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Was ist die Arbeitslosenquote und wie wird sie von Eurostat berechnet?

Arbeitslosen / Erwerbstätige (zählen auch die dazu die aktiv nach Arbeit gesucht haben oder
zumindest in der Woche vor der Befragung min. 1 Stunde gearbeitet haben und auch die
selbständigen Erwerbstätigen) + Arbeitslosen

In Österreich 2017 bei 5,4 %

Arbeitslosenquote nach traditioneller Österreichischer Berechnung

Registrierte Arbeitslose beim AMS / unselbständige Erwerbstätige (bei einer Beschäftigung


über der Geringfügigkeitsgrenze) + registrierte Arbeitslose

In Österreich 2017 bei 8,6%

Was versteht man unter Stabiliserungsfunktion der Budgetpolitik?

Der Staat soll tiefe Rezessionen verhindern und versuchen Konjunkturschwankungen, durch
sogenannte automatische Stabilisatoren, auszugleichen. Automatische Stabilisatoren sind
Mechanismen die bei Konjunkturschwankungen automatisch dafür sorgen, dass die
gesamtwirtschaftliche Nachfrage stabilisiert wird. Sie wirken also antizyklisch. Dadurch, dass
es im Staat eine Arbeitslosenversicherung gibt, macht die Versicherung bei einer
Vollbeschäftigung einen Überschuss und entzieht dem privaten Sektor die Nachfrage. Bei
einer schlechten Konjunktur hingegen zahlen weniger Menschen ein und es muss mehr
ausgezahlt werden, wodurch die Versicherung ein Defizit erleidet. Der Staat sollte in diesem
Fall der Versicherung das Geld geben, wodurch wieder die Nachfrage steigt. Die
Multiplikatoren sollen die Stabilisierungspolitik positiv vorantreiben.

Crowding in: zusätzliche private Aktivitäten entstehen vs. Crowding out: Verdrängung
privater Akteure

Inwiefern hat die Ungleichheit der Verteilung von Einkommen und Vermögen zum
Entstehen der weltweiten Finanzkrise beigetragen?

Die Wirtschaft war weltweit in der Krise und die Nachfrage ist radikal gesunken, wodurch die
Staatsschulden und die Arbeitslosigkeit gestiegen und das BIP gesunken ist. Die Personen die
am kauffreudigsten sind und am wenigsten sparen, hatten jedoch das nötige Einkommen
nicht (weil keinen Job oder Lohnkürzungen), wohingegen die Personen mit viel Vermögen
die meisten ihrer Bedürfnisse schon gestillt hatten und daher mehr gespart als ausgegeben
haben, wodurch die Wirtschaft keinen zusätzlichen Aufschwung bekommen hat.

Welchen Zusammenhang misst der Multiplikator? Was sind die wichtigsten


Bestimmungsgründe der Höhe des Multiplikators? 4 Multiplikatoren

Mit dem Multiplikator kann man bestimmen, um wie viel sich das BIP bei einer Investition
verändert.

Die wichtigsten Bestimmungsgründe sind:

• Konsumnachfrage privater Haushalte (+ tatsächliche Konsumneigung)


• Investitionstätigkeiten der Unternehmen
• Staatsausgaben
• Nettoexporte (Saldo Export – Import)

1. Einkommen (hoch – höhere Unternehmensinvestitionen – höheres BIP)


2. Staatsausgaben (hoch – höhere öffentliche Investitionen – höheres BIP)
3. Transfer (nicht ganz so hoch – aber erhöhen BIP leicht)
4. Steuer (gering – Steuersenkungen selten gut für konsumfreudige untere
Einkommen)

Theorien

Finanzmärkte sind effizient und stabil (Klassische Ökonomie, Neoklassik)

Demokratie muss zugunsten Freiheit... (Österreichische Schule)

Höhere Staatsausgaben verringern das BIP (Neoklassik)

Höhere Staatsausgaben steigern das BIP (Keynesianismus)

Anteil der obersten 10% der Haushalte am gesamten Vermögen der privaten Haushalte in
Ö?

69% des Gesamtvermögens

Was versteht man unter einer Inflationsrate? Liegt sie derzeit unter oder über dem von der
EZB als Preisstabilität definiertem Ziel?

Inflation = starker Anstieg von Preisen / bzw. Geldentwertung

Inflationsrate = Steigung der Verbraucherpreise in Prozent

Die Inflationsrate ist seit Jahren ungefähr gleichgeblieben

Sollte laut EZB bei 2% liegen Österreich bleibt dabei relativ stabil bei +- 2%

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Österreich in den letzten Jahren entwickelt?

In Österreich ist die Arbeitslosigkeit seit der Krise so hoch wie schon lange nicht mehr →
Eurostat 5,4% - österreichische Berechnung 8,6%. Die schlechte Erwartungshaltung bei
Investitionen und das Herdenverhalten in den letzten Jahren sind der Grund für die
angestiegene Arbeitslosenquote. Verstärkende Faktoren sind unter anderem auch die
Erhöhung des Pensionsantrittsalters und der Beschäftigungsrückgang in den traditionellen
Lehrberufen. Besonders Jugendliche (auch europaweit) sind besonders betroffen von der
Arbeitslosigkeit.

Welche Auswirkungen hat die Erhöhung des BIPs um 1% auf die Staatseinnahmen,
Ressourcenverbrauch, Leistungssaldo?
Wenn das BIP steigt erfolgen mehr Steuereinnahmen, Investitionen werden mehr, wodurch
sich auch wieder die Beschäftigung erhöht, dadurch erhöht sich das verfügbare Einkommen,
wodurch auch wieder mehr verbraucht wird, das wiederrum führt zu einem positiven
Leistungssaldo, was dadurch auch wieder die Staatseinnahmen erhöht. Der
Ressourcenverbrauch erhöht sich natürlich auf den Ebenen der natürlichen Ressourcen und
der Personalressourcen.

Was passiert, wenn private Unternehmen Investitionen tätigen? Wovon hängt die
Investitionsquote ab? Wie wirkt sich die Investition eines privaten Unternehmens auf das
Staatsbudget aus?

Angenommen das BIP steigt um 1 Milliarde bei 100 Millionen Investition aufgrund einer
langen Reihe an Folgeeffekten. Bei jeder Produktion die durch die Investition finanziert
wurde, entsteht Einkommen, das zu einem gewissen Teil wieder verkonsumiert wird,
wodurch wieder neue Produkte finanziert werden können...usw. Es kommt zu einer
Verringerung des Budgetdefizits und somit der Staatsschulden. Es wird mehr produziert und
mehr nachgefragt – Voraussetzung dafür ist, dass es eine Unterauslastung gibt, also das freie
Kapazitäten für die Produktion vorhanden sind.

Was ist das BIP? Wie hoch ist das BIP in Euro in Österreich? Wie hoch sind Staatsabgaben,
Exporte...usw.

BIP= die Summe aller erzeugten Güter und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft
innerhalb eines Jahres.

BIP Ö = 350 Milliarden Euro

Abgaben sind ein Teil der Staatseinnahmen (ca. 50% des BIPs), Exporte ca. 145 Milliarden
Euro

Die Stadt Wien investiert 1 Milliarden in den sozialen Wohnbau. Welche Auswirkungen hat
das? Um wie viel erhöht sich das BIP?

Durch die Ausgaben sollen mehr Steuern eingenommen werden und das BIP soll sich um das
1,5-fache erhöhen. Durch die Ausgaben entsteht mehr Einkommen, was wiederum auch die
Konsumnachfrage erhöht und mehr Produkte und Dienstleistungen werden produziert und
konsumiert.

Multiplikator: wie viel steigt das BIP bei Zusatzinvestitionen → ist eine entscheidende Größe.

1/(1-c); BIP steigt um 1 Milliarde bei 100 Millionen Investition (aufgrund einer Reihe von
Folgeeffekten)

Keynesianismus: Multiplikator hoch

Neoklassik: Multiplikator klein oder sogar negativ

Wie sind in Ö die Exportlöhne im EU-Vergleich?


Eher hoch

Warum ist das so?

Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Produkte und deren Qualität

Veränderung der wirtschaftlichen Lage in Ö und der Eurozone durch die Krise (2008-jetzt)
in Bezug auf Arbeitslosigkeit, BIP, Staatsschulden?

Es gab einen massiven Bruch im Jahr 2008, auch die Konjunktur hat sich kaum erholt. Das BIP
in der EU liegt seit 2015 erstmals wieder auf dem Niveau von 2007, vor der Krise ist das BIP
jährlich um 2 % gestiegen. In Österreich ist das BIP seit 2008 relativ stabil. Die Staatsschulden
sind durch die Krise von 65% auf 85% gestiegen, wobei Österreich noch gut
davongekommen ist, da der Sozialstaat einiges abgefedert hat.

Wie hoch sind die Staatsausgaben gemessen am BIP in Österreich? Was sind die drei
wichtigsten Ausgabekategorien? Welche Verteilungswirkung haben die Staatsausgaben
bzw. welchen sozialen Gruppen kommen sie gemessen am Einkommen besonders zugute?

Die Staatsausgaben sind gemessen am BIP relativ gering (ca. 51,1 %). In der Krise ging das
BIP zurück, aber die Ausgaben veränderten sich kaum, trotzdem stieg der Anteil der
Ausgaben am BIP, da die Ausgaben weiter um 3-4% normal wachsen, → Wenn das BIP sinkt
wachsen die Ausgaben (in Relation)

Es wurden in Österreich Konsolidierungsmaßnahmen, Staatsausgabenkürzungen und


Steuererhöhungen im Ausmaß von knapp 1% des BIP durchgeführt, das heißt die Sparpolitik
war nicht allzu stark ausgeprägt. Heute liegen die Einsparungen/ Steuererhöhungen bei
knapp 2% des BIP.

Die drei wichtigsten Ausgabekategorien sind: soziale Sicherung, Gesundheitswesen und


Bildung → macht zusammen ca. 70% aus.

Die sozialen Ausgaben betreffen vor allem Personen über 65 (m) und 60 (w), und die
unteren Einkommensschichten

Was sind Lohnstückkosten? Wie haben sie sich in Ö in den letzten 10 Jahren entwickelt?

Lohnstückkosten = Arbeitskosten die pro produziertem Stück anfallen


Sie sind seit Jahrzehnten in Ö am fallen, denn die Löhne wachsen langsamer als die
Produktivität
Ergebnis: Wettbewerbsfähigkeit steigt

Was ist die Lohnquote? Wie hat sie sich in Österreich in den Jahren vor und seit Beginn der
Krise entwickelt?

Die Lohnquote ist der Anteil des Lohneinkommens (der unselbständigen Erwerbstätigen) am
gesamten Volkseinkommen
Die Lohnquote hatte in Ö ihren Höhepunkt in den 70er Jahren (76%) und ist auf etwa 65%
zurückgegangen. Der Lohnanteil am Volkseinkommen geht seit dem stark zurück besonders
in den 2000er Jahren.

Was verstehen Sie unter dem magischen Viereck der Wirtschaftspolitik? Beschreiben Sie
die Zusammenhänge zwischen zwei der dort abgebildeten Ziele?

Das Magische Viereck beschreibt ein volkswirtschaftliches System der folgenden vier
wirtschaftspolitischen Ziele:

• Stabilität des Preisniveaus


• hoher Beschäftigungsstand
• außenwirtschaftliches Gleichgewicht
• stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum

Alle Ziele können gemeinsam nicht gelingen, denn die Verfolgung eines Zieles kann häufig
nur zu Lasten eines anderen Zieles umgesetzt werden.
Eine Zielharmonie liegt z.B. vor wenn durch ein hohes Wirtschaftswachstum auch ein hohes
Beschäftigungsniveau erreicht wird.

Die CDU/CSU haben angekündigt die Mwst zu erhöhen. Wie wirkt sich das auf die Inflation
aus?

Die Erhöhung der Mwst verringert den Konsum und drückt damit auf die Produktion und die
Beschäftigung. Das bedeutet es kommt zu einem geringeren Wirtschaftswachstum und die
Importe abnehmen. Die Inflation sinkt also, weil das allgemeine Preisniveau sinkt.

Der Brexit führt zu einer Abwertung des Pfund gegenüber dem Euro, welche Effekte hat
das auf den Export von GB und den Tourismus von GB?

Eine Abwertung des Pfund ist sehr schlecht für den Import, weil die Importe teurer werden.
Allerdings ist sie für den Tourismus und den Export gut, da das Land dann mehr Geld durch
globale Exporte bekommt, weil die Produkte auf dem Weltmarkt billiger werden wodurch
die Nachfrage steigt.

Was ist der Saldo der Leistungsbilanz?

umfasst alle Ausgaben und Einnahmen einer Volkswirtschaft, darunter auch die Importe und
Exporte von Gütern, in der volkswirtschaftlichen Zahlungsbilanz. Sie entspricht der Summe
aller Teilbilanzen, sowie Warenhandel, Dienstleistungen, Bilanz der Erwerbseinkommen und
Vermögenseinkommen und die Transferbilanz.

Was sind die Gründe für Leistungsbilanzüberschüsse in D und Defizite in Spanien?

Ursache D: hohe Exporte, außenwirtschaftliche Ungleichgewichte und inländische


Ersparnisse
Spanien: keine neuen Investitionen, keine Exporte, Aufnahme von Krediten, höhere
Staatsschulden

Wie hoch ist das Budgetdefizit in Ö?


Das Budgetdefizit liegt momentan ca. bei 1,6 % des BIP. Es ist durch den EU Stabilitätspakt
auf höchstens 3% festgelegt. Das Budgetdefizit würde kurz steigen (getätigte Investition in
Bildung), sollte dann aber langfristig durch die Investition angekurbelte Wirtschaft wieder
sinken.

Sparquote Ö?

= Anteil am Einkommen der gespart wird. Lag 2015 bei nur mehr 6,9 %

Gründe warum ein freier Markt stabil und effizient ist?

Bei einem freien Markt wird ganz im Sinne der Nutzenmaximierung gearbeitet.
Unternehmen: Gewinnmaximierendes Verhalten, Individuen= rational, Nutzenmaximierend
→ dadurch Marktgleichgewicht

Maßnahmen um Pensionsmodell bis 2050 aufgrund demographischer Veränderungen zu


sichern?

Höhere Vermögensbesteuerung, Senkung Arbeitslosigkeit, Anheben Pensionsantrittsalter,


Zusätzlich: Erhöhung Frauenerwerbsquote und Migration
Insgesamt muss BIP beständig 3% jährlich wachsen, dann würde Volkseinkommen zur
Deckung der Pensionsausgaben reichen.

Vier Unterschiede neoklassische und keynesianische Theorie + 2 konkrete Beispiele der


Wirtschaftspolitik

Neoklassik:

• hat mikroökonomische Perspektive


• BIP von den Produktionsfaktoren bestimmt (Kapital, Arbeit)
• Multiplikator: keiner oder sogar negativ
• Neoklassik: immer Gleichgewichtlohn
• Wirtschaftspolitik: nicht stabil, denn effizient und stabil
Lohnpolitik ist so zu setzten, dass der Arbeitsmarkt im Gleichgewicht bleibt
Budgetdefizit niedrig oder gar nicht

Keynes:

• Makroökonomische Perspektive
• BIP von effektiver Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen bestimmt.
• Multiplikator hoch
• Ungleichgewichtslohn
• Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit durch öffentliche Investitionen in Situation
der Unterauslastung – Staat gibt Geld aus – Nachfrage steigt
Antizyklische Wirtschaftspolitik – deficite spending