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15.

November 2010
Anatomie für Naturwissenschaftler (V.111110)

(Pharmazie, MedizinPhysik, Toxikologie,Studium Universale)

Vorlesung 4

Æ Muskelgewebe (z.T. Wdh.) und

Bewegungsapparat (aktiv / passiv)

15. November 2010 - Anatomie II - Dr. K. Zanger -


Nr.: 1
Unser Skelett:

An den Knochen entspringen


die Muskeln oder sie setzen
dort an!
Alle bis auf wenige Haut - bzw.
Gesichtsmuskeln, die in die Haut
ziehen und keine Knochen
bewegen!

Muskeln bewegen
Knochen!

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Nr.: 2
Biomechanik: Knochen hat Festigkeit !

Röhrenknochen Æ
Aktiver – passiver Bewegungsapparat

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Nr.: 3
Bedeutung des Knochengewebes

Festigkeit: Kollagenfasern der Interzellularsubstanz sind mit Mineralstoffen


verfilzt. Zusätzliche Festigkeit durch Lamellenbau

Leichtigkeit: Aufbau gemäß Leichtbauweise: Knochenbälkchen MODELLE

Kalziumspeicher: 99% des Kalziums im Knochen – 1% im Blut.


Wichtig für Knochenstabilisierung, Muskelkontraktion,
Blutgerinnung, et c.

Lebenslanger permanenter Umbau:


Osteone, Osteoblasten, Knochenbruchheilung,
Osteoklasten. - Stammzellen im Stratum osteogenicum

Funktionelle Anpassung:
Bei Veränderung der Belastung. Æ Plastizität

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Nr.: 4
Was ist überhaupt ein Gelenk? (1)
Wie können sich Knochen verbinden?

3. Der Passive Bewegungsapparat

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Nr.: 5
Was ist überhaupt ein Gelenk? (2)

Ein Gelenk zeigt immer:


Einen Gelenkspalt,
Gelenkschmiere, Gelenkkapsel,
Gelenkknorpel

Die Gelenkkapsel tut weh!

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Nr.: 6
Welche Gelenktypen gibt es?

Einachsige (a, e, g) -
Zweiachsige (c, f)
Dreiachsige Gelenke (b)

Scharniergelenk (g)
Eigelenk (c )
Kugelgelenk (b)

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Nr.: 7
Wir tasten ein Gelenk am Schädel.
Das temporo-mandibulare Gelenk (Kiefergelenk) ist ein
funktionelles Kugelgelenk!

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Nr.: 8
Die Kopfgelenke
bewegen den Kopf wie ein Kugelgelenk und bestehen insgesamt aus
6 (!) Einzelgelenken zwischen Hinterkopf, Atlas und Axis

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Nr.: 9
Die Kopfgelenke (2)
heißen Atlantookzipital- und Atlantoaxiagelenke und liegen zwischen
Hinterhauptsknochen und Atlas einerseits und Atlas und Axis andererseits
Æ Bilden ein funktionelles Kugelgelenk

Das Gelenk zwischen


Hinterhaupt und Atlas ist ein
Eigelenk mit 2 Achsen. Wir
wollen die Bewegungen
nachmachen!
Nicken und Seitwärtsneigung!
Die Drehung des Kopfes erfolgt
durch den Zapfen des Axis und
die seitlichen Gelenkflächen!
Dies ist ein Radgelenk

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Nr.: 10
Die Wirbel:
Stütze für den Rumpf,
Schutz des ZNS
Bewegung durch Ansatz der Muskeln

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Nr.: 11
Weitere Wirbel:
Bemerken Sie die Unterschiede?
Æ Größe der Körper, Form der Dornfortsätze

1.Halswirbel Atlas 6. Halswirbel Brust- Lendenwirbel

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Nr.: 12
Die Halswirbelsäule(HWS)
Æ Die Wirbel der HWS sind sehr unterschiedlich!

Der Atlas hat keinen Körper und ist


nur ein Ring, weil er den Kopf mit
HWS verbindet.
Sein Querfortsatz ist sehr
ausladend und oft zu tasten
Der Axis hat einen Dorn
Die Querfortsätze haben Löcher für
eine Arterie
Die Dornfortsätze sind gespalten, der
7. steht vor (prominent) und ist gut
zu tasten

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Nr.: 13
Die gesamte Wirbelsäule und ihre Beweglichkeit:

Rotation in der HWS


und BWS
Beugung in der LWS,
hier keine bzw. kaum
Rotation

Ursache sind die


Wirbelgelenke, die
kaum Bewegung
zulassen
(sog. Facettengelenke)

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Nr.: 14
Die gesamte Wirbelsäule und ihre Beweglichkeit (2):
Bewegungssegment:
Bänder und
Bandscheiben sichern
und stabilisieren

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Nr.: 15
Der Beckengürtel verbindet die Beine mit dem Rumpf
Er überträgt aber auch die Last des Rumpfes auf die Beine und muss für
die Standsicherheit sorgen!

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Nr.: 16
Die großen Gelenke an den Extremitäten:
Das Schultergelenk

Das Schultergelenk ist ein


Kugelgelenk, der Arm kann
hier bis zur Waagrechten
gehoben werden.
Erst durch die Beteiligung
des Schultergürtels
(Schlüsselbein,
Schulterblatt) kann der Arm
180° hoch gehoben werden
(Elevation).

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Nr.: 17
Muskelgewebe
Wiederholung

1. Es gibt – beim Menschen - drei verschiedene


Formen des Muskelgewebes.

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Nr.: 18
Herzmuskulatur

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Nr.: 19
„Glatte Muskeln“ in Gefäßen
und inneren Organen

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Nr.: 20
Die Skelettmuskulatur besteht aus Fasern
(Fusion):

Organisation:

Muskelfaser (Lupe): Zellindividuum, bis 15


cm lang, viele Kerne
Dann immer kleinere Einheiten
(Fleisch-Faser!)

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Nr.: 21
Hier einige Prinzipien:
Diese Muskulatur zeigt eine Querstreifung Skelettmuskulatur
Muskeln sind immer mit Nerven verbunden: und zwar so, dass
immer ein Nerv mehrere Muskelfasern versorgt.
Wir können die Muskelkraft so willkürlich abrufen
Muskeln sind immer mir Bindegewebe verbunden! Er liegt in
Hüllen und die Fasern sind durch BG getrennt.

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Nr.: 22
Formen der
Skelettmuskeln
Muskeln als Individuen

Sie haben stets einen


Ursprung und einen
Ansatz!

Skelettmuskulatur
Formen:
Einköpfig – mehrköpfig
Mehrbäuchig,
gefiedertt

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Nr.: 23
Muskeln ….
..liegen in Bindegewebs-
hüllen

Faszien – Logen - Kompartimente

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Nr.: 24
Gruppen von
Muskeln an der
oberen Extremität

Schmale
lange
Muskeln

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Nr.: 25
Muskelgewebe
Skelettmuskulatur und Sehnen

Muskel- Sehnenübergang:
Der Zug eines Muskels wird durch
die Sehnen auf das Skelett
übertragen.
Sehnen bestehen aus parallelen
Kollagenfasern.
Sie dringen in die Knochenhaut ein
haben eine hohe Zugfestigkeit: sie
reißen fast nicht!

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Nr.: 26
Muskelgewebe
Ansatz am Knochen

Muskeln bewegen die Gelenke!

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Nr.: 27
Muskelgewebe
Hilfseinrichtungen

Muskeln und Sehnen verfügen über Hilfseinrichtungen, damit sie


ungehindert reibungsarm funktionieren können::
Faszien
Schleimbeutel Æ enthalten Synovia:
Sehnenscheiden Æ enthalten Synovia

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Nr.: 28
Muskelgewebe
Mechanik

Muskeln haben mechanische


Eigenschaften und wirken unterschiedlich
auf Gelenke
Hebelwirkung
Hubhöhe
Richtung des Muskelzugs

Die Muskelkraft wird von der


Anordnung der Fasern bestimmt:
Parallel-fasrige und gefiederte
Muskeln.

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Nr.: 29
Muskeln passen sich an:
Muskelgewebe
Anpassung Krafttraining Æ Zunahme
Ausdauertraining Æ mehr Sauerstoff
Dehnungsübungen Æ Bindegewebe
Bewegungstraining Æ Gehirn Å Æ
Mangelnde Betätigung Æ Schwund
Keine Bewegung Æ Faserverkürzung

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Nr.: 30
Die Muskelgruppen des Körpers:

1. Kopf- und Halsmuskeln


Am Kopf gibt es die Gesichtsmuskeln, mit denen wir z.B.. Lächeln
oder das Gesicht verziehen oder auch pfeifen können:
MIMISCHE MUSKELN
Auch gibt es Muskeln, mit den wir kauen können:
Kaumuskeln: zB. Masseter, Schläfenmuskel, Flügelmuskel

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Nr.: 31
Die Muskelgruppen des Körpers:

1. Kopf- und Halsmuskeln

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Nr.: 32
Die Muskelgruppen des Körpers: 1. Kopf- und Halsmuskeln
Merksatz: Mimische Muskeln sind eigentlich die
Schließer der Öffnungen im Kopf, sie haben keine
Verbindung zum Knochen!
- Ringmuskeln um Auge, Mund, Ohr, Nase
- Muskeln des Schädeldaches

Mimik und Kauen!

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Nr.: 33
Die Muskelgruppen des Körpers:

1b. Kopf- und Halsmuskeln

Am Hals gibt es die seitliche Muskeln, mit


denen wir den Kopf wenden können:
Der Kopfwendemuskel (Sternokleido =
Musculus sterno cleido mastoideus)

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Nr.: 34
Die Muskelgruppen des Körpers:

1b. Kopf- und Halsmuskeln

Der Kopfwendemuskel (Sternokleido)

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Nr.: 35
Die Muskelgruppen des Körpers:

1b. Kopf- und Halsmuskeln

B) Untere und obere Zungenbeinmuskeln


beteiligen sich am Schlucken und
sprechen

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Nr.: 36
Die Muskelgruppen des Körpers:

1c. Kopf- und Halsmuskeln

Im hinteren Teil des Halses gibt es die


sog. Nackenmuskeln. Diese geben dem
Kopf Stabilität und können ihn strecken
und drehen.
Tasten – spüren!

Der Kapuzenmuskel – Trapezius

Darunter sind die Muskeln des


Rumpfstreckers: M. erecetor trunci

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Nr.: 37
Die Muskelgruppen des Körpers:

1c. Kopf- und Halsmuskeln

Im hinteren Teil des Halses gibt es die sog. Nackenmuskeln.


Wir unterscheiden:
Anteile des Kapuzenmuskels (M. Trapezius)
Riemenmuskel (M. Splenius)
Semispinalmuskel

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Nr.: 38
Die Muskelgruppen des Körpers:

2. Muskeln, die hinten die


Wirbelsäule bewegen

Am Rücken und Nacken liegen Teile der sog. selbständigen


Rückenstreckermuskeln: der Erektor Trunci. Er ist NICHT
eingewandert sondern dort entstanden!
Wir brauchen ihn zum gerade Sitzen, gehen, aber auch zum
Drehen des Rumpfes in den Wirbelgelenken.

Systeme Æ
Beckenkippung Æ

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Nr.: 39
Die Muskelgruppen des Körpers:

3a. Rumpfmuskeln, vorn

Am Rumpf liegen vorn Muskeln, die wir


zum Atmen brauchen: die sog.
Zwischenrippenmuskeln.
Wir nennen das Gebiet den Brustkorb und
wollen fühlen.
Auf dem Brustkorb liegen Muskeln, die
den Arm und Schultergürtel bewegen
können:
Der große und kleine Brustmuskel
Rolle der Bauchmuskeln
Æ
Schwachstellen der
Bauchwand Æ

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Nr.: 40
Die Muskelgruppen des Körpers:

3b. Rumpfmuskeln, hinten

Am Rumpf finden wir hinten 3 Gruppen von Muskeln:


- Muskeln, die wir zum Atmen brauchen: die sog. Zwischen-
rippenmuskeln, hinterer Teil.
Hier liegen aber auch die Muskeln, die die Wirbel bewegen
können, ganz tief.
Schließlich liegen hinten Muskeln ganz oberflächlich, die den Arm
und Schultergürtel bewegen können:
zB.
Latissimus, der große breite Rückenmuskel, an ARM
Oder der Rautenmuskel
Oder der restliche Kapuzenmuskel

(wir nennen diese: primäre und sekundäre, eingewanderte


Muskeln)

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Nr.: 41
Die Muskelgruppen des Körpers:
3b. Rumpfmuskeln, hinten

Rumpfmuskeln arbeiten in Schlingen,


helfen einander und unterstützen.

ÆPNF

ÆBesonders diejenigen Muskeln, die auf das


Schulterblatt einwirken, arbeiten wie Schlingen

Schlingensystem Æ

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Nr.: 42
Die Muskelgruppen des Körpers:
3b. Rumpfmuskeln, hinten

Rumpfmuskeln arbeiten in Schlingen,


helfen einander und unterstützen.

ÆPNF

ÆBesonders diejenigen Muskeln, die auf das


Schulterblatt einwirken, arbeiten wie Schlingen

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Nr.: 43
Die Muskelgruppen des Körpers:

4. Armmuskeln und Schulter (-gürtel) -muskeln

Die Muskeln am Arm nennt man die sog.


Extremitätenmuskeln:
Beispiele:
Deltamuskel – Funktion
Biceps – Beuger – Strecke
Gegenspieler, auch Schlingen
Triceps
Unterarmmuskeln
Handmuskeln und Muskeln des Daumen
Mehrgelenkigkeit und Insuffizienz

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Nr.: 44
Die Muskelgruppen des Körpers: 4b. Schulter (-gürtel) -muskeln

An Schulter und Schultergürtel liegen Muskeln, die


einerseitsden Schultergürtel bewegen können (wie die
Rautenmuskeln), aber auch Muskeln, die direkt auf den Arm
wirken, wie Deltamuskel oder die Muskeln der sog.
Rotatorenmanschette

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Nr.: 45
5. Muskeln von Beckengürtel und Bein

Die Muskeln von Beckengürtel und Bein wirken auf den Rumpf
aber vor allem auf das Becken selbst , dienen also hauptsächlich
der Standsicherheit und der Fortbewegung

Wir wollen zuerst einige Muskel n des Beckens betrachten:


Die sog. Glutealmuskeln = „ Po-Muskeln“

Sie halten das Becken und sorgen dafür das wir aufstehen und
Treppe steigen können

Stärkster Strecker
Test: Aufstehen aus Sitz

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Nr.: 46
Die Muskelgruppen des Körpers: 5b. Muskeln von Bein (Oberschenkel)

Hier betrachten wir zuerst die Muskeln am


Oberschenkel:
Sie bewegen das Hüftgelenk und das Knie.

Wir teilen sie ein in:


Vordere Oberschenkelmuskel. QUADRICEPS-
Gruppe
Seitliche und hintere Oberschenkelmuskeln.
Adduktoren, Ischiocrurale Muskeln

Fascia Lata

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Nr.: 47
Die Muskelgruppen des Körpers:

5c. Muskeln von Bein


(Unterschenkel)

Die Muskeln am Unterschenkel bewegen das


Knie und können auch den Fuß beeinflussen

Wir wollen sie einteilen:


Vordere Muskeln: Beuger des Fußes, Knies
Hintere Muskeln: Beuger Knie, Strecker Fuß

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Nr.: 48
Die Muskelgruppen des Körpers:

5c. Muskeln von Bein (Unterschenkel)

Die Muskeln am Unterschenkel bewegen das


Knie und können auch den Fuß beeinflussen

Wir wollen sie einteilen:


Vordere Muskeln: Beuger des Fußes, Knies
Hintere Muskeln: Beuger Knie, Strecker Fuß

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Nr.: 49
Wdhlg.: Funktionen der Muskeln

Die Rolle des Kalziums:

Ein Muskel kontrahiert sich nur, wenn ein Signal über einen Nerven läuft (ein
Strom) und ein Transmitter (Acetylcholin) abgegeben wird.
Muskelfasern und Nerven bilden eine Einheit (Motorische Einheit!)
Sie lassen den Muskel zucken (langsam oder schnell!)
Ich kann die Muskel-Kraft steigern (Muskelfaust machen) und so die
Impulsfrequenz erhöhen!
Calcium dient hierbei als Schalter!

(Grund: Muskelproteine binden zur Kontraktion an Calcium.)

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Nr.: 50
Das Sarkoplasmatische Retikulum (L-System)
und die Tubuli (T-System) bilden Ca-Speicher

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Nr.: 51
Funktionen der Muskeln:

Wie verkürzt sich der Muskel eigentlich ?


Und die Dehnung ?

Der Muskel verkürzt sich, indem die Filamente ineinander gleiten (Theorie)
ÆSiehe Zeichnung
ÆAktion und Myosin binden aneinander und bewegen sich wie Teleskopstangen
ineinander! Calcium ist nötig und energiereiches Phosphat ( ATP).
ÆDabei nähern sich die Z-Scheiben: der Muskel verkürzt sich
ÆVerkürzung:
ÆEntweder isometrisch oder isotonisch oder gemischt (auxotonisch).
ÆDehnung
ÆDer ruhende Muskel dehnt sich wie ein Gummiband, allerdings mit immer
zunehmend. Widerstand (BG, Titin).
ÆAnmerkung: Sonst würde der Muskel ja auseinanderfallen!

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Nr.: 52
Funktionen der Muskeln

Was ist eigentlich Muskelkater?

Nach heutiger Auffassung Miniaturrisse im Muskel bei Überanstrengung


bei Ungeübten (Minitraumen in den Z-Scheiben!)
. Früher dachte man, die Übersäuerung mit Milchsäure wäre schuld,
aber Laktat hat eine Halbwertszeit von 20 min und der Muskelkater tritt oft
erst nach Stunden auf.
Æ daher, später: Entzündungen durch die Risse, Ödeme, et c.

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Nr.: 53
Muskelgewebe
Anordnung der Myofilamente

Z-Streifen in Ruhe-
und bei Kontraktion

Köpfchen der
Myosinfilamente gleiten
aneinander vorbei

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Nr.: 54
Funktionen der Muskeln

Was ist eigentlich motorisches Lernen?

Training (Ausdauer-, Kraft-) steigert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit,


sondern dient auch:
-Der Verbesserung der neuro-muskulären Koordination – dies spielt sich im
Gehirn ab.
-Beispiel: Weitsprung: der Absprung – oder:
- Schreibmaschinenschreiben

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Nr.: 55
Funktionen der Muskeln

Wie werden Muskeln gesteuert?

Muskeln werden durch Reflexe gesteuert.


Sensoren messen die Gelenkstellungen und stellen automatisch die
Muskellänge ein (mit sog. Muskelspindeln, Beispiel: Dehnungsreflex durch
Schlag auf die Sehne, wenn die Strecke erregt werden, werden gleichzeitig die
Beuger gehemmt)
Rezeptoren in den Sehnen regulieren automatisch die Muskelspannung
(Sehnenorgane)
Beugereflexe: Schmerz an der rechten Fußsohle z.B. führt zur Beugung in
allen Gelenken = Dies ist ein Schutzreflex, ein Fluchtreflex
Nach weiterer Schädigung tritt ein weiterer Reflex ein: der gekreuzte
Streckreflex: er sorgt dafür, dass wir uns von der Unfallstelle entfernen,
kontralaterale Strecker werden aktiviert

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Nr.: 56
Muskelgewebe
Skelettmuskulatur

Regulation der Muskeltätigkeit:

Die Reflexmotorik

Die Muskelregulation erfolgt durch


Reflexe : Es werden Eigen-
reflexe (Muskeldehnungsreflexe)
und Fremdreflexe (Ober-
flächenreflexe) unterschieden.

Muskellänge und Muskelspannung


werden durch Reflexe eingestellt
und zentral gesteuert

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Nr.: 57
Funktionen der Muskeln

Was ist eigentlich Muskelentspannung?


Was versteht man unter Tonus? (66, 318)

Der allgemeine Muskeltonus ist eine ganze normale ständige


Erregung der Muskeln.
Er ist nur verschwunden bei tiefer Bewusstlosigkeit.
Ursache:. Die Nerven feuern ständig!
Achtung! Wichtig für die Haltemuskeln des Körpers!
Auch bei scheinbarer Ruhe sind diese ständig erregt in einen
unwillkürlichen Spannungszustand, der über Reflexe geregelt
wird

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Nr.: 58
Muskelgewebe : Wie stark kann sich ein Muskel verkürzen ?

Muskelverkürzung (Kontraktion): 3,6 – 1,5 µm


Das Sarkomer verkürzt sich auf ca. 50% seiner Länge. Die I-
Bande wird schmaler. Ein glatter Muskel auf 30%!
2 Arten: ÆIsotonische - isometrische Kontraktion
Æ Bewegung und Haltefunktion (Kauen)
Aktion und Myosinfilamentköpfchen gleiten beim Schlagen
aneinander vorbei.
Ruhetonus (Fraktur) - reflekt. Dauererregung
Vorbedingung der Kontraktion ist die Erhöhung der Ca –
Konzentration:
Elektromechanische Koppelung:
Die gleichzeitige Kontraktion aller Sarkomere ist nur möglich
durch ein Schlauchsystem im Muskel, das als Ca-Speicher
dient (SR und Transversale Tubuli)

Tonus

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Nr.: 59
Muskelgewebe: Wie stark kann ein Muskel gedehnt werden?

Muskeldehnung:
Das Sarkomer kann bis ca. 3.6 µm gedehnt werden.
Unter physiol. Bedingungen: Muskelhemmung,
Bindegewebe hemmt. Größere Muskelkraft bei
mittlerer Vordehnung!
Bei der Dehnung ist immer das Muskelbindegewebe
beteiligt /Hüllsysteme) .
Muskeln lassen sich höchsten um 50% der
Ausgangslänge dehnen.
Muskelinsuffizienz: Lange – mehrgelenkige Muskeln
werden aktiv oder passiv Insuffizienz

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Nr.: 60
Muskelgewebe (Skelett)
Anmerkungen zur Pharmakologie

Vorgänge im Bereich der neuromuskulären


Synapse können können bei der
Skelettmusk. pharmakologisch beeinflusst
werden:
z.B. Hemmung der Acetylcholinfreisetzung
(Botulinustoxin)
Blockierung des Acetylcholinrezeptors
(Muskelrelaxantien)

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Nr.: 61
E N D E

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Nr.: 62
Muskelgewebe
Anordnung der Fasern
Muskeleinheit: das
Sarkomer

Verkürzung
max. 50%

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Nr.: 63