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dr Somló Katalin: Examen Deutsch Arbeitsbuch


a hanganyag szövegkönyve

Track 1

Bemondó:
Lektion 1 Aufgabe 6. „Sei du selbst!“ – oder: Vorstellungsgespräch aus Firmensicht. Die
Karriereberaterin Isabelle Trebes erklärt, worauf Personalverantwortliche im
Vorstellungsgespräch besonders achten. Entscheiden Sie jeweils, ob die Aussagen richtig
oder falsch sind.

Welche Vorbereitung erwartet das Unternehmen?

Trebes:
Wichtig ist natürlich, dass die Bewerberinnen und Bewerber sich intensiv mit dem
Ausbildungsberuf und der Firma auseinandersetzen. Sie sollten sich unter anderem im
Internet oder in Zeitungen über das Unternehmen informieren und sich mit einem eigenen
kleinen Fragenkatalog auf das Gespräch vorbereiten.

Wie wichtig ist einem Personalchef der erste Eindruck?

Trebes:
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Es kommt deshalb vor allem auf
Natürlichkeit und Sympathie an. Die Bewerberinnen und Bewerber sollten höflich und
ordentlich auftreten.

Wie sollte man sich für ein Bewerbungsgespräch kleiden?

Trebes:
Man sollte sich an der Branche orientieren. Bei einer Bank wird man sich z.B. im Anzug, im
Handwerksbetrieb mit einer guten Jeans und einem Hemd vorstellen. Wichtig ist, dass die
Kleidung ordentlich und sauber ist. Tiefe Ausschnitte und kurze Röcke bei Mädchen wirken
unseriös und Kopfbedeckungen wie Baseballkappen bei Jungen sind im Bewerbungsgespräch
tabu.

Worauf kommt es im Vorstellungsgespräch besonders an?

Trebes:
Es ist wichtig, dass sich die Bewerberinnen und Bewerber nicht verstellen, sympathisch und
selbstbewusst sind.

Achten Sie auch auf die Körpersprache?

Trebes:
Ja, natürlich. Wer eine flapsige Körperhaltung einnimmt, seinem Gegenüber nicht in die
Augen schauen kann oder seine Blicke unruhig durch den Raum streifen lässt, wirkt nicht
überzeugend.

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Wie wichtig sind Umgangsformen?

Trebes:
Sehr wichtig: Pünktlichkeit und Höflichkeit werden vorausgesetzt. Man sollte z. B.seine
Gesprächspartnerin bzw. seinen Gesprächspartner mit einem Händedruck begrüßen und sich
vorstellen. Die Bewerberinnen und Bewerber sollten sich erst hinsetzen, wenn sie dazu
aufgefordert werden. Und natürlich gibt man telefonisch Bescheid, wenn man sich verspätet.

Was ist Ihr Tipp für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch?

Trebes:
Das oberste Gebot ist: Sei du selbst, spiele keine Rolle und verstelle dich nicht!

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Track 2

Bemondó
Lektion 1 Aufgabe 7. Für viele ein Traum, für andere ein Abenteuer: Michaela und Volker
Kissling haben ihren Job gekündigt, um an Bord ihrer Yacht „La Gitana“ die Welt zu umsegeln.
Hören Sie, wie sie darüber berichten. Michaela.

Michaela:
Das Leben auf und mit einem Segelboot lernte ich in Südfrankreich kennen, als ich dort nach
dem Abitur einige Monate arbeitete. Das Segeln an sich erlernte ich jedoch erst viel später,
als Volker in mein Leben trat. Dann ging es aber schnell! Unseren ersten Segelurlaub haben
wir bereits 3 Wochen nach dem Kennenlernen zusammen verbracht! Dem Traum einer
Weltumsegelung habe ich mich erst so richtig nach unserer Karibik-Fahrt angeschlossen –
hier wurde mir klar, dass es außer Arbeiten noch etwas anderes im Leben gibt, das ich
unbedingt kennenlernen wollte! Die letzten 15 Jahre war ich fast schon ein „Workaholic“
gewesen. Karriere schön und gut, aber was bleibt? Mein Wunsch, etwas Neues zu entdecken
und eine neue Herausforderung anzunehmen, wurde immer größer. Damit auch der Traum,
mit dem eigenen Segelschiff die Welt zu entdecken, das Leben mit der Natur, das
Sichauseinandersetzen mit den Naturgewalten und die eigenen Grenzen kennen lernen. Die
Entscheidung, das „alte Leben“ loszulassen und sich auf ein neues, völlig anderes Leben
einzulassen, ist mir sicher nicht leicht gefallen – aber ich weiß, dass ich so viele neue, positive
Erfahrungen machen werde, die die Nachteile aufwiegen werden.

Bemondó:
Volker

Volker:
Ich bin 1966 geboren und segle seit meiner Jugend. Neben dem Segeln studierte ich
Betriebswirtschaft an der LMU München (unterbrochen von einer ersten kleinen Weltreise
mit dem Rucksack), promovierte schließlich noch und verbrachte ein Jahr als Gastprofessor in

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Lyon. Danach folgten einige aufregende Jahre als Unternehmensberater, bevor ich bei einem
süddeutschen Automobilkonzern im Marketing tätig wurde. Letztendlich wurde der Wunsch,
die Welt aus eigener Kraft zu umsegeln, übermächtig, und ich gab mich ihm hin und wählte
statt der Sicherheit eines festen Jobs die Unsicherheit und Ungewissheit eines Lebens unter
Segeln – aber auch die Chance, neue wunderbare Aspekte der Welt und interessante
Menschen kennenzulernen. In diesem Sinne ist mein Lebensmotto: Bleib neugierig!
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Track 3

Bemondó:
Lektion 2 Aufgabe 3. Jugendliche über Heiraten – a) Hören Sie sich die Meinungen an und
ordnen Sie die Aussagen den Personen zu.
Thomas.

Thomas:
Die Institution Ehe finde ich im Prinzip gut. Es braucht gründliche Überlegungen, wenn man
heiraten will. Ich will einmal heiraten und Familie gründen. Aber auch zwei, die ohne
Trauschein zusammenleben, sollten vom Staat alle Vorteile haben.

Bemondó
Melanie

Melanie:
Wenn ich mich so umschaue, bin ich kritisch, was die Ehe betrifft. Wofür will man denn
heiraten? Ich halte es nicht für notwendig, es sei denn, man hat Kinder. In den nächsten fünf
bis zehn Jahren will ich aber sicher keine Kinder haben. Dafür hätte ich keine Nerven.

Bemondó
Nicole

Nicole:
Ich wünsche mir eines Tages ganz in Weiß zu heiraten. Da ich mich eher als Karrierefrau sehe
und nicht als Hausfrau und Mutter, müsste ich wohl oder übel auf Kinder verzichten. Denn
eine Frau muss sich heutzutage immer noch zwischen Kind und Karriere entscheiden.

Bemondó
Oliver

Oliver:
Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal zu heiraten, weil ich keinen Sinn darin sehe.
Später mal mit einer Frau zusammenleben könnte ich sehr wohl.

Bemondó
Remo

Remo:

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Ich könnte mir sehr gut vorstellen zu heiraten und Kinder zu haben. Viele Menschen heiraten
aber nur, damit ihnen der Partner nicht so rasch davonläuft. Das finde ich schlecht. Zur Zeit
jedoch ist es mir wichtiger, mein Leben zu genießen, bevor ich mich fest binde.
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Track 4

Bemondó:
Lektion 2 Aufgabe 7. Sie hören im Radio eine Sendung über die Unterschiede in der
Kommunikation zwischen Mann und Frau. Beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Frau:
Frauen kommunizieren anders als Männer. Während das weibliche Geschlecht eher
emotional denkt, ist für Männer die Funktionalität wichtig. Weibliche Kommunikation ist
geprägt von Vorsicht, Rücksichtnahme, Harmonie und einem großen Bedarf an
vertrauensbildenden Signalen. Eine Frau spricht Wünsche nicht unbedingt wörtlich aus,
sondern sendet Signale und erwartet von ihrem Partner, dass er sie erkennt, richtig auslegt
und dementsprechend handelt. Da ein Mann bei Gesprächen Informationen meist offen
austauscht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er ein verstecktes Signal gar nicht
wahrnimmt. Eine entsprechende Situation wäre zum Beispiel: Ein Paar sitzt im Restaurant
und ist gerade mit der Hauptspeise fertig. Am Nachbartisch wird ein Nachtisch mit
sprühenden Wunderkerzen serviert. Sie: "Oh, guck mal da. Sieht das nicht toll aus? Richtig
romantisch ..." Er: "Ähm, ja. Sehr schön." Ihn hat dieses Schauspiel nicht sonderlich
beeindruckt und er bestellt den Schokoladenpudding zum Nachtisch. Sie ist furchtbar davon
enttäuscht, dass er so unromantisch ist. Obwohl sie ihm, ihrer Meinung nach, doch gesagt
hat, dass er ihr mit dem anderen Nachtisch eine Freude gemacht hätte, hat er ihn nicht für
sie bestellt. In solchen Situationen hilft es, wenn beide Partner um die unterschiedlichen
Denkweisen von Mann und Frau wissen. Um des lieben Friedens willen sollte sie sich in
Zukunft bemühen, ihre Wünsche konkreter zu äußern. Er dagegen sollte versuchen, seiner
Liebsten insgesamt mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Also nicht nur ihre Worte zu hören,
sondern auch auf ihre Stimmungslage einzugehen.

Track 5

Bemondó:
Lektion 3 Aufgabe 2. Wachsende Städte – Sie hören im Radio eine Sendung über dieses
Thema. Beantworten Sie danach die Fragen kurz in Stichworten.

Eines scheint festzustehen: irgendwann werden wir fast alle in Städten leben. Die
Urbanisierung der Menschheit nimmt stets zu, selbst in Australien. Heute leben erstmals
genauso viele Menschen in Städten wie auf dem Land. In Teilen Lateinamerikas und Asiens
hat die Verstädterung Höchstgeschwindigkeit erreicht - das Land zieht in die Stadt. Als
Symbole der Urbanisierung gelten Megastädte mit stinkenden Müllbergen und Autolärm.

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Aber wann wird eine Stadt zur Megastadt? Für manche beginnt der Megastatus bei fünf
Millionen Einwohnern, für andere erst bei zehn. Dabei wachsen schon die ersten Mega-
Mega-Städte mit 20 Millionen Bewohnern heran. Und was macht eine Stadt zur Megastadt?
Bis in die 1980er Jahre lagen Megastädte in den Industrieländern, mit Ausnahme Shanghais.
Heute liegen zwei Drittel in Schwellen- und Entwicklungsländern. Am schnellsten wachsen
Lagos (Nigeria), Dhaka (Bangladesch) und Delhi (Indien). Zur Zeit gibt es schon vier
Megastädte mit über 20 Millionen Einwohnern: Tokio (Japan), Mumbai und Delhi (Indien)
und Sao Paolo (Brasilien).

In Megastädten wie Sao Paolo mit 21 Millionen Einwohneren herrscht Großstadtdschungel.


Täglich schlängeln sich fünf Millionen Autos und 12.000 Busse durch die Stadt. Die
Industriedichte ist hoch und so gelangen täglich rund 7000 Tonnen Schadstoffe in die Luft. Es
fallen 17.000 Tonnen Hausmüll pro Tag an. Recycling oder Kompostieren stehen bislang nicht
auf dem Plan, sondern lediglich Mülldeponien. Nicht nur in Sao Paolo wachsen wilde
Müllkippen am Rande der Stadt und nicht selten sind sie die Überlebensgrundlage armer
Familien. Droht den Megastädten eine Katastrofe?
Moderne Formen der Stadtbewirtschaftung stehen in manchen Megastädten noch lange
nicht auf der Tagesordnung. Orte wie Kalkutta (Indien) oder Lagos (Nigeria) müssen zunächst
„überleben“. Luftverschmutzung und Trinkwasserknappheit sind hier primäre Probleme.
Hierzu zählen auch die wachsende Armut und die stetige Zuwanderung, da viele Menschen
ihr Glück in der Stadt suchen.
Dem Chaos und den Slums der Städte steht zugleich das enorme Potenzial an Menschen
gegenüber. Der Zuzug vom Land bedeutet zugleich Arbeitskraft, die genutzt werden kann.
Diese Menschen sind eine Bereicherung für die großen Metropolen, sie bringen ihre
regionalen Kulturen mit und verändern „ihre“ Stadt. So sind die Menschenmassen nicht nur
eine Belastung für die großen Städte, sondern immer auch eine Chance für die Zukunft.
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Track 6
Bemondó:
Lektion 3 Aufgabe 13. Ein Jugendcafé für Helmstedt, oder: Wie die Jugend sich zu Wort
meldet. Hören Sie, was Tina über ein Schülerprojekt erzählt. Kreuzen Sie die richtige Antwort
an.

Tina:
Ich wohne in Helmstedt, einer Kleinstadt im Osten von Niedersachsen. Vor zehn Jahren
lebten hier 28.800 Menschen. Heute sind es 24.000, Tendenz fallend. Eine Schwierigkeit, mit
der viele kleine Städte zu kämpfen haben: Die Bevölkerung schrumpft, die Jungen gehen und
die Alten bleiben. Ein Grund könnte sein, dass die Stadt jungen Menschen zu wenig bietet.
Viele Jugendliche finden Helmstedt wohl zu „langweilig“, um nach Abschluss der Schule
hierzubleiben oder nach der Ausbildung in einer anderen Stadt oder nach dem Studium
zurückzukehren.
Die Innenstadt von Helmstedt ist schön. Da gibt es ein paar Kleiderläden, Drogerien,
Schreibwaren, ein kleines Kaufhaus und Cafés. Viele Einkaufsmöglichkeiten sind nicht da,
doch grundsätzlich gibt es hier alles, was man zum Leben braucht. Uns stört vor allem, dass
es keinen Ort in Helmstedt gibt, an dem sich Jugendliche treffen und den sie selbst gestalten

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können.Unser Lehrer Torsten Kunde kommt aus Helmstedt, ist hier aufgewachsen und
arbeitet heute hier. Die Stadt und wir Jugendlichen sind ihm wichtig. Seit August 2011
unterrichtet er am Gymnasium Julianum ein Seminarfach
mit dem Namen „Helmstedt 2020“. Ihm war es wichtig, die Jugendlichen einmal selbst
sprechen zu lassen. Im Unterricht analysierten sie Helmstedt und dabei entstanden Visionen,
wie die Stadt für Jugendliche attraktiver werden könnte.Und wir stellten im Unterricht
schnell fest: Was fehlt, ist ein Jugendcafé!
Wir schauten uns leer stehende Gebäude in der Innenstadt an, sprachen mit Leuten der
Lokalpolitik und der Wirtschaft. Fragen wie „Wie macht man ein Jugendcafé?“, „Wer kann ein
Ansprechpartner sein?“, „Was für Kosten können entstehen?“ oder „Wie decke ich diese ab?“
wurden besprochen. Die Vision von uns Schülern nahm nach und nach Konturen an.
Wir organisierten zusammen mit vielen regionalen Projektpartnern, die unsere Ideen
unterstützten, die Aktionswoche „Helmstedt 2020 – Eine Woche voller Impulse“. Ziel der
Aktionswoche war es, Denkanstöße zu geben und dabei auf die Bedürfnisse der Jugendlichen
in Helmstedt aufmerksam zu machen.
Fünf Tage lang zeigten wir, wie ein Jugendcafé sein könnte. Eine Galerie, die uns für diese Zeit
überlassen worden war, diente als Testraum, in dem wir Schüler selbst hinter dem Tresen
standen. Zuvor hatten wir lange daran gearbeitet, die Möbel zu besorgen und eine
Ausstellung aufzubauen, die während des Betriebs des Cafés „Galerie + Club 2020“ gezeigt
wurde. Außerdem organisierten wir das Abendprogramm mit Street Poetry oder Live-Musik
und luden zu Diskussionsrunden, an denen sich nicht nur Jugendliche beteiligten. Geschafft
hätten wir das ohne die Unterstützung der vielen Projektpartner jedoch nie.
Unter den Besuchern der Projektwoche im Café waren alle Altersgruppen vertreten: Schüler,
Studierende, Auszubildende, Eltern, Großeltern und natürlich auch Besucher, die aus
Interesse dabei waren, weil sie von dem Projekt in der Zeitung oder auf Facebook gelesen
haben. Die Projektwoche gab den Anstoß, sich über die Zukunft der Stadt Gedanken zu
machen. Torsten Kunde ist vom Engagement der Schüler begeistert. Er war vom Erfolg des
Projekts überrascht. Die Idee war eine Woche lang Gesprächsthema Nr. 1 in Helmstedt.
Und was bleibt?
Nach fünf Tagen sollte das Jugendcafé wieder geschlossen werden. Die Rückmeldungen der
Besucher und Projektpartner waren enorm. Viele möchten das Projekt weiterführen oder
dabei helfen. Und so kam es, dass der Eigentümer der Galerie sich bereit erklärte, den Raum
noch bis in den Herbst für das Café zu Verfügung zu stellen. Und auch der Bürgermeister,
Privatleute und Unternehmer aus Helmstedt versprachen, das Projekt nicht aus den Augen
zu verlieren. In der Kleinstadt wurde ein Stein ins Rollen gebracht. Unser Projekt lebt weiter!
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Track 7
Bemondó:
Lektion 4 Aufgabe 5. Pflichtfach: Ski fahren – In den meisten österreichischen Bundesländern
gibt es Skihauptschulen, in denen das Skifahren auf dem Stundenplan ganz oben steht.
Hören Sie, was Brigitte und Dominik über diese Schule erzählen und beantworten Sie die
Fragen in Stichworten.
Brigitte

Brigitte:
Ich heiße Brigitte Schwarz, bin 13 Jahre alt und habe bald vier schöne Jahre in der
Skihauptschule Neustift hinter mir. Es war schon als Kind mein Traum, dort aufgenommen zu
werden. Das erste Jahr verging trotz Heimweh sehr schnell.
Im zweiten Jahr hatte ich noch stärkere Sehnsucht nach zu Hause. Fast hätte ich aufgegeben,
doch die Liebe zum Skifahren und der Traum, einmal erfolgreicher Skistar zu werden, waren
stärker. Im dritten Jahr wurde ich auf Grund meiner guten Leistungen in den Tiroler
Schülerkader aufgenommen. Dieses Jahr verlief sehr erfolgreich und ohne Heimweh. Ich
konnte sogar ein Landescuprennen gewinnen!
Dieses Jahr, in der vierten Klasse, arbeiteten wir hauptsächlich auf die Aufnahmeprüfung für
das Skigymnasium in Stams hin, denn immerhin ist es ja unser aller Traum, einmal im
Skizirkus ganz vorne mitzufahren. Ich wurde leider nicht aufgenommen und muss mich nun
entscheiden, welche Schule ich nächstes Jahr besuchen will.

Bemondó:
Dominik berichtet vom Leben im Internat.

Dominik
In der Rennzeit nehmen unsere Lehrer hier sehr viel Rücksicht auf uns. Auch die Einteilung in
Trimester finde ich eine ausgezeichnete Idee.
Weil wir im Internat wohnen, müssen wir uns um vieles selber kümmern: zum Beispiel um
das Bettenmachen. Kleidereinräumen, Zimmeraufräumen usw. Sehr rasch kommt man drauf,
dass man eine eigene starke Persönlichkeit entwickeln muss, sonst geht man unter. Die Zeit
für einen selber ist sehr knapp und man ist praktisch nie alleine. Das kann einem manchmal
gehörig auf die Nerven gehen! Der Tagesablauf ist genau geplant und oft sehr stressig. Wenn
ein Problem auftaucht, hat man auch nicht gleich die Eltern zur Hand und muss es selbst
lösen.
Etwas finde ich auch noch wichtig: Eltern sollen nicht meinen, dass man nach Abschluss der
Skihauptschule automatisch ein Weltmeister wird. Es ist ein Grundstein dafür gelegt worden,
aber es ist noch ein weiter Weg bis an die Weltspitze, auf dem man viel Glück benötigt und
den entsprechenden Einsatz zeigen muss.
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Track 8

Bemondó:
Lektion 4 Aufgabe 11. So habe ich meinen Traumberuf gefunden. Hören Sie, was drei
Jugendliche darüber erzählen und entscheiden Sie, welche Aussage zu welcher Person
gehört.
Natascha Schenkl studiert Journalismus an der Hochschule Ansbach.

Natascha:
Seit letztem Jahr studiere ich Journalismus an der Hochschule in Ansbach. Beworben habe
ich mich auch für andere Medienstudiengänge, zum Beispiel an der Hochschule für Medien
in Stuttgart. Mit meiner Entscheidung für Ansbach bin ich aber total glücklich, Journalismus
ist echt mein Traumstudiengang! Auf der Hochschulmesse an der Uni Regensburg bin ich
letztes Jahr darauf aufmerksam gemacht worden. Dort habe ich das Programm zum
Studiengang gelesen und war sofort interessiert. Die Website www.studieren-in-bayern.de
beispielsweise war eine wichtige Informationsquelle für mich, da ich mich nur im
süddeutschen Raum bewerben wollte, ebenso die Webseiten unterschiedlicher Hochschulen
in Bayern und Baden-Württemberg. In der elften Klasse war ich außerdem bei der
Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

Bemondó:
Waldemar macht eine Ausbildung zum Mechatroniker.

Waldemar:
Das Berufsinformationszentrum in Donauwörth war meine erste Anlaufstelle, als das Thema
Berufs- und Studienwahl aufkam. Nach dem Abi und dem Zivildienst habe ich mich dann
entschieden, in Freising Getränketechnologie zu studieren. Das hat mir aber gar nicht
zugesagt. Schnell war mir klar, dass ich lieber etwas Praktisches machen würde. Im Internet
informierte ich mich über Ausbildungsberufe, unter anderem auf den Seiten der
Bundesagentur für Arbeit. Dabei bin ich auf den Beruf des Mechatronikers gestoßen, dessen
Beschreibung mir gefallen hat. Die Suche nach einem Ausbildungsplatz war allerdings
ziemlich schwierig: von rund 30 Bewerbungen bekam ich nur eine Zusage. Ich schätze mal,
das lag am Alter. Ich war schon 22, als ich mich beworben habe. Jetzt bin ich im dritten
Lehrjahr zum Mechatroniker. Mit dem Ausbildungsplatz geklappt hat es, denke ich, auch
durch mein Praktikum vor der Ausbildung, also durch gutes Feedback vom Meister und den
anderen Azubis. Der Beruf macht mir riesig Spaß und ist vielseitig, deshalb will ich auf jeden
Fall in dem Bereich bleiben. Ich kann mir auch gut vorstellen nach der Ausbildung eine
Weiterbildung zu machen, zum Beispiel die Technikerschule.

Bemondó:
Eileen macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation

Eileen:
Nach Ausbildungsstellen habe ich mich vor allem im Internet und über die Zeitungen
erkundigt. Ursprünglich hatte ich vor, eine Ausbildung zur Mediengestalterin zu machen, da
ich einen kreativen, gestalterischen Job wollte, und habe ungefähr 20 Bewerbungen

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verschickt. Zu der Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bin ich dann durch
einen glücklichen Zufall gekommen. Dank Beziehungen habe ich von dem Praktikum im
Marketing bei der Firma Frankensolar erfahren. Da ich vor dem Praktikum nicht viel über den
Beruf als Kauffrau für Marketingkommunikation gewusst habe, war ich positiv überrascht, als
ich das Praktikum bekommen habe. Sowohl die Firma als auch die Arbeit haben mir sehr gut
gefallen, und erfüllten genau meine Ansprüche an einen kreativen und gestalterischen Job.
Der Übergang von der Praktikantin zur Auszubildenden war dann im beiderseitigen
Einverständnis eigentlich nur noch Formsache.
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Track 9

Bemondó:
Lektion 4 Aufgabe 12. Hören Sie jetzt Sebastians Erfahrungsbericht über sein Studium an der
Pázmány-Péter-Universität.

Sebastian:
Der Campus der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Pázmány-Péter-Universität liegt
außerhalb, in Piliscsaba. Das Dorf ist eine dreiviertel Stunde Bahnfahrt vom Stadtzentrum
von Budapest entfernt. Zunächst habe ich im Studentenwohnheim auf dem Campus
gewohnt. Das war mehr ein Internat als ein Wohnheim. Ich hatte einen Platz in einem
winzigen Zweibettzimmer. Studenten und Studentinnen sind in unterschiedlichen Häusern
untergebracht. Wenn die Kommilitoninnen zu uns zu Besuch kommen wollten, mussten sie
sich erst einmal bei der Aufpasserin am Eingang anmelden.Ungarisch spreche ich kaum, aber
das ist auch nicht weiter schlimm. Die Sprache ist mit keiner anderen verwandt, außer mit
Finnisch. Weil Ungarisch so anders und so schwer zu erlernen ist, erwartet hier auch keiner
von einem Ausländer, dass er die Sprache beherrscht. Die Kurse in meinen Studien-fächern
werden sowieso auf Deutsch oder Englisch abgehalten, und für den Alltag habe ich mir ein
paar Brocken Ungarisch angeeignet, mit denen ich gut über die Runden komme.
Das Angebot an Seminaren und Vorlesungen ist äußerst vielseitig und abwechslungsreich,
und die Schwierigkeit besteht bei der Fächerbelegung vor allem darin, aus der Fülle an
interessanten Veranstaltungen eine Auswahl treffen zu müssen. Das Studieren ist hier schon
ein bisschen anders. Wir sind nie mehr als 10 bis 15 Leute in den Veranstaltungen. Ganz
anders als in meiner Heimat-Uni Mainz, wo die Seminare immer überfüllt sind. Es werden
auch andere Anforderungen an die Studierenden gestellt: Etwa fünf Hausarbeiten muss jeder
pro Semester verfassen. Bis zum Beginn der Semesterferien müssen die Arbeiten abgegeben
werden - die sind dann natürlich nicht so ausführlich wie bei uns. Dafür hat man dann aber
auch den ganzen Sommer frei, von Juni bis September.
Nach ein paar Wochen im Wohnheim bin ich nach Budapest gezogen. Weil ich mein eigenes
Zimmer haben wollte und weil ich schließlich auch was von der Stadt erleben will. Ich wohne
jetzt in einer Wohngemeinschaft mit einem französischen Pärchen. Budapest ist einfach
wunderschön. Nicht umsonst nennt man es auch das Paris des Ostens. So richtig gemütlich
ist es in den vielen alten Kaffeehäusern im Wiener Stil. Da kann man schön rumsitzen und
entspannen. Man kann aber auch sehr gut abends ausgehen. Besonders angesagt sind
gerade die sogenannten Ruinenkneipen, provisorische Bars in alten Lagerhallen und in
ehemaligen Panzergaragen, in die einfach ein Tresen und ein paar Biertische reingestellt
werden.

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Ich gehe nicht so häufig in Restaurants essen. Die sind zwar schon günstiger als in
Deutschland, aber ich muss trotzdem ganz schön aufs Geld achten. Wenn ich an der Uni bin,
esse ich in der Mensa oder in der Cafeteria. Das Essen ist lecker, aber leider auch ziemlich
fett. Das meiste wird nur in paniertem oder frittiertem Zustand angeboten. Ansonsten koche
ich viel mit meinen Mitbewohnern. In den Geschäften kann man alles kaufen, was es in
Deutschland auch gibt. Häufig sind sogar die Etiketten auf Deutsch.An zwei Tagen in der
Woche fahre ich an die Uni, an zwei weiteren Tagen arbeite ich als Sprachassistent in einer
weiterführenden Schule. Ich habe dort Schüler der Klassen acht bis zwölf, mit denen ich
Texte lese, mich unterhalte oder Grammatik pauke. Mir macht das sehr viel Spaß, und ich
kriege so auch noch einmal mehr von den Menschen mit. Ich arbeite 30 bis 40 Stunden im
Monat und kriege dafür rund 80 Euro, dazu noch eine Monatsfahrkarte für die U-Bahn. Das
ist nicht viel, ich weiß, aber ich mache es wie gesagt auch nicht nur des Geldes wegen.
Ob ich ein Studium in Ungarn weiterempfehlen kann? Also wenn ich mich noch einmal für
ein Auslandsstudium entscheiden müsste, würde ich wieder hierher kommen. Ungarn gefällt
mir wirklich super.
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Track 10

Bemondó: Lektion 5 Aufgabe 12. Pro und kontra Wohnmobil – Sie hören jetzt zwei
Meinungen über dieses Fahrzeug. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig sind.
Thomas.

Thomas: Quietschende Hotelbetten, blonde Haare fremder Herkunft in der Dusche? Danke
schön. Ich will raus, frei sein, umherziehen, vagabundieren. Deswegen Wohnmobil. Wie der
Name schon sagt: mobil. Also bitte keine Campingplatz Idylle hinterm Jägerzaun nicht weit
von der A 8 oder an irgendeinem brackigen See, wo Mutti den ganzen Tag werkelt, während
Vati seinen Bierbauch zur Schau stellt.
Wir reisen lieber ungezwungen herum, lassen uns treiben. Pirschen in Städte, folgen
Flussläufen und wandern in den Bergen. Eine Nacht auf dem ruhigen Hallenbadparkplatz
oder vor dem Tennisheim birgt mehr Urlaub als Pseudo-Wellness im mit Gips-Statuen
gezierten Provinzhotel. Langeweile? Niemals. Man hat schließlich stets irgendwas zu tun.
Betten umbauen, Morgentoilette, Bäcker suchen, Brötchen holen. Frühstück machen,
Vorräte checken. Strom, Gas, Frisch- und Abwassertank. Beim Wasserbunkern wird man zum
Kapitän inklusive hoher Verantwortung für Material und Personal.
Und die Passagiere fühlen sich fast immer wohl an Bord. Jammernde Kinder? Nicht im
WoMo. Hier gibt es für die Kleinen ständig etwas zu entdecken, ruck zuck haben sie sich eine
Schlafhöhle gebaut, turnen im und ums Auto herum, entdecken die Umgebung. Am besten
klappt das natürlich auf einem feinen Campingplatz, weshalb der Ideal-Urlaub eine
Mischung aus wildem und organisiertem Übernachten sein sollte. Wenn es uns gefällt,
bleiben wir, wenn es genügt, ziehen wir weiter.
Ein Wochenendausflug genügt zum Relaxen, das Abenteuer beginnt schon beim Laden,
spätestens bei der Abfahrt. Sogar Hektiker entspannen, wenn sie auf dem Bock sitzen, der
Diesel grummelt und selbst auf der Autobahn genügt Tempo 100. Etwa so: „Hast du schon
das Sonnenblumenfeld gesehen“ oder „Hupps, die gotische Kapelle ist mir ja noch nie
aufgefallen.“ Sie werden sich wundern, was es zu entdecken gibt. Der Weg ist das Ziel. Gute
Reise!

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Bemondó:
Jens

Jens:
Ich mag Wohnmobile weder als Verkehrsmittel für mich noch als Verkehrsteilnehmer
überhaupt. Mich nerven diese Hobby-Trucker, die auf der Autobahn mit Tempo 100 die
Lastwagen überholen und dabei nicht selten die Ausmaße ihres Gefährts überschätzen.
Trotzdem gibt es Schlimmeres. Nämlich selbst mit einem Wohnmobil Urlaub machen zu
müssen. Das beginnt schon auf der Fahrt zum Ferienort, auf der man mit Tempo 100 durch
die Republik tuckert und trotzdem meist über zehn Liter Diesel pro 100 Kilometer verbraucht.
Da rege ich mich schon ohne Stau auf.
Dabei will ich mich doch erholen. Und das kann ich nicht in einem rollenden Hasenstall.
Warum soll ich in den Ferien enger und unbequemer schlafen als daheim? Warum soll ich
Toiletten ausleeren, die Dusche putzen? Es muss ja gar nicht der Fünf-Sterne-Bunker auf
Mallorca sein, aber ein bisschen Komfort gehört für mich zum Urlaub dazu. Dazu zählt auch,
in der Stadt einfach in ein Parkhaus fahren zu können und nicht nach einen Stellplatz für
mein überdimensionales rollendes Wohnzimmer suchen zu müssen. Während der Camper
noch seine Runden dreht, sitze ich schon entspannt beim Cappuccino im Café.
Wohnmobilisten reden gerne von der großen Freiheit. Aber wie frei wäre ich denn mit einem
Wohnmobil wirklich? Ich müsste viele zehntausend Euro auftreiben, denn so ein Gefährt ist
ein teurer Spaß. Ein Auto brauche ich ja trotzdem, denn wer will schon im Alltag mit dem
Wohnmobil zur Arbeit oder zum Supermarkt fahren? Das macht zweimal Kfz-Steuer, zweimal
Versicherung, zweimal neue Reifen. Ich müsste mit zwei Fahrzeugen zum TÜV und zur
Inspektion. Und irgendwo muss die Kiste ja auch hin, wenn ich nicht gerade auf großer Fahrt
bin. Also auch zweimal Stellplatz. Das Geld gebe ich lieber für gutes Essen und gemütliche
Ferienwohnungen aus.
Ich habe mich übrigens im Urlaub mit dem Auto noch nie gefangen gefühlt. Ich kann auch
heute in dem einen Hotel auschecken und 100 Kilometer weiter ein neues Quartier beziehen.
Bei der Wahl meiner Urlaubsziele wäre ich ebenfalls eingeschränkt. Mal in die USA, nach
Australien oder Neuseeland? Das geht halt nur mit dem Flugzeug. Statt die weite Welt zu
sehen, müsste ich mein Dasein auf Campingplätzen mit neunmalklugen Nachbarn fristen, die
mir zur Begrüßung erst einmal die Platzregeln erläutern. Nein danke!
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Track 11

Bemondó
Lektion 6 Aufgabe 6. Gute Gründe, Esperanto zu lernen – Sie hören jetzt einen Text über
diese Sprache. Entscheiden Sie dabei, ob die Aussagen richtig oder falsch sind. Markieren Sie
(+) plus gleich richtig oder (–) gleich falsch.

Esperanto bedeutet Hoffnung und dies verbinden auch die Esperantosprecher mit dem
Erlernen der Sprache. Esperantisten, also Menschen die neben ihrer Muttersprache auch
Esperanto sprechen, gibt es mehr als 2 Millionen in der ganzen Welt – mittels Esperanto
können so Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen problemlos miteinander
kommunizieren.

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Im Unterschied zu anderen Sprachen hat Esperanto eine Mission, ein Ziel vor Augen. Die
Ursprungsidee war, dass alle Menschen neben ihrer Muttersprache Esperanto als erste
Fremdsprache lernen und so jeder mit jedem ganz ohne Dolmetscher und Übersetzer
sprechen, reden und diskutieren kann.
Während heutzutage Millionen von Geschäftsleuten, Diplomaten, Wissenschaftlern und
Touristen gezwungen sind mehrere Fremdsprachen zu lernen um arbeiten, reisen und
verhandeln zu können – und wie Ihr sicherlich wisst, gibt es weltweit mehr als 6500 Sprachen
– könnte in Zukunft jedes Kind erst seine Muttersprache und dann Esperanto lernen und sich
trotzdem mit jedem Menschen auf der Welt unterhalten.
Dies würde nicht nur das Reisen vereinfachen, sondern auch Handel, Wissenschaft &
Forschung und Meinungsaustausch zwischen allen Ländern der Welt. Da Esperanto zu
keinem speziellen Land gehört, hat kein Land Vorrecht auf diese Sprache und jede
Nationalsprache, ganz egal ob von wenigen oder vielen gesprochen, behält ihre Bedeutung.
Sprachenlernen an sich ist schon ein großer Gewinn für Jung und Alt – nicht nur die
Fremdsprachenkenntnisse sind nützlich, sondern auch der Lernprozess fördert den Geist und
hält uns fit.

Esperanto bietet noch andere Vorteile: Esperanto kann viel schneller gelernt werden als jede
andere Sprache der Welt. Statistiken sprechen von vier- bis zehnmal so schnell, je nachdem,
mit welcher Fremdsprache man Esperanto vergleicht. Beim Esperantolernen erfährt man viel
über die Technik des „Fremdsprachenlernens”, kann also anschließend viel einfacher und
schneller weitere Fremdsprachen lernen. Wer Esperanto spricht, kann sich den
Esperantopass holen. Dies ist ein Buch mit 1000 Privatadressen aus 98 Ländern der Welt. Die
aufgeführten Personen bieten Esperantosprechern für ein paar Tage kostenlose Unterkunft
an, wenn sich der Besucher mit dem Gastgeber ausschließlich auf Esperanto unterhält. Einer
Weltreise steht also nichts mehr im Weg. Diese Vorteile wurden nicht nur von den 2
Millionen Esperantosprechern und der ständig wachsenden Zahl neuer Esperantolerner
erkannt. Selbst 30% aller Parlamentarier des Europaparlaments setzen sich dafür ein,
Esperanto europaweit zu fördern, um die Verständigung und Kommunikation zwischen den
Ländern Europas zu vereinfachen und zu verbessern.
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Track 12

Bemondó:
Lektion 6 Aufgabe 12. Traumberuf: Journalist/in? – Sie hören ein Interview mit dem
Journalistikprofessor Klaus Meier. Lesen Sie die folgenden Aussagen und entscheiden Sie
jeweils, ob sie richtig oder falsch sind.

Herr Meier, gibt es ein Gen, das Journalisten auszeichnet?

Meier:
Das ist die Neugierde für vieles Verschiedenes: nicht nur für ein spezielles Themengebiet wie
Sport, Reisen oder Mode, sondern immer auch für Politik und Wirtschaft. Wichtige
Charaktereigenschaften sind Durchsetzungs- undDurchhaltevermögen. Sie geben nicht gleich
auf. Sie können mit Menschen und wollen mit ihnen zu tun haben. Journalismus ist keine

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Beamtenlaufbahn, in der ich einmal Fuß fasse und bleibe. Ich muss mich immer wieder
bewähren. Und wenn ich scheitere, brauche ich im Kopf einen Plan B für meinen Berufsweg.

Gibt es Hobbys, die mich für den Job als Journalist fit machen?

Meier:
Teamsport ist hilfreich. Oder die verantwortliche Mitarbeit in Jugendgruppen
etwa in Kirchengemeinden oder das Engagement in Parteien und gemeinnützigen Vereinen.
Das alles qualifiziert mich für den Job und hilft mir, mit verschiedenen Menschen
zusammenzuarbeiten.

Wie finden junge Leute heraus, ob Journalismus überhaupt das Richtige für sie ist?

Meier:
Erst mal muss ich mir klar machen, was Journalismus ist. Die Medien – vor allem Fernsehen
und Internet – sind eine große Bühne, auf der vieles stattfindet. Jungle Camp zum Beispiel ist
kein Journalismus. Auch nicht „Deutschland sucht den Superstar“ und Facebook.

Und was macht Journalismus aus?

Meier:
Egal ob Fernsehen, Internet oder andere Medien: Journalismus hat vor allem etwas mit
Nachrichten zu tun – mit dem, was für die Menschen und die Gesellschaft relevant ist:
Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Technik, Sport. Ich muss heiß auf Neuigkeit und
Nachricht sein. Wenn es eines meiner täglichen Rituale ist, dass ich mich auf den neuesten
Stand bringe, dann ist das eine gute Grundlage – sei es in Spiegel und Süddeutsche oder auf
Tagesschau.de und FAZ.NET oder auf Neon.de.

Was ist, wenn ich beim ersten Mal die Aufnahmeprüfung der Journalistenschule nicht
bestehe?

Meier:
Beim zweiten oder dritten Mal kann es klappen. Aber noch wichtiger ist eben,einen Plan B zu
haben und einen anderen Ausbildungsweg zu nehmen. Die Konkurrenz ist enorm.

Medien arbeiten immer mehr crossmedial, ist das eine Chance für junge Leute?

Meier:
Klar, wenn man am Ball bleibt und Innovationen mutig aufgreift. Videojournalismus zum
Beispiel gehört mittlerweile bei einigen Sendern und Verlagen mit zur Ausbildung und wird in
Redaktionen zunehmend gebraucht. Journalismus im Internet ist nach wie vor ein
boomendes Feld. Es gilt also, offen zu bleiben, auch gegenüber neuer Technik, viel zu lernen
und seine Stärken als Eigenmarke auszubauen. Man lernt nie aus.

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Und was geben Sie angehenden Journalisten mit auf den Weg?

Meier:
Journalist sein ist ein sehr spannender und kreativer Beruf. Doch man braucht viel Geduld
und muss hartnäckig sein. Mit einem kritischen und ehrlichen Blick auf die Welt und auf sich
selbst.
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Track 13

Bemondó: Lektion 7 Aufgabe 2 c. Sie hören jetzt, was Horst B. über seine Sucht und seine
Selbsthilfegruppe erzählt. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch
sind.

Horst:
Ich bin seit dem 18. oder 19. Lebensjahr kaufsüchtig. In Hochphasen meiner Sucht dreht sich
alles nur ums Kaufen. Es gibt immer etwas, was ich kaufe. Auch bei Lebensmitteln. Ich kann
in einem Supermarkt nie nur das kaufen, was auf meiner Liste steht, ich nehme immer mehr
mit. Aber vor allem kaufe ich Markenartikel. Die Markenartikel steigern mein
Selbstwertgefühl.
Kaufsucht hat schlimme Folgen. Man kann den Arbeitsplatz verlieren, sich verschulden, und,
wie ich, seine Beziehung aufs Spiel setzen. Das geht so weit, dass man stundenlang in
Katalogen blättert, Gegenstände sammelt und sie dann vor dem Partner versteckt. Man ist
überhaupt nicht klar im Kopf und denkt nur daran: „Was kaufe ich als Nächstes?“ Der
Übergang vom harmlosen, in der Gesellschaft akzeptierten und von der Wirtschaft
geforderten Shopping zur Konsumsucht ist schwer zu erkennen.
Im März 2010, nach dem Ende meiner Beziehung, bin ich zu einer Therapeutin gegangen. Ich
hatte mir eine Aufstellung über meine Finanzen gemacht und mich gefragt, warum ich
ständig verschuldet bin und mir das Geld nur so aus den Händen rinnt. In der Therapie
merkte ich, dass ich süchtig bin. Wenn man die Realität nicht wahrhaben will, flüchtet man
sich in die Sucht. Ich unterdrücke Gefühle aus der Kindheit – Wut, Schmerz und Trauer, die
täglich versuchen, hochzukommen.
Menschen streben nach Glück und Erfolg. Ich habe geglaubt, mir mein Glück kaufen zu
können. Auch jetzt gibt es immer wieder Rückfälle. Durch sie erkenne ich, wo ich stehe. Die
Zeit, in der mein Tagesablauf nur auf das Kaufen ausgerichtet war, ist zum Glück vorbei. Die
Intervalle, in denen ich den Drang verspüre, einfach irgendetwas zu kaufen, werden immer
länger, das Gefühl ist nicht mehr so stark.
Vor einiger Zeit habe ich eine Selbsthilfegruppe gegründet. Der Austausch mit
Gleichgesinnten hilft, alleine schafft man es nicht. Die meisten Leute sind ängstlich, sich vor
anderen zu äußern. In meiner Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen aus allen sozialen
Schichten und Altersklassen. Im Grunde geht es darum, sich vor den Spiegel zu stellen und
sagen zu können: "Ich liebe mich so wie ich bin."
Früher habe ich schon mal für 1.000 Euro am Tag eingekauft. Es war gefährlich, dass ich rund
um die Uhr im Internet einkaufen und größere Anschaffungen in Raten abzahlen konnte.
Heute fühle ich mich viel freier. In zwei Jahren werde ich schuldenfrei sein. Mich überkommt
ein Glücksgefühl, wenn ich so leben kann, wie ich jetzt lebe.
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15

Track 14

Bemondó:
Lektion 7 Aufgabe 4. Wenn die Schuldenfalle droht. Hören Sie die Reportage und
beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Férfi:
Schätzungen zufolge hat jeder zehnte Jugendliche 1550 Euro Schulden. Den Anfang machen
alltägliche Kosten wie Rechnungen fürs Telefonieren oder Fitness-Studio. Werden die
Schulden aber erst einmal unkontrollierbar, können sie sich schnell zu einem Albtraum
entwickeln.
Vor wenigen Wochen begann Arne mit einer Ausbildung. Nun hat er ein geregeltes
Einkommen. Als Schüler war dies noch anders. Das Taschengeld reichte oft nur bis zur Mitte
eines Monats. Damit erging es ihm wie vielen anderen Jugendlichen auch. Knapp 30 Euro
Taschengeld im Monat bekommen 16- und 17-Jährige im Durchschnitt. Der Konzertbesuch,
die neue Hose und auch noch die Handyrechnung lassen sich damit kaum bezahlen.
Anfangs war die monatliche Telefonrechnung Arnes größte Sorge.

Arne:
Es musste einfach das iPhone sein, am besten das neueste. Mein Handy-Vertrag war teurer
als mein Taschengeld für den ganzen Monat. Ich bekam dann immer noch ein wenig Geld von
meinen Eltern, womit ich dann die Handy-Flatrate zahlen konnte.

Nő:
Solch eine Flatrate klingt verlockend. Ein monatlicher Grundpreis garantiert eine „volle
Kostenkontrolle“, wie es im Slogan vieler Anbieter heißt. Tatsächlich geht diese Rechnung
aber oft nicht auf. Versteckte Zusatzkosten werden erst bei der Abrechnung entdeckt. Das
scheinbar so günstige Handy entpuppt sich dann als echter Luxus.
Schon 96 Prozent der 14- bis 15-Jährigen haben inzwischen ein eigenes Handy. Dessen
Rechnung zahlen in den ersten Jahren in der Regel die Eltern. Verträge schließen darf man
erst mit 18 Jahren, die Jüngeren brauchen dafür die Unterschrift ihrer Eltern. Diese haben
damit eine gewisse Kontrolle über die Ausgaben ihrer Kinder. Aber selbst das verhindert oft
nicht, dass sie Schulden machen – dann eben bei Freunden und Bekannten, statt beim
Telefonanbieter. Unerfahren in Gelddingen, gleichzeitig aber voll „vertragsfähig“, gelten 18-
Jährige als am gefährdetsten, in die Schuldenfalle abzurutschen.
Der Wechsel vom Prepaid- zum Vertragshandy ist oft der erste Schritt in die Schulden. Solch
ein Vertrag ist vergleichbar mit einem kleinen Kredit, viele Kunden, insbesondere
Jugendliche, sind sich der Tragweite nicht bewusst. So wie Arne.

Arne:
Es ist zu einfach! Eine Unterschrift und jeden Monat ein wenig Geld, dann bekommt man sein
superteures Handy. Und das ist noch nicht genug. Ein Klick und ich hatte meine Spielkonsole,
ein paar Klicks weiter noch die passenden Spiele dazu. Und zahlen musste ich erst hundert
Tage später. Ich dachte, bis dahin hätte ich das Geld.

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Nő:
Onlineshopping wird immer beliebter. Immer mehr Menschen nutzen das Internet zum
Einkaufen. Doch das bargeldlose Bezahlen birgt seine Risiken. Denn es verleitet dazu, mehr
auszugeben, als das Konto hergibt.
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Track 15

Bemondó:
Lektion 8 Aufgabe 8. Woher kommen eigentlich die Pommes? Hören Sie drei Versionen und
beantworten Sie die Fragen kurz in Stichworten.

Férfi 1:
Behauptung Nummer eins: Über die Herkunft der Pommes streiten sich die Menschen,
seitdem sie sie essen. Mit den Pommesessern ist es ja ein wenig wie mit den Guckern von
Lindenstraße und anderen Soaps. Sie bekennen sich zwar nicht zu ihnen, aber ihr Erfinder
wären sie schon gern, heimlich jedenfalls. Also, Behauptung Nummer 1: Pommes kommen
aus Frankreich. Bereits König Louis Philippe soll sie im Jahr 1837 gemeinsam mit dem als
Feinschmecker bekannten Duc d’Orleans gegessen haben. Damals hießen sie allerdings noch
nicht Pommes frites, sondern Pommes Pont-Neuf. An dieser Brücke sollen damals dicke
Kartoffelscheiben über Holzkohlen gebraten worden und als Snack an Passanten verkauft
worden sein. Wohlgemerkt – gebraten und nicht frittiert! Übrigens, die Kartoffel selbst kam
erst gegen 1800 nach Paris und auch in der 1826 erstmals erschienenen „Physiologie des
Geschmacks“ von Brillat-Savarin wird sie noch mit keinem Wort erwähnt. An einen
französischen Ursprung der Pommes frites zu glauben, fällt deshalb schwer.

Férfi 2:
Behauptung Nummer 2: Pommes kommen aus Amerika. 1853 soll George Crum, ein
amerikanischer Koch indianischer Herkunft, in seinem Restaurant im Staat New Yorkerstmals
„Saratoga Chips“ verkauft haben, die heute noch in jedem amerikanischen Kochbuch
vertreten sind. (Das erste schriftliche Rezept für Saratoga Chips ist allerdings erst aus dem
Jahr 1878 überliefert!) Im „American Heritage Cookbook“ ist erwähnt, wie es zu diesen Chips
gekommen sein soll: Einem Gast waren die servierten Kartoffelscheiben zu dick. Er
beschwerte sich und schickte sie in die Küche zurück. Daraufhin erhielt er wesentlich
dünnere Kartoffeln, die ihm aber immer noch zu dick waren. Der Gast wiederholte seine
Beschwerde. Der Koch Crum wurde sauer und servierte so hauchdünne Kartoffelscheiben,
dass man sie nicht mehr mit der Gabel aufspießen konnte. Damit hatte George Crum eine
neue Spezialität kreiert – die Saratoga Chips. Sie scheinen aber eher mit Kartoffelchips als mit
Pommes frites verwandt zu sein. „Echte“ Pommes lernten die Amerikaner eigentlich erst
während des Ersten Weltkrieges kennen und zwar in Europa! Denn schließlich reden wir hier
nicht von Kartoffelchips, sondern von French Fries. So heißen die Pommes in Amerika.

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Nő:
Behauptung Nummer 3: Pommes kommen aus Belgien. In der Tat – wer jemals in Belgien war
und die belgische Küche genießen durfte, glaubt das gern, ohne wissenschaftliche
Aufklärung: Die Pommes frites sind sicher belgischen Ursprungs.! Denn hier bekommt man
Pommes als Beilage zu fast jedem Gericht. Sogar zu Krabbensalat! Und wirklich gut sind sie
auch, die belgischen Pommes. Die Belgier haben es quasi schriftlich, dass sie die Erfinder der
Pommes sind. Und das nicht nur im Asterix-Comic. In einem Manuskript aus dem Jahr 1781
von einem gewissen Joseph Gérard heißt es: „Die Einwohner von Namur, Huy, Andenne und
Dinant haben die Gewohnheit in der Maas zu fischen, diesen Fang dann zu frittieren, um
ihren Speisezettel zu erweitern, vor allem den der armen Leute. Wenn die Gewässer
zugefroren sind und das Angeln nur schwer möglich ist, schneiden die Einwohner Kartoffeln
in Fischform und frittieren diese dann. Diese Vorgehensweise ist mehr als 100 Jahre alt.“ Das
bedeutet – Belgier aßen schon etwa 1680 frittierte Kartoffeln! Pommes frites könnten also
aus nichts anderem als dem Versuch entstanden sein, kleine sprottenähnliche Fische zu
ersetzen.
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Track 16

Bemondó:
Lektion 8 Aufgabe 10. Vegan ernähren ohne Dogmen – Hören Sie das Interview mit dem Koch
und Buchautor Attila Hildmann und kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Attila Hildmann, der oft als der vegane Jamie Oliver bezeichnet wird, hat zuerst die
Entscheidung getroffen, sich vegan zu ernähren. Dann hat er sich das Kochen komplett
autodidaktisch beigebracht und mittlerweile ist er ein gefragter Gast in Talkshows. Sein
viertes Kochbuch, „Vegan for fun“, verkauft sich gut, und neben seiner Tätigkeit als Autor
bietet er Kochkurse an. Besonders seine selbst produzierten Kochshows auf Youtub haben ihn
bekannt gemachte. Wie sind Sie zum Veganismus gekommen?

Hildemann:
Es gab mehrere Gründe, die zu meiner Umstellung auf eine vegane Ernährungsweise führten.
Ich war übergewichtig und an der Grenze zu Diabetes. Als mein Vater dann sehr früh starb,
machte ich mir Gedanken, wie es um meine eigene Gesundheit in der Zukunft bestellt sein
würde. So bin ich dann von heute auf morgen zunächst zum Vegetarier und aufgrund meines
gleichbleibend hohen Cholesterinspiegels zum Veganer geworden.
Seit 10 Jahren stehe ich nun morgens auf und frage mich, ob ich heute ein Steak esse oder
was Veganes. Bis jetzt habe ich mich jeden Tag für das vegane Gericht entschieden, weil man
sich damit einfach extrem wohl fühlt und voller Energie ist. Man leistet einen positiven
Beitrag zur Gesundheit und zum ganzen Körpergefühl.

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Wie schwierig oder einfach ist es, sich vegan zu ernähren?

Hildemann:
Die vegane Küche ist heute sehr vielfältig. Zum Beispiel koche ich Spinatrisotto mit
gerösteten Mandeln oder Paprika mit Kürbis-Feigen-Füllung auf Cashew-Safran-Schaum.
Dazu wäre ich vor ein paar Jahren gar nicht in der Lage gewesen! Es ist natürlich am Anfang
schwierig, weil man nicht weiß, wie und was man vegan kochen kann.
In meinem Buch möchte ich Ideen und Inspirationen weitergeben und zeigen, dass man als
Veganer auf nichts verzichten muss. Man lernt mit jedem Tag dazu: Ich habe zum Beispiel
lange gebraucht, eine leckere Bolognese-Sauce zu kreieren. Irgendwann ist es mir gelungen,
und dieses Wissen teile ich nun.

Was macht Ihr Buch „Vegan for fun“ aus und an wen richtet es sich?

Hildemann:
Darin finden sich die besten Rezepte aus meiner zehnjährigen veganen Koch- Erfahrung.
Dazu gibt es grandiose Fotos der Gerichte, eine sehr persönliche und undogmatische
Herangehensweise an dieses doch oft sehr verbissen wahrgenommene Thema. Es heißt ja
nicht umsonst “Vegan for fun”!
Das Buch richtet sich an jeden, aber primär an Fleischesser. Eine vegane Ernährung schützt
vor Zivilisationskrankheiten. Mein Buch spricht Leute an, die sich undogmatisch mit dem
Thema Veganismus beschäftigen wollen sowie gesundheitsbewusste Menschen, die leckere
Rezeptideen für ihre vegane Küche suchen.

Woher kommen die Ideen für Ihre Gerichte?

Hildemann:
Als ich angefangen habe, vegan zu kochen, ging es für mich eher darum, eine gute Big-Mac-
Sauce in der veganen Version zu machen. Es stand mehr im Mittelpunkt, wie man bestimmte
Sachen vegan nachkochen kann. Heute ist es ganz anders: Durch das tägliche Beschäftigen
mit den Lebensmitteln schaue ich im Bioladen, was saisonal und regional ist. Dann mache ich
mir Gedanken, was ich damit machen kann. Was würde geschmacklich dazu passen? So
fange ich dann an, mir kreative neue Sachen auszudenken. Ich versuche, eine vegane Küche
zu etablieren, die fernab von Sojaschnitzel und Pommes liegt, weil das nicht ausgewogen ist.

Welche Zutaten dürfen in der veganen Küche nicht fehlen?

Hildemann:
Ich benutze momentan immer weißes Mandelmus. Das sind geschälte und gemahlene
Mandeln. Dieses Produkt ist unglaublich vielfältig. Du kannst daraus Eiscreme, eine sehr gut
schmeckende Sahneeis-Alternative machen oder es zur Carbonara-Sauce geben. Das Mus ist
unglaublich cremig, leicht süßlich und gesund durch den hohen Kalziumgehalt.

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Ist die vegane Ernährung teuer?

Hildemann:
Nicht unbedingt. Das ist das, was meine Küche ausmacht: kurze Zutatenlisten und Sachen,
die du überall bekommst. Man muss nicht unbedingt Zutaten im Onlineshop bestellen oder
ständig Ersatzprodukte kaufen. Es liegt ein bisschen daran, wie man vegan kocht. Wenn du
Rezepte machst, die überwiegend aus Obst, Gemüse, Nussmus und Hülsenfrüchten
bestehen, dann wird es recht günstig.

Vielen Dank für das Interview.


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Track 17

Bemondó:
Lektion 9 Aufgabe 3. Schon als Kind im Freizeitstress? – Von Kindern und Jugendlichen wird
heute viel verlangt. Auch die neun Jahre alte Jennifer Schiffer ist ein vielbeschäftigtes
Mädchen. Hören Sie den Text und und beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Ein Kind, das praktisch jede Minute seiner Freizeit nutzt, ist die Bad Homburgerin Jennifer
Schiffer. Mit ihren neun Jahren hat sie bereits ein volles Programm, was Hobbys angeht. Da
ist zum Beispiel die Musik. Seit ihrem vierten Jahr spielt sie Blockflöte, als sie sechs war, kam
die Querflöte dazu, danach die Klarinette, und seit einem Jahr spielt sie zudem Saxophon.
Klar, dass alle Instrumente mit Proben bei Musiklehrern verbunden sind und sie zu Hause
zusätzlich üben muss. Doch das hat sich auch gelohnt, denn im Februar belegte sie mit der
Querflöte im Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert” den ersten Platz.
Im Kirchenchor und im Instrumentalkreis fühlt sich die Viertklässlerin ebenfalls wohl. Im
Gegensatz zu den eher bewegungsarmen Tätigkeiten stehen die sportlichen Aktivitäten von
Jennifer. Tanzen, Schwimmen, Tennis – seit Kurzem in einer Mannschaft – sind der Ausgleich
zum Musizieren. Ihr Vater Achim Schiffer berichtet:

Achim Schiffer:
Sie trainiert unglaublich viel. Als sie auch noch Volleyball spielen wollte, schoben wir einen
Riegel vor. Wir hoffen eher, dass sie mit etwas aufhört.

Doch bisher zeigt Jennifer noch keine Ermüdungserscheinungen.

Achim Schiffer:
Nie würde sie einen Kurs ausfallen lassen oder eine Probe versäumen, Viele Leute, die vom
vollen Terminkalender meiner Tochter hören, fragen, wie das denn funktioniert. Ob sie die
Schule vernachlässigt oder so. Aber nein, ihren Noten schaden die vielen Hobbys nicht.
Unsere Jennifer ist eine Einser-Schülerin.

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Jennifer wird nach den Sommerferien auf das Gymnasium gehen. Einen Französischkurs
besucht sie jetzt schon. Auf dem Gymnasium will sie auf jeden Fall in die Musikklasse.

Achim Schiffer:
Ich vermute, das würde noch mehr Übungsstunden bedeuten.

Ob Jennifer das alles nicht manchmal zu viel wird? Ganz selten stellt sie abends fest, dass es
ein bisschen viel war. Die meiste Zeit aber machen ihr ihre Hobbys eindeutig Spaß. Mit Stress
haben sie nichts zu tun, meint wenigstens ihr Vater.
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Track 18

Bemondó:
Lektion 9 Aufgabe 9. Programme am Wochenende – Hören Sie die Nachricht und korrigieren
Sie während des Hörens die falschen Informationen oder ergänzen Sie die fehlenden
Informationen. Sie hören den Text nur ein Mal.

Christine:
Guten Tag, Herr Bäumler, hier Christine. Sie haben mich gebeten nachzuschauen, welche
Freizeitprogramme wir unseren Gästen anbieten könnten. Also, nach den Verhandlungen am
Freitag könnten wir mit ihnen nach Esslingen fahren, wo es eine sehr interessante
Ausstellung gibt. Im Schreiber-Museum sind die Modelle von berühmten Gebäuden
Deutschlands zu sehen, und zwar aus Papier. Das ist eine berühmte Attraktion der Gegend
und der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis 18 Uhr geöffnet, danach haben wir alle noch
genug Zeit, uns umzuziehen, denn um 20.00 beginnt im Alten Schauspielhaus eine
Aufführung des Stücks „Die Physiker“ von Dürrenmatt. Eine ganz moderne Inszenierung,
komisch und grausig zugleich. Ich habe dieses Stück schon mehrmals gesehen, aber diese
Aufführung hat mir am besten gefallen. Und das Theatergebäude ist auch imposant, unsere
Gäste werden beeindruckt sein. Also, wenn Sie meinen, besorge ich morgen Karten. Eine
kostet 15 Euro.
Was den Samstag betrifft, da hätte ich zwei Vorschläge. In der Galerie in Albstadt sind
Kupferstiche ausgestellt. Eine großartige Ausstellung! Die Werke repräsentieren zahlreiche
Epochen der Kunstgeschichte. Der Eintritt kostet nur 3 Euro! Sie ist von 10 bis 15 Uhr
geöffnet, aber am besten fahren wir die Gäste noch vor dem Mittagessen hin. Wir essen
irgendwo in der Gegend zu Mittag, aber möglichst früh, denn um 15 Uhr beginnt das Konzert
bei Kaffee und Kuchen in der Stadthalle. Schöne Melodien aus Oper und Operette werden
von bekannten Interpreten vorgetragen. Auch wer kein Opern- oder Operettenfan ist, kann
daran Spaß haben. Der Eintritt kostet 16 Euro.
Für den Sonntagvormittag habe ich eine Idee. Sie wissen ja, Herr Bäumler, dass ich sehr gern
fotografiere. Und deshalb sehe ich mir auch die Fotos von anderen sehr gern an. Noch eine
Woche lang kann man die Fotos von Elger Esser im Kunstmuseum besichtigen. Seine Bilder
stellen den einsamen Menschen in verschiedenen natürlichen und küntlichen Umgebungen
dar, deswegen heißt die Ausstellung „Eigenzeit“. Wunderbare, tiefsinnige Fotos, ich kann
diese Ausstellung jedem empfehlen. 8 Euro kostet eine Karte, wenn ich mich richtig
erinnere. Und von 10 bis 18.30 Uhr ist das Kunstmuseum normalerweise geöffnet. Aber

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wenn sich unsere Gäste eher für Wissenschaft als für Kunst interessieren, habe ich noch
einen Tipp für den Sonntag. Vor Kurzem wurde im Schloss Rosenstein eine Sonderausstellung
mit dem Titel „Der Fluss des Lebens“ zum Darwin-Jahr (2009) eröffnet. Eine Karte kostet 12
Euro. Da das Schloss schon um 16 Uhr schließt, ist es möglich, beide Ausstellungen zu
besichtigen, ich meine, wenn die Gäste Lust haben. Also, Herr Bäumler, sagen Sie mir morgen
früh Bescheid, wofür Sie sich entschieden haben, damit ich alles rechtzeitig erledigen kann.
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Track 19

Bemondó:
Lektion 9 Aufgabe 11. Ganz einfach Zeit sparen. Hören Sie das Interview mit Cordula
Nussbaum, Expertin auf dem Gebiet Zeitmanagement, und entscheiden Sie, ob die Aussagen
in der Tabelle dem Hörtext entsprechen.

Wissenschafter haben festgestellt, dass unser Stress in den vergangenen Jahren tatsächlich
messbar gestiegen ist. Das hat mehrere Gründe. Zum Beispiel wechseln wir häufiger den Job
und müssen in einem neuen Umfeld neue Kontakte aufbauen. Außerdem gibt es wesentlich
mehr Kommunikationsmittel wie E-Mail, Handy, BlackBerry usw. Diese permanente
Erreichbarkeit ist Stress pur. Noch dazu sind die Ansprüche uns selbst gegenüber gestiegen,
ebenso der Freizeitstress, den wir uns privat aufhalsen.
Wie kann ich aber meine Aufgaben möglichst zeitsparend planen?

Cordula:
Nehmen Sie sich fünf bis maximal zehn Minuten, um etwas Ordnung in Ihren Tages- und
Wochenablauf zu bringen. Das sind ein paar Minuten, die Ihnen zwei Stunden freie Zeit
bescheren können. Wägen Sie dabei ab, welche Termine für Sie wirklich wichtig sind und
setzen Sie klare Prioritäten. Sonst versinken sie in einem Durcheinander unwichtiger
Aufgaben. Sobald Sie Termine in Ihren Kalender eintragen, sollten Sie Folgendes
berücksichtigen:
1. Schätzen Sie die Länge realistisch ein. Häufig dauern Dinge so lange, wie wir uns für sie Zeit
nehmen.
2. Blocken Sie die entsprechenden Zeit-Zeilen in Ihrem Kalender und notieren Sie immer das
„von wann bis wann“.
3. Einen Puffer nicht vergessen. In der Regel takten wir unsere Termine viel zu eng.

Mir fällt es schwer, Prioritäten zu setzen. Was kann ich tun?

Cordula:
Damit haben viele Menschen Probleme. Als Faustregel gilt hier: Nie ist alles zur gleichen Zeit
wichtig! Der folgende Schnell-Check kann helfen, unaufschiebbare Aufgaben ausfindig zu
machen: Fragen Sie sich innerhalb von ein paar Minuten: Warum ist diese Aufgabe wichtig?
Für wen? Was erreiche ich damit, wenn ich sie erledige? Was passiert, wenn ich sie später
erledige? Im Anschluss daran beginnen Sie mit der Aufgabe, die das größte Ergebnis liefert,
die Ihnen am meisten Geld, Lob oder andere Belohnungen einbringt oder auf deren
Nichterfüllung negative Konsequenzen folgen.

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Wie finde ich trotz vollem Terminkalender noch Zeit für mich?

Cordula:
Vereinbaren Sie von jetzt an verbindliche Termine mit sich selbst. Laden Sie sich zum Essen
ein oder planen Sie ein ausgiebiges Schaumbad. In Ihrem Kalender sollten immer auch Dinge
stehen, die nichts mit Ihrem Berufsalltag zu tun haben. Wenn Sie das Schaumbad nur im Kopf
haben, kann Ihr Chef Sie kurz vor Feierabend noch um eine dringende Aufgabe bitten und Sie
bleiben am Schreibtisch hängen. Ist der Termin allerdings in Ihrem Kalender eingetragen, fällt
es leichter, Ihr „Date mit sich selbst“ einzuhalten.

Wie werde ich gelassener?

Cordula:
Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass wir nie alles schaffen, was wir uns vornehmen.
Schritt Eins zu mehr Gelassenheit ist deshalb, die Ansprüche an sich selbst zu reduzieren. Sie
müssen nicht die Top-Angestellte mit x Überstunden, die perfekte Hausfrau und Mutter sein.
Finden Sie heraus, was Ihnen im Leben wirklich wichtig ist, und suchen Sie sich Menschen,
die Sie wohlwollend unterstützen.

Wie kommt es, dass man oft auch privat in Stress gerät?

Cordula:
Es fällt schwer, die Hochgeschwindigkeits-Gesellschaft an der Haustür auszubremsen.
Menschen wollen in ihrer Freizeit so viel wie möglich mitnehmen. Als Ausgleich zum
anstrengenden Job tagsüber oder auch, weil das Angebot an Freizeitaktivitäten so hoch ist.
Saxophon spielen, Theaterbesuche, eine neue Sprache lernen: Wer hat nicht tausend Ideen
im Kopf, was er in seiner freien Zeit noch alles machen kann? Das artet jedoch schnell in
Freizeitstress aus und die erhoffte Erholung bleibt auf der Strecke. Deshalb kann es Sinn
machen, das Privatleben auch mal auf den Prüfstand zu stellen und sich von einigen
„Energieräubern“ zu verabschieden.
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Track 20

Bemondó:
Lektion 10 Aufgabe 7. Wenn zu viel Sport süchtig macht. Hören Sie den Text und entscheiden
Sie, welche Aussagen richtig sind.

Die einen von uns wären schon froh, wenn sie sich ein- oder zweimal pro Woche zu etwas
mehr Bewegung aufraffen könnten. Die anderen aber meinen fast zwanghaft, sich täglich und
zeitraubend quälen zu müssen. Sie können die Kontrolle über sich verlieren, und das
unabhängig von Alter per Geschlecht.
Wer eine Ausdauersportart wie Triathlon, Laufen oder Radfahren betreibt, läuft Gefahr, an
einer Sportsucht zu erkranken, haben Sportwissenschaftler der Friedrich-Alexander-
Universität Erlangen-Nürnberg nachgewiesen. Sie befragten 1089 Sportler, und 4,5 Prozent
von ihnen waren sportsuchtgefährdet. Am gefährdetsten waren die Sportler, die schon
jahrelang trainieren.

Die Wissenschaftler unterscheiden in ihrer Studie zwischen jenen Menschen, die anfällig für
eine Sportsucht sind und denen, die sie sich schon antrainiert haben. Sportsüchtige
missachten körperliche Signale und laufen beispielsweise auch trotz höllischer Schmerzen
weiter, die durch Überlastung verursacht werden. Treiben sie keinen Sport, leiden sie unter
Entzugserscheinungen. Sie verfallen in eine depressive Stimmung, sind innerlich unruhig oder
schlafen schlecht. Und: Sie zeigen einen sozialen Verfall wie andere Süchtige.
Sie tolerieren etwa, dass ihre Ehe in die Brüche geht oder dass sie ihr soziales Umfeld nicht
mehr wahrnehmen. Das Verhalten kontrolliere die Person, nicht umgekehrt.
Als Grund ihres exzessiven Trainierens nannten die Sportsüchtigen im Rahmen der Befragung
oft ein negatives Selbstwertgefühl, Zwang oder einen Hang zu Perfektionismus. Diese
Menschen müssen dementsprechend therapiert werden. Wer für eine Sportsucht „nur”
anfällig ist, hat die Kontrolle noch nicht verloren: Er achtet noch auf körperliche Symptome.
Doch die Grenzen zwischen einem ehrgeizigen Sportler und einem mit Sucht-Gefahr sind
auch für Experten schwer zu ziehen. Ohnehin taucht das Krankheitsbild einer Sportsucht in
keinem Diagnose-Handbuch der Klinischen Psychologie auf.
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Track 21

Bemondó:
Lektion 10 Aufgabe 14. Warum parfümierten sich Menschen früher, statt sich zu waschen? –
Hören Sie den Text und antworten Sie auf die Fragen in Stichworten.

Baden und sich waschen haben eine lange Tradition. In vielen Religionen und Kulturen sind
rituelle Waschungen vorgeschrieben, die der körperlichen und seelischen Reinigung der
Gläubigen dienen. Auch im Alltag spielte das Baden schon in der Antike eine große Rolle. Zur
Zeit Kaiser Konstantins (circa 275 bis 337 nach Christus) gab es im alten Rom um die 900
öffentlichen Bäder. Sie dienten nicht nur der Körperhygiene, sondern auch orthopädischen
Zwecken. Baden war Notwendigkeit, aber auch Freizeitvergnügen:
In den berühmten Kaiserthermen gab es Schönheitssalons und Tänzerinnen, die zur
Unterhaltung beitrugen. Die Römer verbreiteten ihre Badekultur in Europa und Nordafrika.

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Doch mit dem Untergang des Römischen Reichs ging dieses Gut im 5. Jahrhundert verloren.
Die Ruinen berühmter Thermen, etwa in Trier, erinnern heute noch daran.
Um das 12. Jahrundert wurde das Baden wieder populär. Kreuzritter brachten aus dem
Orient Berichte über prachtvolle Badehäuser mit. Doch mit der religiösen Prüderie waren die
öffentlichen Anstalten bald nicht mehr zu vereinbaren. Mitunter ging es in den Anstalten so
lustvoll zu, dass Baden als unanständig und sündhaft galt. Die wahrscheinlich aus Amerika im
15. Jahrhundert eingeschleppte Syphilis tat ein Übriges.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und dem Ausbruch der Pestepidemien zu Beginn
des 17. Jahrhunderts war es mit der öffentlichen Hygiene vorbei. Massenhaft wurden Bäder
geschlossen - man fürchtete, sich in ihnen mit der tödlichen Seuche anzustecken. Das Baden
war in Verruf geraten. Statt sich zu waschen, puderte, schminkte und parfümierte man sich
im Barock und Rokoko lieber. „Kratzen statt waschen”, hieß die Devise. Erst im späten 18.
Jahrhundert gab es wieder zaghafte Versuche, öffentliche Badeanstalten zu etablieren Im 19.
Jahrhundert setzte sich schließlich die Erkenntnis durch, dass Baden und allgemeine Hygiene
Krankheiten vorbeugen kann. Da es in den wenigsten privaten Haushalten Badezimmer gab,
konnte man gegen Gebühr in den neu eröffneten Anstalten in die Wanne steigen.
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Track 22

Bemondó:
Lektion 11 Aufgabe 9. Wie nachhaltig lebt ihr? – Hören Sie, was Jugendliche auf diese Frage
geantwortet haben und entscheiden sie dann, welche Aussage zu welcher Person gehört.

Abi.

Abi:
Ich glaube, dass man mehr erreichen kann, wenn man kleine Sachen in seinem Alltag ändert.
Man sollte zum Beispiel darauf achten, wo man seine Klamotten kauft. Also lieber ein T-Shirt
kaufen, das ein Jahr hält, als ein günstiges Shirt, das man nach zweimal Tragen wegwirft.
Meine Form von Nachhaltigkeit ist außerdem mein inkonsequenter Vegetarismus.

Bemondó:
Karin.

Karin:
Ich achte darauf, Produkte aus der Region zu kaufen und nehme dann auch gern mal das, was
ein bisschen teurer ist. Da weiß ich, dass es gut für die Leute und Erzeuger ist und weniger
Schadstoffe erzeugt werden.

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Bemondó:
Friederike.

Friederike:
Ich habe mir ehrlich gesagt noch nicht so viele Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht. Ich
trenne Müll und ich versuche Sachen, die nicht vollständig kaputt sind, nochmal zu
verwenden. Klamotten gebe ich in die Kleiderspende und schmeiße sie nicht weg. Aber
sonst trage ich nicht so viel bei.

Bemondó:
Hans.

Hans:
Nachhaltigkeit bedeutet für mich Vegetarier sein. Ich denke, dass die unnötig
verschleuderten Ressourcen in der Landwirtschaft, die momentan in die Fleischindustrie
gesteckt werden, sehr kontraproduktiv für die Umwelt sind. Es ist nachhaltig, wenn wir diese
Ressourcen nicht mehr durch unnötigen Fleischverzehr verschwenden.

Bemondó:
Diana

Diana:
Ich wäre gern nachhaltiger. Mülltrennung und Licht ausschalten sind ja selbstverständlich.
Was für mich aber interessant wäre, ist auf den grünen Strom umzusteigen. Das wäre
natürlich etwas teurer. Ich würde auch gerne Bioprodukte aus der Region kaufen, kann es mir
aber als Studentin leider nicht leisten. Deshalb kann ich es kaum erwarten, mein eigenes
Geld zu verdienen. Das würde dann für etwas Gutes draufgehen.

Bemondó:
Paul.

Paul:
Wenn man rücksichtsvoll mit den Ressourcen, die einem zur Verfügung stehen, umgeht,
dann denkt man nicht nur an sich selber, sondern auch an die Nachwelt. Fahrgemeinschaften
finde ich eine sehr gute Sache, vor allem wenn es weitere Strecken sind. Genauso wie man
sich Autos auch einfach teilen kann. Es muss ja nicht jeder ein eigenes Auto vor der Tür
haben. Das steht ja eh die meiste Zeit nur rum.
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Track 23

Bemondó:
Lektion 11 Aufgabe 11. „Ich denke, wir können alle noch mehr tun!“ – Dr. Patrick Graichen
vom Bundesumweltministerium spricht in einem Interview über die aktuelle Klimapolitik und
darüber, was man für die Umwelt tun kann. Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit oder bevorzugen Sie das Auto?

Patrick Graichen:
Ich fahre immer mit dem Fahrrad zur Arbeit, ich habe gar kein Auto. Zum einen ist das Auto
in der Stadt sehr unpraktisch - man muss ständig nach Parkplätzen suchen und es steht fast
nur rum. Und zum anderen halten meine Familie und ich ein Auto aus Umweltschutzgründen
auch nicht für sinnvoll.

Wie hat sich unser Klima in den letzten zwanzig Jahren verändert?

Patrick Graichen:
Seit den letzten zwanzig Jahren gibt es deutlich mehr Stürme und Überschwemmungen. Die
Zahl der dadurch verursachten Schäden ist weltweit drastisch gestiegen. Zusätzlich wissen
wir, dass die zehn heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den letzten zwölf
Jahren gelegen haben.

Woher kommt dieser Wandel?

Patrick Graichen:
Da wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, gelangt Kohlendioxid in unseren Lebensraum. Ein
zweites Problem ist, dass Wälder abgeholzt werden. Daher verändert sich die
Zusammensetzung der Atmosphäre und der Treibhauseffekt wird verstärkt.

Wie würde sich unser Klima in den nächsten Jahren verändern, wenn es keine Klimapolitik
gäbe?

Patrick Graichen:
Klimaforscher sagen, dass die globale Temperatur bis zum Jahr 2100 um 6 Grad ansteigen
könnte, was eine Katastrophe für Mensch und Natur wäre. 2300 könnte der Meeresspiegel
sogar um drastische 7 Meter gestiegen sein und somit eine massive Gefahr für alle
Küstenstädte bedeuten.

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Wegen der düsteren Klimaprognosen rückt der Umweltschutz besonders in der Politik der EU
immer stärker in den Vordergrund. Oft wird von Klimazielen gesprochen. Was können wir uns
darunter vorstellen?

Patrick Graichen:
Die EU hat sich bis zum Jahr 2020 ein mittelfristiges Ziel gesetzt. Demnach müssen wir unsere
Kohlendioxid-Emissionen in Europa um 20 Prozent senken, den erneuerbaren Energieanteil
auf 20 Prozent erhöhen und unsere Energieeffizienz um 20 Prozent steigern. Das ist die
sogenannte „20-20-20“ Formel bis 2020. Sie wurde 2007 entworfen, um die
Klimaveränderungen aufzuhalten. Für das langfristige Ziel bis 2050 ist Europa bereit, seine
Emissionen um 80 – 95 Prozent zu reduzieren, was nichts anderes heißt, als dass es seine
Energieversorgung zu diesem Zeitpunkt komplett auf erneuerbare Energien umgestellt haben
muss.

Wie beeinflussen die EU-Maßnahmen Deutschland?

Patrick Graichen:
Was das betrifft, hat Deutschland sogar ein höheres Ziel übernommen: Bis 2020 wollen wir
gegenüber dem Jahr 1990 unsere Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent vermindert
haben. Das heißt, auch wir müssen unseren erneuerbaren Energieanteil auf 20 Prozent
ausbauen und im Bereich Energieeffizienz noch einiges tun, um weniger Energie zu
verbrauchen.

Wie reagiert die deutsche Bevölkerung auf diese Maßnahmen?

Patrick Graichen:
Positiv. Die Bevölkerung findet es zum Beispiel gut, dass wir nun mehr Solaranlagen und
Windkraft in Deutschland haben.

Haben Sie den Eindruck, dass die Bevölkerung zu unüberlegt mit ihrer Umwelt umgeht?

Patrick Graichen:
Nein, das denke ich nicht. Ich finde aber, wir können alle noch mehr tun! Grundsätzlich
glaube ich, dass in der Bevölkerung auch ein Wissen zu den Auswirkungen eines
Klimawandels da ist. Wie drastisch diese Veränderung jedoch ist, ist bei vielen wahrscheinlich
nicht im Bewusstsein.

Was können wir, als normale Bürger tun, um unser gewohntes Klima beizubehalten?

Patrick Graichen: Jeder kann etwas tun und das müssen wir auch! Das heißt vor allem
Energie sparen: Viele Computer sind den ganzen Tag an, die abgeschaltet werden könnten.
Viele alte Kühlschränke oder Waschmaschinen stehen noch herum, die man längst
durch neue hätte ersetzen können, die weniger Energie verbrauchen. Genauso sinnvoll wäre
es, sich eine Solaranlage auf sein Dach setzen zu lassen. Die Alternativen Bus, Bahn oder
Fahrrad gegenüber dem Auto gibt es natürlich auch noch. Jeder einzelne Bürger hat also
Möglichkeiten, etwas zu tun!

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Track 24

Bemondó:
Lektion 12 Aufgabe 6. „Die Menschen in Ungarn ticken anders …” – Otari ist Freiwilliger in
Ungarn und zieht nach einem halben Jahr Bilanz. Hören Sie, was er über seine Erfahrungen
erzählt und korrigieren Sie die Fehler in der Zusammenfassung.

Otari:
Dadurch, dass ich jetzt hautnah zwei verschiedene Länder spüre, eröffnet sich mir ein neuer
kontrastreicher Horizont, der mich nachdenklich macht. Meine Arbeit macht mich für vieles
sensibler. Durch meine Arbeit begegne ich unglaublich vielen Menschen und sammle viel
Erfahrung.
Ich habe mit Kindern, mit Alten, mit Obdachlosen, mit Behinderten und mit fünf Chefinnen
zu tun.
Was habe ich bisher gelernt?
Ich habe gelernt, was es bedeuten kann, alt zu sein. Meine Rentner sind alle über 80. Ich
helfe ihnen beim Einkauf, gehe mit ihnen spazieren, oder leiste einfach Gesellschaft. Manche
sind wohlauf und haben 16 Urenkel, andere haben niemanden und trauen sich im Winter
nicht aus der Wohnung. Dann kommen Aussagen wie: „Ich lebe nur noch in Erinnerungen.“
Meine Rentner leben hauptsächlich in meiner Nachbarschaft, in typischen sowjetischen
grauen Plattenbauten. Manche Rentner sind herzlich, andere weniger. Alle schlucken täglich
dutzende Pillen.
Ungarn zähle ich als ein armes Land. Allein in Budapest gibt es eine Reihe von Obdachlosen.
Ich meine etwa 40 000 gelesen zu haben – wahrscheinlich sind es mehr. In der Stadtzentrale,
wo ich mich öfters aufhalte, gibt es u.a. Schlafplätze, medizinische Versorgung und
Essensausgabe für Obdachlose. Öfters gibt mir ihr Anblick zu denken: Wer trägt Schuld an der
Lage? Dann gibt es die armen mehrköpfigen Familien, die Immobilien in Devisen gekauft
haben und im Zuge der Wirtschaftskrise ihre Zinsen nicht begleichen können. In Ungarn wird
man schnell obdachlos.
Einen Tag in der Woche besuche ich Emil. Er ist durch einen Autounfall zu einem körperlichen
und auch geistigen Invaliden geworden. Ich wasche ihn morgens und ziehe ihn an. Ich denke,
hauptsächlich bin ich dort, um die Familie etwas zu entlasten. Emil hat eine Kopfverletzung
erlitten, die sein Gehör und sein Kurzzeitgedächtnis stark beeinträchtigt. Ich mache für Emil
das Mittagessen warm, spiele mit ihm Schach, mache Körperübungen mit ihm oder
unterhalte mich einfach mit ihm – meistens über Geschichte.
Man lernt hier viel für das Leben. Einschließlich einer neuen Sprache, Ungarisch kann ich mit
meinem begrenzten Wortschatz mittlerweile recht fließend sprechen. Allerdings fällt mir das
genaue Verstehen noch sehr schwer. Mit dem Sprachunterricht bin ich sehr zufrieden.
Der Winter macht mir schon etwas zu schaffen. Ich vermisse in der Tat einiges. Ich vermisse
weniger das gewohnte Essen und auch nicht so sehr meine Familie und Freunde, sondern
eher das gewohnte Sprechen. In Deutschland kann ich immer und überall die Menschen
ansprechen. Ich weiß, wie sie denken und fühlen. Und ich kann verstehen, was die
Gesprächspartner mir sagen. Die Menschen in Ungarn ticken etwas anders. Daran muss ich
mich noch gewöhnen …
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Track 25

Bemondó:
Lektion 12 Aufgabe 10. „Visionen und Träume suchen, Geschichten finden“ – Hören Sie das
Interview und entscheiden Sie dann, welche Aussagen richtig und welche falsch sind.

Sie ist mit der Schule fertig und will Europa studieren – nicht im Hörsaal, sondern auf der
Straße. Ein halbes Jahr lang will Lilja alias „Frollein Europa“ durch sieben Länder reisen und
erfahren, ob und wie die Menschen sich ein vereintes Europa vorstellen. Ihre Eindrücke wird
sie auf www.frolleineuropa.de festhalten. Liebe Lilja, wie würdest Du Dein Konzept in der
Länge einer SMS beschreiben?

Lilja:
Politik an die Menschen zurückgeben. Fragen, was sie wollen. Visionen und Träume suchen,
Geschichten finden.

Du wirst die kommenden Monate in Europa herumreisen. Wie bist Du auf diese Idee
gekommen?

Lilja:
Eigentlich hat alles 2009 während meines Schüleraustauschjahres in Lettland begonnen. Ich
habe mich schon immer für Politik begeistert, konnte mich aber nie mit nationaler Politik
anfreunden. Vor allem das Parteigeklüngel hat mich immer gestört. Irgendwann fing ich dann
an, europäische Nachrichten zu lesen. 2009 erholte sich Lettland ganz, ganz langsam von der
Wirtschaftskrise. Die EU schien der große Retter zu sein und die Berichterstattung war durch
und durch positiv. Ich hatte das Gefühl, dass mit der Europäischen Union etwas ganz Neues
entsteht, was wir Europäer nach unserem Wunsch gestalten können. Anders als in
Deutschland, wo mir alles so festgefahren erschien.
Zurück in Deutschland holte mich dann die Realität ein. Ich hatte mir ein Traumbild von
einem solidarischen Europa gebastelt, was durch die Eurokrise schnell zerschlagen wurde. Zu
dieser Zeit sagte ich immer, wenn mich jemand fragte, was ich nach der Schule machen
wollte: „Europapolitik studieren“. Aber eigentlich war ich mir längst nicht mehr sicher. Was,
wenn die meisten Menschen gar kein geeintes Europa wollen? Dann würde ich auch nicht
dafür arbeiten wollen, Europa zu einen. Ich suchte nach Büchern und ähnlichem über die
Zukunft Europas. Außer wirtschaftlichen Rechnungen und Horrorszenarien über einen
Zentralstaat à la 1984 fand ich nicht viel. Irgendwann sagte ich: „Dann finde ich halt selbst
heraus, welches Europa die Menschen wollen.“

Du möchtest durch sieben Länder reisen. Wie hast Du eine Auswahl getroffen?

Lilja:
Teils habe ich mich für die Länder entschieden, weil mich zum Beispiel das Thema
Rechtspopulismus interessiert hat und es dann während der Wahl in Frankreich letzten
Sommer so präsent war, dass ich gesagt habe, da muss ich hin. Andere Länder, wie zum
Beispiel Rumänien, habe ich gewählt, weil ich so wenig über sie weiß.
Generell interessiert mich Osteuropa mehr als Westeuropa. Griechenland ist aus der
Europadiskussion im Moment nicht weg zu denken, da will ich hin und mal gucken, was junge

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Menschen dort für Ideen haben. Nach meinem Jahr in Lettland habe ich mir immer
gewünscht, zurück zu kommen und genug Zeit mitzubringen, um den Leuten zuzuhören.
Norwegen scheint mir ein gutes letztes Land zu sein, weil es hier in Deutschland immer als
das leuchtende, zukunftsweisende Land bezeichnet wird. Sehen das die Menschen in
Norwegen genauso? Norwegen hat sich 1994 in einem Volksentscheid gegen den EU Beitritt
entschieden, mich interessiert, wie Norweger Europas Zukunft ohne die EU sehen.

Ist Frollein Europa ein politisches Projekt?

Lilja:
Ja. Das ist mir sehr wichtig. Mein Traum ist es, eine politische Perspektive für Europa zu
erarbeiten, die sich auf die Wünsche der Menschen stützt.

Und, wie geht es jetzt weiter?

Lilja:
Ab dem 22. Januar bin ich in Brüssel. In Brüssels geht’s um die Menschen, die für die EU
arbeiten. Ich habe viele Interviewtermine mit Parlamentariern und will sie fragen, was sie
sich für Europas Zukunft wünschen. Ich will wissen, von welchem Europa sie träumen, wenn
sie nicht gerade im Krisen-Alltag festhängen.

Liebe Lilja, wir danken für das Gespräch und wünschen Dir viel Erfolg mit Deinem Projekt
Frollein Europa!

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