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Ziel und Zweck von DIGNITAS gang zu den Dienstleistungen von

DIGNITAS und unterstützt den Verein im


Der Verein «DIGNITAS – Menschenwürdig Engagement zur Wahrung der Menschen-
leben – Menschenwürdig sterben» wurde würde und Menschenrechte aller Mitglie-
am 17. Mai 1998 auf der Forch (bei Zü- der im Leben und im Sterben, wo immer
rich) gegründet. Die Organisation, welche diese als bedroht gelten müssen.
keinerlei kommerzielle Interessen ver-
folgt, hat statutengemäss den Zweck, ihren Überschüsse seiner Rechnung investiert
Mitgliedern ein menschenwürdiges Leben DIGNITAS in den Ausbau seiner Dienstleis-
wie auch ein menschenwürdiges Sterben tungen und die Suizidversuchs-Präven-
zu sichern und diese Werte auch weiteren tion.
Personen zugute kommen zu lassen.
DIGNITAS verfolgt dieses Ziel, indem den
Die DIGNITAS-Patientenverfügung
Mitgliedern im Rahmen der Möglichkei-
ten des Vereins durch Rat und Tat dem Viele Menschen fürchten sich davor, in
Einzelfall angepasste Hilfe geleistet wird. einem hoffnungslosen Zustand oder oh-
ne Bewusstsein in einem Spital an Appa-
Diesem Zweck entsprechend umfasst die rate angeschlossen und so während lan-
Tätigkeit von DIGNITAS unter anderem: ger Zeit künstlich am Leben gehalten zu
• Beratung zu allen Fragen rund um das werden. Sie fürchten sich vor sinnlosen
Lebensende Operationen und Therapien. Sie möchten
• Zusammenarbeit mit Ärzten, Kliniken den Jahren mehr Leben, nicht dem Le-
und anderen Organisationen ben mehr Jahre geben.
• Durchsetzung der Patientenverfügung
und der Patientenrechte Gegen diese Hilflosigkeit und Ausgelie-
• Suizid- und Suizidversuchs-Prävention fertheit an die High-Tech-Medizin gibt
• Unterstützung bei Konflikten mit Be- es nur ein probates Mittel: eine rechtlich
hörden, mit der Leitung von Alters- durchsetzbare Patientenverfügung. Dazu
und Pflegeheimen und nicht frei ge- gehört einerseits ein verbindlicher, un-
wählten Ärzten missverständlicher Text, der von erfah-
• Rechtsfortentwicklung in Fragen „der renen Spezialisten verfasst ist, anderer-
letzten Dinge“ seits aber auch eine effiziente Organisa-
• Sterbebegleitung und Freitodhilfe tion wie DIGNITAS, welche dafür sorgen
kann, dass die Patientenverfügung – not-
Für eine einmalige Eintrittsgebühr von falls auch gegen Widerstand – durchge-
Schweizer Franken (CHF) 200.- und ei- setzt werden kann.
nen jährlichen Mitgliederbeitrag von min-
destens CHF 80.- (die Höhe liegt im Er- DIGNITAS bietet den Mitgliedern für die
messen des Mitgliedes) erhält man Zu- Dauer ihrer Mitgliedschaft eine in der
Schweiz rechtlich wirksame Patienten- delt, das in gewöhnlichem Trinkwasser
verfügung, welche von Ärzten, Ärztin- aufgelöst wird. Nach dessen Einnahme
nen und dem Pflegepersonal in Kran- schläft der Patient oder die Patientin in-
kenhäusern respektiert werden muss und nerhalb weniger Minuten ein, wonach
zu deren Durchsetzung DIGNITAS den der Schlaf schmerzlos und ruhig in den
Mitgliedern, wo notwendig, direkte Un- Tod übergeht.
terstützung durch einen Rechtsanwalt
zukommen lässt. Jeder zulässige Einsatz eines tödlich
wirkenden Medikamentes setzt selbst-
Da Patientenverfügungen eng mit dem verständlich ein ärztliches Rezept eines
Recht des Landes zusammenhängen, in schweizerischen Arztes voraus, denn nur
dem sie ausgegeben werden, kann diese so kann das Mittel legal beschafft wer-
Dienstleistung grundsätzlich nur für das den. Wer in der Schweiz wohnt, sollte
Gebiet der Schweiz garantiert werden. die Frage, welcher Arzt das Rezept aus-
stellen soll, rechtzeitig mit uns bespre-
Legale chen. Meist sind heute die jeweiligen
Freitodbegleitung mit DIGNITAS Hausärzte dazu bereit.

Im Fall von ärztlich diagnostizierten Wo dies nicht der Fall sein sollte oder
hoffnungslosen oder unheilbaren Krank- für Personen, die nicht in der Schweiz
heiten, unerträglichen Schmerzen oder wohnen, kann sich DIGNITAS auf die un-
unzumutbaren Behinderungen bietet abhängigen Schweizer Ärzte stützen, die
DIGNITAS seinen Mitgliedern die Mög- mit DIGNITAS zusammen arbeiten. Nach
lichkeit eines begleiteten Freitods an. Vorprüfung eines schriftlichen Ersu-
chens und Begegnungen mit dem Mit-
DIGNITAS verfügt über qualifizierte Mit- glied, während welcher sich der Arzt
arbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der vom Vorhandensein der Voraussetzun-
Freitodhilfe und Sterbebegleitung über gen für die gewünschte Freitodbeglei-
grosse Erfahrung verfügen. Diese klären tung noch persönlich überzeugt, kann
in eingehenden Gesprächen ab, ob die dann das Rezept zuhanden von DIGNITAS
zu beachtenden Voraussetzungen für ausgestellt werden.
eine Freitodhilfe gegeben sind und der
Sterbewunsch dem erklärten Willen des Von diesem Zeitpunkt an kann das Mit-
Mitglieds entspricht. Dabei ist insbeson- glied den Termin der Freitodbegleitung
dere wichtig, festzustellen, ob die Ur- mit DIGNITAS vereinbaren. Bei einer sol-
teilsfähigkeit des Mitglieds in keiner chen Begleitung sind immer zwei
Weise eingeschränkt ist, sowie ob allen- DIGNITAS-Mitarbeiter anwesend, die
falls nahestehende Personen oder Dritte über den Verlauf der Begleitung Zeugnis
das Mitglied aus irgendwelchen Gründen ablegen können.
zu einem Freitod drängen.
DIGNITAS legt Wert darauf, dass Men-
DIGNITAS beschafft das für die Freitod- schen, die «gehen möchten», ihre Ange-
begleitung notwendige letale Medika- hörigen und Nahestehende frühzeitig mit
ment, bei dem es sich um ein schnell und in die Vorbereitung einbeziehen: eine
schmerzlos wirkendes Barbiturat han- «grosse Reise» erfordert sorgfältige

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Vorbereitung und gebührendes Verab- Die Menschen hinter DIGNITAS
schieden.
Die Vereins- und Organisationsstruktu-
Die Erfahrung zeigt, dass nur die we- ren von DIGNITAS sind bewusst so ge-
nigsten Personen, welche DIGNITAS als wählt worden, dass konfliktfrei und effi-
Mitglied beitreten, die Dienste für eine zient gearbeitet werden kann und alle
Freitodhilfe jemals in Anspruch nehmen. Kräfte in den Dienst der Mitglieder ge-
Mit der Patientenverfügung sind sie in stellt werden können. Bei DIGNITAS
der Regel ausreichend gesichert. Wird sorgt der Generalsekretär mit der Ver-
diese beachtet, führt eine lebensbedro- einsleitung dafür, dass die operative Tä-
hende Situation – weil keine lebensver- tigkeit des Vereins statutengemäss funk-
längernden Massnahmen eingeleitet tioniert. Der Generalsekretär bestimmt
werden – zum natürlichen Sterben. Die die erforderlichen rechtlichen und orga-
Mitgliedschaft bei DIGNITAS vermittelt nisatorischen Strukturen. Diese Aufgabe
aber den Mitgliedern die Sicherheit, im versieht Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli
Falle eines aussichtslosen langen Lei- (Forch), der Gründer von DIGNITAS.
dens selber sagen zu können: «Jetzt habe Der Vereinsleitung steht für Fachfragen
ich genug: Ich will jetzt sterben können» ein Kuratorium beratend zur Seite. Die-
Dieses Gefühl der Sicherheit ist etwas ses setzt sich in der Regel mindestens
ausserordentlich Wichtiges für mündige aus einem Arzt und einem Rechtsanwalt
Menschen. zusammen.
Ein Team von engagierten Mitarbeitern
Die rechtliche Grundlage steht für alle Fragen der Mitgliedschaft,
der Vorbereitung von Freitodbegleitung,
Art. 115 des Schweizerischen Strafge- Beratung, usw. zur Verfügung.
setzbuches (StGB) lautet: Das Freitod-Begleiterteam besteht aus
erfahrenen Damen und Herren, welche
«Wer aus selbstsüchtigen Beweggründen diese Aufgabe in aller Regel seit langem
jemanden zum Selbstmorde verleitet erfüllen. DIGNITAS sorgt für die Ausbil-
oder ihm dazu Hilfe leistet, wird, wenn dung neuer und die Weiterbildung der
der Selbstmord ausgeführt oder versucht vorhandenen Mitglieder des Teams.
wurde, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder Geldstrafe bestraft.»
Die Mitgliedschaft bei DIGNITAS
Dies heisst im Klartext: Wer ohne Die Mitgliedschaft bei DIGNITAS ist ge-
selbstsüchtige Motive Beihilfe zum Sui- gliedert. Eine kleine Gruppe von Aktiv-
zid leistet, kann nicht bestraft werden; er mitgliedern bildet die Generalversamm-
handelt legal. Auf dieser Rechtsgrundla- lung und damit die Basis des Vereins;
ge beruht die Freitodhilfe von DIGNITAS. sie hat die Statuten erlassen und damit
Da die Freitodbegleiterinnen und Frei- die Ziele, für welche DIGNITAS eintritt,
todbegleiter allein von DIGNITAS für ihre vorgegeben. Sie wacht darüber, dass die-
Tätigkeit entschädigt werden, kann von se verwirklicht werden.
selbstsüchtigen Motiven keine Rede Die Kuratoriums-Mitglieder nehmen die
sein. DIGNITAS arbeitet auf einer ein- Aufgabe wahr, die Leitung des Vereins
wandfreien gesetzlichen Grundlage.

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fachlich zu beraten. Sie sind auf ihrem Mitgliedschaft für Personen mit
jeweiligen Fachgebiet qualifiziert. Wohnsitz in Deutschland
Mitglied bei DIGNITAS können grund-
sätzlich alle volljährigen Personen wer- Am 26. September 2005 wurde in Han-
den, auch wenn sie nicht in der Schweiz nover der Verein «DIGNITAS – Men-
wohnen und eine ausländische Staatsan- schenwürdig leben – Menschenwürdig
gehörigkeit besitzen. Allerdings weisen sterben (Sektion Deutschland) e.V.»
wir ausdrücklich darauf hin, dass DIG- (DIGNITAS-Deutschland) gegründet, ein
NITAS seinen Mitgliedern aus rechtlichen in Hannover eingetragener Verein deut-
Gründen nur auf Schweizer Staatsgebiet schen Rechts. DIGNITAS-Deutschland
die angebotenen Hilfestellungen leisten hat sich seit seiner Gründung engagiert
kann. dafür eingesetzt, dass die von den Bür-
Im Rahmen der Möglichkeiten von gern errichteten Patientenverfügungen
DIGNITAS haben die Mitglieder An- einklagbar und durchsetzbar sind.
spruch auf eine in der Schweiz rechtlich
wirksame Patientenverfügung, auf Ster- Der Verein unterstützt mittels anwaltli-
bebegleitung sowie auf Hilfe bei einem cher Hilfe seine Mitglieder darin, dass
freigewählten Tod. Ausserdem haben sie diese ihre durch die Verfassung gewähr-
Anspruch auf Beratung, wenn es um ihre leisteten Rechte auf freie Selbstbestim-
Menschenwürde im Leben und im Ster- mung gegenüber Krankenhäusern, Pfle-
ben geht. DIGNITAS legt grossen Wert gestationen, Ärzten und Pflegepersonal
darauf, seinen Mitgliedern Ansprech- durchsetzen können. Schließlich steht
partner und -partnerinnen zur Verfügung der Verein auch Ärzten und Patienten,
zu stellen, denen Menschlichkeit viel Krankenhäusern und Pflegeheimen als
bedeutet. Die Devise «Menschenwürdig Berater zur Verfügung, wenn und soweit
leben – Menschenwürdig sterben» ist ein in kritischen rechtlichen Fragen eine Be-
Versprechen. ratung durch die von DIGNITAS-
Deutschland regelmäßig beauftragten
Für den Beitritt zu DIGNITAS muss ledig- Rechtsanwälte gewünscht wird.
lich die Beitrittserklärung ausgefüllt und
DIGNITAS zugesandt werden. DIGNITAS Personen mit Wohnsitz in Deutschland
bestätigt mit einem Brief die Aufnahme werden gebeten, die separaten Unterla-
als Mitglied und sendet das Formular gen für die Mitgliedschaft bei DIGNITAS-
«Patientenverfügung». Mit diesem Brief Deutschland anzufordern.
erhält das Mitglied auch eine Rechnung
und die Hinweise, wie die Eintrittsge- DIGNITAS-Schweiz nimmt keine in
bühr und der Mitgliederbeitrag zu bezah- Deutschland wohnhaften Personen mehr
len ist. Das Mitglied füllt die Patienten- als Direktmitglieder auf.
verfügung aus und sendet das Original
an DIGNITAS zurück. DIGNITAS regis- Mitglieder von DIGNITAS-Deutschland
triert und archiviert das Original und dürfen sich mit ihren Anliegen auch an
sendet die erforderliche Anzahl Fotoko- uns, DIGNITAS in der Schweiz wenden.
pien an das Mitglied. Damit ist der Vor- Ein Anspruch auf Vereinszugehörigkeit
gang der Aufnahme als Mitglied von besteht laut Statuten beider Vereine
DIGNITAS perfekt. nicht.

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Eintrittsgebühr: Bankkonto:
Schweizer Franken (CHF) 200.-
Bank: Postfinance
Mindest-Jahresbeitrag: Mingerstrasse 20
Schweizer Franken (CHF) 80.- 3030 Bern, Schweiz
IBAN: CH79 0900 0000 8706 4492 2
Bitte überweisen Sie kein Geld bis Sie BIC / SWIFT: POFICHBEXXX
unsere Bestätigung erhalten haben, dass Sie Konto Nr.: 87-64492-2
als Mitglied von DIGNITAS registriert wur- Clearing-Nr. (BLZ): 9000
den, und senden Sie nie Checks – leider
verursacht deren Einlösung sehr hohen Zahlungen sind auch via PayPal
Aufwand und Bankspesen, weshalb sie willkommen:
nicht mehr angenommen werden können.
www.paypal.com an unsere E-Mail Adresse
Sie erhalten detaillierte Zahlungsinformati-
dignitas@dignitas.ch (bitte erhöhen Sie den
onen.
zu zahlenden Betrag um 5 % zur Deckung
der Spesen von PayPal).
Adresse:
DIGNITAS
Menschenwürdig leben
Menschenwürdig sterben
Postfach 17
8127 Forch, Schweiz

Telefon: +41 43 366 10 70


Telefax: +41 43 366 10 79
E-Mail: dignitas@dignitas.ch
Internet: www.dignitas.ch
FB: www.facebook.com/dignitas.ch
Tw: www.twitter.com/DIGNITAS_org

Gründer und Generalsekretär:


lic. iur. Ludwig A. Minelli, Rechtsanwalt,
Forch

Eine Publikation von «DIGNITAS –


Menschenwürdig leben –
Menschenwürdig sterben»
11. Auflage, Copyright © 2019 by DIGNITAS –
Menschenwürdig leben –
Menschenwürdig sterben
Postfach 17, 8127 Forch, Schweiz
Nachdruck, auch auszugsweise,
und Vervielfältigung nur mit
schriftlicher Genehmigung von
DIGNITAS

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Voraussetzungen für eine DIGNITAS ausdrücklich um Freitod-
Freitodbegleitung begleitung ersucht, und in dem es
sowohl die Gründe für diese Absicht
Damit die Möglichkeit des begleiteten als auch die derzeitige gesundheitli-
Freitodes in Anspruch genommen wer- che Situation schildert und wie es
den kann, muss jemand diese erlebt. Informationen, die dar-
über hinausgehen, können dem Le-
• Mitglied von DIGNITAS sein (Mitglied
bensbericht beigefügt werden.
von DIGNITAS–Deutschland bei Per-
sonen mit Wohnsitz in Deutschland) • Ein Lebensbericht der über Kindheit,
• urteilsfähig sein und Schulzeit, Familie und wichtige Er-
• über minimale körperliche Aktions- eignisse im Leben informiert und
fähigkeit verfügen auch darüber Auskunft gibt, wer den
Sterbewunsch unterstützt und wer in
Da die Mitwirkung eines schweizeri- die Schweiz mitkommen würde. Die-
schen Arztes für die Erlangung eines ser Lebensbericht soll den Ärzten bei
entsprechenden Medikamentes erforder- der Beurteilung des Gesuches helfen.
lich ist, müssen weitere Voraussetzun- • Mindestens ein aktueller und zwei bis
gen erfüllt sein:
drei ältere medizinische Berichte mit
• eine zum Tode führende Krankheit; substantiellen Informationen über
oder / und Anamnese, Diagnose, falls möglich
• eine unzumutbare Behinderung; Prognose und Behandlungen/Maß-
oder / und nahmen. Das Datum des jüngsten Be-
• nicht beherrschbare Schmerzen. richtes darf nicht länger als 3 - 4 Mo-
nate zurückliegen, und die Berichte
Wünscht das Mitglied eine Freitodbe- sollten gut leserlich eingereicht wer-
gleitung, richtet es ein entsprechendes den.
schriftliches Gesuch an DIGNITAS. Die-
Es ist also wichtig, dass jemand schon
ses kann auch zusammen mit der Bei-
während seiner Krankheitszeit seine
trittserklärung eingereicht werden. Er-
Ärzte und die Kliniken auffordert, ihm
fahrungsgemäss muss für die Vorberei-
Kopien ihrer Berichte für das eigene
tung mit einer Dauer von ca. 3 Monaten
Krankendossier auszuhändigen. Müssen
(für Mitglieder die nicht in der Schweiz
solche Berichte erst im konkreten Fall
wohnhaft sind) gerechnet werden. Diese
beschafft werden, kann das zu Schwie-
Zeitspanne ist weitgehend davon abhän-
rigkeiten und Zeitverlust führen. Die Be-
gig, wie schnell die benötigten Doku-
richte sollten in deutscher, französischer,
mente in der geforderten Qualität beige-
italienischer oder englischer Sprache
bracht werden können. Grundsätzlich
vorliegen; sonst sind entsprechende
besteht ein solches Gesuch um Vorberei-
Übersetzungen beizufügen.
tung einer Freitodbegleitung aus folgen-
den Unterlagen: Sobald DIGNITAS im Besitz des vollstän-
digen Gesuches ist, kann dieses bearbei-
• Ein persönlicher, datierter und unter- tet und zur Begutachtung an einen der
schriebener Brief, möglichst nicht Schweizer Ärzte, die mit DIGNITAS zu-
handschriftlich, in dem das Mitglied sammenarbeiten, weiter gereicht werden.
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Stimmt dieser Arzt einer Freitodbeglei- durchgeführt werden kann. Dies, sofern
tung zu, teilt DIGNITAS dies dem Mit- der zu konsultierende Arzt als «definiti-
glied als «provisorisches grünes Licht» ves grünes Licht» das notwendige Re-
mit. Wünscht das Mitglied hierauf eine zept ausstellt.
Freitodbegleitung, nimmt es Kontakt mit
DIGNITAS auf: die weiteren Schritte wer- Bei jeder Freitodbegleitung bestimmt
den dann eingehend besprochen. Das das Mitglied, welches sterben möchte,
«provisorische grüne Licht» ist eine vor- den zeitlichen Ablauf selbst. Die von
läufige Zusage eines Arztes, die sich auf DIGNITAS gestellten Begleitpersonen
das Gesuch und die medizinischen Ak- sind für den richtigen technischen Ab-
ten stützt. Der definitive Entscheid bleibt lauf verantwortlich.
jedoch stets bis zu einer persönlichen
Konsultation des Arztes durch das Mit- Nach Einnahme eines Medikamentes
glied vorbehalten. gegen Erbrechen kann das Mitglied ein
Glas Wasser (etwa 1 Deziliter) trinken,
Vorbereitung einer Freitodbegleitung in welchem in der Regel 15 Gramm Nat-
für Personen in der Schweiz rium-Pentobarbital aufgelöst worden
sind.
Mitglieder, die in der Schweiz wohnen,
richten ebenfalls ein schriftliches Gesuch Das ist ein bewährtes Schlaf- und Nar-
an Dignitas. DIGNITAS setzt sich dann kosemittel. Da es alkalisch ist und nicht
mit ihnen in Verbindung. In der Regel gut schmeckt, kann unmittelbar nachher
wird das Mitglied an seinem Wohnort etwas Süsses gegessen oder getrunken
von einem DIGNITAS-Mitarbeiter be- werden.
sucht.
Mitglieder, die über eine Magensonde
Grundsätzlich kann jeder in der Schweiz ernährt werden müssen, führen sich das
zugelassene Arzt das für die Freitodbe- Medikament selbst durch die Magenson-
gleitung benötigte Rezept ausstellen. Es de zu. Wer weder trinken noch eine Ma-
ist somit wichtig, diese Möglichkeit vor- gensonde bedienen kann, hat die Mög-
ab mit dem Hausarzt oder dem behan- lichkeit, sich das Mittel durch eine zuvor
delnden Arzt zu besprechen. vorbereitete Infusion zuzuführen.

Der Ablauf der Freitodbegleitung Von Vorteil ist in solchen Fällen, wenn
das Mitglied mit einem bereits gesteck-
Bei Personen mit Wohnsitz in der ten, also vorbereiteten und einwandfrei
Schweiz erfolgt die Freitodbegleitung in laufenden Venen-Zugang anreist.
der Regel in der Wohnung des Mitglie-
des. In jedem Fall muss das Mitglied aus
rechtlichen Gründen den letzten Akt –
Mitglieder mit Wohnsitz ausserhalb der also Trinken, durch die Magensonde ein-
Schweiz reisen erst nach vorheriger Ver- spritzen oder das Ventil der Infusion
einbarung eines Termins mit DIGNITAS öffnen – selber vornehmen können. Ist
in die Schweiz, wo die Freitodbegleitung dies nicht möglich, kann DIGNITAS leider
in zweckmässig eingerichteten Räumen nicht helfen.

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Anschliessend daran schläft das Mitglied DIGNITAS ist auch nach einer Freitodbe-
innerhalb von zwei bis fünf Minuten ein, gleitung für die Angehörigen noch da
fällt in ein tiefes Koma, und nach einiger und steht ihnen auf Wunsch mit Rat und
Zeit wird die Atmung flacher und setzt Tat bei.
schliesslich aus. Dadurch tritt dann der
Tod ein. DIGNITAS darf kein Medikament aus
der Hand geben
Der Vorgang ist absolut schmerz- und
risikolos. Natrium-Pentobarbital / NaP steht auf
der Liste der Betäubungsmittel; demzu-
Ein so verstorbenes Mitglied hat zuletzt folge ist der Umgang mit diesem Medi-
zu seiner Ehegattin gesagt: «Mir ist so kament stark reglementiert. In der
wohl. Alles ist so leicht.» Auch Angehö- Schweiz ist er mit einfachem Rezept ei-
rige nehmen den Vorgang als sehr wür- nes Arztes, der in der Schweiz über eine
dig und friedlich wahr und können hin- Praxisbewilligung verfügt, erhältlich.
terher damit sehr gut umgehen. Dazu Ein derartiges Rezept darf von einem
trägt die einfühlsame Begleitung durch schweizerischen Arzt nur dann ausge-
DIGNITAS-Mitarbeiterinnen und -Mitar- stellt werden, wenn er den Patienten ge-
beiter entscheidend bei. sehen und – so verlangt es jedenfalls der
Zürcher Kantonsarzt – «untersucht» hat.
Begleitung durch Angehörige Das bedeutet, dass jemand, der mit
DIGNITAS aus dem Leben scheiden
DIGNITAS wünscht und begrüßt es, wenn möchte, auf jeden Fall in der Schweiz
Angehörige und Freunde bei der Frei- einen Arzt gesehen haben muss.
todbegleitung anwesend sind. Angehöri-
ge sollen immer rechtzeitig in die Ent- Des Weiteren kann eine Organisation
scheidungsfindung um einen Freitod wie DIGNITAS keinesfalls ein solches
einbezogen werden. Je früher sie sich Mittel aus den Händen geben. Es ist im-
mit dem Gedanken auseinandersetzen mer ein Mitglied unseres Freitod-
können, desto eher können sie einem Begleiter-Teams, welches in einem kon-
Freitod selber auch zustimmen Wer sich kreten Fall das Mittel zum vereinbarten
ohne rechtzeitige Information der Ange- Termin für den Freitod mitbringt. Da der
hörigen aus dem Leben gewissermaßen Transport von NaP über die schweize-
«davonschleicht», verletzt seine Ange- risch-ausländische Grenze den Tatbe-
hörigen. Er provoziert damit oft auch stand des Betäubungsmittel-Schmuggels
eine Wut, die sich gegen DIGNITAS rich- erfüllen würde, können wir damit nicht
ten kann, was nicht fair wäre. DIGNITAS ins Ausland reisen. Eine Abgabe von
ist der Auffassung, dass Angehörige ei- NaP an jemand, welcher den Schmuggel
nen Anspruch darauf haben, Abschied seinerseits durchführen würde, hätte
nehmen zu können. Sie sollen auch ent- ebenfalls rechtliche Konsequenzen;
scheiden können, ob sie bei der Freitod- letztlich würde ein solches Vorgehen
begleitung anwesend sein möchten. Die- möglicherweise sogar dazu führen, dass
ses Abschiednehmen ermöglicht jeweils auch die schweizerische Gesetzgebung
eine gute psychische Verarbeitung des verschärft und so auch unsere Tätigkeit
Verlusts des Angehörigen. innerhalb der Schweiz erschwert oder
unmöglich gemacht würde.
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DIGNITAS hat langjährige Erfahrung zugesagt. Das Mitglied ist in seine Hei-
mat zurück gereist. Einige Zeit später
DIGNITAS blickt seit seiner Gründung schrieb es an DIGNITAS, es habe einen
1998 mittlerweile auf eine langjährige Psychiater aufsuchen müssen. Denn
Erfahrung zurück. In dieser Zeit hat nach seiner Rückkehr sei es ihm plötz-
DIGNITAS vielen Menschen bei ihrem lich so gut gegangen, und seine Labor-
selbstbestimmten Leidens- und Lebens- werte hätten sich dermassen verbessert,
beendigung geholfen. Sie kamen zu ei- dass sich wieder eine Perspektive für
nem grossen Teil aus Deutschland und einige weitere Jahre anstelle von nur ein
der Schweiz, aber auch aus Frankreich, paar Wochen oder Monaten ergeben ha-
Spanien, Österreich, Italien, Grossbri- be. Und das habe ihm Probleme bereitet,
tannien, Israel, dem Libanon, Griechen- mit denen es allein nicht zurecht ge-
land, den USA und einigen weiteren kommen sei…
Ländern.
Menschen kontaktieren in ganz unter-
Lange nicht alle Mitglieder von DIGNI- schiedlichen Situationen DIGNITAS, um
TAS, die eine Freitodbegleitung vorberei- Hilfe zu erlangen. Dementsprechend
ten lassen, nehmen diese dann wirklich muss DIGNITAS auch ganz unterschied-
auch in Anspruch. Einige können, nach- lich reagieren und stets auch nach indi-
dem ihnen DIGNITAS mitgeteilt hat, ein viduellen, der Situation angemessenen
Schweizer Arzt sei bereit, ihnen ein Re- Lösungen suchen. Dabei steht selbstver-
zept für den Freitod zu schreiben, natür- ständlich im Vordergrund, dass wir zu-
licherweise loslassen und sterben oft erst nach Lösungen zum Leben hin su-
überraschend schnell und friedlich zu chen, die ein Weiterleben möglich er-
Hause. Andere leben Wochen, Monate, scheinen lassen.
ja Jahre weiter mit ihrem Leiden, zu dem
sie eine ganz neue Einstellung gewin-
nen: Sie wissen, dass der «Notausgang»
offen ist. Das erlöst sie aus der Span-
nung, ob sie den bitteren Kelch des Lei-
dens bis zur Neige leeren oder eine risi-
koreiche Selbsttötung mit einer unsiche-
ren Methode in Kauf nehmen müssen.

DIGNITAS hat somit in einem anfänglich


kaum für möglich gehaltenen Umfang
echt lebensverlängernde und suizidver-
suchspräventive Wirkung.

Das markanteste Beispiel ist wohl der


Fall eines damals 34 Jahre alten Mit-
glieds, das an Aids leidet. Es hat in der
Schweiz einen mit DIGNITAS kooperie-
renden Arzt besucht. Dieser hat ihm das
Rezept für das Natrium-Pentobarbital

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Herausforderungen, an denen schädigen sich dabei schwer und nach-
DIGNITAS arbeitet haltig körperlich und oft auch geistig,
mit schwersten emotionellen und finan-
Es ist selbstverständlich, dass die Tätig- ziellen Folgen für sich selbst, ihre Fami-
keit einer Organisation, welche sich für lien, aber auch das Gesundheitswesen
eine Enttabuisierung des Suizids, für die und die Volkswirtschaft.
Patientenrechte und für Selbstbestim- Dazu gehört, dass das Suizidgeschehen
mung im Leben und am Lebensende ein- als solches aus dem Tabu-Bereich, in
setzt, nicht unumstritten ist. Je nach dem es sich befindet, herausgelöst und
weltanschaulicher Position wird eine offen diskutiert wird. Ähnlich wie bei
solche Tätigkeit begrüsst oder verurteilt. Fragen des Schwangerschaftsabbruchs
wird es dabei nie eine ideale Lösung des
Im Vordergrund steht für DIGNITAS die
Problems geben. Doch ist es unsere
Respektierung der menschlichen Freiheit
Pflicht, nach einer optimalen Lösung zu
und damit des Selbstbestimmungsrechts
suchen. DIGNITAS prüft in jedem einzel-
des einzelnen Menschen.
nen Fall, ob einem Menschen nicht bes-
Dies allein genügt jedoch für eine ein- ser zum Leben anstatt zum Tode hin ge-
deutige Situierung einer solchen Organi- holfen werden kann.
sation noch nicht. Erforderlich ist auch
In der Frage der Suizid-Begleitung von
die klare Stellungnahme zu Problemen,
Personen aus dem Ausland ist DIGNITAS
welche damit im Zusammenhang stehen.
der Auffassung, es sei ethisch unzuläs-
Im Wesentlichen beschäftigt sich
sig, in Fällen schwer leidender Men-
DIGNITAS mit drei Problemkreisen:
schen eine Unterscheidung zwischen
1. die Frage nach der Suizidprävention Inländern und Ausländern zu machen.
und der Suizidversuchsprävention Dies würde zudem einer unzulässigen
(Vorbeugung); Diskriminierung und somit einer Verlet-
zung von Artikel 14 der Europäischen
2. die Frage, ob eine Dienstleistung nur
Menschenrechts–Konvention (EMRK)
für Inländer oder auch für Ausländer
gleichkommen.
erbracht werden soll;
Menschen mit mentalen Krankheiten
3. die Frage, ob auch Menschen mit
sind entgegen einer häufig geäusserten
mentalen Krankheiten (beispielswei-
Meinung in aller Regel in Bezug auf die
se Schizophrene oder langjährig De-
Frage, ob sie weiter leben oder lieber
pressive) oder aber auch gesunde
sterben möchten, urteilsfähig. Deshalb
Menschen, die ihrer Auffassung nach
haben auch sie in der Regel Anspruch
«genug gelebt haben», Anspruch auf
darauf, bei einem vorgesehenen Freitod
einen risikolosen Freitod haben sol-
begleitet zu werden, um Risiken auszu-
len.
schalten. Dasselbe gilt für gesunde Men-
DIGNITAS befasst sich intensiv mit Fra- schen, die aus Gründen ihres hohen Al-
gen der Suizidprävention. Der Umstand, ters ihr Leben, das beschwerlich gewor-
dass in der Schweiz jährlich bis etwa den ist, beenden möchten. Es gibt keine
66’650 Suizidversuche scheitern – in vernünftigen Gründe, diese Menschen
Deutschland sind es Jahr für Jahr gar bis durch einen paternalistisch auftretenden
588'000 – verlangt dies. Viele Personen Staat zu bevormunden.

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Ein Wort zu religiösen Fragen

Interessanterweise wird DIGNITAS von das Leben angenehm mache, ja was das
seinen Mitgliedern nur ganz selten auf Leben überhaupt ermögliche, dass er
religiöse Fragen im Zusammenhang mit gewissermassen nur seinen bereits ein-
Freitodhilfe angesprochen. Diese werden getretenen Tod noch überlebe und
viel eher in der öffentlichen Diskussion dadurch sich selbst und seiner Mitwelt
aufgeworfen. zur Last geworden sei. Sie legen ihm na-
he, das quälende Ende nicht länger wäh-
In einer Anleitung des Vatikans für ka-
ren zu lassen und mutig zu sterben, da
tholische Politiker heisst es, man müsse
das Weiterleben für ihn nur eine einzige
sich für den Schutz des Lebens von der
Abfolge von Qualen darstelle. Sie reden
Empfängnis bis zu dessen natürlichem
ihm zu, er möge die Ketten sprengen, die
Ende einsetzen. Diese Erklärung beruft
ihn umschliessen, er solle freiwillig aus
sich im Übrigen auf einen der berühm-
dem Kerker des Lebens entweichen oder
testen Heiligen der katholischen Kirche,
wenigstens die Einwilligung geben, dass
Thomas Morus. Papst Johannes Paul II.
andere ihn daraus erlösen. Wenn er
hat ihn am 31. Oktober 2000 gar zum
sterbe, so verschmähe er damit nicht in
Schutzpatron der Staatsmänner und Poli-
unverantwortlicher Weise die Wohltaten
tiker ernannt.
des Lebens, sondern er beende damit nur
Das Letztere ist gerade in Bezug auf eine grausame Marter. Wenn einer da-
Sterben und Freitodhilfe erfreulich. raufhin den Worten der Priester, die als
Denn Thomas Morus hat in seinem be- Werkzeuge Gottes angesehen werden,
rühmten Buch «Utopia» – mit dem er sich gefügig zeigt, so verrichtet er damit
eine ideale Gesellschaft entworfen hat – ein frommes, ein heiliges Werk. Wer sich
von den Utopiern berichtet, wie sie mit auf diese Weise bereden lässt, verzichtet
ihren Kranken umgehen: freiwillig auf seine Nahrung und gibt
sich so den Tod, oder man verabreicht
«Es war schon die Rede davon, mit wel-
ihm einen Schlaftrunk, der ihn aus dem
cher Hingabe die Utopier für die Kran-
Leben scheiden lässt, ohne dass er es
ken sorgen; da fehlt es weder an Medi-
bemerkt. Wer aber auf das Leben nicht
kamenten noch an Nahrungsmitteln, die
verzichtet, wird trotzdem in der freund-
der Genesung dienen könnten. Wen das
lichsten Weise umsorgt und bleibt auch
schlimme Los einer unheilbaren Krank-
nach seinem Tode in ehrenvollem An-
heit getroffen hat, der empfängt jede
denken.»
Tröstung, jede Hilfe, jeden moralischen
und physischen Beistand, der ihm das
Leben erträglich machen könnte. Stellen Der ehemalige katholische Konzils-
sich aber ausserordentliche Schmerzen Theologe Prof. Dr. Hans Küng, ein
ein, denen kein Heilmittel gewachsen ist, Schweizer, welcher jahrzehntelang an
dann begeben sich Priester und Amts- der Universität Tübingen gelehrt hat, hat
personen zu dem Kranken und erteilen betont, dem Menschen sei von Gott die
ihm jenen Rat, den sie den Umständen Verantwortung für sein ganzes Leben
entsprechend für den einzig richtigen gegeben worden. Damit dürfe er das Ge-
ansehen: Sie versuchen, ihm klar zu ma- schenk des Lebens, wenn es zu schwer
chen, dass ihm alles genommen sei, was werde, dem Schöpfer auch zurückgeben.
- 11 -
Begriffe und Definitionen bei der sterbewilligen Person. Der Pati-
ent entscheidet über sein Lebensende
Freitodhilfe, aktive Sterbehilfe und selbst und führt den letzten Akt auch
Euthanasie sind nicht dasselbe: selbst aus. In der Schweiz ist diese Bei-
Direkte aktive Sterbehilfe auf Verlangen: hilfe erlaubt, solange keine selbstsüchti-
der Sterbewillige fordert Dritte auf, sein gen Beweggründe im Spiel sind
Leben zu beenden, z.B. durch Injektion (Art. 115 des Schweizerischen Strafge-
eines letalen Medikaments. Diese Tö- setzbuches).
tung auf Verlangen ist in der Schweiz Freitodbegleitung: Mischung aus Ele-
verboten – jedoch in Belgien, Holland menten der Beihilfe zur Selbsttötung und
und Luxemburg unter eng umschriebe- der Sterbebegleitung; sie entspricht am
nen Bedingungen durch Ärzte erlaubt. ehesten, was den Mitgliedern von Orga-
Direkte aktive Sterbehilfe ohne aus- nisationen wie DIGNITAS, EXIT, etc. er-
drückliches Verlangen: diese ist verbo- möglicht wird. Der Sterbewillige nimmt
ten. einen gut vorbereiteten, wohl überlegten
Suizid vor – wird dabei aber nicht allei-
Indirekte aktive Sterbehilfe: dem Patien- ne gelassen, sondern betreut und beglei-
ten werden Medikamente zur Linderung tet, möglichst immer in Anwesenheit
von Leiden verabreicht, die als unbeab- von Familie und Freunden, wo immer
sichtigte, aber nicht immer vermeidbare möglich bei ihm zuhause.
Nebenwirkung die Lebensdauer vermin-
dern bzw. den Eintritt des Todes be- Euthanasie: aus dem Griechischen
schleunigen können. Beispiel: Palliative stammend, für «guter, leichter, richtiger,
Behandlung von Krebspatienten im End- schöner Tod», haften diesem Begriff
stadium. Diese Form der Sterbehilfe ist Bedeutungen an, welche von der Sterbe-
im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt, hilfe, über die Einschläferung von Tieren
gilt grundsätzlich aber als erlaubt und bis hin zu den Gräueltaten zur Zeit des
wird weltweit praktiziert. Nationalsozialismus reichen. Da zuwe-
nig präzise, soll dieser Begriff nicht im
Passive Sterbehilfe («sterben lassen»): Zusammenhang mit der Freitodhilfe
Verzicht auf Ergreifung von lebenserhal- verwendet werden.
tenden und -verlängernden Therapien,
Abbruch von Behandlungen, Nahrungs-
und Flüssigkeits-Verzicht. Sie ist legal.
Sterbebegleitung: auch als «Hilfe beim
Sterben» bezeichnet. Umfasst jede medi-
zinische Unterstützung und mitmensch-
liche Betreuung von Sterbenden, soweit
keine lebensverkürzende Wirkung vor-
liegt. Der Sterbende wird nicht alleine
gelassen, sondern begleitet; es ist jemand
bei ihm.
Beihilfe zur Selbsttötung: im Gegensatz
zur Sterbehilfe liegt bei der Suizidhilfe
die Tatherrschaft über das Geschehen

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Weitere Informationen – «Tanner geht. Sterbehilfe - Ein Mann
Eine Auswahl für Interessierte plant seinen Tod»
Eine intensive und bewegende Reporta-
Weitere Organisationen in der Schweiz ge über einen Menschen und die letzten
www.exit.ch Wochen vor seinem selbstbestimmten
www.exit-geneve.ch Lebensende, von Wolfgang Prosinger,
www.exinternational.ch S. Fischer Verlag, ISBN 978-3-10-0590
www.lifecircle.ch 30-5

Suizid und Suizidprävention in der «Ausweg am Lebensende Sterbefasten -


Schweiz Selbstbestimmtes Sterben durch freiwil-
www.reden-kann-retten.ch ligen Verzicht auf Essen und Trinken»
www.suizidpraevention-zh.ch Boudewijn Chabot und Christian
www.suizid-prävention.ch Walther zeigen wissenschaftlich fundiert
www.ipsilon.ch den Weg des selbstbestimmten Sterbens
www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategi durch die Methode des freiwilligen Ver-
e-und-politik/politische-auftraege- zichts auf Nahrung und Flüssigkeit auf;
und-aktionsplaene/aktionsplan- Ernst Reinhardt Verlag, München, Ba-
suizidpraevention.html sel, 2015, 4. Auflage, ISBN 978-3-497-
02565-7
Patientenverfügung, Aufklärung und
Humanismus in Deutschland und
Film
Österreich
www.dignitas.de «The Suicide Tourist»
www.letztehilfe.at Oscar®-Preisträger John Zaritskys ein-
www.humanismus.de fühlsamer Dokumentarfilm über das
www.patientenverfuegung.de Recht, Zeit und Ort des Sterbens selbst
www.giordano-bruno-stiftung.de zu wählen.
www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/suici
detourist
Bücher
Presse
«Über das Sterben. Was wir wissen.
Was wir tun können. Wie wir uns da- «Die letzte Reise» in der „Berliner Zei-
rauf einstellen » tung“ vom 29.10.2011:
Sachlich informierend setzt sich Prof. www.fr.de/panorama/freitod-die-letzte-
Dr. Gian Domenico Borasio mit dem reise-a-1211226
Thema „Sterbehilfe“ auseinander.
C.H. Beck Verlag, ISBN 978-3-406- «Mein letzter Weg» in der „Berliner
61708-9 Morgenpost“ vom 20.6.2015:
www.morgenpost.de/printarchiv/familie/
article142799398/Mein-letzter-
«Suizidhilfeorganisationen und Straf-
Weg.html
recht»
Die Dissertation zum Thema, von Petra «Ich will nur fröhliche Musik» in „Die
Venetz; Schulthess Juristische Medien, Zeit“ Nr. 50, 8.12.2005:
ISBN 978-3-7255-5586-4 www.zeit.de/2005/50/Sterbehilfe
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Information über die Kosten im Zusammenhang mit einer Freitodbegleitung mit DIGNITAS

1) Die Vorbereitung einer Freitod-Begleitung Die Kosten für die Leistungen der Bestat-
Bereits die Vorbereitung einer Freitod-Beglei- tungs-Auftragnehmer bei einer Einäsche-
tung für ein DIGNITAS-Mitglied bis zur Erlan- rung belaufen sich einschliesslich der erfor-
gung des «grünen Lichts» ( = ein Arzt sagt derlichen Transporte und Behördengebüh-
grundsätzlich ein Rezept zu, behält sich den ren auf CHF 2’500.-.
letzten Entscheid aber bis zu einer Konsultation DIGNITAS übernimmt auf Wunsch auch die
vor) verursacht DIGNITAS einen hohen administ- Abwicklung der Behördengänge nach einem
rativen Aufwand. Dafür wird dem Mitglied auf Sterbefall in der Schweiz. Für diese besondere
Grund der Statuten ein besonderer Mitglieder- Dienstleistung fällt ebenfalls ein besonderer
beitrag von CHF 4'000.- in Rechnung gestellt, Mitgliederbeitrag in der Höhe von
welcher im Voraus beglichen sein muss. Eine CHF 500.- an, welcher den damit verbundenen
Garantie für eine Freitodbegleitung ist damit Aufwand deckt.
jedoch nicht verbunden.
Mitglieder, welche einen Termin für die Durch-
2) Der Arztbesuch führung einer Freitod-Begleitung vereinbaren,
erhalten deshalb eine Vorkasse-Rechnung mit
Sofern ein schweizerischer Arzt, der mit den entsprechenden besonderen Mitgliederbei-
DIGNITAS zusammen arbeitet, in Anspruch ge- trägen. Eine Freitod-Begleitung kann nur erfol-
nommen werden muss, um mit einem Mitglied gen, wenn die DIGNITAS erwachsenden Kosten
zu sprechen und anschliessend das Rezept für und Auslagen sichergestellt sind. Im Regelfall
das Mittel zu schreiben, können weitere Kosten benötigt DIGNITAS somit für die Durchfüh-
anfallen. Zwei eingehende Gespräche mit die- rung einer Freitod-Begleitung einen Vor-
sem Arzt und die damit verbundenen admi- schuss von insgesamt CHF 10’500.-, wenn
nistrativen Aufwendungen verursachen Kos- DIGNITAS auch die Bestattungsfragen regelt,
ten von CHF 1’000.-. und von insgesamt CHF 7’500.-, wenn
DIGNITAS weder mit Behördengängen noch
3) Die Kosten der Durchführung einer Frei- mit Bestattungsfragen zu tun hat.
tod-Begleitung
Bei der Durchführung von Freitod-Begleitun- Alle Beträge exklusiv Mehrwertsteuer.
gen entstehen DIGNITAS ebenfalls Kosten: Ent- Im Interesse eines ordentlichen Rechnungswe-
schädigung an die als Freitod-Begleiter tätigen sens werden deshalb den Mitgliedern für diese
Personen, etc. Um diese Kosten zu decken, und besonderen Dienstleistungen jeweils entspre-
um die Qualität dieser Dienstleistung halten zu chende Rechnungen zugestellt, die in der Regel
können, hat sich DIGNITAS gezwungen gesehen, durch Vorkasse zu begleichen sind.
in den Statuten für die Durchführung einer Frei-
todbegleitung einen weiteren besonderen Mit- Die Statuten von DIGNITAS sehen vor, dass
gliederbeitrag von CHF 2’500.- vorzusehen. Mitgliedern, die in bescheidenen wirtschaftli-
chen Verhältnissen leben, die Beiträge redu-
4) Kosten für Bestattung und Verkehr mit ziert oder erlassen werden können. Das gilt
Bestattungs- und Standesamts-Organen auch für diese besonderen Mitgliederbeiträge.
Wenn Personen nicht an ihrem Wohnort, son- Ermässigung oder Erlass müssen aber jeweils
dern in einer Wohnung von DIGNITAS in der zwischen dem Mitglied und DIGNITAS vorher
Schweiz versterben, fallen Kosten für die Leis- besprochen und vereinbart werden.
tungen der örtlichen Bestattungsorgane an. In
der Regel wird eine Einäscherung in der
Schweiz empfohlen; die Urne mit der Asche
kann anschliessend problemlos auch ins Aus-
land versandt oder mitgenommen werden.

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Beitrittserklärung bitte in Blockschrift ausfüllen!

Ja, ich trete «DIGNITAS - Menschenwürdig leben - Menschenwürdig sterben» bei


und habe die Informationsbroschüre gelesen und verstanden:
□ Herr □ Frau

Vorname(n): ….........................................................................................................

Name(n): ..................................................................................................................

Strasse und Nr.: ........................................................................................................


PLZ, Ort: ..................................................................................................................

Geburtsdatum: ................................ Geburtsort: .....................................................

Beruf: ........................................................................................................................

Telefon: privat: ......................................... geschäftlich: ..........................................

Telefax: privat: ......................................... geschäftlich: ..........................................

Mobiltelefon: ............................................ E-Mail: ..................................................

Staatsangehörigkeit: ..................................................................................................

für Schweizer: Bürgerort: ..................................... AHV-Nr.: |........|......|.......|.......|

Kosten: Eintrittsgebühr CHF 200.-; Mindest-Jahresbeitrag CHF 80.-


(Zahlung nach Erhalt der Rechnung)

Datum: Unterschrift:

………………………………. ................................................................

Weshalb sind Sie Mitglied geworden? (Angabe freiwillig, nicht zwingend)


 Ich unterstütze den Einsatz von DIGNITAS für eine Enttabuisierung des Suizids, die
Durchsetzung der Patientenrechte sowie Wahlfreiheit und Selbstbestimmung im
Leben und am Lebensende.
 Ich war Zeuge eines leidvollen Lebensendes und möchte mich davor bewahren.
 Ich bin krank und wünsche mir zum gegebenen Zeitpunkt eine Freitodbegleitung.

einsenden an: DIGNITAS, Postfach 17, 8127 Forch, Schweiz


Telefax: +41 (0)43 366 1079 / E-Mail: dignitas@dignitas.ch