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dr Somló Katalin: Examen Deutsch Lehrbuch


a hanganyag szövegkönyve

Track 1

Bemondó : Lektion 1 Teil A Aufgabe 3. Drei Volontäre der Deutschen Welle stellen sich vor.
Füllen Sie die Tabelle aus.

Isha.

Ich komme aus einem multikulturellen Land. Bei uns in Indien gibt es fast dreiβig regionale
Sprachen und fast fünfundzwanzig Dialekte. Jeder spricht drei bis vier Sprachen und will
trotzdem noch Fremdsprachen lernen. So habe ich auch Deutsch gelernt. Nach meinem
Germanistikstudium an der Universität Delhi bin ich dank eines Stipendiums nach
Deutschland gekommen. Hier habe ich beim Südwestrundfunk in Stuttgart eine kleine
Radiosendung produziert.
Im gleichen Jahr habe ich beim Schweizer Rundfunk in Neu Delhi zu arbeiten begonnen. Ich
begleitete Journalisten. Ich sah, wie Menschen mit sehr wenig Wasser leben; wie
Bauarbeiter den ganzen Tag hart arbeiten; wie Leute Feste feiern; wie Jugendliche sich
zwischen Moderne und Tradition bewegen.
Weil der Schweizer Rundfunk nicht in Indien blieb, bewarb ich mich um eine Ausbildung bei
der Deutschen Welle. Heute mache ich schon eigene Sendungen. Ich fühle mich hier wohl,
da es bei der Deutschen Welle die gleichen multikulturellen Erlebnisse gibt wie bei mir zu
Hause.

Bemondó: Carla.

Ursprünglich komme ich aus Angola, aufgewachsen bin ich aber in Portugal. Meine Familie ist
eine typische afrikanische Familie mit acht Kindern. Wir haben den Krieg in Angola überlebt,
sind emigriert und haben uns in einem fremden Land angesiedelt, mit dem wir nur die
Sprache gemeinsam hatten.
Schon in meiner Kindheit habe ich die Unterschiede der Kulturen erfahren. Der Dialog
zwischen den Kulturen hat mich immer fasziniert, auch, weil ich meine eigene Identität
erkennen will.
In meiner Ausbildung bei der Deutschen Welle lerne ich, Geschichten zu erzählen, die auf
genauen Kenntnissen basieren. Ich will Botschaften senden, die den Dialog zwischen
Menschen in der Welt bereichern.

Bemondó: Ming

Wenn ich mir ein Etikett auf die Stirn kleben müsste, dann würde darauf stehen:
multikulturell, international und vielseitig einsetzbar.
Multikulturell, da meine Eltern in Vietnam geborene Chinesen sind. Sie kamen 1978 nach
Deutschland, wo ich 1980 in Koblenz geboren bin. Ich bin in einem buddhistischen Umfeld
aufgewachsen, habe aber mein Abitur an einem christlichen Gymnasium gemacht.
International bin ich, da ich meine Studienzeit in Köln, Taiwan und China verbracht habe.

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Ich bin vielseitig einsetzbar, da mir mein Studium breites Wissen vermittelt hat: über das
moderne China, über Politik, Wirtschaft, Kultur und Literatur dieses Landes. Mein Nebenfach
ist Rechtswissenschaft.
Mit diesen drei Attributen stand ich vor der Frage: Welches Umfeld passte am besten zu mir?
Die Antwort lag nahe: die Deutsche Welle.
Die Zentrale der Deutschen Welle in Bonn ist für mich ein Mikrokosmos: Journalisten
unterschiedlichster Nationalitäten arbeiten in den verschiedensten Sprachen, nicht nur
nebeneinander, sondern vor allem miteinander! Auch die Deutsche Welle ist für mich
deshalb: multikulturell, international und vielseitig.
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Track 2

Bemondó: Lektion 1 Teil B Aufgabe 5. Wandern: Zu Fuß um die Welt. Hören Sie das Interview,
in dem Gregor Sieböck über seine Erfahrungen und Gedanken beim Gehen erzählt.

Herr Sieböck, was hat Sie dazu bewegt, auf Wanderschaft zu gehen?

Sieböck: Der Wunsch nach Veränderung. Ich habe Wirtschaft und Umwelt-wissenschaften
studiert. Eines Tages kam mir eine Idee: Ich wollte in die Welt gehen und die Wanderung mit
einer Kampagne für unsere Umwelt verbinden. Ich wollte außerdem einfacher, bewusster
leben. Bei einer Wanderung ist genau dies möglich.

Inzwischen sind Sie mehr als 15.000 Kilometer um die Welt gegangen. Warum haben Sie sich
für die Füße als Transportmittel entschieden?

Sieböck: Das Zufußgehen ist eine sehr gute Möglichkeit, die Welt kennenzulernen. Das Gehen
hat die nötige Langsamkeit, bei der Herz und Seele, Geist und Körper eine Einheit bilden.
Außerdem kann ich zu Fuß am besten in direkten Kontakt zu den Menschen treten, ohne
dass mich ein Verkehrsmittel daran hindert. Ob auf den Pilgerwegen in Europa, auf der
königlichen Inkastraße oder in den Dörfern Patagoniens – immer wieder sind mir spannende
Menschen begegnet, die ich nicht kennengelernt hätte, wenn ich mit dem Auto gereist wäre.

Was haben Sie auf Ihrer Weltwanderung dabei?

Sieböck: Ich versuche, so oft wie möglich draußen zu übernachten. Deshalb gehören zu
meiner Ausrüstung ein Zelt, ein warmer Schlafsack, eine Isomatte und ein Spirituskocher.
Hinzu kommt natürlich Kleidung für verschiedenste Verhältnisse. Auf der Inkastraße bin ich
durch mehrere Klimazonen gewandert. Ich war in Wüstengebieten, aber auch in
Schneestürmen. Auch Landkarten und mein Tagebuch dürfen nicht fehlen. Anfangs hatte ich
noch Musik dabei. Heute singe ich lieber.

Worüber denken Sie nach, wenn Sie unterwegs sind?

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Sieböck: Ich denke auch über die Vergangenheit nach, aber eigentlich konzentriere ich mich
auf das Hier und Jetzt, lebe ganz bewusst im Augenblick. Was ich mache, ist: gehend
meditieren.

Und wenn Sie sehr müde werden: Wie motivieren Sie sich, weiterzugehen?

Sieböck: Nach wochenlangem Unterwegssein mal wieder in einer warmen Badewanne zu


liegen oder in einem warmen Bett zu schlafen – das sind absolute Höhepunkte. Die meiste
Kraft geben mir aber menschliche Begegnungen.

Sind Sie wieder unterwegs?

Sieböck: Momentan bin ich viel in Europa unterwegs – auf alten Pilgerwegen und auch in
Norwegen. Ich möchte den Menschen zeigen, dass es auf diesem Kontinent so viel
Spannendes zu entdecken gibt. Es muss nicht immer die ganz weite Ferne sein.

Was vermisst man unterwegs am meisten?

Sieböck: Einen Platz, an dem man bleiben kann.


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Track 3

Bemondó: Lektion 2 Teil B Aufgabe 3 Wie ist ihre Patchwork-Familie entstanden? Darüber
erzählen Lydia und Robert. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch
sind. Sie hören den Text zweimal. Lydia.

Lydia: Wir sind beide geschieden, Robert seit 4, ich seit 9 Jahren: Es gab zwischen uns nie
Kontaktprobleme. Vielmehr war unser „Problem“: Wir wollten ganz sicher sein, den richtigen
Partner gefunden zu haben, ohne faule Kompromisse.
Ich war erst Wochen bei der Partnervermittlung, Robert 3 Wochen. Ich sendete ein
Kontaktgesuch mit Bild an Robert. Und siehe da, bald erhielt ich von Robert eine Mail, die
unglaublich war. Er war „voll überzeugt“, dass ich die Richtige sei, er kenne mich „nicht
wirklich, doch ich bin seine Frau“. Ich war sehr irritiert. Entweder war er komplett verrückt
oder ein genialer Mann – und schrieb zurück, auch meine Bedenken.
Es folgte ein intensiver Mailaustausch. Ich hinterfragte sehr präzise seine Antworten. Bald
telefonierten wir, und ich war erstaunt über Roberts Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit. Ein paar
Wochen später kam er zu mir nach Hamburg. Ich hatte vorher ein komisches Gefühl: ein
Lebenspartner über das Internet? Auch aufgrund der Profil-Diagramme war ich etwas
unsicher, an einigen Punkten erschien er konservativer als ich.
Doch als er am Flughafen um die Ecke kam, ich ihm in die Augen schaute, war für mich zu
99% alles klar: er ist es. Er ist ein Mann mit unglaublicher Ausstrahlung. Er umarmte mich bei
der Begrüßung und hielt mich für einen Moment ganz fest, und es fühlte sich unglaublich gut
an.

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Es waren zwei wunderbare Tage mit Kultur, Gesprächen und noch einigem mehr. Dieser
Mann hat innere Sicherheit. Er hat sein Leben überdacht, Fehler eingestanden und aus ihnen
gelernt. Für mich ist Robert wie ein Sechser im Lotto ... Und nun lasse ich ihn zu Wort
kommen.

Robert: Ich habe mich immer wieder gefragt, ob das alles wahr ist, denn ich war ja sehr
überrascht. Lydia ist eine wunderbare Frau. Sie hat Geist, Energie und Ausstrahlung. Wir
ergänzen uns gut und sind überzeugt, das Leben zusammen zu meistern, mit allem, was es
bringt.
Bald wird Lydia mit ihrer Tochter und ihrem Sohn in meinem Haus in der Schweiz einziehen.
Sie gibt in Norddeutschland alles auf, was sie in 8 Jahren aufgebaut hat, Freunde und
berufliches Umfeld. Ist das nicht verrückt? Nein: Es ist die feste Überzeugung von unserer
gemeinsamen Zukunft!
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Track 4

Bemondó: Lektion 2 Teil C Aufgabe 6. Generationen unter einem Dach: Neues Leben ohne
Reue ? Sie hören im Radio eine Sendung, in der ältere Menschen, die zu ihren erwachsenen
Kindern gezogen sind, über ihre Erfahrungen erzählen. Kreuzen Sie die richtigen
Informationen an. Sie hören den Text zweimal.

Alte Frau: Mein Name ist Judith, ich bin seit sechs Jahren im Ruhestand. Ich bin mit meinem
Mann Rolf von Leverkusen nach Freiburg zu meinem Sohn Wolfgang und seiner Familie
gezogen.
Als Wolfgang mich vor fünf Jahren fragte, ob wir nach Freiburg kommen wollten, musste ich
nicht lange überlegen. Er wusste, dass ich gern in seiner Nähe leben würde. Ich habe nur den
einen Sohn, und für den wäre ich auch nach Amerika gegangen. Ich bin altmodisch: Für mich
gehört die Familie zusammen, an einen Ort.
Für Rolf, meinen Mann, war der Umzug schwerer als für mich. Seit fast 40 Jahren lebten wir
damals in Leverkusen, 35 Jahre davon in derselben Wohnung. Rolf pflegte seine
Freundschaften. Ich hatte zwei gute Freundinnen, aber mir war immer die Familie wichtiger.
Schließlich siegte aber auch bei meinem Mann der Familiensinn. Natalie und Wolfgang haben
eine Firma aufgebaut und arbeiten viel. Am Anfang haben wir uns nur sonntags zum
Mittagessen gesehen. Aber jetzt haben wir schon zwei Enkel, Lara und Ruben. Vielleicht
bekomme ich doch noch meine Großfamilie. Mein Mann und ich konnten nur ein Kind
bekommen.
Rolf und ich helfen, wo wir können. Der kleine Ruben ist fast jeden Vormittag bei mir. Lara
bringe ich morgens in den Kindergarten, mittags hole ich sie ab und koche für die beiden. Nur
Bio, das ist für Wolfgang und Natalie wichtig. Ich habe das am Anfang nicht so richtig
verstanden. Ein Bio-Huhn kostet ja fast 20 Euro! Auch nicht, dass Lara in einen
Waldkindergarten geht, bei jedem Wetter. Aber ich sehe ja, wie gut es ihr dort gefällt.
Ich schätze an meinem Sohn, dass er uns offen sagt, was er denkt und was ihm wichtig ist. Im
Umgang mit den Kindern lässt er mir meinen Freiraum und vertraut mir.
Ich finde mein Leben in Freiburg unvergleichlich besser. Rolf saß in Leverkusen oft mit seinen
Freunden im Garten. Sie haben Bier getrunken, viel geschimpft und nichts geändert. In

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Freiburg machen mein Mann und ich viel zu zweit. Rolf freut sich, dass ich nun Zeit für ihn
habe. Und wenn seine Enkel mal einen Tag nicht bei uns sind, fragt er schon: Geht es ihnen
gut? Sollen wir mal anrufen?
Ich hoffe, dass wir Wolfgang und Natalie noch lange helfen können. Wir wollen keine
Gegenleistung dafür. Ich weiß, dass mein Sohn für meinen Mann und mich sorgen wird,
wenn es bei uns nicht mehr geht. Bei ihnen wohnen - das wollen wir sowieso nicht. Da muss
man dann ständig Rücksicht nehmen, das ist nicht gut. Sie haben ihr Leben. Und wir haben
unseres.

Track 5

Bemondó: Lektion 3 Teil A Aufgabe 2. Stadtluft macht frei. Wolf-Christian Strauss vom
Deutschen Institut für Urbanistik erklärt in einer Radiosendung, wann man von einer Stadt
sprechen kann, seit wann wir in Städten wohnen und welche Probleme die Zukunft bringen
wird. Beantworten Sie die Fragen in Stichworten. Sie hören den Text zweimal.

Seit wann leben Menschen überhaupt in Städten?

Strauss: Man geht heute davon aus, dass etwa 9000 v. Chr. die ersten Städte entstanden sind.
Jericho wird oft als die älteste bezeichnet. Als die ältesten Städte in Deutschland gelten
Worms, Trier und Köln.

Wie definiert man eine Stadt?

Strauss: Bevölkerungszahlen spielen nicht die wichtigste Rolle. Städte sind sehr dicht
besiedelte Viertel, die räumlich umgrenzt sind, z.B. durch Stadtmauern. Die Städte besaßen
meist irgendeine Form von Markthoheit. Später haben sie eine Form von Regierung gebildet,
die bestimmte, was in ihrer Stadt gemacht werden durfte. Durch die Zuwanderung entstand
eine sozial gemischte Bevölkerung.

Städte entstanden also aus ökonomischen Gründen?

Strauss: Im Wesentlichen ja. Städte haben sich ja auch oft an Knotenpunkten von
Handelswegen gebildet, also am Meer, an Flüssen ...

Es gibt aber noch mehr Gründe, die Menschen in die Städte treiben. Gibt es nicht auch ein
kulturelles Bedürfnis, dort zu leben?

Strauss: Ja, aber das hat sich erst später gebildet. Man sagt immer, Städte haben einen
eigenen Kult. Das bezieht sich auf die kulturellen Entwicklungen in der Stadt. Zum Beispiel im
Handwerk: Künstlerisches Handwerk ist hier entstanden, weil man sich gegenseitig
Anregungen gegeben hat. Wichtig für die europäische Stadt des Mittelalters war der
Grundsatz „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“. Wenn ein Leibeigener in die Stadt ging
und dort ein Jahr gelebt hatte, war er frei von der Leibeigenschaft.

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Welche Probleme kommen auf unsere heutigen Städte zu?

Strauss: Alle Städte haben mehr oder weniger mit denselben Problemen zu kämpfen. Ein
Stichwort ist der demographische Wandel. Wir werden älter, wir werden weniger, und damit
sind die Themen Zuwanderung und Integration verbunden.

Welchen Einfluss hat der Klimawandel?

Strauss: Klimawandel bzw. Klimaanpassung ist eines der großen Themen, die kommen
werden. CO2-Reduzierung und damit die Frage nach Verkehr und Mobilität. Wie bewegen
wir uns in Zukunft? Damit hängt vor allem das Thema Reduzierung von Wegen zusammen.
Das erreicht man, indem zum Beispiel der Fahrradverkehr gefördert wird. Der Erhalt von
Freiräumen ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Freiräume sorgen für bessere Luft und fördern
deshalb die Anpassung an den Klimawandel.

Und welche sozialen Herausforderungen warten?

Strauss: Wie gesagt: Wir werden weniger und älter. Es werden mehr ältere Menschen in
Städteziehen: Dort sind die Wege kürzer und die Netzwerke dichter- Die Dinge, die man
braucht, sind einfacher zu erreichen.

Welche ist Ihre persönliche Lieblingsstadt?

Strauss: Es gibt viele faszinierende und interessante Städte auf der Welt. Dazu zählen
Bangkok und New York City. Es gibt eine Reihe von Städten, in denen ich mir vorstellen
könnte zu leben, wie Auckland, Stockholm und Vancouver. Aber in der Stadt, die ich liebe,
lebe ich, und das ist Berlin.
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Track 6

Bemondó: Lektion 3 Teil B Aufgabe 5. Kirche und Volksfest– Christina erinnert sich an das
Dorf, wo sie groß geworden ist. Sie hören den Text zweimal, zunächst ganz, danach ein
zweites Mal in Abschnitten. Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Christina: In der Dorfkirche sitzen auch heute noch Männer und Frauen getrennt. Die
Männer rechts, die Frauen links, die Jungen vorn, die Alten hinten. Mit schlechtem Gewissen
habe ich mich manchmal zu meiner Oma in die hinteren Reihen unter der Orgel gesetzt. Das
schlechte Gewissen ist mittlerweile weg, die Sitzordnung gibt es immer noch. Nur langsam
vermischen sich Geschlechter und Alter.

Außer Karneval und Volksfest passiert hier nicht viel. Vielleicht noch das Frühlingsfeste, ein
paar Orte weiter – das waren früher die drei gesellschaftlichen Highlights des Jahres. Seit
Kurzem gibt es auch ein blau-weißes Oktoberfest, nicht ganz passend in unserer Gegend.

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Aber viele Leute, die weggezogen, kommen auch nach vielen Jahren zumindest für das
Volksfest nach Hause. Aber die Anziehungskraft des Heimatdorfes hat ihre Grenzen.
Fast 900 Menschen leben im mehr als 1000 Jahre alten (Altengeseke), umgeben von Weizen-
und Zuckerrübenfeldern. Viel hat sich nicht geändert. Ein paar Kilometer weiter drehen sich
seit den 90er-Jahren Windräder, Solarzellen kleben auf den Dächern. Neben den Menschen
leben hier außerdem etwa genauso viele Kühe, Schweine und Hühner. Manchmal kann man
das riechen. Daran hat man sich schon als Kind gewöhnt.

Die Hauptstraße windet sich vom Ober- ins Unterdorf. Hier und da überquert sie den Bach,
der nur selten Wasser führt. In den Einfamilienhäusern mit großen Gärten wohnen noch
mehrere Generationen unter einem Dach. Oder neben den Schwiegereltern. Beim
Kaffeeklatsch oder beim Billard unterhält man sich selbst über die kleinsten Veränderungen.

Nur für die ganz Kleinen gibt es noch keine strengen Regeln. Die Spielplätze sind für alle
Kinder dieselben: auf den Wiesen, auf dem höchsten Baum, in Traktorreifen oder in der
Holzplantage. Für die etwas Größeren gibt es einen Jugendraum mit Billardtisch und Kicker
und einen Fußballplatzplatz mit Beleuchtung. Das hört sich idyllisch an, aber das Leben in
einem so kleinen Dorf hat auch seine Schattenseiten.. Der Bus in die nächste Stadt fährt in
großen Abständen. Die Schüler sind schon auf dem Schulweg, während die Mitschüler in der
Stadt noch schlafen. Und was soll man tun, wenn der einzige kleine Laden schließt, weil er
keinen Nachfolger findet?

Katholisch und traditionell - das klassische Modell besteht noch immer. Für manche ist das
weitere Leben schon mit der Geburt vorbestimmt. Mitten im August, also mitten in der
Ernte, kam ich zur Welt. Mein Vater konnte bei der Geburt seines ersten Kindes nicht dabei
sein. Ernte bedeutet für einen landwirtschaftlichen Betrieb: Arbeiten rund um die Uhr - wenn
es das Wetter und der Kalender so will.

Als Mädchen kann ich den Betrieb meines Vaters nicht übernehmen, dafür sind noch immer
nur Männer zuständig. Ich habe zum Glück zwei Brüder. Manche, denen das Dorf nicht genug
ziehen weg, manche sogar möglichst weit weg - und kommen nur noch selten zurück. Die
kleine Post mit dem einen Schalter gibt es nicht mehr, die Volksbank auch nicht. Ein Pfarrer
kümmert sich mittlerweile um mehrere Gemeinden gleichzeitig. Nur die einsame gelbe
Telefonzelle - direkt vor dem Kriegerdenkmal - die steht immer noch.
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Track 7

Bemondó: Lektion 4 Teil A Aufgabe 4. Was würdest du am Schulsystem ändern? Hören Sie,
was Jugendliche dazu sagen. Stefan

Stefan: Schüler, die in die Computerbranche wollen, sollten zum Beispiel auf Biologie
verzichten können. Welcher Computerspezialist muss wissen, ob es weiße Tiger gibt? In
Geschichte sollten die Schwerpunkte anders gelegt werden. Die Zeit von 1900 bis 1945 sollte
man komplett behandeln. Dafür könnte es über die Römer etwas weniger sein.

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Bemondó: Marlene

Marlene: Die meisten Lehrer sind bei uns sympathisch, vertragen Kritik, man kann mit ihnen
reden. Wir Schüler können den Unterricht mitgestalten. Das heißt nicht, dass ich jeden Tag
voller Freude in die Schule gehe. Was mich stört, ist, dass man sich zu wenig um schwächere
Schüler kümmert.

Bemondó: Michael.

Michael: Meine Traumschule ist eine Schule, in der sich jeder aussuchen kann, was er lernen
möchte. In meiner Traumschule werden Kurse wie Moderation, Theater oder Schülerzeitung
angeboten. Den 45-Minuten-Rhythmus gibt es nicht mehr, die Schüler arbeiten an Projekten.
Wer keinen Bock auf Mathe hat, kann die mathematischen Kurse auf Hauptschulniveau
besuchen, aber trotzdem historische Kurse auf gymnasialem Niveau machen. Und: Es gibt
keine Noten. Jeder Schüler bekommt ein wörtliches Gutachten. Er entscheidet selbst, wann
er eine Stufe höher gehen kann und wann er die Schule verlässt. Der Lehrer berät die
Schüler bei ihren Projekten.

Bemondó: Anna.

Anna: Meine Traumschule wäre eine Kombination von Internat und Gymnasium. Keine
Klasse sollte mehr als 15 Schüler haben. Jede Klasse könnte einen Schwerpunkt haben wie
Sprachen, sozialwissenschaftliche oder naturwissenschaftliche Fächer.

Bemondó: Thomas.

Thomas: Lasst uns endlich irgendwas machen! Arbeiten, kreativ sein, schaffen! Schule ist
wirklich schrecklich, weil ich in ihr meine Zeit verschwende, Zeit, in der ich etwas aus mir
machen könnte, Zeit, in der ich für mein Leben lernen könnte. Anstatt zu diskutieren, an
Projekten zu arbeiten, uns selbst kennenzulernen, auf unseren Stärken aufzubauen, müssen
wir um gute Noten kämpfen, werden ausgefragt, müssen langweilige Hausaufgaben machen.
Wo darf ich mich in der Schule ausleben? Ich kann kaum eine Gelegenheit erwähnen.
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Track 8

Bemondó: Lektion 4 Teil B Aufgabe 4 Tina studiert Chemie und absolviert parallel eine
Ausbildung zur Chemielaborantin. Hören Sie, was sie über diese Kombination erzählt und
kreuzen Sie die richtigen Informationen an.

Tina: Mir war in der Oberstufe zwar klar, dass ich etwas mit Chemie machen möchte. Aber
bei der Frage, ob Studium oder Ausbildung, war ich unsicher. Ich hätte mir beides vorstellen
können. In der Berufsberatung habe ich dann vom kooperativen Studium erfahren. Die
Hochschule Zittau / Görlitz bietet ihren Studenten an, in viereinhalb Jahren sowohl das
Hochschuldiplom im Studiengang Chemie als auch die Berufsausbildung zur
Chemielaborantin zu absolvieren. Sie arbeitet mit Unternehmen in der Region zusammen.

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Für das duale Studium muss man einen Betrieb finden, mit dem man einen
Ausbildungsvertrag abschließen kann. Ich wurde von einem Unternehmen übernommen, bei
dem ich bereits ein Schulpraktikum absolviert hatte.
Dass man monatlich eine Ausbildungsvergütung bekommt, ist schön, war aber nicht der
wichtigste Grund, weshalb ich mich für das duale Studium entschieden habe. Mir war vor
allem die direkte Verbindung mit dem Berufsleben wichtig. Es macht das Lernen leichter,
wenn man schon manches im Labor anwenden kann. Außerdem habe ich gute Aussichten,
vom Unternehmen übernommen zu werden. Natürlich, wenn ich das Studium schaffe.
Man sollte sich aber das duale Studium gut überlegen. Wenn andere Studierende keine
Vorlesungen haben, arbeitet man im Betrieb. Außerdem muss man auch bei der Industrie-
und Handelskammer Prüfungen ablegen.
Das Studium besteht aus sechs Semestern Grundstudium und drei Semestern Hauptstudium.
Zum Hauptstudium gehören unter anderem ein achtwöchiges Auslandspraktikum sowie
Module wie Umweltschutz, Projektmanagement und Präsentation. Neun Semester klingen
vielleicht lang, dafür werden aber sehr viele Themen behandelt.

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Track 9

Bemondó: Lektion 4 Teil C Aufgabe 4. Selbstständig, kinderlieb und offen für Neues. Sie
hören jetzt das Interview mit Susanne Caudera-Preil über die Vermittlung von Au-pairs.

Junge Menschen, die als Au-pair ins Ausland gehen, wollen natürlich sicher sein, dass sie in
einer netten Familie landen und sich dort wohl fühlen. Woran erkennt man eine seriöse Au-
pair-Agentur?

Susanne: Inzwischen ist es relativ einfach, eine gute Agentur zu finden, weil es nämlich Au-
pair-Verbände gibt. Wenn eine Agentur in einem der Fachverbände Mitglied ist, kann man
sicher sein, dass sie seriös arbeitet. Außerdem wurde 2006 das Gütesiegel RAL für Au-pair-
Vermittler eingeführt. Für dieses Gütezeichen müssen die Agenturen hohe Anforderungen
erfüllen. Und sie werden jährlich geprüft.

Könnte man sich auch ohne solche Hilfe eine Gastfamilie suchen?

Susanne: Das sollte man auf keinen Fall tun! Wenn man als Au-pair ohne Agentur zu einer
Gastfamilie geht und es dort Probleme oder Konflikte gibt, ist man auf sich alleine gestellt.
Wurde man hingegen über eine seriöse Agentur vermittelt, bekommt man Unterstützung vor
Ort und wenn nötig wird auch ein Gastfamilienwechsel organisiert.

Über welche Charaktereigenschaften sollte man verfügen, wenn man Au-pair werden
möchte?

Susanne: Man sollte relativ selbstständig sein und nicht denken: Im Ausland werde ich es
schon. Man sollte Kinder lieben und sich gern mit ihnen beschäftigen. Außerdem sollte man
offen für Neues sein. Man kommt aus seiner vertrauten Umgebung in ein anderes Land mit
einer fremden Kultur und Sprache. Das kann ein tolles Erlebnis sein. Es erfordert aber auch
Offenheit, Toleranz und Kompromisse.

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Welche Aufgaben haben Au-pairs in den Familien?

Susanne: Vor allem in den USA geht es überwiegend um die Kinderbetreuung. Dazu gehört,
dass man das Kinderzimmer aufräumt, die Kinder in den Kindergarten oder die Schule bringt
oder das Mittagessen zubereitet. In anderen Ländern erwarten die Familien von den Au-pairs
auch Mitarbeit im Haushalt.

Wenn es dann doch mal Streit zwischen dem Au-pair und der Gastfamilie gibt, was sind die
wichtigsten Gründe?

Susanne: Es kommt vor, dass sich die Au-pairs überfordert fühlen und mit den Arbeitszeiten
nicht einverstanden sind. Manche Gastfamilien beklagen sich, dass sich das Au-pair nicht
genug in die Familie integriert, sondern lieber ausgeht. Sie wünschen sich ein Au-pair, das
sich wie die große Schwester verhält. So etwas kann verhindert werden, wenn beide Seiten
von Anfang an wissen, was sie erwarten.

Früher waren ja ausschließlich Mädchen Au-Pairs. Ist das immer noch so, oder gehen jetzt
auch mehr Jungs für diesen Job ins Ausland?

Susanne: Es sind immer noch zu 95 Prozent Mädchen. Dennoch haben auch Jungs gute
Chancen. Sie sollten aber schon mal kleine Kinder betreut haben. Denn die meisten Familien,
die sich ein Au Pair suchen, haben sehr kleine Kinder.

Track 10

Bemondó: Lektion 5 Teil A Aufgabe 3. Die Zukunft ist schon da! Hören Sie den Bericht.
Welche Aussagen sind richtig?

Wir sind bei der Fahrprüfung. Die Ampel wird rot. „Leonie“ schaltet einen Gang runter,
bremst und hält an. Sie soll Kreuzungen und Hindernisse beachten sowie Abstände und
Geschwindigkeiten einhalten. Im Auto sitzen Beobachter, die notfalls eingreifen können.
Trotzdem hat „Leonie“ keinen Prüfungsstress, denn sie ist kein Mensch. „Leonie“ ist ein
automatisches Testfahrzeug der Technischen Universität Braunschweig.
Weltweit wird an solchen Fahrzeugen gearbeitet. Das Ziel der Braunschweiger ist aber, dass
„Leonie“ ohne Chauffeur im Stadtverkehr selbst fahren kann. Wie ist das im dichten
Stadtverkehr möglich? Das computergesteuerte Fahrzeug muss auf vielfältige
Verkehrsteilnehmer achten: Deshalb reicht es nicht, dass der Computer im Wagen nur die
Verkehrsregeln beherrscht. Er muss ebenfalls seine Umwelt gut beobachten und jederzeit
richtig reagieren.
„Leonie“ hat deshalb Sensoren, die Informationen aus der Umgebung sammeln und
auswerten können. Durch ein Navigationssystem kennt der Wagen seine genaue Position. Die
Technik sichert einen Rundblick von 360 Grad.

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In der Zukunft werden die Fahrzeuge auch untereinander Informationen austauschen. Auf
diese Weise können sie Fahrweg und Geschwindigkeit optimal berechnen. Staus soll es dann
nicht mehr geben. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Benzin.
Autonome Autos sind vor allem für Menschen geeignet, die nicht selber fahren wollen oder
können. Sie brauchen keinen Führerschein. Auch Kinder, alte und kranke, ja sogar blinde
Menschen werden es problemlos alleine nutzen können. Sie sollen wie ein Taxi funktionieren
– ohne Taxifahrer.
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Track 11

Bemondó Lektion 5 Teil A Aufgabe 5. Die Straßenbahn kommt zurück – Entscheiden Sie, ob
die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Sie hören den Text zweimal.

Die gute alte Straßenbahn ist gefragt wie nie. Vor Kurzem hat die Ferieninsel Teneriffa eine
neue Linie bekommen, 170 000 Passagiere fuhren allein am ersten Wochenende mit. Zuvor
hatte in Berlin die neue M2 ihren Betrieb aufgenommen, ebenfalls im Mai weihte Madrid
eine Tramlinie ein – die erste seit 35 Jahren. Die Bahn erlebt weltweit ein Comeback. Ob
Sydney, Istanbul, Athen oder Los Angeles – überall wurden in den vergangenen Jahren
Straßenbahnen gebaut. In etwa 400 Städten gibt es bereits Straßenbahnverbindungen.
Weitere 250 Systeme werden derzeit gebaut oder geplant, schätzt der internationale
Verband für öffentliches Verkehrswesen.
Auch in Deutschland wurden vielerorts neue Schienen verlegt. Heilbronn, Oberhausen oder
Saarbrücken führten die Straßenbahn wieder ein. „In vielen anderen Städten sind die Netze
gewachsen“, sagt Georg Drechsler, Direktor des Bereichs Straßenbahnen beim
internationalen Verband. Die meisten neuen Netze gibt es in Frankreich, fast 50 wurden hier
in den letzten 15 Jahren gebaut. Kurz vor Weihnachten kam auch Paris hinzu, mit großem
Pomp wurde die erste Tram seit 60 Jahren gefeiert. „Auch die USA und Kanada erleben eine
Renaissance der Straßenbahn“, sagt Joachim Stark, Sprecher von Siemens Transportation.
Das Unternehmen hat Bahnen nach Houston geliefert und auch nach Edmonton. Die
kanadische Stadt war eine der ersten, die Mitte der 80er Jahre wieder auf die Straßenbahn
setzte. „In den 70ern war die Bahn auf das Abstellgleis geraten“, sagt Stark. Die Trams
wurden durch Busse ersetzt, zudem wurden viele Metros gebaut.

Doch das war gestern. Denn der Bau von U-Bahnen ist teuer. Und verglichen mit den Bussen
sind die Straßenbahnen moderner und effizienter. Die Straßenbahn braucht pro
Personenkilometer nur ein Viertel der Energie, sagen die Experten. Zudem kann sie drei- bis
viermal so viele Personen befördern wie ein Bus. Und: Sie bläst keine schädlichen Abgase in
die Luft. Das macht sie zum Lieblingsgefährt von Ökos und Klimaschützern. In Amsterdam
wurde im März sogar der Gütertransport getestet, nächstes Jahr sollen dort bis zu 50
Cargotrams fahren. Auch Zürich und Wien experimentieren mit Güterstraßenbahnen.
Von dem Boom profitiert auch die deutsche Wirtschaft. Siemens, Bombardier und Alstom
teilen sich drei Viertel des Weltmarktes. Sie alle produzieren auch in Deutschland. Dazu
kommen neue Wettbewerber: Die Firma Fahrzeugtechnik Dessau baut für Linz erstmals
Straßenbahnen. Stadler Deutschland produziert seit einigen Jahren erfolgreich in Berlin-
Pankow. Nur Siemens profitiert zurzeit nicht. Der größte deutsche Hersteller ist mit der
Sanierung seiner Baureihe „Combino“ beschäftigt. Vor drei Jahren mussten 475

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Straßenbahnen wegen möglicher Materialschäden zurückgerufen werden. Etwa 400


Millionen Euro kostet die Aktion den Konzern.
Dabei war Siemens Pionier auf dem Gebiet. Das deutsche Unternehmen hat die erste
elektrische Straßenbahn der Welt gebaut, sie fuhr 1881 in Berlin-Lichterfelde. Bis 1930
wurde das Netz in Berlin auf 630 Kilometer ausgebaut, mehr als dreimal so viel wie heute.
Im Westteil der Stadt wurden die Linien bis zum Jahr 1967 langsam stillgelegt, während die
Tram im Osten eines der Hauptverkehrsmittel blieb. Nach der Wende wurde das Netz
erweitert, unter anderem mit den Linien zum Virchow-Klinikum im Wedding und zum
Nordbahnhof, auch der Hauptbahnhof wurde später ans Tramnetz angeschlossen. In der
langfristigen Planung steht auch eine Strecke zum Potsdamer Platz oder über die
Oberbaumbrücke, wo vor Jahren sogar schon die Schienen verlegt wurden. Doch die
Finanzierung ist derzeit unklar.
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Track 12

Bemondó: Lektion 5 Takt B Aufgabe 5. Raser verursachen schreckliche Verkehrsunfälle. Die


Initiative „Schutz vor Rasern” will die viel zu schnell fahrenden Leute von der Straße
fernhalten. – Hören Sie dazu das Interview mit einem Verkehrspsychologen.

Die Initiative «Schutz vor Rasern» will härtere Strafen. Ist das der richtige Weg?

Verkehrspsychologe: Ich kann mir nicht vorstellen, dass drastische Strafen die Zahl der
Unfälle reduzieren. Höchstens kurzfristig. Studien zeigen, dass sie nur sechs bis neun Monate
wirken.

Warum ist das so?

Verkehrspsychologe: Wenn jeder Raser tatsächlich erwischt würde, könnten schärfere


Gesetze helfen. Doch es werden nur verhältnismäßig wenige entdeckt. Deshalb haben die
meisten Leute nicht genug Angst vor Strafen.

Was wäre denn ein wirksames Vorgehen gegen Raser?

Verkehrspsychologe: Wir bräuchten mehr Kontrollen – dafür natürlich auch mehr Polizisten.
Die erwischten Raser sollten sofort eine Konsequenz spüren. Ideal wäre, wenn sie innerhalb
einer Woche ihren Ausweis abgeben müssten. Heute dauert es oft viel zu lange, bis die Raser
nicht mehr fahren dürfen. In der Zwischenzeit verursachen sie weitere Unfälle.

Aber wie wird danach aus einem Raser ein vernünftiger Verkehrsteilnehmer?

Verkehrspsychologe: Eine Strafe allein bewirkt keine Verhaltensänderung. Ich halte


Schulungen, Kurse und Einzeltherapien für sinnvoll. Die meisten Raser sind sich gar nicht
bewusst, was sie machen. In einer Therapie geht es darum, dass sie merken, wie sehr sie sich
und andere gefährden.

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Wieso rasen Leute überhaupt?

Verkehrspsychologe: Es ist ein Jugendphänomen. Junge Männer wollen zeigen, dass sie
potent sind. Sie geben an und versuchen, in der Rangordnung möglichst weit oben zu stehen.
Wie jemand im Sport eine Herausforderung sucht, so suchen sie diese beim Rasen.

Gibt es denn keine älteren Raser?

Verkehrspsychologe: Nur selten. Entweder handelt es sich dann um Personen, die beruflich
sehr erfolgreich sind und nach dem Prinzip leben «Zeit ist Geld». Oder es sind Leute, die nie
gelernt haben, sich an Regeln zu halten.

Wie sieht es aus mit Raserinnen?

Verkehrspsychologe: Es gibt fast keine. Aber ich habe auch schon mehrmals Raserinnen
therapiert.

Ist es nicht am wichtigsten, zu verhindern, dass gefährliche Verkehrsteilnehmer überhaupt


einen Führerschein erhalten?

Verkehrspsychologe: Es gibt jetzt den Führerschein auf Probe. Wer das erste Mal erwischt
wird, muss an einer Schulung teilnehmen. Das System ist nicht schlecht. Die Unfallzahlen
haben sich verringert.

Die Initiative „Schutz vor Rasern“ ist also überflüssig?

Verkehrspsychologe: Im Prinzip finde ich sie gut. Aber es gibt Besseres, um Unfälle zu
verhindern. Ein Fehler der Initiative ist auch, dass sie viele Risikogruppen nicht beachtet. So
sagt sie nichts zu Alkohol am Steuer. Genauso schlimm sind Verkehrsteilnehmer, die im
Kreisverkehr nach links fahren oder nur zwei Meter Abstand zum Fahrzeug vor ihnen halten.
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Track 13

Bemondó: Lektion 6 Teil A Aufgabe 2 Englisch ... und dann? – Sie hören jetzt einen Text.
Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

Laut einer Studie des British Councils sprechen weltweit ungefähr 750 Millionen Menschen
Englisch. Der Gebrauch der Sprache Shakespeares scheint ähnlich selbstverständlich
geworden zu sein wie die Benutzung von Textprogrammen am Computer. In der Arbeitswelt
ist zu beobachten, dass allmählich auch das Beherrschen einer zweiten Fremdsprache
erwartet wird Eine Studie zeigt, welche Sprachen in Europa nach dem Englischen kommen. Es
sind Deutsch (17%), Französisch (16%) und Spanisch (14%). Außerdem wächst das Interesse
für Mandarin-Chinesisch. Diese Sprache erscheint schon auf Platz fünf. Viele meinen, dass sie
„für zukünftige Generationen unentbehrlich“ ist. 6 % der befragten Personen halten sie sogar
für die zweitwichtigste Fremdsprache nach Englisch. Ein bekanntes Reiseunternehmen hat

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eine Umfrage über die Motive für Sprachreisen durchgeführt. Hier sind die Resultate der
Befragung: Die meisten der befragten Personen gaben an, eine Sprache aus Interesse
erlernen zu wollen. Die Nützlichkeit (vor allem für den Berufsalltag) kam an zweiter Stelle.

Das ist jedoch bei manchen Sprachen anders. Deutsch zum Beispiel wird hauptsächlich
gelernt, weil es für das Studium oder aus beruflichen Gründen notwendig ist (62 % der
Befragten). Die Bemühungen um deutsche Sprachkenntnisse haben nicht zuletzt
wirtschaftliche Gründe. Die wirtschaftliche Leistungskraft der deutschsprachigen Länder hat
die Sprache attraktiver gemacht. „Exotische“ Sprachen wie Japanisch werden hauptsächlich
aus Interesse für die Sprache selbst gelernt. Alles in allem kann man feststellen, dass Englisch
die wichtigste internationale Kommunikationssprache bleibt, vorläufig jedenfalls. Gleich
danach kommen die Sprachen der Länder, mit denen man die meisten beruflichen und
persönlichen Kontakte hat. Man kann aber eine zusätzliche Fremdsprache auch lernen, um
seinen Partner oder seine Partnerin zu verstehen – oder einfach weil man die Sprache liebt.
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Track 14

Bemondó: Lektion 6 Teil A Aufgabe 4. Sie hören im Radio ein Gespräch mit Professor Karl-
Heinz Göttert über die deutsche Sprache. Beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Herr Professor Göttert, wie alt ist das Deutsche eigentlich und wo kommt es her?

Göttert: Die deutsche Sprache ist zwölfhundert Jahre lang überliefert, ungefähr ab 800
haben wir schriftliche Zeugnisse. Natürlich ist die deutsche Sprache damals nicht erfunden
worden, sondern sie stammt von den Germanen ab.

Welche wichtigen Etappen in der Geschichte der deutschen Sprache sehen Sie?

Göttert: Das Wichtigste ist, dass die deutsche Sprache zu einer Einheit gefunden hat. Denn
am Anfang gab es unterschiedliche Dialekte der „Stämme”, die man heute noch kennt: der
Bayern, der Sachsen (genauer: Niedersachsen), der Franken, der Hessen und so weiter. Das
war nun die große Aufgabe: die deutsche Sprache zur Einheit zu führen.

Wann war es so weit?

Göttert: Wirklich ernst wurde es erst zu Zeiten des Buchdrucks – also am Ende des 15.
Jahrhunderts. Man brauchte gemeinsame Regeln, weil die Drucker ihre Erzeugnisse
möglichst weit verbreiten wollten. Auch Luther hat mit der Bibelübersetzung zur Einheit
beigetragen. Aber erst im 18. Jahrhundert war dieser Prozess abgeschlossen, jedenfalls in der
Schrift. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Normen vereinbart. Dabei spielte der
Duden eine entscheidende Rolle.

Wie kam es zum Duden?

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Göttert: Was wir heute als Duden bezeichnen, war zunächst eine Initiative des Pädagogen
und Philologen Konrad Duden. Er veröffentlichte 1880 sein „Orthographisches Wörterbuch
der deutschen Sprache”. Es wurde allgemein akzeptiert und auf vielen Konferenzen unter
Mitwirkung von Österreich und der Schweiz weiterentwickelt.

Welche Rolle haben die beiden Weltkriege für die Geltung der deutschen Sprache im Ausland
gespielt?

Göttert: Eine katastrophale Rolle! Die deutsche Sprache hatte im 19. Jahrhundert noch eine
starke Stellung, vor allem in der Wissenschaft. Vor allem wegen der Verbrechen in der Zeit
des Nationalsozialismus verlor die deutsche Sprache ihr Ansehen. Sie ist seitdem in einer
sehr viel schwächeren Position.

Viele machen sich Sorgen wegen des englischen Einflusses auf die deutsche Sprache. Wie
sehen Sie das?

Göttert: Man sollte zwei Dinge unterscheiden. In der Öffentlichkeit begegnet man einer
Menge von Anglizismen, über die sich viele ärgern und oft zu Recht. Die andere Seite ist, dass
wir infolge der Globalisierung eine gemeinsame Sprache brauchen. Wenn man in Italien ein
Zimmer buchen will, kann man sich einfach besser verständigen, wenn alle eine bestimmte
Sprache können – und das ist im Augenblick das Englische. Darin liegt keine Bedrohung für
das Deutsche. Stattdessen sollten wir uns darauf einstellen, dass wir alle zweisprachig
werden: Eine Sprache haben wir für den internationalen Verkehr und daneben benutzen wir
die jeweiligen nationalen Sprachen, die wir noch viel mehr pflegen sollten.

Das Lateinische und das Französische haben irgendwann ihre Funktion als Verkehrssprache
verloren. Wird das mit dem Englischen auch passieren?

Göttert: So weit man sehen kann, passiert das dem Englischen nicht. Das Chinesische zum
Beispiel – als möglicher Konkurrent – hat zwei „Nachteile”: Es gibt große
Dialektunterschiede. Vor allem aber ist die chinesische Schrift für uns arme Europäer sehr
schwer zu erlernen. Man muss 2.500 Zeichen beherrschen, um eine Zeitung zu lesen.

Wohin geht die Entwicklung der deutschen Sprache Ihrer Meinung nach?

Göttert: Wir brauchen uns nicht zu fürchten! Wir haben im Augenblick circa 100 Millionen
Deutschsprecher in Europa. Weltweit liegen wir damit an der zehnten Stelle. Man braucht
sich keine Sorgen zu machen, dass die deutsche Sprache ausstirbt.
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Track 15

Bemondó: Lektion 6 Teil C Aufgabe 5. Sie hören sieben kurze Nachrichten. Zu einer gehört
kein Bild. Welche Nachricht ist das?

Erste Nachricht.
In der Schweiz ist ein Bus verunglückt, der eine Schulklasse aus Belgien nach einer Skireise
heimfahren sollte. Er prallte in einem Tunnel gegen eine Not-Haltestelle. Dabei starben 22
Kinder und sechs Erwachsene; viele andere liegen mit teils schweren Verletzungen im
Krankenhaus. Warum das Unglück geschah, ist bis jetzt ungeklärt. Es gab keinen
Gegenverkehr und die Fahrbahn war trocken. Der Fahrer hatte erst eine Viertelstunde am
Steuer gesessen, konnte also nicht müde sein. Die Polizei ermittelt, ob ein technischer Fehler
vorlag oder ob der Fahrer eine nicht bekannte Krankheit hatte, durch die er bewusstlos
wurde.

Zweite Nachricht.
In Braunschweig verschenkt ein Unbekannter Geld. Schon mehrere Personen haben
Briefumschläge bekommen, in denen jeweils 10.000 Euro steckten. Seit November hat der
Unbekannte so 130.000 Euro verteilt. Das Geld ging zum Beispiel an einen 14-jährigen
Jungen, der seit einem Unfall schwer behindert ist. Auch eine Kirchengemeinde bekam einen
Geldumschlag, ebenso eine Stelle, wo kostenlos Essen verteilt wird. Der Spender ist immer
gut informiert, wo Geld fehlt. Die Braunschweiger hoffen, dass kein Neugieriger den
Unbekannten identifiziert. Sonst ist das Märchen vielleicht bald zu Ende.

Dritte Nachricht.
Die Serie von Gewalttaten in der Berliner U- und S-Bahn setzt sich fort. Zuletzt haben
unbekannte Räuber eine 18-Jährige in der U-Bahn ausgeraubt und verletzt. Die Tat geschah
am Vormittag mitten in der Stadt. Die Frau hörte mit geschlossenen Augen Musik, als sich ein
Mann neben sie setzte und ihr den Mund zuhielt. Ein anderer hielt die Beine der Frau fest.
Dann griffen sich die Männer ihr Handy, schlugen ihr ins Gesicht und flüchteten.

Vierte Nachricht.
Ein junger Mann, der in Reutlingen nicht in eine Disco eingelassen wurde, bekommt eine
Entschädigung von 900 Euro. Der Grund: Der damals 17-Jährige war mit dem Satz
abgewiesen worden, es seien „schon genug Schwarze drin“.
Der junge Mann, dessen Mutter aus Togo stammt, hat eine dunkle Hautfarbe. Die Richter
bewerteten es als Diskriminierung, dass man ihm deshalb den Eintritt verweigerte. Solche
Fälle sind nicht selten. Das Urteil von Reutlingen kann Diskotheken-Besitzer zum Nachdenken
bringen.

Fünfte Nachricht.
Starke Unwetter haben in Deutschland schwere Schäden verursacht. Die Gewitter mit
heftigem Regen und Hagel zogen vom Südwesten Deutschlands Richtung Osten. In
verschiedenen Orten hagelte es stark. Die Hagelkörner waren so groß wie Vogeleier. In
anderen Orten hatte vor allem der Sturm schwere Auswirkungen. In Bayern entwurzelte der
Sturm viele Bäume. Die Autobahn musste die ganze Nacht gesperrt werden. Eine
Motorradfahrerin wurde während der Fahrt von ihrer Maschine geweht und verletzte sich.

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Sechste Nachricht.
Nirgendwo in Europa gibt es vergleichsweise so wenig Kinder wie in Deutschland. Vor zehn
Jahren gab es 15,2 Millionen Kinder und Jugendliche. Heute sind es nur noch 13,1 Millionen.
Jedes Jahr wird die Zahl weiter sinken, befürchten Forscher.
Kinder und Jugendliche sind aber wichtig für ein Land. Denn sie sind die zukünftigen
Arbeitskräfte. Ein Grund für die negative Entwicklung ist, dass es noch immer nicht genug
Kindertagesstätten gibt. Wenn beide Eltern arbeiten, brauchen sie Kitas mit langen
Öffnungszeiten. Besonders schwierig ist die Situation für alleinerziehende Mütter oder Väter.
Sie haben oft schlechter bezahlte Arbeitsplätze und sind deshalb auf staatliche Unterstützung
angewiesen. Wegen dieses Risikos haben viele junge Menschen Angst davor, Kinder zu
bekommen.

Siebte Nachricht.
Bei einer Autogrammstunde in Oberhausen ist es zu einer Massenpanik gekommen. 60
Kinder und Jugendliche wurden dabei verletzt. Die Panik entstand in einem Einkaufszentrum.
Dort traten die Kandidaten der Fernsehshow „Deutschland sucht den Superstar“ auf und
gaben Autogramme. Die Veranstalter hatten 5000 Fans erwartet. Es kamen jedoch 20.000
Fans.
Als das Einkaufszentrum überfüllt war, wurden die Türen geschlossen. In der wartenden
Menge draußen gab es daraufhin Gedränge. Einige Fans bekamen Angst und versuchten sich
zu befreien. Die Aufrufe der Sicherheitskräfte waren nicht zu hören, weil viele in Panik
kreischten und schrien.
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Track 16

Bemondó: Lektion 7 Teil A Aufgabe 2. Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben? Hören Sie,
wie Jugendliche auf diese Frage antworten, und entscheiden Sie, welche Aussage zu welcher
Person passt.

Andreas.
Alle meinen, Geld sei unwichtig und spiele keine Rolle. Ich brauche es schon für einen
gewissen Lebensstandard. Aber bei der Suche nach einem Beruf oder einem Studienfach
sollte Geld nicht das Ziel sein, man sollte eher seinen Träumen nachgehen.

Anni.
Geld ist wichtig, weil wir es zum Leben brauchen. Mir ist wichtig, dass ich genug zum Leben
habe, dass ich nicht arbeitslos und arm bin. Alles darüber hinaus ist mir weniger wichtig. Zum
Beispiel auf einen guten Freundeskreis lege ich mehr Wert. Und wer kreativ ist, kann auch
ohne viel Geld etwas aufbauen.

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Omar.
Ich finde, Geld ist vor allem dann wichtig, wenn man es nicht hat. Seit ich studiere, spielt es
eine kleinere Rolle in meinem Leben. Statussymbole sind für mich nicht so wichtig. Jetzt gebe
ich mein Geld lieber für anderes aus, zum Beispiel für Bücher.

Philip.
Geld hat für mich keinen direkten Wert. Für mich zählt, was man mit ihm erreichen kann. Das
sind nicht Gegenstände, sondern auch Erlebnisse. Geld bedeutet für mich vor allem Freiheit.

Rakan.
Geld spielt keine Rolle in meinem Leben, da ich nie viel davon gehabt habe. Ich brauche es
nur zum Überleben. Ansonsten reicht mir Tabak, das ist mein Luxus. Mehr brauche ich nicht.
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Track 17

Bemondó: Lektion 7 Teil C Aufgabe 5. Handyversicherung: pro und kontra. – Hören Sie sich
den Text an. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Sie hören
den Text zweimal.

Handys bzw. Smartphones gehören mittlerweile zum täglichen Leben genauso dazu wie
Computer, Fernseher oder Stereoanlage. Nur mit dem Unterschied, dass die kleinen Geräte
überall mit hingenommen werden. Schäden sind bei ihnen deshalb weitaus häufiger.
Zahlreiche Versicherungsunternehmen bieten nun spezielle Verträge an, mit denen man ein
Handy bzw. ein Smartphone gegen Risiken versichern kann. Einige Versicherungen gelten
auch bei Diebstahl oder dann, wenn ein Dritter ohne Erlaubnis das Handy verwendet hat und
eine hohe Rechnung entstanden ist. Trotz des hohen Preises eines Smartphones stellen sich
viele die Frage, ob sich eine Handyversicherung lohnt. Vor- und Nachteile sind etwa gleich
groß. Man sollte darauf achten, welche Versicherungen man schon hat.
Viele traditionelle Versicherungen beziehen sich auch auf Diebstahl außer Haus. Wenn man
schon einen solchen Vertrag hat, kann man auf eine spezielle Diebstahlversicherung für das
Handy verzichten, muss sich man das aber wegen möglicher Schäden gut überlegen. Gehört
man zu den ungeschickten Menschen, kann sich eine Handyversicherung auf jeden Fall
lohnen. Man sollte besonders auf den Preis eines solchen Vertrags achten. Bei dem neuen
iPhone 5 kann er pro Jahr eine dreistellige Summe betragen. Da ist es vielleicht doch besser,
ein bisschen mehr aufzupassen.
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Track 18

Bemondó: Lektion 7 Teil D Aufgabe 5. „Ich bin ein fröhlicher Mensch“ – Sie hören das
Interview mit einem jungen Obdachlosen zweimal, zunächst ganz, danach in Abschnitten.
Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Sascha ist 25 Jahre alt, seit 13 Jahren lebt er auf der Straße. Zwei Jahre hat er im Gefängnis
gesessen, wegen Körperverletzung. Er lebt zur Zeit in Berlin. Sascha kommt aus einer kleinen
Stadt in Thüringen. Sein Vater war Alkoholiker, die Mutter hat er nicht kennengelernt. Die
Großeltern haben ihn und seine ältere Schwester ins Heim gegeben. Dort hat er sich immer
wieder geschlagen, mit Jüngeren, Älteren, Erziehern. Irgendwann ist er von der Schule
geflogen. Dann ging er seine eigenen Wege. Inzwischen, sagt Sascha, ist er friedlich, kann
sich kontrollieren, er hat nämlich eine Therapie gemacht. Trotz allem wirkt Sascha nicht
unglücklich.

Sascha: Ich bin ein durchweg fröhlicher Mensch. Warum soll ich darüber heulen, dass ich
obdachlos bin? Das bringt mich nicht weiter.

Sie verkaufen Straßenzeitungen. Wie viel verdienen Sie am Tag?

Sascha: Eine Zeitlang, als wir zu dritt unterwegs waren, kamen wir zusammen auf bis zu 9000
Euro im Monat. Nur durch Verkäufe und das Geld, was uns die Leute dazugegeben haben. Da
waren wir aber alle noch in guter Form.

Warum haben Sie aufgehört?

Sascha: Vor allem wegen meiner Freundin. Sie nimmt gar nichts, trinkt nur ab und zu ein
Bierchen. Ich würde es nicht tolerieren, dass sie Heroin anfasst.

Wie haben Sie sich kennen gelernt?

Sascha: Zufällig, bei einem Punk-Konzert. Danach haben wir uns häufiger getroffen, und ich
habe mit ihr für die Schule gelernt.

Für die Schule?

Sascha: Ja, sie lebt noch bei Mama und Papa. Nächstes Jahr schreibt sie ihr Abi.

Sie haben nach der siebten Klasse die Schule verlassen. Wie helfen Sie Ihrer Freundin beim
Lernen?

Sascha: Ich habe beispielsweise Texte zu Sokrates gelesen, weil ich ihr bei einem Aufsatz
helfen wollte. Zusätzlich habe ich mir Informationen aus dem Internet geholt. Mein bester
Freund Marco, mit dem ich immer unterwegs bin, hat ein Abi von 1,5. Er hilft auch.

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Wie halten Sie Kontakt?

Sascha: Meine Freundin hat mir zwei Handys besorgt. Eins lädt sie immer auf, das andere
habe ich.

Und wo treffen Sie sich, wenn Sie allein sein wollen?

Sascha: Eigentlich ist sie immer mit Marco und mir unterwegs. Am Wochenende schläft sie
meist bei uns. Wenn es draußen kalt ist, suche ich uns was drinnen, damit sie sich nicht
erkältet. es gibt hier überall offene Hauseingänge, manchmal schlafen wir auch in Kellern von
Hotels. Im Sommer war sie sogar mal drei Wochen bei uns, weil sie mit ihren Eltern Streit
hatte. Wir haben sie jeden Morgen um 6.30 Uhr geweckt, ihr Essen und Trinken eingepackt
und sie zur Schule geschickt.

Warum?

Sascha: Mir ist es wichtig, dass sie ihre Ausbildung nicht vernachlässigt – auch wenn man bei
Marco sieht, dass ein gutes Abi nicht unbedingt was bringt. Aber sie braucht trotzdem einen
Abschluss.

Ihrer Freundin soll es besser gehen als Ihnen?

Sascha: Ja, ich habe keinen Abschluss. Wobei ich im Gefängnis eine Ausbildung zum
Elektroinstallateur abgeschlossen habe. Aber niemand stellt jemanden ein, der seine
Ausbildung im Gefängnis gemacht hat.

Gefällt Ihnen das Leben auf der Straße?

Sascha: Jeder, der sagt, es gefällt ihm auf der Straße, ist ein Lügner. Wenn es eiskalt ist und
man nicht weiß, wohin – das kann einem nicht gefallen.

Gibt es denn etwas, das Ihnen gefällt?

Sascha: Die Freundschaft. Marco ist ein echter Freund. Wenn ich reich wäre, dann hätte ich
wahrscheinlich 2000 Freunde, aber keinen echten.

Wie viel arbeiten Sie?

Sascha: Wir stehen jeden Tag um 7 Uhr auf, außer sonntags, da schlafen wir länger, weil
nichts los ist. Wir arbeiten von 8 Uhr bis etwa 21 Uhr. Jeden Tag.

Was machen Sie mit dem Geld, das Sie verdienen?

Sascha: Ich gebe viel Geld für gutes Essen aus, und ich kaufe mir Bücher. Ich lese manchmal
philosophisches Zeug, aber auch Fantasy und Frauenliteratur. Außerdem sparen Marco und
ich. 7000 Euro haben wir schon auf ein Konto eingezahlt, das meine Freundin für uns
verwaltet.

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Was haben Sie damit vor?

Sascha: Das wissen wir noch nicht genau. Ursprünglich wollten wir mal eine Wohnung ein
Jahr im Voraus bezahlen, damit wir wissen: Uns kann hier keiner rauswerfen.

Was möchten Sie noch erreichen im Leben?

Sascha: Eigentlich verfolge ich dauerhaft nur ein Ziel: Ich möchte eine Wohnung bekommen.
Dann könnte ich vielleicht in ein normales Berufsleben einsteigen. Denn ich möchte nicht so
enden wie viele andere Berliner Obdachlose: uralt und seit Jahrzehnten auf der Straße.
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Track 19

Bemondó: Lektion 8 Teil A Aufgabe 3. Hauptberuf: Wettesser. Hören Sie den Text und
ergänzen Sie die Zusammenfassung.

Der 31-jährige Japaner Takeru Kobayashi hat einen ungewöhnlichen und nicht gerade
gesunden Beruf: Er ist professioneller Wettesser. Angefangen hat alles bei einem
Currywettessen, bei dem er einen neuen japanischen Rekord aufstellte: fünf Kilogramm in 20
Minuten.
Takeru hat sechs Mal hintereinander das berühmte Hot-Dog-Wettessen in New York
gewonnen. Zum letzten Mal hat es trotz 64,5 Hot Dogs in zehn Minuten nur für den zweiten
Platz gereicht … Seine Methode: Zuerst schluckt er das Würstchen, danach das Brot, das er
vorher in Wasser oder Limonade eintaucht.
Wer jetzt denkt, dass ein professioneller Wettesser automatisch dick und rund ist, täuscht
sich: Takeru ist bei 1,73 Metern gerade mal zwischen 60 und 75 Kilo schwer – je nachdem, ob
er gerade im Training ist oder nicht.
Esswettbewerbe sind zwar vor allem für die Zuschauer und Medien faszinierend, für den
Körper aber alles andere als gesund. Durch das ständige Ausdehnen des Magens kann dieser
schwer geschädigt werden.
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Track 20

Bemondó: Lektion 8 Teil C Aufgabe 1. Ist Kochen besser als Fast Food? Hören Sie jetzt zwei
Meinungen dazu.

Sara.
Eine der ersten Seiten, die ich in einem Magazin aufschlage, ist die Kochseite! Die
spannenden Rezepte probiere ich fast jedes Mal aus. Das Tollste am Kochen ist doch, dass
man experimentiert. Viele ernähren sich zum Großteil von Fast Food oder fertigen, kalten
Speisen. Dabei ist es doch auch für Erwachsene so wichtig, kochen zu können. Ich will
meinen Kindern später zeigen, was gutes Essen ist: ein gesundes, selbst gekochtes,
gemeinsames Mahl mit der Familie oder mit Freunden.

Adam.
Woher soll man die Zeit für das Kochen nehmen? Wenn ich von der Arbeit nach Hause
komme, finde ich dort im besten Fall ein Mittagessen, das ich mir aufwärmen kann. Oft ist es
aber Fertigpizza und oder etwas Ähnliches. Das schmeckt, und wenn man auch Obst und
Gemüse isst, schadet es sicher nicht. Mit Kochen möchte ich meine Zeit nicht verschwenden.
Solange man nicht ständig Chips und Süßigkeiten zu sich nimmt, ist Kochen nicht unbedingt
notwendig. Aber am liebsten esse ich doch im Kreis der Familie.

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Track 21

Bemondó: Lektion 8 Teil C Aufgabe 7. Sie hören jetzt eine Ratgebersendung, wie man sich bei
einem Besuch richtig benimmt. Entscheiden Sie dann, ob die Aussagen richtig oder falsch
sind.

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ein persisches Sprichwort lautet: „Wer höflich ist, gewinnt
selbst am meisten.“ Höflichkeit und gutes Benehmen sind wieder in Mode. In dieser Sendung
behandeln wir, wie man sich bei Tisch benimmt. In allen Kulturen sieht man die gemeinsame
Mahlzeit nicht nur als etwas Notwendiges an, sondern als etwas mit tieferer Bedeutung.
Auch religiöse Feiern finden mit gemeinsamem Essen und Trinken statt. Von daher stammt
die Bedeutung der Tischsitten, die in der Welt natürlich sehr unterschiedlich sind.
Entscheidend ist, dass sich alle an gemeinsame Regeln halten. Und jetzt schauen wir uns
einzelne Elemente dieses Regelwerks an, und zwar mit unserem Gast, Professor Gerhard
Steiner.
Herr Professor, wie pünktlich soll man erscheinen, wenn man zum Essen eingeladen ist?

Prof. Steiner: Grundsätzlich erscheint man pünktlich zu einem privaten Essen. Verspätet man
sich aus irgendeinem Grund, sollte der Gastgeber rechtzeitig informiert werden. Auf der
anderen Seite sollte man aber auch nicht zu früh erscheinen, denn dies könnte zu Hektik
oder einer peinlichen Situation für den Gastgeber führen. Im Allgemeinen endet das

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Zusammensein an Wochentagen um 23 Uhr. Am Wochenende darf es auch einmal später


werden.

Darf man sich sofort an den Tisch setzen, wenn man angekommen ist?

Prof. Steiner: Die Regel ist, dass man nicht unaufgefordert als Erste oder Erster am Tisch Platz
nehmen sollte. Am besten wartet man auf die Aufforderung des Gastgebers.
Bei weniger förmlichen Anlässen darf man sich setzen, sobald der Gastgeber sich an den
Tisch setzt.

Und wann beginnt man mit dem Essen?

Prof. Steiner: Mit dem Essen darf erst begonnen werden, wenn die Hausfrau selbst
begonnen hat. Sie aber beginnt erst, wenn alle Gäste versorgt sind. Bei einer größeren
Anzahl von Gästen kann es natürlich leicht passieren, dass das Essen der Person, der zuerst
serviert wurde, dann schon halb kalt ist. Aus diesem Grunde sollten die Teller und Schüsseln
vorgewärmt werden.

Was tut man, wenn man gegen bestimmte Lebensmittel allergisch ist?

Prof. Steiner: Allein aus diesem Grund muss man eine Einladung nicht ablehnen. Man sollte
sich beim Gastgeber vorher erkundigen, was es zu essen geben wird und ihn zugleich
informieren, worauf er achten sollte. Speisen, die man nicht verträgt, müssen nicht gegessen
werden. Man lässt sie einfach auf dem Teller liegen.

Wie geht man mit verschiedenen Speisen um?

Prof. Steiner: In Deutschland befinden sich üblicherweise alle Zutaten zu einem Gang –
Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Sauce usw. – auf einem Teller. Das bedeutet aber nicht, dass
alles – insbesondere Kartoffeln und Sauce – zu einer Masse vermischt werden darf. Man
zerteilt die Kartoffel mit der Gabel in kleine Stücke und nimmt mit diesen die Sauce auf. Auch
die anderen Bestandteile werden nicht auf dem Teller vermengt.
Fleisch wird nur so viel geschnitten, wie man mit dem nächsten Bissen essen möchte. Das
Fleisch wird dabei flach mit der Gabel gehalten, deren Rücken nach oben zeigt.
Salat darf nicht geschnitten und nur mit der Gabel gegessen werden. Wenn es nicht anders
geht, kann man dafür ein Stück Brot zu Hilfe nehmen.
Vor dem Dessert werden Brot, Schüsseln, unbenutztes Besteck und Ähnliches vom Tisch
genommen.

Gibt es Speisen, die man mit der Hand essen darf?

Prof. Steiner: Mit den Händen werden nur noch sehr wenige Speisen gegessen, Hühnerbeine
nicht mehr. Bei Schalentieren oder Artischocken ist es aber erlaubt. Wenn man unsicher ist,
sollte man sich auf dem Tisch nach Fingerschalen mit warmem Wasser umsehen. Sie sind ein
Hinweis , dass die Finger benutzt werden können.

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Wann wird der Tisch abgeräumt?

Prof. Steiner: Abserviert wird dann, wenn auch der letzte Gast aufgegessen hat. Auch wenn
der Teller des einen oder anderen Teilnehmers schon leer auf dem Tisch steht. Denn es wäre
noch unfreundlicher, den langsam essenden Genießer unter Druck zu setzen.

Und wie ist das Essen zu beenden?

Prof. Steiner: Das Essen ist beendet, wenn die Hausfrau ihre Serviette links neben den Teller
legt und aufsteht. Alle anderen Gäste erheben sich ebenfalls, die Herren zuerst, um den
Damen beim Aufstehen durch Abrücken des Stuhles behilflich zu sein. Auch Gäste, die in
einem interessanten Gespräch sind, bleiben nicht sitzen. Vielmehr ist das der Moment, wo
man sich auch anderen Gästen zuwenden kann, mit denen man sich am Tisch nicht
unterhalten konnte.
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Track 22

Bemondó: Lektion 9 Teil A Aufgabe 3. Freizeits-stress? Hören Sie Marks Referat über die
häufigsten Freizeitaktivitäten der Jugendlichen und schreiben Sie die Tätigkeiten auf, über die
er sich geäußert hat.

Das Freizeitangebot für Jugendliche ist riesig. Viele verbringen den ganzen Tag damit, Musik
zu hören, egal, ob sie aus dem Radio kommt oder vom CD- oder MP4-Player abgespielt wird.
Musik ist wohl die einzige Freizeitaktivität, bei der man sich noch etwas entspannen kann,
was aber auch von der Art der Musik abhängt.
In Jugendclubs trifft man Freunde oder lernt neue Leute kennen. Dort kann man Billard oder
Darts spielen, tanzen oder einfach nur Spaß haben.
Auch wenn es nicht mehr eine der angesagtesten Aktivitäten ist, gehört Lesen doch noch
dazu. Viele Jugendliche nehmen gerne mal ein Buch in die Hand, obwohl das Lesen
zeitraubend ist und man die Geschwindigkeit meist nicht erhöhen kann. Und wenn man ein
gutes Buch hat, kann man schwer wieder aufhören. Weniger Zeit braucht man für Comics,
die bei vielen noch eher angesagt sind.
Mit dem Fernsehen haben wir eine der einfachsten Freizeitaktivitäten. Bei ihm kann man sich
berieseln lassen, ohne sich anstrengen zu müssen. Der einzige Stress ist herauszufinden, was
man sehen will.

Sport ist eine Sache, die man am Besten im Sommer betreibt. Man kann sich zum
Schwimmen treffen oder zum Basketball, man kann skaten n oder joggen. Am Computer hat
man keine Langweile, da man immer etwas Neues findet. Ob das nun ein aufregendes Spiel
ist, bei dem man um sein Leben kämpft, oder ob es darum geht, sich auf dem Markt
zurechtzufinden, oder ob man einfach nur eine Partie Schach spielt, ist eigentlich egal. Man
bekommt alles, was das Herz begehrt, ob man nun Texte, Grafiken oder Musik haben will
oder sich einfach nur mit jemandem unterhalten möchte. Das ist eine Freizeitaktivität, bei
der man Stunden verbringen kann. Die etwas fortgeschritteneren Benutzer haben auch die
Möglichkeit, ihre Kreativität beim Programmieren auszuleben. Beherrscht man erst einmal
eine Programmiersprache, tut sich dafür ein weites Feld auf.

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Das Wichtigste in der Freizeit sind die Freunde. Ob man sie auf einer Party trifft oder mit
ihnen in die Kneipe geht, hängt meistens von der Situation ab. Am zeitaufwendigsten ist
wohl eine feste Freundin oder ein fester Freund. Hat man seine Partnerin oder seinen
Partner gefunden, will man natürlich viel Zeit mit ihr oder ihm verbringen. Dann kann
manches andere nicht mehr gemacht werden. Eine Freundin kann ganz schön teuer sein,
eine Kinokarte kann viel kosten. Dafür hat man meistens gute Unterhaltung.
Die teuerste Freizeitbeschäftigung ist das Einkaufen. Es ist selten entspannend, da man
immer unter Zeitdruck steht. Wenn man mit Freunden einkauft, ist der Zeitdruck noch höher.
Jeder will in das Geschäft, wo es für ihn am meisten gibt. Man will sich eben nach dem
umsehen, was einen interessiert.
Ich meine, man kann gar nicht genug Freizeit haben, es gibt sehr viele verlockende Angebote.
Andererseits hat der Tag nur 24 Stunden. Die sollte man sinnvoll einteilen und es sollte genug
Zeit für Entspannung bleiben.
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Track 23

Bemondó: Lektion 9 Teil B Aufgabe 2. Ein Feiertag für alle Bücher. Hören Sie den Text und
beantworten Sie die Fragen.

Lesen ist für uns etwas ganz Selbstverständliches. Bücher helfen uns beim Lernen, wenn wir
Ablenkung oder einen Rat brauchen oder einfach nur entspannen wollen. Dabei war es lange
Zeit nur den obersten Bevölkerungsschichten vorbehalten, also Geistlichen,
Wissenschaftlern, Hofbeamten und Kaufleuten. Doch dank Gutenbergs berühmter Erfindung
im 15. Jahrhundert sind Bücher heute für jedermann erschwinglich.
Doch auch heute noch gibt es in Deutschland etwa vier Millionen Menschen, die gar nicht
oder nur sehr schlecht lesen und schreiben können. Und das hat schlimme Folgen, denn wer
nicht lesen und schreiben kann, ist praktisch vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Davon sind fast fünf Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen!
Umso wichtiger ist es, auf die große Bedeutung des Lesens hinzuweisen. Der Welttag des
Buches am 23. April hat seinen Ursprung in einer kleinen Region in Spanien. In Katalonien
schenken sich die Menschen zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg am 23. April
traditionell Rosen und Bücher. 1995 hat die UNESCO diesen Brauch als Anregung genommen
und einen weltweiten Feiertag zu Ehren der Bücher und des Lesens daraus gemacht.
Seit 1996 wird der Welttag des Buches auch in Deutschland gefeiert. Viele Buchhandlungen,
Verlage, Schulen und Bibliotheken machen daraus jedes Jahr ein großes Fest und
organisieren vielfältige Veranstaltungen rund um Bücher und Lesen.
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Track 24

Bemondó: Lektion 9 Teil B Aufgabe 6. Haben Bücher neben E-Books noch Zukunft? Adina
und Alex vertreten da unterschiedliche Positionen. Entscheiden Sie beim Hören, ob die
Aussagen richtig oder falsch sind.

Adina.
Zunächst einmal muss klargestellt werden: Ich finde Lesen super. Und eigentlich finde ich
auch Bücher super: Ich mag das Umblättern der Seiten, Bibliotheken und fremde
Bücherregale. Aber inzwischen sind wir an einem Punkt angekommen, wo Bücher einfach
nicht mehr zeitgemäß sind.
Es begann schleichend: Zuerst kamen die Taschenbücher, die kleiner und auch viel billiger
waren als die gebundenen Ausgaben. Dann kam Wikipedia und ersetzte die Enzyklopädie,
denn seien wir ehrlich: Wenn wir die Wahl haben, entscheiden wir uns gerne für das
schnellere Resultat – für das Internet.
E-Books geben uns die Möglichkeit, tausende Bücher auf einmal mit uns herumzutragen. In
puncto Leichtigkeit schlagen sie sogar die meisten Taschenbücher. Dabei steckt – anders als
bei Büchern – in E-Books viel mehr als nur der reine Text (und ein paar Bilder). Mit ihm lassen
sich beispielsweise Videos und Animationen verbinden, Leser können direkt
Zusatzinformationen über den Autor erhalten. Und dabei sind E-Books in der Regel sogar
billiger als Bücher. Auch wenn es mancher traurig findet: Bücher sind zu unhandlich für
unsere rasante, globalisierte Welt geworden.
Alex.
Das digitale Buch setzt sich durch, das stimmt schon. Daraus folgt jedoch kein Untergang des
Buches, sondern ein neues Bewusstsein für das gedruckte Buch.
Fangen wir pragmatisch an: Bücher brauchen keinen Akku. Darüber hinaus ist ihr geistiger
Wert deutlich höher als ihr materieller, was man von einem E-Book nicht behaupten kann.
Bei Readern oder Tablet-PCs muss man schon mehr darum bangen, dass sie geklaut werden
oder verloren gehen. Und ein E-Book würde ich lieber nicht mit zum Strand nehmen, ein
Buch dagegen schon. Und wenn man es beim nächsten Mal aufschlägt, erinnert einen der
Sand zwischen den Seiten an den Urlaub am Meer.
Bücher sind nicht nur ein Medium, um Informationen zu tragen. Sie besitzen auch einen
hoch emotionalen Wert. Zwischen den Seiten finden sich häufig Erinnerungen, individuelle
Kaffeeflecken, Markierungen und Bleistiftkritzeleien.
Die Geräte werden mit immer mehr Funktionen ausgestattet. Das verleitet dazu, sich
ablenken zu lassen. Das gedruckte Buch hingegen lenkt den Leser nicht ab, sondern bietet
Orientierung und Sicherheit. Bei digitalen Medien kann der Leser häufig nicht zwischen Lüge
und Wahrheit, Subjektivität und Sachlichkeit unterscheiden. Beim Buch ist dies in der Regel
(noch) anders. Bevor es veröffentlicht wird, lesen es die Lektoren in den Verlagen, um Fakten
zu prüfen und Fehler auszubessern.
Ein gelesenes Buch ist ein Protest gegen den Zeitdruck und das Leistungsdenken in unserer
Gesellschaft. Anstatt Hektik und Stress verliert sich der Leser beim guten alten Buch in
Konzentration und angenehmer Ruhe. Das wird auch in Zukunft so sein.
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Track 25

Bemondó: Lektion 10 Teil A Aufgabe 5. Auf dem Gipfel geht die Sonne auf. Jetzt hören Sie
ein Interview mit Andy Holzer, einem blinden Ketterer. Hören Sie zuerst die Einführung.

Andy Holzer klettert durch schwierige Wände und besteigt mächtige Berge. Jeden Griff
ertastet der Osttiroler vorsichtig mit seinen Händen. Und wenn er den Gipfel erreicht, dann
geht auch für den blinden Andy die Sonne auf.
Seine Eltern bemühten sich, ihren Sohn so normal wie möglich aufwachsen zu lassen. Der
Vater riet ihm nur: Pass gut auf, die anderen sehen besser.
Schon bald merkte Andy, dass er sich mit vier Gliedmaßen besser orientieren konnte als auf
zwei Beinen. Bei den normalen Bergwanderungen fühlte er sich nicht so sicher. Erst wenn er
auch mit seinen Händen tasten konnte, fühlte er sich wohl. Mit neun Jahren nahm ihn sein
Vater mit auf eine Klettertour. In der Felswand war er gegenüber den Sehenden nicht im
Nachteil. Ein erfahrener Bergführer zeigte ihm dann die Grundlagen der Klettertechnik.
Andy klettert inzwischen die schwierigsten Touren und besteigt mächtige Berge. So stand er
auf den Gipfeln des Mont Blanc, des Elbrus, des Kilimandscharo und des Aconcagua.
Es gibt auf der Welt nur noch einen blinden Kletterer, der solch extreme Bergtouren meistert:
der Amerikaner Erik Weihenmayer. Beide unternehmen sogar zu zweit Klettertouren. Die
beiden bezwangen im Jahr 2006 ganz ohne Hilfe den Roten Turm in den Lienzer Dolomiten.
Eine unglaubliche Leistung!
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Track 26

Bemondó: Lektion 10 Teil A Aufgabe 5c. Hören Sie jetzt das Interview mit Andy Holzer.

Viele Menschen gehen in die Berge, um die herrliche Natur zu betrachten. Was bewegt dich
dazu?

Andy: Nicht nur das Auge liefert Bilder. Meine Welt baut sich aus Erinnerungen und
Erfahrungen zusammen – Gerüche, Geräusche und Ertastetes. So kann auch ich die Berge
wahrnehmen.

Wie schwer belastet dich deine Behinderung?

Andy: Ich wurde bei einem Vortrag von einer Schülerin gefragt: „Stell dir vor, du könntest für
eine Viertelstunde sehen. Würdest du das wollen und was würdest du dir ansehen?“ Ich
antwortete mit einer Gegenfrage: „Stell dir vor, du könntest für eine Viertelstunde fliegen
wie ein Adler. Würdest du dich trauen?“ Ich wollte damit ausdrücken, dass sich die Sehenden
zwar oft wünschen, fliegen zu können, aber auch ohne Flügel zufrieden sind. Natürlich
wünsche ich mir manchmal, sehen zu können. Aber ich brauche mein Augenlicht nicht, um
glücklich zu sein.

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Deine Pläne für die Zukunft?

Andy: Nach der Expedition auf den Mount Denali in Alaska werde ich hoffentlich vier von den
„Seven Summits“ bestiegen haben. Zu ihnen gehört der jeweils höchste Berg der sieben
Kontinente. Es fehlt mir noch der Mount Vinson in der Antarktis. Mit meinem blinden
Kletterfreund Erik Weihenmayer möchte ich die Carstens-Pyramide in Papua Neuguinea
bezwingen. Und irgendwann hoffe ich, auf dem Gipfel des höchsten Berges zu stehen – auf
dem Mount Everest.

Was könnten die Zuhörer und Zuhörerinnen von dir lernen?

Andy: Alles, was leicht geht, ist nicht viel wert. Vieles, was zuerst schwerfällt, bringt
schließlich Freude. Die Geschenke, die unter dem Weihnachtsbaum liegen, werden bald
langweilig. Aber wenn man etwas trotz Schwierigkeiten schafft, das bringt echtes
Glücksgefühl. Meine Botschaft lautet: Niemals aufgeben! Wenn du nur alle Fähigkeiten und
deine ganze Energie auf ein Ziel konzentrierst, wirst du unglaubliche Taten vollbringen. Du
kannst dich wie ein Adler in atemberaubende Höhen schwingen, wo sogar für mich die
Sonne aufgeht.
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Track 27

Bemondó: Lektion 10 Teil B Aufgabe 5b. Das Gute im Leben finden - Hören Sie jetzt ein
Interview mit Veronika Müßig, Diplom-Psychologin und Suchtexpertin, über Süchte und
Süchtige. Welche Themen werden behandelt? Markieren Sie.

Manche Süchte, wie Kaufsucht, gelten eher als weiblich, andere eher als männlich. Stimmt
das denn?

Veronika Müßig: Im Grunde schon. Generell leiden Frauen eher an Süchten, die sie
verstecken können: Eine betrunkene Frau fällt mehr Leuten auf als eine, die shoppen geht.
Ich kenne aber auch viele kaufsüchtige Männer. Die leben ihre Sucht aber eher in
Baumärkten oder an Statussymbolen und Sportartikeln aus als an Handtaschen, Schuhen
oder Kleidung.

Ich selbst kaufe auch viel und gerne ein. Bin ich deshalb gleich kaufsüchtig?

Veronika Müßig: Solange Sie erst noch über einen Kauf nachdenken und auch mal verzichten
können, sind Sie nicht kaufsüchtig – sonst hätten Sie darüber schon die Kontrolle verloren.
Oft packen Kaufsüchtige die gekauften Sachen zu Hause gar nicht mehr aus. Ihnen geht es
nur um das Gefühl beim Bezahlen, wenn also etwas in ihren Besitz gelangt.

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich merke, dass ich anfällig für irgendeine Sucht bin?

Veronika Müßig: Den ersten Schritt hätten Sie dann schon hinter sich: Sie haben es sich
eingestanden. Der nächste Schritt ist, dass Sie sich einem Freund oder Familienangehörigen

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anvertrauen und ihm sagen, dass Sie Hilfe brauchen. Die können Sie dann gemeinsam
suchen, etwa in Form von Selbsthilfegruppen oder Psychologen.

Und wie sieht denn der Alltag eines Spielsüchtigen aus?

Veronika Müßig: Das ist wie bei allen Süchten ganz unterschiedlich. Es gibt Spielsüchtige, die
den ganzen Tag ihren normalen Geschäften nachgehen und erst um eine bestimmte Uhrzeit
ins Casino gehen. Computerspielsucht ist etwas anderes. Da geht es nicht um Geld, sondern
um die virtuelle Fantasiewelt. Neu sind jetzt Online-Portale, etwa zum Pokerspielen. So sind
Spiele 24 Stunden am Tag verfügbar. Alle Spielsüchtigen haben aber eines gemeinsam:
Spielen ist der beherrschende Gedanke.

Was genau fasziniert die Süchtigen so am Spielen?

Veronika Müßig: Einerseits malen sich viele eine bessere Zukunft aus, wenn sie mal den
Megagewinn machen. Andererseits geht es darum, das Schicksal herauszufordern. Dadurch
entsteht der Adrenalinkick, der dem Alkoholrausch sehr ähnlich ist. Dem Suchtkranken geht
es eigentlich um den Moment des Geldeinsetzens und um das Gefühl, „wenn es sich
entscheidet". Das macht ihn lebendig.

Wie sieht der Heilungsprozess hier aus?

Veronika Müßig Auch hier muss man erst Schuldenprobleme lösen. Und dann heißt es: „Nie
wieder spielen!" – auch kein "Mensch, ärgere dich nicht" oder Monopoly. Alle Spiele, bei
denen es um Wetten oder Gewinn geht, sind extrem rückfallgefährdend, weil sie wieder den
Kick geben können. Auch hier muss der Suchtkranke dann seine Realität akzeptieren, das
Gute im Leben finden. Das ist bei Spielsüchtigen oft schwierig, wenn sie Jahre später noch
Schulden haben. Ein Alkoholiker hat schneller Erfolgserlebnisse.

Sie finden also, dass Spielsucht so gefährlich sein kann wie Alkoholsucht?

Veronika Müßig: In den Ruin treiben kann man sich mit jeder Sucht! Sucht ist ein Zeichen
von Selbsthass. Alle Süchte bringen auch Selbstmordgedanken mit sich und zwar auch bei
den Angehörigen und Bekannten. Jede Sucht bringt eine Familie oder eine Partnerschaft an
den Rand dessen, was leistbar ist.

Was soll ich machen, wenn ich merke, dass einer meiner Freunde kauf- oder spielsüchtig ist?

Veronika Müßig: Erst mal akzeptieren, dass man niemanden retten kann, wenn er es nicht
selbst will. Trotzdem sollten Sie es ansprechen, aber rechnen Sie damit, dass Sie Sätze wie
„Das geht dich nichts an!" oder „Das stimmt nicht!" zu hören bekommen. Leihe ihm auf
keinen Fall Geld! Wichtig ist außerdem, ihn nicht vor den Konsequenzen seines Handelns
beschützen zu wollen. Das ist extrem schwer, bringt aber nichts. Irgendwann müssen Sie
einfach sagen: „Ich bin für dich da – sobald du mit deinem Suchtverhalten aufhören willst.
Bis dahin halte ich mich von dir fern." Auch wenn Sie sich dabei herzlos fühlen: Ein Süchtiger
hört erst auf, wenn er keine Unterstützung mehr bekommt.

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Bemondó: Lektion 10 Teil C Aufgabe 3d. Experten warnen schon lange davor, dass durch
Umweltgifte immer mehr Allergien ausgelöst werden. Hören Sie das Interview mit dem
Umweltmediziner Dr. Kurt E. Müller und beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Was unterscheidet Umweltgifte von anderen Schadstoffen?

Dr. Kurt E. Müller: Die Quellen der Umweltgifte liegen außerhalb der Umwelt. Es sind also
keine Stoffe, welche die Umwelt selbst produziert, sondern vom Menschen hergestellte
Schadstoffe, die in die Umwelt hineingetragen werden. Sie kommen in jedem Lebensbereich
des Menschen vor.

Welche Schadstoffe lösen besonders häufig Allergien aus?

Dr. Kurt E. Müller: Wir kennen eine große Gruppe von Schadstoffen, die eine relativ starke
Rolle spielen. Formaldehyd war früher ein großer Allergieauslöser, ist jetzt aber weniger
bedeutsam, weil er nicht mehr so häufig verwendet wird. Die Körperpflegemittel haben ein
hohes Allergiepotenzial wegen Emulgatoren und Weichmachern. Dann sind da noch die
Duftstoffe in vielen Kosmetika sowie in Spül- und Waschmitteln. Das sind wahrscheinlich die
Stoffe, die am meisten zunehmen. Und schließlich haben wir eine ganze Reihe Stoffe, die im
Beruf eine Rolle spielen. Zum Beispiel können Substanzen der Gummiverarbeitung oder des
Friseurhandwerks Allergien auslösen. Auch natürliche Stoffe, zum Beispiel Pollen, können
durch Umwelteingriffe so stark verändert werden, dass sie ein höheres Allergiepotenzial
bergen.

Wer ist besonders anfällig für Allergien, die mit Umweltschadstoffen in Zusammenhang
stehen?

Dr. Kurt E. Müller: Wer in der Schwangerschaft, also schon als Embryo, belastet worden ist,
hat später ein höheres Risiko, Allergien zu entwickeln. Denn das Immunverhalten kann
bereits in dieser Zeit geprägt werden.

Kann man sich schützen oder der Entstehung von Allergien vorbeugen?

Dr. Kurt E. Müller: Grundsätzlich sehen wir, dass die Isolation des Menschen von seiner
natürlichen Umgebung das Allergierisiko fördert. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die in
der Landwirtschaft groß werden, wo es Schmutz und viele verschiedene Bakterien gibt,
seltener allergische Reaktionen haben. Das hängt damit zusammen, dass das Immunsystem
trainiert wird. Zudem ist es wichtig, darauf zu achten, dass man möglichst in einer
Wohnumgebung lebt, in der wenige Umweltschadstoffe vorkommen. Das gleiche gilt
natürlich auch für die Kleidung. Auch sie sollte möglichst wenige Schadstoffe enthalten. Nicht
zuletzt spielt die Ernährung eine große Rolle. Fleisch und Geflügel aus der Massentierhaltung
können zum Beispiel Rückstände von Antibiotika enthalten.

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Wie sehen Sie die Zukunft? Werden Allergien, die auf Umweltgifte zurückgehen, weiter
zunehmen?

Dr. Kurt E. Müller: Davon müssen wir ausgehen. Heuschnupfen zum Beispiel und auch
Neurodermitis haben seit meiner Kindheit stark zugenommen. Der Anteil der Jugendlichen,
die von diesen und anderen Allergien betroffen sind, liegt inzwischen über 40 Prozent. Das ist
in einer Generation ein explosionsartiger Anstieg. Generell muss man sagen, dass das
Allergierisiko natürlich mit der Anzahl der in die Umwelt gebrachten Stoffe steigt. Es gibt
inzwischen Forscher, die sagen, dass es in einer Generation keine Menschen mehr geben
wird, die frei von Allergien sind.
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Track 29

Bemondó: Lektion 11 Teil A Aufgabe 3. Hören Sie den Text und korrigieren Sie die Fehler.

Das Klima in Deutschland hat sich in den vergangenen hundert Jahren deutlich verändert, im
Durchschnitt stieg die Temperatur um 0,9 Grad. Genauere Aussagen ließen sich bislang kaum
treffen. Denn die Klimaberechnungen basieren auf Daten aus den Jahren 1961 bis 1990. Um
auch die Klimaveränderung der vergangenen 20 Jahre zu erkennen, haben Meteorologen des
Instituts für Wetter- und Klimakommunikation exklusiv für die Internetversion einer
bekannten Illustrierten die neuesten Daten des Deutschen Wetterdienstes aus 18 deutschen
Städten aufbereitet. Die Schlussfolgerung: In Deutschland ist es wärmer und sonniger
geworden.
Die Klimadatenauswertung lieferte einige Überraschungen. Die sonnigsten Orte
Deutschlands liegen nicht im Süden, sondern im Norden.
Das schlechteste Wetter herrscht im Westen, das beste wohl in Franken.
Beim Niederschlag gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen West und Ost, jedoch nicht
zwischen Nord und Süd. Während es im Norden und Süden an ähnlich vielen Tagen regnet,
hat der Osten rund 30 Regentage im Jahr weniger als der Westen.
Vor allem die Sommer sind wärmer geworden: Am stärksten erwärmt hat sich im Vergleich
zum Zeitraum 1961 bis 1990 der August. Die Sommer sind allerdings mancherorts
regnerischer als früher.
Fast ebenso stark gestiegen sind die Temperaturen im Frühling; im Vergleich zur Periode
1961 bis 1990 ist diese Jahreszeit inzwischen um fast einen Grad wärmer. Hauptursache für
die Erwärmung im Frühjahr ist, dass der Wind vermehrt aus Südwest weht.
Die neue Witterung hat auch dazu geführt, dass im April deutlich weniger Regen fällt als
früher. Insbesondere die Küsten sind trockener geworden.
Mehr Sonne scheint vor allem im Winter. Im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 ist die
kalte Jahreszeit in Deutschland um zehn Prozent sonniger geworden; der Januar sogar um 20
Prozent.
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Track 30

Bemondó: Lektion 11 Teil B Aufgabe 7. Jetzt hören Sie zwei Meinungen zum Atomausstieg
Deutschlands.

Jens. Die furchtbare nukleare Katastrophe in Fukushima hat es allen gezeigt:

Mit dem Betrieb von Atomkraftwerken können schwere Katastrophen – sei es durch die
Umwelt, Terroranschläge oder menschliches Versagen – nie vollkommen ausgeschlossen
werden. Daher war der Schritt der Bundesregierung genau richtig, gesetzlich den
Atomausstieg bis 2022 festzulegen. Atom-Befürworter argumentieren gern, die Energie sei
sehr günstig. Für die führenden Unternehmen der Branche mag das gelten, doch die
Steuerzahler müssen die Endlagerung des Atommülls bezahlen. Und der strahlt Tausende von
Jahren.

Dazu kommt, dass womöglich kein Atomkraftwerk trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen


einen Terrorangriff überstehen würde. Niemand möchte sich die Folgen vorstellen, wenn ein
Flugzeug in einen Atommeiler stürzt.

Leider können wir nicht von heute auf morgen auf erneuerbare Energiequellen umsteigen –
dann würde einiges an Strom fehlen. Aber in jedem Fall ist es möglich, Photovoltaik, Wind-,
Wasserenergie und Co. sofort mit staatlichen Zuschüssen zu fördern und deren Ausbau
konsequent voranzutreiben. Wenn das gewährleistet wird, kann Anfang des nächsten
Jahrzehnts der Umstieg vollständig geschafft werden. Und es ist außerdem möglich, durch
konsequente Politik in ein paar Jahren auch die anderen EU-Atomländer – wie Frankreich
und Großbritannien – zum Umdenken zu bewegen.

Gerda.
Ja, Kernenergie ist gefährlich. Und ja, Zwischenfälle können immer auftreten. Doch im
Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen, die unsere Umwelt und das Klima zerstören, sind wir
mit der „sauberen“ Energie durch die Kernspaltung noch gut beraten. Die ist nämlich so gut
wie CO2-neutral.

Außerdem halte ich die Kernenergie für zuverlässig. Die Technologie ist ausgereift und die
Atomkraftwerke arbeiten, zumindest in Deutschland, zuverlässig. Das kann man von neuen
Formen der Stromgewinnung wie Wasser- oder Windkraftanlagen nicht behaupten. Bei
diesen Kraftwerken herrscht eine natürliche Schwankung, die eine stetige Energieausbeute
nahezu ausschließt.

Nun ist der Atomausstieg Deutschlands beschlossene Sache. Sicher ist, die Strompreise
werden steigen. Der Atomstrom muss ersetzt werden, damit es keine Engpässe in der
Energieversorgung gibt. Und woher kommt der Strom? Zumindest übergangsweise
importieren wir ihn! Unsere Fernseher und Computer werden demnächst also weiter
teilweise mit Atomstrom gefüttert, der dann aber in einem Reaktor 200 Kilometer hinter der
Grenze produziert wird. Und die Sicherheitsstandards der Kraftwerke dort entsprechen nicht
unbedingt den hohen deutschen.

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Ich sage: Angesichts des gefährlichen Atommülls ist es vernünftig, aus der Atomkraft
auszusteigen. Doch nicht sofort. Erst einmal müssen die neuen Technologien zur
Energiegewinnung besser entwickelt und andere Staaten überzeugt werden, ebenfalls ihre
Reaktoren herunterzufahren.

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Track 31

Bemondó: Lektion 11 Teil C Aufgabe 2. Deutsche stellen Sparrekord beim Wasserverbrauch


auf. Hören Sie den Text und entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

Die Deutschen gehen immer sorgsamer mit Wasser um. 121 Liter nutzte jeder Einwohner im
Jahr 2012 durchschnittlich pro Tag für Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Waschen und
Putzen. So niedrig lag der Wasserverbrauch seit Einführung der entsprechenden Statistik im
Jahr 1963 nie. Insgesamt flossen im Jahr 2012 fast 3,6 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser an
Haushalte und Kleingewerbe.
Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort: Vor fünf Jahren gaben die
Versorgungsunternehmen noch einen Liter Trinkwasser mehr pro Einwohner und Tag ab,
1992 waren es sogar 23 Liter mehr.
Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In den westdeutschen Flächenländern
verwendeten die Menschen durchschnittlich 126 Liter pro Tag, in Ostdeutschland ohne Berlin
hingegen nur 93 Liter. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg lagen mit 121 Litern
genau im Bundesdurchschnitt.
In der öffentlichen Trinkwasserversorgung existieren kaum Unterschiede zwischen Ost und
West. Anders sieht es beim Abwasser aus. Während in den westdeutschen Flächenländern
97,6 Prozent der Bevölkerung an die Kanalisation angeschlossen waren, lag der Anteil im
Osten mit Ausnahme von Berlin nur bei 90 Prozent.

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Track 32

Bemondó: Lektion 12 Teil A Aufgabe 4. Hören Sie, was Clara über ihre Erlebnisse in Ungarn
erzählt und entscheiden Sie, welche Aussagen richtig und welche falsch sind.

Clara: Die meisten Leute, denen ich erzählt habe, dass ich bald für ein Jahr nach Ungarn
gehen werde, haben etwas seltsam reagiert. „Was willst du denn da?”, „Gibt es da modernes
Leben?” Trotzdem habe ich mich nicht von meinem Plan abbringen lassen, auch wenn ich mit
gemischten Gefühlen ins Flugzeug gestiegen bin. Gott sei Dank haben sich die Sorgen als
völlig unbegründet erwiesen.

In den ersten Tagen haben wir deutschen Austauschschüler an einem Ankunftsseminar in der
Nähe von Budapest teilgenommen. Dort haben wir auch andere Austauschschüler, die aus

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aller Welt nach Ungarn gekommen waren, kennen lernen können. In verschiedenen Orten
wurden wir von Gastfamilien aufgenommen.

Auch wenn Ungarn in vielem sehr westlich wirkt, gibt es ein paar Unterschiede. Zum Beispiel
hat die ungarische Jugend viel Respekt vor dem Alter. Ich glaube, jeder Austauschschüler in
Ungarn war in den ersten Wochen etwas verzweifelt, als es darum ging, die verschiedenen
Begrüßungen zu lernen. Ob man zu älteren Menschen und Lehrern „Csókolom” (Küss die
Hand), besonders höflich seiend „Jó napot kivánok” (ich wünsche einen guten Tag) oder
einfach nur „Szia” sagt, sind Dinge, die man nicht einfach vernachlässigen kann und die den
Kindern schon von klein auf beigebracht werden.

Essen, das ist sowieso wichtig in Ungarn! Vor Ostern sollte man zwei Tage lang lieber nichts
essen und den Magen schonen, denn dann kommt ein Festmahl, wie man es man selten
erlebt. Unter Gastfreundlichkeit versteht man auch, den Gästen so viele Speisen wie möglich
zu servieren, die leider alle auch noch so gut schmecken, dass man schwer verzichten kann.
Und das „Süti”, also jegliches Gebäck. In einer „Cukrászda”, einer Mischung aus Konditorei
und Café, könnte man den ganzen Tag verbringen.

Das ungarische Schulwesen mutet etwas altmodisch an. Man steht auf, wenn der Lehrer
reinkommt. Ungarische Schüler müssen viel auswendig lernen und generell viel für die
Schule tun. Trotzdem hat die Schulgemeinschaft etwas Familiäres. Es gibt viele Schulausflüge
und an den Nationalfeiertagen versammeln sich die Schüler in weißer Bluse und schwarzer
Hose in der Aula. Die Neulinge werden jedes Jahr mit dem „Storchenball” begrüßt, auf dem
sie allerlei komische und manchmal peinliche Aufgaben lösen.

Ungarn ist auf jeden Fall ein Land für Genießer. Ich kann nicht genau beschreiben, was mich
so sehr an ihm fasziniert. Die Menschen, die man einfach ins Herz schließen muss? Die
wunderschönen Landschaften? Budapest im Herbst? Zwar ist die Sprache sehr schwierig,
aber ist es nicht auch toll, nach einem Jahr die zweitschwerste Sprache der Welt
einigermaßen zu beherrschen? Und die Möglichkeit zu haben, seine Gastfamilie, immer
wieder besuchen zu können? Wenn mich jetzt noch mal jemand fragen sollte, warum ich
denn nach Ungarn gefahren bin, werde ich antworten: „Warum denn nicht?”
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Track 33

Bemondó: Lektion 12 Teil B Aufgabe 3. „Sprache und Kultur gehören eng zusammen“ –
Hören Sie das Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Beatrix Kreß und kreuzen Sie die
richtige Antwort an.

Frau Kreß, Sie unterrichten „Interkulturelle Kommunikation“. Welche Rolle spielt die Sprache
auf diesem Gebiet?

Beatrix Kreß: Kultur und Sprache hängen sehr eng zusammen. Die sozialen und kulturellen
Regeln der Gesellschaften lernen wir vor allem durch Kommunikation. Unsere Art, eine Bitte

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zu formulieren oder nach dem Weg zu fragen, ist stark von unserer Kultur geprägt.
Sprachliche und kulturelle Unterschiede liegen deshalb dicht beieinander.

Ich selber spreche kein Spanisch. Habe ich trotzdem eine Chance, Spanien und die Spanier
richtig zu verstehen?

Beatrix Kreß: Ich kann vieles über fremde Kulturen erfahren, ohne die entsprechende
Sprache zu sprechen. Gleichzeitig wird mir ein nicht unwichtiger Teil verschlossen bleiben.
Das vollständige Verständnis lässt sich auch nicht durch eine Buchübersetzung, nicht
dasselbe wie das Original, sondern nur etwas meiner Kultur Entsprechendes.

Reicht es nicht, wenn man sich in seiner Muttersprache gut auskennt und in Englisch
auskennt?

Beatrix Kreß: Damit wäre sicherlich viel erreicht. Aus meiner Sicht ist es aber ein Fehlschluss,
zu glauben, dass eine hundertprozentige Verständigung allein durch gutes Englisch erreicht
werden kann. Die europäische Fremdsprachenpolitik geht deshalb darüber hinaus und
ermöglicht die Beherrschung noch einer weiteren Fremdsprache. Ein tieferes Verständnis für
Kulturen erreicht man nur durch Mehrsprachigkeit.

Wie gut funktioniert Englisch als europaweite Sprache?

Beatrix Kreß: Eigentlich ganz gut. Aber nur die wenigsten können im Englischen alle
Zusammenhänge so ausdrücken wie in der Muttersprache. Viele Nicht-Muttersprachler
empfinden das Englischsprechen auf der Arbeit als Last. unangenehm. Aber auch das
Englische wird als Fremdsprache kulturell beeinflusst. Wir Europäer bringen viel von unserer
Muttersprache ins Englische ein.

Wie wichtig sind denn die Landessprachen in Europa noch?

Beatrix Kreß: Es gibt die Tendenz, das Englische in den Vordergrund zu stellen. Infolge der
Internationalisierung der Hochschulen werden immer mehr Kurse auf Englisch angeboten,
auch um ausländischen Studierenden den Start zu erleichtern. In Hildesheim beobachten wir
aber einen Gegentrend: Gerade die Erasmus-Studenten, für die viele dieser Kurse gemacht
werden, sagen, dass sie lieber Seminare in der Landessprache belegen. Schließlich seien sie
für den Kulturaustausch nach Deutschland gekommen.

Gibt es Europäer, denen Mehrsprachigkeit besonders leicht fällt?

Beatrix Kreß: Nein, aber es gibt Herkunftssprachen, die den Erwerb bestimmter Sprachen
erschweren oder begünstigen. Das gilt natürlich vor allem für strukturell ähnliche Sprachen.
In Europa haben wir das Glück, dass viele Sprachen zu den indoeuropäischen gehören und
deshalb systemische Ähnlichkeiten aufweisen. Das erleichtert erst mal das Lernen. Außerdem
gibt es in Europa Sprachfamilien, die eng zusammengehören – zum Beispiel die romanischen
oder die slawischen Sprachen.

Gibt es europäische Sprachen, die besonders schwer zugänglich sind?

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Beatrix Kreß: In Europa gibt es mit dem Finnischen und dem Ungarischen zwei Sprachen, die
nicht zum indoeuropäischen Zweig gehören. Die Beziehungen der Wörter in einem Satz
zueinander werden durch Suffixe ausgedrückt. Das stellt eine größere Hürde im
Spracherwerb dar.

Kann man eigentlich auch als Erwachsener eine neue Sprache noch richtig gut lernen?

Beatrix Kreß: Das ist sehr abhängig von meinem Ziel und davon, wie viel Zeit ich investiere.
Natürlich gibt es im Spracherwerb ein kritisches Alter, nach dem es deutlich schwerer wird.
Dieses kritische Alter liegt aber im Kindes- bis Jugendalter. Alles außerhalb des
muttersprachlichen Niveaus ist dagegen möglich, egal in welchem Alter. Es ist nur mit einem
gewissen Aufwand verbunden.

Wie wichtig ist es heute noch, europäische Sprachen zu lernen? Chinesischkenntnisse wären
doch eigentlich wichtiger.

Beatrix Kreß: Ich halte es für problematisch, in der Sprachenpolitik wirtschaftlichen Trends
zu folgen. Viele Entwicklungen halten nur kurzzeitig an. Ein gutes Beispiel ist dafür der
Deutschboom in Spanien. Die Germanisten dort sprechen auch vom Merkel-Faktor. Wie
lange der anhält, weiß eigentlich keiner. Ich selbst habe Slawistik studiert. In den Jahrgängen
vor mir gab es den sogenannten Gorbatschow-Faktor, mit vielen Studenten.
Als ich wenig später anfing, waren wir nur noch zu zweit im Russisch-Kurs.

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Track 34

Bemondó: Lektion 12 Teil B Aufgabe 5. Warum Denis die EU eigentlich gut findet – Hören Sie
den Text und beantworten Sie die Fragen in Stichworten.

Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien ein Teil der Europäischen Union. Denis ist, so betont er selbst,
Kroate. Seine Heimat aber ist Deutschland. Hier ist er groß geworden, hier hat er seine
Freunde. Dennoch hofft er, als EU-Bürger ein bisschen weniger als „Ausländer“
wahrgenommen zu werden.

Denis: Ich heiße Denis, ich bin 16 Jahre alt, wohne in Mannheim und bin auch in Mannheim
geboren. Mein Vater ist albanischer Flüchtling, meine Mutter ist hier geboren. Sie sind
sozusagen Deutsche. Aber meine Großeltern, die Eltern meiner Mutter, kamen aus Kroatien.

Ich habe einen kroatischen Pass, weil auch meine Mutter einen hat. Mein Vater hat einen
albanischen. Er möchte jetzt aber, dass ich mir einen deutschen Pass machen lasse. Ich

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möchte das aber nicht. Dann wäre ich ja Deutscher. Ich bin aber ein Kroate, der sich in
Deutschland angepasst hat.

Ich finde es eigentlich gut, dass Kroatien in der EU ist. Es ist auch gut, dass die EU 2012 den
Friedensnobelpreis bekommen hat. Hier war ja die ganze Zeit Frieden. Und die EU hat die
NATO, die auch dafür da ist, für Frieden zu sorgen. Oder um Frieden wiederherzustellen.
Außerdem leistet die EU auch sonst viel Hilfe, etwa, wenn es um Krisensituationen geht. Sie
schicken Ärzte und Zivilisten, die verletzten Soldaten helfen.

Die Europäische Union ermöglicht es anderen Menschen, denen es in ihren Ländern nicht
gut geht, die also viele Probleme haben, wie niedrige Löhne und so was, in besser gestellte
Länder einzuwandern und ihr Leben dadurch wieder in den Griff zu kriegen. Und die machen
viele Jobs, die andere Leute hier nicht gerne machen. Das ist auch für Deutschland gut.

Die Türen sind einfach offen. Man hat viele Möglichkeiten in der EU. Man kann umherreisen,
man braucht kein Visum mehr. Man kann einfach von Land zu Land reisen. Und man kann die
doppelte Staatsbürgerschaft haben. Ich will die zwar nicht, aber andere vielleicht.

Ich finde, es ist in Deutschland auch mittlerweile anders geworden: Die Kulturen wachsen
zusammen. Deutschland ist nicht mehr nur Deutschland, sondern verbindet ganz viele
verschiedene Kulturen. Überall gibt es türkische Läden und andere Sprachen. Es verändert
sich alles ganz rasant. „Reine Deutsche“ gibt es immer weniger.

Und natürlich muss es auch hingenommen werden, dass mit den Geldern der EU auch für
andere Länder gezahlt werden muss – zum Beispiel, wenn ein Land pleitegeht. Deutschland
hat viele Vorteile durch die EU, und die Nachteile gehören dann eben auch dazu. Aber bevor
entschieden wird, ob ein Land in die EU kann, müsste man eben gucken, ob es wirtschaftlich
stark genug ist, damit die EU nicht so viel finanzielle Last trägt. Das kann man aber nicht alles
vorhersehen.

Dass auch der Euro in Kroatien kommt, finde ich eigentlich schade. Ich mochte es, immer zu
rechnen. Siebeneinhalb Kuna waren bisher ein Euro. Aber es ist schon ok. Ich finde es ja gut,
dass wir jetzt Teil der EU sind. Damit ist man ein bisschen weniger Ausländer als vorher. Bis
jetzt wurde mein Pass, bei egal welchen Kontrollen, sehr genau angeschaut. Aber jetzt kann
ich sagen: „Halt mal, Herr Offizier, ich bin jetzt in der EU!“ Ich glaube schon, dass die dann
netter reagieren.2

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