Sie sind auf Seite 1von 44

Elektrotechniker

Lerngruppe
Mechatronik Hauptstudium

Formelsammlung
Maschinenelemente und Grundoperationen
der Fertigungstechnik 1 & 2

Hamburg, den 19. Januar 2006

Verfasser : Florian Cordes


Andreas Janssen
Pascal Stupperrich
Hannes Otto
Inhaltsverzeichnis
1 Schrauben 1
1.1 Schraubverbindungen nach VDI 2230 (vereinfacht) . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1.1 Grobdimensionierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1.2 Anziehfaktor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.3 Mindestklemmkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.4 Kräfteverhältnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.5 Nachgiebigkeit Schraube . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.1.6 Nachgiebigkeit Platten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.1.7 Vorspannänderung durch Setzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.1.8 Mindestmontagevorspannkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.9 Maximale Montagevorspannkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.10 Überprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.11 Betriebsbeanspruchung (mit GEH) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.1.12 Schwingbeanspruchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.1.13 Flächenpressung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
1.1.14 Anziehmoment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
1.2 Schrauben-Nennwerte nach VDI-R 2230 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
1.3 Verspannungsschaubilder Schraube . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1.4 Tabelle der Abkürzungen bei der Schraubenberechnung . . . . . . . . . . . . . . 10

2 Federn 13
2.1 Allgemeines Kraft-Weggesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.2 Schaltungen von Federn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.3 Steifigkeiten und Dimensionierung von Federn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.4 Arbeit der Feder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.5 Federartenübersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

3 Welle-Nabe 16
3.1 Formschlüssige Verbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.1.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.1.2 Passfeder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.1.3 Keilwellenverbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.1.4 Zahnwellenverbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.1.5 Polygonwellenverbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.2 Kraftschlüssige Verbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.2.1 Erforderliche Reibkräfte zu äußerer Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.2.2 Erforderliche Flächenpressung zu äußerer Belastung . . . . . . . . . . . . 18
3.2.3 Klemmverbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.2.4 Zulässige Flächenpressungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.2.5 Geeignete Passung wählen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.3 Preßverbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

I
4 Achse-Welle 24
4.1 Verfahren der Wellendimensionierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.2 Grobdimensionierung der Achse/Welle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.2.1 Ermittlung der maximalen Beanspruchung: . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.2.2 Ermittlung der Dauerfestigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
4.2.3 Berechnung der zulässigen Spannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
4.2.4 Berechnung des Mindestdurchmessers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
4.3 Nachrechnung der Belastungen an kritischen Stellen (GEH) . . . . . . . . . . . . 27
4.3.1 Ermittlung vorhandener Spannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4.3.2 Zusammenfassen zur Vergleichsspannung σv . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4.3.3 Bestimmung der zulässigen Spannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4.3.4 Spannungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
4.4 Dauerfestigkeitswerte in N/mm2 für Standardwerkstoffe . . . . . . . . . . . . . . 28
4.5 Kräfte- und Momentenverläufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

5 Lager 31
5.1 Funktionen und Arten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
5.2 Lebensdauer statische Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
5.3 Lebensdauer dynamische Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
5.4 Typische Werte für Lager . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

6 Schweißnaht 33
6.1 Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
6.1.1 Belastungsgrößen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
6.1.2 Geometrische Größen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
6.1.3 Nennspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.1.4 Zulässige Spannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.2 Schweißnahtformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
6.3 Nahtbeiwerte für Belastungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

7 Anhang 38
7.1 Kräfte und Momente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
7.2 Energien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
7.3 Massenträgheitsmomente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
7.4 Umrechnung von Einheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

II

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1 Schrauben
1.1 Schraubverbindungen nach VDI 2230 (vereinfacht)
1.1.1 R0 Ermittlung des Nenndurchmessers (Grobdimensionierung)

Axialkraft der Schraube ergibt Referenzkraft in Tabelle Die auftretende Axialkraft


pro Schraube ist bestimmt worden, dann wird in der Tabelle der nächstgrößere Wert als Refe-
renzkraft gewählt.

Belastungsart ergibt zusätzliche Schritte Abhängig von der Belastungsart der Schraube
sind in der Tabelle nächst höhere Werte für die Referenzkraft zu verwenden. Nur der Belas-
tungsfall mit größter Anzahl an Schritten wird betrachtet!

• 4 Schritte für statische und dynamische Querkräfte FQ


FQ
FQ
• 2 Schritte für dynamisch und exzentrisch angreifende Axi-
alkräfte FA
• 1 Schritt für dynamisch und zentrisch oder statisch und FA
exzentrisch angreifende Axialkräfte
• 0 Schritte für statisch und zentrisch angreifende Axial- FA
kräfte FA FA

Anzugsart ergibt zusätzliche Schritte FA FA

• 2 Schritte für Anziehen mit einfachem Drehschrauber mit FA


Nachziehmoment
• 1 Schritt für Anziehen mit Drehmomentschrauber oder FA
Präzisionsschrauber
• 0 Schritte für Anziehen mit Winkelkontrolle oder Streck-
grenzkontrolle

Tabelle zur Ermittlung des Nenndurchmessers


Kraft in N Nenndurchmesser in mm
Festigkeitsklasse
12.9 10.9 8.8
1000 3 3 3
1600 3 3 3
2500 3 3 4
4000 4 4 5
6300 4 5 6
10000 5 6 8
16000 6 8 10
25000 8 10 12
40000 10 12 14
63000 12 14 16
100000 16 18 20
160000 20 22 24
250000 24 37 30
400000 30 33 36
630000 36 39

1

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.1.2 R1 Anziehfaktor

Der Anziehfaktor αA berücksichtigt die Streuung der erzielbaren Montagevorspannkraft zwi-


schen FM min und FM max . Eine Ermittlung erfolgt unter Beachtung der Anzieh- und Einstell-
verfahren sowie ggf. der Reibungszahlklassen (Tabelle A5) nach Tabelle A8.

FM max
αA = oft αA = 1, 6 für Drehmomentschlüssel
FM min

1.1.3 R2 Erforderliche Mindestklemmkraft

Die Ermittlung der erforderlichen Mindestklemmkraft FK erf erfolgt unter Berücksichtigung


folgender Forderungen.

Reibschluss zur Übertragung einer Querkraft FQ (abweichend von VDI )

SR : Sicherheit gegen Durchrutschen (=1 wenn nicht anders angegeben)


FQ ges i : Anzahl der Trennfugen / Schnitte
FKQ = · SR
µ·i·n n : Anzahl der Schrauben
FQ ges : Gesamtquerkraft, häufig n = 1 und FQ schon geteilt

Aufnahme einer Axialkraft oder Abdichten gegen ein Medium mit Druck Pi max

AD : Fläche des Deckels


Faxial AD · Pi max
FKA = = FKP = Pi max : Maximaler Innendruck
n n
n : Anzahl der Schrauben

Aus den Anforderungen folgt die Beziehung:

FK erf ≥ max(FKQ , FKA )

1.1.4 R3a Kräfteverhältnis

Das Kräfteverhältnis φK ist der Quotient aus der Schraubenzusatzkraft FSA und der axialen
Betriebskraftkomponente FA
FSA
φK =
FA

Daraus folgt die die Platten (bzw. verspannten Teile) entlastende, im Sonderfall (FA < 0) weiter
belastende Kraft

FP A = (1 − φK ) · FA = FA − FSA

Zur Ermittlung von φ wird die elastische Nachgiebigkeit der Schraube δS und die elastische
Nachgiebigkeit der Platte δP benötigt, siehe nächster Abschnitt

n : Krafteinleitungsfaktor
δP
φK = n · n = 1 : Einleitung an Auflagefläche
δP + δS
n = 0 : Einleitung an Trennfuge

2

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.1.5 R3b Bestimmung Nachgiebigkeiten (der Schraube)

Allgemeines (Nachgiebigkeit/Federkonstante)

1 f l h mm i
δ= = = δ in
c F E·A N

Schraube Gesamtnachgiebigkeit

δSK : Kopf
δS = δSK + δ + δ2 + δh + . . . +δGew + δG + δM δGew : freies Gewinde
|1 {z }
δGM : eingeschraubtes Gewinde
Schaft, Hülse, Dehnbereiche
π 2 π 2
A1 = AN = ·d Nennquerschnitt A3 = Ad3 = ·d Kernquerschnitt
4 4 3

Kopf Nachgiebigkeit

lSK : Höhe Schraubenkopf


lSK (Sechskant: lSK = 0, 5 · d , Innensechskant: lSK = 0, 4 · d)
δSK = N
ES · AN ES : Elastizitätsmodul Schraube (205000 mm 2)

AN : Nennquerschnittsfläche Schraube

Schaft Nachgiebigkeit

li
δi = Schaftschraube: Ai = AN
ES · Ai

Dehnhülse Nachgiebigkeit

lh π
· d2w − d2h

δh = Ah =
ES · Ah 4

freies Gewinde Nachgiebigkeit

lGew
δGew =
ES · Ad3

Gewinde eingeschraubt Nachgiebigkeit

lG lm DSV: lm = 0, 4d; EM = ES
δG = lG = 0, 5d δM =
ES · Ad3 EM · AN ESV: lm = 0, 33d; EM = EP

Platten Nachgiebigkeit

lk
δP =
EP · Aers

3

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.1.6 Nachgiebigkeit der Platten

Bestimmung maximaler Durchmesser Verformungskegel


Je nach Plattengeometrie verformen sich die Platten als Kegel oder als Hülse mit Kegel, deshalb
wird vorab bestimmt, welcher Verformungsfall vorliegt.
ESV: w = 2
DA, Gr = dw + w · lK tan ϕ
DSV: w = 1

1. DA : Doppelter kleinster Randabstand in der Trennfuge, größter Kreis der in Bohrung


gelegt werden kann
0
DA : größter Kreis im Grundkörper
D0
2. Kegelwinkel βL = dlK
W
; γ = dWA lk : Klemmlänge
ESV: tan ϕE = 1, 295 − 0, 246 ln βL + 0, 194 ln γ
DSV: tan ϕD = 0, 362 + 0, 032 ln β2L + 0, 153 ln γ

dw Verspannungskörper (sz= 0) lK
Verformungskegel

z
h= lx

dw

DA
dh

dh j

DK/2
DA/2 j
D’A/2 lH lV

Kegelverformung

Bedingung: DA ≥ DA, Gr
h i
w +dh )(dw +w·lk ·tan ϕ−dh )
2 · ln (d
(dw −dh )(dw +w·lk ·tan ϕ+dh )
dh : Durchmesser Hülse
δP = dw : Außendurchmesser der ebenen Schraubenkopfauflage
w · EP · π · dh · tan ϕ
DA : Doppelter kleinster Randabstand in der Trennfuge

Kegel- und Hülsenverformung

Bedingung: dw < DA < DA, Gr


h i h i
2 (dw +dh )(DA −dh ) 4 (DA −dw )
w·dh ·tan ϕ ln (dw −dh )(DA +dh ) + 2 +d2
DA
lk − w·tan ϕ
h
δp =
Ep · π

1.1.7 R4 Vorspannänderung infolge von Setzung

Für den Vorspannkraftverlust FZ einer Schraube gilt:


fZ
FZ =
δS + δP
Die Richtwerte für die Setzbeträge fZ bei Schrauben, Muttern und kompakten verspannten
Teilen aus Stahl sind der Tabelle Setzbeträge auf Seite 5 zu entnehmen.

4

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Rauhtiefe RZ Belastung Richtbeträge für Setzbeträge in µm


im Gewinde je Kopf- oder je innerer
Mutternauflage Trennfuge
< 10µm Zug/Druck 3 2,5 1,5
Schub 3 3 2
10µm bis Zug/Druck 3 3 2
< 40µm Schub 3 4,5 2,5
40µm bis Zug/Druck 3 4 3
< 160µm Schub 3 6,5 3,5

1.1.8 R5 Mindestmontagevorspannkraft

Die erforderliche Mindestmontagevorspannkraft erhält man bei Beachtung von Vorspannkraftän-


derungen unter Berücksichtigung der größten möglichen Entlastung der Verbindung.

FM min = FK erf + (1 − φK ) · FA + FZ

1.1.9 R6 Maximale Montagevorspannkraft

Unter Berücksichtigung von αA berechnet sich die maximale Montagevorspannkraft zu

FM max = αA · FM min

1.1.10 R7 Überprüfung

Ziel ist eine weitestgehende Ausnutzung der Schraubenfestigkeit. Für den Fall, dass für die
Vergleichsspannung im Montagezustand σred M nur eine anteilige Ausnutzung der nach ISO
898-1 genormten Mindeststreckgrenze Rp 0,2 min der Schraube (üblicherweise 90%) zugelassen
wird, gilt mit Ausnutzungsgrad ν:

Zulässige Montagebeanspruchung ??

ν ≈ 0.9
σred,M zul = ν · RP 0,2 min N
RP 0.2 = 640 (8.8) = 940 (10.9) = 1100 (12.9) [ mm2 ]

Zulässige Montagevorspannkraft

A0 = kleinster Querschnitt am Schaft


auch As , aus Tabelle
d0 = kleinster Durchmesser auch
ν · RP 0.2 min
FM zul = A0 · r h  i2 ds , aus Tabelle entnehmen
1 + 3 23 dd20 π·dP
2
+ 1, 155µg min
d2 = Flankendurchmesser
ds
dt
= bei Dehnschraube
µG ≈ 0, 12

Wenn die in R0 grob bestimmte Schraubengröße weiter verwendet werden kann, muss gelten:

FM zul ≥ FM max

Wird die Forderung nicht erfüllt, so ist ein größerer Schraubendurchmesser zu wählen und die
Berechnung ab R2 ist zu wiederholen. Ist eine Erhöhung des Nenndurchmessers nicht möglich,
sind andere konstruktive Änderungen vorzunehmen.

5

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.1.11 R8 Betriebsbeanspruchung (mit GEH)

Für Verbindungen, bei denen die Streckgrenze der Schraube bei Belastung nicht überschritten
werden soll, gilt:

Gesamtschraubenkraft
FS max = FM max + φK · FA max = FM max + FSA

Maximale Zugspannung
 
FS max N A0 : Kleinste Querschnittsfläche am Schaft
σz max = in bzw. [M P a]
A0 mm2 A0 bzw. As siehe Tabelle Seite 8

Maximale Torsionsspannung
MG MG : Moment des Gewindes
τmax =
WP WP : Widerstandsmoment der Platte
 
d2 P P : Gewindesteigung siehe Tabelle Seite 8
MG = FM max · + 1, 155 · µG min
2 π · d2 µG : Reibungszahl am Gewinde
π d0 = ds siehe Tabelle Seite 8
WP = · d3
12 0 bei Dehnschraube gilt: d0 = dt

Vergleichsspannung nach GEH


p
σred, B = σz2 max + 3 · (kτ · τmax )2 mit: kτ = 0, 5

Es muss gelten:
1
σred, B < Rp 0,2 min · SF ≥ 1: Sicherheitsfaktor
SF
oder alternativ eine Sicherheit gegen Überschreitung der Streckgrenze:
RP 0,2 min
SF = ≥ 1
σred, B
bei vollständigem Verlust der Torsionsspannung oder für torsionsfreies Anziehen gilt:
Rp 0,2 min · A0
FS max ≤ (abweichend von VDI)
SF
FS max ≤ RP 0,2 min · A0
RP 0,2 min
SF = ≥ 1 Sicherheit gegen Fließen
σz, max

1.1.12 R9 Schwingbeanspruchung

FSAO : Obere axiale Schraubenzusatzkraft


FSAO − FSAU
σa = ≤ σAS FSAU : Untere axiale Schraubenzusatzkraft
2 · AS
σAS : Ausschlagfestigkeit (s.u.)
FSAO = FAO · φK
FSAU = FAU · φK

6

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Für schlußvergütete (SV) Schrauben wird für die Spannungsamplitude der Dauerhaltbarkeit im
FM
 N 
Gültigkeitsbereich von 0, 3 ≤ F0,2 min
≤ 0, 7 angegeben. (σ mm2 ; d [mm])

150
σASV = 0, 85( + 45)
d

FM
Für schlußgewalzte (SG) Schrauben ergibt sich im Gültigkeitsbereich von 0, 3 ≤ Fo,2 min eine
höhere Dauerfestigkeit als bei schlussvergüteten Schrauben:
 
FM max
σASG = 2 − · σASV alternativ: σa ≤ σAS
F0,2

Für beide Schraubentypen muss gelten:


σAS
SD = ≥ 1 Sicherheit bei Schwingbeanspruchung
σa

Gewinde Ausschlagsfestigkeit σAS in N/mm2 bei Festigkeitsklasse


schlußvergütet schlußgerollt
4.6 und 5.6 8.8 bis 12.9 10.9 und 12.9
unter M8 50 60 100
M8 bis M12 40 50 90
M14 bis M20 35 40 70
über M20 35 35 60

1.1.13 R10 Flächenanpressung

In der Auflagefläche zwischen Schraubenkopf und Mutter einerseits und verspanntem Teil ande-
rerseits sollten weder durch die Montagevorspannkraft, noch durch die Maximalkraft im Betrieb
Flächenpressungen wirksam werden, die Kriechvorgänge (zeitabhängiges plastisches Fließen),
verbunden mit einem Verlust an Vorspannkraft, verursachen. Die unter Beachtung von An-
fasungen errechnete Flächenpressung sollte deshalb die Grenzflächenpressung des verspannten
Werkstoffs nicht überschreiten.
Montagezustand

FM max pG  
N
pmax = ≤ für St37: 490 (aus Tab.)
AP SP mm2

Betriebszustand
FM max + FSA max pG π
· d2w − d2n

pmax = ≤ AP =
AP SP 4

alternativ: (Pmax kann auch aus Tabelle bestimmt werden)

FM max + FSAO pG
pmax = ≤
AP SP

pG · AP
SP = ≥ 1 Sicherheit bei Flächenpressung
FM max

7

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.1.14 R13 Anziehdrehmoment

Das Anziehdremoment wird für das Drehmomentgesteuerte Anziehen benötigt. Es kann den
Tabellen A1 bis A4, ausgehend von der maximal möglichen Reibungskraft und den maximalen
Reibungszahlen, entnommen oder wie folgt berechnet werden.
 
DKm DKm = dw +d h
MA = FM max 0, 16P + 0, 58 · d2 · µG min + µK min mit: 2
2 µG min , µK min ≈ 0, 12

Bei ebenen Kreisringauflagen gilt näherungsweise für den Reibdurchmesser unter dem Kopf:
dw + DKl
DKm =
2

1.2 Schrauben-Nennwerte nach VDI-R 2230


Abmessung Steigung Flanken Spannungs Spannungs Kern Kraft an Mindest-Streckgr.
durchm. querschn. durchm. querschn. F0,2 = RP 0,2min · AS
Festigkeitsklasse
P d2 AS dS Ad3 8.8 10.9 12.9
mm mm mm2 mm mm2 N N N
M4 0,7 3,545 8,78 3,344 7,749 5600 830 9700
M5 0,8 4,480 14,2 4,252 12,69 9100 13300 15600
M6 1 5,350 20,1 5,059 17,89 12900 18900 22100
M7 1 6,350 28,9 6,066 26,18 18500 27000 32000
M8 1,25 7,188 36,6 6,826 32,84 23400 34500 40500
M10 1,5 9,026 58,0 8,593 52,30 37000 55000 64000
M12 1,75 10,863 84,3 10,360 76,25 54000 79000 93000
M14 2 12,701 115 12,101 104,7 74000 108000 127000
M16 2 14,701 157 14,139 144,1 100000 148000 173000
M18 2,5 16,376 193 15,676 175,1 127000 181000 212000
M20 2,5 18,376 245 17,662 225,2 162000 230000 270000
M22 2,5 20,376 303 19,642 281,5 200000 285000 335000
M24 3 22,051 353 21,200 324,3 233000 330000 390000
M27 3 25,051 459 24,175 427,1 305000 430000 500000
M30 3,5 27,727 561 26,726 519,0 370000 530000 620000
M33 3,5 30,727 694 29,726 647,2 460000 650000 760000
M36 4 33,402 817 32,253 759,3 540000 770000 900000
M39 4 39,402 976 35,252 913,0 640000 920000 1070000

8

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.3 Verspannungsschaubilder Schraube

Drucklast Zuglast
Kraft F

Kraft F
f SA= f PA

f SA= f PA
FA FPA
FSA
FM FM
FKR FS FSA FPA FA FS

FKR

fS fP Längenänderung f fS fP Längenänderung f

Zug-Schwelllast Wechsellast
Kraft F

Kraft F

FAU 2. FSAA FAU FSAO

FM FM 2. FSAA
FSAU FSAO
FSAU
FAO FSM FAO

FKR max FKR min FSM

fS fP Längenänderung f fS fP Längenänderung f

Schwelllast
Kraft F

FM : Montagevorspannkraft
f SA= f PA FA : Axialkraft / Betriebskraft
FSA
A FS : Schraubenkraft
FSA : axiale Schraubenzusatzkraft
FM
2. FSAA=F = FSA FPA : Plattenzusatzkraft
= FA FKR : Restklemmkraft
FPA = FPA fS : Verlängerung der Schraube
FKR FSM fP : Verkürzung der Platten
f SA : zusätzliche Verlängerung der Schraube
f PA : zusätzliche Verkürzung der Platten
fS fP Längenänderung f

Formeln zu den Verspannungsschaubildern

fS = δS · FS fP = δP · FP hier: FS = FP = FM
FSA = φK · FA FP A = (1 − φK ) · FA

9

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

1.4 Tabelle der Abkürzungen bei der Schraubenberechnung

Formelzeichen und Begriffe bei Schraubverbindungen (nach VDI 2230)


FZ Beschreibung FZ Beschreibung
AD Trennfläche abzüglich der Fläche des DA,GR Grenzaußendurchmesser, max. Durch-
Durchgangsloches für die Schraube; messer des Verformungskegels
Dichtfläche
A0 zutreffende kleinste Querschnittsfläche DK max. Außendurchmesser des Verfor-
der Schraube mungskegels an der Trennfuge
AN Nennquerschnitt DKm wirksamer Durchmesser für den Rei-
bungsmoment in der Schraubenkopf- oder
Mutterauflage
AP Fläche der Schraubenkopf- bzw. Mutter- DKi Innendurchmesser der ebenen Kopfaufla-
auflage ge
AS Spannungsquerschnitt des Schraubenge- Da Innendurchmesser der ebenen Mutterauf-
windes nach DIN 13-28 lagefläche (Fasendurchmesser)
ASG Scherquerschnitt des Gewindes Dha Innendurchmesser der mutter- bzw. ein-
schraubgewindeseitigen ebenen Auflage-
fläche der verspannten Teile
ASGM Scherquerschnitt des Gewindes der Dl Muttergewinde-Flankendurchmesser
Schraube
ASGM S Scherquerschnitt des Gewindes der DSV Durchsteckschraubverbindung
Schraube
AT Taillenquerschnitt E Elastizitätsmodul
Ad3 Kernquerschnitt des Gewindes nach DIN EP Elastizitätsmodul der verspannten Teile
13-28
A5 Bruchdehnung bei 5% bleibender Länge- EP RT Elastizitätsmodul der verspannten Teile
nänderung bei Raumtemperatur
D Muttergewinde-Außendurchmesser EP T Elastizitätsmodul der verspannten Teile
bei einer Temperatur ungleich der Raum-
temperatur
DA Ersatz-Außendurchmesser des Grundkör- ES Elastizitätsmodul des Schraubenwerkstof-
pers in der Trennfuge; für von einer Kreis- fes
form abweichende Trennfugenfläche emp-
fiehlt es sich für DA den Durchmesser des
Innenkreises einzusetzen
0
DA Ersatz-Außendurchmesser des Grundkör-
pers
FA Axialkraft; eine in Schraubenachse gerich- FM Montagevorspannkraft
tete und anteilig auf eine Schraube bezo-
gene Komonente einer beliebig gerichteten
Betriebskraft FB
FB beliebig gerichtete Betriebskraft an einer FM m mittlere Montagevorspannkraft
Verbindung
FK Klemmkraft FM max max. Montagevorspannkraft, für die ei-
ne Schraube ausgelegt werden muß, da-
mit trotz Ungenauigkeit des Anziehver-
fahrens und zu erwartender Setzbeträge
im Betrieb die erforderliche Klemmkraft
in der Verbindung erzeugt wird und er-
halten bleibt.
FKA Mindesklemmkraft an der Abhebegrenze FM zul zulässige Montagevorspannkraft
FKab Klemmkraft an der Abhebegrenze FmGM Abstreifkraft Mutter- bzw. Innengewinde
FKerf Klemmkraft, die für die Dichtfunktionen, FP A Anteil der Axialkraft, der die Belastung
Reibschluß und Verhinderung des einseiti- der verspannten Teile verändert, Platten-
gen Abhebens an der Trennfuge erforder- zusatzkraft
lich ist
Fortsetzung auf der nächsten Seite

10

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

FZ Beschreibung FZ Beschreibung
FKP Mindesklemmkraft zur Absicherung einer FQ Querkraft; eine senkrecht zur Schrauben-
Dichtfunktion achse gerichtet Betriebskraft oder deren
Komponente bei beliebig gerichteter Be-
triebskraft FB
FKR Restklemmkraft in der Trennfuge bei Ent- FS Schraubenkraft (Gesamtkraft, die auf die
bzw. Belastung durch FP A und Setzen im Schraube wirkt)
Betrieb
FSA axiale Schraubenzusatzkraft FSAab axiale Schraubenzusatzkraft an der Abhe-
begrenze
FSAO obere (max.) axiale Schraubenzusatzkraft FSAU untere (min.) Schraubenzusatzkraft
FSR Restklemmkraft in der Schraubenauflage FSl Schraubenkraft einer überelastisch ange-
zogenen Schraube bei der ersten Belas-
tung
FV Vorspannkraft allgemein FV ab Vorspannkraft an der Abhebegrenze
FV RT Vorspannkraft bei Raumtemperatur FV T Vorspannkraft bei einer Temperatur un-
gleich der Raumtemperatur
FV l Vorspannkraft einer überelastisch angezo- ∆FV th Änderung der Vorspannkraft infolge einer
genen Schraube nach der ersten Belastung Temperatur ungleich der Raumtempera-
tur; thermische Zusatzkraft
∆FV0 th Änderung der Vorspannkraft infolge einer FZ Vorspannkraftverlust infolge Setzens im
Temperatur ungleich der Raumtempera- Betrieb
tur (vereinfacht); angenäherte thermische
Zusatzkraft
F0,2 Schraubenkraft an der Mindesstreckgren-
ze bzw. 0,2%-Dehngrenze
MA Anziehmoment bei der Montage zum Vor- d Schraubendurchmesser = Gewindeaußen-
spannen einer Schraube auf FM durchmesser (Nenndurchmesser)
MG im Gewinde wirksamer Teil des Anzeih- dS Durchmesser zum Spannungsquerschnitt
drehmomentes (Gewindemoment) AS
MK Reibungsmoment in der Kopfauflage dT Schaftdurchmesser bei Taillenschrauben
MT Torsionsmoment da Innendurchmesser der ebenen Kopfaufla-
gefläche (am Einlauf des Radiusübergan-
ges vom Schaft)
P Steigung des Schraubengewindes dh Bohrungsdurchmesser der verspannten
Teile
R Radius dw Außendurchmesser der ebenen Kopfauf-
lagefläche der Schraube (am Einlauf des
Radiusüberganges vom Kopf); allgemein
Auflageaußendurchmesser
Rm Zugfestigkeit der Schraube; mindestwert dwa Außendurchmesser der ebenen Auflageflä-
nach DIN ISO 898-1 che einer Scheibe im Kontakt zu den ver-
spannten Teilen
RmM Zugfestigkeit der Mutter d0 Durchmesser zum kleinsten Querschnitt
des Schraubenschaftes
RS Festigkeitsverhältnis d2 Flankendurchmesser des Schraubenge-
windes
Rp0,2 0,2%-Dehngrenze der Schraube nach DIN d3 Kerndurchmesser des Schraubengewindes
ISO 898-1
SG Sicherheit gegen Gleiten SL Sicherheit gegen Lochleibung
SP Sicherheit gegen Flächenpressung SW Schlüsselweite
Wp polares Widerstandsmoment eines
Schraubenquerschnittes
fM Summe der verformungen von Schraube lSK Ersatzdehnlänge für die Verformung des
und verspannten Teilen in Montagezu- Schraubenkopfes
stand
fP A elastische Längenänderung der verspann- lV Länge des Verformungskegels
ten Teile durch FM
Fortsetzung auf der nächsten Seite

11

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

FZ Beschreibung FZ Beschreibung
fP M Verkürzung der verspannten Teile durch mef f effektive Mutterhöhe bzw. Einschraubtie-
FM fe (Überdeckung von Außen- und Innen-
gewinde)
fSA Verlängerung der Schraube durch FSA mkr kritische Mutterhöhe bzw. Einschraubtie-
fe
fSM Verlängerung der Schraube durch FM nG Krafteinleitungsfaktor des Grunskörpers
fZ plastisches Verformen durch Setzen, Setz- ṅG reduzierter Krafteinleitungsfaktor des
betrag Grundkörpers
hk Krafteinleitungshöhe nS Schraubenanzahl
lA Länge zwischen Grundkörper und p Flächenpressung
Krafteinleitungspunkt K im Anschluß-
körper
lG Ersatzdehnlänge für die Verformung des pB Flächenpressung im Betriebszustand
eingeschraubten Gewindes
lGM Ersatzdegnlänge, Summe von lG und lM pG Grenzflächenpressung, max. zulässige
Pressung unter Schraubenkopf, Mutter
oder Scheibe
lGew Länge des freien belasteten Gewindes pM Flächenpressung im Montagezustand
lH Länge der Verformungshülse lK Klemmlänge
lM Ersatzdehnlänge für die Verformung der
Mutter bzw. des Einschraubgewindes
α Flankenwinkel des Schraubengewindes αA Anzeihfaktor
δG elastische Nachgiebigkeit des einge- δS elastische Nachgiebigkeit der Schraube
schraubten Gewindes
δGM elastische Nachgiebigkeit des einge- ϑ Drehwinkel beim anziehen einer Schraube
schraubten Gewindes und des Mutter-
bzw. Einschraubgewindebereiches
δM elastische Nachgiebigkeit des Mutter- µG Reibungszahl im Gewinde
bzw. Einschraubgewindebereichs
δSK elastische Nachgiebigkeit des Schrauben- µ0G gegenüber µG vergrößerte Reibungszahl
kopfes in Spitzgewinden
δP elastische Nachgiebigkeit der verspann- µK Reibungszahl in der Kopfauflage
ten Teile bei zentrischer Verspannung und
zentrischer Belastung
H
δP elastische Nachgiebigkeit einer Verfor- µT Reibungszahl in der Trennfuge
mungshülse
V
δP elastische Nachgiebigkeit eines Verfo- ν Ausnutzungsgrad der Streckgrenzspan-
mungskegels nung beim Anziehen
z
δP elastische Nachgiebigkeit zentrisch ver-
spannter Teile
σn Dauerschwingbeanspruchung der Schrau- ρ0 Reibungswinkel zu µ0G
be
σAS Spannungsamplitude der Dauerhaltbar- σM Zugspannung in der Schraube infolge von
keit, bezogen auf AS FM
σred reduzierte Spannung, Vergleichsspannung σred,B Vergleichsspannung im Betriebszustand
σred,M Vergleichsspannung im Montagezustand σz Zugspannung in der Schraube im Be-
triebszustand
τ Torsionsspannung im Gewinde im Monta- τM Torsionsspannung im Gewinde im Monta-
gezustand gezustand
Φ Kraftverhältnis, relatives Nachgiebig- ΦK Kraftverhältnis bei zentrischer Verspan-
keitsverhältnis nung und zentrrischer Krafteinleitung in
Ebenen durch die Schraubenkopf- und
Mutterauflage
ϕ Steigungswinkel des Schraubengewindes;
Winkel des Ersatzverformungskegels

12

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

2 Federn

2.1 Allgemeines Kraft-Weggesetz

F (x) = c · x c : Steifigkeitskonstante der Feder [N/m]

2.2 Schaltungen von Federn

Reihenschaltung Parallelschaltung
Fges = F1 = F2 Fges = F1 + F2
sges = s1 + s2 sges = s1 = s2
1 1 1
= + cges = c1 + c2
cges c1 c2

Reihenschaltung zweier Federn Parallelschaltung zweier Federn

c1 c1
cges = c1. c2 c1 c2
c1+ c2
F
c2 F c2
cges = c1+ c2
F

degressiver Kraftverlauf
F Realisierung durch c1
c1
Vorspannung:

Fv cges Fv
cges = c1. c2 c2 Fv c2
c1 c1+ c2
Fv /c1
s
progressiver Kraftverlauf
F Realisierung durch
Anschlag: c1 c1

c1 Δs Δs
cg. Δ s c cges = c1. c2 c2 c2
ges c1+ c2
s
Δs

13

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

2.3 Steifigkeiten und Dimensionierung von Federn


Schraubenfeder
τt : Torsionsspannung
T 8 · F · Dm
τt = = Dm : Federdurchmesser
Wt π · d3
d : Drahtdurchmesser
E-Modul: E = 205.000 N/mm2
G · d4 Schubmodul: G = 80.000 N/mm2 (warmgeformt)
c = 3 ·i G = 78.000 N/mm2 (kaltgeformt)
8 · Dm f Anzahl der if = i − 1, 5 (warmgeformt)
Federwindungen if = i − 2 (kaltgeformt)

Gas-/Luftfeder
  n = Polytropenexponent
1
F = A · p0 · − 1 s = Weg
(1 − s/h)n
h = Kolbenhöhe

p0 : Druck des Mediums im Kolben


n · p0 · A2
c = A : Fläche des Kolbens
V
V : Volumen des Zylinders

Stabfeder
E : E-Modul
E·A
c= A : Querschnittsfläche
l
l : Länge

Biegebalken
b : Breite
E · b · h3
c= h : Höhe
4 · l3
l : Länge

Abschätzen einer Schraubenfeder


Dm
w = ≈ 5 . . . 13
d
s
d : Drahtdruchmesser (sinnvoller Wert: d ≈ 2mm)
G · d4
Dm = 3 if : Windungszahl, so abschätzen, dass Windungen sich nie berühren!
8 · c · if
G : Schubmodul, c : Steifigkeit

2.4 Arbeit der Feder


Translation
2
1 1 Fmax
W = · Fmax · smax = · c · s2max = [J] bzw. [N m]
2 2 2·c

Rotation
2
1 1 Tmax
W = · Tmax · ϕmax = · cϕ · ϕ2max = [J] bzw. [N m]
2 2 2 · cϕ

14

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

2.5 Federartenübersicht
Federarten
Günnikar: progressiv
Schraubenfeder: linear
Gasfeder: stark progressiv
Tellerfeder: degressiv

Metallfedern (Roloff/Matek 10.2.1 Federarten)

Zug & Druck: Zug- & Druckstabfedern


Ringfeder
Biegung: Blattfeder
Spiralfeder, Drehfeder
Tellerfeder, Membranfeder
Verdrehung: Drehstabfeder
zylindr. Schraubenfeder
nichtzyl. Schraubenfeder

15

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

3 Welle-Nabe
3.1 Formschlüssige Verbindungen
3.1.1 Allgemeines

Umfangskraft
FU = resultierende Umfangskraft
2·T
FU = T = zu übertragendes Drehmoment
dm
dm = wirksamer Durchmesser

Typische Werte für alle formschlüssigen Verbindungen

Nabenaußendurchmesser zulässige Flächenpressung Sicherheitswerte


Stahlnaben Stahl(guß)naben statische Belastung und Festsitz
R0
1, 8 . . . 2 · d pzul ≈ S = 2...3
S
Graugußnaben Graugußnaben dynamische Belastung und Festsitz
Rm
2 . . . 2, 2 · d pzul ≈ S = 3...4
S
dynamische Belastung und Schiebesitz
S = 4...6

3.1.2 Passfeder

Flächenpressung der Passfederverbindung


p : Flächenpressung
2·T
p ≈ ≤ pzul T : Torsionsmoment
d · (h − t1 ) · l · z · ϕ
d : Wellendurchmesser
z : Anzahl Federn l : tragende Länge, bei rundstirniger Federnut: l = l0 − b
h : Höhe der Passfeder ϕ : Traganteil (siehe typische Werte)
t1 : Tiefe Wellennut pzul : zulässige Flächenpressung

Typische Werte der Paßfederverbindung


ht = h − t1 (Nabe) ht = t1 (Welle)

1
 z=1
z = 1 . . . 3, meist z=1 ϕ = 0, 75 z = 2

0, 66 z = 3

Zulässige Flächenpressungen Erfahrungswerte für Dimensionierung


N
Welle Nabe pzul in mm 2 Naben- Naben- Außen-
Drehmoment stoff länge l durchmesser
stoßhaft konstant
St42, St50 GG 45 65 GG, GGG 1, 8 · d . . . 2, 0 · d 1, 8 · d . . . 2, 0 · d
St50 St, GS 75 115 GS, St 1, 6 · d . . . 1, 8 · d 1, 6 · d . . . 1, 8 · d
harter Stahl St, GS 75 115

Standardlängen für Passfedern: 6 , 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 25, 28, 32, 36, 40, 45, 50, 56, 63, 70, 80, 90, 100,
110, 125, 140, 160, 180, 200, 220, 250, 280, 320, 360, 400

16

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

3.1.3 Keilwellenverbindung

Flächenpressung der Keilwellenverbindung


dm : mittlerer Profildurchmesser (siehe typische Werte)
2·T ht : Keilhöhe (siehe typische Werte)
p = ≤ pzul
d m · ht · l · z · ϕ l: tragende Länge z: Anzahl Keile
ϕ: Traganteil (siehe typische Werte)

Typische Werte der Keilwellenverbindung


d1 + d2 d2 − d1
dm = ht = −2·e e = Fasenbreite
2 ( 2
0, 75 innenzentriert
z = 4 . . . 20 ϕ=
0, 9 flankenzentriert

3.1.4 Zahnwellenverbindung

dm : mittlerer Profildurchmesser (siehe typische Werte)


ht : Keilhöhe (siehe typische Werte)
2·T
p = ≤ pzul l : tragende Länge z : Anzahl Zähne
dm · ht · l · z · cosα · ϕ
ϕ : Traganteil (siehe typische Werte)
cos α : Eingriffswinkel α = 30

Typische Werte der Kerbzahnverbindung


d1 + d3 d3 − d1
dm = ht =
2 2
i = 28 . . . 81 ϕ = 0, 75

Typische Werte der Evolventenzahnverbindung


d3 − d2
dm = d0 ht = − 0, 7 · k k:
2
i = 6 . . . 61 ϕ = 0, 75

3.1.5 Polygonwellenverbindung

• P3G (3-eckig):
d1 : Gleichdickdurchmesser
2·T c = 0, 75 e1 : d24·d3
p= ≤ pzul
l(c · π · d1 · e1 + 0, 05 · d21 ) d2 : Innenkreisdurchmesser
d3 : Außenkreisdurchmesser

• P4G (4-eckig):
d1 ·d2
d1 = d2 + 2er c=1 er :
2·T 4
p= ≤ pzul d2 : Innenkreisdurchmesser
l(c · π · dr · er + 0, 05 · d2r )
d1 : Außenkreisdurchmesser

17

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

• Nebenwanddicke
r k = 1, 44 für P3 < 35mm
T σzul : σzzul Nabenwerkstoff
s≈k· k = 1, 20 für P3 > 35mm
l · σzul d1 : Außenkreisdurchmesser
k = 0, 70 für P4

3.2 Kraftschlüssige Verbindungen


Kräfte in der Fuge
FR : Reibkraft µ trocken geölt
ST-ST 0,07 0,05
FR = µ · FN FN : Normalkraft
ST-GG 0,13 0,02
µ : Reibbeiwert GG-GG 0,13 0,02
p : Flächenpressung in der Fuge
FN = p · A = p · µ · DF · b
A : Umfangsfläche

Flächenpressung in der Fuge


DF : Durchmesser der Fügefläche
FN FN FR
p = = = b : Breite der Fügefläche
A π · DF · b µ · π · DF · b
µ : Reibbeiwert

3.2.1 Erforderliche Reibkräfte zu äußerer Belastung

Drehmomentübertragung
T : zu übertragendes Torsionsmoment
2·T 2 · FU · r DF : Durchmesser Fügefläche
FR = =
DF DF FU : zu übertragende Umfangskraft
r : Hebelarm der Umfangskraft

Axialkraftübertragung
FR = Faxial Faxial : zu übertragende Axialkraft

3.2.2 Erforderliche Flächenpressung zu äußerer Belastung

Drehmomentübertragung
T : zu übertragendes Drehmoment
2·T µ : Gleitreibbeiwert
pmin =
µ · π · DF2 · b DF : Durchmesser Fügefläche
b : Länge des Presssitzes

Axialkraftübertragung
Faxial : zu übertragende Axialkraft
Faxial µ : Gleitreibbeiwert
pmin =
µ · π · DF · b DF : Durchmesser Fügefläche
b : Länge des Presssitzes

Pressverbindungen müssen folgende Bedingung erfüllen:


pmin : erforderliche Flächenpressung zur Drehmomentübertragung
pmin ≤ p ≤ pzul
pzul : zulässige Flächenpressung

18

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

3.2.3 Klemmverbindungen

Klemmverbindung mit geschlitzter Nabe

FS : Schraubenkraft
T · l2 T : Torsionsmoment
FS = DF
n · µ · DF · l1 n : Schraubenanzahl insgesamt
DF : Durchmesser Fügefläche

Faxial : Axialkraft
Faxial · l2 2 : zwei Reibflächen l2
FS =
2 · n · µ · l1 µ : Reibbeiwert
l1 , l2 : Längen siehe Skizze
l1

Klemmverbindung mit geteilter Nabe

FS : Schraubenkraft
T : Torsionsmoment DF
T
FS = n : Schraubenanzahl insgesamt
n · µ · DF
µ : Reibbeiwert
DF : Durchmesser Fügefläche
Faxial Faxial : Axialkraft
FS =
2·n·µ 2 : zwei Reibflächen

Kippkraft-Klemmverbindungen

FR : Reibkraft µ : Reibbeiwert
k k FK : Kippkraft FN : Normalkraft
FR = µ · FK · FN = FK ·
l l k : Abstand Drehpunkt - Achsmitte
l : Länge der Fügeverbindung
k 1
≥ Selbsthemmungsbedingung
l 2·µ

Durchmesserverhältnisse (Hilfswerte)

DiI
QI = DiI : Innendurchmesser Innenteil (bei Vollwelle DiI=0 )
DF
DF
QA = DiI : Außendurchmesser Außenteil
DaA

3.2.4 Zulässige Flächenpressungen

Außenteil pzulA :

1 − Q2A
zäher Werkstoff: pzulA = Re √ SF : Sicherheit gegen Fließen 1, 1 · · · 1, 5
3 · SF
1 − Q2A
spröder Werkstoff: pzulA = Rm SB : Sicherheit gegen Bruch 2 · · · 3
(1 + Q2A ) · SB

19

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Re : Rm :
ST37-2 225 GG-15 150
ST32-3 345 GG-20 200
ST60-2 325 GG-35 350
ST70-2 355 GG-40 400
C35 365 GGG-40 400
C45 410 GGG-60 600
C60 490 GTS-45 450
16MnCr5 590 GTS-65 650
20MnCr5 700 GS-38 380
17CrNiMo6 785 GS-45 450
18CrNi8 800 GS-60 600

Innenteil pzulI :

1 − Q2I
Hohlwelle: pzulI = Rm √ SF : 1, 1 · · · 1, 5
3 · SF
2
Vollwelle: pzulI = Rm √ SF : 1, 1 · · · 1, 5
3 · SF
Resultierende maximale Flächenpressung der Verbindung:

pmax = min(pzulI , pzulA )

Relatives Haftmaß ξ

Zges Zges : Gesamtverformung


ξges =
DF DF : Durchmesser Fügefläche
Zi
ξi = Zi : Verformung Innenteil
DF
Za
ξA = Za : Verformung Außenteil
DF

Relative Aufweitung des Außenteils ξA und Stauchung des Innenteils ξI :

Pmin 1 + Q2A Pmin 1 + Q2I


ξAmin = ·( + mA ) ξImin = ·( + mI )
EA 1 − Q2A EI 1 − Q2I
Pmax 1 + Q2A Pmax 1 + Q2I
ξAmax = ·( + mA ) ξImax = ·( + mI )
EA 1 − Q2A EI 1 − Q2I

Relatives Gesamthaftmaß ξges bei gleichen Werkstoffen für Vollwelle und Nabe:

pmin 2
ξges min = ξImin + ξAmin ξges min = ·
E 1 − Q2A
pmax 2
ξges max = ξImax + ξAmax ξges max = ·
E 1 − Q2A

E Querzahl m
Stähle 210000 0,3
GG 90000 - 150000 0,24 ... 0,26
GS 200000 - 215000 0,3

20

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Haftmaß Zg es
Zgesmin = ξgesmin · DF Zgesmax = ξgesmax · DF

Übermaße Umin , Umax


Umin = Zges min + ∆U = ξges min · DF + 0, 8(RZA + RZI )
Umax = Zges max + ∆U = ξges max · DF + 0, 8(RZA + RZI )
Anhaltswert für Rz ≈ ( 15 ... 10
1
) Maßtoleranz

Gießen Drehen Umformen Spanen Schleifen Hohnen, Läppen


RZ ≈ 100 16 - 25 16 16 2,5 0,4

3.2.5 Geeignete Passung wählen

• UK = Kleinstübermaß ≥ Uges min UG = Größtübermaß ≤ Uges max


• wähle Einheitsbohrung H ⇒ unteres Abmaß = 0
• Bohrung einen ISO-Grundtoleranzgrad schlechter als Welle
• Oberes Abmaß
Umax − Umin
AoB > ⇒ Bohrungstoleranz
2
• Toleranzfekd der Welle: (Buchstabe)
AuW ≥ AoB + Umin

• Breite des Toleranzfeldes: (Zahl)


Tw ≤ Umax − AuW Tw : Breite des Toleranzfeldes
AoW ≤ Umax

Einpresskraft bei Längspresssitz


FLmax = µ · pmax · π · DF · b

Temperaturdifferenz für Querpresssitz


• Erwärmung Außenteil:
SK ≈ 0, 001 · DF
AoW + SK
ϑA = + ϑ0 DF : Durchmesser Fügefläche
αϑA · DF
ϑ0 ≈ 20◦ C

• Abkühlung Innenteil:
SK ≈ 0, 001 · DF
AoW + SK
ϑI = + ϑ0 DF : Durchmesser Fügefläche
αϑI · DF
ϑ0 ≈ 20◦ C

α Erwärmung α Unterkühlung
ST, GS 11 · 10−6 8, 5 · 10−6
GG, GT 10 · 10−6 8 · 10−6
Al-Leg 23 · 10−6 18 · 10−6
Mg-Leg 26 · 10−6 21 · 10−6

21

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

3.3 Preßverbindung

Durchmesserverhältnisse

QN = Durchmesserverhältnis Nabe
DF DF = Fügedurchmesser
QN =
DaN DaN = Außendurchmesser Nabe
DiN = Innendurchmesser Nabe
QW = Durchmesserverhältnis Welle
DiW DF = Fügedurchmesser
QW =
DF DaW = Außendurchmesser Welle
DiW = Innendurchmesser Welle

Mindestpressung bei Drehmomentübertragung

T = zu übertragendes Drehmoment
µr = Haftreibungskoeffizient
2·T
pmin = DF = Fügedurchmesser
π · µr · DF2 · lF
lF = Fügelänge
SR = Sicherheitsbeiwert

Aufweitung des Nabendurchmessers

p = Fugenpressung
EN = E-Modul des Nabenwerkstoffs
1 + Q2N
 
p
∆DiN = · DiN · + νN DiN = Innendurchmesser Nabe
EN 1 − Q2N
QN = Durchmesserverhältnis Nabe
νN = Querdehnungszahl des Nabenwerkstoffs

Stauchung des Wellendurchmessers

p = Fugenpressung
EW = E-Modul des Wellenwerkstoffs
1 + Q2W
 
p
∆DaW = − · DaW · + νW DaW = Außendurchmesser Welle
EW 1 − Q2W
QW = Durchmesserverhältnis Welle
νW = Querdehnungszahl des Wellenwerkstoffs

Vergleichsspannung
s 2
1 + Q2N 1 + Q2N
σv = p · 2 +1+ + 3 · µ2r der Nabe
1 − QN 1 − Q2N
s 2
1 + Q2W 1 + Q2W
σv = p · 2 +1+ + 3 · µ2r der Welle
1 − QW 1 − Q2W

Wirksames Übermaß
∆DiN = Aufweitung des Nabendurchmessers
Z = |∆DiN | + |∆DaW |
∆DaW = Stauchung des Wellendurchmessers

22

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Montagetemperatur

t1 = Ausgangstemperatur
Umax + 0, 001 · DF Umax = Größtübermaß
t = t1 +
αN · DF DF = Fügedurchmesser
αN = Wärmeausdehnungskoeffizient der Nabe

Glättung

RzW = Rauhheit der Welle


∆Uges = 0, 8 · (RzW + RzN )
RzN = Rauhheit der Nabe

23

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

4 Achse-Welle

4.1 Verfahren der Wellendimensionierung

Vorgehensweise der Grobdimensionierung

1. Ermittlung der maximalen Beanspruchung 3. Berechnung der zulässigen Spannung

2. Ermittlung der Dauerfestigkeit 4. Berechnung des Mindestdurchmessers

Vorgehensweise der Nachrechnung

1. Ermittlung vorhandener Spannungen 3. Bestimmung der zulässigen Spannung σzul

2. Zusammenfassung zur vorhandenen Ver- 4. Spannungsnachweis (Sicherheit S ≥ Smin


gleichsspannung σv oder Spannung σv ≤ σzul prüfen)

Umfangskraft FU aus Leistung


Antrieb P
P : Leistung des Motors Drehzahl F1
P ·η η: Wirkungsgrad Riemengetriebe n
FU = d η
π·d·n d: Durchmesser Riemenscheibe
n: Drehzahl der Riemenscheibe/Welle
FU = F1 − F2 wenn Drehrichtung wie in Abbildung F2
Riemenscheibe auf Welle P. η

Drehmoment aus Antriebsleistung

P : Leistung
P ·η
T= η: Wirkungsgrad der Momentübertragung (=1 bei Direktantrieb)
2·π·n
n: Drehzahl

4.2 Grobdimensionierung der Achse/Welle

4.2.1 Ermittlung der maximalen Beanspruchung:

Feststehende und umlaufende Achsen


q
Mb (l) = Mb2x (l) + Mb2y (l)

• Wenn die Kräfte die an der Achse angreifen, in einer Ebene liegen, wird die Berechnung
des maximalen Biegemomentes Mb max über Kräfte- und Momentengleichgewicht vorge-
nommen. Das maximale Biegemoment tritt in der Riemenscheibe auf.

• Liegen die Kräfte in mehreren Ebenen werden sie in ein orthogonales xyz-System zerlegt.
Die Biegemomente werden für die Ebenen bestimmt und das resultierende Biegemoment
Mb (l) (an der entsprechenden Stelle l) berechnet.

24

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Wellen
P
Mt max =
2q· π · n
q
2
Mv max = Mb2max + 0, 75 · (α0 · Mt max ) = Mb2max + 0, 37 · Mt2max
mit: α0 ≈ 0, 7: Anstrengungsverhältnis

• Reine Torsionsbeanspruchung, dann wird das Torsionsmoment Mt max betrachtet.

• Welle mit kombinierter Belastung wird wie eine Welle mit reiner Biegebelastug betrach-
tet, jedoch wird das Biegemoment als höher angenommen, es wird das Verleichsmoment
Mv max betrachtet.

4.2.2 Ermittlung der Dauerfestigkeit

• Smith-Diagramm, Werte für σbw auf der Ordinate ablesen.

4.2.3 Berechnung der zulässigen Spannung

Die zulässige Spannung wird aus der Dauerfestigkeit σb und einem Sicherheitsbeiwert S berech-
net. Der Sicherheitsfaktor berücksichtigt folgende Einflüsse:

• Überlastung im Betrieb (S)

• Kerbwirkungen (Kerbfaktor βk , Oberflächenbeiwert bO )

• Abweichungen der Werkstoffkennwerte infolge von Bauteilgrößen (Größenfaktor bG )

Berechnung der zulässigen Spannung

S : Sicherheitsbeiwert S ≈ 1, 3 8
>
<σb sch : bei feststehenden Achsen
b G · bO · σ b x βk : Kerbfaktor
σzul = σb x σb w : bei umlaufenden Achsen
βk · S bO : Oberflächenbeiwert >

t sch : bei Wellen
bG : Größenfaktor

vereinfachte Berechnung der zulässigen Spannungen


feststehende Achsen umlaufende Achsen Wellen

σb sch σb w τt sch
σb zul = σb zul = τt zul =
3...5 4...6 10 . . . 15

Größenbeiwert bG Oberflächenbeiwert bO Kerbfaktor βk


abhängig von d abhängig von Rz
d in [mm] bG Oberfläche Rz in [µm] bO Kerbenart βk
0-10 1 Welle glatt 1
12,5 0,9 poliert <1 1 Passfedernut 2
25 0,85 geschliffen <4 0,92 Rundkerbe 2
37,5 0,82 geschlichtet <25 0,9 Presssitz steif 2
50 0,8 sonst <25 0,85 Presssitz nachgiebig 1,6
100 0,7 Sicherungsnut 3

25

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

4.2.4 Berechnung des Mindestdurchmessers

Der Mindestdurchmesser dmin ist der kleinste gestalterisch nutzbare Durchmesser.

Mindestdurchmesser Bolzen (Bolzen ist Achse mit reiner Scherbeanspruchung), Berech-


nung über Scherspannung τs .

Fq : Querkraft
Fq Fq · 4
Scherspannung: τs = = ≤ τs zul A : Querschnittsfläche
A π · d2
τz zul = 0, 8 · σz zul

σz sch σz w
Belastungsfälle: σz zul = bzw. σz zul =
s 3...5 r
3...5
4 · Fq 1, 6 · Fq
d = ≈
0, 8 · π · σz σz
r
1, 6 · Fq
Kreisquerschnitt: dmin ≥
σz zul

Mindestdurchmesser Achsen Berechnung des Mindestdurchmessers mittels der Biegespan-


nung σb max .

Mb max
σb max = ≤ σb zul mit:
Wb
π · d3 d3
Wb = ≈ bei Kreisquerschnitt
32  10  
π · d4a − d4i π · d3a 1 − k 4 d3 · 1 − k 4
Wb = = ≈ a bei Kreisringquerschnitt
32 · da 32 10
di
k = Durchmesserverhältnis bei Hohlachsen
da

σb sch σb w
Belastungsfälle: σb zul = bzw. σb zul =
3...5 4...6
r
10 · Mb max
Kreisquerschnitt: dmin ≥ 3
σb zul
s
10 · Mb max
Kreisringquerschnitt: da min ≥ 3
σb zul (1 − k 4 )
di max ≤ k · da min

Mindestdurchmesser Wellen Wirkt neben der meist umlaufenden Biegebelastung zusätz-


lich ein Torsionsmoment so liegt eine Welle vor. Die überschlägige Auslegung kann unter Ver-
nachlässigung des Biegemomentes erfolgen.

Mt max τt sch
τt max = ≤ τt zul τt zul =
Wt 10 . . . 15

26

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

π · d3 d3
Wt = ≈ bei Kreisquerschnitt
16  5  
π · d4a − d4i π · d3a 1 − k 4 d3a · 1 − k 4
Wt = = ≈ bei Kreisringquerschnitt
16 · da 16 5

r
3 5 · Mt max
Kreisquerschnitt: dmin ≥
τt zul
s
5 · Mt max
Kreisringquerschnitt: da min ≥ 3

τt zul (1 − k 4 )
di max ≤ k · da min k : Duchmesserverhältnis, s.o.

4.3 Nachrechnung der Belastungen an kritischen Stellen (GEH)


4.3.1 Ermittlung vorhandener Spannungen

FA  
N
Normalspannung: σz = FA : Normalkraft, senkrecht zur Schnittfläche
A mm2

Mb  
N Mb : Biegemoment [Nm]
Biegespannung: σb =
Wb mm2 Wb : Widerstandsmoment gegen Biegung

T  
N T : Torsion [Nm]
Torsionsspannung: τt =
Wt mm2 Wt : Widerstandsmoment gegen Torsion

FQ  
N
Schubspannung: τs = FQ : Querkraft, parallel zur Schnittfläche
A mm2

Vollwelle Hohlwelle Formschluss


4
π π DA − d4i
Wt 16 · D3 D = D − t1
16 DA
4
π π DA − d4i
Wb 32 · D3 D =D−2·h
32 DA
π 2
π
− d2i

A 4 · D2 DA
4

4.3.2 Zusammenfassen zur Vergleichsspannung σv

q
2 2
σv = (σz + σb ) + 3 · (α0 · (τt + τs ))
σb w
α0 = Anstrengungsverhältnis α0 ≈ 0, 7
1, 73 · τt sch

4.3.3 Bestimmung der zulässigen Spannung

wie unter 4.2.3 auf Seite 25

27

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

4.3.4 Spannungsnachweis

Entweder Kontrolle der vorhandenen Sicherheit S


b G · bO · σ b w
S=
βk · σv
b G · bO · σ b w
= q α0 ≈ 0, 7
2 2
βk · (σz + σb ) + 3 · (α0 · (τt + τs ))

Oder Kontrolle der vorhandenen Spannung σv

bG · bO · σ b w
q
2 2
σv = (σz + σb ) + 3 · (α0 · (τt + τs )) ≤ σzul =
βk · S

4.4 Dauerfestigkeitswerte in N/mm2 für Standardwerkstoffe

Werkstoff σz sch σz w σb sch σb w τt sch τt w


Allgemeine Baustähle:
St 37 240 175 340 200 170 140
St 42 260 190 360 220 180 150
St 50 300 230 420 260 210 180
St 60 340 270 470 300 230 210
St 70 370 320 520 340 260 240
Vergütungsstähle:
C22, Ck22 360 250 480 280 250 190
C45, Ck45 490 340 625 370 340 260
40Mn4, 25CrMo4, 34Cr4, 34CrMo4 650 400 750 440 450 300
41Cr4, 34CrMo4 780 450 830 480 550 330
50CrMo4, 34CrNiMo6, 36CrNiMo4 860 500 940 540 630 370
30CrNiMo8, 30CrMoV4, 32CrMo12 980 570 1040 600 730 420
Einsatzstähle:
Ck15 300 270 420 300 210 180
15Cr3 400 320 560 350 280 210
16MnCr5, 25MoCr4 600 400 780 450 430 270
15CrNi6 650 500 900 550 450 300
20MnCr5 700 540 980 600 490 340
18CrNi8, 17CrNiMo8 800 580 1060 650 550 410
Stahlguss:
GS 38 190 150 250 150 110 85
GS 45 230 180 300 180 130 100
GS 52 260 210 350 210 160 120
GS 60 300 230 400 240 180 140
Gusseisen mit Kugelgraphit:
GGG 38 180 110 260 150 140 95
GGG 42 220 130 310 180 160 100
GGG 50 250 150 360 210 200 130
GGG 60 300 180 440 250 250 150
GGG 70 360 220 530 300 290 170

28

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

4.5 Kräfte- und Momentenverläufe (Rezept)


Freikörperbild mit Belastungen

x = {0, a, b, c}, p(x) = {1, 2, 3, 4}

F2rad Prinzipieller Verlauf: Kräfte und

F1rad F2u F2x Torsionsmoment sprunghaft,


F, T
F1u F1x
FA y FB y x
y r2
FAz r1 FBz
z FAx FBx
x
1 2 3 4
M
1 2 3 4
a x

b
Biegemoment als abschnitsweise Funktion
c f(x)=mx+b

FA
Axialkraft Zug/Druck (Normalspannung): σz =
A
Alle Kräfte die in axialer Richtung wirken.
Fa (x) = Fx (x)

Fa (x) : 1. Fa (0) = − (FAx )


2. Fa (a) = − (FAx + F1x ) = Fa (0) − F1x
3. Fa (b) = − (FAx + F1x + 0) = Fa (a) − 0 FBx = 0 (Loslager)
!
4. Fa (c) = − (FAx + F1x + 0 + F2x ) = Fa (b) − F2x = 0

F
Querkräfte Schubspannung: τs = Q
A
Alle orthogonal zur Achse/Welle wirkenden Kräfte.
Qy (x) = Fy (x), Qz (x) = Fz (x)

Qy (x) : 1. Qy (0) = − (FAy )


2. Qy (a) = − (FAy + F1rad ) = Qy (0) − F1rad
3. Qy (b) = − (FAy + F1rad + FBy ) = Qy (a) − FBy
!
4. Qy (c) = − (FAy + F1rad + FBy + F2rad ) = Qy (b) − F2rad = 0

Qz (x) : 1. Qz (0) = − (FAz )


2. Qz (a) = − (FAz + F1u ) = Qz (0) − F1u
3. Qz (b) = − (FAz + F1u + FBz ) = Qz (a) − FBz
!
4. Qz (c) = − (FAz + F1u + FBz + F2u ) = Qz (b) − F2u = 0

29

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

T
Torsionsmoment Torsionsspannung: τt =
Wt
Ändert sich nur in Stellen in denen ein Moment eingeleitet bzw. abgenommen wird.
⇔ in Drehrichtung exzentrisch angreifende Kräfte an der Stelle p(x)
T = Tx (x) = Mx (x)

Tx (x) : 1. Tx (0) = 0
2. Tx (a) = 0 + F1u · r1 = Tx (0) + F1u · r1
3. Tx (b) = 0 + F1u · r1 + 0 = Tx (a) + 0
!
4. Tx (c) = 0 + F1u · r1 + 0 + F2u · r2 = Tx (b) + F2u · r2 = 0

P P übertragende Leistung
Tmax = n Drehzahl
2πn

M
Biegemomente Biegespannung: σs = b
Wb
Immer nur linkes Schnittufer betrachten!
In Drehrichtung exzentrisch angreifende Kräfte nicht vergessen! (Sprung im Verlauf)
Anfang und Ende müssen immer Null ergeben!

My (x) Momente um y an signifikanten Stellen bestimmen :


!
1. My (0) = 0
2. My (a) = FAz · a
3. My (a) = FAz · b + F1u · (b − a)
!
4. My (b) = FAz · c + F1u · (c − a) + FBz · (c − b) = 0

Mz (x) Momente um z an signifikanten Stellen bestimmen :


!
1. Mz (0) = 0
2.1 Mz (a) = −FAy · a
2.2 Mz (a) = −FAy · a − F1x · r1 ACHTUNG! Sprung um F1x r1
3. Mz (b) = −FAy · b − F1x · r1 − F1rad · (b − a)
4.1 Mz (c) = −FAy · c − F1x · r1 − F1rad · (c − a) − FBy · (c − b)
!
4.2 Mz (c) = −FAy · c − F1x · r1 − F1rad · (c − a) − FBy · (c − b) − F2x · r2 = 0 Sprung

q
Mb (x) = (My (x))2 + (Mz (x))2 ⇒ Mb max

30

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

5 Lager
5.1 Funktionen und Arten
• Funktionen: Bewegung führen, Kräfte übertragen
• Arten: Radiallager, Axiallager, Führungslager

5.2 Lebensdauer statische Belastung


Äquivalente statische Lagerbelastung
X0 , Y0 : Werte aus Wälzlagerkatalog
P0 = X0 · Fr + Y0 · Fa Fr : Radialkraft auf das Lager
Fa : Axialkraft auf das Lager

Statischer Sicherheitsbeiwert

C0 ≥ 1, 5 . . . 2, 5 hohe Anspüche
S0 = fs = statische Kennzahl fs ≥ 1, 0 . . . 1, 5 normale Anprüche
P0 ≥ 0, 7 . . . 1, 0 geringe Anprüche

Lebensdauer statische Belastung


Lebensdauer in [106 Umdrehungen]:
 p Kugellager: p = 3
C0
L10 = L = [106 Umdrehungen] Rollenlager: p = 10/3
P0
C0 : statische Tragzahl aus Lagertabelle

Lebensdauer in [h]:
p C : dynamische Tragzahl
106 L [106 U] 106

1 C0
L10h = · [h] = · P : dynamische äquiv. Lagerbelastung
n P0 60 n [U/min] 60
n : Drehzahl [min−1 ]

5.3 Lebensdauer dynamische Belastung


Äquivalente dynamische Lagerbelastung
X, Y : Werte aus Wälzlagerkatalog
P = X · Fr + Y · Fa Fr : Radialkraft auf das Lager
Fa : Axialkraft auf das Lager

Werte X und Y bestimmen


1. Lagertyp LLBB ⇒ LL : Lagerreihe und BB : Bohrungszahl

2. Werte f0 , C und C0 aus Tabelle entnehmen

f0 · Fa
3. Verhältnis berechnen und in Tabelle e des nächstgrößeren Wertes wählen
C0

Fa Fa
4. für den Fall ≤ e oder >e die Werte X und Y ablesen
Fr Fr

31

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Lebensdauer dynamische Belastung


Lebensdauer in [106 Umdrehungen]:
 p Kugellager: p = 3
C
L10 = L = [106 Umdrehungen] Rollenlager: p = 10/3
P
C : dynamische Tragzahl aus Lagertabelle

Lebensdauer in [h]:
p C : dynamische Tragzahl
106 L [106 U] 106

1 C
L10h = · [h] = · P : dynamische äquiv. Lagerbelastung
n P 60 n [U/min] 60
n : Drehzahl [min−1 ]

Erweiterte Lebensdauer:
a23 = 1 normale Schmutzbelastung
Lna = a1 · a23 · ft · L10
a23 = 0, 1 starke Schmutzbelastung

5.4 Typische Werte für Lager


ft Temperatur a1 : Ausfall- Bohrungs- Wellendurch-
ft C◦ wahrscheinlichkeiten kennzahl messer [mm]
1 150 10% 1 00 10
0,73 200 5% 0,62 01 12
0,42 250 4% 0,53 02 15
0,22 300 3% 0,44 03 17
2% 0,33 04 20
1% 0,21 05 25
06 30
07 35
08 40

32

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

6 Schweißnaht
6.1 Berechnung
Vorgehen zum Festigkeitsnachweis
1. Belastungsgrößen in der Schweißnaht
2. Geometrische Größen
3. Nennspannungen in Schweißnaht und Anschlussquerschnitt
4. Zulässige Spannungen
5. Vergleich der Nennspannungen mit den Zulässigen Spannungen

6.1.1 Belastungsgrößen

• Biegemoment Mb = Fq · r (in Anschlussebene) • Zugkraft Fx = FN


• Querkraft Fy = FQ • Torsionsmoment T
2·T
• Umfangskraft FU =
D

6.1.2 Geometrische Größen

Schweißnahtdicke a (rechnerische Größe)


• Stumpfnaht: minimale Blechdicke
• Kehlnaht: Höhe des größten einschreibbaren rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreiecks

Flachkehlnaht Wölbkehlnaht Hohlkehlnaht


a a
a
s s
s

s s s
Schweißnahtfläche (Zugkraftfläche) Aw
n
X ai : Schweißnahtdicke des Abschnittes
Aw = ai · li
li : Länge des SN-Abschnittes
i=1

Schweißnahtscherfläche Aws
Xn
Aws = ai · li Für alle li k FQ
i=1

Flächenträgheitsmoment gegen Biegung durch Querkraft


für Rechteck h ⊥ z
b · h3 (F × r) k z
Iq,z = ... 2
12 Steineranteil: a·b
|{z} · d
|{z}
Fläche der Naht Abstand ⊥ z-Achse

Widerstandsmoment gegen Biegung durch Querkraft


Iq,z
Wq,z = lm ax : Größter Randfaserabstand ⊥z-Achse
lmax

π d4a − d4i
Wb = Kreisring
32 · da

33

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

6.1.3 Nennspannungen

Zugspannung =
ˆ Normalspannung
in x-Richtung
Fx(m/a) (m/a) : Mittelspannung oder Amplitude
σwx(m/a),z =
Aw bei dynamischer Belastung
Fx ⊥ Schweissnahtfläche

Schubspannung
FQ(m/a)
τw(m/a) = Fq k Schweißnaht
Aws

Maximale Biegebespannung
Mb(m/a)
σw(m/a),b = Wt : Torsionsträgheitsmoment
Wt

π d4a − d4i
Wt = 2 · Wb = Kreisring
16 · da

Maximale Zugspannung
σwx = σwxm + σwxa
= σwxm,z + σwxm,b + σwxa,z + σwxa,b
| {z } | {z }
statisch dynamisch

Maximale Tangentialspannung (Schubspannung)


τ = τwm + τwa

Vergleichsspannung nach GEH


r
k: Scherbeanspruchung in Schweißebene
 
σv = 2 + σ2 + σ · σ + 3 · τ 2 + τ 2
σ⊥ k ⊥ k ⊥ k ⊥: Senkrecht zur Schweißebene

6.1.4 Zulässige Spannungen

Re
σzul m = Re : Streckgrenze aus Dauerfestigkeitsschaubild
SF
σzul
σzul b = σzul : aus Dauerfestigkeitsschaubild mit σvm
SD
τaF : aus Smith-Diagramm
τaF
τzul m = v1 · v2 v1 : Nahtbeiwert (Art der Naht, Beanspruchung)
SF
v2 : Gütebeiwert (Normalgüte: v2 = 0, 8)
τaD
τzul a = v1 · v2 τaD : aus Smith-Diagramm mit τwm als mittleren Anteil
SD
SF = 1, 2 . . . 2 =
ˆ 1, 6 statisch
SD = 2...3 = ˆ 2, 5 dynamisch

34

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

6.2 Schweißnahtformen

1.Stumpfnähte
a) I-Naht (ohne Schweißnahtvorbereitung) c) X-Naht (mit Schweißnahtvorbereitung
durch beidseitiges Anschrägen der Teile)

s = 1..3mm 60°

s = 12..40mm

b) V-Naht (mit Schweißnahtvorbereitung d) U-Naht (mit Schweißnahtvorbereitung


durch einseitiges Anschrägen der Teile) in der Art des Buchstabens U; auch Tulpennaht
α genannt)

s = 3..20mm s > 30mm

α= 60° für Stahl 2mm


2mm

2. Kehlnähte
a) Wölbkehlnaht c) Hohlkehlnaht

b) Flachkehlnaht d) Ecknaht (äußere Kehlnaht)

3. Stirnnähte (ohne und mit Schweißnahtvorbereitung)

a) Stirn-Flachnaht b) Stirn-Fugennaht
α
α = 60° für Stahl

35

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Weitere Schweißnahtformen sind:

• K-Naht (Doppelkehlnaht mit SNV) • HV-Naht (Doppelkehlnaht wurzelver-


schweißt, mit SNV)
• Dreiblechnaht (mit SNV)

6.3 Nahtbeiwerte für Belastungen


Nahtbeiwert v1 bei statischer Belastung

Nahtform Art der Beiwert v1


Beanspruchung statisch
Stumpfnähte Zug 1,0
Druck 1,0
Biegung 1,0
Schub 0,8
Kehlnähte jede Beanspruchung 0,8

Nahtbeiwert v1 bei dynamischer Belastung

Stumpfstoß
Bezeichnung Volles V-Naht V-Naht V-Naht X-Naht V-Schräg-
Blech wurzel- bearbeitet naht
verschweißt
Nahtdicke s a=s a=s a=s a=s a=s

Nahtbild
Zug-Druck 1,0 0,5 0,7 0,92 0,7 0,8
Biegung 1,2 0,6 0,84 1,1 0,84 0,98
Schub 0,8 0,42 0,56 0,73 0,56 0,65
T-Stoß
Bezeichnung Doppel Flach- Hohl- Flach- HV-Naht K-Naht X-Naht
Wölb- naht naht naht wurzel- mit Doppel-
naht verschweißt kehlnaht
Nahtdicke 2a 2a 2a a a s s
a a a a s s s

Nahtbild
Zug-Druck 0,32 0,35 0,41 0,22 0,63 0,56 0,7
Biegung 0,69 0,7 0,87 0,11 0,8 0,8 0,84
Schub 0,32 0,35 0,41 0,22 0,5 0,45 0,56
Eckstoß
Bezeichnung Flach- Doppel- Eck- Eck- Eck-
naht Flach- Stumpf- Stumpf- X-Naht
naht naht naht
Nahtdicke a 2a s s 2a
a a s s
a
Nahtbild a
Zug-Druck 0,22 0,3 0,45 0,6 0,35
Biegung 0,11 0,6 0,55 0,75 0,7
Schub 0,22 0,3 0,37 0,5 0,35

36

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

Zulässige Schweißnahtspannungen σw,zul und τw,zul


Zulässige Schweißnahtspannungen σw,zul und τw,zul in N/mm2 für die Lastfälle H (Haupt-
lasten)und HZ (Haupt- und Zusatzlasten) bei unterschiedlichen Nahtarten nach DIN 18800.

Nahtart Nahtgüte Spannungsart Stahlsorte


St37 St52
H HZ H HZ
Stumpfnaht, alle Nahtgüten Druck- und Biegedruck
K-Naht mit Doppelkehlnaht 160 180 240 270
(durchgeschweißte Wurzel),
K-Stegnaht mit Freiheit von Rissen Zug und Biegung
Doppelkehlnaht, Binde- und Wurzel- quer zur 160 180 240 270
HV-Naht mit Kehlnaht fehlern nachgewiesen Nahtrichtung
(gegengeschweißte Kapplage) Nahtgüte nicht
nachgewiesen 135 150 170 190

HV-Stegnaht mit Kehlnaht, alle Nahtgüten Druck- und Biegedruck


Kehlnaht Zug und Biegezug 135 150 170 190
Vergleichswert
alle Nähte Schub 135 150 170 190

37

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

7 Anhang

7.1 Kräfte und Momente

Kräfte

• Kraft F im Allgemeinen

m = Masse
F = m · ẍ
ẍ = Beschleunigung

• Federkraft FF einer Längsfeder

c = Federkonstante
FF = c · x
x = Längenänderung der Feder

• Dämpferkraft FD eines Längsdämpfers

d = Dämpferkonstante
FD = d · ẋ
ẋ = Längenänderungsgeschwindigkeit des Dämpfers

• Reibkraft FR auf einer Oberfläche

FN = Normalkraft auf Oberfläche


FR = FN · µ0
µ0 = Reibungskoeffizient

• Zentrifugalkraft FZ auf einer Kreisbahn

m = Masse
v2 (ω · r)2
FZ = m · =m· v = Geschwindigkeit auf der Kreisbahn
r r
r = Radius der Kreisbahnω = Winkelgeschwindigkeit

Momente

• Trägheitsmoment MD einer Drehauslenkung

Θ = I = Massenträgheitsmoment
MD = Θ · ϕ̈
ϕ̈ = Winkelbeschleunigung

• Federmoment Mϕ einer Drehfeder

cϕ = Federkonstante
Mϕ = cϕ · ϕ
ϕ = Winkeländerung der Feder

• Reibungsmoment Mθ auf einer Kreisbahn

µ0 = Reibungskoeffizient
Mθ = µ0 · θ̇
θ̇ = Winkelgeschwindigkeit

38

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

7.2 Energien
• Kinetische Energie (translatorisch)

1 m = Masse
TT = m · v2
2 v = Geschwindigkeit

• Kinetische Energie (rotatorisch)

1 I = Massenträgheitsmoment
TR = I · ϕ̇2
2 ϕ̇ = Winkelgeschwindigkeit

• Potentielle Energie (Lageenergie)

m = Masse, g = Erdbeschleunigung
UL = mg · h
h = Höhe

• Potentielle Energie der Feder (Längsfeder)

1 c = Steifigkeit der Feder


UF = c · x2
2 x = Längenänderung der Feder

• Potentielle Energie der Feder (Drehfeder)

1 c = Steifigkeit der Feder


Uϕ = c · ϕ2
2 x = Längenänderung der Feder

• Reibungsenergie

µ = Reibungskoeffizient, m = Masse
EReib = µ · mg · x
g = Erdbeschleunigung, x = Reibstrecke

7.3 Massenträgheitsmomente
• Trägheitsmoment einer Kreisscheibe

1 2 m = Masse der Kreisscheibe


I= mr
2 r = Radius der Kreisscheibe

• Trägheitsmoment einer dünnen Rechteckscheibe

1 m = Masse der Rechteckscheibe


I= m(b2 + h2 )
12 b, h = Breite und Höhe der Scheibe

• Trägheitsmoment eines nicht drehbaren Körpers


am Ende eines masselosen Stabes
IK = Trägheitsmoment des Körpers
I = IK + ml2
m = Masse des Körpers, l = Länge des Stabes

• Trägheitsmoment von Steiner

IK = Trägheitsmoment um Schwerpunkt
I = IS + md2
m = Masse des Körpers, d = Abstand SP-Drehachse

39

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

• Trägheitsmoment eines drehbaren Körpers


am Ende eines masselosen Stabes
m = Masse des Stabes
I = ml2
l = Länge des Stabes

• Trägheitsmoment eines Stabes um den Schwerpunkt des Stabes

1 m = Masse des Stabes


I= ml2
12 l = Länge des Stabes

• Trägheitsmoment eines Stabes um einen Endpunkt des Stabes

1 2 m = Masse des Stabes


I= ml
3 l = Länge des Stabes

40

c Elektrotechniker Formelsammlung: Maschinenelemente Mechatronik TUHH
Lerngruppe und Grundoperationen der Fertigungstechnik 1 / 2 19. Januar 2006

7.4 Umrechnung von Einheiten

Bereich Einheitenname Zeichen Basiseinheit

Kraft Kilopond 1 kp 9, 80665N ≈ 10N


kg m
Newton 1N 1
s2
N kg
Druck Pascal 1Pa 1 2
=1
m m · s2
N
Megapascal 1 MPa 1
mm2
N
Bar 1 bar 1 · 105 P a = 0, 1M P a = 1 · 105
m2
Technische Atmosphäre 1 at 98 066, 5P a

Physikalische Atmosphäre 1 atm 101 325P a

Längen Millimeter 1 mm 1 · 10−3 m

Zentimeter 1 cm 1 · 10−2 m

Flächen Quadratmillimeter 1 mm2 1 · 10−6 m2

Arbeit Kilowattstunden 1 kW h 3, 6 · 103 kJ

Joule 1J 1 · Nm

Leistung Pferdestärken 1PS 0, 7355 · kW


J Nm kg · m2
Watt 1W 1· =1· =1·
s s s3
Zeit Minute 1 min 60 · s

Stunde 1h 3600 · s

Tag 1d 86, 4 · 103 · s

Jahr 1a 31, 54 · 106 · s

Vorsatz Kurzzeichen Bedeutung Vorsatz Kurzzeichen Bedeutung


Exa E 18
10 -fach Atto a 10−18 -fach
Peta P 1015 -fach Femto f 10−15 -fach
Tera T 1012 -fach Piko p 10−12 -fach
Giga G 109 -fach Nano n 10−9 -fach
Mega M 106 -fach Mikro µ 10−6 -fach
Kilo k 103 -fach Milli m 10−3 -fach
Hekto h 102 -fach Zenti c 10−2 -fach
Deka da 101 -fach Dezi d 10−1 -fach

41