sollte diese Stufe nicht Stufe 1
sein, müssen die beiden State Sequencer Zustände Fehler 1 und Fehler 2 manuell angepasst
werden. Ändern Sie entsprechend Ihrer Relaiseinstellwerte die Referenzzone von Z%, siehe
Abbildung 15.
• Aktivierung der Zuschalten auf Fehler Funktion erfolgt nur über die Erkennung des Hand-Ein-
Signals. Eine Aktivierung der Funktion über das Signal Leitung Aus wird nicht unterstützt.

Abbildung 15: Änderung der Z% - Referenzstufe

8.6 Scharfe Auslösung


Die Prüfung der Auslösezeit mit LS-Kontakten erfolgt mit dem OMICRON-Prüfmodul State Sequencer.
Die Prüfung ist in drei Zustände gegliedert: Vorfehler, Fehler und Nachfehler. Während des
Fehlerzustandes wird ein dreipoliger Fehler in Richtung der ersten Distanzzone simuliert. Es wird die Zeit
zwischen dem Auslöse-Kommando und dem Zeitpunkt bewertet, zu dem der Leistungsschalter geöffnet
ist.

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