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Monatsschrift für

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biologisc@dynamische Wirtschaftsweise
(früher Mitteilungen des landwirtschafi‘iid‘ten Versuchsringes
“der Anthroposophischen Gesellschaft
Alle Rechte vorbehalten. — Nachdruck verboter?
Herausgeber: Versuchsring anthroposophisc‘ner Landwirte in Deutschland e. V.
5chrin‘teitung: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
Dipl;trig. F. Dreidax, Steißlingerx (Baden)
Geschäftsstelle: Dr. E. Bartsch, Bad 5ÖÖI‘OW (Mark) Dostschedcl-conto: Breslau 56266

N77 1 wir?riäif1f950 575g


Zur Einleitung
Im Mai vorigen Jahres erschien in der „lllustrierten Landwirtschaftlichen Zeitung ein offener
Brief, verfaßt von Freiherrn von Harsdorf:Riedhof. Änkniipfend an Gedankengänge über die
‘ Heißvergärung von Stroh und Stallmist weist er auf „Biologische Wirtschaft oder Wirtschafts:
weise“, die er als das heutige zentrale Problem der Landwirtsdtaft erfaßt. Er spricht von'einem
Gedankenkreis, der mehr und mehr an Verbreitung ‚«
gerade audi bei der Praxis „— gewinnt
und sich in einem gesteigerten intuitiven Erfassen (z.B. V. Richthofen) und wissensdiaftlicher Prü:
fung (Löhnis) biologischer Zusammenhänge äußert“. Er fährt dann fort:
„Aus diesen bekannten Tatsachen entspringt nun m. E. der notwendige Gedanke, eine
planmäßige Sammlung solcher gelegentlicher, heute noch zerstreuter Veröffentlichungen anzustreben,
um den gerade auf diesem Gebiet so unerläßlidien Zusammenhang zwischen Wissensd'raft und
Praxis zu festigen: Einerseits die Wissenschaft durch Sammlung alter „Bauernweisheiten“ („l‘flistus
ist Christus“) anzuregen und zu befürchten, vor allem aber auch der Praxis durch Gedanken-
austausch innerhalb ihrer selbst, sowie durch Veröffentlichungen der Wissenschaft und der Versuchs:
ringe diese alten, fast vergessenen Wahrheiten in neuer Durchdringung und Erweiterung auf natur:
wissenschaftlida:biologisdter Grundlage ins Gedächtnis zurückzurufen. Daß heute fiir ein sold1es
Vorgehen gerade der richtige Zeitpunkt ist, dürfte klar sein: einerseits geht die Gedankenrichtung
der landwirtschaftlichen Praxis — bestärkt durch die Not
— unzweifelhaft mehr und mehr auf
diesem Wege, andererseits fehlt es doch noch an der zum vollkommenen Erwachen nötigen Durch—:
schlagskraft wenigstens in weiten Kreisen. Diesen Zustand der „Dämmerung“ nach Möglidi:
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keit abzukürzen und zu wachsender Klarheit zu führen, ist m. E. heute eine der widitigsten »—
wenn
nicht überhaupt die wichtigste Aufgaben der Führer der Landwirtschaft. Denn hier handelt es
f<

Sidi um die meist kostenlose oder doch billige Erschließung wirtschaftseigener, bisher
unvollkomm en genutzter Werte. Daß hierbei der Presse als Mittlerin jeden Fortschritts eine
besonders wichtige Aufgabe zufällt, brauche ich nidit zu betonen.“
Freiherr von Harsdorf gibt dann noch interessante \Winke, wie sid1 das notwendige Streben
praktisch ausleben könnte.

Man kann nur bestätigen: \Was hier als öffentlicher Ruf laut wird, kommt in der Tat „einem
weitgehenden ausgesprochenen und unausgesprodqenen Bedürfnis der landwirtschaftlid'ten Praxis“


entgegen. Es lebt als Stimmung in den meisten Gegenden. Es-wird landauf, landab von ein:
zelnen, oft gerade ganz modernen Landwirten ausgesprochen freilich oft zaghaft, weil ohne
Echo, weil ohne Führer.
, Sdtwere praktische Fehlsdiläge der Landwirtsdaaft haben bei ihrer wissenschaftlidten Be.-
arbeitung zu der Erkenntnis geführt, daß die künstliche Düngung, so wie sie eben im allgemeinen
benutzt wurde, zur Bodenversauerung geführt hat. Man erkennt, daß die gewaltige Hubleistung,
wele€ Mengenerträge hervorgebradit hat, einen Rückstoß‚in den Boden und damit in die Be:
triebe hinein ausgeübt hat, der sich nun als Mangel an natürlicher Bodengare und als Bodens'a'ure
mit ihren zahlreichen krankhaften Begleiterscheinungen auswirkt.
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Man betrachtet die Leistungen der’ mineralischen Kunstdünger vielfach nur mehr als eine Erzeugnissen vielfach von vornherein ausgesdtlossen. Wo aber ausländisrhe Produkte Mängel
Anfangswirkung von kurzer 'ge3diiditlid'ier Zeitdauer. Diese verblüffende Anfangswirkung ist ver.- der inneren Qualität “aufweisen, da versteht man nidit diesen Mangel im Konkurrenzkampf durch
ständlich. Nur ein Teil der Wirkung der Kunstdiinger beruht auf dem unmittelbaren stoftlichen positive Schöpfungen auszunützen.
Aufbau der Pflanzen. Einen anderen Teil ihrer Wirkung betrachtet man wie‘folgt: Die Kunst.- Selbst was die äußere Qualität anbetrifft, so haben viele Kreise bei uns keinen weiteren
dünger töten jeweils einen Teil der Lebewesen im Boden ab. Die abgetöteten Lebewesen stehen Ehrgeiz, als die Auslandsware möglidi$t vollkommen nadizuahmen. Worauf es ankäme, wäre,
bei ihrer Verwesung als leicht aufnehmbare Nahrung den Pflanzen zur Verfügung. Mit den daß man etwas Besseres, etwas Besonderes, womöglidi etwas unvergleichlid1es anzubieten habe
tierischen und pflanzlichen Düngern arbeitet man diesem Vorgang einigermaßen entgegen. Kommt und anzubieten verstünde. Um hier etwas voranzubringen ist eine vertiefte Qualitätsauffassung
man aber mit der künstlichen Düngung ins Übergewicht, so tritt langsam aber sicher der Ruin des von nöten,
Bodens ein. Man zehrt dann das Kapital an Leben im Boden auf, man vernichtet stufenweise Und wiederum handelt es sich da nicht nur um eine Frage der deutschen Landwirtschaft und
das natürlid1e Edaphon. In extremen Fällen ist das besonders deutlich geworden. Gärtnerei in Punkte Wirtsdiaftlichkeit und Geschäftsehre, nidit nur handelt es sich um eine Frage
.Deshalb der mannigfaltige Ruf nach Düngern pflanzlicher und tierischer Herkunft, zugleid'i nach volkswirtsdtaftlich haltbaren Zuständen, an weld"ien die ganze Nation und vermöge der all:
der Ruf nach bester Mistpflege, nach bester Ausnützung, nach gedanklicher und experimenteller seitigen wirtschaftlichen Verknüpfung wohlverstandenerweise die gesamte Kulturmensdtheit ihren Anteil
Bearbeitung aller jener meist bäuerlichen praktischen Kenntnisse, die man früher auf diesem Ge:
biete besessen hatl ,
hat —
sondern es handelt sich gleichzeitig um eine Frage der Volksgesundheit, der Volksleistungs:
fähigkeit im höd‘isten mensdiheitlichen Sinne. _
Die grundlegende Düngungsfrage ist nicht nur eine Frage des Landwirts und der dauernden Denn es ist ja klar, daß alle Sdiäden der Qualität der Nahrungsmittel sich übertragen müssen
Wirtschaftlichkeit seiner Betriebe. Da von der Düngung Gesundheit und Tragkraft des Bodens auf die Volksgesundheit: Das Menschengeschlecht ist ia im Punkte der Ernährung nidit abgeÄ
abhängt, so ist die Frage nach der Qualität der Düngung zugleich Volksangelegenheit, ja allgemeine sondert von dem grünen Flor seiner Felder und Gärten, nicht abgesondert von den Tieren, die
Menschheits:Angelegenheit l das Land beweiden, selbst wenn es großenteils in den Städten ohne Kenntnis der Bedingungen
Inwiefern wirkt die Düngung auf die Qualität der Produktionsgrundlage, des Bodens? Diese des Landbaues lebt.
Frage ist heute eine öffentliche geworden. Zu ihr aber gesellt sich eine zweite Frage in der Öffent: Das Mensdiengesmledit wächst durch Vermittlung der Ernährung mit auf den Böden, die
lichkeit: Inwiefern wirkt die Düngung auf die Qualität der Produkte? allmählidi versauern, wädist mit auf den Halmen, die ein verknöchertes, nicht badcfähiges Korn
Eine Reihe von Nadirichten in Tageszeitungen und Fachzeitschriften, welche sich bald für, bald liefern, wächst mit auf krebsigen Bäumen, die witterungsempfindliche Früchte liefern, hängt an den
gegen bestimmte Düngungsarten wegen der Qualitätseinflüsse aussprechen, zeigen, daß auch diese erkrankenden Eutem dahinsiedtender Tiere. ‘

Frage eine weit verbreitete ist. In besonderer Stärke wurde sie aufgeworfen in Müllers Deutsdier Schaut man auf den Stand unserer Volksgesundheit, so nimmt man ein doppeltes Bild wahr.
Gärtner:Zeitung im Juni und Juli des vergangenen Jahres. Was dort in längerer schriftlirhe'r Auf der einen Seite ist es gelungen, eine Reihe von schweren Volksseuchen mit Erfolg einzudämmen
Aussprache zutage gefördert wurde, kann bei aller Bedeutung doch nur als Anregung gewertet oder ganz auszuschalten. Auf der anderen Seite aber ist eine Reihe von Massenkrankheiten auf:
werden. Es sind noch keine Kenntnisse vorgebracht, die eine voll durchschaute Urteilsbildung er: getreten, die trotz heftiger Gegenarbeit sich zum Teil noch in weiterer Ausbreitung befinden. Teils
lauben würden. ..Uberall taucht das Eingeständnis auf, daß man sich um diese Frage bisher kaum
handelt es sich um anstedcende Krankheiten, von denen man aber weiß, daß nidit die Bazillen:
«

gekümmert hat, daß keine genügenden Arbeiten darüber vorliegen. Keimhaft liegen Angaben ubertragung, sondern konstitutionelle Schwächung das Entsdieidende fiir das Auftreten bedeutet, wie
vor, daß Salze der künstlichen Düngung den natürlidaen Aschengehalt der Kulturpflanzen radikal z. B. bei der Tuberkulose, Teils handelt es sich um nicht ansteckende Krankheiten, die sich im
verändern können, sogar von der basischen bis in die saure Reaktion, daß die organischen Ver: Stoffwedisel auswirken wie bei Krebs, Zuckerkrankheit, Kropf, Gicht und verwandten Säure:
bindungen der Pflanzen unkontrolliert beeinflußt werden, daß überhaupt Düngesalze in gewissem krankheiten, Arterienverkalkung und sonstige vorzeitige Altersersdieinungen. Das Maß der offen:
blaße unverändert in den Organismus der Pflanzen eindringen, darinnen verweilen und schließ: kündigen Krankheiten dieser Art ist aber ein Maß dafür, daß in noch weit größerem Umfange
lich zum Genuß von Mensch und Tier gelangen können. Diesen Äußerungen über qualitative Unpäßlidikeit und mangelnde Vollkraft im Volk Platz gegriffen hat
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ein Gesichtspunkt, den
Schädigungen durch die Kunstdünger stellen sich Angaben über qualitative Schädigungen durch man sich nur selten klar macht.
die natürlichen Dünger gegenüber. Es wird aufmerksam gemacht, daß rohe Düngersäfte in etwas „ Man kann. sich darüber einig sein, daß ein Teil dieser Erkrankungen durch die gesamten
unerklärter Weise unverarbeitet in die Pflanzen eindringen können, daß sie Geschrnadc und Ge: Änderungen des Volkslebens, durch verkehrte Erziehung, durch verkehrte Vergnügungen, durch ’

ruch, Genußwert und Haltbarkeit in nachteiliger Art verändern können, _ja daß gelegentlich eine Uberbeanspruchung durch die moderne Zivilisation hervorgerufen werden. Dann weiß man aber
ungeordnete Verwendung der organischen Düngemittel viel rascher auffällige Schäden zutage fördern anderseits erst recht, daß es gerade bei dieser Sachlage darauf ankäme, von der Ernährungsseite
kann, als das bei einer halbwegs geordneten Anwendung künstlicher Dünger der Fall ist. Es ist aus soviel wie möglich
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wie durch eine ständige Arznei
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diese Sdiäden auszugleichen, auf


nicht nur die Aufklärung einschlägiger Kunstdüngerwirkungen aufgerollt, sondern mit Recht gleich: jeden Fall aber alles zu vermeiden, was geeignet ist von der Ernährungsseite aus die Lage des
zeitig die gediegene Verwendung der natürlidaen Dünger, also die Frage nach der Düngerptlege heutigen Kulturmenschen noch in Frage zu stellen.
und Vorverarbeitung. ,
"
Tausende von Menschen bestreben sich heute von der Ernährung aus ihre Gesundheit zu
Auch anderwärts, wo der Zusammenhang zwischen Düngung und Qualität aufgerollt wird, fordern. Teils tun sie es aus voraussdtauender Einsicht und idealem Streben, teils tun sie es ge:
findet man entweder nur eine akademische Antwort oder eine Antwort aus einem einzigen Ge: zwungen durch sd1were Krankheit. „Diät“ ist der Ruf auf diesem Gebiete. Man kann dieses
sichtswinkel der Praxis. Dabei handelt es sich um eine Lebensfrage, die der vielseitigen schöp: Wort wegen des jetzigen häufigen Gebrauchs als Schlagwort empfinden —«
man wird sich aber
ferisdaen Behandlung bedürfte. Gewiß ist die Frage nach der Qualität der landwirtsdmftlic'nen ‚bei näherem Zusehen doch klar, daß, es sich hier im Ganzen nicht um eine wissenschaftliche Mode
und gärtnerischen Erzeugnisse in den letzten Jahren plötzlich immer stärker erörtert worden

aus handelt, die sdalagwortartig künstlich in die Welt lanziert wird, sondern daß dieses ganze Diät:
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dem Konkurrenzkampf heraus. Ausländische Produkte, wie beispielsweise Weizen und Obst Streben aus ernster Krankheitsnot herausgeboren ist.
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sie überfluten den deutschen Markt. Die fremden Länder handeln ihre Produkte meist nadi einem Aber alles Diätstreben bleibt natürlidi wie unterhöhlt‚ solange nidit vom Grund aus einwand:
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Qualitäts:Standard. Wer ihnen gesdiäftlich gleichkommen will, muß sich mindestens bemühen, freie Nahrungsmittel durch den Landbau zur Verfügung gestellt werden.
diesen Standard einzuhalten. Man hat somit heute offen vor sich ein Dreifaches:
Nun ist der Qualitäts:Standard der fremden Länder meist als Aufputz, als Aufmachung, als Das Bedürfnis der Landwirtsd1aft nach lebensgem'a'ßen Wirtschaftsverfahren.
technische Verarbeitbarkeit, also in einer ziemlich äußerlidien Weise aufgefaßt. Warum? Weil
die Ausländer an die innere Qualität vielfach gar nicht zu denken braudien. Sie stehen vielfach Die vielgestaltigeFrage nach der Qualität der landwirtsdhaftlichen und gärtnerischen Er:
zeugmsse unter dem Einfluß verschiedener Düngung und sonstiger Kulturmaßnahmen.
erst am Anfang moderner Raubbau:Methoden oder produzieren überhaupt unter primitiven Ver.-
hältnissen, wo Düngung und dergleichen dank den Naturumständen eine geringe Rolle spielen. Den Notschrei der menschlichen Gesundheit nach gediegenster Ernährung.
In Deutschland wird dieser. Punkt selten erkannt. Man weiß nicht klar, welche Mängel bei der Solange in den abgelaufenen Jahrzehnten noch kein ernstes Bedürfnis empfunden wurde,
Produktion der äußeren Qualität durch irrtümliche Düngung und übermäßige Treibmethoden aller noch keine Frage laut wurde, noch kein Notsdarei wachrief: da war es Nacht. Nun aber dämmert
Art hervorgerufen werden, zu welchen man sich vielfach gezwungen fühlt. Man sieht audi nid1t es schon. Es zeigt sich das erste Regen der Frühe.
klar, daß es unter Umständen möglid1 ist, die äußere Qualität zu befriedigen, daß aber trotzdem
die innere Qualität noch höchst bedenkliche Mängel aufweisen kann. Solche sind bei ausländischen Das
Gros der Landwirtsdraftswissenschaft ist bereits abgerüdct von der rein diemischen Auf.-
fassung ihrer Betreffe. Und es liegt schon ein gewaltiges Maß von erfreulichsten Arbeiten in
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biologischer Richtung vor. Namentlich die Lehre von den Kleinlebewesen findet immer weitere in der Nadrkriegszeit grundlegende Anregungen auf wissenschaftlian und praktischen Gebieten
Bearbeitung und im Zusammenhang damit insbesondere das Leben im Ackerboden. Das kam der Lebenskunde in schier unübersehbarer Fülle hinstellen und deren Ausarbeitung zum Teil selbst
in starker Weise zum Ausdrudc bei zahlreichen Programmreden der letzten Jahre. Die Humus: leiten. Es entstand damals eine Reihe von Werken seiner Sdiülcr Dr. G. Wachsmuth, Dr.
Theorie Thaer’s wurde von sehr namhaften Männern als wieder auferstanden bezeichnet durch die J. Wegmann, L. Kolisko und anderen über die ätherischen Bildekräfte, über niedizinisdqe Ge:
Forschung über die.Bedeutung der Bodenkohlensäure und der Kleinlebewesen im Ackerboden. biete, über die naturwissenschaftliche Begründung homöopatischer Anschauungen, über die Tatsadien
In die Frage nach der Qualität der Ernährung sind mit der Vitaminlehre viele wichtige biologische der Gestirnseinftüsse und vieles mehr.
Richtlinien eingezogen, welche von Kunstprodukten, die aus chemischer Auffassung heraus ent: In dieser Zeit wandten sich nun Landwirte, Gärtner und,\Vissenschafter an Dr. Rudolf
standen, hinwegführen. Steiner mit der Bitte, ihnen für ihre landwirtschaftlidre Arbeit Hilfe zuteil werden zu lassen. Es
Man ist eben in vielen Punkten auf die Grenze gestoßen, wo die Natur rief: Bis hierher war ja zu erwarten, daß aus den grundlegend neuen Anschauungeri über das Wesen des Lebendigen
und nicht weiterl Wenn gleich man Sidi von manchen Seiten bemüht, diese Grenze mit Gewalt: auch für die Pflege des Leberidigen in Landwirtschaft und Gärtnerei wertvollstes in biologischer
mitteln zu verletzen, so ist man doch von vielen Seiten schon dazu gekommen, Rücksidtt auf Richtung erfließen würde. Dr. R. Steiner, der bereits eine übermenschlidae Arbeitslast auf sid1 ge:
diese Grenze zu nehmen. nommen hatte, kam erst nach mehrjährigem Drängen den Bitten nach. Er hielt als Gast des
Das Dämmerungszeitalter ist gekennzeidanet durch beginnende Rücksith auf das edate Leben Grafen Carl von Keyserlingk zu Koberwitz bei Breslau zu Pfingsten 1924 einen landwirtschaft:
lichen Kurs mit 8 Vorträgen Lind mit Aussprachen ab. '
in seinen mannigfaltigen Formen. Aber man nimmt auch nodi andere Rücksichten. Man bricht
nicht gerne vollständig mit den Jugend:Idcalen chemisch:physikalischer Naturbeherrschung, wie In diesem Kurs war es als Erstes nötig, die Landwirte herauszureißen aus gewissen ein:
man sie ehedem eingesogen hat. Man stellt sich vor allem nicht gerne gegen die eigene vielfach gefleischten Denkgewohnheiten
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nämlich wie gebannt hinzuschauen auf das Bodenstückchen, in


riesenhafte Arbeitsleistung, die man in der Vergangenheit aufgewendet hat. Man fühlt sich häufig dem eine Pflanze wächst, insbesondere auf den Nährstotfvorrat, der da für ihre Wurzeln erreich:
verantwortlich für die Vergangenheit, anstatt sie freudig zu Grabe zu tragen und Sidi fürs Wer: bar ist. Dr. R. Steiner wies auf Wadistumsfaktoren aus Weltweiten hin. Er sprach von Ge:
dende und für die Zukunft stärker verantwortlich zu fühlen. Man setzt eine falsch aufgefaßtz stirnseinflüssen an Hand von naturwissenschaftlichen Beispielen, gab an, daß sich an Quantität wie
Ehre in die Verteidigung gegenwärtiger und vergangener Arbeitsweisen. blau lebt in wirtschaft: Qualität der Ernten wesentliches durch eine Gestirnsbeachtung erzielen läßt und forderte auf, daß
licher Verknüpfung, in finanzieller Abhängigkeit, die einem das allzufreie Vorwärtsschreiten zu man diesem ganzen Forschungsgebiete eine neue wissenschaftliche und praktische Bearbeitufig an:
verbieten scheinen. '

gedeihen lasse,
Das Zeitalter der Dämmerung fortschreitender Biologie in den Fragen der Landwirtschaft Da die naturwissenschaftlichen Tatsachen der Gestirnseinflüsse auf die Lebewelt selbstver:
ist somit ein Zeitalter einer vielseitigen Rüd<sichtnahme. Bis in die Gedankenführung hinein wirkt ständlich nur zum geringsten Teil aus dem sichtbaren Licht und aus den fühlbaren Wärmestrahlen
sich diese aus. Sie verhindert, daß die Ideen gefunden werden, welche die volle Leistungsfähigkeit erklärt werden können, sondern in der Kenntnis unsid1tbarer Strahlungen ihre Begründung finden,
reiner Wahren Lebensberücksichtigung klarstellen. Deshalb bleiben Zweifel und diese bewirken so war mit dem Hinweis auf die Gestirnswirkungen die Bahn frei gemacht für eine ausgedehnte

gar
Zaudern. Es geschieht nichts Entsd1iedenes. Lehre von natürlichen, unsichtbaren Strahlungen. Der ätherisch:geistige Chemiker und Baumeister
Inzwischen welkt die Landwirtschaft dahiri. Sie produziert zu teuer und wird ihre Erzeugnisse in der Pflanze macht sid'r nicht nur die sichtbaren Lichtstrahlungen der Sonne für seinen Kraft:
nicht los. Die Jugend und Arbeiterschaft läuft vom Lande davon. Die Konkürse nehmen zu. zustand und für seine Aufbauarbeit zunutze, sondern auch die unsid'rtbaren Strahlungen. Nicht
Die Bodenschäden erfordern nicht vorausgesehenen Zukauf von Ausgleichsmitteln, die vermehrten zu jeder beliebigen Zeit und unter allen Umständen wirken diese Strahlungen, sondern die Kraft:
Pflanzenkrankheiten erfordern Zukauf von chemischen Giften. Das gestörte biologische Gleida: Zufuhr wird den Organismen nur unter bestimmten Verhältnissen zuteil. Man kann die gesamten
gewicht zwischen den Kulturen bringt tierische Schädlinge ins Uberniaß. Die mangelnde natürlidie lebenswirksamen unsichtbaren Naturstrahlungen in zwei große Hauptgruppen einteilen: In die Gruppe


Bodengare ruft nach erhöhter nia5daineller Bearbeitung. Die dironi5ch gewordenen Viehseuchen der kosmischen Kräfte, die im Pflanzenleben hauptsädolidt echte innere Nährkraft, Haltbarkeit, Ge:
verursachen hohe Kosten bei gleidizeitigen empfindlichen Verlusten zum doppelten Nachteil des schmack und Geruch hervorrufen und in die Gruppe der terrestrisdaen Kräfte, die im Pflanzen:
Landwirts. leben unter anderen gute Formentwicklung, gesunde Uppigkeit und reichlichen Samenansatz bewirken.
'

Es welkt die Landwirtschaft dahin, mit ihr ein Quell der Volkskraft. Man muß normalerweise trachten, beide Kräftegruppen in einem harmonisdien I\/Iaße zur Geltung
Der Keimling eines Baumes wahrhaft biologischer Landwirtsdiaft ist, wie wir sahen, bereits zu bringen. Je nach den Kulturmaßnahmen läßt sich ihr wechselseitiger Einfluß verstärken oder
abschwächen. Durch Wahl der Bodenart, durch manche leicht ausführbare zarte Erdmischung,


vorhanden, aber er muß sich durcharbeiten durch eine ungeheure Last von Widerständen, wie ein richtige \Vahl der Bodenbearbeitung, Art der Bewässerung, Wahl der tierischen und pflanzlichen
Baumschößling zwischen Felsblöd<en. Nicht bloß Rücksichtnahme auf das Leben wäre nötig,
sondern ein entsdaiedenes iVoranschreiten in Richtung echter Lebensfürderung
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schöpferische Dünger hat man die \Virkungsgrade oft auf allereinfachste Weise — praktisch in der Hand.
Immer wieder aus neuen Tiefen ausholend, sowohl wissenschaftlich begründend als praktisdi
Leistungen wären nötig!
ausführend, ging Dr. R. Steiner von dieser Strahlungslehre aus über zu einer Behandlung der
Unter den Landwirten und Gärtnern, die sich in den letzten Jahren in biologischer Richtung Pflanzenkrankheiten, zu Maßnahmen gegen die tierischen Schädlinge, zu Richtlinien für eine Natur:
bemühen, ging eine Anzahl einen besonderen Weg. Obwohl sie zunächst untereinander in keinem
Zusammenhange standen, hatten sie eines gemeinsam. Sie waren in philosophischem Bemühen
pflege als umfassende Erweiterung der heute üblichen Vogelpflege, zu einer Lehre vom harmonisdren
Zusammenwirken der versdaiedensten Naturwesen in. einer Landwirtschaft mit ausgeglichenen
aus den verschiedensten Lagern herauf aus tief mensdalichen seelisch-geistigen Anlässen, vielfach Betriebszweigen, zu einer Pflege der Luftzusammensetzung, zu einer Neuordnung der Fäkaldüngung,
ohne jede praktische Zielsetzung mit den Lehren Dr. Rudolf Steiners, des Begründers der Anthro: zu Anregungen für die Fütterung auf Milch, Mast und Zucht und vielem mehr.
posophie, bekannt geworden. Sie wußten dadurch, daß diesem Manne ungewöhnlich tiefe Einblicke in
viele Naturzusammenhänge zu Gebote standen. Seine geisteswissensdiaftlichen Gedankengänge Das war ein entschiedenes und umfassendes Vorgehen in biologischer Richtung!
können überall in bester Übereinstimmung mit den naturwissenschaftlichen Tatsachen gefunden werden, Im Kern der Ratschläge Dr. Steiners aber stand eine neue Düngerlehre.
mag man die Anschauungen über den Menschen oder über Tiere und Pflanzen ins Auge fassen. Durchschaut man das Wesen der natürlichen Dünger Stallmist, Stalljaudre und Kompost, so
Was das Wesen der Pflanzen anbetrifft, die den Landwirt zunäd-rst interessieren, so wies Dr. erkennt man: Nicht ihr stofflicher Gehalt ist das Entscheidende, audi nicht, daß diese ganze Stofflida:
R. Steiner in zahllosen Abhandlungen darauf hin, daß deren Wesen nidrt beschlossen ist in der keit hauptsächlich in Form organischer Verbindungen vorhanden ist, sondern das Widitigste ist: Es
stofflidten Zusammensetzung und audi nicht in den physikalischen und diemisdaen Gesetzmäßigkeiten sind in ihnen neben den organischen Stoffen noch organisierende Kräfte pflanzlicher und tierischer
ihrer Bildung, sondern daß ein geistiges Prinzip in ihnen wirksam ist, ein innerer Baumeister Natur vorhanden.
ätherischer Natur, der über eine gewisse Summe von Bildekräften verfügt und damit seine Aufbau.- . Die Pflanzen, welche lebendige Dünger in vernünftiger Weise erhalten, ziehen aus denselben
leistungen tedmisdter, chemisdier und künstlerischer Art vollzieht. nicht nur Stoffzufuhr, sondern vor allem auch organisierende Kräfte, eine Stärkung ihrer Konstitution,
ihrer inneren Kräfteverfassung. Die Pflanzen, die solchermaßen unter Zufuhr von lebendigen Bilde.-
Was hier in diesen Worten nur allzuflüchtig angedeutet werden kann, das ist im Lehr.-
schatze Rudolf Steiners als klare, sorgfältig abgeleitete, übersidttliche Darstellung enthalten, zugleich kräften gedüngt werden, vermögen sich zu allen Wachstumsfaktoren im Boden, in der Luft, im
mit Anleitungen zur eigenen stufenweisen Erkenntnis und zur wissensd'taftlichen Bearbeitung des
ganzen Gebietes. Das volle Drinnenstehen in der Wissenschaft vom tieferen Wesen des Lebendigen
3idqtlärfin_lfdite‚
er *a rs.
in den unsichtbaren Strahlungen günstiger zu verhalten als das bei bloßer Stoffzufuhr

Einer solchen Einsicht gegenüber ist es selbstverständlich, daß man nach der Anwendung eines

ermöglidrte Dr. Rudolf Steiner eine echte pädagogische Führerhaltung. Dadurch konnte er namentlich
dem Eigenfutterbau, wodurch audi Menge und Qualität des natürlichen Dün ers ere elt wurde
entsprechenden Maßes natürlicher Dünger strebt und alle konstitutionellen Schädigungen der Pflanzen
und des Bodenlebens durch ungeeignete Düngungsarten zu vermeiden trachtet. Es leuditet aber
in
ging
dem Maße, alsgsidi die Vorteile eines soldien Vorgehens zeigten und
man wirt5chaftßdi äuswirktenl
an sonstige biologische Maßnahmen. Bei deren Ausgestaltung und Vertiefung konnte
naturlich in der Zeitspanne seit 1924 kein Ideal hingestellt werden.
darüber hinaus ein, daß ein entsdreidendes Vorwärtskommen ermöglicht ist, wenn man nach Ver.—
stärkung der Kräfte der natürlidiien Dünger, nach Aufbesserung ihres Gehaltes an lebendigen
ätherischen Bildekräften trad12et.
. Nun kommt es aber heute in der Landwirtsdiaft weniger auf die rasd1e Verwirklichung
irgend einesimIdeals an, als auf eine rasche Wendung zum Besseren hin. Und diese trat ein.
Wie kann man das? Es ist unsdiwer zu erkennen, daß die Natur selbst in manchen ihrer Sie beruht Wesentlidien auf folgenden Ergebnissen, die in diesen einführenden Zeilen nur in
Stoffe ein ungewöhnliches Maß besonderer Bildekräfte sammelt. Diese Stoffe vermögen dann bei aller Kürze wiedergegeben sein können:
Unter der Wirkung der Dün erzusätze tritt eine sehr ünsti e

geringer Menge und in unmittelbarer Herkunft aus dem Pflanzen: und Tierreidi eine hohe Lebens:
'
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wirksamkeit auszuüben. Eine solche Ansammlung von Bildekräften besonderer Lebenswirksamkeit


vollzieht die Natur in einer Reihe von Heilpflanzen. Meist sind es einseitig gerichtete Kräfte, die
wesentlicher Steigerung des
Bakteriängehaltes ein. g g Rene des Shllnllsieö Llfif€l
Durch Forderung der Bodenlebewelt zeigen sich sichtlidte Fortschritte in Richtung auf natürliche
da bei einzelnen Heilpflanzen in bestimmten Teilen aufgespeichert sind. Nimmt man nun eine
harmonische, wohldurdidadite Auswahl solcher Pflanzen und unterwirft dieselben einer sehr sorgfältigen
Bodeiigare, 7Cli€SlCh stellenweise schon bei der Bodenbearbeitung vorteilhaft erleiditernd auswirkt.
. Bei den als Stickstoffsammler und Futterpflanzen landwirtsdiaftlich vielseitig wichtigen Legu:
Kompostierung, so hat man in dern Kompost hernadi ein großes Maß lebenswirksamer Bildekräfte mmosen wurden erheblidie Steigerungen der Mengenerträgnisse und Qualitäten beobaditet.
in lockerer Bindung. Setzt man nun einen solchen Kompost den natürlichen Düngern zu, so werden
deren organisierende Kräfte vermehrt und aufgebessert urn die Bildekräfte der betreffenden Pflanzen. Die Qualität sonstiger Kulturgewädise erfährt eine beachtenswerte Förderung, während die
Einer Pflanze, die dann mit soldtem zubereiteten Dünger versehen wird, stehen für ihre Auf: Mengenertragnßse gleidizeitig sehr befriedigend sind. Insbesondere wurden in mehrjähriger Arbeit
bauarbeit nidtt nur die Strahlungskräfte und sonstigen Kräfte ihrer Umgebung, audi nicht nur die ganz unerwartete Ergebnisse in Würzigkeit, Aroma und Haltbarkeit einiger wichtioer Gemüse
und Fruchte, wie Bohnen. Spargel, Tomaten und Erdbeeren erzielt. °
Kräfte der natürlichen Dünger, sondern audi die besonderen Kräfte und Fähigkeiten der angewendeten
Heilpflanzen zur Verfügung. Es stehen ihr nach Bedarf die Spezialfähigkeiten der betreffenden Angesrchts der Billigkeit der biologisch:dynamisd1en Methoden wurde eine Senkung der
Heilpflanzen bei. Als solche werden gebraudrt: Sdiafgarbe, Kamille, Brennessel, Löwetizahn, Produktion$koSten erzielt.
zeugni$5e begrundet sind.
Beim Absatz aber ergaben sich Vorteile, die in der Qualität
de?
Diese zweifache wirtsdiaftlidie Auswirkung greift natürlich in die
Er:
Eidienrinde und Baldrian. finanzielle Lage gesundend ein. ’

Die Aufbesserung der natürlichen Düngemittel Stallmist, Stalljauche und Kompost durch
Düngerzusätze ist der erste Absdinitt einer Düngung, welche nicht nur biologisch, sondern unter Selbstredend sind von allen Seiten aus chemischer Einstellung heraus Bedenken wegen Ver.-
arniung der Boden bei der neuen Wirtsdmftsweise geäußert worden. Diese haben sich bisher
Beriidcsidfligung der Kräfte (griechisd1 dynamis:Kraft) arbeitet. Deshalb kann diese Düngung
biologisch:dynamisdr genannt werden. praktisch als vollkommen gegenstandslos erwiesen. Gleichzeitig mit dem praktischen Vorgehen
Bei der erwähnten Kompostierung von Pflanzen bleiben die kosmischen und terrestrischen einsetzende wissensd1aftlidae Arbeiten haben Unterlagen dafür geliefert, daß solche audi in Zukunft
Strahlungen, deren Beachtung und Benützung Dr. P. Steiner lehrte, nicht ohne Einfluß. Soldie menschlicher
allgemem
Voraussicht nadi nidit eintreten werden. Um dem außerhalb des Versudisringes
vorhandenen Bedürfnis gerecht zu werden, ist versudit worden, wenigstens einen Bruch:
Strahlungen speichern sich an den Komposten bei geeignetem Vorgehen und vermehren deren teil dieser wissenschaftlid1en Arbeiten schon heute zu veröffentlidien.
Wirksamkeit.
Man kann diese Strahlungen noch auf eine weitere Art nutzbar madien. Man kann die Der „Versuchsring anthroposophisd1er Landwirte“ hat sich bemüht, möglid’13t lange eine
vollig interne Arbeit zu leisten. Aber bei der Natur der landwirtschaftlid1en Arbeit war es bald
kosmischen Strahlungen an Quarzniehl speichern; man kann die terrestrischen Strahlungen an
reinem Kuhmist speichern. Man denke vergleidasweise an die Speicherung des elektrisdten Stromes. unverrneidhdi,daß Freunde, Nadibarn und Arbeiterschaft die neue Wirtsd'iaftswei3e wahrnahmen
und SlCl'l erkundigten. Ihnen die Auskunft dauernd zu verweigern wäre ein Unding gewesen.
Bei dessen Speicherung handelt es sich darum, einen Akkumulator in den unsidttbaren Strom
einzuschalten und allmählich aufzuladen, wonach er dann seine Ladung wieder abgeben kann um
Dr. P.Steiner hat die von ihm gesd1affene Arbeitsweise nicht nur fiir einen kleinen Kreis
Licht zu erzeugen oder eine Kraftmaschine zu treiben. So ähnlich handelt es sich hier darum. von
Landwirten
methode
bestimmt, sondern letzten Endes für jeden Landwirt, der an einer soldien Wirtschafts:
ein ernstes sachliches Interesse findet. Selbstredend ist auch die Auskunft über die
das Quarzmehl und den reinen Kuhrnist in geeigneter Weise den frei wallenden kosmisdren und
terrestrisd1en Kräfteströmungen auszusetzen. Als Gefäße eignen sich dabei nicht solche aus Glas biolog1$di:dynamisdie Wirtschaftsweise eine rein fadimännische Angelegenheit und ist in keiner
oder Metall, sondern es sind solche aus Horn nötig, die ähnlich wie Brennspiegel geformt sind. Hinsicht an eine Zustimmung oder an ein Bekenntnis zur Anthroposophie als Weltansdiauiing
geknupft. Der Versud15ring anthroposophischer Landwirte ist seit den ersten Fragen, die an ihn
Man nimmt einfach Kuhhörner. Nad1dem man in länger dauernder Aufladung die entspredienden
Kräfte aufgesamrnelt hat, überträgt man dieselben durch sorgfältiges Verriihren des Quarzmehles herangebracht werden sind, bemüht gewesen, solche Mittel und Wege für die Auskünfte zu finden
und des reinen Kuhmistes auf Wasser und bereitet dadurch Spritzmittel. Das Spritzniittel aus Anschluß
daß sich Jeder sogar an seine eigene rein fachlidi landwirtschaftliche Qrdanisation erübrigt,
wenn man von„semen Erfahrungen das Notwendige benützen will. Er hat in vebrsmiedenen
Kuhrnist wird auf einfadi3te Art auf das nackte Erdreich ausgesprengt, das Spritzmittel aus Quarz: Teileri
mehl auf die grünen Pflanzenteile in dern Wachstumsabschnitt, wo sich die Kulturen anschicken von Deutschlandsfur Auskunftsstellen gesorgt, die den Landwirten mit ernstetn Interesse ermöglichen
der vorwiegenden Blattbildung ins Früchten iiberzugehen.
sich selbst der
mit neuen Arbeitsweise vertraut zu machen. Diese Auskunftsstellen vermitteln
Dieser zweite Abschnitt der biologisda=dynamisdren Düngung hat ebenfalls für gewöhnlich die auch Dungerzusatze und Spritzmittel von den herstellenden Landwirten, bei denen sich dieselben
Verwendung der natürlichen Düngemittel zur Grundlage. bereits bewahrthaben. Dadurch bleibt die Herstellung dieser Hilfsmittel in den entsprechend vor:
Daß das Verständnis dieser ganzen neuen Wirtschaftsweise den Kursteilnehmem anfangs gebildeten fachmännischen Händen ohne eine Ausbeutungsgefahr für die Landwirte.
viele S&wierigkeiten trotz aller Vorkenntnisse bereitete, war nicht zu verwundern. Aber handelte
es sich hier um Dinge, die man bloß gedanklidi wissenschaftlich bis zur Zermiirbung wälzt? —
Nein; es handelte sich um Dinge für die Praxis, deren Bewährung nicht nur gedanklich, sondern
. Ein Mittel_zur Befriedigung des fachmännischen iind sonstigen öffentlidien Interesses an der
biologrsch:dynamischen Wirtschaftsweise frei von Weltanschauungs:Beeinflussung soll auch die vor-
liegende Zeitschrift sein.
}

Es kann Sidi für den „Versudisring anthroposophischer Landwirte“ nidit darum handeln
_
vor allem aus den tatsächlid1en Wachstumsersdreinungen erkannt werden konnte, es handelte sich die ganze vertiefungsfähige Ausarbeitung und die Auswirkungen der biologisrh:dynarnischen
um Erfahrungswissenschaft. Was Dr. R. Steiner in wenigen charakteristischen Beispielen schon Wirt-:
vor dem Koberwitzer Kurs selbst praktisch erprobt hatte, das wurde nun von den anwesenden schaftswerse selbst
einen
aussdiließlich in der Hand behalten zu wollen. Er will mit dieser Zeitsdirift
Beitrag leisten zu den großen Fragen einer biologisd'ien Wirtsd1aftsweise. Er will das
Landwirten in die Praxis und zur experimentellen und sonstigen wissensdiaftlichen Bearbeitung
übernommen. Es bildete sich aus einer großen Zahl von Kursteilnehmern ein Versuchsring anthro:
was er selbst als Antwort auf die heutigen Fragen der Landwirtschaft, des Qualitätsbemühend
posophischer Landwirte.
und des Diatstrebens in den Schoß gelegt erhalten hat, nicht hinter dem Berge halten nachdem
es nun einmal heute zu öffentlichen Fragen geworden ist. ’
Die selbstverständlid1en Erfordernisse und Bedingungen der Praxis brachten es mit sich, daß
die Landwirte des Versuchsringes nicht an allen Ecken und Enden ihrer Betriebe umzustellen be.- _ Viele werden das, was hier gesagt ist, teilweise unbegründet und unwissenschaftlich finden.
gannen, sondern daß sie sich erst im großen ganzen einmal mit den ungewohnten Kompostierungs:
Diesen rnuß man zurufen, daß die Tatsachen der Landwirtsdmft nidit erst dann Tatsachen werden
und Speicherungsverfahren, sowie mit der Anwendung der dabei erzielten Diingerzusätze und wenn Sie
Literatur geworden sind und aufgefangen sind im Schema heutiger Darstellungsweisé
sondern daß Sie Tatsachen schon sind, wenn sie auf dem Felde geschaffen sind. Die Schrift des
Spritzmittel vertraut machten. Hierauf wurde systematisch die Umstellung der Felder auf die neue
Düngungsart begonnen, Alsbald gesellte sich dazu eine Neuordnung der Viehhaltungen samt
_‚g_

Landwirts ist häufig nur in Ad<'er und Frudit eingeschrieben. Man vergesse diese Originalliteratur
der Landwirtschaft nicht zu sehr.
Wasser absterben, das in kupfcrrien Gefäßen destiliert wurde. Es kann sich dabei
nicht um
einen rein chemischen Vorgang handeln, da das Metall als Stoff bei dem Destrllatronsvorgang
Andere werden sich berufen fühlen, die biologisdi:dynamische Wirtschaftsweise nadizuprüfen. unangetastet bleibt, sondern um Strahlungswirkuhgen, durch welche die Lebensprozesse der
Sie wollen ihr sofort als überlegene Examinatoren gegeniibertreten, nadidem sie auf’s erste mal Mikroorganismen und, wie die weitere Forschung ergeben hat, auch höherer Lebewesen
ge»
gerade knapp erfaßt haben, um was es Sidi vielleid1t handeln könnte. Man kann natürlidr der
biologisch:dynamischen W‘irtsd1aftsweise entgegentreten wie weiland Prokrustes allen denen, die
hemmt werden. Auf dieser oligodynamischcu Wirkung der Metalle baute Krause sem
prak-
tisches Entkeimungsverfahren auf, dessen Durchführung im großen Stil heute im Mittelpunkt
des Weges kamen. Vernünftige Mensdien werden sich erst in die Düngungsweise und gesamte lebhaftcr Erörterungen steht. Krause konstruierte ein aus feinsten Lamellen bestehendes
Silber-
Wirtschaftsweise einarbeiten wollen, ehe sie sich anmaßen, sie beurteilen zu wollen. Allen aber.
die auf solche vernünftige Weise ein eigenes Urteil praktisd1er und wissensd1aftlid1er Natur erringen
sieb, welches das durchfüeßende Wasser völlig steril zu machen vermagu Schon
rührung von wenigen Minuten, von einer Stunde, gibt dem Wasser diese Eigenschaft, die es
Be- emo
wollen und so am öffentlichen Urteil mitschaffen wollen. denen will der obenerwähnte Versuchsring
nach den verfügbaren Kräften die Wege dazu ebnen.
auch nach Entfernung von dem Silber über ein Jahr behält. Ob dieses Verfahren, dessen
Aus»

Möchte das, was hier gewollt ist Sidi vereinen mit der Arbeit aller, die dem biologischen
wertung bei der städtischen Wasserversorgung gewiß etwas sehr Bestechcndcs hat,
wesentliche Wirkungen auf die Organisation der Verbraucher dieses Wassers hat, die sich nicht auch
Gedanken schon bisher bedeutungsvoll vorwärts geholfen haben, die ihn als Sehnsudit in sich
tragen, die wirtschaftlid1 und gesundheitlidt seiner bedürfenl
heute noch schwer über-blicken lassen, soll hier nicht; erörtert werden. Wichtig ist cs,
Augenmerk auf die Tatsache zu richten, daß die Dynamik der Materie hier bereits praktisch
das
Möchte dieses Streben durch Mitarbeit an der Erneuerung des Nährstandes und seiner ausgewertet wird. .
Leistungen fdem ganzen Volke und dem wohlverstandenen Fortschritte der Menschheit zunutze In diesen ganzen Zusammenhang hinein gehört auch der folgende Versuch Ostwalds:
kommenl F. D. Ein Silberstück in eine Bakter‘ienkultur gebracht, bewirkt, daß in seinem unmittelbaren Um—
kreis die Lebewesen absterberi. Um diesen bakterienfrcicn Hof herum entsteht nun eine
Zone vermehrten Lebens. Die Bakterien entwickeln sich hier besonders zahlreich und
kräftig. Es wird da das Phänomen, das wir schon bei der Potenzicruiig zu charakterisiercn
suchten, räumlich anschaulich: Wo die chemische Wirkung des Stoffes aufhört, beginnt die
Kraft und Stoff dynamische. _ _
Damit scheint uns die Naturforschung an einem Wendepunkt zu stehen, wo sm zu einer
Ehreufried Pfeiffer Betrachtungswcisc überzugchcn hat, bei der für das Wachstum der Pflanze nicht nur
physikalischen und chemischen Wirkungen ins Auge gefaßt werden sollten, sondern auch die
die
Bis vor wenigen Jahren war es allgemeine Wissenschaftliche Ueberzeugung, daß bei
den stofflichen Vorgängen in der Natur ausschließlich rein quantitativ chemisch zu erfasscnde kleinsten Entitä.ten und die ausstrahlcndcii dynamischen Kräfte einbezogen werden müssen,
und auch hier sind durch die Forschung des letzten Jahrzehnts die überraschendsteu Resultate
Verhältnisse eine Rolle spielen. Insbesondere versuchte man auch jene Wechselheziehungen, die. zu Tage getreten. Es sei hier auf die, Entdeckung der sogenannten rnitogcnen Strahlung
zwischen der organischen Tätigkeit der Pflanzen und ihrem Nälirbodcn— sich abspielen, auf Grund durch den russischen Forscher Gurwitsch hingewiesen und sein grundlegender Versuch kurz
der rein stofflichen Vorgänge zu verstehen. An dieses durch Maß, Zahl und Gewicht bestimmte skizziert. Guirwitsch ordnete zwei Zwiebeln so gegeneinander an, daß die Vegetationspunkte
Gebiet grenzte ein anderes. das der physikalischen Kräfte — Licht, Wärme, Magnetimus, ElekA an den Spitzen der Wurzeln sich auf wenige Millimeter annähcrten. Er beobachtete nun, daß auf
ti‘izität usw., das ein vollkommen selbstständiges Bereich bildctc. Während man in früheren Jahr— den einander zugekehrtcn Seiten der Wurzeln eine vermehrte Zellteilung auftrat _und schloß
zehnten und Jahrhunderten an eine innere Wechselbezichung zwischen Kraft und Stoff glaubte. auf eine dem Organischen innewohuende Kraft, die imstande ist, die chenstätigkcit in einem
wie sie noch in den Werken der Goetheanistcn, insbesondere bei Preuß in seinem Buche anderen Organismus zu verstärken. Daß es sich hier nicht um chemische Wirkungen handelt,
„Kraft und Stoff“ zum Ausdruck kommt, trat dann ein getrenntes Arbeiten von Physik und etwa nach der Hormonlehre von Haberlandt, erhcllt aus der Tatsache, daß die Wirkung durch
Chemie auf. Erst in der neueren Zeiten beginnen sich wieder dieAnschauuxigen über Materie ein zwischen die beiden Wurzeln geschobenes Quarzglas nicht aufgehoben wird. Diese von
und Kraft miteinander zu verschmelzen. Ein anfänglichcr Schritt waren die Bestrebungen der Gurwitsch und seinen Schülern in jahrelanger Arbeit ausgebaute Entdeckung fand eine wesent
Homöopathie. Sie wurde zunächst belächclt und als Abcrglaubc verschricen, doch hat sie es liche Ergänzung durch die Forschungen Professor Stempells in Münster, der die Wirkung dieser
jetzt zu selbstständigen, anerkannten Lchrstühleu an den Universitäten gebracht. Das Wescn
Organstrahlung auf chemische und physikalische Prozesse nachwies. Er benutzte die Zersetzung
der Homöopathie liegt darin, daß man Heilmittel nicht in wägbaren Substanzmengeu eingibt. des Wasserstoffsuperoxyd als Detektor und fand, daß dieser Prozeß durch die von Zwicbelsohlen—
sondern in außerordentlich hohen Vei‘düiinuugcu, sodaß die Substanz des Heilmittels in der brci und anderen Organismen ausgehenden Strahlen verändert wird, ja, daß sich der Prozeß
Verdünnung garnicht mehr nachweisbar ist. Sie wirkt hier nicht mehr als Stoff, sondern als in unmittelbarer Nähe von lebenden Tieren und Pflanzen anders vollzieht als sonst. Seine so—
Kraft. Eine grundlegende wissenschaftlichc Arbeit über dieses Grenzgebiet, wo chemische eben veröffentlichten Versuche beleuchten das Problem der organischen Strahlung wieder von
Prozesse in dynamisches Kraftwirkon übergeben, ist die von L. Kolisko „ Ueber die Wirksamkeit einer neuen Seite. Er arbeitete mit den sogenannten Liesegang’schen Ringen und konnte bc-
kleinster Entitäten.“*j Es wird in dieser Arbeit gezeigt, wie Voirdünnurigen von Metallsalzcn obachteu, daß sich die Rhytrnenbildung nicht in normaler Weise vollzieht, wenn der frische
die Keirnung und Wachstumscnergie von Pflanzen beeinflussen. Verdünnt man einen Stoff im Brei einer Küchenzwiebel von außen auf sie einwirkt. ‚

Verhältnis 1 zu 10 und so fort, wie es als rhytniisch sich wicderholcnder Vorgang beim Poten— Angesichts aller dieser Tatsachen, die zunächst in einer bunten Fülle nebeneinander
zieren geschieht, so treten zunächst noch Stoffcswirkungen auf, die sich mehr und mehr mit stehen, sieht man sich geriötigt, nach einer zusarnrnenfasseuden Betrachtung dieser strahlenden,
dem Grad der Verdünnung ;ibschwäohcn. Ist die Verdünnung aber so weit fortgeführt. daß
kein Silber oder Kupfer mehr chemisch nachweisbar in dem Wasser enthalten ist. so setzt die Natur gestaltenden Kräfte zu fragen. Sie liegt vor in der Anschauung Rudolf Steiners
eine neue Wirkung auf das Pflanzenwachstum ein, dic als Kraftwirkung angesprochen werden von den ätherischen Bildekräften, wie sie in dem Buche von Dr. Günther Wachsmuth nieder-
muß und die bei jedem Metall in besonderen, gesctzmäßigen Kurven verläuft. Es kann gelegt ist. **)
also durch die Methode des Potenzicrcns eines der Gronzgebiete zwischen Kraft und Stoff Es handelt sich bei dieser Lehre darum, das Augenmerk auf die Kräftekornplexe zu
aufgedeckt werden. Diese grundlegende Arbeit von l.. Kolisko hat inzwischen auch Bestä richten, die verursachend hinter den physikalischen Vorgängen stehen und auf dieselben
organisiercnd wirken. Die Beobachtung des Spektrums zeigt, daß außer dem stofflichen sicht-
tigungcn von anderer wissenschaftlicher Seite erfahren.
baren Bereich von rot bis violett noch eine Sphäre reiner Strahlungswirkungcn existiert, die
Ein ganz anderes Gebiet, das bereits bis zur technischen Anwendung geführt hat, ist gemeiniglich unter den Bezeichnungen der ultrarotcii (WVärmestrahluug) und der ultravioletten
*

das der oligo-dynamischen Wirksamkeit der Metalle. Die einfache Beobachtung, daß sich ab— vor allem chemisch wirksamen Strahlung — bekannt sind. Ganz im äußersten Ultraviolett
geschnittene Blumen länger halten. wenn man ein Kupferstück in das Wasser legt, führte zur sind eine Reihe von Wirkungen beobachtet worden mit spezifisch lebensförderndcr — wie die
nächst an die. Tatsache heran, daß die Anwesenheit von Kupfer den Fäulnisprozeß aufzu—
halten vermag. Von hier aus öffnctc sich der Weg in ein heute sehr ernst genommenes *) L. Kolisho: Physiol. und physik. Nad1meis der Wirksamkeit kleinster Entitäiten.
wissenschaftliches Spezialgebiet: die storilisiercnde Wirkung der Metalle, besonders des Kupfers **) DL Günther Wadismuth: Die ätherisdien Bildehräfte in Kosmos, Erde und Mensd1, ein Weg 3ur Er:
und Silbers. Schon vor einem Menschenalter entdeckte der Forscher Nägeli, daß Algen in forsdwng des Lebendigen. Dornadi, Philos. Anthropos. Verlag.
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mitogene Strahlung — aber auch lebensfeindlicher Wirkung — etwa die Röntgenstrahlen und —
Es werden angebaut:
die jüngst entdeckte physiologische Wirkung kurzwelliger Radiostrahlungen. Dr. Wachsmuth Zuckerrüben 15 °],
gruppiert diese den stofflichen Vorgängen übergeordneten, sie dirigierenden Wirkungen nach Roggen 1° “f„
ihren Qualitäten in die Gruppen des Wärmeäthers, Lichtäthers, chemischen und Lebensäther. Gerste ]? °/0
In seinem Buche wird der Nachweis geliefert, daß die ätherischen Bildekräfte an dem Aufbau Weizen 20 %
der lebenden Substanz beteiligt sind, ja, daß nach ihren Gesetzen überhaupt die Formgestaltung Hafer 14 %
in der Natur sich vollzieht.
'

. Kartoffeln 4%
Die Pflanze ist nicht nur eine Summe von Stoffen. Es steht hinter ihr jenes geheimnis Klee 5%
volle Wirken, das man einstmals Lebenskraft nannte. Goethe erkannte es als jene die ewige Wiesen 3 "/D
Metamorphose im Reich des Lebendigen bewirkende Gesetzmäßigkeit der Urpflanze. Wie ein Weiden 6%
unsichtbarer Architekt fördern diese ätherischen Bildekräfte (denn Goethes Anschauung ver» Erbsen 3 0/0
Einigt sich mit der Rudolf Steiners zu der Lehre der ätherischen Bildekräfte) das Wachstum Wege und Oedland & “[
der Pflanze durch die Zufuhr der Erdenstoffe.
Wenn also aus einem Weizenkorn immer wieder eine Weizenpflanze entsteht, wenn sich
Hofraum Garten „," }
3 0 nur zur Vervollständigung genannt.
Die Durchschnitts—Ernten nähern sich einem Körner-Ertrag von 60 Ztr. per ha, Zucker
Stärke, Cellulose, Zucker, die chemischen Grundstoffe in der einen Pflanze zu der einen Form, rübcn 600 Ztr. per ha, Kartoffeln 400 Ztr. per ha. Mit den genannten Durchschnitts»Ernten
in der anderen zu einer anderen Form anordnen, so tun sie dies gemäß den Formgesetzen
der ätherischen Bildekräfte. _ ist ein schöner Reinertrag erreicht.
Es kann nun gezeigt werden, daß jede Erdenstol'flichkeit Träger, bezw. Vermittler dieser Die neuen Düngungsmethoden bringen ungewohnte Arbeiten mit sich, es bedarf besou
Bildekräfte sein kann. Kiesel z. B. reagiert chemisch nach der Formel Si O,. Wird Kiesel derer Mühewaltung zur richtigen Durchführung. Der Gesamt-Lasten Aufwand ist erheblich ge,-
oder Quarz nun nach bestimmten Verfahren so behandelt, daß sein Chemismus zurücktritt —
ringer wie bei der künstlichen Düngung. _
Die Qualität der Wirtschaftsprodukte hat sich durchaus gehoben. Das Getreide konnte
etwa durch hohe Verdünnung, so daß er ausstrahlend wirkt so überträgt er in besonderem
*

besser verwertet werden. Besonderen Preisvorzug erzielten die Kartoffeln, da der Geschmack
Maße den Lichtäther und bewirkt, daß eine damit bestrahlte Pflanze in die Höhe schießt, sich sehr verbesserte schon im ersten Jahre.
ein gesteigertes Längenwachstum zeigt. Durch die bewußte Anwendung der Umwandlung von
Substanz in strahlende Energie können sowohl die biologischen Prozesse im Mist, Dünger, Bei der Anwendung der biologisch—dynamischen Wirtschaftsweise habe ich erreicht, daß
Kompost als auch im Ackerboden selbst angeregt werden, die ihrerseits das Wachstum der die Getreidesorten (Roggen und Weizen} auf Grdnd des guten Geschmacks einen bevorzugten
Pflanzen fördern, Wir müssen die Pflanze in ihren organischen Prozessen so aktivieren, daß Preis bekommen. Wenn die Mengen-Erträge hinter denen der kunstgedüngten Aecker gleicher
sie im weitesten Maße Stoffe und Kräfte des Umkreises heranzieht. Durch eine Reihe solcher Gegend etwas zurück bleiben, so wird doch die Rentabilität nicht davon berührt, da einmal
die Gestehungskosten geringer sind wie bei der Kunstdüngung und außerdem der Preis für das
Beobachtungen gelang es nun, nach den Angaben Dr. Rudolf Steiners ein Verfahren auszu—
arbeiten, wobei einfache chemische Substanzen und Pflanzenstoffe als Ueberträger solcher biologisch gediingte Getreide um etwa 1,— Mk per Ztr. höher liegt.
ätherischen Bildekräfte wirken können und bestimmte, das Pflanzenwachstum anregende Kräfte Der Gesundheitszustand des Viehs ist gut. An Tierarzt-Kosten wurden im Jahre 1929
ausstrahlen. Ueber die praktischen und wissenschaftliehen Erfahrungen mit diesen Strahlungs- 30 RM gezahlt, Die Sterilitäts-Erkrankungen beim Rind sind zurückgegangen, auch im Pferde—
vvirkungen wird in diesen Heften noch Manches zu sagen sein, und wir bitten den Leser, stall sind unberufen die Krankheiten eine ungewöhnliche Erscheinung geworden. Durch die
diese Zeilen als einen ersten einleitenden Hinweis zu betrachten. biologisch—dynamische Wirtschaftsweise werden im hiesigen Betriebe jährlich 10—12000 RM
Die biologisch»dynamische Wirtschaftsmethode, deren leitende Gesichtspunkte hier nur an Kunstdiinger gespart. Die Ausgaben für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise beA
kurz skizziert werden sollten, will gleichermaßen stoffliehe und dynamische Wirksamkeiten in tragen etwa 1500 RM.
den Dienst der Landwirtschaft stellen. Sie kann und darf als praktische Auswirkung einer Durch die biologisch-dynamische Wirtschaftsweisc wird die Wirtschaft in allen ihren
Naturanschauung gelten, welche die großen Gebiete der Physik, Chemie und Biologie wieder Zweigen einer langsamen aber stetigen Gesundung zugeführt. Bei richtiger und konsequenter
zusammenschließen will und Kraft und Stoff wirksam verbindet.

Anwendung ist dem Landwirt eine Rente auf seinem Gute gesichert.
Bei längerer Fortlassung der künstlichen Düngemittel und bei entsprechender Anwendung
der biologischen Mittel macht sich eine Veränderung der Bodenstriiktur bemerkbar. Auf Grund
der Bodenverändcrungen konnten in den letzten Jahren die technischen Bodenbearbeitungen
vereinfacht werden. Das Getreide brauchte wegen der guten Bodengare zum Teil nicht mehr
Was erlebte ich bei der Umstellung meines
auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise
Betriebes gehackt zu werden. Ebenso konnte bei den Zuckerriiben, wenn einmal dasLand unkrautfrei
war, eine Hacke eingespart werden. Niedergehende Gewitterregen verkrusteten den Boden
nicht mehr in der Weise, wie es zuvor beim Kunstdünger zu beobachten war. Arbeitsersparung
E. Stegemann»lllarienstein auch hier. Das Rodcn der Zuckerrüben geht leichter, einmal da die Form der Rübe länglich
und gleichmäßig ohne Verastellung ist. Die Blätter der Rüben haben nicht den säuerlichen
Schon als junger Landwirt, in den Jahren 1900/03 war mir die Anwendung des künst» Geschmack der kunstgedüngten Rüben. Getrocknet sind die Blätter ein hervorragend wirtschafts»
lichen Düngers eine unbehagliche Angelegenheit. Diese Unbehaglichkeit wurde damals noch eigenes Futter mit einem Gehalt von etwa 9"/„ Eiweiß.
nicht zur Aktivität gesteigert. Die Art der Ackerwirtschaft ging den alten Weg weiter, ja Besonders günstig wirkt die biologischdynamische Wirtschaftsweise auf das Wachstum
die unbehagliche Empfindung bei der Anwendung des Kunstdüngers verlor sich wieder mehr. der Leguminosen. Nach Wintergerste bestellte Wicken, Peluschken. Bohnen, Erbsen als Zwischen-
Die Fordei'nisse des täglichen Lebens traten ganz in den Vordergrund. Kalkulationen er? frucht liefern im Oktober eine Ernte im künstlich getrockneten Zustände von 10 bis 15 Ztr. per
forderten Einsatz aller Kräfte, Kunstdünger wurde verwendet. Es blieb von dem anfänglich Morgen. Der Eiweißgehalt der getrockneten Masse beträgt etwa 20°/„.
unbehaglichen Empfinden gegenüber dem Kunstdung nichts mehr über. Es war einwandfrei zu beobachten, daß die angebauten Zwischenfrüchte auf kunst
Bis zum Jahre 1922. Dann erste Unterredung mit Rudolf Steiner über Landwirtschaft. gedüngten Feldern hiesiger Gegend in der Entwicklung zurück blieben, die gleiche Be—
Keinen künstlichen Dünger, keinen Stickstoff. Ersatz wurde angegeben. Bis zu den um- 0bachtuiig wurde in verschiedenen Jahren festgestellt.
fasscnden Angaben über Düngungsmaßnahmenim landwirtschaftlichen Kursus waren es noch 2 Jahre.
Inzwischen sind die umfassenden Angaben Rudolf Steiners auf dem Gebiete der Pflanzen— Zusammenfassend: Verbesserung des Bodenzustandes
Ernährung durch Laboratoriums—Versuche erhärtet und belegt. ' dadurch bedingt leichtere Bearbeitung.
Die Praxis kann die Methoden anwenden. In dem hiesigen Betriebe von 700 Morgen Hebung der Qualität aller Feldfriichte.
im oberen Leineta], 10 km nördlich der Universitäts-Stadt Göttingen, wird seit 1922 Kunst— Verbilligung der Düngung.
dünger nicht mehr verwendet. Gesünderes Vieh.
_12_ „13‚

Was erhoffe ich in meinem Betrieb welche Abbauerscheinungen. Die bessere Qualität hat dann auch bereits zu höheren Preisen
und gutem Absatz geführt.
von den biologisch-dynamischen Wirtschaftsmethoden Beim Vieh wirkt sich die Verfütterung des auf gesunder Basis gewonnenen Wirtschaftsfub
ters durch weniger Abgänge aus Die biologischen Heilmittel gegen die zahlreichen Leiden,
Rudolf Graf von Sd1weinitz-Nieder—Wolmsdorf besonders im Kuhstall, haben guten Erfolg gehabt, sie werden hoffentlich im Verein mit einer
Wenn man heutzutage in landwirtschaftlichen Zeitschriften liest oder landwirtschaftliche gesünderen Haltung, wie Weidebetrieb, auf biologisch gedüngten Weiden, nicht zu frühes Ab-
Versammlungen besucht, so hört man sicher Klagen über Versauerung des Ackers, Rückgang setzen der Käther, Verzicht auf Rekord-Milchleistungen usw. allmählich zu einem gesunden
der Ernten, Krankheiten im Viehstall wie seuchenhaftes Verkalben, Umrindern, Tuberkulose, Viehstapel und damit zu einer guten Rente führen.
Kälberruhr u. a. Es wird dann an Symptomen herumkuriert und dem Uebel nicht auf den Zusammenfassend möchte ich sagen:
Grund gegangen. ‚
Ich erhoffe in meinem Betrieb von den biologisch-dynamischen Wirtschaftsmethoden einen
Aehnlich stand es auch bei mir. In der Inflationszeit täuschte man sich über manche gesunden, garen Acker, der allmählig zu sicheren Durchschnittsernten führt, einen gesunden Vieh-
Sorge hinweg, aber 1924 hieß es wieder alle Kräfte anspannen, um eine Rente herauszu- stand mit Normalleistung und eine immer besser werdende Qualität der Feld- und Gartenfrüch-
wirtschaften. Ich war mir darüber klar, daß es nur möglich war, wenn die Einnahmen er- te, Jeder, der die biologisch-dynamischen Wirtschaftsmethoden anwenden will, sollte sich
höht oder die Ausgaben gesenkt werden konnten. aber vorher darüber klar werden, daß die Umstellung nicht von heute zu morgen zu machen
1924 hörte ich von Angehörigen, daß in anthroposophischen Kreisen ein landwirtschaft- ist, daß Rückschläge nicht ausbleiben und daß nur viel Geduld, Ausdauer und genügend Mist
licher Kursus in Koberwitz stattgefunden habe, welcher sich die Gesundung der Landwirt- zum Ziel führen werden.
schaft zum Ziel setzte. Da ich nicht Anthroposoph bin, so stand ich dieser landwirtschaft-
lichen Umgestaltung zunächst außerordentlich mißtrauisch und ablehnend gegenüber. Wie—
viele Aerzte hatten bereits vergeblich an der Landwirtschaft herumgedoktert mit dem Erfolg,
daß der Landwirt dafür auch noch die Kosten zu bezahlen hatte.
Der Garten Dein Arzt
#

Drei Grundgedanken der biologischen Wirtschaftsmethoden waren es aber, die mich ver-
anlaßten, mir die Auswirkung der Methoden mal bei einem praktischen Landwirt näher an- M. K. S c h w a r z - Worpswede, Staat], Dipl. Gartenbauinspektor
zusehen.
Schon früher habe ich mir immer gesagt, daß die Theorie von der Ernährung der Pflan- Unterden vielen Büchern, die über den Garten geschrieben sind, fand ich eines, das
nennt sich „Der Garten Dein Arzt". Harry Mass hat es geschrieben, ein Gartengestalter,
*

zen unmöglich stimmen könnte. Es wird gepredigt, die Pflanze entzieht dem Boden soundso- dessen Namen durch viele Veröffentlichungen einen guten Klang hat.
viel Kali, Phosphorsäure, Stickstoff und Kalk, also muß nach der Ernte dem Boden wieder die
„Der Garten — Dein Arzt" wirklich eine tief bedeutsame Ueberschrift fiir einen Garten!
gleiche Menge zugesetzt werden Wenn das so wäre, müßten viele Aecker bereits seit
unfruchtbar sein.
Jahren — Was fällt uns da nicht alles ein, was mit die ser Ueberschrift ausgedrückt werden kann! —
Eine ganze, kleine Welt tut sich da auf für den Tiefschöpfenden. Sie ist durchpulst von unsag-
Die biologischen Methoden lehren, die Ernährung von Mensch, Tier und Pflanzen er» barer Lebendigkeit. Was ist aber ein Ga1ten für die allgemeinen Bedürfnisse? — Eingeschlos-
folgt durch Stoffe und Kräfte.
sen, umhegt ist da ein Stückchen Erde, auf dem Menschenhand plastisch, räumlich wirkend
Der zweite mir einleuchtende Gedanke betraf die Haltung und Fütterung des Viehs.
Pflanzen als Bausteine benutzend, bestimmte Lebensansprüche zu einem Gefüge zu ordnen ver—
Aus zahlreichen Versuchsringergebnissen war mir bekannt, daß die Unrentabilität der sucht. Darin sieht der heutige Gartengestalter seine Aufgabe umrissen und erfüllt damit
Kuhställe weniger durch geringe Milcherzeugung und niedrigen Milch-Preis verursacht wird, schon Einiges in der Richtung hin, den Garten als Arzt zu erleben.
sondern vor allem durch den großen Abgang von kranken Kühen und Kälbern entsteht. Es Wollte man diese Lebensansprüche aufzählen, so würde eine große Zahlenkolonne für
wurden Herden genannt, die jährlich bis 5O°/0 Abgang hatten und daher trotz großer Müdi- ihre Nummerierung gebraucht werden; jedoch der jeweilige Zeitgeist greift nur wenige heraus
leistung und gutem Absatz ohne Rente blieben. und schafft damit eine bedeutsame Charakteristik für den Durchschnittsmenschen. Die Lebens-
Die biologischen Wirtschaftsmethoden sehen in erster Linie auf Gesunderhaltung des ansprüche sind im Grunde genommen für diesen leicht zu erfüllen; sie bedeuten für den
Viehs bei einer normalen Milchleistung. Das dritte war die Forderung, daß jeder landwirt= Garten eine Augenweide, die der Mensch in ihm sucht, sie bedeuten die Einrichtungen in’ihm
schaftliche Betrieb eine gesdilossene individualität fiir Sid‘l sein müsse, d.h. der eigene Be- für die Körperpflege der Menschen; alles andere in ihm ist Dekors oder die Verkörperung
darf an Futter, Dünger Vieh usw. soll selbst produziert werden. Das wird sich natürlich der menschlichen Sucht, im Obst- und Gemüsegarten viel, unendlich viel und gleichgültig zu
nicht überall voll und ganz durchführen lassen, zwingt aber zu einer recht vielseitigen Aus- ernten.
gestaltung des Betriebes, die heutzutage bei den schwankenden Konjunkturverhältnissen vor Das heutige Zeiterleben schenkt uns in jedem Geschehen Parallelen, so auch hier. Kaum
groben Rückschlägen schützen wird. eine andere Zeit hat sich die Ausübung des Sportes als Devise für die körperliche Ertüchtigung
Ich habe mich dann zu einem Besuch auf dem Klostergut Marienstein, wo die Methoden so auf ihr Banner geschrieben wiegerade unsere Gegenwart. Sport ist der vermeintliche
bereits seit längerer Zeit angewandt wurden, entschlossen und habe dort einen hoffnungs- Lebensnerv für Vieles in heutiger Lebensgestaltung. Seine Ausübung ist bestimmend auf
vollen Eindruck erhalten. die Gestaltung der Wohnsiätte, mehr noch des Gartens. Sport ist ja neuzeitliche Therapie
Schrittweise vorgehend habe ich daraufhin die biologischen Wirtschaftsmethoden auf und kann er im Garten ausgeübt werden, so ist leicht hingefunden zu dem Begriff „Der
dem Acker und im Stall zur Anwendung gebracht. Der Acker, welcher bisher stark verkrustet Garten —— Dein A1zt“. Luftbad, Schwimmbad, Turnplatz, das sind Wesensglieder heutiger
und zum Teil tot war, ist allmählig lebendig geworden und hat besonders auf den längere Gartengestaltung, in ihnen wird der Garten zum Arzt.
Jahre biologisch behandelten Schlägen eine krürnelige Strucktur angenommen. Die Bearbei- Solche Gärten, die neben dem Schmuckwert eine gewisse Gesundheitspflege vermitteln
tungsschwierigkeiten, die besonders in trockenen Jahren hier groß sind, haben sich mit den können, bedeuten heute die Erfüllung aller Gartensehnsucht, Wer weiß noch etwas von viel
Jahren verringert. tieferem Schenken des Gartens?
Die Erträge sind, auch in zahlreichen Vergleichsversuchen, bei den meisten Früchten an- Um wieviel tiefer kann der Garten als Arzt erlebt werden, wenn das Erlebnis für ihn
nähernd gleich geblieben wie bei mineralischer Volldüngung. Wo sie niedriger waren, ergab und—in ihm getragen ist durch eine Anschauung, wie sie Goethe aufzeigte und wie sie Dr. R.
sich in den' meisten Fällen bei der Rentabilitätsberechnung trotzdem ein Plus für die biologische Steiner aus tiefen Einblicken heraus weiter entwickelte. Der Garten kann dann ein wirkli-
Düngung, weil die Kosten für die Düngung wesentlich geringer sind. ches Kräftereservoir für die leibliche und seelische Not des Menschen werden, er kann polar
Vor allem ist die Qualität der geernteten Früchte besser geworden. Das Hektoliterge- zum Kräfteverschleiß stehen, dem der Mensch heutiger Zeit mehr denn je unterworfen ist.
wicht steigt, der Wassergehalt wird kleiner, die Haltbarkeit nimmt zu. Man kriegt wieder Er kann der Quell gesammelter Lebenskräfte sein. Ganz anders als bisher wird ein solcher
gutes Brot und anständige Kartoffeln auf den Tisch. Besonders in die Augen fallend ist die Garten ausschauen. *

Verbesserung bei der Kartoffel. in meinem schweren Boden bauten die Kartoffeln früher in Er gehört ganz und gar dem Pflanzenwesen, ist nicht konstruiert aus dem Empfinden
2—5 Jahren ab. Ich habe jetzt dieselben Sorten biologisch gedüngt seit 5 Jahren ohne irgend für eine starre Bauarchitektur heraus, in dem die Pflanzen wahllos zu Bausteinen, erstickt in
_15_

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lichen Körper anregt und die Lebenstätigkeit im Organismus erhöht. Die Alpenrose schenkt
ihrer Lebendigkeit, unterdrückt in der Erfüllung ihrer Anfgaben, werden. Lebensvolle Gärten ein Mittel, das auf die Verhärtung in den Gelenken günstig einwirkt und Versteifungen zu
wachsen aus dem Pflanzenwesen heraus, das wiederum eine bestimmte Gemeinschaft mit Tier-
lösen vermag. Vom Weißdorn stammt ein Mittel, das schmerzstillend wirkt für Glieder-,
wesen eingegangen hat. Sie sind Abbilder des gesammten Naturhaushaltes, sind eine Miniatur Kreuz- und Rückenschmerzen, die bei Influenza auftreten. Der Saft aus dem Bergahorn
dieses imposantenßegriffes‚insich konzentriert, reduziert und verfeinert und damit in ihrer wirkt belebend und erfrischend auf den Kopf ein. Er ist ein gut wirkendes Mittel bei Augen-
Lebendigkeit noch gesteigert. Nie kann es genug vor die Seele gestellt werden, daß im entzündungen, um die Blutgefäße der Augenbindehaut zu kontrahieren. ‚Der Rosskastanie
Garten das wesen muß, was die weite Landschaft in großen Ausmaßen in sich birgt. Erst verdankt man das Aesculin, das in der Heilkunde Verwendung findet. In der Weide findet
mit Baum, Strauch, Hecke, Stande, Einjahrsblumen und dem jeweils zugeordneten Tierbe-
man das Selich und im Haselnußblattwerk einen Stoff, der regulierend wirkt in den Verdau-
stand, mit Wasser und jenen Flächen, die der Mensch mit Nahrungspflanzen bebaut, ist die aus-
ungsorganen unserer Wiederkäuer. Das ist nur ein ganz kleiner Auszug für die wunderbare
geglichene Grundlage geschaffen, für die Auswirkungen des wechselnden Kräftespiels, das erst
Verbundenheit, die in der Natur besteht. Schon dadurch allein, daß die Pflanzen im Garten
Lebendigkeit erzeugt und wiederum polarisch zueinandersteht in Erdenkraft und Himmelsmacht, stehen, wirken sie günstig auf ihre Umgebung und auch auf den Menschen ein.
in irdischem und kosmischem Kräftewirken. Das Pflanzenwesen ist noch völlig verbunden mit
diesem Kräftewalten in seiner Spannung nur wachsen die Pflanzen gesund heran. Die Pflanzen schenken aber auch dem Menschen kraftvolle Motive für die künstlerische
Hier hat Dr. R. Steiner den Weg gewiesen, wie man zu Erkenntnissen der feinen Kräfte- Gestaltung im Garten. Das Künstlerische wächst aus den Pflanzenwesen selbst heraus, auch
hierfür sei einiges zum Beleg gesagt. Wieder steht die Birke vor uns als die verkörperte Le-
wirkungen innerhalb allem Lebendigen kommen kann, wie man dort auf wundervolle Ge-
bensfreude. Ihr Anblick stimmt uns stets heiter. Sie trägt das Lichtvolle in das Düstere
setzmäßigkeiten stößt, wie alles Lebendige ineinander, untereinander, voneinander und mitein-
ander wirkt nnd alles zusammen ein wundervolles, harmonisch gestaltetes Gefüge vorstellt. der Moore; sie leuchtet auf vor der erstarrten Würde großer Nadelholzwaldungen. Die Sonne
ist auf die Erde gebracht in der Esche und in der Platane, sie vermitteln beide liebevolle Wärme
Das Pflanzenwesen, das Tierwesen und mit ihnen der Mensch treten in ihrer vollen Bedeutung bei ihrem Anblick. Die Kirsche steht im Gegensatz dazu, sie versinnbildlicht das kalte Silber
als Wesensglieder im Lebensprozeß heraus mit all’ den feinen Verbundenheiten zu diesem
hin. Aus dem Einblick in diese Verbundenheit hinein, die für alles Lebendige bestehen, ge- desMondes. Kraftstrotzend,sichwild bäumend,allenGewalten zumTrotz sich erhaltend, wurzelt die
warmen einst die Führer der Menschheit die Angaben, um heilend einzugreifen bei Erkrankun-
Eiche auf der Erde, der typische Marsbaum. Kampf und Mut, eiserne Wehr, so erleben wir
die Eiche Sie umstand einst der Kämpen Hof und ist der Wahrbaum physischer Kraft Lind
gen durch gewisse heilkräftige Pflanzen. Wie wundervoll Sidi alles entspridit im lebendigen
Walten mag eindeutig in dem grandiosen Bild des Weltenkreuzes gefunden werden. Das! dagegen ist die Linde, voller Herz und Gemüt. Dieser Baum ist so übervoll von diesen Eigen-
Pflanzenwesen baut sich ja aus Wurzel, Stengel, Blätter und der Blüte, aus der die Frucht schaften, daß sie sogar in sein Blattwerk einströmten und ihm die Herzform gaben. Den
Melancholiker unter den Bäumen finden wir in der Pappel und in das Düstere, das Dramati-
erwächst, auf. Die Wurzel sendet sie in die Erde, die Blüte mit der daraus wachsenden
sche hinein führt die Erle; sie opfert sich hin, dem Moor alle Schwere zu nehmen, indem sie
Frucht steht ihr polarisch gegenüber, sie wächst dem Himmel zu. Stengel und Blätter sind ein
das Grundelement des Moores, das stagnierende Wasser in sich aufnimmt und verdunstet.
verbindendes Glied, sie halten diese Polarität zusammen, in ihnen vollzieht sich der Kräfte-
austausch. Diese dreigegliederte Pflanze stellt im Vergleich zum Menschen gebracht ein Endlich sind es die Nadelhölzer, die unüberwindlich erscheinen in ihrer starren Würde,
Umgekehrtes dieser Wesenheit dar. Die Wurzel der Pflanze entspricht dem Kopf des Men- sie sind der glanzvolle Hintergrund, vor dem die charaktervollen Laubbäume voll zur Geltung
schen, dem Nerven-Sinnessgstem, die Stengel und Blätter dem Rgthmischen im Menschen, kommen. Nun auch hier heraus kann eine Therapie für den Menschen entwickelt werden. Dem
dem Herzen und der Lunge, dem Brustorganismus und die Blüte und das Fruchtende, dern Melancholiker und dem Willensschwachen pflanzt man Birken, Eschen und‚Eichen in den
Unterleib des Menschen;dem Stoffwechsel- Gliedmaßensgstem. Garten, dem allzu Lebenslustigen könnten die Pappeln und Erlen eine treffliche Mahnung sein,
Während die Wesen Mensch und Pflanze in vertikaler Lage zur Erde gebracht sind, den Kaltherzigen würde die Linde aufrütteln können zu mehr liebevoller Gebärde.
innerhalb des Lebensprozesses auf der Erde, ist das Tier an die horizontale Lage gebunden, Immer noch nicht ist der Wert des Gartens erschöpft in seinen lebendigen Auswirkungen.
auch das ist tief bedeutsam, wenn auch zunächst nid1t innerhalb des hier in Frage stehenden Bewundernd stehen wir vor einem Apfelbaum, voll behangen mit leuchtenden, reifen Früchten.
Problems. Dieses umgekehrte Entsprechen von pflanzlichem und-menschlichem Organismus Dr. R. Steiner sagte an einer Stelle“ im landwirtschaftlichen Kursus „im Apfel essen wir den
ist von grundlegender Bedeutung für die Ernährung des Menschen, der heute zum großen Jupiter, in der Pflaume den Saturn“; das hört sich seltsam genug an, für den der nicht mehr
Teil pflanzliche Nahrung aufnimmt, aber auch für die heilsamen Wirkungen bei einem erkrank- weiß über die Verbundenheit der Planeten mit dem Lebensprozeß auf der Erde im a‘lgemeinen
ten, erschöpften Organismus. Alles Wurzelhafte, wie Karotten, Möhren, Schwarzwurzeln, rote und mit den Pflanzen im besonderen. Im Geschmack dieser Früchte, die eine so erfrischende
Rüben, Rettiche wirken günstig auf das Nerven-Sinnes-Sgstem des Menschen ein, alles Einwirkung auf den menschlichen Organismus haben, genießen wir Kosmisches, genießen wir
Stenglige und Blattartige wirkt wohltuend, fördernd, ausgleichend auf den Brustorganismus im Licht und Wärme aus himmlischen Gefilden, hereingeholt in die Frucht. In allen Baum- Obst-
Menschen ein, allen voran der Spinat, der Salat, der Mangold. Hierher gehören auch die und Beerenfrüchten sind die aromatischen Stoffe vorhanden, die in sich Licht tragen, Strah-
Heil- und Gewürzkräuter, die das aromatische in der Blattregion tragen,wie Pfefferminz‚ Ma- lenwirkungen besitzen und damit angereichert sind an Lebenskräften. Sie sind natürlich auch
joran, Thgmian, Lavendel, Ochsenzunge, Lungenkraut usw. vorhanden in den schon aufgeführten Gemüsen und den Heil- und Gewürzpflanzen.
Endlich wirkt das Blühende und Fruchtende unserer Gemüse auf das Stoffwechsel- So ist im Garten eine seltsame Lebendigkeit gesammelt, in den vielfältigsten Beziehun-
Gliedmaßensgstem des Menschen besonders ein. Artischocken, zum gewissen Teil der Kohl als gen der Wesen untereinander, die bei harmonischer Einordnung zu einem Organismus, eben
Blütenhaftes und als Frucht. Die Tomate, die Erbse, Bohne und Linse. Kamille, Löwenzahn, dem Garten, einen ungeheuren Wert verleihen können.
Schafgarbe,Wer-muth und die didren Bohnen entsprechen diesen in ihrer Heilwirkung für das Draußen in der Natur und drinnen im Garten wird der Forschende bald eigenartige
genannte Wesensglied im Menschen. Entdeckungen machen. da gibt es Pflanzen, die mit anderen Pflanzen zusammen eine Gemein-
Solch' ein Wissen ist außerordentlich dienlich, um dem menschlichen Körper eine ausge- schaft bilden, eine sogenannte Symbiose herstellen und sich tatsächlich in ihrer Entwicklung
glichene, dienlidie Nahrung zuführen zu können, um Sd1wächungen des Organismus durch eine zu unterstützen vermögen, man wird noch andere wundervolle Zusammenhänge herausfinden
konzentriertere Nahrung in der Rid1tung der drei Wesensglieder je nach der auftretenden können, daß diese oder jene Pflanzen sich im Düfte anderer Pflanzen besonders schön ent-
Schwäche auszugleichen. ‘
,
falten können in ihrem ganzen Aufbau. Wieder andere Pflanzen wirken stark auf das Aroma-
Aber nicht nur die Gemüse, Heil- und Gewürzkräuter sind Träger wertvoller Einflüsse tische der Früchte gewisser anderer Pflanzen ein. ‘

auf den Menschen, auch in allen anderen Pflanzen des Gartens können heilvolle Kräfte für den Es ist nun die Kunst des Gestaltenden, für Baum, Strauch, Hecke, Stande, Grünfläche,
Menschen ruhen. Da sind es die Bäume, die nicht nur Schatten spenden, uns allein in ihrem Obst- und Gemüsekulturen ein fein abgewogenes Verhältnis zu finden, damit alles zu einer
Aufbau erfreuen, kostbare Früchte spenden, deren Wert an Lebenskräften für den Menschen, ungehemmten, gesunden Entfaltung kommen kann. Auf einem kleinen Fleckchen Erde ist eine
die im Aromatischen feinsten Ausdruck finden, voll erkannt ist, sondern sie erfüllen noch r1esengroße Pflanzengesellschaft versammelt, jeweils wenige Vertreter der verschiedensten Pflan-
weit größere Aufgaben innerhalb des Naturhaushaltes. Sie sind Ansammler bestimmter Zenarten und -sorten. Diese Pflanzen sind aber nicht nur äußerlich verschieden, sie kommen
Kräftewirkungen, die auch der übrigen Pflanzenwelt und den Tieren zugutekommen. Sie sind auch mit bestimmten Ansprüchen in den Garten an Standort, Boden und Düngung. Für diese
aber auch Träger bestimmter Heilwirkungen. So trägt die'Birke in sich verjüngende Kraft, aus Ansprüche muß wiederum ein Verständnis entwickelt werden; die Pflanzen danken es in un-
ihren jungen Blättern wird ein gut wirkendes Mittel für allerlei Gebrechen des alternden Men- geahnter \Neise.
schen bereitet. Aus Schlehdorn wird ein Mittel gefertigt, das den Stoffwechsel im mensch-
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einen viel schwerwiegenderen Grund, von der Verwendung des menschlichen Düngers abzu-
In der Düngung ist ein wunderbares Mittel geschenkt, die Pflanze in ihrem Wachstum, sehen. Der menschliche Dünger ist deshalb *

im Gegensatz z. B. zum Kuhdung — für alle


in ihrer ganzen Entwicklung zu unterstützen, sie muß aber so erfolgen, daß die Pflanze damit
allseitig angeregt wird für ihre Entwicklung. Diese Fähigkeit, die Pflanze allseitig in ihrem Lebewesen, vor allem für solche, die der Ernährung des Menschen dienen, unter allen Umstän-
den ungeeignet, weil der Mensch in seiner Verdauung alle Lebensmittel so ausnüfzt, daß der
Wachstum zu unterstützen hat nur der tierische Dünger. Aber auch dieser tierische Dünger be-
Rest nicht mehr irgendwie verwendbar ist; wollte man dies, so sollte er durch das Feuer gehen.
sitzt seine Fähigkeiten nicht mehr in der ehemaligen Vollkraft, er muß an Lebenskräften ange-
reichert werden durch bestimmte pflanzliche Präparate, die im Verein mit 2 weiteren Dünge- Der Mensch braucht alle Lebenskräfte der Nahrung deshalb auf, weil er Bewußtsein, ja Selbst-
bewußtsein hat, womit Sprache und Denken verbunden ist. Im Zeitalter des Intellektualismus
maßnahmen unter dem Begriff „biologisch-dynamische Düngung” zusammengefasst sind.
ist es nicht verwunderlich, daß wir die chronische Stuhlverstopfung als Zeitkrankheit haben, der
Mit dieser Düngung kann in der feinsten Weise auf die Pflanze eingewirkt werden, sie die Mehrzahl der Menschen in den Gebieten der mittleren und westlichen Zivilisation unterwor-
schaft die Grundlage für die reiche Vitaminbildung der Nährpflanze, sie macht die Pflanze fen ist. Die Ueberwertung des Kopfwissens, das Ueberwiegen des Kopfmenschen, kurz des
widerstandsfähig gegenüber tierischen und pflanzlichen Schädlingen, gegenüber schädlichen Wit- Sinnes-Nervenmenschen (nach der von R. Steiner eingeführten Dreigliederung der mensch-
terungseinflüssen, so gegen den Frost, es werden mit dieser Düngung Qualitäten in allen Pflanzen lichen Wesenheit, s. „Von Seelenrätseln".j, führt zu einer Ausbeutung des Verdauungsappa-
erzeugt. Die Früchte und Gemüse halten sich viel länger frisch während ihrer Einlagerung, rates. Das Gehirn verbraucht beim modernen Menschen die besten Lebenssäfte. — Wofür?
die Blütenstauden blühen tiefer in-der Farbe, reicher und anhaltender im Flur. Die Karotten
und Erbsen zeichnen sich nach dieser Düngung durch besonders würzige Süsse aus, die — Leider sind nur schwache Anzeichen dafür vorhanden, daß man in weiteren Kreisen in
der Ernährungswirtschaft zum Nachdenken über die unhaltbaren Zustände kommt,. die einer
Bohnen sind in ihrem typischen Geschmack verstärkt, die Tomaten sind fest und viel aus- Katastrophe entgegentreiben. Noch sind ja nicht alle Erzeuger wichtigster Lebensmittel so
drucksvoller in ihrem Geschmack, der Wirsing ist von solcher Würze, daß die üblichen Zuta-
ten, um ihm Geschmack zu verleihen, weggelassen werden können. Die Erdbeeren ähneln in —
eingestellt so tröstet man sich — wie jener Bauer, der einen über seine Felder führt und
sagt: „Hier ernte ich das Doppelte von dem, was mein Vater geerntet hat, aber diese Kartoffeln
ihrem Aroma dem der Walderdbeeren sehr stark, dies trifft besonders für die Pflanzen zu, essen wir nicht, die halten nicht und stinken später. Hier daneben wachsen unsere Kartoffeln,
die in der Nähe von Rotfichten, Himbeeren und Brombeeren wuchsen. '
aber die bekommen Kuhmist!” Immerhin ist doch nicht mehr zu leugnen, daß dem heutigen
So wird bei allen Maßnahmen für den Garten im Lebendigen geblieben mit dem Ergebnis, Landwirt, nach dem Abklingen einer altbewährten, instinktiven Bauernweisheit, ehe er es sich
daß nicht zu erschöpfende Lebenskräfte den Garten durchwailen, er ist wie eine große weite versah und uns mit, eine ganz neue Produktionsansicht beigebracht worden ist, die in den Wor-
Schale geöffnet dem Walten und Wehen kosmischer und irdischer Kräfte, ist die Quelle der ten gipfelt: „Du mußt mit allen Mitteln der Rationalisierung deine Erträge steigern!" Und von
Erholung und Gesunderhaltung der Menschen. Gärten. die Miniaturabbiider aus dem Naturhaus- uns Verbrauchern erwartet man, daß wir diese Erzeugnisse ebenso unbesehen hinnehmen, wie
halt heraus sind, werden unter bewußter Pflege wirklich zum treuen Arzt des Menschen. früher. Aber das Feldgeschrei: Rationalisierung und Standardisierung führte aus dem ein-
seitigen Kopfleben des modernen Menschen heraus zwar zu einer Steigerung der Erträge,
also der Quantität, jedoch gleichzeitig fast überall zu einer Minderung der Qualität (so-
wohl der Produkte als der Produktionsmittel), die auch demjenigen aufzufallen beginnt, der we-
der Reformer, noch Gesundheitsbeamter, noch Nahrungsmittelprüfer ist.. Auch der gewöhnliche
van der wahren Reform der Ernährung Mensch fühlt heute immer mehr, daß er nicht recht satt werden kann. Aber nicht nur der
Nährwert ist zurückgegangen, sondern auch der Geschmack der Lebensmittel, sowie ihre Halt-
Dr, C. Schmid-Curtius barkeit; dann aber auch ihre Bekömmlichkeit. Davon kann sich jeder überzeugen, der ehrlich
darnach strebt und man wird bald einsehen, daß man durch Quantität die Qualität
In der Gegenwart drängt es den Menschen mehr als früher, dem Wesen der Dinge auf
den Grund zu kommen. Es darf daher nicht Wunder nehmen, daß auch auf dem Gebiet der nicht ersetzen kann, eher umgekehrt.
Die tiefere Ursache für das Versagen der Lebensmittel liegt natürlich in den Grundlagen
Ernährung der moderne Mensch um das Riditige ringt Das Hergebrachte, Alte, wird über- der’Ernährungswirtschaft selbst, in dem Urproduktionsmittel des Acker- und Gartenbodens.
prüft und wo nötig durch Besseres ersetzt. So hat die sogenannte Reformbewegung be-
reits manches Wertvolle und Gute hervorgebracht. Der tiefste Grund zur Verbesserung der Was sich dieser Ackerboden in den letzten Jahrzehnten an Vergewaltigungen hat gefallen las-
sen müssen, das spottet jeder Beschreibung. Wir stehen vor der nackten Tatsache, daß in
Lebenshaltung überhaupt ist das Bestreben der fortschreitenden Menschheit, auf ihrem Weg zur weiten Gebieten vor allem Mittel- und Westeuropas die Böden durch fortschreitende Versau-
Freiheit nichts zu dulden, was der wahren Menschenwürde zuwiderläuft. Gar mancherlei Ge-
rung auf die ihnen zuteil gewordene Behandlung reagieren. Die Art wie man dieser Versaurung
fahren drohen dem modernen Menschen auf dem Wege, sich sowohl als Produzent wie als und der sich stellenweise bereits—zeigenden Sterilität entgegenarbeiten will, gibt zu den
Consument so zu verhalten, daß durch ihn der Würde des Menschen nicht irgendwie zu nahe schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Man will die Mineralisierung der Böden bis aufs Aeußer-
getreten wird. „ Es wäre reizvoll, an einem reichen Erfahrungsrnaterial zu zeigen, wie sowohl ste fortsetzen. Man hat noch kaum angefangen, in der Landwirtschaft in erster Linie bio-
die Materialisten wie die fanatischen Idealisten an ihren Methoden mit ihrer Arbeit zu
lo gisch und an die Förderung alles Lebendigen auch im Ackerboden zu denken. Das Ver-
Grunde gehen, doch ist hier nicht der Raum dazu. Hier soll darauf aufmerksam gemacht wer-
den, daß man sich nur als ganzer Mensch zu erfassen braurht, um zu erkennen, wo in
sagen der Lebensmittel als Mittel zum Leben hängt aufs engste mit der systematischen Ab-
tötung alles Lebendigen im Ackerboden durch Mineraldünger und Pflanzengifte (Quecksilber-
den wichtigsten Teilen des menschlichen Lebens, so z. B. in der Ernährung, etwas nicht
beize, Kupfervitriol Arsenbestäubung u. a.] zusammen. Statt Förderung des Lebens sehen
in Ordnung ist. wir überall Abtötung. Der Sinn des Lebens ist den Menschen der Gegenwart etwas, nach dem
Fast alle seitherigen Reformbestrebungen und Ernährungslehren haben sich zunächst
sie sich sehnen, den sie aber nicht finden können. In einer Rundfunkrede soll der preußische
begreiflicherweise auf die Art der Ernährung, d. h. die Auswahl, Zusammenstellung, Zuberei- Kultminister Dr. Becker das Folgende gesagt haben: „.... Wir stehen im Augenblick im
tung, Verteilung usw. beschränkt, während das Wesen der Lebensmittel selbst und vor allem Zeichen eines aufgelösten Weltbildes. Wie der Reiter über dem Bodensee gleitet der denkende
deren Erzeugungsweise noch im Hintergründe der Betrachtung blieben. Nun zwingen bereits Mensch — eine Mikrobe in der Schimmelkruste der erkaltenden Erde —— in seinem Zivili-
die äußeren Verhältnisse dazu, dem G ehalt der Lebensmittel das Augenmerk zu schenken und sations- und Wissenschaftsrausch über unsichtbare Abgründe. ...... Man muß den Mut und
auf ihren inneren Wert oder Unwert zu achte n. Schon vielfach werden heute für Mensch
die Kraft haben, an den Sinn des Lebens zu glauben, erkennen können wir ihn nicht." Ein
und Tier „Lebensmittel” angeboten, die diesen Namen nicht verdienen, weil sie in recht unzu- Glück, daß dieser Mann wenigstens nicht Landwirtschaftsminister ist. Als Landwirt muß
länglicher Weise die „Mittel zum Leben” gewähren. Fast durchweg entsprechen heute schon man etwas vom Sinn des Lebens verstehen, sonst kann man keine Lebensmittel ziehen.
gerade die Hauptlebensmittel des Volkes: Kartoffeln, Getreide, Mehl, Gemüse, Milchprodukte In dem Augenblicke, wo wir aus kulturgeschichtlichen Notwendigkeiten heraus, wie auf
u, a. nicht mehr dem, was man früher hatte und was man unbedingt fordern muß, wenn ein
so vielen Gebieten auch in der Ernährungs- und Landwirtschaft in der trübsten materialistischen
Volk leistungsfähig bleiben soll. Daß Rieselfelder-Gemüse keine menschenwürdige Nahrung Tinte darinnensaßen, da hat uns R. Steiner durch seine Angaben der biologisch-dynami-
darstellen, das hat man eingesehen. Der Widerstand der Hausfrauen, die an ihrem Kochtopf schen Wirtschaftsmethodc den Weg nach aufwärts und vorwärts gewiesen. Wenn man
von dem wahren Wesen dieser Lebensmittel durch den infernalischen Gestank belehrt wurden, durch Jahre hindurch hat verfolgen dürfen, wie sowohl die Ackerboden als die darauf erzeugten
den solche mit menschlichem Dünger gezogene Gemüse von sich geben, hat die Produzenten Lebensmittel durch diese Methode sich zum Besten entwickelt haben, so kann man sich verpflich-
zum Teil davon überzeugt, daß man so etwas nicht gut verkaufen kann. Aber es gibt noch
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tet fühlen, dafür Zeugnis abzulegen. Auf einem Gute, wie das von Rittmeister a. D‚ Ste- anbauen und zu liefern suchen, was so sachkundig verlangt wird. In Bälde werden die der
gemann _in Marienstein kann man sich u. a. davon überzeugen, was diese Methode leistet. Demeter-Genossenschaft zur Seite stehenden Wissenschaftler die bereits gefundenen Methoden
Nicht nur zu einer richtigen Verlebendigung des Organismus Ackerboden kommt es, sondern für die Praxis ausgearbeitet haben, durch die man zeigen kann, wie sich
ein
Demeterprodukt
durch alle Form- und ‘Aggregatzustände, die uns bekannt sind, hindurch, werden die Aecker
im Laufe der Jahre verbessert. Es war mir dieses Jahr ein großes Erlebnis, sehen zu dürfen,
auch innerlich, neben den genannten Qualitäten, von den gewöhnlichen Produkten
innerer Lebenskraft unterscheidet. Nirgends in der Welt sind es die Masse oder der Stoff, die
an
daß Aecker, die bereits seit 7 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet werden, im Anfang entscheidend Wirken, sondern in allem ist es die Qualität und zwar die Beschaffenheit
der
September nach einem Niederschlag von nur 5 mm das Pflügen in vortrefflicher Weise gestat- Kräfte (aetherische Bildekräfte), die Masse und Stoffliches in der entsprechenden Weise
zusam-
teten, während die Nachbarn noch nicht daran denken konnten nach diesem trockenen Som- mengefügt haben. In unserem Sinne bedeutet Qualität von Lebensmitteln
in erster Linie,
mer. Auch Form und Feuchtigkeitsgehalt der Erde, die vom Pflug herumgeworfen wurde,
war überraschend schön und günstig. Durch die Verlebendigung des Organismus Ackerboden
daß der menschliche Organismus auch jene Kräfte zugeführt erhalte, die ihm
als Lebewesen
die rechte Verbindung mit: Erde und Kosmos, sowie mit seinem eigenen Seelisch-Geistigen
(Feste Erde, Feuchtigkeit, Luftiges, Strahlendes, Organisches, Tierisches usw.) wird die Mög- nicht verunmöglichen, sondern im Gegenteil nach Bedarf erleichtern. Mineralisation, die Be-
lichkeit geschaffen, daß der ganze Kosmos wieder seine Kräfte in die Erde hineinsenden schwer-ung und Verhärtung bedeutete, sowie zu starke Leichtigkeit muß wre beim Ackerbo-
*

kann, und daß die Pflanzen, die Lebensmittel werden sollen, wieder in Stand gesetzt wer- den auch — vermieden werden. Noch hat der Mensch ja die Fähigkeit zur Prüfung dessen,
den, die zu ihrem Aufbau nötigen Lebenskräfte heranzuziehen. Mit den Vorstellungen des was er sich einverleiben will. Bei einiger Aufmerksamkeit wird er dann bald erleben können,
modernen Kopfmenschen sieht man im Ackerboden, wie übrigens auch in allem Lebendigen nur daß der Ernährungsvorgang nicht blos jener materielle Vorgang zu sein braucht, der er für
die physikalisch-chemischen Vorgänge, aber man braucht sich dann auch nicht zu wundern, viele Menschen noch ist und daß er den „Weg der Mitte“ zwischen den heutigen Extremen
wenn man damit in der Praxis nur „die Schimmelkruste der erkaltenden Erde" herbei- finden kann und muß. Man kann bis zum Erleben der Abendmahlstimmung kommen, vor
führt. allem den edelsten und reifsten Früchten der Erde gegenüber, nämlich bei Brot und Wein. Das
Nach mehrjährigen Beobachtungen und Spezialforschungen möchte ich hier kurz zusam- Hinarbeiten auf eine menschenwürdige Ernährung in der Gegenwart, wozu die Demeter-
menfassen, was man von einem Standpunkte aus über die biologisch-dynamische Wirtschaft Erzeugnisse in bescheidener Weise beitragen wollen, laßt uns den alten Spruch des
sagen kann, der den Grundlagen der menschlichen Ernährung voll gerecht werden möchte. Angelus Silesius wieder voll erstehen:
Es hat sich als schwerer Irrtum erwiesen, anzunehmen, daß man die Ackerböden nur Das Brot ernährt uns nicht;
vom chemisch-physikalischen Standpunkt aus anzusehen brauche und daß man nur dem Boden Was uns im Brote speist,
die Mineralsalze wiederzugeben habe, die man mit der Ernte weggeführt hat. Durch die Ent-
Ist Gottes ewiges Licht,
deckung der Vitamine in den Lebensmitteln hat sich gezeigt, daß die einzelnen Stoffe für
sich, mineralisch isoliert, in ihrer Summe nicht dem entsprechen, was die Lebewesen hervor- Ist Leben
brachten. Man mag z. B. die Milch in ihre einzelnen mineralischen Bestandteile zerlegen und Und ist Geist.
damit Tiere ernähren, sie gehen dabei zu Grunde, während sie bei der Milch selbst nicht zu
Grunde gehen. Der Ruf des Tages an alle wachen Menschen sollte sein: „Entwickelt den
in euch schlummernden Sinn für alles Lebendige, dann werdet ihr sehen, daß Lebendiges nur
aus Lebendigem entstehen kann.” Die Pflanzen leben im engsten Zusammenhang mit dem
Ackerboden. Aber nichts Lebendiges kann entstehen oder bestehen, ohne daß die ganze
übrige Welt, der ganze Kosmos daran‘beteiligt sind. Durch die auf Anregung von R. Stei-
Aufgaben und Ziele
ner vorgenommenen Arbeiten von L, Kolisko, E. Pfeiffer und anderen ist exakt bewiesen
daß außer Sonne und Mond auch die Planeten sicher in den Vegetationsprozeß, ja bis in
der Verwertungsgenossenschaft „Demeter“
die chemischen und in die Kristallisationsvorgänge hineinwirken. *

Nun droht der Erde im Dr. E. Barisdt


jetzigen Stadium ihrer Entwicklung ein Abflauen und Versagen gewisser Kräfte, die sie früher Das Wirtschaftsleben des 20. Jahrhunderts sieht im Zeichen einer Konzentration der in ihm
noch hatte. Was in den radioaktiven Vorgängen sich zeigt, ist der Anfang eines fortschreitenden wirkenden Einzelkräfte. Die Charakterköpfe im Unternehmertum des 19. Jahrhunderts sind bis
Abbaues, der gerade bei der festen Erde beginnt. Aufmerksamer als jemals muß der heutige
mehr und mehr ausgeschaltet. Dafür sind in Industrie und Handel riesrge Einzelunternehmen
auf wenige Ausnahmen verschwunden. Der scharfe Konkurrenzkampf hatdas
Landwirt und Gärtner darauf achten, daß die Entwicklung von Pflanzen und Tieren sich 1e-
bensgemäß vollziehen könne, d. h. daß die Lebewesen wieder die Möglichkeit finden, Gebilde entstanden;
alles zum Leben Notwendige aus den weitesten Bereichen heranzuziehen. Die Angaben R. Stei-
Karielle, Syndikaie, Trusts beherrsd1en das Wirtschafisleben der Gegenwart. Die
Produktion
n ers fiihren dazu, daß mit verhältnismäßig einfachen Mitteln und Handgriffen alle Grundlagen
und die Verteilung der Waren ist nidii dem einzelnen Wirtschafter überlassen, sondern
größeren Gesichtspunkten von weit verzweigten Organisationen geregelt, Es Wird nach einem ge:
wird nach
der Ernährung geschaffen werden, wie sie im jetzigen Stadium der Erdentwicklung durch
wissen Plan gewirtsdrafiet. Die Preise werden so festgesetzt, daß die Erzeugungskosfen einer
den Menschen hergestellt werden müssen! Die auf solchen Grundlagen mit Hilfe der
biologisch-dynamischen Wirtschaft erzeugten Lebensmittel _ die als Demeter-Erzeug-
Ware und darüber hinaus ein angemessener Gewinn gesichert sind. Preiskonvenfionen,
dikiaie sind an die Stelle getreten von Angebot und Nachfrage, von schwankenan Markipre1sen.
Preis:
nisse in den Handel kommen —— können, sofern nur die nötige Uebergangszeit berücksich-
tigt wird, für die Menschen der Gegenwart die denkbar günstigsten Mittel zum äußeren
Leben sein. Man braucht gar kein Materialist zu sein, um die Forderung vertreten zu dürfen,
Nur ein Wirtschaftszweig ist von dieser Entwid<lung ausgesdqlossen geblieben
wirtschaft. Während wir in Handel und Industrie eine
- die Land:
bewußie Konzentration der Kräfte, eine be.—
daß für das Wunderwerk des menschlichen Leibes die beste Nahrung gerade gut genug ist.
dingie Planwirtsdtafi beobad1fen können, zeigt uns die Landwirtschaft der letzten zehn Jahre ein Bild der
Es bleibt der Veranlagung des Einzelnen überlassen, ob er Fleischesser, Vegetarier, Roh- oder Planlosigkeit und ein Auseinanderstreben der Kräfte. In einer Zeit, wo in vielen Wirtschaftszwergen
Gemischtköstler sein will, für alle gilt heute die Tatsache, daß fast sämtliche Lebensmittel in
ihren Grundlagen erschüttert sind und daß neue Wege zur Besserung gesucht werden müssen.
die Produktion eingesdnränkf wird
- um der Gefahr der Uberprodukiion zu entgehen —„rnadit
die Landwirtschaft verzweifelte Anstrengungen, um H6d13temien zu erreichen.’ Der
Ruf : Ernahrung
Es liegt daher im Interesse Aller daran mitzuwirken, daß das Geschenk R. Steiners an
des Volkes auf eigener Sdiolle
— deshalb Intensivierung der landwirtschafilid1en Befrrebe, ist dem
deutschen Bauer zum wirtschaftlichen Verhängnis geworden.
die Landwirtschaft der darbenden Menschheit zu Gute komme. Zunächst prüfe ein Jeder die
Lebensmittel, die er einkauft, und vergleiche sie mit den Demeter-Erzeugnissen, soweit sie Von wem ging dieser Ruf aus?

stehenden Körperschaften und nidii zuletzt der Industrie. Welche Tendenzen aber seinem
schon vollwertig sind. Dann gewinnt er den Maßstab und kann beim Einkauf genau angeben, Am wenigsten vom praktischen Landwirt; vielmehr vom Staat, den unter Einfluß
was er fordern muß. Die Lebensmittel müssen, um diesen Namen zu verdienen, nach Aus- fuhrten
den Staat zu dieser Forderung? Sicherlich keine agrar:freundlichen, Im Gegenteil. Einseihge Ken;
gerade
sehen, Geruch, Geschmack, Bekömmlichkeit, Sättigungs- und Nährwert,
sowie an Haltbarkeit vollwertig sein. Nicht Größe oder Preis dürfen allein entscheiden. sllminieressen lenkten in den letzten Jahren den Kurs von Regierung und Parlament wenigstens
Wenn von möglichst viel Consumenten der Ruf und das Verlangen nach Lebensmitteln in Deutsdrland. Dazu kam, daß der Einfluß von Industrie und Handel von Jahr zu Jahr starker
ausgeht, die den genannten Qualitäten entsprechen, dann werden die Produzenten bestimmt Würde; in der Wirtschaft sowohl wie auch im politischen Leben,
—20—

Wenn trotzdem die Landwirtschaft in den letzten zehn Jahren mit aller. Entschiedenheit an d. h. diese Millionen kamen in erster Linie Industrie und Handel zugute, indem es ihnen möglich
die Durchführung dieses Intensivierungsprogramrris herangegangen ist, so muß sie jetzt die Folgen gemacht wurde, ihre Produkte an die Landwirtschaft zu verkaufen gegen Wechsel, die der Bauer
schwer biißen. Aber wohl den wenigsten Landwirten wird es zum Bewußtsein gekommen sein, unterschrieb und der Staat diskontierte. Die Landwirtschaft bekam diese Gelder garnicht zu sehen,
daß vieles von dem was sie zur Intensivierung ihres Betriebes getan haben, garnicht ihrer eigenen sondern wurde nur zu neuem Schuldenmachen animiert.
Initiative oder dem Bedürfnis ihres Betriebes entsprang, sondern vielmehr den Interessen anderer Erst in neuester Zeit ist man in der Landwirtschaft etwas stutzig geworden. Hier und da
Wirtsdraftskreise und Institutionen diente. Verlangt erl(lid'l der praktische Landwirt jedes Jahr werden Stimmen laut, die vor einer übertriebenen Produktionssteigerung warnen. So hat der
nadi neuen synthetischen Düngemitteln, Beizmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln, nadi neuen Mo.- Landbund im vergangenen Jahr in einzelnen Teilen Deutschlands alle möglidien Sparmaßnahmen,
toren und Maschinen, oder gilt hier nicht vielmehr der Grundsatz modernster wirtsdiaftlicher Ge.-
Sinnung, daß eine geschickte Reklame für jede Ware ein entsprechendes Bedürfnis er:
so audi die Einschränkung der Kunstdiingeranwendung empfohlen. Damit allein ist aber das
Problem nicht gelöst. Wir können nicht einfadi zu den Methoden der Großväter zurückkehren,
zeugen kann. sondern müssen uns vor allem klar machen, daß das einseitige und übertriebene Streben nach hohen
Industrie und Handel, ja sogar der Staat sehen in der Landwirtsd'raft in erster Linie den Mengenerträgen in der Landwirtschaft nicht zum Ziele führt und weiterhin erkennen, daß in erster
Konsumenten, der durch geschickte Reklame bearbeitet und zum Kauf industrieller und kommerzieller Linie die Qualitätsproduktion, die Qualitätsschöpfung der eigentliche Sinn unserer landwirt:
Erzeugnisse veranlaßt wird. schaftlichen Berufsarbeit ist.
#

Und das muß sich der Landwirt endlich voll zum Bewußtsein bringen. Für eine soldie Erkenntnis gewinnt die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise ,

Der Bauer steht heute nicht mehr wie einst als der Urproduzent den anderen Erwerbs: ganz besondere Bedeutung.
zweigen souverän gegeniiber, sondern man behandelt ihn als einen widitigen Konsumenten Als der Vorsitzende des Versud13ringes anthroposophisdrer Landwirte, Herr Klosterguts:
des Gesamtwirtschaftslebens. Der Landwirt ist in wirtsd1aftliche Hörigkeit geraten. Die übrige pächter Stegemann, einige Jahre seinen Betrieb ohne Kunstdiinger bewirtschaftet und ab 1924
Wirtschaft hat keine Achtung mehr vor seiner Arbeit und gibt nichts auf seine Erzeugnisse, weil die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise in vollem Umfang eingeführt hatte, ließ sich sehr bald
die weltwirtschaftlichen Tendenzen auf dem Produktenmarkt die heimische landwirtsd'iaftliche Pro: eine auffallende Qualitätssteigerung seiner Erzeugnisse feststellen. Das weiterverarbeitende Gewerbe
duktion unwesentlich oder sogar überflüssig erscheinen lassen. Wird im Inlande nicht genügend und auch die Konsumenten selbst verlangten immer mehr und mehr nach seinen Erzeugnissen.
und preiswert produziert, so liefert eben das Ausland. Auf den anderen Betrieben dieses Versuchsringes wurden ähnliche Feststellungen gemad'it und
Der deutsche Bauer soll vor allen Dingen kaufen: Kunstdiinger, Kraftfutter, Maschinen, Betriebs: so war es naheliegend, daß die so wirtschaftenden Landwirte eine einheitliche Verwertung ihrer
stoffe, Sdiädlingsbekämpfung3mifiel, Beizmittel und ähnliches. Das gehört eben mit zum Programm Produkte ins Auge faßten.
der Intensivierung, wie sie seit Beendigung des verlorenen Weltkrieges immer wieder der Land: Im September 1927 wurde deshalb die Verwertungsgenossenschaft Demeter mit dem Sitz
wirtschaft als Notwendigkeit und letzte Rettung hingestellt wurde. in Bad Saarow gegründet. Die Genossenschaft bezweckt die sachgemäße Verwertung der durch
Aus seinen Uberschiissen oder auch nur Einnahmen konnte der Landwirt jedoch diese Inten: die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise gewonnenen landwirtschaftlichen Produkte. Alle voll:
sivierungsmaßnahmen nidit bezahlen. Er mußte Schulden und immer mehr Schulden machen in wertigen biologisch:dynamisch gediingten Produkte werden unter der gesetzlich geschützten Be:
der Hoffnung, daß die so viel gepriesene und von jedem fortschrittlidien Landwirt verlangte Inten: zeichnung Demeter in den Handel gebracht. Sdion in den ersten zwei Jahren des Bestehens
sivierung seines Betriebes alles wieder gut machen würde. der Genossenschaft ist es gelungen, den angeschlossenen Landwirten fiir Demeter:Produkte ent:
Diese Hoffnung hat getriigt. So lange wir in der Inflation fieberten, war der klare Blick sprechende Mehrpreise zu bezahlen. Es hat sich gezeigt, daß wirkliche Qualität heute verlangt
audi des Landwirts fiir seine wirtschaftlid1e Lage getriibt. Erst nach der Stabilisierung der Währung und auch entsprechend bezahlt wird.
standen wir plötzlich vor dem Abgrund. Aber noch immer trat in der Landwirtschaft keine Be.- Aber auch nodi in einer weiteren Beziehung ist die Genossensdaaft von grundsätzlid'ier Be:
sinnung ein. Zwar ging damals der Kampf intensiv
#
extensiv eine Zeit lang hin und her, brachte deutung fiir die Landwirtschaft. Sie madit den Landwirt wieder weitgehend unabhängig von den
jedoch keine Klarheit über diese Zusammenhänge. Bald hieß es wieder: Nur Höchsternten Manövern der Börse. Es ist der Verwertungsgenossenschaft in vielen Fällen gelungen, durch
können uns retten. Gleidueitig fielen aber die Getreidepreise unter Vorkriegsstandard. Das entsprechende Verträge mit ihren Abnehmern feste Preise für längere Zeiträume zu vereinbaren,
Mißverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben wurde in den meisten Betrieben immer größer. unabhängig von den Schwankungen der Börse. So kann audi der Landwirt wieder mit einiger:
Aber immer noch schaut alles wie gebannt auf den rein quantitativen Ernteertrag hin. Wieviel maßen stabilen Preisen rechnen. Er braucht mit seiner Ware nicht mehr aufs Ungewisse zu
Zentner werden pro Morgen geerntet? — Das ist die stereotype Frage mit der sich die meisten spekulieren. Der Landwirt kann auch in dieser Beziehung seinen Betrieb wieder gesünder gestalten.
Landwirte auch heute noch fast aussdrließlid‘r über ihre Wirtschaften unterhalten. Wer die größten Und ein weiteres Moment muß in diesem Zusammenhang noch erwähnt werden. Wenn
Mengen erntet, ist der beste Landwirt. Dabei machen sich nur die Wenigsten klar, daß mit jedem man auf die Arbeit heutiger landwirtschaftlicher Genossenschaften hinsdaaut, so muß festgestellt
Zentner Kartoffeln und jedem Zentner Roggen, der in Deutschland mehr geerntet wird, die Preise werden, daß sie sid't immer mehr dem Prinzip des Eigenhandels zugewandt haben, d. h. sie
für diese Erzeugnisse bei steigendem Angebot und einer wegen Qualitätsminderung oft zurüdc: arbeiten eigentlich wie ieder Getreidehändler auch. Ihr Streben muß es sein billig einzukaufen
gehenden Nachfrage immer weiter herabgedriickt werden, Diese intensivierte Landwirtschaft wird und teuer zu verkaufen, um eine möglidist hohe Verdienstspanne herauszuwirtschaften. Damit
sich selbst auch zum stärksten Konkurrenten. läuft aber das Interesse der Genossenschaft dem Interesse des Landwirts direkt zuwider. Die
Dieser Weg der Intensivierung hat die deutsche Landwirtschaft an den Rand des Abgrunds Genossenschaften haben somit viel von ihrem eigentlichen ideellen Charakter verloren. Sollen sie
gebrad'it. Wenn wir die bisherigen Ausführungen noch einmal zusammenfassen, so ergibt sich wieder zum wirklichen Diener und Helfer an der Landwirtsd'raft und damit auch am Volksganzen
folgende Gegenübersteilung‘. werden, so müßte sie mehr und mehr das Prinzip des Eigenhandels aufgeben und dafiir Korn:
missionsgeschäfte betreiben. Denn beim Kommissionsgeschäft gehen die Interessen der Genossen:
Entwicklung der Industrie Entwicklung der Landwirtschaft schaft und die Interessen des Landwirts nicht mehr auseinander, sondern parallel. Die Genossen:
Einschränkung und Regelung der Produktion Steigerung der produktion zu Höd1sternten sdiaft hat dann nur das eine Interesse, die Erzeugnisse des angesd110ssenen Landwirts so gut wie
Planwirtschaft Planloses Wirtsd1aften möglich zu verwerten.
Zusammenschluß der Einzelbetriebe Gegenseitige Konkurrenz Dieses gesunde Prinzip hat die Verwertungsgenossenschaft Demeter von vornherein ver:
Preisdiktate Fallende und stark schwankende Preise _ folgt. Sie betreibt ihre Geschäfte möglichst nur kommissionsweise. Ihr Interesse ist auch das
Wirtschaftliche Vormachtstellung Verschuldung
#

Krisis
‚4

Abhängigkeit von des angeschlossenen Landwirts.


. anderen Wirtschaftsgruppen Durch die Arbeit der Verwertungsgenossenschaft wird aber auch mehr und mehr eine plan:
Bankerott mäßige Produktion möglich gemacht. Dadurch, daß die Genossenschaft in engster Verbindung mit
So stehen wir heute in der Landwirtschaft dal den interessierten Verbraucherkreisen steht, kann sie den tatsächlichen Bedarf an den verschiedenen
Leider hat der Staat“ diese Entwicklung zum Teil wenigstens indirekt noch gefördert, auch landwirtsdraftlichen Erzeugnissen einigermaßen übersehen und dem Landwirt entsprechende Ratsdaläge
dort wo die Landwirtschaft glaubte, daß ihr geholfen wird. Es sei hier nur auf die sogenannten für seine Produktion geben. Es ist der Grund zu einer planmäßigen Bedarfswirtschaft gelegt.
Agrarkredite verwiesen, die ja in
Wie wurden diese verwandt? Ebenfalls den letztennachJahren wohl mehrere hundert Millionen ausmadaten.
dem Gesichtspunkt: Steigerung der Produktion,
Eine besondere Aufgabe sieht diese Demeter:Genossenschaft auch darin, dem Konsumenten
unmittelbar zu dienen, indem sie fiir eine sachgemäße und einwandfreie Weiterverarbeitung der
_QQL

Demeter:Urerzeugnissc besorgt ist. Dafür sind aber weite Kreise der Verbrauchersdiaft schon
herzlich dankbar, denn die Ernährungsnöte steigen in den Großstädten von Tag zu Tag. So
hilft die Genossenschaft durch ihre Vermittlerrolle zwischen Produzent und Konsument eine Briidce
schlagen zwischen Stadt und Land und dient damit audi in sozialer Beziehung dem Wohle der
Gesamtheit.
Die Not
So ergeben sich folgende Gesichtspunkte fiir die Beurteilung der Aufgaben und Ziele der
Verwertungsgenossensdiaft Demeter: der Landwirtschafi
1. Sie ermöglidat den Landwirten, wirkliche Qualitätserzeugnisse zu entsprechenden
Preisen abzusetzen. Ihre Ursachen und ihre Überwindung
2. Sie macht den Landwirt weitgehend von ungesunden Börsenmanövern unabhängig. VOX]

3. Das ungesunde Prinzip des Eigenhandels, wie es im heutigen landwirtsdraftlichen Dr. ERHÄRD BARTSCH
Genossenschattswesen vorherrsdit, wird abgelöst durch das Kommissionsgesdräft, durch wirk:
liches Dienen an der Landwirtschaft. 2. Auflage
4, Planmäßiges Wirtschaften gerade auch in Bezug auf die Produktion wird angestrebt. Zu beziehen durch
Es eröffnen sich Aussiditen für eine spätere Bedarfswirtschaft.
5. Eine unmittelbare Verbindung von Produzent und Konsument ist hergestellt. Ein
Vermertungsgenossenschaft Demeter G. rn. b. H.
Bad Saarorr) (Mark)
'

AVertrauensverhältnis zwischen Stadt und Land bahnt sich an,


So drängt in der Verwertungsgenossenschaft Demeter eine wirtsdtaftlidie Keimzelle zur Ent: Preis M 1,50
taltung, die an ihre Stelle der Landwirtsdraft zur erneuter Prosperität und dem Verbraucher zu
gesunder, gehaltvoller Nahrung verhelfen kann, vorausgesetzt, daß immer weitere Kreise in Stadt In knapper aber packender aufschlußreidter Darstellung wird der Leser
und Land ihre großen Aufgaben und Ziele erkennen. dieser Schrift zu den wadasenden Sorgen des Bauern als Produzenten und
zu den Nöten des Städters als Konsumenten hingefijhrt. Idit der Erkenntnis
der wahren Ursachen dieser Sorgen und Nöte wird audi der Weg zu einer
Überwindung dieser Krise gezeigt mit einem Ausblidc auf die biologisd‘r:
dynamische Wirtschaftsweise. Diese fiihrt den Bauer wieder hin zu den
Quellen seiner eigenen Kraft und verschafft dem Städter wieder gehaltreiche,
bekömmliche und einwandfreie Nahrung.
V

192950

GÄA. SOPHIA
Jahrbuch der Naturwissenscl'raftlidren Sektion
der freien Hochschule fiir Geisteswissenschaft am Goetheanurn Dornach

Neil Band IV (1929): Landwirtschaft Ne“


8°, 259 Seiten, mit Abbildungen und Zeichnungen im Text
Haibleinwancl RM 10.—, broschiert RM 8.50
In den meisten Ländern ertönt heute eine täglich intensivere Klage über die Not der Landwirtschaft, und
immer drohender sieht die Gefahr einer Ernährungshatastrophe für die Menschheit herauf. Die hier dringend
notwendige Hilfe kann nur eine grundlegende, das Übel an der \Wur3el fassende Neugestaltung der Land:
wirtschaft bringen, wie sie seit einigen Jahren nach den von Dr. Rudolf Steiner gegebenen Richtlinien schon
3urn Teil durchgeführt wird. An diesem Jahrbuch, das durch eine große An3ahl von Beiträgen Zeugnis
von den praktischen Erfahrungen und Erfolgen auf diesem Gebiet ablth und 3ugleid'i neufundierte An=
schauungen von dem Wesen der Pflan3e, des Tieres, von den Substan3en und Kräften vermittelt, wird
man nidut vorübergehen können, menn die gegenwärtige Krisis der I.androirtsdiaft und damit auch der
Volksemährung überwunden werden soll.

Orient—OccidenE—«Verlag Stuttgart


Charloflenplal3 Haus des Deulsch1ums.
Beziehbar durch jede Buchhandlung —
D e m e t e r Nr, 2. Fähruar 1930. 5.Jahrgang.

Erzeugnisse , Von der Pflege und Bereitung natürlichen Düngers

aus Demeter—Getreide als die gesunde Grundlage

Weizenweißbrof der biologiech-üynamischen Düngung.

Weizen ries O
"We1zenmehl Weizenvolllrornbrot

Weizen?chrot äg%%i?g?gkpgnijror M.K.Schwarz—Worpswede‚staatl.dipl.Gartenbauinspektor


"." O 11
ein FO
ROggen5Chror Roggen_und
aus Weizen)
Weizentloclren
Vollkorniruclatebrot
Z\W1eback
Die natürlichen Dünger lassen sich übersichtlich in 4 Gruppen fassen
und zeigen in dieser Einordnung ihre charakteristischen Eigenschaften.ßin
Hatertloolren Keks allseitig günstig auf das natürlcihe‚gesunde Fflanzenwachstum einwirkender
Gemusenudeln Spekulatius
‚_

natürlicher Dünger wird erst gewonnen werden können‚weenn tierische und


Suppennucleln T6ekudien flanzliohe Substanzen im Erdigen der Zusammensetzung die beherrschenäe Grund-
lage bilden.Je nach dem Ueberniegen tierischer‚pflanzlicher oder erdiger

Für Süddeutschland von der Demeter=Verwertungséenossenschatt


Substanz Wirkt der natürliche Dünger auch verschiedenartig auf das Pflanzene
konzessioniert und unter deren Kontrolle ‘

wachstum ein.
Flammüllerei — Steinmeßreinigung Keine elektrischen oder Gasflföfen
«

Keine Ultraviolettbestranlung —
Verwertung nur reiner Naturprodukte 1.) Dünger aus nur tierischen Abfällen veranlsst nach geeigneter
Prospekte und Preislisten gerne auf Wunsch ......_ Reife des Düngers ein rasghes,mehr wucherndes Wachstum„geeignet
Dr- Iheinhardt’s Nährmittelgesellschafi AG für sehr schwere,bindige bfielen .
Stuttgart —-- Cannstatt ‚ .
2.) Dünger aus tierischen Abgängen wirkt je nach Zusammensetzung
und Reife des Düngers vom wuchernden hachstum bis zu einem
solchen das ausgeglichen und allseitig mild wirkend ist,ahf die
Pflanze ein‚in der letzt genannten Verfassung für alle Böden
geeignet.
Die Erzeugnisse
5.) Dünger(Kompost)aus pflanzlichen Abfäälen wie gejätetes anraut,
der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise Grabenaushub,äbfääle aus dee Ernte‚gemähtes Gras usw.,mit Erdigem
soweit sie menschlicher Ernährung dienen zusammengebracht‚hat nach Eintritt der Reife dieses Düngere
(Kompostés)für das Fflanzenwachstum eine belebende milde Wirkung;
konnnen unmr den
er stellt die beste Humusanreicherung für Gartenbüden,für Wiesen
gesetzlich geschützteh Namen und Weiden der.

DEME'TER 4.)Dünger in Form von verschiedenen Erdantengdiese verschiedenen


Erdarten haben die Aufgabe,den einseitigen Böden allmählich eine
Struktur zu verleihen‚die für ein gesundes ?flanzenwachstum not—
auf den hflarkt
wendig ist.
Sie zeichnen sich aus durch
hohen Nährwert Von besonderer Wichtigkeit sind für unsere Betrachtungen die Gruppen 2 uhr
hervorragenden Geschmack 3:Sie bereinigen in sich alles‚was für das Wesen das Düngers erfoäderlich ist.
größte Haltbarkeit. Dungen heisst ja eine Verlebendigung der Erde erreichen.Die ?flanze soll nicht!
In tote Erde gebracht werden‚sei es als Same oder Pflänzling;sie hat es sonst
sohwer‚aus ihrer Lebendigkeit heraus soviel Kräfte aufzubringen,um zur Frucht—
Die Verwertungs-Genossenschaft Demeter G.m.b.H.
b}lung zu kommen.“Alles Fflanzehwachstum hat dieses leise Parasitäre ‚dass es
Bad Saarow in der Mark fi%0h auf der lebendigen Erde wie ein Parasit entwickelt"‚so sagt Dr.8teiner.
bildet den gemeinnützigen Zusammenschluß der biologischdynamisch
arbeitenden Landwirte.
' ää?d;ä er.
die Pflanue lebendige Erde vor‚so gelangt sie zur Fruchtbildung viel
“Cl.

— Auskünfte bereitwilligst — Preisliste gratis


Die richtige Pflege und Bereitung der natürlichen Dünger,die in den Grupp
2 “Pd 3 erfasst sind‚verleihen diesen Düngern einen Lebensgehalt,der den Boden
Budrdrudrerei Bruno Sd1euer, Breslau’5, Gräbsd12nerstr. 58, u?mltßelbar beleben kann und der Pflanze die günstigen Bedingungen gewährt‚die
519 für ihre allseitig gesunde Entwicklung bedarf.
Der Begriff "tierische Abgänge
nie notwendige Erklärung. " findet in der Tafel 1 die zum Verständ-

sämtlich tieriechen Abgänge eines lendwirtscheftlichen Betriebes ,


dessen Viehbestend im richtigen Verhältnis zur ganzen Anbauflä he‚zum
ganzen Organismue äteht‚sind zusammengefasst‚auch der idealste 3ünger
dieser Wirtschaft.Die Abgänge der einzelnen Tierarten in der Landwirt-
schaft für sich genommen‚heben eine spezifische Wirkung das heisst,
irgendeine Stoff-oder Kraftwirkung ist in überwiegenden esse vorhanden,
mit Ausnahme des Rindviehdüngere.fio werden innerhalb der Gruppe " tierische
Abgänge “ 5 Gruppen in der Düngerwirkung unterschieden,innerhelb deren
der Rindviehdünger zentral eingeordnet ist wegen seiner Ausgeglichenheit
im Düngenert und in seinem Lebensgehalt.Die $toff— und Kraftwirkungen
sind in ihm in einer idealen Weise vorhanden für die Belebung des Bodens
und für die Ernährungsgrundlage der ?flenze.Wie für den Huhdünger die
Ausgeglichenteit,seine milde anhaltende Wirkung auf Boden und Pflanze
che <teristiseh ist,so verkörpern z.B. die Abgänge des Schweine den kalten
Dünger,der nur langsam aber anhaltender zur wirkung gelangt und der im
Ueberwiegen des Kelis die Pflanze im stengeligen Aufbau begünstigt.Er ist
deshalb ein Dünger,der oft spezifisch für diesen und Weiden zur Anwendung
kommt.
Dem Echweinedünger etchen<iie sogenannten hitzigen Dünger polar gegenf
über.lnnerhalb dier Gruppe ist der Dünger jeder einzelnen Tierart wieder
für eich charakteristischgdoch liegt es nidfih.im Rahmen dier Arbeit‚auf
diese Charakteristik näher anzugeben.fiier ist es vor allem der Pferdedünger
der infolge seiner Hitzewirkung und des Freiwerdene von Kohlensäure bei
diesem Prozess zum Heizen der Erühbeetfenster die ausgedehnteste Verwendung
findet.Des gilt auch für die Schaf— und Ziegendünger,die ebenfalls unter
die hitzigen Dünger gezählt werden.

An TorfMull gebunden eignet sich der Pferdedühger aus gezeichnet zur


Bodenbedeckung für Gartenkulturen.Die Niederschläge lösen und spülen den
Dünger aus dem Torfmull in den Boden hinein;da dies ein eich allmählich ;
vollziehender Prozess ist‚geetaltet sich die Düngungswirknng in recht
milder‚dem Pflanzenwachetum zuträglicher weise.Hierbei sei gleich bemerkt,
dass bei diesem Bodenbedeckungsverfahren der ausgelaugte Torfmull mäglichst
nicht in den Boden eingebracht‚scndern abgeherkt wird,um erneut als Streu
9

wexa<m $t i%. u£é äk n«


zu dienen.
_ $chlieeelich gehört auch zur Gruppe der hitzigen Dünger der Geflügeldüngm
in ihm sind die festen und flüssigen Abgänge vereinigt.Zur Wirkung des Stick-

etoffee tritt noch der reiche Gehalt an Phosphor hinzu;er eignet eich daher
besonders wo es gilt,das Blühende und Fruchtende zu unterstützen.
„ Von den soeben angeführten tierischen Abgängen‚die allgemein als Stall-
dunger bezeichnet werden,hat nur die Gesamtheit der anfallenden Dünger
Zueammengenommen und der Rindviehdünger für sich genommen‚die günstige all—
se1tige Einwirkung für ein gesundes Pflanzenwanhetum .

Die Verwendung von nur Schweinedünger‚nur Schafdünger,nur Gefäüceldüneer


ruft im Pflanzenwanhstum auch einseitige Wirkungen hervor und ist
nur
dort
angebracht‚wo es gilt‚in der Entwicklung zurückéebliebenen Pflanzen aufzu-
h?lfen und ein allseitig gesundes Wachstum wieder zu erreichen;der eineeitis
w1rKende Dünger ist mehr als ein Heilmittel zu betrachten. 0‘

myyMassgebend
1nderwert1geefür
die Güte
Futter gibt
des Düngers ist die Futterhaltung der TiereiEin
letzten Endes auch ein minderwertigen Dünger.
In der rientigen Pflege des Düngere ist ein Eittel in die Hand 17egeben
die eüte des Düngere nicht nur zu überweehen,sondern sie ganz bet1‘ itlieh
zu steigern,namentldth hinsichtlich der Kräftewirkungen‚die als Streh eg"—
Wirkungen engesprechen werden können.
dedurch,daes der Stelldünger in Haufen aufgesetzt wird‚wird einem
gehen
natürlichen Vorgang entsprochen,von dem Er.Steiner eegtä"Wenn nämlich für
irgendeinen Ort der Erde ein Niveau‚dae über der Erde vom Innern der Erde
sich abgrenzt‚eo wird alles daejenige,wae sich über diesem normalen Eiveau
der Erde erhebt‚eine besondere Neigung zeigen zum Lebendigen‚eine besondere
Neigung zeigen‚eich mit AetherieeheLebendigem zu durchdringen."

Dieses Aetheriech—Lebendige muss aber unbedingt innerhalb des Stall—


aüngerhenfe festgehalten werden.Daher ist es sehr wiehtig,einen Stalldün—
gerhaufen mit ei„em festgeeehlegenen ermantel nach auseenhin abzusehlieseen
3ieser Erdamschlag ist aber ein unbedingtee Erfordernis‚wenn der Stellddnger
haufen präpariert Wird‚denn durch die strahlende Einwirkung der Präparate
wird das Aetheriech—Lebendige ausserordentlich gesteigert und würde ent-
weicnen‚wenn nicht der Erdmantelabschluee vorhanden wäre.Um eine innige
Verbindung zu schaffen zwischen dem Kulturboden und dem Stallddngerhaufen
wird eine bis zu éo cm tiefe Grube hergestellt,deren Boden zunächst mit
einer Kieeehicht und darüber eine Lehmeehioht‚beide nur einige cm stark
überzogen wird.
In diesem Stalldüngerheufen kann nun noch der Ablauf eines sehr wich—
tigen Prozesses hineinverlegt werden und zwar den der sogel nnten Vorveré
danang.Bieher ist es üblich,den Stalldünger,wenn er eine Zeit lang in
Haufen gesetzt lagerte‚ihn aufs Feld und in den Garten zu bringen,wo er
alsbald eingepflägt oder untergegraben wurde.Dieser $talldünger ist in diese
Form für die Pflanze nicht in vollem Umfange nutzbar,besonders nicht in
\

Hinsicht eines gesunden allseitigen Wachstums.fie entstehen Pflanzen‚die 5


sich geil entwickeln‚den Witterungeeinflüeeen‚pilzlichen und tierischen
Schädlingen ausgesetzt sind„Die in sich lebendige Erde vollzieht an dem
Dünger eine Art Vorverdaunng durch eine Unzahl von mikroorganiemen‚die
wierdernm das Bett bereiten für eine ganze Anzahl von schädlich werdenden
Insekten‚deren Larven in den rohen Stelldängerklumpen ihr Lebensniveau finde
Nur einige dier Tiere seien genennt‚so die Karotten„fiohl-und Zwiebelfliege
Kohlerdechneke‚Wurzelfliege usw.Diese im Kulturboden vollzogene Vorverdau-
ung des klumpig und ungleich: ssig in ihm lagernden Stalldüngers bringt also
allerlei schädliche Folgen mit sieh,die recht vorteilhaft verhindert werden
können,wenn diese Vorverdauung bereits im Düngerhaefen selbmt vollzogen
wird°
_
. .
a ‘
‚ Tafel 5 zeigt,wie die Vorverdauung in den Stallddngerheufen hineinver«
legt rird.Sobeld die bereits beschriebene Stelldüngergrabe mit Dünger soweit
angefdllt ist‚dese dieser bei nicht zu starkem Heruntertreten etwa 40 cm hoch
-
let‚wird über diesem Stalldünger eine 5 10 cm starke Erdscnieht aufgebracht,
die aus humösem Sand,am besten aus präperiertem Kompost besteht; auf diese Erö
Seh1chte wird wieder eine 40 cm starke Ex Mietschieht gebracht,dann wieder
eine Erdechieht und so fort bis der ganze Düngerhaufen die gewünschte Höhe ‘

Fat,um dann völlig mit einem Erdmantel umgeben zu werden.ln diesem Düngerhauf£
let innerhalb
nun ein Erdniveeu auf das andere getürmt,dazwischen immer die

stpackung
916 der Erdschichten nun vorverdaut wird durch das gesteigerte
J-=€ibendige,des in jedem auf der Erde eufgeeetzten Düngerheufen sich befindet.
Auf diese Weise geht die Vorverdauung,die einer Erdigen Ver-
f°2tung
5 echneller
gleichlommt,bedeutend Erde
vor sieh,alses in der möglich
und was senr w1cnt1g ist,ohne den verschiedenen Pflanzeneehedlingen
_ _ _ tleriecher und pflanzlicher Art die Brutstätte zu bieten,die infolge der


sehr gesteigerten Lebendigkeit keine Lebenebedingungen mehr vorfindet.$obald
bald der Stalldüngerhaufen aufgesetzt und mit dem Erdmantel umgeben ie

erfolgt die Fräparierung in der bekannten Weise. .

Der Verlauf der schnelleren oder langsameren Verrottung hängé davon


ab‚aass dieser Stalldü- erhaufen möglichst überschattet und windgeschützt
leigt und dass er 'egelmaseig allwöbhentlcich an einem bee immten Tage
mit stark durch Regenwasser verdünnter Kuhjauohe,je nach Grösse des
Stalldüngerhaufens 1 - 3 Kannen‚durchfeuthtet Wird.F.r diese Burchfeußh-
tung befindet sich oben auf dem 3talldüngerhaufen die Mulde.ßie Stell—
aüngerhaufen‚die auf diese %eiee verwendet werden,sollten künftig mehr
kegelförmig angelegt werden,einmal Weil durch diese Art der Anlage der
Erdmantel
feuchtung
besser hält und nicht abgespült wird und dann weil die Durch-
sich einfacher und durchdringender vollzieht.

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„„erhAlb eines Jahres ist die Vorverdauung im Stellddnqerhaufen auf die
—besohriebene Art vollzogen,naohdem nach etwa einem halbe. Jahr seit der
age d55 Haufens dieser gründlich umgesetzt wurde und dann Wieder mit dem
dmantel‚der vorher herunter gezogen wurde‚neu bedeckt „ rd.
Das Ergebnis dieses Kompostierverfahrens ist‚einen Dünger zu erhalten,“
der wie schönste Gartenerde euesiht,eich durchseine ausserordentlich eohone
streubarkeit auf dem äelde oder im.Gerten gut verteilen lasst
e gt bezw.eingeherkt zu werden braucntgder fertige D nger‚dermit nur
und Reohteinge-
als
Edelkompost bezeignet wird,hat eine nilde,anhaltende nirhung,begunstigt das
uachstum allseitig‚ist sofort aktiv in der oberen
lebendigenfichicht des”.

Kulturbodens‚in der er durch Eineggen oder Einherken feinste Verteilung iindet
und so seine Eigenschaft‚den Boden zu durchstrahlen bestens dienen kann.3edes
TeilChen dieses feinkrdmeligen Düngers ist ja geladen mit lebendiger Wirk-
Samkeit und aktieviert so den Kulturboden aufs Lebendigste.
Es wird diesem Verfahren gegenfiber gern der Einwand erhoben,dess die Pflege
des Stalldüngers in dieser Weise zu umständlich und nicht wirtschaftlich sein
k5‚nte;wird aber der Gesamtvorgeng di‚ses Verfahrens einmal betrechtet‚so EX
zelgt sich,dass das Gewicht des Arbeitseinsetzes gegenüber @isheringen Ver-
fahren sehr auf den Pflegemasenakmen lastet‚dass aber der Ausgleich mit dem
Augenblick bewirkt wird‚wo der Dünger eufgeladen‚gebreitet und untergegraben
wird.Der Edelkompost kann in bequemer Weise aufgeladen und gebreitet werden
und dann tritt die Egge bezw. die Harke in Funktion.ßeim üblichen Stalldünger
gestaltet sich das Aufladen und des Breiten mit der Eistgabel bedeutend schwiew
riger und zeitraubender und der Eünger kann nur mit dem Fflug oder dem Spaten
untergebracht werden,léegt alsdann klumpig im Boden,meist noch zu tief und
entfaltet nicht die Lebendigkeit,die erreicht werden könnte.flier wird es
offenbar‚dass die Bereitung des 3talldüngers zu Edelkompost letzten Endes
doch sehr bedeutende Vorteile gewährt‚die hier noch einemal kurz zusammen-
gefasst und ergänzt werden sollen.
a)Keine wuchernde‚sodern milde Einwirkung in die Verlebendigung des Bodens.
b)Schnellere Vorverduuung‚die in den Stalldüngerhsufen verlegt wird.
o)Verhinderung des Auftretens von Pflanzenkrankheiten und tierischen
Schädlingen‚de der Vorverdauungsprozess in den &tallddngerheufen ver-
‘?
legt ist.
d)Denkber günstige Bodenverbesserung‚rasche ”umusanreicherung‚schnelle
dynamische Einwirkun zur Erreichung der Krümelstruktur des Bodens.
e)Riohtige Düngerpflege bedeutet halbe 30denbearbeitungmde der Dünger
gut streufähig‚feinkrümelig mit der Eggs oder Eerke untergebracht wird
und sofort wirkt.

qx‚m er5&W
f)Vorverdauter(ädel‘ompoetDünger also Edelkompost gewährleistet Qualitäts—
9rodukte in den Rehrungspflanzen für “ensch und Tier.
%
g)Entsoheidendes bewusstes Eingreifen des Menschen bei den Düngermassneh-
% men ist beim Edelkompost gewährt.
Die Güte und Reife des Edelkor sten ist an seinem.Beeatz nn Regenwürmern
’ Erkennbar.ßind viel Regenwürmer im Edelkompost vorhanden‚dann ist der Grad
der Verlebendigung des Düngers erreicht,der ein gesundes Pflenzenwachstum m
möglich macht.
% . Die erdige Verottung des Stalldüngers bis zum fertigen Edelkompost hin
%i _
Vollzieht sich innerhalb eines Jahresrythmus‚wenn die geforderte Sorgfalt
u t und die Stalleinstreu kurz gehaltnnsohnitten wird.3troh aller & Getreide-

arten ist die beste Einstreu;eie sollte eigentlich ausschliesslich Ver—


wendung finden.
_ ist der sogenannte
rlich
Für Wissensneiden und Gertenböden unenuheo {urz
liorati-nskompoet (siehe Tafel 2).Wie anfangs erw nnt‚sind seine
standteile pflanzliche flbfälle,wie
fälj@ aud der Ernte,g
gejätetes Unkraut,Greheneushuh‚
tes ? es, euemüll,Ruse,floleschc.@eneu so wie
f‚r die Bereitung
des
Edelhorpostes Wird auch hier eine Grube euegehoben,
in die nun die Abfälle eixgebrecht werden bis etwa de en Schichthöhe nach
dem Heruntertreten der pflanzlichen Stoffe.fitatt der E'dschichte wie beim
Edelkonoost
wie
wird pulveriesierter Aetzkalk in ganz feiner deise gestreut etwa
ein hehldberzug.5ind z,Zt.keine weiteren nbfille vorhenden,so wird auf die
1‚SchiCht ein Torfmullmuntel gezogen,der mit der Herke zurückgezogenirird,
sobald eine neue Schicht mit Abfällen aufgesetzt wird und diese wiederum
den feinen Üeberzug mit hetzkelk erhält.lmmer sollte Wert darauf gelegt rden
beim allmählichen Aufsetzten der Homposthaufen,diesen beständig unter einem
Torfnuälnantel zu halten und jedes el‚wenn neue j'fallechichten aufgebracht
Werden‚ist dieser Torfmullmantel vorher mit der Marke ebzuziehen.fiech jeder
etwa 40 em starken Schicht ist auch der Aetzkalk in pulvriger gern zu ver-
wenden.lst der homposthaufen geschlossen und mit einem etwa 50m starken
TCrfmusslmantel umschlossen—es ist empfehlenswert,ihm.geneu die Form zugeben
wie schon beim Edelkompost beschrieben —
wird dieser ebenfalls @ '*—riert.
Auch dieser Kompost muss dberschattet und windgeschdtzt liegen. Das
r celmässige Jeuchen ellwöcnentlioh an einem bestimmten Tage ist “r die
Güte dieses Kompostes und dessen baldiger Gere von entscheidender gedeutung.
Wenn irgend möglich sollte der fompostheufen ein fiel mit stark verdünn—
ter huhjauohe‚das andere fiel mit in „egenwesser aufgelösten M hmist»eine
kleine 3chöpfkelle sieses aufgelösten‚präperierten Kuhmistes genügt für ein
einmaliges Jauchen-durchfeuchtet werden.
-r.
Die bisherigen Erfehrungen ergaben‚dass auch dieser Aompost nach einem
Jahr verwendungsreif ist‚heeonders wenn die sperrigen Ahf lls vorher zer-
hleinert wurden.Diese Erfahrungen sind nm£ bei leichtem Boden gemacht worden,
bei schwerem Boden dürfte der'Vprverdeuungsprozeee etwas länger deuern,huch
hier wird die sorgfältige Pflege und der vermehrte Arbeitseinsatz reichlich
entlohnt durch des schnelle Garsein des mpostes,der bei diesem Verfahren
nur die Hälfte Zeit wie früher gebraucht.
Ale wertvoll hat es sich erwiesen,wenn die ursprünglich angelegten
Gruhen‚heim äusfehren des hängerxhomyostesmauch des Edelkompoetes,nicht

em„isw »« @ W
völlige entleert werdenmscndern etwas von dem reifen Dünger drinnen bleibt
als äusserst helebte Grundlage für den neu anzulegenden Hompost-bezw.angerw
haufen.
Auch der äslioretionskompnst wird nach halbjähriger Liewezeit umge-
setzt;dabei ist darauf zu aohten,dass kein Torfmull in den hompost herein.
kommtfienn dieser dient lediglich dazu‚den Komposthaufen nach aussen hin ab—
zuschliessen‚demit er innerlich sehr stark lebendig bleibt.
Torfmull kann nicht,wie heute vielfach geübt,zur Bodenverbesserung
Verwendet werden.lorfmull ist in seinem Prozess vom pflanzlichen Stoff zum
Eine el hin schon viel mehr Braunkohle als pflanzlicher Stoff,stellt nichts
mei- Belebtes dergeusserdem ist die noch in dem Torf befindliche Kumussäure
euch ein Stoff,der dem Lebensprozess entgegenstehtges ist zweifellos ‚dass
061 starker anhaltender Verwendung von Torfmull zur Bodenverbesserung die
allmählich vertorfen und steril werden für ein ?flanzenwenhstum.
'

Der pulverförmige netzhalk im hemposthaufen hat die Aufgebe,des zu


stark wuchernde Aetherieche herabzumindern‚am.euch anderen Kräfteeinwirkungen
?6ü notwendigen Einfluss zu sichern.Der Aetzkelk ist in dieser Pulverform
lm Hendel;vielfach wird aber Brockenkalh gekauft und dieser wird langsam
durch Usherbreusen mit Wasser in einer Holzmulde gelöscht bis er in ein
feines Eulver zerfällt.
Wie schon geeegt‚eoll der Meliorationekompoet,um.ihn voll-
hen‚ausser mit verdnnnter ”uhjauche auch mit in Regenwasser @
“parierten Kuhdünger dnrchdr ngt werden.
&

gie Präparierung dieses Kuhdingere geht aus der Zeichnung auf T


nicht eret einer weiteren Beschreibang.Dieeer im.nolziase
hervor und bedarf be,
Präparierte Rundünger behält naehxrni?räperieren seine ureprüng110he
i„

riecht aber nicnt im mindestengdes gleiche kann e h beim heliorations-


komp05t und beim Edelkompost festgestellt werden.3ee iet aber gerade ein
Zeichen f.r die Güte?dese des Duftende innerhalb des Düngers gebu.den und
gestgehelten ist.Duftet ein Dünger‚eo ist damit angezeigt,dees dee eingentlic
wesentliche des Düngere em Entweichen ist.Die flü eigen Ausscheidun“
stalltiere Werden meiet in einer genauerten Grube aufgefangen und k nnen
darin Vorteilhaft präpariert werden.©ie Jauche wird aber zweckmäesiger für
die Durchfeuchtung der ‚ompost—nnd Erdheufen verwendet‚els deee sie w
bar in Feld,euf der Wiese oder im Garten Verwendu;* findet. auf jeden i

soll ee ganz Ve'iieden werden, sie an wachsende Pfl‚nzen heranzubringen.



he wirk‘ unmittelbet‚aber eineeitig,eie die Eflenzen enf.8ie
viel besser gebunden werden an dena ZIieenen den
my ibereitung ver—
.brecht zu werden„eoweit sie nicht z.- '

Eie unter den Gruppen l-£x und 4


hier nur ffiüohtig gestreift werden.Alles von einem Tier
in eei‚ weit einen wertvoli‚n Dünger.Dieser Düngeil
s en bereitet werden‚da die verendeten und cesct echteten Tiere
die industrielle Verwertung weitgehendst “
t werdei ‘s bleiben necn
diesen Verwe'ueigemethoo n nur bestimmte “te übrig‚die jedes für
sich verwendet,wie „ ei eitige Wirknrfl en.So fallen 5
ale Abfallprodukte Eaere,„ol '
fib‚Hor'0ries,iornmehl, nochenmehl‚3leich-
und Blutmehl.l rn Heere‚'olletaub vererden nur sehr lengeemgihre
ngen leigen im.lieseligen und im Sticketofil‚während e Blutmehl spe—
ein eticketolfdänzer ist‚tendieren die Fleisch-und inocnenm ie
me„r zum starken Phoephorgehelt nin.Heute ist die Verwendung dieser Dünger
zum Treiben noch sehr im Gebrau n.ln Zukunft werden diese Treibmethoden
jedoch vorteilhafter mit der Einzelpräparatenenwendung durchge1ührt werden
können.
Üeber die in der Gruppe 4 erfassten Erderten Wäre eueeerqrdentlich
viel enzuführen‚darüber wird e.Zt. eigens ein Aufsatz geseirieben werden.
Im nahmen der vorliegenden nur noch die Eereitung des Lehm—


kompostee beschrieben werden.Diee i»t für die durchgreifende und schnelle
Verbesserune leichter Böden von grosser Bedeutung und auf leichten Böden
erst den bau von Kohlgemäsen‚3ellerie etc„mit Erfolg ermoglioht.
Im.5pätherbet wird Lehm aus einer Grube gefahren und so gebreitet,
deee er höchstens in einer Schicht von 5-8 cm lagert und dann völlig den W
w1nterlichen Einfläseen eue‘esetzt ist‚die dem Flumpigen Lehm eine feine
bröselige Struktur eben.lm ‚rühjehr w.rd nun 1eser Lehm zue en mit
prepariertem‚reifen ompost zu einem hompoetheufen aufgesetzt; ieder ist
Eine Grube vorner da;dort wird in etwa 40 em starker Schicht der bröeelige
Lehm eingebracht‚der vorher mit einem Drittel pr“ erierten Kompostee der
in5gesamt verwendeten enge gründlich durchmiecht Wurde;über diese Qchicht
wirü eine lo cm starke Erdsehicht gelegt,darüber Wieder Lehm,dan wieder
Erde uew.Auch um diesen Kompost wird ein Torfmallmentel gebracht.nlsdenn
wird der Haufe präpariert und ganz in derselben Weise beendekthendelt‚wie
bisher für die Kompoetneufen beschrieben.ßech einem halben Jahr wird euch
der Lehmkompost umgeetochen und ist nach einem Jahr verwendun ebereit.Dieeer
-« ’
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Monatsschrifi‘ für
biologiecßdynamische Wirtschaftsweise
(früher Mitteilungen des landwirtsdwafrlidaen Versuchsringes
der Anthroposophischen Gesellschaft)

Herausgeber; Versuchsring anthroposophischer Landwirte in Deutschland e. V.


Schriffleitung: Dr. E. Bartsch. Bad Saarow (Merk)
Dipl.9lf\9. F. Dreidax, Steißljngen (Böden)
Geschäffssteile; Dr‚ B. Bartsch, Bed Searow (Merk) Dosischeckkonfo: Breslau 56266

fiir. 5 März 1950 5. Jahrg.

Sterneneinflüsse und Naturwissenschaft


Franz Dreidax
Kommt heutzutage in irgendeiner Gesellschaft die Sprache auf die Astrologie, so ist das fast
immer eineGelegenheit zum Streifen. Der eine zweifelt an allem, was man über sie vernehmcn
kann. Der zweite spricht von einem neuen Aberglauben, von einem dummen Vertrauen auf
ein Mischmasch aus Einbildung und Oberflächlichkeit, das im modernen naturwissenschaft:
lichen Zeitalter Sidi hoffentlich nicht weiter breitmachen könne, so wie es im finsteren Mittelalter
der Fall war. Ein dritter weist darauf hin, daß der Glaube an die Vorherbestimmung des Schick.-
sals durch die Sterne zu einem menschenunwiirdigen Faialismus führt, welcher der Fortentwicklung
der Niensd1heit sdiädlid'i sei. Nut rüd<ständige und faule Völker und Menschen hätten fatalistisd1€
Ansichten, Und schließlid1 kommt ein Vierter und stellt die einfache Frage: Wie soll denn der
Sterneneinfluß vor Sidi gehen? Da draußen sind in unheimlidier Entfernung die Gestime.
Die gehen dort alle ihren mathematisch genau bestimmten Gang mit der Präzision einer Uhr.
Man kann sich ausrechnen, daß es riesengroße Sterne gibt. Und hier ist der winzige Erdball,
der ja gegen alle diese Sterne keine Bedeutung hat und nur uns so widiiig erscheint. Und da
soll sich auf dieser Erde wer weiß was alles nach dem Gang der Geslirne richten? Das ist nur
Dünkel des Mensdien. Hier wirken die bekannten Naturgesetze und einige nod1 nicht ganz auf:
geklärte Naturgesetze, die sich aber bald in der niidiiemsiett Weise dürften aufklären lassen.
Gerechtferiigt fühlen sich alle dadurdi, daß sie wirklidi Beispiele von Mensdizn haben, welche
die Astrologie in abergläubisdier Weise betreiben, etwa so wie das Karienschlagen und Bleigießen
oder dieselbe in fatalisiischer Weise auffassen, und die deshalb wirklich von niemand in Schutz ge:
nommen werden können.
Es ist aber trotz dieser kräftigen Reden etwas in der Luft wie eine feine Furcht, daß an den
Gestirneneinflüssen doch etwas sei. Man fürchtet sich wegen der Gefahr des Aberglaubens und
der Gefahr des Fatalismus, der ganzen Sache wirklich auf den Grund zu gehen.
Es gibt überall Menschen, die erschöpfen Sidi nicht im Reden und Streifen, sondern schreiten
fort zum Denken und Arbeiten. Auf dem Gebiete der Erforschung der Sterneneinflüsse ist
die Zahl dieser Menschen in neuerer Zeit eine recht ansehnliche geworden. Es lassen sich sehr
viele von dem allgemein verbreiteten Vorurteil der maierialistischen Weltanschauung gegen alles
Astrologisdxe nicht abhalten, einfach den 'l‘atsadmn nachzugehen, was audi kommen möge. Hat
doch der ständige Fortschritt der Tatsad-mnforschung auf naturwissenschaftliQO Gebiete schon so
ungeheuer vieles zu Tage gefördert, was mit dem naturwissensd1afllichen Theoriengebäude, welches
Mitte des vorigen Jahrhunderts entwickelt wurde, nicht übereinstimmt. Wissenschaftlich er:
kannte Tatsachen brechen wissenschaftlidm Meinungen. Riditige wissenschaftliche Mei.-
nungen aber fördern die Tatsadaenforsdmng in besonderem Maße. Es lassen Sld'l die heute vor:
liegenden naturwissensd1aftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Siemeneinflüsse folgendermaßen
gliedern:
l. Einzelarbeiten, welche in oft unerwarteter Weise auf Spezialforschungsgebieten Sternen:
einflüsse entdecken und klarstellen.
_49__

2. Zusammenfassende Arbeiten, weldie die Grundtatsache des Sterneneinflusses aus großen Selbst für die nüchternste Betraditung sind das staunenswerte Ergebnisse. Was man in
Naturzusammenhängen erkennen und seinem Wie und Wann in immer sorgfältigerer Forschung bezug auf die Erforschung anderer Strahlungsarten aus diesem Arbeitsgebiet erlernen kann, das ist:
nachzugehen trachten. .
Wenn man nach Strahlungen fors_dit, muß man sehr häufig erst etwas finden, was die Wirkung
Es ist insbesondere ein modernes Forschungsgebiet, weldies den] Naturwissenschaftler den besonders auffällig, deutlich und siditbar macht. Die ungemein widitige zarte Dauerwirkung wird
Übergang zu einer Erforschung der Sterneneinflüsse ermöglicht: die moderne Strahlungslehre.
selten als erstes entdeckt. Hat man ein besonderes Nlittel zum Auffälligrnadien gefunden, so kann
Früher kannte man nur die Lidit$trahlen; die konnte man sehen. Dann lernte man die man in edit naturwissensdraftlicher \Weise damit weiterarbeiten.
Wärmestrahlen kennen; die kann man sd10n nicht sehen, aber man kann sie grobhin fühlen. Aber die Strahlungsforschung hat noda weitere Sonderbarkeiten, Diese seien nun nidit mehr
Außer den Wärmestrahlen erkannte man weiterhin im gewöhnlichen Lichte audi noch das ultra: an irgendeiner ganz neu gefundenen Strahlung der Physik dargelegt, sondern an einem der ur:
violette Licht, das man weder sehen noch grobhin fühlen kann. Man kann diese ultravioletten ältesten Beispiele für den Einfluß der Gestirne auf irdisdie Verhältnisse: an Ebbe und Flut.
Strahlen am leichtesten vermöge ihrer chemisdien Wirksamkeit nachweisen. Sie wirken sehr Der Mond steht im Zusammenhang mit Ebbe und Flut des Meeres. in genauer Weise
stark auf gewisse photographische Platten. Sie wirken aber auch auf die Organismen sehr stark. folgt Ebbe und Flut nach dem Kommen und Gehen des Mondes. Wenn nun jemand z. B. in
Man benutzt das Licht hoher Gebirgslagen, wie audi das Licht von Ouedcsilberlampen (Höhen: einen Streit verwickelt wiirde, ob Ebbe und Flut mit dem Mond etwas zu tun haben und er be:
sonne), weldie beide reich an ultravioletten Strahlen sind, bekanntlidr zu vielerlei Heilzwecken. gibt sich zur Aufklärung dieser Sadie an “die Ostsee: da wird er nicht viel Glück haben. Bei
Nodi merkwürdigere Dinge als an der ultravioletten Strahlung lernte man an den elektrisdien einem so kleiner) Wasser, wie es die Ostsee gegen die Weltmeere ist, da machen Ebbe und
Strahlungen kennen. Als man elektrische Entladungen in Glasröhren vor sich gehen ließ, in Flut ja nichts aus jeder Wind, jeder Regenguß bringen da stärkere Wirkungen hervor als Ebbe
#

welchen man die Luft sehr verdünnt hatte, lernte man die „Kanalstrahlen“ und die „Kathoden: und Flut. Geht aber jemand an die Küsten des Atlantischen Ozeans, ja geht er insbesondere
strahlen“ kennen*). Bei soldten Experimenten bemerkte man durch Zufall, daß überall da, wo die an einige Felsenkiisten, die zur Beobaditung außerordentlich geeignete Meeresbud1ten haben, so
Kathodenstrahlen dieser elektrisdien Entladungen in Glasröhren mit verdiinnter Luft an der Glas: kann er Ebbe und Flut in der alleraugenfälligsten Weise als riesenhafte Naturerscheinung erkeinien.
wand auftreffen und dort ein Phosphoreszieren bezw. Fluoreszieren hervorbringen, eine neue Strahlungs: Wenn jemand Ebbe und Flut in Zeiten beobaditet, in denen der Mond keine besondere
art ihren Ausgang nimmt: die Röntgenstrahlen. Mit dem Auge kann man audi sie nicht Stellung zur Erde einnimmt, so wird er eine ruhige, gleichmäßige Erscheinung wahrnehmen.
sehen, kann sie wiederum nicht grob fühlen, aber man kann sie mit besonderen chemisdien Sub: Er wird vielleidit dazu neigen, die Wirkung dieser Ersdieinung zu unterschätzen, die natürlidi in
stanzen leicht wahrnehmbar machen, weldie von den Röntgenstrahlen zum siditbaren Aufleuchten ihrer gleichbleibenden Stetigkeit eine ungeheuere ist. Beobachtet er aber zu einer Zeit, in welcher
gebracht werden. Welche erstaunliche Rolle die Röntgenstrahlen in der Heilkunst und heute audi der Mond in eine ungewöhnlidie Stellung zur Erde und zur Sonne kommt, so wird er wahrnehmen,
in der Technik bekommen haben, ist ja allgemein bekannt. Als man der Entstehung der Röntgen: wie die Flut sich ganz außerordentlich steigert. Sie steigert sich so, daß sie zu fiirditen ist, weil
strahlen weiter nachging und chemische Substanzen ‘mit starker Fluoreszenz untersuchte, ob sie sie gewaltige verheerende Wirkungen auszuüben vermag. Die normale Flut wird zu Zeiten des
vielleicht audi Röntgenstrahlen aussenden, so wie der fluoreszierende Fleck in der Glaswand der Vollmondes, des Neumondes und der Erdnähe des Mondes zur Springflut. Kommt nodi un:
Röntgenröhre, da fand man dies bestätigt. Soldie fluoreszierende Substanzen sind insbesondere günstiger Wind dazu, der die Flutwellen gegen den Strand treibt, so wird sie zur Sturmflut.
die Salze des Urans. Bei den Arbeiten mit diesem seltenen Element fand die Forsdierin Frau ist der Mond jedoch im zunehmenden oder abnehmenden Viertel, so Haut sich die Erscheinung
Curie schließlida das Radiurri, das die Strahlungswirkung des Urans noch in vertausendfaditem von Ebbe und Flut ab; die Flut steigt weniger hoch, die Ebbe geht weniger weit zurück. Der
Maße besitzt. Seemann spricht dann von einer Nippflut.
Mit elektrisdien Strahlungen, die heute im größten Umfange benutzt werden, den Radio: Zum Erkennen von Sternwirkungen sind also nicht immer nur bevorzugte Hilfsmittel
weiten, welöne ja von den großen Sendern aus welleriförmig sich fortpfianzen, weiß heute fast jedes nötig, sondern man muß auch an bevorzugte Orte und bevorzugte Zeiten denken, wenn
Kind Bescheid, obwohl diese Strahlen weder mit den Augen, nodi mit dem Gefühl, nodi audi man auf auffällige Erscheinungen rechnen will. Dazu kommt noch ein Weiteres:
mit dem Ohr wahrzunehmen sind. Man muß einen richtigen, gerade geeigneten Detektor und eine Die Flut trifft nicht genau zusammen mit der Mondstellung: Mond zum höchsten am’sid1t:
gerade geeignete Antenne haben, die fiir diese Radiowellenstrahlung empfänglich sind, dann kann baren Himmel. Ebbe und Flut, obwohl ganz unverlcennbar und unbestritten mit dem Mond im
man die weithin reichende Fernwirkung der Radiowellenstrahlen von da aus auf alle mögliche Zusammenhang, hinken zeitlich hinter dem Gang des Mondes nach. Nur das Tempo, der Rhyth:
Weise wahrnehmbar machen. Der Detektor schließt je nach der ankommenden Radiostrahlung mus der Aufeinanderfolge ist gleidi. Das gibt ein neues Hilfsmittel fiir die naturwissenschaftlidae
einen elektrischen Strom bald stärker, bald schwädier, bald sd1altet er ihn ganz aus. Mit dem so Sternenforschung: Es ist nicht immer das unmittelbare zeitlidie Zusammenfallen zwischen Sternen:
vom Detektor aus beeinflußten, aber nidit von ihm erzeugten Strom kann man dann alles möglidie wirkung und Sternenlauf aufzufinden, sondern es ist unter Umständen für die Sternenwirkung nur
machen: Man kann die Radiowellen hörbar machen *— das ist ja der Hauptwitz #, man kann das gleidie Tempo, nur der gleiche periodisdie Gang aufzufinden, wie sie der Stern aufweist.
Bilder damit erzeugen bei der Fernphotographie, man kann sie fiih1bar machen, wenn man will. Aus der Betraditung von Ebbe und Flut ließen sich eine Reihe von Gesichtspunkten für
Es kommt auf den Detektor, auf die Antenne und auf die riditige Abstimmung an. das Vorgehen bei der Erforschung der Sterneneinfliisse gewinnen. Es ist nun gleidi möglich, beim
Diese elektrischen Strahlungen, insbesondere die Röntgenstrahlungen und die Strahlungen Einfluß des Mondes zu verbleiben, dessen Zusammenhang mit den Ersdieinungen auf dem Erd:
des Radiums, sind also solchermaßen, daß der Mensch zunächst keine Wahrnehmungsfähigkeit ball zunädist nur zur Erläuterung der Betrachtungsweise herangezogen wurde. Ebbe und Flut
fiir sie hat. Ihr Vorhandensein mußte sich der Mensch erst durch ganz bestimmte (spezifische), wird von der heutigen offiziellen Wissensdiaft, wenn audi nicht unbestritten, als eine einfache
vielfach recht zufällig gefundene Hilfsmittel klarmachen. Aber so ist es nidit, daß diese Strahlungen Schwerkraftwirkung des Mondes aufgefaßt und hat somit nicht ohne weiteres etwas zu tun mit
keinen Einfluß auf den Menschen ausüben. Man weiß, daß man mit kurzwelligen Radiostrahlen der Art von Sterneneinflüssen, welche strittig sind oder bis vor kurzem strittig waren. Man kann
Menschen töten könnte erst kürzlich ging die Nachridit durch die Zeitungen, daß man versudis: aber unmittelbar von der Betrachtung von Ebbe und Flut aus vorteilhaft zweiHauptgebiete der
#

weise Mäuse damit getötet habe -—. Wir wissen fernerhin, daß Radium: bezw. Röntgenstrahlen, strittigen Mondeinfliisse behandeln: Das eine ist das menschliche Traumleben und was
die vom Radium ausgesendet werden, eine ganz ausgesprodtene Wirkung auf den menschlichen damit im Zusammenhang steht, das andere ist die Witterung. Wenden wir uns zunädi$f zum
Organismus haben. Beide bringen bei unbedaditer Anwendung sehr Sdiwet heilbare Wunden menschlichen Traumleben.
an Mensch und Tier hervor. Bei wohlabgemessener Anwendung hat man auch Heilerfolge rnit Es gilt als eine persönliche Erfahrung vieler Menschen, daß das Traumleben zu Voll:
den beiden Strahlungen zu erzielen vermocht. Was die Radiumstrahlen anbetrifft, so ist man Sidi mondzeiten ganz besonders lebhaft ist. MenSdien, die sonst nur sehr wenig träumen und
außerdem heute vollkommen darüber klar, daß der Mensch und mit ihm die gesamte Natur sich ihrer Träume kaum erinnern, träumen zu Vollmondzeiten lebhaft und klar. Es kann das als
unter ihrer ständigen zarten Einwirkung stehen. Die Wirkungen der Radiumstrahlungen, eine ganz normale Angelegenheit gelten. Das Traumleben hat um die Vollmondzeiten gewisser:
die fortgesetzt aus der Erdrinde kommen, wandeln sich ab nach den Bodenarten, Gesteinen und maßen eine Hodiflut. Dieses ganz normale Auftreten des Traumlebens kann sich in außerordentlidi
ähnlichen Bedingungen. Ihren ständig vorhandenen Dauerwirkungen schreiben heute führende ungesunder Weise steigern. Bei mandien Menschen führt es nur zu lauten Gesprächen im Schlaf,
Männer der Landwirtschaft“) einen entscheidenden Einfluß auf das Gedeihen der Pflanzenwelt andere jedoch fangen im Traum an herumzugehen, zu klettern und dergleichen: sie werden zu
und damit iiberhaupt auf die ganze belebte Natur zu. Mondsiichtig—en.
*) Dr. L. Graet7: Die Elektrizität und ihre Anwendungen. Stuttgart, Verlag von J. Engelhorns Nacht. Audi andere schwere Bewußtseinsstörungen des Menschen knüpfen sich an den Rhytli:
**) .]. Stohlasa und .]. Penhaoa: Handbudi der Biologie des Radiums und der radioaktiven Elemente. Paul mus des Mondes an. So erleben viele Geisteskranke zu diarakteristisdien Mondzeiten so etwas
Parey, Berlin 1928. wie Sturmfluten ihrer Krankheit. Der Naturforsdier Svante Arrhenius (und mit ihm Ekholm)
befaßte sich mit der Erforschung der Störungen des Erdmagnetisnius, die sich mit sehr Ebbezeit kommt das Kalb nicht. Aber wenn dann die Flut kommt und es ist überhaupt
guten Mangetnadeln verfolgen lassen. Man nennt diese magnetischen Störungen audi magn etisdie schon so weit :—
dann kommt das Kalb.
Stürme oder magnetisdie Gewitter. Im Laufe dieser Arbeiten wurde er aufmerksam, Man sdireibt das Zustandekommen von Ebbe und Flut heute fast unbestritten der Schwer:
daß diese magnetischen Stürme im Zusammenhang stehen sowohl mit dem Gange des Mondes kraftwirkung des Mondes zu. Es ist aber klar, daß die Einflüsse auf die Lebewelt, deren
als audi mit der Häufigkeit epileptisdier Anfälle. Man denkt sich, daß der Mond die Störungen Zusammenhang mit dem Monde unzweifelhaft ist, nidit audi auf einfachste Weise mit der Sdiwer:
des Erdmagnetismus hervorruft und diese Störungen des Erdmagnetismus die irgendwie anfälligen kraft zusammenhängen. Vom Monde gehen eben noch andere \Virkungen aus. Das ist auch
Menschen erfassen. eine Erklärung dafiir, warum es bis heute noch nidit gelungen ist, den Einfluß des Mondes auf die
Zu diesen Beobachtungen des menschlidaen Traumlebens und darüber hinaus des ungesunden Witterung mit den jetzt gebräuchlichen Mitteln der Wetterkunde, insbesondere mit dem Barometer,
Geisteslebens kommt noch, daß ein unverkennbarer Zusammenhang besteht zwisdien Vorgängen welches die Schwere der Luft mißt, nachzuweisen. Jedoch ist der Zusammenhang der Witterung
im Sexualgebiet des mensdilidien Organismus und dem Monde. Die monatliche rnit dem Lauf des Mondes in sdaönen Arbeiten bereits dargelegt worden.
weibliche Reinigung stimmt normalerweise in der Periodizität mit dem 28tägigen Lauf des Mondes
überein. Freilich ist die Zahl der Störungen und Unregelmäßigkeiten außerordentlidi häufig
es steht das wohl im Zusammenhang mit dem übrigen Krankheitszustand der Menschheit. Man
— Der italierier Toaldo (1775)*) hat Ebbe und Flut des Meeres außerordentlich lange beo:
bachtet und dabei insbesondere die feineren gesetzmäßigen Unregelmäßigkeiten dieser Ersd1einungen
darf sich denken, daß in irgendweldien alten Zeiten die monatliche weiblidie Reinigung unmittelbar l7eil'aCl'llZl. Unter dieser eindringlichen Schulung seiner Gedankengänge sdiritt er zu einer Prüfung
des Einflusses des Mondes auf die Witterung. Er beachtete nidit nur das Zunehmen
mit bestimmten Mondstellungen zusammengetroffen habe. So wie heute in der Kulturmensd1heit und das Abnehmen des Mondes, er nahm auf den ganzen Gang des Mondes Rücksidtt: ob der
viele Mensdien dazu übergeben, sei es aus beruflichen, sei es aus anderen Gründen, die Nacht Mond jeweils der“ Erde näher oder ferner steht, was an seiner Größe erkenntlidi ist, ob er seine
zum Tage zu machen und umgekehrt und sich so selbst herauszureißen aus der natürlichen Auf:
einanderfolge von Tag und Nacht, Wadien und Schlafen, wie es der Sonnenlauf angibt, so muß Bahn am Himmel bald höher, bald tiefer zieht und dergleichen mehr. Er fand bald, daß er den
sich der Mensch in alten Zeiten durch Willkür und nidit ohne schädliche Folgeerscheinungen aus Einfluß des Mondes nidit so sehr darin suchen dürfe, wie zu den versd1iedenen Mondstellungen
die \Vitterung sei, ob es z. B. viel oder wenig regne, ob starker oder schwacher Wind sei, ob
dem Rhythmus des Mondes herausgerissen haben. Der Zusammenhang ist deshalb jetzt nur noch das Barometer hoch oder niedrig stehe, sondern er erkannte, daß es notwendig sei, auf die Zeit:
aus der Periodizität, nichtmehr aus dem zeitlidien Zusammenfallen der Ersdieinungen zu erkennen. punkte des \Witterungswechsels zu achten. Er stellte auf Grund seiner vierzigjährigen Be:
Nun steht weiterhin fest, daß der Rhythmus des menschlichen Geschlechtslebens einen außer: obachtung unter Anwendung mathematischer Methoden fest, daß das Umschlagen der Witterung
ordentlichen Einfluß auf das Gedanken: und Gemütsleben ausübt. Je nadi dem Grade eine auffällige Beziehung zu den diarakteristisdien Mondstellungen hat.
der Beherrschtheit machen sich die Wellen des triebhaften organischen Lebens im mensdilichen Er faßte diesen Teil seiner Erkenntnisse in folgender Tafel zusammen:
Denkleben als fruchtbare Phantasie und besondere Arbeitslust, bald als absdiweifende Phantasie, verändernde nicht verändernde in kleinerer Zahl
Gereiztheit und Abneigung gegen solide Arbeit geltend. Dadurch wirft das organisch:triebhafte,
bei beiden Gesdtlechtern mit dem Monde zusammenhängende Geschleditsleben bald versengende Neumondc 950 156 (3:1
und störende, bald anfeuernde und vorwärtstragende Wellen in das mensdiliche Denk: und Ge: Vollmonde 922 174 53 1
mütsleben hinein. Gewaltige Wirkungen sekundärer Natur werden dadurch ausgelöst, Erste Viertel 796 316 21/2: 1
Letzte Viertel 795 319 21/211
andere Organe. Es ist gegenwärtig nur dieser Einfluß verhältnismäßig gut bekannt
——
Jedenfalls hat der Mond nicht nur einen Einfluß auf die Sexualdrüsen, sondern auch auf
man ist
auf diesen Einfluß zuerst in besonderer Weise aufmerksam geworden. Das gesd1ah folgendermaßen:
Perigeen (Erdnähe)
Apogeen (Erdferne)
Naditgleidien aufsteigende
1009
961
541
169
226
184
7:1
41/2: 1
31/4: 1
Die Zoolo'gen erfuhren von einem Wurm (erheißt P alolowurm), der im Meere sein Dasein NaditgleiChen niedersteigende 519 184 23/4: 1
fristet und zwar bei den Samoainseln. Dieser Wurm hat eine ganz bestimmte Laidizeit, welche 3: 1
Mondwenden südlidie 521 177
die Samoaner seit undenlclichen Zeiten kennen und alljährlich als eine große Angelegenheit erwarten. Mondwenden nördliche 526 186 23/4: 1
Der Laich des Wurms ist für sie ein außerordentlidier Leckerbissen, gewissermaßen wie Kaviar. Übersetzt man diese Zahlenverhältnisse in gewöhnliche Sprache, so heißt das: Zu Neumond
immer, wenn im Oktober und zum zweitenmal im November der Mond voll wird, dann laidtt
der Wurm in großen Massen, und es ist ein Fest für das ganze samoanisdae Volk, den Laidi zu kann man b:l wetten, daß das Wetter sich ändern wird. Außerdem sind zu Neumond die Wetter:
ernten. Der Wurm erscheint mit einer so erstaunlichen Pünktlichkeit zu seiner bestimmten umsdiläge im großen Durchschnitt viel schärfer, heftiger, als in den Mondvierteln.
Mondzeit (Nachtvor dem letzten Viertel), daß es der Wissenschaft nidit entgehen konnte. Nadi: Besonders interessant wird diese Sadie dadurdi, daß die verschiedenen widatigen Mond:
dem man einmal aufmerksam geworden war, achtete man audi anderwärts auf solche Erscheinungen. punkte durch die Eigentümlichkeiten des Nioncllaufes nodi zusammentreffen können, so daß 2. B.
Mari fand hierauf an der mexikanischen Küste und audi in Japan einen ganz ähnlichen Wurm der Mond zur Zeit des Neumondes gleichzeitig in der Erdnähe stehen kann. Toaldo stellte fest,
wie an den Samoainseln. Dann beobachtete man auch eine ganze Reihe von anderen Meeres: daß für dieses Zusämmentreffen die Wahrscheinlidikeit eines Wetterumschlages 33:1 ist und stellte
tieren, wie z.B. Seeigel, Sdinecken, in ihrer Fortpflanzung und mußte erkennen, daß Sidi diese gleichzeitig fest, daß große Wetterkatastrophen mit Hochwasser im Gefolge, Orkane und Sturm:
zeitlich genau nadi dem Monde riditet. Es ist aber nidit für alle Tierarten die Vollmondzeit, fluten sowie auch Erdbeben in besonderer Häufigkeit auf diese Mondstellung fallen.
weldie für die Fortpflanzung in Frage kommt, sondern die Zeit wandelt sich nadi den verschiedenen in dem großen Lehrbuch der Wetterkunde (Meteorologie)von Hann kann man lesen, daß
Tierarten außerordentlich ab. Dies ist in Deutschland besonders durch einen Aufsatz von Adolf es der zünftigen Wissensdtaft bekannt ist, daß ein Zusammenhang zwischen den Mond:
Kölsdi in der „Berliner lllustrierten“ weiten Kreisen bekannt geworden. phasen und den Gewitterperioden besteht. In mandien Erdgegenden ist das Auftreten der
So wie der Mensch sich selbst aus dem Zusammenhang mit dem Monde weitgehend heraus: Gewitter unverkennbar mit bestimmten Mondstellungen verknüpft, aber der Zusammenhang kann
gerissen hat, so hat er es in neuerer Zeit auch mit seinen Haustieren getan. Früher achtete audi in Deutschland unsdiwer festgestellt werden. (Arbeiten des schlesischen kath. Kaplans Richter
man hingegen außerordentlidi sorgfältig darauf, daß alle Vorgänge im Leben der Haustiere nach und des berühmten Meteorologen Köppen.) Gibt man sich darin die Mühe und sucht herauszu:
dem Gang der Gestirne, insbesondere nadi dem Monde, geordnet blieben. bekommen, weldie \Wettererscheinungen im Herbst, \Winter und zeitigem Frühjahr, wo es ja nur
Als aber die landläufige materialistische Naturwissenschaft sich über den Einfluß der Sterne höchst selten einmal blitzt und donnert, unter ähnlichen Begleiterscheinungen auftreten, wie im
keine Meinung bilden konnte und ihn meist kurzerhand ableugnete, da hatte das Landvolk in Sommer die Gewitter, so kann man den Zusammenhang der Mondstellungen auch für die Witterung
seinen altüberkommenen Gepflogenheiten keine Stütze mehr, hielt sich für abergläubisdi und ließ ohne blitzende und donnernde Gewitter allmählidi herausarbeiten. Man ist somit nidit unbedingt
die alten Regeln fallen oder verkannte und verstümmelte sie. auf die Biidier des Toaldo und anderer angewiesen, sondern man kann sich durch Achtsam:
keit selbst ein Bild von der Sadie niadien. Die wissenschaftliche Meteorologie hat den Zu:

In manchen Gegenden ist aber der Zusammenhang zwisdien Vorgängen des tierisdien Or:
ganismus und zwischen den sonstigen vom Monde abhängigen Erscheinungen ein so auffälliger, sammenhang der Witterung mit dern Monde lange Zeit keine besondere Aufmerksamkeit mehr
daß es auch heute noch zu den Selbstverständlichkeiten gehört, diesen Zusammenhang zu beachten. geschenkt: sie war mit anderen Problemen der Wetterkunde beschäftigt. Aber allmählich bahnt
So wird berichtet: \X/enn die Bauern an der Meereskiiste (in der Marsdi) ein Kalb erwarten und *) Abt Joseph Toaldo: \Vitterungslehre für den Feldbau. Uberset3t von J. G. Steudel, Berlin 1784 bei Chr.
auf der Wache sind und es kommt die Ebbe, so gehen sie sorglos von ihrem Posten zur
A

F. Himburg. ’
_53_
_52_.

auftritt, was sich in der Schweiz (die ja damals vom Kriege versdiont blieb) für die Beobachtungs:
sich hier ein Wandel an. Die bayerisdre Landeswetterwarte hat bereits 1923 in einem charakte: zeit von 1904 bis 1924 auf Grund amtlidier Angaben über die Häufigkeit der Sdilaganfälle in
ristischen Falle auf den Mondeinfluß hingewiesen. Anderwärts geht man heute noch weiter. Aber den verschiedenen Monaten und Jahren feststellen ließ.
leider sind ja die Wetterkundigen fast überall zur Wettervorhersage veranlaßt. Bei einer solchen Neben diesen Beobachtungen, welche ganz das gegenwärtige Geschehen erfassen, sind viele
Vorhersage sind aber die Gefahren der Selbsttäuschung, wie allgemein bekannt, immer sehr mühevolle Arbeiten geliefert worden, welche den Einfluß der Zeiten besonderer Sonnenfledcen:
große. So wird gerade durch das Fehlgehen einzelner, vielleicht wichtiger Prognosen (Pfingstwetter) Tätigkeit weit zurüdc in die Geschidite verfolgen. Diese Arbeiten behandeln: den Einfluß der
in der Öffentlichkeit immer wieder der Sinn für den wahren Erkenntnisfortschritt in der Wetter:
kunde verwisdit. Sonnenfledcen:Zeiten auf die Größe der VUeizenernten, der Maisernten, den Ertrag der Kaninchen:
jagd in Nordamerika und des Störfanges in Rußland, das Wachstum der kalifornischen Riesen:
Ein Hauptkapitel jeder Kunde vom Einfluß des Mondes betrifft den Einfluß auf die bäume
#

ja noch mehr: auch die Häufigkeit der Revolutionen und Kriege wird mit den Sonnen:
Pflanzenwelt. Es ist klar, daß man hier nur vorankommt, wenn man diesen Einfluß als einen fledcen:Perioden in Zusammenhang gebracht.
doppelten auffaßt: ein Mondeinfluß faßt die Pflanzen von außen an auf dem Umwege über die Wenn man verstehen will, wie so etwas niöglidi ist, so kann einem folgende Vorstellung
\Vitterung. Er ist nach dern Vorhergesagten leicht verständlich. Ein anderer Mondeinfluß aber helfen, die an die alltägliche Beobachtung anknüpft. Die meisten Mensdien werden beim Heran:
faßt die Pflanze von innen her an. Dieser letztere Einfluß ist es, auf welchen das Landvolk nach nahen eines Gewitters sowohl durch die Schwi.ile der Luft, als auch durch innere Einflüsse
ungezählten und weitverbreiteten Regeln beim Säen, Pflanzen, Pfropfen, Beschneiden, Jäten, Ernten von einer gewissen Mattigkeit und Abgesdilagenheit erfaßt. Es ist meistens, wie wenn sie etwas
und vielen anderen Maßnahmen Rücksicht zu nehmen sucht. Man kann in jedem Gau Deutsch: einschläfern würde, was ihnen ihre normale Wachsamkeit raubt. So ist der N1ensdi auch leicht
lands noch Bauern finden, die hierin zähe an den alten Regeln und väterlidien Gepflogenheiten launisch und gereizt in solchen Stunden. Ein ganz besonderes Zusammennehmen, ein Sichzwingen
festhalten und ihren weniger vätertreuen Nadibarn trotz allen Unvermögens der gedanklidien Er: zur Beherrsditheit kann den Menschen über den Angriff auf sein besseres \Wesen in solchen
klärung durch Erfolge Aditung abnötigen. Stunden weitgehend hinwegbringen. Häufen sich nun zu bestimmten Zeiten die inneren Einflüsse,
Audi hier hat nun moderne experimentelle Forschung eingesetzt. Diese betrifft insbesondere die mit erdmagnetisclien Störungen gleichzeitig vorhanden sind man spricht ja geradezu von
#

die Messung des Saftdruckes der Pflanzen (des Turgors) zu den versdiiedenen Mond: erd1nagnetischen Gewittern — so ist die Aditlosigkeit und Gereiztheit eine gesteigerte und fast
zeiten. Das kommt davon, weil man von altersher der Meinung war, daß der zunehmende Mond allgemeine. immer mehr Mensdien lassen sich gehen, achten nicht auf ihre abwegigen Seelenregungen;
ein Steigen der Säfte, der abnehmende Mond ein Fallen der Säfte der Pflanze bewirkt. Aber sie lulleii ein, oder auf der anderen Seite geht ihnen der Gau] durch, wie man so sagt, wenn sie
dies darf keinesfalls grob aufgefaßt werden. Die Forschungen über den Saftdruck haben noch etwas regeln sollen. Alles zusammen: Mangel an Beherrschtheit, Mangel an wahrem Menschentum,
keinen Abschluß gefunden. Auch durch unmittelbare Beobachtung von Pflanzversuchen mit Obst: an Besinnen, was man eigentlich will und was allein zum guten Ziele führen kann, das greift
bäumen und mit Mais zu versdiiedenen Mondzeiten ist von vielen, u. a. von dem Astrologen um sich. Wenn im Völkerleben der Gaul durchgelit, dann kommt es zu Krieg und Aufruhr.
A. M. Grimm (Prophetischer Kalender 1927) ans Werk gegangen worden, und zwar offenbar Daß audi diese in früheren Zeiten häufig zum Guten gewendet werden konnten, ist dann ein
aus der Einsicht heraus, daß es den Astrologen auf die Dauer nidit geziemt, in den Kalenderii Kapitel für sich. im Hinweis auf die \Vachsamkeit, die Besinnung und Beherrschung, im weislieits:
die allen Regeln einfach aus der bereits mangelhaft gewordenen Überlieferung heraus immer weiter vollen Begreifen des „Wachet, betet und arbeitet“ liegt sichtlidi die Möglichkeit, die schädlidien
fort abzudrudcen. Es ist ursprüngliche Forschung notwendig. Auch andere Astrologen, wie Glahn

Einflüsse aus den unterenTiefen des Organismus und aus der Sternenumwelt gewahr zu werden und die
(Uranus:Kalender)betraten leider ebenfalls noch zaghaft, mehr im Charakter von Stichversuchen Gewalt über sie in die Hand zu bekommen, sowohl im Dasein des einzelnen, wie im Dasein der Völker.
_. den wahrhaft fruditbaren Weg experimenteller Arbeit. Von umfassenden Forschungen über Man hat im „Sidnusammenreißen“ gegenüber den drückenden Einflüssen eines Ge:
den inneren Einfluß des Mondes auf die Pflanze, weldie die entschieden naturwissensd1aftliche Ein: witters das Vorbild für das Verhalten gegeniiber den schädlichen Einflüssen der Gestirne, nament:
stellung von vornherein besitzen, wird weiter unten nodi die Rede sein. lidi was die Einflüsse auf das moralische Leben anbetrifft. Daß audi “für die Gesundheit das
Es ist aber audi über den gewissermaßen von außen her wirkenden Einfluß des Mondes, Sichzusammennehmen immer wieder von Bedeutung ist, ist ebenfalls bekannt.
der auf dem Umweg über die Witterung angreift und sich in seinen Wirkungen mit dem von Während man Mond und Sonne gern noch einen Einfluß auf das Leben der Pflanzen,
innen her arbeitenden Einfluß zusammenlagert, soviel man hört, eine groß angelegte Ermittlung im Tiere und Mensdien von der Art zugesteht, wie es hier angedeutet wird, so bereitet es dem Ver:
Gange. Die Landesanstalt für Gartenbau in Berlin:Dahlem hat es sich zur Aufgabe gemacht, stand doch eine besondere Schwierigkeit, zu erfassen, wie die winzigen Lichtpunkte der kleinen
diesen Einfluß des Mondes auf die Entfaltung, das Blühen und das Reifen sowohl von «wild: Wandelsterne und Fixsterne am Nachthimmel eine irgendwie wesentliche Rolle im Erden:
wadisenden Pflanzen, als audi von Kulturgewächsen, festzustellen. Für eine solche Feststellung und Mensdieiigesdiehen spielen sollen.
ist in Norddeutsdrland ein großes Interesse vorhanden, weil in einem der dort verbreiteten Wetter: In Bezug auf die Fixsterne kam Kolhörster ”‘) zu einem eigenartigen Einblidc. Dieser natur:
kalender (Mond:Kalender)dieser für den Landwirt wertvollen Sadie auf Grund langjähriger Be: wissenschaftliche Forsdier arbeitete zunädist an der Meeresküste über wenig bekannte atmosphärische
obachtungen des Verfassers Henseling besonderes Augenmerk gesdienkt ist. Strahlungen mit Instrumenten, wie sie zur Erforschung der Radiumstrahlen benutzt werden. Er
Die Erforschung des Mondeinflusses ist in vieler Hinsicht ein Schulbeispiel, an dem erlernt fand eine Strahlung, von der er sich sagen mußte, daß sie im Gebirge wohl besser zu beobad1ten
wird, weiter vorzugehen zu einer Erforsdiung des Einflusses der übrigen Ge’stirne. Es gibt nodi sei, als an der Meeresküste. Es gelang, die Mittel aufzubringen, um die Beobachtungen in der
ein weiteres solches Schulbeispiel: Die Sonnenflecken. Sowie Svante Arrhenius erkannt Schweiz, auf den Gletschern des Jungfraugebietes in umfassender Weise vorzunehmen. Die
hat, daß der Mond mit Schwankungen des Erdmagnetismus etwas zu tun hat und sich dann die Strahlung ließ sich hier in der Tat in sehr guter Weise beobachten. Es handelte sich um eine
Meinung gebildet hat, daß diese Schwankungen des Erdmagnetismus einen Einfluß auf den Strahlung, die tief in die Eisschichten der Gletscher einzudringen vermag. Als Kolhörster
Mensdien, insbesondere aber auf Mensdien mit bestimmten Krankheiten haben, so hat man audi daran ging, festzustellen, woher eigentlidi die von ihm entdeckte Strahlung kam, fand er, daß sie
erkannt, daß die Sonnenfledcm Störungen im normalen Zustand des Erdmagnetismus hervorrufen, aus dern Fixsternhimmel kommen müsse. Die Strahlung wird deswegen eine kosmisdie genannt.
und zwar von außerordentlicher Größe. Hierauf hat man wiederum erkannt, daß audi diese erd: Diese Entded<ung ist um so überraschenden als diese Strahlung mit rein physikalisdien Apparaten,
magnetischen Störungen zusammenfallen mit gewaltigen Ersdieinungen im mensdilidien ohne jeden Bezug zum organischen Leben und Menschenleben, nadigewiesen worden ist. Es
Dasein. Diese Erkenntnis ist in letzter Zeit des öfteren durch Zeitungsartikel vor die breitere wird eine sehr schwere Aufgabe sein, festzustellen, was diese Strahlung für Wirkungen auf das
Öffentlichkeit hingestellt worden. So heißt es z. B. in einer Unterhaltungsbeilage zur Deutschen organische Leben ausübt, und welche Beeinflussung des Menschen erfolgt.
Tageszeitung, daß der Pariser Universitätsprofessor und Chefarzt des St. Antoine:Spitals, Maurice Eine Forschung, welche von vornherein darauf eingestellt ist, den Einfluß auf das Leben
Faure, auf die Wirkungen von erdmagnetischen Störungen, die durch Sonnenfledcen hervor: zu erfassen, betrifft den Einfluß des Jupiter, also eines verhältnismäßig fernen und für den
gerufen waren, aufmerksam wurde. Es heißt dort vom Auftreten von Erkrankungen: Anblide kleinen Planeten. Ed. Koppens tätter **)hat aus den statistischen Aufsdneibungen über
„Ihre enorme Häufung an einem krifi5dien Tage mit hettigem magnetischen Sturm, die Häufigkeit der Diphtherie und der Todesfälle durch Diphtherie in den verschiedenen Jahren
der die Telephonzentrale von Nizza außer Betrieb setzte, lenkte die Vermutung auf die des vorigen Jahrhunderts eine Kurve gebildet. An dieser Kurve hat er erkannt, daß ihre Gipfel
Sonnenflecken als primäre Ursache, da diese ja bei ihrem Vorüberziehen über den Mittel: mit charakteristischen Stellungen des Jupiters zusammenhängen. Den Jahreslauf der Häufigkeit
meridian der Sonne magnetische Stürme hervorrufen. An dem gedadtten Tage starben
im Spital fünfmal soviel Kranke, als im Durchschnitt.“ *) Sißungsberidfite der Preußisdwn Akademie der Wissenschaften „Die täglidie Periode der Höhenstrahlung“
Des weiteren wurde festgestellt, daß im Gefolge einer Häufung von Sonnenfledcen, welche von Werner Kolhörster und Gubert von Salis.
**) Weltrhythmus:Kalender 1925
man ja heute auf den Sternwarten sehr genau beobachtet, eine Häufung von Schlaganfällen
‚54

der Diphtherie vermodite er herzuleiten aus dem Lauf der Sonne in den versdiiedenen Sternbildern Einzelergebnissen dieser Experimente, weldie zeigen, daß die Wirkung der homöopathischen
des Tierkreises. Lösungen durchaus nicht einfach mit der zunehmenden Verdünnung sdiwädier wird, wie
Stellen die bisher aufgeführten sdiönen Forschungen der \Wetterkundigen, der Zoologen, der man zunächst denken möchte, sondern sogar eine Steigerung der Wirkung in ganz bestimmter
Botaniker, der naturwissensdiaftlidi arbeitenden Astrologen und der Physiker so etwas dar, wie Gesetzmäßigkeit zu erreichen ist. Man darf sich vorstellen, daß durch die besondere Art der
Buchstaben, die man sich selbst zusammensetzen muß, was in diesem Aufsatz versucht ist, so Verdünnung (Potenzierung) schließlich überhaupt nicht mehr die versdiiedenen Stoffmengen, weldie
steht man vor zusammenfassendem Wissen, grundlegenden Erkenntnissen und neuen Leitsätzen man wägen kann, das \X/irksame sind, sondern daß in steigendem Maße „die Strahlung“ der
betreffenden homöopathisch verdünnten Stoffe zur Wirkung gebradit wird. Die Fähigkeit der
für exakte, zielbewußte Forschung, wenn man die Arbeit von Dr. Rudolf Steiner kennen lernt.
in dessen Anthroposophie ist eine Gesamtanschauung über das Wesen des Mensdien und seinen
Zusammenhang mit allen Naturreidien bis ins Mineralische hinein und audi mit den Gestirnen
Wirksamkeit ist in diesem Arbeitsbereich nicht vom Stoffgewicht abhängig
ebensowenig, wie man die Wirksamkeit verschiedener Mensdien aus deren Körpergewidit er:
kennen kann.

vergleichsweise

gegeben.*) Der Glaube, daß der Mensdi und die Erde wegen räumlicher und körperlidier Frau Kolisko war Sidi darüber klar, daß sie mit ihren beiden Arbeitsweisen Mittel ge:
Winzigkeit ohne Wichtigkeit für den Kosmos sei, ist ebensoweit von Wissen und Wahrheit funden hatte, um Strahlungseinfliisse vieler Art zu studieren. So wandte sie ihre Keimpflanzen:
entfernt, als jener Glaube, daß der Mensdi in seiner augenblicklichen Gestalt und Verfassung
das Endziel der Entwidclung des Kosmos sei. Die Entwicklung des Mensdien und die des
Methode in der Folge dazu an, um den Einfluß von Lidit und Finsternis in feinsten Sdiat:
tierungen auf das Pflanzenwadistum zu verfolgen. Audi ging sie dazu über, den Einfluß des
Kosmos mit seinen Gestirnen ist von Anfang an unzertrennlidi miteinander versdtlungen. Dadurch Mondes zu untersudten.
ergeben sich unausgesetzt fortwirkende Wediselbeziehungen. Diese können nur richtig erfaßt werden, Unter gleidizeitiger Weiterbildung ihrer Arbeitsmethode*) bradite sie jeden zweiten Tag
wenn man das Erkenntniswerkzeug des Menschen, das Denken, welches den Mensdien von Mi:
neral, Pflanze und Tier unterscheidet und sein eigentliches Wesen ausmacht, selbst in seiner welt: dreißig Weizenkörner in geeigneten Keimgefäßen zur Aussaat und ließ die aufsprießenden Pflänz:
umspannenden Bedeutung riditig erfaßt. Hat man die Bedeutung des Denkens und sein chen eine ganz bestimmte Zeit wachsen. Sie führte das Verfahren mehrere Jahre fort und maß dabei
die Keiinpflänzchen eines' jeden Keimgefäßes aus. Das erste Ergebnis war: es ist ein aus:
Hineinwirken in alle Menschheitsangelegenheiten vielseitig begriffen, so ergeben sich von dem er: gesprochener Einfluß des Mondes auf das Wadi$tum. Das zweite Ergebnis war: dieser
rungenen Standpunkt aus sidiere und weitreidiende Ausblicke und Beobaditungs:Möglidikeiten
mit neuen, vorher ungeahnten innerlidi:$eelischen und äußerlich natürlidien Flitteln. Erstere hat Einfluß ist ein außerordentlidi vielgestaltiger. Er ist nicht ein ganz einfacher, sdrematisdrer, wie
man ihn sich zunächst konstruieren möchte, sondern er wandelt sich nadi den Jahreszeiten und
Dr. RudolfSteiner selbst in ungewöhnlichem Maße entwidcelt und betätigt, audi zur Aufklärung anderen Einflüssen in seltsamer Gesetzmäßigkeit ab. Erkannt ist der alte Zauberer Mond wer
#

mensd1heitswichtiger naturwissenschaftlicher Fragen. Letztere werden nadi den Anleitungen, die wundert Sidi, daß er sofort neue Rätsel aufgibt?
er bei Lebzeiten gab, immer mehr zu naturwissenschaftlidwn Arbeitsmethoden ausgebaut. Aus Diesen Einblick in das Wirken des Mondes auf das Pflanzenwachstum hat Frau Kolisko
dem Sdiatze der Anthroposophie ist es möglidi, sich Riditlinien für die Erlangung eigener Er: dadurdi zu vertiefen gesucht, daß sie Mais aussäte: eine Versudi$reihe zwei Tage vor Vollmond
kenntnisse zu schöpfen, audi auf dem Gebiete der Gestirnseinflüsse.
und eine Versudisreihe am Vollmondtage. Höchst erstaunlidie Unterschiede zeigten sich bei diesen
Von diesem Gesichtspunkte aus sind die naturwissenschaftlichen Einzelarbeiten zu betraditen, Versudien sowohl bei dem Keimen, als auch im ganzen ferneren WadiStum bis zur Reife hin.
weldie Frau L. Kolisko sowohl über den Einfluß des Mondes auf das Pflanzenwadistum, als Ganz gewaltig war schließlidi der Unterschied in der Ernte. Die Pflanzen, welche zwei Tage
audi über das Wirken der Planeten an die Offentlidikeit gegeben hat. Es ist sehr interessant vor Vollmond gesät worden waren, lieferten einen guten Ertrag, während die zugehörigen am
zu verfolgen, auf welchen \Wegen Frau Kolisko zu ihren Ergebnissen kam. Vollmondtage ausgesäten Maispflanzen einen ganz kärglichen Ertrag lieferten und noch dazu über:
Aus praktischem Bedürfnis der Arzneikunde heraus ergriff Frau L. Kolisko als ihre haupt nicht voll ausreiften. (S. audi den folgenden Aufsatz von 1. Conradt: Mondphasenversuch
erste Forscheraufgabe die Frage: Wie kann man feststellen, ob so kleine Mengen (Entitäten), mit Mais 1929.)
wie sie die Homöopathie benutzt, überhaupt eine nennenswerte Wirkung besitzen? Zwei Arbeits: Bei ihren Versuchen mit Potenzlösungen hat Frau Kolisko die Lösungen von Salzen
methoden hat sie sich zur Lösung dieser interessanten Frage ausgebildet: eine Keimpflanzen: sehr verschiedener Metalle durdigeprüft. Sie nahm dabei wahr, daß die sieben Haupt:
Beobachtung und ein Verfahren der Kapillar:Analyse. **) metalle, wie sie in den alten Zeiten bezeidmet werden sind, Silber, Quecksilber, Kupfer, Gold,
Bei der Beobaditung der Keimpflanzen gab sie auf große Reihen von Blunientöpfen Eisen, Zinn und Blei, besondere Gesetzmäßigkeiten zeigten. Nun wurden diese Hauptmetalle
mit eiiiheitlidier Gartenerde je dreißig sorgfältig gleidimäßig ausgesudrte Weizenkörner. Dann von Dr. Rudolf Steiner ebenso wie von altersher in eine Beziehung zu den Planeten gebradit.

——— — —
begoß sie diese Blumentöpfe in regelmäßigen Zeitabständen mit den auf besondere Weise her: Man ordnete einander zu: Silber Mond, Quecksilber Merkur, Kupfer Venus, Gold

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gestellten homöopathischen Lösungen (Potenzlösungen)bestimmter Metallsalze. Daneben begoß Sonne, Eisen Mars, Zinn Jupiter, Blei Saturn. Um eine Angabe Dr. Steiners
»«

sie zum Vergleich eine Anzahl Blumentöpfe nur mit destilliertem Wasser. experimentell nad-rzuprüfen, daß nämlidi die Planeten auf die Metalle dann wirken, wenn die
Beim Keimen der \Weizenkörner traten nun verschieden große und verschieden gestaltete Metalle in gelöster Form vorhanden sind, setzte Frau Kolisko”) nach langen Vorversudren zur
\Veizenkeimpflanzen je nadi der verwendeten Potenzlösung auf. Diese Weizenkeimpflanzen wurden Entwidclung der Arbeitsweise folgenden Gesamtversuch in drei Reihen mit zahlreidien Einzel:
nadi einer bestimmten, gleichbleibenden Waditstumszeit gemessen. Aus allen Messungen wurden versuchen an: wie verhält sich Goldchloridlösung, wie verhält Sidi Silbernitratlösung, wie verhält sich
Tafeln und Kurven hergestellt, die einen Überblick über die gesamtenWachstumsersdteinungen erlaubten. sdiließlich eine Misdrung von Goldchlorid: und Silbernitrat:Lösung in den Tagen vor, während
Was die Kapillar-‘Analyse anbetrifft, so kann jedermann am raschesten verstehen, um und nach einer Sonnenfinsternis? Denn während der Sonnenfinsternis ist das Wirken des Mondes
was es sich handelt, wenn er sich erinnert, daß auf einem Fließpapier jeder Tintenklecks einen und das Wirken der Sonne ein ganz ungewöhnlidie5.
besonders gestalteten Rand niadil, was man ja in der Schule des öfteren ausprobiert hat. Es In erstaunlicher \Veise zeigten die Randbilder der angewendeten kapillar:analytisd1en Methode
macht jede Tinte einen anderen Rand; es entsteht mit jedem Fließpapier ein anderer Rand. in den drei Versudi3reihen eine ungemein starke Abwandlung während der fraglidien Zeit. Nach
Natürlich ist audi das gesetzmäßig. Nimmt man stets das gleiche Fließpapier, so kann man der Sonnenfinsternis stellte sich in gesetzmäßiger Weise wieder die normale Fließpapier:Bildform,
damit verschiedene Tinten, und selbstverständlid1 nidit bloß Tinten, sondern viele andere Flüssig: wie sie zu gewöhnlichen Zeiten immer auftritt, in allen drei Reihen ein.
keiten ebenfalls miteinander vergleichen und vergleidrerid analysieren. Dieses Hilfsmittel hat man Was man mit dem Fernrohr nicht kann, welches nur die Liditstrahlen wahrnimmt, das kann
sich in den Apotheken zur Untersudiung von Arzneimitteln sdion lange zunutze gemacht, und man somit heute im Reagenzglas mit Filtrierpapier verfolgen. Es kommt eben darauf an, die
Frau Kolisko hat audi nadi diesem Hilfsmittel gegriffen. In die Potenzlösungen, die sie in spezifischen Beobachtungsmethoden und spezifischen Meßmethoden zu finden, um die
Bechergläser gab, hängte sie Fließpapierstreifen (Filtrierpapierstreifen) hinein und beobaditete das ständig vorhandenen Sternwirkungen aufzuweisen, die eben auf unsidrtbaren Strahlungen beruhen.
versdiieden hohe Steigen und den versdiieden geformten Rand am Ende der Steighöhe. Diese Arbeiten von Frau L. Kolisko über „Das Sternenwirken in Erdenstoffen“ sind
Sie erhielt interessante, audi bei Wiederholung gleichbleibende Reihen und Kurven aus den deshalb so bedeutungsvoll, weil sie zu gleidier Zeit einen Beweis dafür darstellen, daß nidit nur
*) Rudolf Steiner: Die Geheimmissenschaft irn Umriß, Philosophisd1=AnthroposOpliisdier Verlag am Goetheanum *) L. Kolisko: Der Mond und das Pflan3enrvachstum. Gäa:Sopliia. Jahrbuch der natrrrrnissensdraftlidien Sektion
Dornach. Siehe audi! Dr.’ Günther \Vachsrnuth: Die Atherisdren Bildekräfte in Kosmos, Erde und Mensdi, Stuttgart 1924. der Freien Hochsd1ule für Geisteswissens&aft am Goetheanum Dornach, Bd. II. 1927 S 358-
“) L. Kolisko: Physiologischer und pliysikalisdier Nadimeis der Wirksamkeit kleinster Entitäten, Der kommende “) L. Kolisko: Sternenwirken in Erdenstoffen, Experimentelle Studien aus dem biologischen Institut am Goethe:
Tag, A. G. Verlag, Stuttgart 1923; L. Kolisko: Physiologischer Nachweis der \Wirlcsamkeit kleinster Entitäten bei sieben anurri. Mit 15 Bildtafeln. Orient:0ccident:Verlag, Stuttgart, und L. Kolisko: Die Sonnenfinsternis vom 29. Juni 1927.
Metallen. Wirkung von Lidit und Finsternis auf das Pflanzenmadßtum. Philosophisdi:Anthroposophischer Verlag Mit 23 Bildtat'eln, Orient:0ccident:Verlag, Stuttgart.
am Goetheanum Dornach, Sd1me13, 1926.
*56f

der Mond, sondern audi die als winzig erad1teten Planeten einen Einfluß auf die Erde ausüben, als nackte Weiber und Männer anzuschauen vermoditen. Da ließ man alles in Sdmtt und
daß dieser Einfluß nicht nur die belebte Natur, sondern sogar die unbelebte Natur in zarter Moder versinken. Mit Beginn der Neuzeit kam aber wieder ein gebildetes Geschledit ans Ruder,
Weise erfaßt, und daß die alte Zusammenordnung von Planeten und Hauptmetallen ihre natur: das edle, reine Schönheit zu erkennen und zu würdigen verstand. Da fand man in der Erde
wissensdmftliche Berechtigung besitzt. _ die Bildsäuten der Griechen, grub sie jubelnd aus und führte sie zum Triumphe des mensch:
Wieder stößt man mit dem Nachweis der Zusammenordnung der Planeten mit den Metallen lichen Ideals in die Städte und stellte sie an den bevorzugten Plätzen wieder auf trotz aller
auf uraltes Menschheitswissen. Man hat diese Zusammenordnung als geheimnistuerisches (mystisches) Schäden, welche die Zeit den Bildwerken zugefügt hatte. Aber der Sonnenaufgang der Re:
Geschwätz von Aldiimi3ten finsterer Zeitalter ansehen wollen. Man hat auch das Festhalten naigsance hob nidit nur die Sdiätze der Griechen aus der Erde und aus der Vergessenheit:
an der Beaditung des Mondes durch das Landvolk als finsteren Aberglauben brandmarken gr schuf auch unerhörte Leistungen neuer Kunst zum Gemeingut der voranstrebenden Mensdiheit.
wollen. Man dachte sich, das Bauernvolk habe deshalb, weil es den Mond wachsen und wieder Es hatten die alten Kulturvölker auch ihre wohlbegriindete und herrlidie Kunde vom Wirken
abnehmen sah, in albenier Weise geglaubt, er habe mit dem Wadiseii und Wiedervergehen der der Gestirne im Erdenschoß. Ein Menschengeschlecht ohne Verständnis ließ diese Kunde ver:
Pflanzen etwas zu tun. Berausdit von den Anfangserfolgen der Naturwissenschaft und Technik fallen, dann verschmutzen und veralbern. Aber nun ist die Zeit, wo durch neue, ursprünglidie
des vorigen Jahrhunderts gab man sich zunächst wenig Mühe, nadizugehen, auf weldie Art und Arbeiten im vollen Lidite der Naturwissenschaft die Sternenkunde neu gesdiaffen wird.
Weise die alten Hütten: und Bergleute zu ihren Ansichten über die Metalle und wie der Bauern: Naturwissensd1aftler arbeiten sich über ihre Vorurteile hinaus zur Beobachtung des Tatsächlicben.
stand aller Länder zu seinen Ansichten über den Mond wirklich gekomriien seien. Sternengläubige schreiten durch exakte Arbeiten zum Sternenwissen.
Sidi diese Mühe zu machen, ist ein weiterer Teil der sadilichen Arbeit, welche allein Wandel Dann wird es wieder einmal so weit sein, daß die entstellte Bauernkenntnis vom Einfluß
der Gestirne auf Tier und Pflanze auf der Grundlage einsiditsvoller und experimenteller Natur:
in die Streitigkeiten über den Einfluß der Gestirne bringen kann. Nimmt man den Bauern:
kalender zur Hand, an den sich heute nodi immer mit eisernei‘ Zähigkeit der „Sternenaberglaube“ wissenschaft zurechtgerüdct wird. Dann wird es wieder möglich sein, Tier und Pflanze in den
des Bauern anklammert,
#


er ist heute ein höd15t mangelhaftes \Verkzeug aber wo stammt er
denn her? Heraus mit Gesd1ichtsforsdiung! Dieser Bauernkalender läßt sich zurückverfolgen bis
Gleidisdirifl mit den Gestirnen liiiieinzu$tellen. Jedermann weiß, was es für eine be:
lebende Wirkung ausübt, im Gleichsduitt zu marschieren, oder vom 'I‘anzrhytliniu5 mitgenommen
zu werden. Wie sd1wer arbeitet man eine Nacht durch, aber durchtanzen das geht leicht!
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zu den steinernen Kalendertafeln der alten Assyrier und Babylonier. Nicht das verschriene Mittel- Was ist es audi für eine Störung, aus dem Gleid15chritt zu fallen oder aus dem TanzrliytlimuS
alter hat diese Kalender in die Welt gesetzt, sondern alle großen Kulturvölker und alle alten, gerissen zu werden. So erscheint es als eine hohe Aufgabe, die Natur wieder in den Rhythmus
großen Kulturepochen zurüd< bis zu den Babyloniern haben sich der Kalendertafeln nach der Gestirne, in die Harmonie mit dem All hineinzustellen.
Art der Bauernkalender bedient. Staunend stehen wir vor den Überresten der Kultur der Wo sind gegenüber exakter Naturwissenschaft die Gespenster des Aberglaubens und des
alten Griechen, der alten Ägypter, der alten Assyrier und Babylonier. Staunend muß man Fatalismus? Der Vogel Strauß nur steckt den Kopf in den Sand, um den Dingen nicht ins
audi immer wieder unter diesen Uberresten die Ruinen von Sternwarten feststellen. Audi die Auge zu sehen.
gesdiiditlichen Aufzeichnungen lehren, daß im vollen Lichte dieser alten Kulturen eine ständige \X’as die Mißlidikeiten anbetrifft, die dem Menschen aus den \Wirkungen der Gestirne er:
Sternenbcobachtung ausgeübt wurde, und daß man sich in ungezählteii Verrichtungen des Acker: wachsen, so gilt zunädist eines: hat man sich jetzt ein Jahrhundert ohne Kenntnis dieser Ein:
baues wie des öffentlichen Lebens von diesen Sternwarten aus leiten ließ. Diese Sternwarten flüsse sdiled'it und recht durchgesdilagen, warum soll es mit Kenntnis dieser Einflüsse schlechter
waren freilich nicht in der Hand von Fadigelelirten, die über das wichtige Fadigebiet nur wenig
hinausgehen, sondern sie waren in der Hand von umfassend gebildeten Männern, weldie in ihrer
gehen? Der Mensdi wird mehr und mehr lernen, einesteils durch innere Aktivität, andererseits
durch Ausnützung richtiger Heilmittel und Vorbeugungsmittel, sich über die erkannten Sdiädigungen
Tätigkeit, Wissenschaft, Kunst und Religion gleichzeitig zu vereinigen verstanden und dadurch die hinwegzuhelfen. Auf der anderen Seite aber wird er lernen, sich die förderiiden Einflüsse der
Schöpfer jener Kulturen wurden, deren Überreste wir heute noch anstaunen. Neben ihren übrigen Gestirne zugute kommen zu lassen. Er wird sich die Zeit nidit willkürlich nach Gutdiinlcen ein:
Tätigkeiten haben sie auch den Sternendienst in verantwortlicher Weise ausgeübt. Es war in teilen, sondern er wird neben anderen Rücksichten für seine Arbeitseinteilung die Gestirne be:
diesen Dingen ein uns kaum faßlidier Ernst. _ achten. Er fügt Sidi da, wo es am Platze ist, wieder ein in das naturgesetzliche Gesdiehen.
Um es an flüchtigen Einzelbeispielen zu zeigen: Als in China zwei „Astronomen“ eine Was die Schicksalsastrologie anbetrifft, so wird der Mensdi audi allmählich in diesen Dingen
Sonnenfinsternis um eine halbe Stunde falsd-r vorausgesagt hatten, da wurden sie kurzerhand den richtigen Standpunkt finden, weldier ihm sagt, ob es gut sei, in selbstsiichtiger Weise die
hingerichtet Die Medizinmänner mancher Indianerstämme haben sich tagelang bis an den Hals Zukunft des persönlichen äußeren SdiicksalS aus den Gestirnen lesen zu wollen und sich den
im Moore eingegraben, um in ihrem Organismus genügende Feinfiihligkeit fiir alle Einflüsse der lähmenden Wirkungen dieses Zukunfsblickes auf die innere Haltung auszusetzen, auf die innere
\Vitterung und Gestirne zu erlangen, wie sie sonst nur sd1werkranken Menschenund außerdem Haltung, die sich immer mehr als das Aussdrlaggebende erweisen wird.
feinfiihligeii Tieren eigen ist. Er wird erkennen, daß es eine Dreiheit gibt: Astronomie, die rechnende Erkenntnis von
Die Kulturen der nördlichen Indianer waren nadi manchen Forschungen schon in alten Zeiten den Sternen, Astrologie, die Lehre vom wesentlichen Wirken der Sterne, und Astrosophie,
nur kleine Kulturen. Die großen Einblidce in die Natur wurden von den großen die Weisheit über die Sterne, so wie es Dr. Rudolf Steiner in umfassender und zielsidierer
Kulturvölkern in den Tempelschulen gewonnen. Die Hauptwerkzeuge zur Wahrnehmung Weise in der heutigen Zeit hingestellt hat. Gleidizeitig aber kann er sich zunutze machen, was
der Gestirnseinfliisse waren für die Alten jedenfalls einerseits ihre geschulten geistigen Erlebnisse, dieser Denker in seiner „Philosophie der Freiheit“ *) über die Möglichkeiten gesagt hat, sich als
andererseits aber auch ihr eigener Organismus, insbesondere die Wahrnehmung der Vorgänge Mensdi grundsätzlich riditig zum naturgesetzlichen Wirken zu stellen und voranzuschreiten zu dem
im Drüsensystem, die Wahrnehmung von dessen Dispositionen, seiner Hödnstleistungen und seiner Ideal des Zukunftsmensd1en:
Verstimmungen. Die Beobachtung des Sternenhimmels und die Ausarbeitung der Kalender: Bewußt und frei, handelnd aus Erkenntnisi
‘tafeln waren dann Hilfsmittel, um nidit ständig alle Erfahrungen neu madien zu müssen und
neben anderen wichtigen Tätigkeiten zu wissen, wann es Zeit sei, auf diesen oder jenen Sternen:
einfluß besonders achtzugeben. Deshalb war es damals sidier audi nidit so widitig, so wie heute
für die astronomische Forschung, ob eine Sternwarte besser als eine andere ausgestattet war.
Man weiß heute, daß nidit nur Babylonien ausgezeichnete Sternkundige hatte, man weiß heute, Mondphasenversuch mit Mais 1929
daß der ganze Westen Europas schon in vorgeschiditlidier Zeit unter der Leitung von Stern: Ina Conradt:Marne (Dithmarschen)
warten der keltischen Priestergelehrten, der Druiden, stand. Mari fand gewaltige Steiniiberreste
solcher Sternwarten in der Normandie, in Wales und in Irland. Man fand aber unerwarteter: Angeregt durch die bekannten Mondphasenversuche mit Mais ”)von Frau L.Kolisko, Stuttgart,
weise audi sogar im Herzen Deut3dilands, in der Rhön, die Überreste einer solchen Sternwarte. und die Angaben der entspredienden alten Bauernregeln, die audi in hiesiger Gegend nod1 in
(„Der Deutsd1e“ vom 10. August l927.) letzten Resten bekannt sind, maditen wir im Sommer 1929 einen Mondphasenversuä mit gelbem
Die mensdilidien Geschlechter lösen einander nicht einfach ab, sondern sie unterscheiden sich badisdien Körnermais.
im größten Stile durch ihre Interessen. Die alten Griechen gaben sich unerhörte Mühe, um in *) Rudolf Steiner: Philosophie der Freiheit, Grund3üge einer modernen Weltanschauung (SeelischeBeobad'itungs:
der Baukunst, in der Bildhauerei Unsterblidies zu sd-raffen. Nadi ihnen aber bekam ein Ge: Resultate nach naturwissensdiaftlid1er Methode), Philosophisch:Anthroposophisd1er Verlag am Goetlieanum Dornadr.
schied-rt von Menschen die Oberhand, weldie die Bildhauer:Schöpfungen der alten Griechen nur 3H‘) S. den Dorangehenden Aufsat; von Frau; Dreidax: Sterneneinflüsse und Naturwissenschaft, Seite 55, Abs. 4.
58

Wir haben hier gut humosen, mittelsdiwei’en Gartenboden, der aber seit 2 Jahren nicht ge.- fluß der Menden.-
düngt war. kräfte. Als die Marner
Es wurde gesät: Landwirtschaftssdrule
2 Tage vor Vollmond zur Feier ihres 10jäh:
(21. Mai), am Voll.- rigen Bestehens Ende
mondstag (23. Mai) und Oktober eine Landwirt:
2 Tage nach Vollmond schaftlid‘te Ausstellung
(25. Mai). Nadi sedrs veranstaltete, fanden die
‚Tagen lief der zuerst ausgestellten Pflanzen
gesäte Mais sdion gleidi.- und Kolben (die z. T.
mäßig auf, nad't zwei sehr gut ausgereift wa:
weiteren Ta gen der Voll: ren), wie auch die Bilder
mondmais, aber ziemlich und Tabellen großes
unregelmäßig, ebenso Interesse.
war es zwei Tage später Herr Hofbesitzer
mit dem zuletzt gesäten Denker, Fahrstedter:
Mais Altendeid't bei Marne,
Der vor Vollmond hat sdaon im 2. Jahr
gesäte Mais entwickelte Mondversudre mit Mais
sich sehr schnell und gemacht. Da die Par.-
gleidrmäßig‚bliihtefriiher zellen auf freiem Feld
und setzte auch früher
Gesäi: Vollmond 2 Tage vor Vollmond
waren, also ungesdiiitzt,
Gesäl: 2 Tage vor Vollmond Vßllmond 2 Tage nach Vollmond und reid’ilidier Kolben Mondversuch mit Mais Sommer 1928 ist das Wachstum nicht
Feldnersudi
Aufnahme 16. Juli 1929 an. Wir fanden sehr so üppig wie in unserem
im Garten non Landm.:l?at Conradt, Marne oft 2 Kolben an einer bei Herrn Hofbesit5er Denker, Fahrstedter=Aliendeirh bei Marne
Garten. DieWachstums:
Pflanze, was bei dem Vollmond: und 2 Tage nach Vollmond gesäten Mais nie der Fall war. unterschiede sind aber trotzdem auf den beigegebenen Abbildungen sehr gut zu sehen.
Einen Monat lang wurden alle 2 Tage genaue Messungen von ie sechs der besten Pflanzen
aus allen drei Parzellen vorgenommen (von der Erde bis zur längsten Blattspitze), deren Durch:
schnittsresultat hier folgen mag:
2 Tage nach Vollmond

.
Datum: Gesät: 2 Tage vor Vollmond Vollmond
10. ?.
12. ?.
101 cm
108 ‚.
82 cm
92 „
63 cm
76 „ Bodenbeärbeüung
14. T, } 121 „

105 „ 84 „ J. Voegele
16. 7. i 131 „ 110 „ 92 „ Die biologisch-dynamischen Wirtschaftsmethoden wollen in der Landwirtschaft nur das er-
18. ?. 142 ‚. (erste männliche Blüte) ! 114 „ ? 98 ‚. setzen, was in der heutigen Praxis dem inneren Wesen der Landwirtschaft widerspricht. Der land-
21. ?. 161 „ l 123 „ 109 „ wirtschaitliche Betrieb ist; ein Organismus. Das Wesentliche an jedem Organismusist: Lebendigkeit;
23. 7. 169 „ (erste meibliche Blüte) 134 „ (erste männliche Blüte) 122 „ (erstemännliche Blüte) Zusaminensehluß ver
25. ?. 176 „ 152 „ 129 „ schiedener Teilgebiete
27. Y. 1 183 „ 160 ‚. 137 „ (Organe) zu einem har
29, Y. ‘ 187 „ 165 „ 147 „ monischen Ganzen und
31. 7. 194 „ 174 „ (erste meiblidiß Blüte) 150 „ lebendige Durchdrin-

.
154 „ gung dieser Teilgebiete
2. 8.
4. S.
204 „
210 „ ‘ 177 „
187 „ 164 „ (erste meibliche Blüte) untereinander.
6. 8. | 216 „ 190 „ 168 „ Maßnahmen. welche
8. 8. ; 221 „ 192 ., 175 „ die Ackererde nicht bei
Wir sehen also, daß der bei nicht mehr zunehmenden Mond gesäte Mais (Vollmond und leben‚oder Maßnahmen.
abnehmender Mond) weder nach 2 noch nadi 4 Tagen die Wachstumshöhe des bei zunehmendem die Teilgebiete —— z. B.
Pflanzenbau oder Tiere
Mond gesäten erlangte.
haltung einseitig ent-
*

Am 16. Juli wurden 4 Aufnahmen' gemacht: ein Gesamtbild der Anpflanzung und je
eins der drei verschiedenen Pflanzengruppen. Die große Verschiedenheit der Wachstumshöhe ist wickeln. spezialisieren,
und dadurch das Gleich
durd't die eine Stange haltende Person genau charakterisiert. Es wurden nod1 Aufnahmen ge: gewicht des Organismus
madit, als der Mais in voller Blüte war, die Bilder konnten aber wegen ungenügender Schärfe
Landwirtschaft stören7
leider nidit vervielfältigt werden. lauten dem Wesen die-
Nach der Ernte haben wir dann noch eine Anzahl Durchsd‘rnittspflanzen von Parzelle 1 und ses Organismus zus
2 photographiert, auch hier ist der große Untersd11ed in der Wadasturnsentwidrelung deutlich wider. Bälder oder
erkennb ar, Gesät: Vollmond 2 Tage vor Vo1lmond später führen sie zu
Bemerken möchte ich noch, daß der Mais einmal mit Präparat 501 gespritzt wurde, sonst
aber keinerlei biologisch:dynamische Düngung erhalteri hat. Mondversuch mit Mais Sommer 1929 Sehad1gungrm.
Moderne Methoden
(Aufnahme etma 28‚#294 Juli 1929) haben einige Betriebs-
Unser Versud1 hat hier allgemeine Beachtung erregt, einmal, Weil man Mais in der Marsch bei Herrn Hofbesitjer Denker, Fahrstedter:Altendeieh bei Mame
überhaupt nichtkennt, dann aber vor allem wegen der Verschiedenheit des Wachstums als Ein: zweige der Landwirt-
„60_ ——til——

schaft auf Abwege geführt. Die Konjunktur- und Intensivwirtschaft brachte Einseitigkeiten und Nachdem der kristalline Zustand erreicht ist. setzt in der obersten Schichte der Erde
Spezialisierung; der künstliche Dünger kann der Erde keine Lebendigkelt geben. —-- Von rinde ein neuer Prozeß ein. Durch den Einfluß der Kräfte im Fliissigen. ‚Luftigen und Wärme
diesen Neuerungen muß man abgchen. _ haften beginnen sich die starren ‚Formen des Gesteins wieder aufzulösen. An Stelle des Ver—
dichtungsprozesses tritt ein Auflöseprozeß. Dieser umfaßt alle sog. Verwitterungserscheinungcn;
Da von der Bodenbearbeitung ähnliches nicht gesagt werden kann. erkennt die
*

biologisch-dynamische Wirtschaftsmethode. die in einem gut geleiteten Betrieb geübten Boden-


bearbeitungsmaßnahmen voll an. _ _
durch ihn verwandelt die Substanz erneut ihren Zustand. Sie wird, indem sie ihre mineralisch-
kristalliue Forum verliert. wasserdurehlässig; auch Luft und Wärme können in sie eindringen.
Ueber die physikalische mechanische Bedeutung von Pflug, Egge und Walze
Kultur des Bodens ist heute der Landwirt gut orientiert. Aber er weiß wenig über die phy-
fur die _ Hinter der Verwitterung stehen als treibende Faktoren die Elementarkräfte. gleichsam
gegen die starre Form ankämpfend. — So wie bei fortschreitender Verdichtung. nacheinander
siologische Auswirkung. Die biologischen Prozesse im Boden und in der Pflanze sind ihm \\‘iirmc. Luft und Wasser sich ausgeschieden haben. verbinden sich mit fortschreitender Ver?
noch zu wenig bekannt. als daß er sicher zu entscheiden vermöchte, wie die Pflug-. Eggen- Witterung- diese Elemente wiederum mit den Substanzen des festen Aggregatzustandes. Die aus—
und Walzenarbeit im besonderen. diese gesetzten Eleincntarkräfte erobern das einst Verlorene zurück. »—

_
Ackercrde entsteht. Diese
Prozesse beeinflußen. wann und wie sie ist reicher an Kräften und zeigt sich lebendiger als das Gestein. Die vorher in den ein?
angeregt oder gehemmt werden. Um zelnen Aggregatzuständen isolierten Kräfte haben sich in der Ackererde wieder vereinigt. so daß
die Sicherheit bei der Wahl der Boden— diese in n'ieteimorphosierter Form. eine Wiederholung. der noch alles Leben enthaltenden Ur-
bearbeitungsntaßnahmen zu fördern, soll sul>smnz ist.
hier versucht werden. mit Hilfe geistes- Dr. G. Wachsth hat die Eigenart der vier, mit dem Erdigen7 Wässrigen. Licht- und
. wissenschaftlicher Betrachtung. zum Ver- Wiirmvhaf'en zusammenhängenden Elementar-Kräfte und ihre große Bedeutung in seinem Buch

ständnis der dabei in Frage korri— „Die ätherischen liildekrät'te in Kosmos. Erde. Mensch“ eingehend geschildert.
menden Prozesse einiges beizutragen. Es ist der gestaltlose Zustand. welcher der Ackererde ermöglicht. Träger für alle vier
Warum bearbeitet der Bauer seinen ätherischen Bildekräfte (so nennt sie Dr. Wachsmuth) zugleich zu sein. Je mehr das Mine-
Acker mit Pflug. Egge. Walze und an— ralisctrKristalline durch die Verwitterung verschwunden ist. umso besser können die Stoffe
deren Geräten? — Es weiß jedermann, Träger der Kräfte werden. Je intensiver Wasser. Luft und Wärme mit ihren Bildekräften in
daß bearbeiteter Boden Voraussetzung der Erde sich durchdringen. umso lebendiger wird diese. Mit der Lebendigkeit eines Bodens
für ein gutes Gedeihen der landwirt- allei‘steht die Fruchtbarkeit im engsten Zusammenhang.
Fast. allgemein wird die Ursache der Bodenlebendigkeit heute in den bakteriellen Lebe-
schaftlichen Kulturpflanzen ist. Unbe-
arbeiteter Boden ist in gewissem Sinne wesen gesucht. Würde man aber die Konsequenzen aus der Entstehungsgeschichte des Acker—
tot, ist nicht lebendig genug. um dem boden ziehen. so würde man diese Ansicht kaum als zu Recht bestehend ansehen können.
Pflanzensamen zu seiner Entfaltung das Durch Verwitlerung fester Gesteinsmassen ist der Ackerboden entstanden. _ das Gestein
bieten zu können. was er braucht. bildet also den Ausgangspunkt. _ Je mehr man sich diesem nähert. umsomehr fehlt das
Der Boden muß lebendig gemacht Leben. je weiter die Verwitterung fortgeschritten ist. umso lebendiger sind die Substanzen.
werden. Die Erfahrung lehrt. daß die Die Verwitterung bringt die Verlebendigung mit sich. _ Den Bakterien könnte die Ursache
des Lebens nur zugeschrieben werden. wenn sie mit am Ausgangspunkt stehen würden. Im
Verlebendigung durch die Bodenbear«
beitung stark gefördert wird. toten Gestein aber findet man sie nicht. _ Sie verhalten sich ebenso wie der Pflanzensamen.
Um zunächst zu erfahren. was diese Dieser kann nur keimen und sich voll entwickeln, wenn er bereits lebendigen Boden vor-
Lebendigkeit im Boden ist, müssen wir findet. _ Nur weil der Boden lebendig ist. finden Bakterien ihre Existenzbedingungen. _
uns kurz mit der Entstehung-sgeschichte Ihr Auftreten ist eine Begleiterscheinung. Sie sind deshalb zwar die besten Anzeiger der
des Ackerbodens beschäftigen. Lebendigkeit eines Bodens. aber nicht deren Ursache.
Der Ackerboden findet sich wie eine Wir haben gesehen. daß sich die Stoffe in der Ackcrcrde in einem bestimmten gestalt—
Haut als oberste Schichtc der Erdrinde. losen Zustande befinden müssen. damit sich die vier Elemente am besten durchdringen können.
Die Erdrinde erstarrtc aus dem Fliissigen Von der sich selbst überlassenen Natur wird dieser Zustand nur selten erreicht und noch
heraus. Ein gewaltiger Verdichtungs- seltener durch längere Zeit hindurch festgehalten. Deshalb greift der Mensch in der Land—
Gesät: 2 Tage vor Vollmond Vollmond
prozcß ließ aus einem beweglicheren, wirtschaft durch verschiedene Maßnahmen unterstützend ein. _ Eine der wichtigsten dieser
gestaltlosen Zustand der Erdsubstanzen. Maßnahmen ist die Bodenbearbeitung. Bewußt oder unterbewußt verfolgt jede Bodenbearbeitung
Mitte Oktober 1929 geerntete Maispflanzen die festen Formen der krystallinen Welt den Zweck das Verhältnis der Bildekräfte untereinander zu regulieren.
Monduersudi im Garten von Landtu.:Rat Conradt hervorgehen. DurchdiesenVerdichtung-s- In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Unterstützung und Förderung des
prozeß hat sich auch der flüssige Zustand der Substanzen aus einem früheren Gaszustande Verwitterungsprozesses. Pflug. Grubber und Egge lockern das feste Gefüge und zerkleinern
heransgesondert. .
die aufgeworfenen Schollen. Den atmosphärischen Elementen. Luft. Licht und Wärme wird
dadurch die Durchdringung des Bodens ermöglicht. _ Mit: der Walze verdichtet man den

Wollten wir in fern zurückliegenden Zeiten auf unserem Erdplaneten die Bestandteile der
Ackererdc aufsuchen. würden wir nur ein stofflich undifferenziertes Gasgemisch finden. in Boden. Das ]rdige und Wäßrige wird dabei verstärkt. das Atmosphärische verringert.
dem alle Substanzen sich gegenseitig durchdringend. enthalten sind. Weil jede Bodenart von Hause aus eine andere Beziehung zu Wasser und Luft hat.
Aus dem feinsten Zustand dieser Substanz löst sich durch die Verdichtung zuerst ein Teil muß in jedem besonderen Fall die Bodenbearbeitung verschieden ausfallen. _ Ein locker—
der Wärme. Die übrige Substanzmasse wird dichter. Luftartiges entsteht. _
Jetzt löst sich geschichteter Sand erfordert andere Maßnahmen. als ein fester zäher Ton. Während der Erstere
außer der Wärme. auch das Gasige. Die zurückbleibenden Substanzen gehen in den flüssrgen wenig Auflirekerungsarbeiten beansprucht und unter Umständen das Walzen sehr gut vertragen
Zustand über. Zuletzt scheidet auch noch das Flüssige aus. Das Zuriickbleibende wird fest. kann. braucht der Ton besonders kräftige Auflockerung und gute Durchlüftung.
Was früher eine Substanzeinheit bildete. steht sich jetzt in den Formzuständen Erde. Wasser. Die Gruppierung der Bildekräfte ändert sich aber nicht nur mit der Bodenart, sondern
Luft und Wärme. getrennt gegenüber. Mit den Elementen Wärme. Luft und Wasser sind
den sich verdichtenden Substanzen die entsprechenden Elementarkräfte herausgezogen.
aus
Die
u. a. auch mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Weil die Kräfte von Erde. Wasser. Licht und
Wärme im Sommer anders gruppiert sind als im Winter. muß auch die Bodenbearbeitung im
_
*

Ursubstanz vereinigte in sich Erde-. Wasser—. Luft? und Wärmekräfte; aus ihr konnte deshalb Winter eine andere sein als im Sommer. Die verdichtenden verliärtenden Winterkräfte er—
alles entstehen.
*

Der letzte feste Zustand trägt nur noch die Erdenkräfte. die vor allem halten durch eine tiefere Pflugfurche und der damit verbundenen größeren Lockerung im
Krystallisations- und Schwerkräfte sind. in sich. Durch das Ausscheiden von Wärme, Luft Herbst und Winter einen Ausgleich. Im Frühling und Sommer muß der Landwirt die
und Wasser. ist die feste Substanz arm an Kräften geworden. Sie ist deshalb unregsam tot Lockerung beschränken und flacher pflügen. damit die allgemeine Zunahme von Licht und
und muß in unbeweglichen, Formen erstarren. Wärme sich im Boden nicht ins 'Uebermaß steigert _ So wird das Spiel der Bildekräfte in
„63—

der anorganischen Welt durch die Bodenbearbeitung reguliert und im Boden in ein har-
monisches Verhältnis gebracht. Die Regulierung spiegelt sich im physikalischen und physiolo-
mit Bodenart. Klima
und Pflanzentamihe. ‚
und Lage. Der Kräftekomplex in der Pflanze wechselt mit Pflanzenart
Das gegenseitige Abwägen der beiden Kräftegruppen ist ein Kerns
gischen Zustand des Bodens. punkt im Pflanzenbau. _
Sieht man in der Krümmelstruktur des Ackers nicht bloß das physikalisch mechanische Daß z. B. bestimmte Pflanzen. bestimmte Bodenarten bevorzugen ‘
sich unter Unr—
Gefüge kleiner Bodenteile. dann ist es berechtigt. diese Krümmelstruktur als Ziel jeder Boden—
bearbeitung zu bezeichnen. Ständen sogar auf diese beschränken
zwischen Pflanze und Umgebung. ‚
‚ erklärt sich aus dem charakterisierten Verhältnis
Bekanntlich bevorzugen Roggen. Kartoffeln. Seradella.
Mit jeder mechanischen Zerkleinerung eines Bodengefiiges stellen sich biologische Vor- den Sandboden ebenso. wie Weizen. Rüben und Klee den tonigen und dunkleren Boden.
gänge ein. Weil im zerkleinerten Boden die Bildekräfte von Erde. Wasser. Licht und Wärme
regsam werden und sich miteinander verbinden. wird. wie bereits erwähnt. ein solcher
DennKräfteverhältnis in den verschiedenen Pflanzen hat nun die Bodenbearbeitung ebenso
Rechnung zu4tragen. Wie wir es an dem Kräfteverhältnis zeigten, das durch Bodenart. Wechsel
Boden lebendig und fruchtbar. Aber nicht die mechanische Struktur bedingt die Frucht der Jahreszeit u. s. w. gegeben ist. Pflanzen, die vornehmlich unter der Oberfläche ihre
barkeit. sondern das Eingreifen der Kräfte. welche den biologischen Prozeß auslösen. Kann Wac_hstumskraft entfalten, wie z. B. Rüben und Kartoffeln. haben eine andere Kräftegruppierunfr
sich der durch Lockerung und Zerkleinerung angeregte Prozeß nicht halten. so wird der Boden in sich und stellen an ihre Umgebung andere Anforderungen als Pflanzen. die vornehmlich
oberirdische T 'le ausbilden.
/

nicht die Lebendigkeit haben. die er seiner mechanischen Struktur nach haben müßte. In
einem solchen Fall geht die künstlich erzeugte Kriimmelstruktur bald wieder verloren.
Als man in der Bodenfräse ein Gerät erfunden hatte. das mit einem Arbeitsgang eine
Wenngelockerten
und tief
R' en und Kartoffeln gut gedeihen sollen. so müssen sie einen besonders gut
Boden vorfinden. Wurzel- und Stengelorgane können sich unter der
gute Krümmelung lieferte. glaubte man viel gewonnen zu haben. Man hoffte die Ertrags Erde nur voll entfalten. wenn es nicht an den Kräften fehlt. die mit Luft und Wärme in den
fähigkeit der Böden beträchtlich steigern zu können. _
Die Fräse hat jedoch mit Ausnahme Boden kommen. _ Getreide und noch mehr die Gräser würden dagegen eine gleich tiefe
weniger Sonderverhältnisse sich nirgends in der Landwirtschaft eingebiirgert. Das Gerät Bodenlockcrung schlecht danken. Man darf bei Anlage einer Wiese zumeist mit der Walze
hielt nicht. was es versprochen und mußte euttäuschen. weil der biologische Prozeß im Boden nicht zuriickhalten und Verschwendung wäre es. wenn Getreide dieselbe Furcheutiefe erhielte
nicht wie man voraussetzte
identifizierte.
_
mit der mechanischen Zertrümmerung der Bodenteile sich wie Rüben.
Aus Erfahrung kennt der Landwirt diese Dinge. Er weiß. daß Roggen z. B. "ein frisch

Was der Landwirt als Krümmelstruktur anstrebt. ist eben nicht nur ein in feine Teile gelockertes Saatbeet besonders schlecht verträgt und die aufgelaufene Roggensaat gegen eine
zerschlagener Boden. sondern ein Zustand. bei dem die Anwesenheit des Lebensprozesses das Bodenlockcrung mit Hacke oder Egge sehr empfindlich ist. _ Seltener weiß er. daß Roggen
Wichtigste ist. _ Es ist der Zustand. den man als „Bodengare“ kennt. _ Die Lebens für eine Walze oft recht dankbar ist. _ Das starke Stengelwachstum braucht die festere
prozesse rufen die Gare hervor. und lockern. auf biologischem Wege. das Bodengefüge bis zur
Krürnmelung. Mit der Bodenbearbeitung kommt man diesen Prozessen unterstützend ent—
Bodenstruktur und die von dem verstärkten Erdigen ausgehenden Verfestigun@skräfte. In
der spez1ellen Saatpflege der übrigen Getreidearten ist man zumeist noch unsicherer? Auf diesem
gegen. regt sie an und ebnet ihnen die Wege. Die Prozesse selbst jedoch ergeben sich aus Gebiet werden Versuche noch manche Aufklärung bringen müssen. Bescheidene Anfänge
dem Zusarmncnspiel der Bildekräfte mit den Substanzen im Festen. Fliissigen. Licht— und brachten bereits beachtenswerte Unterschiede.
Wärmehaften. Die Bodenkrümmelung ist das Ergebnis. Intensive Lebensprozesse braucht Während z. B. Weizen und Hafer für eine kräftige Lockerung dankbar waren und
der Landwirt in seinem Boden. Alle Arbeiten. die er auf seinem Boden anwendet. müßten bessere Erträge brachten. zeigte sich Gerste bei gleichen Boden- und Feuchtigkeitsverhältnissen
dieses Ziel verfolgen. fur_ das Walzen erkenntlich. Die gelockerten Parzellen brachten geringere. die gewalzten
Betrachten wir noch einmal den Entwicklungsweg der Substanzen. Nacheinander bilden großerqurträge als die Vergleichsparzellen. _ Selbstverständlich können erst weitere Ver—
sich die Formzuständc durch den Verdichtungsprozeß heraus. Beim festen Zustand erreicht
dieser Prozeß im Kristall seine Kulmination. Er schlägt um und als erste Stufe der Ent»
suche die erforderliche Klarheit bringen. daß aber Unterschiede bei der Behandlung der
Getre1dearten gemacht werden miissen. hat sich doch bereits deutlich herausgestellt.
wicklungslinie mit auflösendem Charakter entsteht die Ackererde. Als nächste Stufe sodann In dem Aufsatz ‚.Polaritäten in Pflanze und Pflanzenwachstum“. Gäa Sophia. Band IV
die organische Substanz. Das Pflanzenwesen bringt einen neuen Einschlag. Die Pflanzen»
kräfte bilden im Pflanzenwachstum die Stoffe der Ackererde zur pflanzlichen Substanz um.
konnte a. u. gezeigt werden. wie Bodenlookerung und Bodenvcrdichtling die Gestalt
Pflanze verandert. wie der lockere Boden einen gelöstercn Habitus aber dichtere Struktur
def
Diese ist gewissermaßen ein übergeordneter Formzustand. der die übrigen Formzustände z1r
sammenfaßt und zur Einheit schließt.
desGewebes bedingt. der gewalzte Boden dagegen einen kürzeren straffercn Habitus. dickere
Stengel. breitere Blätter aber einen lockeren Bau des Gewebes hervorruft. _ In demselben
Die Bildekräfte finden in jeder Pflanze _ iiberhaupt in jedem Organismus _ ihre Aufsatz wurde auf die Verschiedenheit des Kräftever ltnisses in der Getreidepflanze während
selbständige Einheit. Sie tragen im Gegensatz zu den Kräften in der Ackererde einen mikro- dem Kermstadium. während der Bestockung und während dem Schossen hingewiesen. Aus
kosmischen Charakter: Das. was für sie in der organischen Welt jeder Pflanzenorganismus ist. den bisherigen Ausführungen ergibt sich fast von selbst. daß auch die verschiedeffen
stad1en verschiedener Bodenpflege bedürfen. Tatsächlich haben entsprechende Versuche er—
Wachstums
ist in der anorganischen Welt der gesamte Kosmos. Durch ihn finden sie die übergeordnete
Zusammenfassung. sie tragen gewissermaßen makrokosmischen Charakter. _
Die Pflanze geben. daß in deereit vor der Bestockung ein angedrückter Boden günstiger war. dagegen nach ein-
gesetzter Bestockung die Lockerung des Bodens einen günstigeren Einfluß auf das Waish3tum ausübte.
ist ein Abbild der ganzen makrokosmischen (im Anorganischen wirkenden) Bildekräftewelt
und deshalb selbst ein Mikrokosmos. _ Sie wiederholt in ungezählter Vielheit. die makrd . Solche intimen Dinge werden selten beachtet. Man wird auf sie aufmerksam wenn man
kosmische Einheit der Bildekräfte im kleinsten Maßstäbe. Gegenüber ihrer anorganischen die Krä.fteverhältnisse in der Pflanze einerseits. im Boden andererseits beachtet.7 Erst wenn
Umwelt hat sie dadurch ein solches Eigensein. daß sie dieser als „inneres Prinzip“.*) einen
Kräftckomplex selbständig gegenüberstellen kann. Das „innere Prinzip“ ermöglicht der
4 _
man sie kennt. können sie auch bei der Bodenbearbeitung berücksichtigt werden.
Auf das Lebendigmachcn des Bodens kommt beim Ackerbau alles an. Weil durch ihr
Pflanze zu wachsen. im Wachstum die Substanz zu gestalten. sich fortzupflanzen und in ihren Krafteverhältnis _die Pflanze ein in sich abgewogener Organismus ist. schadet ihr ein Ueberma.ß
von Lebendigkeit im Boden ebenso sehr, wie ein Mangel. Sie braucht das ihrer Eigenart
Nachkommen sich zu vererben. ‚

entsprechende Optimum. Dieses zu erzielen ist die Kunst des Ackerbaues in dessen Dienst
Vermöge der Selbständigkeit ihrer Bildekräfte kann die Pflanze aus ihrer Umgebung die Bodenbearbeitung als wichtigster Regulator und Förderer steht. 7

Stoffe aufnehmen. Sie holt diese aus dem Boden und aus der Luft. vereinigt sie im Assimi- Wie ich im speziellen Fall die be ste Lebendigkeit erziele. ist die aktuelle Frage. Manches
lationsprozeß und erzeugt die organische Substanz. Erde. Wasser. Luft. Licht und Wärme
‚„

Ackerbauproblem von heute zeigt sich deshalb in seiner alternativen Fragestellung al;bedeutuntrs-
sind in gesteigerter Form in ihr vereinigt und in Wechelwirkung verbunden, In bezug auf
die Prozesse ist sie die zur nächsten Stufe weiterentwickelte Ackererde. welche sich so immer los. weil die Verhältnisse so vielseitig sind. daß da der Tiefkultur. dort der Flachkultur das Wilrt
geredet werden muß. Im einen Fall wird man ohne Zuhilfenahme des Pfllwes nicht durch-
_
klarer als Zwischenstufe vom Stein zur Pflanze zeigt. Am besten erfüllt die Ackererde ihre
Aufgabe. wenn sie zwischen Stein und Pflanze die Mitte hält. kommen. im andern Fall wird man ihn besser durch ein anderes Gerät ersetäen.
Bei einer Betrachtung. die mit den Prozessen rechnet und das Dynamische in den Vor-
Zu den Bildekräften der Ackererde gesellt sich der Bildekräftekomplex der Pflanzen.
Beide sind in ihrer Eigenart zu berücksichtigen. Die Kraft in der Ackererde wechselt gangen sucht. werden die Probleme der Bodenbearbeitung klarer und eindeutifler. Die biologisch—
dynamische Anschauung verleiht dem Landwirt in der richtigen Wahl seinär l\1al.inahmeri3 eine

*) Siehe Goethe's naturwissensdrafllidrc Schritten: Metamorphose der Pflanjen. Sicherheit. die er sonst nur noch aus altem gesunden Instinkt haben kann. Weil die Hand»
_65„_
—ti4f

habung der Maßnahmen aus dem Gefühl und instinkt heraus, immer mehr verloren geht, stellt
sich in steigendem Maße die Notwendigkeit ein, die Lebensprozesse im Boden und in der
Bauer und Pferd
Pflanze zu durchschauen. Dr. K. Volkmann
Dazu einen Beitrag leisten zu können, dürfen sich durch die Angaben Rudolf Steiners, Wir leben im Z italter der Technik. Masdqine und Motor zeichnen im Spektrum Europas,
die nach bio]ogiseh—dynamischen Methoden forschenden und arbeitenden Landwirte berufen fühlen, in dem der ganzen t ihre diarakteristisdien Linien. Die Maschine beherrscht nicht nur das
‘Wirtschaftsieben, ihr Einfluß reicht tief hinein in das staatliche und kulturelle Leben der Menschheit.
Das moderne Wissensdaaftlidw Denken, das den Menschen als industriepalast und die Mildikuh
als Milchfabrik darstellt, dringt allmählich bis zum fernsten Bauernhof vor. Der mehr gefiihls:
mäßige Widerstand, die instinktive Abneigung des Bauern gegen die Methoden der Mediani:
Leichtere Bodenbcéarbeitung sierung und Rationalisierung des Landbaues miissen allmählid1 erlahmen, wenn es nicht gelingt,
andere positive Gedanken und Ansdaauungen iiber Landwirtsdiaft diesem Ansturm, der von
bei biologisch-dynamischer Düngung einer kapitalstarken Industrie unterstützt wird, entgegenzusetzen. Die Grundlagen, die Dr. Steiner
im landwirtschaftlichen Kursus fiir eine Neugestaltung der Landwirtsdiaft gegeben hat, sind ge:
E. Stegemann eignet, allmählich zu einer Gesundung zu führen. im Rahmen dieser Bestrebungen wird auch die
Einstellung des Bauern zu seinem Pferd, zu den Haustieren überhaupt wieder eine andere werden.
Die Bearbeitung des Bodens bildet die Grundlage zur Entwicklung und zum Aufbau Dazu sollen die folgenden Zeilen beitragen:
der Wirtschaft. Besonders bei den schweren Böden erfordert die Bearbeitung des Bodens zur
Erreidiung einer guten Bodengare viel Überlegung und ebensoviel Arbeit. Rudolf Steiner hat im landwirtschaftlichen Kursus darauf hingewiesen, daß es vor allen
Die Pflege des Bodens während der Vegetationszeit nimmt einen breiten Raum ein. So Dingen darauf ankommt, den landwirtsdraftlidien Betrieb so zu gestalten, daß er sich selbst trägt.
z. B, unterliegen die frischbestellten Rübenfelder nadi starkem Platzregen mit darauf folgendem Der landwirtsdiaftlidie Betrieb ist ein Organismus, eine Individualität, die nur gedeihen kann im
harmonischen Zusammenwirken aller ihrer Kräfte. Gesunde Böden -— gesunde Pflanzen,
Sonnenschein leicht dem Verkrusten. Die Bemühungen die Ad<eroberfläche offen zu halten miß:
lingen oft. Manche Rübenbreite muß aus diesem Grunde zwei mal bestellt werden.
gesunde Pflanzen — gesunde Tiere und Menschen. Das ist die Grundlage. Genau wie in der
freien Natur Pflanzen: und Tierwelt zusammengehören, sich gegenseitig ergänzen und nidit ohne
Wenn ein Ad<erbetrieb mehrere Jahre nadi den blethoden der biologisch:dynamisdren Schaden für das Ganze in ihrem gegenseitigen Verhältnis zueinander durch den Mensdien ver.-
Wirtsdaaftsweise arbeitet, so nimmt der Ad<erboden nadi und nach eine bessere Verfassung an. ändert werden können, so ist es auch in der Landwirtschaft. Jede Uhertreibung nach der einen
Ich kann in meinem Betrieb Vergleiche dieser Art gut anstellen, da ich seit 1925 nadi der oben oder anderen Seite, jede Einseitigkeit rädit sich friiher oder später. So ist auch das Pferd in
genannten Methode arbeite. Im Jahre 1928 pachtete ich eine 80 Morgen große Landwirtschaft seiner Bedeutung für die Landwirtschaft nur voll zu würdigen, wenn man es nicht willkiirlidi aus
hinzu. Diese 80 Morgen werden allmählich in die neue Wirtsd1aftsweise hinein genommen. diesem Zusammenhang herausreißt. Es genügt nicht zu betonen, daß 900/o aller Pferde in
Die Versdaiedenheit der Leistungen beim Akkordhadcen sind auffallend. So z. B. ge: Deutschland im Zuge ihr tägliches Brot verdienen, davon 85% allein im Dienste der Landwirtschaft.
brauchte die Hackerkolonne bei dem Rübenschlag, der nun schon seit dem Jahre 1925 biologisch: Bei der steigenden Bedeutung und ständigen Ausbreitung von blaschine und Motor ist es leider
dynamisdi bearbeitet wird, zu 1/4 ha 2,9 Hacktage. Die gleiche Kolonne brauchte auf einem Rüben: allmählich dahin gekommen, daß man auch auf dem Lande das Pferd gewissermaßen nur noch‚durch
stück des zugepaditeten Hofes 4 Hacktage zu 1/4 ha Zuckerriiben. Der Boden beider Stüd<e ist die Brille der Technik sieht. Man gibt sida garnicht mehr die Mühe, das Pferd in seiner Be:
in der Zusammensetzung fast gleidi. deutung für den ganzen landwirtschaftlidhen Betrieb zu würdigen, sondern vergewaltigt das Pferd
Wenn bei weiterer Anwendung der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise die Verbesserung zu Gunsten der Maschine und des Motors. Der Maßstab für die \Wertbeurteilung des
des Bodenzustandes Fortschritte mad1t, so werden mandie Änderungen in der Bearbeitung des Pferdes wird von der Masdaine hergenommen. Dabei muß das Pferd notwendigerweise
Bodens Platz greifen können. 50 z. B. wird der Winterweizen schon nidit mehr geeggt, da die zu kurz kommen, auch wenn ein Rentabilitätsvergleid-r noch so korrekt durchgeführt wird, was
Struktur des Landes so lose ist, daß eine weitere Autiod<erung der Pflanze sd1aden wiirde. leider sehr oft auch nidit der Fall ist, Das Pferd in der Landwirtschaft ist eben nicht bloß „Hafer:
Aber auch die Walze kommt nicht mehr auf das Wintergetreide. Die Verletzung der Blätter motor“ wie es so schön heißt, sondern mehr. Dieses Mehr ist aber ausschlaggebend für die
ist durch das Walzen viel zu erheblidi. Außerdem gebraucht die biologisch gedüngte Pflanze die Beurteilung und Einsdaätzung des Pferdes. Ersetzt der Bauer die lebendige Zugkraft seiner
Blätter stärker zur Nahrungsaufnahme wie die kunstgediingte Pflanze. Die Fortiassung der hier Gespanne durch Motor und Maschine bei der Feldarbeit, so fehlt ein lebendiges Glied in der
genannten Arbeiten bedeuten für den Betriebsleiter sdion eine wesentliche Einsdaräinkung der Hand: geschlossenen Kette seines Betriebes. Es handelt sich nicht nur um den Verlust an organischem
und Gespannarbeiten. Die völlige Auswertung in der Ersparnis der Hand: sowie der Gespann: Dünger, der in einer Landwirtschaft, die keinen künstlichen Dünger verwendet, natürlich noch
arbeiten tritt mit den Jahren immer mehr ein, Audi die Pflugarbeit wird durch die gute Boden: sdrwerer wiegt, sondern um mehr. Es ist ein Untersdiied‚ ob der Acker mit Pferden und Rindern
gare wesentlich erleichtert, sodaß pro Tag eine höhere Leistung heraus geholt werden kann. Die gepflügt wird, oder ob ein knatterndes, eisernes Etwas über den Acker fährt. Es wird sich mehr
Ersparnis bei der Gespannarbeit wird sich dadurch bemerkbar machen, daß man bei einer Größe und mehr erweisen, daß es die Kunst des Landwirtes sein sollte, die kosmischen und terrestrischen
von etwa 700 Morgen 1 Paar Pferde wird einsparen können. Kräfte in einer fiir das Pflanzenwachsturn günstigen Weise im Acker aufeinander abzustimmen.
Audi die Erleichterung bei der Handarbeit wird bei einem Anbau von etwa 110 Morgen In unseren Haustieren, namentlich im Rind, aber auch im Pferd haben wir nun Vermittler von
Zudcerriiben eine Ersparnis von 2 Akkordmädchen bringen, Wie sich die Ersparnis von einem solchen lebendigen Kräften, Selbst wenn die Bodenbearbeitung durch motorische Kraft vom rein
Paar Pferde und 2 Akkordmäddien “in Zahlen ausdriid<t, wird sich jeder W'irtschaftsleiter am med-ranßchen Standpunkt aus noch so gut durchgeführt wird, so kann die Maschine doch niemals
besten selbst ausrechnen für seine Wirtsdiaft. solche Kräfte vermitteln.
Es wurde nadi langjähriger Anwendung der biologisdi:dynami5then Wirtschaftsmethoden Es soll damit noch nichts im Prinzip gegen die Verwendung motorischer Hilfsmittel bei der
weiter beobachtet, daß die Schälarbeit direkt nach den Mähmaschinen außerordentlidi leicht geht. Bodenbearbeitung überhaupt gesagt sein. Durch verstärkte Nutzviehhaltung könnte einer Ver:
minderung des Gesamttierbestandes infolge Einsd1ränkung oder Absdiaffung von Zugvieh wirk:
Das Ziel, unserer heutigen Wirtsdiaftsweise muß ja sein, so billig wie möglidi zu produzieren, sam begegnet werden. Leider ist es aber in der Praxis doch meistens so, daß gerade in inten:
außerdem muß die Produktion in der Qualität steigen. Was nützt die Herstellung großer Mengen siven Ackerwirtschaften, die an sich einen viel zu geringen Tierbestand haben, motorische Hilfs:
um nur die größeren Unkosten zu decken. Die so erzeugten großen Mengen auf den Markt geworfen, mittel bei der Bodenbearbeitung verwandt werden, und der Zugviehbestand dementspredrend vermindert
wirken preisdriid<end. Auf die Billigkeit der Wirtsd1aftsweise wurde lange Zeit in unserer Land: wird. Die Frage des Ersatzes der lebendigen Zugkraft in der Landwirtschaft durch blaschine und
wirtschaft zu wenig Gewicht gelegt. Billige Wirtschaftsweise und Qualitätssdtöpfung, nicht Massen:
produktion bringen erhöhte Preise und Rentabilität in der Wirtschaft. Motor ist eben kein einfadies Rechenexempel, wie es so oft hinzustellen versucht wird. Die Gegen;
überstellung der rein zahlenmäßigen Unterhaltungs: und Betriebskosten eines Motors und einer
entsprechenden Anzahl Gespanne besagt sehr wenig, ganz abgesehen davon, daß für die Motor:
gangpflüge dieses Rechenexempel bereits zu Gunsten der Pferdehaltung entschieden ist, Audi
der Mangel an menschlichen Arbeitskräften in der Landwirtschaft, wie er leider heutzutage Gang
466—

und Gebe ist, braucht nidit notwendigerweise zu einer Mechanisierung zu führen. Geeignete Frucht:
folge, entsprechende Viehhaltung werden im Rahmen der biologisch:dynamischen \Wirtschaftsmethoden
allmählid'r zu einer besseren Arbeitsverteilung und Überwindung der Sdawierigkeiten führen. Ein
Hilfsmittel zur Überwindung des augenblicklidaen Mangels an mensd1lichen Arbeitskräften bietet Rhodeländer—«E-Iachzuehl
die Methode der vervielfadaten Anspannung, Diese Methode besteht in einer Kombination der 9 Paul Burkhardt, Cannstatt, Kreutelstein
Adrergeräte, Erhöhung der Pferdezahl eines von nur einem Mann gefahrenen Gespannes. Wenn
die Schläge nicht allzu winklig und klein sind, können z. B. bequem anstatt 2 mal je 2 Pferden Zuchtliere:
mit 2 Fahrern und 2 Kultivatoren 1 mal 4 Pferde mit nur 1 Fahrer verwandt werden. Es bleibt Z u ch 1z i e 1:
Leistung und Sdiönheit. Strenge Falln.=lfiontrolle. Nur Naturbrut. Landesausstellung Stuttgart 1930:
jedem einzelnen Landwirt überlassen, die gerade für seinen Betrieb geeignete Kombination der 6 mal sg.‚ 2 mal 9. Zroeitbeste Gesamtleistung.
Wetterharte‚ gesunde Tiere.
Ad<ergeräte und günstigste Zusammenstellung der Pferde zu Gespannen herauszufinden, Es muß
darauf geachtet werden, daß schädlidier Seitenzug vermieden wird und zwischen den einzelnen
Pferden genügend Luftraum bleibt, was namentlidi bei höheren Temperaturen eine große Rolle spielt. Br u 1e i e r :

V =—- ._‘
Bei solchen größeren Gespann=Einheiten lohnt es sid-r auch, für den Fahrer eine Sitzgelegen: Stamm Dutzend Mk. 9,— mit Verpackung ab hier.
[ nur sg. Tiere,
heit zu schaffen. Fiir den Großbauern wie auch für den Großgrundbesitzer würde die allgemeine Stamm ll Leistungstiere von gleichmäßigem dunkelrot Dutzend Mk. 6,e.
Einführung soldier Arbeitserleidtterungen von großem Vorteil sein. Allerdings müßte dann die W
Auffassung mancher Besitzer von der Tätigkeit ihrer Landarbeiter eine andere werden. Die
modernen Arbeits: und Lohnmethoden haben dazu geführt, den Landarbeiter bis zur Grenze seiner
Leistungsfähigkeit auszunutzen. Es ist aber wohl einseitig, in Arbeitserleichterungen nur Mittel
zur „Bequemlichkeit“ zu sehen. Man sollte sich doch dariiber klar sein, daß es unmöglidi ist, von
Demeter-—
einem Menschen Interesse und Liebe zur Sache zu verlangen. den man auf der anderen Seite oft
mehr, als bei gutem Willen nötig wäre, bis an die Grenze seines körperlichen Könnens beansprucht.
Wenn es nidit gelingt, die Lohnarbeiter allmählidi zu Mitarbeitern am gemeinsamen Werke zu
Buchweieerr« ®aatgui
erziehen, wird die Landarbeiterfrage namentlich in den entvölkerten Gebieten des deutschen Ostens 2 Jahre biologischdynemisch gedüngt -
nie gelöst werden. Das Problem „Bauer und Pferd“ ist nur ein Teil des größeren Problems hervorragende Speisequehtät
„Der Mensdi in der Landwirtsdtaf “. zum Anbau auf ganz leiditen Böden besonders zu empfehlen.
Drucktehlerberichtigung Bestellungen an
In der Überschrift zum ersten Aufsatz in Heft Nr. 2 Seite 25 muß es heißen: „Von der Verwertungsgenossenechafl Demeter
Pflege und Bereitung natürlichen Düngers als der gesunden Grundlage der biologisch:dyna= Bad Saarow (Mark)-
mischen Düngung“ anstatt „als die gesunde Grundlage“.
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Demeter- Gemusesaatgut Winterharie iiienstauden‘
unter Antnendung biologisda:dynamischer Wirtschaftsmeise
zu beziehen durch

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herangezogen, sind preiswert und in kräftigen Pflan3en
M- K. Schwarz, Worpswede, Siedlung Birkenhof.
Das Saatgut ist herangezogen unter Anwendung biolog.-dynam. Wirtschaftsmethoden. 3u be3iehen durd'1 die
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Bohnen werden nicht unter 100 g, Schwarzwurzetn und Salat nicht unter 10 g abgegeben.
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Am 1. April erscheint
wie im vorigen Jahre .. -l—/ --—1 -—/
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Ein Kalender für Haus und Hof biologischdynamische Wirtschaftsweise
1930 Ostern —- Ostern 193| (früher Mitteilungen des landwirtschat’tliduen Versuchsringes
der Anthroposophischen Gesellschaft)
Herausgegeben von der mathematisch—astronomischen Sektion
Alle Rechte vorbehalten. — Nachdruck verboten!
am Goetheanum, Dornach, Schweiz
Herausgeber: Versud‘rsring anthroposophischer Landwirte in Deutschland e. V.
Kalendarium mit genauen astronomischen Angaben (Stern- Schriftleitung: Dr. B. Bartsd‘r, Bad Saarow (Mark)
Dipl.-Ing. F. Dreidax, Bad Saarow (Mark)
bilder, Sonne, Mond und Planeten). Geschäftsstelle: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dostsched<konto: Breslau 56266
Sternkarte mit Planetenbahnen.
Historische Bemerkungen. Nr. 5 Mar 1950 5" Jahrg.
Künstlerische, literarische und wissenschaftliche Bei-
träge von Rudolf Steiner, E. Vreede. Fr. Doldinger, E. Pfeiffer. Frage
G. Picht—Berrer, E. Wen, A. Usten, O. Eckstein, W. Spieß. Hast du den Samen, Ida gab ihr Wasser
der eine Pflanze werden will, wenn sie dürstete,
Orient-Occident-—Verlag Stuttgart
Charlottenplal3 — Haus des DeUISCthmS'
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und
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Boden,
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dodi weiter hab ich nichts getan.

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Geschafisulbergabe
Ich legte ihn
wohl in die Erde,
dodi die Gedanken
fiatterten mir
wie bunte Vögel fort.
Und hast du auch
des Geistes:Samenkorn‚
das in dir selber ruht,
durch deines Denkens Kraft
zum Wachsen kommen lassen?
Unsere
- -
Hast du die Pflanze
liebevoll gehiitet?
Ich dachte viel an midi, —
dodi daran hab ich nidit gedacht,
vertrieb55telle der Demeter-Erzeugnisse
in Mitteldeutschland, Hannover, Osterstraße 66
Damit des Sonnenstrahles Seele
durdi der Pflanze Blüte,
daß idi des Geistes Samenkorn
in mit, durd1 meines Denkens
ging ab 16. März in die Hände unserer seitherigen Mitarbeiter Herrn
gääg?igi䔓f der Erde Kraft erW2d{m muß“ F. S.
T

Bäckermeister' R. Heinemeyer und Herrn H. Küchenmeister über,


welche in der bisher erprobten Weise das. Geschäft auf Grund mehr—
jähriger Erfahrung weiterführen werden.
Verwertungsgenossenschaft DEMETER, e. G. m. b. H. Bad Saarow
Der Wert der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise
Unter der Firma: für den Leguminosen-Bau
til

Rudolf Hernemeyer besonders auf leichten Böden


Vertrieb für Demeter-Erzeugnisse Dr. E. Bartsch
Hannover, Osterstraße 66 Bei Unterhaltungen über die Bedeutung der biologisch:dynamischen Wirtsäaftsweise für die
haben wir die bisherige Vertriebsstelle der Verwertungsgenossen» Gegenden mit leiditen und leiditesten Böden wird von Berufskollegen oft folgender Gedankengang
schaft DEMETER in Hannover übernommen. Wir werden bestrebt entwickelt: Die Einführung des Kunstdiingers auf leichten Böden ist nidit nur durch die Steigerung
sein unser Geschäft innerhalb des bisherigen Absatzgebietes im Sinne der Ernteerträge bedeutsam geworden, sondern bei der Bewirtschaftung leichter Böden konnte
der uns mit den biologisch—dynamischen Wirtschaftsmethoden ge- durch die Anwendung von Kunstdi.inger auch an Stallrnist gespart werden, was insoferne eine
setzten Ziele zu führen. Erleiditerung fiir den Landwirt darstellt, als er dann seine meist unrentable Viehhaltung einschränken
oder womöglidi im viehlosen Betrieb ganz aufgeben konnte. Bei einer verringerten Viehhaltung
??avlafff %einemege'c, Bäcker-meister %emäevé ‚%ÄoÄenmeioie'i- aber verringerte sich auch die Sorge um genügende Mengen wirtschaftseigenen Futters. Die Umgehung
der Schwierigkeiten bei der Beschaffung wirtschaftseigenen Futters aber ist für viele Betriebe eine
wichtige Begleiterscheinung der Kunstdiingeranwendung geworden.
”i"

Budidrudterei Bruno Sd1euer, Breslau 5, Gräbsdienerstr. 58.


_91__
—90f

Es wird des Weiteren oft noch darüber geklagt, daß besonders die Leguminosen in den genügende Rücksidtt darauf genommen, auf keinen Fall aber verstanden, voll und ganz konsequent
letzten 10—20 Jahren im Anbau und Ertrag immer unsicherer geworden sind. Soll die biologisda: mit dieser Bodenlebewelt zu arbeiten, ganz auf deren Leistungsmöglichkeiten systematisch aufzubauen.
dynamische Wirtschaftsweise der Landwirtschaft auf leichten Böden eine wirkliche Hilfe werden, Plan sündigte in vielen wichtigen Punkten weiter gegen die Lebensbedingungen einer gesunden Boden:
dann muß sie in dieser Frage Wandel schaffen können. Ist der Feldfutterbau im Rahmen dieser lebewelt. Durch das Studium überlieferter Methoden wie der Brache und durch fortschrittliche Er:
Wirtsdaaftsweise gesichert, dann kann auch an die Vermehrung der Viehhaltung ohne Gefährdung forscher der Bodenlebewelt wie Löhnis, Hüggeli und andere, ist die Bedeutung der Bodenlebewelt in
der Rentabilität herangegangen werden. Es ist die Voraussetzung geschaffen, daß die für die immer hellerem le]i€ erschienen. Eine unausgesetzte systematische Beriidcsichtigung, besser gesagt
biologisch-dynamische Bewirtschaftung von leichten Böden nötigen Stallmistmengen zur Verfügung eine aktive Kultur des Bodenlebens ist bei der biologisdi:dynami5chen Wirtschaftsweise Selbstver:
stehen. ständiidikeit. Freilich faßt biologisdr:dynamische Wirtschaftsweise das Bodenleben nicht bloß als
Welches sind nun die Ursachen für den Rückgang der Leguminosen:Erträge? Diese Frage Existenz und Tätigkeit von Bakterien usw. auf, sondern versteht unter Bodenleben vor allem die
wird heute von vielen erfahrenen Landwirten beantwortet mit dem Hinweis, daß die starke An: Wirksamkeit von ätherischen Strahlungen. Biologisch:dynamische Wirtschaftsweise schaut nicht
wendung von Kunstdiinger damit in Zusammenhang steht. Ganz allgemein bekannt ist ja auch, einseitig auf Bakterien und sonstige Bodenlebewesen hin, sondern richtet ihr Augenmerk auf die
daß die Verwendung von Arnmonsulfat auf leichten Böden besonders dem Gedeihen der Serradella Harmonisierung der für Boden und Pflanze wichtigen ätherischen Strahlungskräfte, welche sich als
schädlich ist. Es liegt hier der Fall eigentlid1 sehr klar. Das Ammonsulfat bringt, wie man Baumeister in den gesamten Naturwesen äußern, indem sie in dieselben einziehen. Bei einer
allgemein sagt, wegen seines Säurerestes eine Schritt für Schritt zunehmende Versäuerung im harmonischen Wirksamkeit all dieser ätherischen Bildekräfte stellt sich das günstigste Bakterienleben
Boden hervor. Die Leguminosen aber sind mit ganz wenigen Ausnahmen außerordentlich empfindlidi von selbst ein. Es leuchtet vielleicht unmittelbar ein, daß auf ein landwirtschaftliches Vorgehen, das
für diese Bodensäure. Auch die Serradella hält dieser ständig zunehmenden Versäuerung im Laufe in Soldier Weise von vorneherein auf dem Bodenleben und seiner Pflege fußt, die Leguminosen
der Jahre nicht mehr genügend Stand. Sie geht zu schlecht auf und liefert zu geringe Ernte: ganz besonders gut ansprechen.
Mengen. Potklee ist ebenfalls außerordentlich empfindlich gegen Bodensäure. Von jeher wird die Im Großen gesehen hat man bei der diemischen \Virtschaftsweise keine rechte Beachtung des
Praxis darauf hingewiesen, den Boden, der Klee tragen soll, ausreichend zu kalken und stauende
Nässe zu beseitigen, damit auf den Klee keine Säure wirken kann. Wichtiger aber noch als der
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leider unvermeidlichen Bodenlebens und damit im Zusammenhang unfreudiges Wachstum, ia
Rückgang der Leguminosen. Bei einer Wirtschaftsweise unter voller Wertschätzung und Pflege
Kalkgehalt ist fiir einen sicheren Rotkleebau der Humusgehalt, die Kraft des Bodens. Durch des Bodenlebens werden aber die Leguminosen wiederum dankbar.
eine mineralische Kalkung wird nun der Boden zunächst besonders tätig und die darauf wachsende Die Leguminosen antworten auf die biologisch=dynamische Düngung durch höhere Mengen:
erträge wie auch durch bessere Qualität. Die größeren Mengen machen sich leicht auffällig, wenn
Pflanze zur Uppigkeit angeregt. Dies vollzieht sich aber nur solange, bis die im Boden vorrätige die Leguminosen in grünem Zustand zu Futterzwecken geerntet werden. Ganz besonders vor:
Humussubstanz aufgeschlossen und die Kraft des Ad<ers verbraucht ist. Dann nimmt der nach
Anfangserfolgen einsetzende Niedergang seinen weiteren Fortschritt und es ist dann durch bloßes teilhaft wirkt hier das Präparat 501. Aber auch bei getrodcneten und reif geernteten Legurninosen
zeigen sich entsprechend höhere Mengenerträge.
Kalken und sonstige mineralische Düngung im Rotkleebau nur noch wenig zu erreidien. Audi Die bessere Qualität zeigte sich verschiedentlich bei Erbsen fiir Speisezwerke, sowohl beim
Luzerne und Esparsette halten heute nidit mehr annähernd solange durch wie in früheren Zeiten.
Die Folgen dieses Niederganges sind lückiges Aufgehen, starkes Auswintern schon bei geringen Kochen wie beim Konservieren. Sehr auffallend ist audi die durch die neuartige Düngung be:
wirkte Qualität der Leguminosen bei Verfiitterung ans Vieh, sei es als Grünmasse, sei es als
Witterungsunbilden, Pilzbefall, starke Verunkrautung, kurze Gesamtlebensdauer der Legumi:
nosen:Sd11äge, Trockenfutter oder auch als Körnerfutter. Es zeigt sich immer wieder, daß bei gleichen Mengen
Natürlich neutralisiert Kalk die Säure
‚«
namentlich im Reagensglas des Chemikers ist das biologisdi=dynami5ch gedüngtes Futter wesentlich besser ansd11ägt und höhere Leistungen bewirkt,
ein sehr einfacher demonstrativer Versuch. In der Landwirtschaft aber kommt man mit dieser einfadien ohne daß Schädigungen der Gesundheit im Gefolge der höheren Leistung auftreten.
rein chemisdien Betrad1tungsweise offenbar nicht durdi. Man hat es mehr mit Lebensprozessen Beachtenswert ist auch die Tatsad1e, daß das Vieh mit seinem vielfadi wenig verbrauchten
als mit chemisdien zu tun und diese Lebensprozesse sind in ihrer Kompliziertheit, ja mehr als Korn- Futterinstinkt biologisch-dynamisch gedi.ingtes Futter vor anderem vorzieht, wenn es die Wahl hat.
pliziertheit
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eben in ihrer ganz besonderen Natur


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nicht rein chemisch zu erfassen. Es muß Ein Landwirt, der sich von der Qualität des biologisch:dynarnisch gedüngten Futters über:
darauf hingewiesen werden, daß man im Hin: und Her=Pendeln zwischen Säure und Kalk sowohl zeugen wollte, besorgte sich von seinem Nad1bar, der biologisch:dyrlamisch wirtschaftet, eine Fuhre
in der Betrachtungsweise wie in der Praxis nur von einem schädlidien Extrem ins andere fällt. Klee und lud sie auf seinem Hofe ab; daneben wurde ein Haufen von seinem eigenen künstlid1
Das gesunde Gegenüber zur Säure ist nidit der alkalische, der kalkige Boden, auch nicht einmal gediingten Klee abgeladen. Das hinzugelassene Vieh hatte nun die freie Wahl. Es versdmrähte
der chemisch neutrale Boden, sondern der süße Boden. Das Neutrale kann fade und abgeschmackt den künstlich gediingten Klee und futterte den biologisch:dynamisch gedüngten zuerst auf.
sein. Um an die Sache wirklich heranzukommen, ist es nötig, hier empfindungsgemäß mit: In einem anderen Falle wurde eine Weideparzelle zu einem Teil mit Edelmist nad1 dem
Krantz’schen Verfahren, zum anderen Teil mit biologisch zubereitetem Stallmist aus dem gleichen
erlebbare Ausdrücke zu benützen, anstelle der allzufarblosen chemischen Bezeichnungsweise. Es
handelt sich angesichts eines versäuerten Bodens, der auf die Pflanzenwurzel=Zungenspitzen ab: Betriebe abgediingt und mit den biologischen Spritzmitteln versehen. Beim Auftrieb auf die Weide
kamen die Kühe zunächst auf den biologischen Teil, wo sie gut fraßen. Als nadi einigen Tagen
stoßend wirkt, nicht darum die Säure mit Kalk abzustumpfen‚ sondern es handelt sich darum diesen das Vieh immer nodi dort weidete, obwohl es freien Lauf in der ganzen Koppel hatte, wurde
Boden auszusüßen. Gelingt dies, so kommt die Lebensfreude, die im Süßen einbegriffen ist, im dieser Beobachtung auf den Grund gegangen. Die Kühe wurden auf die Edelmistfläche getrieben
Wachstum der Pflanzen zum Ausdruck. Offenbar hat nach allem, was man heute davon weiß, und wieder sich selbst überlassen. Es zeigte sich nun, daß die Tiere diesen Teil alsbald verließen.
ein süßer Boden eine ganz andere Bodenlebewelt mit Bakterien und sonstigen Kleinorganismen,
als wie ein saurer, neutraler oder alkalischer Boden chemischer Definition. Obwohl sie hier einen unversehrten frischen Grasbestand vorfanden, zogen sie die schon reichlich
So wie man mit einem geeigneten Enzym auch bei geringer Menge desselben die Verfassung abgefressene, aber biologisch gediingte Weide vor. Erst als sie hier garnichts mehr fanden, wei-
deten sie auch das Edelmiststüd< ab. Bei den nachweidenden Schweinen wurde dieselbe Beobach:
irgend eines physiologischen Nährsubstrats in gewünsdqter Weise abändern kann beispielsweise

—«

etwa die Milch durch das Lab so kann man mit den besonderen naturentnommenen Düngungs: tung gemadrt.
Nadi einer ganzen Reihe von Beobachtungen in versd1iedensten Gegenden Deutschlands
hilfsmitteln der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise bei längerer Einwirkungsdauer die Boden:
lebewelt in gewünschter Weise beeinflussen. Man hat mit diesen Düngungshilfsmitteln die hat das Wild die biologisd1:dynamisch gedüngten Leguminosen auffällig bevorzugt, sodaß sich bei
Möglichkeit den Boden allmählich auszusiißen, ihn in den Zustand zu versetzen, daß er Pflanzen den allerersten Versuchen, also bei kleinen Flächen inmitten von Kunstdünger:Feldern, ein ver.-
mehrter Wildsd'iaden ergibt, Dieser wird ja vom einsichtigen Landwirt wegen seiner ideellen Be.-
mit ausgesprodtenem Anspruch auf süßen Boden zu tragen vermag. Nach den bisherigen prak:
tischen Erfahrungen mit der biologisch:dynamisdien Wirtsd1aftsweise sind die Leguminosen fiir deutung meist nicht zu tragisch genommen.
einen so ausgesüßten Boden ganz besonders dankbar.
Bei solchen Leguminosen, die im Garten angebaut werden, kann man die besondere Qualitäts:
steigerung sehr leidit selbst in der Küche und bei Tisch feststellen. Die Erzeugnisse sind süßer,
Die Leguminosen sind es seinerzeit gewesen, welche die diemi5che allzuchemische Agrikultur:
wissenschaft in ganz besonderer Weise auf die Bodenlebewelt aufmerksam gemadit haben. Die zarter und halten sich länger frisch.
Bedeutung der Bodenlebewelt für das Gedeihen und die Stickstoff:$ammelleistung der Legumi: Interessant ist auch die Feststellung, daß bei biologisdi:dynamßdier Düngung die Leguminosen
nosen ist ia seinerzeit von vielen Wissenschaftlern der alten Schule mit mehr oder weniger Wider.- allmählich auf Böden gedeihen, die nach heutigen Anschauungen solche Kulturpflanzen nidit tragen.
streben entgegen genommen worden. Aber selbst nadidem sich die Kenntnis von der Bodenlebewelt
Besonders konnte dies beim Klee festgestellt werden. So wird von einem Betrieb aus dem Harz
berichtet, daß nach Anwendung der biologischen Düngungshilfsmittel sich an einem umwaldeten
wissenschaftlich allgemein durchgesetzt hatte, hat man mit den üblichen Kulturmethoden nicht die—
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Wiesenrand plötzlich Klee in nennenswerter Menge angesiedelt hat, der vorher nie dort gewachsen V€f,y,gidung der Treibwirkung ist ein wichtiger Dauereinfluß auf die Gesundheit der Tiere gegeben.
war
— sogar im Heidekraut siedelte sich Klee an. Ähnliches wird anderwärts bei annioorigen
Böden berichtet.
Auch im biologisch:dynamisch bewirtschafteten Betrieb Marienhöhe wird nun schon im dritten
Der Organismus der Tiere wird nidit mehr durch treibende Kraftfuttermittel überansprucht, und es
kann sich die gesamte Gesundheit der Tiere erhalten und heben. Offenbar wirkt sich bei den
Wi;tschaftseigßnm Futtermitteln der Gehalt an ätherischen Strahlungskräften, wie er durch die biologisch:
Jahre auf märkisdiem Sandboden Rotklee gebaut, der immer wieder das Erstaunen der Nachbarn dynamische Düngung noch besonders gefördert wird, allseitig günstig aus, Diesen Vorteil hat man
und zahlreicher Besucher hervorruft, weil er vorher nie welchen getragen hatte. Eine Kalkung bei der Verwendung von gewerblidi hergestellten Futtermitteln selten in gleichem Maße, weil hier
wird bei diesem Kleebau auf Sand nidit vorgenommen, Der Klee wird nach Runkelrüben in durch Extraktionsverfahren‚ Mittel zur Abhaltung von Schädlingen und ähnliches auf diese ätherischen
Sommergerste eingesät. Er lieferte im Jahre 1929 trotz der entsetzlichen Düne dieses Jahres Bäldekräfte keine besondere Püd<sicht genommen wird, Der gesundheitliche Wert des wirtschafts:
zwei ganz hervorragende Schnitte und konnte im Herbst noch abgeweidet werden. Dieses Ver: eigenen Futters, insbesondere eines genügenderi Maßes von Leguminosen wirkt sich zunächst gegen
halten bei Düne ist auch anderwärts bei biologisdi:dynamischer Düngung beobachtet worden. im solche Krankheiten aus, wie Tuberkulose, Knochenweiche usw. Diese werden ja von der modernen
Gegensatz zu den üppigen LegumiiioSen:Ernten fielen die mineralisch gedüngten Futtersdiläge, Niedizin oft wohl sehr mit Recht auf Mängel in der Ernährung zuriidcgeführt. Aber das wirt:
schaftseigene Futter schafft auch die gesundheitliche Grundlage für die Wirksamkeit aller jenen
z. B. auch Serradella, in diesem ‘Diirrejahre 1929 merklich ab. Serradella wird in Nlarienhöhe
in Roggen eingesät, im Herbst abgeweidet und im \Vinter zu Gründiingung untergepflügt„ Arzneianwendungen gegen die Sterilität, die ja bei der biologisdi:dynamischen Wirtschaftsweise
Außerdem wird Serradella zusammen mit einem Erbsen:, Pelusdiken:, Wicken:, Hafer:Gemenge ebenfalls auf Strahlungswirksamkeit beruhen. Eine Fütterung, weldie trotz guter Leistungen die
gedrillt, Das Gemenge wird grün abgefuttert oder zu Heu getrocknet. Die Serradella wächst Tiere nicht auszehrt, bildet das Fundament für die Nadizud‘rt. Man bedenkt bei einer solchen
dann rasch nach und gab im Dürrsonimer 1929 noch einen vollen Schnitt, ehe sie im Herbst von Fütterung von wirklichem ätherischen Strahlungsgehalt nidit nur die augenblidclidie Generation, sondern
den Kühen abgeweidet wurde, audi die zukünftigen. Es ist eine Erfahrung der neuzeitlidicn Biologie, daß sich gesundheitliche
Ein sehr erfreulicher Ausdrudc fiir die besondere Wachstumsfreudigkeit der Leguminosen Schädigungen nicht immer in der ersten Generation auswirken, weldie oft nodi erstaunliche Lei:
unter den \Virkungen der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise war das Auftreten von Klee

stungen hervorzubringen vermag, sondern daß häufig die volle W'ucht der Schädigungen auf die
in Wiesenbeständen, während unerwünsdrte Kräuter wie z. B. der Hahnenfuß im Bestande auf: folgenden Generationen fällt. Die Zunahme der“ Sterilitätskrankheiten, die Aufzud-rtsdiwierigkeiten
fällig zurückgingen. Mit der Wüchsigkeit des Klees in Zusammenhang steht es wohl auch, daß und der Zusammenbruch mandier Hochzuditen spricht in der Praxis sehr für eine soldie moderne
bisher, soweit bekannt, das Auftreten des Kleeteufels bei biologisch:dynamischer \Wirtschaftsweise biologische Auffassung.
noch nicht beobachtet wurde, Alles in allem kann man sagen: Vermehrung und Verbesserung des wirtschaftseigenen
Trotzdem die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise erst auf wenige Jahre ihrer Anwendung Futters, insbesondere der Leguminosen, ermöglicht Vermehrung des Viehs, Erzielung von guten
zurückblicken kann, so zeichnet Sidi heute dodi sdion die Dauerhaftigkeit der Leguminosen=5chläge Durd1schnittsleistungen‚ Hebung der Gesundheit und Sicherung der Nachzucht.
in erfreulidier Weise ab. Ein Rotkleeschlag vom Jahre 1928 auf einem Versuchsgut in Holstein Bekannt ist der Einfluß der Fütterung auf die Besdiaffenheit des Diingers. Es ist festge:
zeigt trotz der Düne des Jahres 1929 im heurigen Frühjahr einen ganz geschlossenen und wachs: stellt, daß eine eiweißreidie Ernährung des Rindviehs den Stidcstoffgehalt des Düngers erhöht.
tumsfreudigen Bestand, Die Ausdauer und Wachstumskraft bei anormalen Witterungsverhältnissen, Auch in dieser Beziehung wird man jedodi bei einer rein stofflich:diemisdi eingestellten Betrach:
besonders bei Dürre, ist überhaupt ein erfreuliches Symptom fiir die bessere Gesundheit und er: tungsweise nidit stehen bleiben können, Ebenso wie heute sdion damit gerechnet wird, daß man
höhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen bei biologisch:dynamischem Vorgehen. Bei den ver: durch Bestrahlung einen Einfluß auf den Nährgehalt der blildi hat, so wird auch die Beurteilung
schiedensten Kulturpflanzen und unter mannigfaltigen klimatischen und Boden.-Verhältnissen ist immer der Düngerqualität in Zukunft nicht ohne Beriid<siditigung von Strahlungswirksamkeiten anerkannt
wieder beobachtet worden, daß die Pflanze, wenn sie biologisch:dynamisch gedüngt ist, besser durchhält. werden können. Bei der Mildi hat man feststellen können, daß man Fehler in der Fütterung in
Ebenso zeigt die biologisdi:dynamisch gedüngte Pflanze, besonders Getreide, in nassen Jahren und ihren Auswirkungen auf den Nährwert der Milch durch ultraviolette Bestrahlung bis zu einem ge:
wissen Grade ausgleichen kann. Es ist dies bei der Milch sogar gewerblich ausgenützt worden.
bei schweren Niederschlägen eine viel stärkere Lagerfestigkeit gegeniiber künstlich gedüngten, was Sidi
schon oft bei sonst gleichen Beständen in höheren Ernteerträgen und geringeren Produktionskosten Es soll hier nicht darauf eingegangen werden, inwieweit ein solches Vorgehen wirklichen Nähr:
für die biologisch:dynamische Düngung ausgewirkt hat. Bei dieser Ernährungsweisé ist die Pflanze gehalt in der Milch sdiafft. Ohne Zweifel steht fest, daß die Einwirkung natürlicher Strahlungen
in der Lage, alle Faktoren, die ihr zum Leben dienen, ganz anders auszunützen als bei künstlicher auf Tier und Futter bestimmte Wirkungen auf Zusammensetzung und Qualität der Mildi aus:
Ernährung, die nach anfänglidier Steigerung der Lebenstätigkeit oft eine Erschlaftung im weiteren üben. Eine ähnlidie Beziehung muß bei folgerichtiger Betraätungsweise auch für Zusammen:
Wachstum mit sich bringt. In diesem Zusammenhang, der für das Gedeilien der Leguminosen setzung und Qualität des Dunges anerkannt werden. Dünger von Tieren, die sich auf der freien
erklärend ist, muß auch erwähnt werden, daß die besonderen Verhältnisse bei biologisch:dynamischer Weide ernähren, ist, bevor er den Tierkörper verläßt, anderen Strahlungseinwirkungen ausgesetzt
Wirtschaftsweise es ermöglichen, daß im Gartenbau auf künstliche Bewässerung im Freiland ganz als solcher von Tieren, die in dumpfen Ställen selbst nur mangelhafte Strahlungseinwirkungen ge.-
verzichtet werden kann, wie das Gartenbauinspektor Schwarz in Worpswede in seinem Betrieb nießen. Aber audi das Futter spielt hier eine Rolle, insofern es die ihm ursprünglidi eigenen
auf leichtem Sandboden bewiesen hat und wie es jetzt audi in der Gutsgärtnerei Marienhöhe an: Strahlenkräfte zum Teil an den Dünger weitergibt und es sehr darauf ankommt, ob es mehr oder
gestrebt wird. weniger solche ätherisdien Bildekräfte in sich sammeln konnte und beim Verzehr noch enthält.
In diesem Zusammenhang darf wohl auch noch erwähnt werden, daß bei dieser Wirtschafts: So wie der Strahlungsgehalt der Milch bei der mensdilichen Ernährung ausschlaggebend ist für
weise bisher ganz allgemein ein auffallender Trieb zu ra5dierer und stärkerer Bewurzelung der die Vermeidung von Mangelerscheinungen in der Gesundheit, so ist der Strahlungsgehalt des
Kulturpflanze festgestellt werden konnte. Es ist anzunehmen, daß diese kräftige Bewurzelung beim Mistes ausschlaggebend fiir die Gesundheit und Kraft des Bodens, der damit gedüngt wird. Audi
Durchhalten der Pflanzen unter den Witterungsunbilden eine besondere Rolle spielt, in diesem Zusammenhang muß die Bedeutung der auf eigener Sdiolle gewachsenen und biologisch:
dynamisdr gedüngten Leguminosen als Futtergrundlage beachtet werden. Die Leguminosen wirken
Was die geschilderten Vorteile für den Viehstall bedeuten, wird sich jeder praktische Land: in einem solchen Betriebe in Form eines Qualitätsdüngers wieder günstig auf den Ad<er zuriidc.
wirt selbst klar machen. Es ist trotzdem etwas Uberraschendes und Erhebendes, diese Auswir:
kungen auf den Viehstall in seinem Betriebe auf leichtem Sandboden Schritt fiir Schritt zu erleben, Aber dies ist ja trotz überragender Bedeutung nur eine Seite der düngenden Wirkung der
weil sie doch dem entgegenlaufen, was heute sonst das allgemeine Bild zu sein pflegt. Das hoch: Leguminosen. Die Leguminosen sind ja die vielgestaltigen Einatmungsorganismen der Pflanzen:
wertige Eigenfutter gestattet eine allniählidie systematische Hebung der Viehzahl. Man kommt welt, die durch Einsammeln des Stickstoffs aus dem Luftreich in den Boden eine gewaltige Auf:
gleichzeitig von den zugekauften Kraftfuttermitteln fast völlig los, zumal auch die Qualität dieses gabe erfüllen. Urn rasdr die erstaunlichen quantitativen Leistungen dieser Stickstoff:Einatmung
unter der Leguminosen:Wirkung zu beleuditen sei erwähnt: Remy gibt an, daß eine mittlere
so gedüngten wirtschaftseigenen Futters die Verfütterung von hochwertigen Kraftfutterniitteln ohne
Gefährdung einer guten Durdisdinittsleistung der Tiere weitgehend erübrigt. Gleichzeitig ist man Hülsenfrucht: oder Klee:Ernte 50 kg N je ha aus der Luft sammelt, und Straßburger beredinet
über die gesamten Mängel hiriausgehoben, welche erfahrungsgemäß den ausländischen Futtermitteln den Gewinn bei Lupinenanbau auf 200 kg N je ha. Man stößt hier, wie allgemein bekannt, auf
vielfadi anhaften, und schon Fadileute veranlaßt haben, zu ernster Vorsicht mit denselben zu mahnen. das Problem einer Ernte unter der Erde, die bei Leguminosenanbau zu der oberirdischen Ernte
Man verringert seine Produktionskosten und das Risiko, was ja von allen einsichtigen Praktikern dazugeliefert wird.
als widitiges Gebot der Stunde immer mehr gefordert wird. Die Fütterung mit wirtschaftseigenen Die Leguminosen spielen audi noch eine besondere Rolle wegen der Anreidierung mit Humus,
Erzeugnissen entbehrt audi bei ausgezeichneten MildileiStungen des Charakters der ausgesprochenen besonders bei leichten Böden, schon durch ihre Wurzelrüdrstände, namentlich aber in Form von
Treibfiitterung, wie er bei Verfütterung von zugekauftem Kraftfutter häufig festzustellen ist. Durch Gründiingung, über die hier nichts weiter ausgeführt werden soll. Zum Teil sind sie überdies
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Tiefwurzler wie die Luzerne und Lupine und sind deshalb günstige Vorfrüdite durch Auflodcerung
des Ackers bis in tiefe Bodenschid1ten hinein.
verschiedener Art nidit gleidigültig sein können. Auch für die mensdilidie
Atmungstätigkeit sind
ja Gerüche, wie allgemein bekannt, von aussdilaggebender Bedeutung. Überdies weiß man, daß
Dazu kommt nodi ein Weiteres. Es ist bekannt, daß in der Ernteniasse der Leguminosen riechende Bestandteile der Luft namentlich bei langdauernder Einwirkung, sehr beträchtliche Wirkungen
gewaltige Mengen von Kalk und audi von Phophorsäure enthalten sind. Man weiß, daß bei den auf das Pflanzenleben haben können. Man kennt aus Studien in Gewädrshäusern den schädigenden
tiefwurzelnden Leguminosen diese Menge von Ca und P (und wohl audi noch von anderen Einfluß von Tabakrauch auf den Pflanzenwurhs. Der Landwirt fiirditet audi den zehrenden
weniger beaditeten Elementen) nidit in der Oberkrume vorhanden zu sein braudien. Man sagt, Einfluß von den Abgasen industrieller Werke. Ebenfalls weiß man, daß Raumgase und Ab:
daß die tiefwurzelnden Leguminosen die schwer löslichen Bodenbestandteile bis in beträchtliche Erd: gase von Motoren bis in den Erdboden hinein giftig wirken können. Das heißt: man hat bisher
tiefe hinein aufzuschließen vermögen. Wie dem audi sein möge, woher auch diese Aschenbe: hauptsächlich auf die negativen Wirkungen einer fragwürdigen Luftzusamniensetzung geachtet, aber
standteile der Leguminosen stammen mögen, immerhin scheint festzustehen, daß die Leguminosen man hat die förderliche Wirkung nod1 nidit genügend in Rechnung gezogen und nutzbar gemadit,
in ihre grüne Pflanzmmasse mineralische Bestandteile aufnehmen, die sich der Landwirt auf andere
Art nidit oder nur sehr sdiwer zugänglich und nutzbar machen kann. Sehr schön weist inbezug
die mit Luftbestandteilen verknüpft sein kann, weldie der belebten Natur entstammen und die
dem Mensdien ihre \Wohltätigkeit zunächst empfindungsgemäß im Gerudr offenbar‚en. Der Le:
auf diesen Punkt Aereboe darauf hin, daß mithilfe der Leguminosen Phosphor und andere Nähr: guminosen:Anbau ist ein Hilfsmittel um durch Düfte ein bedeutungsvolles Element in die Atmungs:
stofflichkeiten in das umlaufende Düngerkapital des Betriebes eingeführt werden. Die Arbeits: hülle der Kulturpflanzen und überhaupt des gesamten landwirt3diaftlidien Betriebes einzuführen.
weise, weldie Aereboe bei seinem Lehrherrn Hinrich Wickhorst als vorbildlich kennen gelernt hat, Dr. Rudolf Steiner hat in gewidrtigem Hinweis die Beachtung der Gerüche der Landwirtschaft
besitzt audi heute nodi ihre Vorzüge, gerade bei entsprechendem Leguminosen:Anbau. ans Herz gelegt.
Neben der Bedeutung als Futtergrundlage eines gesunden landwirtschaftlichen Betriebes Spielen Unter den Gerüdien, die in der Feldflur eine Rolle spielen und auf die es Dr. Steiner an:
die wirtschaftseigenen Leguminosen also in der Düngung eine wichtige Rolle und zwar kam, ist der Bienengerudi wesentlich. Man hat in den letzten Jahren bereits ausgezeidinete For:
wegen der Schaffung einer guten ätherischen Qualität des Mistes, schungen über die gesundheitliche Bedeutung und den Arzneiwert des Bienengiftes angestellt.
wegen ihrer unterirdischen Stickstoff:Ernt€, —
'
Dieses Bienengift darf in entsprediender Verdünnung als ein hervorragendes Anregungsmittel für
wegen der Humusanreicherung durch Wurzelreste oder bei Verwendung als Grün: viele Prozesse im mensdilidien Organismus, aber audi in anderen Organismen angesehen werden.
düngung und Nun muß man wissen, daß die Biene von ihrem Gift in sehr zarter Weise etwas abgibt. wenn
wegen der Einführung wertvoller Mineralstoffe in organischer Verarbeitung in das im sie durch die Luft fliegt. Dieser zarte Bienengeruch darf als ein Arzneimittel für die Pflanzenwelt
Betriebe umlaufende Kapital natürlichen Düngers. zu gesunder Tätigkeit betrachtet werden. Man kann von da aus den an und für sich sdion gewaltigen
Die Betriebe, welche den Leguminosen:Anbau irgendwie nidit genügend wertschätzen, gehen Nutzen der Bienen von einer neuen Seite ansehen und nadi einer besonderen Verstärkung des
dieser Vorteile verlustig. Das ist in vielen Betrieben auf leichten Böden heute leider der Fall. Bienenfluges im landwirtschaftlidien Betriebe tradrten. Nun hängt aber ein Soldier vermehrter
Anderseits steigern sich die Vorteile des Leguminosen:Anbaues bei einer Düngung und Wirtschafts: Bienenflug natürlich entscheidend ab von der vorhandenen Bienenweide. In vielen Gegenden ist
weise, welche diesen Anbau nadi Quantität und Qualität ganz besonders fördert. aber ohne Leguminosen keine genügende Bienenweide vorhanden. So sind die Leguminosen nidit
Betrachtet man wie auf der einen Seite der Leguminosen:Anbau ein hodiwertiges Futter in nur für die Viehhaltung als Futtergrundlage von fundamentaler Widitigkeit,’sondern auch für die
den Viehstall hineinliefert und auf der anderen Seite bei der Leguminosenfütterung eine nadi Bienenhaltung. Anderseits ist bei vielen Leguminosen ein befriedigender Samenansatz nur bei
stofflichen und ätherischen Gehalten hodiwertige Düngung auf den Acker liefert, so sieht man ausgiebigem Bienenbeflug möglich.
wie wohlbedaditer Leguminosenbau mit einer entsprechenden Viehhaltung zusammen die Füße So haben die Leguminosen mehr als andere Kulturgewächse einen Bezug zum Tierwesen
sind, auf denen ein gesunder landwirtsdiaftlicher Betrieb, vergleichbar einem gesdflossenen Organismus in der Landwirtsdiaft, sei es, daß sie die widitigste Futterquelle für den Viehstall eines landwirtschaft:
ruht. Wirtsdiaftsfrernder Dünger, wirtschaftsfremdes Futter reißen diese Geschlossenheit des Be: lichen Betriebes darstellen, sei es, daß sie für Bienen und anderes Fluggetier den Grundstodc der
triebsorganismus in undurchsdiauter Weise auf und bringen biologisdie und wirtschaftliche Ge,— Nahrung abgeben. Nun ist aber gerade der Einfluß des Tieres beim Aufbau einer landwirtschaftlichen
fahren. Der VVeg des Futters vom Adcer ins Vieh hinein und der \Y/eg des Düngers zurück Individualität nidit zu entbehren, nidit nur wegen des animalisclien Düngers, der Gespannleistung
auf den Acker stellen einen gesdilossenen Kreislauf dar. Künstliche Düngung, so wie sie eben oder der Erzielung von Milch und Fleisch. Das Tier bringt im landwirtsclraftlid1en Betrieb ein be:
vielfach angewendet wird, führt in den Kreislauf etwas ein, was die Leguminosenfähigkeit des sonderes Element zur Wirksamkeit. Das Tier lebt nidit nur wie die Pflanze, es empfindet auch,
Bodens im Laufe der Zeit vermindert und damit allmählidi den gesunden Kreislauf abdrosselt. hat seelisdie Regungen, Triebe und Leidenschaften. Es hat im Gegensatz zur Pflanze ein inneres
Bei der biologisch:dynamischen Wirtsdtaftsweise ist die Möglichkeit gegeben in den geschilderten seelisches Feuer. Dieses können wir Astralität nadi einer Bezeichnungsweise Dr. Rudolf Steiners
geschlossenen Kreislauf besondere gesundende Hilfsmittel von starkem Gehalt an ätherischen nennen. Nun betrachte man, wie die Pflanze auf Sandboden einen besonders schweren Stand hat,
Bildekräften durch die Düngungszusätze einzuführen und diese damit im gesamten Betriebe all: um als Lebewesen überhaupt Fuß zu fassen und sich durchzusetzen. In vielen Lagen kann sie es
niählidi zur \Virksamkeit zu bringen, sodaß ihre fördernden Einflüsse sich summieren und multi: überhaupt nur mit Hilfe des Menschen. Neigen dodi viele Böden des Ostens im Gegensatz zu ge:
plizieren können. segneteren Landstrichen geradezu zur Steppen: und Dünenbildung. „Der mineralische Boden will die
In dieser gegenseitigen Verankerung der Viehhaltung und des geeigneten Futterbaues auf Pflanzendecke nidit annehmen. Die Pflanze für sich allein steht vor einer überwältigenden Gegen:
der eigenen Sdiolle zeigt sich der landwirtschaftliche Betrieb als ein in sich geschlossener Organismus, wirkung. Da ist es von größter Bedeutung, wenn vom Menschen das, Leben nicht nur in seiner
als biologische Individualität. pflanzlidien Form zum Kampf gegen die mineralisdie Grundlage gebradit wird, sondern wenn die
Die Bedeutung der Leguminosen als pflanzlid1es Einatmungsorgan dieses Organismus geht Pflanzenwelt durch das gesamte Tierwesen unterstützt wird. Das Hineinwirken in den Boden ge:
so weit, daß man sagen kann: Ist diese Lunge des Betriebes nidit in Ordnung, so ist damit die schieht dann nidit bloß durch die ätherischen Kräfte der angesamten Pflanzenwelt, sondern gleichzeitig
Disposition zur Schwindsucht des Gesamtbetriebes geschaffen. durch die Astralität, die Seelenkräfte, der vorhandenen Tierwelt. Die Angriffskraft und Madit des
Aber die Bedeutung der Leguminosen darf noch nadi einer anderen Riditung aufgefaßt Lebendigen gegen die mineralisdie Bodenunterlage ist durch ein neues Element vermehrt wie durch
werden: Der Pflanzenteppidi gestaltet sich in einer Landwirtschaft ohne genügenden Leguminosen: eine neue Waffengattung. lm viehlosen oder viehsd1wadnen Betrieb kommt die Astralität nur un:
bau meist sehr einförmig, in einer Landwirtschaft mit intensivem Leguminosenbau sehr abwechslungs: genügend zur Geltung. Dieses geistige Wirkungsprinzip, das sich im Sinnlich:Sidrtbaren durch
reich. Der aufmerksame Naturbeobachter weiß, daß mit abwedislungsreidien Kulturen immer eine Gedeihen, Lebensfreude und Fortpflanzungstrieb der Tierwelt ausdrückt, wird nun durch die Le:
gewisse Gewähr gegen das Uberhandnehmen von Schädlingen gegeben ist. Aber die Leguminosen guminosentätigkeit in besonderer Weise im landwirtschaftlichen Gesamtorganismus ermöglidit. Ja,
bringen noch ein ganz besonderes Element in die Feldflur, insoferne sie Blütenpflanzen sind. Ihnen man kann sagen, daß die Leguminosen die Wirksamkeit dieses Prinzips in einer gewissen Weise
stehen gegenüber die Rüben, die man beim einjährigen Anbau nicht blühen läßt und die Ge: einleiten und herbeiziehen. In einem höheren Grade als bei vielen anderen Pflanzen kann man von
treidearten, welche als. Windblüher nur eine unscheinbare Blüte hervorbringen. den Leguminosen eine wediselseitig:förderlidre Zusammenarbeit mit der Tierwelt, eine großangelegte
Die Leguminosen als ausgesprodiene Blütenpflanzen verbreiten wichtige Düfte. Man hat Symbiose wahrnehmen.
sich bisher um die biologische Aufgabe dieser Düfte in der Gesamtnatur nidit sehr gekümmert. Audi aus diesen letzten Betrachtungen geht hervor, wie bei zielbewußtem biologisdien Streben
Aber weldie Rolle spielt nicht die Assimilation, die atmende Verarbeitung der Luft im Pflanzen.- in der Landwirtschaft immer eine gesundende Maßnahme die andere in der Wirkung unterstützt,
leben? Durdiwittert die Pflanze nidit unausgesetzt mit ihrer Blätterlunge das Luftreidi? Es ist im Gegensatz zu dem heute üblidien Betrieb, der es oft mit sich bringt, daß Maßnahmen zur
leicht zu begreifen, daß für diesen Atmungsprozeß der Pflanze die Feingehalte der Luft an Düften Förderung eines Betriebszweiges einen anderen Betriebszweig erheblidi schädigen. Durch intensive
_—9(5‚

Kunstdünger:Anwendung z. B. zur Steigerung der Mengenerträge wird der Leguminosen:Anbau Milchkiihc Heu, Klee, Rüben, Bohnen und Erbsen, für die Aufzudit seines Jungviehes neben
unsid1er und sdiließlidi eingeschränkt. Damit geht den Bienen eine wichtige Weide verloren. Es gutem Heu etwas Kraftfutter, abgesehen von Roggen und Kartoffeln, die er in der übrigen Wirt:
geht wie ganz allgemein in Deutschland die Bienenzahl zurück, und die Obst:, Beeren: und mandie schaft benötigt, Ich glaube, daß es in den meisten Fällen möglich sein wird, einen großen Teil
dieser Produkte selbst zu bauen; vielleidit in verschwindend kleinen Länderstrichen hoch im Ge:
Samenfriidite entbehren dann der ausgiebigen Befruditung, die allein die Höchsterträge zu sichern birge und in ganz tief gelegenen Gegenden mit sehr großen Niedersdilagsmengen wird es auf
vermöchte. Ein anderes Beispiel: Die Landwirtschaft wird aus Gründen der Arbeitserleidi:
terung und Lohnersparnis wegen motorisiert. Das Spannvieli wird eingeschränkt. Damit wird uniiberwindliche Sdiwierigkeiten stoßen, genügend Futterpflanzen feldmäßig anzubauen und so
der animalisd1e Dünger weniger und der Humusgehalt, die Kraft des Bodens mitsamt seiner Wir: sich frei zu machen von dem Hereinkaufen von Futtermitteln. Der adcerbautreibende Landwirt
kung als Säurepuffer wird untergraben. Was der Betrieb auf der einen Seite scheinbar profitiert, hat wieder andere Schwierigkeiten, um in seiner Landwirtsdiaft die Fütterung seiner Tiere sinn:
das geht auf der anderen Seite wieder verloren. Ganz besonders trifft das für Sandböden zu, die
gemäß durchzuführen; denn bei ihm fehlt es nicht an der Möglidikeit, Futterpflanzen zu produzieren,
weil es ihm eine Leichtigkeit ist, in seiner Fruditfolge die nötigen Mengen Futterpflanzen anzubauen.
ja im besonderen Maße der Hirniusanreicherung bedürfen. Bessere Böden können solche Experimente
noch eher ver—tragen. Im Sandboden wird alles darauf ankommen, jeglidies Leben, ob pflanzliches
Hier erscheint eine andere Schwierigkeit, nämlidi das Mißverhältnis zu beseitigen, das besteht
oder tierisches, besonders zu pflegen. zwisdien der Adcerflädie auf der einen Seite und den \Wiesen und 'W’eiden auf der anderen Seite.
So zeigt sich, wie die heutige Wirtsdiaftsweise mit ihren wenig biologischen Idethoden wohl Es ist eine ganz interessante Tatsad1e, die fast überall festzustellen ist, daß mit Ausnahme
der sogenannten Zuditgebiete ein umso größeres Mißverhältnis zwisdien Acker, Wiesen und Weiden
im Augenblicke in einzelnen Betriebszweigen Erfolge zeitigen kann. Aber von einem höheren Stand: vorliegt, je größer die betreffende Landwirtsdiaft ist. Es hat sich dies im Laufe der letzten Jahr:
punkt aus, bei Berücksiditigung größerer Zeiträume und im Hinblick auf den gesamten Betrieb als
gesdüossenen Organismus sind diese Erfolge nur Scheinerfolge, weil sie durch nidit bedadite Neben: zehnte herausgebildet dadurdi, daß in den meisten Betrieben dem Adcerbau eine dominierende
Stellung eingeräumt wurde, während man die Wiesen: und Weidewirtschaft stark vernadiläßigte.
wirkungen in anderen Zweigen des Betriebes schädlich wirken.
\Vird dem Leguminosen:Anbau im Rahmen der biologisd1:dynamischen Wirtschaftsweise
Hand in Hand mit der Vernachläßigung der \Wiesen und Weiden ging die Verkiimmerung des
’Viehstandes. Der Viehstall wurde immer unrentabler und zuletzt nur noch ats notwendiges
das nötige Verständnis und liebevolle Arbeit geschenkt, so wird der Segen dieser neuen Wirtschafts: Übel betrachtet. Diese Zustände haben Sidi durch die Kunstdüngerwirtsdiaft herausgebildet. Da:
weise auf Sandböden nidit ausbleiben. Der Anbau der Leguminosen bildet bei der Umstellung
eines landwirtsdiaftlidien Betriebes mit leichtem Sandboden auf die biologisch:dynamisd1e Wirtschafts: durdi, daß es dem Landwirt möglich geniadit wurde, audi ohne natürlichen Dünger wenigstens eine
weise den Schlüssel zur Entwicklung einer in sich ruhenden gesunden laridwiri3cliaftlidien Individualität.
Zeit lang gute, auf manchen Böden sogar höhere Ernten zu erzielen, indem er den fehlenden
Dung in Form von Kunstdünger in seinen Betrieb hereinkaufte, wurde er losgelöst von seiner
altiiberlieferten W'irtschaftsweise. Er war nidit mehr abhängig von seinem wirtsdraftseigenen Dünger
und die Folge war, daß er zu einer Koniunkturwirtsdiaft übergehen konnte; und gerade die größeren
Güter und Höfe gingen hier bahnbrediend voran. Die sich weniger oder gar nicht rentierende
Viehwirtschaft wurde immer mehr eingesdiränkt und der fehlende Dünger durch Kunstdünger er:
Das Grünland in der biologisch-dynamischen setzt. Ganz konnte der Viehstand nidit abgeschafft werden; denn man bekam allmählich heraus,
daß man nur mit Kunstdünger allein rasch am Ende der Ackerbauwirtsdraft angelangt wäre; aber
Wirtschaftsmethode der Viehstand wurde doch in einer \Veise reduziert, daß er zu einem Anhängsel auf dem Hofe
herabsank und nicht mehr die ihm zustehende große Bedeutung hatte. Bei dem verminderten
Dr. Werr Viehstand brauchte man audi nidit mehr so große Flädien Grünland und die Wiesen und Weiden,
I die sich in einem meist sehr ungepflegten, wilden Zustand befanden und sich daher audi Wirt:
schaftlich nidit rentierten, versdiwanden in vielen Gegenden immer mehr zu Gunsten des Acker:
Wenn man heute eine Reihe größerer Güter besonders in Norddeutschland besichtigt, so baues, der auf den frisch umgebrochenen Wiesen und Weiden eine hohe Rente bradite. Dadurch
fällt einem bald auf, daß der Ackerbau fast allgemein mit großer Unisidit betrieben wird und die trat aber audi in der Haltung des Viehes eine große Umwälzung ein. Durch die starke Betonung
Felder mit viel Mühe und Fleiß in guter Kultur gehalten werden. Betrachtet man dann die des Ackerbaues war es ein Leidites, das Vieh von feldmäßig angebauten Futtermitteln zu ernähren,
Grünlandsflächen auf diesen Gütern und besichtigt zuletzt den Viehstall, so ist man erstaunt, wie da man ja in der Fruditfolge ohne Brache den Hadcfruchtbau und den Kleebau einschieben mußte,
wenig Sorgfalt auf die Wiesen und Weiden verwendet wird, wie klein der Viehstand im Ver:
liältnis zur Größe des Gutes ist und wie selten man wirklidi gutes Vieh zu sehen bekommt. Mit um den Boden für die Halmfriidite ertragreich zu erhalten. So kam es, daß das Vieh sein Futter
das ganze Jahr über im Stalle erhielt; die aussdiließliche Stallhaltung trat ein. Man kam also
Ausnahme weniger Gegenden in der Nähe des Meeres oder in Gebirgen in Höhen von über immer mehr von der natürlidien Haltung der Tiere ab; audi in der Fütterung wurde so der na:
600 Metern über dem Meeresspiegel, findet man fast überall die gleichen Erscheinungen. Nun türliche Weg verlassen, indem man den Tieren keine biöglidikeü mehr gab, sich von ihrem natür:
bilden aber jene eben bezeichneten Gegenden einen versdiwindend kleinen Teil Deutschlands. In liebsten Grundfutter, nämlidi dem Gras und dem Heu zu ernähren. Die Folge war, daß die
den übrigen Teilen unseres Vaterlandes wird man heute in mehr oder minderem NIaße überall Tiere in ihrer Leistung in der Generationenfolge zurüd<gingen. Mari suchte dem entgegenzusteuern,
ein gewisses Mißverhältnis feststellen können zwischen Ackerbau einerseits, Grünland und Vieh:
zucht anderseits. indem man bestrebt war, das Fehlende im Futter durch Kraftfutter zu ersetzen, und peitschte so
die Tiere zu erhöhten Leistungen an. Die Menge des Kraftfutters, das überdies noch größten:
Selbstverständlich werden diese von Natur bedingten Verhältnisse bis zu einem gewissen
teils aus dem Auslande bezogen wurde, mußte immer mehr gesteigert werden, um die Tiere auf
Grade in Zukunft immer bestehen bleiben, nämlich, daß Güter in Gegenden mit gutem Acker: guter Leistung zu erhalten. Die Folgen von dieser falschen Wirt3diaftsweise haben wir heute
bau bessere und höhere Ernten auf dem Felde erzielen, dagegen nidit derartige Erfolge bei der
Viehwirtschaft aufweisen können und umgekehrt, daß Gegenden mit einer hochentwickelten Wiesen: empfindlidi zu spüren; der zu einseitig intensivierte Ackerbau ist heute bei den absinkenden Getreide:
preisen nidit mehr rentabel. Das wirtsdiaftseigene Futter ist nicht mehr in der Lage, unsere Tiere
und Weidewirtsdiaft und guter Viehzucht mit mäßigeren Ernten auf dem Felde, dagegen mit guten
Erfolgen in der Viehzucht rechnen können. Aber es darf diese starke Betonung des Ackerbaues so zu ernähren, daß sie Leistungen hervorbringen können. Unsere Viehstände sind durch die
jahrzehntelange falsche Haltung und Fütterung in ihrer Konstitution so geschwädit, daß sie immer
auf der einen Seite und der Viehzud1t auf der anderen Seite nidit so weit gehen, daß die Vieh: mehr den verheerenden Seudien anheimfallen und ihr Bestand vielfach ernstlich bedroht ist. Wir
zudit in guten Ackerbaugegendeii als das notwendige Übel betrachtet wird, andererseits der Acker:
bau in guten Zuchtgebieten ganz vernachläßigt wird. Denn in beiden Fällen wird sich die all: haben also in der historischen Entwicklung unserer Landwirtsdiaft folgende Punkte festgestellt: Zu
zugroße Einseitigkeit rächen und die Betriebe werden erkranken. Dr. Steiner hat uns mehrfach starke Betonung des Ackerbaues durch Hereinkauf von Kunstdiinger, Reduzierung des Viehstandes,
Verschwinden der Grünlandflächen, Stallhaltung, Hereinkaufen von' Kraftfuttermitteln, Schwächung
darauf hingewiesen, daß eine Landwirtschaft nur dann gesund zu erhalten ist, wenn man möglichst der Konstitution unserer Haustiere. Sehen wir die heutige Not auf den verschiedenen Gütern an,
zu erreichen traditet, nichts in diese Landwirtschaft von außen hereinzubringen; alles, was der so finden wir alle diese Momente der Entwicklung unserer Landwirtschaft widergespiegelt in den
einzelne landwirtschaftlidie Betrieb zu seiner Erhaltung braucht, soll möglidist innerhalb dieser
Landwirtsdiaft gewonnen werden, so daß jeder landwirtsdraftlidw Betrieb einen Kreislauf darstellt, Nöten der Güter: Hohe Kunstdüngerredinungen, sdiledite Getreidepreise, sdiwachbeSetzte Vieh:
ställe und dadurch Mangel an wirtschaftseigenem Dünger, keine oder zu wenig \Wiesen und Weiden,
der in sich geschlossen sein muß. Wenn man bestrebt ist, dieser Forderung Sidi möglichst zu dadurch Mangel an wirtsdiaftseigenem Grundfutter, hohe Kraftfutterredmungen, ständige Unkesten
nähern, so muß eben audi der in gutem Zuditgebiet liegende Landwirt daran gehen, sich Futter: im Stall durch Verluste und Behandlung der Tiere. Wir haben eine kranke Landwirtschaft vor uns.
mittel feldmäßig anzubauen; denn er braucht für seine Gespanntiere Hafer und Heu, für seine
*gg* — 99
*

Alle diese Ubelstände hätten sich in unserer Landwirtschaft nicht so schlimm auswirken \Wohl die größte Schwierigkeit bildet das Anlegen von Wiesen und \Veiden auf Höfen,
können, wenn jene Grundsätze nicht außer acht gelassen worden wären, die uns Dr. Steiner neuerdings die bisher rein auf Ackerbau eingestellt waren und nur Stallfütterung hatten, Ein immer wieder.-
als Fundament für eine gesunde Landwirtschaft aufgezeigt hat. Dr. Steiner stellt die ideale Land- kehrendci' Einwand, der sofort entsteht, wenn man von der Anlage von Wiesen und Weiden
wirtschaft dar als einen in sich geschlossenen Organismus, der möglichst alles, was er zu seinem auf solchen Betrieben spricht, ist der, daß es in der betreffenden Gegend nicht möglich wäre,
Betrieb benötigt, aus Sidi selbst hervorbringen sollte. Ganz ist dies nicht zu erreichen; darauf hat Wiesen und \V€iden anzulegen, entweder weil die Böden zu schlecht oder weil die Niederschlags:
auch Dr. Steiner hingewiesen; aber man sollte anstreben, diesem Zustande möglichst nahe zu kommen. mengen im Jahre zu gering wären. Es ist richtig, daß in Sandböden bei geringen jährlichen
Ferner hat Dr. Steiner die Ansicht vertreten, daß alles, was in einen landwirtschaftlidien Betrieb Niederschlägen die Anlage und Unterhaltung von Wiesen und Weiden erheblidae Schwierigkeiten
von außen hereingebfaclit wird, eigentlich angesehen werden müßte als Heilmittel fiir den erkrankten verursacht; aber, daß es ganz unmöglich wäre, in derartigen Gegenden Wiesen und Weiden an.-
Organismus Landwirtschaft. Wollen wir daher unsere Landwirtschaft wieder auf eine gesunde zulegen‚ möchte ich bestreiten. Ich glaube, daß die Hauptsdawierigkeit hier darin zu suchen ist,
Grundlage bringen, sozusagen heilen, so müssen wir als Ideal immer vor Augen haben den Zu.- daß der Landwirt in solchen Gegenden zu wenig Erfahrung hat in der Anlage von Wiesen und
stand des in sich Geschlossenseins dieser Landwirtschaft. Dieser Zustand ist natürlich erst im Laufe \Weiden und daher bei der Anlage meistens nicht richtig vorgeht. Wir haben seit nunmehr zehn
von Jahren zu erreichen; die fortschreitende Gesundung des Betriebes kann aber sehr schön fest.— Jahren in Deutschland eine Bewegung im Gange, die ihren Ausgangspunkt in Bayern genommen
gestellt werden daran, in welchem Maße das Hereinkaufen von Kunstdiinger und Kraftfutter weniger hat und die unter der Leitung ihres unermüdlichen Gründers und Leiters, des Herrn Landes:
nötig wird. ökonomierat Niggl in Steinach *), den Anstoß gegeben hat, der Bewirtschaftung des Grünlandes
die ihr gebiihrende Aufmerksamkeit zu schenken. Dieser sogenannten Gritnlandbewegung ist es
ll zu Gute zu schreiben, daß heute überall sogenannte Lehrgräsergärten entstehen; dadurch lernen
unsere Landwirte erst die einzelnen Gräserarten kennen und können sich selbst überzeugen, weldie
Will man in seiner Landwirtschaft daran gehen, wieder gesunde und naturgemäße Ver.- Arten von Gräsern für ihre Gegend geeignet sind und welche nicht. Es ist nämlid1 von außer:
hältnisse herzustellen zwischen der Ackerfläche einerseits und den \Viesen und Weiden andererseits, ‚ordentlicher Wichtigkeit, daß bei der Anlage einer \Viese oder Weide die richtigen Gräser ge.-
so muß man sich klar sein, daß dies eine Arbeit auf viele Jahre hinaus ist. In der Landwirtschaft wählt werden, daß ein richtiges Verhältnis hergestellt wird zwischen Untergras Lind Obergras, daß
ist es nicht so leicht, Umstellungen vorzunehmen; denn erstens wirkt Sidi jede Umstellung auf die richtigen Leguminosen in die Pflanzengesellschaft mit aufgenommen werden, kurz, daß die
einem Teilgebiet auch auf alle übrigen Gebiete der Landwirtschaft aus, sodaß alle anderen Ge:
biete davon berührt werden und bei der Umstellung mitgehen müssen, sodann kosten Umstellungen Einsaat der jeweiligen Gegend und den] jeweiligen Boden entsprechend zusammengestellt wird.
immer Geld und bringen gerade in Zeiten der Not, in denen wir jetzt leben, große wirtschaftliche Es würde über den Rahmen dieser Abhandlung hinausgehen, alle Einzelheiten zu besprechen,
die bei der Anlage von Wiesen und Weiden berücksichtigt werden müssen, die aber für das
Gefahren mit sich. Daher verlangen Umstellungen einen Betriebsleiter, der die nötige Umsicht, Gelingen einer solchen Neuanlage von ausschlaggebender Bedeutung sind, so die Unkrautfreiheit
Tiichtigkeit und Fadikenntnis besitzt und mit einer eisernen Willenskraft ausgerüstet ist, Nur des Bodens, hohe Kultur und Gare des Bodens, Regelung des Wasserhaushaltes des Bodens
wenn diese Vorbedingungen vorhanden sind, kann eine Umstellung auch unter den heutigen und anderes mehr, Auf eines möchte ich aber noch näher 'eingehen. Es ist eine völlig irrige
sdiwierigen Verhältnissen gelingen. Die biologisch:dynamisdae Wirtschaftsnrethode verfügtschon Ansid'rt, daß man nur auf feuchten Böden Wiesen und Weiden anlegen könne. Leider ist es ja
über mancherlei Erfahrung auf diesem Gebiet. Bringt es doch die biologisch:dynamische Arbeits: in den meisten ad<erbautreibenden Gegenden so, daß die Wiesen und Weiden immer an solchen
weise mit Sidi, daß ganze Güter von der bisherigen Wirtschaftsweise auf die neue Methode um:
gestellt werden miissen. Es handelt sich ja bei der biologisch:dynamisdaen Wirtschaftsmethode Stellen angelegt sind, die sehr tief liegen und mehr oder minder das ganze Jahr unter stauender
nicht allein um eine neue Düngerwirtschaft, sondern um eine die ganze Wirtschaft umfassende
Nässe stehen. Es kam dies daher, daß man in diesen Gegenden alles Land zum Ackerbau
heranzog soweit es nur möglich war. Nur jene Stellen in den Flußniederungen, die alljährlich
Neugestaltung des landwirtschaftlichen Betriebes. Die größten Schwierigkeiten, die sich bei der im Winter und im Frühjahr bei der Schneesdirnelze und bei Unwettern und Uberschwemmungs:
Umstellung immer wieder zeigen, sind der Ntangel eines der Größe des Hofes entsprechenden katastrophen im Sommer unter Wasser gesetzt wurden oder wegen ihrer tiefen Lage nicht dräniert
Viehstandes und der Mangel an genügendem wirtsdiaftseigenen Futter; und diese Schwierigkeiten
werden konnten, ließ man als Wiesen oder \Y/eiden liegen. Dadurch bildete sich allmählich die
sind im allgemeinen um so größer, je größer der Betrieb ist. Es handelt sich also immer darum, Ansicht heraus, daß man zur Wiesen: und Weidenkultur feudite Böden brauche. Dies ist aber
hier den Hebel anzusetzen. Denn bei der biologisch=dynamischen Wirtschaftsmethode müssen ein Irrtum; denn je trockener eine Wiese oder Weide ist, desto besser ist das Futter, das darauf
wir einen genügend großen und gesunden Viehstand haben, weil sich die ganze Bewirtschaftung wädist‚ Man kann sich selbst davon überzeugen; bringt man Tiere auf eine Weide die Höhen:
auf dem wirtschaftseigenen Dünger aufbaut. Den fehlenden Viehstand einfach hereinzukaufen, untersd'iiede hat, so wird man sehen, daß die Tiere erst beginnen auf der Kuppe zu weiden und
wäre ganz falsch; denn die Schaffung von Grünlandflächen und die Verbesserung des Futterbaues
erst, wenn das höher und trockener gewachsene Futter abgeweidet ist, dann gehen sie an das
müssen als die Grundpfeiler einer guten Viehwirtschaft betrachtet werden; diese können aber nur übrige, aber feuchter gewachsene Futter im Grunde, und an riditig naß gewachsenes Futter gehen
allmählich im Laufe der Jahre geschaffen werden und kommen so auch nur nach und nach unseren sie iiberhaupt nidit heran, solange noch irgendwie Gelegenheit gegeben ist, ihren Hunger ander:
Viehständen zu gute. Andererseits soll auch erreith werden, daß der Viehstand in einer Land: weitig zu stillen. Das trocken gewachsene Gras hat ja ganz andere Kräfte in sich; deshalb sind
wirtschaft möglichst selbst herangezogen wird. Es kann sid-r höchstens darum handeln, einmal
einige gute weibliche Zuchttiere anzuschaffen, um einen guten Viehstand aufbauen zu können und die Bergweiden viel nahrhafter als die Talweiden, obwohl letztere ein viel üppigeres Aussehen
haben, deshalb sind auch Weiden an einem Südhange besser als \Veiden an einem Nordhange.
alle drei bis vier Jahre einen Zuchtbullen aus fremder Herde nachzuschaffen. Alle iibrigen Tiere
Bei den Produkten, die wir auf dem Felde bauen, wissen wir genau, daß sie am besten sind in
sollten durch Zucht aus eigener Herde herauswachsen. Hier entstehen aber schon häufig große trockenen Jahren, daß gerade die Sonne es ist, die den Produkten den Gehalt gibt, so den Kar:
Schwierigkeiten; denn wir haben heute mehr Ställe, als man so allgemein glaubt, die nicht mehr toffeln den hohen Stärkegehalt, dem Weizen den stärkeren Klebergehalt, den Zuckerriiben den
in der Lage sind, aus sich selbst heraus so stark sich zu vermehren, daß sie ohne Zukauf zahlen.-
hohen Zuckergehalt. Geradeso ist es auch bei den Gräsern; auch hier haben wir einen umso
mäßig auf der gleichen Höhe bleiben, geschweige denn, sich vergrößern können. Hier muß der größeren Gehalt an Nährkräften, je trockener und sonniger sie gewachsen sind. Es ist daher
Kampf aufgenommen werden mit den Sterilitätskrankheiten einerseits und den Aufzudrtskrankheitc‘n erstes Erfordernis, daß man nasse Wiesen und Weiden trocken legt; denn erst trodcene Wiesen
bei den Kalbern anderseits, Leidat ist dieser Heilungsprozeß nidit und es vergehen oft Jahre, und Weiden werden ein gesundes und gehaltvolles Futter liefern. Eine Reihe von Krankheiten
bis der Erfolg durchschlagend ist; denn die Grundwurzeln zu diesen Krankheiten sind wieder die unserer Viehbestände sind einzig und allein verursacht durch zu nasse Wiesen und Weiden; ich
heutigen, falschen Wirtschaftsmethoden im allgemeinen und in dem Maße, wie die Gesamtland: möchte da nur an die Leberegelerkrankung unserer Rinder und Sdiafe erinnern. Nasse und mit
wirtschaft gesundet, verschwinden auch diese Erkrankungen des Viehstandes. starrender Nässe behaftete Wiesen und \Weiden findet man aber heute in Deutsd11and nicht nur
Hand in Hand mit dieser Sanierung des Stalles und dem Wiederaufbau des Viehstandes in Gegenden mit starker Betonung des Ackerbaues, sondern auch in Gegenden mit reicher Vieh:
muß dann die Umstellung auf dem Felde gehen. Denn die richtige Ernährung ist ja die erste zucht. Hier muß an die Verbesserung dieser heute ziemlich wertlosen Grünlandflächen gegangen
Grundlage für jede gesunde Tierzucht Es muß für ein gutes wirtschaftseigenes Grundfutter ge.- werden. In den meisten Fällen wird es möglich sein, derartige nasse und versumpfte Wiesen
sorgt werden, also in erster Linie fiir gutes Wiesenheu und Weiden, sodann aber wird es nötig, und \Veiden trocken zu legen. Nach der Trockenlegung verschwinden die sauren, gehaltlosen
den Anbau von Futterpflanzen und Feldfriichten so zu betreiben, daß alles das für den Stall zur Ver:
fügung steht, was zu einer gesunden Fütterung unserer Tiere besonders im \Vinter bei der Stall.- *) Siehe: Landesöhonomierat Niggl, „Das Grünland in der neu3eitlichen Landmirtsdratt“. Verlag: Raul Parey,
fütterung notwendig ist. Berlin S\V ll.
100 — 101 —
*
"

Gräser, weil dieselben nur in der Nässe gedeihen können und mit den Jahren kommen die guten, heil schaffen kann. Auch hier ist es ratsam, ganz schrittweise im Aufbau der \Weiden vorzugehen,
süßen Gräser wieder hoch. Dieser Prozeß dauert aber meistens sehr lange und die Regeneration indem man jährlich ein nicht zu großes Stück entsprechend der Größe des Hofes umstellt; ich kann
der Wiesen und Weiden gelingt nidit immer vollständig. Es wird daher oft das richtige sein, nicht dazu mien‚ größere Flädieii auf einmal zur Anlage der \Weiden herzunelimen, da das Risiko
solche Wiesen und VVeiden umzubredaen und zu versuchen, sie in gute Kultur zur bringen und für den Landwirt zu groß wird; denn es kann dodi einmal vorkommen, daß eine Anlage durch
später wieder neu anzulegen; dadurch kommt man schneller zum Ziele, wie wenn man es der Natur _,istige Untsiände nicht gelingt und in diesem Falle wäre der Ausfall an Ertrag bei einem
überläßt, diese Umwandlung vorzunehmen. Auch Landesökonomierat Niggl vertritt diese Ansidit g, Beten Stück zu empfindlich. Auch erfordert die Anlage von \Weiden viel Sorgfalt und Mühe,
und sprid1t dem Umbruch sd11echter Griinlandfläidien das Wort. Elie auf ein kleineres Stüde eher verwendet werden kann wie auf ein größeres Stück Land. Bis
Die Wiesen und Weiden müssen aber nidit nur frei von stauender Nässe sein, sie müssen aber so viel Grünland in einem landwirtschaftlichen Betrieb angelegt worden ist, daß man audi
auch gepflegt werden. Der Landwirt muß sich allmählida daran gewöhnen, daß er seinen \Wiesen seinem Milchvieh die \Vohltat des \Veideganges geben kann, trachte man, die Milchkühe wenigstens
und Weiden genau so gut eine sorgfältige Pflege angedeihen lassen muß, wie seinem Ackerboden, hie und da im Sommer und im Herbst zum Hüten hinaus zu bringen, sei es nadi dem ersten
wenn die Wiesen und Weiden in die richtige Kultur kommen und dadurch unseren Tieren ein Kleeschnitt auf den Kleeadeer oder im Herbst auf die Stoppeln oder die \Viesen, die nidit mehr
gesundes und gutes Futter geben sollen, Die Verunkrautung der Wiesen und Weiden, die man gcin;iht werden, oder auch auf Serradellaschläge. Man nehme eben jede Möglichkeit wahr, den
so häufig zu sehen bekommt, ist immer ein Mangel an Pflege und dadurdr an Kultur. Auf Tieren die Bewegung und das Futtersuchen im Freien zu ermöglichen. ln jenen Betrieben, in
alle Einzelheiten in der Behandlung der Wiesen und Weiden kann hier nidit eingegangen werden. denen zwar \Veiden vorhanden sind, aber \‘rf/eiden, die zu naß oder aus anderen Gründen außer
Nur einige Punkte seien hier herausgegriffen, die mir besonders widitig ersdieinen für den biologisch: Kultur sind, gehe man baldigst daran, die Weiden zu verbessern oder neu anzulegen und die
dynamisch wirtschaftenderi Landwirt. Die biologisdi:dynarni$dre Wirtschaftsmethode legt ganz be.— alten Weiden durch Umbruch und Bebauung in Kultur zu nehmen. blanches Stück gutes Land,
sonderen Wert auf die Herstellung genügender Mengen Kompost. Die Herstellungsweise der das heute fast keinen Ertrag bringt, indem es als vernachl'a'ßigte und daher ertragsschwad‘re Weide
Komposthaufen und deren Veredelung mit den von Dr. Steiner angegebenen Präparaten, deren brach liegt, kann dadurch wieder nutzbringend verwendet werden, ohne die Adcerfläche des betreffenden
weitere Pflege durch mehrmaliges Umschaufeln, durch Befahren mit präparierter Jauche, kann in Hofes auf Kosten der Viehweide zu verringern.
dem Artikel von Herrn Diplom:Gartenbauinspektor Sd'twarz*) nachgelesen werden, Nun ist Neben der Anlage oder Verbesserung der Weiden muß die Neuanlage oder Verbesserung
gerade der Kompost fiir die Wiese und Weide ein ganz ideales Düngerniittel. Gelingt es dem der Wiesen einhergehen. Auch hier gehe man schrittweise vor im Laufe mehrerer Jahre. Bei
Betriebsleiter, mit der Zeit dahin zu kommen, alljährlidi so viel veredelten Kompost zur Ver: Anlage einer Wiese in rein adrei'bautreibenden Gegenden mache man nicht den Fehler, daß man
fügung zu haben, daß er sein Grünland in einem dreijährigem Turnus damit versehen kann, so den schlechtesten und fiir den Adcerbau unsichersten Boden zur Anlage der Wiese hernimmt;
wird er einen ungeahnten Erfolg erzielen. Der nach der biologisdi:dynamischen \Wirtsdiaftsniethode denn audi die \Wiese ist dankbar für einen guten Boden und die Fehlschläge sind viel seltener
gewonnene Kompost ist im zweiten Jahre sdion verwendbar und seine Diingerkraft ist wesentlich auf einem guten Boden wie auf einem schlechten. Bei der Heugewinnung auf den \Viesen
höher wie bei gewöhnlidiem Kompost. Die Wirkung dieses Edelkompostes kann unterstützt werden kommt es noch viel mehr wie beim Futter auf den Weiden auf beste Qualität an. Hier ist
durch Anwendung des Kieselpräparates, das bei Wiesen und Weiden in der ersten Wachstums.- nicht so sehr maßgebend die Quantität, die man an Heu von einer Wiese herunterfährt, sondern
periode in feiner Verteilung über das Blattwerk gegeben wird. Bei den \Weiden wird es sich die Qualität, das heißt beim Heu die Zartheit des Heues und der gute, aromatische Geruch des:
empfehlen, dieses Präparat mehrmals im Laufe des Sommers anzuwenden; dies wird möglich selben. Ganz besonderer Wert muß daher gerade auf die Heugewinnung selbst gelegt werden;
werden, wenn man die einzelnen Weidekoppeln nidit zu groß macht und dafiir die Koppeln öfters das Heu muß rechtzeitig geerntet werden, solange die Bildekräfte nodi zum Aufbau des Blattes
verwendet werden und nidit sdion Verwendung finden für die Blüte und Fi'udit. Um das Heu
wechselt. So oft man eine Koppel abgeweidet hat, geht man sofort mit dem Fladenverteiler da: vollwertig und von gutem aromatischen Geruch zu erhalten, sollte es nodi vielmehr als dies heute
rüber; dies muß mit der Zeit genau so als unbedingte Notwendigkeit von jedem Landwirt erkannt
werden, wie das Schälen des Getreideackers gleidi nach dem Sdinitt des Getreides. Wie häufig üblich ist, auf Trockengerüsten gewonnen werden; denn dadurch ist dem Landwirt bei der Ge:
winnung guten und vollwertigen Heues ein Sicherheitsfaktor an die Hand gegeben, den er nicht
kann man aber heute noch sehen, daß den ganzen Sommer über an den Weiden nichts mehr
gemadit wird; die Kuhfladen bleiben einfach liegen und es entstehen dann die bekannten Geil: außer Acht lassen sollte. Trodcengeriiste miissen daher auf jedem Hofe zur Verfügung stehen.
stellen, die die Tiere nicht abfressen wollen; werden dagegen die Fladeri öfter verteilt im Laufe Wo keine Wiesen vorhanden sind, ist unbedingt an die Anlage derselben zu gehen; denn der
der Weidezeit, so kommt es nicht so stark zur Ausbildung der Geilstellen und die Weide bekommt Landwirt braucht das Heu als Grundfutter während des Winters und auch zur gesunden Kalber:
eine gleichmäßige Düngung; denn man berechnet den anfallenden Kuhdünger auf einer gut besetzten aufzudit ist es unentbehrlich. Das beste und zarteste Heu, das in der Landwirtschaft geerntet
Weide auf 80—90 Ztr, pro blorgen während einer Weideperiode. Nach dem Verteilen der wird, muß für die Kälber reserviert werden; denn ohne gutes, hochwertiges Kälberheu ist eine
Fladen kommt wieder eine Spritzung mit dem Kieselpräparat. Bei den Wiesen wird man vor: gesunde Jungviehaufzucht während des \Vinters nicht denkbar.
teilhafter Weise nach dem ersten Schnitt ebenfalls mit dem Kieselpréiparat spritzen, jedodi wird Bei der Neuanlage von Grünland gehe man aber nicht so vor, daß man nur die einzelnen
es sich empfehlen, die Wiese erst wieder etwas nadiwad'isen zu lassen, bevor man mit dem Spritzen Wiesenparzellen und \Weidekoppeln im Auge hat, sondern man vergegenwärtige sich genau, wie
kommt, damit das Präparat auf die neu nad1wad1senden Blätter fällt. Besonders in nassen und sich das Grünland in das ganze Landschaftsbild eingliedert. Es ist dies eine Forderung, die Dr.
sonnenarmen Jahren ist uns durch das Kieselpr'a'parat die Möglichkeit gegeben, die fehlenden Steiner in seinem landwirtschaftlichen Kurs aufgestellt hat. Dein heutigen Menschen fehlt vielfadi
Sonnenkräfte in das Grünland hereinzubekommen. dieses Bewußtsein, weil er die Zusammenhänge nicht mehr kennt, die in der Natur bestehen
zwischen dem Strauchartigen und der Säugetierwelt, zwischen den Bäumen und der Vogelwelt,
Die Anlage einer Jungviehkoppel, möglichst nidit zu weit vom Hofe entfernt, wäre der erste zwischen den einjährigen Pflanzen und der Insektenwelt. Gerade die Anlage von Wiesen und
Anfang, den der Landwirt heute zum Aufbau seines Grünlandes machen müßte; denn er muß
vor allem von \Weiden gibt Gelegenheit, hier helfend einzugreifen, Man wird daher sehen, ob
für die Nachzudtt aus eigenem Stalle sorgen im Laufe der nächsten Jahre und soll außerdem bei es nicht möglich ist, da und dort Baumgruppen anzupflanzen in Gegenden, in denen \Wälder
der Umstellung auf die biologisch:dynamisd1e \Wirtschaftsmethode seinen zu schwachen Viehstand
noch vermehren; es ist aber nicht möglidi, eine rationelle und gesunde Viehzudit zu treiben ohne und Bäume fehlen; man wird eventuell traditen, die Weiden mit einem \Wall zu umgeben und
diese Walk mit Sträuchern aller Art anzulegen, Gerade in Gegenden, in denen heute die An:
die N[Ea'glichkeit, wenigstens das Jungvieh auf die \X7eide zu bringen. Denn wenn man die jungen
lage der \Viesen und Weiden schwierig ist wegen zu großer Trockenheit, kann auf diese Art
Tiere im Stalle läßt und ihnen das Futter vorsetzt, so verliert unser Vieh im Laufe der Gene: und \Veise mit den Jahren eine gute Grünlandkultur entstehen, da bekanntlidi in recht trockenen
rationen die Möglichkeit, seinen Körper richtig zu ernähren. Das junge Tier muß sich seiner
Jahren die Baunigruppen und die Sträucher ganz wesentlich zur Regulierung des Wasserhaus:
Sinne bedienen können, muß sein Geruchsorgan gebrauchen können, indem es seiner Nahrung haltes im Boden beitragen und durdi Brechen der Winde die Grünlandfläichen vor zu starkem
draußen auf der Weide nachgeht, es muß seine ganze Aktivität entfalten können bei diesem Gehen Austrocknen schützen. Zudem hat das Vieh eine große Zuneigung zu allem Straudiartigen. Es
auf der Weide. Die Jungviehweide ist daher die unbedingte Voraussetzung für jede Zucht. Die
Herstellung einer Jungviehweide benötigt ein nicht zu großes Stück Land, so daß für den Land: wird sich auf solchen Weiden ungleich wohler fühlen wie auf kahlen Flächen, es wird in dem
Wirt im Anfang kein zu großes Risiko bei der Anlage besteht. Ist erst die Juiigviehweide ein: Busdawerk bald einen geeigneten Sdiutz finden bei Kälte und Wind. Hand in Hand mit diesen
mal gesichert, so sehe man, wie man mit der Zeit auch für das Mildivieh eine Weidegelegen: Vorteilen geht aber eine weitere Forderung zur Gesundung unserer Landwir‘tsdiaft in Erfüllung,
nämlich die Pflege der Vogelwelt. Überall da, wo Biisdi und Baum vorhanden sind, siedelt
*) Schmar3, \Voipsroede: „Von der Pflege und Bereitung natürlichen Düngers als der gesunden Grundlage der sich wieder eine reiche Vogelwelt an; die Vogelwelt brauchen wir aber notwendig, wenn nidit
biologisdr:dynarnisdren Düngung." Demeter, Jahrgang 5, Heft Nr. 2. unsere Vegetation allmählich verkümmern soll. Wie wichtig die Vogelwelt fiir die Verniditung
— 102 -— 103


und für das Insdiad'ihalten der Insektenwelt ist, brauche ich nidit auszuführen, Sowohl die unseren
Kulturpflanzen schädlichen Insekten wie auch die unsere weidenden Tiere belästigenden Fliegen mehr und werden schon in der nächsten Generation ganz
heutigen und der kommenden Entwicklungsstufe muß
sich den
versdiwunden4 Der Menschwieder
sein.
Umgang mit den Tieren erst
der
und Stechmücken können nicht hodikommen, wenn wir in unserer Landwirtschaft eine reiche Vogel:
welt haben. Und wo in der Landwirtschaft könnte diese Vogelpflege schöner eingegliedert werden,
angjgnen, nun aber nicht aus einer alten
Verbundenheit mit dem
Vieh heraus,in sondern aus seinem
als gerade in unserem Grünland?
«vollen Intellekt heraus‚ verstandesmäßig durchgearbe1tet.Wollen w1r
daher der_Zukunft_ntcht in

die schlimme Lage kommen, daß all' unsere Bemühungen auf dem Grünland und der in Viehzucht
Ill vergeblich sind, so müssen wir daran gehen, neue Richtlinien
Stallpei‘sonal und uns diese Ausbildung angelegen sem lassen.
aufzustellen fur die Ausbildung von
}

Nicht in allen Gegenden wird es möglich sein, das Vieh den ganzen Sommer auf der Weide Durch meine Ausführungen soll der biologisch:dynamisch wirtsdiaftende Landw1rt die An:
zu ernähren; in vielen Betrieben werden and-r noch Jahre vergehen, bis dieses Ideal erreicht sein reguflg bekommen‚ die Wichtigkeit der Grünlandpflege und der Tierzucht im Gesarntrahnien
wird. Bis dahin muß dann das fehlende Futter durch den Grünfutterbau ersetzt werden. Hier seiner Landwirtsdiaft zu erkennen; denn bei keiner anderen \Virtschaftsweise ist der Erfolg so
kommt dann in erster Linie die Kleefütterung in Frage. Die Möglichkeit, Klee anbauen zu können,
ist heute in manchen Gegenden in Frage gestellt. Vielfach sind dies sandige Böden oder so:
'
abhängig von einer gesunden Grün]andbewirtschaftung und einer richtig in den Gesarntbetrieb
cingegliederten Tierzucht wie gerade bei der biologisch:dynamischen Wirtschaftsmethode. Gelingt
435 uns aber, Grünland und Viehzucht richtig einzugliedern in unsere Gesamtlandwirtschatt und
genannte kleemücle Böden; und gerade in diesen Gegenden wird auch gewöhnlid1 der \Viesen:
bau sehr spärlidi betrieben. Daß diese Gegenden audi zugleich die viehschwädisten Betriebe ein harmonisdies Verhältnis herzustellen zwischen dem Ackerbau einerseits und den Futtertlächen
aufweisen, ist zu verstehen. Hier muß mit Hilfe der biologisdi:dynamisdßn Düngung in erster anderseits, dann werden wir einen großen Schritt vorwärts gemacht haben in der Gesundung unserer
Linie angestrebt werden, wieder die Möglichkeit zu sdiaffen, Klee anbauen zu können; denn erst, Wirtschaften: zugleich aber wird eine der wichtigsten Forderungen der biologisch:dynamischen
wenn in solchen Betrieben die Futterfrage gelöst ist, kann man an weitere Verbesserungs: und “Wirtschaftsrnethode ihrer Erfüllung entgegengehen, so wenig wie möglidi in den Organismus
Umstellungsmaßnahmen gehen. In Gegenden, in denen der Mais gedeiht, bildet der grüne, gehäck: Landwirtschaft von außen hereinzubringen.
selte Mais ein vorzüglidie$ Grünfutter vor allem für die Milchtiere. Auch die Luzerne eignet
sich vortrefflich zur Grünfütterung, ferner Gemengefutter, das als Zwisd-renfrud1tbau eingesd10ben
werden kann.
Am meisten muß aber der Landwirt darauf bedacht sein, genügend Futtervorräte zu besd'iaffen
für den Winter, Hier kommt in erster Linie die Gewinnung möglichst reidilidier Mengen guten Heues Anwendung der biologisch-dynamischen Düngung
als Grundfutter in Frage. Viele Gegenden Deutschlands, die infolge reicher Niederschläge oder
infolge kurzer Vegetationszeit wenig Ackerbau treiben, füttern ihre Tiere den ganzen Winter über auf Wiesen, Weiden und Rasen
ausschließlich mit Heu. Andere Gegenden wieder haben nur das allernotwendigste Heu für ihre
Gespannliere und sind gezwungen, den ganzen Futterbedarf für den Winter auf dem Felde an:
und Beobachtungen ihrer Auswirkung
zubauen. Hier wird es sich nun empfehlen, möglichst Kleeheu zu beschaffen, nodi besser soge: M. K. Schwarz, Dipl.-Gartenbauinspektor
nanntes Kleegrasheu als Grundfutter; Kleeheu, früh genug gewonnen, auf Trockengestellen gedörrt Die Wiese, Weide und der Rasen sind dem Landwirt und Gärtner gewöhnlich nidit so in sein
und gut eingebracht, wirkt sdion wie Kraftfutter; jeder Landwirt weiß, daß das Füttern von gutem Gesichtsfeld gerückt, daß er alle Vorgänge im Gedeihen des Pflanzenwachstums dort, namentlich
Kleeheu von den Milchkühen mit einer sofortigen Steigerung der Milchleistung beantwortet wird hinsichtlich der Wandlung der Flora, die vor sich geht, genauestens beobachtet. Gewiß wird
Auch Luzerneheu und Gemengefutter, grün geschnitten und getrodcnet, ist ein brauchbares Grund: heute viel gegeben auf eine wissenschaftlich basierte und korrekt eingehaltene Gi‘iinlandkultur.
futter fiir den Winter. Neben diesem Grundfutter, das mehr aus dem Blattniäßigen besteht, bei Aber wie allenthalben wird bei der sonst so gründlichen Arbeit nicht zum Ursächlichen der ab-
dem Blätter und Stengel die Hauptniasse bilden, müssen wir audi nodi Pflanzenteile füttern, die
mehr nach dem \Y/urzelsystem der Pflanze zu liegen und solche Pflanzenteile, die sdion zur Frucht spielenden Prozesse vorgestoßen. Alle versuchten Einwirkungen für ein üppiges Wachstum
sind oberflächlicher oder einseitiger Natur in den verschiedenen Maßnahmen, die heute dafür
.ausgebildet sind. Unsere Tiere brauchen gerade bei der Winterfütterung Abwechslung in der
getroffen werden.
Nahrung, Darum soll der Landwirt die Fütterung seiner Tiere bei der Stallhaltung so abwechs: Früher betrieb der Landwirt und Gärtner eine geordnete Kompostwirtschaft für seine
lungsreich wie möglich gestalten._ Auf alle Futtermittel einzugehen würde zu weit führen. Ich
Wiesen, Weiden und Rasenflächen und tat damit etwas, das allen für ein gesundes Wachstum
möchte hier nur die Rüben erwähnen. Der Anbau von Runkelrüben und Wrud<en wird sich
nötigen Faktoren gerecht wurde._ Aus den dabei erzielten Erfolgen ergibt sich ein Hinweis, daß
wohl überall in Deutschland mit Ausnahme der ganz hohen Lagen im Gebirge ermöglichen lassen. der Pflanzenwuchs auf so genutzten Flächen nur der mildesten, aber anhaltenden Einwirkung
Gerade in den Runkelrüben haben wir ein ganz vorzüglidies Futtermittel für die Kühe und für bedarf. Mit der Anwendung des Kunstdiingers ist diese so gesunde Grundlage, die Kompost-
die Jungtiere im zweiten und dritten Jahr; sie ersetzen während der Winterfütterung das Grün.-
wirtschaft, fast überall aufgegeben worden.
futter. Die Möhre dagegen eignet sich ganz vorzüglich für die Aufzud'it der Kälber. Man füttere Die Pflanzenwuchsnarbe auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen wird ohne pflegliche Ein-
sie in kleinen Mengen. Die Schwierigkeit, die der Möhrenbau mit sich bringt, dürfte Schuld sein,
wirkung und Düngungsmaßnahmen in den meisten Gegenden sehr schnell dicht, ja verfilzt in
daß so wenig Wert auf ihren Anbau gelegt wird. Man sollte es aber nicht versäumen, in jeder
gewissem Sinne und versperrt damit die nötige Korrespondenz der Kräftewirkungen, die einmal
Wirtschaft eine kleine Fläche mit diesem Wurzelgewächs anzubauen, da die Möhren für die Auf:
zudit unseres Jungviehes während des Winters von unschätzbaren Werte sind. aus der Erde herauswirken miissen, aber auch diejenigen, die hereinzuwirken haben.
Die guten Futtergräser und -kräuter, besonders auch der Klee fordern diese Korrespon-
Hafer und Futtergei‘ste werden ja wohl in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben in denz der Kräftewirkungen im eminentesten Sinne für ihre gesunde Entwicklung. Warum dies
genügender Menge vorhanden sein. Da, wo es möglidi ist, empfiehlt es sich, auch den Legunii: der Fall ist, soll noch im Laufe dieser Ausführungen erörtert werden. Sobald diese Korrespon-
nosenfrüchtebau zu betreiben, besonders den Anbau von Pferdebohnen und Erbsen; dadurch hat denz unterbunden wird, sterben die wertvollen Pflanzen aus und nur solche bleiben, die eine
der Landwirt die Möglichkeit, sein Kraftfutter aus selbstgebauten Früchten zusammenzustellen, so: gewisse Säure, eine Unterbindung der Kräftewirkung vertragen können. Es breiten sich mehr
weit er es für seine Arbeitstiere, für die auf Mast gestellten Tiere und für seine Zuchttiere benötigt. harte Gräser und Kräuter aus, die typisch sind fiir den Säuregehalt des Bodens. Was von
Zuletzt möchte ich noch eine Frage ansdineiden, die auch Herr Landesökonomierat Niggl in diesen Pflanzen nicht eingenommen wird, bietet darin Platz für Moosbildung. Was jetzt noch
seinem Buche „Das Grünland“ zur Erörterung stellt, nämlidi die Frage der Ausbildung und der als sogenannte Futterpflanzen heranwachsen kann, bildet naturgemäß kein Oualitätsfutter für
Auswahl des Stallpersonals. Die Sdiwierigkeit, die besonders auf größeren Gütern besteht, brauch: das Milchvieh. Die ohne pflegliche Einwirkung entstandene Narbe wirkt wie eine isolierende
bares Stallpersonal zu bekommen, wird von Jahr zu Jahr größer; aber auch die l<leinbäuer: Schicht und muß zur Versäuerung des Bodens fiihren. Die Versäuerung muß als eine Erlah-
lidien Betriebe, die mit eigenen Leuten arbeiten, haben heute schon ihre liebe Not, ihren Nach.- mung der Lebenskraft im Boden selbst betrachtet werden. Die Kunstdi‘mgung mit ihrer Wir-
wuchs zu den Stallarbeiten heranzubekommen. Diese Erscheinung, die in den letzten zehn Jahren kung nur in das Wässerige einer Pflanze hinein. verstärkt noch die Tendenz zur Versäuerung
so ungeheuer rasch heraufkant, hat ihre Wurzeln Viel tiefer, als man glaubt. Sie hängt nämlidi zu: des Bodens, da ja nichts zur Belebung des Bodens getan wird, und dieser daher nicht mehr
sammen mit der Gesamtmenschheitsentwicklung in Mitteleuropa. Jene Menschen, die aus einer Wesentlich in Funktion tritt für das Pflanzenwachstum. Für das Pflanzenwachstum wirkt
gewissen Natur.-Verbundenheit heraus gute Viehptleger und Melker waren, verschwinden immer bei der Kunstdüngung eigentlich nur das belebte Wasser zusammen mit den gelösten Dünge-
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Sätzen für den Wachsttunsprozeß der Pflanzen. Aber auch für den richtigen Wasserhaushalt Es ist eine spezifische Eigenschaft des Schweinedüngers mild und anhaltend zu wirken
wird der Boden immer ungeeigneter, da er allmählich sich völlig verschließt. und gerade diese Einwirkung ist für das gesunde Wachstum der besten Wiesen- und Weiden-
Durch die Kalkdüngung soll nun der Boden wieder aufgeschlossen werden. Da der Kalk pi'lanzen förderlich, besonders wenn der Schweinedünger mit Erde durchsetzt und einer bioio—
in der Lage ist, die Säure bis zu einem gewissen Grade zu binden, stellt er für diese Fälle qisch-dgnamisChen Behandlung unterworfen war, wie dies im allgemeinen für den Stalldünger
eine augenblickliche Hilfsmaßnahme dar, ist aber niemals geeignet, eine durchgreifende Wand- lgmpiohlen wird. Ist es möglich innerhalb des Turnus für die Abdüngung einmal präparierten
lung zu schaffen. verkompostierten Schweinedünger, das andere Mal präparierten gewöhnlichen Kompost zu
Die Säurebildung zeigt eben an, daß die Lebendigkeit im Boden am Ersterben ist und geben, so ist die Düngungsmaßnahme für Wiesen und Weiden meiner Ansicht nach ideal. Das
dieser sich undurchdringbar für Licht, Luft und Wärme gestaltet. Licht, Luft und Wärme sind Iililrhvieh frißt gerade das Futter von Wiesen und Weiden, die mit Schweinedung behandelt
aber neben dem Wasser die Träger der Kräftewilrkungen für den Lebensprozeß. Nur diese waren, besonders gern.
sind in der Lage im Boden die Lebendigkeit zu erzeugen und zu halten, aber niemals der Kalk; Alljährlich erhalten Wiesen und Weiden außer der eben beschriebenen Abdüngung mit
dieser kann nur die entstandene Säure binden und hält dadurch eine gewisse Zeit das Fort« Kompost und Schweinedünger eine Behandlung mit 500, die in dem Zeitpunkt zur Anwendung
schreiten des Säureprozesses oder besser Absterbeprozesses auf. kommen sollte, wenn die Wiese mit der umgekehrten Wiesenegge abgeschleppt wurde. Erfolgt
Die verschiedenen Arten von Pflanzen auf Wiesen und Weiden bilden den absolut sicheren keine Abdüngung mit Kompost oder Schweinedünger, so wird vor dem Ausspritzen mit 500, das:
Gradmesser, ob hier mehr der Lebensprozess, auf Grund dessen die besten Futtergräser, zweckmäßig vor Vollmond im März angewendet wird, die Wiesen- oder Weidenfläche leicht
-pflanzen und 4<räuter, sozusagen das Süße wächst, tätig ist, oder ob der Absterbeprozeß ein” aufgeeggt und nach dem Ausspritzen gleich wieder abgeschleppt mit der umgekehrten Egge.
gesetzt hat, der sich mit den typischen Hartgräsern und Sauerpflanzen ausweist. Eine ganze Auch 501 kommt jedes Jahr zur Anwendung und zwar dann, wenn sich das junge Gras
Reihe von Pflanzen vermögen die erreichten Grade einer Skala für beide Werte, den der Süße in der Entwicklung befindet. In Jahren, in denen der Sommer regenreich ist, sollte 501 nach
und der Säure anzuzeigen. Wer nur ein wenig den Pflanzenwuchs beobachtet, jedem Schnitt gegeben werden, wenn das Gras sich wieder in der Entwicklung befindet.
kann danach feststellen, wieweit sein Boden der Versäuerung anheimgefallen ist Steht nun eine Wiese oder Weide mehrere Jahre unter der Anwendung der eben beschrie—
oder ob er eine Wandlung nach dem Süßen hin erfahren hat. Säurebesiimmungen, um danach benen Düngungsweise, so wandelt sie sich vom Sauren her allmählich zur Süsse hin in ihrem
die Kalkgabe abzupassen, sind überflüssige Maßnahmen. Die Pflanzendecke zeigt es viel besser ganzen Pflanzenbestand. Die Wiesenflächen mit schwerer Bodenstruktur werden allmählich
an, ob die Pflege in der richtigen Weise erfolgt. Dabei sollte man sich klar werden, daß nicht aufgeschlossen und locker, als wenn der Regenwurm hindurchgegangen wäre, ein Zeichen für
die Pflanzen, sondern der Boden zu pflegen ist. Auch für diese Beobachtung soll noch der die außerordentliche Lebendigkeit, die in den Boden hineingetragen wurde. Mit Hilfe der Komw
Beleg erbracht werden in der weiteren Verfolgung dieser Ausführungen. postdüngung, die durch biologisch-dgnamische Präparate und den angewandten Spritzmitteln
in ihrer Kraftwirkung für den Stickstoff-, Kalb, Phosphor-, Kalk- usw. Prozeß außerordent-
Um schöne Futtergräser auf Weiden und Wiesen halten zu können, muß auf den Boden lich angereichert wurde, ist der Boden wieder aktiv; er behält nicht nur die belebende Eigen-
so eingewirkt werden, daß dieser außerordentlich lebendig gestaltet und gehalten wird. Man schaft, sondern diese wird immerzu verstärkt und gewährleistet ein allseitig gesundes Pflan-
könnte sagen, der Boden muß in bester Weise auch durch die Pflanzendecke hindurch atmen
können. zenwachstum.
Für Wiesen-, Weiden« und Rasenflächen ist es aber wichtig, daß Strauch- und Baumarti-
Voraussetzung dafür ist, daß für Wiesen und Weiden meist werden die Flächen einer
*

ges diese umgrenzen. Abgesehen von der dadurch erreichten Schutzmaßnahme wird vor allen
Landwirtschaft gewählt werden, bei denen das Grundwasser hoch heraufsteigt —— eine gute Ent-
wässerung durch einen Vorfluter geschaffen ist. Das schönste Grabensgstem, die bestverlegte
Dingen die Luftfeuchtigkeit gehalten, die für gute Wiesen und Weiden sehr bedeutungsvoll ist.
Noch wesentlicher ist es, daß dadurch den Wiesenpflanzen gewisse Kräftewirknngen für ihr
Drainage nützt nichts, wenn der Vorfluter versagt, also nicht genügend Gefälle vorhanden ist,
das Wasser abzuleiten. In einem solchen Falle hilft auch die biologisch-dynamische Düngung gesundes Wachstum zugute kommen, die eben vom Baumartigen angesammelt werden. Nicht
nur die Pflanzen fordern für sich das Baum- u. Strauchartige, sondern vor allem auch die Tiere,
nicht, um'Wandlung zu schaffen. die sozusagen zu den Pflanzen hingeordnet sind, so die Vögel und Insekten, die eine überaus
Selbstverständlich ist für Wiesen, Weiden und Rasen die Bodenart und deren Beschaffenheit wichtige Rolle in dem sich vollziehenden Lebensprozeß spielen. Endlich fordern auch die wei-
von größter Bedeutung. Den schönsten Wiesenboden bildet sandiger Lehm oder lehmiger Sand- denden Tiere das Vorhandensein von Baum und Strauchwerk, von denen sie oft und gern die
boden, aber auch die Lage und das Klima ist von ausschlaggebender Bedeutung.
jungen Triebe naschen. Was auf diese Weise in den Magen der Tiere gelangt, wirkt dort reguv
Mit Hilfe der biologisch-dynamischen Düngung und der damit verbundenen Kompostwirt4 lierend für die gute Verdauung, wie Dr. Rudolf Steiner angab. Man braucht nur einmal eine
schaft ist es in die Hand gegeben dem idealen Wiesenboden allmählich recht nahe zu kommen, Wallhecke um einen Weideplatz zu betrachten; da findet man hie und da einen Strauch, meist
wenn die Wasserverhältnisse geregelt sind. Selbst auf sehr sandigen Böden kann allmählich sind es Haselnüsse, der ständig von den Tieren kurz gehalten wird und bei dem sich immer
die segensvolle Einwirkung des Lehmes erreicht werden und es siedeln sich dann Gräser, Klee, junge Triebe bilden, die die Tiere sofort wieder beweiden. Solch ein Strauch sieht aus, als
arten und Kräuter an, die nur auf besten Wiesenboden heimisch sind. wenn ihn der Gärtner mit der Heckenschere ständig kurz gehalten hätte.
Aber auch schwere Lehmböden können lockerer gestaltet und dem Ideal des guten Wiesen- In Worpswede übernahmen wir im Jahre 1925 ein Wiesenstück von etwa 2000 qm Größe,
bodens ganz nahe gebracht werden, wenn ständig stark belebter sandighumoser Kompost an- das vorher lange Zeit hindurch keiner Nutzung unterlag. Diese Wiese hat nur eine 10—15 cm
gewendet wird. starke Humusschicht, darunter sitzt reiner Sand an. Der Grundwasserstand liegt über einen
Torf- und Moorböden bedürfen des scharfen Sandes (Maurersand) und wenn irgend mög— Meter tief im Sommer. Die Wiese war bei der Uebernahme außerordentlich stark bemoost; es
lich auch einer Lehmdüngung. Wie dieser Lehmkompost für die Lehmdiingung bereitet wird, ist wuchsen dort nur Hartgräser und sogenannte Heidegräser. Früher wuchs auf diesem Grundstück
in meinem Aufsatz im Heft 2 der „Demeter"-Monatsschrift unter dem Titel „Von der Pflege und Heide.
Bereitung natürlichen Düngers als der gesunden Grundlage der biologisch-dynamischen Dün- Um schnell zu einer Wüchsigkeit und Wandlung des Pflanzenbestandes zu kommen, ist die-
gung“ behandelt werden. ses Wiesenstück, das als Weide benutzt werden sollte, jedes Jahr mit verkompostiertem und:
Bei der Durchführung der Kompostgabe wird dem Boden als beherrschend das zugeführt präpariertem Schweinedünger und mit den Spritzpräparaten behandelt werden.
werden, was ihm an der Eigenschaft als idealer Wiesenboden fehlt, so bei dem Sandboden mehr Gleich im ersten Jahre war eine sichtliche Wandlung eingetreten. Das Moos blieb fast
lehmhaltiger Kompost, bei Lehmboden stark sandig-humoser Kompost, bei Moorboden mehr ganz weg. An seiner Stelle machten sich die vorhandenen Gräser und Kräuter breit, auch neue
sandig-lehmiger Kompost. Die Kompostdüngung für Wiesen und Weiden auf Gutswirtsdlaften Gräser siedelten sich an. Noch vorhandene Lücken zeigten hie und da Weißkleebestand. Die
sollte mindestens im selben Turnus wie die Stalldüngergabe für das Feld erfolgen. Wüchsigkeit war überraschend stark, allerdings war in diesem Sommer viel Regen gefallen.
Wie der Kompost zu bereiten ist, fand schon eingehende Erörterung in dem bereits ange- Jedenfalls konnte eine Kuh ohne wesentliches Beifutter darauf weiden. Die Kuh gab in diesem
führten im Heft 2 der „Demeter“-Monatsschrift veröffentlichten Aufsatz. Die Kompostabdün- Jahr frischmelkend etwa 21 Liter pro Tag. ,

gung geschieht am besten im Monat Februar, nachdem vorher mit der Wiesenegge die Wiesen- Im darauf folgenden Jahre nahm bei derselben Düngungsmaßnahme der Bestand an Hartgrä-
und Weidenfläd1en leicht aufgeeggt wurden. Nachdem der Kompost gut ausgestreut und fein sem ab und an deren Stelle traten vereinzelt Weichgräser, an Kräutern zunächst nodi Saueramp-
verteilt etwa vier Wochen gelegen hat, wird mit der umgekehrten Egge die Wiesen- oder Wei- fer. und Knöterich auf, während der Weißklee und kleine Klee sich stark zu breiten begann.
denfläche abgeschleppt. Die Kuh fand auch in diesem Jahr ausreichend Futter, frischmelkend gab sie 25 Liter Milch.
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Im Jahre 1927 waren nur noch wenige Büschel Hartgräser vorhanden. Sauerampfer und
Knöterich waren etwas zurückgegangen; dafiir machte sich der Löwenzahn und die Schaf- Alle Gärten, die enger als 1,50 mal 1,50 m liegen, sind zu eng. Es gibt daher an den
garbe breit. Die Weichgräser sind in der Ueberzahl jetzt vorhanden, auch der Kleebestand hatte unteren zwei Dritteln der Rebe nur kleine, verkiimmerle Dolden, die die Qualität schädigen. In
enden Gärten gedeihen Peronospora und Ungeziefer. Also:
sich vermehrt. Die Kuh konnte nicht mehr Herr der erreichten Wüchsigkeit werden. Es konn- b
@. In engen Gärten den vierten Bifang heraushauenl
ten auf dieser kleinen Weidefläche noch zwei Schuppkarren Heu gewonnen werden, Die Milch Oben den Draht herausnehmen und die anderen drei Drähte in gleichen Abständen ver:
blieb etwa auf der gleichen Höhe wie im vorigen Jahre.
teilen. Wenn die Anlage bisher 1,30 mal 1,30 in 1,69 qm je Pflanze war, dann wird sie
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Im Jahre 1928 wurden außer der Beweidung während des ganzen Sommers noch 10'
jetzt 1,30 mal 1,66 in :2,15 qm ie Pflanze, also fast gerade so viel wie 1,50 mal 1,50 2,25 qm,
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Centner Heu gewonnen. Frischmelkend gab die Kuh in diesem Sommer über 50 Liter Milch.
Im heißen und trockenen Sommer des Jahres 1929 war es nicht möglich außer der Beweidung wie sie jetzt gelegt wird. Das ist nidiiS neues, sondern schon ausprobiert!
Vorteile: Einsparung von ein Viertel Spagat, ein Viertel Arbeit, ein Viertel Spriizkosien,
noch Heu zu gewinnen, der Milchertrag bei der Kuh war naturgemäß in diesem Jahre zu-
rückgegangen. Sie gab frischmelkend etwa 27 Liter. leichtere Ernie, bessere Qualität, bessere Preise. Zwischenbau: Rüben oder Kartoffeln auf dem
Besonders augenscheinlich gestaltete sich die Wandlung des Pflanzenbestandes auf den . freigewordenen Streifen.
Wir ‚miissen aber 1930 noch weiter gehen, Wenn die überfiilllen Lager der Brauer und
Rasen und Wiesenflächen unseres Birkenhofes. Dort standen trotz der guten Entwässerung noch
allenthalben Wollgräser in den Jahren 1925 und 1926. An einigen Stellen sogar noch im Händler wieder geräumt werden sollen, damit der schreckliche Preisdruck nicht audi noch auf 1931
iiberhaan wird, dann müssen wir alle heuer weniger Hopfen auf den Markt bringen. Wir sind
Jahre 1927. Diese wichen nur allmählich zurück und bereiteten dem Sauerampfer, Knöterich einig darüber, daß wir 1929 die Hälfte nidit hätten ernten sollen. Sollen wir also 1930 etwa gar
und Hahnenfuß den Platz. Heute werden diese Stellen durchweg von Weißklee eingenommen.
die Hälfte unserer Stöcke heraushauen? Nein! Denn die Lager sind nur heuer iiberfiillt. Was
In diesem Jahre konnten wir bereits Ende April auf den Rasenflächen Gras schneiden, das können wir also madien? Nur halb soviel Reben aufleilcn wie wir 1929 aufgeleiiet haben.
in dichtem Stand 50—40 cm lang geworden war und ein prachtvoll duftendes Heu abgab. 7. Von jedem Siocke nur eine Rebe aufleiien und dann ie zwei Siödce zusammenziehen.
Es sollte hier nur aufgezeigt werden, wie eben die biologisch:dgnamische Düngung im Ver- Alle Sachverständigen, erfahrene alle Hopfenbauern, der bewährte Hopfenforscher Herr
ein mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise die Grundlage herstellt für die Gewinnung Hofrat Wagner, der Landesinspekior Regierungsrat Hampp sind einig darüber, daß dadurch die
eines gesunden qualitätsvollen Futters.
Ernte wesentlich verringert wird. Und das wollen wir ja heuer.

_
Außerdem haben wir folgende Vorteile: Ersparung von fast der Hälfte des Spagats, weniger Sprifz:
kosten, weniger Arbeit mit Anleilen usw., leichtere Ernie (Rüben dazwischen). Vor allem aberbessere
Qualität durch bessere Doldenausbildung und geringeren Krankheitsbefall. Dadurch bessere Preise.
Verringerung der Massenerzeugung Vermeidung der 8. Allen Aufwand nur für Qualität!
Rechtzeitig und sorgfältig spritzen! 1prozenllge Brühe! Acht Tage vor der Ernte nicht mehr
Ueberdüngung Steigerung der Qualität im Hopfenbau
A

spritzen! Sauber pflücken! Gut trocknen! Nicht überhitzcn! Am Haufen pflegen! Das können wir
bei kleiner Ernte besser als bei zu großer wie 1929.
Franz Dreidax Alle Stimmen aus der Praxis sind einig darüber, daß diese 8 Vorsdiläge im Jahre 1930
Es fliegt uns ein Blatt „An alle deuisdien Hopfenbauern!“ auf den Pedaktionstlsch, das zur Rettung führen könnten.“


wir als einen ausdru<ksvollen Notschrei den Lesern wenigstens auszugsweise nidit vorenthalten
wollen. Das Blatt wird vom Deufsdien Hopfenbauverband E. V. herausgebracht. Es heißt darinnen: Selbstversländlich dürfen die hier fiir den Hopfenbau geltend gemachten wirfsüaftlichen Ge:
sichispunklc nicht zu sehr verallgemeinert werden aber sinngemäß sind sie auf viele deutsche
„Wir allc‘sind uns einig, daß wir 1929 viel Geld erspart und verdient hätten, wenn wir alle landwirtschafiliche Verhältnisse anwendbar.
die Hälfte unseres Hopfens nicht gepfliickl hätten. — Sehr interessant sind außer den wirtschaftlidien Gesichtspunkten, die Einsdiränkung der Massen:
Wird es 1930 besser? erzeugung und Qualifälssfeigerung gebielerisch fordern, audi die biologischen Gesidifspunkte. Uber:
Nein! Die Vorräte bei Brauern und Händlern sind größer als 1929. Sie reichen bis weit düngung erzeugt krankheitsfördernde Uppigkeif und mangelhafte Qualität. Düngt mit Luft und
in die neue Ernie hinein. Eine Miltelernte in Europa ist gleidi mit Überproduklion. Geldbedarf Lidit
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gewissermaßen! Dann habt ihr den Dünger für andere Zwecke zur Verfügung, wo er
und Schulden bei uns Bauern sind audi mod-r größer als 1929. Also dringendes starkes Angebot am Platze ist. Allen Aufwand nur fiir die Qualität!
bei geringer Nachfrage! Notwendige Folge: schlechte Preise! Können wir das aushalten? Nein! So beherzigenswerf und erfreulich diese grundsätzlichen Einsidilen sind, so darf doch erwähnt
'

Was können wir dagegen tun? werden, daß die Qualifätsauffassung im Hopfenbau darinnen noch nidit hoch genug gesteckt ist.
Das, was wir 1929 hätten tun sollen: Weniger ernten! Wenn wir aber schon weniger Die Anwendung der Sprifzmiilel, die heute üblich geworden sind, verdirbt die Böden und
ernten wollen und müssen, warum sollen wir dann erst mit großen Kosten viel bauen? vordorbene Böden fördern die Perenospora erst recht. Das Spritzen verursacht ungemein hohe
Wir müssen weniger ausgeben und mehr einnehmen!! Kosten und Arbeit. Im Interesse der letzten End:Ziele des deutschen Hopfenbaues sollte
Indem wir für die Erzeugung weniger aufwenden, dadurdi weniger ernten, dagegen alles mit allem Eifer getrachlet werden, eine Anbauweise zu ermitteln, die ohne die heutigen chemischen
tun um beste Qualität zu erzeugen, für die wir die erzielbar besten Preise bekommen. allzuscharfen Spriizmilfel auskommt. Ungesprilzler, selbstgesunder Hopfen, dann auch noch unge:
schwefeli und doch von guter Farbe das gab es früher und muß auch heute wieder erreicht werden.
#

1. Heraus mit allen liidcigen, schwachen Anlagen!!


2. Heraus mit Anlagen, deren Gerüst verfallen ist und für deren Erneuerung neues Geld Das Weglassen des Kunsfdüngers allein sdiafft die Sache gewiß nicht, auch die natürliche
(das heißt neue Schulden!) aufgewendci werden müßte, denn dieses Geld ist verloren. Düngung muß in Ordnung gebradit werden. Im wesentlichen wird man sich auf best verrottete
3. Keine neuen Anlagen aufstellen, wenn nidit alles sdion vorhanden ist, Aufwendung Herbsldüngung beschränken miissen. Allerdings wird aber das Endziel ohne Zuhilfenahme der
von Geld oder neue Schulden bedeuten neuen Verlust, neues Unglück! gesamten Vorteile der biologisch:dynamischen Wirlsdiaftsweise kaum oder nur sehr langwierig zu
4. Keinen Pfennig für Kunsidünger! Kunstdünger bringt höhere Ernten. Höhere Ernte erreichen sein.
bringt schlechtere Preise. Sdiledile Preise bedeuten Verlust des Aufwandes für Kunsldiinger
und Ernfekoslen, damit neue Schulden, neues Unglückl Denkt an 1929!
5. Den Siallmisi gebt den Hackfriichfen, Rüben und Kartoffeln, dem Mais, dem Getreide,
dem Grünfutier. Dorf wollen und braudien wir hohe Ernten. Bei Hopfen braudien wir 1930 Kirschendiebe
eine geringe Ernte. Die Qualität kann durch Wegfall der Düngung nur gewinnen, denn wir Dr. Karl Mansfeld
haben alle in den letzten Jahren eher zu viel als zu wenig gedüngt. Wir haben daher im Boden Erster Beamter der Staatlich anerkannten Versuchs: und Musterslation fiir Vogelsdiulz
einen ersparfen Nährstoffvorrat. Von dieser Ersparnis können wir in diesem Noljahr zehren. von Dr. h. c. Frh. v. Berlepsch, Seebach, Kr. Langensalza
Geben wir also heuer dem Hopfen weniger Dünger, aber mehr Licht und Luft! Das kostet Die Kirsd'ienreife ist die einzige Jahreszeit, in der unser Star sich manchmal redit unbeliebt
nichts und bringt gesunde, hödi$te Qualität und damit beste Preise. macht. So ein Flug Slate kann doch in den Kirsdien einen sehr empfindlidien Sdiaden anridilen.
Wie können wir das machen? Die Vögel entwickeln dabei einen unglaublichen Appetit, ganz abgesehen von den vielen Früchten,
108——
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die nur angefressen oder heruntergesrhlagen werden. Da kann man es schließlich dem Obst: wurden Herrn Schwarz vor dem Mikrophon eine bestimmte Aufgabe als Träger und
züditer nidit verargen, wenn er sich mit allen Mitteln der ungebetenen Gäste zu erwehren sudtt. eir ge Frag-on vorgelegt, deren Beantwortung Vermittler besonderer Kräftewirkuugen im
Gewif), der eifrige Naturschiitzer möchte seinen Freund auch hierbei in Sdiutz nehmen, und so z r im Folgenden
wiedergeben. gesamten Lebensprozeß. Diese Aufgabe
hört man dann öfter die gutgemeinte Bitte: Gönnt doch den Staren die paar Kirschen, sie mad1en Frage: Sie haben doch sicher bestimmte Ziele zu erkennen, ist das vornehmste Gebot.
ja diesen Schaden durch ihren Nutzen vielfach wieder gut! Für den Obstzüchter, der doch sdiließlidi in der Gartengestaltung. Herr Schwarz. Frage: Und was folgt, nun aus diesen tiefer—
von seinen Bäumen audi eine Einnahme haben will, bedeuten aber „Die paar Kirschen“ mit: Darf man darüber einig-es erfahren? gesehöpften Feststellungen?
unter einen ganz empfindlichen Verlust. Antwort: Doch sehr gern. Mein Ziel ist, den Antwort: Daß Gärten nicht nur eine Augen
Im letzten Sommer hatte man wegen dieses Schadens sogar gefordert, die Stare durch Ab: Garten als einen lebendigen Organismus weide bilden, sondern Kraftzeutron bedeut-
Schuß in einer ganzen Provinz erheblich zu vermindern. Das heißt nun allerdings audi wieder, zu gestalten, ihn nicht nur als einen er- samstor Art sein können, in denen die
einseitig stark iibertreiben. Wir dürfen dod1 nicht vergessen, daß Landwirtschaft und Gemüse: Naturkräfte gesammelt, beherrscht und
weiterten Ilausgrundriß zu erleben, der
gärtnerei den Star als Vertilger vieler Sd1ädlinge (Engerlinge, Drahtwürmer, Nadctsdtned<en, untergeordnet werden, und bei denen sich
wahllos mit Pflanzen angefiillt wird. Also
Gammaeule, Kohlsd1abe, Wiesenschnake usw.) gar nidit hoch genug einsd1ätzen können. Man keine Konstruktion des Gartens, wie dies die heute so stark geübte mechanische
muß also versudien, beiden Teilen gered'tt zu werden. heute in der Übung ist. Der Garten wächst und chemischeEinwirkungfür dastlanzeu-
An und für Sidi bekommt der Obstzüchter von der Polizeibehörde ja die Erlaubnis, Stare aus der gegebenen Lage heraus und er- waehstum erübrigt, weil an ihre Stelle
abzusd1ießen, wenn sie ihm Sd‘taden tun. Damit ist ihm aber meistens nidit geholfen, denn nur bio]og-ischdynamische Maßnahmen treten.
hält seinenl“orrnausdruok durch dasWeson»
zu oft ist eine dauernde Beaufsichtigung der Anlagen gar nidit möglich. Deshalb hat man schon hatte der Pflanzen selbst. Aus der Land- Ein nach dieser) Gesichtspunkten gestal—
lange Zeit auf andere Abhilfe gesonnen: Vogelscheuchen werden in allen möglidien Formen am schaft und damit auch aus der Landwirt- tete1‘ Garten schenkt nicht nur eine gesunde
Baum befestigt. Besonders häufig sieht man Holzkreuze mit Rod< und Hut, hängende Spiegel: schaft ist der Garten geboren. Nahrung mit vollem Lebensgehaltin Früch-
sd‘rerben, audi bunte Lappen. Trotzdem muß man nur zu bald beobaditen, daß die Vögel un: ten und Gemüsen, sondern übt auch auf
bekümmert um die Scheudten ihr Zerstörungshandwerk fortsetzen: Sie haben sich an die fremd: Frage; Aus diesen grundsätzlichen Feststellun den ganzen Menschen eine heilvolle Will”
artige Ersdieinung im Baum gewöhnt. gen könnte man ja eigentlich alle Richt» kungr aus. Hier sind nichtnui'die sportlichen
Soll eine Vogelsdreudre wirklich ihren Zweck erfüllen, dann muß man diese Gewöhnung linien für die Gestaltung von Gärten, gleich» und hygienischen Einrichtungen allein go
vermeiden. Gelegentlidi unserer Vogelschutzlehrgänge wurde von Obstzüdttern dazu mehrfadi gültig ob Zier— oder l\'utzgärten ableiten. meint, sondern vor allem die Kräftostrahlun-
empfohlen, den Platz der Sdaeuchen täglich einmal zu wediseln. Das läßt sich am bequemsten Antwort: Ganz recht! Man muß sich nur vor gen bestimmterPflanzeu als Wesensglieder
so madien, daß man sie an einer langen Stange befestigt in den Baum stellt und dann einfach Augen halten. daß die Pflanzen einen Bau» im Garteririrg-anismus. die allein durch ihr
jeden Tag der Stange einen anderen Platz gibt. Als sehr wirksame Absd'rreckungsmittel haben

stoff bilden, der ganz und gar den Natur- Dasein so scgensvoll wirken. Ich darfnooh
sich mit Stroh ausgestopfte Katzenfelle evtl. auch Hasen: oder Kanind'tenb'a'lge und schwebend »—
rhythmen unterworfen ist. Der wahre hinzufügen, daß die Anregungen zu diesem
aufgehängte Sperber oder Habidite bewährt. Einen einfachen gut wirkenden Ersatz für diese Gestalter muß bestreth sein, die Ursache Ideengang von Dr. Rudolf Steiner gegeben
Raubvögel erhält man, wenn man in eine Kartoffel nadi drei Seiten lange bunte Hühnerfedern stedct, dieser Phänomene zu ergriinden. Jede sind und in der Praxis erfolgreiche An_
sodaß das Ganze den Eindruck von ausgebreitelen Flügeln und Schwanz eines großen Vogels macht. Pflanze hat innerhalb des Naturhaushaltes wendung finden.
Von anderer Seite wurde ein vollkommener Sdiutz der Kirschen dadurch erzielt, daß an
einer Stange über jeden Baum ein Salzhering befestigt wurde; in diesem Fall war nidit einmal
ein PlatzwediSel nötig. In einer Obstpflanzung am Bodensee gelang sdiließlidi die Abwehr der Stare
dadurch, daß ein Lautsprecher den ganzen Tag das abwechslungsreiche Rundfunkprogramm ertönen ließ.
Wir wollen die meisten der angeführten Mittel in diesem Jahr in benachbarten Kirsch: Buchbesprechung
plantagen selbst ausprobieren. Um aber die Versuche auf eine recht breite Grundlage zu stellen,
Kalender Ostern 1930 —-— Ostern 1931. Die Eurythmie, die Doldinger in seinen 7
rufen wir alle Obstzürhter, denen ja an der Lösung der Frage am meisten gelegen sein muß, Herausgegeben von der Mathomutisch—Astrono- Zeichnungen andeutet, finden wir im Kaleu»
zur Mitarbeit auf. Es kommt darauf an, daß die Probe unter den verschiedensten Verhältnissen
misohon Sektion um Goetheanuru, Dornach darium und damit um Sternenhimmel wieder.
mit allen oder doch wenigstens mit einem dieser Rezepte angestellt wird. Wer allerdings den (Schweiz). 1930. 0rienh0cicident-Verlag. Stuth Denn das ist ein Hauptvorzug des eigentlichen
Versuch mit dem täglidien Platzwechsel (das erscheint der aussichtsreichste) übernimmt, der darf gart Den Hung »
London. 64 S. Eine Kalenders, daß er zur fast täglichen Mitarbeit
selbstverständlidr das Umstellen der Stange niemals vergessen. Es kommt dodt aber meistens
„„

Sternliarte mit Planetenbahneu. Stoff brosch. aufruft und uns dann lebendig an der Himmels
nur eine Zeit von 8 oder 14 Tagen in Frage, in der die Kirsdien reifen, und zudem wird vielfach
3,— M. eurythmie teilnehmen läßt. Eine sehr über
sowieso eine gewisse Bewadiung der Diebstähle wegen nötig sein, so daß die Arbeitsbelastung sichtliche Sternkarte mit den Planetenbahnen
nidit sehr ins Gewicht fällt. Der Mensch ist der Mittler zwischen Himmel
und Erde. Ein schönes Abbild dieses Verhält» ist der Veröffentlichung beigegeben. Daß die
Auch Besitzer einzelner Kirschbäurne, Schrebergärtner usw. können Sidi beteiligen. Wirk: von der Astronomie her zu gehenden Rat»
lichen Wert haben aber nur bis ins kleinste sorgfältig durchgeführte Versudte, über die wir Be: nisses schafft derneue Osterkalonder1930::31‚.
Zum Himmel hinauf weist das eigentliche Ka- Schläge, wann die biologisoh»dynamisehen Prä—
rid'tt an die Station erbitten. Kurze Anschrift: Vogelsdiutz, Seebadi, Kr. Langensalza. Also parate herzustellen und anzuwenden sind, im
auf zur Tat zum Besten unseres lieben Starrnatzes und zum Besten unserer notleidenden deutschen lendarium und die dazu gehörigen Erläuterungen;
an die Erde knüpfen die, Aufsätze des zweiten Kalender deutlich verzeichnet sind, werden die
Landwirtschaft! anthroposophischeu Landwirte und Gärtner der
Teiles des Kalenders. Zwischen Himmel und
Sidier hat vorstehende! Aufsat3, der bereits audi anderroärts veröffentlicht wurde. für unsere Leser gerade vor Herausgeberin des Kalenders,Fräulein Dr. Vree—
ein besonderes Interesse. \Vir begrüßen den Aufsat3 von Dr. Mansfeld wegen Erde steht aber der Mensch, der als wirklicher
der Kirsd1en3eit
des Stars in der 1andmirtsdtaftlidten Sdrädlingsbeh'zimpfung sehr. Mödaten recht viele Freunde
der großen Bedeutung
die Abmehr der Stare Mittler nur Künstler sein kann. So ist auch de, immer wieder lebhaft danken. J. Schultz
von den Kirsrhen erproben und auch uns ihre Erfahrungen später mitteilen! zwischen das Kaleudarium und die das Land: hat dem Kalendarium einen in dasselbe ein-
wirtschaftliche beriihrendeu Aufsätze in schöner füln‘onden, klaren Aufsatz vorangesetzt.
Art Iiiinstloi‘isohes hineingestellt. Friedrich Die Herausgeberin des Kalenders leitet
Doldinger ist es zugefallcn, das künstlerische durch ihre Ausführungen „Ueber die Planeten
Schau von Garten—Projekten nach biologisch—dynamischer Wirtschaftsweise Mittleramt auszuiibeu, indem er Bild und Spruch und den Mond“ von dem astronomischen zum
Am 27. April wurde die Große Kunstaus Hundt und Max Karl Schwarz. Letzterer zeigt zu den 7 Woohentagen entwarf. So liebens- ökonomischen Gebiete über. Dr, Vreede ver—
stellung in Worpswede bei Bremen eröffnet, fast ausschließlich Entwürfe zu gärtnerischen An- würdig im wirklichen Wortsinne ist das, was steht es in seltener Weise, die besondere!
die von sämtlichen Mitgliedern der dort beste- lagen, die unter Berücksichtigung der biologisch- I)oldinger beisteuerte, daß seine aufklärenden Stellung der Anthroposophie gegeniiber den
hendeu Künstler-Vereinigung besohiokt wurde, dynamischen Wirtschaftsweise entstanden sind. Worte über seine Kunstgaben, die wohl nötig astrologischen Anschauungen der Vergangenheit
unter anderen auch von Lebereoht Migge, Walter , Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung sein mögen, daneben fast trocken anmuteu. und Gegenwart dem Verständnis nahe zu
bringen. \\11 stehen. wenn wir die \V111te
der Leiterin der mathematisch astronomischen
Sektion auigenommen haben. den nachfolgen-
den Ski7zcn über die alten Bauernregeln in
f110f
im besseren und eim:ntliehen Sinne „gemüt-
lichen‘ Erinnerungsskizze. Der Garten von che—
dem“ gucken Gnomen.
der Pflanzen selbst hervor. Sylphen
und die Geister
Fin Gebiet. das
,
*
\
M: - <-1
‘“—\

in nächster Zukunit sicher immer mehr Interesse
der richtigen geistigen Haltunnr gegeniiber.
Aus dem Spiele.Der \ 1wel Gryl'i" von Fr.
finden wird. behandelt Wilhelm Spieß. Ilr =—/ -——/
Doldinger ist ein Abschnitt wiedergegeben \\ie . schreibt über.Die Bedeutung des Anbaues von
Heil— und Gewüi'zpilanzé‘n“. .] Werr
_“
Monatsschrifi‘ für
das l\liinnli den Hans. der König werden soll.
iiber die Planeten beleh1t“. Da. ist in einiältigé schließt mit seinem Artikel „Ein Beiti'5itr zur biologischdynamische Wirtschaftsweise
Haltung unserer landvvirtsehaitlichen Haustier‘e (früher Mitteilungen des landwirtschafi‘lichen Versuchsringes
Dialektworte \\' cisheit gelegt. \on solcher den Kalender ab. Die Darlegungen des Ver-
\ olkswe1sheit erzählt uns auch Ehreni'ried Pieit- der Anthroposophischen Gesellschaft)
i'51ssers regen den Lesei nachdrücklich an. den Alle Rechte vorbehalten. — Nachdruck verbot;ffl'
her in seinem Auts51t7e: „Ein Wort iiir alte
Zusammenhängen, in denen die Tierwelt in
Baueruregeln“. \\ lcth‘e Angaben. auf die der Landwirtschait lebt. nachzugehen. Die
schon vorher die Herausgeberin hinweist. macht Herausgeber: Versuchsr‘ing anthroposophischer Landwirte in Deutschland e. V.
G. Pieht- Berrer unter dem Titel.Alte Bauern
Schilderungen \\ errs sagen nicht°1las
Letzte. Schrifi‘leitung: Dr. E. Bartsd'i, Bad Saarow (Mark)
Ueberlielerungen im haverischen Allgäu“.
Sie tordern au.i die Dinge. aui die er hinweist.
mit eigenem Beobachten weiter 711 verfolgen
. Dipl :=an
F. Dreidax, Bad SÖÖI‘OW (Mark)
Geschäftsstelle: Dr B. Bartsch, Bad Scarow(Mark) Dosischeckkorn‘o: Breslau 56266
Wie in kurzen. prägnanten Werten von
Allesin Allem hat sich Wiederum die Leite-
einer bestimmten Seite her \\ escntliches über
die um Dr. Steiner angegebenen biologisch-
rin der rnathem -astronomisehen \ektion rnit der Nr. 7 Juli 195Ö 5. Jahrg.
Herausgabe des Kalenders ein erhebliches \ er-
dynamischen Präparate Ögesagt werden kann. dienst erwor.ben Wii dürfen h<1iien.daß der
dafür stellt Dr. Otto Eckst1in ein beachtens-
Kalender als 17etreuer Hausg‘1stalhalwlich wiedei—
wertesBeispielnui. Seine Ausiiihrungenkönnnen
einen gesundrn Ausmnwspunkt bilden. um die
kehrt und sind überzeugt. daß er. wenn er der
\’eriiihrung allzu lite1arisehpopularei Tenderr
Die Pflanze im Kampf gegen die Durre
Wirkungsweise der biologisch- dvnnmisehen Dr. Erhard Bartsd1
Präparate einei vr‘eiteicn Oeiientlichkeit
nahe zen. die vorüberhusehend
auchim vorliegenden
Wenn bereits mehrere Jahre praktisdie Erfahrungen mit der biologis®:dynamisdien
zu bringen. Kalender auttauchen. widersteht. wenn Umfang . man
und Preis sich aui der jetzt angemessenen Höhe Wutsdiaftsvveise sammeln konnte, so ergeben sich einem bald Untersd1iede im Bau der Pflanze
Dr. A. Usteri schreibt über Naturdingeimmer halten. sich immer mehr Freunde erobert Das bei künstlidier Düngung einerseits und bei biologisdi:dynamischer Düngung andererseits. Während
so. daß man die unsi(htbar hinter denselben möchten wir lebhait wünschen. W. Ceni'a.dt eine künstlidi gedünth Pflanze. wenn sie als typisdi anzuspredmn ist, ein üppig mastiges ge:
wirkenden Naturwesen spürt. Auch in seiner triebenes Aussehen und eine dunklem Färbung des Blattgriins zeigt, stellt Sidi eine biologisch:
dynamisd1 gedüngte Pflanze in ihrem Wud15 mehr straff und kernig, in ihrer Farbe mehr licht:
Foslsrhetkhonlo: Telegrammadr.z Jacobu.fluggen grün dar. Es ist dies eig'entlid1 im Hinblid< auf das Wesen der künstlichen bezw. der biologisch:
Karlsruhe Nr. 22866 Telefon. Müllheim (Baden) 506 dynam15dmn Düngung nidit anders zu erwarten. Die künstlid1e Düngung arbeitet mit Salzen
Täglich frische, erstklassige Ich suche Diese Salze können von‘ der Pflanze nur in gelöster Form aufgenommen werden. Zum Lösen
für meinen Sohn, 16 Jahre, kräftig. der Salze aber ist das Wasser unentbehrlidr. Damit die Pflanze die ungewohnte Nährsalzrnenge
Demeter—Spargeln aufnehmen kann, ohne daß sie die normale Salzkonzentraiion in ihrem Innern allzustark abändert
(biologisd1;dynamisdi gedüngt) Anfangsslelle als Steve muß sie zugleid1 mit den Salzen eine ungewöhnlidm Wassermenge aufnehmen. Eine Pflanze,
während der gan3zn Saison Ende April bis Mitte Juni auf größerem Gut gegen Taschengeld in evang. die ohne diese Salzdüngung wäd13t, braudit solche Wassermengen nidit aufzunehmen es ent.)
#

311m Einheitspreise von: wid<elt sich in ihr kein Soldies Wasseraufnahmebediirfnis als in der salzgewöhnten Pflanze.
2 kg Feslpäckthan Inh. 3Ptd. SpargelnRM 3,40 Hause bei Familienansd1lul') zum 15. Juni oder
Diese Verhältnisse können von einer anderen Seite her audi daran beurteilt werden daß
5 „ Foslpaketbts150kmiintt. „ 9 ‚. „ 8,75 später.
. in Stailmist gewadisene Pflanzen ein höheres Trod<engewidü aufweisen als künstlich gedüngte

5 „ Foslpahelüber150kmEmi... 9 ‚. „ 9,— Angebote unter K 5 erbeten an die Ge: Pflanzen, was Sidi z.B. beim Heu sehr stark geltend madien kann Angaben, die in diesem
10 „ Expreß bis 300k111E111f.
„ is „ „ 17,
1
#

15 „ Eilgul bis 300 km Entf. „ 27 .,



. „ 25, —«
schäftsstélle des Blattes.
Zäs21n;jr(;ienharäg interessieren(‚fifinde}gr
D.‚Lin
G.183611
:Mittzilur1gzn 1927, Stück
ungungsversu 111
sidr z. B. in einem Aufsatz von Priv.:Dozent Dr Klapp:Berlin
mmerslebzn
10. und seine A uswirkung auf den Pflanzenbestand “
15 „ Eiigul über 300 l<m Entf. ., 27 ‚. „ 26
f


0 „ Eilgul bis 300 hm Entf. „ 36 „ „ „ 33,
l Zur Veransdiaulidiung dieser Verhältnisse in der lebendigen Pflanze kann man durchaus
#

.
20 „ Eilgul über 300 hm Entf. „ 36 ‚. „ „ 34, die Verhältnisse beim lebendigen Mensdien heranziehen. die man ja meist aus eigener körperlicher

l
'—

Alles tranho inkl. Verpackung


Die Nachnahme Gebühr wird extra berechnet. Erfahrung gut kennt. Nimmt man eine sd1wad1 gesalzene, fast reizlose Nahrung zu sich, so ist
man in der Lage mit sehr geringer Flüssigkeitsaufnahme durdizukommen und kann in Bäle
Ferner die ganze Saison über 3nm jemeiligen Markt.- Fiir arbeitsfreudigen jungen Menschen von merken, daß man dabei strafo Gewebe in seinem Organismus erzielt Nimmt man dagegen

l1
und Tagespreis lieferbar.
161/2 Jahren wird eine stark gesalzene Speisen zu Sidi, so hat man unter Durstgefiihl zu leiden oder ist zu einer ent:
Frisches Demeter-Gemüse: sprechend verstärkten Flüssigkeitsaut'nahme gezwungen. Mensdien, die gewohnheitsmäßig stark
Fadenlose Bohnen, Erbsen, Feldsalat, Laudi, Rot.— und Stellung gesucht gesalzen essen und dementsprediend trinken, nehmen sehr häufig einen aufgeschwemmten, ge:
Weißkraut, Rosenliohl, Sellerie Spinat Tomaten, Zwiebeln
wo er in guter Umgebung die Gärtnerei oder
Frisches Demetep0bsl: dunsenen Typus an Ihr „gutes Aussehen“ ist leider kein Zeid1@n für wirklid1e gesundheitlid1e
Äpfel, Birnen, Kirsd1m, Mirabellzn, Tafeltrauben, Zuoetsrhen. Landwirtschaft erlernen könnte. Wid215tandskraft. Wie mandier Biertrinker sdirumpfte zum Skelett zusammen
als während des

l
Verlangen Sie aud1 meine neueste Demeter.Konseroen=‚ Anfragen unter B 4 vermittelt die Ge: Krieges der gewohnte Biergenuß ausbleiben mußte.
Konfitüren: und Sitte:Preislistcl Die biologischen Untersdiiede im Wachstum der Pflanze bei salziger Ernährung und bei
sdiaftissielle des Blattes.

l
Emil Jacoby, Auggen (Baden) einer Ernährung unter Vermeidung von unnati.irlidien Salzmengen, wirken sich natürlid1 nidit nur
im Aussehen und in der Gewebeverfassung aus. Das zeigt sid-1 besonders dann wenn die
Edelobstplantagen, Obst: n. Gemuse=Vermertung, Imkerei.
(Autorisiertc Firma 3111 Herstellung und um Vertrieb von Pflanzen unter Düne-Perioden.
schwierigen Existenzbedingungen sich entwickeln sollen, wie z. B. in
)'
Demeter:Produhten „ D1esewirken Sidi ja bei künstljdmr Düngung so aus, daß entweder der ausgestreute Kunst:
dunger gar nicht zur Wirkung kommt, weil er nidit zur richtigen Zeit vom Wasser aufgelöst
Bud1drud<erei Bruno Sdieuer.
Breslau 5 Gräbschenerstr 58.
„132,
«135—

—— _
wird; oder aber die Pflanze hat den Kunstdiinger bereits der Hauptma'sse nadi zusammen mit
den entsprechenden Wassermengen aufgenommen dann verdürsten die Pflanzen, wenn sie Düngung erzieht ja die Pflanze wie Dr. Rudolf Steiner es 1924 aussprach — dazu sich an
ihren erhöhten Wasserbedarf nicht decken können. Die Pflanzen ersclilaffen sid*rtlich. Schädigungen, feinste Einwirkurigen aus Boden, Nachbarschaft und Atmosphäre zu gewöhnen und sie ausm:
nützen. Gegenüber dem Verhalten so gedüngter Pflanzen bei Dürreperioden hat man den Ein.-
die unter Umständen bis zu allzufrühem Ausbrennen gehen, madien sich geltend. Es tritt das drudc, daß dieselben audi winzige Feuchtigkeitsmengen ganz anders verwerten als man das
besondere Risiko der künstlichen Düngung in Düne-Jahren ganz auffällig in Erscheinung.
Um sich bei künstlidier Düngung gegen Rückschläge dieser Art zu sidiern, ist man in zahl.- sonst kennt.
reichen Betrieben, die es sich leisten konnten, zu künstlicher Beregnung übergegangen. Es wird In diesem Zusammenhang muß auch nochmals auf die stärkere Wurzelentwicklung der Pflanzen
hier ganz konsequent versucht, die Schwierigkeiten einer künstlichen Salzernährung der Pflanzen bei biologisch:dynamischer Düngung hingewiesen werden, die sidierlidi bei der Wasserversorgung
zu sichern durch noch weitergehende künstliche Beeinflussung des Pflanzenwachstums. Mari be.- der Pflanze ihre Rolle spielt, zumal ja audi der Untergrurid eines Ackers sehr entscheidend für
achtet dabei aber zu wenig, daß man die Pflanzen immer mehr den natürlichen Wachstumsbe: die Wasserversorgung der darauf wadisenden Pflanzen sein kann. Audi wird die im allgemeinen
dingungen entzieht, sie offenkundig verweichlidit und sie damit weiteren Gefahren aussetzt, die nidit so üppige Blattentwicklung bei der biologisch:dynamisd1en Düngung ihr Teil dazu beitragen,
Sidi besonders dann zeigen, wenn ganze Generationen ein und derselben Kulturpflanze in so zu: daß die Wasserverdunstung, die ja von der Oberflädienentwicklung des Blattwerks außerordentlid'i
gespitzten Verhältnissen wachsen müssen. Daß bei sold-ren verweichlidienden Methoden audi die abhängt, wesentlich eingeschränkt ist. Im Gegensatz dazu ist bekannt, daß eine Reihe von Kunst:
düngern eine besonders starke Entwicklung des Blattwerks begünstigen und damit erhöhte Wasser:
Nährqualität der Erzeugnisse leidet, soll in diesem Zusammenhang nicht näher behandelt werden,
ebensowenig wie die heute viel zu wenig gestellte Frage nadi der Dauerrentabilität. Außerdem verdunstung verursachen können. Die biologisdi:dynamisch gedüngte Pflanze erscheint somit sowohl
in bezug auf die Wasserzufuhr, als auch in bezug auf den Wasserverbrauch in zahlreidien Fällen
ist natürlich die künstliche Beregnung ganz abhängig von den vorhandenen natürlichen Wasser:
vorräten einer Gegend. günstiger gestellt. '

Es soll iedodi nicht der Eindruck entstehen, als ob Verfasser unter allen Umständen Sid'l Diese Beobachtungen kann man am Pflanzenwadistuni sdion im Stadium der Umstellung
gegen eine künstlidie Bewässerung wenden wollte. Unter besonderen Boden: und klimatisdien Ver: auf die biologisch:dynamisdie Wirtsd'iaftswei5e madien, wobei man meistens im Boden nodi die
hältnissen wird auch in normalen Jahren eine Beregnungsanlage überhaupt erst den Anbau von N achwirkungen übernommener Bodenkrankheiten durch Kunstdüngerschädigungen zu berücksichtigen
Kulturpflanzen möglich madien. Sicher können auch bei Bead1tung einer entsprechenden Qualität hat. Ganz anders wird die Situation, wenn die Wirtschaftsweise über eine Rotation hinaus
des Wassers und bestimmter Beregnungszeiten manche biologisdi unerwünschten Folgeersdieiriungen durchgeführt ist. Es wird dann die Gare und audi der Humusgehalt des Bodens sichtlich ver.-
einer künstlichen Beregnung vermieden werden. ‘

bessert. Dies spielt natürlich bei der Versorgung der Pflanze mit Wasser eine widifige Rolle.
Es liegt auf der Hand, daß gewaltige Vorteile damit verknüpft sind, wenn man sich sold1e Das Klostergut Marienstein liefert dafür einen Beweis, und auch an anderen Stellen,
Maßnahmen wie die künstlidie Beregnung unter Umständen ersparen kann und es ist interessant
2.
B. bei Emil Jacoby in Auggen sind Beobachtungen in dieser Riditung in jährlidi zu.-
sich aus der praktischen Erfahrung heraus zu vergegenwärtigen, wie sich biologisch:dynamisd1 ge.- nehmendeni Maße gemacht. Daß sich das bis in die Bodenbearbeitung hinein in ebenso er.-
düngte Pflanzen in Dürre=Zeiten verhalten. wünsditer als überrasdiender Art auswirkt, hat Herr Stegeniann bereits beriditet. Wie sich das
Es ist nun sdion im dritten Jahre in Ma rienhöhe die Beobachtung gemadit werden, daß namentlich bei Trodcen:Zeiten kund gibt, ist von Dr. Sdirnid:Curtius in dieser Zeitsdnift 1930
Rübensetzlinge, die im eigenen Betriebe biologisdi herangezogen waren, Dürre:Perioden viel besser Nr. 1, Seite 18 bereits geschildert: „Es war mir dieses Jahr ein großes Erlebnis sehen zu dürfen,
überstanden als künstlich gedüngte, die zugekauft werden mußten, aber unter sonst gleidien Be: daß Acker, die bereits seit sieben Jahren biologisdi:dynämi$di bewirtschaftet werden, im Anfang
dingungen verpflanzt wurden. Dies obwohl die zugekauften, künstlidi gedüngten Setzlinge beim September nach einem Niederschlag von nur 5 mm das Pflügen in vortrefflidier Weise gestatteten,
während die Nachbarn nodi nidit daran denken konnten nadi diesem trockenen Sommer. Audi
Einsetzen erheblich größer und schöner in der Blattentwicklung waren! Die Wurzelentwicklung
stand allerdings im Gegensatz zur Blattentwicklung. Auffallend war auch, daß die biologisch:dy: Form und Feuditigkeitsgehalt der Erde, die vom Pflug herumgeworfen wurde, war überraschend
namisch gedüngten Pflänzchen nadi dem Versetzen trotz fehlender Niederschläge nidit umfielen, schön und günstig.“
sondern ihr Wachstum ohne bemerkenswerte Unterbrechung fortsetzten. Auf diesen günstigen Feud-rtigkeitszustand, der im engsten Zusammenhang mit der Gare
Redit ins Auge springend war des öfteren audi das späte Absterben des Kartoffelkrautes sieht, ist auch das außergewöhnlidi gute Gedeihen der Zwisdienfrucht dortselbst im Jahre 1929
bei biologi3di=dynami5cher Düngung. Es ist sdion mehrfadi beobachtet werden, daß nadi längeren zurüdczufiiliren, ebenso wie die für die Verarbeitung besonders günstige kegelförmige Ausbildung der
Dürreperioden im Herbst einsetzende Niederschläge den Spätkartoffeln wie z. B. Woltmarin auf Zuckerrübengestalt.
biologisch:dynamisch gedüngten Schlägen noch sehr nadigeholfen haben, im Gegensatz zu künstlich So überrascht der biologisch:dynamisch wirtschaftende Landwirt selbst von soldien Ergebnissen
gedüngten Sdilägen, auf denen dieselbe Sorte längst abgestorben war und deshalb von den ver: ist, so leuditet es doch eigentlidi unmittelbar ein, daß ein auf Grundlage von Stallmist und Grün.-
späteten Niederschlägen nichts mehr profitieren konnte. düngung aufgebautes Vorgehen in der Düngung den Garezustand sehr verbessern muß. Bei
Audi bei einer Erdbeer:Neuanpflanzung beobachten wir in diesem Jahr in Marienhöhe, daß guter Gare aber müssen wir den Acker nicht nur physikalisch günstig verändert, sondern vor
in der starken Dürre:Periode im Juni die zugekauften künstlidi gedüngten Pflanzen auffallend zu: allem auch biologisch sehr tätig vorstellen. Das Volumen des Bodens nimmt zu. Er ist wie
rückbleiben und abdorren gegenüber den biologisch herangezogenen Pflanzen, während im Verlaufe die Lunge des Mensdien ein riditiges Atmungsorgan. Ein ungarer Adcer hat keine richtige
des niedersmlagsreidien Monat Mai diese Unterschiede nidit hervortraten. Atmungstätigkeit. Die innere Oberfläche, die eigentliche Lungenfläche des Adcerbodens wird durch
Auch bei den Leguminosen haben wir in der jetzigen Juni:Dürreperiode wieder die Er.- die Wirkungen der biologisch:dynamisdren Düngung ganz besonders zur Ausdehnung und Ent.-
fahrung gemacht, daß im Durchschnitt die biologisä:dynamisch gedüngten Schläge besser durch: wicklung gebradit. Aber es handelt sich dabei eben nidit um eine äußere, sondern um eine innere
halten als die künstlich gedüngten. Diese Beobaditungen wurden bei Klee, Serradella uiid Lupinen Fläche, bei der ganz wesentlich audi die Kleinlebewelt des Bodens eine Rolle spielt. Diese Klein:
gemacht und decken sich mit denen, welche bereits aus früheren Jahren berichtet sind. (Vergl. lebewelt bringt eine Sdiwarnmstruktur und Schwammwirkung des Bodens zur Geltung.
„Demeter“ 1930 Mai.-Nummer S. 92.) Audi biologisch:dynamisch gedüngte Hafer: und Sommer: Rahmen der biologisdi:dynamisdien Wirtsd1aftsweise verfügt man aber für die Regelung
Gerste:Schläge scheinen auf den leichten Böden der Mark die diesjährige Vorsommerdürre leiditer des Wasserhaushalts nicht nur über die Düngung mit ihren weitreichenden Auswirkungen, sondern
überstanden zu haben als mineralisch gedüngte. audi über eine Reihe weiterer Möglichkeiten zur Verbesserung des Wasserhaushalts. in dieser
Riditung wirkt die besonders im gartenmäßigen Anbau mögliche Bodenbededcung. Daß man
,

Wenn jemand bei künstlicher Düngung allerdings sehr frühzeitig ein üppiges Wachstum und,
als Folge davon, eine frühzeitige Bodenbeschattung erzwingt, so kann er im Wasserhaushalt des durch eine Bedeckung des Bodens mit. Papier, Dachpappe und dergl. den Wasserhaushalt ganz
Bodens vorübergehend Vorteile gegenüber biologisd1:dynarnisdr gedüngten Schlägen haben,. die durdigreifend verbessern kann, ist besonders aus Amerika bekannt geworden. Nur haften diesen
vielleicht zum gleidien Zeitpunkt wegen Fehlens jeder Treibwirkung noch eine weniger entwickelte Methoden wieder gewisse Mängel in biologischer Beziehung an, insofern als es sich beim ver;
Pflanzentracht zeigen. Um diesen oft widitigen Vorteil einer frühzeitigen Bodenbeschattung bei wendeten Material um einen sehr weitgehenden Abschluß der atmosphärischen und überhaupt
der biologisch=dynamischen Wirtsd1aftsweise ebenfalls zu erreichen, kann man sich durch geeignete kosmischen Einflüsse handelt, und überdies bei der Dachpappe durch Teer=Substanzen eine Sdiä:
Meng:Saaten, durch Wahl eines geeigneten Zeitpunktes für die Saat (Mondphasen) und durch digung des Bodenlebens bei längerem Gebrauch zu befürchten ist. Man kann unter Verbesserung
Verstärkung der Aussaatmenge helfen. ‚ — alter Gärtnergepflogenheiten eine Bedeckungskultur audi sehr erfolgreich durdiführen mit Laub,
Daß die auf naturgemäße Weise ernährte und angeregte Pflanze sich gegenüber der Trodcen: Nadelstreu, Torfmull, Kartoffelkraut usw. Diese Materialien stören die natürliche Bodenatniuiig
heit widerstandsfähig zeigt, ist eigentlidi von vornherein einzusehen. Die biologisdi=dynamische und den Zusammenhang der lebendigen Bodenkrume mit der gesamten Umwelt nidit. Auf den
verschiedensten Versuchsstellen sind mit diesen Maßnahmen gerade auch bei Dürreperioden die
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\ViriSt‘lidfilld’lßi] Ideen, nidit wegen seiner Qualitätsbestrcbungen, heftig angegriffen. Heute aber,
besten Erfolge erzielt. Erwähnt sei noch, daß Max K. Schwarz, Worpswede, sogar den Stand:
punkt vertritt, daß künstliche Bewässerung bei durdigeführter Bededcungskultur in den weitaus
nachdem der Bann des ganz Neuen gebrochen ist, haben sich die Stimmen aus allen Kreisen
meisten Fällen gespart werden könnte, wie er ja in seinem Betriebe selbst gezeigt hat. sdion sehr auffällig vermehrt, die ebensoldre volkswirtschaftliche Grundansichten auszusprechen
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Trockenheit stellt die Anlage von Hecken wagen: Die Not der Landwirtschaft hilft sichtlidi niitdenken in der allein hoffnungsvollen Richtungl
und Baumreihen dar. Diese Hedcen bewirken neben ihrer Bedeutung für die allgemeine Naturpflege Dr, Paul Kuhn schreibt (in der D. T. vom 20. Juni 1930): „Erst als der W'ährung5verfall
eine wesentliche Abschwächung der Austrodcnungsgefahr durch Winde. Bekannt ist, daß man zu Ende war und die deutsche \Wirtschaft zu stabilen Verhältnissen zuriickfand, konnte der Land-‘
in Schleswig:Holstein in früheren Zeiten durch Ubertreibung des Hedcenanbaus sogar ein Über: wirt wieder an rationelle Betriebsführung denken. Leider geschah das unter der heute als falsch
maß von Bodenfeuditigkeit erhalten hat, was einer der besten Beweise dafür ist, daß man mit den erkannten Parole der Produktionssteigerung um jeden Preis und hatte zur Folge, daß viele land:
Hecken ein Werkzeug zugunsten des Wasserhaushalts im Boden in der Hand hat. wirtsdiaftlidie Betriebe in hoffnungslose Verschuldung gerieten und im Endergebnis das Gegenteil
Die Tatsache, daß in weiten Gebieten Mitteleuropas jetzt eine ausgesprochene Unausge: von dem erreicht wurde, was beabsichtigt war.“
Und der Präsident des deutschen Landgemeindetages, Dr. Gereke, sprach auf einer Tagung
trockene Jahre
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glichenheit der Witterung seit Jahren festzustellen ist zuvor abnorm nasse Jahre, jetzt abnorm
kann den Landwirt veranlassen, mehr als früher auf Hilfsmittel gegen diese der landwirtschaftlichen Geiiossensdiaften der Provinz Sachsen (D. T. 24. Juni 1930) kürzlich fol:
außerordentlichen Witterungssd1wankungen zu Sinnen. Mari vergegenwärtige sich, daß zuerst der gendes aus: „Die größte Sorge, die heute die Landwirtsdiaft beschäftigt, ist nidit mehr die Frage:
Spätsommer 1928, dann der Sommer 1929 und folgende Winter 1929/30 und neuerdings audi nod1 wie steigere ich die Produktion, sondern wie verbillige ich die Produktion; wie setze ich diese ab
der Frühsommer 1930 ungewöhnlich trod<en gewesen sind. Immer wieder konnte man von maß: und wie erziele ich einen angemessenen Preis. Die Erkenntnis wädist bei uns, daß audi die
gebender Seite festgestellt finden, daß sold1e Witterungskatastrophen, wie sie sich da ergeben agrarfreundlid1ste Handelspolitik nidit völlig befriedigend Absatz und Preis regeln kann.“
haben, in den allermeisten Gegenden normalerweise in Jahrzehnten nur einmal vorkommen. Diese Diese beiden Stimmen von erfahrenen Männern mögen hier genügen
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sie ließen sich sehr


Häufung in den letzten Jahren ist somit etwas ganz außergewöhnliches. Man kommt zu der An: vermehren.
sdiauung, daß der Wasserhaushalt Mitteleuropas aus seinem Gleidigewidit gekommen ist. Aus Blickt der Chemiker auf diese ganze Entwicklung und fragt sich: \Vas trägt mein Stand
den Grundgedanken der biologisdudynamisdwn Wirtsdiaftsweise ergeben Sidi auch neue Gesichts: heute zu diesen brennenden Tagesfragen der Landwirtschaft bei? so findet er:
punkte wie der Wasserhaushalt ganzer Landstridie stärker ausgeglidien und geregelt werden kann. Die Mehrzahl der agrikiiltur€hernisdien Berufsgenosscn beharrt in der Arbeitsrichtung, die
Dies sei einem späteren Aufsatze vorbehalten. in den letzten Jahrzehnten die allgemeine war
— Steigerung der Eriite:Erträge. Ausgesprochen
und unausgesprochen ist dies die Triebfeder von Gedankengängen, Vorträgen, Schriften, Forschungen,
Erfindungen, Ein Meer von chemischer Arbeit mündet ein in die Mühle der Massen:Erzeugung.
Neben dem Lohnkonto steht aber das Kunstdüngerkonto in den meisten landwirtschaftlichen Be:

— 1a!
trieben unter den Produktionskosten obenan.
Agrrkulturchemua Aber welche? Dazu kommt, daß audi die industrielle Erzeugung größter diemisdier Werke überwiegend
Dipl.:lng. F. Dreidax, Chemiker auf Produkte eingestellt ist, die der landwirtsd1aftlidwn NIassen:Erzeugung dienen. Ihre Haupt:
Produktion kann unmöglidi in eine ausgesprod1ene Qualitätserzeugung einmiinden. VVeiin diese
Der Entwid<lungsgang der Landwirtsdiaft geht zur Zeit weg von der Massenerzeugung, chemisdien Industrien nidit einfach ihre eigene Existenz verleugnen wollen, und den Betrieb ein:


hin zur Produktion von Qualität. Die Wettbewerbsfähigkeit mit ausländisdien Erzeugnissen
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beileibe nidit im Ausland auf dem Weltmarkt, sondern leider bei uns im eigenen Lande selbst stellen wollen, so müssen sie zwangsläufig zu einer Erhöhung der Massenerzeugung beitragen.
erfordert dies gebiet'erisdi. Die mitteleuropäisdie Landwirtschaft vermag im eigenen Lande nur nodi In Form einer machtvollen Reklame, von wissenschaftlidien Vorträgen, von ständig wiederholten
Lehr:Meinungen der Schulen wirkt das industrielle interesse bestimmend auf den Landwirt.
sdiwer mit den ausländischen Erzeugnissen zu konkurrieren und die überlegene Qualität der
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Diese Sadilage, die man leidvoll empfinden kann, hat sich zwangsläufig aus den Zeitereignissen
ausländisdien landwirtsd1aftlidien Erzeugnisse spielt dabei eine aussdüaggebende Rolle. Zugleich heraus so gestaltet.
aber erheischt die Not der Zeit, daß das Ziel einer Qualitätsproduktion unter gleichzeitiger wesent: ln gewisser Hinsicht erlebt man in dieser Angelegenheit unter den eigenen Augen in welt:
licher Senkung der Produktionskosten erreidit werden muß. gesd1ichtlichem Ausmaße das Wort: „Vernunft wird Unsinn, \Vohltat Plage.“ Man ist sich
Vor und unmittelbar nadi dem Kriege war von einer solchen Entwicklung nicht die Rede. dieser Lage der Dinge überhaupt bisher kaum bewußt geworden. Aber es bereitet sich ein Wandel
Damals war die Losung: Steigerung der Prodertion. Für dieses Ziel wurden selbst Opfer nidit vor dadurch, daß sich die Mißverliältnis‘3e in ihrer Bedeutung und Gefahr immer mehr aufdrängen.
gescheut, war dOdi letzten Endes ein hohes vaterländisdie5 Ideal bei dem Gedanken Pate ge.-
standen: Die „Ernährung aus der eigenen Scholle“, wobei man sich Mitteleuropa nidit anders als In der rechtzeitigen Erkenntnis liegt glücklicherweise auch die Möglichkeit, daß man von vielen
Seiten her reditzeitig die nötigen Schritte tut, um die Dinge zum Besten zu wenden.
im Zustand einer belagerten Festung vorstellte. Damals hatte ja Mitteleuropa die Möglichkeit,
seine Grenzen zu sdiließen und mußte für den Kriegsfall immer damit als Notwendigkeit rechnen. Es sprach kürzlich in der Fachgruppe für Landwirtsdiaftschemie (auf der Chem.:Haupt:
versammlung Frankfurt a. M.) der Vorsitzende Dir. Dr, Schlösser (Breslau) mit Betonung und
Das Sdiid<5al hat es mit sich gebradit, daß gegenwärtig über Mitteleuropa ein Zeitabsdinitt Bedauern aus:
gekommen ist, in dem es sich nidit in eine Abgeschlossenheit mit ihren Notwendigkeiten der un:
bedingten Versorgung aus dem Innern begeben kann. Die außenpolitisdren wie audi die inner: Unser Streben ist naturgemäß auf Ertragssteigerung geriditet. Heute aber betrachtet
politischen Verhältnisse machen es jetzt zu einer Unmöglichkeit, die Grenzen mit Sidierheit die Landwirtschaft eine gute Ernte als Katastrophe. Das ist zur Zeit wirklich so.
für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu sdiließen. — Die gegenwärtige Lage bis in absehbare Aber es ist nur ein vorübergehender Zustand. Es sollte von Wissenschaft und Landwirtschaft
Zukunft aber madit das ehedem vaterländisdie Wort von der Ernährung aus der eigenen Scholle getrachtet werden, daß aus dem Boden das Außerste herausgeholt wird. Daß die Arbeitslosen
keine Kaufkraft besitzen ist an der jetzigen Lage sdiuld. Jedoch wird sich diese Depression
zu einem hüdist unzeitgemäßen Schlagwort. Natürlidi kann man den Kopf in den Sand stecken
wie der Vogel Strauß, natürlich kann man nach wie vor Massen:Erzeugung predigen und bloß wieder heben.
gewisse Qualitätsbestrebungen äußerlicher Art dazu nehmen, aber man untergräbt damit immer Leider gab Dir. Dr. Schlösser noch keine Losung aus, wie die unzeitgemäße Arbeitsrichtung
vieler Landwirtsd1aftschemiker nun in ein neues Bett gelenkt werden könnte. Man gibt Sidi eben,
mehr die Existenz der Landwirtschaft, treibt sie in Schulden, in Absatzschwierigkeiten, und mit
der Ver5diuldung in Abhängigkeiten, Ausbeutung und Gefahren vieler Art hinein. trotzdem die neuartigen Bedürfnisse der Landwirtschaft sdion eine geraume Zeit währen, in Chemiker:
Dr. E. Bartsch spradi diese Sachlage im Jahre 1927 zu Danzig in öffentlidier Versammlung kreisen noch der Hoffnung hin, daß es bald wieder in der alten Arbeitsridüung weitergehen werde.
mit allem Nachdruck im Zusammenhange mit der Qualitätsfrage aus und empfahl den Landwirten Es ist ein Wagnis, dieses Zuwarten auf Dinge, die man wenig in der Hand hatl Es leidet die
eine folgeriditige Haltung für die kommenden Jahre. Er fußte bei seinem damaligen Vortrage Entwicklung der Industrie dodi bereits unter einem gewissen Rückstau des Absatzes in die Land:
auf seine Kenntnis der allgemeinen Wirtschaftslehren Dr. R, Steiners, wie auf mehrjährige per: wirtsdiaft hinein, ebenso wie die Stellenbesetzung für Chemiker nicht der Zahl des Nachwuchses
sönliche Erfahrungen mit dem von diesem empfohlenen Landwirtsdiaftsverfahren. Dieses strebt entspricht.
ja in entschiedener Weise nach Qualitätssdiöpfungen und bringt eine Senkung der landwirtsdiafi: Geht aber die Not der Landwirtschaft weiter und wird die Selbsthilfe in der Verringerung
lidien Selbstkosten durch die fast ausschließlidae Verwendung wirtschaftseigener Dünge: und Futter.- der Produktionskosten immer energischer ergriffen, so muß sich das immer mehr auch als eine Not
mittel mit sich. In der Folge wurde Dr. Bartsch von führenden Landwirten wegen seiner volks: der Landwirtsdiaftschemiker und der Kunstdünger:lndustrie auswirken.
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Sdion erfährt man, daß die Kunstdiinger:lndustrie sich auf das Inlandsgesdaäft nidit mehr nützt die Pflanze aus, die sauren Bestandteile bleiben zurüdc, reichern sich im Boden an und
so wie früher verlassen kann und verläßt, sondern daß sie ihr Auslandsgesdiäft mehr und mehr ausbaut. bringen die Bodensäure hervor. Später stellte man fest, daß zwischen den verschiedenen künstlichen
Aber der Ausbau des Auslandsgesdiäftes löst das Problem nicht, sondern madit es nur im Augen.- mineralischen Düngern physiologische Unterschiede gemacht werden müssen. Man fing an zwisdien
blick weniger aufdringlidi und verschiebt es auf ein anderes Gleis. Ein Hinauswirken des die: physiologisch sauren und physiologisch basischen Düngern zu untersdieiden. Es wurde also
mischen Blocks ins Ausland bewahrt uns nidit davor, daß wir seine Wirkung als wirtschaftlichen Physiologie auf neue gesteigerte Art mit in Rüdcsidit gezogen
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gegenüber jüngst vergangenen


Alpdrudc früher oder später zu spüren bekommen. Die Massenertrags:Steigerungen im Ausland Zeiten ein überraschender Fortschritt in der Beurteilung der Düngemittel. Heute jedodi sind die
werden das Angebot landwirtsdiaftlidier Erzeugnisse auf dem Weltmarkte vergrößern und die Forscher, weldie in dieser Angelegenheit an der Spitze marsdiieren, bereits der Meinung, daß die
deutsche Landwirtschaft leidet dann unter dieser Marktüberschwemmung, Wir leben aber nicht Bodensäure irgendwie in einer Störung der normalen Lebens:Prozesse in der unmittelbar an den
auf einer Insel der Glüd<lichen, sondern sind sehr wohl gezwungen weltwirtschaftlidr zu beobachten. Pflanzenwurzeln vorhandenen Bodensd1icht ihre Ursache hat. Das würde nun heißen, daß bakterielle
Wir sind in die Weltwirtsdiaft eingespannt wie in ein Prokrustes:Bett. Es kracht uns in allen Prozesse und Lebensprozesse der Wurzeln der höheren Pflanzen dabei eine ausschlaggebende
Knodien darinnen vom Zuge der Zeit, und stredcen wir Kopf oder Beine etwas zu weit hinaus, Rolle spielen. So ist auch hier ein Abriicken von einfadi:dieniisdien Vorstellungen und ein Über:
Volkskreise vermögen sich dabei vorübergehend etwas Besserung verschaffen
aber und was im Volk auf sie angewiesen ist, das wird leiden.
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so werden sie uns abgehadrt. Gewiß, die agrikulturdiemisdie Industrie und die mit ihr verknüpften
die Landwirtschaft
gang zu einer biologisdien Auffassung wahrzunehmen.
Im Zusammenhang mit der veränderten Auffassung von der Bodenversäuerung ändert sich
auch die Anschauung über Bedeutung und Wert der Kalkung als Heilmittel gegen die Boden:
Der zwangsläufige, beinahe naturgesetzlidre Ablauf der Dinge bewirkt ein unheilvolles Gegen: versäuerung. Während man ehedem die Sache ganz einfadi angriff und sagte, daß Bodensäure
einander von heutiger Agrikulturd'iemie und Landwirtsdiaft. Bis das Auslandsgeschäft der Kunst.- durch Kalk neutralisiert wird und damit beseitigt ist, so ist man sich heute klar, daß eine solche
dünger:Industrie durch weltwirtsdiaftliche Verknüpfung auf diese Industrie selbst zurückschlägt, so
wie eine Welle wie fliehend hinausläuft und später wieder zurückbrandet
— solange haben wir
im Kreise der wissenschaftlidien und der industriellen Agrikulturdiemie eine Art Bedenkzeit um
uns zu besinnen, was wir von einem höheren Gesichtspunkte aus eigentlidi tun sollen, ob wir als
eirifadie Neutralisierung die Bodenkrankheit durchaus nicht befriedigend kuriert. Beurteilt man die
Bodenkrankheit einmal nidit rein chemisch nach der Säure, sondern biologisch nadi den Pflanzen:
krankheiten, die mit erkrankten Böden vergesellsdiaftet sind, so stellt sich heraus, daß die Kalkung
eines sauren Bodens häufig die vorherigen Pflanzenkrankheiten nur durch andere ersetzt.
Steuerer des sinnlosen Ablaufs eine würége und vernünftige Regelung finden. Es wäre interessant diese Entwidclungs:Richtlinie weiter herauszupräparieren und auch ihre
Eine wirtsdiaftlidie Not der Landwirtsdiafßdremie ist aber vorauszusehen. Sie wird aus Hemmungen aufzuzeigen, doch kann hier nidit dabei verweilt werden. Wie die speziellen Ari:
der Tatsad'te herauswachsen, daß die mitteleuropäisdte Landwirtsdiaft die augenblickliche Arbeits: gelegenheiten im einzelnen wirklidi liegen, darauf kommt es in diesem Zusammenhange auch gar
riditung der Chemie nidit hinter sich, sondern bei aller sonstigen Sympathie Sadilidi gegen sich nidit an, sondern es soll die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, wie die Tatsad1en der lebenden
und ihre Not und Selbsthilfe hat. Daß die sadrliche Gegeneinander:Stellung nidit in allen Punkten Natur zu einer verstärkten Suche nadi physiologischen, biologisdien, bakteriologisdien Methoden
vorhanden ist, das sdiafft glüddioherweise Übergangsmöglichkeiten. veranlassen. Unter dem Drucke der Tatsachen geht man zu sold1en über. Man sollte aus dieser
Der Chemiker, der sich diese Lage mit Verantwortungsbewußtsein möglichst klar macht, Notwendigkeit auf der ganzen Linie eine Lehre ziehen, mit den primitiv:chemisdien Maßstäben
erkennt, daß es nidit möglich sein wird, den vergangenen Zeitabsd'rnitt mit dem einheitlid1en Interesse überhaupt äußerst vorsichtig an die Organismen, zu denen audi der Ackerboden gehört, heran:
von Landwirt und Agrikulturchemiker in der alten Form wiederzuerwedcen. Damals konnte es treten und überall nadi dem hödisten physiologischen und biologisdien Rüstzeug gedanklidier und
die Brust sd1wellen, daß die vorliegende diemi$die Arbeit sowohl ein Dienst am Landwirt, wie experimenteller Art trachten. Das gedanklidie Rüstzeug wird allerdings besonders ausschlag:

——
an der Industrie war. Heute ist aber ein tragischer Konflikt fiih1bar: Wem soll man mehr dienen gebend sein.
der Industrie oder der Landwirtschaft? Die alte einfach:diemische Ansdiauung ist wie ein grober Schlüssel, mit dem man die Pforten
Wie gesagt
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noch ist Bedenkzeit da in gewissem Maße


— aber sie ist audi nötig, da
man sich bisher noch keine Gedanken in dieser Angelegenheit gemacht hat. Sollen die Chemiker
und ihr Nadiwudis nidit in sdiwere Gefahren gebracht werden, so ist eine Neuorientierung all:
der Lebewelt zwed<s Beherrsdrung aufschließen will. Er paßt schlecht. Da man aber im größten
Stile mit den Mitteln dieser einfad1en Chemie in der lebendigen landwirtschaftlid1en Praxis ge:
arbeitet hat, so ist die heutige weitverbreitete Bodenkrankheit in der Landwirtschaft gekommen.
mählich vorzunehmen. Will man den Bedürfnissen einer dauernden Bodengesundheit entgegenkommen, so ist offenbar
Es ist nidit leicht sich die Arbeitsrid‘ttung als Chemiker zu bestimmen, wenn es nidit mehr ein viel besser ausgefeilter Schlüssel nötig. Mari feilt ja heute dauernd an diesem Schlüssel mit
gelten kann an den Landwirt Massenerzeugnisse der diemisdien Industrie zu empfehlen und deren dem etwas klotzigen Barte K, P und N. Man sucht Ca, Mg, Mn, J, F usw. hinzuzunehmen.
Wirksamkeit zu studieren und zu begründen. Man kann Sidi aber diese Arbeitsrichtung bei Aber man kann sich nidit des Eindrudcs erwehren, daß man damit praktisch nicht mehr ernstlidi
gutem Willen dodi aus zahlreidien neuzeitlid‘ien Schritten der Agrikulturdiemie ableiten. Freilidi vorankommt. Wenn man schon als Chemiker an einen Sdilü$$el denkt, so erinnert man sich
sind diese Sdiritte in gesunder Richtung meist ohne entscheidende grundsätzliche Gedankengänge unwillkürlich an Emil Fischer und seinen berühmten Gedanken von den Fermenten. Wie, wenn
getan werden und so ist ihre gesunde Einstellung audi nicht Allgemeinrichtung geworden. es möglich wäre, Fermente und Enzyme pflanzlicher und tierischer Herkunft zu finden, die das
Man nehme versd1iedene Hauptfragen der Landwirtschaftsdremie als Beispiele: Kleinleben im Boden in der erwünsdrten Weise leiten? Da wäre man doch ganz anders im
Bei den früheren Versuchen zur Nährstoffermittlung fiir Pflanzen hat man mit Salzlösungen Organisdaen als mit K, P und N!
gearbeitet, wie sie nach Konzentration, Zusammensetzung und Daueranwesenheit in der Praxis Man weiß letzten Endes, wenn man von allen strittigen Erörterungen absieht, daß bei
entsprechender Anwendung von Mist, Kompost und Gründüngung ein beträditlidief; Pflanzen:
selten auf eine Pflanze einwirken. Heute geht man dazu über mit Nährsalzlösungen zu ex: wadistuni möglich ist. Ist nun über dieses Ertrags: und Qualitäts:Niveau hinaus eine Förderung
perimentieren, deren Konzentration und Misdrung möglidist in Übereinstimmung mit natürlichen
Bodenlösungen gebradit ist und man wendet überdies diese Lösungen in sogenannte Fließkulturen des Pflanzenlebens möglida nur mit den Hilfsmitteln der Pflanzenwelt und Tierwelt selbst?
an. Hier ist ein Fortsd1ritt zur Anpassung an die natürlichen Verhältnisse augenscheinlich. Frau
Man fühlt sich bei dieser Frage hineingedrängt in ein neues Studium der pflanzlidien und
tierischen Düngerarten. Der Stallmist und die Jauche enthalten dod1 Fermente der mannig:
Prof. Wrangel:Andronikow weist in einer ihrer Arbeiten in solcher neuen Riditung audi aus: faltigsten Art. Der Kompost kann aus den verschiedensten Kulturpflanzen mit ihren tausendfada
drücklich hin auf den zunehmenden Übergang zu physiologischen Methoden.
verschiedenen physiologischen Wirksamkeiten und aus Teilen von Tierkörpern mit ihren Hormonen
Man denke des Weiteren an die Ermittlung des Düngungsbedürfnisses der Böden. Nodi bestehen. Die Gründüngung kann mit zahlreidien Pflanzen recht untersdiiedlidien biologischen
1908 hat man diese Mithilfe der chemischen Analyse eines Säure:Auszugs des Bodens vorge: Charakters vorgenommen werden. Ein kurzer Überblick zeigt einem, daß alle diese Dinge aus:
nommen. Heute ist man von einem solchen primitiv:diemi$dien Verfahren weit abger'u'ckt. Man geprägte Wirkungen auf Boden und Pflanzen besitzen, sodaß man eigentlidi ein Arsenal wahrhaft
hat jetzt Keimpflanzen:Methoden und arbeitet an Methoden, weldie die Beobachtung eines Pilz: biologisdier Waffen mit einem solchen Studium aufschließt. Die Zeit ist noch nidit ganz abge:
wachstums zum Einblidc in das Düngerbedürfnis heranzieht. Nod1 sind diese Verfahren zwar laufen, wo man auch den Stallmist nur nach seinem Gehalt an grober Substantialität erfaßt hat:
nidit ideal, aber immerhin ist an ihnen die nötige Wendung zur Biologie deutlidi kenntlich. Verbrennliche Trockensubstanz, N, Asche mit K und P und fertig war die Untersuchung. Ein
Man nehme ein weiteres—Beispiel, das mit den Mängeln aller Verfahren zur Ermittlung des Zeitalter interessantester Forschung würde kommen, wenn man dem Stallmist mit seiner reidien
Düngungsbedürfnisses zusammenhängt „:
die Bodenversäuerung. Noch vor wenigen Jahren, als Lebewelt ein eindringlidie$ physiologisches Studium widmen würde auf Fermentgehalte, auf Auximon:
diese Bodenkrankheit gebieterisdr zu ihrem Studium rief, da erklärte man sie sehr einfach chemisch: Gehalte. Man würde da für die Pflanzenernährung eine ähnlid1e Umwälzung bekommen,
Eine Reihe von Kunstdüngern bestehen aus Säuren und Basen. Nur die basisdien Bestandteile wie sie durch die Vitamin:Forsdiung für die Ernährung von Mensdi und Tier im Gange ist.
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land ist. Es liandeit sich darum, die landwirtsd1aftlidien und gärtnerisdien Erzeugnisse so zu ziehen,
D;ge}i)ßen.dieses Studium eine Zeitforderung ist, hat übrigens Abderhalden bereits zu verstehen ge:
daß sie, ungestört durch derbe künstliche Treibniaßnahmen in Riditung auf Ertragssteigerung, einen
Mit einer ausgedehnten Wissenschaft von den Qualitäten der natiirlidien Dünger in der an: Abdruck dieses vielgestaltigen und gleidizeitig harmonischen Klimas in sich entwickeln können —
gedeuteten Riditung kann man den Landwirt in der Arbeit mit den wirtschaftseigenen Düngern dann wird sich diese Qualität als Genußwert, Würzigkeit, Heilwert usw. nidit bloß im Wein und
Hopfen, sondern bei zahlreichen Kulturgewächsen nadiwei5en lassen. Den Landwirt in der Kenntnis
bestärken, anstatt ihn durch wirtsd'iaftsfremde Dünger zu verwirren. Man könnte seine Arbeit
mit dem wirtschaftiseigenen Dünger durch entsprediende Forschungsergebnisse sowohl im Verständnis und dem Nachweis solcher Qualitäten mehr und mehr zu unterstützen, das ersd1iene als eine ehren:
wie in der praktisdien Leistung erheblich überhöhen. Gleichzeitig könnte man ihn ganz anders
werte und hödist reizvolle Aufgabe des Chemikers. Der Absatz landwirt5diaftlicher Erzeugnisse
im eigenen Lande, und mandier Produkte selbst im Ausland, würde ja eine neue Sadilidie Be:
als bisher fördern in allen Bestrebungen, den wirtschaftseigenen Mist und überhaupt die organisdien
Dünger so gut zu pflegen als denkbar -— —
nidit bloß unter Erhaltung der stoftlidien \Werte, wobei gründung gegenüber dem Wettbewerb erhalten.
Ja nodr eine andere, dem Chemiker zunächst sicher nodi näher liegende Aufgabe liegt bradi.
schon mancher arge Irrtum unterlaufen ist —
sondern audi der biologischen Werte. Das zahl:
reiche Hineinsteigen der Chemiker in das Gebiet der natürlichen Dünger, indem sie sich mehr Zahlreidie Industrien gründen sich auf landwirtsdraftlidie Produkte. Aber wo sind die langjährigen
gründlidien Versudre, weldie die Frage beantworten: Wie wirkt eine konsequent durchgeführte
und mehr in Biologen und Physiologen verwandeln, würde ein neues Parallelrichten, Gleichriditen Anwendung von natürlichem Qualitätsdiinger auf die Qualität der industriellen Rohstoffe? Wie
der Arbeit von Landwirt und Chemiker herbeirufen. Die heutige Bodenkunde würde den Wandel
der Düngerchemie ebenfalls rasch niitrriadien können und sich über die Bakteriolodie hinweg zu wirkt demgegenüber eine konsequente mineralische Kunstdiingung mit oder ohne Stallmistgrundlage.7
einer Art Bodenphysiologie entwid<eln lassen. °
Und wie wirkt sich die Rohstoffqualität einer sold1en Industrie im Fabrikationsprozeß, im End:
produkt und in der Kalkulation aus? Nanientlidi erscheint die Beantwortung Soldier Fragen von
Faßt man diese letzteren Gedanken knapp zusammen, so ergibt sich: höchstem Wert für sold1e Industrien, die unmittelbar finanziell und organisatorisdi mit Landwirt:
Die geldlidie Not der Landwirtschaft empfiehlt es, sie mit stärkstem Nachdrudc auf den
sd1aftsbetrieben vergesellschaftet sind. Selbst auf einem so wichtigen Gebiete wie dem der Rüben:
wirtschaftseigenen Dünger zu verweisen.
Die biologische Not der’Landwirtsdmft empfiehlt es, sie auf die bodengesundheitlichen Werte zucker:Industrie sind diese Fragen nidit klar gestellt. Das hängt ja wohl damit zusammen, daß
diese Industrie sehr zu ihrem Nachteil dem Chemiker bisher nidit die Stellung eingeräumt hat,
ihres wirtsdiaftseigenen Düngers zu verweisen.
die ihm eigentlich zukäme. Ohne die aufgezeigten Arbeiten tappt der Landwirt, der Ingenieur
Dazu kommt aber sofort nodi ein drittes: und der Kaufmann im Halbdunkel herum, wo'volle Klarheit das Gebot der Stunde wäre. Ein
Die Absatz:Not der Landwirtschaft empfiehlt es, sie auf die qualitätserzeugenden Werte herrliches, wirtsdiaftlidi bedeutungsvolles Studium winkt dem Chemikerl
ihres wirtsdiaftseigenen Düngers zu verweisen. Es ist ja bei der Uberschau über alle diese Verhältnisse audi eine hödi$t bedauerliche Trennung
Von den organischen Stickstoff:Diingemitteln kann man sogar in \Werken wie „Enzyklopädie wahrzunehmen: Zwisdren Landwirtsdiaftschemie und Lebensmitteldiemie. Natürlich keine absolute
der technischen Chemie“ von Ullm, 1. Aufl. Bd. 4 S. nadile$en, daß sie besonders geeignet sind
Trennung, aber eine praktisch sehr einsdineidencle Trennung! Ein wirklidies Hineinsteigen in
für solche Kulturpflanzen, bei denen man eine besondere Qualität erzielen will. Audi sonst finden brachliegende Lebensfragen muß eine innige Zusammenarbeit dieser Fachgebiete in heute un:
sich über den hohen qualitäts:sdiöpferischeh Wert entsprechend gepflegter natürlicher Dün6er in
der Literatur verstreute Angaben. Überdies sind überall, namentlich bei praktisdien Landwirten, geahntem Maße bringen. Aber audi die Lebensmitteldiemie hat mehr denn je physiologische
Methoden und Gedanken von nöten, wenn sie ihrer Aufgabe als eines Gesundheitswächters im
Anregungen hierüber zu holen.
Der Chemiker hat diese Seite der Düngungsfragen bisher nur ganz wenig bearbeitet
auf gar keinen Fall im Verhältnis zu den Bemühungen in der Quantitätssteigerung und auch nicht — Volke nod1 mehr wie bisher nachstrebt.
Eine Landivirtsd1aft, die aus der wirtsdiaftlid'ien und bodengesundheitlidien Not heraus volle
Klarheit über \Wesen und Wert der wirtschaftseigenen Dünger und überhaupt der organisdren
im Verhältnis zu der Wichtigkeit, die dem Problem eigentlich zukommt. Heutzutage nun drängt
sich die Frage nach der Erzielung besonderer Qualität in den Vordergrund aus zwei Ursachen heraus.
Sehr zahlreiche Mensdien
#

fast könnte man sagen die Mensdrheit _:


befinden sich in
Dünger bedarf, die gleidizeitig grundlegende Qualitätsfragen neu durdi$diaueh will und muß
sie würde für die Hilfe des Chemikers außerordentlich dankbar sein. Allerdings erwartet sie vom —
einem intensiven Streben ihre Gesundheit zu fördern. Aus vermehrter Krankheit heraus wie audi Chemiker einen ganz entschiedenen Sditiif nadi vorwärts im Verständnis ihrer derzeitigen Interessen
und im Verständnis der belebten Natur überhaupt.
aus dem Streben nadi Ertiiditigung heraus werden die Diät: und Ernährungsbestrebunöen
Sadie des Chemikers wird es sein, diesen Wandel in seiner Haltung zum Landwirt und zur
vorangebracht. Obwohl man aber weiß und in vielen Punkten rasdi feststellen kann, daß Dein belebten Natur, die er mit dem Landwirt gemeinsam fördern will, zunädist rein innerlich zu voll:
Zusammenhang zwisdien Gesundheitswert einer Nahrung und ihrer Düngungsart vorhanden ist, ziehen. Der Wandel der etwas gewalttätigen, allzueinfad1en chemischen Methoden im Labor wie
so ist dodi dieses Gebiet außerordentlich wenig wissenSdiaftlidi bearbeitet. Selbst über den Zu: in der Praxis kann dann wohl nodi rechtzeitig allmählidi folgen.
sammenhang von Vitamingehalt und Düngung sind nur dürftige Arbeiten in geringer Zahl vor: Es wird sich zur Erzielung des Uberganges unter anderem häufig darum handeln, sich die
handen, wenn man auf das hinschaut, was nötig wäre.
Die zweite Ursache für das heutige Interesse an den Qualitätsfragen liegt in der Absatznot Großartigkeit und Unübertroffenlieit der Leistungen der Lebewelt recht eindringlich klar zu machen
der Landwirtsdiaft, besonders der niitteleuropäi3dren. Sie leidet außerordentlich unter der Kon: und sich auch manches Eingeständnis über die arge Unzulänglidikeit vieler bisherigen Auffassungen
abzuringen, Aber an und für sich ist es ein Übergang in sdiönste Arbeitsgebiete! Wann wird
kurrenz von ausländi3dien Produkten wie allgemein bekannt und eingangs bereits ausgesprodaen.
Vielfach ist die einheimische Erzeugtmg in der Qualität unbedingt unterlegen. Bei manchen Pro:
dukten betrifft das nur die äußere Aufmadiung und die Sortierung der Produkte, bei anderen
uns ein Jules Verne der Landwirtschaft und Biologie geboren
— es wäre für ihn an der Zeit!
Was kann der Einzelne zur Umstellung tun um konkret an irgend einem Punkte zu beginnen?
aber handelt es sich um innere Qualitäten, von denen allseitig die Vermutung geäußert ist, daß blit Kleinem fängt man an, mit Großem hört‚niän auf ‚— so wird es wohl audi hier heißen.
sie mit der Düngung in Zusammenhang stehen. Es ist ja eine auffallende Tatsache, daß wenige Mancher Arbeitsgedanke, der beiseite gestellt wurde, der in biologische Richtung weist, kann wieder
Länder so intensiv mit Kunstdünger arbeiten wie Deutschland, wobei bedacht werden muß, daß aufgegriffen werden. Studien, von denen man in der Hochschulzeit allzuviel abgelenkt wurde, durch
Examensorgen, wirtschaftliche Not, gesellsdmftliche Verpfliditungen, die notwendige sportliche Er:
Deutschland viele humusschwadie Böden hat. Wie dem audi sein möge, jedenfalls würde man tüditigung, sie können wieder hervorgeholt werden. Es darf fernerhin daran gedacht werden, daß
im Konkurrenzkarnpf ganz anders dastehen, wenn man die Frage der Qualität in einer um:
sich manche Natur:Liebhabereien, die sich bei Chemikern so oft finden, leicht in eine praktisch:
fassenden Weise behandeln würde. Einstweilen ist die Frage hauptsächlich vom Sorten:Züchter
aufgegriffen. Hier ist aber auch ungeheuer viel für die agrikrilturchemisdie Forsdiung wie für das
fruditbare Riditung lenken lassen. Aus der Liebe und Kenntnis der Vögel haben sich sdion
Wirtschaftsleben zu gewinnen. Es ist wegen des sonstigen Vorherrschens des Quantitäts:Strebens hödist widitige Gesichtspunkte der biologischen Schädlingsbekämpfung ergeben. Ein kleiner Garten
auf diesem Gebiete noch fast alles zu holen. gestattet die Einarbeitung in neue hlethoden der Pflanzeiipfiege nadi allen ihren Richtungen hin.
Die Kamera und die empfindliche Platte kann das Rüstzeug einer Erforschung biologisch wichtiger
Sdion sind einzelne Forscher auf ganz neue Art aufmerksam geworden, daß manche deutsche Natur:Strahlungen sein. Die Kochkunst ermöglicht ein Qualitäts:Studium der NaturzErzeugnisse‚
Erzeugnisse wie Wein und Hopfen eine ganz unnachahniliche Qualität haben, die sich im Aroma oder Es kann sich ja für die meisten Berufsgenossen nidit um rasdie Sdiritte in neuer Richtung
Bukett zu erkennen gibt. Der deutsdie Landwirt verzweifelt heute vielfach vor der berühmten Qualität handeln
#

aber eine innere Einstellung, Bereitschaft und Vorsdiulung gegenüber den möglidien
der Auslandsware er weiß nicht klar, daß im deutschen Klima, in der deutschen Sdiolle, in
#

Schicksalswendungen hat ihre große Bedeutung. Sie wird später Sdirecken der Umstellung ver:
der deutschen Gesamtnatur Werte stedcen, die ihm eine Art von Qualität5produktion erlauben,
wie sie sonst nirgends auf der Welt möglich ist. Denn es gibt nur ganz geringe Erdstrid-re mit
meiden lassen. Inzwisdien werden namentlidi solche, die an und für sich frei sind oder heute
schon den Sdiritt aus beamteten Stellungen heraus wagen können, die größere Pionierarbeit in der
einem ähnlich interessanten, vidgestaltigen und gleichzeitig harmonischen Klima als es in Deutsdi:
_]40‚ —l41.—

notwendigen neuen Riditung aufnehmen. Beamtete Stellungen des Chemikers, sei es in Industrie \Veitgehend, ja schon entscheidend ist dann der Einfluß des Mensdien durdi die von ihm
oder Staat bieten ja leider meist nicht die Möglichkeit zu einer freien Entwicklung neuer Arbeits: betriebene Bebauung der Erdoberfläche.“ Der“ Mensdi hat die Kulturlandsdraft geschaffen und
gebiete —das muß man sich doch wohl vergegenwärtigen, Selbständigkeit und eigene Verant:
wortung müssen auch hier bahnbrechend vorangehen. Neue Existenz:biöglichkeit und Achtung
dadurch die Ursprünglichkeit der Erdoberfläche stark verändert. Mit dem allmählidi gebildeten
Netz der Feld:Verbindungswege, der Wirtschafts:Haupt: und Nebenwege ist der Kulturlandsdmft
wird damit dem Chemiker:Stande erwachsen. ihr besonderes Gepräge geworden. Die Auslegung der Wege, gleidisam das Gerüst, in dem
Sadie des Landwirts aber wird es sein, daß er aus dem Durchsdiauen der eigenen Not die Kulturlandsdiaft eingespannt ist, ist als eine Kunst zu bezeichnen. In kurzen markanten Zügen
und ihrer Ursadien sich klar wird, daß auch eine geistige Not der Agrikultur:Chemie besteht stellt Hempel wertvolle Richtlinien, besonders für die Tätigkeit der Landmesser auf, die zu er:
und eine wirtsdiaftliche Not derselben in der Folge immer mehr heraufkommt. Er tut sdion heute kennen geben, daß hier nicht nur Reißbrettarbeit geleistet werden darf. Der Geländebewegung
dem Chemiker einen wichtigen Dienst, wenn er ihn aus seiner jetzigen Arbeitsrichtung herausholt ist bei allen )Iaßnahmen nadizugehen, so beim Straßenbau, bei der Verkoppelung und bei der
und ihn für neue Arbeitsziele gewinnt, die den gegenwärtigen Interessen der Landwirtsdiaft und Neuauslegung von Parzellen etc. Der natürliche Rhythmus des Geländes muß bewahrt bleiben
der zu ernährenden Menschheit von tiefstem Grunde aus gleidilaufen. bei gleichzeitig geschaffener höchster Erleichterung im Befahren der Straßen, des Bestellens und
des Erntens der Feldflur. Qbstbäume sollten an allen breiten Hauptwegen stehen, immer wieder
aber unterbrodien durch hochragende Laubbäume, namentlidi an Wegegabelungen, Knotenpunkten,
vor der Einmündung in Ortschaften, an Brückenstellen und an Kammiiberschreitungen. Vögel
nisten in den Kronen dieser Bäume und befliegen, Schädlinge tilgend, die Felder.
Ueber Landschaftsgestaltung *) Zwischen Feld, \Wiese, Wald und Gewässer sollten die Abgrenzungen in natürlidier Weise
von Max Karl Schwarz, Worpswede betont werden, durch einzelne Baumgruppen und durch Anpflanzung von Gebüschen.
Die Sucht zur Verebnung eine Folgeerscheinung falsdi ausgelegter rationeller Wirtschafts:
#

nadi einem Aufsatz von Regierungsrat a. D. Hempel, Kassel in der Zeitschrift


weise muß unterbunden werden, ohne Verkennung, daß ein geebneter Adcer die Bestellung und
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„Naturschutz“ 1929, Nr. 12 Ernte erleichtert und wohl audi das Wadistum der gebauten Kulturen fördert. Es darf nicht der
Ein Titel, der für jede praktische Arbeit des Landwirtes von heute wenig verheißungsvoll allerletzte Quadratmeter nld'll genutzter Flädie in Kulturfläche verwandelt werden. Kaum eine
klingt und nur noch eingefleisdite Heimatsdiutzler und Naturfreunde zu interessieren sdieint. Quelle, die für die Bildung von Luftfeuchtigkeit und für die Vogelwelt so nützlich ist, wird heute
Es wäre gewiß ein undankbares Unterfangen, hier einer Bewegung das Wort zu reden, vor Drainierung und Einebnung gerettet. Alle Wasserrisse werden kanalisiert, verebnet, oder für
die sich irgendwie dem vollziehenden Wandel im Antlitz unserer Nlutter Erde entgegenstemrnt die allmählidie Auflandung künstlich verbaut; ähnlidi ergeht es allen Altwässern mit ihrer für den
und die oft und gern als rüd<sdirittlidi und überflüssig bezeidinet wird, Gesamtlebensprozeß so wichtigen Tier: und Pflanzenwelt, während eine einfache Abpflanzung mit
Indessen haben sich aber aus dieser Bewegung, zunächst aus einem ästhetisdien Empfinden bestirnmtem Buschwerk billiger, wertvoller und audi sdiöiier wäre.
heraus, aus Ehrfurdit vor Überlieferungen, namentlidi soldien von geschichtlichem Wert, doch sehr Der Kampf in der Verebnung scheint besonders den Feldterrasssen oder Stufenrainen erklärt
beachtenswerte Grundsätze ergeben. Mit diesen Grundsätzen sind zugleidi Fragen aufgeworfen, zu sein, namentlich bei der Vornahme der Verkoppelung. Was wird damit nidit alles aufgegeben

$e sehr bedeutsam erscheinen fiir einen gesunden Kulturpflanzenanbau und fiir eine ebensolche in der Verkennung des bodenerhaltenden Zweckes dieser Stufenrainel Meist wird nidit eher
#

ierzudit. @eruht, bis eine ganze Berglehne glatt, steil und frei da liegt, allein des bequemeren Pflügens
Zwei Aufsätze als Extrakt zweier Vorträge bilden den reichlidren Stoff für den Versudi, wegen. Die Berglehne ist dann aber frei geworden für“ die sofort einsetzende Auslaugung und
aufzuzeigen, wie die Beobachtungen und die daraus erwadisenen Forderungen des Regierungsrates den Abriß der Bodenkrume durdi Land: und Gewitterregen, frei für die ausdörrende Sommer:
Hempel und des Professor Dr. Schwenkel, Stuttgart, den Gesetzmäßigkeiten innerhalb des Natur: sonne, frei auch für den Anprall des aushagernden Windes. Endlidr werden die aufströmenclen,
haushaltes entstammen. Zunädist steht nur die Arbeit des Regierungsrates Hempel zur Erör: so fruchtbaren Bodengase verweht durch den jetzt zweifellos stärker aufstoßenden Wind.
terung. Hier kommen echte Freunde der Natur durch eine unbefangene BetraditungsweiSe zu Mit dem Terrassenbau haben einstmals die Vorväter den Ackerbau vorsichtig aus der Ebene
ähnlichen, lebenswichtigen Wertungen wie diese, die uns Dr. Rudolf Steiner mit seinem landwirt: heraus an die Berglehne getragen. Heute werden die Terrassen eingerissen nicht eingedenk dessen,
schaftlichen Kursus geschenkt hat. Wenn hier auch die bewußt geführten, weitgreifenden Be: daß durch die Terrassenausbildung die Vorväter erst zu wirklichen Besitzern des jetzt genutzten
gründungen und der tiefere Einblick in die Naturgesetzmäßigkeiten fehlen, weldie Dr. Steiner gibt, Landes wurden.
so wird aus den sich ständig in der Natur vollziehenden Vorgängen durch Regierungsrat Hempel Hempel kommt dann auf das \X/asser zu sprechen und sagt von ihm: „Das Wasser in
dodi der nachfolgende Schluß gezogen: „Es herrscht ein eisernes Gesetz in der Welt, daß alle seiner dreifadien Gestalt, fest, flüssig und flüditig ist im Verein mit Sonne und Kohle das un:
Kräfte der Natur in Harmonie, im Gleidigewidit bleiben müssen und daß, wo diese Harmonie entbehrlidiste Aufbaumittel auf Erden und damit auch fiir die Landschaftsgestaltung mittelbar
gestört wird, friiher oder später, das heißt allmählich mit oder in Katastrophen gegen den Menschen das vielseitigste Grundelement; aber leider auch das Gefährdetste. Geheimnisvoll unsichtbar ge:
#

ein Ausgleich finden muß.“ ,


stattet das Wasser im Pflanzenwuchs durch den Urerwerb aus der Sonne den Mensdien und
Weiter sagt Regierungsrat Hempel: „Alle Kultur neigt zur Einseitigkeit und steht in Gefahr, Tieren Nahrung und Leben, dem Boden die schützende Grünbededcung, das eigentlidie Lebens:
die Harmonie des Naturgesdrehens an irgend einer Stelle zu stören, Wo auffallende Anzeidien volle der Landschaft. Dreiviertel aller Pflanzensubstanz ist Wasser, das sich zudem in der Zeit
auftreten, wie die wachsenden Hochwassergefahren mit nachfolgender Wasserverarmung im Sommer des \Vachstums fortwährend umsetzt und verdunstend in der Schwüle Wolken erzeugt.“
und Herbst, die Verschleüterung der Regenverteilung in den einzelnen Jahreszeiten, die zuneh: Die Einseitigkeit der Intensivkultur hat in jahrhundertlangem Eroberungskampf gegeniiber
menden Periodenwetter mit wochenlangem Dauerregen und ebenso langer Düne oder das Ver.- dem vielerorts in unserem Feudit: und Humusklima allzu reidilichem Wasserbestande nur ein
schwinden der Singvogelwelt und das Anwachsen von Schädlingsplagen, da ist stets eine Störung Entwässern gefordert und beschwor dadurdi eine Hodiwasserbedrängnis herauf, die eine unnatürliche
des Naturgleichgewichtes zu vermuten.“ . Wasserfeindsd1aft ausgelöst hat. Hier tritt als brennende Forderung auf, die Uberschußwässer
Die Grundelemente des Landsdmftsbildes werden in dem Aufsatze auf die kürzeste Formel zurüdrzuhalten und sie dem Lande braudibar zu madien für einen gesunden Pflanzenwuchs.
gebracht: „Die Erdoberfläche mit ihrer gesamten Pflanzenbededcung; die Siedlungen der Menschen Uber die grüne Pflanzenbeded<ung der Erde und über den Wald bringt Hempel in seinem
darin mit ihren Nutz: und Verkehrsbauten; das Tier (in jeder Gestalt) als Wild, Wildes Geflügel, Aufsatz eine kurze prägnante Zusammenfassung, die hier wörtlidi wiedergegeben werden soll.
wandelnde Herden; das ewig veränderlidre, ewig um: und neugestaltende Wasser und, über das So sagt Hempel: „Die grüne Pflanzenbededaung der Erde ist das gefiigigste und das dankbarste
alles hin vergleitend, versdrmelzend, die Stimmung gebend: die Luft und das Licht.“ Grundelement aller Landschaftsgestaltung, zugleidi der Träger des Urerwerbs aus der Sonne und
Nun beleuditet Hempel in trefflidier Weise diese Wesenselemente, beginnend mit Luft und damit der Grundstoff aller Ernährung. Hier müßten an sich die Belange der Landschaftsgestaltung
Licht. Hier gibt er sogleidi zu erkennen, daß wir selbst auf diese Grundelemente nicht ohne und der Landwirtschaft leicht auf gleidre Linien gebradit werden können, Dodi miissen wir
Einfluß sind durch eine riditige Wald: und Wasserbehandlung. zweierlei unterscheiden: Nämlich den gesddossenen Wald und die offene Halmflur der Landwirtsdiaft.
„Der Wald ist in Deutschland und ganz Mitteleuropa (mit Ausnahme ungarischer und einiger
*) Da mir der Anschauung sind, daß die Belange der Landschaftsgestaltung und der Landwirtschaft nicht nur aufgleiche sonstiger kleiner Steppengebiete) das Ursprünglidre, aus dem all” unser Kulturland durch Urban-
Linie gebradit werden könnten, sondern sogar auf gleiche Linie gebracht merden müssen, wenn nicht schmere Sdi'a'den
machung, Entwässerung und Zurichtung in langen Zeiträumen hervorging., Die große Streit:
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für die Landwirtschaft immer mehr auftreten sollen, so öffnen mir der folgenden Besprechung einiger einsdrlägigen Auf:
sähe aus der wichtigen Zeitsdrrift „Naturschutf‘, Verlag Neumann:Neudamm gerne unsere Blätter. Die Schriftleitung. frage ist aber die: Können wir das Kulturland immerfort durch Urbarmadiung des Waldes ver:
— 142v _143„.

mehren und darf dieser bis auf geringe felsige Stellen ganz versdiwindfli.7 — Gefährden wir
nicht ohne den ausgleid1enden Wald unser Klima, den Kreislauf des Wassers, die notwendigen Arbeitserleichterungen
Lebensgemeinschaften der Tier: und Pflanzenwelt, überhaupt das günstige Naturgesdiehen und
schließlich uns selbst?“ ,
bei biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise
Dr. R. H. Francé, Münrhen, hat ein kleines Budi herausgegeben „Die Entdeckung der HellmutBartsd1
Heimat“. Darin versucht France nachzuweisen, daß unsere Heimat ein \Waldland ist mit weit.— Als Rudolf Steiner in den Pfingsttagen des Jahres 1924 den landwirtsdiaftlichen Kursus
verbreitetem Humusboden, günstiger Regenverteilung, einem eigenartigen Klima mit Tau, Nebel
und Wolken. Das günstige Gebietsklima, das von den Küsten her durch den Einfluß der See vor einer größeren Anzahl von Landwirten, Gärtnern und Naturwissensdaaftern hielt, war der
noch verstärkt wird, könnte in seinem abgewogenen Naturgeschehen audi Humusklima genannt Leitgedaiike: Sicherstellung der Ernährung der Menschheit. , .

werden. Es gestattet das Wachsen grüner Pflanzen überall, wo nur Dünger hinzukommt und
der Boden entsumpft ist.
In zahlreichen Vorträgen und Aufsätzen über die biologisch:dynamisdie \Wirtschaftswerse
wurde immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, diese moralisch:soziale Gesrnnung zum
Ein Drittel des Landes sollte geschlossenem Wald, ergänzenden Einzelgehölzen und freiem Ausgangspunkt für die Umstellungsarbeiten zu haben. ‘
.
Baumsd-rlag auch in Erkenntnis intensivster Bodenkultur vorbehalten sein. Irrig ist die Annahme, Wenn nun immer wieder die Frage nadi der Rentabilität der biologisch:dynarrnschen Wut:
man könne den Wald gänzlich entbehren und alles zu Adcer und Gartenland umwandeln. Dabei schaftsweise aufgeworfen wird, so ist das selbstredend nicht nur eine Folge der_heutrgen matena:
würden nur die Flädien, die Arbeit und die Kosten sich mehren, die Ernte aber sich mindern
und von Sdiädlingen aufgefressen werden,
listischen Gesinnung, sondern diese Frage ist auf wirtschaftlidtem
Gebietdurchaus berechtigt und
bei den heutigen sd1wierigen Verhältnissen von Landwirtschaft und Gartnerei besonders begrerfhch.
Während der Wald der Klima: und Wassererhalter und Windschutzgew'a'hrer ist, ist die Die beste Absid‘rt, den Mitmenschen gesunde, gehaltreiche Nahrungsmittel zu schaffen, konnte
Landwirtschaft die Nutznießerin davon. Sie breitet über den Boden ihre schützende, lebensichernde,
grüne Pflanzendecke. Ohne Wasserbetreuung, ohne Klimaerhaltung und Windschutz wird auf
nicht zur Ausführung kommen, wenn der Betrieb wegen Unrentabilität aufgegeben werden
Der Landmann, der bei seinen Arbeiten die wahren Naturzusammenhange berucksiditrgt,
mußte.
keinem Boden etwas redites wachsen und schließlich ist die Forderung um Schönheit in der Land: wie sie Rudol£Steiner vor Augen geführt hat, wird bald merken, daß solches Tun sich als praktisch
sdaaft nichts anderes, als ein gesundes, freudiges Wachstum allenthalben zu erreichen. und wirtschaftlich erweist.
}

_ _
Der Aussprud'r Hempel’s, daß „die Landwirtschaft in ihrer Sidi ewig verjüngenden, lüd<en: Was sagte Rudolf Steiner selbst zu dieser Angelegenheit in den bedeutsamen Pfingsttagen
losen Begrünung der Erde an sich den ältesten und wirksamsten Natur: und Landsdtaftsdtutz betreibt des Jahres l9247 Gelegentlich der Unterweisung über Herstellung, Verwendung undBedeutung
und daß die Erde überall wüst wurde, wo der Landbau auf ihr erstarb,“ hat vollste Bered'itigung. der biologisdn:dynamischen Düngungshilfsmittel, die sehr sorgfältig zubereitet werden mussen, fügte
Die etwas feuchte Pflanzenclecke in der Landwirtschaft bringt ungeheure Mengen Luftstaub er hinzu: „. , . . Sie werden schon sehen, nationalökonornisdi rentiert Sich das besser, was w1r
zur Ablagerung. Durch den Regen wird dieser von den Pflanzen heruntergewaschen und wirkt der esetzt haben.“
als Dünger in dem Boden.
Begtriebe,
anämnla)rie die nun 5#Ö Jahre so wirtschaften, wie es die vorliegende Zeitschrift
dar:
So wohltuend und wertvoll leidite Brisen sind, die hin und wieder über das Land streichen, stellt, haben den Beweis erbracht, daß die Angaben Rudolf Steiners sich praktisch und
wrrtsd1aftlrch
namentlidi zur Blütezeit, so werden diese doch gefährlich, wenn sie stärker und ständig wehen.
Mari spridit dann von Hagerwinden. In windreichen Gegenden sind alsdann die \Windschutz:
günstig auswirken. Sie haben den Beweis erbracht, obwohl ihnen am Anfang
aus
mit der neuen Sache manche Fehlschläge begegnet sind, die heute nun dem neu Hmzukommenden
Unerfahrenheit
hedeen, Wallherken oder Kniks gegen die schädigende Windwirkung mit schönstem Erfolg an.- bei richtiger Beratung erspart werden können. _
gepflanzt worden. Erst neuerdings treten namhafte Forscher auf, die dartun, daß die Pflanzen
biologisdi:dynamischer Wirtschaftsweise ergeben, so hat dies nidit den Zweck, wie
\Wenn im folgenden einiges über Arbeitserleichterungen gesagt werden soll, sie sich bei
nicht nur vom sdiwadiverteilten Kohlensäuregehalt der Luft leben, sondern daß sie den Kohlesäureauf: irgend weldien
strom aus den gut bestellten Böden zu Hilfe nehmen müssen, der durch bessere organische Düngung neuen interessenten diese Arbeitsweise recht schmackhaft zu machen; sondern den bei'e1tsnadi den
verstärkt wird, wenn Vollernten erzielt werden sollen. Das müßte den Landwirten ein Wink
sein, durch Heckenpflanzung die Bodenkohlensäure festzuhalten, sodaß sie nidit verweht werden kann.
hier besprodaenen Niethoden versuchsweise arbeitenden Landwirten und
Gärtnernsoll ein Fmger:
zeig gegeben werden, wieviele Dinge beobaditet werden müssen, wenn man zu einem vollstandrgen
Hempel schließt seinen Aufsatz damit, daß der Mensch bei einer solchen Betrachtung nicht Urteil im Laufe der Zeit kommen will. .
vergessen werden darf. Die sogenannten Spritzmittel (Präparat 500 und 501) müssen ja bekanntlich in einer_Menge
Bringen wir zu den hochinteressanten und widttigen Ausführungen Hempel's das in Ver:
gleich, was Dr. Rudolf Steiner im landwirtschaftlichen Kursus entwidceh hat, so kann uns die
Regenwasser, die zur Verteilung auf einem Nlorgen Land notwendig ist,4 eine Stunde 1ntensrv
Forderung Rudolf Steiner’s die Landwirtsdtaft als eine in sich gesdalossene Individualität, als einen gerührt werden. Bei einem ersten kleinen Versuch fällt diese Arbeit meist nicht ins Gewrcht.
lebendigen Organismus zu erleben, nur nodi Viel näher gebracht werden. Die Lehre über die
Sollen dann im zweiten Jahr sdion größere Flächen biologisch:dynamisch gedungt werden, so
scheint dem Betriebsleiter die Bewältigung dieser Rührarbeit besonders schwierig. Aus der Er: er:
ätherischen Bildekräfte, wie sie von Dr. Rudolf Steiner begründet und von Dr. Günther Wachs:
muth in seinem Werke „Die ätherisd1en Bildekräfte in Kosmos, Erde und Mensch“ zusammen:
fahrung kann aber gesagt werden, daß der Grund hierfür in dern anfänglich
Neuen und Un:
gefaßt wurde, ist hier wahrscheinlich unbewußt duth Hempel, wenigstens in ihren Auswirkungen
gewohnten zu suchen ist, und deshalb die Eingliederung der noch fremden Arbeit
verläuft. Erschwerend kommt hinzu, daß erst im letzten Augenblick an das Rühren undbprrtzen so
nidit glatt
folgerichtig aufgerollt worden. (z.B. von 500 vor der Saat) gedacht wird, weil der übrige Betrieb nodi nach ‚den bisherigen
Es steht hier nidit mehr der Naturschutz nur mit seinen ästhetischen Forderungen da, als Methoden weiter bearbeitet werden muß und die Gedankengänge des Betriebslerters sich dem:
ein Schönheitsfimmel verhältnismäßig weniger Niensd1en gegenüber der heute gebräudilichen so: entsprechend bewegen. . _
_}

„ .
genannten rationellen \Wirtschaftsmethode, sondern hier wird Ursächliches berührt, um wieder zu Driickt man die Arbeit des Rührens, Heranschatten der Flussrgkert und Ausspntzensder:
gesunden Verhältnissen im Pflanzenbau und in der Tierzucht zu kommen. \Vas eingeordnet
selben in Geldwerten aus, so vergegenwärtige man sich ebenso, was es kostet, die für den gleichen
wird und bleibt in der erkannten Gesetzmäßigkeit, die im Naturhaushalt waltet, entwickelt sich aus Acker ersparte Nienge Kunstdiingers von der nicht immer nahe gelegenen Bahnstation zu holen, ihn
sich heraus gesund, wad'istumsfreudig und audi schön. Die Schönheit in der Landsdiaftsge3faltüng
kann lediglich aus einer richtigen Kulturweise erwadisen, die, bewußt erfaßt, niemals zu einseitigen
abzuladen, in vielen Fällen zu mischen und abzuwiegen, wieder aufzuladen, aufs Feld
hinauszu:
uswirkungen kommen kann, wie dies bei den bisherigen Landwirtsdiaftsmethoden so ernstlich fahren und auszustreuen. (Diese Berechnungen findet man ia in landwirtschaftlidien Zeitschrrften
besonders genau ausgeführt, z. B. wenn Nitrophoska als arbeitssparender Einheitsdunger zur
zu befürchten stand, Die biologisdi:dynamische \Wirtschaftsweise und in ihr zentral die biologisch: Düngung empfohlen wird.) .
dynamischen Düngungsmaßnahmen gründen ganz und gar auf der erkannten Gesetzmäßigkeit in
der Natur und in der bewußten Beherrschung jener Kräfte, die der Harmonie in der Natur und \‘Vird der Stallmist aufs Feld hinaus gefahren und ihm dort die Präparate zugesetzt, weil
ihren Lebensprozessen unterliegen, Durda sie ist es möglich, die Landschaft schön zu gestalten vielleicht die Dungstätte im Hof betoniert ist, so erscheint dies zunächst auch als eine Mehrarberf Bei
weiterer Umstellung des Betriebes 'wird sich bald in oder bei dem Hofe ein Platz finden, wo ein
und in ihr alle die \Werte zu finden, die sich heute audi der Heimat: und Naturschutz sehr mit Teil des anfallenden Mistes auf freien Muttcrboden gelegt werden kann. Außerdem kann das
Redit auf sein Banner geschrieben hat.
Hinausfahren des Düngers in Zeiten geschehen, in denen die Gespanne weniger zu tun haben
und so zu einer erwünschten Arbeitsverteilung beitragen. Soll der Mist dann ausgebreitet und unter:
gepfliigt werden, so hat man ihn bereits an Ort und Stelle.
»
144*

Die vorteilhafte Beschaffenheit des. biologisch:dynamisch zubereiteten Düngers ist in den vor: eine spätgegebene Jaudiedüngung die sichtbarsten Erfolge in Bezu auf Men e t "

hergehenden Heften schon gelegentlich behandelt werden. so Wird er sein Urteil nun unter Einbeziehung der Qualitätsfrage —gd.
h. also
gdgrerEfaggezefilagdi
Wie ist dieser Dünger nun als Arbeitsmaterial zu beurteilen? dem
v%(rlkl li_ däen inneren
i
Nährwert -—
einer Revision unterziehen.
er andwirt nun zur Kompostdiingung seiner Wiesen und Weiden iib er ehen, so
4 4_ 4

Aus früheren Jahren ist mir bekannt, daß der Stalldiinger, den wir damals sdion zwecks
Arbeitsverteilung zwischen Heu: und Getreideernte aufs Feld fuhren und in Haufen setzten und
ihn ebenfalls mit Erde zudeckten, dann eine bessere Rolle aufwies, als der im Hofe lagernde,
mußte er Sidi bisher 4zuna_d1st 3 bis 4 Jahre gedulden, bis er eine reife streufähige
bekam. „Setzt der biologische Bauer
nun einen Haufen auf, Mist und Erde gemischt sd1üttet Kom%ostmasse
wenn auch gepflegte, Mist. Wurde ein so gelagerter Dünger, dann im Herbst auseinander ge,-
fahren, so mußte außer den Mistladern ein Mann besonders angestellt werden, um den Dünger
ofte;strgparrerte
in
Stall;auche
cäruber
und setzt die Düngerpräparate
a ren einen garen na haltig wirkenden Korn ost f“
wird wieder Zeit und Arbeit gespart. P
'
502»—507
"
hinzu

ur Seine Glaser haben Andi hier
wird er sd ‘

mit einem eigens dazu angefertigten großen Beil schichtenweise von der Miete loszutrennen. Wurde über„ arbeitsparende Bodenbearbeitun g bei' biolo tsch:d naml$chen M th cl
Wichtiges '
4
‘ ‘ '

.
diese Hilfsarbeit nicht besonders berücksiditigt, so waren mehr Arbeitskräfte für das Aufladen
notwendig, oder die Arbeit ging im ganzen langsamer von statten. Wenn man einen ganzen Tag den Landwirtschaft und Gartnerei wurde in dieser Zeitschrift bereits von
mitgeteilt. Jedes Jahr werden
neue Beobad-rtungen dieser Art Stegeifiann*)

und
insbesondere in der Land: Säiw°afä*ä
Mist aus dern Haufen zerren soll, so ist das in den Armen und im ganzen Körper zu spüren und
wirkt verlangsamend auf das Arbeitstempo. Ist der präparierte Mist aber in einem Zustande,
wie es von Sd1warz ") und Grund **) in dieser Zeitsd1rift beschrieben wurde; so kann man
wirt3d1aft
Diese —
gemacht,
wenigen
sodaß
eine zusammenfassende Betrachtung bald einmal am Platze sein wird.

Hinweise
sollen dazu dienen, zu weiteren eingehenden Beobaditungen an.-
ihn gabelweise vom Haufen we gnehmen. zuregen, nichtnaturgemaß
die oft dem Landwirt entgehen, der infolge der größeren Ausdehnung seines
Konnte der Haufen längere Zeit mit den Präparaten lagern, so kann der Fall eintreten, daß
dieser zu Kompost gewordene Mist mit der Schaufel aufgeladen werden muß, was gewiß eine
Betrie]bjes
' 4
selbst mit Mist, Kompost, Jandie usw. hantieren kann.
_
urdi die Sd1ulung der letzten Jahre und Jahrzehnte glaubte der Landwrrt und G t
‘ "

höchst angenehme Notwendigkeit ist. Da denken wir gleidi audi an das Ausbreiten des Mistes.
die ihm ganvertrauten Lebewesen, insbesondere die Pflanzen aus dem-erdigen
Wurzelgebiefhilfd
Wie schön läßt Sidi das vornehmen, wenn man dazu die Schaufel benützen kann! Aber wir der unmittelbaren
Lufthulle
mit ihren Witterungserscheinungen erklären zu können, statt auch die
werden ihn nicht immer in solch verkompostiertem Zustande haben, sondern den Mist meistens
doch mit der Gabel auf dem Acker verteilen müssen. Jeder Praktiker weiß, wieviel mal er oft Tiefentder
'
Erde und die Kräfte der Gestirne“ ’
in Betracht zu ziehen.
*ine entsprediende Verengung des Gesichtskreises findet man vielfach vor a uf dem Ge:

einen speckigen Batzen Mist in die Höhe geworfen und mit der Gabel wieder mehr oder weniger bret der Rentabrlrtatsfrage. Eswird
haufig nur der augenblid<lid1e Arbeitsaufwand berüdcsichtigt
kunstgeredit aufgefangen hat, um ihn dem Zerfall etwas näher zu bringen. Noch größer ist der
Ärger und Schaden, wenn Tagelöhner aus Interesselosigkeit dieser Mühe sich nidit unterziehen
pidä Silber
leichterung
an
die
glelslamtef Ajrbeiif}riditüng
iese stattfinden
para e mikann, en
und Arbeitsleistung, Bei biologisch:dynamischen Methoden
aturerscheinung en, sodaß eine gegenseitige Unterstutzung
‘ “
" und Er.-
Der biologisch:dynamisch zubereitete Mist besitzt einen erwünschten Feuchtigkeitsgrad, kann . Schaden, den die eben gesdtilderte Kurzsidttigk eit zur Folge haben mußte, ist
Der

ß
' ‘

aber nicht sped<ig genannt werden, sondern ist von einer mürben Beschaffenheit. Daher läßt er
sich ohne besondere Mühe gleichmäßig verteilen. Daß er ferner in diesem Zustande beim Pflügen Maße eingetreten. NamhafteVielfad1_
einfadie,4 in“ der Industrie angebradite Rentabilitätsbegriff in Landwirtsd‘raft und ldlalg5rc'
4Fadileute, die diesen Sdiaden erkannt haben, weisen daraufhin,
Gärtnerei loiezgf
kein Hindernis darstellen kann — etwa durch Verstopfen bedarf keiner weiteren Erläuterung.

——
—«

nicht angangig ist. Hier haben Wir es mit der unendlich mannigfaltigen, lebendigen Natur zu tun.
Eine andere Verwendung des Düngers ist das Befahren der Wiesen und Weiden, wie es „ Nadi dem Geadrtspunkt dieses das Lebendige nidit genügend berüdcsichtigenden — Rentabili:
in viehstarken bäuerlidien Betrieben vielfach ge5diieht. Diese Arbeit wird entsprediend der an:
tatsgedankens soll ähnlidi Wie bei einem
Automaten — an einer Stelle des Betriebes wo es
#

fallenden Mistmenge den Winter über ausgeführt und zieht sich bis in den Februar und manch: notwendig erscheint, Geldghmeingesteckt werden und der Einsatz dann wieder mit Gewinn ‚heraus:
mal audi März hinein. Das ausgelaugte Stroh wird dann im Frühjahr nadi dem Eggen zusammen:
geredit und wagenweise wieder in den Hof gefahren. Wenn es irgend möglid'i ist, findet vorher kommen. Aber schon beim richtigen Automaten ist das nicht der Fall, denn z, B. die Bonbons
sdion das sogenannte Mistverreiben mit einer Egge statt. Der hierbei durch die Egge zusammen:
die ein
Automat
hergibt, entspredien nicht dem Wert des hineingesteckten Geldes, weil ja def
Apparat und seine Unterhaltung und der Unternehmergewinn mit bezahlt werden miissen. Die
gezogene strohige Mist muß wieder von Hand breitgezogen werden. lebendige Natur nun laßt Sidi schon garnicht auf solche Kunststüdce ein.
Es sei hier wieder von dem Mehr: oder Minderwert verschieden behandelten Düngers ab: . Zu einem . richtigen
_ _ Urteil in dieser Hinsidit kann man aber nidit kommen,
' ‘

gesehen, sondern nur die mit ihm verbundene Arbeit beurteilt.


Da ist es gleidi einleuchtend, daß bei der beschriebenen Weidedüngung dem biologisdr:dyna:
einzelne Arbeit, ein einzelnes Feld oder beispielsweise nur den Stall betrad1tet,
wenn man den Iandwrrtschaftlrchen Betrieb als Ganzes ansieht, als eine geschlossene Individualität? sondfüän
errr;imdaerlirrli€
misdi zubereiteten Mist zunächst wieder wegen des müheloseren Ausbreitens und müheloseren Ver:
teilens der Vorzug zu geben ist. Ferner finden sich im Frühjahr nach dem Eggen nur nodi wenig kurze
Strohbestandteile vor. Will man sie mit dem Pferde: oder Handrechen zusatnmenziehen, so er:
weisen sie sich als morsch und brüdiig. Wo man früher einen Adrerwagen voll weggefahren
hat, kann man diese Rüdcstände jetzt mit einem Kinderwagen nadi dem Hof bringen. Aber auch
diese Arbeit erübrigt sich. Die Erfahrung hat gelehrt, daß diese geringen, morschen Reste bis Ueber das Schwärmen der Bienen
zur Zeit des Auftriebes oder des ersten Sdinittes vollständig zersetzt und zu Humus geworden sind. J. Lorenzen
im Zusammenhang damit steht die weitere widitige Tatsadie, daß die Tiere anf den bio: ' Die Bienenzucht ist als „die Poesie der Landwirtschaft“ bezeich ’
unpräpariertem Stallmist abgediingt
——
logisd1:dynamisd1 behandelten Weiden ausgezeichnete Freßlust zeigen. Wird die Weide hingegen mit
vielleicht überdies erst nadi Weihnadrten
— so mag das
Rindvieh nidit fressen, sucht nach besserem Futter und stanipft bei dem vielen Umherlaufen die
ist es das
derbesohauhche
Leben
und Treiben im Bienenstock und das Sehwärrnen
Betrachter sich angezogen fühlt. Verbindet man mit dem eingerth erwähnten
Satz nicht nur den trivialeri Sinn, daß Bienenzuoht manch subjektives Vergnügen gewährt
dc?retl3iüi ftheniionlflvrelzdliää
Gräser zu Boden. Will man in solchen Fällen das Fressen auf der Weide erzwingen, so brechen
die Tiere vielfach durch die Umzäunung. Hier hilft nichts, als das Gras zu mähen und es den Kühen
sondern sucht.
man_sioh Antwort zu geben auf die Frage, woher es kommt. daß der
den Geschehnissen im _Bienenstock mit gehobenen Gefühlen gegenübersteht [so kann man mit
Mensch7
im Stalle vorzulegen. Da sind sie angebunden und müssen das nidit vollwertige Futter aufnehmen. Goethe sagen:
ohne_dessen
Auch
hier ist „das Schöne eine Manifestation geheimer Naturgesetze
Erscheinung ewig wären verborgen geblieben“. Geheime Naturgesetfe waiten
die uns
Sehen wir wieder ab von dem Minderwert einer so von den Tieren versd1mähten Nahrung
und auf der andern Seite von der gesundheitsfördernden Wirkung des ordentlichen ,Weideganges,
im
Bien8nstoßk. Den Abglanz davon verspiirt der hingebungsvolle Betrachter. Fiir die Praxis
der Bienenzueht muß es bedeutsam sein, daß diese höheren Gesetze nicht nur dum f eahn’t
so bringt das biologisch:dynamische Verfahren wiederum Arbeitsersparnis. Dort wo Weidegang
sonder;n u] r 3 n_ sie
klitlg_gewußt wird. Welches sind diese Gesetze? p {5 l
möglich ist, fällt das Mähen und Heransd1affen des Futters weg.
Der biologisdi arbeitende Landwirt wird danach trarhten, für seine Futterpflanzen einen _ rn 1enenvo gibt es dreierlei Wesen: die Köni in welche Ei .
' '

guten Kompost zur Düngung zu verwenden. Wenn er audi die Beobachtung gemacht hat, daß
*) Demeter, Februar 1930 S. 25
bremen, welche auch weiblich sind, aber nicht oder nur
*) Demeter, Januar 1930 S. 10, Mär; 1930 S. 64
äshahmsweise Eierleffetgerf‚ledafüfeäbedr
”) Demeter, April 1930 S. 70 **) Demeter, Februar 1930 S. 25 und April 1930 S. 72
——146— f147—

fast alle anderen Tätigkeiten verrichten, und ais dritte noch die Di'olinen, die männlichen Haben wir uns mit diesen Anschauungen vertraut gemacht, so wird uns der Schwarm-
Tiere. Die Ai'bcitci'bienen haben vcr'kümmci‘tc Eicrstöcke. Diese Ver‘kiirnrner‘ung ist eine vorgang im rechten Lichte erscheinen, und wir werden die Möglichkeit haben, zu einem
Folge davon, daß diejenigen Triebkräfte. welche sonst die Fortpflanzungsorgane aktivieren, richtigen Urteil über die künstliche Königinnenzucht zu gelangen. —
ihrer ursprünglichen Bestimmung cntrissen werden und sich ins Rein-Seelische verwandeln. Mancher Anfänger der Bienenzucht wird mit Spannung den Tag erwarten, an welchem
Diese Triebkr‘äfte sind ihrem Wesen nach schon seelische Kräfte, aber solche, welche leiblichen er den ersten Schwarm erhält. Er kann eines Tages bemerken, wie der Fleiß der Bienen
Organen zugeordnet sind. „Indem bei den Bienen das Liebesleben zui‘iickgcdrängt wird, etwas nachläßt. Der „Schwarmdusel“, wie der Imker sagt, hat das Volk ergriffen. Dieser
eigentlich nur auf die einzige Bienenkönigin zuriickgcdrängt wird, wird das Geschlechtslcben wird durch die in Entwicklung begriffenen neuen Königinnen hervorgerufen. Dem Bienenvolk
sonst im Bieneustock verwandelt zu all diesem Treiben, was die Bienen untereinander ent— sind die Königinnencier und Larven, als Keime zu neuen Völkern, ein ihn in seinem Zusammen-
wickeln.“ „Der ganze Biencnstock ist eigentlich von Liebesleben dui'chzogcn, die einzelnen hang störendes Element. Man könnte von einem Chaotisierungsvorgang sprechen, welcher dazu
Bienen verzichten so vielfach auf die Liebe und entwickeln die Liebe im ganzen Bienenstock. führt, daß Teile des bisher als Einheit lebenden Volkes aus diesem herausgelöst werden. Das
So daß man anfängt, das Bienenleben zu verstehen, wenn man sich klar darüber ist, daß die eigentliche (bisherige) Volk kann sich zuletzt nur dadurch seinen Bestand bewahren,]daß es
Biene wie in einer Luft lebt, die ganz von Liebe durchschwängert ist.“ „Was eigentlich nur die Wohnung verläßt. Dies geschieht etwa eine Woche nach Beginn der Königinnenentwrcklung;
dann in uns dai‘gelebt wird, wenn unser Herz Liebe entwickelt, das kann man eigentlich im vorausgesetzt, daß das Wetter gut ist. Herrscht längere Zeit schlechtes Wetter, so zerstören
ganzen Bierienstock drinnen wie eine Substanz finden.“ (Dr. Steiner, Vortrag vom 3. Fe— die Bienen manchmal die werdenden Königinnen. Bei schönem Sonnenschein kommt der „Vor-
bruar 1923.) schwarm“ — darin haben wir nach allen gesicherten Erfahrungen das bisherige Volk zu sehen —-
Auch bei den wilden, im allgemeinen einzeln lebcnden Bienen gibt es ein gewisses Zu- meistens im Laufe des Vormittags. Bevor der Schwarmvorgang beginnt, bemerkt man oftmals,
sammenleben. wie z. B. gemeinsame Nestanlage, gemeinsame Uebernachtung oder Ueber wie zahlreiche Bienen vor dem Flugloch sitzen, kurz ab— und anfliegen, plötzlich alle in den
winterung; aber es fehlen die Ar‘beiter‘bienen mit den verkümmerten Geschlechtsorganen. Was Korb oder Kasten eilen, und dann bald darauf wie von einem (seelischen) Sturm getrieben,
den lt—ierrenstock turrnhoch über derartige lose Zusammenscharungen erhebt, das ist, daß unter hinausstürzen. Immer neue Scharen drängen nach. Die Schwarrnwolke wird größer und größer,
einem geistigen Einfluß das niedcre Geschlechtsleben der Arbeiterbienen zugunsten eines reichen zieht bald hier-, bald dorthin und sammelt sich zuletzt an einem Ast oder Pfahl oder Busch zu
liebevollen Gemeinschaftslebeus geopfert wird. Hierin liegt der Grund, warum wir Menschen einer Traube.
uns als Betrachter in so starkem Maße von den Bienen angezogen fühlen. Sie führen uns Es ist bereits ausgesprochen worden, daß im ausziehenden Bienenschwarm ein Abbild der
eine Etappe menschlicher Aufwärtscntwicklung vor Augen. An ihnen wird offenbar. was durch Menschenseele gegeben ist, welche in der Todesstunde den Leib verläßt, Wenn es der Menschen-
Opfer erreicht werden kann. seele nicht mehr gelingt, sich im verlallenden Körper aufrecht zu erhalten, dann verläßt sie
Hier sei des Mannes gedacht, der unermüdlich den höheren Gesetzen im Bierienstock ihn. Dasselbe tut das Bienenvolk, wenn die jungen Königinnen seinen inneren Bestand gefährden.
nachgng und jenes bedeutsame Werk schrieb: „Der Bien und seine Zucht.“ Wir meinen Sieben, meistens neun Tage nach dem Vorschwarm folgt gewöhnlich der erste, und in Ab-
Pfarrer Gerstung. Er ahnte vielleicht nicht die ganze Tragweite seiner Anschauungen, als er ständen von 2—73 Tagen manchmal ein zweiter und dritter Nachschwarm. Nachschwärme
im Hinblick auf die Bienen vorn „Opfer als Grundgesetz der“ Welt“ sprach. Die konkrete weisen nicht die Geschlossenheit des Vorschwarms auf. Sie enthalten durchweg mehrere (un—
Durchgestaltung dieses Gedankens bis ins Physiologische und Biologische hinein hätte ihn befruchtcte) Königinnen und bilden vielfach mehrere oder mehrzipfelige Schwarmtrauben. Zu
über eine bloß „organische Auffassung des Biens“ hinausgeführt. Sein Verdienst soll durch geschlossenen Völkern werden Nachschwärme erst, wenn eine Königin befruchtet ist und die
diese Bemerkung keineswegs geschmälcrt werden. Die Wege gesunder Bienenzucht gehen überzähligen abgestochen sind. ‚„
nicht an Gerstung vorbei, sondern über Gerstung hinaus und zwar im Lichte der Geister‘kenntnis Der Imker, welcher im landläufigen Sinne „modern“ sein will, sieht das Schwä1‘men
Rudolf Steiners. Seinen Wiriken zu folgen entspricht einer dringenden Zeitforderung auf dem nicht gern. In den Bienenzeitungen nehmen die Darstellungen, wie man das Schwärmen ver—
Gebiete der Biencnzucht vor allem deshalb, weil die bloß „organische Auffassung des Bienen— hindert bezw. umgeht, einen großen Raum ein. Eine solche schwarmfeindliche Einstellung
volkes“ nicht davor bewahrt hat, daß auch in der Gerstungschen Schule jenem Uebel, welches kann man nur haben, wenn man das Wesen des Bienenstockes und des Schwärrnens nicht
sich künstliche Königinnenzucht nennt, das Wort geredet wird. Letzteres ist nicht verwunderlich. dem ganzen Umfange nach nimmt. Wer die Meinung hegt, daß ein Bienenvolk nur eine
Eine bloß „organische Auffassung des Biencnstockes“ muß notwendig hinter den Tatsachen Summe von Bienen rnit einer Königin ist, der wird das Schwärmen als einen umständlichen,
zurückbleiben, wenn es sich darum handelt, z. B. den Vorgang des Schwärmens richtig und mit Honigverlust verbundenen Weg zur Erlangung einer neuen Königin sehen. Sein Bestreben
umfassend zu verstehen und aus solchem Verständnis heraus gesunde Praktiken abzulciten. wird dahin gehen, auf Nebenwegen in den Besitz von jungen Königinnen zu gelangen, um
Wir haben es beim Biencnstock nicht nur mit organisch-biölogischen, sondern auch mit fortlaufend die Königinnen erneuern zu können. Wenn nur alle Kästen vollgepfropft von
seelischen und hochgeistigen Tatsachen zu tun. Die daraus entspringendcn Probleme sind teils Bienen sind und eine junge Königin dabei ist, wird ihm der Bestand der Völker gesichert
dieselben, welche das höhere Wesen des Menschen betreffen und als Rätselfr‘agen sich ihm und die Rentabilität des Betriebes aussiehtsreich erscheinen. Selbst diejenigen Imker in der
ins Bewußtsein drängen. Da nun im Biencnstock die übersinnliclren Tatsachen ihre Schatten Gefolgschaft Gerstungs, welche die Einheit des Bienenvolkes betonen, aber sich nicht hin-
in die sichtbare Welt werfen, so kann der Mensch an den Bienen wie in einem Gottesdienst reichend klar darüber sind, worin die Einheit ursächlich besteht und wie sie wird, denken
die Rätsel seines eigenen Daseins äußerlich anschaubar‘ erleben. Dr. Steiner hat ausgesprochen. in dieser Hinsicht nicht viel anders. (Schluß folgt.)
daß am ausziehenden Bienenschwarm im Bilde anschaubar wird, wie in der Sterbestunde die
Menschenseele sich vom Leibe befreit. ’

Daß eine solche Entsprechung vorliegt, wird uns vielleicht klar werden, wenn wir uns
wiederholt folgendem inneren Gespräch hingehen. Wir schauen den Bienenstock an und
sagen uns: „Du, Bienenstock, vollbriiigsi Taten. welche offenkundig Ausdruck hoher Weisheit
sind. Dies kannst Du dadurch, daß Dein Sein sich nicht in der Summe der Einzelbienen, die Bericht über die vierte landwirtschaftliche Tagung
ich sehe, erschöpft. Du bist Bürger zweier Welten. Du lebst als Bienenstockgeist in einer
höheren Welt, aus welcher Du in die. physische hineinwirkst. Die einzelnen Bienen sind Deine
leiblichen Organe. Zu ihnen hast Du ein Verhältnis, welches dem gleicht, wenn der Mensch
in Marienstein bei Nörten
C. Grund
(Hannover)
bei gesclrulter Achtsamkeit sich den Kräften seiner Seele (Wollen, Fühlen, Denken) als drei Am 15. und 16. Juni fand in Marienstein bei Nörten die vierte öffentlidie Tagung des
selbständig gewordenen Wesen gegenübergestcllt sieht. Königin, Arbeiter, Drohnen sind für Versudisringes anthroposophisdrer Landwirte in Deutschland e. V. statt, die von etwa 250 Teil:
Dich etwas, insofern sie Träger von Kräften solcher Art sind, wie sie dem Menschen im Wollen. nehmern aus allen Gebieten Deutsdilands besucht war.
Fühlen und Denken dienen. Reiries Fühlen ist Dein eigentliches Element, denn Du lebst in Nadi der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Versuchsringes, Herrn Klostergutspäditer
den Herzenskräften, welche die Arbeiterbienen Dir opfern. Dies kannst Du, seitdem Du die E. Stegemann:Marienstein‚ und Begrüßungs:Worten durch Exzellenz Michaelis, den Vorsitzenden
Königin ei'griffst_ Und das geschah, als die Königin sich sonnenwärts in die Lüfte erhob und der in der Gründung begriffenen Gesellschaft zur Förderung der biologisch:dynamisdien Wirt:
von der Drohne begattet wurde. Damals wirktest Du gleichzeitig auf das ganze Bienenvolk, sd1aftsweise, hielt Herr Dr. G. Wachsmuth:Dornadi, der Leiter der Naturwissensd-raftlichen
und das neue Bienenvolk wurde als Seele geboren.“ (S. u.)
Sektion am Goetheanum einen Vortrag: „Die Bildekräfte in den Naturreidien und ihre

148 — —149‘

Bedeutung für die Landwirtschaft“. Ausgehend von den naturwissensdiaftlidien Ansd1auungen verdünnungspotenz vorbehandelt und nadi dem Ausstecken im Garten sich selbst überlassen werden.
etwa aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts behandelte er ihre starke Wandlung bis zur Gegen: Die fertig entwid<elten Sonnenrosen zeigten dieselbe charakteristische Wachstumskurve unter dem
wart. Er führte aus, wie der in jüngster Zeit sich immer rasdier entwickelnde wissenschaftliche Einfluß der fortschreitenden Potenz wie die früher veröffentlicbten Versuche mit Weizenkeimpflanzen
Fortschritt für unumstößlich gehaltene Axiome ins \Wanken bradite, ferner wie heute vielfach und von 1922, nur mit dem Unterschied, daß die Wirkungen kleinster Entitäten in diesem Freiland:
besonders in der Landwirtschaftswissenschaft, die praktische Nutzanwendung bisher für gesichert versudi aufs erstaunlichste makroskopisda ersichtlich waren.
angesehener Anschauungen in Widerspruch steht zu neuesten Forschungen auf allen Gebieten, Am fesselndsten war ihre dritte. große Arbeitsreihe, die sie vorführte. In ihrer 10jährigen
weldie in zunehmendem Maße die große Bedeutung dynamischer Zusammenhänge fiir die Be.- Tätigkeit als Leiterin des biologischen Institutes am Goetheanum hat sie die Methode der Kapillar:
einflussung der Lebensvorgänge experimentell nachweisen Im Ansdiluß daran setzte er ausein: analyse, die von ihr in mannigfacher Weise bereits benutzt wurde, zu einer bewundernswerten
ander, wie durch diese modernsten Forschungen die der biologisdr:dynamischen Wirtschaftsweise Vollendung ausgebaut. (Vgl. „Sternenwirken in Erdenstoffen“, ferner „Das Silber und der Mond“,
zugrunde liegende goetheanistische Naturbetrachtung Dr. Rudolf Steiners und seine Lehre von den Orient:0ccident:Verlag Stuttgart 1928/29.) Sie zeigte Bilder von Pflanzensäften, die in Filtrier:
Bildekräften in den Naturreid1en gefördert wird und ihr gleichsam der Weg bereitet werde auch papier aufgestiegen waren. Schon diese ließen eine große Mannigfaltigkeit, aber ohne spezifische
von solchen Forschern, die von ihrem Dasein keine Kenntnis haben. In großen Zügen zeigte er Eigentümlichkeit für die einzelnen Pflanzenarten erkennen. Jedoch die einer Pflanzenart inne.-
sodann, daß sich aus einem Verständnis der Bildekräftewelt ein Weg zur Erforschung und Be.- wohnende Dynamik offenbarte sich der Forscherin nach Zusatz metallischer Lösungen zu den
herrsdaung des Lebendigen ergebe, worauf es in der Landwirtsdiaft ankomme, Pflanzensäften, und zwar zeigte sich jeweils immer nur ein bestimmtes Metall zu dem Kräftewirken
Den zweiten Vortrag des Vormittags hielt Herr Dr, Edcstein:Dornad1 mit dem Thema: „Die ein und derselben Pflanzenart voll aktionsfähig, so daß nur mit diesem zusammen die Zeichnungen
naturwissenschaftliche Bedeutung der hiologisch:dynamischen Wirtsd-raftsmethode“. und Farben auf dem Filtrierpapier Bilder der artspezifischen Dynamik einer Pflanze ergaben. Es
Indem er von dem starken Einfluß ausging, der durch die Arbeiten des Heilbronner Arztes Julius wird so über ein von der Natur selbst gezeichnetes Bild dem Wesen der Pflanzenarten nachge:
Robert Maier auf die gesamten Naturwissenschaften ausgeübt wurde, legte er dar, wie die Folgerungen gangen. Für viele Teilnehmer des Vertrages stellte diese Art des Forsdien3 etwas völlig Neues
des Maier‘schen Gesetzes von der Erhaltung der Energie eine Anschauung haben Allgemeingut dar, das einen starken Eindruck hervorbrachte.
werden lassen, in der die Mannigfaltigkeit der Dynamik in den Naturreid1en unbeachtet bleiben Am Beginn des zweiten Tages stand der Vortrag von Herrn E. Pfeiffer:Dornadrz „Was
mußte, weil man annahm mit einheitlichein Maß jeder Energie gerecht werden zu können. Dem: verstehen wir unter Strahlungswirkungen?“ Als Leiter des naturwissenschaftlichen For.-
gegenüber beweisen die neuesten Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen in reicher Fülle, daß sdaungslaboratoriurns am Goetheanum belegte er seine Ausführungen mit wertvollstem Liditbilder:
eine Reihe sehr spezifisdrer Energien existieren, die uns bisher völlig unbekannt waren, weil sie material der unter ihm seit Jahren sehr umfangreich ausgeführten experimentellen Forschungsar:
durch kein Instrument, sondern nur durch ein eng spezifiziertes Lebendiges wahrnehmbar sind. beiten. Indem er von dem Gehalt der Pflanze an mineralischen Bestandteilen ausgeht, der gegen:
Es erscheint demnach notwendig, ein neues Verständnis für die versdiiedenartige Dynamik in dem über den organischen verbrennlichen Bestandteilen im Verhältnis von etwa 4:96 steht und somit
Kräftespiel der Natur zu gewinnen, In diesem Sinne beruht die Bedeutung der biologisdr:dy: in seinem mengenmäßigen Vorhandensein an sich gering ist, zeigt er an Hand interessantester Ex.-
namischen Wirtschaftsmethode für die gesamte Naturwissensd-raft darauf, daß sie als erste den perimente, daß die Bedeutung der Mineralien für den Aufbau der Pflanze darin beruhe, bestimmte
Weg weist, die ungeheuere und mannigfaltige Dynamik der lebendigen Naturreiche zu verstehen Prozesse zu bewirken, fiir die es nicht so wichtig sei, daß die Pflanze den betreffenden Stoff in
und mit ihr bewußt zu arbeiten. löslicher Form aufnehmen könne, welcher Gedanke der Agrikulturäemie zugrunde liegt; es müssen
Nadi der Mittagspause versammelte man sich im Gutshofe des Klostergutes Marienstein vielmehr die Bedingungen gegeben sein, durch welche der durch ein bestimmtes Mineral verursachte
zur Feidbesichtigung, Leider gelang es bei dieser nidit, dem großen Andrang von Besuchern so, Bildeprozeß in der Pflanze, wie etwa der vom Kiesel oder Kalk bewirkte, vor sich gehen könne.
wie es wünsd1enswert gewesen wäre, völlig gered'rt zu werden. Als erstes Experiment in dieser Richtung demonstrierte er die verschiedenen Wuchsformen von
Bei den Getreidefeldern fiel es auf, daß hier das Wachstum der Pflanzen gegenüber dem: Erbsen, denen während des Wachstums in einer Versuchsreihe ein Kalkspat, in einer zWeiten ein
jenigen unter dem Einfluß mineralisdier Düngung langsamer vor sich gegangen war. Von Land.- Bergkristall und in einer dritten Versuchsreihe kein Kristall beigegeben war. Die Wadastumstypen
wirten, die die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise schon mehrere Jahre in«ä.j_hren Wirtschaften unterschieden sich außerordentlich sowohl rein quantitativ als auch im Typus in einer ganz ver:
anwenden, ist diese Erscheinung als Vorteil erkannt worden. Die Pflanzen eniwidceln sich fester schiedenen Ausbildung von Wurzeln, Stengeln, Blättern und Früchten.
und widerstandsfähiger; auf der einen Seite tritt bei großer Feudrtigkeit die Lagergefahr sehr zu: Er zeigte dann des weiteren. wie man geradezu von einer Kalkstrahlung und einer Kiesel:
rüdc, auf der andern Seite überstehen sie, was auch in diesem Jahr mehrfach wahrzunehmen strahlung sprechen könne, wofür er mit der Methode der von ihm ausgeführten „Sphärenversuche“
war, Trodcenperioden leichter. (vgl. Gäa Sophia Bd. 4. de. S. 47 ff). experimentelle Belege brachte. Obwohl die bei diesen
Von besonderem Interesse war es, festzustellen, daß durch die biologisch:dynamische Be.- Versuchen gewachsenen Pflanzen keinerlei Berührung mit Kalk oder Kiesel je nach den Versud1s:
handlung der Felder eine besondere Wuchsfreudigkeit der Leguminosen sich entwickelt hatte, deren reihen hatten, machte sich in ihnen die Kalk: bezw. Kieselwirkung geltend, weil in der Sphäre,
Stand ein sichtlich besserer war als auf den mineralisch gedüngten Nachbarfeldern Die zusammen von der das Vegetationsbecherglas umgeben war, eine Kalk: oder Kieselaufschlemmung sich be.-
mit Hafer gebauten Pferdebohnen und besonders die Erbsen fielen allgemein durch ihr gutes Aus.— fand. Es war also festzustellen, daß von dem Kalk und dem Kiesel eine nichtstoffliche Wirkung,
sehen auf eine Strahlungsernission, durch das Glas hindurch auf die Pflanzen ausgeübt worden war, von
Eine besondere Beachtung fand der Einfluß der biologisdixdynamisdien Behandlung auf die welcher verschiedenartige Prozesse im Pflanzenorganismus ausgelöst wurden. In dieser Richtung
Bodenbeschaffenheit, auf Garebildung und Krümelungstendenz. Eine grobe Prüfung mit der Hand zeigte Herr Pfeiffer noch mehrere charakteristische Wirkungen, auf die infolge Raummangels nicht
und dem Stockeinstich ergab, daß die Schichten unter der Bodenoberfläche eine sehr auffällige eingegangen werden kann.
Mürbigkeit aufwiesen, was auf den mineralisch gedüngten Nachbarschlägen nicht der Fall war. Bezüglich der von ihm im weiteren behandelten Experimente, bei denen verschiedene biologische
Wünschenswert ist es, daß man in Zukunft verschiedene Bodenuntersuchungsmethoder] anwendet, Maßnahmen in ihrer Wirkung auf die Kristallisation von Salzen geprüft wurden, sei auf seine
um die .Wirkung der biologisdi:dynami$chen Wirtschaftsweise möglidist weitgehend und wenn jetzt erschienene Arbeit „Kristalle“ Orient:0ccident:Verlag Stuttgart, verwiesen.
möglich in objektiven Zahlenwerten, die einen Vergleich gestatten, zu fassen. Es folgte der Vortrag von Herrn Dr. med. vet. Werr mit dem Thema: „Schädigungen
Am Abend nach der Feldbesichtigung hielt Frau L. Kolisko einen Vortrag: „Aus den unserer Rindviehzucht durch die Gegenwartskultur und Heilung der Schädigungen durch
Arbeiten des biologisd1en Institutes am Goetheanum.“ Ihre sdiliditen Ausführungen die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise“. Er führte von der historischen Entwidclung der
waren von Anfang bis Ende ohne jede Theorie. Durd'i Liditbilder ihrer experimentellen Arbeiten, Rindviehzucht ausgehend aus, wie sich seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Leistungs:
die sie lediglich als Phänomene hinstellte, hob sie alles über die Sphäre mensdilidier Meinungs: begriffe in der Zucht nahezu vervielfacht haben. Die Tiere seien wider ihre Veranlagung zu unnatürlich
verschiedenheiten hinaus. Sie zeigte anfangs Versuche, die sie im Ansd11uß an frühere Veröffent: hohen Leistungen gezüchtet werden. Diese Tatsache r'a'che sich in einer Menge von Krankheiten,
lichungen (L. Kolisko, Gäa Sophia Bd. IV, S. 63) gemacht hatte, über die Wirkung von ver: die immer häufiger auftreten und immer schwerer zu bekämpfen seien. Dauernde Heilung dieser
schiedenen Mondphasen auf die Aussaaten. Die dabei entdeckten Unterschiede an Quantität wie Schädigungen könne nicht mit einzelnen Mitteln erzielt werden, sondern sie könnte nur erreicht
Qualität waren sehr beträchtlich. werden durch umfassende Maßnahmen, wie sie in der biologisch:dynamisdaen Wirtschaftsweise,
Die zweite Arbeitsreihe, die sie vorführte, betraf einen neuen Nadrweis der Wirksamkeit die die natürlichen Zusammenhänge bis ins Einzelne berücksichtige, geschaffen werden.
kleinster Entitäten, worüber sie ihre erste Veröffentlidrung 1923 herausgebracht hatte. Es waren Den letzten Vortrag die Vormittags hielt Herr Dipl.:Gartenbauinspektor M. K. Sd1warz:
Reihen von Sonnenrosenkernen mit verdünnten Metallsalzlösungen von der 1, bis 30. Dezimal= „Biologisch:clynamisdie Wirtschaftsweise im Gartenbau“. Er sprach davon, daß der
—lblf

Garten genau wie der landwirtsäaftlidie Betrieb eine geschlossene Individualität sein solle und Nebenäcker waren recht dürftig dagegen. Des: weise vielleicht diesen Tierchen eine günstige
insofern eigentlich eine vollständige Landwirtschaft im Kleinen darzustellen habe, bei der auch bei gleichen erwiesen sich Klee: und Haferädcer eben: Lebensbedingung schaffe. Zahlreidie Nistkästen,
einiger Größe der Betriebe die Viehhaltung mit ihrem Futterbau und ihrer Grasnutzung nicht falls als recht befriedigend. Zwei Bodenproben, die an den Bäumen aufgehängt und audi be:
fehlen dürfe. In allem waren seine Ausführungen auf praktischer Erfahrung darübe1 aufgebaut, nebeneinander verglichen, zeigten, daß der bio: wohnt waren, bewiesen daß diese Wirtschafts:
wie er in seinem Erwerbs:Gartenbaubetriebe das Einzelne allmählich eingerichtet habe, und wie logisch gedüngte Boden viel sd1w'a'rzer und in methode die Vögel als treue Helfer im Kampf
sein Verständnis für bestimmte Zusammenhänge, die sich aus der biologisdi:dynamischen Wirtsdiafts: der Struktur viel kriimmeliger als der gewöhnlidie gegen das Ungeziefer sehr zu schätzen weiß.
weise ergeben, in der praktischen Tätigkeit gewadisen sei. Man merkte ihm die Freude am Er: Boden ist. Urn objektiv zu bleiben, muß gesagt werden,
folg und an der Mitteilung namentlich seiner Qualitäts:Ergebnisse an. Besonders beaditenswert war die Besichtigung daß neben den eben genannten Feldern auch
Nach einer Mittagspause wurde der letzte Vortrag der Tagung von Herrn Dr. E. Bartsch einer Obstanlage, die neben der biologischen viele andere Felder zu sehen waren, welche nadi
gehalten: „Von der Arbeit des Versuchsringes anthroposophischerLandwirtein Deutsch: Düngung mit dem Präparat 501 im Frühjahr den althergebrachteri Wirtschaftsmethoden bebaut
land und der Verwertungsgenossensdiaft Demeter“ Er gab eine historische Darstellung, gespritzt werden war. Daß die Bäume nidit sind und ebenfalls recht befriedigend im Ertrag
wie die Entwicklung des Versuchsringes anthroposophisdier Landwirte vor sich gegangen war verfressen und mit reichem Fruchtansatz behangen sind, Sicher aber ist es, daßydi'e biologisch be:
Aus kleinen Anfängen heraus mußte man erst Erfahrung sammeln; denn die von Dr. Rudolf waren, hatte man sdiließlidi erwartet, aber daß handelten Felder diesen letzteren gewiß nidit nach:
Steiner, dem Schöpfer der biologisdi:dynamischen Wirtschaftsweise, gesdiaffenen Maßnahmen wurden man die „Judenschnecken“, welche früher in den stehen. Wenn es nun Rudolf'Steiner und seinen
das erste Mal angewendet. Mari arbeitete ganz im Stillen —
das war aber auf die Dauer nidit
durchzuführen. Der Kreis wuchs: Bald merkten die Verbraucher landwirtsdiaftlichü Produkte, daß
Weinbergen so häufig zu treffen waren und dort
ganz und gar verschwunden sind, hier wieder
Anhängern gelungen ist, diesen selben Effekt
mit billigeren, einfacheren und natürlichen giftfreien
die biologisch:dynamisch gebauten Früdite besondere Qualität besaßen. Es wuchsen die Erfordernisse zu Hunderten wiederfinden würde, das hatte nie: Mitteln zu erreidien, dann ist der Menschheit
gemeinsamer Arbeit nach beiden Richtungen: Die Produzentenkreise wurden aufmerksamer und mand erwartet. Es wurden allerlei Vermutungen doch sicher ein Dienst erwiesen und dem ohne:
wünschten in größerer Zahl selbst Versudie zu beginnen. Das wachsende Interesse wurde nidit zur Klärung dieser merkwürdigen Ersdieinung hin sdiwer kämpfenden Landwirt eine große Er:
zuletzt durch Warnungen von Gegnerseite angefad'it. Die Konsumentenkreise fragten in steigendem ausgesprochen, so wurde audi darauf hingewiesen, sparnis an Wirtschaftskosten möglich geworden.
Maße nadi biologisch:dynamisch gebauten Produkten. In demselben Umfang, wie die Öffentlichkeit daß der lebendige Kalk der biologischen Düngungs:
mehr und mehr an der biologisdi:dynamischen Wirtsdraftsweise Interesse gewann, mußte der Ver:
suchsring und die Verwertungsgenossenschaft Demeter ihren Tätigkeitskreis erweitern.
An die Ausführungen von Dr. Bartsdr schloß Exzellenz Midiaelis nod1 einige Worte, die
darin ausklangen, daß die Gesellschaft zur Förderung der biol ogisch:dynamisdien Wirtschaftsweise
alle ernsten Interessenten, soweit außerhalb stehend, zu gemeinsamer Forschungs: und praktischen
Verschulte, gut bemur3ete Erdbeerptlanzlmge
Arbeit sammeln wolle, was von der Versammlung beifällig aufgenommen wurde. aus ein und zweijährigen Pflanzungen, seit 6 Jahren biologisch- dynamisch herangezogen
Mit dem Dank des Vorsitzenden an die Vortragenden und die Versammlung, vor allem lieferbar Anfang August
audi für die anhaltende Aufmerksamkeit trotz Sommersglut, schloß die Veranstaltung. °/oo 45,00 RMlc.
Ola 5,00 RMk.‚

:

Max Karl Schwarz, Worpswede bei Bremen

Die biologisch-dynamische Wirtschaftsmethode in der Praxis


Die „Markgräfler Nachrichten“ vom 20. Mai
1930 bringen unter dieser Überschrift einen Be:
Ammoniakgehaltes sehr vorteilhaft hinwirken.
Die Wirkung des auf diese Art präparierten
Demeter-Kartoffeln
richt über eine Feldbesidatigung in Auggen, den Mistes sollte man im Laufe des Tages nodi oft
wir im folgenden auszugsweise wiedergeben: günstig beobachten können. biologisch-dynamisch gedüngt
„Vor dem Eintritt des Ganges durch die Felder Zunächst führte der Gang in den nahen Obst:
machte Herr Jacoby einige Erläuterungen und garten, wo man Gelegenheit hatte Bäume zu (ohne Verwendung von ‚Kunstdünger)
betonte, daß die Besichtigung keine Propaganda sehen, die trotzdem sie nicht mit Giften gespritzt
für die biologisdie Wirtsdiaftsmethode sein solle,
wohl aber soll der Besucher mit aller kritischen
Einstellung sich sein Urteil selber bilden. Heute
waren gar keinen Raupenfraß aufwiesen. Die
zur Anwendung gekommenen Präparate wirken
sich nidit gegen das einzelne Insekt aus, indem»
nahrhaft »«
wohlschmeckend
gelte zwar auf dem Markte noch meistens der
Grundsatz von Maß und Gewidit, es werde
dieses durch ein Magengift vernichtet werde,
sondern es richte sich gegen die Fortpflanzungs:
haltbar
aber die Zeit sdinell näher kommen, wo die Ware kraft der ganzen Gattung, was einen natürlichen
mehr nach ihrer Qualität und dem gesundheitlichen Rückgang der Schädlinge herbeiführe. 20000—A30000 Zentn6r zur Verfügung!
Werte beurteilt werde. Eine kleine Ausstellung Alsdann hatte man Gelegenheit, verschieden
zeigte z. B. zersclinittene Kartoffeln teils biologisd1 behandelte Wiesen nebeneinander zu vergleichen.
teils mit Kunstdiinger gedüngt. Die letzteren Eine Wiese, auf die seit 1927 kein Kunstdünger Interessenten und leistungsfähige Vertreter wollen sich
waren, wie es um diese Jahreszeit häufig der mehr gekommen war, stand in Bezug auf Menge wenden an
'

Fall ist sdiwarzfledcig, die biologisdi gedüngten und Güte des Grases zweifellos besser wie die
waren dagegen völlig gesund.
Alsdann wurde die Düngerstätte besiditigt
und an einer Probe festgestellt, daß dieser Mist
Nachbarwiesen, die in der üblidien Weise mit
Kunstdiinger bestreut war. Auffällig war der
gute Kleebestand der biologischen Wiesen. Die
Verwertungsgenossenschat't DEMETER
E. G. m. b. H.
auffällig kühl war. Herr Jacoby betonte, daß besiditigten Weizenädcer zeidineten Sidi nidit allein
dies der Einwirkung der Präparate 502 #50? durch guten Bestand und üppiges Wachstum Bad Saarow in der Mark
zuzuschreiben sei, weldie im Mist eine besondere aus, sondern sie waren auffällig unkrautfrei. Mit
Gärung hervorriefen, die auf die Erhaltung des diemischen Unkrautvertilgungsmitteln bespritzte
152 —

—\‘ —\‘J.‘—\
'

Lse_.läefié_ehisfl Demeter—
Erdbeerpflanzen ,
’ . —/ -——/--
EHRENFRIED PFEIFFER Sieger 100 Stück 2,75 M
Schwarze Ananas 100 „ 2,50M
Monatsschrift für
biologisch:dynamische Wirtschaftsweise
K R|STA LLE Lieferung Anfang August
Vorbestellungen erbeten!
Gertrud Bothe, Erdbeerplantage
(früher Mitteilungen des landwirtschaftlichen Versuctmrr'nges
der Anthroposophischen Gesellschaft)

Berichte
Alle Qechre vorbehalten, — Nachdruck verbotérT
Breslau-Hundsfeld/Schlesien Herausgeber: Versucl‘rsrirrg anthroposophisd'rer Landwirte in Deutschland e. V.
aus den Arbeiten Scl'iriftleitung: Dr. E. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
des ‘
Dipl.:lng. P. Dreidax, Bad Saarow (Mark)
Naturwissenschattlichen Forschungs- Alleinstehende ältere Dame (Witwe) Geschäftsstelle: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dostscl‘redclconto: Breslau 56266
Laboratoriums am Goetheanum, aus baltisch:akadem. Kreisen, weldie eben auf
Dornach/Schweiz ihr kl. ländl. Anwesen gezogen, sucht gegen Nr“. 9 September 1950 5. Jahrg.
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Herausgegeben von der Naturwissen-


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entgelthch 450 qm Gartenland zu eig. Benutzung.
schule für Geisteswissenschaft Geil. Angebote bitte zu richten an Was haben Sie geerntet?
am Goetheanurn Frau Direktor N. Great Dr. Erhard Bartsch
„\X7ie viel Zentner Roggen, Weizen, Rüben usw. haben Sie vom Morgen geerntet?“ das
#

Parchim ]. Mecklbg., Slater:Fährsteig


ist die stereotype Frage, mit der sich noch heute die meisten Landwirte über Erfolg oder NIiß:
Broschierte Mappe — 41 Tafeln
erfolg in der Wirtschaft des Nadibarn unterrichten wollen; Es soll untersucht werden, ob und
RM 550 wie weit diese Fragestellung einen wirklichen Einblick in die Prosperität eines landwirtschaftlichen

Eine Darstellung des Wirkens der


lGebilde1e Gärtnerin‘ \
Betriebes gewähren läßt. Dieser stereotypen Redewendung liegt ein ausgesprochener Rennsport
nach Höchsterträgen an Feldfrucht zugrunde. Es wird ganz einseitig und aussd11ießlich der momen:
Bildekrätte auf die Formung der [Vla-
terie auf Grund wissenschaftlicher Vern
suche nach gelsteswissenschattliohen
[ sucht Slellung in mittelgroßem Guts:
garten, wo sie Gelegenheit hat, bio:
logisch:dynamisdie Düngung durd12u:
führen. Angebote unter M. Z. VII an {
tane Quantitätserfolg berücksichtigt. Der Mengenertrag allein ist aber keineswegs aussd11aggebend
fiir die Wirtsdiaftlichkeit eines Unternehmens weder auf der Einnahnienseite noch auf der Aus:
gabenseite.
Bei dieser Einstellung bleibt zunächst völlig unberücksichtigt, mit welchen Unkosten pro
Hinweisen. die Geschäftsstelle des Blattes erbeten. hlorgeii ein bestimmter Mengenertrag erzielt worden ist. Und doch können gerade diese größeren

Käiiiériiier
oder kleineren Unkosten ausschlaggebend für den Enderfolg einer Wirtschaft sein. Das zeigen
Ein deutlich die Statistiken der versdiiedenen Buchführungsinstitute. Bei den Produktionskosten spielen
neben den Löhnen eine Reihe von Faktoren, vor allem die Ausgaben für Düngung eine ent:
scheidende Rolle, Sehr wesentlich für die Höhe der Produktionskosten bei Getreide ist es audi,
Junger Mann wenn dieses lagert. Die Kosten für die Einbringung der Ernte erhöhen sich bei Lagergetreide
ganz wesentlich gegenüber normal stehendem Getreide. Es ist für den wirtschaftlidaen Erfolg eines
. Ha uS u n d HOf
fürOstern (18 Jahre alt), 4 Jahre Walddorfsd1ule, 3 Jahre Betriebsjahres sehr entscheidend, ob eine bestimmte Zentnerzahl pro Hektar bei normal stehendem oder
. technische Gewerbeschule, sud1t, auf gut geleitetem lagerndem Getreide geerntet wird. Ehe man also nach dem Mengenertrag fragt, sollte man sich
——OStem
1930 1931 Gut zur Erlernung der Landwirtschaft unterm.- über den Düngeraufwand, über Ernteverhältnisse und ähnliches, überhaupt über die Produktions:
Herausgegeben von der mathematisch- kommen. kosten verständigt haben,
astronomischen Sektion am Goetheanum
Dornach/Schweiz
Kemperling, WienVll Es kommen aber noch weitere Gesidttspunkte in Frage. Immer dringender wird der Ruf
Kenyongasse 18 nach Qualitätsproduktion in der Landwirtschaft — und das mit vollem Recht. Bei dem einseitigen
Kart. RM 3,* Quantitätsstreben der letzten Jahrzehnte ist das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Qualitäts:
Kalendarium mit genauen astronomischen An. sd16pfung in der Landwirtschaft verloren gegangen. Zur Qualität eines landwirtschaftlichen Er:
gaben (Siernbilcler, Sonne. Mond und Pla- zeugnisses gehört ja neben dem Gehalt an hochwertigen organischen Substanzen wie Stärke, Ei:
freien) Landarbeiler weiß, Zucker, vor allem die Haltbarkeit, Bekömmlichkeit, Nährhaftigkeit. Sowohl die Bedürfnisse
Sternkarte mit Planetenbahnen . mit Pferden und Feldarbeiten vertraut,
Historische Bemerkungen des Betriebes wie des Marktes verlangen höchste Qualität. Für den Betrieb bedeutet es nur eine
ledig, Mitglied der Christengemeinschaft Belastung, wenn bei der Kartoffelernte Wasser statt Stärke auf den Hof gefahren wird, auch wenn
Künstlerische, literarische und wissenschaft-
liche Beiträge . sucht dauernde Beschäftigung der Mengenertrag an Kartoffeln entsprechend hoch ist. Abgesehen von den hohen Produktions:
im In: oder Auslande. Das Reisegeld kosten, die mit einer Rekordernte naturgemäß verbunden sind, sind bei Kartoffeln geringerer Qua:
Orient -Occident «Verlag lität abnorme Verluste bei der Lagerung zu erwarten. Außerdem ist der Futterwert gering. Was

‘ist vorhanden. Angebote erbeten an
Stuttgart
Haus des Deutschlums
Julius Selle, Elreslau— Groß-Masselwllz nutzt es schließlidi, wenn wie ich es in Schlesien erlebt habe— durch enorme Kunstdiinger:
gaben vom Hektar 800 Zentner Kartoffeln und mehr geerntet werden, der Betriebsleiter aber sich
postlagemd. fürchten muß die Kartoffeln auch nur auf den Hof zu bringen aus Angst, es konnten dann noch
vor dem Verkauf zuviel Verluste eintreten, Um solche Kartoffeln überhaupt zu verwerten, mußte
der Händler mit seinen Lastautos an das Kartoffelfeld heranfahren, die Kartoffeln wurden, wie
Bud-rdrudrerei Bruno sdieuer‚ Breslau 5, Gräbschenerstr. 58.
—177—
—17G—
Bei einigermaßen günstiger Witterung reichen 50 Morgen beste Stoppelseradella aus, um 22 Stiidc
sie aus der Erde kamen, auf die Autos verladen und sdileunigst nadi der Stadt gebradit, wo sie Milchvieh etwa 100 Tage lang zu ernähren, wenn im Stall nodi genügend Stroh zugefüttert wird.
dann an die Kleinliändler weiter veräußert wurden. Es mag dies im einzelnen Falle zwar vom Natürlich muß dann sehr sachgemäß gehiitet werden. Unter jetzigen Verhältnissen muß bei einem
Standpunkt des Landwirtes sehr geschäftstiichtig erscheinen, insofern als er den voraussichtlichen Sialldurdaschnitt von 12 Liter der Futtertag bei Stallfütterung mit M 1,25 eingesetzt werden.
Verlust und Schaden auf Handel und Konsum weiterschiebt. Im Großen gesehen aber smadet
sich der Produzent selbst am allermeisten mit solchen Produktions: und Verkaufsmethoden. Hätten 2200 Futtertage a M 1,25:M 2750,:
wir Landwirte nicht soviel Fehler dieser Art in dem letzten Jahrzehnt gemacht, darin brauchten davon gehen ab für Saatgut und Säen von 50 Morgeaneradella M 250,— (reidilichst!)
wir heute keine Markenkartoffeln mit behördlichen Kontrollen usw., um uns einigermaßen gegen: M 2 500,—
über den Qualitätsprodukten des Auslands zu behaupten. Dazu kommen aber nodi die Vorteile der gesamten Haltung der Milchviehherde bei Hütung
Von den Futterrüben ist das gleiche zu schreiben. Immer wieder erlebt man es, wie nur gegeniiber Stallhaltung und die Leguminosenwirkung der Seradella auf den Ad<er (Ernte im nächsten
natürlich oder biologisch:dynamisd‘t gedüngte Rüben viel weniger wässrig, kerniger, haltbarer sind Jahr), die ja in dem Aufsatz „Der Wert der biologisch:dynamischen \Wirtschaftsweise für den
als mit Kunstdünger getriebene Rüben. In einem Betrieb im Schwarzwald waren noch im August Leguminosenanbau besonders auf leichten Böden“ in Nr. 5 dieser Zeitsdirift eingehend abgehandelt
dieses Jahres Futterri.iben in bester Qualität zu sehen, die im vergangenen Jahre ohne Kunstdünger ist. Beide Vorteile lassen sich ja in Zahlen kaum richtig ausdrücken. Natürlich macht diese Kai:
gewachsen waren. Hier liegen die Vorteile für den Betrieb auf der Hand. Leider wird heute kulation keinen Anspruch auf äußerste Exaktheit. Auch liegen selbstredend die Verhältnisse in
zu wenig an solche Zusammenhänge gedacht. jedem Betriebe anders. Durch diese überschlägige Redinung sollte nur von neuem illustriert
Von sehr einschneidender finanzieller Bedeutung für den einzelnen ist natürlich auch die werden, wie weitig sinnvoll und exakt es ist, wenn immer wieder gefragt wird: „\Wie viel Zentner
Qualität des wirtschaftseigenen Futters. In Marienhöhe wurden in diesem Vorsommer bei einem Roggen haben Sie pro Morgen geerntet?“ und man sich dann mit irgend einer Zentnerzahl zu:
Bestand von 23 Milchkühen ie Kuh und Tag 50—60 Pfund Futterrogen:Wicken:Gemenge frieden gibt bezw. glaubt sich ein treffendes Urteil über eine Wirtschaft oder \Virtschaftsweise
grün gefuttert und dazu 3 Pfund Kraftfuttergemisch (Sojaschrot, Palmkernkuchen, Weizenkleie) bilden zu können.
gefüttert. Sonst nichts. Dabei wurde ein Stalldurd15chnitt von annähernd 13 Liter und ein Melk: Aber nicht nur die Befriedigung der Bedürfnisse des eigenen Betriebs, sondern vor allem
durchschnitt von über 15 Liter je Kuh und Tag erreicht. Wie wäre das bei einer keineswegs auch die Anpassung an das Bedürfnis des Marktes ist ja ausschlaggebend für den Gesamt:
auf einseitige Milchleistungen durchgeziichteten Herde inöglidi gewesen, wenn nidit das "Grünfutter wirtsd1aftserfolg eines Betriebes. Der Markt verlangt heute Qualität und immer wieder Qualität,
höchsten Futterwert gehabt hätte? Auch wurde alles Grünfutter sauber von den Tieren aufgefressen, an Mengen fehlt es nicht. Im Gegenteil, bei vielen Kulturarten erleben wir Landwirte es ja, daß
es gab keine „grüne“ Düngerstätte. uns die zu reichlich erzeugten Mengen direkt zum Verhängnis werden. Roggenblod<l Aber
#

Aber wie wenig wird auf solche Qualitätsvorteile im eigenen Betrieb geachtet. Wenn nur wo bleiben diese Erkenntnisse, wenn trotzdem gefragt wird: „Wie viel Zentner haben Sie pro
die Grünfutterflächen recht üppig, geil und blaugrün sich dem Auge des Landwirts präsentieren .Morgen geerntet?“ - Liegt nicht in dieser Frage sdion wieder der Anreiz zu einer ungesunden
und genügend Masse hereingeholt wird. Nadi dem, was folgt, wird dann nidit viel gefragt. Rekordsudit und Ertragshetze, die man unter Berüdcsichtigung der Markt: und Absatzverhältnisse
Ein weiterer Gesichtspunkt, der in diesen Zusammenhängen wenig oder gar nidit beadatet gerade vermeiden sollte.
wird, ist die Frage in welchem Zustand eine Frucht den Acker zuriickläßt, bezw., wie die Nadisaat Welche wirtschaftlichen Möglichkeiten sich fiir den Landwirt ergeben, wenn er seine Produktion
gedeihen konnte. Ein Beispiel: In Marienhöhe ist es für den Wirtsd'iaftserfolg ausschlaggebend, auf die wirklidaen Bedürfnisse des Marktes einstellt, soll nodi an einem Beispiel aus der Praxis
in welchem Maße die günstigen Absatzverhältnisse fiir Mildi und Molkereierzeugnisse im nahen gezeigt werden.
Badeort Saarow ausgeniitzt werden können. Dazu ist eine zahlenmäßig starke und leistungsfähige Das weiterverarbeitende Mühlen:, Mälzerei:, Bäd<ereigewerbe und vor allem der Konsument
Milchviehherde und eine entsprediende Futtergrundlage Voraussetzung. Um letztere zu sichern stellt sehr bald die besondere Qualität biologisdi:dynami$ch gedüngter Demeter:Produkte fest. Es
wird in etwa 80% der Roggentläche Seradella eingesät. Gedeiht diese, so kann das gesamte ergeben sich sehr oft schon bei der Verarbeitung so wesentliche Vorteile, daß ein entsprednender
Milchvieli von Ende Juli bis Anfang November darauf weiden, ohne daß nennenswerte Mengen Mehrpreis für das Rohprodukt gereditfertigt erscheint und audi an den Landwirt bezahlt werden
anderer Futtermittel zugefüttert werden müssen. So werden jetzt
#

Ende August:
die 22 Stüd< kann. Trotz der durch schwierige Ernteverhältnisse in diesem Jahre vielfach geringeren Qualität
Milchvieh ::
Jungvieh ist auf Pensionsweide
#

auf Stoppelseradella gehütet, ohne daß irgend an Weizen und Roggen konnten bei den bisher der Verwertungsgenossensdiaft Demeter auge:
etwas anderes zugefiittert wird. Das letzte Probemelken ergab 270 Liter blilch
#

bei 22 Kühen dienten Proben unter anderem festgestellt werden


also einen Stalldurdischnitt von über 12 Liter Milch. Die durchschnittliche Verwertung für 1 Liter bei Demeter:Roggen 75,5 kg Hektolitergewidit
Milch ergibt augenblicklich 27 Pfennig. Hier ist durch entsprechende Wirtschaftsmaßnahmen eine bei Demeter:Weizen 83,: kg Hektolitergewicht
sehr gesunde und ganz billige Fütterung erreicht, die sich im Hinblick auf die guten Verwertungs: bei Demeter:Gerste 70,— kg Hektolitergewicht
möglichkeiten für Milch und Molkereierzeugnisse außerordentlich segensreich gerade in finanzieller Obwohl mit dem Gewicht allein die echte Nährqualität von Brotgetreide noch keineswegs
Hinsicht auswirkt. Was würde es dagegen bedeuten, wenn durch künstliche Treibwirkung der erfaßt ist, so ist es doch zu verstehen, daß für solche Qualitäten bis zu M 4,H Aufpreis und
Roggenertrag pro Morgen noch um zwei Zentner gesteigert werden wiirde und dabei die Sera: mehr ie 100 kg Roggen und Weizen bezahlt wird.
dellauntersaat in ihrer Entwicklung nachteilig beeinflußt bezw. ganz unmöglich gemadit werden Berüd<sichtigt man diese Verwertungsmöglidikeiten, so wird wiederum klar, wie wenig sinn:
würde, wie dies in der Nachbarschaft von Marienhöhe auf Kunstdüngerschlägen jetzt sdion im voll die Frage nach dem bloßen Mengenertrag je Flächeneinheit fiir die Beurteilung des Ertrages
zweiten Jahr vielerorts beobaditet werden kann. Eine übersdalägige Rechnung kann dies noch einer Landwirtschaft ist.
besonders illustrieren. . Habe ich als Landwirt durch entsprediende Maßnahmen einen Qualitätsroggen erzeugt, fiir
In Marienhöhe werden etwa 75 Morgen Roggen gebaut, davon 10_15 Morgen grün ge: den ich beispielsweise M Z,: je Zentner über den handelsüblidien Marktpreis erhalte, so würde
fiittert.und etwa 60 Morgen reif geerntet. Nehmen wir an, es wären durch sehr intensive Kunst: ich bei einem Ertrag von 10 Zentner M 20,— je 1/4 Hektar mehr einnehmen. Diese Mehrein:
düngung, besonders in Form von Stickstoff, etwa 2 Zentner Roggen mehr geerntet. Da ergäbe nahme aus Qualität könnte bei einem Roggenpreis von M 8,# je Zentner erst durch einen Mehr:
Sidi fiir die Wirtschaft zunächst ein Plus von '
ertrag von 21/2 Zentner Roggen normaler Qualität je 1/4 Hektar wieder herausgeholt werden. Um
120 Ztr. Roggen a M S,::M 960,: 2‘/2 Zentner Roggen für ll, Hektar mehr zu ernten, bedarf es iedodi wieder erheblicher Mehrkosten
250 Ztr. Stroh a M l,— :M 250,— bei der Düngung, Ernte usw., sodaß die Rechnung keineswegs glatt aufgeben würde.
Wlan sieht: audi im Hinblid< auf die Markt: und Absatzverhältnisse bedeutet die Frage
M 1210_# nach dem bloßen Drusdiergebnis je Flächeneinheit herzlidi wenig.
Davon
M 18,—
gingen
pro
aber
Morgen
ab Mehrkosten
eingesetzt
für
werden
Düngung
sollen, also
mit
M
Anfuhr und Ausstreuen, die mit nur
?20,— und dann audi die Mehrkosten
für Ernte, Drusch und Lagerung der 120 Zentner, sodaß diese Mehrernte im besten Falle der
Und so wird die Frage: „Was haben Sie pro Morgen geerntet?!“
— hoffentlidi in Land:
wirtskreisen immer seltener werden. Statt dessen sollte dem praktischen Landwirt immer mehr
bewußt werden, weldie Faktoren eigentlich den Erfolg seiner Wirtsdiaft auf lange Sicht hin be:
Wirtschaft einige hundert Mark einbringen würde, was in gar keinem Verhältnis steht zu dem stimmen.
enormen Risiko, das mit hohen Produktionskosten in heutiger Zeit immer verbunden ist. Zusammenfassend ergibt sich da, daß außer dem Mengenertrag auf folgende Punkte geaditet
Ganz anders fällt die Rechnung aus, wenn von vornherein auf Rekordernten bei Roggen werden muß:
verzichtet wird und dafiir der Seradellacinsaat besondere Beachtung geschenkt wird.
—178* 4179—
7

Höhe der Produktionskosten


_ (Dün gung — Bodenbearbertung'

Ernte
Qualrtaten (Schwund bei der Lagerung, Futterwert, Verkaufspreis), Bodenzustand
(Raubbau oder Erhaltung der „alten Kraft“, Nachfrudit, Zwischensaat).

La er, erzielte
»«

Ernte
na%h )der
Beobachtung gemacht werden: Bei anhaltender Trockenheit leiden die Pflanzen umsomehr.
je stärker sie mit Mineralsalzen gedüngt wurden. Der Aufwand ist dann nicht nur umsonst,
sondern sogar noch ertragdrückend. Von einem Weizenschlag von 96 Morgen waren 24 Morgen
#

Erst wenn all diese Gesichtspunkte bei der Beurteilung einer Ernte oder einer ganzen \Wirt:
rnincralisch und 72 Morgen biologisch. Der Kunstdiingerwcizen zeichnete sich nur dadurch aus,
Isii afeiswebls'e 1_;7oll‘libberä]cksßhtrgt
nüt%lidi
werden, wird manche Diskussion in landwirtschaftlichen Versamm:
Wärclfzfl‚ esr tigungen‚ Jagdessen und Darnrnerschoppen wieder unmittelbar fruchtbar und
daß er im Stroh etwa 6 ein höher war und etwas stärker bestockt _ der Ertrag war gleich
dem des biologischen Weizen
H

sein Korn war qualitativ viel schlechter., da er ebenfalls


11 Tage eher ins Reiiestadium überging wie der biologische Weizen.
. muß
uf eines jedoch mit besonderer Betonung„ hin gewresen werden. Der Sinn diese
' ' '

,
Der im Frühjahr in diesen Weizen untergesäte Klee litt ebenfalls sehr unter der Trockenheit.
Ausfuhrungen ist nicht der, daß aus der Not eine Tugend gemacht wird. Es soll keineswegä Und als der Weizen abgecrntet war, stellte es sich heraus, daß auf dem ganzen Stück des
]der Gedanke erweckt Ernten
<anie,
moglichst geringe
werden, als wenn es in Zukunft für die deutsche Landwirtschaft darauf an:
zu machen, Hier sollte nur mit Nachdruck darauf hindewiesen Kimstdi'ingerweizens der Klee fast restlos verschwunden war, während man unmittelbar daneben
;;Ie'rden, daß die
R1ßerfolge in
Urteilsb11clungen über landwirtschaftliche Maßnahmen, Methoden, Erfngmoder
Zukunft von einer ganz neuen Gesinnung getragen sein müssen, wenn sie} den Kleebestand haarscharf dort aufhört, wo es zum mineralischen Feld hinübergeht _
auf dem biologischen Stück die Kleedrillreihen tadellos sehen konnte. Diese Beobachtung, daß der
läßt daran
ealrtaten gerecht
wäejden von anderen
werden
wollen. Selbst die landwirtschaftliche Buchführung und die Statistik
Gesrditspiinkten aus geführt werden müssen, damit sie den äußerst ver: besser Widerstand leisten konnte _
gar keinen Zweifel, daß die zarte Kleept'lanze auf dem biologischen Boden der Trockenheit
als auf dem Kunstdiingerboden.
gerziiäilgeéiveerriäerilntinien
und lebensvollen \Wechselbezmhungen eines landwirtschaftlichen Betriebes Diese Tatsachen, die auch auf andern biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieben
beobachtet werden. sprechen genug für sich um noch Weitere Erklärungen dazu geben zu müssen.
Nur aus einem umfassenden Denken , das den landwirt*sdiaftlrdien
, ,
'
Betrieb
'
als eschloss* ‘

Indivrdualrtat _erlebt und erkennt, wird sich die landwirtsd-raftliche


ihre vielseitige Anwendung auf die Praxis aufbauen lassen.
Betriebslehre der Zgukunft diid
Wie wirkt künstiiches Düngen?
Dr. med. E. Temming
Die Auswirkung von Trockenperioden In welcher Weise Fremdstotfe, Gifte, nidit konstruktionsgemäße Reize einwirken auf Mensdi,
Tier, Pflanze, überhaupt auf lebendige Wesen, das haben jahrzehntelange Versuche unserer Natur:
bei mineralischer und biologischer Düngung forscher einwandfrei klargestellt. Eine kurze Zusammenfassung wird selbständig denkende Land:
wirte und Gärtner interessieren:
Dipl.—Landwirt Hans Voegele Als bdaßstab das Gewicht zu wählen (Gramme eines Giftes) hat zu Unklarheit und Ver.-
_ Drei Jahre hintereinander brachten die Sominerrnonate MaiAuflust für d “
"' wirrung geführt. Wählen wir dagegen zum Maßstab die Stärke der Reizwirkung, so haben wir
Överhiin1rniesriliolTri)vßutiar]lleli1

Niederschlesiens ’l‘rockenperioden, deren Auswirkung für die, Ernte damit eine eirifadie Betrachtungsweise, die alle Rätsel löst. So beobachten wir Vier Stufen:
ändädänßaären 1928 und 1929 setzte die Trockenheit im Laufe des Juli
Räbifä. euerräitä{aläite;1}afeiirlieäletigneiswerten
und hatte auf
ein?
Einfluß mehr, um so starker war dafür der Ausfall so. Tötung
#

Lähmung
Tötung: Um diese stärkste Reizwirkung
„«
Beschleunigung
eines
Entartung.
nicht konstruktionsgemäßen Reizes, eines
Dieses Jahr kam es umgekehrt, die Trockenheit setzte schon im u
.
' ' ' ' ‘ ‘
Fremdstoffes oder Giftes zu erreichen, ist bei jedem Gift wieder eine andere Menge erforderlich.
Auch ist die Menge geringer bei gasförmigem Zustand des Giftes als bei flüssigem oder gar
Zeit desnurSchossens
tre1de
beim Getreide es führte —
der Mangel an
unvollkommen schoßte und schlecht aus den Hosen kam. Feuchtigkeft ndazeiinidäßlfläi
7 (Tr?-
L i festem Zustand. Die entscheidende Rolle spielt die Abwehr:Kraft des von dem Gifte betroffenen
Der Erdrusch dürfte so dieses Jahr allgemein weit unter dem Durchschnitt liegen « Lebewesens; eine Giftmenge, die nur ganz geringfügig wirkt, wirkt bei einem anderen Lebewesen

Ruben und Kartoffeln haben jedoch dieses Jahr die Trockenheit überstanden ihre Entwickliin mit schwädrerer Abwehrkraft tötlidi,
Lähmung: Ist der nidit konstruktionsgemäße Reiz sd1wächer, als daß Tötung erreicht wird,
besonders die Blattentwickhrng war noch nicht sehr weit fortgeschritten die ails Trockenheit so erfolgt Lähmung, Erst nach einiger Zeit vermag der Organismus sich zu erholen und mit Aus:
3b1iilehtdbfhnligniuszzeivfdteiie
Tiranspirahonsflache noch klein genug., um eine allzugroße Wasser-
scheiden und Abwehr des Giftes zu beginnen. Von dieser Reizstufe der Giftwirkung macht bei:
spielsweise audi der Arzt Gebrauch, wenn er mit der Chloroformmaske arbeitet. Betäubung ist
,

_ ließen sich_ nun , in diesen
Es ._ drei Jahren ganzi_ interessante
j , Beobachtun gen machen,
'
wie
eine soldae Lähmung.
;s;äläzfien stark mineralisch gedungte Pflanzen und biologisch gedüngte Pflanzen auf Trockenheit
Beschleunigung: Wenn der fremde Reiz noch weniger stark einwirkt, also weder Tötung
noch Lähmung eintritt, dann beobachtenwir eine Beschleunigung der gesamten Lebenstätigkeit des
Jahre 1928 waren von einem zusammenhängendcn Riibenfeld gleicher Bodenbeschaffcn-
.
heit LIrn
36 Morgen rn1nerahsch gedüngt, und 78 Morgen waren biologisch Eredi'irmt. Der Kunst—
betroffenen Organismus, welcher auf diese Weise darnach strebt, das Fremde, Giftige, möglichst
schnell wieder auszuscheiden. Mit dieser Stufe der Giftwirkung arbeitet der alte Roßtäuscher:Trickz
dungerautwand für die mineralischen Zuckerrüben bestand in 1 Zentnär Kalkstickstoff 1l1/ eine Ruine von Gaul bekommt eine geschickt gewählte Menge von Arsen, woduth der Rest des
Aentner Thorriasmchl, 11/2 Zentner 40 °/„iges Kali und 1 Zentner Leunasalpeter
hatten die nunerulischen Rüben in Klee die bessere Vorirucht wie die biologischen Rüben Außeü‘deni Lebenslidttes zu einem letzten Aufglühen angepeitscht wird: Feuriges Temperament, Vollfleischigkeit
(vergrößerte Säftenienge), Das ebenfalls durch sold1en chemisd‘ren Zauber beschleunigte tötliche
die nach Weizen
standen. Die Mistrnenge war durchweg gleich. Als im Juli die Trockenheit Ende hat schon so manchen braven Landmann in seiner Existenz erschüttert: Frauensterben
#

einsctzte, reagierten die Kunstdüngerri'ibcn 17 Tage eher auf dieselbe als die biologischen die großes Erben, Pferdesterben groß’ Verderben. Beim Mensdien wirken natürlich Arsen und

_
#

spater hinzukommende
Trockenfäule trat in den mineralischen Rüben weitaus am
auf — in den biologischen Rüben nur dort sehr stark., wo der Mist erst im Frühjahr und un» stärksieri andere Gifte im Grunde ebenso und nur geschid<testes individuelles Jonglieren mit der Menge
des Giftes vermeidet allzuschnellen Zusammenbrudq des Organismus. Beim Pflanzenbau erreidit,
rerrottet ausgefahren wurde. So schlecht die Riibenernte im Ganzer) war. die biologischen
wer Künstler geworden ist im Jonglieren mit der Menge des jeweiligen Giftes, Beschleunigung
Ruben waren im Aufwand um die Kunstdiingerkosten billiger und brachten außerdem pro Mor en
der Lebenstätigkeit der Pflanze, die in Ersdieinung tritt durda vermehrte Laubentwid<lung (Geilen),
12 Zentner mehr. Im Jahre 1929 war vor allen Dingen zu beobachten. wie bei
ganz wenig Tagen überall dort Notreifc einsetzte., wo derselbe auf mineralisch gedünflen Böden
Roggengin wodurch die Pflanze die Gifte auszuatmen strebt, wodurch aber vielfach die Fruchtbildung gestört
wird und die Qualität leidet. Das geht über in die schwächste Stufe giftiger Reizwirkung:
stand. „ Felder, die vorher
gegenüber den biologischen prahlten mit ihrem tiefdunklen
Stick
Entartung (: Degeneration). Ein Beispiel:
stoffgrun‚__waren plötzlich weiß gebleicht, während der biologische Roggen noch lange sein
1 Gramm Qued<silberchlorür (i Calomel) ist ein beliebtes Abfiilirmittel. Diese Menge dieses
lichte$ Grun‘behi‘elt.
L Dieses reifte normal aus, Während der mineralische Rochn viel Kümmel—
Giftes wirkt als Reiz von sold'ier Stärke, daß Beschleunigung der Lebenstätigkeit das Gift aus:
korner aufwres. Die Ernte 1930 liegt noch nicht abgeschlossen vor, doch kafin
wieder dieselbe
scheidet durch beschleunigte Kanalisation.
—180— «181—

0,001_Gramm Quecksilberchlorür dagegen wirkt als Reiz von so schwacher Stärke, daß die
Bodenorganismen, audi ganz besonders auf das Mineralisdie wirkt. Hierdurch wurden die dy:
gegen chemische (vom Menschen erzeugte) Gifte unentwidcelte Abwehr des Lebens nicht reagiert
namisdien Einflüsse gefördert. Man ließ den Acker von Zeit zu Zeit — meistens alle drei Jahre
'


sodaß die ganzen 0,001 Gramm durch Magen: und Darmwand hindurch übergehen in den Blut-1
kreislauf und, besonders an den schwädqsten Stellen, chronische konstitutionelle Quecksilbershhädi:
unbebaut liegen und führte nur soviel Bodenbearbeitung durch, daß das Unkraut bekämpft wurde,
Der Boden konnte so hauptsächlich den kosmischen Einflüssen sich hingehen und sich mit Kräften
gungen (Entartung, Degeneration) bewirken, wenn öfter angewandt. anreidiern. Das freudige Wad'rstum der nachfolgenden Früchte bewies es.
So verlieren durch künstliches Düngen unsere Pflanzen ihre kernige Gesundheit, werden ge: Mit den von Rudolf Steiner gegebenen Düngungshilfsmitteln haben wir nun die Möglichkeit,
schwächt und anfällig für Krankheiten und Sd1marotzer, entarten, degenerieren (Abbau). Desgleicheiä
die kosmischen Kräfte sdion bald in den Dünger und in den Boden hineinzubekomnien und so
der
Ad<er mit seinen vielerlei Lebewesen. Und ebenso Vieh und Mensch durch tagtägliches Ver-
an die Pflanzen heranzubringen. Daher hat man keinen Anlaß bei der biologisch:dynamischen
zelnen gifthaltiger Nahrung. Denn der wichtigste Punkt bei allen lebendigen Wesen ist seit Ur.-
zeiten, konstruktionsbedingt: Die Nahrung. Wirtschaftsweise wieder das alte biologische Hilfsmittel der Bradie zu ergreifen. Anderseits aber
kann aus den bisherigen praktisdien Erfahrungen mit der biologisch:dynamischen Düngung der
Jedoch, _die beschleunigende Wirkung für sich allein zu erreichen gelingt auch durch gesdiidctestes Schluß gezogen werden, daß sie auch die Vorteile der Brache vermehrt und verstärkt, da, wo sie
Jonglreren mit der Menge des Giftes niemals, denn die durch jedes Gift gleichzeitig erzielte heute noch üblich ist. Versuche über die Wirkung auf die Brache wären deshalb ebenso in:
Schwachung verringert die Widerstandskraft, sodaß automatischerweise auch die anderen Stufen teressant als notwendig.
g3ftiger Reizwirkung eintreten. Der Zauber der Gifte erweist sich bei genauer Prüfung als Die belebende Tendenz einer sorgfältigen biologisdi richtigen Düngung wird heute kaum noch
bd‘iein und Tausdrung. Das beobachtete schon längst alte Bauernweisheit: Kalken (künstliches
Dungen) macht reiche Väter, aber arme Söhne. Ein Nidit:Landwirt, ein Chemiker: Liebig war bedacht. Es kann einen daher nicht wunder nehmen, wenn der Unterschied zwisdien biologisdi:
dynamischer und agrikulturchemischer \Wirtschaftsweise oft nur darin gesehen wird, daß bei ersterer
der Erfinder, er erreichte durch Kalken die beschleunigende Stufe giftiger Reizwirkung. Als er
natürliche Düngemittel, im Gegensatz zu den künstlichen der letzteren angewendet werden.
dann[1edoch einen
Vertrag sdrloß mit dem Besitzer einer chemischen Fabrik für „großes Ge:
schafft, versagte seine 'lheorie, unfruchtbaren Boden durch Mineralstoffe fruchtbar zu mad1en praktisch
vollstand1g_z_ sem vor der Stadt gepaditeter Sandhügel blieb unfruchtbar trotz aller Beinühungen
Kali, Kalk und Chilesalpeter ebenfalls Naturprodukte seien! _
Daß diese Betrachtungsweise nicht ausreichend ist, zeigt audi der öfters gehörte Einwand, wonach
Hiergegen ist zu sagen, daß die
Frage lauten muß: Wie verträgt und verdaut der lebendige Organismus Adaererde diese - meist
dieses beruhmtesten Chemikers. salzartigen Nlineralien namentlidi auf die Dauer. in der vorliegenden Zeitschrift wurde diese
#

_
Seit gewisse im Kriege entstandene Fabriken ihre Giftgasgranaten usw, nidit mehr loswerden
se1tdem_smd die Gifte anderweitig an den Mann gebradit werden, auch an den „dummen Bauer“,
Frage schon mehrfach behandelt und darauf hingewiesen, daß sie zunächst wie Fremdstoffe und
durch die Dauer der Anwendung als Gifte wirken.
Undseiidem ist die Qualität der Erzeugnisse unserer Landwirte und Gärtner derartig gesunken.
Will man diesen Fehler vermeiden und eine belebende Düngung*) durchführen, so
daß ihr Absatz
muhelos
gewaltsam gesetzlich erzwungen wird und ausländische bessere, giftfreie Qualitäteri
unsere deutsdien Erzeugnisse vom Markt verdrängen konnten. Die Chemie die Lehre
genügt es nidit, bloß herkömmlidi wirtschaftseigene Düngemittel dem Boden zu geben. Größte
Sorgfalt muß überdies bei der Zubereitung und Verwendung der tierisdien und pflanzlidien Abfälle
]cäesd'l‘gdecsh‘;i) fähr;
Mensch
o en ruanfä1]jg‚
ar eisiech
unebden113
und
in der
rträ krgank
e usw.
sin en,
le£)enden
g
Natur angewendet, in jeder Hinsicht zu‚Ab6ründenz
esunkene Qua'litat
“'
gifthaltrger Nahrung madit Vieh
' ‘
D' und
obwalten. Unvergorener l\/list oder Jauche zur Unzeit gegeben
‚—

können lebenshemmend
wirken.. Wenn vielfach noch eine Treibwirkung auf das Pflanzenwachstum zu beobachten ist,
so zeigt sich der Sdiaden oft später in Pflanünkrankheiten und bei der Qualitätsbeurteilung. Das
_ vEm Nicht=Landwirt hed<te auch unsern heutigen Pflug aus, welcher die oberste Bodensdric‘nt Endziel aller landwirtschaftlid1en und gärtnerisd'ien Arbeit ist jedodi, Mensch und Tier zu ernähren.
mit ihrenall;ahrlidi, wodurchLuft
„auf Licht und angewiesenen Lebewesen in finstrer stid<iger Tiefe „lebendig be.- Das gesdaieht in der riditigen Weise nur, wenn die Nahrungs: und Futtermittel den Organismen
grabt‘, allmählich im Laufe von etwa zwei Generationen wir die Fruchtbarkeit nidit nur Stoffe, sondern audi belebende Kräfte zufiihren. Voraussetzung hierfür ist die be.-
die Kraft unsererDüngen,
Acker derart geschädigt haben, daß nun sogar auch aufpeitschen mit Giften’ lebende Düngung.
ganzkunsthchem
niit versagt, schon das „letzte herausgeholt“ hat und wir auf diese Weise Der zur Verwendung gelangende Stallmist setzt sidr zusammen aus den tierischen Exkrementen
gehong aus dem Regen unter die Traufe geraten sind. Schon hat die Hälfte der auslän:

——
in der Hauptsache Kot „ und der Einstreu. Nach diesen beiden Materialien muß der Dünger
#

disdiefi Landwirte das wendende Bodenbearbeiten wieder verlassen und erzielt besseres mit Kulti:
vatoren rnit halbstarren Zinken und richtiggeformten Scharen (Arns, Remscheid).
. Mochten unsere Landwirte und Gärtner doch zu ihrem eigenen Besten erkennen, von welcher
auch verschieden beurteilt werden. Zunächst sind

wie schon erwähnt jeweils andere Kräfte
in den Aussdreidungen der versdiiedenen Haustiere wirksam. Diese Tatsache soll bei der Düngung
berücksiditigt werden. Die besondere Verwendungsmöglichkeit solcher Mistarten bei dynamischer

Seite her ihnen nun der Weg zur Gesundung und neuem Aufblühen gewiesen wird. Betrachtungsweise wurde von M. K. Schwarz **) für den Gartenbau eingehend dargelegt. Sinn:

sich in großen Zügen


——
gemäß muß man diese Angaben auf die Spezialkulturen der Landwirtschaft übertragen. Was
gewissermaßen naturgemäß=instinktiv in der deutschen Landwirtschaft
#

ergeben hat, wird eingehender und bewußter beachtet werden müssen. Neben dem unersetzlichen
Rindermist stellt der kalte Sd1weinemist einen Ausgleidi zu den mehr hitzigen Sandböden weiter
Gebiete Norddeutschlands dar. In dem warmen Pferde.- und Schafmist sehen wir ein erwünsdates
Zur „Praktiscth Anleitung“ Gegengewidat zu den kalten Lehmböden. Der Rindermist ist nun der wertvollste

wiederum
Hellmut Bartsch von dynamischen Gesichtspunkten aus. Seine gesundende, harmonische Wirkung sollte nie fehlen.
(Fortsetzung) Er wird daher am besten mit dem Mist der anderen Tierarten vermischt. Es hat sich auch gezeigt,
5 daß die später zu bespredrenden Düngerzusatzpräparate 502H507 am allerbesten im Kuhmist zur
teilt sich der Mensch der Natur gegenüber, so unterscheidet er drei Reiche M' l- Wirkung kommen. Wo durch die Lage der Stallgebäude ein Mischen des Mistes schwierig
Ptlanzen:_ und Tierreich, die in ihren Wechselwirkungen auf einander angewiesen sind. Ehinleärid;

wäre, läßt sich diese Maßnahme nachholen, wenn der Stalldünger in Haufen aufs Feld gefahren
wutsd_1aftlrcher Betrieb soll ein Aussd1nitt aus der großen Natur sein. Deshalb muß audi das wird. So wird es audi in der „Praktischen Anleitung“ beschrieben und sollte bei ersten Versud1en
Tierreich in ihm vertreten sein. Die Betrachtung der gegebenen Zusammenhänge in der Natur durchaus befolgt werden. Dort, wo der in den einzelnen Ställen anfallende Mist nicht gemischt
und das Aufemander:angewresen:sein der versdiiedenen Reiche in ihr, kann die Bedeutung des werden kann, sollten die Felder abwediselnd mit den einzelnen Düngerarten befahren werden.
herrsdienaus pflanzlichen
Mistes fur den Nahrung auf undbesonders
Landbau noch hervorheben. Das Tier nimmt Stoffe und Auf diese Weise kann das Zusammenwirken der verschiedenen tierischen Kräfte in einem Acker
Kräfte
eigenen
der durchsetzt diese bei der Verdauung mit Kräften des
Organismus. Deshalb sind die Mistarten der einzelnen Tiergattungen in ihren Eigenschaften
ermöglicht werden.
Die beste Einstreu vom Standpunkt der Düngung ist das Stroh unserer Getreidearten.
so verschieden,
\

Es handelt sich dabei um pflanzlid'ie Substanz, die bei Vermischung mit Kot und Harn mit Hilfe
in dieses Kräftespiel zwisdien Pflanzen"_ und Tierreich wirken hinein die k osmrsd1en K (it„

der Bakterien bald in Verwesung übergeben kann.


}

,
ohne die das Leben auf der Erde nicht gedacht werden kann. Die Vermittlerrolle fällt hier
häüpf: *) Fran} Dreidax, Dipl.:lng.z „Belebende Düngung“ Sonderdrudi RM 0,30; vom Verfasser zu be;iehen.
sachlidi der besondere Pflege durch die Brache zuteil, welche neben ihren Wirkungen auf die
früher eine
Bodengrundlage„dem Mineralreidr zu. Soweit dieses Ackerboden ist, wurde ihm
**) M. K. Sdimar3: „Von der Pflege und Bereitung natürlichen Düngers als der gesunden Grundlage der bio.-
logisdr:dynamisdien Düngung“, Demeter 5. Jahrgang, Heft 2.
#182# #183#

Torfmull, der wegen seiner Aufsaugefähigkeit als Einstreu und für manche spezielle gärtnerisd-re
Zwed<e sehr gesd1ätzt wird, hat als belebendes Düngemittel keine Bedeutung. Wenn auch
ehemals lebendige Substanz, so ist er aus einem Absterbeprozeß
#

auf dem Wege zur Mine:


Baum. Kraut und Strauch
Dr.
phil. Franz. Fuchs.
ralisierung bezw. Braunkohlebildung herausgeholt. Da die Torfstreu ein Vielfaches des Eigen:
#

r Zukunft wird trachten, das was er an alter Kulturweisheit noch


„im
Ge:
'

gewiditeS aufsaugt an Kot und Harn, so wird ihr Nachteil als Düngemittel zunächst nicht
offenbar. fühl“
ES; lf;.äläääivääs
er durch die Anregungen, die von Rudolf Steiner Larifdxvifideaft gg
der
Noch ungünstiger sind Holzabfäile (Hebel: und Sägespäne) als Einstreu und damit als‘
Düngemittel zu bewerten. in einem Soldien Msthaufen tritt eine sehr starke, das Leben ver.-
»:. geben wurden, zunächst noch mehr „im Kopf“ weiß, wiederum in die „Ve
kommen. Vernünftig will er die neue Weisheit handhaben, aber auch sich un an eren ar rniän td ineännge‚r
U ri können.
nichtende Erhitzung ein, die nur durch dauerndes Feuchthalten zuriickgehalten werden kann. Dadurch . .
wiederum tritt eine Verzögerung der Vergärung ein. Solcher Mst sollte nie aufs Feld gefahren
werden, solange die Holzteile nicht vollständig zersetzt sind. Holz und insbesondere der Torf Red—leisacfildi /irt 'eüreid
Gärtner gehen fortwährend um
ein bestimmtes Wissen und in vielen
Baum,
Fällen audi
mit
Strauch
ein bestimmtes Gefuhl
und Kraut. }Sießhabegn
dafur, \dX/le aundlié
_
Sträudier und die eini'ährigen Pflanzen die hier als Kraut zusammengefa)t wer en #,
#

wirken isolierend auf die für das Pflanzenwachstum notwendigen Strahlungswirkungen. Eine
und ausnützen. _
i ‘

diesbezügliche offensichtlidie Schädigung bei dauerndem Gebrauch von Holz oder Torf zur Einstreu,
wird natürlich erst im Laufe vieler Jahren eintreten, was auch aus der Erfahrung bekannt ist z. B.
im Umkreis mancher Sägernühlen. Eine gelegentliche Verwendung von Torf oder Sägemehl im Stalle
wird bei richtiger Behandlung und Vermeidung eines Ubermaßes keinen Nachteil für den Acker
Erde
l)lenzimefifisswefiiklich
ansd‘rauliches,
künstlerisda:intuitives
Bild aber von ‚dem
Gruppen von Pflanzen mit Erde und Kosmos zu gewmnen, muß von vielen eiten no Vi isseben dieéäer (eilreesi
mit sich bringen.
Reisig und reisighaltige Waldstreu, welche auch viele Holzteiie enthalten, dürfen wieder etwas zusaml
eine \Rose,
ilit/egläleijoder
räigeernhäteinerediGetreidefeld
reirelin Apfelbaum, einer Eiche gegenüber ein
anderes Gefühl als wenn er
vor sich sieht. Bei der Betrachtung
maä;tggen l]?>)augrroilels
eines

anders als die erwähnten Holzabfälle beurteilt werden. Es soll später einmal hiervon die Rede sein.
Eine alte Landwirtsregel besagt, daß der Mist feucht und fest zu lagern sei. \Was soll mit
macht sich etwas geltend wie Respekt, etwas Ahnliche3,
lichkeit gegenüber empfindet. Wenn auch beim
einer
Praktiker
Wie
Sich wirtschaftliche man es
1“ en er men]ä ein-
r\rz;i}giiriygenhguté
mengen, man achtet doch in Holz und Frucht eines Baumes etwas, was man ni \on
#

dieser Maßnahme erreidit werden? Der in Haufen lagernde Mist dieses Gemenge von
# #

Stroh und tierischen Exkrementen


#

erwärmt sich und regt das Bakterienleben an. Das bedeutet kann. . _
den Anfang der erwünschten Zersetzung. Das Festtreten und Feuchthalten des Mistes soll be:
wirken, daß diese Vergärung allmählich und gleichmäßig von statten geht. Bei losem Lagern
äl1f
mgi%eieiriljälifirge
Pflanze glaubt man mehr in der Hand zu haben, wie man Sie von Jahr zu

wird die Erhitzung zu groß, die Bakterien sterben zum Teil ab oder bleiben untätig und es können
offensichtliche Verbrennungserscheinungen auftreten. Bei dauerndem starken Festtreten und Be:
Jahr
DzefhiS'trauch
hält in der Schätzung des Menschen die_Mitte zwischen
in den allervei‘3chieden3ten Pflanzengruppen konimen_Baume
und
vor.
rupreäes;ße}r];r Bauäi Krfiaut;
Manchle
sdiütten mit Fliissigkeit wird die Luft allmählich besonders in den untersten Schiditen heraus: dings werden fast ausschließlich von Bäumen gebildet, wie z. B.]dre fast
Nadef)hfio zer. l‘bot
# #

gedrängt. Die Bakterien sind hier ebenfalls fast zur Untätigkeit verdammt. Es tritt also in diesem verteilt auf die verschiedenen,Gruppen ist das Strauchartige und e1nrahrige
'
anzen gi
Falle eine Art Konservierung ein und die weitere Vergärung des Mistes wird stark oder völlig r n e.
'

unterbunden.
Betrachten wir das Heißgärverfahren nadi Krantz und seine Modifikationen, so erkennen
wir darin eine Konservierungsmethode. Der hlist wird lose gelagert und erhitzt sich dabei sehr
b€l
anErs ifiearlsdndiäge„gBaumwerden“
t nun ein Baum?
'
etwas, wasgübergreift die Gruppierung der Pflanzen nach
den verschiedensten Merkmalen, wie sie zur Klas51fikahon herangezogen werden.
_
>

(SD—#65 Grad). Hierdurch wird das Bakterienleben und damit der Anfang der Zersetzung stark
gefördert. in diesem Augenblick (durchschnittlich nach dreitägiger Lagerung) wird der Dünger XF; dir
Betrachtung sollen ausgeschlossen bleiben die Palmen. Sie, zu
lappi6en gehörend, stellen eigentlidi ein baumartig gewordenes Gras_daiz _ eu
Das ge1g dEulls'1]3Httgy
dep äimär;
wieder festgetreten. Die Tätigkeit der Bakterien wird dadurch gehemmt und die weitere Zersetzung unvefzweigte Stamm an, das zeigen die stengelumfassenden Ansatzte1le
dergmers n .f;fi51geäl 239-
des Düngers geht dann nur noch langsam von statten. Durch diese Vorgänge soll der Stidcstoff
in der für die Pflanzen günstigen Form erhalten bleiben. Das Ziel dieser Methode ist also (immer
an. Die Palmen gehören in die
“ Trope}i]i, {ene
früherer Eid erioden ä net.
Zone der Erde, wo Sie in ihrem a errs ie }


.

im Verfolg der vorstehenden Betrachtung) eine Konservierung des Stickstoffes nach kurzem
Aufschluß der organischen Substanz. Richten wir unser Augenmerk auf das Bakterienleben, das
füge
n%f/hars (ifirizeren
Breiten
das
charakteristische. Aussehen gibt, das smd Nadel: und Laubwalder

nach der dreimonatlichen Lagerung des Mistes sehr sdiwach ist, so könnte man auch zutreffend von
einer Art Sterilisation sprechen. gere FDä?%aligtelanaurflriie
und
Beziehungen zu ‚den Ozüfdeurüiclirftragen erzogen von einer alten Kulturmensdrheit, die nod'i mm:
wirkenden Kräften des Pflanzentums in sich
kraftig„\éeräpufif, verraten
Es ist deshalb wohl außer Zweifel, daß der Stallheißmist, wie er neuerdings genannt wird, dem Gärtner, der sie veredelt, mandies von den Geheimnissen des Baumes
uderit ann,11
iaupd. '1 du}
gegenüber gewöhnlichem Stallmist, dem bei der Lagerung keine Pflege widerfuhr, große Vorzüge
hat. Aber vom Gesichtspunkt einer belebenden Düngung
#

wie sie hier gemeint ist


#

kann
Wenn der Gärtner Edelreiser auf einen Apfelbaum_ aufpfropft, so erre1
alles, was von diesem Pfropfreis aus hinzuwächSt, die Eigenart
dieses er1 elim
Reises,\)(/#has(oi
‘;hr v1e

er nicht als ein idealer Dünger bezeichnet werden. Charakteristisch ist, daß von den Freunden
des Edelmistverfahrens in erster Linie die günstige stoftliche Zusammensetzung hervorgehoben wird.
'
t die Wurzel sei es, ie ?ronäg
eine besondere Form und“ ein
eigentümlicläe$ em aum der
t};rucht genb%g?iä. hinei11'deilä..1\l2lff„giy„
is in
_
Wenn ein Landwirt sich darauf eingerichtet hat, den anfallenden Dünger stets der Heiß: 2äfi$f,e12fghtglfnufn' hier auf’s deutlichste vor Augen, daß die aufgepfropften]Terle
Iädg]ficflgiglätateä
vergärung zu unterziehen und er will sich nun in ersten Versuchen mit der biologisdr:dynamischen
Düngung vertraut madien, so ist es das beste, wenn er den zu präparierenden Mist von der
sind, die dem Stamm so aufsitzen wie ein einjährige3__Gra5 auf der Erde
hat sogar in dem Stamm etwas gesehen wie ein Stuck aufgehobene und au wa;h%f u
lanzenarof mine- g .

Gärstatt wegfiihrt und auf freien Boden setzt, wie das später noch besprochen werden soll. Ob .
wande. ü äd]einrfilalls Normalkost geliefert wird und daß der Pfropfling etwasStamniban,‘ldaß
e zeigt das individuelle Gedeihen der Pfroptrerser
auf dem voÄnudär
f v

der Dünger, der biologisch:dynamisch zubereitet wird, dadurch eine Verbesserung erfährt, daß man
ihn vorher als Stallheißmist herstellt, war aus praktisdien Versuchen nicht zu ersehen. Die Frage Wurzel nur eine
betrer t Wiedemwure_1

zuströmenden Säfte. Er setzt damit nur fort, was die Wurzel selbst schon tut un aus erb haz
bedarf noch der wissenschaftlichen Klärung. Wahrscheinlidr wird auch die Präparation auf der wählen, wie ein (um Goethes Ausdrudc zu gebraudien) Verfeinern der ihm t
Gärstatt selbst noch Vorteile bieten, doda ist das Urteil hierüber nodi nicht abgesdüossen. (gasfu gr gi};
Ähnlich wie mit Stallheißmist verhält es SlCl'l audi mit heißvergorenem Kompost.
Werden Pflanzenriickstände kompostiert, bei denen die Unkräuter überwiegen, so wird dieses
die pflanzliche Art ist, Nahrung zu sich zu nehmen: Das Zu_ruckwersen
stimmte Pflanzenart Geeigneten, das Auswählen und
Here1nziehen des
ni
t ffendesh11b
das1ee1gneen[.5 li)eiese;
ur

Verfahren besonders geschätzt. Durch die'eintretende starke Erhitzung büßen die Unkrautsanren Vorgang, den man als einen Natur gewordenen geistigen Vorgang auffassen
;;mn, mgit A \;ie
so fein vollzogen werden, weil ja der Pflanze eineAussdieidung von unbrauc )aren
do
\-

ihre Keimkraft ein. Soll ein solcher Kompost bei biologisch:dynamischer Wirtschaftsweise Ver:
wendung finden, so sollte er nach dem geschilderten Prozeß umgesetzt werden. Die ganze Masse
kommt dadurdi mit der bakterienhaltigen Luft in Verbindung. Setzen wir diesem Haufen jetzt
bei der tierischen und menschlichen Verdauung nicht ‚moglich ist. Der
scheidung wird also schon bei der Aufnahme mineral1sdier VO, Vorgang1 er
uEs;
Baustoffe zoIg.ihnt. voll-
Sauerstoff, Blatteér inlin'
die Präparate 502#507 zu, so macht er in verhältnismäßig kurzer Zeit eine neue milde Vergärung ist aber nicht anders bei dem Teil der Luft:Nahrungsaufnahme, den die 1
ich}
durch, die von M. K. Schwarz sehr treffend als Vorverdauung bezeichnet wurde. ziehen. Auch hier wird abgeschieden jener Teil der Luft, der den ie ianze n
für sich brauchen kann.
—184# #380#

Dieses Auswählen nun wiederholt das Pfropfreis an seiner Stelle und zeigt damit an, daß
es über etwas verfügen muß, was einer \Wurzel ähnlich funktioniert. Das aber ist der East. Mit
Hilfe des Bastes Wurzeln Äste und Zweige auf dem irdischen Stamm. Das Pfropfreis hat sich
Tätigkeit ihres Wurzelwesens audi
' '
'm wahren Sinne des in&/Winterhirln
Boden wirkt, kann man sagen, daß Sie dieses
ortes „ aten“. "

durch die besondere Art wie es eingefügt wurde die Fähigkeit erworben, seine individuelle Wurzel GdelChDeavf/üä1 durchbrichtder biologische Gärtner, obwohl im dadurd'i mancher
verloren geht, gerne seine Beeren: und Gemüse:Beete durch Hecken Quadratmetethloden
und straudiartig ge atenes
Retc\äfis
in den Stamm zu treiben.
So kommt es dann zur Frudit, jener Gestalt der Pflanze, in der das Individuelle in Aroma
Baumwerk. Er baut damit in seinen Garten im Wedisel
der (]ah1’lld'len Bepflanzung
wie ein bleibendes rhythmisches System, dessen Tatigkert vergleichbar ist der nach allen 1 ungen
ein

und Gestalt am deutlichsten sich offenbart. Die Sternenkräfte, die am Zweig und an der Blüte rhythmisch pulsenden Tätigkeit der Atmung und des Blutkrersiaufs
beim Mens®eg._ . Sf ch
arbeiteten, werden Siditbar in der Form der Frucht, spürbar in Weidie und Saftigkeit des
Fruchtfleisches, riechbar irn Aroma. in der Reifung spielt sich also ein Prozeß ab, der
kosmische Strahlungskräfte auffängt in der Stofftidakeit,
im Baum fühlt man etwas am Werk, entfernt ahnhch einer geistigen
gestaltet sich ein mehr rhythmisd1es Element und im Kraut, der Blüten
Personhch eit, im
und Früchte raäiffn
bdringesn1
einjährigen Pflanze, kann man etwas sehen wie eine Verwandschaft ‚mindern
Wese\ryi(/ de[s \]von
1o „
Anders bei der \Wurzel. Hier ist das Stoffliche durchaus Nebensache. Hauptsache ist, daß wechsels. Es vollzieht sich innerhalb eines Jahreslautes