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Physikalische Chemie 2 Vorlesung 03 24.02.

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2. Elektrochemie im Gleichgewicht

Elektrizität: Lehre von Phänomenen, die mit ruhender oder bewegter elektrischer

Ladung zu tun haben

Ladungen: Negative Elektronen, positive Protonen (-> in neutralen Atomen

ausgeglichen)

Elektrische Felder: Werden durch Überschussladungen hervorgerufen und bewirken Bewegung

der “freien Ladungsträger“

Magnetische Felder: Werden durch elektrischen Strom hervorgerufen oder können elektrischen

Strom erzeugen, wenn der Magnet bewegt wird

Grundlagen in PC III

Hier: Chemische Konzepte und thermodynamische Erklärung

2.1 Grundbegriffe

Ionen: geladene Teilchen  “wandern“ im elektrischen Feld

Ionische Verbringungen (Salze): bestehen aus Metall (z.B. Na) und Nichtmetall (z.B. Cl)

-> Na gibt negatives Elektronen ab und wird zum positiven Na+- Kation

-> Cl nimmt negatives Elektron auf und wird zum negativen Cl—-Anion

Ladungszahl: Z ist die Ladung des Ions/Elementarteilchens e = 1,602 * 10-19C

Im Wasser trennen sich Ionen (->dissoziieren) und werden von Wassermolekülen umgeben

(->solvatisiert), Wasserhülle = Solvathülle

Elektrolyt: Chemische Verbindung, die Ionen dissoziiert

Elektrolytlösung: Elektrolyt + Lösungsmittel  leitet den elektrischen Strom

->positive Na+ wandern zur negativen Kathode

->negative Cl- Anionen wandern zur positiven Anode

Beim Erreichen der Elektrode werden Ionen an


Elektrodenoberfläche neutralisiert

->Cl- Anionen geben Elektronen ab (Elektronenabgabe -> Oxidation)

->Na+ Kationen nehmen Elektronen auf (Elektronenaufnahme ->Reduktion)

Das A und O der Chemie! An der Anode findet die Oxidation statt!
Faraday‘sche Gesetze

Beschreibung von Strom- und Massefluss


𝐿𝑎𝑑𝑢𝑛𝑔 𝑄 𝐶
Allgemein: 𝑆𝑡𝑟𝑜𝑚 = 𝑍𝑒𝑖𝑡
→ 𝐼 = 𝑡 [𝐴 = 𝑠 ] → 𝑄 = 𝐼 ∗ 𝑡[1𝐶 = 1𝐴𝑠]

->Um 1 mol eines einwertigen Ions abzuscheiden bedarf es einer Ladung

𝑄 = 𝑁𝐴 ∗ 𝑒 = 𝐹 mit e = 1,602 * 10-19C Elementarladung

NA = 6,023 * 1023 mol-1 Avogadro-Konstante


𝐶
F = 96487 Faraday-Konstante
𝑚𝑜𝑙

Um n mol einer z-wertigen Ions abzuscheiden Q = n * z * F

Leitfähigkeit
𝑈 𝑉
Ohm‘sche Gesetz für Widerstand 𝑅 = 𝐼 [𝛺 = 𝐴] 𝑈𝑅𝐼 → 𝑈 = 𝑅 ∗ 𝐼
1
->Kehrwert des Widerstands: Leitfähigkeit 𝐺 = 𝑅 [𝛺−1 ] → Siemens = [𝑆]

Die Leitfähigkeit eines Körpers hängt von seiner Geometrie ab

𝐴
Leitfähigkeit 𝐺 = 𝜅 𝑙 𝜅 = 𝐾𝑎𝑝𝑝𝑎, 𝑠𝑝𝑒𝑧𝑖𝑓𝑖𝑠𝑐ℎ𝑒 𝐿𝑒𝑖𝑡𝑓äℎ𝑖𝑔𝑘𝑒𝑖𝑡(𝑖𝑠𝑡 𝑢𝑛𝑎𝑏ℎä𝑛𝑔𝑖𝑔 𝑣𝑜𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝐺𝑒𝑜𝑚𝑒𝑡𝑟𝑖𝑒)
𝑙 1 𝑚
𝜅 = 𝐺 𝐴 [𝛺 𝑚2 ] = [𝛺−1 ∗ 𝑚−1 ]

Die Leitfähigkeit einer Lösung hängt von der Anzahl der enthaltenen Ionen ab
𝜅 1 𝑚2 𝑚2
 “molare Leitfähigkeit“ 𝛬 = 𝐶 [𝛺∗𝑚 𝑚𝑜𝑙 = 𝛺∗𝑚𝑜𝑙]

Aber die molare Leitfähigkeit ist abhängig von der Konzentration, wegen der zunehmenden Beeinflussung
der Ionen untereinander

Starke Elektrolyte: dissoziieren vollständig -> 𝛬 ändert sich wenig mit der Konzentration

(z.B. CuSO4, NaCl)

Schwache Elektrolyte: dissoziiert nur teilweise ->𝛬 ändert sich deutlich mit der Konzentration

(z.B. CH3COOH)
Kohlrausch’sches Quadratwurzelgesetz für starke Elektrolyte

𝛬𝑚(𝐶) = Λ°𝑚 − 𝐴√𝐶 Λ°𝑚 𝑚𝑜𝑙𝑎𝑟𝑒 𝐿𝑒𝑖𝑡𝑓äℎ𝑖𝑔𝑘𝑒𝑖𝑡 𝑏𝑒𝑖 unendlicher Verdünnung

->kann bei Auftragung gegen √𝐶 extrapoliert werden

A: Stoffabhängige Konstante