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1630 All. K. Schwarz, 1745 ’Kostproben .
Dipl.-Gartenbau-lnspektor: mit vorangehenden Erläuterunge

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Der Erwerbsgartenbau und seine Er- Biologisch-dgnamische Erzeugnisse nach
zeugnisse unter Berücksichtigung der speziellen Gesichtspunkten zusammen-


biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise gestellt und zubereitet
2015 Dr. med. Eugen Kolisko: -—/
Die Ernährung in ihrer Bedeutung für
Hygiene und Heilkunst
Vordere Pl. Hintere Fl. Studier Monatsschrifi‘ für

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Eintrittskarten: Gesamttagungskarte .. RM 10,— 6,—
, 550
biologischdynamische Wirtschaftsweise
Hbendvorträge . . . .
, „ 5‘‚ 2,— l,?
Tagesveranstaltungen je. . „ ,— 1,25 0,75 (truher Mitteilungen des landwir'tschat’i‘lidnen Versuchsr'inges
(in den Preisen ist die Besichtigung der Ausstellung enthalten)
der Anthroposophischen Gesellschaft)
Vo rverka uf: bei Bote & Bock, Wertheim, Kaufhaus des Westens, Karstadt,
Goetheanum-Büd1erstube, sowie jeweils an der Kasse. Alle Rechte vorbehalten. — Nachdruck verboten!
Vorflih r u n g landwirtsd1aftlicher Produkte und Nährmittel, die nach den Gesichtspunkten der bio-
logisd1-dgnamischen Wirtschaftsweise erzeugt und hergestellt worden sind. Herausgeber: Versuchsring anthroposophisdier Landwirte in Deutschland e. V.
Auskunft durch die Schrifi‘leitung: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark)

DF
Goetheanum Bücherslube Berlin W 35 Diplalhg, F. Dreidax. bad Saarow (Mark) ,

Potsdamer Straße 112b Fernsprecher: B 2 Lützow 7118 Geschäftsstelle: Dr. B. Bartsch, bad Saarow (Mark) Dosischeckkonto: Breslau 56266

Nr. 2 Februar 1951 Ö. Jahrg.
Achllägiger Kurs
für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise im Gartenbau
Wissenswertes von der Homöopathie*)

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Worpsroede, Sonntag, den 23. bis Sonntag, den 30. November 1930
Dr. Sdimid:Curtius
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Es findet jeweils vormittags und nachmittags ein Vortrag, an einzelnen Tagen mehrere Vorträge statt,
außerdem Vorweisungen und zahlreiche praktische Übungen im Gartenbaubetriebe M. K. Schwarz, Birkenhof. Es gibt kaum eine Bewegung der letzten zweihundert Jahre, die für uns so viel Be:
Das Lehrgerüst des Kurses besteht aus folgenden Vorträgen: merkenswertes bietet, wie die homöopathische. Darum sei hier einiges auf Wunsdi der Sdirift:
Das Lichtprinzip in der Pflanze — Schwarz Ptlanzenkrankheiten Dreidax
*

leitung über Wesen und Geschichte der Homöopathie dargeboten; es wird sich daraus ergeben,
Gestirnsstrahlungen nadi heutiger Kenntnis — Dreidax Düngerzubereitung Schwarz daß gerade die Anhänger der biologisdt:dynamisdren Methode gar mancherlei von der Methode
——

Gestirnsbeachtung — Voegele Die Ernährung von Tier und Mensch nach den Äh-

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Kosrnische und terrestrische Kräfte in der Lebewelt sichten der biologisch-dynamischen Wirtschafts- dieser Heilkunst, ganz besonders aber audi von dem tragisdien Sdiidcsal dieser Bewegung lernen,
können. Deshalb soll ein zweiter Aufsatz nodi einiges dazu anführen, was wir von der Methode

Dreidax weise Dr. Bartsch
,


Gestaltung des Betriebs zu einer geschlossenen Indi- Die Oualitätsfrage im Überblick Dreidax und der Bewegung der Homöopathie theoretisch, praktisd1 und taktisdi lernen können. Dabei könnte
——

vidualität Dr. Bartsch Fäkalienverwendung Schwarz audi noch einiges nad1getragen werden, was den Weg zur geisteswissensdraftlidien Medizin ebnet.
Was ist Bstralität? Wie fügt sie Sidi in die Indivi- Konservierung und Weiterverarbeitung von landwirt-
Gesdiidite und Wesen der Homöopathie: Der Begründer dieser Lehre und Be.-

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dualität ein? Dreidax schaftlichen und gärtnerischen Erzeugnissen —
%

wegung, zugleidr audi der Schöpfer des Namens, ist der geniale deutsche Arzt Dr. Chri:
——
Das Tier im Gartenbau — Schwarz Voegele
Die Spritzmittel Voegele Gesundheitsgetahren der heutigen Gartenbaumetho- stian Friedridi Samuel Hahnemann. Er war der Sohn eines armen Porzellanmalers in —
Die Düngerzusätze — Hansemann den Dreidax —— Meißen; sein Geburtsjahr 1755 liegt etwa zwisdien dem Goethes und Sdiiller5 mitten drin
——
Die natürlichen Hilfsdiinger — Voegele Spezialkulturen — Hansem ann
Vogelschutz und Vogelschutzgesetz Dreidax Samenbau und Pilanzenzucht — Schwarz und er ist nidit nur als Zeitgenosse, sondern audi seinem inneren Wesen nach ein Goetheanist,
Der Boden als Organismus Dreidax Pseudostrahlungen — wie wir uns noch selbst überzeugen werden. Audi bei dem jungen Hahnemann wurde, wie bei

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Gartenbau als Kulturziel — Dreidax

Bodenbearbeitung und Wasserhaltung — Hansernann so vielen, die äußere Not zu einer Art Lebenshilfe. Sein Vater konnte zu seinem Studium nur
Die Biene im Garten —— Lorenzen
Einige weitere Themen werden sich zwanglos einfügen lassen.
ganze 20 Taler beisteuern, so daß er gar bald gezwungen war, durch Nebenarbeit sich Lebens:
unterhalt und Studium zu verdienen. Er liebte fremde Sprachen und, madite Sidi rasdi einen
Voranmeldung erfolgt an Herrn Max K. Schwarz, Dipl.—Gartenbau-lnspektor, Worpswede bei Bremen.
Vor der Tagung ertolgt Zusendung eines genauen Programms. Die Tagung ist nur für Fachleute bestimmt. Namen durch die Übersetzung bedeutender Werke aus den Gebieten der Chemie, Pharmazie
und Medizin, wobei er zugleich mit den neuesten wissensdiaftlichen Methoden, Lehren und A
schauungen des Auslandes bekannt wurde. Obwohl er das medizinische Studium ordnungsgem'

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Junger Mensch zu Ende geführt und 1779 zu Erlangen den medizinischen Doktorgrad erworben hatte, gab er
' _ (16 Jahre) dodi bald die Tätigkeit als Arzt zeitweise auf; denn er wollte nicht weiter „Mörder seiner Mensduzn:
briider“ sein und betätigte Sidi hauptsädilich als Chemiker und als Schriftsteller. Bei dieser“Be-
WGI B usowieR0tk0hl ' möchte Landwirt oder Gärtner werden.
Wer nimmt ihn auf?
tätigung und durch vieles Reisen erweiterte er seine Kenntnisse von all den Stoffen, die der Arzt _
als Heilmittel verwendet, in umfassendster Weise und namentlich eine Eigensdiaft trat ihm immer

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Steckrü ben Angebote unter K. B. 10 vermittelt die Ge.-
schäftsstelle dieser Zeitung.
deutlidier entgegen, die er dann als das Ahnliükeitsgesetz der Arzneiwirkungen allmählich
audi formulieren konnte. Er beobaditete nämlich, daß die Vérgiflungsersäeinungen, die bekannte
Heilmittel wie Chinarinde, Arsenik, Quednsilber u; a. beim gesunden Mensdien hervorriefen,

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biologisch—dynamisch behandelt eine starke Ähnlichkeit mit den Krankheiten zeigten, gegen welche diese Heilmittel als besonders
verkauft maggonmeise Siähr. braune Stute wirksam (Spezifika) angewendet wurden. So entstand ihm mit der Zeit in der Praxis am Kranken.—
bette der Beweis für die Richtigkeit des Ahnlidikeitsgesetzes: „Ähnliches durdi Ahnlidies zu heilen.“
lglanka Garde NobleeDuse (v. Frendi Fox)
V.
(Similia similibus curaniur.) Homöopathie von homöo griechisch:gleirhartig. Nichts lag aber
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Hermannb. Wesselburen
Jarrenrmsdi Gehrt3
Holstein
iegerin, audi sidier ein: und zweispännig ge:
fahren, evtl. mit kompl. Silett:Gesdhirr und ele:
gantern leichten 4:Sitzer zu verkaufen.
Vogelsang
Drei binden bei Luckau N.:L. Fernruf 183
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Hahnemann ferner, als bloß eine neue Theorie aufzustellen und man muß festhalten, daß die

*) Die biologisch=dynamisdie Düngung ist durch Anwendung kleinster Substan3mengen in Form von Präparaten
ausge3eidmet. Zum Verständnis dieser Arbeitsweise ist es für den Landwirt interessant zu missen, meldie Ergebnisse
mit kleinsten Substanjmengen 3ur Förderung des Lebens auf dem Gebiete der Medi3in in Form der homöopathisdien

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Budidrudrerei Bruno Scheuer, Breslau 5, Gräbsthenerstr, 58. Ar3neien er3ielt merderi. '
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nur erklärlich werden, wenn man eine dynamische d. h. rein kraftrnäßige Ursache annimmt. Es

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mittel hat Hahnemann noch selbst, zum Teil an sich, geprüft und fast alle bekannten Arzneistotfe wird nicht bloß das Krankheitssymptom eines einzelnen Organs beobachtet und für sich als ent.—
sind dann von seinen Nachfolgern im Sinne des Ahnlichkeitsgesetzes sowohl am Gesunden als scheidend angesehen, sondern auch die kleinsten physiologischen Nebenumstände, namentlich auch

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am Kranken der entspredienden Prüfung unterzogen werden. Homöopathische Heilbehandlung, die psychischen Begleiterscheinungen, Dann wird vor allem die Zeit in den Kreis der Über:
d. h. also im Sinne des Ähnlichkeitsgcsetzes ist z, B. folgendes: Ein Arzt wird an ein Kranken: legungen einbezogen, wann z. B. ein bestimmter Schmerz immer wieder auftritt nach Jahreszeit,
bett gerufen; er findet einen Menschen in hohem Fieber, stark gerötetem Gesicht, großen Pupillen, bei Tag oder Nacht und zu welcher Stunde. Es ist ein kleiner Anfang zur Beobachtung des
mit Lichtscheu, jagendem Puls usw. Es ist das typische Bild einer Tollkirschen:Vergiftung. Nun rhythmischen Geschehens in Natur und Mensch. Man sieht: es handelte sich fiir Hahnemann

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ist aber sicher, daß der Patient zu dieser Zeit (mitten im Winter) keine Tollkirschen gegessen und seine Anhänger darum, nichts von dem zu übersehen, wie der Mensch in Raum und Zeit
haben kann. Hier ist verdiinnte Arznei aus Tollkirsche, Belladonna genannt, das gegebene Heil: darinsteht,
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Ein solches Bestreben darf wohl goetheanistisch genannt werden. — Durch das
mittel. Was beim Gesunden ähnliche Symptome hervorruft (die man ja von den Tollkirschen: Ahnlichkcitsgesetz, sowie in der Arzneimittellehre und in der Mittelherstellung (Potenzen), nicht
vergiftungen her gut kennt), das wird zum Heilmittel bei dem Kranken, der diese Symptome zuletzt aber am Krankenbette streben die Homöopathen nad-1 einer Klärung von biologisch:dy:

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zeigt. Hahnemann verdünnte nun diese nach dem Ahnlichkeitsgesetz gewählten Arzneistoffe namisdien Grundsätzen. Sie sdiufen so in wenigen Jahrzehnten eine durchaus vertretbare, ia
in ganz erheblichem Maße. Es ist Mangel an Einsicht in die Grundlagen der Methode selbst, zeitweise, je nach dem Vertreter, recht erfolgreiche Heilmethode, die sich rasdi und mit Recht die
wenn die orthodoxe Richtung innerhalb der homöopathischen Bewegung die große Bedeutung der Gunst und das Vertrauen weitester Volkssdiichten erwarb, Die Universitäten blieben ihr jedoch
Dosisfrage heute leugnet. bis vor kurzem in Deutschland verschlossen und dadurch fehlte es ihr an der nötigen und durch:
Hahnemann begann mit der Verdünnung von 1 : 500 und steigerte seine Verdünnung der aus möglichen wissensd1afttich engeren, d. h. theoretischen Fundierung, die sie sich aus eigener

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Arzneistoffe nadi den Erfahrungen am Krankenbette immer mehr; er sah, daß dadurch vorher, Kraft nodi nicht geben konnte. Es war ihre Tragik, daß sie schon zu Beginn und dazu nodr
d. li. beim Gesunden, giftig wirkende Stoffe beim Kranken immer mehr zu Heilmitteln wurden. an der Schwelle zur neueren sogenannten exakten Naturwissensdiaft von der Mehrzahl der Me:
Da man bei hohen Verdünnungen große Mengen Verdünnungsmittel (\Weingeist) benötigt, so kam diziner an die Wand gedrückt werden mußte. Aber wie ein Fels, an dem die stärkste materia:
er bald auf den genialen Gedanken des Potenzierens, d. h. er ging sdirittwei3e vor, immer auf listische Brandung sich zerschlägt, hat sich das wertvoll Bleibende an der Homöopathie Hahne:

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1 Teil Arzneistoff 99 Teile Verdünnungsmittel; dies gab die erste Centesirnalpotenz (1:99), manns bis heute erhalten und harrt der Weiterführung und Fundierung der in ihr zum Ausdrudc
Aus dieser wurde dann auf die gleiche Art die zweite, aus dieser die dritte usw. Centesimal: kommenden biologisch:dynamischen Vorgänge. Da die Homöopathie heute nur eine reine Er:
potenz hergestellt. Viele ausgezeidinete Resultate hatte Hahnemann mit der 30. Centesirnalpotenz, fahrungswissenschaft ist und den Beweis ihrer Richtigkeit nur durch die Erfolge am Krankenbett
eine Verdünnung des Arzneistoffes, von der die sogenannten exakten Wissensdaafter heute sagen,

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erbringen kann, so sei aus der Statistik, vor allem des „Internationalen Homöopathischen Rates“
da sei ja gar keine Materie, kein Atom mehr drin. Fiir Hahnemann war nur entsd1eidend, daß hier das Wichtigste angeführt. Daß dabei die Zahlen aus Amerika im Vordergrunde stehen,
diese Potenzen wirkten, daß er damit heilen konnte. Später wurden dann die Dezirnalverdünnunoen kann uns schon mancherlei lehren, vor allem wenn wir hören, daß amerikanische Versicherungs:
eingeführt, d. h. man verdünnt 1 Teil Arzneistoff mit 9 Teilen Verdünnungsmittel usw., umbzu gesellschaften denjenigen Leuten geringere Prämiensätze einräumen, die sich homöopathisch behandeln
den heutigen homöopathisdien Potenzen zu kommen. Es ist verständlidr, wenn die Homöopathen lassen. Der Amerikaner ist reiner Tatsachenmensdt. „Laß die Gelehrten sich streiten, wir
mit der Zeit angesichts der gegnerischen Angriffe, vor allem seitens der Sdiulmedizin, die Dosis:

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wollen tun, was mehr Erfolge aufweisen kannl“ Nach def genannten, bisher unwiderlegten Sta:
und Potenzfrage in den Hintergrund schoben, aber dadurdi begaben sie sich gerade des besten tistik ergeben sich u. a. folgende Verhältnisse: Die Sterblichkeit im Allgemeinen ist bei allo:

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Beweis: und Kampfmittels gegen die materialistisdr:rnechanistisch eingestellten Gegner. Ja sie pathischer Behandlung 10%, bei homöopathisdter 5%. In einer Anzahl amerikanischer Kranken:
gerieten allmählich selbst in ein Fahrwasser, daß sie den Sinn des Potenzierens nicht mehr erfassen häuser war die Durdischnittssterblichkeit bei den allopathischen 8,6“/0, bei den homöopathischen
konnten. Hahnemann ahnte noch etwas davon, daß mit dem Verdünnungsvorgang durch das 3,9%. Ganz besonders interessant sind die großen Erfolge der Homöopathen bei der Behandlung
Potenzieren wirklich eine Umwandlung des Arzneistoffes im Sinne des Wortes selbst vollzogen von Geisteskrankheiten, so daß die Amerikaner seit längerer Zeit bei Erriditung von staatlichen
d. h., daß eben der Stoff „verkraftet“ wurde. Und seine ersten Anhänger, sowie vor allem Irrenanstalten die homöopathische Behandlungsweise vorziehen. An den vier großen staatlichen

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Dr. Lutze, aber audi noch spätere, konnten zeigen, daß 2. B, dem Schüttelungs: oder Verreibungs: Anstalten (Newyork, Maß, Kalif„ Illinois) erzielten die Homöopathen 43,3°Jo Heilungen gegen:
prozeß ein Anteil beim Potenzieren zukommen muß. Es war den klassisch vollendeten Arbeiten über 28,8% bei den allopathischen Instituten. Außerdem war die durdischnittliche Behandlungs:
von L. Kolisko am Biologischen Institut des Goetheanums vorbehalten, nach Angaben R. Steiners dauer bei den Homöopathen fast um die Hälfte kürzer, als bei den Anderen. Damit ist nicht
den ersten sidieren wissensdiaftlichen Nachweis für das Wirken potenzierter Stoffe zunächst an nur die medizinisdie, sondern audi die wirtschaftlidie Überlegenheit erwiesen und dieses gibt ja
Pflanzen zu führen. Die Art und Weise, wie man vergeblich versucht hat, diese Arbeiten zu heute den Ausschlag. Diese so erfolgreiche Behandlung der Geisteskrankheiten ist auf Hahnemann
widerlegen, zeigt den Verfall wissenschaftlicher Exaktheit und Methode; ich werde an dieser oder
diese Fragen nodi näher eingegangen werden.

Heilkunst klar machen will, dann muß man sich seine Zeit
keitsgesetz entdedcte
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einer anderen Stelle demnächst das Wichtigste dazu vorbringen. Im zweiten Aufsatz soll auf

Wenn man sich die Bedeutung Hahnemanns und seine Stellung in“ der Entwicklung der
— etwa um 1790, wo er das Ähnlich:
etwas genauer ansehen, Auf der einen Seite, nach der Vergangenheit
selbst zurüd<zuführen, der in seiner Zeit ein energischer Vorkämpfer einer besseren, menschen:
wiirdigeren Irrenbehandlung war, wodurch er sich aber ebenfalls nur das Mißfallen seiner Zeit:
genossen erwerben konnte. Audi bei den widitigsten gewöhnlichen Krankheiten vermochten die
Homöopathen überaus günstige Zahlen zu liefern, so namentlidi bei Lungenentzündung, bei der
die Sterblidikeit bei den Allopathen 29,5% bei den Homöopathen aber nur 3,9"10 ausmacht oder
bei der Cholera, wo dieses Verhältnis ist von 49,5°]0 zu nur 16,8%. Bei der Diphterie ist das
in
zu, stand die ärztliche Kunst nodi immer in einer gewissen Dekadenz da; ein wildes Theoretisieren Verhältnis allopathisdi mit Serumeinspritzungen 16,1“/0 Sterblidrkeit, homöopathisch ohne Serum 4,5%.
auf Autorität hin und eine iiberkomrnene Vielmischerei ohne jede Nadipriifung stand in voller Beim gelben Fieber sind im Durchschnitt eines Jahrhunderts die Genesungsaussichten unter ho:
Blüte, Der Aderlaß wirkte nodi immer mörderisch unter den Kranken. Auf der anderen Seite möopathischer Behandlung 81/2 mal größer als bei Allopathie; beim Typhus 4 mal, bei Schar:
bereitete sich die exakte materialistische Naturwissenschaft vor und schuf immer methodischere lach 91/2 mal, bei der Ruhr 7 mal, bei Rippenfellentzündung 512 mal usw. Man sieht, die
Formen des wissenschaftlichen Arbeitens, mit denen man nur den physikalisdr:chemisich faßbaren Amerikaner haben sich eben an die Tatsadien gehalten und nicht an die Vorliebe der Gelehrten
Teil der Welt zu erklären vermodite, nicht aber z. B. den lebendigen oder gar das Seelisd1e. Es für eine bestimmte Richtung. Zu einer Zeit, als man in Deutsdrland nodi nicht daran denken
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war im Verlauf der Menschheitsentwicklung eine kulturhistorisd1e Notwendigkeit, daß diese rein durfte, an einer Universität eine homöopathische Abteilung zu errichten, gab es in Amerika bereits
auf das Materielle geriditete Naturforschung heraufkam mit all dem audi, was sie an Einseitig: mehr als ein Dutzend homöopathisdte Universitätsfakultäten, die älteste von Dr. C. Hering im
keiten mit sich brachte, so z, B. das Spezialistentum. Man wird jedoch heute ohne weiteres ein: Jahre 1848 als das Hahnemann Medical College in Philadelphia begründet. Das homöopathische
sehen, daß in einer solchen Zeit, wo nur das bleß: und Wägbare gelten soll, nicht genügend Weltadreßbuch von 1911/12 weist bereits auf:
Platz für die Homöopathie blieb. Bei der Homöopathie, obwohl sie durchaus exakt wissenschaftlid-r 56 rein homöopathische allgemeine Krankenhäuser mit bis zu 1400 Betten,
faßbar ist, kann man nie in starre materialistisdae Gesinnung verfallen; es bleibt 2. B. beim Ähnlich.- 13 „ „ Irrenanstalten mit bis zu 2000 Betten,
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keitsgesetz immer ein kleiner Rest, es geht nie ganz auf beim Vergleich der Symptome, kurz man ? „ „ Kinderspitale,
braucht Mut zu neuen Gedankenverbindungen zwischen der \Welt der Arzneistoffe und dem mensdi: 9 „ „ Frauenspitale,
lichen Körper. Man ist gezwungen immer aufs Ganze zusehen. Schon durch die Arzneiprüfungen 21 „ „ Sanatorien,
an sich und anderen, lernt der Homöopath viel mehr Lebensvorgänge beobachten und kennen, 8 W'aisenhäuser usw.
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als ein Anderer, ja bei der Dosis: und Potenzfrage springen biologische Wirkungen heraus, die
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‚g,-„

Außerdem gab es 23 allgemeine Krankenhäuser mit freier Wahl zur Homöopathie. In

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Deutschland haben wir es nur zu einem richtigen homöopathischen Krankenhause gebracht und gestaltet. Mehr oder weniger sind audi alle Betriebe in die Koniunkturwirtschaft hineingekommen,
mindestens aber wurden sie stärker von ihr betroffen, als dies früher der Fall war. Dies ist es
soviel ich weißEsseitwirdkurzem auch zu dem einen oder anderen Lehrstuhl für Homöopathie an einer

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audi, was den Landwirt immer mehr zwang, zum Rechenstift zu greifen. Sidier würde mandier
Universität.
im
sich erst zeigen müssen, ob das Streben nach den offiziellen Lehrstühlen
Rahmen einer, wie viele behaupten, bankerotten Wissenschaft, zum Heil für die Homöopathie Landwirt sich an seinen Kopf fassen, wenn er einmal genau errechnete, was ihn z. B. das Pro:
duzieren von 1 Ztr. Sdiwein kostet. Mir ging es selbst nidit anders, als ich solche und ähnliche
aussdilagen kann, Zur Fundierung von biologisch:dynamischen Tatsachen kommt man weder durch
das Anknüpfen an mystische Versdirobenheiten einer wissenschaftlich sein wollenden Metaphysik Beredmungen zum erstenmal möglichst genau feststellte, Dann erst kommt man zu der Erkenntnis,

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daß man seinen Betrieb noch lange nicht gut genug kennt, und daß man mit dem Gefühlsmäßigen
die wie viele Anhänger Hahnemanns und die Neovitalisten noch die „Lebenskraft“ gelten lasseri
Will, noch aber auch durch das Buhlen um die Gunst einer noch immer sich rein materialistisch: dodt sehr im Dunkeln tappt. Das steht jedenfalls trotz aller Wenn und .Aber fest, daß eine
inedianistisch gebärdenden Naturwissensdiaft, die vor dem Lebendigen und dem Seelischen wie genaue Erfassung aller Wirtsdtaftsvorgänge in den einzelnen Wirtschaftszweigen einen ganz anders
in die Lage versetzt, die Hebel in der Wirtschaft anzufassen, als. wenn man am Sdiluß vom
vor Grenzen stehen bleiben muß, wenn sie sich nur selbst recht versteht. Leider sind keine An.— Jahr nur mehr oder weniger genau erfährt, daß man mit so und so viel Plus oder Minus ge:

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ze1chen dafür vorhanden, daß man im Lager der Homöopathie sich für die bio:dynamischen Ar:
beiten der geisteswissensdmftlich orientierten N aturwissenschaft interessiert, obwohl man in Wahrheit arbeitet hat.
allen Grund dazu hätte; eher das Gegenteil hat sich gezeigt. Das aber soll uns nicht abhalten Nadidem diese Seite der Landwirtschaft hauptsächlich eine rechnerisdre Erfassung von Werten
darstellte, führt die andere Seite vor allem in das Gebiet der Organisation und des Betriebs:
den guten Kern der Homöopathie Hahnemanns zu studieren und der Welt nutzbar zu machen, technischen, und es muß jetzt Erfahrung und reiches Wissen vorausgesetzt werden. Und da
wenn uns auch dabei der Bannfluda der augenblicklichen homöopathischen Päpste treffen solltei
kommen für den biologischen Landwirt die merkwürdigsten Dinge zu Tage. Da muß man z. B.

F
(Fortsetzung folgt.) die Beobachtung machen, daß sehr häufig gerade die Betriebe, die in der für notwendig erachteten
rechnerischen Weise vorgehen, daß gerade diese Betriebe mit ihrer Wirtschaftsmethode am weitesten
entfernt sind von einer naturgemäßen Arbeitsweise.
Not
Die der Landwirtschaft

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Also wäre das scharfe Rechnen doch verkehrt?
und die biologisch-dynamische Wirtschaftsmethode Nein, an und für sich nidit, aber es liegt in der Sdiarfen Kalkulation heutzutage die ver:
lockende Gefahr in die Konjunkturwirtschaft hineinzurutschen, denn dadurch, daß man von jedem
Dipl. agr, Hans Voegele seiner Wirtsdiaftszwdge genau weiß, was er kostet und welche Rente er abwirft, ist es ein Leichtes

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Ein Rüdcblidc in das verfiossene Jahr gibt ein recht betriiblid1es Bild von der L sich der jeweiligen Wirtschafts= und Marktlage anzupassen. Man kann ohne Zweifel bei etwas
Glück gelegentlich sehr gute Gesdiäfte madien, und es wird nicht zu viel gesagt sein, wenn man
deutschen Landwirtschaft, und die Zukunft scheint nodi Viel düsterer vor einem zu
liegen.ag_€ LE;
Sdieint, als ob allen Errungensdiaflen der Wissenschaft und Technik zum “Trotz ein allgemeiner darauf hinweist, daß ‚die meisten der heute noch gut gehenden Betriebe ihre Plusbilanzen vorzüglich
einer Anpassung an die Konjunktur verdanken. Hier stehen wir vor einer Gesdiäfßiüchtigkeit,
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Rudc:_ und Niedergang bevorstünde. Fragt man sich nach der Ursache dieser Erscheinungen
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von der man manches abgucken darf. Aber dabei ist es doch wichtig, klar zu erkennen, daß
so drangen sich tausend Antworten auf, die aber in ihrer Vielheit eher verwirrend als aufklärend

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Wirken. Und so soll hier weniger theoretisch über diese Dinge gesprochen werden, als vielmehr dort der Geschäftssinn in einer Weise in den landwirtschaftlichen Organismus eingreift, die früher
oder später sich rächen wird.

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auf Erscheinungen hingewiesen, die audi ohne Kommentar manches beleuchten.
Sieht man von der allgemeinen Wirtsdraftslage ab, die heute Industrien, Handel und Ge: Durch diese Konjunkturwirtschaft werden die ohnehin schon stark gestörten Rhythmen all
werbe ebenso erfaßt wie, die Landwirtschaft, so ergeben Sidi speziell für die Letztere folgende des Lebendigen innerhalb eines landwirtschaftlichen Organismus unterbrochen, oft brutal zerstört.
Tatsachenersdwinungen: Die schlimmen Folgeersd1einungen treten in zahllosen Betrieben heute deutlich zu Tage.
1. Hohe Verschuldung von Grund und Boden, was sich bei unnormal hohen Zinssätzen Man kann jedenfalls sagen: So wie zur Ausnützung der Konjunktur exakte Zahlen von

as
besonders stark auswirkt. Nutzen sind, so sind sie es in derselben Weise für alle biologisch:dynamisd1en und rein betriebs:
tedini$dien Maßnahmen.
2. Ständig steigende Steuer: und Soziallasten.
3. Steigende Löhne. Der Wert solcher Zahlen wird ein zweifacher sein, einmal für den Betrieb selbst, zum andern
als Beispielswert für die Allgemeinheit. Es ist nur notwendig, daß man sich mit diesen er:
#

_ 4. Erhöhte Produktionskosten, Uberangebot an landwirtschaftlichen Produkten und dadurdi


eine zu kleine Spanne zwisdien Erzeugerkosten und Preis der Ware. worbenen Zahlen ebensosehr als Landwirt, wie als Geschäftsmann auseinandersetzt. Man kann
sich dabei sehr weit dem Markt und der Absatzmöglidikeit anpassen, ohne den Betrieb als Or:

solch katastrophale Lage erklären.


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Zieht man letzten Endes in Betracht, daß da und dort schon der Ernte:Ertrag nur bei
steigenden Aufwandskosten gehalten werden kann, was auf ein Kranksein des landwirtschaftlichen
Organismus hinweist, dann werden hiermit die wesentlichsten Gründe angeführt sein die eine

Sind die ersten 4 Punkte mehr vom kaufmännischen, wirtschaftlichen Standpunkt aus zu unter:
sudieri, so kann die letztere Erscheinung nur vom Landwirt riditig erfaßt werden, denn sie tritt
ganismus zu stören. Dieses Moment der Betriebsführung und Betriebsgestaltung zeigt am meisten
das Können des Landwirts, davon hängt meist für lange Zeit das Wohl und Wehe des Be:
triebes ab.
Man könnte vergleichsweise etwa folgendes sagen: Der anthroposophisch orientierte Wissen:
sdrafter. erkennt vollauf alles exakte Forschen und Feststellen von Tatsadien der offiziellen Wissen:
schaft an. Aber er trennt sich meist von den iibrigen Wissensdiaftern, wenn es darauf ankommt,
in
solches störend in ökonomische Gebiete hinein. _
unabhangig von allen Wirtsd1aftserscheinungen als reines Naturgesdiehen zu Tage, wirkt aber als
Hat man all diese Ersdieinungen erkannt, so
kann man versudien, helfend und ändernd in den Betrieb einzugreifen. Doch ist dazu eine ge:
Schlüsse aus den Beobachtungsergebnissen zu ziehen. Er geht bei letzterem neue Wege. Ganz
ähnlidi wird der biologiSdi:dynamisdi arbeitende Landwirt die rechnerischen Erfahrungen Sdiätzen‚
naue Kenntnis des Betriebs und all seiner Zweige notwendig. ‚
aber er wird sich hüten, diese Erfahrungen lediglich in den Dienst des Geldverdienens zu stellen.
Er rückt davon ab, denn er hat noch die weitreichenden biologisdien Gesiditspunkte.
Und bei wieviel Landwirten ist dies der Fall? —Leider bei sehr wenigen. Es sind wenig
Landwirte, die darüber im Bilde sind, welcher Betriebszweig es im besonderen bei ihnen ist, der Gar mancher Landwirt steht heute auf dem Standpunkt: „Das Hemd steht mir näher als
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am stärksten auf den Reinertrag drüdct; da gerade die Erfassung der Rentabilität der einzelnen der Rodcl Meine \Virtschaft steht so wacklig, daß ich versuchen muß, das Höchste aus ihr her:
Zweige meist weitgehend gefühlsmäßig erfolgt, und das gefühlsmäßige Erfassen ist in der heutigen auszuholen‚ sei es auch mal auf Kosten ihrer Gesundheit.“ Blitzartig beleuchtet steht mit solcher
Landwirtschaft nur noch bei sehr weiten Fehlergrenzen möglichl Andererseits erfordert exaktes Erwiderung wieder die verzweifelte Lage vieler Landwirtschaftsbetriebe vor Augen. ::
Man kann
Erfassen der Rente eine Mehrarbeit und ein gut Teil kaufmännischen Könnens, was auch der den Ausspruch verstehen, wenn man an die Familie denkt, für deren Existenz Haus und Hof
Hauptgrund sein dürfte, daß obige Behauptung zu Recht besteht.
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Man ist selbst Landwirt alles bedeuten, aber man wird den Gedanken an ein letztes Lotteriespiel mit hohem Einsatz nicht
genug, um das Vorurteil desselben gegen den Rechenstift zu kennen, aber die Gründe dafür sind los. Und die letzten Jahre bestätigen es, daß diese verzweifelte Wirtschaftsfiihrung, die zu reiner
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Spekulation ausarten mußte, ein Hazardspiel bedeutete nur ganz wenige sind es, denen eine
#

heute nicht mehr stichhaltig. Wenn die Alten ihre Buchführung mehr im Kopfe als auf dem Anhäufung günstiger Umstände einen Haupttreffer brachte; die Meisten gingen jedoch um so
Papier hatten, so ist das ohne Zweifel eine anerkennungswerte Leistung gewesen, aber heute rascher zu Grunde.
wurden sie es audi nicht mehr können, denn der Betrieb ist ein ganz anderer geworden. Ver.-
starkte Intensität, Rationalisierung und andre biaßnahmen haben den Betrieb immer schwieriger Wie nun, wenn solch ein wackliger Gutsbetrieb übergeht zur biologisch:dynamisdien
Wirtschaftsmethode?
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‚26, ‚27_

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Hat dieser Schritt ein gewagtes Experiment zu bedeuten? triebes sofort steigen
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letzteres möglich durch Ersparnisse und bessere Qualitätsverwertung. Auch


Diese Frage wird weder mit einem glatten Ja noch Nein zu beantworten sein. Ich möchte lassen sich die Erträge auf gewohnter Höhe halten. Am leichtesten lassen sich Betriebe um:

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die Antwort so formulieren: stellen, welche bereits viel Grünland, Eigenfutterbau und ordentliche Düngerbehandlung haben.
Ist der Gutsbetrieb _ abgesehen von seiner schlechten Finanzlage als Soldier nodi in
gesunden natürlichen Bahnen, dann stellt eine vorsichtige Umstellung zur biologisch:dynamisdren B. Betriebe mit krankem Boden, starker Kunstdüngerverwendung,
Wirtsdmftsmethode kein Risiko dar. schwachem Viehverhältnis und freier Fruditfolge
Unter gesund und natürlich wird in diesem Fall ein Betrieb verstanden, der trotz seiner Hier stößt man bei der Umstellung schon auf etwas mehr Schwierigkeiten. Auch hier ist

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Kunstdüngeranwendung noch ein normales Verhältnis zwischen Viehzahl und Ackerfläche aufzu: in erster Linie Düngerpflege und Präparateanwendung ins Auge zu fassen. Dann hat man Vieh:
weisen hat, und der bei genügendem Kulturzustand der Felder eine günstige Fruchtfolge innehält. vermehrung aus eigener Zucht zu betreiben, was anschließend Eigenfutterbau zur Bedingung macht.
Denn unter diesen Voraussetzungen stellt die Umstellung des Betriebes (zur biologisch:dyna: Eine planmäßige und möglichst vielseitige Fruditfolge muß eingeführt werden bei gleichzeitig stärkerer
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mischen Methode) zum erstenmal eine Umstellung dar, die sich betriebskostenvermindernd auswirkt, Betonung des Leguminosenbaus. Bei langsamem Vorgehen lassen sich audi hier die Erträge halten,

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und bei riditigem Vorgehen den Reinertrag nidit senkt. was ja bei den geringeren Erzeugungskosten gleidizeitig erhöhte Rentabilität bedeutet. Die In:
Dagegen weiß jeder Landwirt, daß sonst alle Betriebsumstellungen entweder eine vorläufig vestitionen sind hier noch gering.
erhöhte Ausgabe, oder aber eine Verminderung der Substanz (z. B. Abschaffung des Kuhstalis C. Betriebe mit krankem Boden, starker Kunstdüngerverwendung,
oder dergleichen) bedeuten. Ist aber die Bedingung nidit gesdiaffen, daß der Adcer alle drei, geringem Viehverhältnis und krankem, sterilem Vieh
mindestens aber alle vier Jahre eine Stallmistdüngung erhält, dann ist solange audi ein rascher

F
Übergang zur biologisch:dynamisdien Methode unmöglich, resp. mit einem Risiko verbunden. In diesen Betrieben ist eine Umstellung nur langsam und nur mit Gel-dmitteln möglich.
Außer den unter B schon bezeichneten Maßnahmen müßte hier ein Zukauf von organischen Dünge:
Da von kapitalsdiwachen Betrieben die Rede ist, dürfte ein Viehzukauf das Risiko kaum mitteln wie: Stallmist (etwa aus reinen Abmelkeställen in der Stadt, Kasernen o. dgl.), Kompost,
beseitigen, denn dann würde die Umstellung, wie jede andre audi, eine erhöhte Belastung der Knochenmehl, Hornmehl etc. stattfinden. Dann müßte die Möglichkeit gesucht werden, Pensions:

D
Gutskasse“ darstellen, und das ist ja das, was ein sdiwacher Betrieb heute nicht mehr tragen kann. Vieh zu bekommen, wenn die Geldmittel zum Viehkauf fehlen. Gegen Krankheiten und Seudien
In diesem Fall müßte man versuchen, von seinem Viehhändler Pensionsvieh zu bekommen. im Stall ist mit den vielfad-r bewährten
#

und in dieser Zeitschrift sdion häufig behandelten


#

(Geniigend wirtsdiaftseigenes Futter ist Voraussetzung.) Diese Maßnahme ist im Sinn der bio: Tierheilniitteln der Weleda A. G. vorzugehen und audi mit Einrichtung Von Viehweiden.
logisch:dynamisdien Wirtsdiaftswei3e nicht als ideal anzusprechen, aber es ist ein Behelf, der neben: Auf diese Weise wird auch in diesen Betrieben eine langsam fortschreitende Gesundung

P
bei eine schöne Rente abwerfen kann.
möglich sein. Die Rentabilität, falls sie nodi gegeben war, kann erhalten bleiben, die Steigerung
Jeder Leser weiß, daß solche Maßnahmen nur von Fall zu Fall beurteilt werden können.
All dies sollen keine Rezepte, sondern Anregungen sein, zu denen die Erfahrung im Lauf der
Jahre berechtigte.
wird aber erst in ein paar Jahren eintreten.
— Der Wert der biologisch:dynamischen Me:
thode in den ersten Jahren liegt bei solchen Betrieben hauptsädilidi in der Sanierung.
Dies ist das Sdiöne, zugleich aber auch das Sdiwierigere bei der biologisch:dynamisdien Me.- D. Betriebe, die wie die unter C. geschilderten Betriebe

r
thode, daß man weniger als je nach Rezepten und Vorschriften arbeiten kann. Es heißt dabei als durdiweg krank anzusehen sind und außerdem finanziell schlecht stehen
doppelt Augen und Ohren aufmachen, hinsehen und hinhören, was die Natur fordert, damit sie Diese Betriebe können ohne Geldmittel nicht saniert werden, da sie als inventararme Wirt:

te
uns Menschen gibt, was wir braudien. Dafür hat der Landwirt jedoch weitgehend den Sinn
verloren, weil er sich immer mehr die Meinung aufdrängen ließ, daß alle Naturvorgänge auf
physikalisch:d1emisdm Weise sich erklären ließen und dadurch immer tiefer im Materialismus versank.
Man hat die eigenen Forderungen zu sehr in den Vordergrund gestellt, und die Natur ge:
oberflächlidi geworden. _
schaften erst größere Investitionen machen müssen.
Diese Ausführungen möchten zu einigem Nachdenken anregen. Man ist darin bequem und
Wo früher hunderte von Beobachtungen dem Landwirt einen reichen
Wissensschatz versdiafften, erSdiöpft sich das heutige Wissen vielfadi in Dingen, die vom grünen

as
zwungen, sich diesen Forderungen anzupassen. Man hat den Kulturpflanzen eine Ernährung auf: Tisch oder gar von Geschäftsleuten an ihn herangebracht werden. Es ist keine Seltenheit, daß
gezwungen, die die morphologisdie und physiologische Besdiaffenheit derselben ändern mußte. der Kunstdüngerhändler dem Bauern gute Ratschläge über Düngung erteilt. Die Alten hätten
Man gab sich damit nicht zufrieden und verließ die altbewährten Fruditfolgen, und war stolz, eine sich schön bedankt, wenn ihnen ein Nichtlandwirt prakfiSdie Ratschläge erteilt hätte!
freie Fruditfolge führen zu können. Auch hierin muß wieder Vernunft eintreten. Keineswegs soll dem Fortsdiritt ein Stein in den Weg gelegt werden, aber der Bauer muß
Die Auswirkungen der Vorfrüdite kommen bei biologisch-dynamisch gedüngten Feldern viel wieder soviel Selbstbewußtsein bekommen, daß er selbst am besten weiß, was seinem Acker Not
stärker zum Ausdruck, als bei den Feldern mit reidilicher Kunstdiingung. Man konnte häufig tutl Die Maßnahmen auf seinem Betrieb müssen wieder von ihm, und nidit von Neunmalklugen

zu verwischen.
M
sdton durch den Augenschein sich ganz deutlich davon überzeugen, daß die Kunstdüngergaben
oft wie ein großer Maurerpinsel wirken, der versucht zu vertuschen und alle Reaktionen der Natur
Man hat im Versud13garten die Beobad'itung machen miissen, daß ungedüngte Parzellen
soldien mit Stallmist:Volldiingung gleichkamen, ja unter Umständen sie übertrafen. Man war
bestimmt werden, die weder Pflug nodi Sense je in Händen hatten
Händler oder Fabrikanten.
#

seien es Wissensdiafter,

Dies ist die andre Not der Landwirtsdiaft, daß Unsicherheit und Zerrissenheit sinnvolles und
planmäßiges Handeln immer unmöglicher machen, und immer wieder mödite man zur Selbstbe:
sinnung aufrütteln.
erst überrascht, bis man merkte, daß bei der Versuchsanstellung die Vorfrüchte nidit genügend
in
Hoffentlich ist es nidit zu spät, wenn der Bauer mal erwaditl
beaditet wurden. Diese Erscheinungen sind in solch feinen Nüancen bei der Kunstdüngung nicht
zu beobachten, weil, wie sdion erwähnt, der Kunstdünger die Pflanze verändert und hypertrophe,
mastige Formen und dunkle Färbung das Auge täuschen. Die richtige Beachtung der Vorfrüdite
gehört zu den selbstverständlichen Maßnahmen der biologisch:dynanii$dien Wirtschaftsweise.
Bodenbearbeiturigsversuche, wie ich sie mehrere Jahre auf der Versuchsstelle Pilgramshain Das Verhältnis des Landwirtes zu den Haustieren
ed

beobachten konnte, ergaben ein ähnlidie3 Bild. Audi da überzeugte man Sidi, daß bei kunst:
gediingten Feldern diese klaren Resultate nicht zu erzielen sind. Man sah aber auch, welch er: Dr. J. Wert
staunliches Mittel man mit der Bodenbearbeitung in der Hand hat, um das Pflanzenwachstum Die Haustiere bilden einen wesentlidien Bestand der Landwirtschaft. Man kann sich einen
zu beeinflussen. richtigen landwirtschaftlidmn Betrieb gar nicht denken ohne die Haustiere. Es war einmal eine
Faßt man diese Betrachtungen zusammen, so kann man für die einzelnen Betriebe etwa folgende
allgemeine Richtlinien für die Umstellung zur biologisch:dynamischen Wirtschaftsmethode aufstellen:
Zeit, da gab man sich der Illusion hin, man könne
—wie man sagte

viehlos wirtsdiaften.
Damals feierten die Kunstdüngermittel ihre ersten Triumpfe. In einigen Gegenden Deutschlands
at

zog man die äußerste Konsequenz dieser Illusion, indem man sich sagte, wenn man mit Kunst:
A. Betriebe mit relativ gesundem Boden, bei Kunstdüngeranwendung
# #

aber gesundem und genügendem Vieh, und geordneter Fruditfolge dünger auf den Ackern mehr ernten könne wie mit tierischem Mist, dann brauche man überhaupt
kein Vieh mehr zu halten. Manche Landwirte gingen soweit, daß sie auch nodi den größten Teil
Hier kann die Umstellung rasdi erfolgen und kann in 3—4 Jahren durchgeführt sein. :—

der Gespanntiere abschafften und dafür Masdiinen und Traktoren einsetzten. Aber derartig um:
Durch Düngerpflege mit gleichzeitiger Anwendung der Präparate kann die Rentabilität des Be: gestellte Betriebe kamen nicht weit. Die Wirtschaftsmethode ging wohl einige Jahre, dann aber
re
C
29
4

weniger einwandfreies Futter vorzogen. Uns Mensd1en ist eben durch unsere intellel<tualistische

r
hörte die Lebenskraft des Bodens immer mehr auf. Man braudite immer größere Mengen Kunst: Entwicklung dieser Instinkt verloren gegangen. Jene Landwirte, die ihre Acker, W’iesen und
dünger, um den Boden auf der gleichen Ertragsfähigkeit zu erhalten und schließlidi waren die

to
Böden so vermineralisiert und so geschwächt, daß man sich genötigt sah, rasdi wieder von dieser Weiden nach der l)iologiSdi-dynamisdien \Wirtschaftsmethode bewirtsd-raften, können sehr gut be:
obachten, wie ihre Tiere Futtermittel, die auf niineralisdi gedüngten Böden gewachsen sind, meistens
Wirtschaftsmethode abzugehen. Es ist eben nidit möglich eine Landwirtsdiaft viehlos aufzuziehen; einfadi verweigern.
der Viehstand ist ein Glied der Landwirtschaft, das für jeden landwirtschaftlichen Betrieb eine
Lebensnotwendigkeit ist. „
Ein gutes Füttern allein wird aber nicht genügen um auf die Dauer einen gesunden Tier:
bestand im landwirtschaftlidien Betrieb zu haben. Ein weiteres wichtiges Moment kommt hier

di
Gerade jene Produkte, die uns die Haustiere Sdieinbar als Abfallstoffe überlassen, sind hinzu, nämlich wie sich der Mensch seinen Haustieren gegenüber einstellt. Dieses Moment in
der Lebensnerv der Landwirtschaft. Schneidet man diesen Lebensnerv ab oder läßt man ihn
verkümmern und erkranken, so erkrankt die ganze Landwirtschaft und muß an dieser Krankheit der Haustierzud1t und :Haltung ist vielen Landwirten heute schon verloren gegangen und spricht
unfehlbar zu Grunde gehen. Unsere verständigen und einsidüigen Landwirte wissen dies nur zu man von einem derartigen Verhältnis zwischen Mensdi und Tier, das mehr auf das Seelische
genau. Der Misthaufen auf dem Hofe ist ein guter Maßstab, an dem man einen bäuerlidien basiert ist, so läuft man Gefahr als ungebildet oder als lestiker versdirieen zu werden. Wenn

E
Betrieb messen kann. Je exakter und
#

ich mödite sagen „ liebevoller ein Bauer seinen Mist: man aber jahrelang beobaditet und die Landwirte und deren Viehbestand daraufhin ansieht, so
haufen behandelt, desto bessere und gesündere produkte erzeugt er auf dem Felde und einen kann man sich schon einen Blick dafiir aneignen. Es ist nidit gleichgültig fiir das Wohlbefinden
desto gesünderen Viehstand hat er im Stalle. Es mag dies einem modernen Menschen vielleidit der Tiere, ob sie der Men3di nur als Objekte betrachtet zum Geldverdienen und aus ihnen her:
sonderbar ersdiéinen, wenn er sich aber hineindenken kann, was eigentlidi der tierische Mist ist, auszuholen traditet, was nur möglich ist, oder ob der Mensch seine Haustiere pflegt als wertvolles
so wird er dies ganz gut verstehen können. Unsere Pflanzenfresser unter den Haustieren nehmen Gut, das die Aufgabe hat, seinen landwirtschaftlidien Betrieb gesund zu erhalten. Es ist nicht

F
die Pflanzen auf, verarbeiten sie bis zu einem gewissen Grade und scheiden sie dann wieder dasselbe, wenn auf einem Hofe die Gespanntiere nur betrachtet werden als Arbeitsmaschinen, die
aus. Nun wäre es ganz verkehrt, wenn wir diese Aussdieidungsprodukte betrachten würden als man hervorholt, wenn man sie braucht, ähnlidi wie einen Pflug oder eine Mähmaschine, oder wenn
Schladcen, als wertlose Stoffe. Indem nämlich diese Pflanzenteile im Tierkörper verweilten, haben der Landwirt seine Tiere mit Liebe behandelt, seinen Gespanntieren eine liebevolle Pflege an:

D
sie dem Tiere Kräfte vermittelt, die das Tier braucht, um seinerseits wieder Produkte zu schaffen, gedeihen läßt und SlCl1 täglich zum Bewußtsein bringt, daß das Tier auf seine Hilfe ebenso an:
sei es in Form von Mildi oder Fleisch oder Wolle oder audi Arbeitsleistung. Dies ist aber nur <!erCSen ist, wie der Mensdi auf die tierische Hilfe. \Wenn der Bauer seine Kühe nur als
der eine Teil des Prozesses; der andere und ebenso widitige Teil, der sich an diesen Pflanzen: iMilchmaschinen betrachtet und nur darauf bedacht ist, mit allen erdenklichen Nlethoden den hödisten
Nutzeffekt aus seinen Kühen herauszuholen ähnlich wie der Industrielle aus seiner Masdiine, dann
teilen während ihres Durchganges durch den Tierkörper abspielt, ist der, daß das Tier wiederum

P
Kräfte abgibt an diese verarbeiteten Pflanzenstoffe, diese Pflanzenstoffe sozusagen durchdringt darf er sich audi nicht wundern, wenn er im Stalle kein Glüdc hat, wenn plötzlich einmal Krank:
mit Kräften, in diese Pflanzenstoffe Kräfte hineinarbeitet, die dann im Dung aufgespeiehert bleiben. heiten kommen, die seinen Viehstand ruinieren und so seinen ganzen landwirtsdiaftlidien Betrieb
Diese Kräfte sind aber für den verständigen Landwirt ein ganz wertvolles Gut. Mit diesen dem Zusammenbruch nahebringen. Was uns unsere Haustiere an Arbeitskraft oder an wertvollen
Kräften muß er haushalten. Er wird dafür sorgen, daß der Dung, so, wie er von den Tieren Produkten zum Leben hergeben, das müssen wir als Gaben hinnehmen: wir dürfen aber nidit
abgesetzt wird, mit möglidist viel Stroh oder sonstigem Einstreumaterial in Verbindung kommt, Raubbau treiben mit diesem Gut.

r
daß er möglichst aufgenommen wird von diesen Bindemitteln und daß er dann auf der Dünger: Ein kluger Landwirt wird audi nie vergessen, daß er es bei seinen Tieren mit Lebewesen
stätte so gelagert wird, daß von diesen Kräften möglidist wenig verloren geht, bis ihn der Landwirt zu tun hat, die nur existieren können im Gesamtzusammenhange mit der sie umgebenden Natur.

te
der Erde übergeben kann. Der gute Landwirt weiß ganz genau, daß kein kiinstlid1es Dünger.- Er wird es daher unterlassen, seine Tiere Jahr und Tag in Ställe einzusperren. Wie oft kann
mittel in der Lage ist, ihm diese wertvollen Kräfte zu ersetzen, die ihm der tierisdie Organismus man erleben, das Milchkühe ihr ganzes Leben lang nur aus dem Stalle geführt werden, wenn
im Miste liefert. Und jene Landwirte, die nach der neuen biologisch:dynamischen Wirtschafts: sie zur Begattung zum Bullen kommen; derartige Tiere können dann kaum laufen, da sie_das
methode arbeiten, wie sie aus den Angaben Dr. Rudolf Steiners resultiert, wissen, daß sogar Laufen ganz entwöhnt sind. Noch schlimmer ist es aber, wenn man in mandien Gegenden Sieht,

as
die Möglidikeit gegeben ist diese“ wertvollen Kräfte noch erheblich zu verstärken. daß sogar die Kälber und das Jungvieh nicht mehr ins Freie gelangen. Landwirte, die so wrrt:
Von unseren landwirtsdiaftlichen Haustieren werden diese Kräfte in ganz verschiedenem schaften, sind sich gar nidit mehr bewußt, was sie ihren Tieren für Schaden zufügen. Denn wenn
Maße dem Dünger beigegeben. Audi diese Tatsache ist unseren Landwirten bekannt. Der sie die Tiere ganz absperren von der Natur, wenn sie ihnen gar keine Möglichkeit mehr geben,
Kuhdung gilt als der beste Dung; das will “sagen, daß der Kuhdung die stärkste Kraftauf:
speidierung in sich hat. Dies erklärt sich ja aus der ganzen Idee der Kuh. Die Kuh ist jenes
ihre Sinnesorgane so zu gebrauchen, wie es fiir die Tiere nötig ist, so muß ja eine gewisse
stumpfung des ganzen Sinnes:Nervensystems eintreten; die Tiere degenerieren. Und wenn diese Ab:
Haustier, das ganz auf die Verdauung hinorientiert ist. Die Kuh ist den ganzen Tag mit ihrer Methode der Tierhaltung erst einige Generationen fortgesetzt wird, dann braudit man sicht nicht
M
Verdauung beschäftigt. Kaum ist sie sattgefressen, so beginnt sie mit dem Wiederkauen; alles
ist bei ihr auf die Verdauung eingestellt. Der Pferdedung gilt audi als guter Dung; aber jeder
Landwirt weiß, daß der Pferdedung mehr hitzig ist; er wird daher von den Gärtnern so be:
vorzugt bei der Besdiidrung von Mistbeeten, weil der Pferdedung in den Mistbeeten große Hitze
zu erzeugen vermag. Dies hängt wiederum damit zusammen, daß das Pferd nicht so sehr hin.-
mehr wundern, wenn die Tiere immer mehr ihre natürliche Widerstandskraft verlieren und schweren
Seudien wie der Tuberkulose zum Opfer fallen. Ein guter Landwirt wird daher dafür Sorge
tragen, daß seine Tiere von Zeit zu Zeit immer wieder Gelegenheit haben sich im Freien zu
tummeln und sich wieder mit den kosmisdien Kräften in Verbindung zu setzen, damit ihnen die
Fähigkeit nicht verloren geht, jene Kräfte aufzunehmen, die sie zu ihrer Gesunderhaltung brauchen.
orientiert ist auf die Verdauung, sondern mehr auf ein starkes Gliedmaßen: und Muskelsystem, Er wird aber auch nie in den Fehler verfallen, Jungtiere ohne Weide aufzuziehen; denn gerade
in
wodurch viel irdisdie Kraft verbraucht wird, besonders bei starker Arbeitsleistung des Pferdes. während der Entwicklung sind unsere Haustiere ganz besonders darauf angewiesen durch Licht
Wenn es dem Landwirte klar ist, daß es in erster Linie auf das Kräftespiel ankommt, das und Luft, durch Bewegung in der Sonne, in Regen und Wind, durch Selbstaufsud1en ihrer Nahrung
sich im Dunge vollzieht, den er der Erde übergibt, so wird es ihm audi leidit verständlidi sein, alles das in sich aufzunehmen, was zu einem gesunden Aufbau ihres Körpers nötig ist und was
daß es nidit gleichgültig ist, was er seinen Tieren für Futtermittel vorsetzt. Denn auch hier wieder: sie befähigt, später jene außerordentlichen Leistungen zu vollbringen, die der Mensch von ihnen
um gibt es große Unterschiede. Das Heu oder der Klee, der Hater oder die Gerste, die er verlangt und wodurch sie gerade für den Menschen nützliche Haustiere werden.
ed

seinen Tieren als Futter reidit, können in ihrem äußeren Aussehen nodi so gut sein und trotzdem Unsere Menschheit steht heute vor der großen Gefahr die Verbindung mit der Tierwelt
kann der Fall vorliegen, daß sie nidit füttern, d. h. daß den Futtermitteln nicht die Kräfte innewohnen, mehr und mehr zu verlieren. Es kommt dies von der starken intellektualistisdwn Entwidclung
die eben nötig sind, um die Tiere zu Leistungen zu bringen und dabei gesund zu erhalten. Denn des Mensd1en und nicht zuletzt von der materialistisdnen Einstellung, die heute auf allen Gebieten
nicht auf das äußere schöne Aussehen und auf die Mengen kommt es beim Füttern an, sondern zu Tage tritt. Audi unsere Landwirtschaft ist von dieser Strömung stark bedroht und wird immer
auf die innere Qualität, d. h. auf die Fähigkeit der Futtermittel, den Tieren jene Kräfte zu ver: mehr in diese Richtung hineingedrängt. Aber gerade die Landwirtsdiaft wird berufen sein, hier
mitteln, die sie brauchen. Der verständige Landwirt wird daher traditen, seine sämtlichen Futter: Front zu machen und sich nicht hineinziehen zu lassen in diesen Entwicklungsgang. An unseren
at

mittel selbst in seinem Betriebe zu produzieren und nidit Futtermittel von auswärts hereinzukaufen, tüchtigen Landwirten ist es gelegen, wieder ein gesundes Verhältnis zu den Haustieren herzustellen
von denen er nicht wissen kann, unter welchen Verhältnissen sie gewachsen sind. Unsere Haus: und bei ihrem Zusammenleben mit den Haustieren sich wieder von einer gesunden Moral leiten
tiere haben eine sehr feine Empfindung für derartige Qualitätsunterschiede und schon mancher zu lassen.
Landwirt wird sidt gewundert haben, wenn seine Tiere ein Futter verweigerten, das den] äußeren
Ansdieine nach allen Ansprüchen geredit wurde, dagegen ein anderes dem Aussehen nadi viel
re
C
Wildrückgang durch Kulturniaßnahmen

r
Unkraut . . . Künstliche Schutzhecken, die zugleich Brutgelegenheit bieten, müssen in größerem
Eine Literatur.-Sammlung Umfang angelegt werden, um zu beobachten, ob dadurch wieder eine Zunahme der Rebhiihner

to
Dipl.:Landwirt A. v o n W i s tin gli a us e n herbeigeführt wird. An Rebhühnern, die in Gefangenschaft gehalten werden, muß ausgeprobt
werden, ob und in wie weit der Kunstdünger schädlich wirkt. . . .“
Immer wieder vernimnit man vom Rück an der Wil
" ' '

Oberförster Schorping („Grüne Post" 27. Oktober 1929) stellt eine ganze Reihe von Ur:
daruber Nachrichten
in der Fad11iteratur
zusan%megn.
Alle
Frib'egslti ffed; G\ri hri eallä?r>lessdiizui'ledigo‘rglgigrb
und Entschuld1gungen werden laut. Dann werden in einem Jahrgang der Zeitschriften haufem sachen über dasselbe Thema fest:
„. . . 3. Die gegenüber früher wesentlidt verstärkten Kulturmaßnahmen (Hacken und

di
Freude wreder mehres Rebhuhner
nicht
1%(i/gneg, diät
gemeldet. lm Großen und Ganzen läßt sich aber die Tbt‘
in Deutschland viel weniger Wild als früher gibt 8 ha € dini Eggert der Saaten) . . .“
Als „Hauptgrund für den Rückgang der Niederjagd" fiihrt lde („Wild und Hund“ 1929
Are ie
austiere zum landwirtsdraftlid-ren Organismus ehörenl
so brau '

find Cii /lese dasWild. Wenn


der Betrieb zur Industrie wirdg und ohne
Einäiiht%biikiflfßffr
Nr. 1) an:
,. . . Das eine Revier
— —
fast ausschließlich Feldiagd weist eine starke Bewegung in

E
errs t, verschwmdet das Wild und damit Viel tierische Kraft von den Feldern Wiesen und au meiner Statistik nach unten auf, während das andere, vorwiegend Waldjagd sich auf der alten
%evmilde[3J
Wald. Der biologisch:dynamisch arbeitende Landwirt erkennt den Welt des freileb d S
und versucht es im rechten Maße zu heben. en en
Höhe gehalten hat, Füchse und anderes Raubwild haben im Vergleich zu früherer Zeit eher
in der Wald.- als Feldjagd zugenommen, so daß der erwähnte Rückgang durch Raubwild kaum
m nun an richtiger Stelle Maßnahmen ergreifen zu können, ist es notwendig
' "

. in Frage kommt. Aber etwas anderes ist es, was seit Jahren geradezu verhehrend auf den
%ekSchaden klarsoll
zu werden, die zum Rüd<gang des \Wildbestandes fiihren. Als Hine
fifiTI duilejsee Niedergang in den Feldjagden einwirkt. Das ist die intensive Bodenbearbeitung im Frühling,

F
rdeiäntnisarbeit vorhegende Ausarbeitung dienen; sie soll nicht die moderne Wirtschaftsweise
ägnadliedigiéenfjärledBodenbealräleitung, Maschinenverwendung etc. kritisieren. Vielleicht wird es aber
In der Nachkriegszeit hat man hier zu Lande begonnen, alljährlich im März und April, dem
Wintergetreide eine gründliche Durch: und Nachbearbeitung angedeihen zu lassen. Da wird
ihm
531ng £i;ß
und I;Sgblietelsflm bei allen seinen Arbeiten das Wild
nicht zu vergessen und. niaschinenmäßig Dünger gestreut, da wird geschleppt, geeggt und gewalzt. Ja, es gibt kaum

D
ein Fledechen, das um diese Zeit nidit von einem landwirtschaftlichen Gerät durchfurdtt wird.
er biologisch:dynamisch arbeitende Landwirt ahnt heute sd1 ' "
Dazu gesellt sich einen Monat später die Hackarbeit am Sommergetreide. Ständige Beunruhigung
sendet, die durch keine künstlid1en Maßnahmen ersetzt werden
kör?fieniiaßRciiaclsole/Sl äin}eirmsfblHirschäsli
ei ldustgl und Vernichtung, das sind die beiden Faktoren, die die junge Brut bzw. den ersten Hasensatz

3‘v<3e
im
Gegensatz zum kräftewiderspiegelndem Horn des Rindviehes, das Geweih des nicht aufkommen lassen. Fällt aber der erste Junghase in der Entwicklungsreihe aus, so be.—

P
er das Gehorn des Rehbod<s
wie eine aussendende Funkantenne fiir lebensätherische Kräfte deutet das einen Rückgang der Haseniagd bis zu 30 vom Hundert. — . . .“
die“
ient. Es ist fur Baume des Waldes eine Beeinflussung, wenn das Wild durch den Wald Auch Edler von der Rianitz berichtet hierzu über seine Erfahrungen:
zieht. Wad1stumskrafte
gehen auf die Bäume über. Die wohltuende Wirkung der Vo elw
ist bekannt. Die Vogel dienen aber nidit nur zur Bekämpfung der Schädlinge, sondern
ve(i-" sige
lt „. . . Vom Rebhuhn („Wild und Hund“ 1928 Nr. 46) . . . Kam man aber über die
Grenzen dieser Stadtjagd hinaus, die aus den Fluren kleiner, nidit allzu intensiv wirtschaftender
Wäldern
teilen auch d
m;>vdielq‘eerltciiänLebenskr-rfte‚
L' die von den Baumen ausgehen m der Athniosphare zwischen
‘ ' " " ‘

Ad<erbürger besteht, wurde der Hühnerbestand spärlich, Ein erneuter Beweis, daß es die in:

r
tensive Bewirtschaftung des Bodens.ist, die am meisten unseren Hühnerbestand schädigt . . .“
Allerdings ist auch bekannt, daß das Rebhuhn die Furchen als Deckung bevorzugt und daher

te
Durch intensive. Bearbeitung der
Felder
gehen besonders die R bh "hn
'
} *
' '
"

ist es verständlich, daß es sich auf dem bäuerlichen Lande besser gehalten hat, da dort die Feld:
Mel1orahonen, Regulierung von undWasserläufen, Ebenmachen von
gäsütn]tgpp,t Distelta, VtB;ennäesseln
andere Unkräuter. Damit geht aber audi Deckung Äsung Felderh, 3ersih\>vziäldleiiigDol3rilerrfilf stücke klein sind und viele Raine und Furchen das Land durchziehen. Konrad Schmidt, der Vor.-
ru € € .. . . Mahen sitzende des Ersten Frankfurter Jagdklubs für die Main:, Mittelrhein: und Lahngegend teilt
V€micmengdiegeäeeége.ur und ’ Wiesen
.
as Wild verloren. Fruhzeitiges „
von Kleeschlagen

i

in („Grüne Post“ 27. Oktober 1929) folgendes mit:

as
„. . . Der allgemeine Rückgang unserer Hühnerbestände ist meines Erachtens insbesondere
Th. von Lieres schreibt in „Unsere Wildbestände“ („Wild und Hund“ 1926 Nr. 5) .
„ . . . Fasanen und Rehe waren nicht vorhanden. Dies
'
"
auf die sogenannte Feldbereinigung, und auf die intensivere Feldkultur
der heutigen modernen Ad<ergeräte
— — unter Verwendung
zurückzuführen. Auch Brachfelder, die vom Frühjahr
als man
trotz des immer wertvoller werdenden Bodens und
aüchwgllrcéßretfenr fF‚rffigne 533 €äSt‚r bis Herbst überhaupt nidit betreten wurden, gibt es heute nicht mehr. Auf diesen Feldern,
Landw1rtschaft daran dachte, durch Anlage von Büschen, Parkanlagen Alleen auchg etwas
die Verschonerung der sonst wenig landwirtsd‘raftliche Reize aufweisenden Gegend zu tun f'e'r'
uud
auf weldien reichlich Unkraut wucherte, fanden die Hühner nidit nur gute Deckung, sondern
auch ihre Lieblingsäsung. . .“
zugleich auch dem Wild in der immer intensiver betriebenen Landwirtschaft etwas mehr
und
her
Schutzbesaßen,
nicht Daseinsmöglichkeiten zu bieten. Das war an erster Stelle der Fisa dis,Le
zu gewahren, Dies trug natürlich auch dazu bei, gewissen Wildarten die wir b'

stch sehr bald liter wohlfühlte nnd die ihm audi zu Liebe angelecrten Büsche und
lagen dankbarst bevcilkerte. Die Einbürgerung des Rehes fand er°st später und
M
?AQE
Ruli>*
sonsti
langsamegr stfff
Zu der Aussprache über Hege von Hasen, Fasanen und Rebhiihnern schreibt Ostmärker
(„Wild und Hund“ 1926 Nr. 34):
„Ganz gewiß ist —«
besonders auf großen Gütern
— der Schaden durch landwirtschaftliche
Maschinen ein ganz bedeutender und wird wohl vielfad1 nodi wesentlich verstärkt, weil zumeist
aus Mangel an dem unbedingt notwendigen Interesse die Tausenden von ausgemähten Gelegen
lmmerhrn warvonin der Umgebung der Provinzialhauptstadt in den letzten Jahren vor dem «; Kr€ einfach unbeachtet bleiben. Die rücksichtslose Beseitigung jeder Ded<ungsmöglichkeit an Gräben
in
em Bestand hunderten von Rehen vorhanden, die auch bei der guten Pfle e und As 16.‚ usw., die gründlidie Vernichtung jedes Unkrautes und,_nidat zu vergessen, die zweifellos not:
die ihnen damalsgeboten,
die Moglichkeit sehr gute Gehörne aufzusetzen. Jede Medaille aber hat ihre Böldilg’
uberall zu Teil wurde, sich reichlich vermehrten. So war den
au%h Keher13
wendige Anwendung von auf den tierisd‘ten Organismus schädlich wirkenden künstlichen Dünge:
mitteln müssen den Niederwildbeständen stellenweise geradezu verhängnisvoll werden. .“
seite. Man kannfi;e_tzt geradezu behaupten, daß mit dem Fortschreiten der Kultur in der Land:’
wrrtschaft der naturliche, der Gegend eigentiimliche Wildbestand in Gleidiem Schritt nach 1
Wieder neue Gesichtspunkte bringt in den Meinungsaustausch Schaalseejäger („Wild und
Hund“ 1930 Nr. 26):
hat. Er weidit ganz augenscheinlich der Kultur. . . .“
ed

ge aSS€n
D
„. . . Durch eifrige Beobachtungen in einem recht guten Hühnerrevier konnte ich feststellen,
Weiterhin werden Gründe für den R"
' " " '
daß die immer mehr um sich greifende intensive Bewirtschaftung der Felder naturgemäß einen
Locanus (in der „Grünen Post“ 27.
vom uOdk%dblegr d129rzg)i/ildbestande
„. . . Die „Zunahme des Raubzeuges“ scheint mir für di
angefahrt. So SChmbt von— Niedergang der Rebhühnerbestände mit sich bringt. Durch restlos durchgeführte Nieliorationen
verschwanden alle Vorflutgräben, die wie bekannt, mit allerlei Dornen, Disteln, Brennesseln
wenigsten zutreffend zu sein. Auch in Revieren, in denen
verschw1nden das8 Rabiibazhelülg lfüfz£iliäßäfffvii?
die Rebhiihner. Dagegen mögen das Fehlen natürlicher Sdiuüheclfen und a di
und sonstigem Unkraut bestodrt waren, worunter die Rebhühner nidit nur Deckung und Asung
fanden, sondern sich auch immer die idealste Brutgelegenheit bot. Weil das Huhn auf nur
at

reine Feldtlächen angewiesen ist und da während der Frühjahrszeit Hochbetrieb in der Land:
der Kunstduriger (Vielleicht einen schädlichen Einfluß ausüben. Außerdem aber kämen
folgende Grunde m Frage: Das Rebhuhn verzehrt außer Getreide sehr gern nud1
Unkrautsam°‘ wirtschaft herrscht, bei der das Wild von einer Koppel zur anderen getrieben wird. . . ., dann
ist es leicht erklärlich, daß sich die Hühner ruhige Plätze wählen. Hier kommen in erster
Da die moderne
Wichtige Landwirtschaft
Lebensbedmgung.
kein Unkraut aufkommen läßt, so fehlt dem Rebhuhn
Das Verschwinden der Wachtel beruht ja auf dem Mangel ein?dä Linie Klee, Wiesen: und Winterfrucht in Frage. Wenn nun letzteres noch zu ertragen ist,
so erscheinen \Wiesen und Kleeschl'a'ge dod'i recht bedenklid1 zu sein. Vornehmlidi, wenn die
re
C
f?r2_
33%—
Hühner .
ihre Gelege d'ihih_ bringen, da Klee und Wie>sen be e ts J ' ' '
* '

.
" > \

r
_ ‚

ist
esvum alle Gelege) die sich in dieser Frucht befinden,
g'es'che'lri'en."'n'.1 .gLäd]mfim
Wirdm‚ ST „. . . Hier, und wohl auch an vielen anderen Orten ist man in diesem Jahre zum ersten
Mal an das Abbrennen der Knicks und Wiesen herangegangen, allenthalben sieht man völlig
\xf)rdamain1
\Y/eiter „\Vild und Hund“ 1930 Nr. 28 von A. G. berichtet"

to

. s wie auch nodi heute konnte festgestellt werden d ß d' R bl >'



nackte, verkohlte Flächen und deckungsloses Busdrwerk. Die vorjährige ungünstige \Vitterung
%i_thVorliebe
ra e
mitten im dichtesten Wiesengras anlegte und anlegt.
der N13tstatte, so „verließ das Huhn rechtzeitig das Gelege, und dies wurde durch ver- 'Kaam daesr Pfanli'1riiähse'f"iriNdise' im Herbst verhinderte häufig den zweiten Grasschnitt. Dieses Gras bot nun wohl gerade für
die Häsin, in dem sonst noch ziemlich deckungslosen Gelände, einen Anreiz, dort ihre Nach:
kommenschaft unterzubringen. (Audi die Gelege mancher Bodenbriiter werden dort sicherlich
sZtandige Menschen ummalit. . Regelmäßig wurde es von der Alten wieder aufgesucht. ln letztei

di
angelegt werden sein.) Als dann in der zweiten Hälfte des März das allgemeine Abbrennen
_ert sd1nerclet auch der kleinste Besitzer sein Gras mit der rassdnden Mähmaschine doch
dieses Gerausch veranlaßt das briitende Huhn nicht, die Brutstätte vor den verderblidien
laufzugeben, Daher wird es fast immer verletzt und das schützende Gras fällt. Die Eier Messern dieser Flächen vorgenommen wurde, ist dort jedes junge Leben restlos zerstört worden.
Landwirte sind zu dem Abbrennen des alten Grases gezwungen, nur hätten sie es einige
Wochen früher ausführen sollen, dann wäre der Schaden nicht so groß geworden . . . viel
— Die

]i7egen Dies
frei und werdenwurdeneine
Willkommene Beute der vielen umherstreifenden Nebelkrähen und

E
schlimmer wäre es, wenn sich das Abbrennen der Knicks gewohnheitsmäßig einbürgern würde.,
ilstern.3 Rebhuhngelege ausgemäht. lm dembeimeinen
Jahr beispielsweise Schneiden einer 36 Morgen Großen Wiesen"
Diese Wälle, die meistens durch Busch bepflanzt sind, sind außerdem mit hohem Gras, Dornen
';'jfhe
- bzw.£8 Eier. Alle waren
befanden sich 26, in den°beiden andereri
schon von den Kleinen angepickt. Die Mäher häuften Gras und Gestrüpp bewachsen, so daß sie ein kleines, oft undurchdringliches Did<idn bilden, in dem
_ alle Arten Singvögel nisten und in dem die Häsin gern ihren ersten Satz unterbringt.....
#

um die es.flter, doch wurden sre von den Alten nicht mehr aufgesucht. Am anderen Morden
walren_ die_Eier teils verschwunden,auf teils lagen die leeren Schalen umher. \Wieviel Rebhuhn: Abgesehen von dem Schaden, den sich der Landmann durch Vernichtung der Brutgdegenheit

diäem

F
für unsere Sänger, die seine besten Helfer bei der Schädlingsbekärnpfung sind, selber zufügt,
g;egéflr]ä(genfl\ifi Jahr den viel tausend Morgen großen umfassenden Wiesen
gangm
seinsI _€'_Z€.:f‘mdq' v. W.), wenn audi unabsichtlidi auf solche W/eise zu Grunde ge: haben auch sidaer viele Junghasen ihr Leben durch diese neue Kultivierungsmethode ein:
gebüßt. . . .“ ‚

Von der Jahresversammlun der L d? bt '] ‘


„Hilfe Feuer“ so Sdireibt G. Kühling in „Wild und Hund“ 1928 Nr. 15:

D
\

vereins teilt
“ E.\/(„Wild
und 1927
Hundg“
„. . . . on _ den. anderen Verhandlungsgeß‘enständen
'
g
> Flrffä) iiiililg
Ostpreußen des deut8d'icn Jagdsdlutze
„ ist xon
, all emein erein lt >
d> ‚
„. . . Auf einem mir bekannten 9000 Morgen großen Revier sind Flächen von 80 Morgen
und mehr kahl abgesengt. Der Landmann weiß, daß der erste warme Regen unter der Asche
R/uckg3ng der Niederjagd. Eure nidit}hur fur Ostpreußen typische
EFscheinung ianä€gsclslhbefir die Natur in frischer Kraft erstehen läßt; ein fruchtbares, aber auch furchtbares Mittell Welche
13en mit

P
.] on ginann1gfadisten Ursachen, die dafür angeführt werden, intensivere Bodenkultur Grausamkeit ist mit Anwendung dieses Nlittels verbunden‘. Jetzt im März nach den schönen
iirer lame_rung _der Grabenrander, Fortnahme von Wildremisen, Beseitigund der Unkräuter und warmen Frühlingstagen ist die alte Mutterhäsin um ihren ersten Satz von 3—5 Jungen
mit ihren
Samereren, Streuen des Kunstdüngers und Beizen des Saatgutes die Landesab- wilT bemüht. Nichts kann sich an Jungwild aus dem Flainmennieer retten. . . .“
'Q'ILlrigb eirämal 13er
letzten Ursache auf den Grund gehen. . . “ Dazu schreibt auch Haibach („Wild und Hund“ 1928 Nr. 15) folgendes:
'-

"
er Hund“
(„Wild und en 1926
utzen undNr. 29):des R e bh u hnes
Wert ‘ in der Landvr1rtschatt sdarerbt von Holtzhausen
' ' ' '

„Die Beobachtungen lehren, daß alljährlich in vielen Gegenden die einzigen für unsere

r
Feldhühnerarten und anderes Niederwild vorhandenen Dedkungen durch das Abbrennen ver.-
„.„ . .. Es scheint
. bei den Bauern und Gutsbesitzern die B'msenwahl t, d.ß

:
nichtet werden. Was außerdem noch an Junghasen in dem Feuer umkommt, davon lassen
wefü?bekännf?u 13e€i'fi

te
l]'3ie_lHuhner
‚ihfl Landwn‘tsdaaft
fur lesen in den außerordentlida
die
Krautäckern usw.
nützlidi ist, noch viel zu
aufs gründlichste die sdiädlichen Raupen ab. Sie
sich gedankenlose Menschen nidits. träumen. Besonders verwertiich ist es, daß mit Vorliebe
u. a. auch Brombeergestrüppe betroffen werden, wo es doch zu irgendwelchen landwirtsdiaftlichen
äg;t: gäegi‘énScslinecken I$[nd
vor, . . .“ ie eine
Wurmer, Engerlinge und andere schadenbringende Schmarotzer. Außer:
asse von Unkrautsamere1en und beugen so der Verbreitung des Unkrautes
Vorteilen beim Stehenbleiben der Sträudier nidit kommt. . . .“ (Hier scheint ein Druckfehler vorzu:
liegen. Sinngemäß müßte statt „Vorteil“, „Nachteil“ stehen. v. \V.)

as
Auch tritt der Mensch ab und zu direkt als Schädling und Räuber des \Vildes auf. Davon
_
. Außer der besonderenAbnahme vom Rebhuhn verschw1ndet ab
'

“ ch
'

berichtet Matieu in „Wild und Hund“ 1925 Nr. 35:


„Wild und Hund 192(
Nr. 37, gibt darüber Sp. folgendes HO
bekannter
das Hase'w"d' In „Von allen Seiten hört man die Klage, daß die Enten immer weniger werden; . . . .
‘[d
\}’l 'd „]l3'311’18
Henn,
aussterbende
wenn meine
deutsche Spessart: und Rhönbeobachtungen zutreffend zählende
ortlichen
Wildart ist offenbar das zur hohen Jagd
sind für
Hasel:
andere
Hauptschädling der Ente ist der Mensch, besonders der Fisd'ier und seine halbwüchsige Brut.
Zu Tausenden sammeln diese Leute Enteneier. Zum Teil halten sie es für ihr gutes Recht.
hag grunde, nehmen Haselhuhner
die von Jahr zu Jahr langsam aber stetig ab. Durch nach-
Ganz treuherzig lud mich so ein Fischer mal zu Wildentenrührei ein und zwar auf meiner ei:
dah'gä'enA}>__sdiuß wird allerdings,srnd, und Rückgang
dieser weniger herbeigeführt. Denn die
wenidefi M genen Jagd. Aber damit begnügen sich die Fisdier nicht. Sie fangen Jungenten oft in Massen,

im ecäts an den„hngern
agcr, die lockkund1g
zahlen.
‘zu
Am meisten
die Hähne unter Anwendung des Rfeiffchens sdüeß2n
dürfte zur Abnahme der Haselhühner der voll:
in den Fischreusen und in Netzen. Hier muß aufgepaßt und eingeschritten werden. . . .“
Eine andere Ansicht über das Verschwinden der \Wildenten bringt M. in „Abnahme des
I_gmdmen geanderte Waldbau beitragen. Haselstauden, Birken und Erich, Beerensträucher
\Vasserwildes in Bayern“ („Wild und Hund“ 1927 Nr. 16):
„ e1}ekraut‚ Bitterklee und andere Asungsmöglichkeiten versdawinden mehr und mehr. Urwald-' „Die Tatsache der Abnahme des Wasserwildes, die dem kundigen Jägerauge schon längst
izähltesirnä'
aslfinslrc2e Bdelsäande, die das ‚Haselhuhn so sehr liebt, werden kaum mehr geduldet
, aefum den Ureinwohner des deutschen Waldes, daß
Es bekannt, tritt nunmehr audi weiten Kreisen der Bevölkerung in die Erscheinung. Besonders
in
'
Tage voraussidttlich ge:
seine ' ' ' '

r
im lsar: und Donaugebiet, den eigentlichen Zentren, nimmt in Folge der Kanalisation weiter
Viele der Kulturmaßnahmen ‚ die dem Wilde schädl'ich smd, bleiben ' ' '
\Vasserstrecken das Wild erschreckend ab. Die lsarauen, die Gegend von Altheim, bei Lands:
{ in de
L d '
> >

hut bis Plattling, waren ehedem ein Dorado fiir Wasserjagd. Heute ist der Fischreiher, der
und
Forstwrrtschaft
notwendig. Wenn aber auf der anderen Seite darauf gesehenrwiradr,1 däß'säll'easi' früher dort so häufig, bereits verschwunden. Der Bestand an Wildenten ist nur mehr ein
1was iägen[flIégefldur]c3n dentbgensgigg
zu vermeiden ist und daß nichts zur Unzeit aus Gedankenlosigkeit gesdaieht danri
matter Abglanz gegen früher, auch die Schnepfe ist ganz selten geworden. Wie bei der lsar,
]aä' ä är
li[eIn
„ng
dem Wild
Séhutz
bringen. Ein Kapitel erfüllt die tierliebenden
ed

. . L, inro .
schreibt is Hund“
asund as 1926 fing:
Nr,vo
rennen us ch werk, Acker .— und Wmsentlad‘ren.
"
Daruber
“ ' so ist es bezüglich bei der Donau wenigstens im Unterlauf. Auch hier hat die Kanalisierung
dem \Wasserwild die Brutstätten vernichtet und ihm den Wohnsitz verleidet. . . .“

%;sserung —
„. . ehr viel schaden auch die Frühjahrsbrände die vielfach zur a bl'ch V> - Eine kleine Notiz in „Wild und Hund“ 1928 Nr. 34 von Göschel muß mehr als Anekdote
aufgefaßt werden. Sie ist aber doch ein Zeichen dafür, wohin das einseitige Denken der gewinn:
der Schafweide in manchen Eifelgemeinden im Februar und März
arr'iggzeleigtevrr'lerdcäi'i- begierigen industrie führen kann.
ner}i1 fallenW große Odlandstrecken,zumdieOpfer.
mit Heideginster und Brombeergestrüpp durd15etzt
sind „Pflüge bei Nachtl“ Das ist die neueste Aufforderung, die die Firma Robert Bosch A.G.
i'i;'.' ;? ggn(jzen Pflaiäenqus Die Folge für .. die dort gesetzten Junghasen sind
at

tet. fie
: . Beseitigung
.. .. den Bestand ebenfalls sehr an die Landwirte und Gutsbesitzer riditet. „Folgen Sie dem Beispiel kluger Gutsbesitzer und
SChWÜ ins
égfx';qjd:frri . der Deckung fallt fur
rüsten Sie Ihre Pflüge und Traktoren mit elektrischer Scheinwerfer:Lichtanlage ausl“ Dann
#

im Frühjahr“ („Wild
Zum gleichen 1928 Nr,G"t
Hund“ Hermann
und sd1reibt
Thema
105;e. „Das Abbrennen von Buschwerk und Wiesen
" so darf man dieser Aufforderung wohl in Abänderung der weiteren Empfehlung hinzufügen
#

'

haben Sie einen weiteren Schritt zur Vernichtung des \Vildbestancies getan, der noch nicht genug
re

unter der Verkoppelung der Felder: und Kunstdüngerbestellung sowie Ruhestörungen aller
C
Art zu leiden hat. Der kluge Landwirt wird der Aufforderung besagter Firma ja nidit ohne

r
#

selbst, dessen Schaffenskraft sich immer Wieder auflehntc gegen die zermürbcndc Wirkung
weiteres Folge leisten.Den Ingenieuren unserer „ Uberindustrie“ und besonders denjenigen der des Krankseins und der heftigen Schmerzen. Reuter ging den Grundlagen der Ernährung der

to
Firma Bosdi A. G. aber darf riian wohl wünsd1en, daß in ihren industrialisierten Gehirnen Pflanzen nach und kam zu wertvollen Schliissen. Er erkannte die Unterschiede zwischen
noch ein Plätzchen vorhanden sein möge, wo man das verlorengegangene Empfinden fiir die
Erhaltung und den \Viederaufbau unsei'es Wildbestandes wieder einbauen kann. “
)Iinei'albödcn und Humusböden und die Wirkung des Mehr oder Weniger an Wasser; ist
Wasser kein Leben möglich. so wird die Pflanze im Wasser je nach Ueberwieg‘en der einen
ohne
(Fortsetzung folgt.) oder der anderen Bestandteile ihren Aufbau vollziehen und ihre Entwicklung nehmen. Immer
wird der Unterschied im Bedarfs an Sauerstoff liegen, so zwar. daß Landpflauzcri absterbcn

di
und einer neuen Vegetation Platz machen. wenn Saucrstoffmänch vorherrscht. Noch größer
ist der Unterschied in der mittelbaren Wirkung mancher Elemente insbesondere des Aluminium
Dem Andenken Franz Reuters gewidmet *) oder dessen Jens: Die geringsten Konzentrationen des \Aluminium bewirken das Absterben
vieler wasscrlicbcnder Pflanzen. während das gleiche Aluminium bei der Ernährung der Land»

E
W. Tscheukc, Berlin pflanzen so günstige Wirkungen ausübt. Das gleiche Element wirkt also bald vergiftend, bald
Am 23. November 1930 ist der Bergassessor a. D. Franz Reuter in Berlin im 47. Lebens- entgiftend je nach den Standortsbedingungeri. Durch Zucht, also Gewöhnuiig und Anpassung,
jahre nach schwerem Leiden gestorben. Er hat trotz ungeheurer \Villcnski'äh den bösen Mächtcn sind unsere Kulturpflanzen entstanden, in denen die Empfindlichkeitcn vielfach ausgeglichen,
weichen müssen und konnte seine Pläne nicht in dem Umfangs: verwirklichen als sie ihrii vor— bald besonders entwickelt sind. Die Aufnahme der Nährstoffe erfolgt aus dem Standort durch
schwebten. Reuters Verdienst ist heute noch umstritten, weil er zu den großen landwirtschaft- Lösungen, aus der Luft durch Assimilation. Zwischen Lösung und Pfluuzediegcn im Boden

F
lichen Problemcn, selbst Sohn eines Gutsbesitzers und in enger Verbindung zur Erde aufgc: plastische Körper (Geh?) und an den Pflanzen sind Sauger, die das Hmeinglciten Wie das
wachsen, eine andere Stellung einnahm und zu anderen Schlüsscn bezüglich der Bodcnver» Wicderfortfiihreri ermöglichen. Das Optimum der Ernährung in Mineralbödeu liegt in der
besserqu kann, als die offiziell behütetcn Lehrmeinuugen es gestatteten. Reuter hat seine Bildung anorganischer Kolloidc und Gcle und in der Ausschaltung organischer Gcle

D
Laufbahn infolge einer schweren Kriegsvcrlctzung unterbrechen müssen, aber dank einer (Durchlüt'tung des Bodens zum Abbau der organischen Bestandteile) um das Hinübergleitcn
glücklichen Veranlagung für Geologie, Mineralogie und Agronomie konnte Reuter sein um- der Nährstoffe mit: zunehmendem Wachstum der Pflanze zu erleichtern. Pflanzen mit Er:
fässend8s cxaktes Wissen auf ein Gebiet verlegen. das der Bodcnforscliurig, und seine Offen nährungsbedingungen auf Mineralböden werden demnach ‚
so folgcrt Reuter f durch or-
bariing waren die Molekularkräftc dcr Zoolithe, die er in einer gewissen Anwendungsweise als ganische Kolloide in den Wachstumsbedingungen geschwächt, denn in diesen werden
Kollordcn

P
die kleinsten, aber kräftigsten Gespannc auf den verdichteten Ackerboden bringen wollte. Die.
Grundlagen der Entstehung seines Bodenverbesscruugsmittcls, das er „Zeotokol“ nannte, hat
Nährstoffe gebunden, ohne der Pflanze unmittelbar zugänglich zu sein (Nernst: Theoretische
Chemie). Die Natur selbst schafft die Bedingungen zur Bildung solcher Körper, indem die
mir Reuter, mit dem ich jahrelang freundschaftliche Beziehungen unterhielt, anvertraut. Er an Pflanzennährstoficn armen Mineralien physikalisch derart gebaut sind, daß sie bei der
hatte auf dem väterlichen und benachbarten Gütern im Kreise Bromberg bemerkt, wie die Zerlegung oder Zcrsprcngung flache, sich leicht von einander lösende Plättchen geben, welche
Ernten gegenüber der Wirkung der Gaben künstlicher Düngemittel in früheren Jahren 1897 die Bildung von Kolloiden wie von Gelen begünstigen. In der Natur Sutil es die aus dem

r
bis 1902 zurückgingen, wie tiefes Pflügen je nach dem Boden die Ernten früher oder später Plagioklas-Feldspat (Labrador) abgeleiteten Gruppenbildurigen von Kieselsäure_zu Tonerde und
wieder steigerten. Schon als Student (1903—1907 in Breslau [Prof. Milch, Prof. Partschj und zu Basen, hauptsächlich Kalk, welche für den Austausch der Nährstoffe wirksam Sind. In

te
Berlin [Geh. Bergrat Wahnschat'fe) fragte sich Reuter, was denn der Boden in Beziehung zur
Geologie sei. Dieser Gedanke blieb in ihm lebendig und arbeitete in ihm, und als er, schon
dieser Feststellung liegt der Schwerpunkt der Reuterschen Erkenntnisse und ihr Wert die
fur
Landwirtschaft. Die Zeclitherde wird gewonnen aus der) natürlichen Vorkommen in der Eifel.
Bergassessor, im Jahre 1912 gefragt wurde. welche Bewandtnis es mit der Wirkung eines Kali— der Rhön, am Dachstein, im Höhgau, im Erzgebirge und in Böhmen. Die wenigen Stimmen,
phonoliteriingungsversuchcs auf einer schwedischen Moorwiese habe, wo durch diese Behandlung welche sich schon vor Reuter dahin aussprechen, daß Phonolith zwar kein Kalisalz sei, aber

as
die Gräsnäirb9 verschwand, da kam ihm der Gedanke, daß Phonolith kein Kalidüugesalz sein gewisse andere hervorragende Eigenschaften habe, wurden in dem lebhaften Konkurrenzkampf
könne, sondern wie ein Zeclith wirkc. Reuter befaßtc sich dann mit dem Studium der Zeo- der Kalilcute übertönt. Noch heute hat man den Argwohn nicht ganz fallen lassen, obwohl
lithc, mit der Aufbereitung von Eisenerzcn, mit der Brikcttierung von Eisenerzeu und in Ver: Reuter das Kalisyndikat über seine Beweggri'inde für die Verwendung von Phonolith zur Boden:
bindung damit mit den auch für die Landwirtschaft einschneidendcn Fragen: was ist Versteinuug verbesscrung aus physikalischen Gründen eingehend unterrichtet hat. Reuters Forschungen
und was ist Verkrustung. Dann kamen die Kriegsjahrc und seine schwere Verwundung durch sind weitgehend Sabotiert und von ungcwünschter Zielsetzung beeinflußt werden, sodaß trotz
Schrapucllkopfschuß, deren Folgen er nie überstanden hat. Er setzte aber seine Versuche der vielen Ortsteiriböden und anderer verdichteter Ackerböden, die dringend dieser Auf:

Phouolith bindet und zwar ohne Zement. ——


M
ab 1919 fort und kann zu dem Ergebnis, daß Kaliphonolith zcrfällt ohne sich zu lösen, während
kalt—armer Phonolith (Dolcrit) sich, besonders bei Gegenwart von K CL, rasch löst. Steinmig
mit dem kalihaltigen Phouolith mit Zement, bindet aber löst sich, Stcinung mit dem kalt—armen
Beim Aurühreu unter verschiedenen Bedingungen
nach Mehrzusatz von MG O (Magnesiaoxyd) und Ca 0 (Calciumoxyd) oder Natronwasserglas
bildete sich plötzlich ein flüssiges Glas, aus welchem breite lange Spieße herausschossen. Im
lookerung durch das zcrfallcndo Zoolithmolekül bedürfen, der Zustand immer noch derselbe
und die Not der Landwirte in Bezug auf Ackerbcstclluug nicht geringer sondern größer ge—
worden ist. Reuters wissenschaftliche Ergebnisse sind biologisch-dyna.mischcr Art und gehören
deshalb unter den Schutz der anthroposophischcn Landwirte. Der Wert des Zootokolzusatzes
besteht nach Reuter in folgendem:
1. leichtere Bodenbearbcitung,
in
_.
folgenden Jahre stellte er fest, daß hygrophile Gewächsc durch Gaben von Kaliphonolith ein: . Fortfall der Klutenbildung,
gehen und Reuter begann mit Torfvcrsuchen unter dem Gedanken der Austauschwirkung und Möglichkeit frühzeitich Feldbestcllung.
setzte die Versuche im Jahre 1921 fort. Im Jahre 1921 meldete er ein Bodenverbesserungs—

o xi; c > H
mittel, bestehend aus quarzfreieu, kalizumcn, basischen, staubfcin zerkleinertcn Aluminiumsilikaten im warmem Bett des Bodens,
f). im Nichtiiusfriercn dadurch, und als Folge
zum Patent an, das ihm auch erteilt wurde. Die geschäftliche Verwertung dieser Aluminium—
ed

silikate von bestimmter Herkunft in der Firma „Zeotokol“ Bodenkultur-Gesellschaft G. m. b. H. 6. in sicheren Erträgen bei normaler Düngung.
blieb in verheißungsvollcn Anfängen stecken und riihte seit 1927 völlig. Ursache mögen die '
Zu den überzeugten Anhängern Reuters gehört der Landwirt Herr Hopp, der nebst Herrn
Einwirkungen seines Leidens gewesen sein, das ihn oft auf das Krankenlager warf und ihn Dr. Kayser, Generalsekretär der Bauornvercine. vieles gut zu machen versuchte. was andere
zu einer regelmäßigen Betätigung nicht kommen ließ. Niemand litt mehr darunter als Reuter ihm. in Ablehnung seiner nützlichen Gedanken, in den Weg zu legen versuchten. Reuter
trug
das Los so vieler Forscher, die den geschäftlich fundierten Lehi'mcinungcn unbequcm Sind und
*) \Vieoiele Landwirte glauben audi heute nodi, daß sie nur die entspred1enden Nährsal3e (Kunstdünger) auf
den Acker bringen brauchen, um dann bei normaler Bearbeitung ein sehr befriedigendes Pflanjenmachstum 3u haben? deshalb totgeschwiegen, verfolgt und beleumuridct werden, Möge seinem Lebenswerk wenigstens
at

Daß 3rnisdien Nährsaljen und Pflan3en der belebte Boden steht, der seine eigenen Geseke hat, wird vielfach nicht be,— in diesen Kreisen ein freundliches Verständnis erblühcn und es zur Förderung der biologisch-
dacht.
— Einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis der Vorgänge im Boden sehen mir in den Arbeiten des Bergassessors
Fran; Reuter. Es wäre interessant fest3ustellen, ob dort, um mir es mit schmerst nerkrusteten Böden und Ortstein:
dvnarnischcn Wirtschaftswcisc ernstlich unternommen werden, sich mit den Voraussetzungen zu
bildungen 311 tun haben beim Ubergang 3ur biologisdi:dynarnisdien \Virtschaftsrueise die Er31elung bester Bodengare bbschäftigen, die zu einer Verwendung in Gärtnerei und Landwirtschaft führen können.
durch die Reutersche Methode beschleunigt werden kann. Die Sd1rifflzüung'
re
C
37—

r
Zur Bienenzucht Dem „Soester Anzeiger“ Nr. it (85. Jahrgang), 2. Blatt entnehmen wir folgenden Bericht:
Mitgliederversammlung des Landwirtschaftlichen

to
(Bemerkungen zu Nr. 10, Jahrg. 1950 der „Demeter“)
D . Gerhard I\Ieyer Kreisvereins
gibt es
ääiiäié, leicht zu besdaaffende Mittel, sich vor den Folgen des Bienenstiches zu schützen,
Vorträge über biologisch-dynamische Wirtschaftsweise
Als kleiner Junge griff
. ich nach erfol“iem B'ienenshdi sofort nach einem Stückchen Leh

di
' ' ' '
g
Die außerordentlid'i stark besuchte Mitglieder: weisen, daß bei der Ernährung etwas nicht in
oder etwas Sdilamni, was ya stets leidit zur Hand ist, um die Stichwunde zu kühlen, den
zu stillen und die Geschwulst zu verhindern. Ich glaube, es gelang immer; doch las ich neulich Schnief2 versammlung (ca. 600) des landwirtsdaaftlichen Ordnung ist.
Kreisvereins am vergangenen Sonnabend wurde Fragen wir uns, was will die biologisch:dy:
daß dies oft angewandte Mittet zu verwerten sei wegen angeblidner „Übertragung der der Erdci durch den Vorsitzenden, Herrn Landtagsabge: namische Wirtschaftsweise? Die Anhänger dieser
zuweilen anhaftendenohneTe_tanusbazillen in die Wunde“, was leicht Stari‘krampf hervorrufen soll ordneten Lange:Windhof, Herringserhöfe, er: von dem Anthroposophen R. Steiner gegründeten

E
wovon tdi aber„iucht weiteres überzeugt bin; denn ich habe erlebt, wie bei mehr als %
g10ßer Gesdiwure nur durch Auflage von Lehm eine völlige Heilung erzielt wurde.
Hundert ‘
öffnet und geleitet. Wirtschaftsweise sind der Ansicht, daß bei der
Herzlich begrüßte der Herr Vorsitzende im Entwicklung von Pflanze und Tiernidit nur chemisch
man CImker
wenden gern Knoblauch an, um den Schmerz zu stillen, mit der Gartenzwiebel erreicht neu begonnenen Jahr alle Anwesenden, be: wägbare Stoffe eine Rolle spielen, sondern, daß
,

asselbe.
Man
zerdru_ckt durch Zerschneiden gewonnene Zwiebelscheibe über der Stidi:
eine
sonders die erschienenen Damen, sowie den Ver: auch von der Erde und den Gestirnen ausgehende
wundeFiind bett‘aufelt]me dem auf diese Weise erhaltenen Saft.
mit
treterderLandwirtschaftskammer,Herrn0berland: Kräfte, sogenannte Bildekräfte eine besondere Be:

F
ganz
‚in
unverg eichliches, versagendes Mittel ist
nie . das Meerretti blatt Imker sollt
'

‘" . . . “
. . €Il :
wirtschaftsrat Dr. Janning, ferner die Redner deutung beizumessen ist. Die Wirkung dieser
sauymen, NIeerrettig_m Reichnahe des Brenenstandes anzubauen.
rettigblatt als Heilmittel Bienenstidi
gegen anzuwenden, weiß ich selbstWiinidit; es hat sich dasml\e/Izif:
ich dazu kam
aber stets
des Tages, die Herren Obermedizinalrat Dr. Kräfte soll jedoch negativ durch die Anwendung
Hartwid‘i:Soest‚ Gutsbesitzer Blume:Loerbrocks: künstlidierDüngemittelbeeinträddigtwerden. Des:

D
vortrefflich bewahrt. Stadi i’nlCl’l oder irgend einen Bienenstandbesucher eine Biene, so langte ich
hof und Direktor Hopp:Soest. halbverwerfendieAnhängerdiekünstlicheDüngung
sgefeänruh1äg
_ i
wun e. nu]r3nadfij
er
€;}?Cm kleinen
Sil.l]cl(d'l€ri vorhanden.
rog war augenbicklid'i
von einem Meerrettigblatt hin und zerrieb es auf der
Selbst d' f’
'

" Nunmehr erteilte der Herr Vorsitzende Herrn vollständig. Dagegenverlangen sieviehstarke Wirt:
sd1aften, in denen viel Mist produziert wird. Da.-
Augenlid, Nasenöffnung, Lippen sdnx’olleri nie an. 18 €mp lndhd15ten
SRH?“ “16 Direktor Hopp das Wort zu einem kurzen Berid'it
neben soll durch vermehrten Anbau von Legu:

P
1'ch
i er 1l%ifie
alten
AlgTypiter uäd GrieÄdien
kannten die antiseptischen Wirkuncren der Lauche und ähn:
anzen._ n no im . usgange des Mittelalters waren solche° Ptl anlßn '
über die Verhandlungen in der Vertreterver: minosen undVerwendung vonKompost dasLeben
sammlung. im Boden gefördert werden. Um andererseits die
von
() l\/1Degendgqrt
em „ euen Iäniversalmittel
ein

gegen alle Gifte.
chlesisdien Imkerblatt“ zufolge
. , sollen sich in Indien die Honi
naCh Konrad
a er vor den
Da zu diesen Ausführungen das Wort nicht Wirkung der Bildekräfte zu unterstützen, werden
gewünscht wurde, konnte der Herr Vorsitzende Boden, Dünger und Pflanzen mit gewissen ho:
dem ersten Redner, Herrn Landwirtschaftsrat Di: möopathisd'ien Spritzmitteln behandelt. (Hier fol:
Bienen durch Basdienkraut (Ocymum), das einen sehr starken aromatischen Geruchg'hgt sdiüt7eii

r
rektor Hopp:Soest das Wort erteilen zu seinem gen nähere Angaben.)
Sie
ze\r)qre1ben esBund bestreichen damit alle bloßen Körperteile. ‘ .
4

ie im
„ ienenvater“ M. Abert berichtet wenden auf dem Balkan die Imker Z‘ Vortrag über: Diese Spritzmittel kann jeder Landwirt sich

te
. . }
mit. ’
poeh}sge (Me(l;jssa offic(.fl) de]gi$elben de‘kfffiffkl „Was will die biologisdi:dynami3che
:
Erfolge an, ja, diese Pflanze soll sogar dort als selbst herstellen. Daß die Gestirne, wie Sonne,
Wirtschaftsweise?“
ur 1enens warme ienen. er Fan kasten wird mit eini Bl"tt '
Mond u. a. von gewisser Bedeutung für die
‘ ‘

Zeit sammelt Sidi in ihm “der


Sdiwarni% gen & Cm angenehm, und m kurzer Herr Direktor Hopp führte nun ungefähr toi: Pflanzen und Tiere sind, ist unbekannt.
gendes an: Der Redner verweist hier auf die Wirkungen

as
100 Jahre sind vergangen, seitdem der Che: der Röntgenstrahlen, Ultravioletten und Radium:
miker Justus von Liebig den Nadiweis erbradite, strahlen, Einfluß des Mondes auf Ebbe und Flut—
Einige Erfahrungen mit der Vergärung von Stallmist nach dem Verfahren daß die Pflanze nidit nur organisdre, sondern audi usw. Audi alte Regeln, die heute nodi von
anorganische Stoffe zu ihrer Entwicklung ausnutzen Gärtnern beim Aussäen von Sämereien beobaditet
der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise kann. Die Mineraltheorie und mit ihr die künstliche werden, erwähnte der Redner. Diesbezügliche
H. Kabisch Düngung der Pflanze hat sich auf diese Erkennt: Versuche des Versuchsringes anthroposophischer

der
Der Mist

Misthaufen
wurde

mindestens 6Wochen
an der
vor dem Ausstreuen wurde Stroh, was, ohne

treffenden Feldes aufgesetzt und mit versehen.


den bio:
reichlidien
M
auf meinen Versudi$3tellen zu ei'reidien. Es erscheint der kurze Nlist iiadi:
zumeist auf Haufen gefahren und präpariert, d.h. her viel weniger zu sein als vorher das lan @
günstigsten Stelle des be: den Anschein einer besoriders
qualitativ
Düngung seign
erwed<f
Landwirte, die zum erstenmal einen biologisch:
zu
nis aufgebaut. Lange Jahre hat es gedauert, bis Landwirte werden erwähnt.
die Bedeutung der Düngung mit künstlichenDünge: Gewiß bieten alle diese Ansichten der bio:
mitteln sich durchgesetzt hat. Ein jeder Landwirt logisch:dynami3di wirtschaftenden Landwirte etwas
in Ost und West, in Nord und Süd, kennt jedod'i Mystisches, mit denen man sich nidit ohne weiteres
heute diese sogenannten künstlichen Düngemittel. abfinden kann.
logisch:dynamischwirkendenPräparaten dynamisch präparierten Misthaufen ausfahren Da auf einmal kommt eine neue Wirtsdiaft3:
in
Worin soll nun der Vorteil der biologisch:dy:
Haufen, die beispielsweise 1/2 Jahr auf diese lassen, müssen sich daran gewöhnen daß hier weise, die sich „biologisdi:dynamisch“ nennt und namlsdqen Wirtsd'iaftsweise liegen?
Weise zubereitet lagerten, mürben
zeigten einen
Mist, der Sich leidit streuen ließ. Er war nicht
an Stelle der augenfälligen Quantitäteti eine un:
scheinbarere“ Qualität getreten ist. Man niuß”hicr
sich in direktem Gegensatz zu dieser alten Wirt:
sdraft mit künstlichen Düngemitteln stellt. Die biologisch:dynamischen Landwirte wollen:
1. Billiger Wirtschaften;
sondern
festgebacken, löste sich durch das Auf: sorgfältiger streuen, aber braucht nicht zu glauben Fragen wir nur, wie kommt es, daß anscheinend
und Abladenm der Weise, daß er beim Streuen ‘ es trete ein Zeitverlust ein. Es ist lediglich bewährte Erkenntnisse und Erfolge der künstlichen 2. Die Qualität ihrer Produkte verbessern;
3. Bessere Gesundheit bei Tier und Mensch
Sidileicht gleichmäßig verteilen ließ. Die Kürze leidtter zu kontrollieren, ob der Boden überall Düngung so plötzlich über den Haufen geworfen
ed

des Mistes, als wenn nur Kurzstroh zur Streu guten Mist bekommt, oder nur Scheidmist werden sollen, so dürften die Ursachen folgende erzielen.
verwandt werden wäre, wie auch seine gute Ken: Die Tellereggen hatten es unter diesen Um; Punkte sein: Zum Schluß weist der Redner darauf hin, daß
s1stenz_ ließen den Gedanken aufkommen, daß stünden leicht, den Mist eng mit dem
Mutter: Die Notzeit in der Landwirtschaft regt Theo: in der biologisch:dynamisd1en Wirtschaftsde ein
retiker und Praktiker immer mehr an, nach Mitteln Extrem dem anderen, der künstlichen Düngung,
hier SlCh sehr gut die Düngerstreuwagen ver: boden zu verbinden. So eine Weile mit dei
wenden lassen würden, was für Großbetriebe oberen Ad<erkrurne vermischt gelagert dann und Wegen zu suchen, um dieser Notzeit zu gegenüber stehen. Wahrsdaeinlida liege, wie so oft
steuern. Andererseits zeigt sich in einer Reihe im Leben, auch hier das Richtige in der Mitte.
at

m4f‘rage kame, wo es auch darauf ankommt, nidit allzutief zur Winterfurdie untergbpflügt
bei
die Betriebe
so
noch} nidit reichlidien Düngergaben, da hatte man wirklich den Eindruck einer
meistens nicht die nötige blenge lockeren Saatfurche, die ihre Lod(erheit schönerf
einef
von landwirtsd1aftlichen Betrieben, wie der Erfolg Die Ausführungen des Redners wurden mit
in der Anwendung künstlicher Düngemittel zurück: reichem Beifall belohnt. Die Aussprache hierüber
Vieh zur Mistprodüktion haben, dodi eine gleich: Gare verdankt. geht. Krankheitserscheinungen bei Mensd'ien und wurde zurüdcgestellt und erteilte der Herr Vor:
mäßige Düngeivertdlung in der kurzen Form Tieren scheinen sodann ebenfalls darauf hinzu: sitzende dem zweiten Redner, Herrn Gutsbesitzer
re
C
38_

Blume=Loerbrockshof, das \Vort zu seinem ‘


obachtet werden. Gegen Pflanzenkrankheiten

r
Vortrag, laufend:
l und im Garten:, Gemüse: und Obstbau würden \Virtsdtaftsform in Anpassung an den Boden aller anderen lebensnotwendigen Stoffe, kann
\


andere Präparate gegeben. Der Redner zeigte gesdiidct arbeitet, so sei ein im Sinne der Vor]: eine weitere Entwicklung nidit erzwingen, so

to
„Praxis und an der Käsebereitung, daß Lab die 30millionen:
biologisdi:dynamische Würtsd-raftsweise?“ träge günstiger Einfluß auf Feldfrucht und damit lange nidit die Mindestmenge dieser Stoffe ver:

fache Menge Milch in Käse verwandeln könnte. auf Tier und Mensdten zu erwarten. größert wird. Also nicht die absolute Menge
Herr Blume ging aus von dem Ad<erbau: Bei dem neuen Verfahren sei erforderlich, Das Beispiel von den] Zusammenhang der in jedem einzelnen Stoff ist fiir das Leben von
verfahren vor 50 Jahren. Er zeigte, daß auf die daß ein viehstarker Betrieb mit Zwischenfruchtbau Stallfütterung und der englischen Krankheit Ra.- 3 Bedeutung, sondern in fast noch höherem Maße

di
Zeit der Drei:Felderwirtsd-raft mit Bradiebehand: eingeführt würde. Das Ziel dieser Wirtschafts: chitis, infolge Vitaminmangels, war interessant. das Verhältnis der versd1iedenen Stoffmengen
lung die Mineraldüngungszeit gefolgt sei und be.- form sei ein vollkommen in Sidi geschlossener Der Redner schloß mit dem Liebig'schen zueinander,
hauptete,daßderheutegelehrteSatz,demBoden so.- Betrieb, der Landwirt solle keinen Kunstdünger, Nlinimumgesetz nach Ragnar Berg: Auch die Ausführungen des dritten Redners
viel künstlichen Dünger zuzusetzen, wie ihm eine kein Kraftfutter mehr zukaufen. Das alte Spridi: „Wenn ein lebensnotwendiger Stoff nur in wurden rnit reidaern Beifall belohnt.

E
Ernte entzöge, nidit rid-rtig sein könnte, denn sonst wort: „Der Bauer soll nidit kaufen, sondern verhältnismäßig geringer Menge vorhanden ist, Nach einer regen Ausspradie schloß der
hätten unsere Vorfahren überhaupt nicht mehr bei nur verkaufen“, kommt hier voll zur Geltung. richtet sich die ganze Entwid<lung des Lebens Herr Vorsitzende die Versammlung.
ausschließlicherBradiebehandlungohneMisternten Der Redner warnte vor einer übereilten Um.- nach dieser Menge. Eine noch so große Zufuhr ‘

dürfen. Auch die Beobadatung, daß durch Stick: stellung, da das Verfahren erst 5 Jahre auf einer
stoffdüngung heute weniger erzielt wird, wie früher, 700 blorgen großen Pachtung ausprobiert sei
sowie die Zunahme der Tierkrankheiten, die und rät, bei der bekannten Wirtschaftsweise zu
Aus B riefen

F
man heute unter dem Santrnelnartien Sterilitäts: bleiben, bis jeder selbst das Verfahren auf einem
krankheiten zusammenfaßt, die da heißen, Schei: kleinen Stück oder Garten ausprobiert habe, denn Zubereitung von Demeter-Erzeugnissen Ebenso geben rote Rüben ein gutes schmack:
denkatarrh, Verkalben, Eierstodczysten, Wehen: wir müßten dahin kommen, nur gesunde Produkte haftes Gemüse. NIan bereitet sie wie Sellerie:
Man ist immer aufs Neue überrascht von

D
sdawädre und Streptokocken, hatten den Redner zu erzeugen, zum Segen unserer Wirtschaft, dem lebendigen, gehaltvollen Geschmack der gemüse und kann sie warm als Gemüse zu
'sdion längere Jahre in der Ansidtt bestärkt, daß unserer Viehbestäncle und nicht zuletzt zum Segen Demeter:Erzeugnisse. Oft haben wir Gäste, Kartoffeln oder kalt als Salat zu Brot für den
unsere Ernährungs: und auch Düngungsgrund: der Menschheit. die davon nichts wissen und sich lobend aus: Abendtisch oder zu Sd'imorkartoffeln genießen,
sätze nicht ganz richtig sein müßten. Zufällig Auch dem zweiten Redner wird reicher ‚Bei: Diese Anregungen werden sicher manchem

P
drücken über den guten Geschmadc und die
war ihm eine Monatszeitsdtrift „Demeter“, die fall gezollt. stärkere Sättigung unserer Gemüse und Früchte. willkommen sein zur geschmacklid‘ren Auswertung
im Verlage von Dr, E. Bartsch, Bad Saarow Herr Prov. Obermedizinalrat Dr, Hartwich, Für den winterlichen Mittagstisch ist audi eine des Demeter.-Gemüses. Marie I‘Iundt.
(Mark) für jährlich 10 RM. erscheint, in die Direktor des Landespflege: und Krankenhauses, begehrte und gern genommene Mahlzeit folgende:
Hände gekommen, die die biologisch:dynamisdae sprach anknüpfend an die Ausführungen der Demeter:Pellkartoffeln mit Quark (weißer Käse). Gespräch mit einem alten Bauern
Wirtschaftsweise behandelt. Der Philosoph R. Vorredner über die Frage: Auf dem Lande ist es eine alte Mode so hin

r
Derselbe wird lmit etwas Salz, Sahne, fein.-
Steiner stellt sich die Erde vor wie einen lebenden geriebenen Zwiebeln und Kümmel tüchtig ge: und wieder in ein Haus des Dorfes einzutreten.
Organismus, der des Abends ein: und des Mer.- \Wird die biologisch:dynamische einmal zuzusdiauen wie's dem und jenem geht, zu

te
schlagen. Dazu noch Butter und irgendeinen
gens ausatmet. Bekanntlich frißt das Vieh während Wirtschaftsform auf die Gesundheit grünen Salat. Aber alles nur Demeter:Produkte; „spekulieren“ ob dort dies oder jenes besser ist
dieser Ein- und Ausatmung am liebsten. Auch des mensdilidien Körpers wie im eigenen Hauswesen.
denn wir haben oft festgestellt: Ist ein andres
kämen aus dem Ather vielfach Strahlungskräfte, Einfluß haben können. Produkt darunter, z. B. fade Kartoffeln, trübe Da sitzt dann oft so ein Alter hinter dem
von Sonne, Mond und Sternen, die man als Gezeigt wurden zunächst hochinteressante Mi.— und wässerig aussehend, so leidet der Geschmad< Ofen oder im Großvaterstuhl, träumt und denkt

as
äther'sche Form.- und Bildekräfte bezeichnet. krophotogramme des lebenden Blutes im Dunkel- des ganzen Gerichtes darunter. Jetzt im Winter an seine Jugendzeit.
’Diese äther’sdien Form.- und Bildekräfte seien feld (1400 fach vergrößert), aus denen man ein ist eine solche frische Mahlzeit eine Wohltat, die Wer dann nun so ein kleines bißchen etwas
enthalten in Kristallen, deshalb die günstige schönes Bild über den Nahrungsabbau, über man auf den wöchentlichen Küchenzettel schreiben von jener Zeit wissen m'o'dite, wer wissen möchte,
Wirkung auf das Wachstum der Pflanzen beim sauerstoff: und kohlensäurehaltiges Blut bekam sollte. wie man damals geschafft hat, der kann hier
Spritzen mit Eisenvitriol, und auch in den alt.- und an Hand deren das Entstehen der Energie: Dann sind da die pradttvollen Sellerieknollen. nodi mandies erfahren, wenn auch oft auf Um:
bekannten Heilkräutern, wie Sd1afgarbe, Kamille, mengen im Organismus erklärt wurde. wegen. Es ist aber gut, wenn der Sinn schon
Brennessel, Löwenzahn, Eichenwinde und Bal: M
Die alten Anschauungen über Eiweiß, Fett
drian. Im praktischen Ackerbauverfahren würde und Kohlehydrate, mit ihrer reinen Kalorien:
nun mit all diesen verschiedenen Präparaten theorie, miissen stark ergänzt werden. Lebens.-
gespritzt in homöopathischen Dosen des Morgens widqtig seien zunächst die Vitamine, deren Her.—
und des Abends, dabei sei Voraussetzung, daß kunft und deren Zuviel: oder Zuwenigwirksamkeit
Viele kennen sie nur als Suppenwürze und sie
geben dodt ein so schönes Gemüse ab. Man
schält sie roh, schneidet sie in feine Scheiben
und läßt sie in Öl, etwas Salz und wenig Wasser
(zum Verdämpfen) sdimoren. Etwas Zitronen:
Saft daran macht das Gericht herzhafter. Dazu
geweckt ist fiir gewisse Beobachtungen, wenn
man den Alten fragen kann, denn die Worte
sind mager und das Denken einfach.
So fragte id1 denn einmal so einen Groß.-
vaterbauern: „wie habt Ihr denn eigentlidi—Euren
die Ackergare in bester Vollkommenheit erzeugt beispielsmäßig, auch gerade für den Landwirt Mist bereitet? Ich habe da mandimal so alte
in
Demeter:Kartoffeln. Abends kalt als Salat zu
würde. Die alten Weisheiten: „Es darf nicht zutreffend, gesd1ildert wurden. Brot oder Bratkartoffeln. breite Kühlen gesehen auf dem Hof. Man sagte
regnen in die Wendefurdie“ müßten oberster Ferner brauche der Körper in stetem Wechsel Grünkohl ist ein bekanntes, gern gegessenes mir, das seien Mistkuhlen.“
Richtsatz der ganzen Adcerkultur werden. Da und Austausch 1? Elemente, die der Redner in Wintergemiise. Audi ohne Sped<_ und Rauch: „Das will ich dir sagen,“ spricht der alte
Mist und Kompost die einzigsten Hauptdünge: drei Gruppen erwähnte, \V€lCh€ untereinander, fleisd1 kann man davon eine kräftige, würzige Bauer in seiner Heimatsprache. „Früher, da
arten seien (Kunstdünger anwenden, sei nach der im Säure:Basenhaushalt den Gasstoffwedrsel Speise erhalten. Man behandelt ihn hierzulande haben wir Berge von Heideplatten gehauen, ganz
ed

neuen Theorie verboten), müßten diese besonders und die Lebensenergiesdtaffung leisteten. Es recht stiefmiitterlich mit viel Wasser, viel Salz, fiadi mußten die sein, die wurden dann im
gepflegt und behandelt werden. Der Mist würde wurde dann klar in Demonstration gezeigt im Pfeffer und Speck. Vom Kohl schmeckt man Sommer zwisuhen den Mist gepackt, der in
im Haufen auf dem Felde präpariert und soll Blut, wie ein Unterschied schon von 9/„‚ mg nid1ts‚ der doch die Hauptsache sein will. Grün: den Kühlen aufgebaut wurde; Sdticht um Sd1icht.
eine gare, krümelige Struktur haben. Er würde Mineral, Störung in Bluterhaltung bis zur Blut.-
mehr als Bakterienfutter für die Kleinlebewesen zersetzung hervorrufen.
kohl schneidet man ziemlich grob und dämpft Diese Soden wurden dann mit dem Mist
ihn mit reichlid‘r Öl, etwas Salz, ein wenig ganz mürbe. Man müßte sogar aufpassen, daß
gewertet, wie als direkt aufnehmbarer Nährstoff. Vitamine und Mineralstoffe müssen in der Zwiebel im geschlossenen Topf. Eine gute die Haufen nidit zu heiß wurden. Das gab einen
at

ZurUnterstützung würde mit verschiedenen Spritz: Nahrung geschickt aufeinander abgestimmt sein, halbe Stunde braucht er, dann ist er gar. Manche feinen kriimeligen Mist und der kam auf das
präparaten in homöopathischen Dosen gearbeitet, Einseitiger Mangel oder Überschuß führen, wenn kenne ich, die ihn 3H4 Stunden kochen (damit Land auf dem der Bud'rweizen wachsen sollte.
auch sollten bei der Aussaat die Mondstellungen _ auch nicht sofort, so dann langsam zu Störung ja alles tot geht), Bleibt ein Rest über, so kann Nun wo wir keine I—Ieideplatten mehr zwischen
wieder, wie nach der alten Überlieferung, be.- und Krankheit. \Wenn die biologisdt:dynamischc man ihn in der Pfanne braten. Das mundet den Mist packen, gibts keinen Bu chweizen mehr
re

vortrefflid'i. bei uns. Kunstdünger verträgt der nidit.


C
_40‚

«M —x‘|'—\
Ja und dann will ich dir sagen, solche Berge

r
viel Spaß dabei. Heute stöhnt alles über die \ ‘_\ \
Heideplatten zu sdilagen, da hat keiner mehr Arbeit. Wir haben früher davon nidits gemerkt.

to
Lust zu. Man hat's ja bequemer. Aber wir Aus soldi ein paar Worten kann man ent:
nutzten die Zeit zwischen den Ernten aus zu nehmen, wie ganz anders man früher zur Land:
Soldien Sachen und hatten große Misthaufen fürs wirtarbeit gestanden hat. Der Mensch konnte ! -—/ ._/...
Land. Heute denken die Jungen an Sport, nodi in ihr aufleben. Wir müssen, wenn audi
Monatsschrift für
'

damals legten wir unseren Ehrgeiz darein, die ‘


auf anderen Wegen, dieses lebendige Durchflutet:

di
ersten frühmorgens auf dem Felde zu sein, ge.— sein der Arbeit vom Menschen wiedergewinnen.
nau die Furchen zu pflügen und jedes „Hasen:
lager“ wurde schwer belacht. Ob, wir hatten
Die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise bietet biologischdynamische Wirtschaftsweise
, em?“ Weg. Walter Hundt drüber Mitteilungen des landwirtschaftlichen Versud'rsringes

E
der Anthroposophischen Gesellschaft)

Bund nl ,lleurzut Saatgut Alle Rechte vorbehalten. — Nadiclr'uds verboten!


von biologisch-dynamisch gedüngten

Herausgeber: Versuchsring anthroposophischer Landwirte in Deutschland e. V.


seit 1926 biologisch—dynamisch gedüngt
Deutsch—Evern, die dankbarste Sorte Frühkartofieln Sdirifi‘leitung: Dr. E. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
Dipl.:lng. F. Dreidax, Bad Saarow (Mark)

F
für leiditen Boden gesucht. Geschäftsstelle: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dostscheckkonto; Breslau 56266
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Sorte, Vorbehandlung, Lieferungsbedingungen etc. _ Nr. 5 August 1951 @.
Jahrgi

D
zum Einmadien
100 Stüdi 3,— MK, 1000 Stück 25,— Mb. an Maria Lohrmann
Sauter; Noble, 100 Stück 3‚„ Mk.
Eine Kulturanmeisung füge ld] gratis bei.
Loheland, Fulda:Land.
Liebig und die Anthroposophie

P
Ernst Bluhme, Zur Fortführung und zum Ausbau Landwirtschaftsrat W. Conradt
Malente-Gremsmühlen, Immenhof. einer seit 4 Jahren bestehenden
Vorbemerkung: Uber Liebig und Thaer hat der Verfasser bereits in den „Mitteilungen des land:

Soweit Vorrat reicht list: iiiiil fitnu3tku tur


, „ ‚.. ‘ mirtschaftl.irhen Versuchsringes der Anthroposophisdien Gesellschaft“ (Oktober 1928) *) geschrieben. \Venn
sich audi Einzelheiten des vorliegenden Aufsatjes, ;. B. Citate von Thaer und Liebig, wie eine \Vieder:

r
auf der Grundlage der biologisdi:dynamisdien holung gewisser Stellen der damaligen Ausführungen ausnehrnen, so sind doch diese Ein3elheiten in dem
gebe ich Samen ab von: hier gebotenen Aufsab in einen anders gearteten Zusammenhang hineingestellt, so daß eine Veröffentlidaung
Rosenkohl: Wirtschaftsweise wird tiiditiger biitarbeiter(in) gered1tfertigt ersdreint. Die Darlegungen sind 5um ersten Mal im „Süderdithmarsdrer Bauer“, der land:

te
Herkules, 100 g 2,20 Me, 10 g 0,45 Mk. evtl. Teilhaber (audi Ehepaar) gesucht. Bei wirtschaftlichen Beilage 3ur „Marner Zeitung“, erschienen. Co.
gegenseitigem gutem Einvernehmen ist tüchtigen
Gurken: Leuten Möglidikeit zu guter dauernder Existenz 1. Liebig als Kämpfer zwischen West und Ost
Noas Treib, 10 g 6,— Mic, 100 Korn 3,10 Mb. geboten. Gefl. Ansdiriften unter R. W. 2 an
10 Korn 0,40 Mk. '
Im Zusammenhange mit der sogenannten „biologisdi:dynarnisdien Wirtschaftsweise” wird
die GesdiäftS5ielle dieses Blattes erbeten. gegenwärtig in landwirtsdiaftlichen Fadiblätterii die von Dr. Rudolf Steiner begründete „Anthro:

as
Dresdner Markt, 100 Korn 5 Mk.
10 Korn 0,65 Mk. posophie“ viel angegriffen. Audi versdiiedene Presseorgane, die in die Hände dithrnarsdier
. Kleinschmidt,
Anthroposophisches Institut Landwirte gelangen, haben gegnerischen Auslassungen ihre Spalten geöffnet. Es mag deshalb
M11titz—Roitzschen, Rttgt. Heynitz. sucht einen Bäcker, berechtigt sein, zu versudien, von mehr historisdien Gesichtspunkten aus, die Anthroposophie,
der selbständig arbeiten kann und audi Garten: insofern sie das Landwirtsdiaftlidie befruditen kann, in das rechte Lidit zu setzen.
Einer der gewöhnlichen Vorwürfe von gegnerisdier Seite ist der, daß die Anthroposophen
Junger arbeit versteht.

strebsamer Landmirt
sucht Stellung.
Angebote unter Gr. Kr. 2 an die Geschäfts:
sdiäftsstelle,
M
Angebote unter R. K. 2 vermittelt die Ge.-

Gärtner(in)
zu März oder später gesucht, welche in der
wieder den Aberglauben vergangener Zeiten aufwärmen wollten. Die durch den Krieg müde
gewordenen Menschenseelen hätten einen ungesunden Drang nadi derartigen mystisdien Vor.-
stellungen, mit denen die Anthroposophen auf Seelenfang ausgingen. Speziell die Landwirtsdiaft
#

würde, wenn sie die von Seiten der Anthroposophie geübte Uberschätzung der organischen Dünge:
mittel mitmachen sollte, wieder auf die Zeiten eines Albredit Thaer, ja auf mittelalterliche Zustände


stelle erbeten. Frühgemüse: und Glashaus:Treiberei be.- zurüdcgeworfen. Es sei unerhört, daß die Landwirte um die Errungensdtaften eines Liebig, der
in
wandert ist und schon einige Kenntnisse in der neueren Naturwissenschaft überhaupt, gebradit werden sollten. Mögen so sagen etwa die
Zum 1. April wird für
befindlidien größeren
einen im Aufbau biologisä:dynamischen Wirtschaftsweise hat. Ve: Gegner - die Anthroposophen unter sich von einem Atherleib und Astralleib phantasieren.
Von der schon vorher schwer ringenden Landwirt3diaft sollten sie mit ihren mystischen Lehren
getarisdie Beköstigung, F amilienanschluß.
fernbleiben. Die Köpfe der Landwirte dürften nidit, nachdem sie sich endlich mit den gesicherten
Gemüsebau:Betrieb Angebote mit Gehaltsangabe u. Zeugnissen an
Fruchtgut Sonnenau
Ergebnissen der Wissenschaft bekannt gemacht hätten, wieder mit dem anthroposophisdien Mystizismus
verwirrt werden.
1
Junger Gehilfe
gesucht,
ed

Fritz Brühe, hippstadt i. W. An solchen Äußerungen, die in der verschiedensten Art auftreten, zeigt sich deutlich, mit
dem es Freude macht, dem Chef Mitarbeiter Obst: u. Gemüsekulturen Biolog. Gartenbau. welcher Unkenntnis und Oberflächlidikeit über Anthroposophie von ihren Gegnern geurteilt wird.
#

zu sein und den Betrieb auf biologisdi:dyna:


mische Wirtschaftsweise einzuriditen. “& Ein wirklich unbefangenes Entgegennehrnen der anthroposophischen Forschungsergebnisse, das Sidi
Angebote mit Gehaltsforderungen bei freier Wer würde Bearbeitung von 40 Ar Ge- nidit von gewissen materialistisdt:wissenschaftlichen Dogmen gefangen nehmen läßt, muß durch
müseland in biolog.:dynam. Wirtsd1aftsweise sidi selbst dazu führen, zu sehen, wie Anthroposophie in Bezug auf die Landwirtschaft als Fort:
#

Station erbeten an bei besd1eidenen Ansprüchen selbständig über- setzerin von Anschauungen erscheint, deren anänge nicht bei der Thaerschen Geistesart zu suchen
at

Albert Jaenicke
Wuppertal ‚Na, Brudr 1. , nehmen.
Erholungsheim Hellhof
sind, sondern gerade bei Liebigs Forschergesinnung.
Liebigs geistige Haltung überblickt man am besten, wenn man die Tatsadie würdigt, daß
Ferner wird ein junger Volontär oder eine Urberg bei St. Blasien, südl. Sdiwarzwald. er während seines Forscherlebens sich mit zwei geistigen Strömungen auseinanderzusetzen hatte.
Volontär‘in eingestellt.
re

Buchdrudterei Bruno Scheuer, Breslau 5, Gräbschenerstr. 58. *) Völlig vergriffen. Sdiriftleitung.


C
—l40—— —l4l—

r
Die eine Strömung überschiittete die Zeitgenossen mit den Fetzen einer alten Geistigkeit, die So stand Liebig auf der einen Seite gegen die alten, verbrauchten Geistesüberlieferungen,
andere suchte das wissenschaftliche Bewußtsein allein an die sinnliche Erfahrung zu ketten. Der die Thaer noch anhingen, mit der sdiarfen Waffe seines strengen Denkens im Kampfe. So

to
einseitige Materialismus durchwucherte die maditvoll heraufzieliende Naturwissensdtaft. wollte er auf der anderen Seite mit der Rüstung des Wahrheitsmutes die Würde der Wissenschaft
Materialismus und alte Geistigkeit scheinen in einem unüberbrückbaren Gegensatze zueinander gegen materialisti‘sche und utilitaristisdie Attacken beschirmen.
zu stehen. In Wahrheit sind sie die gewaltigen Gegenspieler auf dem Sdiauplatz der men3di: Man kann Liebig im Kerne seines Wesens nur verstehen, wenn man den Ursadien nach:
lichen Seele. In dem, was absterbende alte Kulturüberlieferungen als geistige Hohlräume zurück: geht, die den Forscher den angedeuteten Kampf gegen die zwei Fronten führen ließen. Was

di
lassen, nistet sich der Materialismus ein; dieser aber führt die Mensdien zur Unbefriedigtlieit des madtte ihm den westlichen Nützlidikeits:Materialismus so verhaßt? Doch dieses, daß durch ihn
Lebens, audi insofern es im Wissenschaftlichen abläuft, so daß sie wieder zu den alten Geistes: der freie Mensdmngeist, der zum Lidite der Wahrheit strebt, in Fesseln geschlagen werden sollte.
setzen flüchten. Und warum stemmte er sich gegen die Konservierung und Erneuerung alter Geis’ttraditionen?
In Albrecht Thaer lebten beide Geistesströmungen in einer besonderen Weise. Man
#

Weil diese die Mensd1enseele zum Träumen bringen wollen. In beiden Fällen ist das freie, auf
erkennt, wie er an den aus alter, dekadenter Geistigkeit überkommenen Begriffsnebeln hängt, wenn

E
sich selbst gegründete Denken in Gefahr, sich selbst zu verlieren.
wir z. B. in seinen „Grundsätzen der rationellen Landwirtschaf “ lesen: Die Ausbildung eines freien, auf sich selbst gegründeten, aus einem wachen Ichbewußtsein
„Der Humus ist, wie oben gesagt, diejenige Substanz, welche im Erdboden den Pflanzen fließenden Denkens ist dem mitteleuropäischen Menschen als Ziel gestedct. So Sieht Liebig als
die Nahrung gibt. Die Kraft oder der Reiditum des Bodens, oder was man auch zuweilen eine Repräsentation dieser Mensünliünlieit der Mitte vor uns. Und sein Kampf, den er einerseits
seine Fettigkeit (obgleidi darunter audi zuweilen die Besd1affenheit des Bodens verstanden wird) mit dem westlichen Utilitarismus und Materialismus, andererseits mit den alten Geistestraditionen
nennt, hängt daher lediglidi von ihm und seinen Verhältnissen ab.“

F
auszufediten hatte, ist nur ein Glied des großen damals Sidi in seinen ersten Vorwehen ankiin:
Man versuche, sold1e Begriffe wie „Bodenkraft“, „Reichtum“ und „Fettigkeit“ des Bodens denden Geisteskampfes Mitteleuropas gegen West und Ost, in dem sich die Mitte aus einem
denkerisdr zu fassen. Man wird finden, daß dies nidit gelingt. Man kann mit ihnen nur ge: freien Geistesleben heraus zu behaupten hat. Die überkommenen Geistestraditionen, die zur Zeit
fühlsmäßig träumen. Sie sind völlig unbestimmt und konturenlos. Einem strengen Denken halten Thaers die wissensdiaftiidie Luft einnebelten, sind ja dekadente Reste ehemalig östlicher Weisheit.

D
sie nidit stand. Aber der Kampf Liebigs war ein tragischer Kampf. Das damalige Zeitgewissen hat Liebig
Liebig aber hatte dieses strenge Denken. Er mußte daher mit großer Antipathie Dat: und seinen Zeitgenossen, die mit ihm um die Selbstbehauptung mitteleuropäischer Geistigkeit rangen,
legungen, die durch Soldie nebelhaften Begriffsbestimmungen ihre besondere Note erhielten, gegen: keine Hilfstruppen gestellt. So konnte der westliche Materialismus über Mitteleuropa herein:
überstehen. Man sollte einmal von dieser Seite her, die im Grunde einseitige Ablehnung der bredien. Der damit zusammenhängende wirtschaftiidie Nützlidikeißwahn konnte die mitteleuro:

P
Humustheorie durch Liebig zu verstehen suchen. Es handelte Sidi für Liebig nidit nur darum, päische Idisubstanz in die Latenz zurüd<pressen.
die Humustheorie durch seine Mineralstofftheorie zu ersetzen, sondern ihm kam es hauptsächlidi Man sagt über die Bedeutung Liebigs und Thaers nichts Wesentliches aus, wenn man darauf
darauf an, mit den alten Geistesfetzen aufzuräumen. Der an sich kulturbereditigte Kampf gegen hinweist, daß Liebig mit dem Rüstzeug seiner fortgesdnittenen Forschung ein gut Stück der
diese hat ihn in die Einseitigkeit, die Ernährung der Pflanze nur vom mineralisch:chemischen Thaerschen Lehren, namentlidi dessen Humustheorie, widerlegt habe, so daß nun Thaer im großen
Gesichtspunkt aus zu betraditen, hineingetrieben.

r
und ganzen als „überholt“ anzusehen sei. Man weist durch sold1e Feststellungen nur auf eine
Aber Albrecht Thaer hing nicht nur an überkommenen Begriffsnebeln, er gab sich audi Außenseite der Kulturanregungen‚ die von Liebig und Thaer ausgingen, hin. Mari zeichnet mit
der materialistischen Strömung seiner Zeit in einer bestimmten Richtung hin. Dieser materialistische

te
solchen Aspekten lediglich eine Grimasse der wirklichen Bedeutung der beiden Männer.
Einschlag in Thaers Wirken enthüllt sich, wenn wir z. B. die Eingangssätze seiner „Grundsätze Die an den Wesenskern ihres Menschentums geknüpfte Bedeutung erfaßt man, wenn man
der rationellen Landwirtschaft“ lesen: . berücksichtigt, daß Liebig der Nadiwelt wohl seine materiellen Leistungen hinterlassen hat, daß
„@ l. Die Landwirtschaft ist ein Gewerbe, welches zum Zwedc hat, durch Produktion aber die Riditung des Fortganges der Landwirtschaft von den über Thaer nach Mitteleuropa herein:
vegetabilisdter und tierisdier Substanzen Gewinn zu erzeugen oder Geld zu erwerben. gekommenen Geistesimpulse, die Lord Bacon repräsentiert, bestimmt worden ist. Diese drücken

as
@ 2. Die rationelle Lehre von der Landwirtschaft muß also zeigen, wie der möglichst höchste der heutigen landwirtschaltlichen Praxis und Theorie ihre Signatur aul. Sie haben in weitem Uni:
reine Gewinn unter allen Verhältnissen aus diesem Betriebe gezogen werden könne.“ kreise innerhalb des wissenschaftlichen Lebens ihre Herr5diaft angetreten. Diese Herrschaft üben
Mit solchen Sätzen steht Thaer als Repräsentant einer Anschauung da, die als Schleier sie audi da aus, wo es Sidi um die Fortführung von Liebigs materiellen Leistungen handelt.
über die Wahrheit einer Sache den baren Nutzen hinüberwirft. Eine \Wissensdmft, die diesen Liebig ist deren Sdiöpfer. Die Art, wie die Leistungen für die Mensdren in Gang gebracht
lehrte, mußte es Sidi zuletzt gefallen lassen, daß auch sie in der Folge für diesen Nutzen in werden, stammen aus einem anderen Geiste.
Anspruch genommen wurde. Ist sie nicht seit Jahrzehnten von wirtschaftlichen und politischen
der lauteren Wahrheit zu sein?
M
Interessen in Ansprudi genommen werden? Oder glaubt sie nodi immer die selbstlose Dienerin

Wenn man der Tatsache, daß Thacr durch seine Schriften die englische Landwirtschaft der
deutschen als Muster hingestellt hat, das rechte Gewicht beilegt‚ dann wird man auch den geistigen
Ausgangspunkt für die von ihm vertretenen Nützlichkeits:Prinzipien finden können. Diese Denk:
Man kann die Meinung, daß in der mitteleuropäisdien Wissen5diaft die utilitaristisch:ma:
terialisti3dien Impulse des Westens die Herrschaft angetreten haben, übertrieben finden. Wlan
kann dieses Urteil vielleidit sogar als anmaßend und unberechtigt verwerfen. Idi kann dagegen
nur ausspredien, daß die Stichhaltigkeit der ausgesprochenen Ansicht an der Art, wie auf dem
landwirtschaftlichen Gebiete die Gegner gegen die Anthroposophie angehen, geprüft worden ist.
Weldie unheilvolle Verquid<ung von Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen enthüllt sich in
in
weise, die alles vom Standpunkte der Geldschatulle aus betrachtet, ist von Bacon von Uerulam dieser Gegnersd1aftll In ihr kann ich nirgends Liebigs wissenschaftliche Wahrheitsgesinnung er:
auf den wissensdiaftliclien Schild erhoben worden. kennen; diese Gegnerschaft hat allein der Macht: und Nützlichkeitsstandpunkt Lord Bacons aus
Liebig, der nidit nur ein strenger, sondern audi ein wahrheitsmutiger Denker gewesen ist, der Taufe gehoben.

war die einseitige Unterwerfung der Wissenschaft unter die unmittelbaren Erfordernisse des gemeinen
Lebens verhaßt. In seiner vor der Bayerischen Akademie der Wissensdiaften im Jahre 1863 ll. Liebig als Goetheanist
über „Bacon von Verulam“ gehaltenen Rede, sagt er über diesen: Zu dem Schönsten, was die volkstümliche Wissensäaftsliteratur hervorgebracht hat, gehören
ed

„Wir können einen hervorragenden wirksamen Geist dem nidit zuerkennen, der nur Emp: hiebigs „Chemische Briefe“. Sie sind mit jenem dem Forscher eigenen Temperamente ge:
7

fänglidikeit fiir das Falsche, und keine Empfindung für die Wahrheit hatte; so wie er im Leben schrieben, das selbst die Lektüre sdiwierigerer naturwissenschaftlicher Darlegungen zum Genusse
war, war er in der \Wissenschaft . . . .; die nämlichen Ziele, die Bacon im Leben verfolgte, und madit. Sie, wie audi die anderen Schriften Liebigs, beweisen, daß man Wissensd1aft nidit in
denen er alle seine Kräfte widmete, der Nutzen, die Macht und Herrschaft, unterlegt er der einer Form der Öffentlichkeit zu übergeben braudit, die nur einer „eingeweihten Zunft“ von Fach:
Wissenschaft.“ leuten verständlich ist. Liebig hielt namentlich die Fragen, die an den Grundnerv des Wissen:
An anderer Stelle der Rede bekennt Liebig: sdiaftlidien rühren, fiir wert, daß sie in lichtvoller Klarheit vor das Forum eines allgemeinen Ver:
at

„Was den Nutzen als das Ziel und die Aufgabe der Wissenschaft betrifft, so ist dies ein ständnisses gebracht werden.
Irrtum, welcher Jahrhunderte lang bestand; die meisten Akademien der Wissenschaften wurden So zeigte er audi in den „Briefen“ auf, wie das Schiff der Wissensdraft zwischen der
der „Nützlichkeit“ wegen gestiftet, um Aufklärung zu verbreiten und um die Landwirtschaft, das Scylla der alten Geistigkeit und der Charybdis eines einseitigen Materialismus hindurduusteuern
Handwerk:, Berg: und Hüttenwesen zu fördern. Da wo dieser Irrtum jetzt noch besteht, ist der hat; wie sie ihrem eigenen Wesen nur treu bleiben kann, wenn sie sich nidit sd1eut, im Hindurch:
re

Wissensdmft ihr eigentlicher Boden bestritten. steuern zwisdien den drohenden Ungeheuern ihre innere Tragkraft und Steuerfestigkeit zu bekunden.
C
— 142 _.-

r
\Wir haben in der ersten Hälfte dieser Ausführungen schon gesehen, wie Liebig die Seinem „Vernunftorgan“ erschloß sich, daß ein Pflanzen:, ein Tier: und ein Menschenorganisntus
Wissenschaft aus den Klauen jenes Materialismus, der alles Geistige zum Zwed<e eines ma: sich bilden, indem die physischen Stoffe und Kräfte von einem Ideellen‚ Ubersinnlidien zur orga:

to
nischen Gestaltung aufgerufen werden. Wie sich die Baumaterialien nicht blindlings zu einem
teriellen Wohlbehagens und Machtbewußtseins einspannen möchte, retten wollte. Bacon von
Uerulam erschien ihm als vornehmster Repräsentant dieser Un:Geistesrichtung. Liebig aber hatte Haus zusammenfiigen, sondern nach der Idee eines Baumeisters zu einem Ganzen Werden, so
sich noch mit einem in anderem Gewande auftretenden Materialismus auseinanderzusetzen. Es kann audi ein Organismus nidit dadurch entstehen, daß sich die physisdqen Stoffe und Kräfte
durch sich selbst zu einem solchen verbinden. In seinem 23. Briefe zieht Liebig die Summe seiner
war jene Richtung dieser Weltanschauung, die gerade in seiner Zeit einen Art Höhepunkt im
Ansd1auung von dem Wesen eines Organismus, wenn er ausspricht: „In den Formen, in der

di
wissensd'laftlichen Leben erreicht hatte und durch Männer wie Karl Vogt, Ludwig Büchner und
geordneten gesetzlichen Entwicklung erkennen wir einen Zweck und eine Idee, aber unsere Sinne
Jacob Molestholt verkörpert war. Diese Art Materialjsten „von reinstenr Wasser“ vertraten nehmen nur in dem Werk den Baumeister wahr; wir sehen die Kraft nidit, welche das wider:
die Anschauung, daß alles Lebendige, Seelische und Geistige ein Ergebnis materieller Vorgänge
sei. In krasser Weise machte sich ja Vogt zum Wortfiihrer dieser Anschauung, wenn er in strebende Material bewältigt und es zwingt sich in die vorgeschriebenen Formen und Ordnungen
zu fügen. Aber unsere Vernunft erkennt, daß die Idee einen Urheber habe, und daß in dem

E
seinen „Physiologisd-ren Briefen für Gebildete aller Stände“ sagt: „Ein jeder Naturforscher wird
lebendigen Leib eine Ursache bestehe, welche die Chemischen und physikalischen Kräfte beherrscht,
wohl, denke ich, bei einigermaßen folgerechtem Denken auf die Ansidit kommen, daß alle jene und sie zu Formen zusammenfügt, weldie außerhalb des Organismus niemals wahrgenommen werden,“
Fähigkeiten, die wir unter dem Namen der Seelentätigkeiten begreifen, nur Funktionieren der
Liebig sieht aus Vernunftgründen ein, daß bei den Organismen ein Ubersinnliches in die
Gehirnsubstanz sind; oder, um mich einigermaßen grob hier auszudriid<en, daß die Gedanken
in demselben Verhältnis etwa zu dem Gehirn stehen, wie die Galle zu der Leber oder der Urin bloße Stoffeswelt und ihre Kräfte eingreift. Er betont aber auch, daß man die Kraft nidit sehe,
welche das widerstrebende Material der physischen Stoffe und Kräfte zwinge, sich in die vorge:

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zu den Nieren.“
schriebenen Formen und Ordnungen zu fügen. An diesem Punkte kann die anthroposophische
Liebig kennzeidinete solche Anschauungen als wissenschaftlichen Dilettantismus, trotzdem sich
Vogt und Molesd10tt damals als Gelehrte die Anerkennung weiter Kreise erobert hatten. In Geisteswissenschaft einsetzen. Sie weist darauf hin, daß eine Wahrnehmung der von Liebig an:
gedeuteten Kraft möglich ist, wenn sich der suchende Mensch durch gewisse Seeleniibungen, wie
seinem 23. chemischen Briefe sagt Liebig mit einem zweifelsfreien Seitenblid< auf die beiden

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und Büchner: „Dieselben Dilettanten in der Naturwissensdtaft, weldie nicht wissen, was das z. B. in Rudolf Steiners Schriften „\Wie erlangt man Kenntnis von der höheren Welt“ und „Ge:
Fieber oder eine Entzündung oder der Schnupfen ist, oder wie das Blut entsteht, oder zu was heimwissenschaft“ beschrieben sind, Organe erwirbt, um Ubersinnliches zu beobaditen. Da handelt
es sich dann freilid'i um kein Sehen nad’r Art des sinnlichen Wahrnehmens, auf das Liebig ab:
die Galle dient, dieselben Kinder in der Erkenntnis der Naturgesetze behaupten, und wollen das
ziehlt, sondern um ein Hören und Schauen mit „Ohren und Augen des Geistes“, um Goethesche

P
unwissende und leichtgläubige Publikum glauben madien, daß sie Aufsdilüsse zu geben vermochten Ausdrücke zu gebrauchen.
über die Entstehung der Gedanken, über die Natur und das Wesen des mensdtlichen Geistes.
Der geistige Mensch, so sagen sie, sei das Produkt seiner Sinne, das Gehirn erzeuge die Ge: Was sich der „anschauenden Urteilskraft“ Goethes, der „Vernunft“ Liebigs als ideelle Ge:
danken durch einen Stoffwechsel und verhalte sich zu ihnen wie die Leber zur Galle. So wie staltungskraft irn Pflanzen:, Tier: und Mensdienorganismus enthüllt, das bietet sich der übersinn:
die Galle untergehe mit der Leber, so gehe der Geist unter mit dem Gehirn,“ lidien Beobachtung als ein konkret Wirkliches dar, das Rudolf Steiner „Ather: oder Lebensleib“,
in seinen späteren Schriften auch „Bildekräfteleib“ genannt hat. Er sagt über diesen in seinem

r
Was bradnte Liebig dazu, gegen die einseitigen Materialisten in soldi temperamentvoller Büdilein „Die Erziehung des Kindes vom Gesidrtspunkte der Geisteswissenschaft“:
Weise zu Felde zu ziehen? Die Antwort mag eigentümlidi klingen, aber es kann wohl bei näherern
„Für diejenigen, welche ihre höheren Wahrnehmungsorgane entwickelt haben, ist der Ather: oder

te
Zusehen keine andere gegeben werden. Liebig stellte sich gegen den einseitigen in das Kultur:
leben hineinwuchernden Materialismus, weil gerade dieser die echte materielle Forschung, als deren Lebensleib ein Gegenstand der Beobachtung, nicht bloß der Verstandestätigkeit und Sdilußfolgerung.
Vertreter er sich fühlen durfte, um ihren Kredit und ihre Früd1te bringen konnte, Denn ein Diesen Ather: oder Lebensleib hat der Mensch mit den Pflanzen und Tieren gemeinsam.
Stoffliches, das das Lebeiidige, Seelisd'te und Geistige aus sich heraustreibt, gibt es gar nicht. Er bewirkt, daß die Stoffe und Kräfte des physischen Leibes sich zu den Ersdieinungen des
VUachstums, der Fortpflanzung der inneren Bewegung der Säfte usw. gestalten. Er ist also der
Wer eine solche Anschauung vertritt, verfälscht gerade dasjenige, was er zu einseitiger Anerkennung

as
bringen möchte. Der einseitige blaterialist betrad1tet etwas, was gar kein Materielles mehr ist. Erbauer und Bildner des physischen Leibes, dessen Bewohner und Architekt. Man kann daher ‘

Er hat eine wirklichkeitsferne Gedankenkonstruktion vor sich. audi den physischen Leib ein Abbild oder einen Ausdrudc dieses Lebensleibes nennen.“
Liebig sagte: Wenn man materiell forschen will, dann muß man auch im Bereid‘re der Wenn man die von Liebig und Rudolf Steiner angeführten Sätze vergleicht, dann sieht
Stoffwelt und der an sie gebundenen Kräfte bleiben, Sie sind der sinnlidien Wahrnehmung und man, wie weit sich der erstere durch seine Vernunfterkenntnis sdion dem nähert, was aus der
der auf ihr beruhenden wissensdiaftlidien Erfahrung zugänglich. Das Lebendige, Seelische und übersinnlichen Beobachtung heraus besdirieben wird. Ja, man hat das Wesen der von der an:
throposophischen Forsdiung erfaßten „Bildekräfte“ in fast hinlänglicher’Exaktheit vor sich, wenn
nichts auszumachen. M
Geistige kann aber von diesen nicht erfaßt werden. Also haben sie auch über diese Gebiete

Und Liebig konnte gerade dadurd'i, daß er sich als Forscher im Materiellen zurückhieli und
die für dieses Gebiet giltige Wissenschaftsmethode nicht auf das Lebendige, Seelische und'Geistige
anwandte, so große materielle Leistungen vollbringen. Eben aus diesem Grunde konnte er der
pflanzen: und Tierernährungslehre eine ganz neue Richtung gehen, Die einseitigen Materialisten
wir die Worte Liebigs lesen:
„Die unorganischen Kräfte schaffen immerdar nur Unorganisches; durch eine in dem leben:
digen Leib wirkende höhere Kraft, deren Diener die unorganischen Kräfte sind, entsteht der Orga:
nische, eigentüinlidi geformte vorn Kristall verschiedene und mit vitalen Eigensdiaften begabte Stoff.“
Der Ausdrudc „mit vitalen Eigensdiaften“ könnte verführen, anzunehmen, daß Liebig auf
den Standpunkt der Vitalisten, der Bekenner einer besonderen „Lebenskraft“ in Pflanze, Tier
in
haben dagegen keine nennenswerte Kulturleistung der Menschheit überliefert. Abstrakte Ge:
dankenkonstruktionen können deren Fortsdiritt nidit fördern. und Mensdi zurückgesünken wäre, Damit aber hätte er selbst wieder einen jener alten Geistes.-
Aber diese sich zurückhaltende Forsdrerhaltung Liebigs gab ihm seelischen Raum frei, einen fetzen aufgenommen, denen doch, wie wir gesehen haben, Liebigs anderer Kampf galt. Er lehnte
Geisteseinschlag aufzunehmen, der ihn auch an die Erkenntnis der gegeniiber dem bloß Chemisdi: aber die Annahme einer solchen „Lebenskraft“ ab. Das bekundet er in seinem 22, Brief:
Mineralischen höheren \Wirklichkeit des Organisd'ren heranfiihrte. hiebig konnte in sich Keime „Auf der anderen Seite ist es ganz unmöglich, die Meinungen der Vitalisten zu teilen, welche
der Goetheschen Geistessaa’r beleben. glauben, die Geheimnisse des Lebens durch die Annahme einer oder mehrerer Lebenskräfte er:
ed

Auch Goethe blieb beim sinnlidien Betradtten der Naturdinge, so wie sie sich ihm darboten, klären zu können.“
stehen. Er vermaterialisierte weder die Natur wie die Vogt, Büchner und Moleschott, noch ver:
Warum war es Liebig unmöglich, die vitalistisdaen Anschauungen zu teilen? Er gibt darauf
legte er hinter die sinnlid1 faßbare Natur eine unsiditbare nadi Art der materiellen Diesseitigkeit im ersten Briefe Antwort, indem er sid'i gegen eine gewisse Klasse von Ärzten und medizinischen
gedachte Gespensterwelt (Atome, Elektronen, Hormone, Gene usw.) wie die heutigen Materialisten, Sd1riftstellern wendet:
die ihre eigene Weltanschauung im Hinblick auf deren ältere, rohe Form als überwunden hinstellen. „In den Worten „Lebenskraft“ und „Lebensgewalten“ schaffen sie sich wunderbare Dinge,
:Gerade aber der wissensdtaftlichen Selbstbesd'teidung Goethes gaben die Naturdinge ihr mit denen sie alle Erscheinungen erklären, die sie nicht verstehen. Mit einem durchaus unbe:
at

wirkliches Wesen frei, Es ist bekannt, wie Goethe durda seine Erkenntnisart zu einer umfassenden greiflichen, unbestimmten, durch klare Vorstellungen nidit begrenzbaren Etwas erklären sie, was
Einsicht in das Wesen der organisdien Welt gelangt ist. Seiner „anschauenden Urteilskraft“ ihnen nicht begreiflich ist! . . .
offenbarte sich, was die \Wirklichkeit eines Organismus ausmacht, was allen Pflanzengestaltungen, Indem sie von vornherein auf die Quelle alles Wissens, auf eine exakte Naturkenntnis
verzichten, halten sie sich für die Propheten des Lichts und ihrem sich vergötternden Geiste er:
was den Knochenwirbeln usw. als ihre übersinnlid‘ie Urtorm zu Grund liegt,
'

scheint audi der besd‘teidenste Widersprud'i als Zeichen von Atheismus.“


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Der Goethesd1e Einsrhlag bei Liebig ließ diesen eine ähnliche Erkenntnishaltung einnehmen.
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—144— 145 ——

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Solche Worte zeigen uns wieder den Kämpfer gegen die Nebelschwaden einer überkommenen glauben, Mystik, als okkult usw. argwöhnisch betraditet. Mari fürditet in ein gefährliches Fahr:
Geistes:Traumwelt. Sein Kampf gibt uns einen Fingerzeig, was er erstrebte, wenn er an die wasser zu kommen, wenn man dynamisch arbeiten soll, das heißt Rüd<sicht nehmen soll auf die

to
Erkenntnis einer die physischen Stoffe und Kräfte beherrschenden übersinnlid‘ren Wirklidikeit heran: natürlichen Strahlungskräfte von Gestirnen, Boden und Pflanzen. Oft ist es momentan ganz un:
kommen wollte. Er versuchte durch sein Uernunltorgan ein Ubersinnliches mit eben derselben Be- möglid'i sich mit einem Naturwissensd1after, Chemiker, Landwirtschaftslehrer usw. zum Beispiel
stimmtheit und Klarheit zu ergreiten. wie man durch die sinnliche Forschung die phusischen Natur- über den „Mond“ zu unterhalten. Aber trotzdem ist im Laufe der Zeit gerade dieses Kapitel
latsath€n untersucht. Die Strenge des materiellen Forschens war ihm Vorbild, eine ideell:geistige vom Mond berufen Vielen einen Sd'iliissel zum Verständnis der dynamisdien Angelegenheiten der

di
\Wirklichkeit in ebenso scharfen Konturen festzuhalten, wie es jenem Forschen gegenüber den biologisdi:dynamischen Wirtschaftsweise in die Hand zu geben und ihnen gleichzeitig klar zu madien,
Sinnendingen möglich ist, was eigentlich diese dynamischen Angelegenheiten als Beitrag zu den Fragen der Ernährungs:
Aber Liebig konnte sich nur einen beschränkten Ausblick in die übersinnlidre Wirklichkeit sicherung Mitteleuropas sehr real bedeuten könnten.
erobern. Die bloße Vernunfthaltung gewährt keinen Eintritt in diese. Erst das zur geistigen Beo: Freilidi kommt man an die Fragen der Mondeinflüsse kaum heran ohne sich etwas mit
Psychologie der Wissenschaft beschäftigen zu müssen. Die Wissenschaft begnügt sich nämlich

E
bachtung erhobene Bewußtsein öffnet die Pforte zur geistigen Wirklichkeit. Derjenige, der als
Wissensdrafter den angedeuteten Weg geht, trägt dann die Erkenntnisstrenge der am Materiellen häufig nicht damit etwas zu wissen, sondern sie will es audi erklären und verstehen. Nun, das
erprobten wissenschaftlid1en Erfahrung in die geistige Welt hinein. ist naheliegendl Aber wie verhält Sidi die Wissensd1aft, wenn sie einmal etwas nidit verstehen
Und das ist das Kennzeid'tnendc? einer neuen „Gcisteswissenschalt“, die sich im berechtigten kann, wenn sie Tatsachen nur wissen soll, ohne eine Erklärung dazu zu haben?
Sinne so nennen darf: dat} der Mensdn ihre Ergebnisse mit derselben, ja mit noch größerer Nachheit Dieses Verhalten kann man an zahlreichen Fragen praktisdi studieren. Früher hatte man
Dokumente über Erfahrungen und Anschauungen, daß Nietalle verwandlungsfähig sind. Als die

F
untl Klarheit erlebt, als es beim Entgegennehmen der Resultate der materiellen Wissenschaft der Fall ist.
Demgegenüber kann man die Unbestimmtheiten der alten Geistigkeit nur im gedämpften Bewußt: moderne Naturwissensdiaft kam, erklärte sie die Verwandlung der Metalle als eine Unmöglidikeit
sein erleben. Sie locken in den Traum. Die nachgelassenen Geistesfetzen („Bodenkraft“, Lebens: und die Dokumente für Phantasien. Wie sollte denn diese Verwandlung zugeben.7 Heute jedoch
kraf “ usw.) lullen ein. kennt man die Radioaktivität und ihre weite Verbreitung in der Natur und hat von da aus die

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Rudolf Steiner hat in seinen Sdiriften und Vorträgen diesen Tatbestand von den verschie: Verwandelbarkeit mandier Elemente in Laboratoriums:Versuchen kennen gelernt. Nun steht man
densten Seiten her beleuditet. Er hat immer wieder in einer für einen guten Willen verständlichen auch vielen alten Dokumenten wieder anders gegenüber.
Weise dargelegt, wie die anthroposophische Forschung von einer gänzlich anderen inneren gel: Wie ablehnend verhielt sich die medizinische Wissensd'iaft zu der Tatsache, daß höchste Ver:
stigen Haltung, als sie die Gnostiker oder die Aldiymisten und Mystiker des Mittelalters einge: dünnungen arzneiwirksamer Stoffe noch heilkräftig sind, wie die Homöopathie behauptetel Heute

P
nommen haben, ausgeht. Methodisch knüpft ja die Anthroposophie an die neuere naturwissen: aber hat die Homöopathie etliche Lehrstühle an Hochsdmleri.
sdiaftliche Forsd1ungsweise an. Deren Strenge wohnt ihr inne. Das Buch „Die Philosophie der Nidit immer wird eine dem augenblicklichen Gefüge der offiziellen Wissenschaft unerklärliche
Freiheit“ von Rudolf Steiner, der philosophische Auftakt zur Anthroposophie, trägt den Untertitel Tatsache einfadi abgeleugnet und verketzert, oft wird über die Tatsadre hinweg einfach zur Tages:
„Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissensd1aftlicher Methode“. Auf solchem Wege ge: ordnung iibergegangen. Mari bearbeitet dann an Stelle der unangenehmen Tatsache irgend etwas
]zgideres

r
wonnene Ergebnisse konnten dodi die aus einer anderen Bewußtseinssphäre hervorgehenden alten in möglichst großer Breite, was einfacher zu verstehen ist und dem Tätigkeitsdrang freie
Geistesströmungen nicht liefern. ahn gibt. ,

te
Man kann das hier ausgeführte als bloße Behauptung eines „Anhängers der Anthro: Der italienische Abt Toaldo studierte die feineren, wenig beachteten Gesetzmäßigkeiten von
posophie“, der seine Sache durchaus verteidigen will, ansehen. Aber nur ein Funken guter Wille, Ebbe und Flut im Zusammenhang mit den feineren Eigentümlid1keiten des Mondlaufs. Dabei
diese Geistesrichtung nidit aus vorgefaßten Theorien, sondern an Hand der Bücher und gedrudcten war er imstande schließlida auch die Zusammenhänge des Wetters mit dem Mondlauf zu erfassen.
Vorträge R. Steiners [an the man sich halten muß, wenn man über finthroposophie urteilen will], Er hatte die ent5prediende vergleichende Vorarbeit zur Verfügung, und hielt sich bewußt von
aus ihren eigenen Voraussetzungen zu verstehen, kann das hier sehr skizzenhaft Vorgebradate belegen. einem theoretisierenden Erklären zurück, Er faßte das Problem umfassend, nidit bloß an einem

as
Viele gegnerische Auslassungen sind aber ein Gemisch aus schled'item Willen und naiver fragwürdigen Zipfel an. Viele seiner Zeitgenossen hingegen schlugen sich mit dem Einfluß der
Ahnungslosigkeit. Aus der Tatsache, daß gewisse meist sehr äußerliche Ähnlichkeiten von anthro: Nlondphasen auf den Barometerstand herum, kamen aber damit nidit rasch zurecht und sind deshalb
posophischen Inhalten mit den Ergebnissen alter Geistverbundenheit bestehen, werden dann jene kurzerhand dazu übergegangen den Einfluß des Mondes auf die Witterung ganz zu leugnen.
grotesken Dinge behauptet, die Anthroposophie führe wieder in den mittelalterlidien Aberglauben Sie wandten sich in der Folge immer mehr der Ausbildung von Wetter:Beobachtungs:Instrumenten
zurück oder andere derartige Unwahrheiten. Weil die Verbreiter solcher Legenden das Geistige zu und brachten dies zu einer unerhörten Vollkommenheit. Toaldo weist in einer preisgekrönten
M
verträumen oder gar in materialistischer Befangenheit verschlafen, unterlegen sie den Mitteilungen
der Anthroposophie erst ihre eigene Bewußtseinsflucht und behaupten dann, daß die geschaffenen
Zerrbilder, die sie selbst den alten Geistesfetzen angeglidren haben, anthroposophische Inhalte
wären. Traumsüchtig und lichtscheu gegenüber dem Geiste, geben sie ihr eigenes Seelen—
tlackern als das aus, was sie bekämpfen möchten.
Diese Art der Gegner3diaft gegen die Anthroposophie hat keinerlei Recht, auf ihre Nadi:
\
Schrift „Witterungskunde für den Feldbau“*) auf die Haltlosigkeit der damaligen Forschungen
hin. Aber Toaldo konnte vorübergehend übertönt werden, sodaß viele Gebildete noch heute den
Landwirt verladien, der vom Einfluß des Mondes auf Wetterurnschläge Spricht. Heute jedoch
erwähnen selbst amtlidie Wetterberichte gelegentlidi den Einfluß des Mondes und die Lehrbiidier
der \Wetterkunde enthalten wenigstens kurze positive Abschnitte dariiber.
Man könnte nodi mandie Beispiele dieser Art herbeibringen und kann sagen, daß uns die
in
folge Liebigs zu pochen. Der große Forscher hat nichts mit ihrem Traumwandeln und ihren Ängsten Erfahrung lehrt, daß gerade die junge materialistische Naturwissensdmft des vorigen Jahrhunderts
vor der übersinnlichen \Virklidikeit zu tun. Wie er nach einer solchen nicht nur bei der Be: sehr gerne ihren neuerschlossenen Forsdiungsgebieten hemmungslos nachging und Tatsadien, die
tradntung der höheren Organismen furchtlos Ausschau hielt, sondern sie audi als ein dem Kultur: mit ihrem sonstigen Erfahrungsschatz nicht rasd'i in Übereinstimmung zu bringen waren, wegstieß,
boden zu Grunde liegendes erahnte, mag an anderer Stelle geschildert werden. vernachläßigte oder ableugnete. Mit wirklicher Naturwissenschaft und ihren großen Leistungen hat
diese sd‘rwache Seite nichts zu tun.
Diese schwache Seite brachte es mit sich, daß man auch die jahrtausende:alten Volksan:
ed

sdiauungen über den Einfluß'cles Mondes auf Tier und Pflanze für Aberglauben des ungebildeten
Landvolkes und für Beobad‘ttungsfehler der alten, nidit naturwissensdiaftlidien Kulturvölker hielt,
Mondheachtung Aber bekanntlidi nützt Vogelstraußpolitik den Tatsachen des Lebens gegenüber nicht viel.
Dipl.:Ing. F. Dreidax Immer wieder wurden aus der Praxis der Jäger, Fischer und Bauern die Tatsadien der
(Nach einem öffentlichen Vortrag, gehalten in der Schule der Ernährung am 2. Juli 1931 3u Berlin)
Mondeintiüsse dem Wissenschafter gegenüber behauptet. Und eines Tages konnte man die rohe
at

Empirie nicht mehr abweisen. Ein eßbarer Wurm der Südsee, der Palolo:Wurm, stellte sich
Fiir den Beurteiler der biologisch:dynamischen Wirtsdiaft$weise ist es wohl selbstverständlidr, Jahr für Jahr im Oktober und November mit solcher Mondpünktlichkeit zum dritten Viertel zwecks
daß einige Vertreter der Naturwissensd1aft mit einer außerordentlichen Skepsis an dieses neue Laichen an der Meeresoberftäche ein, daß man das Beteiligtsein des Mondes an der Sache
landwirtschaftliche Bestreben herantreten. Es gibt sogar eine Gegnerschaft, die aus gesunder Skepsis schließlich nidit mehr ins Fabelreich weisen konnte. Nun war eine Bresche in das verhärtete Vor:
hervorwädist. Die biologischen Maßnahmen der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise werden
re

oft als durchaus beachtenswert bezeichnet, aber die dynamisd'ten Maßnahmen werden als Aber: *) Aus dem Italienischen überset3t o. J. G Steudel, Verlag Ch. F. llimburg‚ Berlin, 1784.
C
f

146— —147:—

r
urteil geschlagen! ln sdaneller Folge wurden in zahlreidien Küstengegenden nahe verwandte Fest: hat sowohl in Asien wie in Amerika noch mandie traditionelle Kenntnisse reiner und unverdorbener
bewahrt als im Mitteleuropäisdten Zivilisationszentrum mit seinem Stadium der Vernachläßigung

to
stellungen gemadat. Dies war umso einfacher als die Küstenfischerei selbstredend an vielen alten
Mondgebräuchen festhalten mußte, um überhaupt Erträgnisse zu erzielen. Es war ihr ganz un: aller ernschlägigen Tatsachen. Es handelt sich eigentlich in Mitteleuropa darum in intensiver prak:
t1sdr:experimenteller Arbeit möglichst bald dieses Produktionshilfsmittel der Mondbeachtung und
möglich, sich durch wissenschaftliche Vorurteile von erprobten Gepfiogenheiten abbringen zu lassen.
Nun konnte sich die erwachende Wissenschaft an deren Praxis orientieren, sich Anregungen holen, Gestirnsbeadatung wieder nutzbar zu madien, damit eine dauernde Benachteiligunü des mitteleuro:
sich Material besorgen. päisd‘ten Landwirts überwunden wird., D

di
Es ist vielleidit nicht ohne tieferen Grund, daß gerade die Engländer in den nun beginnenden
»
Wenn man in Mitteleuropa einmal in größeren landwirtsdrafts:wissensdiaftlichen Kreisen
Mond:Forschungen eine führende Stelle einnehmen. Dieses nüchterne Volk läßt sich nidit aus erfaßt haben wird, wie man das Studium von Mondstrahlungen als realist:praktisdre Ange:
Schwärmerei auf den „Mond“ ein. Tatsachensinn, Verbundensein mit dem praktischen Leben, legenheit betreiben kann, ohne alle Angst vor „Glauben“ und „Aberglauben“, dann wird überdies
Sich=Fernhalten vom Allzu:Prinzipiellen:Theoretisdlen, auch wenn es in materialistischem Gewande Gemeingut werden, daß die Strahlungen auch in realistisch:praktischer Weise gespeichert werden

E
auftritt: diese Eigenschaften ließen die Engländer rasch mit der Erforschung vieler Mondzusammen: können und daß die dabei gewonnenen „Präparate“ hödiSt mal.-praktische Wirkungen besitzen.
hänge zurechtkommen. Man nehme die Arbeiten von H. M. Fox über „Mond:Periodizität bei Was die Bedeutung von Strahlungseinflüssen auf die Pflanzen anbetrifft, so können Er:
der Fortpflanzung“ oder von C. Amirthalingam „Uber die Mond:Periodizität bei der Fort: kenntnisse darüber besonders im Gebirge gesammelt werden. Man betrachte die Hohen Tauern,
pflanzqu von Pecten opercularis*) bei Plymouth 1927—1928“. Diese wissenschaftlichen Ar:
beiten unterscheiden sich vom üblidien Stil irgendwelcher Doktorarbeiten nicht — sicher hätte man das
die Gegend um Bad Gastein z. B. Wer die modernen Strahlungsforschungen verfolgt hat, dem
drangt es s1ch ja in Bad Gastein geradezu auf, daß die dortige Pflanzenwelt besonders stark unter

F
Thema zu Goethes Zeit noch schwungvoller behandelt aber hier ist nur Realismus, nur Empirie. dem Einfluß mehrerer Strahlungsarten steht. Erstens ist das Kieselgestein des Urgebirges dort
#

Aber eine Kleinigkeit fällt doch aufl Das sind die langen Kapitel zur Erklärung der fest:
in
hohem Grade radioaktiv. Man sucht die Gasteiner Quellen wegen ihrer Radioaktivität auf.
gestellten Mond:Zusammenhänge. Immer wieder, auch an nicht ganz geeigneten Stellen kommt Radioaktrve Strahlungen (von deren Wirkung auf die Pflanzen kürzlich Professor Stoklasa ein:

D
dieses Erklären in großer Breite hervor. Es ist als ob die Wissenschaft namentlich den \Weg zur dr1nghdr in der
Schule der Ernährung sprada) sind hier viel stärker als in den danebenlieoenden
Befruchtung der Praxis nidit finden könnte, sondern sie zehrt selbst nodi von der Praxis. salzburg18chen Kalkalpen. Und als zweites ist hier wegen der Höhenlage wicksam die kos°misd1e
Dieses Verhalten ist umso eigentiimlicher als sonst die \Vissenschaft in ähnlichen Angelegen:
Ultrastrahlung, die Heß:Strahlung, die auch auf dem Jungfrau:Joch in der Schweiz soviel beo:
baditet wird, Als drittes kommt dazu eine sehr kräftige ultraviolette Strahlung, von der man ja weiß,
heiten sich häufig ganz anders verhalten hat, Man ging auf primitiver Tatsachengrundlage, ohne

P
daß sie in Höhenlagen gegeniiber den Tälern oder dem Flachland wesentlich gesteigert ist. Die
tiefere Erforschungen und Erklärungen abzuwarten, häufig frisch:fröhlich in die Praxis hinein. Man
denke an die Ausniitzung künstlichen ultravioletten Lidite$ für Bestrahlungen vieler Art (die man
anwesende Pflanzenwelt kann man dann eigentlich gar nicht anders betrachten, als in ihrem Hin:
eingestelltsein in diese Strahlungswirksamkeiten. Man erkennt, daß die Bergpflanzen hier ihre
heute schon wieder verwirft)l Oder man denke an die schlagartig umsichgreifende praktische Ver:
wendung der Elektrizität zu einer Zeit, als man über deren tieferes Wesen so gut wie keine besondere alpine Wuchsform, ihre ins Auge fallende Blütenentwicklung, ihre Farbintensität und
ihr verfeinertes Aroma, sowie ihre Widerstandskraft gegen die lebensfeindlichen Einflüsse des
Meinung hatte. Da wartete man die restlose theoretische und experimentelle Aufklärung nicht abi

r
Hochgebirges zu einem großen Teile diesen Strahlungskräften verdanken. Man„erinnere Sidi auch
Und doch erschiene gegeniiber der Elektrizität, dieser erst jung bekannten physikalischen Kraft, an den sprichwörtlidaen Nährwert des Bergheus und an die besonderen Heilwerte vieler Arznei:

te
mehr Vorsicht am Platze als zum Beispiel gegeniiber den blondeinflüssen. Gerade bei diesen er: pflanzen der alpinen Regionl
'

schiene ein unmittelbares Sidihalten an eine einfada empirisch vorgehende Wissenschaft umsomehr }

Man wird dann die unbedingte Notwendigkeit erkennen beim Pflanzenbau allerorten weiter
}

gerechtfertigt, als man ja früher Jahrtausende hindurch die Vorteile der Gestirnsbeachtung bereits
ausniitzte, Aber es fehlt'in der offiziellen Wissenschaft heute noch der Blick dafür, was die
in
die
Beachtung biologisch wirksamer Strahlungskräfte hineinzusteigen. Man wird verstehen, daß
es nidit richtig ist nur „biologisch“ d. h. unter Beachtung des Bodenlebens, unter Benützung von
Beachtung der Mondzusammenhänge in der Praxis des Pflanzenbaues und ähnlich8m bedeutet.

as
Vogelschutz usw., arbeiten zu wollen, sondern daß es riditig ist die Kapitel der bioloöisd1en
Hier setzen die experimentellen Arbeiten ein, die von Dr. R. Steiner unmittelbar oder Strahlungslehre recht real:praktisch in den Dienst der Nahrungserzeugung undiQualitätserzäuoung
mittelbar veranlaßt worden sind. Die Arbeiten von Kolisko, Voegele, Lohrrnann, Conradt zu stellen. Und zu jenen Strahlungseinfliissen, die man von alters her und in vielen Weltgegeräden
zeigen, daß es möglich ist durch sachgemäße Mondbeachtung im Pflanzenbau sowohl Qualitäts: auch heute immer in den Dienst der Kulturpflanzen stellt, gehören eben der Mondeintluß und
als auch beträchtliche Quantitätssteigerungen zu erzielen. Was letztere anbetrifft, so sind bei richtiger andere Gestirnseinflüsse. Man sudat auf die Kulturpflanze in entscheidenden Punkten ihres Lebens
blondbeachtung 10H300/0 Nlehrerträge gegenüber einer Vernachläßigung der Mondzeit sehr häufig ein bestimmtes günstiges Strahlungsklima wirken zu lassen!
zu erzielen, oft noch wesentlich mehr.
M
Aber eines ist zu beachten! Nur bei wenigen Kulturpflanzen ist heute genau bekannt,
welche Mondzeiten für bestimmte Qualitätsergebnisse oder Quantitätsergebnisse bei Saat oder
Pflanzung berücksichtigt werden müssen. Das Wichtige ist zunächst, daß man weiß, daß die
Gestirnsbeachtung‘ eine sehr praktische Handhabe fiir die Pflanzenteistung bieten kann, und daß die
Bauernregeln eine Fundgrube für weitere exakte und praktische Einzelforschungen sind. Ganz
. Durch die Zerspljtterung unseres Wissenschaftsbetriebes in viele Fakultäten kommt es, daß
die landwirtschaftliche Wissenschaft von den gesicherten neuen Erkenntnissen der Zoologie und
Botanik über Mond:Periodizitäten wenig weiß. Der daraus hervorgehenden Unkenntnis ist
es zuzuschreiben, daß zahlreiche Wissenschafter von einer Art Gespensterfurcht angewandelt
werden, wenn von Mondeinfliissen die Rede ist. Aber bei denen, die heute experimentell=prak:
fisch und aus der Uberschau über altbekannte Naturzusammenhänge den ’Gestirnseintliissen nach:
in
unmöglich ist es freilich, diese Bauernregeln in Mitteleuropa unbesehen in den modernen Betrieb gehen, ist Realismus vorhanden, ist Tatsachenkenntnis, Tatsachenbejahung, ja Tatsachenfreude vor:
hineinzunehmen. Man muß wissen, daß diese Bauernregeln heute vielfach verstiimmelt und bis
ins Gegenteil verkehrt worden sind. Empirisch wissenschaftliche Einzelarbeit muß mit einer Uber: handenl Audi unsere bäuerlichen Vorväter waren keine Mond: und Sterngläubiden, sondern
Wissende. Dagegen sind manche materialistische Wissensdaafter auf diesem Gebiete°Unwissende
schau über die bisher gesicherten Erfahrungen zusammenwirken um weitere praktisdae Regeln gewesen oder sind es noch und tragen in die ganzen Fragen unglaubliche Mystifikationen hinein
wieder einwandfrei zu gestalten, Dieses Arbeiten mit wenigen gesicherten Regeln der Mond: anstatt an die konkrete Arbeit unvoreingenommen heranzugehen. ’
_
ed

beachtung und dieses Erarbeiten weiterer Regeln ist eine Tätigkeit der biologisch:dynamisdaen
\Virtsdiaft5weiSe. Ein Theoretisieren hat dabei wenig Platz, vielleicht sogar zu wenig Platz. Daß Es scheint deshalb auf diesem Gebiete eine besonders starke Praktiker:lnitiative in neuer
wrssenschattlidrer Richtung notwendig zu sein. Die Mitteleuropäische Landwirtschaft sollte er:
man heute der Anschauung ist, daß Strahlungseinflüsse des Mondes, und zwar nidit nur mit
sichtbaren sondern audi mit unsichtbaren Strahlungen, bei dem Zustandekommen der ganzen kennen, daß sie in der Gestirnsbeachtung Bescheid wissen muß, wenn sie gegen Ost und \West
nicht benachteiligt sein will und überhaupt sich alle von Natur aus gegebenen Hilfen in ihrem
Tatsachen der Mondeinfliisse eine Rolle spielen, ist ebenso naheliegend, wie man die Einwirkungen schweren Kämpfe zu nutze machen will. —
der Sonne oder auch der Sonnenfledcen auf Strahlungseinfliisse zurückführt, sowohl auf sichtbare
at

Strahlen wie unsichtbare Strahlen.


Es ersd1eint außerordentlidi abwegig, die Strahlungseinflüsse der Gestirne in Mitteleuropa
fast nur wissenschaftlich zu verfolgen und zwar weil in Ost und West aus überkornnienen Er:
fahrungen heraus die Gestirnsbeachtung immer noch große praktische Anwendung erfährt. Mari
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*) Kamm:Muschel.
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Mond-Periodizität der Fortpflanzung *)

r
Maße. Es gibt einen periodischen Fortpflanzungszyklus, der in Beziehung zum Moni-Monat
steht, und zwar werden die Keimprodukte ungefähr jeden Vollmond entleert bis die Laidizeit im

to
H. Muhro Fox, Fellow of Gronville and Gaius College, Cambrigde September aufhört, wobei nach jeder Laichzeit die Samen: und Eierstöcke etwas in der Größe
(Ausmahl ein3e1ner Kapitel, Uberset}ung und ergänzende Bemerkungen von Dipl.:1ng. F. Dreidax‘) verringert sind. Während der abnehmenden Phasen des Mondes wird eine neue Ernte von Keim.-
produkten erzeugt. Wenn der Neumond vorbei ist, so schreitet die Entwicklung der Fortpflanzungs:
Mond-Periodizität bei der Fortpflanzung eines Seeigels des Roten Meeres zellen vorwärts und in Übereinstimmung damit nimmt die Größe der Keimdrijsen weiter zu bis
(Centrechinus Setosus)

di
die Spermatozoen und Eier um die Zeit des Vollmondes Wieder ausgeschüttet werden.
Um die Wahrheit des Volksglaubens in Suez betreff der Seeigel zu prüfen, machte ich dort,- Die zahlenmäßigen Ergebnisse der mikroskopischen Prüfungen der Keimdrüsen sind in
selbst im Juli, August und September 1920 und 1921 systematisdhe Beobaditungen der Keim.- Tafel 1 und 11 und in den Figuren 1 und 2 zusammengestellt. Die Zahlen jeden geprüften Geschlechts
drüsen vom Centredainus (Diadema) setosus. Das Material wurde mit einem Handnetz an den sind in den Tafeln angegeben. Die ungefähre Größe der benützten Seeigel war immer die gleiche.
Seiten des östlichen Hafendammes am Eingang des Docks von Port Taufiq gefangen. Die Die Angaben von 1921 sind besser als jene von 1920, weil 1921 bei jedem Fang eine größere Zahl

E
mikroskopisd1en Prüfungen der lebenden Keimdrüsen wurden im Quarantäne:Laboratorium vor: von Individuen überprüft wurde. Die Übereinstimmung der beiden Jahreskurven ist befriedigend.
genommen. Die Ergebnisse bestätigten die Angaben der Fischverkäufer in einem überraschenden Die Zahlen zeigen die Prozentsätze der Gesamtzahlen jeden Geschlechts, wobei bei den
Tafel 1. Reifezustand von Gentrechinus setosus zu Suez, Juli-Sept. 1920 Männchen ein Stück Hoden in einem Tropfen Wasser unter dem Mikroskop nur Spermatozoen
Tafel 2. Reifezustand von Gentrechinus setosus zu Suez, Juli-Sept. 1921

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Pro3entsat5 Pro;entsat3
Datum ,

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ablaidit€n ann en reife Eier hatten er en . Mannd1_en, dem“ auf: an Männchen, Zahl der
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Datum " geschnrttene H0dm mekhe am Labo: der ep r'iften deren Eierstöche der ePriiften

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Spermatogoen
nur Beimischung Boni .
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Mannduen nur .
reife . 9.
Eier Werbchen
15. ?. 0 5
21. ?. 83 6 jSpermatocyten 3eigten} ablmdtten enthielten
29. 7. 24 4 3. 7. 73 40 15 10 19
6. S. 0 5

P
10. 7. 83 58 24 39 13
9. S. 0 8 17. 7. 100 65 17 85 13
12. 8. 0 5 0 7 9
7 6
25. 7. 31 10 19 21
16. 8. 0 17 1. 8. 0 0 11 0 16
18. 8. 71 7 20 5 9
7. 8. 22 19 27 0
20. 8. 74 11 20 5 15. 8. 78 53 18 56 16
22. 8. 50 6 37 8 23. 8. 68 18 22 30 20

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24. 8. 43 7 14 7 31. S. 0 0 19 0 20
27. 8. 10 10 36 11 8. 9. 14 0 21 7 15

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30. 8. 0 8 12 8 16. 9. 24 5 21 0 l?
3. 9. 10 10 0 7 21. 9. 7 0 15 5 22
5. 9. 0 11 0 8 28. 9. 0 0 13 0 11
8. 9. 0 9 0 7
1 1. 9. 0 7 0 7
13. 9. 0 8 0 7

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15. 9. 0 9 0 7
17. 9. 0 9 0 8
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Juli August September
152025504: 91431921‘1‘253 & 13 102326
Figur 2. Reife3ustand Don Centred1inus setosus 3u Sue; 1921. Kurve 5 A 3eigt die
JuliAugust September
at

Pro;entsät3e an Männd-ren, meldie in den aufgeschnittenen Hoden nur Spermatojoen ohne:Bei:


Figur 1. Reife3ustancl von Centrechinus setosus 3u Sue; im Jahre 1920. Kurve 6 B 3eigt
die Pro3ents'a'tje an Männchen, me1d1e auf dem Laboratoriumstisch ablaichten und die Kurve 9 gibt
misdtung non Spermatocyten 3eigten. Kurve B 5eigt die Pro;ents'alt;e an Männd1en, die auf dem
3
Laboratoriumstisdi ablaiditen. Die Kume @ gibt die Pro3entsät3e an Weibchen, deren Eierstödre
die Pro3ents'a'tje an Weibduen, deren Eierstödre ausschließlich reife Eier enthielten. Die Tage des nur reife Eier enthielten. Die Tage des Voll: und Neumondes sind durch senkrechte Linien mit
Voll.- und Neumondes sind durch senkrechte Linien mit medien oder schwarzen Kreisen be3eichnet. srhmar3en oder weißen Kreisen be5eichnet. Die täglidien Meeresternperaturen und die mittleren täg:
re

*) Proceedings of the Royal Society 1924, 1. Januar. Harrison und Sons Ltd., St. Martin's Lane, London W. C. 2 lichen Landtemperaturen sind oben angefügt.
C
_ 150,— _ 151 —-

r
ohne Beimengung von Spermatocyten *) oder bei Weibdien nur reife Eier ohne unreife Eier oder eine Mittelstellung ein. Orion hat gezeigt, daß die europäische Auster, wo sie auch immer vor:
Ooeyten **) in den geprüften Eierstöcken zeigte. Dies waren die Kennzeichen für die Beurteilung kommen mag, bei 15fi16U zu laichen beginnt und dann fortfährt Geschlechtsprodukte hervorzu:

to
des Reifezustandes. bringen, solange die Temperatur über dieser Zahl bleibt. Das ist mit Centrediinus nidit der Fall,
Die Kurven von 1921 zeigen eine genaue Übereinstimmung zwischen der männlichen Kurve denn dessen Laichzeit beginnt in Suez einige Monate vor Juli (ich hatte keine Gelegenheit das
und weiblichen Kurve sie steigen und fallen gemeinsam; die drei Spitzen der Kurven fallen genaue Datum festzustellen) bei Temperaturen weit unter denen von Juli und September, jedoch
#

zwischen das erste Viertel und Vollmond; die drei Punkte, bei welchen die Kurven die Nullinie nimmt von Juli an, wenn die Temperatur noch ansteigt, dennoch die Zahl der Einzeltiere, weld're

di
berühren, fallen zwisdien das letzte Viertel und Neumond; bei jeder folgenden Gelegenheit sind die Geschlechtsreife erreichen, ab, und im September hört die Laichtätigkeit auf, obwohl die Tem:
die Gipfel weniger hoch, d. h. immer weniger Individuen erreid'ien die Geschled'itsreife, jemehr peratur nodi über jener liegt, bei welcher die Laichzeit begonnen wurde.
sich die Brutzeit ihrem Ende nähert. Um zur Mond:Periodizität zurückzukehren, so möchte man den Kurven entnehmen, daß ein
, Zwischen dem ersten Viertel und Vollmond, wenn die Homstzahlen reifer Tiere gefunden und dasselbe 1ndividuum laidien und dann die VGeschlechtsreife in der folgenden Mondperiode
bereits wieder erlangen kann. In dem zweiten Viertel des Juli:Monds 1921 waren 100 “in Männ:

E
werden, sind neben denen, welche in den kontrollierten Sexualdrüsen nichts als reife Samen oder
reife Eier zeigen, andere anwesend, weld-re neben zahlreichen Spermatozoen und reifen Eiern einige chen reif und alle diese laichten und im vierten Viertel wurden keine reifen Männchen mehr ge:
Spermatocyten oder unreife Eier und Oocyten haben, d. h. diese Einzeltiere sind noch nicht ganz funden. Im zweiten Viertel des Augustmondes waren 78 "/o der gefangenen Männchen reif und
reif. Ferner gibt es einige Einzeltiere mit nidits als Spermatocyten oder kleinen Oocyten. Diese alle diese reifen Tiere müssen einen Monat vorher gelaicht haben und seitdem ihre Spermatozoen
erreidien während der fraglichen Mondperiode die Geschlechtsreife nicht. Im Juli war der letztere neu ausgebildet haben.
Eine so rasche Entwidrlung von Seeigel:Keimzellen ist nicht ohne Vergleich unter den wenigen

F
Typus nicht vorhanden, denn von den Männdaen wurden 1000/n reif, und er war selten bei den
Weibchen. lm August war er häufiger, während im September, als die Laichzeit nahezu vorüber Fällen, in welchen man die Wadi$tum3gesdiWindigkeit kennt, Loeb fand, daß reife Eier von
war, dieser Typus den größeren Teil der ganzen Fänge bildete. Strongylocentrotus purpuratus “) in Californien in 10 Tagen nach den] Laichen neu gebildet wurden.
Zwisdaen Vollmond und drittem Viertel enthalten die Gesdileditsdrü3en bei wenigen Einzel: Die Meerestemperatur war bei 12H15”. Tennent schrieb von Tortugas „Während der drei

D
tieren'nichts als Samen oder reife Eier, weil diese wenigen noch nicht gelaicht haben, Die Mehr: Sommer vor 1908 und wiederum 1908 selbst, nahm ich wahr, daß die Keimdrüsen der Seeigel,
zahl ist jedoch entleert, d. h. die Keimdrüsen enthalten nur ganz wenig Spermatozoen oder reife welche ich nach einer Vollmondnacht fing, leer waren, während jene von einer Woche später einen
Eier, welche zufällig nicht abgelaicht wurden, sowie zahlreiche Spermatocyten und Oocyten, oder Uberfiuß an Eiern und Spermatozoen ergaben.“ Otto Köhler zeigte in den Neapler Aquarien:
becken, daß Strongylocentrotus lividus im Sommer 11/2H2 Monate braucht, um reife Geschlechts:

P
sie haben Keimdrüsen, welche nidits als Spermatocyten und kleine Oocyten enthalten.
produkte zu bilden.
Zwischen dem dritten Viertel und Neumond am Ende der Perioden im Juli, August und H. M. Fox 3eigt dann, daß bei einem anderen Seeigel (Strongylocentrotus lividus) Sidi keine D1ond:
September wurden keine Seeigel gefunden, welche die Keimdrüsen mit Spermatozoen oder Eiern ,
*periodi3ität nachweisen läßt. Dann verbreitet er sich über die mahrsrheinlirhen Ursadaen der Mondperiodi .
gefüllt hatten, aber am Ende der Juni:Mondzeit, d. h. ferne vom Ende der Laichzeit kann man Hierauf schildert er Überprüfungen 3roeier Meeresinuscheln und einer Krabbe, die keine Mondperiodi3ität
beobachten, daß die Kurven nidit auf die Nullinie herabsteigen. Zwischen Neumond und dem erkennen hetäen. Sdilief;lidi schreibt er:

r
ersten Viertel sind einzelne Tiere reif, aber nicht so viele als nach dem ersten Mondviertel, in Mond-Fortpflanzungs»Periodizitäten, die bereits bei Tieren beschrieben sind.
welchem die übrigen sich der Reife nähern, wobei die Keimdrüsen sowohl Spermatoeyten und

te
Spermatozoen als audi große Oocyten und unreife Eier enthalten. Polychaeten: “) Bis zur Zeit ist der bestbekannte Fall einer b1ond=Fortpflanzungs:Perio:
Figur 1 zeigt das Jahr 1920. Die Beobachtungen bei den Weibchen wurden genau wie dizität derjenige eines Borstenwurms, des Palolowurms Leodice viridis, gewesen, der an Korallenriffen
des Pazifischen Oceans lebt. Zum letzten Viertel des Mondes im Oktober und November werden
im Jahre 1921 gemacht, aber die Männchen wurden nidit mikroskopisch untersucht. Anstelle die Hinterteile der Würmer, die mit Geschledttsprodukten geladen sind, von den Vorderteilen ab:
dessen wurden sie mit der Rückseite nach unten auf den Laboratoriumstisch gesetzt und zahlen:
gestoßen. Während die letzteren zwischen den Korallen verbleiben, schwimmen die Geschlechts:

as
mäßig festgestellt, bei weldien Tieren Sperniatozoen nada dieser Behandlung bei den Laidiöffnungen segmente an die Oberflädie, wo sie ihre Spermatozoen und Eier entlassen. Dieses Sdiwärmen
entwichen. Die männliche Kurve B gibt die Prozentsätze der Gesamtfänge, bei denen Sper: geht vor sich zur Ebbe am frühen Morgen an mehreren aufeinander folgenden Tagen und die
matozoen entwichen. Um die Zahlenangaben von 1920 betreffs der Männdien mit jenen von 1921
vergleichbar zu madien, wurden in letzterem Jahre alle Seeigel auf den Tisch gelegt, ehe sie für Schwärme bestehen aus ungeheuren Zahlen von Einzelwesen, welche nach dem Laichen absterben.
die mikroskopische Prüfung aufgesdinitten wurden und das Verhältnis der Nlännchen, bei welchen Der Anreiz zum Schwärmen, ob es b1ondlicht, Gezeit, oder irgend eine andere physikalische
Änderung ist, die vom Monde abhängt, ist unbekannt. Gute Berichte wurden von Friedländer,
Spermatozoen entwichen, wurde wiederum notiert. Dies ist dargestellt durch die männlid'ie Kurve B

matozoengehalt der Hoden gibt wie die mikroskopische Prüfung.


M
der Figur 2. Man kann sehen, daß in dieser Figur die männlid1e Kurve B und die männliche
Kurve A übereinstimmen, so daß diese Methode einen ebenso genauen Maßstab für den Sper:
Die Kurven von 1920 und 1921 sind einander ähnlich. Der Doppelgipfel der weiblichen
Kurve im August 1920 kommt meines Erachtens von der geringen Zahl der Tiere, die geprüft
wurden,
Woodworth (welcher ein vollständiges Literaturverzeichnis beifügt) und Corney geliefert.
lm atlantischen Ozean schwärmt ein anderer Palolo (Leodice fucata) gewöhnlich zum dritten
Viertel des Juni:Juli:Monds, aber, wenn dieses spät im Juli fällt, so gibt es außerdem einen
früheren Schwarm im ersten Viertel (Mayer, Treadwell). Nlayer war der erste, der eine Ursache
für die Mondfortpfianzungs:Periodizität experimentell sud1te. Er brad'ite 11 reife \Würmer in einen
Schwimm:Kasten (ohne Gezeiten) 30 Tage ehe die Schwarmzeit fällig war, Nur 4 dieser Würmer
in
Sowohl das lebende Material als auch die Sektion der Keimdrüsen zeigt einen Mond:Zyklus schwärmten, während man sagt, daß im Freien alle reifen Individuen schwärmen. Deshalb er:
der Bläsd'ien-‘Zellen von Caullery. ,
scheint die Gezeit nicht als die einzige Ursache des Sdiwärmens, es sei denn, daß die Würmer
Im September 1920 erreid1ten keine Tiere die Gesdiledit$reife. Im Jahre 1920 fiel der in den] Wasserkasten dieses wegen eines Gezeitenrhythmus taten, den sie früher erworben hatten.
September:Vollmond auf den 28., im Jahre 1921 jedoch auf den 17, Augenscheinlidt fiel 1920 Mayer setzte überdies 22 \Würmer in Wasserkästen, die vor dem Mondlicht geschützt wurden.
die September:Mondzeit zu spät, um nodi in die Laichzeit eingeschlossen zu werden, welche in: Keines dieser Tiere schwärmte. Das Licht scheint deshalb als zusätzliche Ursache des Schwärmens
folgedessen Ende August abschloß. Die fortsdireitende Verminderung der Tierzahl, weldie die notwendig. Aber Treadwell erhielt ein gegenteiliges Ergebnis. Diese Experimente sollten mit
ed

Geschledatsreife in den späteren Mondzeiten erreiditen und das schließliche Ende der Laichzeit ist mehr 1ndividuen wiederholt werden.
vielleicht dem inneren Wandel durch die Ersdiöpfung zuzuschreiben, denn ein Zusammenhang mit Beim Schwärrnen der Polydiaeten kommt Mond:Periodizität auch bei den Nereiden:Würmern
irgendwelchen äußeren Veränderungen, wie z. B. in der Temperatur, ist nidit vorhanden. Die vor, Der Wurm Ceratocephale osawai wurde von 1zuka beschrieben und zwar mit vier Schwarm:
Meerestemperaturen, welche um 11 Uhr vormittags jeden Tag an den Seeigel:Bänken gemessen zeiten im Jahre, im Oktober und November sowohl zum vollen als neuen Mond. Hier ist die
‘wurden, sind in Figur 2 beigefügt. Die Temperaturen während des zweiten Viertels des Juli: doppelmondige Periodizität vermutlich eine Wirkung der Flutzeiten, aber wir wissen nidit, warum
die größere Gezeitenhöhe auf die Tiere wirken kann,
at

monds sind ungefähr dieselben wie jene im zweiten Viertel des Septembermondes; dennoch werden
in der ersteren Periode 100 0/0 der Männchen und 65 0/0 der Weibchen reif, während in der letz: Zu Woods Hole schwärmt der Wurm Nereis limbata nach Sonnenuntergang von Juni bis
teren nur 24% der Männchen und 00/0 der Weibdaen reif werden. In der. August:Mondzeit September (Lillie und Just). Das Erscheinen beginnt nahe vor Vollmond, wächst zu einer
war die Temperatur höher als im Juli und September, aber der Reifezustand der Seeigel nahm Höchstzahl, sinkt zu einem tiefen Punkt um das dritte Viertel, wächst wieder und nimmt dann
re

*) Samenbildende Zellen. **) Eierbildende Zellen. *) Ein Seeigel. **) Borstenmünner.


C
_152— —153——

r
ab, um nach Neumond zu verschwinden. Am selben Platze schwärmt der Wurm Platynereis würde von der Feinheit der Beobachtungsinstruinente abhängen. Neuerdings wird es von Wichtigkeit »

megalops nachts während des abnehmenden Mondes, wohingegen zwischen Neu- und Vollmond diese Tatsachen aus folgendem Grunde festzustellen. Kofoid fand eine Mond:Periodizität in der

to
keine an der Nieeresoberfiäche erscheinen (Just). Zu Neapel beschrieb Hempelmann, daß die "Häufigkeit von Plankton:Organismen in dem Illinois:Fluß. W. E. Allen fand Anzeidien für das
Schwärme des Wurmes Nereis dumerilii sich um das erste und dritte Viertel häufen. Zu Neu: Gleiche im San Joaquin:Fluß in Califorriien. Die Haupthäufigkeit der Algen fand sich zum
oder Vollmond werden keine gefangen. Diese letztere doppelmondige, offenkundig gezeitliche Perle: Vollmond, die der Krebstierchen ein wenig später. Während die Krebstierdien vermutlidi der
dizität ist umso bemerkenswerter, als der Gezeitenunterschied in Neapel viel geringer ist wie in Algenhöchstzahl folgen, weil diese Tierdien die Pflanzen verzehren, so schreibt andererseits Kofoid

di
Woods Hole, und trotzdem das Schwärmen des Wurms Nereis an dem letztgenannten Platzer die Steigerung der Algenzahl einer photosynthetischen Wirkung des Mondlidites zur Vollmondzeit
nicht mit den Gezeiten in Verbindung steht. zu. Er stützt diese Hypothese durch Hinweis auf Experimente von Knaute, welcher feststellt, daß
Fische. Ein Fall vom Laichen der Fische in Verbindung mit den Mondphasen ist kürzlich der Sauerstoffgehalt von Wasser mit Euglena:Algen im Mondlidit höher gefunden wurde als im
aus Kalifornien von W F. und J. B. Thompson beschrieben worden. Zu den zweiten, dritten Dunkeln, was bedeuten würde, daß das Mondlicht eine Photosynthese verursad'rt, Knautes Zahlen
zeigen eine photosynthetische Wirkung des Mondlichtes im Verhältnis zum Sonnenlicht wie 2 zu 9.

E
und vierten Nächten nach den Vollmonden im März, April, Mai und Juni kommt ein kleiner
Fisdt (Leuresthes tennis) in Sd1wärmen an die Küste. Die Geschlechter paaren sich und wiihlen Das ist überraschend hodi, da die Lichtstärke der Sonne ungefähr 600000 Mal größer ist als
im Sand an der Wellenzone, wo die Eier abgesetzt werden. Die Ursachen für dieses Benehmen die des Mondes.
sind unbekannt. Die Verfasser geben an, daß „der Fortpflanzungsimpuls nicht im Zusammenhang H. M. Fox bringt dann noch Arbeiten, welche zeigen. dat} diese Zahlen Knaute's mahrsdieinlidi 3u
Hierauf faf3t er seine Ergebnisse nochmals 5usammen.
hoch gegriftcn sind.
mit dem Licht des Mondes steht, denn während der letzten Laichzeit im Mai verdunkelten

F
schwere Wolken den Mond jede Nacht hindurch.“ .
Mensch: Arrhenius hat statistisch gezeigt, daß eine niedrige Korrelation zwischen der Häu:
figkeit der menschlichen Geburten und der siderisdren Mondperiode von 27,32 Tagen besteht.

D
Dieselbe Art der Periodizität wurde für die Menstruation gefunden, aber in einem ausgesproche:
nerem Grade. ‘
Ueber die Periodizität der Fortpflanzung
Mond-Periodizität bei Pflanzen.
Unter den Pflanzen scheint der erste und einzige authentische Fall von einem Mondrhythmus der von Pecten opercularis bei Plymouth im Jahre 1927/28 *)

P
Fortpflanzung bei den Algen beschrieben zu sein. Die Meeresalge Dictyota dichotoma zu Beau: C. Amirthalingam, B. SC.
fort, Nord:Karolina, erzeugt in jedem Mond:Monat eine Ernte von Keimzelien. Dieselbe Art (Auswahl e1113elner Kapitel, Ubersehrrng und ergänjende Bemerkungen von Dipl.:lng. F. Dreidax)
hat zu Bangor, Plymouth und Neapel einen Gezeiten:Fortpflanzungsrhythmus, d. h. zwei Zyklen
Einleitung: Der Glaube, daß der Mond eine Wirkung auf das Leben von Tieren und
während jeden Mondumgangs. Dieser Untersdiied des Verhaltens ist ohne Erklärung und umso Pflanzen hat, wird in der Literatur der alten Gried'ien und Römer gefunden und wird heutzutage
problematisdier, als der durchsd'rnittliche Gezeitenunterschied zu Beaufort klein ist (0,8 rn) im Ver:

r
unter der Fischerbevölkerung im Osten wie auch im Westen aufrecht erhalten. In Plymouth ist
hältnis zu dem zu Neapel (0,3 rn) und sich von dem zu Bangor (5,4 im) sehr stark unterscheidet. es allgemeiner Glaube, daß Kammuscheln (Pecten opercularis) mit dem Wachsen und Abnehmen
Die Algen Sargassum (Tahara) und Nemoderma (Kuckuck) zeigen ebenfalls doppelinondige Fort:

te
des Mondes „voll“ und „leer“ werden. Um dies nadazuprüfen, wurden systematische Unter:
pfianzungs:Zyklen. suchungen der Keimdrüsen von Pecten opercularis gemacht und die Ergebnisse sind im Folgenden
Volksansd-rauungen über einen besonderen Einfluß des Mondes auf das Pflanzenwachstum beschrieben.
sind über die ganze Welt verbreitet und uralt. Im besonderen wird sowohl von den alten Materialien und Niethoden: Das Material wurde aus den Fischgriinden im Umkreis von
klassischen Schriftstellern, wie audi von den ägyptischen Fellachen behauptet, daß Melonen, Ei:

as
25H30 Meilen von Plymouth gewmnen, besonders aus der Nadibarsd'iaft von Eddystone und
Kürbisse und andere Früchte der Gurkengewächse in mondhellen Nächten am rasdiesten wachsen. Mewstone; entweder wurde es von dem Schiff Salpa der meeresbiologisd1en Gesellsdaaft oder
Um diesen Glauben nachzuprüfen, madate ich täglich Messungen der Fruchtlänge einer kleinen durch die Handelsfischer hereingebracht, weldie morgens in den Hafen kamen. In beiden Fällen
Kürbisart in Kairo (Cucurbita pepo). wurden die Proben unter laufendem Wasser gehalten und am selben oder am folgenden Tage
Die Ergebnisse dieser Beobadatungen faßt H. M. Fox in Kurven 3usanrmen, die sich ausgeglichen 3eigen
und keinen Mondeintluß erkennen lassen. Er sd1reibt:
geprüft.
Es ist keine verschiedene Wachstumsgesd'twindigkeit in den verschiedenen Teilen des Mond: Die rechte gewölbte Schale mit dem rechten Niantel und den rechten Kiemen wurde ab:

sicher annehmen, daß er bei allen Früchten abwesend ist.


M
monats. Die Steilheit der Kurven ändert sich nicht entspredtend den Mondphasen. Da behauptet
wird, daß sich der blondeinfiuß besonders stark bei diesen Kürbisfriichten zeigt, so kann man

Hier scheint eine ungenügende Ermittlungsmethode vor3uliegen oder es ist vielleidit nidit gan3 genau
verstanden worden, mas die Volksansdiauungen meinen. Gerade bei H. M. Fox kann man das all}urasda ab:
sdiließende, oerallgemeinernde Urteil kaum verstehen, da er dod1 selbst 3eigte, daß bei einem Seeigel sich die
geschnitten und folgende Beobachtungen vorgenommen:
Größe der Schale
Zustand des Eierstockes und des Hodens **)
Farbe des Eierstockes und des Hodens
Relative Größe des Eierstockes und des Hodens
Zustand der Eier
in
Vollzsmeinung ausge3eid1net bestätigt, dagegen bei anderen Seeigein versagt. Vielleicht hätte 11. M. Fox sogar Anwesenheit oder Abwesenheit von reifem Sperma
die Pflan33eiten und Aussaat3eiten der Kürbisse überwachen sollen. (Man beadate beim Fruchtmachstum
Kolisko, Gäa=Sophia Bd. 4 S. 83 und Germig, Demeter 1931 S. 94.) Die Pfian3enbeobad1tungen ergän3t Die Tiere wurden dann in 5”/oigem Formalin konserviert. Der Eierstock der konservierten
dann H. M. Fox noch in folgender Weise: Stüd<e wurde an dem Punkt der Verbindung mit dern Hoden quer durchgeschnitten und die große
Es gibt jedodi zwei nachgewiesene Wirkungen des Mondlichtes auf Pflanzen. Erstens zeigte und kleine Axe der freigelegten Fläche wurden gemessen. Fiir die Sektion wurden die Stüd<e
Musset, daß einige blühende Pflanzen zum Mondlicht positiv phototrop sind. Zweitens stellte in Bouin’s Flüssigkeit fixiert und mit Eisen:Haemotoxylin und Eosin nach den üblichen Methoden
_ _
ed

Loftfield fest, daß sich die Spaltöffnungen nadats im biondlicht öffnen. Die daraus folgende pe: gehärtet.
4

,_ ,

riodisdie Begünstigung einer besseren Verdunstung und Atmung könnte andere rhythmische An: Die obigen sechs Punkte werden nun im Original genau ausgeführt.
derungen in der Pflanze mit einer Mondperiode verursachen. (Seit dem Ersdteinen der gegen:
wärtigen Schrift ist in der Zeitschrift „Nature“ ein Brief von Miß Semmens erschienen, welcher
Die Periodizität im Vorkommen
reifer Fortpflanzungsprodukte
bekannt gibt, daß Mondlicht die Keimungsgeschwindigkeit von Samen beschleunigt und daß polari: Die Zahlenergebnisse der Keimdrüsenpriifung sind in Figur 3 angegeben. Die ungefähre
siertes Licht die Hydrolyse:Gesdiwindigkeit von Stärke mit Diastase besdileunigt. Es ist die Größe der Kammuscheln war etwa 50:50 mm bei allen Proben mit Ausnahme derjenigen
at

Meinung entwickelt, daß das Letztere eine Erklärung für das Erstere sei.) vom 1., 6. und 29. Juli, 5., 11, 16. und 30. August und 19. September, bei welchen der Durch:
schnitt 35:35 mm war. Es wurde jedesmal eine gehörige Zahl von Einzeltieren geprüft. Am
Mondlicht kann Photosynthese verursachen. Der Betrag könnte so klein sein, daß keine 9. April, 23. August und 19. September konnte nur eine geringe Zahl erlangt werden. Wegen
Aufnahme von Kohlensäure aus der Umgebung durch die Pflanze stattfinden würde, aber die
Kohlensäureabgabe durch Atmung würde im Mondlicht geringer als in der Dunkelheit sein. Ob *) Journal of the Marine Biological Association, Plymouth. Verkauf: Dulan & Co., Ltd., London.
re

der Betrag der Verminderung dieser Kohlensäureausscheidung erkennbar oder nicht erkennbar ist, **) Diese Muscheln sind eritter.
C
154—- flöö—
f

r
sdilediten Wetters fielen die Proben in der Zeit vom 8.—16. April aus und es konnten keine Die zweite Hälfte der Kurve von Juni bis Dezember zeigt:
Stücke in dieser Zeit geprüft werden. Die Ergebnisse stellen die reifen Einzeltiere in Prozent: 1. Eine Übereinstimmung zwischen der niännlid'ien und weiblichen Kurve.

to
zahlen der gesamten geprüften Tiere dar. 2. Die Brutzeit erreicht ihr Ende nach dem Junilaichen.
Die Kurve (Figur 3) kann mit Vorteil in 2 Abschnitte zerlegt werden: 3. Die Spitzen der Kurve im Juli und im letzten Abschnitt des Oktober treffen auf den
a) Februar bis Juli 1927 und Januar bis März 1928 Neumond. Es findet im August, November und Dezember kein Laichen statt. Die
b) Juni bis Dezember 1927. Spitzen für September und den ersten Abschnitt des Oktober stimmen mit der Voll:

di
Der erste Abschnitt zeigt die Laichzeit und der zweite die Nicht:Laichzeit. In der ersten Hälfte mondzeit überein.
zeigt die Kurve: 4. Die Temperatur ist über 11 Grad gestiegen.
1. eine gute Übereinstimmung zwischen der männlichen und der weiblichen Kurve, d.h. Es ist interessant festzustellen, daß während der ganzen Laichzeit stets ein großer Prozentsatz
sie steigen und fallen gemeinsam. der Tiere wachsende Eierstöeke hat. Ferner zeigt es sich, daß die im Juli und Anfang August

E
2. Die Vier Spitzen der Kurve im März, .April, Mai und Juni 1927 und die drei Spitzen geprüften Proben sich so normal entwickelten, als ob das Laichen auf den Augustvollmond treffen
für Januar, Februar und März 1928 treffen auf die Vollmondzeit. sollte, jedoch war nach dern Augustvollrnond bei der am 17. August gefangenen Probe der ‚Eier:
3. Die Mindestwerte erreichen die Nullinie erst gegen Ende der Laichzeit. stock der Stücke noch in geschwelltem Zustand und zeigte an, daß kein Laichen stattgefunden hatte.
4. Das Reifen der Geschlechtsprodukte scheint mit dem Nahen des Vollrnondes verknüpft. C. Amirthalingam gibt dann eine Tafel über die Pro3entgehalte der gesamten Fänge an Tieren mit
5. Die Temperatur bleibt zwischen 8, 9 und 11 Grad. wachsenden Eierstöcken und sagt, daß das Verhalten der Eier im Juli und August auf einen inneren phy:

F
siologisdien Rhythmus hinweist. Er fährt dann fort:
(). Es zeigt sich keine Verknüpfung zwisdien den Neumond:Springfiuten und der Laichzeit.
Der Darminhalt der Kammuscheln: Für die Entwickelung der Fortpflanzungsprodukte
5 %1|\821\7\\1\6 3|o 152\9\;12_8 i327 11251025 9
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ist eine blenge von Baustoff notwendig. Die Quelle, aus welcher dieser Stoff geschöpft werden

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% /\ (\ ll /\ ., f\ kann, sind entweder die Gewebe des Tieres (wie bei den Lachs:Eierstöcken, welche sich auf

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ie: (\ / (\ :,5
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\lr/ [V ,i,/\l
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“ r/\,. /\fl/’\‚ Kosten der Muskeln entwickeln) oder die Nahrung, weld'ie beim Fressen in den Dann auf:
\/\l/W\J/V\ \/ ll ll l„/\,l T‘ \J \ng
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genommen wird.
%5 Da keine chemischen Analysen der Gewebe der wöchentlichen Proben von Pecten opercularis

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o.
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gemacht worden sind, so ist es nidit möglich, endgültig festzustellen, ob die Gewebe eine Nähr:
‚_3
quelle der wad13enden Keimdrüsen sind oder nidit. Jedoch sei erwähnt, daß abgelaichte Tiere
in kürzerer Zeit ihre Schalen öffnen als jene mit wachsenden oder reifenden Keimdrüsen, wenn
sie aus dem Wasser genommen werden. Dies scheint zu zeigen, daß eine gewisse Menge
Nährstoffe von der wachsenden Keimdrüse auf Kosten des Schließmuskels entnommen wird,
oder daß das Tier während der Laichzeit heftig schwimmt.

r
.
Um zu prüfen, ob die im Darm anwesende Nahrungsmenge während eines Mondn‘ronats

te
wechselt, wurden zwei Monate lang wöchentlidre Untersuchungen von 50 Tieren von ungefähr
:o gleicher Größe vorgenommen. Der Darminhalt wurde mit Hilfe eines Apparates herausgenonrmen{
31 der jenem ähnlich war, den Moore für Austern benützte, in 100/eigene Formalin konserviert und ab:
5m sitzen lassen. Beim rohen Vergleich des Rückstand aller Prüfungen wurde beobachtet, daß kein
8
beachtenswerter Unterschied in der Nahrungsmenge vorhanden war. Bei der mikroskopischen

as
e,
Prüfung des Rückstandes wurde festgestellt, daß der gleiche Typus von Diatonieen und Flagel:
laten mit einer gehörigen Menge von Zerreibsel vorkani, sodaß wohl die Natur der Nahrung
0 1 gleidibleibend war.
is 7 27
Die Versuche mit Kammuscheln und Mondlidit. Nladit, Garner und Allard haben
in 1117
‚.... gezeigt, daß polarisiertes Licht oder die Länge des Tageslichts einen Einfluß auf das Pflanzen:

Pecten opercularis in Verbindung mit den Mondpliasen, welche einen regelmäßigen Zusammenhang
3misd1en den Mondperioden und den Fortptlan3ungsersdreinungen haben.
M
Figur 3. Graphische Darstellung der Pr03entsäße an nahe3u reifen oder reifen Stüdren von

Die dicke ausgejogene Linie geigt die Häufigkeit der reifen Weibchen, die dünne ausgegogene
Linie jene der reifen Männchen. Die didien und dünnen gestridielten Linien bedeuten die Proben
von Memstone.
Die Vollmonde sind durch Kreise und die Neumonde durch ausgefüllte Kreise wiedergegeben.
wachstum hat. Rowan hat wahrscheinlich gemacht, daß der Vogelzug neben anderen Faktoren
auf einen umgebungspriifenden Faktor zurückzuführen ist, der durch die verschiedenen Tageslängen
ausgelöst wird. Mayer stellt am atlantischen Palolowurrn fest: „Ich hatte Schwimmbecken ähnlich
jenen, die in den früher beschriebenen Versuchen gebraucht wurden, aber sie wurden mit licht:
dichten Holzdeckeln versehen, sodaß sie bei Sonnenuntergang jeden Abend geschlossen werden
konnten und bald nadi Sonnenaufgang jeden Morgen wieder geöffnet werden konnten, sodaß dem
in
Oben an der Figur sind die Ge3eiten mittels einer dünnen Linie (in Fuß) eingetragen, sowie Mondlicht verwehrt war auf die Felsen zu scheinen. Trotzdem hatte ich schließlich 23 reife
die Kurven der monatlid1en Temperaturen am MeereSgrund bei der Station El.
Würmer . . . . aber keiner dieser \Würmer zeigte Absichten des Sdiwärmens und es sdieint,
Zwischen dem dritten Viertel und dem Neumond im Februar, März, April, Mai und Juni daß sie dies wegen der Abwesenheit des Lichtes nidit konnten.“ Treadwell ist in Bezug auf
192( und Januar, Februar 1928 wurden ungefähr 70% der Kammusdieln rnit einem Inhalt von den gleichen Ringelwurm der Meinung, daß die Anwesenheit des Mondlidite3 für die Schwarm:
großen Oocyten und Spermatocyten gefunden; ungefähr 10% waren in ersdröpftem Zustand mit tätigkeit nicht notwendig ist. Fernerhin stellt Grave bezüglich der Laichgewohnheiten von Chaeto:
wenigen unabgelaichten degenerierenden Eiern irn Eierstock; und im Rest wurden Keimdrüsen pleura apiculata fest, „daß beide Geschlechter offenkundig von dem Wechsel von Flut und Ebbe
_
ed

_ voll von Regen und Milch gefunden. (Gezeitenwedasel) berührt werden, vermutlich also durch den Wedisel des Druckes zwischen hohen
Zwisdaen Neumond und erstem Viertel wurden während der Laichzeit rund 50/0 abgelaichte und niedrigen Gezeiten (mechanischer Sdiock) und ziemlich gewiß durch Mondlicht.“ Weil in der
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Einzeltiere gefunden; rund 50°/o enthielten wachsende Eier und Sperma nahe der Reife und der Literatur über die Wirkung des Mondlichtes auf die Laichgepflogenheiten widersprechende Gesichts:
Rest enthielt Rogen und Milch fertig zur Entleerung. punkte vorhanden sind, so wurde das folgende Experiment zu Pier Cellars in der Cawsand:Bucht
_ Zwischen dem ersten Viertel und dem Vollmond der Laichzeit trat die Höchstzahl reifer ausgeführt um den Einfluß des Mondlichtes, falls vorhanden, auf die rhythmische Fortpflanzungs:
Tiere auf. Daneben kamen nodi rund 35°/o Tiere mit wadasenden Oocyten und Spermatocyten tätigkeit der Kammuscheln zu finden.
at

vor. Diese erreidien in der fraglichen Mondperiode die Reife nicht; es sind jene, welche bereits
früher im Jahre gelaicht haben. In diesem Abschnitt sind außerdem 5°/o abgelaichte zugegen.
Stücke von Pecten opercularis wurden bei den Eddystone:Gründen am 13. Juli gefischt, an
Bord des Schiffes Salpa unter laufendem Wasser gehalten und in drei Käfige gebracht ‚ähnlich
Zwischen dem Vollmond und dem dritten Viertel kommt die geringste Zahl reifer Individuen jenen, die Dr. Orten bei seinen Austernversuchen zu Pier Cellars benützt hat. Über 300 Einzel:
vor. “ Die Prozentzahl abgelaiditer Keimdrüsen ist gewachsen, aber die Hauptmasse der Tiere tiere wurden zu Beginn des Versuchs in jeden Käfig getan und jede \Voche wurden 50 heraus:
re

enthalt wadisende Oocyten und Spermatocyten. genommen um sie zu prüfen.


C
——156— — 157 ——

r
Käfig A wurde sowohl für Sonnen: wie Mondlicht offen gelassen. Stellung und sah deshalb getrost in die Zukunft der biologisdi:dynamisdien \Virtschaftsweise und
Käfig B wurde zwar für Sonnenlicht aber nicht für Mondlicht offen gelassen. Dies wurde damit, einer neuen lebenskräftigen Landwirtschaft. Unter den Wirkungen der Entitäten in homöo:

to
erreicht, indem der Käfig jeden Abend mit einer geteerten Segeltudi:Kappe bedeckt wurde und pathischer Dosis, die in der biologisch:dynamisdten Wirtschaftsweise zur Anwendung gelangen,
diese jeden Morgen gleich nach Sonnenaufgang wieder entfernt wurde. brachte er dem Kieselpräparat ein besonderes Interesse entgegen. Die Wirkungen des Kiesels
Käfig C wurde Tag und Nacht mit einer Segeltuch:Kappe bedeckt gehalten. in Kieselböden und in Kieselheilwässer wie in der gesamten Natur haben ihn oft beschäftigt.
Noch in den letzten Lebenswochen studierte er mit vollem Herzen alle Fragen der großen medi:
Als Ergebnis 5eigte sich hierbei:

di
zinisdien Bedeutung des Kiesels in Heilquellen, Arzneien und Nahrungsmitteln.
1. Die Entwidclung des Eierstocks ist unabhängig von Sonnen: und Mondlicht. Geht schon aus alledem hervor, daß Dr. Schmid:Curtius ein sehr vielseitiger Mensch war,
2. Die Tiere mit degenerierenden Eiern kommen während der Vollmondzeit vor. Es der immer den lebenswarmen Kontakt von Wissenschaft und Mensdientum aufrechterhielt, so
muß audi bemerkt werden, daß die Zahl der Tiere mit jungen Oocyten während der ganzen steigert sich das Bild seiner menschlichen Universalit'a't, wenn wir erfahren, daß Dr. Schmid:Curtius
Versuchsdauer im Käfig B überwog. Dieses Ergebnis ist vermutlich der Störung zuzusdtreiben,

E
die durch das tägliche morgeiilidie und abendlidae Heraufholen des Käfigs zwecks Bedienung
nidit nur Arzt, sondern audi Architekt war. In Zusammenarbeit mit Dr. R. Steiner arbeitete er
schon in München mit an den Plänen des alten Goetheanurns. Verbundensein mit dem Werke
der Kappe entstand.
Dr. R. Steiners diaraktetiSiert sein ganzes reifes Leben. Er brachte durch Herzhaftigkeit und
Obwohl der Versuch am Ende der Laidazeit ausgeführt wurde ohne daß man wußte, daß
—:
Opferkratt, Ernst und Begeisterungsfähigkeit, Schaffensfreude und lnitiative, Vertrauen zu den
für Pecten opercularis das Juni:Laichen das letzte für 1927 war so wies der Versud1 erneut Menschen und Zuversicht zur Menschheitszukunft wertvollste Eigenschaften zur Pflege der Anthro:
#

auf die Anschauung hin, daß in dem Tier ein physiologischer Rhythmus vorhanden ist, welcher

F
posophie mit. '

mit der Phase des Vollrnondes gleichläuft. Ein Mensch ist mit ihm in die geistige Welt gegangen, der reiche Schätze in einem arbeits:
Hierauf behandelt C. Amirthalingam das Thema: Ptlan3en und h’londlidat, leider aber nicht umfassend
und eingehend genug. Dann gibt er eine Übersicht über alle ihm bekannten Mond:Periodijitäten der Fort:
intensiven Leben sammelte -— Schätze, welche die Motten und der Rost nicht verzehren werden.
Herr Dr. Schmid:Curtius bleibt über den Tod hinaus aufs engste mit unserer Arbeit ver:

D
pfian3ung, die bereits recht 3ahlreich sind, geht 3u einer Erörterung der nermutlirhen Ursachen der Mond:
periodi3itäten über. bunden‘ Die Schriftleitung.
Seiner Arbeit fügt C. Amirthaligam ebenso wie H. M. Fox ein sehr dankensmertes, reidahaltiges Li:
teratur:Vergeid-mis an.

P
Wer macht Propaganda
Dr. @. Schmid-Gurtius '? für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise?

r
Vielen Mensd'ren erschien Dr. Schmid:Curtius als ein Mann, der in robuster Verfassung Jeder merkliche Kulturfortschritt stellt sich ganz naturgemäß in einen Gegensatz zu dem
unausgesetzt schöne wissenschaftliche Leistungen hervorbrachte und mit seltenem Zielbewußtsein an Bestehenden und zur Vergangenheit Das Neue ist der Feind des Alten und muß sich erst

te
hohen Forsdaungsaufgaben ganz selbständig arbeitete. Doch die ihm näher. stehenden Freunde durch Kampf durchsetzen. In diesem Kampf, der sich durch die Jahrtausende im Kulturleben
wußten, daß er gleichzeitig mit einem sd1weren Leiden ‚rang. Nun ist er verschieden! der Menschheit ständig wiederholt, kann man im allgemeinen drei Phasen unterscheiden.
Er wurde weggenornmen von einer Arbeit, durch welche er aus allen Erfahrungen seines Zunächst wird das Neue von den bestehenden Einridatungen und Anschauungen tot:
Leidens Erkenntnisse von ailgemeinem Wert holte. Er studierte die Gegenden, in denen er geschwicgen. Dann wird es mit allen, auch den übelsten Methoden bekämpft und schließlich
Heilung suchte. Er erforschte den Zusammenhang des Klimas mit der Gesundheit der Menschen

as
, erklären die retardierenden Elemente einer Kultur:Epodae‚ daß ja das Neue gar nidit neu sei,
und erforschte insbesondere was den Landwirt sehr interessieren kann welchen Einfluß der
#
:—
daß man sich mit gewissen Einschränkungen durchaus die eben noch verketzerten Anschauungen
Untergrund auf das Gedeihen aller Lebewesen bis zum Menschen hinauf haben kann. In reizvollen zu Nutze machen könne usw.
Aufsätzen legte er seine Ergebnisse nieder. Diese Arbeiten betreffen vor allem die Bäder Thüringens In der Bekämpfung der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise scheint man in die zweite
wie Bad Liebenstein und Tabarz. Schließlich wendete er in zahlreichen Wintern der Gegend von Phase eingetreten zu sein. Das bloße Totschweigen nutzt angesichts der unbeirrten praktischen
Locarno seine ganze Arbeitskraft zu und riditete dort eine geophysisd'ie und bioklimatische Be: Arbeit vieler Landwirte und Gärtner nichts mehr. Darum ist fiir alle, die an dieser Wirtschafts:
ihn der Tod hinweg von einem Leiden, aus dem er so viele Impulse sd'röpfte.
In seinem Bestreben das Zusammenwirken von Klima und Bodengrundlage, Pflanzen:
M
obachtungsstation ein. Eben wollte er daran gehen diese Forschungen zu erweitern — da nahm

gedeihen und Menschengesundheit zu erfassen, studierte Dr. Schmid:Curtius mit Feuereifer die
landwirtschaftlidren Gedankengänge Dr. R. Steiners. Ja, er nahm mit seinem Forschungsrüstzeug
und seinen vielseitigen Kenntnissen teil beim Ausbau der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise.
weise Anstoß nehmen, die Parole ausgegeben: Kampf bis aufs Messerl Nur ganz wenige
Gegner dieser Wirtschaftsweise befinden sich schon in der dritten Phase insofern sie sich auf
den Standpunkt stellen: Die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise ist ia gar nid1ts Neues, es
handelt sich nur um eine geschickte Zusammenstellung alter Bauernregeln, alchemistischer Bräuche
und praktischer Erfahrungen in Landwirtschaft und Gärtnerei.
Der rücksichtslose Kampf, den man den Vertretern der biologisch:dynamischen Wirtsdiafts:
in
Er studierte das Verhalten von Boden: und Diinger:Radioaktivität sowie der Bodenkohlensäure weise angekündigt hat, ist gekennzeichnet durch die Tatsache, daß jede Woche etwa zwei bis
unter den Wirkungen der biologisdi:dynamisdnen Wirtschaftsweise in einer Reihe von Betrieben. drei Artikel gegen diese neue Wirtschaftsweise geschrieben und veröffentlidtt werden. Es leuchtet
Ihm ist die frühzeitige Feststellung zu verdanken, daß die fiir den Landwirt so wichtige selbsttätige ohne weiteres ein, daß bei diesem Pressekampf die Kenntnis von der biologisch:dynamisdien
Kohlensäureentwidelung aus dem Boden durch die biologisda:dynamische Wirtschaftsweise sehr Wirtschaftsweise in weiteste Kreise der Bevölkerung dringt, ohne daß die Vertreter dieser Wirt:
gesteigert wird.
schaftsweise selbst auch nur einen Finger krurnm machen. Dagegen wäre ja, gerade auch vom
Da Dr. Schmid:Curtius ein Arzt war, der alle Gedankengänge umfassend und im Hinblick
ed

Standpunkt der biologisda:dynamischen Wirtschaftsweise, zunächst garnichts einzuwenden, wenn


auf die menschlichen Werte anpad<te, braucht es uns nidit zu verwundern, daß er auch die große nicht in einer ganzen Reihe von solchen gegnerischen Artikeln die Behauptung aufgestellt wäre,
Bedeutung der Erzeugnisse der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise fiir die Ernährungsreform daß die Vertreter der biologisdi:dynamischen \Virtsdaaftsweise von sich aus eine unerhörte Pro:
erkannte und näher zu begründen suchte. Er legte seine einschlägigen Gedankengänge in mehreren paganda machen würden. Daß dies Letztere nicht den Tatsachen entspricht, wird jeder sachlich
eindringlidien Aufsätzen dar, die im Jahrbuch „Gäa:Sophia“ und in der Zeitschrift „Demeter“ eingestellte Beurteiler der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise ohne weiteres feststellen und
ersdiienen sind. zugeben miissen. Die Propaganda der biologisch:dynamischen \Virtschaftsweise wird tatsächlich
Dr. Sd1mid:Curtius war ein ausgezeichneter Kenner der Homöopathie. Vielen Lesern werden
at

in großzügiger Weise von ihren Gegnern besorgt.


seine Ausführungen vom Februar und April 1931 noch in Erinnerung sein, in denen er auf die
entsdieidenden Grundfragen der Homöopathie hinwies. Audi brachte er dabei seine Freude zum Wir erinnern hier nur an die Tatsache, daß bei der letzten—\Wanderschau der D. L. G. in
Ausdrudc, daß durch Dr. R. Steiner die Homöopathie in neusdiöpferi5dier genialer Weise auf Hannover in dem prunkvollen Kunstdünger:Tempel Tausende, wenn nicht sogar Millionen von
die Pflege und Gesundung des Lebens in Boden und Pflanze angewendet wurde. Dr. Schmid: Sonderdrucken eines Aufsatzes von Professor Neubauer gegen die biologisda:dynamische Wirt:
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Curtius kannte den Kampf und den Aufstieg der Homöopathie aus ihrer ehedem verachteten schaftsweise kostenlos verteilt wurden, und daß derselbe Aufsatz in der Reklame:Zeitschrift
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„Landbau und Technik“ ebenfalls zur kostenlosen Abgabe an die Fachkreise angeboten wurde. \ ""—\ A\

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Wir bemerken in diesem Zusammenhang auch, daß die Erklärung des Düngerausschusses der
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D. L. G. allem Anschein nach audi in einer Riesenauflage gesondert gedruckt worden ist und
ebenfalls bei passenden und unpassenden Gelegenheiten vor allem an das Landvolk in Deutschland
verteilt wird. Zu den unpassenden Gelegenheiten darf man ja wohl zählen, wenn bei einem
Molkerei:Fachkursus einer Landwirtschafts:Schule den Bauernfrauen: und Töchtern zu d_ nr.—f ‚_, c-4 u-

Monatsschrift für

di
Beginn des Kursus diese Erklärung des Düngerausschusses ausgehändigt wird.
Offenbar ist für die weitere Verbreitung der Kenntnis von der biologisch:dynamischen Wirt:
schaftsweise ein unsid1tbarer Propagandachef tätig. Wie wirkungsvoll dieser Propagandadief ar: biologischdynamische Wirtschaftsweise
beitet, beleuchten audi folgende Zuschriften, die neben manchen anderen in der letzten Zeit an uns (früher Mitteilungen des landwirtsd‘rafi‘lidaen Versuchsringes

E
der Anthroposophischen Gesellschaft)
gelangt sind:
„Darf ich um Zusendung einiger Schriften bitten. Die abfällige Kritik Prof. Neu: Alle Rechte vorbehalten.
bauers, Dresden, und Erfahrungen aus hiesiger Gegend regen an zum Studium Ihrer — Nachdde verboten!

Wirtschaftsweise.“ Hochad1tuiigsooll Herausgeber: Versuchsring anthroposophisdaer Landwirte in_Deutsdrland @. V.


gez. Th. SCh\V. Schriftleitung: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark)

F
„Da ich mich als Landwirt sehr für die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise in: Dipl.:lhg. F. Dreidax, Bad Saarow (Mark)
Geschäftsstelle. Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dosischeckkonto: Breslau 56266
teressiere, aber bisher nur gegnerische Artikel gelesen bezw. soldie Vorträge gehört habe,
bitte ich Sie nunmehr ergebenst, mir einige aufklärende Druckschriften sowie Probehefte
Nr. @ September 1951 @. Jahrg.

D
Ihrer Monatsschrift „Demeter“ zuzusenden.“
Bemerken möchte ich nodi, daß ich Ihrer Bewegung durchaus sympathisch gegen:
überstehe. Verbindlid1sten Dank im voraus.
Hochachtungsnoll G. 0.
Zeitspiegel

P
P. S. Haben Sie schon den Unkenartikel des Herrn Prof. H. Neubauer Dresden in
Stück 29 (vom 18. Juli 31) der Mitteilungen der D. L. G. über die biologisdi:dyna: Anfang Mai dieses Jahres ging ein Notschrei der pornmerschen Landwirtsd'raft durdi die
mische Wirtschaftsweise gelesen? Dadurch erfuhr ich audi Ihre Ansdirift. Also bitte Presse. Es fehlte an Geld um die nötigen Mengen Kunstdünger zur Frühjahrsbestellung einzu:
senden Sie mir reichlich Aufklärungsmaterial für meine Freunde und Berufsgmossen zu.“ kaufen. Der Landwirt wollte den Kunstdünger geborgt erhalten. Aber die Preußenkasse und
im kleineren Umfang der Handel wollten von vielen Betrieben in Pommern keine Düngerwed‘tsel mehr

r
Also: D' 0“ hereinnehmen. Nach Ansicht maßgebender Landwirte in Pommern bestand nun die Gefahr, daß

te
Wer macht Propaganda für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise? weite Anbautlächen veröden müßten, wenn sie keinen oder zu wenig Kunstdünger erhielten.
E. B. Diese Gefahr der Verödung ist dann allem Anschein nach auf Grund dringender Vorstellungen
bei den verantwortlichen Stellen im Reich und in Preußen abgewenclet worden, indem audi fiir
Demeter—«Erdbeerpflanzen Pommern weitere Düngemittel:Kredite gegeben wurden. Ob zum Sdiaden oder zum Nutzen der
in Frage kommenden Betriebe, werden die betroffenen Landwirte jetzt nadi der größtenteils miß:
- ' ' f Sd1rciar3e Ananas, Späte non Leopoldshail, Roter Elefant,

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'
ratenen Ernte selbst entscheiden müssen.
‚ J0hannls
frisch, gesund. naturrem, t‚Hlnjbeersa
undwird muhelos hergestth Juhuricla, Obersdulesien, Kaisers Sämling, Laxton Mohle,
Königin j,„,$e
Wenn man als praktischer Landwirt nun sd‘ion sieben Jahre bemüht ist, auch ohne den
25 Stück 1,— M, 50 Stück
M, 1000 18,—M,M.
Stück 1,80
in" Kellem W_ege
ohne Zudter3usatj, mit
100 Stück

3‚.
_
teuren Kunstdünger auszukommen, so faßt man sich angesichts Soldier Auffassungen, wie sie aus
Pommern gemeldet wurden, an den Kopf. Ein unbefangener Blick in die Geschichte zeigt, wie
Deutsch Eoern, bester Massentrager
Mosimax— 100 Stück 1,80 M, 1000 Stück i2‚_ M. die Landwirtschaft durch Jahrhunderte und Jahrtausende ohne Kunstdünger niit allmählich stei:

'
Kleinkellern

_
(Obstmühle und Presse sind ein Stück)
Fordern Sie kostenlos ausf. Broschüre
„Flüssiges Obst“ mit Siißniostre3epten.
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l'c
Ei_"“
M
Frühste aller Frühen, Neu3iichtung

10
Hunheerstraucher:SÜCK
Malberugh, Superlatio

glück 2," M, 50 Stuck 8‚— M-


Kulturanrveisung 9Ü“54
10 Stück 2,g M, 100 15,— M.
..
genden Erfolgen gearbeitet hat, ohne daß an eine Gefahr der „Verödung“ zu denken gewesen
wäre. Der Kulturzustand der Böden und damit das Pflanzenwachstum und die Viehhaltung
haben sich vielmehr im Laufe der Jahrhunderte wesentlidi gehoben,
Die Gefahren der Verödung sind erst jetzt durch die modernen Wirtschaftsmethoden, die
ja durch eine zunehmende Verwendung von Kunstdünger und Maschinen gekennzeichnet sind,
heraufbeschworen werden, Ein ersd1red<endes Symptom für diese Tatsache ::
Aufgabe von vier
H' Kaltenbach, Mostmaxfabn Ernst Bluhme, Malente:Gremsmuhlen
in
Lorrach/Baden. Millionen Morgen Ackerland
#

wird, weiter unten noch behandelt werden.


Immenhof (Ostholstern)

Hat die Landwirtschaft in Mitteleuropa wirklich keine Möglichkeit mehr aus eigener Kraft
zu einer sicheren, wenn auch bescheidenen Existenz zu gelangen? Oder ist sie ohne dauernde
H % Zur Gründung und zunehmende Hilfe von Staatsstellen und Industriemfa‘chten der Verödung preisgegeben? Die
s ch 1 0 g u 1 „
einer biologisch:dynamischen Landwirtschaft und Antwort auf diese Frage entscheidet heute über Sein oder Nichtsein der Landwirtschaft in Mittel:
der daraus sidn ergebenden Frauenarbeit, wird europa, vor allem in Deutsd11and.
@ Nähe München‘s nimmt von Mai—Ok:

ed

” mbar Gäste auf. womöglich erfahrene Mitarbeiterin gesucht. Durch eine positive fachliche Arbeit
« wie sie audi in der „Demeter“ angestrebt wird
Zuschriften unter WM 8 an die Geschäfts: sollte immer wieder ganz unpolitisch Verständnis dafür geschaffen werden, daß eine Gesundung
Herrliche Waldungen. stelle des Blattes erbeten. der Landwirtsdraft nicht mit fremder Hilfe, sondern nur aus eigener Kraft durchgeführt werden
Feine Küche, auf Wunsdi vegetarisch. kann. Unter Berücksichtigung der wirtsdiaftlichen Verhältnisse in Deutschland und der Lage auf

Pensionspreis Gebildele Gärlnerin dem Weltmarkt kommt es gar nicht mehr auf Höchsterträge und Massenerträgnisse an. Vielmehr
muß zunächst danadi getraditet werden, die Produktion entscheidend zu verbilligen, das
ii inkl. Nachmittagstee 4,50 M und 5,H M.
at

sucht Stellung in biologisch:dynamisch Risiko zu vermindern, Qualitäten zu erzeugen, die denen des Weltmarktes standzuhalten
Z“5?hfiflen um“ „ bewirtschafteten Garten. vermögen, und dabei den Anbau weitgehend dem Bedarf anzupassen. Wie dabei im
f’ Nr. E“ B“ 5 an die Demeter:Geschaftsste Zuschriften erbeten unter R. K. 8 an die Ge: Einzelnen vorzugehen ist, wurde in dieser Zeitschrift schon von den versdniedensten Seiten be:
;_‚\‚g'"' schäftsstelle dieses Blattes. leuchtet. Bei einem soldren Vorgehen kann es sich natürlidt nur um einen allmählidien, aber
\
*
.5 —.
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sicheren Gesundungsprozeß handeln. Rasche Augenblickserfolge sind nidit zu erwarten. Immerhin


Budidrud<erei Bruno Scheuer, Breslau 5, Gräbschenerstr, 58.
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‚ini—
— 160 —«

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lassen sich bei versdiiedenen Betrieben, die seit einer Reihe von Jahren konsequent und umfassend besonders erfolgreidi zu vertreten wissen. Nur gelegentliche Notizen in der Tagespresse lassen
nach solchen Gesichtspunkten bewirtsdtaftet werden, Fortsdtritte zu innerer Erkraftung und zu wfrt: audi harmlose Gemüter aufhordten. So wurde vor kurzem in den Zeitungen berichtet, daß sich

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sdmftlicher Gesundung feststellen.

das Reichskabinett in einer wichtigen Sitzung mit den grundsätzlichen Fragen über die
Ganz entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Verminderung des Risikos zu werten; Wiederingangsetzung der Wirtschaft beschäftigt habe. An dieser Sitzung nahmen auch
So lange der Landwirt nicht weiß, ob ihm die mit großer Mühe und noch größerem Geldaufwand führende Persönlichkeiten der Finanzen und der Wirtschaft teil, so Reichsbankdirektor Luther und
erzeugten Produkte iiberhaupt abgenommen werden (man erinnere sich an den Roggenblodc und der Direktor der I. G. Farben Sdimitz. Außerdem war neben Vertretern von Industrie und Banken

di
Professor Warmbold als landwirtschaftlicher Sachverständiger zugegen. Professor Warm:
die Kartoffelschwemme im vorigen Jahre), sollte er zunächst zu mindest den Geldaufwand weit:
gehend einschränken. Dieser Geldaufwand bringt ihn allzustark in finanzielle Abhängigkeit. Solche
finanziellen Abhängigkeiten wirken sich aber besonders heutzutage verhängnisvoll aus, ganz gleich ob
es sich um Abhängigkeit von Einzelpersonen, Wirtschaftsgruppen oder vom Staate handelt. Diese Ab:
hold ist
#

so viel bekannt

einer der prominenten blitarbeiter der I. G. Farben für Kunstdünger:
Fragen. Es soll hier nun in keiner Weise gegen die Persönlichkeit von Professor Warmbold
oder seine wissenschaftlichen Verdien‘ste etwas gesagt werden, wohl aber muß die Frage aufgeworfen

E
hängigkeit spürt wohl jeder Landwirt heute mehr oder weniger am eigenen Leib. Nur vergißt werden, ob es wirklich in ganz Deutschland keinen handwirt mehr gibt, der die Reichsregierung
er sie meistens, wenn es sich im Frühjahr oder Herbst darum handelt, die Bestellung durdizufiihren. in Fragen der Landwirtschaft besser beraten könnte als ein hidustrie:Wissensd1after. In dieser
Dann wird, ohne Rüdcsidtt darauf, ob Geld zur Verfügung steht oder nidit, neben Maschinen Tatsache erleben wir Landwirte ein entsdaeidendes Symptom für die augenblidclidie Kräfte:
und anderem, Kunstdünger auf Wedisel gekauft. Wegen der Rückzahlung solcher Schulden gruppierung im deutschen Parteistaate, wobei noch zu bemerken wäre, daß nadi versd'iiedenen
macht man sich in der Hoffnung auf die gute Ernte im allgemeinen weniger Gedanken. Wenn Anzeichen die Verhältnisse in einzelnen Ländern, besonders audi in Preußen, nidit wesentlidi

F
dann aber besonders die Wechsel:Sdtulden von den Gläubigern mehr oder weniger rigoros ein: anders liegen.
getrieben werden, kommt der Katzenjammer. Dabei sollte sich der Landwirt doch klar werden, In einem sehr lesenswerten Aufsatz „I. G. Deutsdtland“ von Dr. Erwin Topf werden diese
daß die Sdiuldefifiidczahlung sich aus der Konsequenz seiner eigenen Handlungsweise ergibt. Verhältnisse nodi eingehender beleuchtet. („Berliner Tageblatt“ vom 25. Juli ds. Js. Morgenaus:
Das entscheidende Moment ist das Schuldenmachen an sich. Wer Schulden macht, begibt gabe.) Dort heißt es: *

D
sich immer seiner Freiheit und Selbständigkeit. Bei den heute in vielen Punkten gegensätzlichen '
„Die Geschichte jenes Planes, cin \Wirtschaftskommissariat 3u bilden, ist überaus aufsdiluf3rddi. Als
Wirtschaftsinteressen von Industrie und Handel einerseits und Landwirtschaft andererseits ist es man im Kabinett überlegte, in messen Hände das Kommissariat gelegt werden sollte, fand man keine geeignetere
Persönlid1keit als den Finanzdirektor des deutschen Chemietrustes, Geheimrat Schmit; von der I. G. Farben:
eine Illusion, wenn der Bauer erwartet, daß ihm von anderen Wirtsdiaftsgruppen etwas geschenkt industrie. Aber Sdimii; sagte ab. . . .

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wird. Die übrige Wirtschaft hat an der Landwirtschaft nur so viel Interesse als sie an ihr ver: Es ist gleichgültig, aus welchen Motiven Generaldirektor Sdmiit3 abgesagt hat. Entscheidend bleibt die
dienen kann; und wenn sich die Landwirte durch Schuldenmachen in die Abhängigkeit von Banken, Tatsache, daß nach dieser Absage der Plan sofort an Bedeutung verlor; er wurde uiiinteressant für die
Handel und Industrie begeben, so werden sie diese Abhängigkeit durch keine Protestkundgebung Reichsregierung. . . . .

oder Resolution aus der \Welt schaffen. Audi der heutige Staat wird dem Landwirt auf die . . . Jedenfalls mar Sdimita bei den Londoner Verhandlungen als Berater der deutschen Minister 3u:
gegen. Ohne die Grolämacht I. G. Farben wird also nicht mehr verhandelt. . . .
Dauer nidit helfen können noch wollen. Dieser darf seiner Struktur nad‘t auf die landwirtsdtaftlid1en \‘Z/er regiert heute in Deutschland?
— Als die Notoerordnung von Anfang Juni herausging, die eine

r
Interessen im Einzelnen keine besonderen Rücksichten nehmen. Abgesehen davon muß er praktisdi außerordentlid'ie steuerliche Bevorzugung des Produktiokapitals gegenüber allen übrigen Kapital: und Einkommen:
in vielen Fällen der Landwirtsdtaft gegeniiber den Standpunkt des Gläubigers einnehmen. Und arten festset3te, hat einer der mirklidi Eingemeihten in einem Zeitungsartikel geschrieben: mer hinter die Kulissen

te
sehe, der könne erkennen, welchen außerordentlidiert Einfluß die Großindustrie auf die Formulierung des
für das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner gilt wohl gerade heute im verstärkten Maße:
Gesetzesteäctes genommen habe. . . .
Das Recht des Stärkeren ist stets das Besserel Diese Notoerordnung brachte der diemisd1en Großiiidustrie, also der I. G. Farben, die Vermitklidiuiig
3meier Spe5ialroünsdte: nämlich die Heraufsehung des Ben3in3olls, der als Finanzpll gedacht mar, aber nun
#

Es muß eben immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die wahre Hilfe für den Landwirt
in allererster Linie sich aus einer Gesundung des eigenen Betriebes ergeben wird. Das Schwer:
da keine Ausgleidßabgabe erhoben wird
— als reiner Sdiutsgoll wirkt, und die Einführung von Stidcstoff3öllen.
Allein der Ben3in3oll bringt der I. G. neun Millionen Mark Mehrerlös.“

as
gewicht muß in die fad‘tlidie Arbeit gelegt und nicht in dem politischen Kampf um Hilfe und Dürfen wir Landwirte, wenn wir niid1tern bleiben, auf eine wirklidie Hilfe dieses Staates
Unterstützung von außen gesud1t werden. Wie wenig heute die politisdi:wirtSdiaftlidien Hilfen redinen? Oder wird man die Landwirtschaft unter dem Gesidatspunkte der Industrie bearbeiten?
von außen her dem Landwirt wirklidi nützen, ist eigentlich leicht aus den Tagesereignissen abzulesen. Hier soll ausdrücklich eingeschaltet werden, daß es dem Schreiber dieser Zeilen nicht darauf
Die besonders notleidende Landwirtsdiaft im Osten Deutsdilands hat große Hoffnung auf ankommen kann, „in Politik zu machen“. 'Vielmehr handelt es Sidi immer wieder um den Hin:
die Oslhilfe gesetzt. Es ist wohl verständlich, daß der Landwirt in seinen Sorgen um die weis, wie der Landwirt durch Schuldenmachen ins wirtsdiaftlidi:polifi$die Getriebe hineingezogen
Erhaltung der Sdiolle auch in Bezug auf diese „Hilfe“ sich einem gefährlid1en Optimismus hin: wird, ohne die Möglidikeit zu haben, sich in dem Getriebe zu behaupten. Denn im Gegensatz
gegeben hat. Auch hier scheint die Landwirtschaftiibersehen zu haben, daß der StaatM so wie
er heute beschaffen ist »— ihr nichts schenken kann. Selbst wenn durch die Osthilfe heute erhebliche
Mittel aus dem Staatssäckel in die besonders gefährdeten Landwirtsdmften Ostdeutsdtlands fließen,
so kann dies nicht ohne entsprechende Gegenforderungen an die Landwirtschaft geschehen. Der
Staat löst andere Gläubiger ab und wird dadurch selbst zum Gläubiger der zusatnmenbredtenden
-— zur Landwirtschaft können wir bei einzelnen Wirtschaftsgruppen entsprediend ihrer politischen
Vormad1tstellung auch heute nodi finanzielle Erfolge beobaditen. So ist in dem eben erwähnten
Aufsatz von Dr. Topf zu lesen:
. . . Die HalbjalireSbilan3 der I. G. Farben ging durch die Presse mit der Ubersd1rift: „I. G. Farben
ohne Banksd1ulden“. Das war am selben Tage, als die Danat:Bank 3usammenbradi. . . .
in
Landwirtschaft. Die Frage nach der Sicherheit der Siaatskredlte wird akut und ist den Ahnlid'i lautet eine andere Zeitungsnotia die schon im Frühjahr durch die Presse ging:
Sdiwankungen des inner: und außenpolitisdten Lebens airbeimgegeben. Wer sich der Kredit: Volle Kassen. Außerordentlich „tlüssig“ ist der Abschluß der Burbach:Kaliroerke. Allein die
hilfe des Staates unterstellt, muß sich zunächst in seiner Betriebsorganisation und seiner Betriebs: Bankguthaben reichen aus, um die Verbindlichkeiten 3u dedcen. Wie gestern sdion angekündigt, erhalten die
führung bestimmten Bedingungen unterwerfen. Er wird unter Aufsicht, unter eine Art Kuratell Burbadi:Ahtionäre audi in diesem Jahr wieder unoerändert 12 Pro3ent Dividende (125 Millionen Mark Aktien:
kapitall), im Gegensatj 5u Deutschlands größtem Kalikon;erri Wintershall, der eine Dioidendenkürjung nen 12
gestellt. Der handwirt verliert das Hausrecht in seinem Betriebe. Praktisch genommen auf 8 Pro3ent in Aussidit gestellt hat.
handelt es sich bei dem Osthilfe:Programm um eine tiefgreifende Verstaatlidtung der Land: Wohin die intimen Beziehungen von industriellen Wirtsd‘taftsauffassungen mit der Staats:
ed

wirtschaft im Osten Deutschlands auf Kosten der übrigen Wirtschaft, man könnte fast meinen politik auf dem Gebiet der Landwirtschaft nodi führen können, laßt sich aus dern Folgenden er:
um einen Sozialisierungsversudi größten Stiles. sehen. Herr Professor Warmbold vom deutsdien Stidcstoff:5yndikat hat auf der 61. Vollver:
In der „Deutschen Tageszeitung“ vom 29. Juli dieses Jahres lesen wir in der Abend:Ausgabe: versammlung des Deutsd1en Landwirtschaftsrates in Berlin am 6. Mai den Vorsd'ilag gemacht,
Ostliilfel eine Million Hektar Sandboden im Osten Deutschlands aufzuforsten und dafür die heute noch
In der Zeit vom 26. Juni bis 25. Juli 1931, also im lebten Monat, wurden im pommerschen Osthilfe: rentierenden Böden entspredtend stärker zu nutzen. Die „Deutsche Tageszeitung“ schreibt dazu:
gebiet 35 Zroangsoersteigerungen neu eingeleitet, von denen 30 auf Betriebe unter 100 Hektar entfallen. Außer:
at

dem rourden bei 10 Betrieben in derselben Zeit Zmangsoermaltungen neu eingeleitet, also in einem ein3igen „Die Stillegung von 4 Millionen Morgen Ackerland trifft nidit nur den ein3elnen Landwirt; die Folgen
Monat mieder der Zusammenbruch— oon 45—Betrieben unter der Osthilfe. sind gerade3u unübersehbar; sie können sich 3. B. ausmirken in einer \Vanderungsbervegung, gegen die die
Kommentar iiberfliissigl Motto: Osthilfel Völkermanderung als Kinderspiel erscheint; auf keinen Fall wird eine soldte Maßnahme gan3 geräuschlos
über die Bühne gehen. . . .“
Dem praktisdten Landwirt, der nur seiner Wirtschaft ohne politische Nebengedanken nad'i: Uns sdreint, daß bei der immer stärker umsichgreifenden Apathie der Menschen im Osten
gehen will und sich nur wegen Bezuges von Betriebsmitteln an die Außenwelt wendet, ist es
re

Deutsddands audi dieser aufsehenerregende Vorschlag „geräuschlos“, vielleidit langsam aber dafür
natürlich nidit leicht, zu erkennen, welche Wirtsdtaftsgruppen im heutigen Parteistaat ihre Interessen
C
_ 163 —-

r
sidier in die Tat umgesetzt werden wird. Herr Dr. Klepper, Präsident der Preußenkasse, hat in Stelle ist vielfad1 der wissenschaftlidre Versudi getreten. Aber in dem Bewußtsein, daß die Nähr:
stoffanalyse und die Bestimmung des Vitamingehaltes nid1t alles \Wesentliche erfassen, was für

to
einem Vortrage vor Vertretern zahlreidier öffentlicher Körperschaften und der Presse erst kürzlidi
die Auffassung vertreten, daß sich aus den veränderten Naükriegsverhältnissen die Ausschaltung den Wert eines Futters maßgebend ist, haben heute bereits solche Versuche in die Praxis des
aller unrentablen Betriebe (die ja vornehmlich im Osten Deutschlands liegen. D. Verf.) als notwendig Experimentierens Eingang gefunden, bei denen der Instinkt des Tieres selbst zur Entscheidung
erwiesen hätte. Sollte es sich bei diesem Hinweis von Herrn Dr. Klepper etwa um eine Paralelle iiber Ernährungsfragen aufgerufen wird.
zu dem Vorsdilage des Herrn Prof. Warmbold handeln, und die nach Ansicht der Preußen: Es wurde schen bei anderer Gelegenheit von uns auf die wid1tige Arbeit von Prof. Dr. A.

di
kasse auszuschaltenden_ßetriebe in den vier Millionen Morgen preiszugebenden Adrerlandes Könekamp „Beobachtungen über die Sdimadchaftigkeit der Gräser und deren Beziehung zum
aufgehen? Eiweiß und Vitamingehalt“ („Fortschritte der Landwirtschaft“ Jahrgang 1929, Heft 16) hingewiesen.
Es ist ansd1einend damit zu rechnen, daß sowohl die beiden im Reich wie in Preußen maß: Prof. Könekamp studierte den Geschmack der Schafe, indem er kleine Parzellen einer \Weide:
gebenden Parteien, wie auch einzelne finanziell nodi starke Industrien ihr Interesse mehr und mehr fläche mit verschiedenen Grassorten ansäte. Die Schafe wurden auf die Weide getrieben und

E
dem wirtschaftlich noch gesünderen Westen und Süden Deutschlands zuwenden werden. , konnten nach ihrem Gesd1mad<
Daß es bei dieser Sad‘ilage wünsdienswert ist, wenn sich besonders die östliche Landwirtschaft
möglichst wenig vom Treibriemen des politischen Räderwerks erfassen läßt und es vermeidet durch
Frelämcnge in den ein3elnen \Wochen:
Ca;sagm\tär/eßßürjngesge
lI_1r
Sich,Fun“ wählen,
daß die ES ZQigm
Tiere mit großer
'

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,

Schuldenmachen leichtfertige Anhaltspunkte von Sidi aus zu geben, versteht sich wohl von selbst. Sicherheit auseinanderliegende
«ai—„„
nic—8%
Eigentlida müßte sich in dieser Situation die ganze ostdeutsche Landwirtsdiaft vom Kossäten bis , Parzellen mit einer bestimmten

F
zum Großgrundbesitzer zu einer wirklichen Selbsthilfe, zu einem planmäßigen Vorgehen aus ...—... Grasart zuerst ahfraßen, und
eigenen Kräften aufraffen. andere erst dann anriihrten,
Sollte wirklid1 ein großer Teil des deutsd‘ren Ostens als Landwirtsdiaft aufgegeben und die wenn ihnen nichts Besseres
zur Verfügung stand. Die

D
dort lebenden Menschen anderswo untergebradrt werden, so müßte man unwillkiirlich an gewisse
Vorgänge in Sowiet:Rußland erinnert werden. Bekannt ist ja, daß man bei dem Aufbau der Bewertung der Gräser durch
Kollektivwirtschaften 250000 lästige Kulaken ohne besondere Skrupeln nach Nordsibirien deportiert die Sd1afe ded<te sich nidit
hat, wo sie wie Gefangene als Holzfäller bei der Durchführung des russischen Holzdumping billige mit dem Eiweiß.- oderVitamin-

P
Dienste leisten. gehalt. Der Geschmack und
532311 “9231. damit das Bedürfnis desTieres
\

Sehr zu bead-rten ist in der augenblidclichen Situation Ostdeutschlands auch, daß von Moskau Ba.1„>ct‚e( Bruuvrw<irzvi_ eJ.>‚« .,.
......i}...,....„=. 5.„„„„„„„
aus in der letzten Zeit eine erhöhte kommunistische Propaganda in das Landvolk in Deutschland ‚. =" ä““°"fit geht seine eigenen Wege und
hineingetragen wird. Wenn auch der Kommunismus auf den deutschen Bauernhöfen bisher nicht Wahlversuch 1, durchgeführt mit 2#8 Tieren durch 8 Wodien. Die Tiere wählen führt es zu Nährwenen’ die
Fuß fassen konnte, so ist doch zu bedenken, daß in ein sold1es seelisches und wirtschaftliches 3misdren hiologisdr:dynamisdr ged'dngtem und mineralisch gediingtem \Vei3en. der Men3Ch halte n0d3 nid“

r
Vakuum, wie es sich in der ostdeutschen Landwirtsdiaft jetzt immer mehr ausbreitet, gerade audi sicher erfassen kann.
kommunistisdae Ideen leichter einströmen können. _ Es wird den Landwirt, der nach der biologisdn=dynamischen Wirtschaftsweise arbeitet, inte:

te
Und so erlebt man die Tragik des deutsdier'i Ostens in doppelter Hinsicht. Der von Natur ressieren, ob und wie das Tier auf den Einfluß der verschiedenen Düngungsarten fiir das Futter
aus wirtschaftlidu stärkere Westen schneidet mehr und mehr die wirtschaftlichen und kulturellen mit seinem Geschmack reagiert. Es liegen mancherlei Beobachtungen einzelner Landwirte vor und man
Fäden nach dem deutschen Osten ab. Man überläßt den östlichen Sandhauern seinem harten darf hoffen, daß sie mehr und mehr den Interessierten zugänglich gemacht werden. Die folgenden Ver.-
Schicksal. Gleichzeitig aber breitet der bolschewistische Osten seine Arme aus um die Verzwei: suche, die am Naturwissensdaaftlidaen Forschungslaboratorium am Goetheanum, Dornach, durchgeführt
wurden, mödrten einen Beitrag zur Klärung dieser Frage geben. Als Versudi$tiere dienten weiße

as
felten in „liebevoller“ Umarmung ganz zu erdriidcen.
Die ostdeutsche Landwirtsdiaft ist nidit ganz ohne eigenes Verschulden an dieser Entwidrelung. Mäuse, die ja auch sonst ihrer Reaktionsfähigkeit wegen als wissensd1aftliche Versuchstiere beliebt
Zu lange hat sie ihr Schicksal den ihr wesensfremden Mächten Banken, Industrie, Parteistaat Gesamtfref,menge sind. Bei der I\Iaus sind
Frcßmenge in ie 2 Tagen: Don2Tierenin24Tg.Gggdlmad( und Gerud'is:
anvertraut und dabei entscheidende Möglichkeiten zur Gesundung aus eigener Kraft außer Acht
gelassen. Noch ist nicht Alles verloren. Möchten sich genügend Männer finden, die den ost: ‚.. , „_ sinn außerordentlich fein aus:
deutschen Sandhauern wieder die Wege zu den Quellen der eigenen Kraft zeigen und ihm so _„ u— gebildet, sie ist ganz Nerven:

eigenen Kräften entgegenzuarbeiten, Mut und Hoffnung geben.


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M
die Möglichkeit geben, sich gegen West und Ost gleichermaßen zu behaupten.
Die bisherigen Erfahrungen mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise auf „hoffnungs:
losen“ I-Iöhensandböden sollten zu einer solchen letzten Anstrengung, dem nahen Untergang aus
Ein Sandhauer.
—47

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Sinnestier und reagiert mit
ihrem Organismus stark auf
Ernährungsveränderungen.
Die Versud1e wurden so durch:
geführt, daß den Tieren in zwei
gleichen Sdialen Weizen vor:
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gesetztwurdeundzwar eizen

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derselben Sorte, der auf dem
Einfluß der Düngung auf die Futterqualität “3 gleichen Boden seit 5 Jahren

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9 eigens zum Vergleid'r gezogen


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Irmgard von Grone=Giiltzow (

% wird, einmal mit mineralisdaer


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Beobachtet man das weidende Vieh, so kann man bald herausfinden, welche Kräuter und w=r„„ cmer v, 5 Jam iriolaäisclfrdtr'vruvvinsdyäed\ivigi
Öiifil’lßl'i2'3i Düngung (1 Ztr.Kalkammon-
Pflanzen die Kuh aufsucht und welche sie meidet. Der Bauer, der seine Tiere kennt, weiß auch ....
um“. c.„;t„v mi„e.ai...„.„„„t salpeter u. 0,75 Ztr. Leuna:
um ihren Gesdimack. Er sieht, wie die Kuh die Hahnenfußgewächse, die im grünen Zustand sal eier, in 3 Gaben er 1 ha
giftig sind, stehen :l'aßt. Er fürchtet die Herbstzeitlose und die weiße Nießwurz, weil sie auch im
Heu ihre Giftigkeit nicht verlieren. Wiesenfudrsschwanz, Knaulgras und Wiesenschwingel sind
Wahlversuch 2, durchgeführt mit 2 Tieren (9) eines Stammes, der durch 6 Gene:
eirffnal
mit biolo
is€h_d/4an
rationen ausschließlich mit biologisch:dynamisdr gediingtem \X/ei3en ernährt wurde. mischer Düngung.g Versuch
' ’ y
1
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beim Rindvieh beliebt, während das wollige Honiggras und der Wiesensauerampfer ungern oder wurde mit Baynschem Braunweizen, die Versuche 2„—5 mit der Sorte Carsten Nr. 5‘ durch:
geführt. Durch tägliches Zurüd<wiegen des Futterrestes wird festgestellt, wieviel die Tiere jeweils
at

garnidat gefressen werden. Mit sicherem Instinkt wählt das Tier auf der Weide die Pflanzen,
die ihm am zuträglichsten sind, und wo der Landwirt Wiesen durch Aussaat anlegt, wird er von dem mineralisd‘t gediingten und von dem biologisch:dynamisd1 gediingten Getreide ge.-
versudi‘en aus solchen selbstgemachten oder auch überlieferten Beobachtungen heraus diejenigen fressen haben. Um einwandfreie Resultate zu erzielen, ist auf einige nebensächlidi erscheinende
Pflanzen zusammenzustellen, die von den Tieren gern gefressen werden. Aus den heutigen Zeit: Dinge zu achten: Die Aufstellung der beiden Freßgefäße erfolgt gleichmäßig in übereinstimmender
und Wirtschaftsverhältnissen heraus, —« man denke nur an die weitverbreitete Stallhaltung
»4
ist Belichtung. Die Schalen werden öfters vertauscht, damit nicht eingewendet werden kann, die
re

es dem einzelnen Landwirt nicht immer möglich, diese intime Beobad1tung zu pflegen und an ihre Tiere würden aus Gewohnheit immer die rechte oder linke Sdiale bevorzugen. Die Ställe seien
C
——165—
—164—

r
eines durch sechs Generationen nur „mineralisch“ ernährten Stammes. Diese Tiere verlassen, wie
Gesarntfrefirnengc nidit zu eng und die Zahk wir sehen, ihre Gewohnheit vollkommen und wählen sofort nur biologisch:dynamisch gedüngtes
Fref;menge in je 2 Tagen: von 2 Tieren in 24 Tg. der an einem Versuch be:

to
Getreide. Von dem andern werden nur gelegentlich wenige Gramm berührt.
teiligten Tiere nicht zu groß, Es folgen 2 weitere Tabellen: Versuche, die mit je sechs jungen Tieren durchgeführt wurden,
damit keine Körner ver: die gerade von der Mutter getrennt wurden und sich selbständig mit Körnerfutter zu ernähren be:
schüttet werden. Es war gannen. Wir sehen auch hier eine deutliche Vorliebe für das biologisdi:dynamisdie Getreide, wobei
uns bei sorgfältiger Haltung vererbte Gewohnheit nodi mehr mitzuspielen scheint (siehe das größere Plus an biologischem Futter

di
der Ställe möglich, die so ent: bei den „Biologen“). '

stehenden Fehler auf einem Diese wenigen Proben mögen genügen, um zu zeigen, daß Tiere instinktiv die versdiieden
Minimum zu halten. Das gezogenen Weizen unterscheiden. Es kann uns nachdenklich machen, daß sie in so ausgesprochener
Getreide wird unter genau Weise den biologisdi:dynamßchen Weizen bevorzugen. Die vorliegende Untersuchung kann als

E
den gleidien Bedingungen Ergänzung und Bestätigung der Arbeit von E. Pfeiffer, „Demeter“, Jahrgang VI, Heft 5 dienen.
aufgehoben, damit es in Dort wird als Resultat ausführlidier Fütterungsversuche gezeigt, daß die Sterblichkeit (sie wurde
gleichem Maße trocken ist. im Rahmen der Versuche fiir das Alter bis zu 9 Wochen herausgearbeitet) bei den mit mineralisch
Als Beifutter wird gekodite gedüngtem Getreide ernährten Tieren 16,9“/„ beträgt, bei den biologisch:dynamisch ernährten 8,6°/o.
Milch, 1 zu 3 mit Wasser. Es sind also in den biologisdr:dynamisch bearbeiteten Pflanzen gesundende Nährwerte vorhanden,

F
gemischt, fiir alle Tiere gleidi die dem Organismus Widerstandskräfte geben und die der tierisdie Instinkt zu erkennen vermag.
gegeben. Berücksidüigt man
diese Punkte, so darf man

D
Wahlvorsuch 3, durchgeführt mit 2 Tieren (9) eines Stammes der durch 6 Ge.- einwandfreie Resultate er:
nerationen ausschließlich mit mineralisch gedüngtem \Vei3en ernährt wurde.
warten.
Gesamtfreßmenge
Versuch 1 wurde mit be:
liebigen Mäusen durchge: Der Kompost

P
Flflfimßflge in le 2 Tagen: von 6Tieren in 24 Tg. führt, deren bisherige Er:
nährung nidit bekannt war.
in der biologisch-dynamischen Garten- und Landwirtschaft
Die beiden Kurven, weldie M. K. Schwarz
die wöchentlichen Freßmen: Der Kompost stand von altersher bei dem Landwirt und Gärtner hodi in Ehren; schöne
gen anzeigen, verlaufen wie \Worte und markige Sprüdie weisen noch deutlich darauf hin. Ja, in manchem Lehrbuch über
'

r
wir sehen in einem sich lang: Landwirtschaft und Gärtnerei prangen heute nodi Bezeichnungen wie „Goldgrube“, „Sparbiidise“
sam vergrößernden Abstand und andere mehr. Trotz alledem ist über das wahre Wesen des Kompostes und seiner ver:

te
voneinander. Die anfangs schiedenen Arten Wissenswertes nicht allzu verbreitet. Der Kompost wird allgemein in seiner
noch nicht sehr klare Vor: Wirksamkeit grob als Nährstoffquelle und als Humusanreicherung des Bodens gewertet. Seine
liebe für das biologiseh:dy: Qualitäten werden meist lediglidi gemessen durch chemisch:analytische und bakteriologisdie Unter:
namisdi gediingte Getreide

%
sudiungen, und da fällt das Resultat freilich nicht allzu günstig aus. Es kann vom Standpunkt der"

as
ll festigt sich im Laufe der
Wochen zu einer deutlid1en
Nährstofftheorie aus besehen nur von einer milden Düngewirkung gesprochen werden, die reiclilicher
Nährstoffergänzung in Form von Horn:, Blut: und Knochenmehl oder Düngersalzen bedarf, um
.;
„. «. l i 1» Bevorzugung. als vollwertiger Dünger im Sinne heutiger Düngewirtschaft zu gelten. Wird die Wirksamkeit des
Die weiteren Versuche,
w...... c„.n„vfl 3 3„v,„ u.oisgrm‚:aijmm.ca7 3.0.„5r
......\„ium ca.-Sranv mwrevuixscl7 im...“ von denen hier Beispiele
Kompostes nach den Anschauungen der gegenwärtigen Düngewirtsdiaft nodi weiter verfolgt, so
ergibt audi die erzielte Humusanreidierung nodi keine volle Befriedigung. Es ist daher nidit ver:
gegeben sind, wurden nun wunderlich, daß es keine entsprediende Resonanz findet, wenn einzelne Fachleute dann und wann

Die Tiere hattenlhis juni Versudisbeginn nodi kein Körnerfuttcr gefressen.

FICEJHIQHQQ in l6 2 Tagen:
Ge samtfrelärnenge

z= „.
M
Wahlvorsuch 4, durchgeführt mit 6 jungen Tieren eines Stammes, der durch 6 Ge: mit Tieren durchgeführt, die
neratiorien aussdrließlid-r mit biologisch:dynamisch gediingtem Wei3en ernährt wurde. durch 6 #
7 Generationen
ausschließlich mit biologisdi:
dynamisdi gedüngtem bezw.
von 6 Tieren in 24 Tg. mit mineralisdi gediingtem
Weizen ernährt worden
seine Vorzüge als „Goldgrube“ und „Sparbüchse“ hervorheben, und daß der Kompost fast zur
Bedeutungslosigkeit herabgesunken ist für eine sogenannte „rationelle Düngewirtschaft“.
Der Kunstdünger als Nährstoff und der Torfmull zur Humusanreicherung, die heute soviel
benützt werden, vollziehen in der Tat zunächst die grob chemisch und physikalisdi vermittelten
\Wirkungen, immer vom Gesichtspunkt der jetzigen Düngebegriffe aus betraditet, in viel besserem
Maße, als es der Kompost (was heute darunter verstanden wird) gemeinhin kann. Aber das
in
waren. Tabelle 2 zeigt einen Bild ändert sich, wenn man nidit nur die Produktionshöhe, sondern audi die Qualität der Er:
11
„02318 solchen Wahlversuch mit bi: zeugnisse mit in Betracht zieht.

\
» im ologisch:dynamisch ernährten
weiblichen Tieren. Hier tritt
Fast ausschließlich wird in der Beurteilung landwirtschaftlicher und gärtnerischer Erzeugnisse
heute von einer Qualität gesprochen, für die vor allem die Größe und die Masse des Erzeugnisses
sehr klar hervor, daß fast maßgebend ist. Eine vergleichende Betrachtung zwischen der Kulturpflanze und der Wildpflanze
nur biologisch:dynamisches
ed

ergibt, daß bei der Kulturpflanze je ein bestimmter Pflanzenteil, entweder die Wurzel, der Stengel,
Futter gefressen wurde. Der die Blätter, die Blüte oder die Frucht besonders stark herausentwickelt, also Masse wurde, aus:
niineräli$dieWeizenwirdnur gezeichnet durch zartes und saftiges Pflanzenstoffgewebe, und dadurch der Nahrung zu dienen
anfangs versucht und dann vermag. Die der Pflanze eigene ätherische Bildekraft ist durch diese iZiiditungsmaßnahme be:
wieder liegen gelassen. Doch sonders beansprucht, weil diese Baumeisterkraft jetzt eine größere Pflanzensubstanz ausfüllen und
ließe sich einwenden,‘ die durchorganisieren muß.
l
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at

Tiere seien durch vererbte Die Aufgabe des Düngens ist es nun die stark beanspruchte Bildekraft der Kulturpflanze
i.a„e
‘ .
weite: (.....mm1,
4
„ mr..,...g.a.
5 a..„„ Ä‘» i. 45 .„.i.„gt i
..... Gewohnheit an ein be: zu unterstützen, sodaß sie in der Lage ist, das herausgeziiditete Mehr an pflanzlicher Substanz
...... w...... c;.„r„.v .„.„.„l...l, gedrängt stimmtes Futter gewöhnt, stets mit konstanter ätherischer Bildekraft zu durchdringen, weldie das innerste Wesen eines
wenn nidit Tabelle 3 das: Nahrungsmittels ist. Diese Bildekraftwerte können niemals konstant gehalten oder gar vermehrt
Wahlversuch 5, durchgeführt mit 6 jungen Tieren eines Stammes, der durch 6 Ge: selbe, ja nodi eindeutigere
werden durch Düngemittel, die nidit aus dem Lebensprozeß unmittelbar stammen. Nur in or:
re

nerationen ausschließlich mit mineralisch gedüngtem Wei3en ernährt wurde. Die


Tiere hatten bis 3uni Versuchsbeginn noch kein Körnerfutter gefressen. Ergebnis zeigte mit Mäusen,
C
—166:— —167——

r
ganischen Substanzen tierischer und pflanzlicher Herkunft können bei bestimmter Aufbereitung, die ‘ der mit dern Samen zugleich in die Saatrillen gebracht wird, die Keimung gesichert, beschleunigt
als Kompostierung bekannt ist, diese Bildekraftwerte bewahrt und so gehalten werden, daß sie und begünstigt werden. Audi beim Heil: und Gewürzpflanzenanbau könnte der ätherische Öl:

to
bei ihrer Anwendung eine unmittelbare Belebung des Bodens bewirken, in welchem die Kultur: gehalt u. dergl. noch gefördert werden durch besonders hiefiir bereitete Kompostarten.
pflanze wächst. Dieses Belebende, das durch das Düngen dem Boden und vom Boden wieder Im Obst: und Weinbau wird man künftighin der Anwendung von Kompost eine besondere
der Pflanze gegeben wird, befähigt erst die Pflanze sich allseits gesund zu entwickeln und als Beachtung sdienken müssen und damit vieles tun können, um die Grundlage zur Schädlings:
kraftvolle Nahrungspflanze zu dienen. Dieses Belebende, das im Düngen mittelst organischer bildung zu verhindern. Die Schädlinge stellen ein Reagens fiir schlechte Ausgeglichenheit und
falsche Behandlung eines Bodens dar. Überall da, wo mild ausgleichend und organisierend

di
Stoffe dem Boden mitgeteilt wird, spiegelt sich dann wieder in der inneren Qualität seiner Pflanzen:
erzeugnisse. Dieser Begriff der inneren Qualität konnte erst aus der biologisch:dynamischen Wirt: in der Bodenptlege vorgegangen werden soll, kann dies durch eigens hierfür abgestimmten Kompost
schaftsweise heraus geprägt werden.. Innere Qualität eines Erzeugnisses bedeutet: voll erfüllt sein geschehen.
mit ätherischen Bildekräften. Und diese Bildekräfte, die ja gleichzeitig Baumeister: und Chemiker: Die Zusammensetzung des Kompostes nach Erdbestandteilen und Pflanzenbestandteilen spielt
kräfte sind, gewährleisten die Entstehung hoher aromatisdter Werte und Geschmadcswerte, im eine wesentliche Rolle, die man heute schon einigermaßen überblicken kann. Drei Hauptgruppcn

E
ferneren aber auch Haltbarkeit und günstige Struktureigenschaften, die sich häufig ganz real bis von Komposten lassen sich danach unterscheiden, ob das Humose, das Lehmige oder Sandige
in ein höheres Hektolitergewiöht hinein auswirken. dominiert. Sie können in der Anwendung auf verschiedenen Böden je nadidem verstärkend,
lm Verfolg dieser Betraditng läßt sich sagen, daß viele heutige grobstofflidie diemische und ausgleichend oder mildernd wirken. Aber auch das Pflanzliche in seiner Zusammensetzung ist
physikalisdte Düngungsmaßnahrnen zu sehr treibend wirken und eine rasch vergängliche äußere für die Wirkungsweise wertvoll. Die Pflanzenart spielt eine Rolle. Aber aus einzelnen
Beobachtungen heraus darf sdion heute darauf hingedeutet werden, daß audi die einzelnen Pflanzen:

F
Qualität ohne entsprechende innere Wertigkeit erzeugen.
Innere Qualität eines Pflanzenerzeugnisses ist audi abhängig von den Kräfteprozessen, die teile, für sich verkompostiert, wieder eine spezielle Auswirkung hervorrufen. Aus der Gegensätz:
an die Pflanze aus dem Atmosphärisdien herangetragen werden, welches wie die Erde selbst lichkeit z. B. von der Wirksamkeit der Lauberde gegenüber der aus Rasensoden gewonnenen
Vermittlereigensdiaften für Kräfteeinwirkungen hat. Die Pflanze und der Boden um sie herum Erde können für alle Zwischenstufen wertvolle Schlüsse gezogen werden.

D
muß fähig gestaltet werden auf diese Einwirkungen zu reagieren, für sie empfindsam und auf: Die Ausführungen und Anregungen für eine bessere Beachtung der Kompostwirtschaft
nahmefähig zu sein, und das ist wiederum nur dann riditig möglich, [wenn dem Boden und der würden nicht viel Fruchtbares ergeben können, wenn nidit zugleich der Weg zur Gewinnung der
Pflanze reichlidi Lebensbildekräfte durch entsprechende Düngung verfügbar sind. Es handelt sich beim Kompostrohstoffe und die Wirtsdiaftlichkeit ihrer Aufbereitung und Anwendung gezeigt wird.
Düngen darum das richtige Gleichmaß zwischen den stofflichen Einwirkungen und den belebenden immer wieder hört man, daß zu wenig Anfall an Rohstoffen für den Kompost vorhanden ist,

P
Einwirkungen einzuhalten. Der Kompost nun kann dieses Doppelte in sich vereinigen, nämlidi und das stimmt durchaus, wenn die bisherige Wirtschaftsweise aufrediterhalten wird, die alles be:
das Stoffliche für die Erzeugung von Masse und mancher äußeren Qualitätseigenschaft, und dazu seitigt, was großflädügen Einheitskulturen in der Landwirtsdiaft und im Gartenbau im Wege
die mehr oder weniger stark an ihm haftenden Kräfte‘wirkungen für die innere Qualitätsbildung. steht. Nur Stroh oder Kaff, das in den Wirtsdiaften nicht verbraucht werden kann, fällt in großen
Bei der Bereifung des Kompostes ist darauf zu achten, daß das Stofflidte unmittelbar aus Mengen an und verfault sehr oft auf den Feldern in Riesendiemen. Versuche, Stroh zu verkompostieren
dem Lebensprozeß stammt, wodurch man Gewähr hat, daß er Lebensbildekräfte enthält und die durch geringen Erdzusatz mit Hilfe der biologisch:dynamischen Präparate und durch reichliche, jedoch

r
Grundlage für Lebensprozesse bilden kann, die sich bei der Verkompostierung abspielen. Diese stark verdünnte Jaudiezuführung haben bisher ein verhältnismäßig günstiges Resultat ergeben.
Es kann sich aber keinesfalls darum handeln, nur Stroh und Kaff als Rohstoff für Kompost:

te
Lehensprozesse aber in aufgesdiichteten organischen Massen müssen in der richtigen Weise di:
rigiert werden, damit‘sidi einmal das Umsetzen des Stoftlidien mild vollzieht und dieses nidit ver: bereitung zu verwenden, weil diese einseitige Stoffzuführung auf die Dauer die Wirkung erfahrungs:
zehrt oder verbrannt wird und damit die Kräfte im Stofflichen bewahrt bleiben und nicht verloren gemäß beeinträditigen, ja mit der Zeit schädigen würde. Ein Betrieb, der sich die ganze biologisch.-
gehen. Ja, es sollen die Bildekräfte durch die Präparatezugabe eine außerordentliche Anreicherung dynamische Wirtschaftsweise zu eigen geniadit hat, verfügt audi über die im Betriebe notwendigen
erfahren. Der Kompost sollte weniger Pflanzennährstoffquelle als vielmehr die Quelle von starken Rohstoffe zur Kompostbereitung. Bäume, Sträucher, Hecken, Feldraine, Teiche, Gräben, das in

as
belebenden Wirkungen sein. Das Auftreten einer ungemein reichen, fördernden Bakterienflora Vegetation und im Abernten begriffene Feld und Beet sind Großerzeuger in Rohstoffmengen für
und einer ebensolchen Kleintierwelt sind Zeugen und Begleiterscheinungen dieser Belebung. den Kompost. Nur muß alles zur riditigen Zeit gewonnen werden und nicht achtlos verderben
Bei einer sorgfältig geleiteten Kompostierung und bei einer regelmäßigen Pflege fällt der und gleidizeitig Brutstätte einer großen Zahl von Schädlingen sein. Diese Großerzeugungsstätten
Kompost nicht in Sidi zusammen, sondern wächst in einem gewissen Sinne. Der fertige Kompost, von Kompostrohstoffen können in einem nach biologisch:dynamischen Gesichtspunkten eingerichteten
wenn er nur richtig bereitet ist (siehe die Abhandlung „Von der Pflege und Bereitung natürlichen Betrieb verteilt und eingeordnet sein und können gerade das an Rohstoffen gewähren, was dieser
Betrieb wieder gebraucht.
M
Düngers als der gesunden Grundlage der biologisch:dynamisdien Düngung“, Demeter, Jahrgang V
Nummer 2), besitzt eine Art Schwellungsvermögen. Bei der Verwendung des Kompostes ist
leicht festzustellen, wie die etwas gepreßte erdige Masse voluminöser wird, also Humuseigensd1aften
in höchstem Maße besitzt. Diese hohe Huniuseigenschaft erweist sich vorteilhaft in der rein praktischen
Anwendung als feine, kriimelige, lockere, äußerst leicht ausstreubare Erde, mit der verhältnis:
mäßig große Flächen doch gut ausreichend besdiickt werden können. Außerdem ist jedes Krü:
Leider bleibt das g6h3dcte Unkraut zwischen den Kulturreihen meistens liegen, um dort zu
verdorren, anstatt daß es frisch gesammelt und mit dem leer heimkehrenden Ad<erwagen mit:
genommen wird. Ein Adrerwagen sollte nie ohne gesammelte Rohstoffe für Kompostbereitung
zum Hofe zurückkehren. Fast durdiweg werden audi die Grünmassen vom Leguniinosenanbau
entweder grün in den Boden gebradit oder auf dem Felde erfrieren lassen, anstatt daß daraus an
Ort und Stelle der Gewinnung ein vorzüglicher Kompost bereitet wird, der nach einem Jahr ver:
in
melchen belebt und hat dynamische Eigenschaften, die gut bewahrt sind und unmittelbar wirksam
werden können. wendet werden kann und bedeutend günstiger für den Boden wirkt als die üblichen Verfahren.
Zwischen Kompost und Kompost kann aber ein eminenter Unterschied bestehen, und es Gerade in den Grünmassen der Leguminosen hat es der Landwirt in der Hand, reichlich Kompost
ist keine Frage, daß die heutige landläufige Kompost:Wirtsdraft in der Tat nidit viel zu bedeuten zu bereiten. Auf jedem Hofe, in jeder Gärtnerei sollte eine Person als Dünger: und Kompost:
hat hinsiditlidi einer vollwertigen Humusanreicherung und als Lebenskraftspender. Einst war es wart neben anderen Verrichtungen die sorgsamste Acht walten lassen, daß nichts verkommt, was
so, daß ein Betrieb an seinem Bestand an sorgfältig gepflegtem Stalldünger und Kompost im zur Humusanreicherung und Belebung des Bodens geeignet erscheint; nachdem es durch die
ed

\Verte beurteilt wurde. In einzelnen wenigen Gärtnereien ist dies auch heute noch der Fall; jedoch Kompoststätte gegangen ist.
hat die Verwendung von Torfmull, welcher mit Jaudie und Pflanzennährsalzlösungen durditränkt Der Kompost kann wirklich „Sparbüchse“ und „Goldgrube" sein für jeden Landwirt und
wird, die echte Kompostbereitung weitgehend verdrängt. Gärtner, wenn bei seiner Gewinnung und Wartung eine gleiche Sorgfalt herrsdit wie z. B. in der
Aus der biologisch:dynamischen Wirtsdiaftsweise heraus sollte aber der Kompost wieder zu Pflege des Viehes oder bei bestimmten Kulturen, die er besonders schätzt. Auf dem Birkenhof in
seiner vollen Geltung kommen. Alle Maßnahmen für seine Bereifung und Pflege können jetzt Worpswede ist es möglich, ohne Zufuhr von außen her auf 51/2 Morgen Land bei 3 Morgen
geschehen aus einer Erkenntnis, die noch viel Wertvolles bei systematischer Forschung ergeben wird. Nutzfläche alljährlich etwa 80 cbm Kompost aus den dort anfallenden Rohstoffen zu bereiten.
at

Außer mit dem Meliorationskompost, der die allgemeine Bodenverbesserung nach den schon ge: Damit könnte man immerhin alle 3 Jahre die ganze Nutzungsfläche in etwa 3 cm Sdiichthöhe
nannten Richtungen hin bewirkt, wird mit der Zugabe von feinen, speziell bereiteten Komposten mit Kompost abdüngen. Selbstverständlich ist dabei der anfallende Stalldünger, der besonders
in nahezu homöopathischen Mengen die notwendige Harmonisierung im Boden selbst sowie audi verkompostiert wird, nicht mit eingeredmet. Die verhältnismäßig sehr hohe blenge von Rohstoffen
unmittelbar im Pflanzentum herbeigeführt. Der Kompost gibt die Möglichkeit, in feinster Weise auf das wird durch den Anbau von Staudenkulturen ermöglicht, welche viel Jätekraut und Blattmassen
re

Pflanzenwachstum einzuwirken. So kann mit Hilfe von besonders sorgfältig bereitetem Kompost, bringen. ‘ ‘
C
—169—

r
lm sorgfältig und biologisdr:dynamisch bereiteten Kompost ist ein Mittel in die Hand ge.- Das ‘Auflaufen der Saat zeigte ungleichmäßige Keimfähigkeit, was darauf zutiid<zufiihren
geben, mit dem der Boden und das Pflanzenturn günstig und unmittelbar unter Verwendung sein mag, daß das Saatgut alt war und vor der Aussaat nicht sorgfältig ausgelesen wurde. In

to
von geringen Mengen beeinflußt werden kann. Es wird mit der Kompostwirtschaft der natürliche der Zeit des Auflaufens war kein Unterschied zu beobachten, ebenso nidit im Wachstum der
Kreislauf im Nehmen und Geben zwisrhen Pflanze und Boden geschlossen, Es wird die Wirt: kleinen Sämlinge,
schaftseigene DüngermasSe vermehrt, sodaß ein Zukauf von außen meist vermieden werden kann. Ende Februar wurden die kleinen Pflanzen in Handkästen pikiert und zwar so, daß die
Es läßt sidi damit einer der Ratschläge Dr. Rudolf Steiners erfüllen, die Landwirtsdraft und den Sämlinge aus den Kisten, bei denen die Erde mit 500 behandelt wurde, wiederum in mit 500

di
Gartenbau als einen lebendigen Organismus und als eine in sich geschlossene Individualität zu überspritzte Erde gesetzt wurden, Die Kisten wurden vorerst ins Kalthaus gestellt und nach
erfassen und auszubauen. kurzer Zeit in einen halbwarmen Kasten.
Am 6. März erhielten die Pflanzen, die in mit 500 behandelter Erde wuchsen, 501. Jetzt
erst entwid<elten sid't die kleinen Pflanzen verschieden, und beim Auspflanzen in den kalten Kasten

E
am 20. März konnte festgestellt werden, daß die Pflanzen, die aus gebeiztem Saatgut heran:
Einzelversuche über Präparatenwirkung gezogen und in mit 500 behandelter Erde kultiviert wurden, ein sehr viel üppigeres Wachstum
und mit Tomatenkompost- und ein dunkleres, saftigeres Laub zeigten.
Unter gleichen Bedingungen wurden die Pflanzen weiterkultiviert. Der Unterschied trat
Die nachstehenden Veisudre, die in diesem Jahre unter anderem auf dem Birkenhof angestellt wurden, immer deutlicher zu Tage, die Knollen bildeten sich aus, und bald konnten die ersten Rettiche

F
sollten hier 3unärhst nid1ts anderes be3medaen als eine Anregung für weitere Versudisanstellungen 3u geben,
die in oielfältigster Weise niöglidi und miditig sind M. K. Sch. geerntet werden und zwar die Pflanzen, die aus gebeiztem Saatgut und in mit ‚500 behandelter
Rettich-Versuch Erde herangezogen wurden.
Am 23. April wurden von jedem Versuch 3 größte Rettidie ausgesucht, photographiert,

D
Hier auf dem Birkenhofe in \Worpswede leiteten wir folgenden Versuch mit Frühlings: mit und ohne Kraut gewogen und zum Trocknen aufgehängt. .
rettidien ein.

——
Der Aussaattag war der 31. Januar 1931 zwei Tage vor Vollmond —. Vor der Aus.-
saat in Pikierkisten wurde ein Teil der Erde sandige Komposterde mit 500 behandelt,
—«

P
und die Hälfte der Samen wurde eine halbe Stunde lang im Sammelpräparat gebeizt, d. h. die
Präparate 502H507 wurden eine Stunde lang in 51Wasser verrührt und in dieses wurde dann
die Saatmenge eine halbe Stunde lang gelegt. Die verschiedenen Erden
handelt und einmal nicht behandelt —
einmal mit 500 be.-
und die verschieden behandelten Samen „ einmal gebeizt
#

und einmal nicht gebeizt, ergaben folgende 4 Versuche:

r
a. Erde mit 500 behandelt, Saatgut gebeizt
b. Erde mit 500 behandelt, Saatgut nicht gebeizt

te
c. Erde nicht behandelt, Saatgut gebeizt
d. Erde nicht behandelt, Saatgut nicht gebeizt.

as
M Von links nach rechts: a. Rettid'ie, bei denen die Erde mit 500 behandelt und das Saatgut in Sammelpräparat
gebei3t wurde,
in
b. „ , bei denen die Erde mit 500 behandelt und das Saatgut nith gebeizt murde,
c. „ , bei denen die Erde nidit behandelt und das Saatgut in Sammelpräparat ge.-
d bei3t wurde,
‚ bei denen die Erde nicht behandelt und das Saatgut nid-rt gebei3tfmurde,

Es konnte verzeichnet werden:


ed

Versuch: a b c d
Rettich mit Kraut: 185 g 110 g 100 g 50 g
., ohne Kraut: 120 g 72 g 70 g 40 g
Rettidie vor dem Auspflanjen in den halten Kasten.
„ getrocknet: 7 g 5 g 4g 2 g

Von links narh rechts: Kasten 1: Erde mit 500 behandelt, Saatgut nidat gebei3t,
Am 27. April wurden die Rettiche abgeräumt. Um das zuerst gewonnene Resultat zu
at

Kasten 2: Erde mit 500 behandelt, Saatgut gebe13t, überprüfen, wurden aus der Ernte von allen 4 Versuchen je 10 größte Rettiche ausgesucht und
Kasten 3:'Erde nid1t behandelt, die Hälfte der Pflan3en aus gebei3tem und die mit und ohne Kraut gewogen mit folgendem Ergebnis:
Hälfte der Pflan3en aus _nid1t gebei3tem Saatgut herangezogen.
Versuch: a b c d
Die Pikierkisten wurden unter den gleidien Bedingungen von Wärme
— Durd15chnitts: Rettich mit Kraut; 595 g 480 g 255 g 240 g
re

temperatur 100 C —‚ Lichtverhältnissen, Feuchtigkeit usw. ins Kalthaus gestellt. „ ohne „ 395 g 260 g 110 g 110 g
C
—171—
—170——

r
Eine Kostprobe ergab: V. Präparierte Komposterde und Tomatenkompost (1 : 1), Lehm und ie Pflanze
. zart und saftig 1/2 cdm Kieselgur,

to

VI. „ „ „ „ „ , Lehm und je Pflanze


. etwas schärfer als a und saftig
1/2 cdm Kiesmehl.
. zart und fest
Vor dem Auspflanzen wurde die Erde mit Die Pflanzen wurden in Dämme

m " ö fi. Q
. sd1arf und fest. 500 überspritzt.
“Bei diesem Rettichversudn konnten wir feststellen, daß sich ein Uberspritzen der Aussaat: hineingesetzt und die Erde mit Kiefernadeln, etwa 2 cm stark, bedeckt. Während des Wadastums

di
erde mit 500 als günstig erwies, desgleichen ein Beizen des Saatgutes im Sammelpräparat. Es erhielten die Pflanzen eine einmalige Spritzung mit 501 und nach dem Entspitzen des Haupt:
wurde dadurch ein bedeutend höherer Ertrag das 3fache der in keiner Weise behandelten
#
triebes eine 3prozentige Equisetumteespritzung. Die Pflanzen wud1sen gesund und üppig
heran. Erst kurz vor dem Abernten der letzten Früchte zeigten die Pflanzen im geringen Maße
Pflanzen erzielt, ohne daß die Güte des Rettichs darunter litt, im Gegenteil — die be:
# #

ein Absterben der Blätter, welches auf die weitere Ausbildung der Früchte keine nad1teilige Ein.-
handelten Rettiche waren wohl als die besseren anzusprechen. Hella Glashoff

E
wirkung mehr hatte.
rI‘omatenrmbau-Versuch unter Glas Es muß hier noch erwähnt werden, daß es sich bei diesem Gewächshaus nicht um ein
eigentlidres Tomatenhaus handelt, sondern um einen Vermehrungshaustyp mit fiir die Tomatenzucht
(unter Anwendung von Kompost aus Tomatenabfällen, Kiesmehl und Kieselgur) viel zu geringen Höhenmaßen. Aus diesem Grunde mußten die Tomatenpflanzen schon nadi
Angeregt durch gute Erfolge im Freilandtomaten:Anbau bei Verwendung von Tomaten: dem 3, bis 5. Blütenstand entspit°zt werden, sodaß man im Mittel vier Frudatansätze je Pflanze

F
kompost (das sind die vererdeten Abfälle der Tomaten, die im Vorjahre in gleicher Weise wie rechnen kann.
gewöhnlid1er Kompost Die Ernte begann am 29. Juni bei den Versuchen II und VI, es folgten lH, IV und V
/
=_
.
fä/7z'äféfÄi/QfiüQf “@@/1 aufgesetzt und präpariert am 2. Juli und zuletzt I am 5. Juli. Den weiteren Verlauf ‚der Ernte kann man am besten aus
”fö’üfßé'f“” den Abbildungen 1 und 2 ersehen.

D
worden waren) wurde in
137923292979? mi?[eüm a , diesem Jahre “auf dem Abgesd1lossen wurde der Versuch am 22. August mit der Ernte der letzten Früchte.
%%$gj$ggäéääf BirkenhofeinW orpswede
ein solcher Versuch mit der
Tafel 3 zeigt nun den Durclrsd1nittsertrag für eine Pflanze jeden Versuches und das Durchschnitts:
gewidit fiir die einzelne Frucht.

P
011 Treibtomatensorte „Ailsa Auf den ersten Blick
Grraig“ im GewädiShaus
durchgeführt. BeiderAr-r:


., ]??/5 sieht man, daß der Ertrag
zucht der Sämlinge, die jä/7/Qfoß/Üfifil von I bis III größer ist
@;e'fiß7/lYäf/ÜQQ/2ZPQXZ ßßfz]/fßiziäzgvyzkßZ/Üfika als von IV bis VI. Bei
bis zur Anpflanzung im
Gewächshaus in Ton: /j?Q/Zj?/Wi If/flifßäa ßezr&fjfiizi //ä//ßf ;; Versuch I ist er besonders

r
hodi. Dies liegt daran,
töpfen standen, waren rang
daß die Versuche T bis

te
einigen Töpfen Kieselgur
(Diatomeenerde), bezw.
iin;
„„ TH, vor allem I, sehr viel
Kiesmehl der Erde bei: “” Früchte ansetzten, die aber
nidit zu ihrer vollen Ent:
gemisdit werden, um die wid<lung kamen und sdion


Moosbildung, die in dieser

as
‚ im kleinen Zustande, also
]:az Gegend durch die große zu früh, reiften. Die
Luftfeuchtigkeit besonders Früchte bei denVersudren
stark auftritt, zu ver: TV bis VI hingegen reiften sehr gleichmäßig und entwid<elten sich zur vollen Größe, sodaß hiervon
€rzle YÖWQZE%ZZ/Q @: ß/él 2 hindern. Es zeigte sich feste, fleisdaige und wohlschmeckende Friidite geerntet wurden.
555 Z)élfäcßél— nun, daß diese Pflanzen

..
Man könnte also zusammenfassend sagen, daß bei Kieselgur, Kiesmehl und Tomatenkompost
75°

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J%W:zdg [é/gm und
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gegenüber
diese Gabe denjenigen,
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die
nicht be: M
kommenhatten,bedeutend
kräftigerund größerwaren,
und gesunde, dunkelgrüne
Blattfarbe hatten. Das
allein, oder besser noch bei Kieselgur und Kiesmehl zusammen mit Tomatenkompost nicht nur
ein gesundes und kräftiges Wachstum der Pflanzen hervorrufen, sondern auch auf die Ausbildung
der einzelnen Früchte und deren Reife günstig einwirken; denn nur solche Früchte, deren äußere
und innere Qualität befriedigen, werden einen guten Absatz garantieren und den Toniatenbau
wirtschaftlich gestalten können. :—
Ob Kieselgur oder Kiesmehl in jedem Falle und auf allen
Bodenarten eine ähnliche Wirkung, wie sie hier gezeigt wurde, auslöst, muß erst durch weitere
in
veranlaßte uns, der Ver.- Versud1e belegt werden.
\

Max Diller.
wendung von Kiesmehl
und Kieselgur eine größere
Beachtung zu schenken
und die beabsichtigten
,/Ä Versuche mit Tomaten: Mischkulturen im Gemüsebau
_
ed

““Lf kompost noch durch Ver:


:: " ‚ ? suche mit Beigaben von E. H. Kleinschmidt


'i; ;„" Ö’filf” Kiesmehl und Kieselgur Die erfolgreiche Anwendung der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise hat zur Voraus:
fin!
. .‚ . „
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zu erweitern. setzung, daß auf Fruditfolge und Fruditzwi5chenbau großer Wert gelegt wird, also weitgehend
16. April 1931 die Tomaten ausgepflanzt und zwar
Es wurden nun.
in 6 verschiedene Erdmischungen, sodaß folgende
am Einheitskulturen vermieden werden sollen. Heckenzüge und Baumpflanzungen innerhalb weiter
at

Kulturflädien, auf die schon des öfteren in dieser Zeitschrift hingewiesen wurde, vermögen wohl
6 Versuche liefen: durdi ihre Gegenwart das Schädigende der Einheitskulturen wesentlich abzudämpfen. Aber auch

l. Präparierie Komposterde und Lehm, innerhalb der in Räumen gegliederten Anbauflädien empfiehlt es sich, nach Möglichkeit ein be:
H. „ „ , Lehm und je Pflanze Ca. 1/2 cdm Kieselgur, stimmtes Mischungsverhältnis der darauf gebauten Kulturpflanzen zu beachten, Nad1stehende Bei:
HL „ „ , Lehm und je Pflanze ca. 1,12 cdm Kiesmehl, spiele für einige Nlischkulturen mögen als Anregung dienen. Sie sind das Resultat praktischer
re

IV. „ „ und Tomatenkompost (1 : t) und Lehm, Erfahrungen aus den] Gernüsebau. Der Wichtigkeit des Zwischenanbaues von Gewürz: und
C
—-172— _ 173 ::

r
Heilpflanzen innerhalb der Gemüsekulturen ist indessen im Rahmen dieser Betrachtung keine Beachtung Schema II zeigt ein Möhrenfeld, auf dem die Karotten (Nantes) auf 30 cm gesät oder ge:
drillt werden, mit Zwischeneinsaat von Spinat. Spinat wurde möglichst zeitig im Frühjahr in

to
gesd'ienkt worden und es soll dieses Gebiet gelegentlich einer besonderen Abhandlung vorbehalten bleiben.
Im Gemüseanbau ist eine Reform dringend erwünscht um möglidast wieder frei zu werden Reihen gesät, 8 Tage nachher wird zwisdren den Drillreihen blindgehadct und in den so gehadcten
Reihen die Karotten eingesät oder gedrillt. Dadurch werden von vornherein die Karottenreihen
von dem Massenauftreten von Sd'iädlingen, Boden: und Pflanzenkrankheiten. Zweckmäßig wurden
deshalb die Gemüsepflanzen in langen Reihen angebaut, z.B. ein Streifen Karotten, daneben weitgehend unkraütfrei gehalten. Wird Wert auf frühe Karottenaussaat gelegt, so werden die
Bohnen oder Erbsen, dann Zwiebeln, Kohl usw. Diese Bestellungsart in langen Reihen hat aber Karotten zuerst ins Land gesät und dann der Spinat als Zwischenkultur etwas später. Nach

di
den Nachteil, daß man beim Ernten die lange Strecke entlang gehen muß, und nach der Räumung meinen Beobachtungen ist Osteraussaat für Karotten die beste. Eine Zwisd'rensaat von Busch:
erbsen im Abstand von 5 bis 6 Reihen ist äußerst vorteilhaft. Man kann die Buscherbsen noch
des Feldstreifens nur einige wenige Male mit dem Gespann herauf: und herunterfahren kann, im Juni legen, aber unbedingt vor Johanni, da sonst die Erbsen von Meltau befallen werden
während der Rest dann mit der Hand gegraben werden muß. Das kostet aber viel Zeit und und erhält im August:September noch eine zufriedenstellende Ernte. Die Sorte Buchsbaum ist
Geld. Deshalb sind größere geschlossene Anbauflächen zu empfehlen, die mehr nach dem Quadrat vor der Sorte Wunder von Amerika pflüdcreif. Sobald die Erbsen 10 cm hoch aus der Erde

E
hinneigen. Bisher sind aber solche Flächen meist nur mit Einheitskultur bebaut worden, was ja heraus sind, wird eine benachbarte Möhrenreihe gezogen und gebündelt verkauft. Ist die Karotten:
* :

vermieden werden soll.


Deshalb sind Zwischen: ernte vorbei, so könnten Rapiinzchen oder auch später Salat zwischen den bis September stehenden
kulturen in jeder Be: Erbsen Platz finden. Misdakulturen eignen sich besonders auch dort, wo Kohl als Hauptkultur
ziehung zweckmäßig. So gewählt ist. In Holland 2. B. trifft man zuweilen auch eine Pflanzung von Frühkohl und Sellerie.
.

F
‚_ -. zeigt Schema I Salat: und So zeigt Schema ITT Wirsing und Blumenkohl abwechselnd und mit einer Selleriezwischen:
MAI.
Kohlrabipflanzung jeweils pflanzung im Juni. Bald nach dieser Zwischenpflanzung wird der Wirsing geerntet und ent:
JUNI. in 6 Reihen abwechselnd. sprechende Zeit darnach auch der Blumenkohl. Es steht dann der Sellerie allein da. Der Sellerie
Auf einem großen Salat: ist sehr dankbar, wenn er in der Jugend schattig und feucht stehen kann, er fordert aber später

D
JUL1.
Aueug'r.
feld in geschlossenem viel Sonne und Luft. Es wird die Ansicht vertreten, daß der seiner Reife entgegengehende Kohl
SED‘F Stand treten viel eher durch Selleriezwischenpflanzung eine bessere Würze erfährt. Sellerie, unmittelbar in die Reihen
. Krankheiten auf, der von Erbsen gepflahzt, entwickelt sich meistens vorzüglich, wird aber erst in die Erbsenreihen ge:
pflanzt, wenn diese die ersten Schoten zu bilden beginnen. Umgekehrt ist bei einer Sellerie:

P
OKTOBER.
Drahtwurm frißt von ge:
Nox/Emo. wissen Punkten aus weiter pflanzung als Hauptkultur das Einsäen einzelner Streifen von Erbsen sehr zweckmäßig.
und kann häufig die ganze Wird beabsichtigt ein Feld Kohl anzubauen, so sei ein Beispiel dafür in Schema IV und V
Ernte in Frage stellen. gegeben. Schema IV ist mehr für gärtnerische Nutzung des Landes gedacht, Sie zeigt eine Vor:
Steht ein Beet Kohlrabi kultur von Spinat, zwischen welchen später Bohnen gelegt werden, abwechselnd mit Auspflanzungen

r
dazwischen, so ist die Ge: von Rotkohl und Weißkohl. In diesem Falle werden die Bohnen vorgekeimt und dann gepflanzt.
fahr nicht so groß, da Ich habe das Vorkeimen 10 bis 12 Tage vor Vollmond, die Pflanzung 2 Tage vor Vollmond

te
der Drahtwurm vor den vorgenommen und glaube dadurch eine frühere und auch kurze Ernte erreicht zu haben. Durch
härteren ‚Kohlrabiwurzeln das frühe Räumen der Bohnen wird der Kohl gerade in seiner üppigsten Wachstumperiode frei:
haltmacht. Aber auch pilz: gestellt, was für die Kopfentwicklung sehr wichtig ist.
lidie Schädlinge, die sich Schema VI zeigt den Anbau von Frühkartoffeln und Rosenkohl. Als Frühkartoffel werden
in der Salatfäule zeigen, vorteilhaft holländische Erstlinge verwendet in einer Reihenentfernung von 50 cm oder Böhm's

as
sowie audi Meltau, finden Allerfrüheste in 60 cm Reihenentfernung. 'NaCh je zwei Reihen Frühkartoffeln wird eine Reihe
im Kohlrabi keine Le: Rosenkohl ebenfalls in 50 cm Reihenabstand gepflanzt. Nach der Kartoffelernte entwickelt sich
bensgrundlage. Zwischen der Rosenkohl sehr schön. Die Zwischenräume werden mit Spinat, Endivien, Salat usw. aus:
den angeführten Pflan: genützt. , _
zenreihen werden im Mai Es lassen sich gewiß noch viele Beispiele von Mischkulturen anführen, aber diese Beispiele
mw
.
JUNI.
JUU'
AUGUST.
M
Gurken in der Weise,
wie das Schema zeigt,
angepflanzt. Die Gurken
finden zum Anwachsen
unter den Salat: und
Kohlrabiblättern die nö:
genügen als Anregung. Sehr erfreulich ist bei den Mischkulturen, daß neben einem gesunden
Wachstum auch eine erhöhte Bodenrente herbeigeführt wird. Die Misdikulturen bezwecken eine
ständige und volle Begrünung des Landes, fördern sich gegenseitig im Wachstum, halten den
Boden in seiner Lebendigkeit und verhindern das seuchenhafte Auftreten von Schädlingen sowohl
tierischer wie pilzlicher Art.
in
gem. tige Feuchtigkeit und den
— Schatten. Mit Vorteil legt
man Bohnen an die Kari:
Em typischer Gegner
0ngm
NOVÜMQ'
ten der Beete, die nidit
JuniGurken
ZÜMN‘ - den während Dipl.:Ing. Pelikan
??ääüfich. ääé'ääfifä'i. 1323333?"
3x3f'ä'c'lrihcfi'355’glääkü. 32;
und Juli Schutz .
ed

Am 26. Juli fand in Göppingen die Sommertagung des Landesverbandes Württemberg


& GUDKEN. A: KAROTFEN-
:ESE;EäEL. & EEL.LEÜ1£. @ KADTOFFCL. bieien‚ Sondern sid] audi
unmittelbar als wachs: des Reichsverbandes für Deutschen Gartenbau statt. Von den vielen Referaten hatte eigentlich nur
ein einziges die praktische Gärtnerarbeit selbst zum Inhalt und das hieß: Die biologisch:dynamische

df .. cl . G ken erwersen.
.
Ende Juni. Wird.
noch Rosenkohl
.
in .
die Bohnenre1„ in _
'hen im
und die sphäroelektrische Düngung. Der Vortragende, Dr. Wolf von der Stuttgarter Land.-
tAlirl ds fchrricd€3fin 50 cth gesilzt.
Die wachstumsfördernde Eigenschaft, die
mehr oder weni<$8r großem Maße besitzen, kommt dem im Jugendstad1um befindlichen Rosenkohl
alle Schmetterlingsbluher
zu:
wirtsdiaftskammer, den] die Zuhörerschaft wegen des Themas gespannteste Aufmerksamkeit ent:
gegenbrachte, und der damit für diesen Vortrag eine große Verantwortung übernahm, sprach eine
at

gute. Sobald
die Bohnen abgeerntet sind, entfaltet er sich uppign da, Wie die Abbildung zeigt, Stunde über die biologisch:dynamische Wirtsdaaftsweise und etwa 10 Minuten über die sphäro:
die Im Schutze des Rosenkohlssind,
Reihenabstände weit gewählt und dadurch eine gute Ausbildung der Rosen}gewahrletsten.
wiederum können auf diese Weise die Gurken bis spat in den
elektrische. Nach den anfänglichen Ausführungen des Vorsitzenden der Versammlung sollte kein
Gegner und kein Anhänger, sondern ein angeblich neutraler Fachmann zu Worte kommen. Jede
Herbst hinein ertragfähig gehalten werden. Erfahrungsgemäß lassen Sich Wurzeln oder Knollengfi
#

Diskussion wurde von vornherein schon vor Beginn der Versammlung abgelehnt. Konnte das
re

und Blattgemiise abwechselnd sehr gut anbauen, z. B. Mohren oder Sellerre mit Spinat, tote sdion bedenklich machen, so brachte bereits die erste Viertelstunde Klarheit über die Absicht des
Rüben mit Salat.
C
:175—
—174—

r
Vortragenden: Die biologisch:dynamische Sache vor der gesamten württembergischen Gärtnerschaft 2. Die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise lehnt weder die „materialistische“ nodi irgend.-
durch Aufridrtung eines Zerrbildes von ihr unter dem Schein der Sachlichkeit lächerlich zu madien. eine exakte \Wissenschaft ab; sie wird Sidi nur über die Gebietgrenze klar, innerhalb welcher die

to
Die neue Wirtschaftsweise sei durch Rudolf Steiner als eine Verbindung von Religions: Methoden einer Wissenschaft riditig sind; und über die Art der Veränderung und Fortentwickelung,
philosophie mit Landwirtschaft ins Leben gerufen worden. Sie iehne die materialistisdie Wissenschaft die die Methode erfahren muß, wenn vom Forschungsgebiet des Physikalisch:Chemischen und
ab, arbeite darum nidit mit groben Stoffzusätzen, sondern mit Strahlungen, die von verschiedenen Unbelebten in das des Lebendigen übergegangen wird. Wenn man sich über die Grundfrage klar
geworden ist: Was ist der wesenhafte Untersdiied zwischen Lebendigem und Unbelebtem dann
#

Pflanzen, Kamille, Brennessel, Löwenzahn, Eichenrinde, Schafgarbe ausgingen. Sie führe einen
erst ist der fruchtbare Ausgangspunkt für eine Diskussion gegeben. Dr. Wolf sei die kleine

di
erbitterten Kampf gegen den Kunstdünger, von dem sie behaupte, daß er die Pflanzen, Tiere
und Menschen vergifte. Der Versudi, manche Erkrankungen des modernen Menschen auf die Schrift von Dr. Poppelbaum „Der Bildekräfteleib der Lebewesen als Gegenstand wissensdiaftlicher
durch die künstliche Düngung verschlechterten Nahrungsmittel zurückzuführen, sei aber abwegig, da Erfahrung“ zum gründlichen Studium anempfohlen.
bekanntlich in früheren Zeiten Pest, Cholera etc. unter einer Menschheit gewütet hätten, die sich 3. Die Unschädlichkeit giftiger Saatbeizen damit zu begründen, daß es früher audi schon
noch nidit künstlicher Dünger, Saatbeizen etc. bedient hätte. Durch Vorträge von Professor Pest und Cholera gegeben habe (die bekanntlich keine aus der Art der Ernährung stammende

E
Neubauer ginge außerdem hervor, daß die biologisch:dynamisd1e Düngung qualitätsschädigend wirke. Krankheiten darstellen), kommt dem Verfahren gleich 2. B. moderne Kriegswaffen für harmlos
Außerdem gebe man die Zusammensetzung ihrer Präparate nicht bekannt, arbeite also mit Geheim: zu erklären, weil früher audi schon Leute gestorben seien. Ein solches Denken und solche Ein:
mitteln. Dann werde die Einwirkung aller möglichen Gestirne behauptet, was schon dazu geführt wände zeugen wahrhaftig nicht von exaktem Denken.
habe, daß durch das Befolgen der Regel, 3 Tage vor Neumond Kartoffeln zu legen, während der 4. Wie Dr. Wolf dazu kommt, der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise qualitätsschädigende
Boden sehr naß war, verheerende Wirkungen eingetreten seien.

F
Folgen in die Schuhe zu schieben, ist umso unerfindlicher, als die Tatsachen sehr deutlidi eine
Die ätherischen Bildekräfte, überhaupt alles, was an der Pflanze über das unmittelbar sinnlich ganz entgegengesetzte Sprache sprechen. Ich erinnere nur an die Qualitätserfolge_ bei Weizen,
Wahrnehmbare hinaus wirkt und sie dadurch vom Leblosen unterscheidet, kamen bei Dr. Wolf Gerste, daraus hergestelltem Malz, Hopfen, Gemüsen und anderen Produkten der Gärtnerei, Brot,
besonders schlecht weg. Ubersinnlicli heißt ihm nidit, wie uns, schlicht und einfach: nicht durch Milchprodukten, Arzneikräutern und vielem anderen. Allerdings berief sich der Vortragende nicht

D
die Sinneswerkzeuge wahrnehmbar (wie z. B. das menschliche Denken, das jeder an sich. bemerkt, auf eigene Erfahrungen, Versuche und Prüfungen, sondern einzig auf die Vorträge zweier Gegner:
aber nidit durch die Sinnesorgane) sondern: unerforsdilidi, dunkel, mystisch, exakt nidit faßbar. Professor Neubauer und Landwirtschaftsrat Gaul und stellte sich somit in Gegensatz zu den Be:
#

Es war das alte Rezept: Erst wird ein Zerrbild von Anthroposophie und biologisch:dynamischer hauptungen des Vorsitzenden, weder Gegner nodi Anhänger, sondern einen „neutralen Fachmann“
Wirtschaftsweise aufgerichtet, und dann wird es nach Kräften lächerlich gemadit. Dabei behauptete zu Worte kommen zu lassen. Fachmann der biologisdi:dynamische Wirtschaftsweise ist na:

P
der Referent, selbst Gegner der einseitigen Kunstdüngerwirtschaft zu sein und mandies Gute türlich nur der, der sie aus eigener Erfahrung gründlich kennt. Es wurde durch dieses Verfahren
an der neuen Richtung anzuerlcennen. Nur vermisse er eine exakte, wissenschaftliche Theorie der des Vortragenden in nidit sehr wissensd‘raftlicher Weise der „Glaube an die Autorität“ vor die
oftmals guten Wirkungen der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise. Er unternahm es nun Mahnung zu eigener Prüfung gestellt und alle anwesenden Gärtner wurden dadurch aufgefordert,
eine solche zu liefern, und verbreitete sich zu diesem Zweck über die Wirkung der Spritzpräparate in gleicher \Weise zu verfahren.
500 und 501. Ihr guter Einfluß komme nidit durch die unverständliche, unwissenschaftlich be:

r
5. Durch den Vortrag klang immer wieder die vorwurfsvolle Frage durch, warum man die
hauptete „Belebung“ des Bodens durch „Lichtätherwirkungen“ und dergl. zustande, sondern durch versd1iedenen Präparate etc. nicht der Nachprüfung durch die Wissenschaft übergebe. Dabei

te
physikalisch und kolloidchemisdi genau erfaßbare Vorgänge. Löslidie Kieselsäure in derselben ist Dr. Wolf doch die Existenz der Forschungslaboratorien in Dornadi selbst bekannt. Dort wird
Verdünnung wirke ebenso, wie das viel zu umständlich zubereitete Präparat 501, Ebenso sei die die Methodik entwickelt, die ihrem Forschungsgegenstande, der biologisdi:dynamisdien Wirtschafts:
Art, wie in den Pfeiffersclien Versuchen die Regenwürmer auf versdiiedene gedüngte Boden: weise, wahrhaft angemessen ist. Wahre Wissenschaftlichkeit besteht nur darin, daß die Methodik
arten reagierten, aus rein kolloid:chemischen Vorgängen zu erklären und sage garnichts über den ganz aus dem Wesen des zu erforsdienden Gegenstandes und aus nichts anderem gewonnen
„bodenbelebenden“ Wert der biologisch:dynamischen Düngung aus. Daß solche Versuche nur ein wird. Trotzdem aber nach der Meinung des Vortragenden die Resultate der in seinem Sinne

as
#

Teil viel umfassenderer Versuchsreihen sind und mit deren Ganzem im Einklang beurteilt werden gemeinten Wissenschaftlichkeit noch nicht verlagert, und er uns aufforderte in solcher Richtung
müssen insbesondere mit alledem, was über Gesundheit, Ertrag, vorzüglidie innere Qualitäts: Sdiritte zu unternehmen #, fällte er seine ablehnenden theoretischen Urteile Sdion im voraus.
eigensd1aften auf biologischen Böden gebauter Pflanzen, über Bodenstruktur, Bakterienleben etc. Andererseits gab er aber eine Menge von Versuchen an, die wir anstellen sollten, um seine
biologisdier Böden in so reichlichem Maße bekannt gegeben werden ist, und was der Vortragende theoretischen Zweifel zu lösen. Ein Beispie11 Bei der Besprechung der Wirkung des Präparats
kurze Zeit vorher bei einem stattgefundenen Besudi biologisdaer Güter gründlich kennen lernen 501 machte sich der Vortragende darüber lustig, daß der feinst verriebene Quarz in einer organisdien
konnte, wenn er wollte
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von alledem war nidit die Rede.


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In ähnlich oberflächlicher \Veise wurde auch die sphäro:elektrische Düngung behandelt
Pflanze auch ein sehr komplizierter elektrischer Apparat,‘ einem Radio.-Empfänger vergleichbar.
Die Grannen der Getreideähre seien Antennen
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aber audi die Blätter anderer Pflanzen


Aufnahme elektrischer Energien; da man aber die Wellenlänge der einzelnen Pflanze nidit kenne,

rnit der ja die biologisdi:dynamisdre Wirtschaftsweise gar nid1ts zu tun hat. Zweifellos sei ja die
#
#

zur
Hülle gewissen kosmischen Einwirkungen ausgesetzt werden sollte; das sei ganz überflüssig, die
Wirkung komme schon durch die feine Zerteilung zustande, sei einfach ein chemisches Phänomen.
Man würde dasselbe erzielen, wenn man statt des Präparats 501 dieselbe Menge diemi3ch löslich
gemachter Kieselsäum verwendete. Hier ist eine Behauptung aufgestellt, die wissenschaftlidi nur
durch den Versuch bewiesen werden kann. Diesen Versuch hat aber Dr. Wolf nidit ausgeführt,
vielmehr uns zugeschoben; aber sein Resultat im Urteil vorweggenommen. Das ist aber das
in
seien die sphäro:elektrischen Versuche von vornherein zum Mißlingen verurteilt; die praktisdie Gegenteil von Wissenschaftlichkeit. Wenn der Versuchsring alle die Experimente machen sollte,
Erfahrung habe auch keine Erfolge aufweisen können. Gerade an den Anschauungen, die Dr. die alle Bedenken jedes Zweiflers zerstreuen, so käme er vor lauter Experimentieren zu gar keiner
Wolf über die Pflanze als Radio:Apparat entwickelte, und die nidit nur von uns, sondern audi praktischen Arbeit; und seine Hauptaufgabe ist die praktische Landwirtschaft und Gärtnerei.
von jedem exakten Physiker der Gegenwart abgelehnt würden, zeigte sich Dr. Wolf als ein mehr Wer solche Versuche anregt, möge sie audi selbst durchführen.

phantasievoller als gründlidier Referent. 6. Ferner wird behauptet, die Präparate der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise seien
Derartige Vorgänge sind ein Beweis für die Bedenkenlosigkeit unserer Zeit, über alles das Geheimmittel, durch deren Handel irgendwelche Leute Geld verdienen wollten. Dem gegenüber
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zu reden, was man zu bequem ist, vorerst gründlich in allen Einzelheiten kennen gelernt zu haben. muß festgestellt werden, daß Zusammensetzung und Verwendungsart der Präparate jedem mit:
Den vagen Behauptungen Dr. Wolfs seien nur einige kurze Feststellungen entgegengestellt: geteilt werden, der damit prakti3di arbeitet und zeigt, daß er die neuen Methoden beherrscht.
1. Die biologisch:dynamische Wirtsdiaftsweise ist nicht als eine „Verbindung von Religions:
philosophie und Landwirtschaft“ durch Rudolf Steiner in die Welt gestellt worden; dies ist nicht Das genügt dodi vollständig! Sie Leuten mitzuteilen, die gar nicht damit arbeiten wollen, und
im voraus überzeugt sind, daß an der ganzen Sache nichts ist, und die gar nicht den Willen
nur sinnlos, sondern auch notorisdi unwahr. In Wahrheit ist sie durch den Koberwitzer Kurs zu ernsthafter, exakter Priifung haben, ist dodi ein überflüssiges Beginnen.
als Folge der Aufforderung, vielmehr Bitte praktisdier Landwirte und Gärtner an Rudolf Steiner
at

begründet worden. Diese, durchaus erfahrenen Praktiker, waren durch die gegenwärtigen Methoden ?. Seltsam ist das Verhalten der Gegner gegenüber der biologisch:dynamischen Wirtschafts:
weise, wenn diese Feststellungen über die Einwirkungen der Gestirne auf die Pflanzenwelt madit,
an einen toten Punkt gekommen wie die gesamte deutsche Landwirtschaft überhaupt; sie hatten
#

bzw. Entdeckungen Rudolf Steiners, die sie exakt nachgeprüft hat, weitergibt. Hier handelt es
dies nur vielleicht etwas früher bemerkt. Sie forderten Dr. Steiner auf. Die Sadie so darzustellen,
als hätte Rudolf Steiner ein theoretisches System aufgebaut und dann dafür Anhänger gesudit, sich doch um ganz exakte Angaben, die jeder, der davon hört, audi nadrprüfen kann. Mir ist
aber kein Fall bekannt, in dem ein Gegner so gewissenhaft gewesen wäre. Weil aus den Ge.—
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heißt die Tatsachen verdrehen.


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—176—

danken, die man sich bisher über die Stellung und Bedeutung z. B. des Mondes im Kosmos ge:

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bildet hat, nicht hervorgeht, daß dieser eine irgend bedeutungsvolle Wirkung auf das Pflanzen:
wad1stum haben kann, so hat er eben für solche Leute keine auch wenn die Tatsachen hundert-

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»—

mal das Gegenteil beweisen. I\/I_ir trat einmal ein Gärtner entgegen, mit dem ich ein Jahr zuvor
über die Wirkung des Mondes auf die Pflanzen gesprochen hatte. Damals hat er nach langem

MonätsschriftWirtschaftsweise für
Überlegen gemeint: „Ha, es ist schon etwas dran“. Ich riet ihm zu Versudien; denn er sollte
weder mir noch einem Gegner glauben, sondern nur der Sprache der Tatsachen. Nach einem
Jahr traf ich ihn wieder. „Ich habe sehr oft über diese Dinge nachgedacht“ sagte er „aber

jetzt glaube ich, der Mond kann doch nicht wirken.“ Hätte er nur ein Zehntel—der Zeit, die er — biologisch:dynamische

Ed
aufs Grübeln verwandte, einem praktischen Versuch zukommen lassen, so wäre er nicht zum Glauben (früher Mitteilungen des landwirtschaftlichen Versuchsringes
und Unglauben, sondern zum Wissen über diese Dinge gekommen. Ist es denn so schwierig, der Anthroposophisd'ren Gesellschaft)
sich ein längeres Beet mit gleidimäßiger Erde zuzurichten und darin vom Frühling an bis in den Alle 12echte vorbehalteri. Nachdruck
:

verboten!
Herbst jeden Tag eine Aussaat von einem auf Gleid1mäßigkeit gut überprüften Saatgut, z.B.
Buschbohnen, ca. 10 Stück für jeden Versudi, zu machen; die Erde gleichmäßig feucht zu halten, Herausgeber: Versuchsring anthroposophiscl'ier Landwirte in Deutschland e. V,
den Platz so zu wählen, daß alle Pflanzen gleichmäßige Belichtung bekommen; und dann fest: 5dnrit’i‘leitung: Dr_ B. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
zustellen, wie die Keimung vor sich geht, und wie der Durchschnitt des Längenwachstums für Dipl.:lng. i“. Dreiderx, Bad Saarow (Mark)
jeden Einzelversud1 nach einer bestimmten Anzahl Tage nadi der Aussaat ist? Wenn man das Geschäftsstelle. Dr. B. Bartsch, Bad Saar0w(M©rlci Dostsdaedckonto: Breslau 36266

DF
genau durchführt, wird man sdion sehen, wie die in der Volmondzeit gesäten Bohnen die knapp
Nr. 1 Januar 1952 "z”;iahrg.
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vor Neumond übertreffen, sowohl in der Art wie sie keimen, wie audi in der Wachstumsge:
sd1windigkeit.
Der ganze Vortrag Dr. Wolfs war das Eingeständnis eines Mannes, daß er die biologisch:
dynamisd1e Methode nidit begriffen habe; sowie der Versuch Autoritätsgläubigkeit anstelle des
Willens zu gewissenhafter Prüfung zu setzen. Raubbau einst und heute ‘—
Signale fur came neue Pflanzenernahrung
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Gäste auf.

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Dipl.—Landwirt J.‘ Vo e gele
\Wie sich wissensdiaftliche Ansid1ten über verschiedene Naturvorgänge im Laufe der Zeit
gewandelt haben, so wandelte sich die Ansicht über die Vorgänge, weldie bei der Pflanzener:
nährung eine Rolle spielen. Unsere heutige Pflanzenernährungslehre fiihrt in ihren wesentlichen
Punkten auf den vor nahezu hundert Jahren lebenden Forscher Liebig zurück. Liebig hatte dazu:
ohne Zucher5usatj, mit Herrliche Waldungen. mal mit seinem in der Landwirtschaft gleichfalls rührnlich bekannten Zeitgenossen Albrecht Thaer
Moslmax— Feine Küche, auf Wunsch vegetarisdi. einen heftigen Kampf auszufechten. Aus der Beobachtung heraus, daß Humus überall im Boden
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Kleinkeltern Pensionspreis gefunden wird, wo die Erdoberfläche eine Pflanzendedce trägt und üppigstes Wachstum darin ent:
(Obstmiihle und Presse sind ein Stüd'c) steht, wenn die Humusschicht im Boden mächtig ist, war Thaer zu der Meinung gekommen, daß
Fordern Sie kostenlos ausf. Broschüre die Pflanzen Frohwüchsigkeit soweit entfalten, als ihre \Y/urzeln Humus im Boden antreffen,
„Fliissiges Obst“ mit Süßmostre3epten. ja daß sie überhaupt nur existieren können, wenn Humus vorhanden ist.
Hans Kaltenbach, Mostmaxfabrih Dieser Theorie von Thaer setzte Liebig seine Mineral:Theorie gegenüber. Besonders an:
gelegte Versuche haben späterhin*) gezeigt, daß sich eine Pflanze vollständig und reich ohne jeg:
Lörrach/Baden. lidien Humus entwickelt, sofern man ihr, bestimmte in Wasser loslidie Mineralstoffe verabreicht.
Ma

Sand, gut durchgegliiht, sodaß daraus sämtliche Humusstoffe entfernt sind, erlaubt z, B. einem
Hafer, der darin angesarnt und mit destilliertem \Wasser begossen wird, nur ein kümmerliches und
G a r t n e r 1n Winterharte De m eter- unvollständiges Wachstum. Begießt man den Hafer mit einer entspredienden .Nährlösung, die
durch Zusatz bestimmter Mineralstoffe, wie z, B. Kali, Kalk, Magnesia, wenig Eisen, Phosphor:
32 Jahre alt erfahren in der biologisch- dyna:
mischen Wirtsd1aftsweise,
sucht Stellung.
Blütenstauden Säure, Schwefelsäure und Stickstoff in Form wasserlüslicher Salze zu dem destillierten Wasser
gewonnen wird, so wächst der Hafer in dem geglühten Sand bis zur reifen Frudit und entwickelt
eine üppige Pflanze. Solche und ähnliche Versuche haben nidit nur dargetan, daß Humus für

li
das Pflanzenwachstum nidit absolut nötig ist, sondern sie. haben die Theorie e1härtet, daß eine
Zusdiriften unter K A 9 an die Geschäfts: Kräftige, pikierte, Pflanze alles hat, was sie zu1 Entwicklung braucht, wenn ihr auße1 Feuchtigkeit, Luft und Wärme
stelle dieser Zeitung erbeten.
gut bewurzelte die wassc1los1chen Minerallstoffe Stickstoff, Phosphorsäure, Kali, Kal,k Magnesia und Spuren
in

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Norddeutscher Bauernsohn,
Erdbeerpflanzen von Eisen zur Verfügung stehen und daß z. B. der Humussubstanz nur soviel Wert für die
Pflanzenernährung beizumessen ist, als sie selbst diese genannten Stoffe in loslicher Form enthält.
Die Mineralstoff:Theorie war zunächst durch das Experiment wissenschaftlich bewiesen und
100 Stück 3„ RM errang gegenüber der Humustheorie den Sieg.
theoretisdi und praktisch gut durchgebildet, seit Es ist bekannt, welche Umwälzung die Liebig’sche Theorie in der Landwirtschaft hervor.-
dem 1. April 1930 auf einem Gute mit bio:
gerufen hat. Im Zusammenhang mit der chemischen Analysierung der Pflanzensubstanzen ergab
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logisdi:dynamischer Wirtschaftsweise tätig,

_ K. SChW8 I’Z
sich aus ihr die Forderung nad1 dem gesdilossenen Stoffkreislauf, weldier besagt, daß die Mineral:
sucht seinen jetzigen Verwalter: oder Mit:
arbeiterposten zum Herbst d. J. zu verändern.
Gefällige Zuschriften unter A. R. 9 an die Ge:
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Max
Birkenhof, Worpswede
stoffe, die von der Pflanze aufgenommen werden, an den Ackerboden entweder direkt „ oder
indirekt über Tier und Mensch —
wieder zurückgelangen müssen. Man erkannte, daß in der
Landwirtschaft Raubbau getrieben wurde. Jedes Jahr entzog man rnit der Ernte dem Boden
sc’näftsstelle dieses Blattes erbeten. Pflanzennährstoffe. Nur ein Teil derselben kommt durch l\/Iist und Jaudi_e an den Boden zurück.
Ill||l „
*) Siehe Kr;yniomstri, Philosophie der Landwirtschaft.
Buchdrudrerei Bruno Schauer, Breslau 5, Gräbsd1enerstr. 58.
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