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Newsletter der Schnitzer Group | Ausgabe 01.2010

Projektmanagement:
systemisch statt hierarchisch
Die Anforderungen an das Projektmanagement haben sich in der Automobilin- komplexe Arbeitsteilung erfordert eine völlig
neue Generation der Projektsteuerung“,
dustrie in den vergangenen Jahren verändert. Je komplexer die Produkte und je
sagt Thomas Hirscher, Projektleiter bei der
höher der Kostendruck, desto mehr Entwicklungsaufgaben werden in den Zulie- Schnitzer Group. „Das klassische, hierar-
fererstrukturen immer weiter nach unten delegiert. Dies hält die Organisation des chisch struk­turierte Projektmanagement ist
lediglich auf eine lineare Projektsteuerung
OEM schlank und bringt neue Verantwortlichkeiten für die Zulieferer mit sich. ausgelegt und dadurch den aktuellen Anfor-
derungen nicht gewachsen.“

Bisheriger Ablauf Neue Herausforderung Kern des Systemischen Projektmanage-


hierarchisch organisiertes systemisch organisiertes Projektmanagement ments, wie es die Schnitzer Group für ihre
Projektmanagement
Kunden anwendet, ist die ganzheitliche
OEM Design
Konzept
OEM
Design
Betreuung der gesamten Lieferantenkette in
Paket 1–8 Konstruktion Paket 1–8 organisatorischer und fachlicher Hinsicht.
SCHNITZER GROUP

Controlling Abstimmung Hirscher: „Wir übernehmen die Abstimmung


Tier 1 Tier 1 zwischen allen Akteuren in der Prozesskette,
Ausführung Konzept
Paket 1–3 Paket 1–3 also OEM, Tier 1 und 2 und den Werkzeug-
Controlling Abstimmung machern.“ Dazu hat Schnitzer ein Team be-
Tier 2 Tier 2 stehend aus einem Projektleiter, welcher
Ausführung Konstruktion
Paket 1.1–1.9 Paket 1.1–1.9 die Projektressourcen verwaltet und steuert,
Controlling Abstimmung einem Controller zur Überwachung von
WKZ-Macher WKZ-Macher Budget und Termin, einem Technikleiter, der
Ausführung Umsetzung
Paket 1.1–1.3 Paket 1.1–1.3 Machbarkeit und Funktion sicherstellt, und
Grafik: Schnitzer Group einem Qualitätsmanager für die Prüfung der
Spezifikation, der Fertigung und der Erpro-
bung. „Wir haben unser Beratungsangebot
Noch vor zehn Jahren hat der OEM ein Pro- die Zulieferer waren in erster Linie „ausfüh- frühzeitig auf diese neuen Anforderungen
jekt detailliert designt, konzipiert und die rende Instanzen“ in der Wertschöpfungs­ unserer Kundschaft angepasst“, erklärt Peter
Konstruktionsanforderungen genauestens kette, hierarchisch gesteuert und kon­trolliert. Schnitzer. „Mit unserem Systemischen
beschrieben. Damit beauftragte er einen Tier- Projekt­management betreuen wir Projekte
1-Zulieferer, welcher Teile davon wiederum Heute beschränkt sich der OEM auf das über die gesamte Supply-Chain. Mit spe­-
an einen Tier-2-Lieferanten vergab; letz­terer Projektdesign; das Projekt zu konzipieren ist zi­fischen Werkzeugen und Methoden stellt
beauftragte Werkzeugmacher mit der Her- Aufgabe des Tier 1. Die Konstruktionsauf­ unser interdisziplinäres Team sicher, dass
stellung der benötigten Werkzeuge. Die ge- gabe übernimmt der Tier 2, der Werkzeug- sehr komplexe Projekte reibungslos von­
samte Verantwortung lag also beim OEM, macher setzt die Konstruktion um. „Diese statten gehen.“
Liebe Leserinnen
und Leser,
Soupac ist online!
Soupac ist online und erste Projekte sind bereits erfolgreich darüber abgewickelt.
Wer Teile oder Werkzeuge beschaffen will, erhielt auf seine Anfragen bisher Angebote

die Automobilbranche ist meist die mit unterschiedlichen Inhalten, die er von Hand in Excel-Sheets übertragen musste,

erste, in der Prozesse grundlegend um Preise und Konditionen zu vergleichen. Mit Soupac wird dies komfortabler.

optimiert werden. Um sich schlank zu


halten, vergeben OEMs immer mehr Der Einkäufer spezifiziert sein zu beschaf-
und immer komplexere Aufgaben an fendes Produkt in einem Formular, das über
die Plattform an die Lieferanten versandt
ihre Zulieferer. Damit steigt der Bedarf
wird, die dort ihre Leistungen anbieten. Die
an Koordination zwischen den Akteu- Auswertung der Angebote erfolgt praktisch
ren. Hier bewährt sich unser syste­ mit einem Klick. Bestellungen werden eben­- üblichen Qualitätsaspekten be­wertet,
falls in Soupac generiert; die Einbindung sondern auch nach technischen Kriterien.
mischer Ansatz beim Projektmanage-
in ERP-Systeme minimiert die administra­ So können bei kommenden Anfragen
ment. Mit dem Ziel, Kosten zu senken, tiven Abläufe. Änderungen und neue Ver­- genau die Lieferanten gewählt werden, die
rückt China als Beschaffungsmarkt sionen der Projekte erstellt der Beschaffer für die Art und den Schwierigkeitsgrad
auf einfache Art und Weise und hat jeder­- eines Projekts ideal sind. Jederzeit hat der
in den Fokus. Ob es sich lohnt, Werk­-
zeit den Überblick, welche Spezi­fikationen Beschaffer den Überblick, ob die Liefe-
zeuge in Fernost bauen zu lassen, mit welchen Projektänderungen einherge- r­­anten Informationen erhalten und gelesen
wissen unsere Kollegen in Shanghai. hen und wie hoch die Kosten im Projekt haben, und kann den Projektstatus in
sind. Mithilfe des Soupac-Bewertungssys- Bezug auf Kosten, Termine und technische
Mit Soupac haben wir eine Internet- tems werden Projekte nicht nur unter den Anforderungen abrufen. www.soupac.com
Plattform aufgebaut, die die Beschaf-
fung effizienter und transparenter
macht – sie ist jetzt online. Wir haben Zulieferer
also ein umfangreiches Portfolio, um
diese Prozessverbesserungen wir-
Innovativ 2010
Auch in diesem Jahr wird Schnitzer auf dem
kungsvoll zu unterstützen. Lesen Sie
Kongress „Zulieferer Innovativ“ ver­treten
in dieser Ausgabe mehr darüber! sein. Bei der Veranstaltung, die am
23. Juni 2010 im Audi Forum in Ingolstadt
stattfindet, werden wieder rund 1.000 Teil­-
nehmer erwartet; die knapp 200 Aussteller
sind handverlesen. Schnitzer präsentiert im
Panel „Wertigkeit & Emotion“ sein Dienst­
Foto: bayern-innovativ

leistungs­angebot in den Bereichen Komfort/


Ihr Peter Schnitzer Sicherheit, Licht/Design und Form/Funktion.
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.bayern-innovativ.de/zulieferer2010

Thomas Hirscher: Herr aller Elemente


Automotive – Luftfahrt – Automotive: So ließe sich der Berufsweg von Thomas Hirscher in drei Begriffen dar-
stellen. Während seinesTechnikmanagement-Studiums an der FH Ravensburg-Weingarten arbeitete er bei BMW
in München und in den USA. Dann ging er in die Luft: Bei MTU Aero Engines schrieb er seine Diplomarbeit,
war bei Atena Engineering als Projektingenieur in der Triebwerksentwicklung tätig und beschäftigte sich bei
EADS anschließend zweieinhalb Jahre mit der Entwicklung von Missionscomputern für militärische Helikopter.
Seit 2008 ist Thomas Hirscher bei Schnitzer zuständig für das Systemische Projektmanagement. Bei seinen
Freizeit­aktivitäten kommt ein weiteres Element hinzu, das Wasser. Hirscher ist begeisterter Triathlet und Surfer.
„Marktfenster
China“ mit
Werkzeug­- Peter Schnitzer

beschaffung in China Auf der Veranstaltung „Marktfenster


China“, die vom 25. bis 27. April 2010
in Peking im Umfeld der Auto China
Der chinesische Werkzeugmarkt ist für blemen kommt. Reiseaufwand lässt sich 2010 stattfindet, erfahren Automotive-
deutsche Werkzeugbauer attraktiv, um dem für die europäischen Kunden von Schnitzer Entscheider, wie sich die Produktions-
ständig wachsenden Kostendruck ent­ Consulting Shanghai auf ein Minimum und Absatzzahlen der Autohersteller
gegenzuwirken. „Werkzeugbeschaffung in reduzieren. Von der Vor-Ort-Präsenz profitie- in China in den nächsten fünf Jahren
China ist nicht immer sinnvoll“, erläutert ren OEMs, Tier-1- und Tier-2-Lieferanten aus entwickeln und welche chinesischen
Axel Oroszi, Geschäftsführer von Schnitzer unterschied­lichen Branchen. Zum Dienst- Zulieferstrukturen es bereits in
Consulting Shanghai. „Wir müssen die leistungsportfolio gehört außerdem, Unter­- China gibt. Experten, darunter Peter
Komplexität des Werkzeugs und das Ver­- nehmen bei der Lokalisierung vor Ort zu Schnitzer, berichten, welche Erfah­-
hältnis von Lohn- zu Materialkosten analy­- unterstützen und chinesische Lieferanten r­ungen sie mit chinesischen OEMs
sieren, um eine Empfehlung abgeben entsprechend den Kundenanforderungen gemacht haben und wie eine erfolg­
zu können.“ Einfache Werkzeuge mit nied­- weiterzuentwickeln. reiche Lokalisierung in China abläuft.
riger Spezifikation seien in der Volksre­
publik kostengünstig zu beschaffen, so
Oroszi weiter; dagegen müssten bei sehr
komplexen Werkzeugen oft hochwertige
Rohmaterialien und Standardkomponenten
aus der EU importiert werden. Zudem
seien Betreuungs- und Versandkosten zum
tatsächlichen Preis dazuzurechnen, was
die Werkzeugbeschaffung in China sehr
rasch unwirtschaftlich macht. Vermeint­
liche Kostenvorteile sind dann schnell
aufgehoben. Mit umfangreichem Fachwis-
sen und detaillierten Kenntnissen über den
chinesischen Werkzeugbau bieten Axel
Oroszi und sein Team Unterstützung beim
Einkauf und bei der ganzheitlichen Projekt­-
betreuung vor Ort, bis zur Auslieferung
und Abnahme durch den Endkunden z. B.
Foto: Fotolia

in Europa. Muttersprachler stellen sicher,


dass es zu keinen Kommunikationspro­

Termine im Griff beim SLS AMG


Er ist einer der leistungsstärksten Sport-
wagen der Welt und auf jeden Fall
einer der schönsten: der Mercedes SLS
AMG. 420 kW beschleunigen den Flitzer
in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Technische Details:
Höchstgeschwindigkeit liegt bei 317 km/h. Zylinderanordnung/
-anzahl: V8
Wichtigstes Merkmal seines preisge­krön­
Foto: Mercedes-AMG

Hubraum: 6.208 cm³


ten Designs sind die Flügeltüren, eine Höchst­-
Reverenz an den berühmten 300 SL von geschwindigkeit: 317 km/h
Nennleistung:
1954. Gebaut wird der Wagen im Merce- 420/6.800 kW bei 1/min
des-Benz-Werk Sindelfingen. Mercedes-
AMG in Affalterbach hat den Wagen in der Projektleitung von Hans-Jürgen Hummen, Leiter
Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb Anlaufmanagement (Werkzeug-/ Teile- und Terminmana­
von nur drei Jahren entwickelt. Mit von gement), war er zuständig für das Werkzeug- und Termin­
der Partie war die Schnitzer Group, ver­- management für die Montageteile (Exterieur- sowie
treten durch Christian Damaske, im Ein­- Interieurbauteile, Motorraumkomponenten und Antriebs-
satz in Sindelfingen sowie vor Ort bei den strang). Die Mitarbeit an einem so außergewöhnlichen
Zulieferern und Werkzeugmachern. Unter Fahrzeug war ein Highlight für die Schnitzer Group.
Foto: Fotolia
R i s i ko b e w e r t u n g d u r c h V e r t r a g s p r ü f u n g

Zwischen den Zeilen


Die Freude ist groß: Der Lieferantenvertrag mit einem bedeutenden OEM ist unterschrieben, ein Auftrag von beträchtlichem Umfang
gesichert. Als aber mit der Entwicklung und Industrialisierung des Produktes begonnen werden sollte, stellt die Geschäftsleitung fest,
dass sie die vom Kunden geforderte Sauberkeit nicht sicherstellen kann, und falls doch, dann nur durch eine erhebliche Zusatzinves-
tition, die sich kaum amortisieren würde.

„Verträge sind zum Teil sehr umfangreich VDA und führte zahlreiche Fachgespräche
und detailliert“, weiß Robert Steger, Projekt- mit Partikelanalyselaboren. Dabei fand er
leiter bei Schnitzer. „Wer nicht ständig mit heraus, dass die vom OEM erwünschten
solchen Vertragswerken zu tun hat oder Sauberkeitswerte zwar – mit viel Aufwand
sich nicht 100-prozentig bei den Anforderun- – nachzuweisen waren, dass es sich hier­­-
gen auskennt, geht womöglich ein hohes bei aber eher um einen theoretischen Wert
Risiko ein, ohne es zu merken.“ Viele mittel- handelte, der nach aktuellem Stand der
große und kleine Betriebe kommen nur Technik praktisch nicht einzuhalten war.
wenige Male im Jahr in die Lage, einen Ver- Selbst der OEM kam in seiner Produktion Schnitzer Group
trag prüfen zu müssen, da diese oft eine nicht auf dieses Niveau! Vor diesem Hinter­
Schnitzer
lange Laufzeit haben. grund verhandelte Robert Steger mit Ver­
Anlauf- und Projekt-
tretern des OEM und konnte für seinen
management GmbH
Da im beschriebenen Fall eventuelle Rekla- Kunden erreichen, dass die Sauberkeitsan-
Paradiesstraße 4
mationskosten sogar den Unternehmens- forderungen in den Lieferantenverträgen
88239 Wangen im Allgäu
bestand gefährdeten, suchte der Zulieferer grundlegend verändert wurden. Sie liegen Deutschland
Unterstützung bei Schnitzer. Steger ver­- nun sehr deutlich unter den ursprünglich Telefon +49 7522 7079 69-0
glich die geforderten Sauberkeitsnormen ge­forderten Grenzwerten, was in einer Telefax +49 7522 7079 69-18
und -spezifikationen mit Regelwerken des Ne­benvereinbarung zum Vertragswerk fest­
gehalten wurde. Der Schnitzer-Kunde Schnitzer
konnte auf den Bau eines Reinraums mit International Swiss GmbH
DIE Schnitzer Group hat wirksame hochtechnologischem Labor verzichten, c/o OBT AG
Optimierungskonzepte hinsichtlich Ver- gleichzeitig konnte er die Beziehung zum Hardturmstrasse 120
schmutzungsproblematiken in der Pro- OEM nicht nur aufrechterhalten, sondern 8005 Zürich, Schweiz
duktion entwickelt. Die Konzepte sind sogar aus­bauen. Der OEM überarbeitete Telefon + 41 43 818-2536
bereits bei der Produktionsprozesspla- daraufhin seine Sauberkeitsnorm grund- Telefax + 41 43 818-2537
nung, aber auch in der laufenden Pro- sätzlich und kündigte bereits die ersten
duktion anwendbar. Hier gewährleistet Folgeaufträge an. Schnitzer
die Schnitzer Group den maximalen Er- Consulting Shanghai Co. Ltd.
folg und Kosteneffizienz. Die Erfahrung Robert Steger erklärt: „Bei Verträgen c/o German Centre for Industry
in verschiedenen Referenzprojekten steckt der Teufel im Detail, was große Risi- and Trade Shanghai
zeigt, dass durch minimalen Aufwand ken mit sich bringen kann. Prekär wird es, 88 Keyuan Road
oft eine maximale Wirkung in Sachen wenn diese Risiken erst nach Vertrags­ Tower 2 Office 626
Produktionssauberkeit erzielt werden abschluss erkannt werden. Wir haben bei Zhangjiang High-Tech Park
kann. Gerade bei der täglich steigenden Schnitzer in­zwischen einen umfangrei­- Pudong
Anzahl an funktions-, elektronik- und chen Erfahrungsschatz, was die techni- 201203 Shanghai, China
sicherheitsrelevanten Bauteilen gewinnt schen Fakten angeht, aber auch dazu, wie Phone +86 21 2898-6184
die Vermeidung von Schmutz- und Par­ wir mit den Vertragspartnern verhandeln Fax +86 21 2898-6252
tikelkontaminationen in der Produktion müssen, damit unsere Kunden unter rea­
zunehmend an Bedeutung. lis­tischen Bedingungen produzieren und info@schnitzer-group.com
liefern können.“ www.schnitzer-group.com