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danken, die man Sidi bisher über die Stellung und Bedeutung z. B. des Mondes im Kosmos ge:
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bildet hat, nicht hervorgeht, daß dieser eine irgend bedeutungsvolle Wirkung auf das Pflanzen:
wachstum haben kann, so hat er eben für solche Leute keine audi wenn die Tatsachen hundert:

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mal das Gegenteil beweisen. Mir trat einmal ein Gärtner entgegen, mit dem ich ein Jahr zuvor -«
über die Wirkung des Mondes auf die Pflanzen gesprochen hatte. Damals hat er nach langem
Überlegen gemeint: „Ha, es ist schon etwas dran“. Ich riet ihm zu Versuchen; denn er sollte
Monatsschrift für

weder mir noch einem Gegner glauben, sondern nur der SpraChe der Tatsachen. Nach einem
Jahr traf ich ihn wieder. „Ich habe sehr oft über diese Dinge nachgedacht“ sagte er
jetzt glaube ich, der Mond kann dodr nicht wirken.“ Hätte er nur ein Zehntel—der Zeit, die er

„aber biologisch:ciynamische Wirtschaftsweise
aufs Grübeln verwandte, einem praktischen Versuch zukommen lassen, so wäre er nicht zum Glauben rirüher Mitteilungen des iahdwirtschaftiiohen Versuchsr‘inges
und Unglauben, sondern zum Wissen über diese Dinge gekommen. Ist es denn so schwierig, der Anthroposophischeh Qeseflsdaaft)
sich ein längeres Beet mit gleichmäßiger Erde zuzurichten und darin vom Frühling an bis in den *Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verboten!
Herbst jeden Tag eine Aussaat von einem auf Gleidrnräßigkeit gut überprüften Saatgut, z. B.

Busdrbohnen, ca. 10 Stüd< für jeden Versuch, zu machen; die Erde gleichmäßig feucht zu halten, Herausgeber: Versuchsring anthroposopmsdier Landwirte in Deutschland e. V.
den Platz so zu wählen, daß alle Pflanzen gleichmäßige Belid1tung bekommen; und dann fest: Schriftleitur‘xg: Dr. E. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
Dipl.:lng. F. Dreidax, Bad Saarow (Mark)
zustelten, wie die Keimung vor sich geht, und wie der Durd1schnitt des Längenwad15tums für
jeden Einzelversurh nach einer bestimmten Anzahl Tage nach der Aussaat ist? Wenn man das Geschäftsstelle. Dr. E. Bartsch, Bari Saarow(Mark) Dosischecklsorrto: Breslau 56266
genau durchführt, wird man schon sehen, wie die in der Vollmondzeit gesäten Bohnen die knapp
Nr. 1 Januar 1932
7

vor Neumond übertreffen, sowohl in der Art wie sie keimen, wie auch in der Wachstumsge:
sdtwindigkeit.
Der ganze Vortrag Dr. Wolfs war das Eingeständnis eines Mannes, daß er die biologisch:
dynamisdre Methode nicht begriffen habe; sowie der Versuch Autoritätsgläubigkeit anstelle des
Willens zu gewissenhafter Prüfung zu setzen. ‘ Raubbau einst und heute ‘—
Signale fur eine neue Ptlanzenernahrung
.? Dipl.:Landwirt J.‘ V o e gele
Gesunde ®hslsäfie s ch 1 0 ß 9 u Wie sich wissenschaftlidre Ansichten über verschiedene Naturvorgänge im Laufe der Zeit
gewandelt haben, so wandelte sich die Ansicht über die Vorgänge, welche bei der" Pflanzener:
bereiten Sie mühelos selbst
auf kaltem Wege
ohne Zucher3usat;, mit
"» 1 ’
!
Nähe München’s nimmt von Mai—Ok:
Gäsle auf- nährung eine Rolle spielen. Unsere heutige Pflanzenerniihrungslehre fiihrt in ihren wesentlichen
Punkten auf den vor nahezu hundert Jahren lebenden Forscher Liebig zurück. Liebig hatte dazu:
Herrliche Waldungen. mal mit seinem in der Landwirtschaft gleichfalls riihmlich bekannten Zeitgenossen Albrecht Tha er
Moslmax— Feine Küche, auf Wunsch vegetarisch. einen heftigen Kampf auszufechten. Aus der Beobachtung heraus, daß Humus überall im Boden
Kfieinkellern ‚„ Pensionspreis gefunden wird, wo die Erdoberfläche eine Pflanzendecke trägt und üppigstes Wachstum dann ent:
(Obstmühle und Presse sind ein Stück) inkl. Nachmittagstee 4,50 M und 5,— M. ”'j steht, wenn die Hunmssdticht im Boden mächtig ist, warThaer zu der Meinung gekommen, daß
‚'
Fordern Sie kostenlos ausf. Broschüre Zuschriften unter die Pflanzen Frohwiichsigkeit soweit entfalten, als ihre \Wurzeln Humus im Boden antreffen,
„Flüssiges Obst“ rnit Süßmostre3epten. ja daß sie überhaupt nur existieren können, wenn Humus vorhanden ist.
Dieser Theorie von Thaer setzte Liebig seine Mineral:Theorie gegeniiber. Besonders an.-
Hans Kaltenbach, Mostmaxfabrih gelegte Versuche haben späterhin*) gezeigt, daß sich eine Pflanze vollständig und reich ohne jeg:
Lörrach/Baden. lichen Humus entwickelt, sofern man ihr, bestimmte in Wasser lösliche blineralstoffe verabreicht.
Sand, gut durchgegliiht, sodaß daraus sämtliche Humusstoffe entfernt sind, erlaubt 2. B. einem
Hafer, der darin angesamt und mit destilliertem Wasser begossen wird, nur ein kümmerliches und
Gärtnerin Winterharte Demeter- unvollständiges Wachstum. Begießt man den Hafer mit einer entsprechenden .Nährlösung, die
durch Zusatz bestimmter Mineralstoffe, wie z. B. Kali, Kalk, Magnesia, wenig Eisen, Phosphor:
32 Jahre alt, erfahren in der biologisd1:dyna:
mischen Wirtschaftsweise,
sucht Stellung.
Blütenstauden säure, Schwefelsäure und Stickstoff in Form wasserlöslicher Salze zu dem destillierten Wasser
gewonnen wird, so wächst der Hafer in dem geglühten Sand bis zur reifen Frucht und entwickelt
eine üppige Pflanze. Solche und ähnliche Versuche haben nicht nur dargetan, daß Humus fiir

|
Zuschriften unter K A 9 an die Gesdräfts: Kräftige, pikierte, das Pflanzenwadtstum nicht absolut nötig ist, sondern sie haben die Theorie erh'a'rtet, daß eine

|]
stelle dieser Zeitung erbeten.
Pflanze alles hat, was sie zur Entwicklung braucht, wenn ihr außer Feuchtigkeit, Luft und Wärme
gut bewurzelte die wasserlöslichen Mineralstoffe Stickstoff, Phosphorsäure, Kali, Kalk, Magnesia und Spuren
illlli

Norddeutscher Bauernsohn,
"
Erdbeerpflanzen von Eisen zur Verfügung stehen und daß z. B. der Humussubstanz nur soviel Wert für die
Pflanzenernährung beizumessen ist, als sie selbst diese genannten Stoffe in löslicher Form enthält.
Die Mineralstotf:Theorie war zunächst durch das Experiment wissenschaftlich bewiesen und
100 Stück 3,_ RM errang gegeniiber der Humustheorie den Sieg.
theoretisdq und praktisch gut durchgebildet, seit Es ist bekannt, welche Umwälzung die Liebig’sche Theorie in der Landwirtschaft hervor:
dem 1. April 1930 auf einem Gute mit bio:
logisch:dynamisdter Wirtschaftsweise tätig,
sucht seinen jetzigen Verwalter.- oder Mit.- Max K. Schwarz
gerufen hat. Im Zusammenhang mit der chemischen Analysierung der Pflanzensubstanzen ergab
_
sich aus ihr die Forderung nad} dem geschlossenen Stoffkreislauf, welcher besagt, daß die Mineral:
stoffe, die von der Pflanze aufgenommen werden, an den Ackerboden entweder direkt oder

!
arbeiterposten zum Herbst d. J. zu verändern.
Birkenhof, Worpswede indirekt über Tier und Mensch — wieder zurückgelangen müssen. Man erkannte, daß in der
Gefällige Zuschriften unter A. R. 9 an die Ge: Landwirtschaft Raubbau getrieben wurde. Jedes Jahr entzog man mit der Ernte dem Boden
sch'a'ftsstelle dieses Blattes erbeten. Pflanzennährstoffe. Nur ein Teil derselben kommt durdr Mist und Jauch_e an den Boden zurück.
. Illlll
*) Siehe Kr3yniomslri, Philosophie der Landmirtsdraft.
Buchdrudrerei Bruno Scheuer, Breslau 5, Gräbschenerstr. 58.
fi? .
Ein anderer Teil wandert in den jährlich aus dem Betrieb verkauften Nahrungsmitteln in die Städte konzentriert. Von den Vegetatronspunkten, von der Knospe, von allen Teilen, die Eiweiß enthalten,
und geht für die Landwirtschaft verloren. Es bedeutete dieses eine langsame, aber dauernde Ver: muß dasselbe gesagt werden. Entgegengesetzt ist es in der Rinde, im Holz, im Stengel, überhaupt
armung des Bodens an den für das Pflanzenwachstum so notwendigen blineralsalzen. Die El“: in den viel Zellulose enthaltenden Teilen. Hier treten die Kräfte zurück, das Substanzielle schiebt
kenntnis vom Raubbau, welche der nur auf den Stoffhaushalt bedachten Mineraltheorie entsprungen sich in den Vordergrund. Diese Tatsad're wird uns später bei der Betrachtung intimerer Vor:
#

ist, führte im weiteren zur Anwendung der künstlid-ren Düngung, durch welche der Raubbau aus gänge der Ernährung und des Aufbaues der Pflanze dienlich sein können. Ehe wir auf diese
der Welt geschafft und das Pflanzenernährungsprcblem restlos gelöst zu sein schien. Die künstliche intimen Vorgänge eingehen, müssen wir jedoch ein Anderes ins Auge fassen.
Düngung hat dann nicht nur eine starke Verschiebung der Viehhaltung ausgelöst, sondern wirkte Nehmen wir an, es würde ein Landwirt auf einem gleichmäßig guten, stark hunrosen Lehm:
auch stark verändernd in das Kulturarten:Verhältnis der landwirtsd1aftlidten Betriebe und bis in boden, und außerdem auf einem leichteren Sandboden, sowohl Roggen als Weizen je nebenein:
die Pflanzenzucht hinein. Vieles wurde umgemodelt. ander ansamen. Unter sonst günstigen Entwicklungsbedingungen erhält der Landwirt auf dem
Der heutige Erkenntnisstand deutet nun darauf hin, daß es notwendig ist, die Pflanzen: guten Boden etwa einen Ernteertrag pro Morgen:
ernährung audi noch von einer anderen als der rein stofflichen Seite zu betrachten. So wie es bei Weizen ca. 15 Zentner Körner und ca. 23 Zeiitner Stroh
von einem bestimmten Gesichtspunkte aus berechtigt ist zu sagen, daß gewisse Mineralsalze in bei Roggen ca. 10 „ „ „ „ - „ „
einem Boden vorhanden sein müssen, wenn Pflanzen aus ihm aufwad-rsen sollen, so kann auf Auf dem Sandboden würde sich das Ertragsverhältnis zwischen Roggen und \X/eizen wesentlich
der anderen Seite mit derselben Bereditigung gesagt werden, daß ein Boden nur dann Pflanzen.- verschieben. Der \Weizen wird nur kümmerlidi wad13en. Es dürfte auf dem Sandboden etwa
wachstum zeitigt, wenn er ein bestimmtes Maß von Lebendigkeit aufweist. pro Morgen geerntet werden:
' ‘

Macht der eine Standpunkt geltend, daß die Aufgabe der Düngung in der Zufuhr ent: bei W’eizen ca. 5 Zentner Körner und entsprechend ca. & Zentner Stroh
sprechender Mineralsalze zu sehen ist, d. h., daß es ausschließlidt auf Stoffzufuhr ankommt, so bei Roggen ca. 12 „ „ „ „ „ 24 „ „
kann der andere Standpunkt geltend machen, daß die Aufgabe der Düngung vornehmlich in der
Schaffung von Lebensprozessen im Boden bestehen muß, d. h. also, daß es nidit nur auf Stoff: Ein Landwirt baut auf solchen Sandboden keinen \Weizen, weil er weiß, daß er keinen be:
friedigenden Ertrag erhält, aber darauf kommt es hier nidit an. Das jeder Zeit durch Erfahrung
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Zufuhr, sondern insbesondere auf Kräfte ankommt, welche imstande sind, die Stofflichkeit zu
zu belegende Beispiel weist uns daraufhin, daß Weizen und Roggen (es gilt selbstverständlidr
verlebendigen.
Jeder Stoff, weicher einem Prozeß unterliegt, macht eine Zustandsänderung durdt, Von für alle Pflanzen) ihrer Umgebung gegenüber ganz versdtiedene Fähigkeiten haben. Obwohl
dem Roggen im guten Boden dieselben Nährstoffe und dieselben Kräfte zur Verfügung stehen
dem Zustand ist es deshalb abhängig, ob die Tätigkeit der mit dem Stoff verbundenen oder sich
wie dem Weizen, hat er doch nicht die Möglichkeit dieselben Mengen seiner Umgebung zu ent:
verbindenden Kräften stärker oder schwächer ist. Aus den Arbeiten von L. Kolisko über „Die nehmen und sich einzuverleiben. Der \Veizen ist ihm hier an Fähigkeiten weit überlegen. Der Sand:
Wirksamkeit kleinster Entitäten“ wird dies unmittelbar ersichtlich, .
Ein Metallsalz in mäßiger Menge in einen mit Erde und Samen besd‘tickten Topf gegeben, boden bietet dem Roggen wie dem Weizen ebenfalls dieselben Bedingungen an, aber die Fähigkeit
zeitigt bei der einsetzenden Entwicklung des Samens eine maß: und gewichtsmäßig feststellbare, Stoffe der Umgebung zu entnehmen, ist hier beim Weizen geringer. Der Roggen zieht im Sand
unter Umständen mehr als die doppelte Substanzmenge an sich heran. Da die chemische Unter:
wachstumsfördernde \Wirkung. Wird das Metallsalz potenziert, stellt man also mit destilliertem
suchung nicht nur dieselben Stoffe, sondern auch ein erstaunlich ähnliches Verhältnis in der Stoff:
Wasser die erste, zweite, dritte, vierte usw. Potenz ’) her, fügt diese je gleichen mit Erde und gruppierung bei Roggen und Weizen feststellt, kann der große Unterschied der Fähigkeit nidit
Samen beschideten Töpfen zu, beobachtet und registiert das einsetzende \Vachstum, so ergibt sich
durch die Substantialität bestimmt sein. Das Bestimmende kann nicht bei der Pflanzehsubstanz,
ungefähr bis zur 15. Potenz eine allmähliche Abnahme; bei den nächsthöheren Potenzen aber
eine Steigerung des Wachstums Die förderliche Wirkung der Urlösung ist bald überflügelt und sondern nur bei der Pflanzenart gesucht werden.
bei der 26. bis 28. Potenz erreicht die Wachstumssteigerung einen Höhepunkt. Wird die Potenzen: Die spezifische Fähigkeit Stoffe aus, der Umgebung aufzunehmen und in bestimmter Weise
zu den verschiedenen Pflanzengestalten zu formen ist eine Arteigcntümlichkeit und durch diese be:
reihe fortgesetzt, so zeigen die graphisch niedergelegten Beobachtungsergebnisse jene in regelmäßig
rhythmischen Abständen auf: und niedersteigenden Wachstumskurven, weldie durch die Arbeiten stimmt. Wlan könnte von einem Artgenius sprechen, welcher die Fähigkeiten einer Pflanze von
(Jenera_tion zu Generation, von Erbanlage zu Erbanlage trägt. Da jede Fähigkeit der Ausdruck
von L. Kolisko (später auch von anderen Forschern) bekannt geworden sind,
Auf chemisdtem Wege ist bereits bei der 12. Potenz keine Spur Metallsalz mehr fest: einer Kraft oder eines Kraftgebildes ist, muß auch der sogenannte Artgenius einer Pflanze mit
einem solchen Kraftgebilde *) zusammenhängen oder selbst ein solches sein.
stellbar. in der 27. Potenz kann also im gewöhnlichen Sinn von der Anwesenheit stofflidten Werfen wir die Frage auf, weldie Voraussetzungen erforderlidi sind, damit Stoffe des
Metallsalzes keine Rede mehr sein. Sie löst trotzdem ein Maximum an wad13tumsfördernder
Wirkung aus. Bodens und der Luft, aus denen sich der Ptlanzenleib aufbaut, in diesen hineinkommen können,
Durch den Potenzierungsprozeß ist der ursprünglich „„orobstoffliche“ Zustand in einen „fein: so dürfen wir sagen, daß sich erstens die Stoffe der Umgebung in einem der Pflanze entsprechenden,
stofflichen“ Zustand iibergefiihrt worden,
d, h. aufnahmemöglichen
Zustand befinden miissen und zweitens von der Pflanze aus die Fähiokeit
vorliegen muß, Stoffe an sich zu ziehen und an sich zu binden. @

Der hier „grobstofflich“ genannte Zustand ist dadurch charakterisiert, daß sich die Substanz“ Welche Bedeutung gerade dem zweiten Faktor zukommt, kann dem klar werden, welcher
gegeniiber den tätigen Kräften im Übergewicht befindet. Der Stoff ist gewissermaßen ausschlag:
gebender Faktor. lm Verhältnis zur Substanz sind wenig Kräfte aktiv. Das Ergebnis ist eine den Versuch unternimmt, ein chemisch genau nad'igebildetes und auch sonst entsprechend geformtes
kiinstlid‘tes Samenkorn und ein wirkliches Samenkorn in die Erde zu legen. Das künstliche wird
stofflich:daemische Wirksamkeit. vernröge seiner Porosität eine geringe Menge Feuchtigkeit aufnehmen und dann in Zersetzung
Der hier „feinstofflich“ genannte Zustand charakterisiert sich durch ein Zurüdctreten der Sub: übergehen. Das im Wachstum entstandene Samenkorn dagegen wird mit Hilfe seiner Artfähigkeit
stanz. Die Kräfte haben den Vorrang. lm Verhältnis zur Substanz sind viel Kräfte tätig. Das
(ArtgeniusLBildekräfteleib) keimen, wachsen und dabei die Stoffe der Umgebung zum Aufbau
Ergebnis ist eine dynamische, strahlende oder homöopatisdte Wirksamkeit. „Grobstoffliches“ und der Pflanzengestalt nutzen können.
„Feinstoffliches“ ist nicht sdaarf voneinander getrennt. Anfang und Ende gehen langsam in:
einander über. Es holt die Pflanze, was sie braucht, aus dem Boden mit ihren Wurzeln, aus der Atmo:
Schauen wir in der Natur die für die Ernährung der Pflanzen wichtigen Substanzen auf Sphäre mit ihren Blättern. Sowohl „Grobstoffliches“ als audi „Feinstoffliches“ kommt von oben
und von unten an sie heran.
das charakterisierte Verhältnis von Stoff und Kraft an, so sehen wir die wasserlöslidten, salzigen
und kalkartigen Mineralien vornehmlich in „grobstofflicher“ Form, die wasserunlöslid1en bletall: Der Samenzustand, ausgezeichnet durch wenig Stoff: und viel Kräfte:Wirksamkeit, verbindet die
aus dem Mehlkörper des Samenkorns entnommene Substanz mit der aus der Umwelt eindringenden
und Kieselsubstanzen vornehmlich in „feinstofflicher“ Form an die Pflanze herankommen. Feuditigkeit sowie den darin gelösten Stoffen und baut damit das erste Wurzel: und Sproßgebilde
Durch die Prozesse, die sich im Boden abspielen, findet eine fortwährende Verschiebung des
Stoff:Kraft:Verhältnisses statt. In nodr stärkerem Maße verschiebt sich in der Pflanze dieses auf. Letzteres entfaltet alsbald die Blätter. Das Wachstum nimmt seinen Fortgang, indem der
durch die Assimilation erzeugte Ernährungsstrom von oben sich mit dem durch die Wurzeltätißkeit
Verhältnis durch die Lebensprozesse. lm Samen z. B. ist auf wenig Substanz viel tätige Kraft
entstehenden Ernährungsstrom von unten zusammenfindet. Der von oben kommende Sfrom
#

*) Es entspridit einer Verdünnung von 1: 10 die erste Polen},


1 : 100 die zweite Polen; *) Die anthroposophisch:orientierte (ieistcsmissensdiaft (Rudolf Steiner) nennt dieses Krattgebilde „Bildeliräftelcib“
1 : 1000 die dritte Polen}, odcn „Atlierleib“, die es 5usarrtmertset;ertden Kräfte
athcrrsdic‘n Bildchräfte in hosmos, Erde, Mensch“)
„ätherische Bildckräfte“. (Siehe Dr. Günther \Vachsmuth, „Die
1 : 10000 die oierte Potcna „sm.
‚g..

stammt aus dem gasförmigen, der von unten kommende aus dem flüssigen Zustande.
#

Der
Daß z.B. die Nlineraldüngung im Laufe der Zeit die Pflanzen in vieler Hinsicht unfähiger
Pflanzenprozeß vereinigt beide und fiihrt sie in einen festen Zustand über. Die Verfestigung macht, kann aus holgendem hervorgehen: Es ist bekannt, daß eine Pflanze aus dem Boden nur
ändert das Verhältnis von Stoff und tätiger Kraft zu Gunsten des Stoffs. Die Substanzen werden eine begrenzte blenge Mineralsalze aufnimmt, auch wenn ihr viel davon zur Verfügung steht
grober, lagern sich härter werdend in Blättern, Stengeln und anderen Gebilden ab, indem sie
dal) Sie

mehr auf,_als
also ihrer Umgebung Widerstand entgegensetzt.
sie zur Bildung gleich großer Substanzmassen unbedingt brauchen würde. gernez>Dieetwas
Sie nimmt andererseits
Er:
gleichzeitig Kräfte binden und dadurch die Intensität des Lebensprozesses mindern. Die an Sproß
und Wurzel gebildeten Vegetationspunkte entziehen sich dem \i7erfestigungsprozeß, strecken sich tahrung zeigt, daß sich die Aufnahmemöglichkeit leichtlöslicher Mineralsalze im Laufe von Generationen
und lassen so die grober gewordenen Zellulose:reicheren Stoffe zurück, um mit den herausgezogenen steigern läßt. der nie Kunstdünger erhalten hat, kann aus einem kunstdiinger:
l;in Landweizen,
feineren Eiweißarten entwidrclungsfähig bleiben zu können. Die Pflanze wächst. \Viirden die reichen Boden nur relativ wenig aufnehmen und verwerten. Bringt man die folgenden Generationen
fester gewordenen Stoffe nicht zuriid<gelassen, so müßte der Pflanzenprozeß, d. h. \Wad'istum und deSCSg\X/Qll€tl$ jeweils wieder in stark mineralisch gediingten Acker, so kann sich die Salzaufnahme
von Generation zu Generation steigern.*) Da die Mengen:Erträge dabei Größer werden, so sagt
Stoffaufnahmc alsbald aufhören. Das \Wachstum dauert nur so lange, als es der Pflanze möglidi man, daß aus dem Landweizen ein sogenannter Kulturweizen entstanden fst.
ist die kraftgespeicherten Vegetationspunkte der Substanzablagerung zu entziehen. Gewinnt die
Verfestigung aber über den Vegetationspunkt Gewalt, so muß er als Auge, als Knospe oder
Landwmzen
Baut man
auf
nun nebeneinander einen an Mineralsalze gewöhnten Kulturweizen und einen
einem Boden, der von Hause aus nicht besonders reich ist und auch keinen
im Samen in den Ruhezustand übergehen. Die aus dem Boden und aus der Luft fließenden
Ernährungsströme hören auf, wenn in der Pflanze die feinstoffliche Kräftewirksamkeit nicht mehr Kunstdi.inger erhalten hat, so holt der Landweizen mehr aus seiner Umgebung heraus und bringt
überwiegt.
#

Somit werden von den in Regsamkeit sich befindenden Kräften der Pflanze die hoheren
einen sie einenErtrag, als die ansprudisvoll gewordene sogenannte Kulturforum Letztere kümmert
brauchbaren Substanzen aus der Umgebung angesaugt. weil Teil ihrer Fähigkeiten verloren hat, weil sie nid1t mehr mit derselben
Stoffe aus der Umgebung an sich zu ziehen vermag. Der Verlust an Fähigkeit bedeutet Sdiwächuncr
lntensitäf
Wir haben also Folgendes: lm Samen oder Vegetationspunkt große „feinstofflid-re“ (dv:
des Kräftekomplexes, den wir den Bildekräfteleib der Pflanze genannt haben.

——
b

namischc) Wirksamkeit, dadurch einen Ort mit starker Anziehungskraft (Affinität) fiir das „Gröb:
stofflidie“. Substanz lagert sich ab, wird durch die Bildekräfte zu Blättern, Stengeln und anderen
‘ Es ist nun nicht uninteressant, daß Forscher, wie 0. Arrhenius, die Ursache der Gesteigerten
Gebilden geformt. Das „Grobstoftliche“ gewinnt dabei die Uberhand, weil die Kräfte bei der Salzaufnahme ebenfalls in einer Schwächung der Pflanze sehen zu müssen glauben. seinem l>ln
Formung in die Substanz hineinerstarren. Die Affinität für Stofflid'tkeit ist damit gesättigt, die Buch „Kalkfrage, Bodenreaktion, Pflanzenwadistum“, weist Arrhenius Seite 16 daraufhin daß
Pflanze hat ihren Stoffleib ernährt. Da die Ernährungsströme „Feinstoffliches“ mit sich führen, nidit nur Phosphorsäure und sonstige saure Dünger, sondern auch sogenannnte neutrale Salze
erhält der im Vegetationspunkt besonders konzentrierte Kraftkomplex Verstärkung. Dieselbe er: säuernd auf den
Boden wirken. Er schreibt:
möglicht ihm das „Grobstoffliche“ unter sich d. h. zur Ablagerung zu bringen, sich selbst dariiber zu ]„Wenn man einer verdünnten Lösung von HCI mit beispielsweise einem PH von
erheben um so ‚die feinere Stofflichkeit mitnehmend
#

den intensivsten Lebensprozeß zu er: uiigefahr 4, eine neutrale Salzlösung‚ z. B. Na Cl zusetzt, tritt eine starke Ansäueruno ein,
halten, weld'ier durch den aufstrebenden Vegetationspunkt angezeigt wird. Das \Vadasturri wird
deren Größe abhängig ist von der Konzentration der Salzlösung, der
Salzes usw.
des
ü
Zusammensetzunz
fortlaufend. Die Pflanze hat ihren Bildekräfteleib ernährt. Diesen Effekt nennt man starke Salzwirkung und sie wird von einigen Verfassern so
Es liegt im Wesen des „Feinstofflichen“, daß es mehr Kräfte als Stoffe an die Pflanze ab: erklärt, daß durda den Zusatz von Salz die Dissoziation der größeren OH:lonen mehr zurück:
gibt. Ohne diese Kräfte wiirde sich Pflanzensubstanz von dem Mineralischen nid‘if unterscheiden.
gedrängt wird als die der kleineren H:lonen. Die Frage ist noch nid1t vollkommen phy:
Sie würde nicht lebendig sein, sie würde weder den Boden beleben, weder Nährmittel nod'r Heil:
mittel sein können. sikalisch:chemisch klargelegt, aber wir haben einerseits eine Erscheinung, die in reinen Lösungen
ln der Landwirtschaft wird heute viel von Qualitätsprodukten gesprochen. Was sind sie untersucht werden kann und anderseits eine gleidiartige Ersdäeinui'ig in Suspensionen von
anderes, als Nahrungsmittel, die reich an Kräften sind? Wlan spricht von Vitaminenl Trotz der Quarz, Sand, Lehm und Humusboden: Wlan muß unwillkürlich annehmen, daß diese beiden
Phänomene denselben Erklärungsgrund haben.“
selbstverständlid1 vorhandenen stofflich:diemischeti Zusammenhänge welche neuere Forschungen
#

aufzeigen —«
darf die ihr eigentliches Wesen ausmadqende Kräftenatur nicht verkannt werden. Das Phänomen besagt also, daß auch neutrale Salzlösungen im Boden höhere Säuregrade
Wenn die moderne Ernährungslehre das, „Feinstoffliche“ unberücksiditigt gelassen hat, so
konnte dies nur geschehen, weil sie sich einseitig und ausschließlich mit dem Stoff beschäftigte.
veruräa]chen.
ZL1 El' aren:
Seite 62 sucht 0. Arrhenius im selben Buch die Säuresdiäden auf folgende \Weise

Daß mit den Stoffen des Ackerbodens Raubbau getrieben wird, wenn dieser nidit zurückerhält, _ „Es scheint daher die glaubwürdigste Erklärung zu sein, daß der Säuregrad einen oe.-
w13sen Sd1wächezustand“) in der Grenzschicht verursacht; diese läßt große Quantitäfen
was ihm der Mensch durch die. Ernten entzieht, das konnte die Ernährungslehre aufdeckeri, aber
sie mußte ihrem Wesen gemäß blind bleiben gegeniiber dem Kreislauf und Haushalt der Kräfte, von Salz
durdi, und die Funktionen der Zelle werden durch die abnorme Salzaufnahme gestört.“
Die Fähigkeit unserer Kultursorten Salz in erhöhter Menge aufzunehmen mit anderen
#

Wurden einer Landwirtschaft Nahrungsmittel entnommen, so achtete man einzig auf die Unter:
Worten Kunstglünger gut zu verwerten wäre demnach eine höchst zweifelhafte Errun6ensdaaft.
#

bi'echung des Stoffkreislaufes und auf die Notwendigkeit die entzogenen Stoffe wieder zu ersetzen,
aber man vergaß, daß mit den Nahrungsmitteln zugleich audi Kräfte der Landwirtschaft entführt Salz bewirkt Säure, Säure schwächt die Pflanze (deren Selbstbehauptung Gegenüber iffrer Um:
werden. Es muß nicht nur der Kreislauf der Stoffe, sondern auch der Kreislauf der Kräfte ge: gebung), die geschwäehte Pflanze nimmt mehr Salz auf, &

schlossen sein, wenn kein Raubbau getrieben werden soll. Wie einschneidend audi anderweitig sich die Folgen des Raubbaues am Kräftehaushalt be:
In der landwirtsdqaftlichen Praxis hat man sich freilich nicht so ausschließlich an die wissen: merkbar machen, tritt uns mit nidit mißzuverstehender Deutlidikeit aus einer Resolution der inter:
schaftlichen Lehren und Theorien gehalten. Der Bauer wußte immer, daß er seinen Boden durch nationalen Pflanzenzüchter entgegen. Prof. Dr. F. Christiansen:Wenjger bringt in der Zeitsdirift
fur theoretische und angewandte Genetik „Der Züchter“, lll. Jahrgang, Heft f0, diese Resolution
Bearbeitung und Pflege regsam madaen muß und daß er die organische Düngung nicht entbehren
kann. Durch Bodenbearbeitung und organische Düngung werden aber „feinstofflichß“ Wirkungen am Schluß seines Aufsatzes über „Bedeutung der Landsorten für die Pflanzenzüchtung“. Es
ausgelöst, denn das „Feinstoffliche“ ist überall in der Natur wirksam. So vollzieht sich bis zu
einem gewissen Grade der Kräftekreislauf von selbst. Aber es bleibt ein Rest. Der Kreislauf
heißt dort: „Nad1 einer eifrigen Diskussion über die Frage der Landsorten wurde die Ausar:
beitung einer Resolution beschlossen, die dann in der folgenden Form die einstimmige Annahme
ist nicht vollständig. Die mineralische Düngung, durch weldie man den fehlenden Rest des Chemisch: der Generalversammlung der Association internationale des selectioneurs des plantes***) fand:
„Die in Berlin tagende Association internationale des selectioneurs des plantes ist der
}

stofflid1en ersetzt, gibt dem Boden nicht zurüdc, was ihm an Kräften entzogen wird. Diese
Düngung ist am ungeeignetsten um „feinstofflidre“ Wirkungen hervorzurufen. Meinung, daß die Erhaltung der Landsorten unserer Kulturpflanzen heute eine der wid1tigsten
Wer die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise kennt, weiß, daß sie durch die Anwendung pflanzenzüdrterischen Aufgaben darstellt. —

ihrer Dünger:Präparate sowie durch viele andere Maßnahmen bewußt dem Kräftehaushalt in der Die Mehrzahl der Sorten ist heute infolge der Verbesserung der landwirtsdraftlidaen
Kultur in Gefahr des völligen Aussterbens. ln diesen Landsorten steckte aber für de weitere
Landwirtschaft Rechnung trägt. Die Vertreter dieser Wirtschaftsweise geben gegenüber den heute
üblid1en Wirtschaftsmethoden zu bedenken, daß man mit ihnen, ohne es zu wissen und ohne es Pflanzenzüditung ein geradezu unschätzbares und unersetzliches Nlaterial.‘ **) Die
zu wollen, Raubbau an den Kräften des Bodens und damit auch Raubbau an den Kräften der
Pflanzen treibt. Dem Boden, dem man Kräfte raubt, ohne sie zurückzugeben, nimmt man seine 3( EsVom
können auch andere merkwürdige Änderungen des blineralstolt:Haushalts der Pflan3en auftreten.
Lebendigkeit. Mari mindert die Fähigkeiten der Pflanze, wenn man ihr die Kräfte nicht gibt, die
+*,)Y Verfasser dieses Aufsat;es gesperrt.
w.);) Assoetatton internationale des selectioneurs des plantes:lnternationaler Ptldnscnaiid1tcr:Vetbdnd.
sie zum Aufbau ihres Kräfteleibes braucht.

Das gesperrt Gedrudite ist im Original gesperrt.
„- (; ,

Nährstoffreichtum des Waldbodens wesentlich erhöht. Eine \Wiese mit normalen \\7achstums:
#

Vertreter der einzelnen Länder werden dringend gebeten bei ihren Regierungen dahin vor: verhältnissen kann ohne Kunstdüngung und ohne Stallmistgaben durch ordentliche Pflege erfahrungs:
stellig zu werden, daß jedes Land die in seinen Grenzen heute noch vorhandenen Land: gemäß dauernd auf einem mittleren Ertrag erhalten werden, sofern der Besitzer sorgfältig bedacht
sorten sammelt und erhält. ist, alle Abfälle seines Betriebes, Hof: und Straßenkehricht, Graben: und Teichaushub usw,
Zu diesem Zweck sollen erstens im ursprünglichen Anbaugebiet durch geeignete Land: zusammen zu nehmen, sodann alles ordnungsmäßig verkompostiert und den Kompost seinen
wirte oder Anstalten genügend große Flächen auch weiterhin mit den alten Landsorten nach Wicsen zufiihrt. Eine so gepflegte Wiese wird auch im Laufe der Zeiten nicht schlechter.
den alten Bestellungsrnethoden angebaut werden. Zweitens soll aus den Landsorten eine
Stellen wir jetzt die Nährstoffbilanz für diesen Betrieb mit 300 Morgen Acker und 75 hlorgcn
möglichst große Zahl von den in ihnen enthaltenen morphologisdq und physiologisch ver: \Wiesenfläche auf. — Für das Ackerland gilt dasselbe wie in Beispiel I. — In dem Wiesenertrag
schiedenen Linien isoliert und in den geeigneten instituten weiter erhalten werden, haben wir aber hier im Beispiel 11 einen fortwährend fließenden Nährstoffstrom auf das Ackerland,
in dieser Weise müssen die Landsorten aller Kulturpflanzen einschließlich Obst und der leicht in Zahlen zu bringen ist.
Gemüse erhalten werden,“
Eine mit Kompost gedüngte, gut gepflegte Wiese kann mühelos ohne Kunstdünger und
Wenn die Pflanzenziichter, welche am meisten Kenntnis und Einblick haben müssen, sagen, Stallmist je Morgen einen jährlichen Ertrag von 30 Zentner Heu abwerfen. Legen wir diesen
daß aus den Landsorten unserer Kulturpflanzen allein noch braudibar Neues herauszuzüchten ist, Ertrag zugrunde, so ergeben 75 Morgen insgesamt (75 mal 30 :) 1125 Doppelzentner. Diese
daß sie die größte Widerstandskraft, die beste Gesundheit haben und deshalb ein „unschätzbares 1125 Doppelzentner Heu sollen ganz an die Tiere des Betriebes verfiittert und der anfallende
und uncrsetzliches Material“ für die weitere Pflanzenziid‘rtung darstellen, aber „durch die Ver: h1ist dem Adcerland zugeführt werden.
besserung der landwirtschaftlichen Kultur“ Gefahr laufen auszusterben, dann sollte kein weiterer
Beweis mehr notwendig sein, daß wir durch die Jahrzehnte hindurch Raubbau an dem Artgenius Der im Futter enthaltene Stickstoff findet sich bekanntlich mit ca. 87 ",’„, die hlineralsubstanz
mit nahezu 99010 in den Exkrementeri (Mist und Jauche) der Tiere wieder. 1125 Doppelzentner
der Pflanzen getrieben haben, und daß es den Landwirten gewissermaßen auf den Fingernägeln
brennt zu neuen Methoden in der Landwirtschaft zu kommen. Es ist notwendig, daß wir im Heu enthalten demnach *)
gleichen Maße für den geschlossenen Kreislauf der Kräfte sorgen wie es notwendig ist den Kreis: N Gres, Asche K Ca Mg PzOs
Witz" (tz dz dz ctz dz
' '

lauf der Stoffe zu schließen.


Den neuen Methoden, welche in der biologisdr=dynamischen Wirtschaftsweise gegeben sind, im Futter: 19,12 84,15 20,25 10,68 4,61 (',86 ‘

wird noch häufig der Vorwurf gemacht, daß sie der Erhaltung der Substanz in einer Land.- in den Exkrementen:
wirtschaft nicht voll Rechnung tragen, weil sie keinen Kunstdünger anwenden. N. 870,10; Min. Stoffe 99°,ln. 16,63 83,30 20,04 10,57 4,56 7,78
Dieser Vorwurf besteht nicht zu Recht. lir gründet sich auf Anschauungen, welche sich aus Dieser jährliche Zufluß an Nährstoffen, der durch den \Wiesenertrag dein Ackerland zutließt,
einseitigen Berechnungen des Nährstoff=Verlustes in einem landwirtsd‘raftlid‘ren Betriebe ergeben verteilt sich auf 300 Morgen. Das bedeutet einen Zuschuß, umgerechnet in kg auf einen Niorgen:
haben. Schauen wir uns eine solche Rechnung einmal an. im wähle das Beispiel, das in „\Volf's N Ges. Asdne K Ca Mg P205
Düngerlehre“ Seite 85 zu finden ist. Es heißt dort: kg kg kg
7

kg 119 kg
„Um eine Übersicht 3u gewinnen über die Mengenoerhältnisse der pt]an3enernährenden Bodenbestandteilc‘, Zuschuß 5,52 27,76 6,66 3,52
'

1,52 52,59
weldic mit dem Verkauf von oegetabilisdnen und tierisd1en Er3eugnissen alljährlich der \Virtscbaft ent3ogen werden,
wollen wir hier gleichsam als äußerste (irenje annehmen, daß auf einem Gute, welches 75 ha Feld unterm Pflugc Der Nährstoffverlust
hat der Gesamtkörnerertrag von 30 ha, also von 3roci Fünftel des ganzen Areals auf den Markt gebracht wird und im Beispiell betrug: 5,07 6,1 1,6
7

0,7 0,5 2,35


zwar der Ertrag von ?,5 ha \‘Veigen, 8,8 ha Roggen, 6,2 ha Gerste, 5 ha Raps und 2,5 ha Erbsen. Das Stroh
dieser Früchte sowie der. Ertrag der Kleefelder, der Kartoffel und Rübenhultur usw. soll der Wirtsrhaft verbleiben folglich in Beispiel 11
und als Futter oder Streumaterial mit seinen Bestandteilen dem Stallmist und durch denselben wiederum dem Felde ein Ueberschnß: 0,45 21,66 5,06 3,45- 1,02 0,24
zugute kommen, jedoch mit Ausnahme derjenigen Stoffe, welche in die Milch von 20 Kühen (pro Stüdi jährlidi
2000 kg) übergeben und außerdem mit dem Verkauf oon 4 Stück Großoieh (pro Kopf 600 kg schwer), die auf \Vie aus den Zahlen hervorgeht, ist der Stoffkreislauf des Ackers unter den Voraussetzungen
dem Hofe aufgewgen worden sind, ausgeführt werden. Die Rechnung ergibt alsdann auf Grund der obigen Zahlen dieses Beispiels nicht nur geschlossen, sondern hat sogar ein Plus erfahren.
165 ds \Vei3en, 167,2 d; Roggen, 117,8 d; Gerste, 100 d; Raps, 40 cl; Erbsen, 24 d", chend:(iemidit der Nehmen wir an, daß vom Acker — und diese Annahme ist nicht unberechtigt bezüglich
#

Tiere und 40000 kg Mildi. In diesen sind enthalten 3usammen


der teilweisen Selbstregeneration der Nährstoffe ähnliches gilt wie für Wald und Wiese und
Produkte vom Feld und Stall N Ges. Asche K Ca Mg P:;O_g
_kg__kg____kg kg kg kg rechnen dazu, daß allein durch Regen bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von 600 mm ca.
zusammen 1521 1829 483 200 154 699 2 kg Stickstoff pro Morgen nachgewiesenermaßen in den Boden gelangen, daß, wie neuere For.-
Dieser jährliche Verlust an Pflan;cnnährstotfen durch den Verkauf von oegetabilischcn und tierischer] Er: schungen ergeben haben, auch beträchtliche Mengen Phosphorsäure durch Schnee aus der Atmo:
3cugnisscn ocrteilt sich auf 75 ha des. ptluggängigenLandes und macht also in kg Sphäre herunterkommen, rechnet man ferner noch die Tätigkeit der Bodenbakterien und die Wirkung
P‘_>O5 der Leguminosen, so darf in dem gewählten Beispiel 11 auch mehr aus dem Betrieb verkauft
N
kg Ges.kgAsche K
kg Ca
kg N19
kg kg werden, als in Beispiel 1 vorgesehen ist, oder es kann ein Teil des Grünlandes abgeweidet oder
für 1 ha 20,3 24,4 0,4 7,1 9,3
teilweise bejaucht und anderes mehr geändert werden. Der Stoffzustroni wird immer ned] genügen.
Sobald die fia<idwirtschaft zu einem geschlossenen Organismus gemacht wird, wie es
114
*) (Umgerechnct in hai1 Mrg 5,07 6,1 2,35‚)“
1,6 0,(' 0,5
die biologisch:dynamis€he Wirtschaftsweise anstrebt, kann rechnerisch nad1gewiesen werden, daß
Gegen die Rechnung ist nichts einzuwenden. Sie stimmt. Nur eines müßte ein Landwirt an ihrem Stoffhaushalt kein Raubbau getrieben wird. Daß die biologisd'tadynamische Wirt:
der biologisch=dynamischen Wirtschaftsweise dagegen halten. Der Ausgang der Redmung: 75 ha.- schaftsweise in bewußter W7eise audi dem Kräftehaushalt Rechnung trägt, ist bereits gesagt werden.
300 Morgen pfluggängiges Feld, stellt nach seinen Begriffen noch keine Landwirtschaft, sondern nur Das angezogene Beispiel will nid1ts weniger als Rezepte und Zahlen für die Praxis geben,
einen Teil einer Landwirtsdiaft dar. Zu einer vollständigen Landwirtschaft gehören nach seiner
vielmehr soll es aufmerksam machen, daß man in der Landwirtschaft nicht bloß mathematisch oder
Meinung Wiesen und Weiden und, wenn ein Betrieb 300 Mrg. Adrer hat, audi Obstanlagen, gar abstrakt vom grünen Tisch, sondern in erster Linie biologisch und wirkiidikeitsgemäß denken soll.
etwas Wald, sowie Wege, Graben und Grabenränder dazu. Setzen wir einen Betrieb, der neben >

Eine nur auf das Stoffliche gerichtete Naturbetrachtung muß mit der Zeit zum Ruin in der
300 Mrg. pfluggängigem Land etwa 75 Mrg, \Wiesen mit den dazugehörigen VUassergräben,
Wegen usw. hat, an den Ausgangspunkt der Rechnung, so wird das Ergebnis der Nährstoffbilanz Landwirtschaft führen. Goethe beschränkte sich bei seinen wissensdiaftlidien Studien nicht auf die
materiellen Vorgänge. Er hat die Phänomene in ihrer Ganzheit gesehen und konnte deshalb
wesentlich anders. außer dem Toten auch das Lebendige begreifen. Er fand das tätige Prinzip, die Grundform oder
Zunächst muß darauf hingewiesen werden, daß sich in der Natur der Stoffkreislauf bis zu
einem gewissen Grade von selbst vollzieht.
einmal dahingestellt. -— —
Woher der Stoffzustrom kommt, bleibe zunächst
Es ist jedenfalls eine Tatsache, daß durch Jahrtausende aus einem Wald
jährlich nicht nur eine große h’lenge Mineralstoffe, die das Holz enthält, ohne Einbuße entnommen .
wie er es selbst nannte, die „Urpflanze“, in welcher die Fähigkeit zu den mannigfaltigsten Formen
verborgen liegt und von der er sagen konnte **): „Es ist ein Gewahrwerden der Form, mit der
die Natur gleichsam nur immer spielt und spielend das mannigfaltige Leben hervorbringt.“
werden können, sondern daß bei guter Pflege des Waldes sich sogar die Fruchtbarkeit und der *) Siehe 0. Ment5el und A. o. llengerke, Landwirtschaftliduer Kalender.
**) Briefe an Frau von Stein,
*) Umrechnung in 1/4 ha vom Verfasser des Aufsat3es angefügt.
‚sv 49_

Diese Goethesche Art die Natur zu betrachten kann weiter gebildet werden und ist durch „In der Harmonie aller im \Valde wirkenden Kräfte liegt das Rätsel der
Rudolf Steiner weitergebildet werden, Aus ihr sind die Angaben und Richtlinien für die bio.- Produktion !“
logisdi:dynamische Wirtschaftsweise geflossen. Mit Hilfe der von Rudolf Steiner aufgezeigten Nach seinen Reden und Schriften verstand wohl auch hl'o'ller darunter zunächst nur das
Kenntnisse kann diese \Wirtschaftsweise bis in Einzelheiten hinein zeigen, daß sie mehr mit den Zusammenwirken und die gegenseitige Beeinflussung aller terrestrischen Kräfte und hatte schon
Wirklichkeiten in der Landwirtschaft rechnet und diesen mehr gerecht wird, als irgend eine andere damit seine liebe Not, es den im krassesten Matcrialismus befangenen Fachgenossen verständlich
heute bekannte und geübte Methode. Sie gibt die Gewähr, daß wir unsere Kulturpflanzen nidit
der Entartung anheim fallen lassen müssen. Es wird auch möglich sein, unseren Nahrungsmitteln
zu machen. Ich bin iedodr überzeugt, daß Möller bereits im Unterbewußtsein auch die kOS:
mischen Kräfte mit einbezog, denn er nannte unter anderem schon das „Spiel der Sonnen:
wieder die Qualität mitzugeben, die sie einstmals gehabt haben. strahlen“ — oder des Lichtes
#

auf dem Bodenl


Wir Pflanzenziidrter kennen ja doch den Einfluß der Sonne auf das \Wachstum. Den
Mond als „\Vetiermacher“ kennen wenigstens die „Primitiven“, trotzdem uns auf der Hochschule
begreiflich zu machen versucht wurde, daß dieser keinen Einfluß habe. Einen Einfluß auf das
pflanzen: oder Tierwadistum nannte man meines Wissens iiberhaupt nie, während man unter
Biologische Forstwirtschaft den alten Förstern nod'i hie und da wenigstens solche findet, die den Einfluß des Mondes beiahen
und beispielsweise bei Aufastungen, beim Säen, beim Abtrieb stodcaussdilagender Holzarten usw.
im Sinne der biologisch—dynamischen Landwirtschaft und ihre Bedeutung beachten und so ist es bei einem Forscher von der Bedeutung Nlöller’s kein allzugroßer Schritt
in Bezug auf die Not der Landwirtschaft mehr, es offen auszusprechen, daß alles Sein und Werden nicht unabhängig von den kos:
Oberförster Rolle, Grünberg i. Schles., Friesenhiitte rnisd'ien Kräften sein kann. Im obigen Satz ist es ja auch bereits ausgesprochen, nur wußte man
garnicht mehr, was für Kräfte in der Natur überhaupt wirksam sind.
Als „Dauerwaldwirtschafter“ beschäftige ich mich schon länger mit den Bestrebungen anthro:
posophischer Landwirte. Bei Durchsicht der vorliegenden Demeterhefte ist mir dabei in Bezug In seiner letzen großen Dauerwaldrede vor der Versammlung des Deutschen Forstvereins
auf die „Not der Landwirtschaft“ jedoch aufgefallen, daß bisher nidit mit einer einzigen Arbeii in Dessau im Jahre 1922 zitierte er, resigniert ob des unbegreiflichen Widerstandes und ahnungs:
der Forstwirtschaft Erwähnung getan ist. voll zugleidi aus Faust:
Ich gebe gern zu, daß solange nidat entsprechende Erfahrungen vorliegen, eine Sache für „wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet’s nicht eriagenl“
Behandlung in der Öffentlichkeit noch nicht reif ist. Sobald solche Erfahrungen aber vorliegen, Leider starb Möller bald darauf und konnte so den Kampf nicht zu Ende fiihren; dafür
darf gerade bei der gegenwärtigen Not der Landwirtschaft im Besonderen mit der öffentlichen haben sich die Gegner umso intensiver mit dem Problem befaßt.
Besprechung nidit mehr gezögert werden, weil nur so der berüchtigte „Beharrungszustand“ ins Schon diese kurzen Andeutungen decken sich meinem Gefühl nach mit den Anschauungen
Wanlcen gebracht werden kann. anthroposophischer Landwirte und so wird, wenn die Not ein Lehrmeister sein soll es zweckmäßig
Viele landwirtschaftlichen Betriebe sind ja doch mit Forstwirtsd1aft verbunden, die den Betrieb sein, wenn die Landwirtschaft einmal einen Blid< auf die Lebensäußerungen des Waldes wirft,
belasten, aber auch entlasten kann, und die gesamte Landwirtschaft ringt doch um Entlastung. Es ist doch zum mindesten allgemein bekannt, daß der \Wald vorwiegend auf viel geringeren
Böden stod<t als die Landwirtschaft Ackerbau treibt und dabei dodi dauernd ohne jede künstliche
Zwar sucht der größere Teil der Landwirtschaft heute noch diese Entlastung in billigen Krediten,
wahrend die anthroposophischen Landwirte sie in der Leistung ihres Produktionsorganismus finden Düngung, ja sogar unter Außeradrtlassung des Bodenzustandes seitens seiner Bewirtsd1after (1)
wollen, und gerade bei ihnen muß dann diese Sorge folgerichtig so früh als möglich auch auf den Holz in ganz rcspektablen Mengen oder, was augenscheinlicher ist, Bäume von beachtlidner Höhe
Wald ausgedehnt werdenl

und Stärke liefert bezw. liefern kann, wenn der Mensch diese Leistung nicht vorzeitig unterbricht!
7

Im Übrigen halte ich die Heranziehung des \Waldes als einer autochthonen Pflanzengemeinschaft Die Wissenschaft behauptet zwar, die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bezw. eine landwirtschaftliche
auch für die Vertiefung des Verständnisses für biologisch:dynamisdre Landwirtschaft für sehr ge: Ernte entzöge dem Boden (I) so viel mehr mineralisd're Bestandteile, daß ein Ersatz durch künstliche
eignet, da aus dieser wertvolle Schlußfolgerungen fiir biologisdr:dynamisches Denken gezogen Düngung nicht zu umgehen sei, während im Walde bei der Holzerzeugung der Nahstoffentzug
durch den dauernden Abfall organischer Bestandteile wie Laub, Rinde pp. zum überwiegenden
werden kann. '

Teile wieder von selbst ergänzt würde, sodaß die Forstwirschaft dauernd ohne künstliche Düngung
Im Interesse deutscher Volkswirtschaft im allgemeinen und deutscher Landwirtschaft im be: in wirtschaftlichem hiaße betrieben werden könne.
sonderen sei es mir deshalb gestattet, hiermit den Versuch zu madien, das Interesse für diesen Um beide Wirtschaftsarten in dieser Weise vergleidien zu können, müßte meines Erachtens
Wirtschaftszweig wach zu rufen. aber doch zunächst die Frage geklärt werden, in weldieni Verhältnis Entzug und Rückgabe bei
Wer schon einmal die Bezeichnung „Dauerwald“ gehört und versucht hat, hinter seinen jeder dieser beiden Bodenwirtschaften stehen. Man sollte doch meinen, daß, da bei größerer Stoff:
wahren Sinn zu gelangen, wird bei den Eorstwirten i, d. R. vergeblich nada einer befriedigenden entnahme größere Stofferzeugung stattfindet, die erzeugten Stoffe auch irgendwann und in irgend
Erklärung gesucht haben. In den meisten Fällen bekommt man von dieser Seite zur Antwort, der einer Form dem Boden wieder restlos zurückgegeben werden. Oder wo bleiben denn die entnommenen
Dauer-wald sei ein „Naturverjiingungsbetrieb“, der nur die gegenwärtige übliche künstliche Verjüngung Mengen bezw. welche fdengen gehen bei der Landwirtschaft weniger zurück wie in der Forst:
mit ihren erkannten Nachteilen abschaffen wolle oder der Dauerwald wolle nur wieder „Misd'r: wirtsdraft? Werden sie aber dem Boden hier wie dort in gleichem hlaße vorenthalten, dann ist
bestände" schaffen, beides aber sei zum mindesten für die ostdeutsche Kiefernwirtschaft doch der Analogieschluß bered1tigt, daß die Landwirtschaft ebenso wie die Forstwirtschaft ohne
eine Utopiel Wieder andere sagen, es sei der alte „Plentcrwald“, den man aber doch gerade künstlichen Dünger auskommen muß!
im Interesse intensiver Wirtschaft verlassen habe und zufolge dieser negativen Einstellung sah es Es besteht aber noch ein weiteres Bedenken für die Sdilußfolgerung der \X/issenschaft. Der
die Forstwirtschaft und die Fors'twissenschaft als ihre vornehmste Aufgabe an, vor dem „Dauer: Vergleich hinkt meines Erachtens, denn es ist hier intensivste Bodenwirtschaft mit einer reinen
wald“ zu warnen. „Abnutzungswirtschaft“, wie sie die Forstwirtsd1aft zur Zeit noch darstellt, verglichen werden. In:
Daß „Dauerwaldwirtschaft“ eine der biologisch=dynamischen Landwirtschaft ähnlid1e Wirt: sofern nämlich, als eine „normale“ Holzemte, wie sie zum Vergleich herangezogen wurde, noch
schaftsweise ist, darauf sind wohl bis heute nur sehr wenige gekommen, obwohl sein geistiger garnicht „Wirtsdtaftsprodukt“ ist, d.h. die Forstwirtschaft hat ja bis jetzt Boden und Pflanze
Schöpfer, der preußisd're Oberforstmeister Prof. Dr. A. Möller:Eberswalde ihn sehr deutlich da: noch garnicht auf Massenleistung beeinflußt bezw. unbewußt sogar im negativen Sinne. Dem:
hin definierte: nach ist also die Stoffmenge, die ohne künstlidre Düngung erzeugt werden kann, noch garnidtt
„Kennzeichen und eigentliches Wesen der Dauerwaldbetriebe sind darin gegeben, bekannt, und doch hätte man nur solche Mengen in Parallele stellen könnenl
daß bei ihnen die „Stetigkeit des Waldwesens“ auf der ganzen \Wirtschaftsfläche ge: Nadi meinen Erfahrungen ptlichte ich diesbezüglich der Ansicht hlciller’s bei, daß unsere
wahrt wird!“
Waldböden nod1 „ungeahnte“ Erträge liefern können, sodaß dann die Stoffentnahme der der
Das „Waldwesen“ jedoch war wiederum, da man es nicht in Zahlen, Nlaßen und Formen Landwirtschaft kaum nachstehen wird und mir ist garnicht zweifelhaft, daß die Forstwirtschaft auch
ausdrücken konnte, für den modernen (l) Forstwirt kein Begriff, Es wurde viel um es geraten dann ohne künstliche Düngung auskommen wird, Tatsache ist jedenfalls, und das ist hier das
und gestritten, trotz Möller’s ganz eindeutiger Erklärung mit dem kurzen Satz eines forstlichen Wesentliche, daß die Forstwirtschaft auf Düngung mit ausschließlich betriebseigenen Mitteln beruht
Altmeisters (Gayer): und doch in der Regel wenigstens seit Jahrhunderten dauernd große Holzmengen liefert was
_11_
ill)?

meines Erachtens ein Beweis fiir die biologisdi:dynamisdie Landwirtschaft sein kann dafiir, daß Grundsätzliches zur Bodenreform *)
es unter gewissen Voraussetzungen gepflegter Dünger betriebseigener Herkunft, Bodengarc
#

VonDr, ing. Gessner, Oberregierungs:


und :baurat, Kassel
als Resultat eines gepflegten Edaphons, auf Tiefwurzelung durchgeziidttete autochthone Pflanzen: l
arten und Beachtung aller kosmischen Einwirkungen — möglich sein muß, den künstlichen Dunger
zu entbehren. lm Hinblick auf die „Harmonie der Kräfte“ will mir sogar scheinen, als würde der „Der Bund deutscher Bodenreformer tritt dafür ein, daß der Boden, die Grundlage allen
I<Linstlid1en Diirigung iiberhaupt allzuviel positiver Einfluß angerechnet, wenn man einmal die Leistung nationalen Seins, unter ein Recht gestellt werde, das seinem Gebrauch als Werk.- und Wohn.—
von langlebigen Pflanzen, also Waldbäuineri, die unter ganz offensichtlich ungünstigen Boden: stätte fördert, das jeden Mißbrauch mit ihm ausschließt und das die Wertsteigerung, die er ohne
dagegen günstigen kosmisdacn Verhältnissen erwachsen sind, vergleidrt mit solchen, wo zwar
Bodenverhältnisse recht günstig, dagegen durch den zu dichten Stand die kosmischen Krafte nicht die die Arbeit des Einzelnen erhält, dem Volksganzen nutzbar macht.“
So lautet das programm des im Jahre 1898 neu organisierten Bundes Deutscher Boden:
zur Geltung kommen konnten. Sie ist nämlich immer dort am größten, wo sich die kosmischen retormer. Und unter ihrem wesentlichen Einfluß hat die deutsche Reichsverfassung vom 11, August
Einwirkungen ungehindert zur Geltung bringen konnten. 1919 im Artikel 155 folgende Bestimmungen gebracht:
Insofern kann eben der \Wald lehrreiches Objekt fiir die Gedankengänge biologiscli:dyna= „Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen in einer Weise überwacht,
mischer \Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft sein. die Mißbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutsd'ien eine gesunde Wohnung und
\Wie weiterhin biologisch:dynamische Bodenwirtsthatt allein „Leistungswirtschaft“ sein und allen deutsdaen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende
damit die Not der Landwirtschaft, ja der deutschen Wirtschaft iiberhaupt überwinden helfen kann, \Wohn: und \Virtschaftsheimst'zitte zu sichern. Kriegsteilnehmer sind bei dem zu schaffenden Heim-
möchte ich im Folgenden noch anhand der Erfolge meiner nunmehr 12i21'hrigen Wirtschaftsfiihrung stättenredit besonders zu beriid<sichtigen‚
im ostdeutschen Kiefernwalde zu zeigen versuchen, um den waldbesitzenden Landwirten einen Grundbesitz, dessen Erwerb zur Befriedigung des W'ohnbediirfnisses, zur Förderung
Fingerzeig zu geben, wie der Wald bei jeder Größe wirtschaftlich gestaltet werden kann, selbst der Siedlung und Urbarmachung oder zur Hebung der Landwirtschaft nötig ist, kann enteignet
bei schlechter Holzmarktlage, werden. Die Fideikommisse sind aufzulösen.
Als prof. Dr. Müller seine „Dauerwaldwirtschaf “ begründete, stützte er sich mangels anderer Die Bearbeitung und Ausnutzung des Bodens ist eine Dfiicht des Grundbesitzers gegeniiber
Erfahrungen auf die über 30jälirigen \Wirtschaftsergebnisse des Kammerherrn von Kalitsc'n-Bären: der Gemeinschaft. Die Wertsteigerung des Bodens, die ohne Arbeit.- oder Kapitalaufwendung
thoren und stellte anhand dieser die Behauptung auf: auf das Grundstück entsteht, ist fiir die Gesamtheit nutzbar zu machen.
„es könnten dem deutschen Walde mit der von ihm entwickelten \Wirtsdtaftsmethode Alle Bodensch'zitze und alle wirtschaftlich nutzbaren Naturkräfte stehen unter Aufsicht des
noch ungeahnte Erträge abgerungen werden” Staates. Private Regale sind im \Wege der Gesetzgebung auf den Staat zu übenführen.“
\Wissenschaft und Praxis waren aber sofort bei der Hand, die Bärenthorener Erfolge als Auch dies im Wesentlichen heute ein Programm, das, ein neues Bodenrecht, eine sozialere
phantastisch hinzustellen und als unrichtig zu „beweisen“ und stellten ihrerseits die Behauptung Ausgestaltung des privaten Grundeigentums zum Ziele hat. Eine vom Abgeordneten Naumann
auf, der „Dauerwald“ sei eine Utopie und eine nennenswerte Zuwachs.- also Leistungsstergerung vorgeschlagene Fassung „Der Grund und Boden ist Nationaleigentum unter privater Benutzung“
des deutschen Waldes, insbesondere des ostdeutschen Kiefernwaldes sei nach den bisherigen Unter: wurde fallen gelassen. **) _
suchungsergebnissen der forstlichen Versuchsanstalten (1) nicht zu erwarten, von einer Hebung der Welcher Art sind die Zustände, die als Ausfluß des bisher geltenden Rechts den Ruf nach
einem neuen Bodenrecht so stark haben anschwellen lassen.7
l‘lolzoiite war dabei iiberhaupt nie die Rede.
„Wie ein Soldat sein Gewehr nidit ins Pfandhaus tragen darf, so darf auch ein Bauer
DNod'r vor Kurzem sagte ein Forstwirt der Landwirtschaftskarntrier Brandenburg in einem
Vortrage vor deutschen \Waldbesitzern in Posen: seinen Acker nicht verschulden“, hat einst der Reichsfreiherr von Stein gesagt. lm älteren deutschen
„in Brandenburg haben wir den Dauerwald ad acta getan“l Recht war der Schuldverpféindung des Bodens mancher Riegel vorgeschoben. Aber mit der
Ist nun die Landwirtschaft beherrscht von der künstlichen Düngung, so ist es die Forst: Freiheit des Eigentums wurde auch die Verschuldungsfreiheit durchgeführt, „Das Recht, sein Grund:
eigentum beliebig mit Schulden zu belasten, galt nunmehr als geheiligtes Menschenrecht.“ ***)
wirtschaft von folgenden Gedankengängen:
l) der Holzvorrat, d. h. der Faktor, rnit dem die Forstwirtschaft überhaupt erst Holz Von 1886 bis 1898 kamen im Deutschen Reich 25766 Betriebe mit 883161 ha landwirt:
erzeugen kann, sei gleich Kapitall schaftlich genutzter Bodenfläche zur Zwangsversteigerung und Preußen hat im Jahre 1905 die
2) der \‘f/ald stelle eine Sparkasse darl Gesamtversc’nuldung seiner Landwirtschaft auf 7,85 Milliarden lYlark angegeben. **“) Fiir das Jahr
3) Kulturkosten müssen sich verzinseszinsenl 1914 beziffert sie Damaschke mit rund l5 Milliarden Mark. Obwohl nach dem Kriege die In:
4) die Verjiingung sei das \Wesentliche in der Forstwirtsdnaft usw. flation den Grundbesitz zwangsläufig stark entschuldet hat, ist heute schon, acht Jahre nach der
\Viederherstellung der Währung, die Landwirtsdaaft durch neue starke Verschuldung dem Erliegen
Diese Ansichten führten zur „Umtriebszeit“, zur „Vorratswirtschaft“ (I), zum „Reinbestand“, nahe
#
ein trauriges Spiegelbild der Kapitalverschuldung Deutschlands an das Auslandl Dem.-
zur „Altersklasse“, zur „Kunstveriiingung“ und deren Summe zur Forstwirtsdiaft auf mathema: gegenüber führt Damaschke aus „daß es in England Hypotheken in unserem Sinne so gut wie
tisd1er Grundlage, von der im Kampf gegen die Dauerwaldwirtschaft behauptet wird, sre sei
recht brauchbar und es liege keine Veranlassung vor, daran etwas zu ändernl Ein „feines Krafte:
doch nicht gibt, daß Hypothekenbanken und nun gar Pfandbriefe für private Hypothekenbanken Dinge
sind, die den volkswirtschaftlich gebildeten Engländer nur ein iiberlegenes Lächeln abn'o'tigen“.
spiel in den Naturreid'ien“ kannte kein moderner Forstwirt, dafür aber eine Anzahl halsbrecherischer
„Formeln“ und Möllers Bezeichnung des \‘Valdes als eines „Organismus“ wurde besonders von Auf die städtischen Grundstücksverhältnisse werfen die Ausführungen ein sdiarfes Licht,
wissenscl‘raftlicher Seite nadidriicklichst zu widerlegen versucht Trotz dieser „Brauchbarkeit“ mo: mit denen der Berliner Stadtbaurat Wagner im „Tagebuch“ (vom 11. und 18. April 1931) seinen
derner mathematisdier Wirtschaftsfiihrung aber geht heute durch die gesamte Forstwirtschaft ein Austritt aus der sozialdemokratischen Partei begründet. Er spricht von der Planlosigkeit‚ mit der
einziger Notschrei über den innerhalb weniger Jahre gewaltige Kapitalien, in Grundstückskäufen 300 Millionen PM. und in Unter:
Zusammenbruch der Forstwirtschaft, grundbahnbauten 351 Millionen RNL von der Stadtverwaltung investiert worden sind, auf Grund
Rückgang der Erträge, eines schwer ersdii.itterbaren Glaubens an die sogenannten „Terrainfachnränner“, „Jeder Städte:
Bodenerkrankung (l), bauer . . hätte aber dem „Terrainfachmann“ die peinlid'te Aufredinung machen müssen, daß die
,

Insekten:Dauerkalainitäten, für Siedlungszwecke erworbenen Terrains nicht in 15 und audi nidit in 25 Jahren verkauft und
Ungesunde Aufwandsteigerung usw. . bebaut sein können und darum die unangenehme Eigenschaft haben, ihre Besitzer durch Zu.-
schreibung von Zinsen, Steuern, Abgaben und Verwaltungskosten . . . zu Absdareibungen zu
also genau wie bei der vielgepriesenen kunstgediingten und zusammenbrechenden Landwrrtschaftl
Etwas stimmt eben auch hier nicht und es bedarf keines langen Drumherumredens: Die verpflid1ten, die vor dem Kriege gewöhnlich mit der Form der Pleiten vorgenommen wurden, die
„Mathematik“ allein hat die Biocoenose „Wfald“ zerstört und den Forstwirten den Sinn für die *) Erstmalig oeröftentlidrt in „Bau:Pundsdrau“, Zeitsdnrift für Bau: und \Vohnmesen, 22. Jahrgang Nr. 20,
Voraussetzungen zur Leistung einer Pflanze _„ die Harmonie aller im Walde wirkenden Kräfte! Verlag Hamburg 8, Gröningerstral'3e 30.
(Fortsetzung folgt.) **) Ermann, die Bodenreform in der Reid150erfassrrng, Berlin 1930, Seite 9.
***) Otto von Gierke, Deutsdies Privatrecht, Leipin 1905, II, S. 849,
**“) Dainaschkc, die Bodenreform, Jena 1923, S. 142 ff.
Zurückhaltung _des Bodens zu spekulativen Zwecken vereiteln. Daß eine Steuer auf den \Wert
bei der Stadt aber zu Einschränkungen, Steuererhöhungen oder Substanzverkäufen führen“. Ein
Grundstück am Alexanderplatz, das einen Steuerwert von 2775000 RM. hatte, „wurde zum Preise
des Bodens, die gestaffelt erhoben
werden soll, diesen verteuere, Pacht und Mieten steigere, wird
nicht erwartet, da es nicht moglich sei, die Bodensteuer abzuwälzen, wie es bei einer Steuer auf
von 13,5 Millionen RM., d. h. zu einem Preise von etwa 6000 RM. pro Quadratmeter bezahlt. \Waren in der Regel geschieht. ’

Der Kaufpreis lag also um mehr als 10 NIillionen RM. über dem Steuerwert und kam so auf Die Bodenreform verlangt bei landwirtschaftlich genutzten Grundstücken die Einführung einer
den für“ jeden Fadimann geradezu unglaubhaften 92fachen Friedensmietwert“. Würde die Stadt
„nach den Grundsätzen eines ordentlichen Kaufmanns bilanzieren, dann müßte sie auf die nach dem
Versdiuldungsgrenze und die Besdir'a'nkung der Beleihung auf unkiindbare Tilgungshvpotheken
Kriege erworbenen Grundwerte von rund 300 ß*lillionen Rb1. gut 100 Millionen Reidismark
sie verlangt „die Aufsidit der Gesamtheit für alles, was seiner Natur nadi
Monopol ist d. hy
abschreiben“. neben den Verkehrswegen in erster Reihe fiir den Boden und seine Sd1ätze damit jedem
Zutritt zu den Rohstoffen gesichert sei“. ,
der
In Kiel trieb das Wachstum der Bevölkerung von 20000 auf 210000 Einwohner, die \lC"erierhin hat sie sich in ganz besonderem I\/Iaße des Heimst'zittenrechts angenommen und
Anlegung von Eisenbahnlinien‚ der Bau des Nordostseekanals, die Schaffung einer starken
des Erbbaurechts, d. h. haben.
des veräußerlichen und vererblichen Rechtes, auf einem fremden Grund:
Garnison, das Aufbli.ihen der Landesuniversität, die Gründung zahlreicher widitiger Behörden
ohne irgendwelches Zutun der glücklichen Bodeneigentiimer den Bodenpreis in 2 Menschenaltern
Stuck ein
Bauwerk zu Sie möchte die Grundgedanken der in Preußen durch Gesetz
vom 2. März 1850 aufgehobenen Erbpadit in neuer Form verwirklichen. .
um rund das Dreißigfache in die Höhe.*) Solche Beispiele lassen Sidi beliebig vermehren. Die
Möglichkeit unbegrenzter hypothekarisd'ier Belastung der Grundstücke, audi der un bebauten, ge:
_Der} Bund der Deutschen Bodenrefornier will also eine Sozialisierung der Grundrente des
aus ihr fließenden arbeitslosen Einkommens. ‚Er will nicht, das private Eigentum am Grund und
stattet es, die Bodenwerte beliebig zu steigern, und die Bodenbesitzer beweisen mit jeder neuen
vorläufig imaginären Bodenwertsteigerung die Notwendigkeit, höher und enger zu bauen. Auf Boden abschaffen
selbst oder gar das Kapital sozialisieren, denn er will die. individuelle Initiative
diesem Boden ist das Wohnungselend der N1ietkaserne erwachsen, und aus diesen Gründen
baut man heute auch in Deutschland ohne Not Hochhäuser. Der Pfandbriefumlauf der deutschen
des Einzelnen Wirtschaft
der erhalten. Hier begegnet er der Kritik des Sozialismus, der diese
\orschlage iiidit als eine in sich abgeschlossene Reform betrachtet, „sondern nur als eine aus den
Hypothekenbanken war am 31. Dezember 1914 auf 11,6 Milliarden RM. gestiegen. „Die Hypo;- Resultaten der Untersud‘rung über die spezifischen Qualitäten des Bodeneidentums basierende
Ubergangsmaßregel, die in keinem Falle die Befähigung hat, die Übel des kapitalisfischen Produktions:
thekenbanken sind die Großbetriebe der städtischen Bodenverschuldung, und das Geld, das sie systems} abzusdiaffen“. Sie gehören, wie Marx sagt, zu jener Kategorie von Maßregeln die
dazu brauchen, wird ihnen in Form der Pfandbriefe zum Teil durch die Sparkraft der kleinen
Leute unseres Volkes zur Verfügung gestellt, die dadurch mittelbar dazu beitragen, den vater: okonom1sch unzureichend und urihaltbar sind, die aber im Laufe der Beweoung über sich ‚selbst
hinaustreiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweisecunvermeidlich sind“
ländisdien Boden, d. h. ihre eigenen Wohn.- und Werkstätten‚ zu verteuernl“ **) Wie die Bau: Also nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zwed<. *) '

.
handwerker durch übermäßige Beleihung der Grundstücke mit folgendem Zwangsverkauf in zahl:
losen Fällen in geradezu verbrecherischer \Weise um ihr Geld betrogen wurden, ist bekannt. In der Tat bedeutet es eine Uberspannung, wenn es im Buche „die Bodenreform“ heißt:
Audi den Maßnahmen der öffentlidien Hand verlegt die Entwicklung dieser Verhältnisse „In unsererKulturwelt gibt es im wesentlidien drei Antworten auf die soziale Frage: die man]:
immer mehr den Weg. Städtebau und Landesplanung brauchen dringend gesetzliche Grundlagen, monistrsche,
diekommunistische
und die bodenreformerische Antwort." In der mammonistisdaen
mit denen sie arbeiten können. Der Entwurf zu einem preußisdien Städtebaugesetz, der in seiner Anschauung musse das von ihr ernioglidite Privatmonopol an den Naturschätzen unerhörte
wiriSdiaitlid're Macht in den Händen Weniger notwendig erzeugen. Der Kommunismus bedeute
ersten Fassung im Jahre 1925 vorgelegt wurde, ist bis heute nodi nicht Gesetz geworden. Viel:
mehr ist die sd1male Grundlage, die das preußische Fluditliniengesetz von 1875(1918 den Städten
das_E_nde _der persönlidien Freiheit. Die Bodenreform bringe soziale Gerechtigkeit und persönliche
gab, durch die Reidisgerichtsentsdaeidung vom 28. Februar 1930 mod-r weiter eingeschränkt werden, Freiheit, sie sei die unentbehrliche Voraussetzung jeder wahrhaft organisd-ren Emporentwidrluno
der Lebenshaltung unseres ganzen Volkes. &
i

indem diese Entscheidung die Enteignung privaten Eigentums für öffentliche Zwecke nodi weiter
erschwert. Und dabei stützt sie sich auf Artikel 153 derselben Reichsverfassung, die in Artikel III.
155 ein neues Bodenrecht im Sinne der Bodenreform proklamiert. Eine reidisge3etzliche Regelung
,

der Rechtsgrundlagen des Städtebaues ist dringend erforderlidi. „ So einfach liegen die Dinge nidit. Wenn die deutsdie Bodenreform auch sehr entschieden
abruckt vorn
Marxismus, in dessen Welt sittliche Ideale nur Träume sind, keine Wahrheit haben
11.
All dieser Ubelstände will die Bodenreform, wie sie vom Bund Deutscher Bodenreformer
so stellt Sie SIC1'1 doch mit ihm auf eine Ebene, wenn sie glaubt, der sozialen
Not durch reiri
okonom13che Maßnahmen beikommen zu können, und es ist durchaus folgerichtig wenn der Mar.-
vertreten wird, im wesentlichen dadurch Herr werden, daß sie zwar nicht den Boden selbst, aber xismus sold-re Maßnahmen als Abschlagszahlung wertet. D)

die Bodenrente für den Staat in Anspruch nimmt. Denn die Grundrente ist nicht das Ergebnis Im Grunde geht durch alle bodenreforrnerischen Gedanken die Tendenz, den Grund und
der Tätigkeit Einzelner, „Grundrente entsteht nur durch die Zusammenarbeit der Menschen und
steigt und fällt mit ihr“. „Das ist der Friede zwischen Sozialismus und Individualisrnus: Die
Boden kommunistisch zu verstaatlidnen. Jeder soll an ihm teilhaben, wie es der Sozialismus für
die Produktwnsmittel verlangt. Diese aber kann man beliebig vermehren, die einmal gedebenen
Grundrente soziales Eigentum, Kapital und Arbeit aber der individuellen oder freien genossen: Naturgrundlagen nicht. Jedes Anwachsen der Bevölkerung verändert den Anteil des Einzefnen am
schaftlichen Betätigung gesichert!“ Der Gedanke geht im wesentlichen auf Henry George zurück,
dem theoretischen Begründer und Hauptvertreter der Bodenreform in Amerika, dessen grund:
Boden und versdiieht damit die Grundlagen des ganzen wirtschaftlichen Ordanismus, der ja in fort.-
\va'hrender Entwicklung begriffen ist und rechnerisch nicht erfaßt werden kann.
legendes Werk „Fortsdiritt und Armut“ 1879 erschien. Er wies darauf hin, wie namentlich in Man hat sich heute im allgemeinen an den Gedanken gewöhnt, daß man für Geld alles
den Südstaaten das unermeßlich zur Verfügung stehende Land in große Güter verteilt und von haben könne. Man fühlt vielleicht, eigentlich sollte es nicht so sein, aber man hat sidi damit ab.-
den englischen Königen durch Patentbriefe verschenkt, sich fast vor den Augen einer Generation gefunden. Das alltägliche Unigehen mit dem Gelde läßt uns die wahren Sachverhalte so abge:
zu ungeheuren Latifundien konzentrierte und der Spekulation zum Opfer fiel. Er verlangte eine griffen und unkenntlid‘i erscheinen wie eine durdi ständigen Gebraudi abgesdiliffene Münze. Man
Grundsteuer, die die ganze Grundrente absorbiert, als einzige Steuer (single taxe) und hoffte da.—
durch, dem Arbeiter freien Zutritt zum Boden zu verschaffen. Die Grundrente soll für die Er: unterscheidet nicht, was hinter dem Gelde steht. Geld ist Ersatz, Wertmesser und Tauschmittel
fur Waren. _Waren kann man gegen andere Waren tauschen oder um Geld kaufen. Man kann
1aubnis entrichtet werden, den nackten Boden, nach Abzug der Werte, um die Kapital und Arbeit
ihn bereichert haben, benutzen zu dürfen. Der „Boden“ umfaßt dabei „alle natürlichen Stoffe,
aber
z.
B. nicht Arbeit für Geld kaufen, sondern nur das Erzeugnis der Arbeit. Die Ware die
nach ihrer Fertigstellung einen bestimmten Kaufwert hat, ist stets das Ergebnis der gemeinsamen
Kräfte und Vorteile, also audi das Wasser, die Luft und die durch sie vermittelten Wirkungen
der Sonne: Lid'it und Wärme“. Dieser reine Bodenwert soll als „genieirier Wert“, nidit als
Arbeit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Verkennung dieses Sachverhalts und die aus ihr
fließende heutige Regelung der Arbeitsverhältnisse hat dazu geführt, daß der Arbeitnehmer sich
Ertragswert, auf Grund der Selbsteinschätzung der Eigentümer einheitlich ermittelt und besteuert verkauft und verknechtet fühlen muß. ©

werden, dann aber auch öffentlich bekannt sein und jeder etwaigen Enteignung zugrunde gelegt werden. Das Eigentum am Boden ist ein Recht, keine \Ware, die man kaufen kann. Rechte können
Das wird, so hofft man, zu einer angemessenen Regelung der Bodenpreise in Stadt und
Land fiihren, einer jeden Arbeit den Zugang zu der Urquelle aller Produktion sidaern und eine
nur durch
Pflichten
In den Umkreis
aufgewogen werden. „Eigentum verpflichtet“, sagt die deutsche Reid‘isverfassung.
des Wutschaftslebens gehören nur \Warenerzeugung, Warenaustausch und Waren.-
*) Wissing, „Boden: und \Vohnoerhältnisse in Kiel" in „Jahrbuch der Bodenreform“ 1931 Heft 2. *) Dr. P. Gutaeit, Die Bodenreform, Leip3ip 1907.
**) Damaschlte a. a. O. S. 147.
_144 f1‚’>4

verbrauch. Das Rechtsverhältnis wird auf einem vom Wirtschaftsgebiet völlig getrennten Boden
erlebt. Die Einrichtungen des Wirtsdiaftslebens müssen dem menschlidien Bedürfnis nach \Varcn
Dritter Fortbildungskursus
dienen, das Rechtsleben muß die Beziehungen zwischen Mensdien so regeln, daß dem Rechts:
bewußtsein entsprochen wird. Das Wirtschaftsleben ruht auf der“ Gewinnung und Verwertung
für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise
der Bodensdrätze und Bodenerzeugnisse, es ist auf der einen Seite den Bedingungen der Natur: vom 6. bis tt. Dezember 1931 in Bad Saarow (Mark)
grundlage unterworfen. Auf der anderen Seite aber ist es von den Redatsverhältnissen abhängig. Der diesjährige Fortbildiiiigsktirs fiir biologischdynamische Wirtschaftsweise brachte den
Es ist der grundlegende Irrtum unserer materialistischen Zeit, daß man erwartet, das \Wirtsdaafts: ’t‘eilnehmern vertiefte wissenschaftliclre Grundlagen und neue Kenntnisse über die praktische
leben solle aus sich heraus Redatsverhältnisse schaffen. Das tut das \Wirtschaftsleben nie und Anwendung. Zu der Veranstaltung waren rund 50 Persönlichkeiten erschienen, die ein ich:
kann es nicht tun. Denn es folgt seinen eigenen Gesetzen, die mit Red'rt und Unrecht nichts zu ha.ftes Interesse betätigten.
tun haben. Zunächst wurde von den praktischen Ergebnissen bei der Durchführung der biologisch
Es ist beschränkt auf die immer neue Lösung der Frage, wie man die Waren, die der dynamischen Wirtschaftsweise berichtet. Die Zahlen der Ernterneugen des Klostergutes Marien-
soziale Organismus braucht, am zweckniäßigsteri hervorbringt und dem Verkaufe zuführt. An stein und des Gutes Marienhöhe boten Einsicht in die Wirtschaftlichkeit der neuen Methode.
ihrer Lösung sollen alle diejenigen, die sich auf die Wirtschaft verstehen, ungestört zusammen Herr Stegemann konnte in seinem Betriebe ein stetiges Ansteigen der jährlichen Ei'nten seit
arbeiten. Der‘Grund und Boden ist die unentbehrliche Naturgrundlage, auf der sich alle menschliche Einführung der biologischdynamischen Wirtschaftsweise dai'legen, während die Reichs—Durch-
Betätigung abspielt. Das Privateigentum am Grundstiidc schließt alle anderen von dem Recht an schnittsei'nten eine fallende oder sta.gnierende Tendenz im Gang der“ letzten Jahre zeigen. Ein:
diesem Grundstück aus. Es sd1afft damit Abhängigkeiten von Mensda zu Mensch und daher deutig ergaben die dargelegten Zahlen den in eine günstige Zukunft weisenden Charakter der“
gebührt dem Boden in der Gestaltung der rechtlichen Verhältnisse eine Stellung, deren Eigenart durch Dr. R. Steiner ermöglichten Landwirtschaft. Die Besichtigung des Gutsbetriebes Marien-
man durch ökonomische Maßnahmen, Bewertung, Besteuerung usw., nicht Rechnung tragen kann. liöhe auf geringen mäi'kischen Höhenböden mit großen Schlägen reinen Bandes und einzelnen
Die aus dem Geistesleben fließenden Fähigkeiten und Kräfte der h1enschen, die das \X/irt: wenigen Schlägen von Höhenlehm bei Bad Saarow führte praktische Erfolge besonders in aus:
schaftsleben gestalten, sind grundverschieden. Ebenso versd1ieden muß die Stellung sein, die die gezeichneten Kleebeständen und in einer gesunden, auf wirtschaftseigenem Futter aufgebauten
einzelnen Menschen als Glieder des wirtschaftlichen Organismus einnehmen. Vor dem Recht Viehhaltung vor Augen. Großes Interesse fand die Gartenanlage, bei welcher es unter schwie—
aber sind alle gleich. Es hat die Grundlagen dafür zu schaffen, daß die Menschenwürde in jeder rigen Umständen auf eine besondere Kunst des Wasserhaushalts ankommt, da nur Regenwasser
Stellung und bei jeder Arbeit gewahrt werden kann. Die Einsiditen, die das Recht begründen, zur Verfügung steht.
fließen ebenso wie die Fähigkeiten zur Gestaltung des \Wirtschaftslebens aus dem schöpferischen Nachdem die Teilnehmer des Kurses mit den praktischen Ergebnissen der beiden längs
Id] der einzelnen Menschen, d. h. aus dem Geistesleben, das zu seiner Entfaltung unbedingt der jährig biologisch-dynamisch arbeitenden Betriebe bekannt gemacht worden waren, erläuterte
Freiheit bedarf. Also Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlidikeit im Herr E. Pfeiffer die Forschungsmethoderi und Forschungsergebuisse über Strahliiiigs16hr6 und
\Wirtschaftsleben sind die Grundlagen einer gedeihlichen Entwidrlungl 1‘intitäteuwirkung des Laboratoriuuis in Dornaoh bei Basel. Der abstrakten Lehre von linearen
Diese Gedanken haben Dr. Rudolf Steiner dazu geführt, die Idee von der Dreigliederung Strahlung-cn stellte er eine Lehre von ganzräumliehen, nicht körperha.ften Sti‘ahlurigeii gegen»
des sozialen Organismus zu entwickeln, die er im Jahre 1919 in der Schrift „Die Kernpunkte über. Zu dem heute meist allein bekannten Gewebszerstöi‘enderi und oft auch seelisch zer-
der sozialen Frage“ zum ersten Male in grundlegender Darstellung der Offentlichkeit übergeben riittend einwirkendeu Sti‘ahleiigebiete zwischen iiltrakurz8n und elektrischen Wellen, tritt nach
hat. Heute beschließen über die Sdiicksale der geistigen Institutionen wie auch über die Gestaltung seinen Forschungen das Gebiet der lebensfördernden Strahlungen, welche die Grundlage für
des Red1tslebens, Parlamente, deren Mitglieder die, im wesentlichen wirtsdraftlich eingestellten In: die Lebensvorgänge bilden. Herr Dreidax führte aus. wie diese Lebeusvorgänge in um-
teressen ihrer Wähler zu vertreten haben. Wir haben kein freies Geistesleben, das seine Ver: fassender Weise an der Biologie des. Bodens studiert werden können. Außer dem Austausch
hältnisse aus dem ihm innewohnenden eigenen Ideen heraus selbst gestaltet. Wir haben aber der“ Stoffe muß in der Landwirtschaft die Bilanz der Kräfte in hervorragender Weise Berück
auch kein ungestörtes Wirtsd1aftsleben, da das Reich, die Länderverwaltungen und die Städte in sichtigung finden, um die Lebensvorgänge durch Kulturmaf‘lnahmen wirksam voranbringen zu
weitem Umfang selbst wirtschaften. Stadtbaurat Wagner erklärt in dem sdion zitierten Aufsatz können. Für die Pflanzenernähi'ung wurden dieselben Gesichtspunkte von den Herren Pfeiffer.
„Die fast restlose Kommunalisierung des Berliner Verkehrs“ für „ein Ruhmesblatt der Rathaus: Grund und Voegele erklärt. Durch die Erforschung des Kreislaufes der Stoffe und Bilde:
politik“ und muß gleichwohl feststellen, daß die städtischen Verkehrsbetriebe „auch bei Rüd<kehr kräfte innerhalb des landwirtschaftlichen Betriebes ergibt sich eine neue Pflanzeneruährungs—
normaler Würtsdiaftsverhältnisse nidit in der Lage sind, die seit den letzten 5 Jahren verausgabten lehrt), welche auch den Bedingungen der Praxis. nicht nur denen des Versuchsfeldes und des
351 Millionen RNI. fiir Untergrundbahnbauten zu verzinsen und zu tilgen“, daß die Stadt heute Laboratoriums gerecht wird. Herr v. Wistingh‘ausen zeigte wie in die Erhaltung und För:
von ihren Geldgebern gedrängt werde, Substanzwerte bester Rentabilität wegzugeben, um diese derung der Bodenlebewelt. und der Viehwirtschaft besonders die, Leguminosen eingreifen. welehe
unrentablen Substanzwerfe finanzieren zu können, und daß diese Politik es dahin gebradit habe, deshalb im deutschen Osten ständig an Bedeutung gewinnen. namentlich im Rahmen der bio-
„daß wir den fundanientalsten Bedarf an Schulraum nicht befriedigen können“. Ein erschütterndcs logisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Durch gestaltendes Einwirken der Monschenhaud kann.
Beispiel dafür, zu weldien Verhältnissen es führt, wenn Körperschaften des öffentlichen Rechts wie Herr Voegele ausfiihrte. zwischen den einzelnen Zweigen der Landwirtschaft ein ideales
Zweige der „Wirtschaft“ selbst in die Hand nehmen und zugleich über Angelegenheiten des Verhältnis geschaffen werden. Welches durch gegenseitige Ernährungsbegünstigungcn und sonstige
Unterrid1ts, also des Geisteslebens, befinden. wechselseitige Förderung die Entwickeliirig geschlossener laudwirtsehaftlicher Individualitäten
Dr. Steiner verlangt, daß jedes der drei Glieder des sozialen Organismus seine eigenen, ermöglicht. Die auf Natureiusichten aufgebaute Landschaftsgestaltung erlaubt sogar auf das
seiner Art angemessenen Organe entwickeln, daß jede dieser Verwaltungen die ihr zukommenden Wetter (z. B. die Taubildung) einzuwirken und die Naturvorgiinge auf neue Art in den Dienst
Entschlüsse fassen und daß sie sich dann gegenseitig in der erforderlichen \Weise beeinflussen der Landwirtschaft zu stellen.
sollen. Dabei kann beispielsweise ein Richter in einer Association des Wirtschaftslebens als Ver: Nachdem Herr Dr. Bartsch in die Fragen der praktischen Fruchtfolge und der Betriebs-
braucher und in einer Vertretung des Geisteslebens als Jurist sitzen. Er wird aber genötigt sein, urnstellung eingeführt hatte. sprach Herr Dr. Rehmer über die Frage nach der Erzeugung
“in jeder dieser Organisationen ohne Kompromisse rein aus den Erfordernissen der Sache heraus innerer Qualität durch die: Kiesel—Wirkuugen, welche mit den Saiidbüden verknüpft sind. Herr
zu urteilen. Nur so kommen wirklidikeit3gem'aiße Urteile zustande, und das Geschehen wird klar Dreidax wies weiter nach. wie die qualitativ hochstehenden Produkte der biologisch»d_vna
ins Bewußtsein gehoben. Denn die Zeiten, in denen die Mensddreit instinktiv das Richtige traf, mischen Wirtschaftsweise zu einer ra.tiouellen Verwertung gebracht werden können.
sind vorüber. In weiteren Vorträgen der Herren Schwarz. Dreidax und Dr. Birkigt leuchtete die
Seit die Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus entwidrelt wurde, kann man nidit volksvvirtsehaftliche Bedeutung der biologischdynamisehen Wirtschaftsweise auf. Es gilt die
wirksam über soziale Fragen sprechen, ohne sie an dieser Idee zu klären. nach dem Zeitalter der deutschen Klassik abgebogene und abgebrochne Entwicklungslinie wieder
(Fortsetzung folgt.) aufzugreifen und sie heute bis in die praktischen Zweige unserer Wirtschaft hineinzutragen.
um dem Wirtschaftschaos zu steuern und die Zeitaufgaben lösen zu können.
In den lebhaften Aussprachen. die an jedem Tage mehrere. Stunden dauerten, wurden
die zugeschnittenen Fragen durchberaten und wesentlich ergänzt.
16

An einem Nachmittage fuhren die Kursteilnehmer nach der Arbeiterkolonic Reichenwalde sagt „praktische Landwirte forderten Dr. Steiner werden müssen. Der ganze Band der Gäa Sophia, in
auf...“ . Dr. Steiner hat dieser Bitte entsprochen. der der Regenwurmversuch steht, ist nicht etwa
bei Storkow um die dort im Gange befindliche Umstellung auf biologisch-dynamische Wirtschafts Sind dann die praktischen Landwirte die geistigen eine zusammenhängende Darstellung der biologisch-
weise zu studieren. Die ganze landwirtschaftlichc Einrichtung dieser Bodelschwingh’schen Urheber der wesentlichen Richtlinien für die bio- dunamischen \Nirtschaftsweise, sondern ein Anein-
Gründung, wie auch die rriustergiiltigc Unterbringung der Wander‘arbciter und deren Erziehung logisch-dynamische ‘Wirtschaftsweise oder Dr. Ru- anderreihen von in sich geschlossenen Aufsätzen
dolf Steiner? Will man etwa den Namen Rudolf mit einer ganzen Reihe von Verfassen]. ich habe
zur Arbeit erregte lebhafth Interesse. Als besonders auffallend erwies sich eine Geschmacks— Steiner nicht mehr mit der biologisch-dgnamischen doch wörtlich das Urteil der Verfasserin angeführt.
priifung der frischen Roggcnsaat, biologisch-dynamisch gedüngt gegenüber mineralischcr Düngung Düngung in Verbindung bringen oder will man Daß die Regenwürmer bodenverbessernd, bodenlok-
auf einem Felde, das schon vier Jahre in einem konsequenten Vergleich behandelt wird. etwa zwischen Religionsphilosophie der Anthro- kernd usw. wirken, das wissen wir auch ohne
Als Abschluß der“ Veranstaltung wurde dann noch eine Führung durch die Forsten des posophen und biologisch-dynamischer ‘Nirtschafts— biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.
weise trennen und hier die „o r g a n i s ch e V e r Anerkennen muß ich, daß Pelikan meine Teil-
Rittergutcs Sauen von deren goistreichcn Schöpfer Herrn Geheimrat Prof. Dr. Bier durchgeführt. bindung" leugnen. Herr Prof. Neubauer ist je- nahme an einer Ringfahrt biologisch-dynamischer
In Samen konnte das schöne Ergebnis einer 201ahrigcn Arbeit gezeigt werden, die nach bio' denfalls zu der gleichen Auffassung wie ich gekom— Landwirte besonders erwähnt hat. Er schreibt, daß
logischen Gesichtspunkten mit Bodonverbesserung, Pflanzensymbiosc usw. geleistet worden ist. men, wenn er schreibt, „daß es sich hier nicht um ich bei dem Besuch biologischer Güter die biolo-
Die Anschauung-en der biologisch—dynamisch arbeitenden Landwirte verbunden sich hier mit eine naturwissenschaftliche Erkenntnistheorie, son- gisch-dguamische Wirtschaftsweise hätte gründlich
dern um eine neue Religion handelt, so schwer es kennen lernen können, wenn ich gewollt
den Ideen eines Waldhaucs, dem es gelungen ist aus einer märkischen Kienheide einen friscth audi fällt, dieses Wort, bei dem wir besondere hätte von alle dem sei nicht die Rede gewesen.
wachstumsreichcn Mischwald zu schaffen.

Empfindungen haben, als Kennzeichen der Anthro- Ich habe absichtlich über diese Ringfahrt ge-
Die, Tage geistreichcr Arbeit in Bad Saarow in einer Zeit schwerster Wirtschaftskriscn posophie auszusprechen, Es ist ganz interessant schwiegen, aber nicht etwa weil meine Kritik hätte
wie empfindlich man hier auf das Wort Religi- positiv ausfallen müssen, wie Pelikan meint. Am
konnte für die Teilnehmer zum bleibenden Erlebnis werden. Die. klare Aussicht auf fort— onsphilosophie in Verbindung mit bi-
schreitende Gesundung der Landwirtschaft durch eigene Kraft bedeutet für Viele einen Anstoß Schluß der Ringfahrt wurde nämlich in einem zu-
ologisch-dynamischer Wirtschafts- sammenfassenden Vortrag erwähnt, daß man natür-
zu selbständiger zielbcwußter Tätigkeit. weise reagierte. Man wird mit Aufmerksamkeit lich durch die einmalige Teilnahme an einer Ring-
v. Wistinghauscn Dir. Berner eine Entwicklung in dieser Richtung verfolgen. iahrt weder über die Bestrebungen der Anthropo-
„Notorisch unwahr" ist es, wenn Pelikan davon sophie noch über die biologisch-dynamische Wirt-
spricht, ich hätte die Unschädlichkeit giftiger schaftsweise ein vollkommenes Bild gewinnen kön-
Saal'beizen damit begründen wollen, daß es ne.
früher auch schon Pest und Colera gegeben hat. Hätte ich also bei meinem Vortrag über meine
„Ein typischer Gegner“ ich habe iiberhaupt nur von K un std iin 9 er ge-
sprochen. Weiß etwa Pelikan nicht, daß Kunst-
Erfahrungen bei der Ringfahrt berichtet, so hätte
ich bei der „typischen" Kampfesart gewärtigen
(Entgegnnng auf die Ausführungen von Dipl.:Ing. Pelikan «Jünger und Saatbeizen zweierlei Dinge sind? Muß miissen, daß man auf den Vortrag von Dornach
man etwa die Einführung der „Saatbeizen“ etwa Bezug nimmt und erklärt, durch eine einmalige
in der „Denictcr:leitschrift“ über meinen Vortrag auf der Sommertagung des Laudesnerbands \Wiirttemberg auch im Sinne der „tupischen“ Kampfesweise be- Ringfahrt könne man doch unmöglich die biolo—
dcs Reidisoerbancl5 für deutschen Gartenbau am 26. Juli 1931.) trachten ‘.r gisch-dynamische Wirtschaftsweise gründlich ken—
Es ist eine altbekannte Taktik, eine unange- Pelikan schreibt u. a,: (ich hätte behauptet] „Tupisch" ist auch das Anspielen auf den nen lernen. Nachdem uns Pelikan aber eines an '
nehme Sächlichkeit dadurch zu bekämpfen, daß man „Die neue Wirtschaftsweise sei durch Rudolf Auloritätsglauben, wenn man den unbe- d eren beiehrt, behalte ich mit vor, auch über
Nebeusächlichkeiten ungewöhnlich autbläht, um we- Steiner (von mir hervorgehoben) als eine Ver- quemen Maßstab der exakten Wissenschaft anlegt. die Ringtahrt noch zu berichten. An dieser Stelle
sentliche aber unbequeme Dinge möglichst unbe- bindung von Religionsphilosophie mit Landwirt- Man hätte es natürlich lieber gesehen, wenn ich_ sei nur darauf hingewiesen, daß auch im Laborato»
schaft ins Leben gerufen worden.” Pelikan fährt den Autoritätsglauben an die biolo- rium in Dornach der Würmerversuch den Fahrtteil—
deutend erscheinen zu lassen. Wenn man zu sol-
chen Mitteln auf anderem Gebiete greift, so wundert dann ‚weiter: Die biologisch-dunamisohe Wirt- gisch—dunarnische Wirtschaftsweise nehmern gezeigt wurde, und daß man auch daraus
man sich nicht darüber, wenn aber ein Anhänger schaftsweise ist nicht als; eine Verbindung von Re— oder an die Anthroposophie in den Vor— schließen darf, welche besondere Bedeutung man
der Anthroposophie, die doch zu höherer Geistes- ligionsphilosophic und Landwirtschaft durch Run dergrund gestellt hätte. diesem Versuch bisher beigemessen hat. ,

kultur führen soll, zu solchen Mitteln greift, so dolf Steiner (von mir hervorgehoben) in die „Lächerlich“ ist die Behauptung, ich hätte die Nachdem ich am ersten Tag im Laboratorium
muß man sich wundern. Welt gestellt worden; dies ist nicht nur sinnlos, biologisch—dynamische Wirtschaftsweise und die in Dornach Kritik geübt und auch mit Gärtnern mich
„Ein tgpischer Gegner". Einen besseren Titel sondern auch notorisch unwahr. Anthroposophie „lächerlich" gemacht. Habe etwa rege unterhalten habe, die seit Jahren biologisch-
hätte man für die Ausführungen von Pelikan nicht ln V\/ahrheit (von mit“ hervorgehoben) ist ich den Aufsatz über den Regenwurmversucli in der dunamisch Ehingen, müßte es eigenartig berühren,
daß mir am zweiten Tag. an welchem man die bio-
wählen können. Sie sind „typisch" dadurch, datt sie sie durch den Koberwitzer Kurs (von mit Gäa Sophia veröffentlicht, die als Aufklärungsschrifl
verlangen, die Wissenschaft solle nicht ihren eige« hervorgehoben) als Folge der Aufforderung, viel- über die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise logischen Güter zeigte, erklärt wurde, man hätte
nen Maßstab an die biologisch-dynamische Wirt- mehr Bitte praktischer Landwirte und Gärtner an jedermann empfohlen wird? Habe ich etwa darü- sich iiberhaupt überlegt, mich an einer solchen
schaftsweise anlegen, sondern den anthroposophisch Rudolf Steiner begründet werden [von mir ber berichtet, daß große Scharen von Regenwür— Ringlahrt teilnehmen zu lassen, wenn ich über die
fiir die Wissenschaft zurecht gestutzten Maßstab. hervorgehoben). Diese durchaus erfahrenen Prak- mern zu den kosmische Speise schenkenden Feldern biologisch-dunarnische Wirtschaftsweise näheren
Das läßt eine sehr bequeme Kampfesweise zu. tiker, waren durch die gegenwärtigen Methoden an wandern . . . .? Der AusdruCk .,phantasievoll" wäre Aufschluß haben,wolle, so dürfe ich mich nicht an
Laufen nämlich die Ergebnisse der exakten Wis—
senschaft im Sinne der biologisch-dynamischen
einen toten Punkt gekommen —— wie die gesamte
deutsche Landwirtschaft überhaupt; sie hatten die-
für diese Veröffentlichung viel angebrachter gewe»
Sen, Wenn man sich darüber aufregt, daß ein
eine beliebige Person wenden, sondern an bestimm—
te, mir benannte Personen. Man stelle sich vor,
Wirtschaftsweise, so kann man den Maßstab der ses nur vielleicht etwas früher bemerkt. Sie for— wörtlich angeführter Bericht, der nicht aus eine derartige Forderung wäre bei irgend einer
exakten Wissenschaft anlegen, laufen sie aber im derten Dr. Steiner auf. Die Sache so darzustellen einem beliebigen Buch, sondern aus der offiziell anderen nicht biologischen Versuchsringfahrf ge-
entgegengesetzten Sinn, so wird der anthroposo- als hätte Rudolf Steiner ein theoretisches System empfohlenen Gäa Sophia stammt, auf den Leser stellt worden.
phische Maßstab angelegt. aufgebaut und dann dafiir Anhänger gesucht, heißt oder Zuhörer lächerlich wirkt, warum läßt man ich war persönlich seinerzeit damit einver-
In diesem Sinn muß man wohl auch den Satz die Tatsachen verdrehen.“ dann solche Aufsätze nicht heraus? Wenn ich dann standen, daß eine Diskussion nach meinem Vor-
Niemals sollten meine Worte zum Ausdruck die Zuhörer „schlicht und einfach“ darüber aufklärte, trag stattfindet, erkenne aber heute, daß bei der
verstehen. „die biologisch-dynamische Wirtschafts- daß das \Nandern der Regenwürmer nach dem „tgpischen“ KompiesWeise in der Diskussion die
weise lehnt weder die materialistische noch irgend bringen, Rudolf Steiner hätte ein theoretisches Su-
stem aufgebaut und dann dafür Anhänger gesucht. biologisch-dynamisch gedüugten Teilstück damit zu Sachlichkeit meiner Ausführungen, die gerade be-
eine exakte Wissenschaft ab, sie wird sich nur
über die Gebietsgrenze klar, innerhalb welcher die Uns interessiert doch nicht die geschichtliche Entr erklären ist, daß die Regenwiirmer einfach ausrei— sondere Anerkennung fand, nur einer un-
Methoden einer Wissenschaft richtig sind; und über stehung der biologisch-dunamischen Wirtschafts- ßen, wenn sie merken, daß nach kolioid-chemischen sachlichen Dialektik preisgegeben worden wäre.
die Art der Veränderung und Fortenwicklung, die weise, sondern uns interessiert die biologisch-dyna- Gesetzen, ihre Schleime entweder zu gerinnen oder Nur mit einer Aufregung ist eine solche
die Methode erfahren muß, wenn vom Forschungs- mische Wirtschaftsweise und die Anthroposophie sich aufzulösen anfangen. Warum verschweigt man Kampfesart zu erklären, einer Aufregung darüber,
gebiet des Phgsikalisch-Chemischen und Unbeleb— mit ihrer Religionsphilosophie so wie sie heute diese „einfache und schlichte" Erklärung und setzt daß ich nicht nur sachliche Kritik geübt, sondern
ten in das des Lebendigen übergegangen wird} uns in der Praxis gegeniibertritt. Und an deren Stelle den Autoritätsglauben anthro- auch positive Wege gezeigt habe, die organisch
Die Formulierung dieses Satzes ist ganz „tgpisch”. heute wissen wir doch, daß die biologisch-dynami— posophischer Lehren? Soll das etwa Wissenschaft- aufbauend auf die exakte Wissenschaft ganz von
„Tupisch" ist ferner, wenn man dem sche Wirtschaftsweise von den Anthroposophen lichkeit sein? selbst zu einer Verbesserung, bezw. Gesunderhai-
„Gegner“ Oberflächlichkeit vorwirft, um eigene vertreten wird. Zudem ist die Logik der Aus— Ist es nicht „typisch” für die Kampfesweise, tung unserer Böden führen auch ohne biologisch»
dynamische Wirtschaftsweise und ohne Anthropo-
Oberflächlichkeit zu verdecken. führungen von Pelikan nicht ganz verständlich. Er wenn Pelikan auch noch erklärt, daß solche Ver-
suche nur ein Teil viel umfassenderer Versuche sophie.
\Y/ir werden von Herrn Dr. \X"olf gebeten an dem Äufsat; „Ein typischer Gegner“ eine Entgegnung 3u bringen. seien und mit deren Ganzen im Einklang beurteilt Landwirtschaftsrat Dr. Wolf.
Gleich3eitig nimmt auch llcrr Dipl. Ing. Pelikan selbst nothlnals Stellung. \‘Vir glauben, daß damit die Sache genügend
geklärt ist und schließen die Aussprache dariiber, Did Schriftleitung.
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1%”
originellen Versuche vorgenommen. Da Wolf be- schung des Sinnlich-nicht-Wahrnelimbaren als eine
Ein „typischer“ Gegner in Selbstdarstellung hauptet, an allem seien nur die kolloid-chem. Re—
aktionen schuld, möchte ich klipp und klar einige
unnötige \A/egverkiirzung „auf dem unendlich gro-
ßen Vi/eg vom Stoff bis zum Aether” (Wolf), als
Die Leser der „Demeter“ sind in die angenehme stehende und bewegte Mensch nicht begreiflich! Fragen an ‚Dr. Wolf richten: unnötig hin. Zwar, wenn man es genau nimmt,
Lage versetzt, sich aus dem Artikel von mir im, Ein geistvoller Ingenieur hat einmal ausgedrückt, 1.) Hat er untersucht, ob die Salz— und Alkali- kann man iiber die Länge eines Weges zwischen
Septemberheft „Ein typischer Gegner" und dem wie gegen alle Gesetze der auf die Statik sich konzentrationen in den zu den Versuchen benützten zwei Punkten erst etwas aussagen, wenn man an
vorstehenden von Dr, Wolf selbst ein Urteil über gründenden Ingenieurkunst die aufgerichtcte Men— Böden genügend hoch sind, um eine Schleimgerin- Beiden gewesen ist. Also, er hätte korrekter
die ganz verschiedene Art zu bilden, in der er und schengestalt von der Natur geschaffen sei! Im nung oder Auflösung zu bewirken? Weise sagen miissen, daß die von ihm vertretene
ich arbeiten. Darum soll das Urteil, wo mehr wis- labilen Gleichgewicht, das nur durch ein unge— 2.) Es sind ja Regenwiirmer in den mit Kunst— W’issenschaftsrichtung über die Länge oder Kürze
senschaftliche Gewissenhaftigkeit zu finden ist, heuer kompliziertes Muskelspiel in jedem Augenblick dünger und Urin versetzten Bodenproben geblieben; dieses Weges nichts aussagen könne, weil sie ja
Punkt für Punkt dem Leser selbst überlassen web mtihevollst erhalten werden muß! nur ein Teil wanderte aus. Jene sind durchaus den anderen Punkt nicht einnehmen könne. Doch,
den. Ich möchte nun das Phänomen des vorliegen- Und so hat man bestimmte Methoden und am Leben geblieben. Eine derart grobe Schädigung, wir wollen dies hingehen lassen. Aber ich kann
den Aufsatzes wie eine naturwissen— Maßstäbe in den Naturwissenschaften der unbeleb- wie sie Wolf annimmt, ist nicht aufgetreten Wenn ‘ nachweisen, daß Dr. Wolf unter Umständen selbst
ten Natur: Chemie, Kolloidchemie, etc, Diese man seine Folgerungen ernst nimmt, so würde eine gewisse propheiischwhellsichtige Gabe be-
schaftliche Tatsache betrachten und mich
dabei — im Gegensatz zu den Gegnern, —— von darf man aber nicht unverändert in jeder mit Kunstdünger behandelte Acker sich in ein besitzen muß.
jeder unbewiesenen Behauptung fern halten, (Dr, das Gebiet der belebten Natur über« Regenwurmtoienield verwandeln. Beweis: Ich habe in meinem ersten Artikel
Wolf 2. B. behauptete, daß chemisch löslich gemach- tragen! (Das Prinzipielle darüber ist in den Ein- 5.) Wie erklärt sich die Tatsache, daß die Wür- meine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß
te Kieselsäure von dem feinen Verteilungsgrad des leitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriir mer von gewöhnlich gedüngten Bodenproben, in Wolf iiber die praktische Seite der biologisch-dgna—
Präparates 501 die gleiche Wirkung wie jenes habe; ten von R. Steiner ausgeführt, Sie muß man denen also weder Kunstdiinger, noch Urin enthalten mischen W.-weise so völlig geschwiegen hat, umso-
den Beweis dafür ist er immer noch schuldig als die Grundlagen unserer Arbeiten war doch lieber zu den biologisch behandelten mehr, als mir manche seiner Aeußerungen von jener
geblieben.) kennen, ehe man sich mit uns ausein— heriiberwechselten ? Besichtigungsreise erzählt worden sind, wofür die
B e h a u p t u n 9: Wolf richtet erst ein Zen-- anders etzt,) Ein solches unverändertes Ueber— Also so schlicht und einfach, wie sie sich im Zeugen jederzeit ‚zur Verfügung stehen. Wie reiz-
bild von dem auf, was „die Biologen" behaupten: tragen der Maßstäbe ist im tiefsten Sinne u n w i s » Kopie Dr. Wolis malt, ist die Sache nicht. Ein voll war ;. B. jenes Intermezzo bei dem Bauern
gegen dieses Zerrbild fällt er mit seinem kritischen senschaftlichl Leider hat dies die Wissen- Regenwurm ist kein bloßes Lakmuspapier. Nun ]acobg, als inmitten eines schönen Felderstandes
Degen aus, schaft eines halben Jahrhunderts trotzdem getan, zunächst genug vom Regenwurm. Eben hat ein plötzlich jener Acker mit Lagerfrucht auftauchte, vor
Beweis: Im zweiten Absatz seines Artikels und damit dem Lebenswerk Goethe’s ins Gesicht „Biologe“ seine Doktordissertation mit einer Arbeit dem Dr, Wolf sarkastisch meinte: da haben die Bio-
behauptet Wolf, wir verlangten, die Wissenschaft geschlagen. über dies niilzliche Tier gemacht und wir können ‘ legen des Guten einmal zu_ viel getan; —— — und
habe nicht ihre Maßstäbe, sondern die anthropo- Wenn Wolf den Absatz auf S, 175 der „D€ITIQ' ja später darauf zurückkommen, Aber schließlich sich herausstellte, daß es sich um einen Kunstdün—
sophisch zurechtgestutzten uns gegeniiber zu ver- ter", dessen ersten Satz er zitiert, um ihn „tgpisch“ treiben wir nicht biol. dgn. Wirtschaftsweise, um gerversuch der x-schen Landwirtschaftskammer
wenden. Gleich darauf zitiert er aber meinen Satz; zu finden, zu Ende studiert hätte, dann hätte er Regenwiirmer zu züchten; uns sind die Erfolge der handele! etc.
„Die biol‚ dgn. Wirtschaftsweise lehnt weder die finden können, warum wir der Frage der richtigen Tier- und Pflanzenzucht viel wichtiger, und s 0 war Nun hat \Nolf meiner Verwunderung gegenüber
materialistische, noch irgend eine exakte V\Iissen- '
Methoden und Maßstäbe ein so großes Gewicht bei- mein Satz gemeint, daß solche Versuche in einem sein Stillschweigen folgendermaßen motiviert: „Hätn
schaft ab; sie wird sich nur über die Gebietsgrenze messen müssen. Dort steht nämlich: „Wenn man viel größeren Zusammenhang betrachtet werden te ich also bei meinem Vortrag über meine Erfah-
klar, innerhalb welcher die Methoden einer Wissen- sich über die Grrrndfrage klar geworden ist: Was müssen; nämlich mit all den praktischen Erfahrun- rungen bei der Ringfahrt berichtet, 5 0 hätte ich
schaft richtig sind; und über die Art der Verände- ist der wesenhafte Unterschied zwischen Lebendi« gen und Erfolgen, die dann auftreten, wenn man die bei der „tgpischen Kampfesweise” ge—
rung und Fortentwicklung, die die Methode erfahren gem und Unbelebteni ‚
dann erst ist der fruchtbare b. d. W.nweise als Ganzes praktisch durchführt: wärtigen müssen, daß man etc.” (Siehe den vor-
muß, wenn vom Forschungsgebiet des Physikalisch- Ausgangspunkt fiir eine Diskussion gegeben," Au- Qualität der herangezogenen Pflanzen, Gesundheit, stehenden Aufsatz‚) ‚(Unterstreichung von mir.] Die
Chemischen und Unbelebten in das des Lebendigen ßerdem auf S. 52: „Wahre Wissenschaftlichkeit be- Wohlgeschmack etc., Indem man biol. dgn. arbei- „tgpische“ Kampfesart, die er mir vorwerfen will,
übergegangen wird." In diesem Satz wird doch steht nur darin, daß die Methodik ganz aus dem tet, beobachtet man eben neben vielem An- hat er aber doch bestenfalls erst durch meine
klar ausgedrückt, daß jede Wissenschaft ihr Gebiet Wesen des zu erforschenden Gegenstandes und aus deren - ohne ein Hauptgewicht darauf zu legen Aeußerungen im Septemberheft der „Demeter" ken-
hat, in dem sie ihre bestimmten Methoden,
%
nichts anderem gewonnen wird," — eine besonders rege Regenwurmtätigkeit, (Uebri- nen lernen ‚können! Trotzdem sieht er sie schon
und zwar aus der Erforschung dieses Ge— B e h a u p t u n g: Dr. Wolf vollführl nicht nur gens füllt der Versuchsbericht über den Regenwurm in seinem Göppinger Vortrag im juli voraus —— obv
bietes, entwickeln soll, jede Wissenschaft ergötzliche Scheingeiechte rnit Zerrbildern, sondern in der Gäa Sophia von 259 Seiten *

ganze dreiein— wohl er mich damals noch gar nicht gekannt hat.
muß die Maßstäbe, deren sie sich be- er liest auch die von ihm in Grund und Boden ver- halbll] Kommentar überflüssig!
dient,nur aus ihrem F‘orschungsgebiet donnerten Arbeiten ungründlichl '

Nun aber eine wichtige Frage; und die Leser Nun noch eine prinzipielle Aufklärung über die
e n t n e h m e n. Das ist nämlich ein ganz entschei- Beweis: Dr. Wolf macht sich auf Kosten der dieser Zeitschrift mögen wohl darauf merken, ob, Tatsache, daß Dr .Wolf nicht versteht, warum
dender Punkt, woher die Maßstäbe ge— Regenwiirrner lustig: wir hätten ihnen Fähigkeiten und welche Antwort Dr. Wolf darauf zu geben im wir auf der völlig wahrhaften Darstellung der Ent'
n o rn in e n sin d. Entweder glaubt man, sie seien zugeschrieben, als lebendige Wesen etwas über Stande ist. in einem Artikel, der ein Selbstreferat stehung der biol. dgn. Wirtschaftsweise durch den
als absolut Giltiges vom Himmel gefallen; die biologischen Qualitäten des Ackerbodens auszu- über den Göppinger Vortrag darstellt, und der in Koberwitzer Kurs und die Art, wie er zu Stande
oder man wendet die an, welche einem eine Auto- xsagen, ohne an die richtige und so nahe liegende
Erklärung: chemische Reaktion der Schleimsubstan'
einer großen Anzahl von Exemplaren zur Verteilung kam, bestehen miissen. Es hängt dies mit einer Sa-
rität oder die herrschende Schulmeinung vor- gelangt, schreibt Wolf unter der Ueberschrift: che zusammen, die in der Gegenwart scheinbar
schreibt; oder endlich, man verfährt wahrhaft wis- zen dieses armen Tiers mit den in den Düngern „Kuhfladen im Kuhhorn“, daß man sich über Er- überhaupt ‚sehr, sehr schwer begriffen wird, näm-
senschaftlich; man tritt ohne vorgefaßte Meinung, enthaltenen Salzen, Alkalien etc. zu denken. Das folge bei der Ausspritzung von 500 nicht zu wun- lich mit der
A

nicht nur mit den Lippen be-


also auch ohne vorgefaßte Maßstäbe, Ganze sei einfach und schlicht ein kolloidchemisches dern brauche, jedenfalls keine dynamischen Wir»v haupteten, sondern durch die Tat bekräftigten
gleichsam als unbeschriebenes Blatt, vor das Para Phänomen. kungen zur Erklärung beizuziehen nötig habe; denn Achtung der Freiheit des Mitmenschen. Also, noch-
schungsgebiet, und entwickelt erst aus ihm Nun steht aber im kritisierten Aufsatz, Gäa daß ein solcher, kalt und gut konservierter Mist mals, und so oft, bis auch der Letzte es verstanden
die M a ßstäbe, die dann auch fiir es passen. Sophia, Bd. 4, S. 60 ausdrücklich: „Die chemisch wirke, sei doch selbstverständlich, Also, er ge— hat, der überhaupt verstehen will: Dr. Steiner hat
Das allein kann man vornrteilslose Wissenschaft nen- stofflichen Vorgänge, die sich dabei vollziehen. steht Wirkungen zu; kann sie auch nicht gut ab1 seinen Rat ‚gerne denen zuteilwerden lassen, die ihn
nen. Und dann findet man: die Elektrizitätslehre hat festzustellen, wiirde schon in wesentliche Zusam— leugnen, denn darüber liegt eben ein zu großes darum baten; aber er hat sein umfassendes Wissen
z. B. andere Maßstäbe, als die Medizin; die Geo- menhänge hineinfiihren können; doch wird eine Versuchsrnaterial vor. Aber hat Wolf das folgende und Können nie einem Menschen aufgedrängt. Im
logie andere als die Botanik. Das, und nichts an" lebendige Naturanschauung nicht hierbei stehen bedacht? Der inhalt eines Horns mag ca. 100 gr Falle der Landwirtschaft habe ich selbst manches
deres, war durch meinen zitierten Salz ausgedrückt. _ bleiben wollen, sie wird ins Auge fassen müssen,
was darüber hinaus an Wirkungen das tierische Lei
betragen; er wird auf ca 1200m“ verteilt; es Jahr vor dem Koberwitzer Kurs mit Landwirten
Dies nicht verstehen zu können, ist auch ganz kommt dann etwa 1/10 gr auf ein mz; auf die ein- gesprochen, die immer wieder mir gegenüber zum
„tgpisch”! bewesen auf den Erdboden ausübt.“ Also, die chef zelne Pflanze dieses in 2 kommt davon nur ein klei- Ausdruck brachten, wie sie empfänden, daß ihr
Nun gibt es aber nahe aneinander gelegene mische Seite ist sehr wohl ins Auge gefaßtl ner Bruchteil. Nach den heute giltigen Lehren Beruf an einem toten Punkte angekommen sei.
Forschungsgebiete. Und es ist etwas ganz berech- Hat Wolf diese Stelle nicht lesen können? dürfte man sich davon überhaupt keine Wirkung Wenn einer helfen könne, so sei es Dr. Steiner, in
tigtes, von Einem zum Anderen fortzuschreiten und Wenn ja, warum verschweigt er sie? versprechen ! Warum geht Wolf an dieser offen- dem so Viele die stärkste, kulturerneuernde Kraft
überzugehen. Dann muß man sich aber beim Grenz- Die Frage ist ja gerade: wodurch ist‘ein Regen- kundigen Tatsache vorbei? Wenn sein e Anschau- der Gegenwart sehen könnten. Und das zusammen-
übertritt von einem in das andere Gebiet genau wurm mehr, als blos ein kolloidales Schleim— ung richtig wäre, und die dgnamische Präparation gefaßte Vertrauen Vieler vereinigte sich dann zu
fragen, inwieweit dieMaßstäbe des ei- gebilde? Und was übt er durch dieses Mehr, das er überflüssig, dann wäre die Düngefi'age gar leicht der Bitte an Dr. Steiner, die dann den Koberwitzer
nen Gebietes im anderen noch giltig ist, für Funktionen im Naturganzen aus? Von alt gelöst! Dann würden 50 kg Mist ein großes Bau- Kurs zur ‚Folge hatte. Also, wenn man schon die
sind ‘! (Aehnlich, wie man beim Passieren einer diesem nur die kolloidchemische Seite ins Auge erngut versorgen können! Also, er versuche, durch unglücklichr Formulierung Dr. Wolfs beibehalten,
Staatsgrenze auch sein“ Geld in anderes umwechseln fassen, ist ebensoviel wert, als den menschlichen Verspritzen frischer Kuhfladen in gleicher Konzen- aber ihr einen sachlich richtigen Inhalt geben will,
muß.) Es müssen eben bei einem solchen Grenz- Verdauungsprozeß blos als eine Auflösung der tration wie unser Pr. 500 die gleichen Wirkungen so muß sie lauten: Die biol. dgn. Wirtschaftsweise
übertritt die Maßstäbe eine sinngemäße Verände- Nahrung in Salzsäure etc. darstellen zu wollen, oder zu erzielen! Dann wollen wir uns weiter sprechen. hat in einer Verbindung der tief empfundenen Be-
die Muskell)ewegung blos als kolloidales Quellungs— Nun ein ergötzliches Zwischenspiel; Dr. Wolf rufsnot vieler praktischer Landwirte und Gärtner
rung erfahren, die sie dem neuen Gebiete anpassen.
So hat man z. B. bestimmte Methoden und phänornen. Nun hat das wissenschaftliche Labo- stellt alles Schulen von Erkenntniskräften zur Erfor-

mit der durch Rudolf Steiners Lebenswerk ge—
ratorium Pfeiffer in Dornach diese interessanten und
Maßstäbe in der Mechanik. Aus diesen ist aber der

20

1 _‚.„
schaftenen Vertrauenssubstanz ihre G r u n d la 9 e; ‘ jetzt aber, ‚Dr. V‘Jolf, kommt eine Stelle, wo
es ernst wird; denn Sie sprechen von „notorisch
_\\ \ \
ihren Inhalt hat sie durch die Forschungen R. 1 unwahr"; Sie schreiben:
Steiners.
„ — „Notorisch unwahr" ist es, wenn Pelikan
Selbstverständlich wollte ich niemals den An- davon spricht, ‚ich hätte die Unschädlichkeit gif—
teil R. Steiners am Koberwitzer Kurs unterschlagen. tiger Saatbeizen damit begründen wollen, /
Wie kommt nur Dr. Wolf auf die Vermutung? daß es früher auch schon Pest und Cholera ge—
Richtig, da ist es: indem er schreibt: „typisch ist geben habe. Ich habe nur von Kunstdünger
ferner, wenn man dem Gegner Oberflächlichkeit
vorwirit, um eigene Oberflächlichkeit zu verdecken."
gesprochen, Weiß Pelikan nicht, daß Kunstdiinger
und giftige Saatbeizen zweierlei Dinge sind? Muß
Monatsschrifi‘ für *
Und dann zitiert er einen Satz von mir, dem er auf
seine Art einen Sinn unterlegt, indem er eine
man etwa die Anführung der „Saatheizen" etwa
auch im Sinne der „typischen Kampfesweise” be-
biologisc@dynamische Wirtschaftsweise
Stelle durch Unterstreichen hervorhebt, die von trachten?” drüber Mitteilungen des landwirischöfi‘lichen Versuchsrirrges
mir niemals hervorgehoben wurde. Und dann weist Nun, verehrter Leser, nehme selber die Sep-r der Anfhroposophischen Gesellschaft)
er nach, daß eine Sinnlosigkeit entstanden ist. tembernummer in die Hand, und lese, was ich dort
Bravo, Dr, Wolf, Sie haben recht; nun hat die
Stelle keinen Sinn mehr, Aber das ist ja erst durch
geschrieben habe. ‚S. 174, Zeile 6 v. oben: „Sie
führe einen erbitterten Kampf gegen den Kunst-
Alle Rechte vorbehalten. — Nachdruck verboten!
Ihre nicht-sinngemäße Unterstreichung so gewop dünger, von dem sie behaupte, daß er die Herausgeber: Versuchsring anthroposophiscl'rer Landwirte in Deutsdnlarid & V
den! Richtig unterstrichen müßte sie so lauten: „Die Pflanzen, Tiere und Menschen vergifte. De: Verr 5d1rifileir’ung: Dr. B. Bartsch, Bad Searow (Mark) ' '

neue Wirtschaftsweise sei durch Rudolf Steiner such, manche Erkrankungen des modernen Men- "
Dipl.4ng‚ F. Dreidax, Bad SÖÖFOW (Mark)
als eine Verbindung von Religionsphi- 1 schen auf die durch die künstliche Düngung
Posfschedskorrto; Breslau 36266
losophie mit Landwirtschaft ins Leben ‘
verschlechterten Nahrungsmittel zurückzuführen, sei Geschafi‘ssrelle. Dr. B. Berfsdn‚ Bad SaarowiMark)
gerufen werden". Sie finden ja selbst nachher, daß aber abwegig; da bekanntlich in früheren Zeiten
Nr. SAT
wir auf diese Stelle empfindlich reagierten; warum
März 1952
'

bringen Sie dann die Unterstreichung knapp vorher


Pest, Cholera etc. unter einer Menschheit gewür
tet hätten, die sich noch nicht künstlicher
7. Jahrg.
so tötlich sicher am falschen Ort an? Dünger, Saatbeizen etc, bedient hätten.” Also,
Die Formulierung Wolfs hat so gewirkt, daß in gleich dreimal hintereinander wird von Kunstdünger
meiner nächsten Nähe “folgende Zwischenruie laut gesprochen
wurden: „Ha, schicket die Biologe ihre Gurke ind-
Kirch?“ Und: „Jetzt kommet Geisterlesgsdrichtle“.
So lautet mein Referat über das, was Dr.
Wolf gesagt hat. Es ist meinem Stenogramm entr
Lebendiger Dünger und gesunder Boden
Eine ganz entgegengesetzte Signatur, als der
Koberwitzer Kurs, trägt die Göppinger Tagung an
nommen. Was ich weiter S. 175 dazu schreibe, ist ia
nicht das Referat, sondern meine eigene Meinung. suchern uns die Nahrungsfreiheit
Allerdings stehe ich nicht an. zu behaupten, daß B Dr. E. Bartsch
'
der Stirne. Dort wurde ein Vortrag gehalten, der
etwas über die biol. dgn, Düngung und ihr e An- derselbe Satz in Punkt 5 auch für den Kunstdünger
gilt. Denn, die Wirkung verschlechterter Nahrungs—
'
ei einer verantworiungsvollen Behandlung des Problems der Sich‘rsiell ‘

wendung im Gartenbau zu bringen ver-


sprach; man sollte denken, daß über Anwendung
nur jemand sprechen könne, der angewendet hat!
mittel wird ja nur für Ernährungskrankhei—
ten behauptet. Wie man auf den Gedanken kommt,
151 es vor allem notwendig, die Frage zu untersuchen, welche
Hand hai, um den

_

Ernieertrug
. _
Nlöglichkeifen d?rng1ffcläiflfrlk
zu beeinflussen, Um der Lösun kdieser F a0‘e ”h lf fndeelf
Landwirisrfiaft
irgend jemand von u n s habe Pest, Cholera etc. da»
Und die anwesenden Gärtner, die wirkliche prakti- empfiehlt sich emdr?uckblick in die Eniwid(elung der in
deff fetzinefi äfällr;éhfllä%
,

sche Erfahrung als Biologen hatten, ließ man gar mit in Zusammenhang gebracht, ist mir unerfind-
nicht erst zum Worte kommen. Herr Dr. Wolf,
wem hat man den Maulkorb in Wirklichkeit umge-
,
lich
Lieber Leser, entscheide nun selbst, auf wessen
Seite die „Typische Kampfweise" liegt.
l}])aaben, Es ist eine 1rrefuhrung, wenn diese Ertragssteigerung ausschließlich der Einführunä des
zeigt Sidi, dal) ganz
versdncdene Faktoren bei der Steigerung der Ernien zusammengewirkf
bunden, von dem Sie gesprochen haben? Kunsfdüngcrs zugeschriebcn werden.
Zum Schluß ‚möchte ich die Tatsache fest.
Und ihrer Entstehungsgeschichte möchte die stellen, daß Wolf wie selbstverständlich verlangt, Als eriragsstelgernde Ursachen_rniissen in diesem Zusammenhang erwähnt werden:
biol. dgn, W.aweise auch in der Art ihrer Ve1'r
breitung treu bleiben. Wir lassen nicht Vorträge
daß ihm der Raum dieser Zeitschrift zur Diskussion
zur Verfügung gestellt werde; er wünscht also, daß
Die seit der] Mitte des
vorigen Jahrhunderts wesentlich vermehrte Viehhaltunfl und die
daraus resultierenden siarkeren Stalldijngergabcn. &

drucken und ‚in tausenden Exemplaren gratis ver-


wir nicht nach dem Vorbild handeln, das uns in Eine intensive (iri'rndiingung
teilen. Wir machen keine Propaganda für unsere Göppingen gegeben wurde. Damit hat er wohl sel—
Methoden; die wird vielmehr restlos von unseren
Gegnern besorgt. Wir schaffen nur Arbeitszusam-
, ber ein Taturteil über diesen Punkt (Nichtge-
Währung der Diskussionsfreiheit] gesprochen.
Die Fortsd‘nilie
in der Pflanzenzüchiung.
Gestergerte Verwendung von hlaschinen aller Art.
menhänge, die sich durch das uns entgegengebrach- Pelikan.
te menschliche Vertrauen ergeben. Neue Methoden in der Bodenbearbcilung und Bodenmeliorationcn, Vic z, B. die Drainaöe.
Der Verbrauch der „alten Kraft“ im Boden.
.
Eine gGanz entscheidende Bedeutun g tur du.
'* Steigerung dcr limicn
' ' '
‘ in den letzten Jah ]
@@eeeeeeoexaeeeeee
Suche Stelle
vor dem Knch kommt
der stark vermehrten Viehhaliung zu. Die nadastehendc
Äufsielldfiirfifrid
31 Jahre,
Berufsbeamter,
ledig, Primarelfe, 5 Jahre Praxis in
1 ‘
als
ansd'ihcßcndc graphische Darstellung geben einen guten Überblick über die Steiderunö dcr {Vieh-
haltung in Preußen vom Jahre 1867#1950.
Viehbesiände in Preußen.
Mitteldeufsd'iland und Oldenburg, 7 Jahre Kon:
trollbeamter in Mitteldcuisdaland, in ungekiindigler Vermalter Stück Großvieh ie ha landw. genutztcr Fläche*)
Stellung, gute Zeugnisse und Referenzen 1 867 0,589 1908 0,790 1920 0,656
auf großem Gola, cotl. auch als 1921
sucht zum Frühjahr 2, Beamter. Theoretisch u. prah: 1873 0,600 1909 0,780 0,721
1883 0,598 1910 0,789 1922 0,693
Beschäftigung in biologisch:dynamisdr bewirl: tisch oorgebildet. Gute Zeug: 1892 0,656 1911 0,799 1923 0,691
sd1afieten Betrieb oder in Organisation solcher nisse stehen 5ur Verfügung. 1912 0,794
Betriebe, wenn möglidi mit Äusbaumöglichkcit 1897 0,688 1924 0,759
l 900 0,718 1913 0,83 7 1925 0,743
für Dauerstellung. Fliiicldeuisdnland bevorzugt, P- Wernicke 1902 0,705 1926 0,761
aber nicht Bedingung.
Angebote erbeten unter D. B. 1 an die Ge.—
1 geprüfter Landwirt
siaatl, 1904 0,730 1929
1930
0,787
Heeslen bei Horn l.,v’Lippe 1906 0,784 0,819
sd1äffsstelle dieser Zeitschrift, 1 ____________.___ *) Unter Zugrundelegung der Bände non 1906 und son 1920—1930 der Preuß. Statistik der Landmirlsdiaft inurden ‘ ‘

@@C—D@@@EDGOQEDSCBGCBE)S die Viehbeständc 3usammengesiellt und auf (irof5oieh umgerechnet, Die Zahl der Pferde murde hier3u mit 0,6 multi:
Bucbdrudrzrei Bruno So‘reuer, Breslau 5,
Gräbschäerstr. a;
_
pligicri, ferner 'murdcn () Schmeine und . 10 quafe
q

_ respeh' "
hof Liegen
‚ Einem ‘"

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Siudz (Iroßmeh - esiellt


glcuz’n
Re‘ 921 Umrechnung ällf (Jl’üßvleh w ha rourde die landrohtsd‘rafilidi genuhie Fläche
Prcfificns 43ugrundc gelegt
‚453‚

1873 und 1883 0,599 Stück Grroßvieh ie ha landwirtsdiaftl. genutzter Fläche


1892, 1897, 1900 0,087 „ „ „ „ „ „ „
Bie Ernten im Vergleich zur Viehzahlba _//\
1906, 1908, 1909, 1910
1911, 1912, 1913
0,780
0,809
„ „ „ „ „ „ „
a;
Besonderes interesse beansprucht in Preußen der Roggen als eigentliche Brottr uch t.
Stellt man die Poggenernten von 1878— 1914 und die eben gewonnenen Zahlen für Großvieh
Hafeßer-nten. Ha{eflernéen !(fZ/Zü „ ie ha gegeniiber, so ergibt sich eine deutliche (fresetzmäßigkeit.
z‚o’z//m 109 15
19 027 22 23 24 25
„ 27

Roggen dz1ha Zunahme “111 Stück Großv./ha Zunahme °,"n


to Zwischen 1878 und 1882 9,2 0,599 )
Paygene/Wte/L Pony/7P/WÄE/7 1'. 1/z//ra „ 1890 und 1900 12,8 38°/„ 0,687 14,7 “/o
[,
dz/lza 92 „ Wa
„r „ 1900 und 1910 10,9 32°/„ 0,787 14,4%.
1910 und 1914 17,9 5,8010 0,809 2,9911;
1 /\'/
211

Wir sehen, wie die prozentualen Zunahmen der Ernten und der Viehhaltung in einem
konstanten Verhältnis von etwa 1 zu 2 stehen. Hier ist der eindeutige und entscheidende
We1Lzene/=nien , , WefzeneF/Ite/z 1'.dz//1a Einfluß des Stalldüngers auf den Mengenertrag ersichtlich.
[
dz/lza 72 € , , „„„„„„„„,„ Diese auffällige Beziehung von Naturdiingung und Mengenertrag wird noch besonders er:
7878*82 7886-7900 790670 797044 ’" härtet, wenn man berücksichtigt, daß nach der obigen Ernte:Statistik in Preußen auch die übrigen
Kulturarten in den angegebenen Zeiträumen beinahe die gleiche prozentuale Niengensteigerung
aufweisen.
Betrachten wir jetzt wieder die obige graphische Darstellung der Viehbestände in Preußen,
so fällt noch auf, daß in der Nachkriegszeit die im Kriege stark dezimierten Viehbestände rasch
05 A‚\‚//
/’/ wieder auf den Vorkriegsstand und auf die einstige Höhe gebracht sind. Wie in dem Aufsatz
0,5 „Gefahren für die Volksernährung“ im Februarheft dieser Zeitsdirift gezeigt wurde, sind die Ernte:
crträge in dieser Zeit nicht in demselben Maße gestiegen, bezw. sehr starken Schwankungen von
Jahr zu Jahr ausgesetzt gewesen. Da drängt sich dem unvoreingenommenen Beurteiler unwill:
'
o,».
kürlich die Frage auf, ob nicht durch die nach dem Kriege plötzlid1 um mehrere hundert Prozent
‘”
Oz
Jiü'(k
/dfidw. qenü'äzfe F/a"d;e m
Qfiaß1/i9/7 je ba
Preußen
gesteigerte und keineswegs harmonisch angewandte Kunstdiingung Ertragsdepressionen eingetreten
sind, und so der normale Einfluß der Stalldüngung auf den Niengenertrag gestört wurde. Das
solche Ertragsdepressionen bei einer nicht ganz sachgemäßen Anwendung der künstlidten Dünge:
0.1 £
wie es ja leider in der großen Praxis in den Jahren der „Höchsternten um jeden Preis"
mittel
#

die Regel war eintreten können, ist heute eine in der Praxis erkannte und von der \Vissen:
#

1857 1873 1883 1892 97 1900 02 D'; 06 03 09 10 11 12 11 14 15 15 17 18 19 20 21 12 23 7."1 ‘25 25 27 28 29 30 schaft zugegebene Tatsache.
Einen wrchtigen Beitrag zur Beurteilung gerade dieser Frage liefern uns Untersuchungen
iiber die landwirtschaftlichen Betriebs: und 1ntensitätsverhältnisse in Württemberg und Hohenzollern
1ns Auin faßt, wie
. sich das
'
'> >
geeiner xordem
' ' ' ' ) '
;
ht 1‘
venn man die Entw1ckelung ' , Kriege '
(Schriftenreihe „Enquete:Äussd1uß“ Bd. 19, 1930 Mittler & Sohn).
Vet‘hällt/iaig' 5loen Satii’äczalil
Großvieh ie ha landwirtschafthdt genutzter Flache noch Zeit voin_
‚.
.Äus dieser Untersuchung ergeben sich folgende Daten in bezug auf den Kunstdiingerver:
nicht 50 Jahren in Preußen um nahezu 50 0110 verbessert hat, und
: "ch ‘ 1d_ernegtsprechenddclie giaädurligäii
h “t erhöht werden konnten. Eine so gewa tige tergerung er a u
'
_ brauch und die Ernten in \Wiirttemberg:

%fitderhdßcßxe't" gabee'fie'Flächeneinheit
iiufßte nter ugrun eegung 2111er de{)
selbstverst'zindlidr
‘ entsgjredtenäte
mit sich bringen.
Äuävz;rrkung „ re)S;eggergr;gfiggäz:
. .-
eine

1900
Kunstdüngerverbrauch in Württemberg in kg je ha:
0,68 kg K,O kg N kg 13,0,
Ei'gende
riiigägseréeiigezlle'
Daten: ßwerk
Statistik der Landwirtschaft 1920#1930 (Bd. 62, 1922) ergeben sich fol— 1913 3,58 „ _ #

1924 8,47 „ nicht angegeben


Ernten in Preußen: 1925 11,19 „ 3158 „
1926 1 1,30 „ 4,86 „
'
H1882
\W.:Weizen
12,8
WC.-Roggen
9,2
S..-Grerste S.:Hafer Kartoffeln Kleeheu
'
12,3

72 ,4
10,9 ‚_
28 3 [
1927 — 5,15 „
Die Ernten in Württemberg in 012 je ha:
1300#1900
1906—41910
1910«—1914
17,9
20,3
23,0
12,8
16,9
17,9
15,7
20,8
21,9
14,3
20,2
20,2
108‚t)1
143,1
143,3
ää,1‚::3
3
49,0
190%1914f 192371938? Rückgang
Winterroggen 17,3 dz ie ha 11,5 dz ie ha 33,5“)a
Um diese Durchschnittserträge mit den Viehbeständen \1ergleichen können, seien
die entspred1enden Durchschnittszahlen von Stück C1ro ßvieh 1e ha wiedergege en. zu nachstehend Winterweizen 20,5
Hafer 19,4
13,7
11,8
53,2%
39,2 °/„
Sommergerste 20,0 13,2 34%
‚Die 1andmirtschattlidr nenntth Fläche Preußens nadn dem Jahre 1918 i
18,2 Millionen ha (Jahrbudi der Statistik Kartoffeln 137,5 87,9 36,1 010
1927 Seite 55).
’ „ . . tens
1 " 7 _ dar. Wir sehen also, wie trotz der enormen Steigerung der“Kunstdiingeranwendung in der Nach:
_
.
Fladn Prnu ,
«„ >
Diese l*ladie stellt (32,3%, der gesamten d«
Anteil .der. lan .
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1 > 191% war 3,8 Millionen im großer. In der- Anna inne , dat-> der pro;entuale kriegszeit die Ernten in Württemberg bei den wid‘itigsten Kulturarten um ca. 35°/0 gefallen sind.
*

" ' "


l \
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N1an steht vor einem Rätsel, daß sich einigermaßen aufhellt, wenn man die Veränderungen in
nirts®£lfdäääfffiiej$iädä';ur Gesamtt'l'zidae
13115"623“/g
vor 1918 derselbe_mar wie nach 1918' wurden
der Gesamtflädne der landmirtschaftlidr genut;ten Flache T
fur das alte Preußen then
tb angenommen
d Um< \
der Viehhaltung zur Beurteilung heranzieht.
_


,.@„„„g Di ?„
se Berechnung
de, wurde gewählt, da sie
Preuß, Statistik“, Statistik der weitgehend mit der auf den tatsadthchen \r__erhdi_tniu52n gut
Landmirtsdiäaät,3ßda bg,_ 1FÄ1'_1111311_9‚ 11920D1ib2112' d'15111'2';1u1"11i27";ngk‘rgvandten
qauenqe;ihl
” . .. 18 iii ‘rro‚01ei ye m. _ _ *) Gilt nur fiir 1878 und 1882
’ '
. .
"
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1 heutr c Crroi‘e umgeredqneten Vielr‚;ihl L,
,
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%ihlr'z‘ä1h'riräirsä'i't erhaltgene Zalil


fiir Stiid1 Großoieh ie ha landmirtsrhaftlrdt genut'‚ie Flache lautet. 0,83(.
‚4„1„ ‚1,5 ‚

Die Tierhaltung in Württemberg: daß durch den Verbrauch von


„alter Kraf“ die Fruchtbarkeit vieletBöden trotz steigender Kunst:
düngergaben zurüdrgegangen ist, daß in Zusammenhang damit die Stetigkeit der Ernteerträgnisse
1 . 12. 1913 l. . 1928 Zunahme °j‘„ Abnahme U_fu nachgelasscn hat und die Böden „nervös“, krank, unfi'uditbar geworden sind.
Pferde 1 10137 108656 — 6,44 D’1an bedenke ferner, daß der wesentliche Faktor für eine Steigerung der Mengenerträge, der
Rinder 1 123 987 1 056 324
_—2D,F
(3,40 Stalldiinger in seinem Leistungseffekt nodi garnidit voll ausgenutzt ist. Unter dem Einfluß
#

Schweine 583 450 503 882 12,04 der anz einseitigen Kunstdi'ingerpropaganda der letzten Jahrzehnte ist die Kunst in der Behandlung

_
Schafe
Ziegen
228021
119700
171001
89 919 _ — 24,88
und
inwendurig des Naturdüngers fast verloren gegangen. *) Hätte man in der Mitte des vorigen
Jahrhunderts auf die Einführung des Kunstdüngers verzichtet, und dafür lieber konsequent an der
Geflügel 3 236 239 3080 (04 12,( Verbesserung aller sonstigen produktionsfördernden Mittel, wie gerade in der Frage der Natur:
düngung gearbeitet, so wären die Ernteertr'a'ge allmählid1 aber sicher gestiegen, ohne daß uns die
Wieh um erechnet, er ibt sich für das Jahr 1928 gegenüber dem Jahre in
1913
'
’:
„alte Kraft“ im Boden verloren gegangen wäre.
der
V;lihahiir?; Wiirtteräbergs ein
25°,’„ vermindert. Das hat sicher bei der in Württemberg Rgüdrgang
von mehr als 7°]„._ Allein die Sd_iafhaltung ist
ur_n
beliebten Pferchdungung eine_3fn__-_ Privatdozent Dr. Ruschmann besd‘1'a'ftigt sich in einem Aufsatz „Wirtschaftskrise und Wirt:
scheidende Rolle gespielt. Wir sehen an diesem Beispiel, wre_ ein verminderter Anfa} vonk. a_: schaftseigene Düngung“ H') mit ähnlichen Problemen:
diinger Ernterückgänge zur Folge hat. Allerdings ist der Rudrgang im
in der Stalldüngermenge. So drängt Sidi auch hier die Frage auf, ob nicht das
\er;_ stag__eg_as_
_Ernteaus_tal_1assesl__i „Bei sadigernäfjer Eitisdirii'nkUng des künstlichen Düngers erfahren Menge und Beschaffenheit der Ernte:
produkte keine Minderung. Dafür liegen Beispiele aus der Praxis in genügendei' Zahl vor. Die große Not unserer
hältnis in der plötzlichen Steigerung der Humus:zehrenden Kunstdungung auf der
in der verminderten Anwendung von Humus:bildenden Stalldunger und Jauche auf er an eren
_eied un
erneg gesamten Landmirtsd'iaft ncrlangt gebieterisdi, daß man sich mit diesen Fragen in Praxis und \Vissenschatt intensin
besd'iäftigt.“ . . . . ..
Seite Ertragsdepressionen verursacht hat. _ _ _ _ _
„Eiriseitige und hohe Gaben von Kunstdünger haben naditeilige Folgen für das. Leben im Boden und auf
dem Boden, dagegen soldte non Stalldünger nidi_t. Durch Düngung rnit Mineral: und Handelsdünger können die
Die Böden waren augenscheinlich nach den abnormen Kr1egsmhren und bei
Stalldiingung nidat genügend „gepuffert“, um die Gefahren einer plotzlich und einseitig gesteigerten
verminderter Erträge wohl fiir den Augenblick erhöht werden, wirken aber nielfach, je länger man sie anwendet, um so weniger.
Der Stalldiinger enthält alle Pflaii}ennährstoffe, darunter audi die selteneren, deren Bedeutung für einen normalen
Kunstdüngeranwendung abzuwenden.*) _ Stoffwechsel man heute erst 511 erkennen beginnt. Sie sind in den Pt'lan3en nur in geringsten Mengen vorhanden,
vermögen aber ihr \Wadistum außerordentlid'i ansui'egen. Bei ihrem Fehlen treten \Wacl-rstumshemmungen oder
Soviel über den Einfluß der Stalldüngung auf Steigerung bezw. Rückgang der Ernte: Mangelei'scheinungen auf, die man sich bislang nicht hat erklären können." ..... _
ertr'a'ge nach den Erfahrungen der großen Praxis. d L d __C__ _ dd_ L _ä_ungen „Je mehr Kunsidiinger angewendet wird, desto mehr nehmen die 1111mussehrenden Kräfte 3ii. Umgekehrt
an crmögli<hen die mirtsdiat'tseigenen Dünger die Humusbildung.“ .....
'

in weiterer wesentlicher Faktor für Ertragssteigerung in er wir 3


_a sm ie e ‘

auf
zii?hterisdiemGebiet. Gelegentlid‘i der Wintertagung der DL(:[ 1932 wies Dr.
in seinem Vortrage über „den Einfluß der Pflanzenzirchtung auf den Beinebserfolg_
daß etwa 25 bis 33110 unserer heutigen Ernten auf das Konto der Pflanzenzuc tung zu
Eaube:Pfetlg_usrn,
__d_a_1rau
„Ein gewissenhafter Praktiker wird sich stets ncrgegenwlirtigen, daß er auf die Dauer wohl allein mit humus:
lieferndem Dünger auskommen kann, aber ri.idit allein mit Kunstdünger. wenn er iiidil erleben will, daß trota Der.-
iiiehrter Aufwendungen für diese abnelimende Erträge eintreten.“ . . . .
„Es lassen sich 3ahlreidre Betriebe anführen, in denen bereits in den lebten Jahren das Düngerkonto we:
sentlich eingesdiränkt wurde. Dabei sind die Erträge nicht nur nidit lieruntergegmigm, sondern sogar noch ge:

s€'in ZdieenAsiei'
Höhe dnr'dgetrieben
urch die steigende
‚werden. Man denke nur an die Einfuhrung der sind
Verwendung von N1_asch_in_e_n aller Art die biengenertrage
Drrllrnasdiinen. _
stiegen.“ . . ..
„Leider ist man non der Forderung, mehr und wertvolleren organisd-ren Dünger 511 schaffen, vorläufig nodi
weit entfernt. Jeder, der mit den Verhältnissen in der Praxis vertraut ist, meif, wie es um die Güte unseres
Einen nid'ii unwesentlidien Einfluß auf den Ernteertrag „haben die v_jr:
selbstverstandhch michtigsten wirtschaftseigeneir Düngers, des Stalldüngers bestellt ist.“ . . . ,
besserten Methoden in der Bodenbearbeitung, in der Durchfuhrung vreler Melroratronen, e.-
ama en. _ _ _ _ „Es 3eugt nicht gerade von großem Versta'ncims tür eine gute Arkerptlege, wenn man dieser widitigen
Diingungstrage nidit mehr Bead1tung schenkt." . . . .

sondecl’1'lieerßl'iztri
kaum berüd<sidttigtmugßwurde, aber deswegen um so_ stärker an dieser Stelle
noda auf einen Umstand hingewiesen werden, der meines
%i_niu ; __betont_fl\Visseäis
we__r bish_esr „Fortsdrrittliche Landwirte, die Sidi auf die Bereitung größerer Mengen derartigen \Virtsd1aftsdüngers ein:
gestellt und daduth erheblidi an Kunstdiinger gespart haben, leiten Betriebe, die audi neute noch gesichert da.—
Sind bei einseitig starker Kunstdüngung (viehlose WirtSdaaften) hier und da en rcrhagds_ vorulgärg_ef eCl stehen.“ . . . .
steigerungen erreicht worden, so war dies nur moglich durch einen Raubbau
mehr oder weniger rücksichtslose Ausnutzung der sogenannten „alten Kia 1
__r_a C_ur
ig anf 'dm‘te]:_j; n,
an, die Die ani'egenden und fiir die Praxis wichtigen Ausführungen von Ruschmann sind leider in
widatigen Punkten noch etwas allgemein gehalten. Vor allem scheinen Ruschmann die Bemühungen
durch die Jahrhunderte von einer traditionell und verantwortungsvoll arbeitenden Lan vg1_rtg__ha sogg- und Erfahrungen der praktischen Landwirtsdiaft mit der biologisch:dvnamisdten Wirtschafts:
sam gepflegt und gemeint worden war. Nlan kann sich gut vorstellen, daß durch die
minefalischen Düngung, die oft wie eine Peitsche wrrkte, die
vorhandenen Humuskr_a te
u rigi_g _
än%iifs_ier—
:;n er_ weise nicht bekannt zu sein. Gerade diese \)Virtsd‘iaftswei5e eröffnet in der von Ruschmann ver:
tretenen Richtung ganz neue Aussichten für eine Sicherung der Mengenerträge. Diese Wirt.-
wurden und die Ernteertr'a'ge solange in die Hohe gehen konnten, Wie noch genugen ra re- schaftsweise strebt ganz konsequent nad‘i einer Gesundung von Boden, Pflanze, Tier und Mensch.
serven im Boden vorhanden waren. _ Ihre Vertreter gehen von dem eigentlich selbstverständlichen Standpunkt aus, daß nur ein voll:

vor unbefangensent_£; Elä_d<, daß


Uberblickt man das bisher gesagte nochmals, so ergibt sich dem kommen gesunder, von „alter Kraft“ strotzender Boden wirklich leistungsfähig sein kann. Der
unter all den verschiedenen produktionssteigernden Faktoren allem der Chu_r_1_ge1 Adrerboden als die Grundlage jeglid'ter landwirtsdiaftlichen und gärtnerisdaen Produktion wird als

__
eine besondere Beachtung verdient, während gerade dern Kunstdunger_e1ne recht
_e1_änfe_, gs lebendiger Organismus aufgefaßt. Einen sold'ien lebendigen Organismus kann man wohl vorüber:

_
wenn nidit gar zweifelhafte Rolle zuzuerkennen ist. Ja, in der heutigen der
vor allem in Deutschland, ist die Frage durchaus berechtigt, ob wu nicht be1soigsamerÄusnutcziung
a ,
Situation LanÄwirts gehend durch künstliche Mittel zu enormen Leistungen aufpeitsdien, aber nur mit dem Erfolg, daß
seine Lebenskräfte sich rasch verbrauchen und auf die Höchstleistungen Krankheit und Siechturn

_
folgen. So sind die künstlich erzwungenen Höchstleistungen des Organismus Boden, des Orga.-
aller zur Verfügung stehenden Hilfsmittel in der_Steig_e_rung der Criw_gn ung Mengenertrageyghne__

_
von Kunstdiinger weitergekommen wären, als wrr tatsachhch gekommen smd. 1 an e en e nur, nismus Pflanze und des Organismus Tier in den letzten Jahrzehnten mit einem allgemeinen Kräfte.—
verfall, mit Lebensabbau:Erscheinungen aller Art bezahlt worden, Wo wir auch hinscliauen
aren , _ _c_lm_r_:\Witterun
i__\;__o_r_:ggér_réri fläl;?l_rjggg;zal_g;.n
?Wenn d;ßeridtlerstalter des Enquete:l\u_ädg_g_ßes die
große erD__ifferen5su_ 3_r_gisd12;i
7

mögen, Krankheiten, nidats als Krankheiten. Boden:, Pflanzen:‚ Tierkrankheiten nehmen in einem
_ gSD€___ä__mswn
" '" ' ' ' ' .* 7 7
mit den schwierigen WitterungsnerhaItmssen det a _megs3er
d 11 . ich in den Jahren vor dem Kriege._der Landmrr_t mit Lingunsxg
in
'

‚ii
" > 3__

_ _
Umfange zu, der den verantwortlichen Land: und Volkswirt zur Besinnung rufen sollte.
_ gester_gerte Kgst%ungernerbra3_dr
.
' 7

_ _

fiilrllfäél1‘l’1wajlkirßdig'
lehnte weil die ßajlq’ätlal'
'
ll‘ 1911).
'

durdilaßigen
Aud1 der Hinweis, data der wesentlrdr
und wenig tatig_cn Boden \Viirttembergs
' ' '
wenig
_
'
au runstr
>
M P e h nngung
"
d % ni r
Landmirt5 *
m_q. Z;dgl_ßl;l_lgl_l *) Dir. Hüffner_fiihrte in seinem Vortragc „ist die Edeltnistbereitung der üblichen Stallniistkonservierung oor3u:
" "
daf die oerschredensten produktion$:fordernden a;na e.
_ _ _ men _
'
_ , 3ielien_?“, gehaltenin der Lieneraloersammlung deslandruirtsd1afilid1en Vereins 3u Breslau am 16. Februar 1932 folgendes aus:
38th
""
Auftass_ung,
unsereBodenmelrorationen_und Aliiii1111es f"'
ur d en Err iteertrag und damit _ den WirtSdiaft5erf0]g
E mel___d__:
)
Stalldüngeranwendung,
'a nur '
ent:
scherdender sind als die Anwendung oon1\unstdunger. Ausgcspr_o K _d____ „Im Bericht der Jubilärrmssihung anläßlidi des 75iährigen Bestehens des landwirtsdiaftlidren Vereins in Bres-
‘ '
" dien nasse Boden meiden durchb d‘
"
ntwasserung r er:
_
'

lau sind im Anhang die Themen sämtlicher im Verein gehaltener Vorträge von 1856 bis 1926 angegeben, und da,-
bar. Wenig
' durd11as51ge, untatigc. Boden
' '

werden durch sadigemafe


> ' ‘ "
_ Stall:U und_ L1rundurigung
d1 , ig. uns mm
\v_____embe__g
ch e en u g _
raus ergibt sich, daß im Laufe dieser Zeit 38 Vorträge über Fragen der Kunstdüngurig gehalten wurden, während
'
t"t' , toten Böden, wie sie uadi den norhegenden
'
nte_rsu ungen au _ _ _ _ im gleidien Zeitraum nur 12 Vorträge sich mit dem Stalldünger befaßten. Ähnlidi wird es anderioärts audi gewesen sein.“
g?äg'elrebh'i"1:1aa'f75eerls'ii"f'iiildifiinsiiid,
für den Landwirt.
bewirken Ertragsdeprcssionen (oolkswrrtsdrattlrdrr Getahrenl) und ein unnotrges Risiko
Der \'erfasserz **) Veröffentlicht in der Zeitschrift „Die Kartoffel" o. l. l. 1932 (XII Jahrgang Nr. 1)
‚_:

is :

-47‚

Die biologisch:dynamisdi arbeitenden Landwirte und Gärtner haben sidr besonnen. ihre ‚___Nur ein gesunder Boden Wird auf die Dauer leistungsfähig bleiben, nur
_
des H ii cl c lcistun « s:
Arbeit zielt aut eine rasche \Wiedergesunclung der Böden, der Pflanzen und Tiere hin. Mit tahige Böden sichern uns die Volksemährung.
‘ b F

welchen Maßnahmen im einzelnen im Rahmen der biologisch:dynamisd1en Wirtsdraftsweise dieses >'.-


r
J

*
Ziel erreicht werden kann, ist in dieser Zeitschrift immer wieder dargestellt werden. Von den so
arbeitenden Landwirten und Gärtnern wird unter Benutzung von Hilfsmitteln, die Dr. Rudolf Wenn in der“einläuten,
nädrsten Zeit wiederum die Osterglod<en im Lande erklingen und das Fest
Steiner, der Sdiöpfer dieser neuen Kulturmethode, empfohlen hat, eine neue Kunst der Be: der Auferstehunggebeugte Landmann
dann sollte gerade auch der von innerem Zweifel erfüllte und von
handlung und Verwendung von Naturdiingern entwickelt. Der Landwirt bleibt mit seinen Düngungs:
maßnahmen im Reich der Naturkr'a'tte. Die gesundende Wirkung einer so belebenden Dün:
außeren Sorgen sich aufriditen und im Schreiten durch die erwadiende Natur
sich an dem Gedanken erkraften, daß auch in seine Arbeit wieder Auferstehungskräfte einziehen
gung auf den Boden und damit auch auf Pflanze und Tier, ist ohne weiteres einleuditend und _wollen. Beadrtct der Landmann wieder verantivortungsvoll das göttliche Walten in der Natur
heute auch ‚schon an vielen Stellen in der Praxis aufzuzeigen. Das Endziel dieser Wirtschafts:
weise ist dann der Ausbau von gesunden und in sich lebensfähigen Betrieben zu geschlossenen
und bcsirint er Sidi in ehrlicher Anstrengung auf die Quellen seiner eigenen Kraft, so wird er
wredei‘um in Harmonie mit den Sdiöpfermäditen wirken und seine einzigartige Auftrabe als Nähr':
Organismen. Nur solche gesunde Betriebsorganisnren sind auf die Dauer leistungs= stand der N1enschheit mit innerem Glück und äußerem Erfolg erfüllen können. Ü

fähig und bieten wirkliche Sicherheiten für die Volksernährung. Bei solchen Betrachtungen wird sich mancher Landwirt und Gärtner dankbai'cn Herzens
Bei der Frage midi der Sidierung der Volkserrrährung handelt es sich um den Umfang und , renes Nlannes erinnern, der aus seinen tiefen Einsichten in das innerste Gefüge der Natur mitten
die Qualität der 1andwirtsdraftlichen und giirtnerischen Produktion. Das so wichtige Qualitätsproblem
soll in einer besonderen Arbeit eingehender behandelt werden. Hier interessiert uns die Frage
in dem materialistischen Taumel
der Gegenwart geistbegründete Wege zur Gesundung von Boden,
Pflanze, 'lier und Mensch gewresen hat, und der gerade in diesen Ostertagen vor 7 Jahren sein
nadi den hlengenerträgen bei einer belebenden Düngung, wie sie im Rahmen der bio: opferrerches Leben aufgab Rudolf Steiner.
#

logisch:dynamischen Wirtsdraftsweise angestrebt wird. Die Ernteergebnisse einer Reihe


von landwirtsdraftlichen und gärtnerischen Betrieben, die zielbewußt und organisch auf die neue
\Wirtschaftsweise umgestellt worden sind, gestatten ein erstes Urteil in dieser wichtigen Angelegenheit,
In einem landwirtschaftlichen Großbetrieb in Mitteldeutschland ist es durch biologisch:dyna:
rnisdie Bewirtschaftung gelungen, die sonst so verbreitete Rübenmüdigkeit der Böden zu beheben Das 'Ri5ik0 der Landwwtschaft
und gerade bei Zuckerrüben eine steigende Erntekurve zu erzielen, die den Ertragsm'ciglichkeitm F. Dreidax
der dortigen Gegend durchaus geredit wird. Bei Getreide ist in demselben Betriebe nach an: Ein Risiko hat der Landwirt in der heutigen Zeit noch wre vor hunderten und tausenden
fänglichen Schwankungen, die durda einen etwas raschen Übergang zur neuen Wirtschaftsweise von Jahren, Der Dichter sagt:
bei den seinerzeit noch ungenügenden speziellen Erfahrungen verursacht waren, seit mehreren Jahren '
.
„Dcrn‘dunlrlen Schal} der lreil'gen 1‘Zi'dc
ein ebensolches freudiges Ansteigen der Ernteerträge zu beobachten. Wenn in diesem Betriebe, Vertrauen wir der Hände Tat,
gerade bei Getreide die an einzelnen Stellen der Gegend erzielten Druschergebnisse noch nidit \7ertraut der Sämanrr seine Saat,
Und hofft, daß sie errtkeimen werde
erreicht worden sind, so liegt dies vor allem daran, daß die Möglidikeiten zur Ertragssteigerung \
Zinn Segen nach des Himmels Rat.“
mit biologisch:dynamischen Maßnahmen noch nicht so vollkommen zur Anwendung gelangt sind,
als gerade bei den Zudcerrüben. _ Schwankungen der“ Jahreserträge, die durch die \Witterung, durch Sclrädlinde und durch
_

Ein anderer Großb'etrieb in Schlesien mit mittlerer Bodenqualität kann heute auf die erfreuliche tretere, heute noch nidit voll erkannte Ursachen zustande kommen, stellen den L°andwirt jedes
Tatsadre hinweisen, daß es möglich gewesen ist, die vor Einführung der biologisch:dynamischen
Fruhpahr vor eine Unsicherheit, die er unter Geduld und Ergebenheit in das Schicksal auf sich
nimmt. Wenn die Naturkatastrophen nur nicht zu groß sindl
Wirtschaftsweise im zehnjährigen Durchschnitt erzielten Erträge, bei der neuen Kulturmethode zu
halten. Bei Getreide und Kartoffeln sind in diesem Betriebe die Erträge sogar gegeniiber früher _Zu dieser Unsicherheit aus dem Gange der Natur gesellte sich im Laufe der geschichtlichen
nid'it unerheblich gesteigert worden. So wurden im vergangenen Jahre bei Weizen im Durch: Entwicklung in
dem Maße, als der Bauer in die Geldwirtsdtaft hineinwuchs, das> Preisrisiko:
schnitt nahezu 13 Ztr. und als Bestleistung row, Ztr. ie 1e’i ha gedrosehen. Bei Hafer, der in Werden die Erzeugnisse im Herbste etwas gelten? Dieses Eingespanntsein in die Preis:
diesem Betrieb immer mit Bohnen untermengt ist, wurde ein Durchsd'initt von 15,8 Ztr. und bei
Kartoffeln ein solcher von 125 Ztr. ie 1/r ha erreicht.
schwankungen des Marktes mit seinem Steigen und Fallen je nach den wechselnden Bedürfnissen
de_r NIensd]gen
er ragen.irgendwelcher
absidqt „5 u3d”äft nach rien Cschlechten od}gr
er ru Menschen
reichen Ernten
Wirt nicht. ts stedcte auch sehr selten
e en an dahinter, ’ eine
'
_
es ließ sid1 ebenfalls geduldig
besondere Gewmn:
’ ‘

Ein mittlerer Betrieb auf leid-rtestem Höhensandboden in der Mark konnte nach Umstellung
auf die biologisdr:dynamische Wirtschaftsweise im vergangenen Jahre eine gute Durchschnittsernte,
bei einzelnen Kulturarten wie Hafer, \Wintergerste, Roggengemenge, sogar Hödisterflten (13 und vielen abgelaufenen
In Zeitabschnitten hatte man eine Gewähr dafür, daß die Erzeugnisse
Geltung hatten — sie bildeten sogar in hohem Grade die eigentliche
14 Ztr. je 114 ha) erzielen. Besonders auffallend ist in diesem Betriebe das gute Gedeihen aller des Landwirts Grundlage der“ Währung,
natürliche
eine

Legitniino$2n und damit die Lösung der in dieser Gegend so heiklen Futterfrage. \x7rrl$diaftliclie Das Geld aber wurde schließlidi immer selbständiger und
Seit dem Jahre 1928 werden auf mehreren Gütern in der Neumark Versuche mit der bio: entwand SlCh der Ordnung durch gemeinnützig gesinnte Menschen. In die Geltung der landwii‘t:
logisch-dynamischen Düngungsmethode durchgeführt, Diese Versuche sollen den betreffenden Land: schaftlichen Erzeugnisse wirkte immer mehr die Finanzwirtschaft mit Spekulation, Konjunktur Politik
wirten ein Urteil ermöglichen über die Ertragsmöglichkeiten nach Menge und Qualität bei biologisch: usw. hinein. Die Früchte verschiedenster Gebiete wurden gegeneinander ausgespielt,
Ersatzpro4dukte wurden mit Gewinn untergeschoben. ausgeniitzt.
ausaesrirochene
Der Mangel an Planwirtschaft°wutde von
dynamischer Wirtschaftsweise im Vergleich zu den sonst geübten Kulturmethoden. Es handelt sich geschaftstudttig@ Handels: und Finanzleuten gesd1id<t Der Börsenzettel mit den auf:
jeweils um mehrere Hektar große Flächen, die schon mehrere Jahre hindurdi nach der neuen Methode
und denabkletternden Kursen begann eine immer größere und verhängnisvollere Rolle zu spielen
bewirtschaftet werden, Es zeigte sich, daß im Verlauf der Jahre die Erträge der biologisch:dynanrisdr
gediingten Flädien nicht zurückgingen, sondern teilweise sogar im Vergleid't zu der bisher üblichen
Kulturmethode anstiegen, besonders dort, wo eine der biologiscl‘r:dynamisdien Wirtschaftsweise an:
Fur
immer
Landwrrt,
unsrchere_r,
der so zwisdaen die Mahlsteine der Finanzwirtschaft geraten war wurde
ob er für seine Friiliiahrsarbeit und Friihiahrsaufwendun6en im Herbste das es
gepaßte Fruchtfolge durchgeführt wurde. ‘ Notwendige erlosen werde, ob sich Mehraufwand auch durch Mehrerlöä ausgleichen werde.
Über die Möglichkeiten einer Ertragssteigerung im Gartenbau bei biologisdi:dynanrischer
wrrt
_
In den_alteren
Seine
Zeiten, noch im vorigen und vorvorigen Jahrhundert, bildete für den Land:
Einstellung auf Selbstgeniigsamkeit eine starke Sicherung. Wenn nicht gerade Krieg
Wirtschaftsweise ist in dieser Zeitschrift schon des öfteren auch zahlenmäßig beriditet werden, so
daß hier nur darauf hingewiesen werden braucht. war, so hielt Sich der Landwirt auch bei schlechterdie
uber Wasser, und wartete bessere Zeiten ab
Preislage durch sein oft sehr eingeschränktes Leben
wirtschaftlichen Sägezaeken der Preiskurven ver.—
#

Noch wichtiger als die an einzelnen Stellen heute schon mit der biologisch:dynamischen Wirt:
schaftsweise erreichten Ernteergebnisse sind wohl gerade im Hinblick auf die Sicherung der Volks: mochten nicht oder nur sehr selten in seine Sdiolle einzuschneiden. Die neueren Zeiten aber in denen
ernährung die ganz allgemein bei dieser Wirtschaftsweise zu beobachtende Stetigkeit und die der 1andwrrtschaftliche Absatz durch das Heraufkommen der Industrie und das
Stadte _gut anstteg, verlockten den Landwirt sich an dem Glücksspiel der Konjunkturen zu beteiligen
der Wadfstum
ansteigende Tendenz der Ertragskurven. Ein sichtbarer Beweis für die allmähliche
\Wiedergesundung der so behandelten Böden.
'

Der Einsatz im Frühjahr, der Aufwand zur Bestellungszeit wurde immer mehr erhöht.
starker kam der Landwirt zu der Haltung eines Menschen, der des Bären Fell verteilt, ehe der
Immef
L‚iu , 49 ',

legen sich eher


zu Boden, als die nichtgetriebenen —;\rbeitsa%fwand.
sie la cm. Das La ‘ern n adt >
‚ ua
Bär im Herbst erlegt ist. Solange eine deutliche aufsteigende Konjunktur fiir land\virtsdiaftliche aus__ beim Ertrag, bei der Qualität und bei dem Undgist di'e Ptlali'f;er ii'r\ipllj
Erzeugnisse da war, i‘ädite sich das nicht, wohl aber in dem Augenblick, als Rückschl'aige, namentlich
nach dem Kriege, eintraten, erraatfrrt,fso
na r rs.
greifen die Schädlinge stärker ein, als wie wenn die Pflanze Gerade out mittel

„ _ erl2 '

Es ist aber noch ein Unterschied, ob der Landwirt mit seiner Familie in der Saatzeit per: ‚Es
wundertdann iiidit, daß in manchen Ländern das Schaulcelspiel der Erträge mit steigen-
sönlich viel Arbeit aufwendet, oder ob er auch Geld, womöglich geliehenes Geld, in nennens:
wertem Maße aufwendet. Man war ia durch die heraufkommende Finanzwirtschaft auch allmählich
der Kunstdungeranwendung zunimmt. So zeigt die Erntekurve des deutschen Reiches neuerdings
ber vermelirter Kranstdiingerver\xfenduhg, trotz wachsender Naturdiingergrundlage einen bedenklichen
dazu übergegangen, Leihgelder als Hypotheken auf den Grund und Boden zu nehmen, Während
der“ Landwirt bei einem Fehl3dilag der Ernteerträge oder des Ernteerlöses bei Aufwand von viel
\Wellensd'ilag (siehe auch die Abbildungen in Demeter l°32 Februar.-Heft und 23). S.'22
eigener Arbeit den Nachteil verschmerzen kann, so ist das aber bei Aufwand von Viel Geld nicht de Jha Vorkriegszeit Krie gszeit Nachkriegszeit
in seine Hand gegeben. Der andere, der das Geld geliehen hat, oder der das verlorene Geld
des Bauern durdi Leihgeld wieder ersetzen soll er spridit nun mit. Die Angelegenheit muß
#

sich am Bauernvermögen und sogar an der wirtschaftlichen Selbständigkeit rächen. Im Zeitalter


[
der Finanzwirtschaft wurde der Landwirt durch hohen Geldaufwand und durch Leihwirtschaft in l
ein besonders hohes Risiko bis zum gewagten Spiel um die angestarnmte Scholle hineingebradtt.
Alles, was im Betriebe zugekauft wird, kann sich nach Überschreitung einer gewissen Grenze l l
Winterweizen im Deutschen Reich
D. l„ (i,:Diingertibcl 24. Auflage

einfach existenzgefährdend und freiheitsberaubend auswirken, seien es Maschinenansdaaffungen (oft


auf Äbzahlungl), seien es Betriebsstoffe, Schädlingsrnittel, Handelsdiinger, hochgez'tichtete Saat: | l
güter usw. |
Einfach aus Sachlichkeit muß nun gesagt werden, daß die Handelsdünger im Risiko des l
Landwirts eine besondere Rolle spielen es wird ihm das Geldaufwenclen dabei oft sehr ver.-
#

schleiert: Bei der Genossenschaft wird „aufgeschrieben“, Es gibt Kredite aller Art vom Händler,
I l
ja sogar vom Staat, Man braucht kein Geld in die Hand zu nelimenl Nun freilidi, die Ernte
ist dann verpfändet
#

und wenn die nicht gerät, dann ist Grund und Boden, Haus und Hot
l !
verpfändet. Handelsfutter ist hierin oft nidit so schlimm, denn es bringt durch die Milch tägliches
Geld
#

freilich wirkt auch hier das „Äufschreibenlassen bis zur Ernte“ bedenklich mit,
l
l
dz/ha Vorkriegszeit Kriegszejl Nachkriegszeit
|
20

„ l I ‚Jahrgänge 1Q10«1927

18 l [ Winterroggen im Deutschen Reich


D. L. G.:Düngerfibel 24. Auflage, Seite 144 l
mm w u.
l l
ir t910 H |] 5 14 15 l(7 IT 18 19 20 21 lu 26

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Abbildung 2

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Ib
l l Wenn schon die kurzfristige Beobachtung der deutschen Nachkrie sernte1 ' ' ‘

15
| ] Kunstdunger in
Sich den
bei
neuerer
]Sßtiul832 im
Zeit das biologische Risiko steigert, so ist es
interfssant ;u Läi%ailirjrlß\x?aes
Gange befindlichen Vergleicl'rsversuchen in Rothamsted (England: fehchtes
it
|
>

Klima, gunstig fur Kunstdiinger) herausgestellt hat. Im „Ärdiiv für Pflanzenbau“ 1931 Band 8
Heft 1, Seite 32, schreibt Sir l. E. Russel, indem er die langjährigen Ergebnisse zusarhnienfaßti
13
| | _ "„Mit kiinstlidien Düngemitteln erzielt man gewöhnlich keine so sicheren Erträge wie
mit Stallm1st. ln günstigen Jahren mögen sie besser sein, in ungünstigen sind sie dafür

I l
umso sd1lediter. Mit anderen \‘ri/orten, die jährlichen Ertragssdiwankunven sind bei Ver:
12
wendung künstlicher Düngemittel größer als bei Stallmistdiingung.“ D

'
Das sind Worte‚ welche zu den deutschen En ‘ '
‘ '
<! ‘

" 1010 l1 l2
13
M 15 16 1? 18
J
19
20 21
Jahrgänge 1910—1923

22 23 24 25 Zn 27
führt es hin, was Sir Russell weiter mitteilt:
'
Müler @Ui PaSS€YL AL" am and?“ Ödd1t
‚_,Äuf Klee und verschiedene andere Pflanzen, namentlidi einige Fruchtbäume scheint
Abbildung 1 Stallmist eine gunst1ge Wirkung auszuüben, die bisher noch mit keinem künstlichenbiinge:
mittel ermelt werden konnte. Zur Zeit ist es nod1 nicht möglidi diese Untersdiiede restlos
zu erklären.“
Aber schließlich ist der Kunstdünger keine rein finanzielle Angelegenheit, so unangenehm Nun, hier wissen wieder viele Praktiker Besdaeid. Auf die Dauer leidet
' ' ‘

diese seine Seite oft ist. Er muß auf den Acker, muß im Boden: und im Pfianzenleben schaffen,
muß mit hinein in den Gang der Witterung, in Düne und Nässe . . “. Da wird er wohl sicher
Dungung oft das Wachstum
des Klees und auch anderer Stiekstoffsammler und
weld'ie dre_Humuskraft im Boden vermehren sollen Nicht nur, daß der Kunstdiinfler selbst keinen Griindlihgdrfiläiiildff
ein zuverläßiger Bundesgenosse im Kampf gegen die Ernteschwankungen sein? Humus bringt und„sogar am Humus zehrt (er erfordert ia audi regelmäßig Kalk °der am Humus
Leider nein! Denn zu seiner Ausnützung ist die Pflanzenwelt sehr aufs \Wasser ange: zehrt) nein, er dampft außerdem im Laufe der Jahre das trendige,
sichere°Wadfstum der humus:
#

wiesen. ist das Wasser anfangs da, sodaß die Pflanzen die Nährsalze gut aufnehmen können, erzeugenden Pflanzen
Die „alte Kraft“ im Boden läßt nach, die Pufferunö durch Humus die
und bleibt es dann bei trockener Witterung aus, so werden die Pflarizen durstig und mad'ien
rascher schlapp als Pflanzen ohne Nährsalzdiingung, Ist das \‘(z’asser von oben her hingegen später
ausgle1chend w1rkt, geht
sagen
aus
vielen Böden weg. Schließlich lebt der Acker#— man kann wohl
„von der Hand in den Mund“, Die Robustheit der Böden hat einem kitzligen Zustand
etwas reichlich, so sind die mit Handelsdiinger etwas getriebenen Pflanzen leicht zu weichlich und
1
*

dzi‘ha Vorkricgszeit Krie gszeit Nachkriegszeit


dzlha Vorkriegszeit Kriegszeit
1
1lachkriegszeit
u. 5'


20
Preußische Erntestatistik
10
Preuß. Statistik d. Landw, 193111.1828 Kleeheu
l Preußische Erntestatistik
| Zuckerrüben
I
l
l 40 !

l
% l
l
l Jahrgänge 1907 :
1930

l l
| 1
1907 08 09 10 11 12 314151b171819 202123 23 24 2 „1 l\) N

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30

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Abbildung 4

70
Das Risiko der l‚andmirtschaft 1
| Jahrgänge 1907:1930
so ] l)
‘(Kurze sd1ematische Übersicht)
Natürliches biologisches Risiko
'
150
V 2) Preisrisiko, ohne menschliche Absid1t
1907 08 09 10 11 '12 13 14 15 111 11' is 19 20 21 22 33 24 25 26 37 28 29 30 3) Preisrisiko, durch mensdilidie Spekulation erhöht ‘
4) Finanzrisiko bei hohem Geldaufwand l
Abbildung 3

Platz gemadit. Eine gute Ernte ist, wenn es einmal soweit kam, nicht mehr Selbstverständlichkeit.
‘ 5)
(i)
Existenzrisiko bei Verschuldung des Bodens
Krankhaft gesteigertes biologisches Risiko durch nicht naturgemäße
Landwirtschafts:Methoden.
sondern ein Glückszufall. Ein krankhaftes biologisdaes Schaukelspiel ist „kiinstlich“ zustande ge:
kommen. Der Landwirt meint, er stehe „mit festen, markigen Knochen auf der wohlgegriindeten Abbildung 5
dauernden Erde“. Das erdbebenartige Schlingern der Bodenerträge könnte es aber offenbaren:
Die Handelsdünger von heute greifen wie ein zweischneidiges Schwert, besser wohl gesagt wie Es wird für viele Landwirte sehr, sehr schwierig sein das Schiff ihres Betriebes durch die
eine Säge mit scharfen Wellenzackeri auf zwei Seiten, in die Scholle ein „ zum ersten auf
dem \X/ogen der nächsten Zeit hindurduusteuern. Nun empfehlen allerdings einige politisd'i führende
Wege über den Geldaufwand und die Finanzwirtschaft, zum zweiten auf dem \Veg über die Landwirte ihren Berufskollegen gegenwärtig eine besonders kräftige Anwendung von Handels:
Schwädiung der Humuskraft und der.Pflanzenrobustheit dünger, jedenfalls ein Festhalten an dem bisherigen hohen Niaß. Das kommende Staatsdiiff soll
damit flott gemacht werden. Es ist das eine politische Hoffnung, die man wohl auch einmal Spe:
Der alle geschlossene Bauernhof mit wirtschaftseigenem Futter und mit wirtschaftseigenem
Dünger konnte als eine Art Arche Noah angesehen werden, um durch den Wellenschlag der Finanz: kulation nennen darf, welche zu dieser Parole veranlaßt. Aber man möchte diesen Staatsmännern
zurufen, wie seinerzeit der Gastfreund dem griechisdien König Polykrates:
einfliisse hindurchzusteuern. Heute ist der Boden dieser Arche bedenklich angesagt und angefressen.
Mit diesem Sd'iaukelschiffdien muß der Landwirt heute hinein in die unberechenbaren Strudel zu: „Bedenk‘, auf 11ngetreuen Wellen —
\X7ie leicht kann sie der Sturm 3ei'sdiellcnl
künftiger Preisschwankungen, die durch die bestehenden politischen Gewitterwolken wohl kaum be:
::

3mcifelnd
Sd'imimmt deiner Flotte Glüdi.“
sänftigt werden. Professor Dr. Th, Brinckmann hat kürzlich in Bonn einmal ausgefuhrt: Sehr zahlreiche Landwirte traditen heute weg vom finanziellen Risiko und streben audi nach
„Nichts ist gefährlicher, als der Unruhe der wirtschaftlichen Außenwelt nun audi noch risikomindernden Landwirtschaftsmethoden. Sie suchen die doppeltwirkende Säge, die‘in die Betriebs:
die Unruhe des Betriebes hinzuzufügen. „Anpassung an die Konjunktur“ ist bei dem grundlagen einschneidet, so gut wie inöglidi zum Stillstand zu bringen. Sie sud1en den zer:
\Wirrwar der Preissdiwankungen, wie wir ihn gegenwärtig erleben, ein ganz gefährliches nagten Boden ihrer Arche wieder auszubessern. Wenigstens etwas „alte Kraft“ sollte wieder
Sd'ilagwort und war ein bedenkliches schon während der ganzen Nachkriegszeit.“ geschaffen werden. Erst wenn zahlreiche Betriebsschiffe wieder flott werden, die heute sichtlich am
„Den Wirrwar der gegenwärtigen Preisschwankungen kann niemand überblicken Aufsitzen sind, wird es fruchtbar sein von den landwirtschaftlichen Betriebsmaßnahmen aus weitere
und voraussehen.“ Gedanken zu fassen. Gewiß gibt es mandie Taube auf dem Dache, wie Planwirtschaft, Preis:
\Wenn man das natürliche Risiko des Landwirtes kennt und sieht, auf weldie mehrfache Art
stabilisierung, Agrarpolitik, Ernteversicherungen gegen .]ahresschwankungen, aber
den Spatzen in der Hand.
'
denke an man
dieses Risiko in der heutigen Zeit gewaltig gesteigert worden ist, so kann man sich ausrechnen,
Die widitigsten positiven Betriebsmaßnahmen zur Bekämpfung des Risikos sind: Allmählidie
wieviele landwirtsdraftliche Betriebe, die dem Teufel den kleinen Finger gegeben haben, in jedem Steigerung der Vielseitigkeit des Betriebes und Ausgestaltung eines geschlossenen landwirtsdiaftlid1en
Jahre zugrunde gehen müssen. ‚Die Sache ist ein Beispiel der Wahrsdreinlichkeitsrechnung
'gewordem
Organismus. Weg von den gefährlichen Spitzenleistungen, hin zum zuverläßigen guten Mittelwegl
—— fi."i „

Die Spritzmittel 500 und 501 weisen uns deutlich auf das dynamisdie Prinzip hin. Wenn
Anbau von ertragstreuen Sorten, audi wenn es die verachteteii Landsorten sind, Anbau von wir bei 500 von einer noch leidit wägbaren Menge ausgehen, die wir in den Eimer Wasser
Mischfriichten, die Sidi gegenseitig im Wachstum ergänzen. Ertragssteigerungen nicht mit piumpen, geben, so ist nach dem Verteilen der gerührten Flüssigkeit das Stoffliche in den Hintergrund ge:
sondern mit den witzigen und wenig kostspieligen Hilfsmitteln der Kräftebeachtung, weld'ie schon treten (siehe die Berechnung von Pelikan in „Demeter“ 711 S. 19). Die winzige Menge von in
die Väter kannten, und die in der biologisdi:dynaniisdien \Wirtschaftsweise eine unerwartete große
_ Wasser unlösltchem Quarz (Präparat 501) belehrt uns, daß nur die. in ihm ruhende Kraft wirksam
Steigerung erfahren haben.
——
' '

_ _ . „ ist und die Substanz als solche keine Düngewirkung hat. Umso wichtiger ist die sorgfältige
Das Risiko, das nid1t aus höherer Gewalt in semcn Betrieb hineinwrrki es laßt Sich Durdiführung des einstündigen Rührprozesses. Das Wasser wird dadurch vorübergehend zum
ausschalten, der Landwirt hat das in scincr Handl Träger dieser Kräfte: jedoch behält es diese Eigenschaft nur eine gewisse Zeit bei. Untersuchungen
haben ergeben, daß zwei Stunden nach dem Rühren die Wirksamkeit der Flüssigkeiten deutlich
nad1zulassen beginnt; sie müssen also bis zu dieser Zeit ausgespritzt und damit die Kräfte von der *

Erde bezw. von den Pflanzen aufgenommen sein, sodaß sie weiter wirken können.
Zur Frühjahrsarbeit Wo von den Auskunftsstellen infolge besonderer Bodenverhältnisse oder ungewöhnlicher Frucht:
folge eine stärkere Anwendung von 500 empfohlen wird, ist es ratsam, nicht gleich die doppelte
Hellmut Bartsch Substanzmenge in einem Eimer zu verrühren, sondern eine Portion in der üblid‘ien Weise vor
Die Tage werden zusehends länger und die Gedanken des Landwirts
arbeiten hingerichtet. Bis diese Zeilen im Druck erscheinen, wird die Arbeit
sind
auf_die Bestellungs:
schon vollem
in Gange
der Saat und die zweite Portion nach deren Aufgehen
Boden und Pflanzen erfahren dadurch eine neue Belebung.

also einige Wochen später
#
— zu geben.
Um einen Ausgleich für die ver:
mehrte Arbeit zu haben, schaffe man sich Vorriditungen, die ein gleichzeitiges Rühren von zwei
sein. Für diejenigen, die erst am Anfang mit der biologisch:dynamtsdien
Wirtschaftsweisestehen, bis drei Eimern durch eine Person ermöglichen. Ratsdiläge hierzu erteilen die Auskunftsstellen.
sei jedoch an manches erinnert und manches erläutert, was jetzt zu beachten ist. Nach Selbst:
#

studium während des Winters oder nach der Teilnahme an Einführungskursen„ und Vortragen Das Quarz:Präparat 501 ist nur wirksam, wenn es auf die grünen Pflanzenteile fällt. Die
ist manch neuer Interessent hinzugekommen, der noch einen Versuch bei Hackfruchten oder Ge: Kräfte, die es in den Pflanzen wachruft, sollen nicht vorzeitig eingreifen; sie wirken zusammen
miise durchführen möchte. mit den zur Reife führenden Sommerkräften und weniger mit den im Sprossenden, Knospenden
_ _ _ _
Als vorbereitende Arbeit muß der Mist aufgesetzt und präpariert werden, wie es in der sich auslebenden Frühiahrskräften. Zu Getreide wird 501 gespritzt, wenn die Felder geschlossen
„Praktischer! Anleitung“ beschrieben ist. Der Stallmist soll bis zur Verwendung eine gut ver: sind, man also nur Grünes sieht, ja die Pflanzen können sich bereits anschid<en zu schossen
rettete Beschaffenheit bekommen, wobei man den Grad der Verrottung den
arten anpassen kann. Hierzu müssen uns die Bakterien helfen, die ja bekanntlich in verschiedenen
durch die Wirksamkeit der Düngerzusatz:Präparate außerordentlich gefördert werden, Diese Mikro:
Boden:
ihrem
Dasein, _Bei Hadcfriiditen wird das vollständige Bedecktsein des Bodens durch die grünen Pflanzenteile
insbesondere bei Rüben — nicht immer zu erreidien sein; aber bei diesen Kulturen kommt
501 sowieso später
#

nach dem Sommer hin zur Anwendung. Am ehesten werden die


#

organismen braud1en eine gewisse Wärme zu ihrer Entwidelung und die Ertahrung hat gelehrt, Futterflädien mit dieser Spritzung bedacht werden können. Bei Gemüse muß man spezialisiert
daß die Verrottung des präparierten Düngers im Winter langsamer bezw. unvollkornmener von vorgehen; die Vorteile einer mehrmaligen Gabe von 501 zu Obst und Gemüse wurden schon
statten geht, als zur warmen Jahreszeit. Wenn möglich soll man daher den Stallmi$t bei frost: öfter in dieser Zeitschrift u. a, O. beleuditet,
freiem Wetter auf Haufen setzen; dann kann man ihn auch bequem mit Erde aus seiner
gebung zudecken. Wenn der Dünger erst »ca. lVl_itte April gebraucht wird, ist es daher haufig Urn: in den ersten Jahren der Umstellung einer Landwirtschaft sind alle diese Arbeiten noch nicht
geläufig. Sowohl in großen Betrieben als in kleinen Wirtschaften mit parzelliertem Grundbesitz
vorteilhaft ihn erst an einem warmen Märztage aufzuschichten und mit den Praparaten zu versehen. kann es leicht vergessen werden ein Feld mit dem einen oder anderen Präparat zu versehen.
Infolge von starkem Frost schlecht verrotteter Mist kann durch einmaliges Umsetzen zu raschestem Deshalb ist es gut sich einen Plan über die auszuführenden Rühr: und Spritzarbeiten aufzustellen.
V errotten gebracht werden. _ _. _ _
,
_ Sobald der Frost aus dem Boden ist, kann mit den) Ausspritzen von 500 begonnen werden.
Notwendige Arbeitsverteilung oder Überfiillung derDungerstatte verhindern
Berüd<sidatigung der vorerwähnten Gesichtspunkte. 'lrotz gefrorenem Erdreich muß dann der
bisweilen die Grasland (Wiesen und \Weiden) wird zuerst ein Begehen ermöglichen; inzwischen werden die
Acker so weit abgetrodcnet sein, daß man auf den Kleesd‘ilägen mit dem Eimer oder der Spritze
Mist auf das zu düngende Feld oder an einen anderen geeigneten Ort gefahren werden, wo_ e£ gehen kann. Dann wird 500 zu den Frühjahrssaaten auf die raulie Furche gegeben und das
auf dem freien Boden sitzt. In solchen Fällen sollen aber dem Dünger die Praparate 302«30( Land danach mit Egge oder Sdileppe eingeebnet; selbstverständlidi kann es auch noch später beim
bald zugesetzt werden, solange der Haufen noch warm ist und sichäinfolge der fortschreitenden Herrichten des Saatackers angewendet werden. Wo erforde'rlid-r, werden dann die Wintersaaten
Gärung und der eigenen Schwere noch nidit zu sehr gesetzt hat. Ebenso
Wichtig ist aber das
baldige Bedecken des präparierten Haufens und _man wird hier nach einem Notbehelf suchen
mit der zweiten Gabe 500 bedacht; der Weizen z. B. vor dem Eggen, der Roggen vor dem
Walzen, was wohl auf den meisten leiditeren Böden geschieht; audi das Hadcen der Winterung
müssen. Es kommen in Frage: Strohbündel, Tannen: oder Kiefernzwe1ge, Laub
oder
(also für die Zukunft soldie Dinge rechtzeitig Sammelnl); audi mit Spreu (Kaff) konnte man sich
Moos ist eine geeignete Gelegenheit das Ausspritzen von 500 vorangehen zu lassen. Zuletzt werden
im allgemeinen die Hackfrüdate mit diesem Präparat bedacht werden. Selbstverständlich können
begnügen. Torfmull, den wir sonst nur zum Bedecken des Kompostes nehmen, konnte auch beim hier wieder nicht Normen aufgestellt werden, die in allen Verhältnissen Gültigkeit haben. Es kann
Mist als Ersatz für Erde Verwendung finden, Sobald der Frost aus dem Boden heraus ist, z. B. der Kartoffeladcer eher abgetrodcnet und demzufolge mit 500 gespritzt und geschleppt oder
kann die Ersatzdedce entfernt und der Haufen mit Erde bededct werden._
fi '

geeggt werden, als vielleidat der Haferadcer u. dergl. mehr. Wird der Kartoffelacker erst im Früh:
Haben wir so die Möglidikeit fiir das Wirken der Präparate und
die liniwrd<lung
terien gesd1atfen, so wird bei kleineren Haufen (für 1#2 Morgen) die Verrottung des Dungers
derBak: jahr gepflügt, so gibt man das Bodenpräparat danach, oder vor dem Furchenziehen; wo die Kar:
_toffeln hinterm Pflug gesteckt werden und der Adcer dann einige VUodien so liegen gelassen wird,
nadi vier: bis sechswöchentlidrer Lagerung gut fortgeschritten sein. So zubereitet kann man ihn sollte noch vor dem Pflügen gespritzt werden.
z. B. zu Kartoffeln auf das bearbeitete und eingeebnete Land breiten und nachher mit dem Furcben: Das qualitätsfördernde Präparat 501 wird ebenfalls zuerst auf die Futterflächen gebracht.
zieher in den Boden arbeiten, ohne daß dieser Arbeitsgang erschwert würde, etwa Ver:
durch Der Zeitpunkt riditet sich ja ganz nach dem Klima, d.h. nach dem \Wadrstumsstadium der
stopfen des Sdiares. An der Oberfläche liegenbleibende Mistteile brauchen uns nicht zu storen. Pflanzen; Gräser und Kleearten sollen wenigstens handhodi sein. Auch in einem späteren Stadium
Ist der Dünger geruchlos, dann sind die Stoffe gebunden und„entwerdten nicht
in die Luft.
Uns kann 501 noch angewendet werden, nur ist zu bedenken, daß diejenigen Futterflächen, die zeitig
kommt es aber hauptsächlich auf die Kräfte an, die vom prapanerten
Mrst4ausstrahlen.
sollen gerade die oberste Sdiicht des Bodens beleben; von da aus dringen die vermehrten Lebe:
Diese abgemäht oder abgeweidet werden sollen, noch mindestens 8#10 Tage vorher das Quarzmittei
bekommen; das wird also vielfadi zur Zeit des Kartoffelsted<ens geschehen müssen.
wese‘n in tiefere Sdiichten vor und verbessern und vertiefen so die Ackerkrume '

Wo die Betriebsgröße es nicht gestattet, einen oder mehrere Menschen ausschließlich mit
Soll im Spätwinter noch Kompost präpariert werden, der im darauffolgenden Frühjahr und diesen Arbeiten zu betrauen, tradite man danach, bis zum Beginn der Heuernte mit den] Be:
Sommer gebraudat wird und daher nur wenige Wochen liegen kann, so konnen nur soldie Erden spritzen der \Winter: und Sommersaaten mit 501 fertig zu sein, damit es darin nicht wegen Zeit:
dazu hergenommen werden, die Sd'ion völlig oder nahezu reif sind. Ein soldier Haufen muß
auch an einem warmen Tage umgearbeitet werden, wofür man mit Vorteil die sonnige birttagszert dann mangel ganz unterbieibt, W'enn die Pflanzen dadurch das Präparat einige Zeit vor dem Schossen
bekommen haben, so haben wir eben das Bestmöglichste getan. Es lassen sich natürlich nidit
auswählt. Die Präparate werden dann in der bekannten Weise zugesetzt und der Haufen mit immer alle Vorteile wahrnehmen und die Durchführung eines solchen Plancs ist nur möglich mit
Torf abgedeckt.
fit-if

Hilfe einer gewissen Anpassungsfähigkeit gegenüber den durch die \Y/itterung veränderten Ver.—
hältnissen. Nach der Heuernte werden im allgemeinen die. Hackfrüchte und Obstbäume 501 m Z/h
.
#

bekommen, ebenso die nachgewachsenen Futterpflanzen.


Nun noch ein Hinweis auf die Bodenbearbeitung. Hier läßt sich schon gar kein Schema “*
l

\.11
Holland
aufstellen, weil die Verhältnisse überall andere sind. Die Gepflogenheit des Landwirts und
Gärtners dem Boden die Bearbeitung zuteil werden zu lassen, die er und die jeweils auf ihm
wachsenden Pflanzen brauchen, sei hier besonders hervorgehoben. Die durch die biologisch:dyna:
mischen Niethoden hervorgerufene Bodenbelebung lockert den Ad&er in einigen Jahren derart, 0
'
? °“*"z°£°'
Belgien »
16,9
um
. daß wir den Boden nid1t mehr einfach in der althergebrachten \Weise bearbeiten können und
dürfen. Bei den Wintersaaten z. B. wird die \Walze im Frühjahr wieder mehr Verwendung

üppigen Stand, so wird uns ein solches „Auslichte'n“ willkommen sein._


finden, damit die darauffolgende Egge nicht zuviel Pflanzen herausreißt. Haben wir einen zu
Nach diesem ungünstigen
Winter, der in vielen Gegenden strenge Kälte ohne oder nur wenig Schnee brachte, wird die
Walze wohl überall den gehobenen Boden und damit die Pflanzen andrüdcen müssen. Besonders
der Klee sollte recht bald angedrüd<t werden; er verträgt ebenso wie die Grasnarbe schwere
Walzen. Dort kann es auch angebracht sein Präparat 500 vor dieser Bearbeitung auszuspritzen.
Wie wir uns beim Pflügen bemühen nicht zu viel toten Boden herauf zu bringen, so müssen
wir auch beim Kultivieren (Grubbern) dieses Prinzip im Auge behalten und uns daraufhin die
Ackergeräte ansehen. Da stellt sich heraus, daß die in den letzten Jahrzehnten so Stark ver:
breiteten Federzahnkultivatoren garnicht immer das vorteilhafteste Werkzeug sind. in lehmigem
Boden bringen sie meist nasse, tote Erdklurnpen herauf. Die alten Gänsefußgrubber haben da
viel bessere Arbeit geleistet und man hört, daß die Masdiinenfabrikeri sich mit ihrer Herstellung A
wieder befassen, nadidem diese Geräte immer wieder von praktischen Landwirten verlangt werden.
Nach entsprediender Abänderung werden diese Gänsefußkultivatoren in manchen biologisch:dyna:

misch bewirtschafteten Betrieben im Laufe der Zeit den Pflug ersetzen können.
Die Wirtsdratten, die auf die biologisch:dynamische Wirtschaftsweise umgestellt sind und
sie immer vollkommener zu verwirklid'ten trachten, erfahren von Jahr zu Jahr neue Fortschritte
im Gesamtbetriehe. Hieraus erkennt man immer wieder die Fruchtbarkeit der Ratschläge Rudolf
Steiners. Mit dieser Feststellung werden wir auch immer wieder vor neue Aufgaben und Probleme
gestellt. Wir müssen sie nach naturwissenschaftlicher 1Wethode zu lösen versuchen; diese besteht
aus Beobachten und Denken. So müssen wir auch den Erscheinungen unsres Ad<ers und unsrer
Pflanzen ohne fertige Grundsätze gegeniibertreten um im einzelnen Falle die richtige Maßnahme Phbsnhqfsaué-G.Sticksloffverhrouchim Durchsihninderlahiétoma ;‘
'

herauszufinden. Hierauf sei noch besonders hingewiesen!


'häéréiN°=hbcrlöndsr-urid.wirpj
. Holland A

ohne 6ualitätssorgen?
blit den Erntequantitäten Hollands wird es in absehbarer Zeit in Deutschland nichts
aber wie steht es mit der holländischen Qualität beim täglichen Brot angesichts der holländischen
Riesen=Weizenähre, auf welche so viel vorbildliche Kunstdiingung verwendet wird? ‘

F.Dreiclax fEs ist vielleicht gut, die Holländer da selbst zu Wort kommen zu lassen. Dem Potterdamsoh
Der Düngerausschuß der D. L. Gr. schrieb in seiner Erklärung vom ?. Nlärz l93l, die er Nieuwsblad vom Samstag, den 3. auf Sonntag, den 4. Oktober l93l ist folgender Artikel ent:
in Massenaufiage versandt hat:
„Er (Der Düngerausschuß) weist darauf hin, daß in unseren Naehbarländern Holland nommen. Inländisches Mehl zur Bereitung von Brot und Zwieback. Ein Chemiker an einem der Laboratorien
und Belgien schon vor dem Kriege, ganz besonders aber in der Nachkriegszeit, erheblich der Schotten's Fabriken in Groningen, hat, wie der Proc. Gron. Crt. inrtteilt, ein Präparat erfunden, wodurch
es möglich ist, inländisches \\7eigenmehl gang geeignet 3u machen 3ut Bereitung von Brot und Zmiebad’t. Wie
stärker gediingt (gemeint ist kunstgediingt) wurde als in Deutschland, ohne daß jemals man meif', bestanden bis jetsi fast unübermindliche Schwierigkeiten beim Gebrauch von inländisdnern \Wei'jen
Klagen über Güte und Bekömmlichkeit der Erzeugnisse laut geworden sind, und zwar bei der Fabrikation von Brot und Zr‘oiehadr. Es wollte nicht genug aufgeben und mar 3u grau fiir die Be:
weder im eigenen Lande noch in den Ländern, nach denen sie ihre Erzeugnisse ausführen.“ reitung von mirklidr guten Droduliten.
Auch von anderer Seite wird dem deutschen Landwirt eingehämmert, wie ideal die Holländer Dem Blatt waren Gerüchte bekannt gemorden über ausge3eichnct gelungene Proben die einige Bäcker
mit diesem Präparat machten, melches von den Schotten's Fabriken stammt. Die Direktion,dieser Fabriken
den Kunstdünger verwenden. So ist umstehendes Bild (S. 55) von industrieller Seite weithin ver.— wollte noch nicht sehr viel über diese neue Erfindung uerlauten lassen, da sie ti(idi meitenz Erfahrungen mit
breitet worden. ’

diesem Präparat 3u machen münsdit, bevor sie weitere Angaben macht und es auf den Markt bringt.
Hier stidit vor allem der kräftige Verbrauch der qualitätsfördernden Phosphorsäure im Ver: Das Präparat, melches T 52 lieilät, sieht aus mir gemölmliches hellgclbcs Mehl. Burda Beifiigung von
hältnis zum Stickstoff ins Auge. Leider fehlen zur Beurteilung der Harmonie dieser künstlichen 2”/'„ hiernon an das. Mehl erreicht man das Aufgeheu, wodurch das Brot memgcr krinnclig wird und im Ge.-
schmach geminnl, Weiter werden als Vorteile des Präparats genannt: Eine größere \Vasseraufnahme, '

Düngung die Angaben über Kali von der Naturcliingergrundlage zu sd1weigen. Es ist aber
#

der Festigkeit des Teigs 5ugute kommt. Das Rendement des Teigs mird größer, modurch derselbe besonders
leicht festzustellen, daß Holland im gleichen Zeitraum 38,8 kg Kali (KBC) je Hektar angewendet vorteilhaft wird für die Fabrikation von Zmiebach, Zufolgc des schnellen Autgchens ist weniger Hefe nötig,
hat, also auch nidit zu knapp. und kann die Arbeitsjcit nerhür3t werden. l.et5ten Endes wird die Farbe des Brotes besser.
Einigen Bächem in verschiedenen Orten unseres Landes ist das Präparat sur Probenahme 5ugesaudt
Nicht nur die Reklame der Industrie und die Kundgebungen des Düngerausschusses der worden. All diese Bäcker sind ohne Ausnahme gleich Doll non iiberschmeuglichem Lob.
D. L. Gr. gehen hier Hand in Hand, sondern fast jede Schrift und jeder Artikel über Qualitäts.— \Wie das Blatt nodi oeruahm, braucht das Präparat nidit kostbar ;u sein und wird es ohne Schmierig:
fragen stellt den deutschen Landwirt staunend vor die gleiche Sache. Trotzdem ist aber genügend keiten in großen Mengen produ3iert werden können. \Wie bereits gesagt, wird man hier3u erst übergeben,
bekannt geworden, daß Deutschland in weitesten Landstred<en gar nicht die klimatischen und die menu man mit dieser neuen Erfindung mehr Erfahrung gemadit hat. Bis jet3t wird die Sache hier sehr günstig
beurteilt.

Bodenverhältnisse hat, die eine so intensive Kunstdüngeranwendung relativ ungefährlich zulassen \Velche Bedeutung dieses Präparat fiir den uiländisdaen \X/'ci3enbau haben bahn, ist leicht begreitluh.
Wie in Holland. Man könnte schon daraus die Frage entnehmen, ob es riditig ist, den deutschen Laut dem Groninger Blatt ist es nicht ausgesdrlossen, daß mit einem Schlage die game Niederländiädit‘ \Wcr3eu;
Landwirt für holländische Ertragsziffern zu begeistern. Ernte für Brot: und Z1Dicbadrbcreitung durch dieses Präparat mit'‚bai gcmadit meiden kann.
DT
**

_55‚

Personalkredit dem vorübergehenden Bedürfnis der Person, er ist heute „zu einer wahren Fratze
Man sieht das große Interesse der Holländer an Backhilfsmttteln. Es darf dazu vielleicht verzerrt“. Es muß wieder erkannt werden, daß Personalkredit „abhängt vom Vertrauen in die
auch erwähnt werden, daß Holland gezwungen ist, zum Verschnitt seiner Weizenernte hochback: persönliche Tüchtigkeit und Zuverläßigkeit des Einzelnen, das er in arbeitsreichen Jahren sich er:
fähige ausländisdre Weizensorteh einzuführen. werben muß. Fehlt die Unterlage dieses Vertrauens, dann darf auch kein Kredit gewährt werden,
Daß weder der Zukauf von nennenswerten Mengen ausländischen \Weizens etwas Vor: der den Schutz der Redit30rdnung genießt,“ Das trifft den Kern der Sache. Die unnatürliche
bildlid'les ist, noch auch die Verwendung von „Backhilfsmitteln“, bedarf keiner Erörterung. Was Stauung ungeheurer Kapitalien in den Grund und Boden, die großenteils mit dem Boden garnichts
die letzteren anbelangt, so hat nicht nur Frankreida wegen der Volksgesundheit deren Ver: zu tun haben, ist der Wirtschaft zum Verhängnis geworden, Grund und Boden als Natur hat
wendung verboten, sondern zahlreiche andere Staaten folgen aus mannigfachen Beweggründen, Der iiberhaupt keinen Wert und kann nie einen \Wert im Wärtsd‘taftsleben bekommen. Einen wirt:
Tageszeitung „Industrie und Handel“ sind folgende Nachrichten entnommen: sdiaftlithen Wert hat nur die an ihm geleistete Arbeit. Wenn man aber Kapital mit dem Boden
I. und H. vom 22. Januar 1932 in Form von Realkredit verbindet, um dadurdi das überflüssige Kapital zu konservieren, so schafft
Spanien. Verbot der Verwendung non Chemikalien usm. bei der Herstellung von Mehl. Die „Gaceta de Madrid“ ner:
öffentlid1t eine Verfügung des Ministers für Landwirtschaft, Industrie und Handel nem 29. 12. 1931, melche
man unwahre Verhältnisse, man schafft Sd1einwerte, die schwere Störungen im sozialen Organismus
hervorrufen, Wenn also das Programm der Bodenreformer „die Wertsteigerung, die er (der Boden)
allgemein die Verwendung non diemischen Produkten, Saison und älinlidien Zutaten bei der Herstellung von
Mehl verbietet. Diese Maßnath ist durch eine Besd1ruerde dcr Mühlenbesitrcr non Zaragoga oeranlafjt worden. ohne die Arbeit des Einzelnen erhält, dem Volksganzen nutzbar“ machen will, so kuriert es am
I. und H. born 1. Februar 1932 Symptom, nicht an der Krankheit selbst.
Ungarn. Verbot non mehlbleichenden Chemikalien. . Ein weiteres aber kommt hinzu, „Geld kann im gesunden sozialen Organismus nichts anderes
Km. Budapest. — Die Verwendung aller mehlbleid1cnden Chemikalien und Präparate ist durdi das Ädrerbau:
Ministerium für die Mehlfabrilration verboten worden. Die Verordnung führt alle in Frage kommenden Mittel
sein als eine Anweisung auf \Waren, die von anderen erzeugt sind und die man aus dem Ge:
auf und oerbietet insbesondere die Verwendung aller Verbindungen non Peroxid, Osol und Chlor. sowie Brom, samtgebiet des Wirtschaftslebens deswegen beziehen kann, weil man selbst erzeugte \Waren an dies
Jod, Fluor, Ben3oild1lorit usw. Gebiet abgegeben hat,“ wobei geistige Leistungen innerhalb des Wirtschaftsgebiets als Waren
Es kann einem sehr ferne liegen, daß man Qualitätssorgen bei den Holländern aufzeigt
#
gelten.*) Das Geld kann nur" Wertmesser sein. Nun unterliegen aber alle Waren der Wert:
es wäre gewiß im Deutsdien Reich in dieser Beziehung genug vor der eigenen Türe zu kehren minderung. der Abnutzung oder der Verderbnis; deshalb pflegen wirtsd'iaftliche Betriebe den \Werl
— aber man kann audi den deutschen Landwirt nid1t in Illusionen über Holland leben lassen. ihrer Änsd‘taffungen nach einiger Zeit teilweise oder ganz „abzuschreiben“, damit in ihren Bilanzen
Eine schönere Aufgabe wird es einmal sein zu untersudien, worin die wahren Grundfesten der kein falsdies Bild entsteht. Und es fiihrt zu schweren wirtschaftlichen Fehlern, wenn man allein
holländisdaen Landwirtschaft bestehen. Es wiirde sich dabei herausstellen, daß in Holland, abge: dem Wertrnesser Geld Wertbeständigkeit beilegl. Man tut aber heute mehr als das; denn
sehen von den gut gepufferten Bodenverhältnissen, ein großer Sd1atz von bäuerlichen Kenntnissen Geld auf Zinseszins gelegt7 vermehrt sich sogar. Wenn langfristige Darlehen nach dauernder Ver:
und von gesunden Betriebsauffassungen vorhanden ist, die von den modernen Methoden nod1 zinsung mit dern gleid1en Satz in voller Höhe zuriidcverlangt werden, so bedeutet das eine Über:
nidit zugrunde gerichtet sind. vorteilung des Schuldners und wird zum wirtsd1aftlidien Gewaltrnittel, wie man es heute täglich er:
leben kann. Sd10n 1842 schrieb Heinridi Heine aus Paris: „Hier in Frankreich herrscht gegen:
wärtig die größte Ruhe. Es ist alles still . . . . nur ein leiser, monotoner Tropfenfall, das sind
die Zinsen, die fortlaufend herabträufeln in die Kapitalien, weld1e beständig anschwellen.“ Auch
Grundsätzliches zur Bodenreform
Von Dr. Ing. Gessner, Oberregierungs: und :baurat, Kassel
fiir das Geld miissen angemessene Äbnutzungswerle eingeführt werden.
Der naive Satz: Geld ist Geld
#

genügt nicht. Geld bleibt nicht unverändert. Geld, das


im Kaufgeschäft dem unmittelbaren Warenaustausch dient, ist etwas anderes als Geld, das als
(Fortsetzung und Schluß) geliehenes Kapital im Produktionsprozeß arbeitet, und dieses wieder etwas anderes als Geld, das
V, vom W’irtschaftsprozeß aus gesehen als gesdienktes der Erziehung der Kinder, der Rechts:
#
::

Neben dem Eigentum am Grund und Boden und seiner Überleitung vom einen zum an: pflege, der Sorge für Kranke und Ärbeitsunfähige zufließt. Dies Geld versdiwindet fortgesetzt
deren bedürfen die Grundpfandredite einer besonderen Erörterung. Es wurde darauf hingewiesen, aus dem Wirtsd1aftsprozeß als Ausgleich für die Ernährungswerte, die ihm durch die Produktion
wie unsere Rechtsbestimmungen damit, daß sie eine Verpfändung der Grundstücke, eine Beleihung immer neu zugeführt werden. Das Geld verändert in seinem Kreislauf fortgesetzt seinen Charakter
in beliebiger Höhe und eine Zwangsversteigerung im Falle der Zahlungsunfähigkeit zulassen, einem und muß dementsprechende Korrekturen seiner Bewertung erfahren. Gesd‘tieht dies nicht und
geradezu verbred1erischen Treiben der Grundstücksspekulanten Raum geben, das unzählige Land: wird der Kreislauf nicht in der richtigen Weise geregelt, so summieren sich die Fehler, es ent:
Wirte, Gewerbetreibende und Bauhandwerker ruiniert hat. Das Schrifttum der Bodenreformer stehen Mammutgebilde wie unsere Banken, die losgelöst vorn wirklidren Leben ihren eigenen
liefert dafiir schlagende Belege. Gang gehen, der die Mensdren willenlos mit sich fortträgt und alle Ansätze zu einer lebendigen
Im alten deutschen Recht erstreckte sich die Vermögenshaftung ursprünghch nur auf beweg: vernunftgemäßen Entwid<lung unter seine Füße tritt.
lid1es Gut, nicht auf Grundstücke. Der Gläubiger war auf ein Nutzungsrecht beschränkt, konnte Ungeheure naturgegebene Kräfte arbeiten im Grund und Boden, seit Urzeiten aufgespeichert
aber seinen Anspruch aus der Substanz nid1t befriedigen. Die jüngere Satzung, die sich in den durch der“ Sonne Licht und Wärme, die Wachstumskräfte der Pflanzenwelt, die Kräfte des Wassers,
Städten entwidcelte, sichert dern Gläubiger die Befriedigung aus der Substanz im Vollstreckungs: der Metalle. Und reiche Kräfte der Vergangenheit, der Entdedcungen und Erfindungen früherer
wege, Der Gläubiger kann sid] dabei jedoch nur an das Pfand halten. Dein römischen Recht Zeiten, arbeiten in den Produktionsmilteln im engeren Sinne. Die Produktionsmittel in ihrer
ist eine reine Sadihaftung unbekannt. Die Sachhaftung dient ihm nur zur Verstärkung der per: jeweiligen äußeren Form unterliegen einem raschen Verbrauch, sie werden bald „abgesd1rieben“
sönlid1en Haftung. Aus dieser Auffassung hat sich unser neueres Hypothekenred'it entwickelt. und versclirottet. Die in ihnen waltenden geistigen Kräfte arbeiten mit neuen äußeren Formen
'
weiter. Der Boden aber bleibt, Ihn glaubt man mit den lähmenden Bleigewiditen einer unge:
Bei jeder Sadihaftung ist es abgesehen auf den in ein Geldkapital umsetzbaren Grundstüd<swert. heuren Kapitalverschuldung ungestraft belasten zu können! Das bedeutet den Ruin der Wirtschaft.
Sie trifft nidit den Grundstückskörper selbst, sondern dessen Tausdiwert.*) Man legt also auch
dem nackten Boden ohne Bauten und sonstige Besserung einen Geldwert bei und mobilisiert ihn Es müssen die. Wege gefunden werden, den Grund und Boden aus dieser Umklanimerung
durch Beleihung, ohne der Höhe dieser Beleihung eine Grenze zu setzen. ebenso zu lösen wie aus den Fesseln politischer Gewalt und eines engen überlebten Eigentums:
Wagemann führt aus: M) „Die Hypothek ist ein Erzeugnis der römischen Verkennuug des begriffes,
Unterschiedes zwischen Bodenrecht und Fahrnisrecht. Da der Römer von der Persönlichkeit des - VI.
Bodens und von den Bodenpfliditen nid1ts wußte, glaubte er in den Grundstücken geeignete Mittel Festgegriindet auf den miitterlidren Boden erhebt sich, elastisch schwingend zwischen den
zu besitzen, um den Personalkredit zu verstärken. Das ist eine falsche Konsequenz eines falschen Naturgegebenheiten auf der einen und den geistigen Dominanten der Kirchen auf der anderen
Grundgedankens.“ Wagemann geht weiter als die deutschen Vertreter der Bodenreform, wenn Seite, in lebendiger Ursprünglidikeit die mittelalterliche Stadt -— - ein Bild des alten deutschen
Redites’. „Statt seiner persönlichen bussen haben wir unbarmherzige Strafen, statt seiner farbigen
er verlangt, der Grund und Boden solle nur zum Zwecke der Bodenverbesserung belastet
werden und zwar in der Form der zu amortisierenden Grundschuld, bei der also allein das Grund: symbole stässe von acten, statt seiner bald gefunden urtheile jahrelange processe, statt seines ge:
stiidr, nid1t der Eigentümer haftet, und nur fiir eine begrenzte Zeit. Demgegenüber dient der richts unter blauem himmel qualmende schreibstuben . . Eintöniger maltheit gewichen ist die in:
,

*) o. Gierke a. a. O. S. 809 ff. *) Dr. Steiner a. a. O. S. 90.


**) a. a. O. S. 55.
139
*
#

dividuelle persönlichkeit.“ So schreibt Jacob Grimm im Jahre 1828‚“) Heute möchte man,
gehend von der alles beherrschenden \Virtsdraft, den „unsicheren Faktor Niensdi“_ nada Moglichkeit aus: Zur Sortenwahl und Pflege der Gerste
auf allen Lebensgebieten ausschalten und kommt sich dabei wunder wie gescheit und „sachlrda“ (Literaturbesprechung)
vor. Im alten deutschen Recht pulste die lebensvolle \Wärme der mensd'ilichen Persönlrdrkert und Das Qualitätsprobleni, das neuerdings für Weizen und Roggen im Vordergrund des Interesses
die Urteilsfindung floß aus der geistigen Freiheit von Menschen, die beim Anruf der Gottheit steht, war bei der Gerste schon immer ein Gegenstand der Verhandlung. Während Müller und
zum Sdrwur das Schwert fest in die Erde stießen. Bäcker sich zur Qualitätsverbesserung des Mehlesgder chemisdaen Bleiche und gewisser Zusätze
Das deutsche Bodenrecht ging aus von der Familie, der Sippe, der Markgenossensdraft und wie Trockensesalit, Trocken:Elco 2, Porit und Glutin W. bedienen (Schrnorl, Pflanzenbau ?, 92.
führte zu der auf den Boden gegründeten sozialen Gliederung des Volkes. Die spätere Em.- 1931), um wenigstens die äußere Aufmachung zu erreichen, die dann eine gute innere Qualität
widclung führte aus organischer Gebundenheit zur persönlidaen Freiheit, zu Vereinzelung
ismus. Zur alten Familiengebundenheit führt heute kein \Weg zurüdc, Der Weg fuhrt uber das
Ego: und vortäuscht, stehen der gerstenverarbeitenden Industrie nicht im gleichen Maße chemische Zusätze
ld] zur neuen Gemeinschaft aus Erkenntnis. Das ist der Sinn des neuen Eigentumshegriffs,
zur Verfügung, um zufriedenstellende Ausbeute und Geschmack aus jeder Gerste herauszuholen,
Bei der Gerstenverarbeitung in der Brauerei erweist sich die Qualität als ein wichtiger Faktor. Jedoch
der" die Überspannung des alten Erbrechts löst, wie das moderne Prinzip der Arbeitsteilung zur ist trotz intensiver Verfeinerung der bisherigen Methoden nod1 kein Untersuchungssystem vorhanden,
Arbeit des einen für den anderen, zur Überwindung des Egoismus zu fiihren berufen ist, Auf das die Qualität richtig zu bewerten gestattet. Die Wiener und Berliner Bonitierung bedient sich
sich selbst zurüdcgeworfen kann der N’fensch heute im eigenen Innern finden, was ihn _dem des Haaseschen Gesetzes bei der Beurteilung, wonach geringe Ausbeute und Qualität hohem Ei:
Menschen eint, eine neue Erkenntnis vom menschlichen \Wesen und von menschlicher Wurde. weißgehalt entspricht. Ferner ist ein niedriger Spelzengehalt erwünscht, da die Schalen geschmacks:
Das allein bringt Zeitenwende, rettet aus der Versklavung durch hlaschine und „Wirtschaft“, die verderbende Stoffe enthalten sollen. Aber wie Professor Cluß (Wochenschrift für Brauerei 26,
den Menschen überrannt haben. Nur so vermag der Nfensch sich an eine Erkenntnis der ge: S. 81, 97, 117. 1909) zeigt, ist dieses Schema durd1aus nicht zu verallgemeinern.
waltigen Naturkräfte heranzuarbeiten, mit denen er heute in der täglichen Arbeit hantiert und die Die Gerstenqualität, welche nad] unseren Kenntnissen von der“ Wirksamkeit von Bilde:
ihn tagtäglich auf die Knie zwingen, an den Pulsschlag der Erde, dem der
Lersch**) und der Bergmann Gerrit Engelke”*) fühlen und lieben. Erkenntnis begrundet
Sehrmed Hernnd'i kräften abhängt, läßt sich eben nicht mit groben Methoden der stofflichen Bestimmung feststellen.
Professor Cluß verarbeitete eine sogenannte hochedle Taubergerste mit nur 8,1“,l0 Eiweiß, eine
Vertrauen und innere Verbundenheit \Wirkliche Naturerkenntnis kann die Verbundenheit mit der wiirttcmbergische Landgerste mit 9,6% Eiweiß und eine anatolische Gerste mit 12A130/e Eiweiß,
Scholle und dem Jahreslauf, die der Landmann noch nicht völlig verloren hat, mit neuem Inhalt , Die anatolische, nach obigem Schema als minderwertig zu bezeichnende Gerste, ergab die beste
füllen und Liebe und Verantwortung gegenüber dem miitterlichen Boden innerlich neu begründen, wie Ausbeute, das davon gewonnene Bier zeigte den besten Geschmack Dann folgte die württem:
sie sich einst darlebte in äußeren Wesenformen. Diese Entwid<lung fiihrt aus der Enge in die bergisd1e Landgerste, zuletzt die „hochedle“ Taubergerste. Ähnliches lehrte die Verarbeitung
\Weite. Sie wird alte Ansätze aufnehmen und in zeitgemäßer \Wandlung zu neuen Gestaltungen einer 'I‘heißgerste aus Ungarn mit 15,2“l„ Eiweiß, deren Verarbeitung sich sehr wirtschaftlich ge.-
hindurditragen. staltete. Zu einem gleichen Ergebnis kam Stadler (Chemiker=Zeitung 103, 998, 1929) bei einem
Nicht den Inhalt des alten Rechtes gilt es wiederherzustellen, sondern die heute erstarrten Brauversuch mit rauhspelziger oberbayrischer Gerste, weld'ie 15,85% Eiweiß hatte. Diese lieferte
Begriffe zu sprengen und zu Neuem fortzuschreiten. Neue Rechtssätze und Begriffe können nur das vollmundigste und rundeste Bier, wie es sonst heute nicht mehr vorhanden ist. In Südruß:
aus einer neuen Lebenspraxis erwachsen, Begriffe, lebendig und bildsam wie Junge
und Kinder, nidrt tot und verkapselt wie das römische Dogma, das aus der einst lebendigen
Keime land werden heute noch (Cluß, Tageszeitung für Brauerei 27, 537 und 549, 1929) Gersten mit
Rechtsspred‘rung einer ganz anderen Zeit nachträglich abstrahiert wurde und sich dann wie eine
16—«180/0 Eiweiß zu Exportbieren verarbeitet. Nach Windischs Auffassung: „sind unsere heutigen
Gersten (siehe ebenda) verzüchtet, an innerer Qualität als Malz: und Brauware haben sie nicht
starre Lava über blühendes.chen gelagert hat, — . selten verloren.“ Auf Stickstoffarmut gezüchtete Gersten finden hauptsächlich von Brauern Ver.-
In Rid'rtung der Dreigliederung liegt eine starke Entfaltung genossenschaftlicl‘ter Iatrgkeit. wendung, die nur eine hohe Ausbeute herausholen wollen, aber den Geschmack vernadiläßigen.
Es werden sich auf allen Gebieten Vertreter des Faches zu gemeinsamer Arbeit und Vervoll: Windjsch tritt dafür ein, daß die Qualitätsseite von neuem in Angriff genommen wird durch Sorten:
kommnung der Einsichten und Erkenntnisse zusammenfinden, die der Beruf ihnen
in jedem der 3 Glieder des sozialen Organismus werden die Vertreter der verschiedenen Fach.-
erschließt. I.lnd und Düngungsversuche, In letzter Zeit hat man bereits mehr auf die veredelten Landgersten des
Hannatypus zurückgegriffen. Aber gar keine Fortschritte haben die Düngungs: und Pflegemaß:
gebiete sich zu den Körperschaften vereinigen, die das Geistesleben, das Pechtlebenund das nahmen getan. Cluß empfiehlt auf die langsam wirkenden organischen Düngemittel zurüdczu:
Wirtschaftsleben verwalten. Nur in diesen Körperschaften werden die NIensd-ren aus ihren srdi greifen, die nachweislich auf die Qualität vorteilhaft einwirken. Heute spricht man ja von der
ergänzenden Erfahrungen heraus wirkliche Einsichten gewinnen und im einzelnen in lebendiger Harmonie der Nährstoffe in natürlichem Dünger, nachdem man mit Aufkommen des künstlichen
Entwicklung immer wieder zu gestalten und abzuwandeln vermögen, was wirksam ins ein:
Leben Düngers der Meinung war, daß das Nährstoffverhältnis im Stalldung nid1t richtig sei und daher
greifen und zu einer gesunden Entfaltung des sozialen Organismus fiihren kann.
leben werden der gerechte preis der Waren sowie die. Angelegenheiten des Geldes und der
Wirtschafts:
Im durch Kunstdiinger ergänzt werden müsse. (Prof. Heiden, Neue Landw. Zeit. Her. Fühling, 21,
284—286, 1872). Aber diese Vorschläge von Cluß sind von der Allgemeinheit noch nicht aufgefaßt,
Währung zu regeln sein in Körperschaften, die Arbeitgeber, Arbeitnehmer und _Verbraudrer um: obwohl doch die gute Qualität der extensiv gezogenen Gersten zumindestens auffällig sein muß.
fassen; im Geistesleben alle Fragen der Erziehung und Ausbildung, der Wissenschaften und Daß durch die mineralische Düngung tatsäd11ich tief in die Pflanze eingegriffen wird, zeigen
der Künste; im Rechtsleben, im Rechtsstaat aber alle rechtlichen Beziehungen von Mensch zu Aschenanalysen bei verschiedener Zugabe künstlicher Düngesalze. (J. Ahr und Chr. NIeyer,
Mensch. Und die 3 Verwaltungen werden wechselseitig ihre Arbeit korrigieren. Audi in diesen Gerstensorten und Düngung, Datterer, Freising 1919‚) Es stellte sich merkwürdigerweise heraus,
Organisationen werden Kämpfe ausgetragen werden, aber es wird kein Raum sein für politisdie daß ungediingte Gersten im Sortenmittel 1,67% Rohasd‘re in dem einen Jahre und O,?8”j'u Reh:
Vergewaltigung und Unterdrückung, weil ieder das zu regeln hat, was ihm zukommt. _ asche in dem anderen mehr enthielten, als bei Volldüngung. Einseitige Düngung führte zur
Die Idee der Dreigliederung ist nid1t ausgedacht. Sie durchschaut und stellt dar, was in Luxusaufnahme. Man darf daraus wohl den Schluß ziehen, daß die gleichzeitige Verabfolgung
den sozialen Strömungen der Zeit mehr oder weniger unterbewußt lebt. Es
wegung der Bodenreform. Die Hoffnung aber würde trügen, mit den von ihr fur ein Einzel.-
inlebt auch
Be: der sämtlidrer „Kernnährstoffe“ die Speicherung teilweise verhindert hat. Nun ist noch zu bedenken,
daß einseitige künstliche Düngung schädigend wirkt, sei es auf den Ertrag oder die Qualität.
gebiet vorgesdtlagenen Maßnahmen eine Gesundung des an der Wurzel kranken sozralen Or.- Nach Ahr und Meyer hat Phophorsäure nur eine günstige Wirkung, wenn zugleich Stidcstoff
ganismus erreichen oder einleiten zu können. Wirksam eingreifen können nur Maßnahmen,
den ganzen Organismus aus den Notwendigkeiten der Zeit heraus umfassen. Nur durch Sie
die angewendet wird, nach V anha (Zeitsdirift für Landwirtsdtaftlidres Versuchs:Wesen in Österreich 1901)
erhöht die Phosphorsäure den Spelzengehalt, was eben qualitätssdaädigend ist. Kali bewirkt nach
kommen wir zum „Rechte, das mit uns geboren ist“, “**) Schiil (Landwirtsd'raftlidre5 Jahrbuch 1913) zwar Abnahme des Proteingehaltes aber auch der
*) a. a, 0. Bd. I. S. XVII. ’ Erträge, bei einseitiger Anwendung. Dietrich fand in seinen Untersuchungen (E. Dietrich, Neuere
**) „Mensch im Eisen“, Gesänge von Volk und Werk. Stuttgart 1923. Untersuchung über den Einfluß verschiedener Umweltsbedingungen auf die Ausbildung wertgebender
***) „Rythmus des neuen Europa“, Gedid1te. Jena 1921. .
M"“") Vergl. auch den Aufsat; in Nr. 22 des ooriäl1r. Jahrg. „Städtebau in Landesplanung“. _
Bestandteile im Gerstenkorn, Diss. Breslau 1927) keine wesentliche äußere Qualitätsverbesserung
Säirihleitung. durch Kali, Besonders gefährlidi muß aber, wie allgemein bekannt, eine einseitige Stickstoff:
düngung erscheinen, die neben Qualitätsversdilediterung die Meltaugefahr erhöht. Honecker (Pflanzen:
bau 8, 89, 1931) schlägt sogar vor, heute völligen Verzicht auf die künstliche Stickstoffdiingung
der Gerste zu leisten, was der biologisch:dynamische Landwirt freilich längst ridatig erkannt hat.
‚ «til ‚..

So sieht man, daß die kiinstlidten Nährstoffe einzeln stark verändernd auf die Aschenzu:
sammensetzung und schädigend auf ausgiebigen und qualitativ hochstehenden Ertrag wirken. in
ähnlicher Weise, wie sie (zugleich gegeben) heeintr'a'chtigend auf die Speicherung der Mineralien
wirken, schließen sie den schädlichen Einfluß gegenseitig teilweise aus, aber wirken immerhin doch
so störend auf das \Vadrstuni, daß die normale Aschenzusammensetzung verändert wird. Es
, __; .
ergibt sich daraus, daß die künstliche Düngung der Gerste iiberhaupt nur dann möglid1 ist, wenn Monatsschrift tür
„harmonisch“ gedüngt wird, d. h. durd'i gleichzeitiges Verabfolgen der Nährsalze die schädlichen
Einflüsse sich zum Teil aussdtließen können, \Wohin dabei die innere Qualität gekommen ist, biologiscßclyrramisclae Wirtschaftsweise
lehren die heutigen Brauerei:Erfalirungen. ftrüher Mitteilungen des landwirtschafilichen Versuchsringes
Fiir die Sortenwahl werden allgemein die bodenständigen veredelten Landsorten empfohlen. . der Anthroposophischen Gesellschaft)
Ahr und bfieyer hatten in ihren Weihenstephaner Versuchen besonders gute Erfahrungen mit der
Freisinger Landgerste gemacht, während die Danubia nicht das gehalten hat, was sie ihrer üblichen Allé Dachte vorbél'iéilfen. — Nachdruddverbotenl
Charakterisierung als trockenholde Sorte versprach, ln Nieder:Lausitzer Versuchen (2. Bericht über Herausgeber: Versudasring anthroposopl'xisdaer Landwirte in Deutschland e. V
die Tätigkeit des landw. Versuchsringes in der Nieder=Lausitz 'l928, Eichinger und Ebert) fiel sie Schriftleitung: Dr. B. Bartsch, Bad Saarow (Mark)
ebenfalls ab. Nach dortigen Ergebnissen muß Pflugs Extensiv für besonders trockne Verhältnisse Dipl.=lng. F. Dreidax, Bad Saarow (Mark)
empfohlen werden, für etwas bessere Lagen Heines Hanna und Egelfinger Hado, beides im Osten Geschäftsstelle. Dr, B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dostsdaedslconto: Breslau 36266
bekannte Sorten. Dies stimmt auch mit Berkners Angaben überein (Veröffentlichung der Landw.
Kammer für Nieder:Sehlesien Fl. 29, Breslau l829), wo Pflugs Extensiv und Danubia als trocken:
holde anspruchslose Sorten, lsaria, Heines Hanna und Heils Franken als feucht: bis trockenholde Nr. 5 Mai 1932 7. Jabra
Sorten mit geringeren Ansprüchen bezeichnet werden. ln rumänischen Versudten erwies sich
ebenfalls (W. Mader, Fr. Datzler, Pflanzenbau ?, 329, l931) Pflugs Extensiv und Danubia als
diirrefest und ertragstreu.
Neben der richtigen Sortenwahl, der ausschließlichen Benutzung der organischen Düngemittel
Wo stehen wir als heutige Wissenschafter?
und der geeignetsten Frud1tfolge stehen bei der Pflege noch Maßnahmen zur Verfügung. wie Dr, Chr. Staeblen
zeitige Aussaat und nidtt zu zeitige Ernte. Allein durch zu späte Aussaat kann der Ertrag um Aus der Fülle der Probleme‚ welche mit dieser Frage auf allen Spezialgebieten angesdrnitten
100% und mehr zurückgehen. Nach 1,Haberlandt (siehe bei Dietrich) brachte Aussaat werden, soll ein uns Wissenschafter aller Disziplinen Angehendes herausgehoben werden. Die
am April 291,3 Körnerertrag Zeit der restlosen Begeisterung für die Wissenschaft, vor deren Lehrstühlen frühere Generationen
t. Mai 177,3 Körnerertrag Lebensinhalte empfingen, ist vorüber. lm akademischen Nachwuchs wird stark empfunden und
15. „ 61,5 Körnerertrag. in einer zunehmenden zeitgenössrschen Literatur mit herber Kritik darauf hingewiesen, daß klares
Bei der Ernte ist zu beaditen, daß zwischen Mildt: und Gelbreif'e noch l4“‚la Trodcensuhstanz in Wissenschaftsdenken und Naturgeschehen sich nicht decken; daß zwischen beiden eine Lücke klafft,
die Körner wandern (siehe bei Dietrich). Durch solche natürlichen Maßnahmen lassen sich die deren Auswirkungen man in der heutigen \Weltkrisis zu spüren glaubt, und die auch das Wissen:
Erträge durchaus mit geringen Kosten auf eine ausreichende Höhe bringen, die aber in qualitativer schaftsgebäude selbst in seinen Fundamenten zu erschüttern droht. Statt an die akademischen
Hinsicht bedeutende Überlegenheit zeigen. & Dr. Renten Fachleute wenden sich immer weitere Kreise an ein Pfuschertum, das wir als dilettantisdt ablehnen;
ja die Wissenschaften selber haben sich auf die Suche nach Neuem begeben und beginnen

1Am
blethoden aufzugreifen, welche den berechtigten Ansprüchen an Exaktheit nicht entsprechen.
\
Landwirtssohn
29 Jahre alt, ledig, Mitglied der Anthr, Ges.,
Wie finden wir uns zurecht zwischen der Unzulänglidtkeit der exakten bisherigen Methoden
. und dem Dilettantismus der neuen, um weiter zu kommen, ohne selber zu Pfuschern zu werden?
W” senden Ihnen
auf.
Anforderung
k03tenlos unsere PreISIISte Uber
sucht zum 1. April oder später neuen Wir:
kungskreisin biol.:dyn.Wirtschaftsweise. Eine
Zu diesem brennenden Problem wollen wir versuchen dadurch beizutragen, daß wir die Genesis
der Zeitsituation skizzieren.
(

. Reihe nur guter Zeugnisse bestätigen eine bis: In der Geschichte der Naturwissenschaften ruht das Sdtwergewicht der Betrachtung immer
Baumschulartrkel her 12jährige praktische Tätigkeit in den ver: auf der modernen, das ist der mechanistischen und ted1nischen Entwidrlung. Die Art‚°wie alte
Autoren an uns herangebracht werden, erzeugt tatsächlich das Bild eines „dunklen Mittelalters“.

Obstbäume, Beerenobst, schiedensten Betrieben, zuletzt 2 Jahre in biol.:
R E dbZiergehölze,
Alleebäume, dyn. Wlfl5Chafl« Verwalter Uffmam’l, Und doch muß es eine oberflächliche und falsche Vorstellung sein, daß wir es erst heute „herrlich
osen, r ser
Koniferen,Spargllptlanzen.
anzen, . .
Grundhof:Rrschenau (Lippe)‚ weit gebracht“ haben, wenn man die Kulturhöhe der ia nodi unwissenschaftlichen Griechen und
Aegypter beachtet, deren Autoren uns nicht minder dunkel erscheinen.
Wi n cl sch utz- ‘
Akzeptieren wir‚ wenn auch zunächst nur hypothetisch, das Ergebnis der anthroposophischen
heskenpflanzen Junger Mann aus“ Landwirtschaft C;reisteswissenschaftz daß die Gesamtmenschheit eine Art Erziehung durchläuft, in deren einzelnen
Obersek.:Reife, gesund und kräftig, 17 Jahre Etappen jeweils bestimmte Seelen: und Bewußtseinskräfte zur Entwid<lung gelangen, so haben
Sämereien
Gemüsesamen
alt und dementsprechend mit allen landwirtschaft:
lichen Arbeiten vertraut, sucht bei Familienan:
wir die Erringung des „technisdten Denkens“ als eine historisch letzte Phase anzusprechen.
Während diejedod'i
Menschen früherer Zeiten in den \Veltzusammenhang eingebettet lebten, in einem
Blumensamen sdtluß Aufnahme auf mittlerern biolog. Gut _durnpteren, offeneren Zustande des Bewußtseins, welches noch korrespondierte mit Göttlidien
Kräften, wie sie sich z. B. in den Mythologien spiegeln was man heute oft das magische Be.—
#

Gladiolen, Dalien zunächst als Knedtt. Angebote an Gutsbesitzer


Gartengeräte Vogelsang, Drei binden bei Luckau N.,—L. wußtsein nennen hört
— so trat ein grundlegender Bewußtseins:Umschwung im 15. Jahrhundert
ein. Sdion in der griechisdqen Philosophie kann man auf der Linie Heraklit:Aristoteles verfolgen,
H. Jungclaussen
G, m. b“ H'
;;

Suche
für mich und meine Schwester einen Wirkungskreis,
wie die geistigen Inhalte allmählich aufhören unmittelbar aufgenommen zu werden. Es schließt
sich langsam eine Tür zwischen dem sich entfaltenden Menschenverstand und der geistigen Welt,
,.’3 hierdurch das damalige Zeitbewußtsein dazu disponierend, seine Verstandeskräfte an der physischen
Frankfurt- Oder 37
,
indemwirunsindiebiologisch-dynamischeWirtschafts-
weise einar‘beiten können. Wir haben beide 3jährlge Außenwelt zu betätigen. Wie stark diese DispoSition gewesen sein muß, das läßt die ungeheure
|Baumschulen, Samenkulturen landwirtsch. Praxis. Meine Schwester möchte sich be- \Virkung von Kopernikus' Tat ablesen,
.
V sonders noch in der Saatgutbehandlung ver. Sachlich ist die Verlegung des Koordinaten:Mittelpunktes fiir die Gestirnsbewegung von der
‘ vollkommnen. Angebote erbeten unter R. F. an die Ge:
sdtäftsstellc. Erde auf die Sonne, wie sie Kopernikus vollzog, fast belangslos; man rechnet ja heute noch
Buchdrudrerei Bruno Scheuer, Breslau 5. Gräbschenerstr. 58.
33
*

„q»_>‚

großer Denker und Gedanken bis in die Gegenwart bildend; und die ganze zivilisiertc Menschheit
Kalender nach der alten Art Tycho dc Brahes. Aber dern blenschenverstande war mit dem helio: hat im naturwissc‘nschaftlidaen Streben ihre Seelenstruktur grundlegend geändert. \Wir erreichten
zentrisdien System ein äiußeres Objekt vorgeworfen, an welchem sich das Bewußtsein aus dem damit unseren heutigen cmanzipierten Standpunkt gegeniiber der Natur, deren Totes wir erkennen
„magischen“ \Weltenzusammenhang herausemanzipierte. Eine neue Tiir sprang auf; der mensch: und ted-misch produktiv gestalten können.
liche Verstand drängte hinaus in die sinnliche Welt, um sie sich erkennend zu erobern, Ein Er: Wiederum muß sich heute die Seelenstruktur ändern, wenn wir die bisherige intellektualistisdae
oberungszug, der ihn führte aus einer \Welt vergangener geistiger Realität heraus, die ihn einst Erkenntnis iiber die imaginative exakt weiterführen wollen in die höheren Erscheinungsformen der
umhiillt hatte, in eine abstrakte Außenwelt hinein, an der der Mensch ein selbständiges Bewußt: Natur. Dieses Erkenntnisstreben besteht nicht im Aufnehmen einer neuen Theorie, sondern es
sein entzünden konnte! setzt innere Arbeit voraus, zu welcher uns befeuern kann ein besonnenes Durchmustern der \W’elt:
Schnell breitete sid1 das neue \Weltgefiihl eines überschaubaren Gestirnssysterns, ferner einer situation und ihrer Nam.
umsegelbaren Erdkugel aus, aber zugleich blieb lange noch etwas, wie ein Festhalten an der Unsere heutige Zeit drängt nach dem bewußten wissenschaftlichen Ergreifen der geistigen,
Heimat: Newton, der mit der Gravitation ein Masdiinenhafte5 in das \Weltgeschehen hineindachte, seelischen und lebendigen \Welt, Die wissensdiaftlidie Entwicklung der vorausgegangcnefi Epoche
er sprach als alter biann den Raum als Sinnesorgan, sensorium, Gottes an; ein starkes Bedürfnis steht im Begriff in diese Gebiete exakt hinaufgefiihrt zu werden: mit Goethes Urpftanze, mit
wenigstens einen gemiithaften kosmischen Zusammenhang zu wahren, finden wir bei den Al: Rudolf Steiners fundamentaler Erkenntnis des dreigliedrigen menschlichen Organismus sind die
chemisten, in deren Transmutationen ein kultisches Element zu leben scheint.
ersten Etappen der neuen Epoche zurückgelegt,
Aber auch hier hatte das Geistige sich zurückgezogen, und Erkenntnisgewißheit konnte nur:
mehr das überschaubare Experiment dem Verstande liefern, weswegen erst Lavoisiers quantitative
Methode eine moderne Chemie begründete, in der der bewußte Mensch experirnentierend und
theoretisierend der Natur gegeniiber trat und ihr seine Fragen vorlegte.
Unter schweren Kämpfen hat sich die Menschheit ihr \Wissenschaftsbewußtsein an der Außen:
welt errungen und bis auf den heutigen Tag ist es ein Torso geblieben. Aus dem weiten Um: Mondbeachtung
kreis der Außenwelt trennten Konziliarbeschliisse die Gebiete des Seelenlebens als kirchliches J.Voegele
Reservat ab; die ohnehin nicht mehr unmittelbar spred1ende geistige Welt wurde durch das Konzil Der Streit um den Einfluß des bfiondes auf die Lebewelt der Erde ist nicht mehr jungen
zu Konstantinopel auch als wissenschaftlidres Objekt wegdekretiert; und übrig blieb als Tätigkeits: Datums. Er hat allerdings einige Jahrzehnte hindurch geruht, denn die aufgeklärte Nienschheit
feld die physische Außenwelt, an deren Erforschung das wissensd1aftiiche Werkzeug gestählt der materialistischen Epoche war über die mittelalterlichen Anschauungen restlos hinwe«fgeschritten.
wurde. Die Kluft zwischen Wissen und Glauben war damit aufgerissen und sie wurde als eine Vor zwei«dreihundert Jahren glaubten noch weite Kreise an merkwürdige Einflüsäe, die der
Art befestrgter Grenze um die \Wissensdraft herumgezogen, eine Grenze, die uneinnehmbar be: blond bei allen möglichen und unmöglichen Hantierungen des Mcnsdien ausüben solle, Dem
festigt wurde durda Kants Untersuchung des \Wissens, welche er seiner eigenen Äußerung nach wissenschaftlich Geschulten war es zumeist leicht, von altem Wissen abgeirrte, oft Groteske Mei:
angestellt hatte, um für den Glauben Platz zu gewinnen, und durch die Errichtung des Unfehl: nungen als Aberglauben aufzudeckcn. Es widerlegte sich bei unbefangener Beobäditunö Vieles
barkeits:Dogmasl von selbst und bald wurde der blond fiir recht bedeutungslos gehalten, D

Streng beschränkt auf die anorganische Außenwelt entwickelte sich das moderne \Wissensdrafts: Eine besonders tiefsdaiirfende Frage ist es gewiß nidit, wenn man frägt, ob der Standpunkt
denken; und heute besitzen wir in ihm das Präzisions:lnstrument, welches uns die technische Ent:
wicklung besdieren konnte, An der Erforschung der physischen \Welt wurde dieses lnstrument des Mittelalters, oder der andere Standpunkt, welcher an keinerlei Mondeinfliisse glaubt, wissen:
ausgebildet und nur für diese ist es geeignet. Wir besitzen heute, könnte man sagen, noch keine sdiaftlicher sei, Braucht man doch wenig Wiitz, um zu sehen, daß es sich in beiden Fällen um
ein unzulängliches „Glauben“ handelt. \War der erste Standpunkt gewöhnlich ein „Abero‘lauben“
Natur: sondern erst eine Mortur:W'issenschaft, eine \Wissenschatt des Toten, Gewordenen, nid'it so ist der letzte doch nicht mehr als ein „Unglauben“. Das Gefühl der Überlegenheit {‚über die
aber des W”erdenden, Lebendigen.
Und greift dieses Maschinen:Denkinstrunient Gebiete an, die ihm naturnotwendig verschlossen Menschen des Mittelalters hatte die Jüngeren vielfach dazu verführt ihren „Unglauben“ für \Wissen
zu halten. Damit waren sie so unwissenschaftlich wie jene. Sie ignorierten, ohne sich geniioende
sind, dann muß es hier ins Chaos fiihren; obgleich die Gedanken „logisch“ und „richtig“ vorstoßen,
decken sie sich nicht mit den „wirklidien“ Tatsachen, wie wir das über die ganze Welt hin in der Berechtigung dazu versdiafft zu haben und wurden in diesem Punkt l6noranten. Die Älteren
waren meist Phantasten. D
.
sozialen Krise hart spüren, wie wir es aber auch in allen nicht rein technisd'ien wissenschaftlichen
Disziplinen bemerken, wo wir aus einem synthetischen Denken in ein spekulatives abgleiten. Durch mancherlei Beobachtungen ist neuerdings der Streit um den biondeinfluß wieder le:
Diese Situation durchschauen, heißt unseres Erachtens nach einer Vervollkommnung des Denk: bendig geworden. So gibt es zur Zeit neben denen, die einen Einfluß auf das Pflanzeinvadistum
Instrumentes suchen. Dieses Suchen ist im deutschen Geistesleben ja schon vor unseren Tagen leugnen, viele, die aus astrologischen Neigungen Altes wieder aufzuwärrnen versuchen. Weder
#

aufgetreten. Schon die sogenannte idealistische Philosophie strebt weg von einer Wissensdaaft die Einen noch die Anderen werden dem wissensdraftlichen Bewußtsein gerecht. Außer den
—«

Genannten gibt es jetzt eine Reihe von blensdien, die das Versäuninis der Ersten nachzuholen
des nur Anorganischen zu einer Erfassung des ganzen Menschen als desienigen Naturobjektes,
welches Kreuzungspunkt aller Naturerscheinungen ist, einschließlich der geistigen, der seelischen beginnen, indem sie fiir das „Fiir und Wider“ den wissensdraftlidren und praktischen Nachweis
erbringen und mit den Erfahrungen ihrer Versuche an die. Öffentlichkeit treten, Uber die Re:
#

und der lebendigen. Schon hier wurde eine Weisheit vom Menschen, eine Anthroposophie gefordert.
Kopernikus schuf den Bewußtseins:Angelpunkt, von welchem die Erforschung der sinnlichen sultate solcher im Zusammenhang mit der biologiscl'r:dynamischen Wirtschaftsweise andestellten Ver:
\Velt ihren Ausgang genommen hat; und einen „Kopemikus der organischen Welt“ nennt Rudolf suche ist in diesen Blättern und in anderen Veröffentlidiungen mehrfach geschrieben° worden. Es
Steiner den Naturforscher Goethe. Goethe untersudtte an den Lebewesen nicht mehr den Zellen: hat sich jedenfalls experimentell ergeben, daß dem Mond in der Tat eine sehr beachtliche Wirkung
Mechanismus, sondern er suchte und fand eine Betrachtungsweise, welche der Eigenart des Or: auf das Pflanzenwachstum zuzusprechen ist,
ganismus angepaßt ist. Man muß beachten, daß seine Urpflanze keine neue Theorie war, sondern das
Ergebnis einer neuen Erkenntnisßdethodik und als soldie3 die Etappe eines Kurswechsels der \‘Vissenscl'iaftliche Arbeiten über den Mondeinfluß auf das Pflanzenwad‘rstum kannte ich vor
wissensd'raftlichen Erkenntnis!

10 Jahren nod1 nidit‚ Die herrschende Zeitmeinung war damals selbstverständlich auch die mei:
Goethes Methode taurnelt nicht mit theoretischen Vorstellungen hinter dem Experiment her, nige. Daß mit dem Mondwechsel sehr häufig eine Anderung des \Wetters vor sich geht, war
um hinter der sinnlid1en Welt eine zweite ausgedachte \Welt sinnlid1er Mechanismen (Atome etc.) allerdings eine von mir oft beobachtete Tatsache, aber anzunehmen, daß ein Einfluß auf das
zu erfinden; sie hinterlegt nid1t die gegebene Erfahrung mit einer Folie beredienbarer kleiner Pfianzenwachstum vorhanden ist, lag mit völlig fern.
Maschinchen. 'Dieses wuchernde Denken stoppt sie ab, ordnet die Phänomene und läßt diese Seinerzeit lernte ich einige ältere Bauern keimen, die sich bei der Getreideéaat nid1t nur nach
der Beschaffenheit des Bodens richteten, sondern oft unverständlich lange mit der Saat warteten
selbst das Urphänornen aussprednen,
Sein „Lesen der Erscheinungen“ erfordert eine gewisse innere Subtilit'zit, innerhalb welcher und später säten. Auf mein Befragen nach dem Grund ihres Verhaltens erhielt ich zunächst
sich „Geist:0rgane“ als neue Erkenntnis:lnstrumente so entfalten und betätigen können, daß deren ausweichende Antworten, Die Bauern wollten offenbar mit der Sprache nicht heraus, Bald je:
Ergebnisse zu klar übersd'iaubarer Erkenntnis:Gewißheit führen,
Als Kopernikus die Wege zur Erforschung der sinnlichen \Welt als erster beschritt, folgten
ihm aus der Disposition der Zeit heraus die wissenschaftlichen Menschen, eine kontinuierliche Reihe
Mond im Zusammenhang mit der Aussaat hielten. „Es wächst besser“ _
doch glaubte im den Grund selbst entdeckt zu haben und so frug ich die Bauern, was sie vom
meinten sie, „wenn
‚__— _?

‚R_L‚

man um den Vollmond herum sät“, ldi war unglliubig, aber weil redit erfahrene und ernst zu Nun wird häufig der Einwand gemacht, daß namentlich größere Betriebe die Aussaat dann
#

nehmende Landwirte darunter waren, die nicht mit Borniertheit, sondern auf Grund von Er: vornehmen müßten, wenn es die Zeit und der Zustand des Bodens zulasse; auf die wenigen
fahrungen ihre \Wirtsdiaften besorgten, sah ich midi dodi veranlaßt dcr Sadie nachzugehen, Tage vor dem Vollmond könne dabei keine besondere Rüd<sicht genommen werden, Dieser
#

Die biöglid‘rkeit Versuche anzustellen, lag vor und ich wählte, um ein gutes Kriterium zu Einwand hat zunädi$t eine gewisse Berechtigung, aber er ist dod1 meist aus einer unzulänglichen
haben, die zwei extremsten Mondstellungen. Eine Roggensaat wurde am Tage des September: Einstellung gegenüber den Notwendigkeiten des pflanzenwachstums gemacht.
neumonds und eine am folgenden Vollmondtag vorgenommen,
#

Weder beim einen noch beim Die Landwirtschaft erfordert ein organisch=lebendiges Denken. Leider wird dies von unserer
anderen befriedigten Wachstum und Ernteerti‘ag. Wesentliche Unterschiede ergaben sich zwischen heutigen Zeit und unserer heutigen Bildung so wenig wie möglidi gefördert. Man beurteilt und
den beiden Versuchsstiideen nicht. ldi stellte nur fest, daß die Aussaaten, die auf anderen Feld: betrachtet gerne alle Dinge von einem einzigen Teil aus und bekommt dann zu dem und jenem
stüd<en mit ähnlichen Voraussetzungen aber an Tagen, die zwischen dem Neu: und Vollmond seine absolute „Ein:Stellung“. Aber eine „Ein:5tellung“ erfaßt bestensfalls das Tote. Das Le:
liegen, gemacht worden waren, wesentlich günstiger abgeschnitten haben. Fiir schien der Versuch bendige verlangt von der Ganzheit, sowie von vielen Stellungen und Standpunkten aus beurteilt
wenig gut für die Ansicht der Bauern ausgefallen. zu werden. Wer es gegenüber dem Mondeinfluß auf das Pflanzenwachstum nur zu einer
#

Das nächste Jahr (1924) brachte den landwirtsdmftlichen Kurs Dr. R. Steiners. Im Verlauf solchen „Ein:Stellung“ bringt, läuft allerdings Gefahr sich von der Bedeutung des Aussaattermins
desselben war unter anderem audi die Frage des Mondeinflusses auf das \Wachstum zur Sprache 2 Tage vor Vollmond mehr als billig faszinieren zu lassen. Bei der Übertragung der Versuche
gekommen. \Wir Teilnehmer erfuhren, daß die Mondenkräfte nidit, wie ich angenommen hatte, auf die Praxis handelt er dann, als ob das Wad15tum allein von der Mondstellung zur Zeit der
Aussaat bedingt würde. Gegen eine solche Auffassung wehrt sich dann das gesunde Gefühl
#

von der größeren oder geringeren liditbe5chienenen Fläche des Mondes abhängen, sondern sidi rnit
des Praktikers. Mit Recht; denn ein solcher Standpunkt ist eine grobe Verkennung der feinen
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der zu.- bezw. abnehmenden Bewegung des Mondes änderten und außerdem mit der Feuchtigkeit
der Erde in Beziehung Ständen. Die positive \Wirkung auf das \Vadistum läge in der Zeit kurz und komplizierten Wachstumsvorgänge. Von vielen Faktoren, die zusammenwirken müssen,
#

nadi Neumond bis kurz vor Vollmond. ist der Mondeinfluß während der Aussaat nur ein einziger. Das Lebendige fordert alle zu be:
#

denken, Nicht minder wichtig für die zu säende Pflanze ist die Beschaffenheit des Saatgutes, des
Voll: und Neumond selbst schien nadi den Angaben ziemlidi indifferent zu sein, sodaß
Bodens, die Düngung, die passende Jahreszeit usw.
demnada mein erster Versuch so ungünstig wie möglich angestellt gewesen wäre. Jedenfalls
#

mußte die Angelegenheit weiter untersucht werden, Im Verfolg ergaben sich bei Getreide audi Nehmen wir an, es soll Sommerweizen in einer Gegend mit kurzer Vegetationsperiode ge:
bald braudibare Resultate; sie bestätigten die Angaben R. Steiners. sat werden. Der Vollmond falle beispielsweise auf den 20, März. Das Frühjahr setze nicht zeitig
ein und der Zustand des Ad<ers ließe vor dem Märzvollmond keine Aussaat zu. Mit dem
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Die Freilandversud1e erfuhren in der näd15ten Zeit eine solid fundierte Bestätigung durch die 21. März ändere sich die \Witterung und am 2:7. März könne mit der Frühjahrsbestellung begonnen
Veröffentlichungen der Arbeiten von L. Kolisko über die Einwirkung des Mondes auf das Pflanzen:
werden. Nun ist abnehmender Mond. Wollte jetzt der Landwirt mit seiner Weizensaat
# #

wachstum. Gerade diese in vielfacher Wiederholung ausgeführten Versuche bei \Weizen und
Niais haben zweifelsfrei nadigewiesen, daß bei gleichbleibender Feuchtigkeit durch eine Aussaat bis Nlitte April warten, um die Vollmondwirkung zu nutzen, so würde er mit größter Wahr:
in zunehmender Mondpliase und zwar zwei bis drei Tage nach Neumond, sich steigernd bis zwei scheinlichkeit einen Fehler machen. Die dreiwöchige Verzögerung der Saat wird in diesem Fall
Tage vor Vollmond, eine \vadistunisfördei'nde'Wirkung erzielt wird. Diese Tatsache kann auf durch den günstigeren späteren Mondeinfluß nicht weit gemacht werden können. Sommerweizen hat
Grund der genannten und audi anderer Versudasergebnisse mit voller Verantwortlidikeit in Gärt: eine verhältnismäßig lange Entwicklungsdauer. Trägt ihr der Landwirt nidit Rechnung, so wird das
nerei und Landwirtsdtaft zur praktischen Nutzanwendung empfohlen werden. Versäumnis meist stärker ins Gewicht fallen, als die Achtsamkeit auf den Mond förderlidi wäre.
Weitere Versuche ergaben, daß die Niondwirksamkeit in engem Zusammenhang mit dem Trotz günstiger Mondzeit im April bringt der später gesäte Weizen gewöhnlida einen geringeren
Ertrag. Anders bei Gerste und anders insbesondere bei Hafer, die eine etwas kürzere Vege:
#

\Y/ässrigen steht. Aussaaten während Trockenperioden brachten die wachstums: und ertrags:
#

tationszeit haben. Sie werden bei gleich guter Bodenbeschaffenheit auf die Aussaat während der
steigernde \Wirkung nicht, auch wenn der zunehmende Mond berücksichtigt wurde. Es lieferte
#

günstigeren Mondphase im April dankbar antworten. Sie werden einen besseren Ertrag liefern,
z.B. zwei Tage vor Vollmond in trockenen Boden gelegter Weizen im Versuchsgarten 19,40 Ztr. als wenn sie zeitiger aber zu ungünstiger Mondstellung gesät sind.
pro biorgen. Am Vollmondtag fiel Regen. Zwei Tage nach Vollmond also vier Tage
# # #

später als der erste


#

aber nun in feuchten Boden gesäter Weizen lieferte 20,90 Ztr. pro Nlorgen. Fanatisch ein einzelnes WadiStumSge$dz einseitig betonen, bringt dem Landwirt Schaden.
Die Beziehung und Abhängigkeit des Mondeinflusses rnit dem Feuchten konnte immer wieder Muß er doch stets sämtliche Wachstumsfaktoren gegeneinander abwägen und gewissermaßen die
konstatiert werden, so daß auch daran heute nid'it mehr gezweifelt werden braucht. Zeit des Gleichgewichtszustandes herausfinden, in welcher er das günstigste Zusammentreffen
möglichst vieler vorteilhafter Saatvorbedingungen vermuten darf, Fast für jeden Einzelfall wird
#

Nlancher alter Bauernsprudi gibt den Rat, die Aussaaten in zunehmender Mondphase vor: dies anders liegen, Weil es im Lebendigen keine Schablone gibt, muß in solchen Dingen der
zunehmen. Einige davon wollen wissen‚ daß die oberirdisch fruditenden Pflanzen günstiger in Landwirt dem Künstler näher stehen als dem Handwerker.
zunehmender Phase‚ die unterirdisch fruchtenden aber besser in abnehmender Phase zu säen Ob im Großbetrieb auf die Mondphasen Rüd<sicht genommen werden kann, hängt ganz
seien, # Die erstere Behauptung wird durch die Versudmergebnisse bestätigt.
von dem Wollen und Können des Betriebsleiters ab. Schon im Januar weiß er, an welchen
#

Versuche mit Rüben, Rettid-ren, Karotten, Kartoffeln von L. Kolisko durchgeführt Tagen im kommenden Frühjahr die Vollmonde der verschiedenen Monate sind. Er stellt sich darauf
# #

ergaben, daß audi unterirdisd-r fruchtende Gew'adise bei zunehmendem Mond ausgesät, die größere ein und bereitet den Betrieb und den Acker vor. Kommt dann ein günstiger Zeitpunkt, so kann
Saftigkeit und Wässrigkeit, sowie den größeren Ernteertrag lieferten. Daraus geht hervor, daß er alle Kräfte zusammenfassen und die Saatarbeiten aufs äußerste forcieren. Werden Überstunden,
es nicht angängig ist, alte Überlieferungen ungeprüft zu übernehmen. Die Möglidikeit ist zu auch Futterzulagen an das Gespannvieli nicht gescheut‚ so kann er unter Umständen in acht Tagen
#

groß. daß sich bei der mündlichen Weiterverniitilung der Bauernregeln Ungenauigkeiten und Ver: dieselbe Flädie ordnungsmäßig besäen, zu der er sonst 14 Tage benötigt. Konnte er wenige Tage
drehungen eingeschlichen haben. Jedes einzelne Problem muß deshalb auf eine durch Versuche nach dem Neumond beginnen, so hat er, ehe der Mond voll wird, zu mindest die wichtigsten
genügend fundierte Basis gestellt werden. Das Problem des sogenannten obsi und nidsi gehenden Früdite in den Boden gebracht.
#

Mir gelang es jedenfalls im Großbetrieb schon mehrfach sämt:


Mondes bedarf so z, B. noch der Untersuchung. Bei Leguminosen zeigten in wiederholten lid1es Getreide in den mir wünschenswert erscheinenden Mondphasen auszusäen.
#

Fällen die Versuche, daß Aussaaten in zunehmender Mondphase erheblich üppigere Stengel: und Heute weiß jeder, daß es auf den halben oder vollen Zentner 1‘dehrertrag pro Morgen an:
Blattentfaltung brachten als die Aussaaten in abnehmender Phase. Erstere blühten in kurzem
#

kommt, welcher ohne Erhöhung der Aufwandskosten erzielt werden kann. Die richtige Mond:
#

Zeitraum ab, letztere dehnten die Blüte über längere Zeit aus, d. h. es setzten immer wieder neue beaditung vermag einen solchen Mehrertrag zu bringen und es ist deshalb an der Zeit, die be:
Blüten an, so daß die Ernte zwar einen geringeren Strohertrag, aber einen höheren Kornertrag reits vorhandenen Forsdiungsergebnisse über die Einwirkungen des Mondes bei der Aussaat so
lieferte, Sofern die3e Erscheinung durch weitere Versuche bestätigt wird, so wären Legu:
#

weit als irgend angängig zu berücksichtigen und in die Praxis iiberzuf'u'hren.


minosen zu Grünfutterzwecken in zunehmender, Leguniinosen, die zur Körnergcwinnung angebaut
werden, in abnehmender Mondphase auszusäen,
Bei den künftigen Arbeiten wird sich bestimmt noch manche Feinlieit und Differenzierung
bezüglich des Mondeinflusses herausstellen. Die Grundlinien jedoch liegen heute bereits fest;
sie richtig in die Betriebsführung einzuordnen, steht als Aufgabe vor den Gärtnern und Landwirten,
‚57 ‚.

fit}
# #

Unter unseren Kulturpflanzen finden wir als Vertreter der Rosettenpflanzen die blohrriibe welche
Der Klose! und seine Bedeutung für die Landwirtschaft auf sand1gen Böden bei geniigendeni Humusgehalt vorzüglich gedeiht, weniger auf
ferner_dre Zuckerriibe und deren Verwandte, weldie urspriinglidi in der Salzsteppe beheimatet
Tönböden
wat
Dr. N.Remer und die heute nodi in Küstenländern hauptsächlich auf der sandiüen Geest gebaut wird nicht aber
Der Kiescl tritt in Form des Sandes besonders auf den ostdeutschen Böden als boden: auf dem schweren biarschboden. &
,
bildender Bestandteil hervor. Diese Böden, weldie den ehemaligen Gletschern vorgelagerte Sand: Auf ähnlidieg Pflanzengestaltungeii treffen wir im Gebirge: Carlina acaulis (Eberwurz)
'

und Schotterflächen darstellen, durchziehen heute als magere Sandflädien in einigen breiten Streifen
Nordostdeutschland. Dein Charakter des Bodens gesellt sich der des Klimas hinzu. VVohl wird anula acaulis, Gentiaria acaulis, Globularia iiudicauli3. In dem \Wort acaulis:stengellos liegt

Deutschland nahezu gleichartig von den vom atiantisdten Ozean herüberwandernden Zyklonen be: bereits derBezeichnung
die für das gestauchte Wachstum. )’Iit der oberen Baumgrenze beginnt
hoffen, die im Sommer Regen bringen; jedoch der Osten des Reiches unterliegt stärker dem Zahl
die mit
oberirdischen
wintergrünen Blattrosetten ausgestatteten Pflanzen ihren Höhepunkt
zu erreidien. 7) Unsere Steingärten bieten die Möglidikeit die Gestaltbilduiig dieser Alpenpflanzen
Einfluß des asiatischen Kontinentalklimas, da er sich in breiter Linie an die sarrnatische Ebene zu beobaditeh. Es handelt Sidi in diesen Gebieten um Lichtkräfte, die sich der Pflanzendecke
anschließt. In der Vegetationszeit überwiegen kontinentale Hitzwellen und infolge geringerer Be: als vorwiegende Quelle der Bildekräfte darbieten.
wölkung stärkere Lichteinflüsse. Im \Vesten nehmen die Meereseintlüsse zu, die Sidi in aus:
geglicheneren Wärmegraden und höheren Niedersdalägen bemerkbar machen. Auf die Natur: Die vergleichende pflanzengeographische Betrachtung lehrt mithin, daß der Sand, also Kiesel
elemente bezogen, wie sie die alten Griechen auffaßten, haben wir im Westen ein Vorwiegen des
der Pflanze spez1ell die Liditkräfte auf irgend eine \Veise zuführt. Daß die Liclitkräfte den
ost:
Elementes des Flüssigen, oder geisteswissensdiaftlich gesprodien: des chemischen Atliers. Im deutsdien
_Es
Sandpflanzen
uberw1egen
besonders zur Verfügung stehen, zeigt sich audi im Klima Ostdeutschlands.
in diesem die Lichtkräfte und dazu die Winterkräfte, die audi im Gebirge und
Osten herrschen mehr Licht: und \Wärmeätherkräfte. Die Betrachtung der versd1iedenartigen Kräfte: in der
Arktis stark wirksam sind. Solche unter dem Einfluß der Lichtkräfte stehende Pflanzen
verteilung, also das Vorherrsdien des chemischen Äthers im \Vesten, des Licht: und \Y/ärnie:
äthers im Osten führt durch wetterkundliche, erdgesdiidithche und völkerkundliche Studien hindurdi werden hart und widerstandsfähig. Viele alpine Pflanzen unterscheiden sich von ihren Doppel:
zu einer umfassenden Geographie der Bildekräfte. 1) gangern benachbarter Florengebiete dadurch, daß sie mehrjährig sind im Gegensatz zu den ein:
Die einseitigen Verhältnisse in Klima und Bodenzusammensetzung stempeln den Osten
jährigen Formen tieferliegender Floren. 9) Ferner entwickeln die Pflanzen unter stärkereni Einfluß
der I.1chtlrrafte ein kräftigeres \Wurzelsystem, wie das auch an den im übrigen mit Faserwurzeln
Deutschlands zu einem kärglichen Roggenland, dessen Erträge deutlich unter Reidisdurdismnitt ausgestatteten Getreidearten bei Zuchten östlicher Anbaustellen beobachtet wurde. 9) ‘
liegen. 2) Der \Weizenbau wirft nach eingehenden wirtsdiaftsgeographischen Feststellungen nur in
Danebenentwickeln diese unter dem Einfluß vorwiegender Liditkräfte stehenden Pflanzen
'

den angrenzenden Lößgebieten und Stromtälern einen Ertrag ab.


Günstiger steht die Kultur der Kartoffel, die nur ‚an die Wärme während der \Wachstums:
eine hohe innere Qualität, die in der Würzigkeit der Alpenpflanzen sehr deutlich wird, die aber
zeit gewisse Anforderungen stellt, sonst aber bei gleidi geringen Boden: und \Wasserverhältnissen auch der spärlidren Ptlanzendecke der Polar:Landsdiaften
dortigen pflanzenfressenden Tiere werden durch
zugeschrieben werden muß. Denn die
die Aufnahme dieser Pflanzen zu den hohen
wie der Roggen gedeiht. Durch Brennerei und Schweinchaltung konnten bisher zumeist die über: physmlogischen Leistungen befähigt, die zur Überwindung des harten Klimas notwendig sind.
sd1üssigen Kartoffeln eine leidlidie Verwendung finden.
Dasselbe finden wir bei den Wüstentieren, denen eine äußerlidi scheinbargleid1 ähnliche Nahrung
Die Richtlinien, die der VUirtschaftsgeograph von heute der ostdeutschen Landwirtschaft zur zur Verfügung steht. Die erstaunlid1en Leistungen des Kameles werden nur durch die \Vüsten:
Zeit empfiehlt, sind etwa folgende: pflanzen und zwar besonders durdi das Kamelskraut (Alhagie camelorum) ermötdid1t das zum
Keine Koniunkturwirtschaft im Sinne einer VVeizenänbaupropaganda, sondern Roggen: und Gede1hen der Kamele unbedingt erforderlich sein soll. “‘) ’ D

Kartoffelerzeugung und deren teilweise Veredlung durch Mastbetrieb, Im übrigen wird nur auf Zu einer anderen Formgebung bringt es die Pflanze dort, wo der Kiesel von ihr aufge:
die ärmlidien Bodenverhältnisse des Ostens hingewiesen. nommen wird. \Vährend Wasserpflanzen sonst stark in der Flädie entwickelt sind, schwammige
Innerhalb der biologisd1:dynamisdten Wirtsdmftsweise kommen aber hierzu noch einige neue Stengel und große Blätter aufweisen, wie Nymphaceen, Arongewädise, Sdilaiigenkraut, Knöterich:
Gesichtspunkte. Bei genauerer Untersuchung der gegebenen Naturgrundlage kann man nidit ohne gewadise, bewahren im W’asser vorkommende Gräser ihre eigentümliche linienhafte Gestalt, was
weiteres nur von dem minderwertigen Sand sprechen, der sich seinem Charakter gemäß nicht bei der Vielzahl der Fälle in Beziehung zu dem hohen Kieselgehalt zu bringen ist. So bewahrt
wirtsdiaftlich ausnutzen lasse. Man hört zwar heute in rühmlichen Ausnahmefällen wieder von audi der Reis, der einen hohen Kieselgehalt aufweist, entgegen der Wasserwirkung eine feine
„der ungeheuren Kraftansammlung, welche der Sandboden aller sandfähigen Kreatur aufnötigt“ 3)
und „der spezifischen Aromabilduiig der Sandtlora“ "), aber im allgemeinen wird bei den Sand:
Gestalt und hohe Nährkraft. Die Sauergräser, die Gräser des sumpfigen Bodens, bewahren mit
Hilfe des Kiesels ihre Grasnatur, weisen sogar in ihren dreied<igen Stengeln deutlidie Abbilder
böden meist nur auf den Mangel an Bodennährstoffen und die einseitige physikalische Beschaffenheit der durch Kiesel vermittelten Lichtkräfte auf. “)
des Bodens hingewiesen, Die Beziehungen zwisdien Sandboden und Pflanze wurden nur selten Beobaditungen an verschiedenen Pflanzen ergeben, daß die Kieselwirkung das untere Stengel:
näher untersucht. König 2. B. äußert Sidi: „Immerhin ist die Frage der Wirkung von Kieselsäure
im Pflanzenhaushalt durd1aus noch nicht geklärt“. 5) '
wadistum gewissermaßen in die Wurzelregion zurückstaut und verdichtend auf das Wurzelwadistum
ernwirkt, aber in den oberen Teilen der Blattregion eine feine Struktur hervorruft, die sich am
Die oben angeführten Arbeiten sind eigentlich erst wieder die Anfänge dieser Frage näher: Schachtelhalni, an Spargel, der ebenfalls eine Sandpflanze ist und an Heidekrautgewädrsen be:
zutreten. Die Bedeutung des Sandes, der ja eine Form der festen Kieselsäure ist, besteht nicht
allein in der Fähigkeit dem Boden eine lockere, durdtlässige Beschaffenheit zu geben; der Kiesel
sonders deutlidi verfolgen läßt. Die in dem Aufbau äußerlich hervortretende Verfeinerung greift
bis in das Innerste der Pflanze, bis in die Durchformung der diemi$dien Bestandteile und kommt
nimmt, wie sich bei näherem Zusehen zeigt, noch andere wichtige Aufgaben für sich in Anspruch. in der hohen Qualität der unter Kieseleinfluß stehenden Pflanzen zum Ausdruck. Dem Landwirt
ist die Gesundheit der Kartoffel vom Sandboden bekannt. Viele Gärtner nehmen gerne ihr Saat:
In der Gestalt der Pflanzen, \veldie auf Sandboden gehören, läßt sich beobachten, daß sich
die Wurzel häufig als Pfalilwurzel ausbildet, während das StengelwadiStuni verkürzt ist, vielfach gut von Pflanzen, die auf Sandboden herangezogen sind.
sogar der oberirdische Pflanzenteil zu einer Rosette gestaucht ist. Eine deutlid1e Pfahlwurzel finden So lehrt die lebendige Ansdmuung der Pflanze und ihrer Umwelt, daß der Kiesel der
wir bei jenen Leguminosen, welche besonders auf Sandboden gedeihen wie Lupine, Serradella, Pflanze gestaltende und qualitätsfördernde Lichtkräfte vermittelt. Aber es ist audi bereits möglidi
Steinklee, Sandluzerne, obwohl gerade die Sdimetterlingsblütler gerne zur Ausbildung einer Faser:
wurzel neigen. Zur oberirdisdien Gestalt der Sandflora äußert Gräbner“): „Die Xerophyten
den naturwissensdraftlidten Beweis dafür anzutreten, daß der Kiesel ein Liditverniittler ist der
der genannten \Veise die Lichtkräfte in dem Boden zur Wirksamkeit bringt. ,
iri
haben häufig rosettenblättrige Sprosse". Beispiele für diesen Typus der Sandflanzen können sein:
Silene acaulis (Taubenkropfart), Adiillea millefolium (gemeine Sdiafgarbe), Plantago major (VUegerich). Mit einer besonderen Keimpflanzenmethode ist es Frau Kolisko gelungen naduuweisen,

J)
2)
Dr. G. \Wadwmutli. Die ätherische \\"elt in \Wissenschat't, Kunst und Religion. 2. Bd. 127. 1927.
Vol}, Ostdeutsd1e mirtsdiattlidie Arbeiten aus dem geographischen Institut Leip3ig. 1930.
Dornach,
;; dAntog7
erse
Kerner
e.
non Marilaun.

9) Klein. Pflan52nbau, ?, 27. 1930.


Die Abhängigkeit der Ptlangcngestalt von Klima und Boden. Innsbnidi 1869.

3) F. Merlrenschlager. Die Umsdiau. 34. 55?‚ 1930.


“) Borthels. Umschau. 34. 863. 1930.
10) Ldmpfrt.
Novellen
des Tierlebeiis. S. 583. Voigtländer Lei3ig.
“) Dr. (|. Wadismuth, s. o. S. 179. Signaturenlehre.
5) Honcamp. Handbuch der Pflan3enernährung. König. 2. 795. 1931.
“) \‘(Iarrniiigiiräbnen Lb. d. öliolog. Ptiansengeographie. Berlin 1902. S. 221.
_g‚5>_

daß Kieselzusatz zu Humus morphologisch in


in einer Richtung, die oben bereits gesdiildert wurde. 12)
starkcn\Veise auf die Pflanze einwirkt und zwar nodienlänge in der Finsternis am Ende des Sdiadites auf 8,5 cm im Durchsdmitt und in der
Lid‘itwirkung auf 4,7 cm heruntergedrückt. Es trat also Stauchung durch Kieseleinfluß auf.
In den ersten Versuchen von Frau Kolisko wurde das \\7aditum von je 900 Weizenpflanzen Bei der Kultur des Sandbodens wird den förderlid'ien Eigensdiaften des Kiesels Rechnung
bei gewöhnlicher Sonnenbeliditung und bei völliger Dunkelheit beobachtet. Die Versud1e liefen '
zu tragen sein. Dem Sande muß dabei als Hberträger der Lichtkräfte begreitlidierweise ein Ge:
14 Tage. gengewid1t gegenübergestellt werden. Dieses Gegengewicht kann durch Humusanreicherung bewirkt
werden, wodurdi gleidazeitig der Wasserhaushalt geregelt wird. Alles, was hierzu beiträgt, wie
Bei gewöhnlidiem Tageslicht entwickelte sich das zweite Blatt länger als das erste, die
fernung des ersten Knotenpunktes vom Samenkorn betrug im Durchschnitt 5,5 ein; hingegen bei
Ent: Stallmist und Kompostdüngung, humusanreid1ernde Griindiingung, Bodenbedeckung und Wind:
schutz sollte in Betrieben mit sandigem Boden besonders eingesetzt werden. (Das Präparat 500,
dem Versuch in dauernder Dunkelheit wurde das Internodium 12,9 cm lang und die Blattlängen
das Humuspräparat der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise sollte auf Sandboden als besonders
verhielten sich umgekehrt. Das erste Blatt wurde nun länger als das zweite. Die
etwas kürzer. Es waren somit die gleichen Erscheinungen aufgetreten, die sich bei den be:
Wurzeln
waren
wichti erachtet werden, ebenso wie umgekehrt auf allen starkhumosen und schweren Böden dem
Kiese präparat 501 größere Bedeutung beizulegen ist.) Mit Kalk sollte man auf leichten Böden
sdiriebenen Liditptlanzen ebenfalls gezeigt hatten. Das Stengelwachstum und
zuriädiststehende Blatt ist gewissermaßen bei den Lichtpflanzen zurückgehalten, die Wurzel ist
das Wurzel
der
redit vorsichtig sein, da dieser vermindernd in den Humushaushalt des Bodens eingreift. In
länger, was in Parallele steht zu der zur Rosette gestauditen Adi$e und der tiefgehenden Pfahl: vorverdauter Form durch Beimengen im Kompost wirkt der tote mineralische Kalk weit günstiger,
wurzel der Sandptlanzen. wie Erfahrungen in Ostpreußen lehren 15). Kalk sollte in der Hauptsache nur in der lebendigen
Form eines gesunden Stalldungs und in der Form der bekanntlich stark kalkhaltigen Leguminosen:
Um zu untersud1en, ob der Kiesel die Eigenschaft eines Liditiiberträger5 hat, wählte Frau gründüngung angewendet werden, abgesehen von extremen Fällen der Bodenversäuerung.
Kolisko folgende Versuchsanordnung. In einem horizontalen Lidit$chacht von 10 m Länge wurden Fiir die reinen Sandböden ohne Lehm: und Tongehalt genügt die Vermehrung des Humusvor;
l. Schemahsche . . der Versuchsordnung
Skizze
parallel nebeneinander
‚mei Reihen von i2 50 rates nidit allein. Urn Sidi gegen Rüd<schläge zu sichern, sollte hier in geringer NIenge ein Über:
fahren mit Lehm stattfinden. Der Lehm iibt dann eine vermittelnde Rolle zwisdien den Gegen:
Blumentöpfen aufge: sätzlichkeiten des Humus und des Sandes aus.
stellt. Die Glasgefäße,
welche als Blumentöpfe Da wir nun wissen, daß die Sandpfianzen in erhöhtem Maße Liditkräfte aufnehmen können,
dienten, wurden mit diirfte daraus die höhere Qualität der Sandpflanzen begreiflich sein, zumal heute dieser ‚Zusammenhang
Gartenerde gefüllt und besonders von Interesse ist, weil dodi die Ernährungsphysiologie iiadi Sonnenlichtnahrung verlangt. 1“)
iii.i.d...ii
f;“7 % ff bi % ib” d‘t‘fr‘f fi% jedes Gefäß mit 30 Getreidesortenuntersuchungen haben den höheren Qualitätswert bei sandigen Standorten er:
geben, wie aus den Untersuchungen der sogenannten Landsorten als Sorten der ärnilidien Boden:
l
it ff tft % Ü Ü
% % %% . \‘Veizenkömern besät.
verhältnisse hervorgeht. Die Landweizen haben z. T. ein um 20°/o höheres Brotvolumen als die
Der einzige Untersdiied
der beiden Reihen be: mastigen Hodrzuchtsorten. 15) Nach Pelschenke“) ist die bei Landweizen beobaditete höhere Mehl:
stand darin, daß die eine und Teigausbeute nicht allein Sorten: sondern audi Standortsmerkmal. ,

// Reihe zu der Garten:


erde hinzu einen sehr
Die Saiidböden haben bei rid1tiger Indienststellung der gegebenen Naturgrundlage in bezug
auf Qualitätserzeugung weit größere Möglidikeüen audi in wirtschaftlidmr Hinsid1t, als bisher an:
(Anmerkung der Schriftleitung: geringen Kieselzusatz genommen wird. Die biologisch:clynamisd1e Wirtschaftsweise ermöglidit in hohem Grade die Uni:
Die hinteren Pflan3en haben viele I'Iori30ntdlblätter, die vorderen nicht.) erhielt. weltfaktoren sinngemäß und riditig gegeneinander auszuwägen, da sie über die einseitigen Begriffe
Mit der zunehmenden Tiefe des Sdiadites nahmen die Pflanzen immer mehr den Charakter der sogenannten Kernnährstoffe hinausgeht.
Es wäre allerdings hohe Zeit mit Hilfe neuer Erkenntnisse im Großen praktisdre Arbeit zu
der oben geschilderten Finsternispflanzen an. In den verschiedenen Versuchsreilien läßt
wieder der allmählidw Übergang vom Liditwad13tum zum Dämmerwuchs und dann zum Finsternis:
sich
immer leisten, wenn überhaupt der Landwirtsd1aft auf den leiditen Böden des Ostens geholfen werden soll.
wuchs feststellen. In den Maß:
ll. Schematische Darstellung der Wuchsverteilung] zahlen der Längen des ersten und
zweiten Blattes und des ersten
Stengelgliedes, sowie der Wurzel:
hingen wurde die Abwandlung der Erfahrungen in der Praxis
genanntenPflanzengestaltungenfest:
gehalten. Es zeigte sich nun jedes: mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise und
mal mit großer Deutlichkeit, daß
diese Abwandlung vom Licht: zum mit den Tierarzneimitteln der Weleda A.-G.
Gartenerde ohne Kiesel3usat;
Finsterniswuchs bei den Reihen mit Dipl.:Landwirt A. v. \Wistinghausen
jeweiligem Kieselzusatz aufgehalten Die tatsächlichen Erfolge im Ackerbau und in der Viehzucht entscheiden über den Wert
wurde. Die Veränderungen, die mit einer landwirtsdiaftlichen Wirtsdiaftsweise. Der erbttterte Kampf gegen die biologisdi:dynamischen
der zunehmenden Tiefe des Licht: Methoden wird in sich zusammenbrechen, wenn es sich erweist, daß die Landwirtsd1aft mit Hilfe
schachtes im Wachstum auftrateri, “der biologisch:dynamisdren Wirtschaftsweise audi ohne mineralischen Dünger qualitativ und quanti:
wurden durch den Kieselzusatz ge: tativ gute Ernten erzielen kann.
wissermaßen verzögert. Dämmer: Die biologisch:dynamisdie Wirtsd1aftsweise ist eine Frud'it der Geisteswissenschaft Dr. Rudolf
Gartenerde niit Kiesel;usal; wud1s und Finsterniswudrs ge: Steiners. Durch energische Denkarbeit und vielseitige Erfahrungen haben Landwirte und Gärtner
warmen erst tiefer im Sdiadh das mit den Jahren gelernt mit dem anvertrauten Geistesgut auch praktisch richtig zu arbeiten. Es ist
Efl'f/Ifll/a6/U; MIA Ubefg€WiChi
Dämmerwur/m
Sehr deutlich sprechen die _ zu verstehen, daß nii:ht immer und überall sofort der erwartete Erfolg eintritt, aber die Zeit hat
gelehrt, daß bei wirklid1em Verständnis und konsequentem Vorgehen die neuen Methoden sich
Z Z Z 8 finslermswur/zs. Zahlen für die verschiedene Aus: äußerst segensreich auswirken können.
‘ *

bildung des Stengelwadistums.


13) C. Ninh. Mitt. d. D. L, G. 47. 326. 1932.
'
I 1 de lan e im
" der Reihe ohne _Kieselzu$atz
ersten Versuch betrug bei am ‘ de des En
' " ' ' ‘
14) Siehe Zeitsdirift „Der \Y/endepunht“. Weiidcpunht:Verlag Zürich. Ferner: „Eine neue Ernährungslehre“.

]S)ffiachltänfml Durchschnitt 9,7 cm, am Anfang 6 cm. Durch den Kieselzusatz wurde die Inter: \Wendepunkt:Verlag.
ÜlAdiermann, „Der Züchter“, 3. 1. 1951.
Il‘) Pelschenhe, „Pflan3enbau“, 8. (ff. 1931.
12) L, Kolisko, \Virliung non Licht und Finsternis auf das Pfl3n3'enr0adistuni. Dornad'i 1926.
_
_ _
110

‚„
_ „

Auf Wunsch einiger Interessenten wurde 1928 in der Neumark auf einer Reihe von Groß.- Tabelle IH,
betrieben Feldversuche angelegt, um die Wirksamkeit der biologisdi:dynami$chen D_ringungshi_lfs: Rittergut P. Schlag ‚Aussen 7.

_ _
mittel im Laufe von mindestens vier Jahren auf demselben Feldstüd< zu prüfen, Nicht alle diese

_
Biologisch=dynamisches Versuchsstück 2112 ha leichtester Sandboden.
Versuche konnten vier Jahre lang durchgeführt werden. Aber dort wo die einmal begonnene
Arbeit konsequent durchgeführt wurde, blieb der Erfolg nicht aus, Ein gutes Zeichen für die
neue Dün %un g smethode war die immer mehr geforderte _ Vergrößerung der _ Versuchstlachen und Jahn _‚_1 Frucht Dü„ g un g 1 Ernte Mehrertra g

_
_ _
nur
_
das wachsende Interesse der beteiligten Landwirte ‚. ein Interesse,_ das smh_n1cht auf die
11 d3/ha d3_1ha

Anwendung der
lf)i_i_ngungshilfsmittel
beschränkte, sondern zu einem Eindringen in die Wirtschafts: 19281Hafei'(v.LochowsGelb), b101_:dy„_, 200 d3__11m Slalldg. „_ Präparat 500_50_—

25 4

__
weise über aupt ü rte. _ minmfl__ 2 d—l K th ,
Es ist bekannt, daß die Träger der neuen Wirtschaftsweise nicht den Ehrgeiz
haben, Hoghsé_=_ 1 ___‘_‘j_g_i‘j 2
_ ‚__/ia ___)a______s 123__Q 1 21
#

ernten um jeden Preis und amC Kosten der künftigen Fruchtbarkeit des Ackerbodens zu er2i_e en. _u 1929 Ro en Petkuser h“ l.:d ’
f

(rn._ Serra21ella
,

1380 1

3‘3P?_13*;118__ P_1_523 1_ _
in der heutigen Zeit größter Not sollte die Landwirtschaft nicht kurzfristig und kurzsrch_trg arbeiten. gg 3——_
Sie sollte vor allem mit ihren Maßnahmen die verlustig gegangene Fruchtbarkeit der Boden wieder ‚4t
\

31
_ „
_ ,
erhöhen, und Ernten schaffen, die gleichmäßig und stetig „ wenn audi allmählich Wieder 1930 Hafer1Lup1nen _biol.:dyn.: p,äpam‚ 10,80 1,0
_
500_501
#

steigen. Deswegen sollte auch die Prüfung einer landwirtsrhattlidaen Ärbeitsmethode immer
mehrere Jahre hindurch auf dem gleichen Feldstüdr durchgeführt werden. ; ‚
1minmi_‚ 0111161)i1119ung
_ _ .

9,80

_
19311° Kartotfeln _1 mrneral.: „ „ „ u. 1 d31ha Kallrammonsalpeter
Die Versuche von denen hier berichtet wird, sind 3H4 Jahre lang auf denselben Stücken (Parnassm) b1_°1--‘di’flri 2406131112! Slalldg. u- Praparat500—JO( 180 1 16
durchgeführt werden.’ Es handelt sich zumeist um Versuche auf leichtem oder schwachlehmigem „ » 164 1
#

Sandboden. Bei der Durchführung der Versuche wurde darauf Bedacht genommen die Dung: Tabelle 1V‚
pflege in der richtigen Weise durdizüführen‚ zweckmäßige Fruchtfolgen auszuprobieren und die Rittergut K.
Düngungshiltsmittel zu ihrer möglichst vollen Wirksamkeit zu bringen. Biologisch:dynamisches Versuchsstück 2112 ha leichtester Sandboden.
Es folgen nun in tabellarischer Übersicht die Ergebnisse aus vier der am längsten durchge:
führten Versuche. _Tabelle I.

'

.
F , Jahr 1" rudit D ij gung Ernte Mehrertrag
Rittergut li, Schlag . 1. eis/ha a;/i„

_
Biologisch:dynamisdres Versuchsst‘ridr 4,5 ha leichtester Sandboden. 1928 Kartoffeln (Parnassia) biol.:dy„.; 240 d;/ha Stalldg. „, Präparat 500—607 228 12
1
1 1 „ “1111913112 „ .
u. 1,60 d_‘‚_/ha Leunasalpeter 216

_
» „ ‚.
Ernte Nlehrertrarf
\
"

1 _
_ 1
Jahr Frucht D ;; un 2
U 11 d3/_____ d31ha ° 1929 Hafer(v.Lochows(—ielb) bi<ri..—dyn.:
mine al.:
50 d},111a Kompost „.” dPräparat
|
500—507
1 Verbran t'
„ „
1 _ f 31“ Feldschäuffé
_
19281 Kartoffeln (Parnassia) biol..»dyn.: 240 d31‘ha Stalldg. u. Präp. 500-507 1 1(8‚00
£J1;“iäg1f" |
#

1 _

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„ „ mineralisdr:
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u. 1,2 a;,fi„
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Karirmmorr:
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sa peter
‚ ,
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17800
‘ 1‘
"f
f

1930 Roggen (Petkuser) biol.:dyn.z


1‚eo
„ Leum,sarpzter
"

Präparat
500—501
|
14 ,

1929 Roggen (Petkuser) biol,;dyn.: 30 d31ha Kompost


rr.zli_raä._äpoi_zg_rasmc___ 20,24 1 Serraclella mmra1__ 2 Mm Thomasmehl
1
m_
31 2 K1.
“’ 1

3
‚ _ 401)‘
’ inineralisch:
{LO 400111 Kali 20,24
_ 1,40
Leuiilasalapuiter 2

_
“‘
„ „
1 ‚

1,4 Leunasalpeter _ _ 1 1
f

, „,

1930 H afer(v.Lo chows Gelb) biol__d_m_ p_äp_ 5002501


1 14,0 1 2 1931 Kartoflel (Edeltraut)
brot.:d1'n.: 338 d31ha Stalldg. und Präparat soo_5or- 240 10
„ mineraling'
11,3
1,0 cl31ha Phenaniaphosphat
11 12‚0

1
” Rittergut
. ” li. Schlag
mmm " " “ " 1 d511m Leunasalpeter 230
1 H
n Kali
4001
,
1 11_6 „
Leu/_fasalpmr ‘_ Zu ]) F. 1.
Bei der Äusrechnung der Rentabilität zeigt es sich, daß die biologisch=dynamische Wirtschafts:
Tabelle II. weise besser abschneidet. Die Kosten der Düngungshilfsmittel pro 111 ha im Durchschnitt der
Rittergut li. Schlag 11. 1. _
Biologisdi:dynami3dies Versuchsstiid< ? ha lehmiger Sandboden.
Jahre betrugen ca, 2,60 RM., während der mineralisdie Dünger teurer stehen kam. Außerdem
konnte ein Mehrertrag der biologisch=dynamisch gedüngten Darzellen im trorkenen Jahr 1930 fest-
zu

_
1 gestellt werden,
\

Jahr Frucht Dungung


€;?“ 1Mei„ra rertra % Zu 2) Rittergut 1.1. Schlag 1.1. i.

_1
. ..
_
,

_ _ _ _ _
1 2

_ _ Bei diesem Versuch ist bemerkenswert, daß der \Weizen Criewener 104 bei der biol o rs ch.- '

1929 W.=\Weizen
„ 1Ädolf11 iiiiiie’rilm 240 61;th

btalldg-1:5r(;ipca_ir_a_i_j0})hoioazndfl

"230 >__ 40010 Kali 1 18,0
222 1 4,2 brachte. DasDüngung
dynamischen im Gegensatz
ist ein Hinweis darauf, daßdem
zu es notwendig ist beiÄdolf=Weizen
anspruchsvollen den besseren
biologischzdynami3dier Wirtschafts: ]%rtrag
*-

„ „ — „
Leunasalpeter
2,2 „ Weise auch der Sortenfrage erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die angebauten Sorten müssen
„ 2.Criew. 104 biol.:dyn: 340 d31ha Suiidg.u.Dräparai5oo‚5oz 22,20
1 4,2 Sidi der nafüf115hm Leismflg5fähigk€if der Böden anpassen

__
„ „ 2.Criew.104 mineral: „ „
1
„ u. 2,0 1:13/11a Thomasmzhl
2,0 „
2,2
40% Kali
„ Leunasalpeter
11 18,0
1

.1,
;
Die biologisch:dynamisd1 gedüngten Zuckerrüben erhielten im Jahre 1930 nach dem Ver:
einzeln eine besondere Zugabe von Kompost, der mit präparierter Jaud're Uetränkt worden war.
Diese kleine Kompostgabe wirkte augenscheinlidr gut. Q

;_1 mineral.:
1930 Zudeerriiben biol—:dyn«= 240 631113 Stande-»20d3/haK°mp<fouPräP-5ÜO*5W1 300 1 36 tm Jah£e 1931 brachte der Janetzky:5ommer:Weizen einen für“ diese Gegend und dieses
__
,

_
4 N11mphoska 7_f_264 1 Jahr hohen Ertrag. Leider war
kein Vergleich zu mineralischer Düngung vorhanden. Der gute
f

u.
*

_ , „ „ „ „

1931 S.:Weizenl.Janetzky's b101__‚dyn_: p,.äPam1 500_501 19_4Q 1 Ertrag war neben der Sortene1gen_tu_mlichkeit darauf zurückzuführen, daß eine qualitativ hervor:
2,v.Rümker's biol.:dyn.: p__äpa_a_ 500_501 17,14 ragende Demeter:$aat aus Domrmum Pilgramshain in Schlesien verwendet werden war.
n m11 2.V.Rümker'3 mineral.z ‚0 d31'lia Rhenaniaphosphat
1,0
40010 Kali ' 1
18,26 1,12 RUmk€ts-__Sonrmer:Wmm„
Rentabrlrtatsbereohnung fiel bradrte
dieser mit mineralisdrer
jedod1 wegen der Düngung einen
höheren etwas höheren
Kosten Ertrad. BeiWirt.-
des Kunstdüfigers der
2,2 „ Leunasalpeter
1 Sdlaftlitl'l nicht ins Ger('llt‚
492:
1.Ritterg“ t
Zu 3) Rittergut P. Schlag Aussen 7. . B. Rindviehbestand
Im ersten Jahr erhielt der biologisch:dynamisch gedüngte Hafer Stalldung und hatte einen Am 1. Juli 1929 Am 1. t\/lärz 1932 *)
höheren Ertrag als der bloß mineralisch gedüngte. im zweiten Jahr siegte der Kunstdiinger im Kühe . . . . . . 20 Stüd< Kühe . . . . . . 33 Stück
Mengenertrag. Auch in diesem Falle fiel die Rentabilitätsberechnung zu Gunsten der biologisch: 2—3jährige Färsen . 22 „ zugekauft 2A3iährige Féirsen . 15 „
1A2 „ . 17 „ zugekauft 1_2 . 18 ,
dynamischen Düngungsweise aus. Die zu Gründi.ingung eingesäte Serradella wurde im biologisch:
dynamisch gedüngten Roggen 1929 bedeutend kräftiger als auf dem Vergleichsstück.
;1._1 „„ Käther . „
:
iii—1 „„ „
Kälber
. 10 Z
_14_g‘_,12 „ „ . „_g
114—1112 „ „ . 12 3 ’
Zu 11) Rittergut K. 0:11. „ „ .
1

0Ju „ „ . ‚‘:
Der Mehrertrag' des mineralisch gedüngten Roggens im Jahre 1930 von 2 dz1ha dürfte
bei der Rentabilitätsrechnung die blehrkosten der mineralischen Düngung kaum ausgleichen. m hlastbullen,
selbstaufgezogene 9 „
100 Stück
Nach allgemeiner Anschauung hätten bei fehlender mineralischer Düngung in kurzer Zeit
hlangelerscheinungen auf den betreffenden Schlägen auftreten müssen. Es ist deshalb wichtig tm Anfang der Behandlung, als die Tiere ridttig
kalbten, gingen die Kälber meist an Kälber:
festzustellen, daß bei den geschilderten Versuchen solche Mängel nicht eingetreten sind und auch ruhr und_i.ungenentzündung Um das zu verhindern, wurden entsprechende Mittel der We:
ein.
die Erträge sich hielten. im Rahmen dieser Versuche konnte die biologisch:dynamische Wirt.- leda:A.:ü. angewandt, die zu einem glänzenden Erfolg führten. Bei reditzeitiger, wenn nötig
schaftsweise nicht als Ganzes durchgeführt werden. h’lan mußte sich auf die Prüfung der
Düngungshilfsmittel beschränken und konnte nur wenig durch richtige Wahl der Fruchtfolgen
vorbeugender Behandlung, zeigten die Kälber wohl noch in sdiwachem Maße Anfälligkeit, die aber
und Ähnliches im Sinn der neuen Methode einwirken, Es ist daher verständlich, daß für den
bald ubcrwunden war. Sie kamen durch und blieben gesund. Die Kälberkrankheiten sind in
diesem Stalle nun schon seit Jahren erloschen.
Erfolg der biologisch:dynarnischen Düngung auch die bestehende Wirtschaftsform maßgebend war. 2. Rittergut W.
Besondere Erfolge traten ein, wo die betreffende Wirtschaft ein normales oder günstiges Vieh:
verhältnis aufzuweisen hatte, also, wenn ein Stück Großvieh auf Y»—8 oder höchstens 10 preußische _Das seuchenhafte Verkalben herrschte dort seit 1112 Jahren, ehe die Behandluntr einsetzte.
Nlorgen (114 ha) geredanet werden konnte. Außerdem spielte der Garezustand und die noch vor:
handene alte Kraft im Adcerboden eine wesentliche Rolle.
Die Abgange waren noch nicht sehr groß. 1929 im Herbst wurde die
\We_leda:Mitteln begonnen. Da die Seuche noch in der Entwicklung begriffen war, Behandluth
mit den
wurde
Manche ungenügende Erfolge im Mengenertrag bei biologisch:dynamischer Wirtschaftsweise zunachst angenommen,
einer Behandlungsdauer von
daß der Gesundungsprozeß nur langsam vorwärts gehen würde und
mindestens einem Jahre "zu rechnen wäre. Tatsäd‘rlich konnte der
mit
erklären sich aus dem Mangel der biologischen Voraussetzungen des Betriebes. Auf solchen Be:
trieben müssen diese Voraussetzungen erst geschaffen werden, wenn die neue \Virtschaftsweise Seuche aber sd‘ton nach einem halben Jahre Einhalt geboten werden. Zur Sicherung wurde dann
aber undHerde
die nodi einigemale nachbehandelt. Die Kälber zeigten ähnlidie Ersdieinunden wie
auch im Niengenertrag sich voll auswirken soll.
Bei den Bemühungen um einen ausreichenden Viehstand wird so recht klar wie krank unser
in
B.
entzundung
konnten ebenfalls geheilt werden. Besonders hartnäckig erwies sich hier die Eunöen:
bei den Kälbern, die immer wieder einzelne Tiere befällt, wenn nicht zur reehteni?feit
Vieh ist, und wie schwer es heute ist, gesundes Vieh aufzuziehen und mit eigener Nadizudrf das Ver: das einschlägige Mittel gegeben werden kann.
hältnis von Vieh zu Ackerland zu verbessern. Durch ungesunde Haltung und Fütterung, Schwächurig
der Konstitution und aus anderen Ursachen wütet die Seuche der Sterilitätserkrankungen mit allen 3. Rittergut ii.
unangenehmen Begleiterscheinungen für die Aufzucht. Soll es gelingen, die Viehbestände gesund _ Die Seuche trat zuerst anfangs des Jahres 1930 auf. Die Kühe verkalbten und zeigten
zu erhalten, wird es notwendig sein zunächst die Futtergrundlage durch die Anwendung der bio: die üblichen Krankheitsersdieinungen. Die wenigen ausgetragenen Kälber verfielen nach zwei
logisch:dynamisdten Wirtschaftsweise einwandfrei zu gestalten. Wiesen und Weiden sowie Futter.- Tagen der Kalberruhr. Es handelte sich um einen besonders schweren Fall. im Dezember 1930
rübén und Kartoffeln sind in erster Linie biologisch:dynamisch zu düngen. Aber audi gesundes setzte dann die Behandlung mit den Weleda:htitteln ein, Es konnte ein besonderer Abl<albestall
eingerichtet werden. innerhalb von drei Monaten war die Seuche erloschen. Auch die Kälber
Stroh muß zur Verfügung stehen. in Betrieben mit Schlempe: oder Pülpefütterung muß dafür
konnten mit Hilfe der Mittel am Leben erhalten werden. Der Stall ist wieder vollkommen in
gesorgt werden, daß nicht zuviel von diesem Futter aufgenommen zu werden braucht. Hoch.- Ordnung.
tragende Kühe und Tiere mit Kalb sollten überhaupt von solchen treibenden Futtermitteln ver:
sd'ront bleiben. Gesundes Vieh und genügend Vieh gehören zu den Vorbedingungen für die Einführung
So läßt sich schon durch die Fütterung manches erreichen für eine allmähliche Wiederge: der biologisda:dynamischen Wirtschaftsweise. Mit den Tierheilmitteln der Weleda ist es möglich&
auch ohne allzuhohe Kosten, erkrankte Viehbestände wieder zur Gesundung und zu normalef
sundung unserer Viehbestände. Aber dariiber hinaus wird in erkrankten Ställen audi eine medi:
kamentöse Behandlung eingeleitet werden müssen. Rudolf Steiner hat auch auf diesem Ge: Furd'itbarkeit zu bringen, sowie das Viehhaltungsverhältnis wieder günstig zu gestalten. Mit dem
biete grundlegende Angaben gemacht. Nach seinen Ratschlägen stellt die Weleda A.:G. in Stutt: dann anfallenden reidiliohen und durch die besondere Behandlung hod1wertigen Dünger sdiließt
Sid'l bei entsprechendem Eutterbau der Kreislauf einer \Wirtschaft. Der in sich Geschlossene Wirt:
gart äußerst wirksame Mittel her, die nach tierärztlichen Angaben von Herrn Dr. Werr (in Bad schaftsorganismu's kann sich dann aus eigener Kraft audi in schweren Zeiten länger behaupten.
Schwartau bei Lübeck) hier angewandt werden konnten. Diese Mittel haben eine ganz andere
Wirkungsart wie die sonst üblidien Sera. Auch sollen die Krankheitskeime nicht abgetötet werden,
sondern der Organismus des Tieres wird angeregt, seine Widerstandskraft gegen eine Krankheit
zu erhöhen.
Im Laufe der Jahre war es möglich in drei großen Siällen der hiesigen Gegend die Be.-
handlung gegen das Seuchenhafte Verkalben und die dann nachfolgenden Kälberkrankheiten durch: intensive Weidewirtsehaft
zuführen. Die Behandlungen waren in allen Fällen von durchschlagendem Erfolg.
Es soll hier die Beschreibung des Krankheitszustandes und der Behandlung dieser drei
. auf biologisch-dynamischer Grundlage
Dipl.:Landwirt Vogel, _Feldrnühl, P. Hütting, Schwaben
Viehbestände folgen.
Aus nachstehender Aufstellung kann man ersehen, wie der Viehbestand in den letzten Jahren
_ Vor drei Jahren entschlossen wir uns, auf Grund der Erfolge biologisch bewirtsdiafteter Be:
durch eigene Zudnt zugenommen hat. Das seuchenhafte Verkalben hat vor 1929 ca. 10 Jahre ge: tr1_ebe,_ audi den hiesigen Betrieb auf diese Wirtschaftsweise umzustellen. ich hatte Gelegenheit
wütet. Eigene Aufzucht war unmöglich. Es wurden meist tragende Färsen gekauft, die nad‘i
mit
führenden Männern dieser Bewegung Eühlung zu nehmen und mich mit dem Wesen det»
biolog1sd1:dynamischen \Wirtschaftsweise vertraut zu madien. Die ersten Kristallisationsversud1e
dem Verkalben abgemolken wurden. Im August 1929 setzte die Behandlung mit den Weleda: die hier angestellt wurden und die auffallende Wirkung der Präparate in Mist und Kompost
Mitteln ein, wobei sämtlidae weibliche Tiere behandelt wurden, auch die tragenden zugekauften mußten audi mich, der ich der Sache völlig fremd gegeniiber stand, zu tiefem Nachdenken und
Färsen. Innerhalb eines Vierteljahres war die Seuche praktisch erloschen. Nur ganz vereinzelt
kamen noch nadi dieser Zeit einige Fälle von Verkalben vor, bis vollkommene Gesundung eintrat. *) 10 Kühe mußten nor dem 1. ill. megeii hohen Alters und ungenügender Leistung ausgeschieden werden.
Seit dieser Zeit wurde kein weibliches Tier mehr angekauft.
nr. ‚

Erfassen aller nur möglichen einsdilägigen Literatur veranlassen, und je mehr ich mich in die Be: zum ersten bringt erst die richtige W'irkung. Trotz bester Pflege wird man aber dodi die Mihv
wegung einarbeitete, desto klarer wurde mir der tiefe und gesunde Sinn aller Vorgänge. Wenn
ich auch noch ein Neuling bin und mir nicht anheische von Erfahrungen sprechen zu können, so
maschine
Außerdem
nichtganz entbehren können, um überständiges Gras vor dem Aussamen zu
ist diegünstige Wirkung der Mähmaschine auf \Veiden nidit zu unterschätzen. beseiticferf
' &

dürfte nachstehend angeführte Sdiilderung dodi die Berechtigung durch den Erfolg in sich tragen,
Hiesige \Virtsdraft umfaßt ca. 730 bayrische Tagwerk (1 Tagwerk gleich 113 ha), wovon rund Noch ein
Wort über die Koppelgröße: Diese soll der Größe der Herde angepasst sein
d. h. die Koppel soll so groß sein, daß die Milchkühe in drei bis vier Tagen wieder umgekoppell
350 Tagwerk Landwirtschaft und zwar Grünland zu Feldbau wie 1:1 sind, Rest: Forst. Die werden mussen. Ihnen folgen die beiden Gruppen von trockenstehenden Kühen und hochtraflenderi
Umstellung auf biologisch:dynamische Wirtschaftsweise wurde im Feldbau systematisch vorge: Rindern einerseits, die einjährigen Rinder als letzte Gruppe andererseits. Bis zum Wiedefbesatz
nommen, während das Grünland durch Verabreichung von präpariertem Mist, Kompost und Jauche hat} die Werde drei bis Vier \X7odien Ruhe, deren sie unbedingt bedarf. Fünf Tage vor dem
innerhalb von zwei Jahren völlig umgestellt wurde. Dabei wurde ganz besondere Sorgfalt auf
die Düngung und Pflege der 85 Tagwerk großen Rindvieh: und Sdiweinckoppeln verwandt, die
Wmderbesatz wird morgens bei Tau bis gegen 10 Uhr Präparat 501 despritzt.
Um einen Vergleich mit den Weidebetrieben unserer näheren unbd ferneren Umgebung zu
die Sonimerernährung von 45 Kühen, 30 Stück Jungvieh, 40 Muttersauen und ebensoviel Zudit:
läufern sicher stellen müssen. Fast sämtliche Koppeln liegen auf Niederungsrnoor mit verhältnis:
haben, entsd'rlossen wir uns, von dem Verein zur Förderung der Grünlandwirtsdiaft in Bayern
die Weidebuchführung durchführen zu lassen. Da gerade in unserer näheren Umoebung einige
mäßig hohem Grundwasserspiegel. lm gleidini'a'ßigen Turnus erhalten jährlidi im Herbste die sehr inten$iv mit Kunstdünger bewirtschaftete Betriebe sind, fürditete ich, diesen
gegenüber ins
Hälfte der Koppeln eine Stallmistdecke von 100 Ztr. je Tagwerk, wobei auf gute Verrottung des Hintertreffen zu, geraten. Das Ergebnis der Buchführung bewies das Gegenteil und es seien nach:
blistes größtes Augenmerk zu verwenden ist. Daß durch die Präparate die Verrottung eine viel
bessere ist als bei nicht präpariertem Mist, dürfte allgemein bekannt sein und das Abrechen des
stehengl1 le1niget é]aläep ]d))es Ggünlanälbupdes
für kugstgedüngie
namis oew1rs a Flächen
ee etrie maßgebend se;
angeführt, die klar beweisen, daß auch biolouisdi:dy=
sind Du rchsdrmttsw
e in er .a6e sone“, .
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erte zu erreichen,

‘ 7 die doch ü'

'
eigentlich '

Strohes im Frühjahr fallt fast vollständig weg. Leider ist es mir noch nidit gelungen, den \Weiden
eine Sommerstallmistdecke zu geben, da der NIistausfall durch die Weideperiode ein nicht unbe:
deutender ist. Außerdem erhalten sämtliche Koppeln jährlich im Herbste Jaudae mit dem Plath':
Erläuternd sdireibt der Grünlandbund zu seinen Aufstellungen: „Die \Weidetedinik ist sehr
zweckmaßig gehandhabt worden. Dies zeigt sich vor allem in der hohen Umtriebszahl auf den
schen Jaucheregenverteiler, wobei 1000 Liter auf 11!l‘agwerk reichen. Auch hier ist auf gut aus: einzelnen Koppeln.je (Die 85 Tagwerk Weiden sind in 20 nahezu gleich Große Koppeln eingeteilt)
ist im Durchschnitt zufriedenstellend, auf einzelner? Koppeln hervorragend
gereifte und vergorene Jauche, die reichlich mit Präparaten versehen sein muß, größtes Gewicht Der Mildaertrag haJungvieh
zu legen. Während der \X’eidezeit im Sommer an Regentagen werden wieder sämtliche Koppeln
mit Jauche überfahren, insbesondere diejenigen \Veiden, die im vergangenen Winter keine Stall:
Der Zuwachs beim ist zufriedenstellend. Das Verhältnis von Erhaltungs: zu Leistungs:
futter befriedigt in Anbetracht der ungünstigen Witterungsverhältnisse des vergangenen \Weide:
mistded<e erhalten haben. Im Herbste erhalten diejenigen Koppeln nochmals Jauche, die keinen sommers. _Die absolute Höhe des Ertrages in kg Stärkewert ist zufriedenstellend und hält sich
Stallmist erhalten sollen. Präparat 500 wird jährlich einmal im Frühjahre vor der Egge gereicht,
Präparat 501 fast regelmäßig vor dem Besatze durch die NIilchkühe, also jähi‘lidi vier: bis fünfmal.
rmballge‘i‘neinen
ge ung.
über dem Ertragsdurchschnitt in ihrer Betriebsgröße und der näheren Urn:

Sobald im Frühjahre der Boden genügend abgetrockriet ist, wird von mittags bis abends Präparat „D1e_Gestehungskosten je kg Stärkewert sind erfreulicherweise im Durdischnitt der
500 gespritzt, dem der Schlepper mit großer \Wiesenegge folgt. Es ist m. A. nach wesentlich, Koppeln mit 8,64 Ptg. gering. Die Aufwendungen an Düngunö, Arbeit und Verzinsung sowie

Äb3Chglb'ung7häljtm säch untef dem allgemeinen Durchschnitt.“ D D


daß 500 sofort innig rnit dem Boden durdi die Egge in Berührung kommt. Der Egge folgt nad]
einigen Tagen die schwere dreiteilige Nlotorwalze. Ein wiederholtes Eggen mit vorausgehendem untge .a en, te von nteresse sind: Milch in kg ie ha: 3443, Ertra
'
' ‘
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Präparat 500 während der Vegetation hat sichtbare Erfolge nicht gezeitigt und wurde für die ie ha
vor
unDurchschnitt: 2154. Diese Durd13chnittszahl wird gedrückt durch
einig% Kobäel?üäfiäifäi
Zukunft unterlassen, dagegen scheint ein wiederholter \X/alzenstrich unter Umständen angebracht
7.1.1 Sein.
zwei
Jahrenzu Weiden gemacht wurden und bis dahin als Wiesen mit Mist und Kunst:
dunger bewrrtschaftet wurden. Bei diesen stellt sich der Ertrag in kg Stärkewert je ha auf 1081
Sobald die Vegetation so weit vorgeschritten ist :—
Ende April, Anfang NIai #, daß die 864, 1203. Der Arbeitsaufwand je ha beträgt RM. 63,20, die Düngungskosten je ha RM 74 80,
Tiere das junge Gras fassen können, beginnt der Auftrieb der melkenden Kühe. Es bedeutet
das rechtzeitige Besetzen der \Weiden im Frühjahr den ganzen Erfolg der \Veideperiode und nichts
Weitere Zahlen
anzuführen, würde zu weit führen, ich bin jedoch gerne bereit
gesamte Material zur Verfügung zu stellen. Ganz besonders würde ich es begrüßen wenn Männer
Interessenten
‚das.
ist verkehrter als zu lange zu warten, weil die Tiere dem nun mit Madit heranwac.hsenden Gras von der anderen Seite, die glauben, über die biologisch:dynarnisdie Wirtschaftsmethode mit einem
im andern Falle nidit mehr Herr werden. Auch darf man beim ersten Umtrieb die Rasendecke
nicht zu tief abbeißen lassen, vielmehr ist auf rasches Abweiden sämtlidier Koppeln, die besetzt
I‚äcrtäeln
\V en.
und Achselzudcen hinweggehen zu können, zu meinen Ausführungen Stellurid nehmen
>
6

werden sollen, größtes Gewicht zu legen. Auf diese Weise ist es mir gelungen, in den letzten
Jahren sämtliches Vieh bis Anfang und Mitte Juni auf 60 Tagwerk Fläche voll zu ernähren,
wobei der Mildidurd13dinih nidit nur Sidi auf der gleichen Höhe hielt, wie bei der \Winterstall:
fütterung, sondern sogar noch stieg. Tagesleistungen von 25 und 30 Liter sind dabei keine Set:
tenheit. Der erste Schnitt, der mit Mist abgedüngten Koppeln
#

20 bis 25 Tagwerk wird


Wirtschaftliche Gedanken zur Erzeugung
von Demeter-Gemüse
:—

zu Heu gemacht oder kommt bei ungünstiger Witterung in den Silo. Auch hier ist beim Mähen
Bedacht darauf zu legen, daß nicht sämtliche zur Heugewinnung in Betradit kommenden Weiden R. Leguminus
auf einmal gemäht werden, sondern im Abstand von 3 bis 4 Tagen, damit die nachfolgenden 1

Kühe stets junges, zartes Futter vorfinden, mit dem sie sich in kurzer Zeit sättigen und im übrigen in dieser Monatsschrift ist Schon manches Grundsätzliche zur Ilmstelluno bezw. Durchführung
dem \Wiederkauen und der Ruhe nachgehen können. Den melkenden Kühen folgen die trocken: der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise geschrieben worden. Jedem Bädenbewirtsd'iafter der
Weiterentwicklung nachtreüacht
stehenden und die tragenden Rinder, diesen wieder die jährigen Rinder. Nach Abtrieb letzterer uber'die Bedeutung einer richtigen Ernährung für die mensdiliche
muß die Koppel aussehen, als, wäre sie mit hochgestelltem Balken gemäht. Nun folgt der Fladen:
verteiler, am besten erst am dritten Tage nad"i Abtrieb, weil zu diesem Zeitpunkt die Kuhfladen
hat,ist
es
gefühl zw1ngt ihn, eine Ware bereitzustellen,
sondern sein Verantwoftungs:
n1di_t mehr freigestellt auf beliebige Art zu produzieren,
die erst auf Grund ihres inneren Wertes die Be:
zerchnung „Nahrungsmittel“ verdient. Ist man konsequent in der Auffassung daß Betriebe die
ihre zu flüssige Struktur verloren haben und sich besser verreiben lassen. Keine noch so gründlich
ausgeführte Handarbeit, sei es mit Besen oder Rechen, ist der Güte dieses Gerätes gewadiSen, gesunde Nahrungsmittel erzeugen, notwendig sind und unter allen Umstähden lebensfähig
so daß die Ansdaaffung auch unter den heutigen Umständen unbedingt angeraten werden muß. erhalten_w_erden müssen, dann wird man die Frage der Wirtschaftsführung und
Die richtige Verteilung der Kuhfladen auf den \Weiden nach jedem Abtriebe erspart nidit nur den Rentabilität gewiß als zugehörig betrachten müssen und sich nicht wundern daß die Be—
Ärger über die entstehenden Geilstellen, sondern es wird auch durch die Verteilung eine nicht un: spredaung eben dieses Gebietes in der vorliegenden Zeitschrift Raum findet. ' ’

beträchtliche Düngung gegeben. Es ist allgemein bekannt, wie schädlich sich gegen die Monate Es besteht in den Städten in mehr oder weniger großem Maße schon heute eine Nachfrage
Juli, August die sich immer mehrenden Geilstellen auswirken, sodaß durd'i dieselben oft ein Drittel nach Demeter:Gemüse, das nadi den in der biologisch:dynamisdren Wirtschaftsweise ruhenden
der Gesamtfläche gegen Ende der \Weideperiode verloren geht. Ganz abgesehen davon werden Erkenntmssen erzeugt ist. Dieses Bedürfnis muß befriedigt werden. Es kommt ebenfalls darauf
durch die Fladen die guten Gräser erstickt und an ihre Stelle treten wertlose, oft schädliche Un: an, den Verbrauch solchen Gemüses zu erweitern, mithin muß es den Wettbewerb aufnehmen
kräuter. Ich gehe sogar so weit, daß ich sage, ein zweiter Fladenverteilerstridi im rechten Winkel konnen mit den auf dem freien blarkt befindlichen in: und ausländischen Erzeugnissen anderer
‚ Elli ‚ ‚97‚

Produktionsmethoden. Auf dem Gebiete des Absatzes liegen in dieser Beziehung schon mancherlei (Praktisch allerdings 80,4 cm). Die Scheibe (rhein. li/4 Masd-r. Blankglas) mißt ?3x141 cm und
Erfahrungen vor, die teils sehr erfreulich sind, teils aber auch beweisen
aussprechen
# — man darf es
daß noch viel, sehr viel zu leisten ist, Der Name „Demeter:üemiise“ verburgt
offen wird lediglich in Nuten der Schenkel eingeschoben. Den Kasten veranschaulicht die Skizze. Beim
Aufstellen soll der Kasten so stehen, daß der Firstbalken in der Nordsüdrichtung liegt. Mittels
zwar die innere Qualität, aber wenn nicht gleichzeitig die äußerlid‘r sichtbare Qualitat, das gute zweier Krampen oder eines Hakens, der in den Firstbalken eingeschlagen ist, wird das aufgelegte
Aussehen, hinzutritt, ist die Einführung desselben, also die Gewinnung neuer Interessenten, außer: Fenster am Heruntergleiten gehindert, Auf 12 Fenster rechnet man einen Spielraum von 2 cm.
ordentlich schwierig Werden die vom Derneter:Wirtsdiaftsbund in ‚Anlehnung an die vom Reichs.- Die Länge dieses Doppelkastens beträgt also 9,85 rn. Die Breite 2,98 m. Die Neigung der
verband des deutschen Gartenbaues e. V. aufgestellten Grüteklassen rüd<sid1tslos durchgeführt, so Glastlädie 27 cm=18%‚ Der Kasten ist durch Keile zusammengehalten. Konstruktive Einzel:
fällt es heute schwer, ein nennenswertes Angebot an marktf'a'higem Demeter:€remiise auf den heiten veranschaulid1t die Skizze. Der Anschaffungspreis eines soldien Kastens aus 11/2 Bohlen
l*flarkt zu bringen. Gewiß, der lokal organisierte Absatz eines Betriebes mag funktionieren,
kommt aber darauf an, die Städte, also größere Verbraucherkreise zu versorgen, und somit tritt
an jeden Rroduzenten die Aufgabe heran, Erzeugnisse guter äußerer_Beschaffenheit in gleich.-
bleibender Sortierung und zweckmäßiger Verpadcung anzuliefern. Soweit an der Erfullung_ dieser
Forderung die Sortenfrage beteiligt ist, ließe sich von Anfang an der Fehler vermeiden, ein Zu:
es
Diese Kästen werden Ende Januar
_
(Oregon pine) zuzüglich Firstbalken mit 3 Eisenstützen beträgt RM. 57,60. Ein Fensterrahmen
mit "'/, Glas RM. 2,10. Der vollständige Kasten also RM. 108,-—.
Anfang Februar auf das freie Land gestellt, das
lediglid1 freilandmäßig vorbereitet ist (Herbstdüngung und :Bearbeitung). Mitte Februar können
viel an Gemüsesorten für die Gewinnung von Demetersaatgut heranzuziehen. \Wenrge gute Sorten Karotten ausgesät werden, deren Sorte je nach den Ansprüchen des Marktes kurz und rund oder
erleichtern Anbau und Absatz und somit auch die Einführung.
_4
aber halblang zu wählen ist. Zu aditen ist darauf, daß diese Frühkarotten sich zeitig färben
_ müssen. Z. B. färbt sich die gute halblange Sorte Nantaiser zu spät, sie wird von der Sorte „Ver:
Die Befriedigung der Nachfrage nach Demeter=Frischgemiise ist das ganze Jahr uber Sicher: besserte Gonsenheimer“ oder „Amsterdamer“ übertroffen, die sich früher und Sd'lön gelbrot färben.
zustellen. Ohne die llberwinterung von Dauergemiise und ohne den Anbau von l*ruhgemuse Die Aussaat muß sehr dünn erfolgen; sehr zeitig sind die Karotten, die trotzdem noch zu dicht
aufgeben, zu vereinzeln auf 5—8 cm
Qa/7frlerz/m'7zel oben auge/1571” m 2 ”’/m

ßa/rzrren/ra/z 48» 48 ”7m Abstand. Gleid‘tmäßige aber mit.—
ßige Feuchtigkeit, redatzeitiges Lüf:
[erlrle„ni!fli'fie %sh'yi
ten bewirken eine Entwidrlung, die
2a/meneaée die Abnahme der Fenster gegen
Mitte April gestattet. Eine dünne
Zwischensaat von Radies (z. B.
Saxa) ist gut möglich. Nach Ab,-
—‘l heben der Fenster ist der Zeitpunkt
für die Anwendung von 501 ge.—
kommen.
Während diese Kultur sich mehr
für leichten Boden eignet, könnte
auf Sdiwerem Boden Blumenkohl
gepflanzt werden, ebenfalls im Fe.—
bruar, und zwar kommen am besten
in Töpfen überwinterte Pflanzen der
Sorte „Früher Mechelner“ in Be.-
tracht. Als Zwischenpflanzung Salat,
Sorte „Maikönig“ oder Radiesl Evtl.
kann nachts das Abdedcen mit
_ ‚l’ 48%: 'l Matten notwendig werden. Auch
eine reine Bestellung mit Salat etwa
Abbildung 11 Mitte März ist gut.
'

Abbildung 1.
unter Verwendung von Cilashäusern und Kästen kommt man also zunädrst nicht aus. In An:
Gegen Mitte April werden die Kästen abgebrochen, an anderer Stelle neu aufgestellt und
betracht der eingeengten finanziellen Bewegungsfreiheit des Einzelnen wird der Neubau von Ge: können mit Buschbohnen bestellt werden. Diese werden in Handkästen ausgesät; nadi 8A10
wädi$häuSern zur Seltenheit gehören. Die Anschaffung von Frühbeetkästen aber ist in sehr Tagen, auf alle Fälle aber bevor die Wurzeln braun werden, in Reihen mit 40 cm Abstand
5_8 cm voneinander ausgepflanzt. Die Kästen sind nadits zu decken, tags ist möglidrst zeitig
vielen Fällen noch möglich, und unter Berücksidatigung der Tatsache, daß solche Kästen im Laufe
auf der dem Winde abgewandten Seite zu lüften und darauf zu achten, daß die Bohnen bei
einer Vegetationsperiode mit 3„5 verschiedenen Kulturen ausgenutzt werden können, ergibt sich
starker Sonnenbestrahlung nicht verbrennen. Anstelle von Bohnen können audi Tomaten ausge:
hinsichtlich der Anschaffung kein Risiko, falls man die Kenntnisse für eine wirtschaftliche Aus.-
#

nutzung dieser Kästen voraussetzen darf. lm Nad‘tfolgenden soll nun ein Beispiel für den Be.- pflanzt werden, je Fensterlage 2 Längsreihen, in der Reihe 50 cm Abstand. Als Zwischenfrucht
trieb Soldier Kästen erläutert werden. evtl. Kohlrabi, die gut vorgebildet sein müssen. Die Tomaten werden mittels Haken aus Draht
fortlaufend am Boden gehalten, damit sie nicht zu didit an das Glas kommen, wodurch sie tags
Man unterscheidet heizbare und kalte Kästen; erstere sind stets ortsfest (stationär) und meist bei Sonne leicht verbrennen, nachts aber erfrieren würden. Die Geiztriebe werden zeitig ausge:
aus Beton, Holzbeton oder Nlauerwerk hergestellt, letztere zum Teil ortsfest oder beweglich d. h.
zum Wandern eingerid'ttet und dann aus Holz, Soweit Kästen ortsfest sind, dienen sie im
brod'ten. Abded<en der Bohnen- und Tomatenkästen mit Matten ist notwendig. Gegen Ende
wesentlichen zur Pflanzenanzudrt; im Sommer werden sie ausgenutzt mit einer langlebigen Kultur, Mai werden die Kästen erneut versetzt; die Pflanzen müssen durch reid1liches Lüften vorher ab.-
z, B, Salatgurken. ‘ gehärtet sein, die Bohnen möglichst gehäufelt. Die Tomaten werden dann hochgebunden an Stäbe
und unter weiterer Ausbrechung aller Seitentriebe eintriebtg hod1gezogen und 1#2 Blatt über der
Fiir die Versorgung des Frühmarktes mit frischem Gemüse aus Kästen eignen sich nun 4._5‚ Blüte entgipfelt.
xorziiglich die versetzbaren kalten Doppelkästen. Sie sind den einseitigen Kästen erstens deshalb
vorzuziehen, weil sie in der Anschaffung pro qm Kulturfläche billiger sind, zweitens weil sie höher Nimmt der Markt Senfgurken auf, so ist dieses eine gute 3. Kultur. Die Pflanzen werden
sind und den Pflanzen mehr Luft und Raum zur Entwicklung geben. Die Größe dieser Kästen nicht zu warm 4 Wochen vorher, also Anfang Mai, ausgesät und aus 11 cm Töpfen Anfang
sollte aus naheliegenden Gründen innerhalb eines Betriebes einheitlich sein, zweckmäßig beträgt Juni ausgepflanzt, pro Fenster 1 Stück. Senfgurken vertragen keine zu große Wärme, keinen
sie je Seite 12 Fenster. Ein solches Fenster (holländ, Einscheibenfenster), mißt 80x150 cm Sdmitt, verlangen viel Luft und sind nadi 3 Wochen, d. h. sowie die Triebe den ganzen Raum
_93‚

' “"-\ \I \
bededct haben, von den Kästen zu befreien. Es können jetzt erneut, gewissermaßen ein zweiter
Satz, Senfgurken angebaut werden, die die Kästen bis Ende Juli für andere Verwendung freigeben.
Jetzt ist es sdiwer, eine Kultur zu finden, die eine vorteilhafte Ausnutzung der Kästen ge:
stattet. Um zu vermeiden, daß zu viele Fenster zu diesem Zeitpunkt frei sind, ist es ratsam,
schon Mitte April einen Teil der Kästen mit Salatgurken zu bestellen, pro Fenster eine Pflanze.
Salatgurken behalten die Fenster bis Anfang September. Einen 2. Satz Salatgurken bringt man

Monatsschrift für
--/ -—/ --
in einige der Anfang Juni frei werdenden Kästen. So ist also die Zahl der freien Kästen zu
Anfang August gering. Diese freien Kästen können gut mit Radies, Suppenkräutern, Kopfsalat biologischdynamisctae Wirtschaftsweise
bezw. Endivien bestellt werden, oder auch mit Buschbohnen (in Töpfen vorgezogen, pro Topf 2—3 (früher Mitteilungen des landwirtschat’tlichen Versuchsrirages
Bohnen), Spinat, Feldsalate evtl. unter anfänglicher Weglassung der Fenster. Später, im September, der Anthroposophischan Gesellschaft)
freiwerdende Kästen benutzt man dazu wärmebedürftige Kulturen wie Buschbohnen zu sdiiitzen
und erreicht auf diese \Veise eine Ausdehnung der Ernte bis in den Oktober. Audi ist es
Alle Rechte vorbehalten, ‚ Nachdruck verbotent
lohnend Petersilie zu überdecken, die im Herbst und Vorwinter lebhaft gefragt ist. Herausgeber: Versuchsring anthroposophischer Landwirte in Deutschland € V
Im leichten Boden können Anfang Oktober wieder Möhren zur Aussaat kommen, die den 5cbrtftle—itcing: Dr. B. Bartsch, Bad 5aarow (Mark) .
'

Dipl.slt\9‚ F. Dreidax, Bad Saarow/ {Mark}


ganzen Winter über unter den Kästen bleiben. Die anderen Fenster und Kästen werden während ..
Geschaftsstelle. Dr. B. Bartsch, Bad 5aarow (Mark) Postscheckkonto: Breslau 36266
des Winters in einem Schuppen gestapelt, sodaß sie abtrodmen können. Evtl. sind die Rahmen:
edcen zu ölen.
Die vorstehend angegebene Bestellungsweise ist nur ein Beispiel für die Ausnutzungs:
möglichkeit solcher Kästen, die entsprechend den Anbau: und Absatzverhältnissen abgeändert
Nr. 7 Jon 1952 7.
aan—af
werden kann. Zusammenfassend geht daraus hervor, daß mit Hilfe dieser Wanderkästen die Ernte:
zeit vorverlegt bezw. ausgedehnt werden kann; sie erfüllen also die eingangs erhobene Forderung
nach einer zeitlichen Verteilung des Angebotes und sd1ließen infolge ihres geringen Anschaffungs:
preises und ihrer vielgestaltigen Ausnutzungsmöglichkeit ein geringes Risiko ein.
Die Verwendung von heizbaren Treibhäusern wird in Bezug auf den inneren Wert der
gewonnenen Erzeugnisse zum Teil als weniger wünschenswert angesehen, und eine Kultur in
Häusern ohne Heizung (Kalthäusern und Kästen) fiir besser gehalten. Man sagt: die Kultur in
heizbaren Häusern ist „Treiberei“, die Kultur in Kalthäusern und kalten Kästen ist nur ein
„Fördern“ des Wachstums Ich meine, der Unterschied ist mehr graduell als grundsätzlich, und
da es doch auf eine lückenlose Marktbelieferung ankommt, also die Versorgung des Marktes mit
Gurken und Kohlrabi ab Ende März und mit Tomaten ab Mitte Mai, ist es nur zu begrüßen,
wenn um diese Zeit überhaupt Demeter:Produkte zu haben sind. Es scheint mir aber ein Wagnis
zu sein, lediglida auf Grund dieses graduellen Unterschiedes die Verwendung von Kalthäusern
zu propagieren, denn entscheidend ist die Frage der Rentabilität. ln Gegenden mit sonnenreichem
Frühjahr und in windgeschiitzten Lagen, in denen die Nachttemperatur im April.-Mai nicht zu tief
sinkt, ist das Kalthaus angebracht, anderenortes ist das Risiko groß. Vorkulturen von Spinat,
Radies, Salat, Zwischenkultur von Suppensellerie, Kohlrabi sind gut., aber die Hauptfrudat, Tomaten,
ist im Geldertrag unsicher, denn die Erntezeit trifft zusammen mit den großen Mengen italienischer
Freilandtomaten, die den Preis bestimmen. Zugegeben, daß die Kalthaustomaten auf Grund ihrer
besseren Qualität einen höheren Preis erbringen; die Frage darf aber nur lauten: liegen die zu
erzielenden Preise ober: oder unterhalb der Rentabilitätsgrenze. Es mag an sich die Auffassung
berechtigt sein, für Demeterware einen höheren Preis zu fordern, auf der anderen Seite ist es
besser und richtiger, daß sich die Demeterware nicht durch ihren höheren Preis, sondern ihre über:
legene Güte einführt und dadurch den Kreis der Abnehmer sdrnell erweitern hilft. Wählt man
die Kulturfolge anders und baut Tomaten erst nach frühen Buschbohnen oder Blumenkohl, wird ‚@
das Risiko keineswegs gemindert.

Man kann sich ja von der Entwicklung der handelspolitischen Verhältnisse nicht unabhängig Rother „\iiehmeide“ aus: „Der schöne \Vesterruald“ non O. Runkel, Str'cidersche Verlagsanstalt, Neuwied a. er
machen und die Frage über die wirtschaftlidien Aussichten des Glashausgemüsebaues generell
nicht beantworten. Bleibt die Einfuhr im bisherigen Umfange oder steigt sie, dann ist der Treib:
gemüsebau unrentabel, bringt uns die Zukunft die autarkische Wirtschaft, so fragt es sich ebenfalls,
ob bei sinkendem Lebensstandard auskömmliche Preise gezahlt werden können für Treibgemiise.
Die Schutzhecken auf dem Westerwald
Die unbedingte Empfehlung zum Bau von Kalthäusern und Warmhäusern ist daher bedenklich. Walter Hundt
Fiir den anthroposophisch strebenden Landwirt und Gärtner Geh"

\Xl'as wir aber unbedenklich machen dürfen, ist eine bescheidene Investierung fiir Produktionsmittel,
die zur besseren Marktbelieferung beitragen ohne die Ware erheblich zu verteuern. Man begibt
sich damit der Gefahr, daß die entsprechend der Rentabilitätsgrenze zu stellende Preisfordemng
schutzender Gehege, Hecken,
sdiredenen Aufsatzen der
von Wald und Amen zu einem
„Demeter“ natiiflich2ff Ble8dgijrfifige Trr‘iddeÄnnlage—
wird stets darauf hingewiesen, wie notwendii es ist
SZ?!—
vom Konsumenten nidit bewilligt wird oder werden kann. Sinne und seinen Blick zu sd1ulen fiir ein richtiges Verhältnis von Wald und
zum schüt%enden Heckme
Die Behandlung rein praktischer oder wirtschaftlicher Fragen innerhalb dieser Zeitsdirift mag
fremd anmuten, Und trotzdem, die große Demeter:Aufgabe bleibt ungelöst, wenn es nicht gelingt,
Kulturland.
w1e dieser Andererseits stößt er aber immer wieder bei dem Nachbar.-Landwirt dar
gerne seine Hecken ausrodet oder ausroden möchte. Der eine ärgert sich übe Efli
ill,
durch praktische Maßnahmen eine gesunde Rentabilität zu erzielen. Schattengras._dem andern wudiern die Hecken ins Feld, den dritten ärgern \Wurzeln dem vie taSi
sperren Sie die Aussrd1t, der fünfte möchte den Raum noch ausnutzen (und hat dabei 100
Morr in

brach), noch ein anderer findet den Sand auf dem seine Hedcen stehen bequem fiir die
MeTioii
121
f

120
«W
„.

die Anlage von \Valdungen


und Gehegen in ganz umfassenden] Maße in Angriff genommen
rationen der \Viese, kurz, man hat zahlreidie Einwände. Wenn man dann mit allen schönen
Begründungen kommt, erfährt man ein ungläubiges Lächeln und gehört dann zu den „Klugen“. werden mußte. Diese
Gehege sollten Dörfer und Land schützen. lm Jahre 1838 konnte
\V. Albrecht an die praktische Arbeit gehen, nachdem umfangreiche Vorarbeiten geleistet waren.
In unserer Gegend hier im Nordhannöversdren haben \xit wunderschöne alte Hecken, so:
genannte \Wallhecken. Aber immer wieder erlebt man die Rodung solcher mühselig und freudig .. Doch
gerade die Ausführung des Planes stieß auf großen Widerstand der \W/esterwälder.
(Wenn im Siegerlande einer eigensinnig ist, dann heißt es gleich, „Du bist ein Westerwäldcr
von den Vorvätern angelegten Hecken und vor allem erlebt man nie, daß irgendwo eine neue
Hecke angelegt wird. Did<k0pf. ) Die Wälder und Gehege sollten in das Gelände hineinprojiziert werden, wie es am
zwedrmaßigsten war und durchschnitten so oft das Eigentum der verschiedensten Grundbesitzer
lm Nachdenken über die Notwendigkeit der Hecken kam mir dann eines Tages die Er:
innerung aus jungen Tagen, wo wir wandernd hinauszogen in die nähere und weitere Umgebung
der Heimat. So sind wir oft in den Westerwald hinausgezogen, haben uns an seinen Hängen
Ein großes Maß von Geduld war notwendig, den Segen dieser Hed<en dem armen Land
geben. Die
Bauern
forderten unerhörte Preise für den ödesten Landstreifen, keiner wollte sein zu
Land durchsdrnrtten sehen. Die Gemeinden selbst Sabotierten oft durch Verweigerung jeder Hilfe
gesonnt und die eigenartige Landschaft bewundert, die sich uns bot. Denn weite Flächen dieser
Gegend sind durdizcgen von langen, schmalen Waldstreifen, die sich durch die Fluten gewisser:
maßen hindurchsd‘clängeln. Oft haben wir uns verwundert über diese Waldgestaltung, aber gefragt
.f]edjes Ddc1>rf
an no zur 0 daf\1hfli Äulrd
an
dieng(rteile zeines
Ortes. Eine Hedce, die die eigene Flur
n an , a er eine, ie eine Nachba f . * " ' sdiiitztel
«

und geforscht haben wir damals nicht. Die Landschaft breitete sich doch zu selbstverständlidt vor
uns aus, als daß man auf das Künstliche ihrer Natur gestoßen wäre.
daß Schutzhecken
vernid1te%
wurden, weil es so war. rlur Schuhen sollte. E3131v0rgekommcn,
Aber doch gelang es
es allmälilidi, daß die
Aber dann kamen die vorerwähnten Erlebnisse und im Heruntforsdien nach geschichtlichen Schutzhecken wud’iSen,
Belangen blieben eines Tages die Gedanken an eben diesem Westerwald hängen. In der Tat,
dieses weitgestreckte Land hat eine ganz eigenartige Geschichte in Bezug auf seine Gestaltung daß durch den uner:
müdlichen Einsatz des
hinter sid]. Regierungsrates Al:
Nlit einem Lehrer des \ersterwaldgebietes (Lehrer Runkel, Diesdorf) setzte ich mich in Ver: brecht das Werk wurde.
bindung, der dann diese Anregung benutzte, in einem längeren Aufsatze die Geschidite dieser Langsam machten sich
eigenartigen Landgestaltung durch riesige Schutzhecken, man muß schon sagen schmale Wälder, die Vorteile geltend. Als
darzustellen. indem ich nun auf diesen Aufsatz Bezug nehme, der durch weitschichtige Quellen: dann die Preise des ge:
forschung unterbaut ist, möchte ich das Wesentliche über die Entstehung und die Bedeutung dieser
““““ „„ ‘. sdaütztenLandesstiegen,

Schutzanlagen berichten.
7

\_ .
dakamau$demDümnr:

‘L
« -—‚
‚ .
Der Westerwald grenzt bis an den Rhein und liegt eingerahmt zwisd‘cen Sieg und Lahn. [, ‘ { |
"
, sten der erstand. Es
Durch falsche Forstkultur, durch Raubbau aller Beteiligten, der Bauern und der Fürsten, ist dieses
Höhengebiet, das einmal sehr waldreidi war, um das 14. Jahrhundert herum kahlgeschlagen worden.
Die Weidewirtsehaft betreibenden \Westerwaldbewohner schenkten dem Vf/alde wenig Beaditung.
,]/////,/ Hilf GEW L1’
ist eine traurige Ge.—
schichte, die Geschichte
Dann kam hinzu, daß das angrenzende Siegerland in seiner aufblühenden Eisenindustrie viel Holz in
5diutalleckc der Errichtung der
Gestalt der Holzkohle brauchte. Und sicher ist audi mancher Sdiiffsrumpf aus dem Holz des Denn
\Wester:
waldes entstanden. er
war Hoheitsgebiet der Oranier.
Aus: „Der schöne \Vestermalcl non O. Runltel“, Striidersdie Verlagsanstalt, Neuwied
versudit, Parallelen zu ziehen auf vieles, was heute im deutschen Bauernturn herumrumort. war?
}?Säifrxflralläeinasdlu-iz:
Nlan hat dann versucht, als „
Jedenfalls, die Hedcen wuchsen, die Witterung änderte sich, die Dörfer wurden nicht mehr
man die Gefahr der Versum:
pfung, der" Verödung dieses
so ubenagt von
den Schneestiirmen. Die Saaten winterten nicht mehr aus. Die Fruditbarkeit
Landgebietes erkannte, durch
hob SlCh und die
„dankbaren“ Westerwälder errichteten am Fuße der oberen Westerwaldterrasse
Dekrete und Verordnungen W. Albrecht ein Denkmal. Dieses Denkmal ist nun Zeuge, weniger der Dankbarkeit aber der
dern Roden der Wälder Ein-
hruchtbarkett und dem Segen einer Arbeit und der Unerschrockenheit und der Geduld Mannes. eines
Bei der Anlage der Gehege hat man sich in der Hauptsadie auf Fichten beschränkt. In
halt zu tun. Aber die furcht:
baren Folgen der Kriegszeiten der Regel pflanzte man etwa 30—50 rn breite Streifen, manchmal audi nur wenige Baumreihen.
werden auch hier Erkenntnis:
Mit der Zeit heilteten sich diese’Hecken unten aus und boten nidit mehr den vollkommenen Schutz.
fähigkeit und Verantwortung Da ging man dazu über und pflanzte neben den alten Baumreihen neue. So kennzeichnet nun

getrübt haben. In den darauf:


ein
ununterbrochenes Sterben und Werden diese Schutzgehege. Diese Neuerungen fanden nidit
folgenden Jahrhunderten tritt mehr4die \V1derstande‚ die sich bei den ersten Anlagen geltend machten. Man pflanzte sie wo
man ihrer bedurtte. ’
dann eine große Verarmung
der bis dahin wohlhabenden diese
Heute Slt’lEl Gehege dern Forstschutz unterstellt, wurden eingegliedert in die Wald:
komplexe der Gemeinden und werden von Gemeindeförstern verwaltet und gesdriitzt wie alle
Gemeinden ein, ganze Dörfer
. ,. }Valdungen. Im Jahre 1902 machten die Schutzgehege für den Oberwesterwald sdron rund
300 ha Wald aus. Seitdem hat die Bewaldung weitere Fortsdtritte gemadit. Der Westerwald ist
\Winterbild vom \Westermald (Gierend) ,
G“.'mde'
gehen zu
andere geworden.
Aus: „Der schöne \Wl'estermald von O. Runkel“, Striidersche Verlagsanstalt, Neumied terung Däe..\x/I‚lä
war eine grun spricht
ManSatz} darum} heute langst nicht mehr das Land, von dem man im 19. Jahrhundert sagte: Man sieht
dortnichts anderes, als Himmel, Pfützen und Steine. "

noch heute davon, wie öde und arm der Westerwald war. Ja, man halt die Gegend heute noch
für eine Ödnis, denn mand'ier Ausdrudc ist in den allgemeinen Gebrauch der umliegenden Gegenden
_
Fur den anthi'oposophisdien Gärtner und Landwirt gibt es wohl kaum ein klassisdreres
Beispiel von der erfreulidien Wirksamkeit einer gesunden Anlage von Wald Hecken und Ge-
aufgenommen, der sich auf die Armut und die Rauhheit des Westerwaldes bezieht. Dabei ist der hegen, wie das Beispiel des Westerwaldcs. ’ -
Boden des Westerwaldes ein fruchtbares Verwitterungsprodukt des Basalts, der unter günstigen Herr Lehrer Runhel gibt als Quellen an:
Bedingungen sogar weizenfähig ist, wenn auch die Höhenlage nur kurze Sommer bedingt. Gauser, „Die Erschließung des \Vestermaldes“, Bonn.
An ein energisdaes Abstellen der sicher furchtbaren Zustände ging man erst im Jahre 1830. Becher, „Beiträge 3ur Siedlungsgeschichte des Westermaldes“, Marburg.
Hungersnot und Seuchen herrschten andauernd, kalte \Winter ließen oft nicht zu, daß die Kartoffeln hetjler, „Die_Sdmt39eliege des Westermaides“, Zeitsdirift des Vereins für nass. Land: und Forstroirte 1888
rechtzeitig aus der Erde kamen.
Die nassauische Regierung sandte einen tatkräftigen Mann, den Regierungsrat Albrecht, den
_ \V1esbaden.
Kef;ler, „Die \Walderneuerung des \Westermaldes“, Nassomia 1902, \Y/iesbaden.

Persönliche Mitteilungen non Forstm., Behien, Bach und Dr. R. \Veber, Marienberg (\Westermald).
Westerwäldern zur Erforschung der Ursachen der Not. Albrecht erkannte, daß außer dem hohen
7Wassergehalt des basaltisdaen Bodens in erster Linie die Schutzlosigkeit vor Wind die Wester:
wälder Not bedingte. Hilfe erblidcte er außer in einer durdigreifenden Entwässerung darin, daß
f122f ‚ 123 ‚

Die Etdvorräi:e des Gärtners


Dr. Jungmann
daß in der" Regel eine abwechslungsrcidiere Anzudit gehandhabt würde, um die Lebendigkeit des
Gärtnereiorganismus in ihrer günstigen Auswirkung zu sichern. Welche versdiiedeneri Gesichts:
punkte in einem solchen Organismus zu beriid<sichtigen sind, wurde in dieser Zeitschrift bereits
von anderer Seite (M K. Schwarz) dargelegt, sodaß hier von einer Wiederholung abgesehen
Die Literatur, die sich auf das Studium der Pflanzensd'rädlinge aller Art bezieht, sdiwillt werden darf. '

von Jahr zu Jahr an. Die Versuche iiber Sdi'zidling3bekämpfung verschlingen in allen Kultur: in jenen Aufsätzen ist auch davon berichtet werden, wie die Kornposte und Nliste in Haufen
staaten jährlich riesige Summen, die Mittel gegen die Krankheiten und Feinde der Pflanzenwelt gesetzt und auf weldie Art sie präpariert werden müssen, um den Riditlinien der biologisdr:dy:
sind ungezählte, in allen Sdiattierungen der Gifte als Gase, Flüssigkeiten Lind Salze. Helfen sie? namischen biethoden zu entsprechen. Es darf daher diese Vorbereitung der Erden und Düngererden
Oder werden nicht alljährlich wieder eine Menge neuer Schädlinge festgestellt? Auch didce als bekannt vorausgesetzt werden. Von wesentlichem ln:
\Verke über Rauchgas, Ruß, Staub, Abdämpfe und Abwässer als Schäden fiir die Pflanzen teresse für den Praktiker wird es aber sein, die Stellung der
werden veröffentlicht. Es ist ersdiütternd, was alles an zerstörenden Kräften auf die Vegetation einzelnen Erdarten zueinander vom Blickwinkel der biolo:
eindringtl Was tut nun der Mensch dagegen? Er lernt vielleicht einen Teil der Sdiäden, die er
gisch:dynamischen Arbeitsweise zu betrachten.
unmittelbar verursacht, zu vermeiden, wie die letztgenannten, aber die Pilze und Bakterien und Bald mehr, bald weniger werden die verschiedenen
viele andere dagegen bleiben. Hier steigert sich der Kampf des Menschen gegen die Krankheits: „„i .La,„
keime und anderen Feinde ins Riesenhafte und man sucht mit allen Mitteln modernster Wissenschaft Erdarten durch die Tätigkeit des Nienschen hergestellt oder
und Technik zu vernichten. Vielleidit ist ein Vergleich aus dem menschlichen Leben erlaubt um verbessert. Bei den einen könnte von Dünger, bei den
die Gedankenriditung der Kämpfer besser zu zeichnen. anderen nur von Hilfserden gesprochen werden. Es läßt
'mumar» Rasen. Ton. ihm mad. fd:Ut.
Wenn ein Mensch lange Zeit hindurch in einem Zimmer gearbeit hat, ohne sich eine Erholung sich vielleicht am besten ein Uherblid< gewinnen durch die
zu gönnen, dann wird er blaß und kräriklidi, Durch einen Aufenthalt in möglichst von Menschen
nebenstehende Figur.
ungestörter Natur, in schöner Landschaft wird er sich verhältnismäßig rasch erholen. Durch den Gebrauch der Spritzmittel ist es dem
Würde man sich in diesem Falle einen Erfolg versprechen, wenn statt dieser Tage, in denen beobaditenden biologisch:dynamisch arbeitenden Gärtner ge:
die lebendigen Kräfte und anregenden Eindriidce einer reinen Natur ihren Einfluß auf diesen läutig, daß der Kiesel: und Kalkprozeß eine sehr wesentlidie
Menschen haben konnten, z. B, das Arbeitszimmer desinfiziert und neu angestrichen worden wäre, Rolle ini>Pfianzenleben spielt. Daß es sich einerseits um
eine starke Wirkung der Wärme, des Lichtes und der
oder wenn der Kränkliche doppelt so viel zu essen bekommen hätte, wie vorher?
Bei der Pflanze glaubt man aber auf ähnliche Weise helfen zu können. Luft handelt, andererseits diesen Kräften das Feuchte,
Schattige, Erdhafte entgegensteht.
Sie ist doch auch abgetrennt in gewissem Sinne von dem, wo die Harmonisierung in vom Ferner wird durch die Handhabung der Aussaat einigermaßen hervorgetreten sein, daß durch
Menschen ungestörten rhythmischen Ablauf der Naturvorgänge sich auswirkt. Und zum Ausgleich die Vermittlung des Wassers die Wirkung der erdnahen Planeten bierkur, Venus und Mond
sucht man ihr mehr Nahrung zu geben und die Umgebung von allem sogenannten Schädlichen zur Geltung kommen; während durch das Kieselige die kosmisdien Kräfte des Saturn, Jupiter
zu reinigen. \Wären nicht die Mißerfolge- im Geldbeutel zu spüren, so hätte man noch nicht ein: und Nlars ihren Einfluß zeigen. Mit der \Wärme, dem Licht und der Luft steht das sich Ver:
gesehen, daß die Rauchplage, die üblen Gerüche und Substanzen, welche aus den Fabriken ent: flüchtigende, Ausdehnende in Beziehung, dem das Zusammenziehende, Festwerdendein Ver:
weichen, der Asphaltstaub und vieles andere mehr für die Pflanzen einen Nachteil bedeutet. ,

bindung mit den Kräften des Wassers und der Erde entgegentreten. In diesem letzteren Prozeß
Was kann nun ein Gärtnereibesitzer tun für die gesunde Entwidclung seiner Pflanzen, wenn spielt das Kalte, Schattige, Lichtlose, Humose, alles das, was durch die Fähigkeiten des Kalkigen
er durch die Lage seines Besitzes und die geldliche Unmöglichkeit eines Abwanderns gezwungen hereingeholt wird, wie das Stickstoffartige und Versauernde die Hauptrolle.
ist, in der Stadt zu bleiben?
Er kann schon von Anfang an seine Kulturen in harmonischere Verhältnisse bringen, wenn Die Figur zeigt daher an der oberen Ecke das an, was sich an Erdarten noch im Bereiche
er als biologisch:dynamisä arbeitender Gärtner sich das auf solche Weise gezogene Saatgut der W'ärme—LichtfiKieselwirkungen befindet und auf der anderen Ed<e stehen die dem Kalk:
beschafft, es richtig mit den in dieser Arbeitsweise empfohlenen Mitteln heizt und unter Beachtung prozeß mehr oder weniger stark unterliegenden Bodenarten, die entsprechend ihrer Entstehung von
der Mondphasen zur Aussaat bringt. Abgesehen von dieser Möglichkeit die Gewächse in den Stufe zu Stufe mehr in das Wässerige hineinsinken. Das hier als „Prozeß“ Bezeidinete, ist nidit
riditigén Entwicklungsrhythmus hineinzustellen und ihnen dadurch schon einen Ausgleich für die Nach: gleidizusetzen dem, was in der Chemie unter einem Prozeß verstanden wird, sondern umfaßt ein
teile in ihrer Umgebung bieten zu können, hat der Gärtner aber in der Erdmischung einen ganz viel weiteres Gebiet. Es zieht audi alles herein, was sich auf anderer als der chemisch:minera:
wesentlichen Bundesgenossen im Kampfe gegen die Schädigungen, Leider wird aber auf die tischen Stufe abspielt und ebenfalls zu dem Kalk—KieselAPolaritätskräftespiel beiträgt. Auf der
Qualität der Erde vielfach zu wenig \Vert gelegt und das Aussehen der Erdmagazine läßt oft wagrerhten Diagonalen sind solche Erdarten verzeichnet, die der Gärtner durch Verwendung von
nur geringe Sorgfalt erkennen.
7

teils pflanzlichen, teils tierisdien Stoffen und nach längerer Bearbeitung erst reifen lassen muß.
Wie der Landwirt auf seine Misthaufen stolz sein sollte, so müßte der Gärtner seine Erd: Es ist bei der obigen Zeichnung fiir den Praktiker ganz interessant zu sehen, daß gerade
lager als eine Schatzkammer seines Arbeitsbereiches anschauen. Er müßte sie ständig bei seinem die beiden Arbeitsstoffe, die er bei der Vermehrung verwendet, Sand und Torf, als die äußersten
täglidiefl Rundgang durch den Betrieb zu sehen bekommen und daher am besten unweit des sich genau entgegenstehen. Daß der Torf auf die Seite des Kalten, Lichtarmen gehört, ergibt
Hauses anlegen und mit den Arbeitsplätzen durch eine kleine Feldbahn zu verbinden suchen. sich auch aus der geographischen Verteilung seines Vorkonimens. Er findet sich nidit in wärmeren
Die Rationalisierungbestrebungen haben einen Nachteil audi in dieser Richtung gezüchtet, Zonen. Was soll denn bei der Vermehrung erreicht werden? Das Weiterwadistum ist dabei
nidit das Wichtigste, sondern die Stoffe und Kräfte, die sonst in Stengel und Blatt hineinströmen,
indem versucht wurde für möglichst viele Kulturen eine Universalerde zu verwenden, Hand in sollen nun der Wurzelbildung zur Verfügung stehen, Durch das stark Sandige des Substrates
Hand damit ging eine allgemeine Schematisierung der gärtnerischen Arbeiten. Es sei gerne zu: wird dasjenige gestaut, was sonst nach oben wirkte. Durch das Wässerige des Torfes wird ver:
gegeben, daß in früheren Jahren eine zu weit gehende ängstlich ausgetiiftelte Erdartenzusarnrnen:
stellung üblich war. Aus meiner Gärtnerlehrzeit ist mir nod'i deutlich erinnerlich, wie schwer es hiitet, daß die neuen zarten Bildungen durch die Beetwärme vertrocknen und den einseitigen
oft war bei den vielen verschiedenen Kulturen im Kopfe zu behalten, wieviel Aditel von dieser
Wirkungen des Kieselprozesses unterliegen. Das, was kosmische Kräfte sind, soll einwirken auf
und wieviel von jener Erde genommen und mit weldiem Teil Sand alles schließlidh vermischt die Neubildung von Wurzeln. Es handelt sich zunädist darum die inneren Kräfte des Stecklings
werden müsse Heutzutage läßt sich in einem flotten Handelsbetriebe eine derart umständliche so zu steigern, daß er sich zur vollständigen Pflanze ergänzt. Dann erst können die Prozesse
Handhabung natürlich nicht mehr durchführen, sondern wird zur Vereinfadiung der Erdmischung eingreifen, die durch das Humose, durch die sogenannten terrestrisdien Kräfte sich im Ausfüllen
oder zu wenigen Kulturen mit Spezialerde fiihren. Das Endergebnis ist aber im Grunde ge: der Form, im Bilden von Masse äußern,
nommen eine gewisse Einseitigkeit, etwas, was schon zu einer Art mechanischem Betrieb hinneigi. Wenn der Torf im Vermehrungsbeet verwendet werden kann, so ist das ein Zeichen dafür,
Einseitigkeit ist auf jedem Gebiete von Nachteil und führt zum schließlichen Absterben des Be: daß er nidit zur Fäulnis oder Verwesung neigt. Anderenfalls wäre eine Sted<lingsvermehrung
im Torf schadenbringend. Nur eine zu starke Wässrigkeit in Verbindung mit Kälte wiirde den
triebes. lm Gartenbau wirkt sich diese Einseitigkeit durch sdflechtes Wadistum, Anfälligkeit der meisten wurzellosen Pflanzenteilen nach einiger Zeit schaden. Dieser kritische Umstand wird aber
Pflanzen gegen Pilze und Schädlinge aller Art besonders stark und bei einem Mißerfolg der allein:
durch die Wirkung von Sand und Wärme ausgeglichen.
betriebenen Kultur in einem Zusammenbruch der Gärtnerei aus. Es wäre daher zu wünschen,
.:
124 .:
‚1257

Zwecke mit pi‘äparierter .Jauche getränkter Torf verwenden, aber die Einbrin n v ‘ ‘

T- o r f
Gerade der Torf spielt heute eine große Rolle in Landwirtschaft und Gartenbau, sodaß es
Mittel
wenn
in den Boden sollte nur nach sehr reiflid1er Überlegung
vorgenommenglfvegrderfnurcildesriüf
auf eine andere im Lebendigen bleibende Weise keine Hilfe gegeben werden kann. Durch
angebracht erscheint ihn gleich an erster Stelle zu besprechen. In den Angaben über die wichtigsten Schernerfolge im Wadistuni der Pflanzen auf Kosten der Qualität darf man sich nidit blenden
Unterschiede zwischen Wiesen: und Heidemooren findet sich bei Graebner*) folgende Zusammen:
stellung über die Torfbildung:
lassen.
DerTorf sollte als Pflanzerde oder starke Beimischung nadi Möglichkeit ausgeschaltet
werden. Die _isolierende Eigenschaft madit ihn aber dem biologisch:dynamisd1 arbeitenden Gärtner
l. Die \Wiesenmoore entstehen auf Flächen, die unter Wasser stehen, sich gleichmäßig wenig
über den \Vasserstand erhebend. Die Heidemoore entstehen selten im Wasser, meist auf feuchtem
wertvoll fur die Abdeckung der präparierten Komposthaufen oder zum Konservieren der Präparate
Eine langer dauernde Bodenbcdeckung durch Torf herbeizufiihren, muß ebenfalls infolge dei
Boden über dem Grundwasser und wachsen über dieses weit und oft ungleichmäßig hinaus,
2. Die Wiesenmoore werden besonders von grasartigen Pflanzen gebildet, selten aus \Vasser:
starken lsol1erungsfähigkeit
in die Erde.
abgelehnt werden. hleistens kommt dabei der Belag doch ungewollt
Es ist für Boden und Pflanze weit günstiger niit halbverrotteter präparierter Laub:
oder Astmoosen. Die Heidemoore bestehen in der Hauptsache aus Torfmoos. erde abzudedcen, „welche im Verlauf des Jahres zerfällt und nadi dem Bodenbelag ohne Mühe
3. Die Pflanzenreste der Wiesenrnoore bilden sd1warzen amorphen Torf und sind so zer: auch nodi eine Dungung abgibt. Hierbei wird der Lebensprozeß gefördert und nicht wie beim
setzt, daß sie mit Ausnahme sehr widerstandsfähiger Teile kaum wiedererkannt werden können, Torf gerade zum Erliegen gebracht.
in den Heidemooren sind sie namentlich in den oberen Teilen besser bis sehr gut erhalten. Wenn in Büchern über Pflanzenlculturen vom Torfgebrauch die Rede ist, so wird meist
4

.
4. Das Wasser der Wiesennioore ist kalkreich, das der Heidemoore gewöhnlich kalkfrei richtig angegeben, daß eine Lagerung, häufige Umarbeitung, Entsäuerung und Durchli.iftung vor:
oder doch kalkarm. angegangen sein muß. Es wird also erkannt, daß hier ein Pflanzstoff vorliegt, dem weitgehend
5. Der Torf der \Y/iesenmoore ist schwer und reich an mineralischen Teilen, nährstofffeidi
(10H300]0 Asche); der Moostorf ist leicht und arm an solchen (ca. 5°,’„), nährstoffarm. das fehlt, was gerade die biologisdndynamische Wirtschaftsweise braudit: die lebendigen Bilde:
krafte. Es ist daher vom Standpunkt der Pflanzen:Oualitätserzeugung nicht recht einzusehen
6. Der Torf der Wiesenmoore ist gewöhnlich dicht, daher naß, meist schmierig, leitet das warum der; Mensch seine Pfleglinge gerade in einen Boden hineinbringen will, der viel von sd
Wasser schwer, deshalb kann er oben ganz trod<en und in geringer Tiefe schmierig:naß sein (für etwas enthalt, Wie dem Torf, der sich zwangsweise von dem Lebendigen hat abkehren müssen
gärtnerische Kulturen fast unbrauchbar). Der Torf der Heidemoore ist fast ganz gleichmäßig feucht
oder trocken, weil er das \Wasser gut leitet und luftreich ist (für gärtnerische Kulturen sehr ge: und der sich auch mit dem besten Willen des Gärtners nur selten verlebendigen lassen wird
weil er bereits zu weit auf dem Wege der Mineralisierung vorgeschritten ist. ,
sucht), die Wasserbewegung ist in ihm im wesentlichen absteigend.
Der Torf, welcher nach einer Entsäuerung durch Auslaugen im Gartenbau gebraucht wird,
ist der nährstoffarme. Es ist daher wunderlich, daß Molisdi in seiner Pflanzenpliy$iologie den
Torf unter der „Reihe ganz ausgezeichneter flüssiger und fester Dünger: Stallmist, Jauche, Torf,
Chilesalpeter, Kalkstidcstoff“ usw. aufführt. Nach Ad. Nleyer enthält Moostorf nur etwa 0,8“/o Stidc:
stoff. Der gärtnerisch verwertbare Torf entstand aus dem Sphagnumpolster, das infolge seines
langsamen aber stetigen Weiterwachsens die älteren Teile des Mooses immer mehr von dem Ein:
fluß der Atmosphäre abschloß und in die ständige Wasserzone hinabdrüdcte, bezw. den Wasser:
spiegel hob und dadurch das Gleiche bewirkte. Es hörte aber die Lidit: und Wärmewirkung
allmählich auf. lm Torfmoos (Sphagnum) lassen sich bekanntlich sowohl Kakteen wie Orchideen
und Alpine mit Erfolg kultivieren. Bei den Orchideen legte man allerdings besonderen Wert
darauf lebendes Moos, dessen Köpfe weiterwuchsen, zu verwenden. Hierbei liegt das Wesentlidae
in der guten Durchliiftuiig und der Wasser:Aufsaugfähigkeit und :Abgabe ohne Fäulnisvorgänge
im Substrat und der mineralisdien Nälirstoffarmut. Ein Hinweis auf eine Fähigkeit der Pflanzen
den Hauptteil der Aufbaustoffe aus der Luftumgebung aufnehmen zu können! Beim Torfmull
ist das Moos aber bereits tot. Es sind keine Lebensprozesse mehr festzustellen, sondern es ist
eine rein physikalische Wasser.-Aufnahme und :Abgabe wahrzunehmen. Wenn also hier an die
Stelle des Lebens der Absterbeprozeß getreten ist, so muß genau beachtet werden, daß damit
der Torf sich eigentlich schon an der Grenze der Mineralisierung befindet. Wird der Prozeß
weiter verfolgt, so sieht man den tieferliegenden Torf als Brennstoff, die nädi3tältere Bildung als
Braunkohle, die nod1 ältere als Steinkohle verwertet. Niemand würde es normalerweise einfallen,
diese zu Bodenverbesserungen gebrauchen zu wollen. Ein Vergleich der Analysen, wie sie Ra:
mann in seiner Bodenkunde gibt, dürfte von Interesse sein.
Kohlenstoff Wasserstoff Sauerstoff Stid<stoft
Torf 53g58“/0 5—Ö°/„ 28e35°,l0 2,0”(n
Braunkohle 55»— F5 3#6 10#26 0,8
Steinkohle (4„93 0,5#5 3—«30 0,8
Anthrazit über 90 05—3 0—3 Spur
Mit der Anreid'terung an Kohlenstoff nimmt der Sauerstoffgehalt ab. Kompostanlage M. K. Schmar3, Birkenhof:Worpsmede
Aus dem bei der Erwähnung der Vermehrungsbeete über den Torf Gesagten geht ebenso
wie aus dem eben Angedeuteten hervor, daß seine Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Ver: Mo 0 r e r d e
wesung oder Fäulnis ein Einverleiben des Torfes in den Bodenorganismus fragwürdig macht. Er In der gärtnerischen Praxis wird häufig versucht durch eine Mischung des Torfes mit Laub
kann nicht ohne weiteres verarbeitet oder verdaut werden, sondern bleibt in dem Boden meist als
Fremdkörper, bald schwellend voll Wasser, bald trodcen, liegen. Es ist natürlich für mandie und Heideerde, Kies und Sand eine Art Moorerde herzustellen. Die eigentliche Nloorerde ist
md1t so weit in der Versäuerung und Verfestigung gekommen wie der Torf, sondern steht eine
Böden eine physikalische Verbesserung durch Hineinbringen von nassem Torf möglich, aber es Stufe höher. Sie ist aber trotz allem nur für wenige Pflanzenarten wie Ericaceen etc. und typische
muß ein gewisses Maß der Mischung genau innegehalten werden. Anderenfalls wird die Lebendigkeit
des Bodens zu weit gestört durch die isolierende tote Schicht des Torfes, oder nodi weiter herab: Moorbeetgewädise verwertbar. Es interessiert vielleidit einen Vergleich des prozentualen Gehaltes
gesetzt, als sie es ohnehin oft sdion ist, und es entsteht Schaden. Gewiß läßt sich audi zu gleidiem an sogenannten Pflanzennährstoffen aus der Moortrodcensubstanzanalyse kennen zu iernen.*)
*) Schneidervind „Ernährung der landiv. Kulturpflan3en“.
*) Graebner, „Die Pflanzenwelt Deutschlands“ Seito3f3.
126

Stidcstott Asche Kali Kalk Phosphorsäure Die Verwendung des Glases in Form von Gewädashäusern hängt von. einer Reihe von
Voraussetzungen ab, die im Drange es den Holländern in Deutschland gleichzutun nicht sorgfältig
Hochmoor 0,8:— 1,2 3,0 0,05 0,25 0, iO
genug geprüft und beachtet wurden. Diese Voraussetzungen können im nad1folgenden erblidat werden:
Niederungsni. 2,5#4 10,0 0,10 4,00 0,25
1. Die holländischen Gemüsebaubetriebe sind meistens Familienbetriebe; das heißt die Fa:
Die M.oorercle, die dem Niederungsmoor entstammt, weist somit einen größeren
und Kalkgehalt auf. Mit dem stärkeren Kalkgehalt hängt vermutlich auch das öftere Eingehen Stidcstoff: milie stellt die Arbeitskräfte, die ihre Energie und Initiative restlos einsetzen und über beste aus
einer guten Tradition heraus überlieferte Kulturkenntnisse und :Praktiken verfügen. Der hollän:
von kultivierten Phododendren zusammen, von denen manche den Kalk nicht vertragen. Am dische Anbauer ist dabei in seinen Lebensansprüchen außerordentlich bescheiden und geht ganz
meisten bevorzugt ist die feinsandige Moorerde, die aus üppigern Wad1stum der Süßgräser feuchter in seiner Berufsausübung auf. Das Lohnkonto Soldier Betriebe ist außerordentlich niedrig.
Lage hervorgegangen ist. Es ist also nicht Sumpferde, die abgeschlossen von der Luft
gebildet
worden ist, sondern sie besitzt noch eine gewisse schwache Lebendigkeit. Diese, sowre die Nahr: 2. In Klima, Lage und Bodenbeschaffenheit walten in den holländisdren Anbaugebieten die
stoffarmut, sind wohl die Hauptursache des langsamen, schwachen Wuchses der Moorpflanzen, günstigsten Verhältnisse. Die Luft ist fast immer mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt erfüllt.
in deren feinzerteiltem Wurzelwerk sich gerade die Wirkungen terrestrischer Kräfte stark ausprägen. Anhaltende Trockenheit oder stauende Nässe, große Kälte oder große Hitze treten äußerst selten
auf. Die Temperaturschwankungen sind gering. Gegen den \Wind wird durch geeignete Pflan:
hauberde zungen meist ein wirksamer Schutz erriditet. Diese angenehmen klimatischen Verhältnisse be:
Eine andere der Humuserden, die auch ohne menschliche Bearbeitung in der Natur vor: einflussen den Boden ebenfalls in der günstigsten Weise. Der Boden darf ja niemals allein für
kommt, ist die Lauberde. Hauptsächlich gebildet aus dem verwesenden Laube und den abge: sich betrachtet werden, sondern ist in seinem Belebtsein nur im Zusammenhang mit dem Kli:
storbenen Zweigen und Ästen unterliegt sie in der schid1tweisen Häufung auf dem
immer noch sehr stark den feuchten und im Winter besonders den verfestigenden Kräften. Im
Waldboden matischen zu verstehen. Alles Krasse ist von ihm ferngehalten; der Feuditigkeitsgrad im Boden
ist ein gleidimäßiger, weil der Holländer eine ausgezeichnete Wasserstandsregulierung in seinen
Gegensatz zu der Heideerde ist hier eine stärkere Stidcstoffbindung erfolgt, die aus der größeren Anbaugebieten getroffen hat. \Wasser ist der ständige Regenerator des meisten holländischen Bodens.
Astralität der Bäume und dem reidien niederen Tier: und Pflanzenleben ihre Erklärung findet. Es erhält ihn in seiner Humuskraft und entzieht ihm schädigende Wirkungen, da das \Vasser sich
Es ist für die Bewertung der Lauberde wesentlidi zu beachten, daß nach Hamann z. B. beim ständig in Bewegung befindet und so dem Boden stets frische Stoffe zuführt und Kräfteprozesse
Buchenwald, der für die übliche Lauberde in Frage kommt, von den zum Wadastum der Buche zur Auslösung bringt. Sinnreiche Pumpeneinrichtungen tätigen diesen belebenden Wasserstrom.
erforderlichen Kali:, Phosphor: und Kalkmengen, vom ersteren fli’._„ vom zweiten “la, vom Kalk sogar Das \Wasser muß ja abgepumpt werden, weil zahlreidie Anbauflächen ein Erhebliches unter dem
% im abfallenden Laube dem Boden wieder zugeführt wird. Der vom Forstmann so gefürchtete Meeresspiegel liegen. Die Tätigkeit des durch das Pumpen in Fluß gehaltenen \Wassers macht es auch
Rohhumus, die Vermoderung bei \Wasser: und Luftmangel, liefert natürlich keinen für Pflanzen: verständlich, warum die verhältnismäßig starken Kunstdüngergaben den holländischen Böden bisher
zwecke geeigneten Boden. Durch die Lebenstätigkeit der Bäume und Sträucherusw. sind die
genannten Stoffe bereits aus dem Bereiche des Mineralischen heraufgehoben. Der Kali:Phosphor:Kalk:
nicht offensichtlich schadeten. Trotz intensivster Nutzung bewahren diese Böden ihre frische Wachs:
tumskraft.
Prozeß spielt sich hier schon auf der Stufe des Pflanzlichätherischen ab, wenn er mit der
erde an die Kulturen herangetragen wird. Das ist das Wichtige, weil die Pflanzen dann in der
Laub: 3. Eine systematisch durchgeführte Pflanzenauslese bei der Saatgutgewinnung, sorgfältigste
Sortenwahl, die überall durchgeführte gute Sortierung der Erzeugnisse, ihre Unterbringung in ge:
Lade sind, das ihnen Wesensverwandte schnell zu verwerten. Für den Grärtnereibedart Werl eignetem Verpadcungsmaterial haben vieles dazu beigetragen, holländischen Erzeugnissen im Handel
haiTptsächlic‘h das weichere Laub gesucht, doch kann mit Hilfe der biologisch:dynamischen Präparate und auf dem Nlarkte den Vorzug zu geben.
aud1 sonst weniger schnell verrottendes Blattwerk und Zweige bei guter Pflege innerhalb eines 4. Der Holländer baut seine Gewächshäuserblodcs gegenüber der deutsd'ren Bauweise viel
Jahres zur Erzielung einer vorzüglichen Lauberde führen. Eid1enlaub ist wegen der
weniger angenehm. Audi sollten Koniferennadeln möglichst nicht untergebracht werden, da sre
Gerbsaure leichter, einfad’rer
#

man kann schon sagen


#

primitiv. Nur die Gurkenhäuser sind stabiler ge:


baut. Das gesamte Baumaterial bezieht er um ein Erhebliches billiger als die Anbauer in Deutsch:
zu schwer vererden. Die Lauberde ist immer etwas sauer und bedarf einer tüchtigen Bearbeitung land; dies gilt besonders für Holz, Eisen und Glas. Auch die Montagekosten, soweit die Mon:
und sad'tgemäßen Lagerung um die nötige Belebung zu erfahren. Der große Wert halbverrotteter ‚tage nicht durch den Anbauer selbst geschieht, erweisen sich als wesentlich niedriger, da die Löhne
Lauberde als Bodenbelag darf hier nochmals erwähnt werden. Hierbei kann dem Bodenbelag ganz im allgemeinen in Holland nidit so hoch sind als in Deutschland. An Unterhaltungs: und
eine Bodenabschließung nicht mehr zugesprochen werden, weil auf den Kulturbeeten die Warme:, Reparaturkosten investiert der Holländer so gut wie nichts; sie mad1en beim deutschen Anbauer
Licht: und Luftkräfte freier wirken wie im geschlossenen Waldbestand und sich die Praparate einen erheblichen Posten aus.
geltend machen. (Fortsetzung folgt.} 5. Selbst das Heizmaterial ist in Holland billiger; audi wird davon nicht soviel gebraucht,
weil die Außentemperaturen ausgeglidaener sind als in den meisten Anbaugegenden in Deutschland
\Wird diesen wesentlichen, soeben angeführten Untersdaieden gegeniiber den Verhältnissen in
Betrachtungen über Gemüsekulturen.
'

Deutschland eine volle Beachtung gesd1enkt, so zeigt es sich doch, daß in Holland neben er:
die unter Glas gezogen werden fahreneren und billigeren Arbeitskräften, billigerem Bau: and Heizmaterial, also im ganzen viel
niedrigeren Erzeugerkosten, vor allen Dingen in Klima, Lage und Boden eine Grundlage für den
M. K. Schwarz Frühgemüsebau geschaffen ist, die in Deutsd11and nur in ganz wenigen Gegenden in Frage kommen

Von Jahr zu Jahr wächst die Einfuhr an gärtncrischen Erzeugnissen aus dem Ausland, kann. Daraus schon geht klar hervor, daß es nidit möglich ist, diesen holländischen Frühgernüse:
bau in Deutschland ohne weiteres nadazuahmen, soweit dabei Gewäd13häuser Verwendung finden.
namentlid1 aus Holland, stärker heran zu einer Zeit, in der sie im Binnenland nicht ohne be: Der Frühgemüsebau in Holland besteht nämlich nicht nur darin, Glas zu Gewädishäu3ern zu ver:
sondere Einrichtungen herangezogen und geerntet werden können. Der deutsche Gemüsebau ist wenden, sondern dem Glas in Form von Frühbeeten und als Wanderglas weitgehend Raum zu
durch diese Tatsache vor, die Frage gestellt werden, den holländischen Gemüsebau zu studieren gewähren. Gerade das letztere sd1eint fiir die Gestaltung der \Virtschaftlichkeit eines Betriebes
und in Deutschland alles daranzusetzen, die gleichen Einrichtungen für den Frühanbau zu treffen, bei näherer Betrachtung von sehr großer Bedeutung zu sein. In der Verwendung des Glases muß
wie sie in Holland bestehen und erfolgreich genutzt werden. Von Reichs wegen wurden erheb:
liche Kredite zu solchen Einrichtungen zur Verfügung gestellt, damit die Einfuhr möglichst ein: eben auch eine Entwidclungslinie verfolgt werden. Ein Frühgemüsebetrieb wird zunächst mit Früh:
beeten beginnen, das Glas allmählich vermehren, um es dann als Wanderglas einer redit aus:
gesdiränkf wird und der Geldumlauf im eigenen Land erfolgt. Ohne viel Vorversuche und ein:
gehende Forsd1ungen wurden in verschiedenen Gemüsebaubetrieben größere Gewächshauserblocks
errichtet und der Nutzung übergeben. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß diem solchen Blocks
giebigen Verwendung zuzuführen. Mit dem allmählich reich vorhandenen Wanderglas
zu Jahr wird es aus einem Teil des Gewinnes um einen Stapel vermehrt
— — von Jahr
können leicht pro:
visorische Gemüseblocks gebaut werden. Diese‚lassen Sidi, wenn es notwendig erscheint, leicht
herangezogenen Frühgemüse wie Kohlrabi, Blumenkohl, Stangenbohnen, Tomaten und Gurken

——
mit einer provisorischen Heizung versehen. Diese blöglid‘ikeit der vielfältigen Verwendbarkeit des.
nicht so billig erzeugt werden konnten wie das holländische Frühgemüse. Dieses beherrscht neben

der italienischen Gemüseeintuhr nach wie vor den Markt und ein großer Teil Gemuseanbauer Wanderglases ich verweise hier auf den Aufsatz „Wirtsdaaftliche Gedanken zur Erzeugung
von Demetergemüsen“ in der „Demeter“:Zeitschrift VII/5 ist in Deutsdiland viel zu wenig ge:
sieht sich nach wie vor geschädigt. .
‘ '

.
nutzt worden. Auf, einmal sollte der Sprung gewagt werden zu den stabilen, viel zu teuer er:
Wie ist es mög'lidi, daß der Holländer trotz Zoll und Frad‘rtgebühren fur eine oft weite Anfuhr stellten_und bewirtsd1aftenden Gewädishäuserblocks. _Sold'ie,Gevefädishau$anlagen müssen genau
billiger liefern kann und die Einrichtung nodi weiterer Glasflächen dadurch in Deutschland unterb1ndet?
—128f _ 129
_,
der Größe des Gesamtbetriebcs, den sonst vorhandenen Glasanlagen und den Freilandkulturenr Bewirtsdiaftung der Freiiandkulturen heraus bei Anwendung aller Schutzmaßnahmen hätte vielleicht
mit der Zeit das Glas in Form von stabilen Gewächshäusern Verwendung finden können.
angepaßt sein, falls ihre \Y/irtschaftlidikeit gefordert wird. In einem gesunden Gemüsebaubetrieb
stellen sie eine wertvolle Ergänzungskultur dar, bilden aber nicht den tragenden Faktor. Gewächs: Den Anlaß für die Entwicklung dieser Gewächshaussiedlungen dürften die Nordwestdeutschen
häuser dürfen keinesfalls deshalb gebaut werden, weil der Betrieb sich sonst nicht zu halten ver: Kraftwerke gegeben haben. Diese Werke erzeugen unter Verwendung von Torf als Brennmaterial
mag und daraus eine Stabilisierung erwartet wird. Besonders bedenklich wird es aber dann, wenn Elektrizität. Die Abdämpfe dieses Werkes werden zur Beheizung riesiger Gewächshausanlagen
das Kapital für einen solchen Bau angeliehen wird, anstatt daß es aus dem Betrieb allmählich geeignet „gemacht, in denen hintereinander nur Tomaten und Gurken und im Anzudntshaus auch
herausgewirtschaftet wird. Melonen, Paprika und Eierfriichte herangezogen werden. Die Einzelhäuser sind über 100 m lang und
bedecken didit aneinander gelagert 16 Morgen Land. Die Tomatenhäuser mit ihrem Gewirr an Rohr:
Vom Standpunkt der biologisch:dynamischen Wirtsdraftsweise aus gesehen ist es für Betriebe,. anlagen zur Beheizung, über Kohlensäurevergasung, unterirdischen Berieselung und automatischen
die die Vegetationsperiode eines Jahreseinerseits vorverlegen, andererseits nodi mit Hilfe des Glases
ausdehnen im besonderen )1aße erforderlidi, daß sie einen in sich geschlossenen Organismus bil: Luftzufiihrung machen den Eindrudc einer vollendeten Pflanzenfabrik. Einzelne Häuser sind noch
mit besonderen Lampen ausgestattet, um im Frühjahr und Herbst den Tag künstlich auszudehnen
den, in denen der sogenannte Glasgarten nur ein einzelnes bestimmtes Wesensglied ist. Es kann
und dadurch die Pflanzen zu einem längeren Assimilieren zu veranlassen. Den Pflanzen ist es
da nicht von einem ausgesprochenen Frühgemüsebaubetrieb die Rede sein, sondern von einem
deutlich anzusehen, daß sie mehr einer künstlichen Betreuung unterliegen als pfleglichen Händen,
Betriebe, der möglichst alle Gemüsearten baut neben Beeren=, Kern: und Steinobst. In einem wie es wenigstens auf „Terra Nova“ noch der Fall ist. Ständig werden alle erdenklichen Maß:
so eingerichteten Betriebe wird die Verwendung des Glases aus dem Gesamtorganismus heraus nahmen besonders vorbeugender Art angewandt, um die Pflanzen vor dem Schädlingsbefall zu
viel besser getragen werden können und es werden sich audi die Kulturen unter Glas besser gesund
beschützen. Trotz allem Aufwand gelingt dies nur in beschränkten Maße.
erhalten lassen. Die Gesunderhaltung der Kulturen unter Glas ist in letzter Zeit mehr denn je in
Frage gestellt bei Betrieben, die nur einseitig ihre Glasfiächen entwickelten ohne Rücksidfi auf Im vorigen Jahr sind in Wiesmoor 3000 Zentrier Tomaten und 1000000 Gurken erzeugt
den Gesamtbetrieb. worden. Es fehlt nur nodi ein automatisches Ernten in Verbindung mit einem laufenden Band,
das zur automatisdi betriebenen Sortiermasdiine. führt. Die Sortierung und Verpackung wird
In dieser Hinsicht können die Anbauerbetriebe um Glückstadt in Holstein als mustergültig; *mustergültig gehandhabt. wie überhaupt die ganze Organisation Bewunderung erregt; aber die Ge:
angesehen werden. Dort haben die kleinen Bauernwirtschaften auf bestem Boden von jeher den; fahr der Ubertreibung steht vor der Türe. ’Der Absatz erfolgt in der Hauptsache auf den Märkten
Kohlanbau in ihrer Fruchtfolge eingesdialtet. Ganz allmählich fingen sie an, den Kohlanbau zu
in Hamburg und Berlin,
intensivieren, daneben Frühkartoffeln zu bauen und auch nodi anderes Frühgemüse in den Anbau
mithereinzunehmen. Erst mit einzelnen Frühbeeten zur Anzudit der Pfiänzlinge beginnend, wurden Wie steht es nun mit der Wirtsdiaftlichkeit dieses Unternehmens? Darüber ist nidit$ zu
diese Frühbeete allmählich zu ganzen Lagen ausgebaut und schließlich auch noch Wanderglas an.» erfahren, und jeder muß selbst zu einem Urteil gelangen. Die beabsichtigte Vergrößerung erfolgte
sdion seit einer geraumen Zeit nicht, obwohl Steine für die Fundamente seit längerer Zeit bereit
geschafft, das in ständig anwachsenden Stapeln Verwendung findet. Diese Anbauer halten dabei
ihre Viehwirtschaft und etwas Ackerwirtschaft aufrecht, bewirtschaften den Betrieb zumeist mit fliegen. Zweifellos miissen die Abdämpfe zur Beheizung irgendwie in Rechnung gestellt werden
ihren Familienangehörigen, sodaß die Betriebe als absolut in sich geschlossene Organismen be: ebenso wie die sicherlich kostspielige Unterhaltung und Reparatur der komplizierten Anlagen und
stehen. Ihre Erzeugnisse können sie meistens direkt vom Betriebe aus auf ihre Kähne verfrachterr die Verzinsung und Amortisation des riesigen Anlagekapitals. Wird der Erlös der Ernte unter
und sie zu Markte nad1 Hamburg sd1affen. Die klimatischen Verhältnisse und auch der Boden Einsatz günstigster Preisgestaltung den gesdiätzten Gesaintunkosten entgegengestellt, so kann da:
haben Ähnlichkeit mit den holländischen Verhältnissen. Dort war es durdiau3 möglich, aus dem raus keine Rentabilität errechnet werden. Auf Wiesmoor richten sich aber immer wieder die
Frühbeet: und Wanderglasbetrieb heraus in gesunder Weise auch Tomaten: und Gurkenh'a'user Blid<e als dem Musterbeispiel deutscher Gemüsekulturen.
zu errichten in einem Ausmaße, daß sie harmonisch zum Gesamtbetriebe stehen. Trotz der ver: Schon in dem bereits angezogenen Aufsatz „\Virtschaftliche Gedanken zur Erzeugung von
hältnismäßig niederen Marktpreise lohnt sich dieser Anbau innerhalb einer solchen Wirtschaft. Die Demeter:Gemüsen“ ist auf den Unterschied hingewiesen, der in der biologisdi:dynamischen
in diesen Betrieben herrsdiende Sorgfalt und der ausgezeid1nete Stand der Kulturen zeigen, daß Wirtschaftsweise in Bezug auf „Treiberei“ bei heizbaren Gewächshäusern und „Fördern“ bei
beste Sachkenntnis und Liebe zum Beruf walten, und diese sich auch in dieser Richtung hin bewähren. Kalthäusern und Wanderkästen besteht. In der Demeter:Bewegung‚ die die biologisch:dynamische
Als ein Gegensatz zu den eben geschilderten Betrieben können die sogenannten Beispiels:- Wirtsdiafßweise zur Grundlage hat, wird angestrebt nur solche Gemüse und Früchte zu erzeugen,
betriebe fiir Siedler in Wiesmoor in Ostfriesland empfunden werden. Diesen Vier Beispielsbe: die allseits gesund heranwachsen und infolgedessen von einer inneren Qualität erfüllt sind, sodaß
sie eine echte Qualität vorstellen und deshalb ein vollwertiges Nahrungsmittel bilden. Es ist keine
trieben sollten hundert weitere folgen. Wie aus dem Moorboden herausgestampft wirken diese
Siedlungen An sie wurden ursprünglidi recht kühne Hoffnungen geknüpft, was sdion aus der
Frage, daß die Verwendung von Glas bei der Erzeugung von Gemüsen deren innere Qualität
Bezeichnung „Terra nova“ dieser neuen Siedlergruppe hervorgeht. Jede der Siedlungen hat 1000 Qua: wesentlich beeinträchtigt, Dies zeigt sich deutlich bis in den Geschmack hinein, der bei allen aus:
schließlich unter Glas gezogenen Gemiisen fade ist im Vergleich zu Gemüsen, die im Freiland
dratrneter stabiler Gewädishäu3er bei etwa vier Morgen Gesamtgröße. Statt der errechneten
heranwaohsen. Diese Beeinträd'itigung macht sich in erhöhtem Maße beim „Treib“-'Gernüse geltend.
RNI. 42 000,:— für die Gesamteinrid1tung des Betriebes kam jeder dieser auf Grund unvorher:
gesehener Schwierigkeiten auf über RM. 80000,»— zu stehen. Schon RM. 42000‚fi sind in Hingegen ist bei der Verwendung des Wanderglases die Einbuße an innerer Qualität kaum
einem Gemüsebaubetrieb dieser Größe schwer zu verzinsen, geschweige denn RM. 8000Q;‚ Ani nennenswert und erfolgt garnicht, wenn das Wanderglas so verwendet wird, daß es die Aussaaten
Heizmaterial werden jährlich pro Betrieb Rbi. 3000 verbraucht. Die Heizanlagen waren ur.- und die jungen Pflanzen bis zur Erreichung eines gewissen Wachstumsstadium fördert und sich
dann das Gemüse ohne Glas weiterentwidcelt und erntereif wird.
sprünglich für die Verwendung von Torf eingerichtet, der dort überall ansteht. Die Torfheizung
erwies sich aber als ungeeignet. Die neu eingerichteten Betriebe wurden zuerst holländischen Die lange Haltbarkeit von Demeter:Erzeugnissen, namentlich bei Wintergemüsen und :Früditen,
Pächtern zur Bewirtschaftung übergeben, die aber schon nach kurzer Zeit das Paditverhältnis wieder die bei der Anwendung der heutigen Kulturmethoden fiir die Bodenerzeugnisse kaum mehr erzielt
lösten. Es wechselten dann die Pächter in kurzen Zeitabschnitten des öfteren, sodaß sich die Be: werden kann, weist einen Weg, wie ohne Frühgemüse auszukommen ist, also auf Glas als trei:
hörde gezwungen sah, die Betriebe in eigene Bewirtschaftung zu übernehmen unter einem ganz bendem Faktor mehr und mehr verzichtet werden kann. Glas bildet in gewisser Beziehung einen
erheblid1€n Aufwand von Unkosten. Nur, ein Betrieb ist verpad1tet für RNI. 1500,# jährlich. Filter gegenüber dem Austausch der Kräftewirkungen, auf die die Pflanze in ihrem gesunden Auf:
Mit dieser Pachtsumme ist nicht einmal die Amortisation des investierten Kapitals zu bestreiten. bau angewiesen ist; es läßt nur einen Teil dieser Kräftewirksamkeit hindurch und ändert auch
diese noch ab. Durch reichliche Luftzufiihrung in Gewächshäusern und durch das rechtzeitige Weg:
Die Kulturen in den Gewächshäusern standen gut und sie waren in ihrem Gesundheits:
nehmen des Glases im Betriebe der Frühkästen: und Wanderk'a'stenanlagen können die durch
zustand bedeutend besser als die Kulturen in den Gewäd‘rshäusern der bekannten Nordwest: das Glas hervorgerufenen Mängel für den Pflanzenwuchs weitgehend ausgeglichen werden. Dennoch
deutsdien Kraftwerke, über die nad1folgend nodi berichtet wird. Die Frühbeetanlagen und das muß die Frage aufgeworfen werden, ob die Ernährung des Menschen nicht am gesündesten erfolgt,
Freiland standen nur bei dem Päditer in intensiver und guter Nutzung. Die getroffenen Schutz: wenn er die Erzeugnisse des Bodens so genießt, wie sie normalerweise anfallen. Es ist damit
maßnahmen gegen Wind sind bisher nur kümmerlich entwickelt werden. Als Ganzes gesehen
macht diese Siedlung einen betriiblidien Eindruck und zeigt deutlich genug wie gefährlich es ist„ zu rechnen, daß die großen medizinischen Ernährungsbewegungen im Verfolg ihrer Bestrebungen
audi diesem Gedankengang nähertreten und eines Tages entsprechende Forderungen an die Er:
solche Betriebe unter Riesenkostenautwand fertig hinzusfeilen und sie dann nutzbringend besetzen.
zu wollen. Hier hätte erst mit der Kultivierung eines größeren Stüdr Landes zunächst landwirt:- .zeuger stellen. Das Bestreben aller Gemüsebauer muß dahin gehen, eine echte Qualität zu erzeugen,
die sich in ihrer Farbe und Farbbeständigkeit, in großer äußerer Festigkeit und innerer Zartheit‚
schaftlich und dann gärtrierisch begonnen werden miissen, und erst allmählich aus der erfolgreichem
«

130 —

in langer Haltbarkeit und ausgeprägtern Geschmack auszeichnet. Kann diesen Forderungen ent: 5,3“1„ auf. Bei der Umstellung lag der Humusgehalt der verschiedenen Schläge zwischen 0,1?
sprochen werden, und dies ist durch die Anwendung der biologisclcr:dynamischen \Wirtschaftsweise bis 4,0”,1'0, der Kalkgehalt zwischen 2,68 bis 4,67“1„‚ Heute sdnvanken die Humusgehalte zwischen
möglidi, so werden sich diese Erzeugnisse auf dem Nlarkte behaupten können und dabei auch 1,58 und 11,001», die Kalkgehalte zwischen 5,16 und 6,77%. Die Zahlen der Zwisdienjahre
eine entsprechende Preisbewerturig erfahren. lassen den untersdiiedlichen Einfluß der einzelnen Früchte erkennen. Als gute Vorfriichte sind
Narzissen und Tulpen zu sdiätzen. Letztere sind Kalisparer. Audi beim Kümmel sind besondere
bodenverbessernde \Wirkungen feststellbar.
Gut Nieverkerke hat seine Ländereien unmittelbar am Deich, durch den an einigen Stellen
unterirdisch das Meereswasser hereindrückt und die Felder beeinträchtigt. Der Boden ist gerade
Arbeitswoche in Loverenclale (Holland) auf diesem Gut außerordentlich schwer und obwohl ein erfreulicher Garezustand desselben und
eine schöne Entwicklung der Felder und Weiden festzustellen war, sind dort die Nachwirkungen
vom 31. Mai bis 7. Juni 1932 einer unsinnigen Kunstdüngeranwendung des Vorbewirtschafters, die bis 1250 kglha betrug, nodi
Die Tagung einer Anzahl Freunde der biologisch:dynamischen Wirts&aftsweise ganz im nicht völlig überwunden. Durch Pensionsvieh wurde der Viehstand auf eine angemessene Größe
gebracht. Auffallend schön war ein vorgefiihrter zweijähriger Bulle und 10_12 erstklassige Kalben,
Südwesten Hollands ermöglichte eine Reihe interessanter Einblicke in die Verhältnisse der nieder:
ländischen Landwirtschaft. Holland wird dem deutschen Landwirt häufig als Musterbild neuzeitlicher die von Pannehoeve stammten.
Landwirtsdiaft vorgeführt und wenn sich in Deutschland zeigen läßt, daß bei Anwendung der Das Gut Terlinde besitzt auch 113 „Bauland“ gegen 213 Feldfutterflächen und Grünland. Ein
biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise an Stelle der sonst üblichen Nlaßnahmen eine Qualitäts: Stüdc Großvieh trifft dort auf 11/2 ha Gesamtfläche. Besonders günstig hatte sidt hier auf den
verbesserung der gärtnerisdien und landwirtschaftlichen Produkte eintritt, so wird dem fast immer verhältnismäßig leichtesten der besiditigten Böden, der Einsatz von Leguniinosen in die Fruchtfolge
entgegengestellt, welche Qualitäten Holland trotz hohem Kunstdünger:Verbrauch zur Ausfuhr bringt. ausgewirkt. Wir sahen nach Erbsen und Wickhafer einen ausgezeidmeten Gersten: und Weizen:
stand. Audi Bohnen und Runkeln standen sehr gut und ausgeglichen. Bei Beginn der Um:
Man bedenkt dabei nicht, daß Holland reichlidi Wasser hat, ja meist geradezu einen Kampf
stellung war der Boden so ausgeräubert, daß die Untersuchung nur 0,4»«1,2"10 Humus ergeben
gegen das Wasser fiihrt. Deutsdiland aber leidet in zahlreichen Gegenden hlangel daran. Und hatte. Heute werden mit bestem Erfolg schon feldmäßig Tulpen kultiviert, die nach liergebraditer
wenn die absolute NIenge der Niederschläge bei uns auch oft hoch genug erscheint, so ist doch
Ansicht auf Waldieren überhaupt nidit gedeihen sollten.
die Verteilung derselben nid1t so günstig. In weiten Gebieten kommt es bei uns alljährlich zur
Bildung von Trockenperioden. Fallen diese in die Hauptwadistum$zeit, so führen sie im Kunst: Die Gewächshäuser der Gärtnerei Terlinde waren mit schönen Gurken: und Tomatenkulturen
düngerboden zu empfindlidien „Salzstößen“ auf die Pflanzenbestände und damit zu schweren besetzt. Die Auslese der reichen Tomatenernte ergab in letzten Jahr 87910 1. Qualität, Ö_F“lg B.:
Ertragsdepressionen und Pflanzenkrankheiten, wie dies besonders für die Kartoffeln bekannt ist. ") und 1,1% C.:Qualität nach holländisd-rer Bonitierung. Es konnten somit 93A9401'n zum Höchst:
Das ausgleidiende h’leeresklima bewahrt Holland vor derartigen offenkundigen Schädigungen. preise abgesetzt werden. lm Freiland Sind die großen Erdbeeranlagen hervorzuheben. Eingestreute
Kulturen aus fremden, nid1t biologisch:dynamischen Saatgut, fielen nach Stand und Aussehen ab.
Das Gesidit der dortigen Landschaft, „mit ihrem Netz breiter, langsamfließender Gräben, die einen
hohen Grundwasserstand anzeigen, mit ihren laubigen Wäldern, ihren hedcendurdizogenen Ge: Mustergültig lagen in dem großen Erd: und Kompostmagazin die zahlreichen Spezialerden und
markungen, ihrem fast ständigen Wolkenzug am Himmel und der feuchten Kühle in der Luft Kompostarten _:
z. T. zu Versuchszwedcen und werden zur Beschattung mit Efeu:Pelargonien
:—

deutet schon darauf hin. Trotz dieser Ausgeglichenheit äußern sich heute auch für Holland die bepflanzt. Zum Windschutz offener Flächen werden Hedccn hinter vorgezogenen Pappelreihen
angeschont.

Anbausdiwierigkeiten infolge der üblidien Kulturmethoden stellenweise in einer weitgehenden Ent:


kalkung der Böden und einer Zunahme der Pflanzenkrankheiten. Sehr anregend war der“ Einblick in die holländische Verkaufsorganisation der nach biologi3di:
«dynamischer Wirtschaftsweise erzeugten Produkte. Alle genannten Betriebe sind zu der „Cultuur:
Es ist keine Frage, daß Holland, dank seines milden Klimas zur Frühbelieferurig der Märkte
besonders befähigt ist und daß seine Verkaufsorganisationen durch niusterhafte Sortierung und
Maatschappij Loverendale“ zusammengeschlossen. Die Produkte werden in einer Zentrale ge:
sammelt, einheitlich verpackt und im eigenen Auto zugestellt. in weiterer Entfernung wie im Haag,
Aufmachung der Lieferungen diesen Vorsprung noch verbessern. \Was aber die Qualität der in Ainsterdam,_Rotterdam und Nordholland sind Verkaufsagenturen und ein intensiver Dienst am
Produkte anlangt, so braucht eine gesund wirtschaftende deutsche Landwirtschaft diese Konkurrenz
keineswegs zu sdieuen. Wie sehr Gemüse, Körnerfrüdite, Brot und Molkereiprodukte selbst nodi Kunden eingeriditet.
in Holland verbessert werden können, das ergab die z. T. vierjährige Anwendung der biologisdi:
ln Jacobahoeve und in Loverendale ist eine große Geflügelhaltung stationiert. Audi hier
wiesen die sdiweren Kleiböden bei Beginn der Umstellung nur einen Humusgehalt von 0—0,8 "/i> auf.
dynamischen Wirtsdmftsweise auf einer Anzahl landwirtsdmftlicher und gärtnerischer Betriebe der Die Anreicherung mit Humus ging so rasdi vor sich, daß jetzt 8—12°11i feststellbar sind. Die
Provinzen Zeeland und Brabant, die anläßlich der Tagung eingehend besichtigt wurden. Lodcerheit des schweren Bodens ist ausgezeichnet. Es genügt heute meist eine 12 cm tiefe Pflug:
Für das Gut Pannehoeve in Nordbrabant“), wie für die ganze dortige Gegend ist die furche. In Loverendale sind Zuditgärten und Versuchsflädien angelegt, auf denen interessante
Entwässerung die Hauptfrage. Auf den einzelnen Sdilägen sind Hebewerke errichtet, kleine Arbeiten mit Getreide, Kartoffeln und \Wiesenpflanzen durchgeführt werden.
Windmühlen zum Wasserpumpen, die das Wasser aus den Vorflutern in die höher gelegenen
Von den Besichtigungen umrahmt stand im Mittelpunkt der Tagung eine rege Studienarbeit
Abflußgräben besorgen. Eine große Pumpstation hebt das Wasser des jeweiligen Polder:Sammel: “und Vertiefung in die Fragen der Bodenkunde, des Pflanzenbaues und der Tierzucht. Besonders
grabens über den Deich. Auf 100 ha Landes treffen dort für Entwässerungs: und Sicherungs:
anlagen, außer den Steuern, jährlich etwa 2200 fl. (ca. 3700,— RM.) Unkosten. Das Kultur: bedeutungsvoll gestalteten sich die Vorträge des Herrn Dr. v. Baravalle und die anschließenden
arten:Verhältnis des Betriebes ist: 113 Grünland, 1/3 Feldfutter, 1/a „Bauland“. Ein Stück Groß: Aussprachen über die astronomischen Fragen in der Landwirtschaft. Er verstand es in genial:
vieh trifft auf 1,25 ha Gesamtfläche. Die Hauptfrüchte sind ihrer Folge nach: Zudcerrüben, einfacher Weise die Bewegungsvorgänge und Rhythmen des Sternenhimmels anschaulich zu machen.
Weizen, Erbsen, Gerste, Kartoffeln, Hafer; audi Tulpen, Narzissen und Fladi$ kommen regel: Erst bei einem persönlichen Verhältnis zu den Ersdieinungen und Vorgängen des gestirnten
mäßig zum Anbau. Die nahe Flachsfabrik bezahlt gewöhnlich 70 ft. pro Gemet (Ca. 0,404 ha),
Pannehoeve konnte aus Gründen verbesserter Qualität sdion 125 ti. pro Gemet erlosen.
äimmels
rbeit. *)
erschließen sich dem Landwirt die darin wirkenden Möglichkeiten und Hilfen für seine

In zwei Liditbildervorträgen beriditete Herr E. Pfeiffer über die Landwirtsdiaft in Ägypten.


Bei allen Felderblodcs, die wir besiclitigten, gab Herr E. Pfeiffer die Veränderungen des Bewässerung ist dort die Lebensfrage. Das wird klar, wenn man erfährt, daß in Kairo jährlich
Humus:, Kalk: und Phosphorsäuregehaltes seit der Umstellung auf biologisch:dynamisdie Wirt: bloß ungefähr 6 mal Regen fällt. ln Oberägypten z.B. in Assuan hat es seit 4 Jahren nicht
sd1aftsweise an. Ein Adcer z. B., der 1928 mit Zudcerrüben umgestellt worden war, hatte damals mehr geregnet. Das ganze Land ist von einem doppelseitigen VUasserverteilungssystem sinnvoll
einen Phosphorsäuregehalt des Bodens von 0,06%, einen Kalkgehalt von 3,5",h. Die Fruchtfolge überzogen. Der stufenweise Aufstau des \Wassers ist reditlich geregelt und jede Provinz erhält
brachte 1929 Weizen, 1930 Erbsen, 1931 Kartoffeln und 1932 einen besonders schön stehenden einen genauen Kubikmeter:Anteil der Gesamtmenge. Wo bewässert werden kann, ist das Land
Weizen. Der Boden weist jetzt einen Phosphorsäuregehalt von 0,12°/o, einen Kalkgehalt von frud1tbar. Die leidit austrocknenden subtropischen Böden leiden empfindlich bei Kunstdüngeran:
. *) Reg.:Rat Dr. F. Merkensdilager und M. Klinhornshi „Der Rüdcsug der Kartoffelsorte Magnum bonum nad1 wendung Es wird dort fast nur Chilesalpeter verwendet und auch nur in einem bestimmten
Skandinavien im Lichte der ökologischen Abbautheorie". Arbeit aus der Bio]. Reiehsanstalt für Land: und Forstwirtsd-raft, Verhältnis zur verfügbaren Kompostmenge, um die Bodenschäden zu puffern. Die großen Güter
Berlin.—Dahlem, 18. Band, Heft 4.
“‘) Siehe audi: Demeter 1930, VIII, Seite 164. *) Dr. D. Baraualle, „Einführung in die Erscheinungen am Sternenhimmel", Verlag 1. Beck, Stuttgart:\Vest 1930.
—132—— —133*

beherrschen nodi eine ganz ideale Bereitung von Nilsd11anunkompost und eines Mistes, der mit* Muster dienen. als die wahre, vollmenschlid‘re Art philosophisch
Nilschlamm aufgesetzt wird. Man braucht sozusagen nur noch die Präparate hinzuzufügen. Diese Oldens Sammlung gibt kurze Überblicke über begründet, u. a. in seinem Buche „Die erkenntnis:
Schilderungen waren als Ergänzung und Gegenpol zu den Einblidcen in die holländische Land:: z. T, weit verbreitete geistige Strömungen in un: theoretischen Grundlagen der goethischen Welt:
wirtschaft besonders wertvoll. serer Zivilisation. Die Beurteilungen, die diese anschauung“. Rudolf Steiner hat die goethische
Unserer Gastgeber sei auch hier nochmals mit besonders herzlidaem Danke gedacht. Strömungen durch die verschiedenen Kritiker er: Methode mit bestem Erfolge fortgebildet und auf
fahren, dürfen, freilich nicht als der Weisheit die Lebenspraxis angewandt. So war es ihm
Dr. L. D..
i‘letzter Schluß angesehen werden. Wer nur ein möglich, die Kunst, die Pädagogik, die Medizin,
wenig mit dem „Wuriderbaren“ in Berührung die Landwirtsdiaft usw. zu befruchten und Keime
gekommen ist, der weiß, daß in der übersinn: neuen Lebens in die greisenhafte Zivilisation
'Aus Bflefen lidien Welt andere Gesetze wirksam sind als in
der physisdien und daß mit den der Sinneswelt
der Gegenwart zu tragen.
Die von ihm empfohlene Kultur der Seele
Sommerveranstaltung in Wormstedt so müssen wir allerdings zugestehen, daß wir“ ‚angemessenen Fähigkeiten nicht über okkulte Tat: fiihrt das menschliche Bewußtsein von den Wir:
Ein großer Tag, ein ersehnter Tag war für es audi besonders gut haben. Immer wieder sadien und Vorgänge geurteilt werden kann, kungen zu den Ursachen, von der Schale zum
unsere etwa 500 Einwohner zählende Gemeinde muß ja, wie der Leiter unserer Arbeitsgemein: Der Landwirt erlebt das „Wunderbare“ ja Kern. Dabei läßt sie nichts außer Betracht, was
der Tag nad] Johanni 19321 Hatte dodi echte schaft, Herr Kürbs, zum Ausdruck brachte, un: ganz unmittelbar. Ein Roggenkorn, das er der“ die Menschheit im Laufe der Entwid<lung an
Begeisterung sich ein hohes Ziel gesteckt: Herr sere ganze Sache als das Gesd‘ienk Dr. Rudolf miitterlidren Erde anvertraut, verwandelt sich in Fähigkeiten und Kräften gewonnen hat. Sie ruft
Steiners dankbar empfunden werden. Aber auch. der Ahre zu 50 und mehr Körnern. Da steht nicht, wie etwa Gandhi: „Zuriidcl“
— sondern:

Pfeiffer, auf Nfariensteiner und Marienhöher Ta.—
gungen viele von uns mit seinen Arbeitsergeb: örtlich haben wir hier gute Voraussetzungen: eine ‚er vor den Scl'iöpferkräften der Natur. Da kann „Vorwärtsl“ Sie lehnt jede okkulte Bewegung
nissen besd1enkend, sollte einmal inmitten einer lange V orarbeit durch einen alten landwirtschaft: er nicht mehr wie in der physischen Welt sagen: ab, deren Methoden unter das wissenschaftliche
bäuerlichen Versammlung stehen und mit seinen lichen Verein, der unser Bauerndorf zu einem. Eins gleidi eins. Wo das Schöpferische anfängt, Bewußtsein des Gegenwartsmenschen hinunter:
Kristallbildern uns etwas enthüllen von der un: Mittelpunkt landwirtschaftlidren Strebens im alten hört die Mathematik auf und auch das mathe: fiihren, z. B. Suggestion, Hypnose, Mediumismus,
sichtbaren Kräftewelt, die der Landmann zu Weimarer Lande gemad'if hat und dem wir alle matisierende Denken. Somnambulismus usw. Durch Meditation kann
hüten hat! Und wirklich, dieser hohe Wunsch viel verdanken. Zum Verständnis der Lebensvorgänge muß das Bewußtsein erkraftet, erhellt, zur Natur:
sollte durch die Güte des Herrn Pfeiffer Er: Daneben hatten wir in unserer neuen Arbeit der Mensd'i sich erst heranbilden. Er trägt in geistigkeit erhoben werden, Und dadurch wird
füllung finden. das besondere Gliidc, daß Herr Hellmut Bartsch seinen Ernährungs=, Wamstunis: und Fort: Anthroposophie die Geistes:Wissßn$0hafl,
Aber ehe der Sonnabendabend uns dazu die Thüringer Auskunftsstelle in Wormstedt be: pflanzungskräften dieses wunderbare Leben in die auf übersinnlichen Gebieten ebenso exakte
vereinte, sollte nun unsere Wormstedter Arbeit gründete und mit seinem auf Erfahrung und Er: .sich. Wenn es möglich wäre, durch eine Kultur Resultate liefert wie die Natur:Wissenschaft auf
selbst einmal dem prüfenden Auge geboten kenntnis beruhenden Rat unsere Landwirte aufs des lnnenlebens das wache Bewußtsein bis in sinnlichem Felde. Sie allein führt den modernen
werden, eine dreistündige Flurbesichtigung war beste fiihrt und ihnen die Vertiefung ermöglicht, jenes Gebiet hinein zu tragen, dann würde der Niensdien zur wirklidien Freiheit und editen
vorgesehen. die eben in der biologisdr:dynamischen Wirt.- Mensdi fähig sein, das „Wunderbare“ zu ver: geistgegriindeten Gemeinschaft und erweist dem
Hatten vor drei Jahren nur einige wenige schaftsweise nadr jenem goethesdien Vorgehen stehen. Und das ist möglich. Laien ihre \Wahrheit durch ihre Fruditbarkeit.
die Arbeit mutvoll begonnen, um den anderen das große Ganze umfaßt, um die Einzelheiten. Wer über okkulte Phänomene sachgemäß So unterscheidet sie sich wesentlich von dem
eine Probe vorlegen zu können, so durften sie zu verstehen. urteilen will, muß sich für eine solche Beurteilung , dilettantischen Okkultismus, dem man heut in
jetzt sagen: ein Heer sind wir geworden! Denn Herr Kürbs konnte am Nadimittag auf die erst erziehen. Wer zum Kern der Dinge vor: Palästen und Hütten und audi in der Literatur
von nah und fern waren einige Hunderte zu.- Frage: wo sind wir? von unserer Jim:Saale: dringen will. darf selbst nidit Sdiale bleiben, immer wieder begegnet.
sammengekommen, die Felder zu besehen, Und platte zum Ettersberg hinüberverweisen. Unwill: „Dich nur prüfe zu allermeist, ob du Kern oder Dieser kurze Hinweis soll unsere Leser auf
welche Freude, daß Herr Stegemann und Herr kürlidi mußte man am Abend bei den Pfeiffer: Schale seist“, sagt Goethe. den Niveauuntersdiied aufmerksam machen, der
Dr. Bartsch SlCl'l darunter befandenl schen Kristallbildern daran denken, wie Goethes Wie der wissenschaftlidr gerichtete Mensda zwisdien Anthroposophie und dem „Wunder:
Trotz der drei Stunden konnte immerhin nur Augen geleuchtet haben würden, wenn er diese im goethisdaen Sinne Kern werden kann, hat baren“ besteht, nach dem heut viele Menschen
die eine Hälfte unserer umfassenden Flur be: geniale Methode erlebt hätte, die Baumeister: Dr. Rudolf Steiner gezeigt u. a. in seinem Budie ledizen, weil die Erdenentwicklung an einer ihrer
sichtigt werden. Dem Kenner unserer Arbeit kräfte der Natur erkenntlich zu machen. „ \Wie erlangt man Erkenntnisse höhererWelten?“ wichtigsten \Wendepunkte angelangt ist. Anthro:
tut es fast leid, daß nidit alles besehen werden Diese Veranstaltung sollte jährlich wieder: Hier ist nicht der Ort, um diesen Weg zu posophie befähigt den Menschen, solche zeitge:
konnte. Immerhin, 800 blorgen in einer großen kehren! so konnte man öfters hören, Wir Worm: kennzeichnen; wohl aber ist eine andere Be: schichtlichen Notwendigkeiten zu erkennen und
Gesamtflur zu besichtigen, diirfte ja schon einen stedter fühlen dankbar die schöne Verbundenheit, traditung nötig. zeigt damit den Weg aus der Not der Gegen:
vollen Tag beansprudien. die unsere Sommerveranstaltung uns sdienkte. Man kann die Anthroposophie zu dem „Wim: wart auf. Die biologisch:dynamisdre\Virtschat'ts:
\Wenn die Ergebnisse der Besiditigung am Wir fühlen audi die Verantwortlidikeit, das zu derbaren“ rechnen, wenn man darauf aufmerksam methode ist ein Teil dieses Weges. „Vi/under:
einfad‘isten dadurdi gekennzeichnet werden dürfen, wahren, was so sdiön uns alle vereinte am madit, daß ihre Methoden über das Sinnen: bar“ im mystisdien Sinne ist sie nur fiir den,
25. Juni 1932. W, K, ‘ dem die Gesetzlichkeiten der geistigen \Welt noch
daß Herr Stegemann vollkommen befriedigt war, fällige hinausführen. Sie muß aber streng von
jenen unwissenschaftlichen Bestrebungen ge: gänzlidi unbekannt sind. M. Bartsd'r.
schieden werden, die in übersinnliche Gebiete
Buchbesp rechungen .hineinpfusdten, ohne zu wissen, welches Unheil
Kalender Ostern 1932 Ostern 1933. Her:
sie damit anriditen. Der Okkultismus, den Rudolf
::

Propheten in deutscher Krise. Das Wunder— in dern Budie besonders interessiert, ist ein Ar:- Steiner unsererZeit gebrachthat, ist goetheanistisdi, ausgegebenvondermathematisch:astronomischen
bare oder die Verzauberten. Eine Samm: tikel von Wilhelm Scheuermann über „Anthro: Goethe sudite das „Wunderbare“ nicht in einem Sektion am Goetheanum, Dornadi, Schweiz.
lung. Herausgegeben von Rudolf Olden. posophie statt Kali“. Wolkenkudcucksheim, sondern in der ihn um: Der Kalender zeugt von starkem Bemühen
Rowohlt Verlag, Berlin W 50. Scheuermann berichtet in ernst:humorvoller gehenden Sinneswelt. Mit „anschauender Ur: das Zusammenleben des Menschen mit dem
Unter obigem Titel ist ein merkwürdiges Buch Weise so über die biologisd1:dynamische \Wirt: teilskraft“ bahnte er sich den Weg zum Geiste Himmelszelt wieder in einer Art zu ermöglichen,
erschienen, “das wahrscheinlidi viele Leser finden schaftsweise und das Gut Marienhöhe, daß seine der Welt. Auf diesem Wege fand er die Ur: wie das dem modernen Bewußtsein entspricht.
wird. Zwölf Schriftsteller sdireiben über zwölf Verwunderung über die Erfolge der in diesen pflanze und jene tiefen Weistümer, die wir in Dementsprechend sind sowohl hohe geistige Fragen
„Wunder“ der Gegenwart, über Weißenberg, Heften vertretenen Wirtschaftsweise offen zutage seinen Diditungen bewundern. des Erlebens der Sternenwelt und des Jahres:
Konnersreuth, Zeileis, Schappeler, den Gold: tritt. Seine Sachlichkeit wirkt wohltuend und „Goethes Weltanschauung“, d. h. seine Art, laufes berührt, wie in den Beiträgen von Dr. E,
macher Tausend, Krischnamurti usw. \Was uns könnte manchem Kritiker unserer Bewegung zum.» «die Welt zu betrachten, wurde von Rudolf Steiner Vreede, als auch die Beziehungen zu den prak:
] 3‚i-t
*

]-
tischen Bedürfnissen z. B. der landwirtsdiaftlichcn sdiliffenc Edelsteine, welche verraten, was bei—
Gestirnsbeadatung und \Vettererkenntnis weiter
ausgebaut, wie in den Arbeiten von E. Pfeiffer
— intensiver Verfolgung des hier eingeschlagenen
. Weges aus dieser ganzen Rubrik nodi werden
--\ ’ \
«==». \

und J. Schultz. Daß es Dr. E. Vreede möglich kann. Plan möchte den Bearbeitern besonders

war dem Kalender heuer ungezwungen eine Ver: Gliid< zu ihrer begonnenen bliniaturen:Arbeif
bindung zu Goethe zu geben und dessen zartes _ wünschen.
aber bedeutungsvolles Verbundensein mit den
Anschauungen von der Gestirnswelt darzustellen,
Auch der Schlußaufsatz von Dr. A. Usteri
1 über Linné's Blumenuhr ist fiir den botanisch
Monatsschrift für
kann besonders erfreuen.
DerWille zur Zusarnmenfügung des Geistigen
Unterrichteten sehr wertvoll und trägt in seinen biologiscßclynamiache Wirtschaftsweise
im Jahreslauf mit dem Lebensnotwendig:Prak:
Hinweisen auf tiefe naturgeistige Angelegenheiten (früher Mitteilungen des landwirtschaftlichen Versuchsringes
zur Gesamthöhe des Kalenders bei. Trotzdem der Anthroposophischen Gesellschaft)
tischen hat auch in den l"lonatstafeln selbst fort: darf vielleidit die Bitte ausgesprochen werden„
sdirittliche Änderungen gebracht. Der wid1tige
blondenlauf wird nidit nur nach dem Zu: und
daß der Verfasser sich künftig auch der Aufgabe
widmet das Verständnis für die heimische Welt
Alle Rechte vorbehalten. — Nadadrud/f verboten!
Herausgeber: Versuchsring anthroposophischer Landwirte in Deutschland e. V.
Abnehmen und dem Gang durch den Tierkreis der Kräuter, Sträucher usw. besonders zu fördern„ Schrifi‘leitung: Dr. B, Bartsch, Bad Saarow (Mark)
sondern audi mit Erdnähe und :ferne, sowie so daß audi der Landwirt zu seinem Rechte Dipl.:lng. F. Dreidax, Bad 5aarow (Mark)
mit oberer und unterer Mondwende charakterisiert. kommt, der dieser Förderung zu seiner höheren Geschäftsstelle. Dr, B. Bartsch, Bad Saarow (Mark) Dosisched<lconto: Breslau 56266
Dies erscheint namentlich zur Beurteilung des Fortbildung wie zu seiner \Wirtsdiaftsfiihrung im
\Vitterungsganges von Wert. Ernährungsdienste der Menschheit heute dringend Nr. 8 August 1952 7. Jahrg.
'

Die historischen und legendären Bemerkungen _ bedarf. F, D‚


des Kalendariums sind da und dort wie ge.-

BIRKENHOF in \X/ORRSWEDE
Anlhroposophin (Wirtsdraftslehrerin),
sucht vom 15. Okt. bis 1. Nov. 1932 Arbeitsmöglichkeit
Neuaufbau der Wirtschaft von unten heran
bei BREMEN in landwirtsdraftlidrem oder gärtnerisdrem Betrieb, um die Dr. Erhard Bartsch

_
Max K. Schwarz
Demeter- Anzuch15 — Gärtnerei
biologisdr:dynamisrhe Wirtsd-raftsmeise kennen 3u lernen.
— Freie Station und etroas Taschengeld ermiinsdrt

Seit Monaten wird in Deutsdaland — übrigens auch in anderen Ländern :-

Problem der Autarkie gestritten. Was heißt Autarkie? Eine Autarkie im strengsten Sinne
heftig um das
Angebote an wäre gleichbedeutend mit einer völligen Absperrung einer Volkswirtschaft von der Weltwirtsdqaft.
Gemüse:, Gemiir3: und Erdbeerptlan3en, Bliitenstauden
Erika Pürckhannes, Nürnberg:0 In Deutschland wird im allgemeinen heute einer milderen Form der Autarkie das Wort gesmochen.
Erdbeerpflänzlinge
Rathenauplat; 14,
” Es heißt: Die verarmte deutsche Wirtschaft braucht eine Autarkie in dem Sinne, wie jeder arme
Privathaushalt sie auch anstreben muß. Deutschland soll in erster Linie die wirtschaftlichen Kräfte
kräftig bemur3elt 3ur Augustpflanaung in folgenden Sorten:
Deutsch-Evern, Sieger, Frühe Ober-
Gärtner
(staatl. gepr. Gartenbautedmiker), 25 Jahre alt„
seines eigenen Bodens
— den Begriff Boden im weitesten Sinne genommen
— zur‚äußersten
Entfaltung bringen, und in seinem volkswirtschaftlichen Haushalt nach Möglidikeit mit eigenen
schlesien, Flandern, Verbesserte huci- 9 Jahre im Fadi, erfahren in der biol.:dyn. Mitteln auszukommen suchen. Der Binnenmarkt muß gestärkt und zur sicheren Grundlage der
da perfecta, Schwarze u. Weiße Anna— Wirtschaftsweise, sucht passenden Wirkungs: gesamten Wirtschaft gemacht werden. Die deutsche Volkswirtschaft sollte wie ein verarmter Privat:
nas, Schwarze Vierlanden, Madame kreis. Von allen Gebieten stehen erstklassige— haushalt jede unnütze Ausgabe vermeiden und vom Auslande nur hei'einnehmen, was die Ver.—
Moutot, Späte von heopoldshall braudiersdiafl in Deutschland fiir ihre Existenz unbedingt braucht, von der heimischen Wirtsd'taft
Zeugnisse zur Verfügung.
Preis: 100 Stück 4,« RM. aber nicht erzeugt werden kann.
Rudolf Zimpel, Sdiloß Mühlhausen a. N. So etwa lauten die Forderungen weiter Kreise in Deutschland, die in einem Übergang zur
Ein Sortiment bei Stuttgart Autarkie einen Weg aus der augenblicklichen Not erblid<en. Sehr interessant ist dabei festzustellen,
Gewürzkräuler wie Begriffe und Ideale, die Dr. R. Steiner fiir den Ausbau des einzelnen landwirtsdtaftlichen
mit ie [ Stud: in kräftigen Ptlanjen und folgenden Arten: Junger Landwirt, Betriebes als einem gesd'tlossenen Organismus aufgestellt hat, heute als Forderung für den Auf.-
24 Jahre alt, (Anthroposoph) sucht Stellung bau der Volkswirtschaft hingestellt werden.
Pfefierminze, Zitronenmelisse, Pimpi- in einem biologisch:dynamischen Betrieb zwecks.
nelle, Salbei, Thymian u. Schnittlauch Ferdinand Fried, ein heute viel gelesener Schriftsteller, schreibt im Maiheft der Zeitschrift
Einarbeitung in diese Wirtsdiaft3weise. „Die Tat“ von dem „Zwang zur Autarkie in Deutschland“. Dieser Aufsatz von Fried ist sehr
Preis: 1 Sortiment 1‚—— RM.
das gleidie Sortiment mit je 10 Stück 9‚— RM.
Schulbildung: Volks.-, Real: und Fad'tschule. Lehr:
3eit mit Kammerpriifung, später Besudi des laiidmirt.
Seminars. in Helmstedt. Tiährige latidroirt. praxis.
lesenswert, denn er führt aus einer rein stimmungsrnäßigen Behandlung dieses Themas
sie heute überwiegt »—
heraus und bringt Gedanken, vor allen Dingen Zahlenmaterial, das dem—
Leser eine objektive Urteilsbildung ermöglicht. Fried wünscht, daß aus der „wilden“ Autarkie, in
wie

_
Kräftige Blüjenstauden in allen gängigen Zeugnisse können auf \Wunsdt eingesandt merden,
Arten und Sorten zur Herbstptlan3ung su bedeutend Angebote unter B. J. ? der wir uns bereits mitten drin befinden, eine geregelte Autarkie bewußt herausgestaltet wird.
herabgesetzten Preisen. Neue Preisliste auf Anfrage. Dies ist nach seiner Meinung nur im Rahmen einer, Planwirtsd‘iaft zu erreichen. Daß Fried diese
erbeten an die Geschäftsstelle dieser Monatssdirift._
Planwirtschaft von] Staate gestaltet wissen will, ist eine bedauerliche Kurzsid1tigkeit, auf die später
Betr. Abonnenten in Oesterreich Junger Mann (Anthroposoph), noch eingegangen werden soll.
Die entscheidende Bedeutung bei einem planmäßigen Neuaufbau unserer Wirtschaft liegt
Wir gestatten uns, unsere Abonnenten in Oesterreich verheiratet, sudit \Wirkungskreis gegen geringe
,

bei der Landwirtsdiaft, und so ist es sicher kein Zufall, daß in demselben Heft der Zeitsd1rift
nodimals höflichst darauf aufmerksam 5u machen, daß die Vergütung in einem landwirtschaftlichen oder „Die Tat“ der Weg zur ländlichen Planwirtschaft von Gerd Wolfgang abgehandelt wird.
Be3ugsgebiihren fiir unsere Monatssdtrift auf das
freie Konto der Reichsbank gärtnerisd'ren Betrieb, der nach der biologisch.- Auch in diesem Aufsatz finden wir eine ganze Reihe treffender Urteile und Gedanken für einen
bei der Oesterreichischen Nationalbank, dynamischen Wirtschaftsweise arbeitet. Eventuell Neuaufbau der Landwirtschaft. So verwirft Wolfgang die Konjunkturwirtsd1aft und verlangt die
Hauptaustali, Wien kommt auch Paditung von Land mit Wohnung planmäßige Einordnung des Einzel:Betriebes in den landsd‘taftlidqen Zusammenhang, was
für Rechnung des in Frage. nur durch ein landschaftlich gebundenes, berufsständisdres landwirtschaftlidies Denken erreicht werden
Herrn Dr. E. Bartsch, Bad Saarothark Angebote werden erbeten unter W. H. ? anL kann. Er fordert planmäßige Arbeit von unten herauf, und weist darauf hin, daß sich aus
einge3ahlt mcrden können. Die Geschäftsstelle_ ‘ die Geschäftsstelle dieser Monatsschrift. der Not heraus schon Organisationen gebildet haben, die planmäßig die Produktion und den Ab:
l“)\ld’tflrlld’tßlßl Bruno Sd1euer, Breslau J, Gräbschenerstr. 58. satz und zum Teil auch die Verarbeitung oder die Veredlung von Agrarprodukten betreiben.
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— durchaus möglich, wenn eine große Zahl von Betrieben lanmäßi zu ‘ '

„Aber — alle diese Wege leiden darunter, daß sie nicht von Landleuten selbst von unten
herauf besdiritten werden.“ Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse entsprediender Verbraudiefkreise 23 beffiaetdirgle€iilarbelten’
um (116
Soweit kann man den Ausführungen von Wolfgang gut folgen. Aber
— #

audi Wolfgang bei der Behandlung dieses Problems auf halbem Wege stehen. Audi er erhofft
leider bleibt

ähnlich wie Ferdinand Fried letztlidr von den staatlich eingesetzten Treuhändern die Förderung einer
Es ergibt Sidi also die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit, zu einem briiderlidien asso:
ziativen Zusammenarbeiten unter voller Wahrung der Selbständigkeit und Selbstverantwortung des
einzelnen Landwirtes oder Gärtners im eigenen Betrieb. Also: Aufbau von unten heraus
planmäßigen Entwidclung der Landwirtschaft. Eine tragisdie lnlwnsequenzl Aus der Erkenntnis Soldier Zusammenhänge werden sich ohne Zwang Beziehungen zwischen
Wie bei so vielen Zeitgenossen, müssen wir audi bei Fried und Wolfgang die Feststellung
Iandwirtsdiaftlidier und gärtnerischer Produktion einerseits und der Konsumentenschaft°andererseits
machen, daß sie ihre aus einer berechtigten Kritik der Zeitverhältnisse geborenen Erkenntnisse nidit
anbahnen_ lassen, wobei sich der Handel in gesunder \Weise eingliedern kann und muß Ganz
ähniidi wird srch„auch das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und weiterverarbeitendem Gewerbe
zu Ende führen. Auf der einen Seite wird der Neuaufbau von unten herauf kategorisdi ge: und Lieferindustne entwickeln. Audi hier wird nicht der einzelne landwirtschaftliche Betrieb be:
fordert, auf der anderen Seite soll der Staat von oben herunter die notwendige Planung betreiben. sonders in Erscheinung treten, sondern die Landwirte eines Landschaftsgebietes in ihrer Gesamtheit
Es wird bedauert, daß die heute schon erkennbaren, aus der Not geborenen Versuche, zu einem
planmäßigen Wirtschaften nicht von den einzelnen Landwirten selbst ausgehen. Gleichzeitig aber
werden ihre berechtigten Wünsche und Forderungen auf dem Wege der Verhandlung anderen
Wirtsdiaftsgruppen gegenüber zu vertreten wissen und mit ihnen zusammen größere Wirtschafts:
wird gefordert, daß der Staat durch Notverordnungen und beamtete Organe die landwirtschaftlidie körperschaften aufbauen. Nur so ganz von unten herauf, im bewußten landsdiaftlidi gebundenen
Produktion leiten soll. Besser wäre, der Staat wiirde nur Rechtsfunktionen ausüben Zielbewußte
und wirklidt sd16pferische Einzelpersönlidikeüen wollen in wirtschaftlichen Fragen nicht „regiert“ Zusammenarbe1ten von in sich gesunden und frei und selbstverantwortlich geleiteten Einzelbetrieben
läßt Sidi em planmaßiger Aufbau nicht nur der Landwirtschaft, sondern der Wirtschaft iiberhau t)
sein, sondern sich von unten herauf durchsetzen unter freier Entwiddung ihrer besonderen individu: in Angriff nehmen. p’
ellen Fähigkeiten, wie sie die Landwirtsdiaft zum Neuaufbau so nötig braucht. Rudolf Steiner hat schon 1919 in seinem Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ auf
Gerade an solchem Beispiel kann man immer wieder erleben, welche ungeheure Macht in diese Notwendigkeiten und Möglidikeiten eines assoziativen Wirtsd1aftsaufbaues von unten herauf
manchen Jahrhunderte alten Denkgewohnheiten (Staatswirtschaft im Einheitsstaat) lebt, und wie hingewtesen. Die durch den landwirtschaftliäen Kurs Rudolf Steiners gegründete biologisch:dy-
selbst ehrlich vorwärtsstrebende und sudiende Mensd1en immer wieder davon gefangen genommen namische Wirtsd’1aftswei5e schafft die Möglichkeit, auf der Grundlage von in sich lebensfähigeri
werden. Man erkennt audi in dieser Beziehung die erstaunliche Größe der Persönlichkeit Rudolf und gesunden landwirtsdiafllidien und gärtnerischen Betrieben, einen assoziativen Wirtsdiaftsorga:
Steiners, der auf den verschiedensten Gebieten des mensdilidien Lebens sich von sold'ien Erkenntnis: nismus frei von wesensfremden Bindungen und Hemmungen aufzubauen. Alle Versuche den
hemmenden Denkgewohnheiten seiner Zeit freimachen und damit zugleich den Blick auf eine den Neuaufbau unserer Wirtschaft auf der Grundlage einer in sich kranken, durch staatlid1e Eindriffe
Forderungen von Gegenwart und Zukunft gerecht werdende Lösung brennender Mensdiheitsfragen gebundenen und von Konjunktur:Manövern irregeleiteten Landwirtschaft zu betreiben, wird fehl:
rid'iten konnte. schlagen, weil das Fundament morsch ist — ganz gleidi, ob Autarkie oder freie Weltwirtsd1aft
Aber nodi eine weitere entsdieidende Lücke ist ganz allgemein heute bei den gedanklichen angestrebt wird.
Erörterungen über den Neuaufbau unserer Wirtschaft festzustellen. Bei den verschiedensten Vor: Schon verhältnismäßig früh ist in bewußter Anlehnung an die Riditung weisenden Gedanken
Schlägen zur wirtschaftlichen Neuordnung wird immer wieder von der Landwirtsdiaft als Grund: Rudolf Stemers die Demeter:Bewegung aus der biologisch:dynamischen Wirtschaftsweise heraus:


gewachsen. Diese Demeter:Bewegung ist ausgegangen von wenigen in gesunder Entwicklung

lage ausgegangen. Man übersieht dabei, daß ein wirklicher Neuaufbau nur auf einer festgefii gten
begnffenen Einzelbetrieben Aufbau von untenl Sie umschließt heute sdion außer Soldien

Grundlage, also auf einer in sich gesunden Landwirtschaft, erriditet werden kann. Nun
ist aber die heutige Landwirtschaft „ vor allem der Boden krank. Die Landwirtschaft von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Produktionsstätten, Handel und Gewerbe und vor allem
heute wird also nie die Grundlage für eine Gesundung der iibrigen Wirtsdiaft abgeben können.
Es ist ziemlich miissig, sich Gedanken über den planmäßigen Neuaufbau der Wirtschaft zu machen,
interessierte Verbraud1erkreise
— also Ansätze zu einer Wirtsdrafts:Assoziationl ‚Diese Demeter—
Bewegung stellt sich dar als ein erster Versud1, den Weg vom bloßen Reden und Schreiberi
solange nidit Mittel und Wege gesucht und gefunden werden zur Wiederbelebung und Gesundung uber den planmäßigen Neuaufbau der Wirtschaft zum bewußten Handeln also vom Wort zur
unserer erkrankten Böden und Viehherden. Erst wenn dieses Problem gelöst ist, kann das Pro: Tat mutig zu besdireiten. ’
blem einer gesunden Autarkie, wie audi jeder anderen Wirtschaftsform, aufgegriffen werden.
Ein planmäßiger Aufbau unserer Wirtschaft muß bei der Urproduktion in einer gesunden
Landwirtsdiaft und einem gesunden Gartenbau einsetzen.
Die landwirtsdraftliche und gärtnerische Produktion ist in erster Linie bedingt von der Natur: Zur Düngungsfrage
grundlage, also von Boden, Klima usw. und in zweiter Linie von den Bedürfnissen der kon:
sumierenden Menschheit. Naturgrundlage und Konsumbedürfnisse sind die Faktoren, die in der modernen Ernährungswissenschaft
der Landwirtschaft und dem Gartenbau die Riditung geben. Dr. med. F. H. Ungar
Die bewußte und konsequente Beriidcsiditigung der Naturgrundlage führt zur Ausgestaltung Es ist wohl für jeden, der mitarbeiten will an einer zeitdemäßen, esunden es
von in sich geschlossenen landwirtschaftlidien Betriebs:0rganismen, die sich weitgehend aus sich
selbst erhalten könnnen (Befriebs:Autarkiel). Die Erkenntnisse von dem besonderen Wesen und
dem inneren Aufbau eines sold1en landwirtschaftlichen Organismus muß der verantwortlidi auf
Bodenbewirtsdiaftung
Bestrebungen fur
von Wert, nadi Möglichkeit audi ein Bild darübger
eine biologisd1:dynamische Wirtschaftsweise drinnenstehen
zu
gew%nddlnifllige iii;
in der Gesamtsituation
der gegenwartigefl Entwid<lung der offiziellen Wissenschaft auf den damit in Zusammenhang
seiner Scholle wirtschaftende einzelne Landwirt selbst finden. Diese Arbeit kann ihm von
anderen, die von „oben herunter“ und von außen in seine Wirtschaft hineinwirken, nidit abgenommen stehenden Gebieten. Bei den Bemühungen um einen solchen Uberblidc fiel mir auf daß in den
werden, weil sie in gar keiner Weise schematisch zu erledigen geht. Es kann ihm nur eine Ausernandersetzungen namhafter \Wfissensdmfter über die Düngungsfrage die

auch in den Kreisen der Ernährungswissensd1after eine größere Rolle zu spielen bedinnt
in
letzter Zeit
die
#

kollegiale Beratung, die sich allerdings entsprechende besondere Vereine und Organisationen auf
Vertrauensgrundlage sdiaffen kann, wirklich innerlich richtig beistehen.
Haltung der Faddeute von medizinischer Seite von der Haltung der Fadileute, die vän
der Seite
Wir werden hier auf die Aufgaben und die entscheidende Bedeutung der sdiöpferisdien,
derLandwirtschaft und des Gartenbaues herkommen, sich im allgemeinen untersdieidet. Letztere stellen
zum allergroßten Teil die Frage des Mehrertrages und andere wirtsdiafflidie Fragen in den Vorder:
menschlichen Einzelpersönlid1keit in der Landwirtsdiaft und im Gartenbau hingewiesen.
Nur auf der Grundlage von in sich gesddossenen und damit gesunden leistungsfähigen land:
grund, wobei dieLandwirtschaft vielfach als kaufmännisches Unternehmen angesehen wird das
man des Gewmnes wegen betreibt (darüber ist ja in diesen Blättern schon mehrfach die Rede gewesen)
wirtschaftlidien und gärtnerischen Betriebsorganismen läßt sich die in Auflösung begriffene Wirtschaft
neu aufbauen, und vor allem der Bedarf an vollwertigen Nahrungsmitteln befriedigen. Bei letzteren
und}sehen auch die Qualitätsfrage und die verwandten Fragen in erster Linie vom wirtsdmftlicheri
Aufgaben kann jetzt nidit mehr allein die sd16pferische Initiative des einzelnen Landwirtes den auf:
Gesrchtspunkt aus an, wodurch der vornehmlidi$te Zwedc von Landwirtschaft und Gartenbau der
Ernahrung des Menschen zu dienen, in den Hintergrund gedrängt wird. Bei den Betrachtuhöen
tretenden Problemen gered'd werden, sondern es ergibt sich die Notwendigkeit zu einer Zusammen: Von
medizinischer Seite steht naturgemäß mehr der Mensch im Mittelpunkt und es werden
arbeit. Der einzelne Landwirt, der einzelne Betrieb ist heute nid1t in der Lage, den außeror:
dentlidi mannigfaltigen Bedürfnissen der Konsumentenschaft mit seiner von der Natur weitgehend
aududte Fragen der Bodenbewirtsdmftung vor allem vom Gesichtspunkte der Befriedigung der
Bedurfnrsse des Menschen, bezw. der Wirkung der Bodenprodukte auf den menschlichen Or:
bedingten und dadurdi oft mehr einseitigen Produktion geredit zu werden. Wohl aber ist dieses
138 139
*
*
«

ganisrnus aus angesehen und die übrigen damit zusammenhängenden Fragen kommen erst in von verschiedenen Lebewesen hervorgehen zu lassen. Wenn wir von einem Kreislauf der
Energie und der Stoffe spredten, so können wir ebenso von einer Art des Kreis:
laufes des Lebens reden. Wir können die künstliche Ernährung des Bodens mit
ZWÜIel/lifedlileeser
allerdings nidit immer klar in Ersdieinung tretendenlGrundeinstellung hängt es
der künstlichen Ernährung des tierischen Organismus vergleichen. Wie bei diesem es
wohl audi zusammen, daß man bei den gegenwärtig führenden
Landwrrtsdiafts:Wis5äi$diaftern
fast durchweg ein Sicheinsetzen für den Kunstdiinger findet, wahrend gerade als
}utoigtaten außerordentlidi schwer fällt, alle notwendigen Stoffe auf die Dauer ausreidtend zuzuführen
und trotz oft recht guten Aussehens sich in versdtiedener Richtung Störungen entwidceln
geltende medizini5die Wissensdtafter eine mehr vorsrdrtrg abwartende Haltung einne men, (Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit, minderwertige Nadikommen usw.) so ist es audi
wenngleich auch sie aus den heute üblichen wissenschafthchen Denkformen heraus
zumeiséflwed denkbar, daß der künstlich gedüngte Boden mit der Zeit Veränderungen zeigt,

atherisdien Bildekraften dfleri’


davon entfernt sind, mit_bis ins einzelne gehender Konkrethert mit solchen Faktoren zu re
wie die biologisch:dynamisd1e Wirtsdiaffswei5e z. B. mit den re ne. die nicht ohne Bedeutung für die ganzen ihn bewohnenden und auf ihn an:
gewiesenen Organismen sind*). Wir wissen, wie außerordentlich rasch die unseren
Die erstere Einstellung ist in diesen Blättern ja sdion von verschiedenen Seiten
und ihr aus gesunder landwirtschaftlicher Einstellung entgegengetreten worden. Deshalb tei be13uchtä
moc
Darmkanal bewohnenden Mikroorganismen durch die Art der aufgenommenen Nahrung
beeinflußt werden können. Bald sind für diese Bakterien, bald für jene die Lebensbe:
hier nidit eingehender darüber sprechen, sondern nur ein Beispiel anfuhreri, das zeigt,
auch bei scheinbarem Eingehen auf weitere Gesichtspunkte doch ganz einseitig bleibt: In l_‚ dwre änafri
der ehr:
dingungen besonders günstige. Die ganze Technik der Reinkultur von Mikroorganismen
beruht in letzter Linie auf der Schaffung von Lebensbedingungen, die für eine bestimmte
sdirift für Ernährung“ Jahrgang 1931, Heft 6, sd1reibt 4Prof‚kDr. Julius Kochs {frß von edr: Bakterienart ganz besonders günstige sind. Aus einer Mischkultur lassen sich durch Ver:
und Forschungsanstalt für Gartenbau Berlin:Dahlem. in seinem Aufsatz „Der Ein
Düngesalze auf den Geschmack und sonstige Eigenschaften von Gemüse: un s‚ duOb eff“ änderung des Milieus bestimmte Mikroorganismen im Wachstum untei'drüdcen, während
andere überwuchern. Diese Beobachtungen geben zu denken. Trifft es zu, daß manche
Vitamine der Tätigkeit von Bodenbakterien ihre Bildung verdanken, dann wäre es z. B.
kOHSCFV€II . Trotz des unzählige Male bewiesenen günstigen Einflusses _der Kunstdüngesalze denkbar, daß ein Mangel an solchen auftreten könnte, wenn der Boden in einseitiger
auf die Ernte, taudien clodi bisweilen audi gegenteilig laufende Ans1chten auf, welche
dem Gebrauch der Kunstdünger warnen zu müssen glauben. Ich erinnere nur andre vor Weise ernährt würde. Nun wird ja im allgemeinen die künstlidie Düngung kaum dazu
führen können, daß die Ernährung der den Boden bevölkernden Lebewesen wirklich ein:
Sdiriften der biologisdi:dyiiamisdien Düngungsweise oder an den Feldzug gegen das Kalium seitig wird, weil immer wieder Zellen zugrunde gehen, wodurdi einer einseitigen Ernährung
ahresfrist. “
des Bodens beständig entgegengearbeitet wird. Immerhin wird es gut sein, beständig
V01'
elffiadgn
allermeisten Fällen wird es bei der Anwendung der „Kunstdungesalze dem
Landwirt in erster Linie auf den Mehrertrag ankommen. Hieruber ‚liegt in der Lite:
daran zu denken, daß der Boden als Lebewesen, d, h. als Zusammenfassung
einer großen Anzahl versdiiedener Organismen, die alle in Wechselbeziehung
ratur ein reidies Material vor, man vergleiche nur die diesbezuglichen Veroffenthdiungen zueinander stehen, zu betrad1ten ist.“
in der Zeitsduift: „Die Ernährung der Pflanze“, Illustrierte Halbmonatsschnft uber Fort:
Weit mehr noch als diese Anschauungen eines hervorragenden medizinischen Vertreters der
schritte im Adcerbau und landwirtschaftlichen Düngewesen
ausgeber: Deutsdies Kali:Syndikat, G. rn. b. H., Berlin SW . 11. des
In: und Auslandes. Her:
1 { Theorie aber ist es für den, der sich ein Bild madien will über den Stand dieser Fragen in der
Außenwelt, von Interesse, was ein Mann, der Theorie und Praxis in reidier Erfahrung verbindet,
Neben den Feststellungen der Wirkung der Dungesalze auf den Mehrertrag aguyen auf diesem Gebiet zu sagen hat. Weil „das Gebiet der Ernährung heute obenan unter den the:
ständig, wenn audi in besdiränktem Maße, Bestrebungen zur Feststellung der
wirkung der Düngung auf den Geschmack und das Aroma von Obst un Elfiä rapeuii$dien Interessen“ stehe, hat der Berliner Verein für innere Medizin vor mehr als einem
Jahre Prof. Dr. Carl von Noorden, der jetzt die Sonderabteilung fiir Stoffwechselstörungen und
diätetisdie Heilmethoden des Krankenhauses der Stadt Wien leitet, zu einem Vortrag „Uber alte
GBmüsefi
t dann ’ ’

ere
Beridit ü b er eine gro"ß Zahl V.on Düngungsver
in diesem Aufsatz ein . .- und neue Ernährungsfragen“ eingeladen und v. Noorden hat diesen Vortrag vor einer großen
sud1enl?sdiä01agn
versd1iedenen Früdifen und Gemüsen (Stachelbeeren, Kirschen,
Pflaumen, Johannisbeeren, Tomaten, Erbsen, Bohnen usw.) sowohl mit Himbeererlideirnen,
kunsthcher Vo ungifiräg
ärztlidien Zuhörerschaft, zu der audi Mitglieder der Hygienekommission des Völkerbundes zählten,
gehalten. In diesem Vortrag nannte v. Noorden die Frage, ob die künstliche Düngung mit Pro:
als audi unter Weglassung einzelner Düngungskomponenten, bezw.
ganz ohne
Dungeaan(gjes eCk dukten des Bergbaues und der diemischen Fabriken wirklich genüge, eine Frage ungeheuerer

Mmeralvo “des
wurden, bei deren Produkten dann auf Aussehen, Beschaffenheit,
Geruch
(Aroma) im ma Tragweite. Dieser Vortrag ist nun in erweiterter Form in Drud< erschienen (v. Noorderi,
geprüft wurde; das Ende der Abhandlung führt zu dem Ergebnis, daß die unguiag
nam e
„Alte und neuzeitliche Ernährungsfragen mit Berücksichtigung wirtsdmftlicher Gesichts:
die besten Resultate aufweise. Dieses Ergebnis ist aber
gar 4nl[l‘lt verwunderlidi, es
denabus;iangg
H

punkte“, Verlag Julius Springer Wien und Berlin); darin heißt es (S. 15):
zum Vergleidi nicht einmal die natürliche Düngung mit Stallmist
(mit einer einziger;1
Bemerkungen über Einfluß der Düngung auf Nährptlarizen.
und Kompost herangezogen, geschweige denn die Düngung mit Hilfe
von Praparaten er
dynamisdien Wirtsdmftsweise, obwohl gerade gegen letztere in der Einleitung des

usa zes
ÄO ofgrä Einstweilen nur theoretisch anschneidbar, vielleidit jetzt schon beschränkter, in Zukunft
wohl sicher starker Tragweite ist eine andere, mit Besdiaffenheit unserer Bodenprodukte
Stellung genommen wurde. d
# 4

. zusammenhängende Frage, die allerdings nidit nur die Mineralien betrifft. Dürfen wir
e enüber finden wir z. B. in der Sdirift „Synthese der Zellbausteme in Pflanze un gewiß sein, daß die zwangsläufig Sidi immer mehr in den Vordergrund sdiiebende künst:
Tier“
%zülegs gbekannten
Physiologen der Universität Halle a. S. Prof. Dr. Emil Ab derhalden liche Düngung mit Produkten des Bergbaues und der diemiSchen Fabriken dem Kultur:
boden wirklidi alle anorganischen und organisdien Stoffe in solcher Menge und Mischung
folgendes (S.
4%?ir
genanfit
haben oben
Düngung,
erwähnt,
ergänzt und
daß die natürlidie Art der Ernährung des Ackerbodens,
vielfach sogar durch Zufuhr kunstlrchen Dungegiitteln
von
wiedergibt, wie er sie zur Produktion vollkommener Nahrung für Tier und Mensdi bedarf?
Man hat dabei nicht an die quantitativ beherrsd‘renden Mineralien zu denken; diese können
so Gut wie ersetzt worden ist.Wir dürfen an der außerordent11d1widitigen r1alge sicher durch künstliche Düngung genügend gedeckt werden, wenn audi in weiten Kreisen
nicfft vorübergehen, ob nicht
können. **) Wir miissen
im Laufe der Zeit Sidi Sdiad_en
den Adcerboden als lebenden Organismus heraussäe
betraCh tden.
en landwirtsdiaftlidier Betriebe (namentlidi in Kleinbetrieben) nodi eine beklagenswerte Un.-
kenntnis über Tragweite und zweckmäßigste Verwendungsart des Kunstdiingers besteht.
Er enthält zahlreiche Organismenarten und stellt in
dieser Hinsicht
eine Welt für
Alle in ihm vorhandenen Lebewesen stehen in irgendeiner Weise in Wechselbez1e ging
si. }, ar. Selbst bei Kunstgärtnern kann man die gleidie Erfahrung madien. Vor allem aber ist
zu denken an sowohl anorganische wie organische Stoffe, die nur in kleinsten Mengen
zueinander. Es vollziehen sich ununterbrochen umfassende Stoffwediselvorgange im Bo_en. vorkommen und vielleicht nur durch katalytische Wirkkraft doch ungeheuer wichtig sein
Wir haben sdion erwähnt, daß es Mikroorganismen gibt, die Harnstoff in Kolilensaure können, gleidisam Vitamine für die Bodengärung. Vor allem die Erkenntnis von der
und Ammoniak zerlegen; andere oxydieren das entstandene Ammoniak und
lid’l Salpetersäure hervorgehen. Beständig sterben im Boden Lebewesen ab. lasse]gr schlr}eß:
s get1 en
' Bedeutung radioaktiver Stoffe für das Gedeihen der Pflanzen bereditigt zum Aufwerfen
dieser Frage. In einem Gespräch darüber mit J. Tandler warf dieser vom Standpunkt
Pflanzen und Tiere und auch Mikroorganismen aller Art
Lebewesen ein, um in der früher geschilderten Weise wieder Material zur Ernaa}nrung
zugrunde. Überall greifen ere der Konstitutionslehre die Frage auf, ob nidit die weitverbreitete Zunahme der Hoch:
drudckrankheiten Folge einer Abartung unserer Nahrung durch einen Raubbau sein
* Verlag Julius Springer, Berlin 1924. *) Dieser Sat; von mir gesperrt angeordnet. F. H. U.
*2‘)
Dieser Sat; von mir gesperrt angeordnet. F. H. U.
141
*

1140—

könne, zu dem qualitativ künstlid'ie Düngung sich am Boden auswirke. Andere allum: ]cläiigfldfigl; lic;ilrji1l;teriäiiarlrsftgemäße
‚_
'
ur Erwägaing\e)r&
gesun e
im Verein mit einer gewissen Großzügigkeit zu der
eiterentwicklung der Ve etatio d
eine "

,. inle
" '

fassende exogene Einflüsse sind nidit erkennbar. Das Verlegenheitsgerede über Not ebensowenig ausreicht Steiner
Grundlagen Rudolf schon 1954 e' Er k enntnisn
wie der Kunstdünoer ‘
die aus 'n weiteren
g viel
'

U_näil1fllCh€
Forschungs:
Dünger
der Zeiten, überlastende Arbeit, Einfluß dieser oder jener Genuß: und Reizrnittel trifft
nidit den Kernpunkt der Frage und darf nicht abhalten, nadi neuen Gesid1tspunkten zu
hat, Auf djg 31Ch
. unbedin } d_ im
an dwtrtsdtafthdten Kurs zu K oberwttz dargelegt
g araus ergebende Frage, was denn u d' " '

)
suchen. Wir erfahren jetzt und wir werden dadurch an alte, mindergut begründete
£abe,
eme Antwort.
deren ungeheure Tragweite für die Zukunft audi v. Noorden n Wir ei etzterem
relrknenriteSlfienzclleghdj' zii gf8Ch€h€n
#

,
aber therapeutisch gleid1sinnig gerichtete Bestrebungen E. Heilner’s erinnert —, daß in
den kleinen Blutgefäßen der Niere und anderer Organe autochthon Lokalhormone vor: Rudolf Steiner aber. hat auf diese Fragge bis
die konkreten raktisd1e E'
' '
in ' ' ‘

kommen, die dem Hodidruck entgegenarbeiten. Letzte Quelle der Hormone ist unsere
Nahrung. Freilich läßt sich in gewissem Maße der Hochdrudc durch überragende Zufuhr ägtxzäügggeäjpäund
' '
seine
eine immer wa sen e
sich durch adit
ahl von Landwirten Angaän häbe%
über
d G" " (teilweisé3 zehn) lcrfäfilflemienn ffä
von Gemüsen und Früchten (namentlid'i in roher und kodisalzfreier Form) erniedrigen, diese
. . _ auch verhältnismäßi g ]<urz ist, so darf dodi esa t werde
Zeit
'
un d Nimmß ‘ch b€Wahrl; wenn
‘ '

was wahrscheinlich mit starkem Überwiegen des parasympathisch:tonisierenden Kaliums . und


StCl'l mit w1rklichem. Ernst _ hinreidiender Inten 't"tmit g' g Antwort
dieser n) b & ch"f'
SI weh] allen, die ‘

zusammenhängt. Ob solche Kost der Bildung des spannungsmindernden Gefäßhormons hat


_ , daß durch
_
sie Wirklich zur
Lösun g dieser Frage
312 geführt ist Ab 63 R
ahgtd lf S Br56ben
haben,
D ' " ‘
'

förderlidi ist, läßt sich noch gar nidit überschauen. Jedenfalls bereditigen das Auffinden nicht nur die ungeheure Bedeutung dieser Fra ge erkannt, er hat die Antwort er du f immer hat-
0
"
4 4

_
eines Soldien Hormon5 und die Gewißheit, daß seine letzte Quelle Nahrungsstoffe sind,
ebenso wie die Betrachtungmitüber Wirkung des Kaliums die Beschaffenheit bezw. Ab:
artung der Bodenprodukte der ganzen Frage heuristisdi zu verknüpfen.
geben, daß durch ste die gewaltige Verantwortung ins]Bewußtsein
zukunft
" "
gerufen
b2gjnnte.
zu tragen u d L b ensfahigkeit spaterer Geschlechter, ja für die Menschheits:
für die Gesundheit
wirt3diaftüberhaupt, " ' ' '
wurdäaudieauddile Tjafldi
'

Was ich über mögliche Un;ulänglichkeit des Kunstdüngers in meinem Vortrage am 17. November 1930
sagte, ist von einigen Referenten vegetarianisdi oder rohköstlerisch eingestellter Blätter, abweichend von dem
\Wortlaut des. V'ortrages, falsch und propagandistisch gedeutet und ausgenut3t worden, Dem mit den eiiisdrl'a'gigen
Doktrinen nicht vertrauten Leser sei gesagt, daß von jener Seite der sogenannte Kunstdünger auf das schärfste

Astronomische Betrachtungen
bekämpft, der sogenannte natürlidie Dünger (Kot und Urin der Tiere) als allein 3ulätäiger be5eichnet wird.
Demgegenüber haben mir mit der Tatsache 3u rechnen, daß mit natürlichem Dünger der Bedarf unseres Bodens
an Stickstoff, Phosphorsäure, Kali, Kalk nur 3um kleinen Teile gededrt werden kann. Und selbst da, mo
für kleinere Fläd-ren natürlicher Dünger reichlichst 5ur Verfügung steht, ist man niemals sicher, daß der durch Der Ze1tenrhythmus in den Erscheinungen der Gestime
viele Jahrhunderte und namentlich seit etwa 100 Jahren übermäßig beansprudite Boden durch ihn alle Ersatz:
Dr. Hermann von Baravalle
stoffe in solcher Mischung erhält, mie sie unsere Nährpflanjen beanspruchen. Als un3meifelhatt Doll:
mertig für die Vegetation ist der natürliche Dünger ebensowenig anzuerkennen wie der Kunst» _
In der Denkweise der neueren Zeit k ann man die Tendenz wahrnehmen s‘ch
4

-
‘ '

diiriger*). Das aus vielen Aufsähen aus den Kreisen der Vegetarianer usw. uns entgegenhallende Ver:
langen nach aussdilielälich natürlidier Düngung ist eine unerfüllbare Utopie. Unbedingt einmandsfrei vom
Standpunkt der Hygiene ist natürlicher tierisdier Stalldünger keineswegs immer. Sdnverer miegend sind die
äiiie\ci/e(jigigfiüfi%gäiü@ immefrfl mähr

Äan räumliche Vorstellungen zu halten. Es
, Wie Sie ur ie stronomie in Sdiulen und Bücher 1
'
slindudaüirrl äüffi
"“
.
Einwände gegen Latrinendünger, dessen Verwendung in 3medcmäßiger Form, 3. B. als „Poudrette“ (getrocknete w1egend von räumlichen Charakter. Wenn wir in de E' Y5fmtfi€i werden, Vor-'
puloerförmige Fäkalien) oder auf Rieselfeldern leider quantitativ keine Rolle spielt, der aber in kleinen gärtnerischeri bestimmten Anordnungen
in dieser Weise im Planetensauf genom
von der Astronomie a en, so finden
nnnerurig VOTUIDETZIEhEF} laäS€rl‚ Was von
Wir alle die
Gedanken Wir
men hrb
und halbgärtnerisdnen Betrieben beim Gemüseanbau gar nicht selten in flüssiger Form und auf hygienisdr redrt ystem, bestimmten Entfernunde d G"
_
' “ ‘

bedenkliche Art und \Weise dem Boden 3ugeführt wird. im Weltenraum


so, daß 5,9 etc 1 . müssen natürlich an ch Z„eitangaben gemadit
sid, Dazu r0l3€flV€rhälln1886n

dles
' U “Uwer d en, dodi geschieht
5 ‘
4

Daß Menge. und Beschaffenheit der Bodendüngung Schmackhaftigkeit, Arom zeiten em


und Genußwert des Erntegutes stark beeinflußt, ist im Gemüse:, Obst: und Weinbau as eine Art Ergänzung den raumlidien Vorstellungen einfügen: Umlaufs:
längst bekannt, scheint aber mit der Zeit immer mehr in Vergessenheit zu geraten, und
zwar weil überhaupt der Sinn für Feingesdimack der Rohstoffe zugunsten der Wertung „ _Für
die Arbeit des. Landwirtes komm t es nun aber weit mehr als auf d' ' ‘

bildschöner Schauprodukte, des Nährstoff: und Caloriengehaltes und bequemer Einkaufs:


gelegenheit usw. bedenklich gesunken ist.
ijil;‚trrjlélräheäle Vsoätellunlgrsbtilder Cc}llar}i uf
, r 1 .im aurges
an, ein richtiges Verhältnis zu dem
e en um ihn herum abspielt In früheren Z ' :
_
Zeitenrfytlr'ieririscicljlezüelgeen
'

w1äen
. . . . .. . . den zeitlichen Verhältnissen
är]n glels?ltlgäs
Sidibeschaftigen mit elf