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DIE FABEL

Die folgenden Merkmale enthalten viele Fabeln


• Tiere und Pflanzen treten in der Fabel als Menschen auf.
• Menschliche Schwächen wie Neid, Dummheit, Geiz, Eitelkeit und so weiter sind Thema der Fabeln.
• Meist kommen nur 2 Tiere in der Fabel vor.
• In einer Fabel wird keine genaue Zeit genannt.
• Es wird kein genauer Ort genannt.
• Fabeln sind kurz.
• Fabeln enthalten keine genauen Schilderungen.
• Eine Fabel steht in der Vergangenheit.
• Fabeln haben mit dem wirklichen Leben der Menschen zu tun.
• Wichtige Leute (Könige) werden in manchen Fabeln versteckt angegriffen.
• Am Ende einer Fabel steht oft, was man aus der Fabel lernen kann
• Fabeln sind in 3 Teile gegliedert.

1. Ausgangssituation (Überschrift, wie ist die Situation)


2. Rede und Gegenrede (Streit, Streitgespräch)
3. Lösung (Die Lösung und die Moral der Fabel)

Die einzelnen Teile müssen nicht alle in einer Fabel enthalten sein.

KURZGESCHICHTE
• meistens ist der Erzähler distanziert, er ist neutral oder personal.
• keine oder nur eine sehr kurze Einleitung und ein sofortiger Einstieg in die Handlung, die Personen
werden nicht eingeführt, man erfährt in der Regel nichts über das vorherige Geschehen
• verdichtete Erzählweise aufgrund der Kürze, Kommentare und Erklärungen eines Erzählers kommen
in der Regel nicht vor
• die erzählte Zeit beträgt oft nur wenige Minuten oder Stunden, häufig wird das Geschehen reduziert
auf wenige Augenblicke, eine beispielhafte Situation, ein Bild oder eine Momentaufnahme
• Ort und Zeit sind meistens unbekannt
• das Geschehen dreht sich häufig um eine oder zwei Hauptfiguren, werden nur anhand einzelner
Merkmale charakterisiert, sind einfache Menschen, Verachtete, Leidende oder Außenseiter der
Gesellschaft, mit Schwächen und Problemen
• es treten meist Personen ohne Namen auf. Personen treten nur über Pronomen in der Kurzgeschichte
auf oder allgemein unter Bezeichnungen wie Mutter, Vater, der Busfahrer
• die Handlung ist reduziert und einsträngig, es werden alltägliche und zeitgemäße Themen behandelt
• erzählt wird von einem entscheidenden Einschnitt im Leben der handelnden Personen. Meistens
erfahren die Figuren einen Wendepunkt
• der Sprachstil ist einfach, kurze Sätze, Umgans- und Alltagssprache
• ein offener Schluss: soll den Leser dazu bringen, über das Geschehen nachzudenken, denn es bleiben
Fragen offen. Wertungen, Deutungen oder Lösungen werden in der Regel nicht angeboten. Ein
unbestimmter Ort, Personen ohne Namen und eine fehlende genaue zeitliche Einordnung weisen auf
die Allgemeingültigkeit der Textaussage.

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MÄRCHEN

• beginnen meist mit der Redewendung: „Es war einmal ...“


• spielen nie an einem ganz bestimmten Schauplatz,
• das Gute wird am Ende immer belohnt und das Böse wird am Ende immer bestraft.
• die Hauptperson ist der Held des Märchens, er muss eine Aufgabe oder ein Problem lösen
• es gibt einen bösartigen Gegenspieler
• Personen oder Dinge mit übernatürlichen Eigenschaften helfen dem Helden, sie können dem Helden
auch schaden
• Dinge oder Tiere können sprechen
• Zahlen sind oft symbolisch für Glück oder Unglück (3, 7, 13 ...)
• In fast jedem Märchen gerät ein guter Mensch in eine schwierige Situation, aus der er sich durch
eigene Kraft befreien kann.
• In vielen Märchen spiel ein Gegenstand eine wichtige Rolle
• Märchen spielen in der Vergangenheit
• Strafen für falsches Handeln
• Es gibt oft ein glückliches Ende, manchmal auch ein böses Ende, es werden alle Fragen beantwortet
• Oft endet ein Märchen mit den Worten: Und wenn sie nicht gestorben sind...

KUNSTMÄRCHEN

• Werk eines bestimmten Autors


• Fixierung von Ort und Zeit, charakteristische Schauplätze
• künstlerische Sprache
• mehrsträngige, originelle Handlung
• mehrdimensionale Charaktere, Psychologisierung der Figuren
• gemischte Figuren, nicht gut oder böse
• kein eindeutiges Happy-End oder schlechter Ausgang, keine Formeln
• komplexes Weltbild

Gemeinsame Merkmale:
• Held muss Aufgabe lösen
• magische Requisiten (Zauberstab, Besen…)
• Zahlensymbolik, Natursymbolik
• Tiere können sprechen
• symbolisches Verhandeln und Bewältigen alltäglicher Probleme

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DIE SAGE

• ist eine volkstümliche, anonyme, oft fantastische Erzählung


• beruht auf realen Begebenheiten
• gibt genaue Angaben über Zeit, Ort und Personen, wodurch sie glaubhaft wirkt
• erinnert an Orte, Ereignisse und Personen, die es tatsächlich gegeben hat. In Sagen erwähnte
Personen haben oft tatsächlich gelebt.
• will bestimmte Dinge erklären z. B. seltsame Erscheinungen in der Natur, die Herkunft von (Orts-
)Namen
• Magisches und Mystisches kommt vor: Hexen, Riesen, Zwerge, Elfen, Tiere und Pflanzen, Wunder,
übernatürliche Kräfte usw.
• viele Sagen werden von einem "Er-Erzähler" erzählt
• Erzählzeit: Präteritum
• typische Einleitung/typischer Anfang, der konkret Zeit, Ort und Personen benennt: Vor
Jahrhunderten ...; In Böhmen liegt ...; Einst stand auf einem Hügel in ...; Die Bürger von Hameln
reden noch heute von ...; Es wurde erzählt, dass ...

DIE LEGENDE

• der Unterschied zwischen Sage und Legende ist gering


• es gelten die gleichen Merkmale
• erzählt immer von Heiligen oder von religiösen Ereignissen
• bezieht sich immer auf eine bestimmte Person oder auf ein eindeutiges Ereignis

DIE BALLADE

• erzählt eine Geschichte; stellt schicksalhafte Begegnungen dar; schicksalhafte Auseinandersetzungen


verändern das Leben der Personen;
• Geheimnisvolles und Tragisches kommt vor; das Geschehen ist oft unerklärlich;
• der Dichter beschreibt intensive Gefühle: Hoffnung, Angst, Neugierde, Wut, Verzweiflung, Zorn:
• Balladen möchten unterhalten (mit geheimnisvollen und unheimlichen Inhalten), belehren (meist
Heldensagen), kritsieren Ungerechtigkeiten;
• epische Elemente (es gibt einen Erzähler, der berichtet), lyrische (Strophen, Verse, Endreim,
Rhythmus, Stilmittel), dramatische (Monolog, Dialog, Spannungssteigerung am Höhepunkt).

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Rhythmus
Endreim
Jambus: _ | (unbetont – betont)
Paarreim: a a b b
Trochäus: | _ (betont – unbetont)
Kreuzreim: a b a b
Daktylus: | _ _ (betont – unbetont – unbetont)
Umarmender Reim: a b b a
Anapäst: _ _ | (unbetont – unbetont –betont)

Stilistische Mittel

Alliteration Wiederholung desselben Konsonanten am Milch macht müde Männer munter


Anfang mehrerer Wörter in einem Satz
Anapher Wiederholung eines Wortes oder Satzes am Wieder an dem grünen Flusse.
Strophen- oder Versanfang. Wieder steh ich an der Brücke.
Antithese Zwei gegenteilige Wörter werden gegenüber Himmel und Hölle; Gutes lag so fern
gestellt. und Böses kam ihm nah.
Assonanz Wiederholung desselben Lautes in Schwarze Damen, schwarze Herren.
aufeinander folgenden Wörtern
Chiasmus Aufeinanderfolgen zweier Wortpaare in Er tut nicht was er will, er will nicht
umgekehrter Reihenfolge. was er tut.
Ellipse Auslassen von Wörtern Ende gut, alles gut.
Hyperbel Übertreibungen Unendlich lang, ein Meer voll Tränen
Inversion Umkehr der Satzteile Hoch ist der Turm von Babel
Metapher Wörter werden durch Bilder dargestellt Die Sonne lacht
Oxymoron Formulierungen aus Gegensätzen Hassliebe; das viele Geld hat mich in
den Ruin getrieben.
Parallelismus Es werden Wörter wiederholt, die einen Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
ganzen Satz bilden.
Personifikation Eine unpersönliche Sache bekommt einen Die Sonne lacht
menschlichen Charakter.
Tautologie Derselbe Begriff oder Gedanke durch dasselbe nie und nimmer; voll und ganz; Krieg
oder gleichbedeutende Wörter ist Krieg
Vergleich Sie ist so schön wie eine Blume.

Formale Gestaltung/Satzbau
• viele kurze Hauptsätze: Darstellung einer raschen Geschehenabfolge (Dynamik); Steigerung der Spannung
• Ellipsen: größere Realitätsnähe
Wortwahl
1. Nominalstil (hauptsächliche Verwendung von Substantiven): verdeutlicht Zustände, Gedanken, Ideen
2. Verbalstil (hauptsächliche Verwendung von Verben): verdeutlicht die Bewegtheit von Ereignissen; Unruhe,
schnell aufeinanderfolgende Ereignisse --> Gefühle beim Leser werden angesprochen
3. viele Adjektive: Charakterisierung; Schilderung von Landschaften
4. ungewöhnliche Wörter: hebt Textstellen hervor, weckt die Aufmerksamkeit des Lesers

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Stilmittel
1. Metapher, Vergleiche, Symbole: werden verwendet, um Eindrücke bildhaft darzustellen und beim Leser
Gefühle und Vorstellungen zu wecken.
2. Rhetorische Fragen: soll den Leser in den Text einbeziehen, seine Aufmerksamkeit wecken, den Leser
beeinflussen und auf seine Seite bringen
3. Wiederholung, Anapher, Pleonasmus: verstärkt Wirkung und Eindruck des Ausgesagten, weist auf
Wichtiges hin
4. Alliteration: Betonung eines wichtigen Gedankens
5. Epitheton: schmückende, ornamentale Rolle, Individualisierung, Bewertung

DIE NACHERZÄHLUNG

Bei der Nacherzählung geht es darum, eine vorgegebene Geschichte in eigenen Sätzen, verständlich
nachzugestalten.
Es ist wichtig, Informationen zu empfangen und weiterzugeben. Die Nacherzählung soll uns über folgendes
informieren:
- WER ist beteiligt?
- WO geschieht es?
- WANN geschieht es?
- WAS geschieht?
- WARUM geschieht etwas?
- WARUM tut jemand etwas?

Folgende Arbeitsschritte helfen uns beim Schreiben einer Nacherzählung:


1. Die Fragen oben stellen (wer, wo, wann, was, warum) und beantworten.
2. Den Inhalt in Erzählschritte gliedern:
Immer, wenn andere Personen/Tiere handeln und/oder die Zeit und/oder der Ort wechseln und/oder ein
neues Ereignis eintritt, beginnt ein neuer Erzählschritt.
3. Den Aufbau der Nacherzählung planen: die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss gegliedert in
Stichworten aufschreiben.
Einleitung: Wer? Wo? Was?
Hauptteil: Was? Wie?
Schluss: Warum?
4. Unwesentliches soll weggelassen werden und der Höhepunkt soll ausführlich erzählt werden.
5. Schreib deine Nacherzählung immer im Imperfekt!

DIE CHARAKTERISIERUNG
Aufbau Charakterisierung:

1.) Einleitung:
• Autor
• Titel
• Textart
• Wovon handelt der Text?

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2.) Hauptteil:
2.1. Fakten und Allgemeine Informationen zur charakterisierenden Person:

• Name
• Geschlecht
• Alter
• Beruf
• Herkunft

2.2.1. Außensicht / Äußere Merkmale / Physische Beschreibung / Verhalten


• Beschreibung des Aussehens
• Gesicht (Haare, Augenform- und Farbe, Mund, Nase, Ohren)
• Körperstatur
• Kleidung
• Verhalten
• Mimik
• Gestik
• Sprache
• Beziehungsverhalten / Soziale Beziehungen

2.2.2 Innensicht / Innere Merkmale / Psychische Beschreibung


• Gefühle und Emotionen
• Gedanken

-> Charaktereigenschaften herausstellen, indem das Äußere und Innere Verhalten in Beziehung zu den
Eigenschaften gesetzt wird

3.) Schluss:
Eigener Kommentar mit Wertung

Tipps für Charakterisierungen:

Charakterisierungen werden immer im Präsens geschrieben!


Charaktereigenschaften müssen mit Zitaten belegt werden!
Auf Wiederholungen verzichten!
Immer mit eigenen Worten formulieren!

• Daten zur Person: Alter, Herkunft, Äußerlichkeiten, Beruf, gesellschaftlicher Status und andere Merkmale,
die das Umfeld und die Figur näher charakterisieren.
• Verhalten der Figur: Wie verhält sich die Figur? Wie spricht sie und gibt es dabei Auffälligkeiten? Gibt es
innere Konflikte, wichtige Ansichten oder bestimmte innere Konflikte?
• Entwicklung der Figur: Hat sich die Figur im Laufe der Erzählung verändert? Hat sie ihre Ansichten über
den Tisch geworfen oder verhält sie sich am Ende anders als zu Beginn?

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DIE ERZÄHLUNG - Gliederung

Höhepunk/ Wendepunkt

Steigende Handlung Fallende Handlung

Erregendes Moment Lösung

EINLEITUNG HAUPTTEIL SCHLUSS

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